»» Diener 8rrärdilil!orliek 17492 W» M'» M-»FM»»».»t»»»-^^»»»»d '-». F. »^M»^» G»» » ^.r' v... er d O«»»»»« »» E. -«>' »««»,» ''».-»»»»»» .»Lz»Bchss. Mff«»-F.»—- V »»» /*K»^^^ U.«».». -^^.»7sV...^,^^^ .^. 2. />.^^- »-« »»»«» S vviener 8raärbik1Iorkek o - 17492 B « H '» 4 k! 0 G 2 H ß. O O '.. »^ G ^- S s s O G D N O 6 6 S. S 0 -' >»- >.^ 9 Q o L- '. V s '>7^. ''/! O G 0 L E -/ S -- G 2 ^« S D<-^ V--.r vO/-*'- ^^ XX. «x X^ A- V« r- 4 S G S V S o o O ^. 7!' G 0 D B B ^- . E- S s ch H K >- -- B O D -H O - », G 2 6" . L ...'- - t«. B B O D G /. - E 6' V -0 ^,.. S G G V -2 h S L (> D D G , '- -- V ö B /. s o s V: .v-.- /. /'^ V - S S G D Diener 17 - - , ' ,7K« Diener 17 0 AllgemeinnützigeS GWG--»StaatenMttMch, woraus man nicht nur eine hinlängliche Kenntniß von allen Reichen und Staaten, ihrer Lage, ihrer Religion und den gottesdienstlichen Gebrauchen, ihren Erzeugungen, Städten, Meeren, Inseln, Seen, Flüssen, Festungen, Orden und andern Aemtern u. s.»..erlangt, sondern auch mit der alten Geographie und Göttcrlehre, mit den juridischen Ausdrücken und allen Kunstwörtern, mit verschiedenen Provinzialismeu, mit den a»S fremden Sprachen in die deutsche aufgenommenen Wörtern und ihrer Bedeutung, nebst den Artillerie, und Schiff, fahrtsausdrücken, und den vorzüglichsten Erzeugungen des Thier-und Pflanzenreichs bekannt wird. Vorzüglich zum Nutzen und zur Bequemlichkeit der Zeitungsleser in alphabetische Ordnung gebracht. Vierter Band. S— Z. Wien, auf Kostender Herausgeber gedruckt mit Albertischen Schriften. ---- «c> 2 Satb« Ga«ke aade, eine Landschaft in der Provinz Tehama in« glücklichen Arabien in Asien. Saugh, Sagh, ein Marktflecken in der Konter Gcspanschaft in Niederungarn, welcher ehemahls wegen einer Propstey der heilige» Jungfrau dcS Prämoiisica-' tenserordius berühmt war. Saalburg, ein Amt und kleine Stadt in den Herrschaften der Grafen von Reus- scn im oberfächsischen Kreise, welche der jünger» oder gräfliche» Haupklinie gehören Das Städtchen liegt auf ei. nem Berge an der Saale, über welche hier eine Brücke gebauet ist. Saale(fichrelbergische, vogtländische, thüringische), ein ansehnlicher Fluß, welcher im Zcllerwalde am Fichtelberge nicht weit von dem Flecken Zelle aus einem Brunnen im Fürstenlhume Bay- reuth im fränkischen Kreise entspringt, durch Vogtland nach Thüringen geht, «inen Theil des Herzogihums Magdeburg und Fürstenthums Anhalt durch» fließt, und sich an den Grenzen der Grafschaft Barby in die Elbe ergießt. Unterhalb Raumburg nimmt die Saale die Unstrut, zwischen Merseburg und Halle die weiße Elster, und nntcran- dern kleinen Flüssen auch die Pleiffe auf. Saale(fränkische), ein Fluß im fränkischen Kreise, welcher nicht weit von der Festung Königshöfen im Hochstifle Würzburg im so genannten Grabielde entspringt, in die Grat'chaft Werrbeim tritt, und sich bey Gewündcn, einem wnrzburgischen Städtchen, in deu Mas» rrgießt. Saalfelh Saslfeld, eine ziemlich wohl gebauete Siadr uad Amt an der Saale z vischr» Bergen und schönen Auen im herzoglichen coburg-saalfeldjichen Antheile am Fürstenthume Altenburg jm obersächfl. scheu Kreise. Das hiesige Schloß, wel- chcs im Jahre 1678 z» bauen angefangen wurde, war eine Zeit lang die Residenz der herzoglichen sachsen- saalfel. tischen Linie, welche sie aber nachdem erlangten Antheileam Fürstenthume Co. bürg nach Coburg verlegte. Hier findet man eine Superintendeiitur, drey Kirchen, in welchen Gottesdienst gehalten wird, und zwey die nicht gebrauch, werden. eine gute lateinische Schule, eine Gold- Silber- und Tuchmanufactur, eine Viteiolhütte, und ein Blaufarbenwerk. Ucbrigens ist Saatfeld eine Münz- stadt des obersächsischen Kreises, und hat im Jahre 1640 keine geringe Verwüstung erlitten, als die kaiserlichen und schwedischen Kriegsvölker in dieser Gegend standen. Auf dem Berge, wo das herzogliche Schloß steht, stand ehemahls die berühmte und reiche Benedictinerabtey zu St. Peter^ welche auch das Stift Saalfeld genannt wurde. Ihr Abt war ein Reichefürst, haue Sitz und Stimme auf den Reichstage», und ließ Münzen prägen. Im Jabre IL2L brachte Graf Albrecht zu Mausfels wir des Kaiser- und des Cburfiiist-i, Johann von Sachsen Bewilligung die Ab>ev von dem letzten Abie käuflich an sich; trat sie aber im Jahre>L^2 a» den eben genannten Lhluflitstln für Zvorio Gnlben ab, der 4 Saalfeld Saae ste in ein Amt verwandelte, worauf fie an das alienburgische Haus kam. Bey der Stadt Saalfeld sieht man noch dieTcümmer eines wüsten Schlosses, welches gemeiniglich der hohe Schwärm genannt, und für ein« Grenzfestung der Sorbenwenden, welche ehemahls hier wohnten, gehalten wird; daher eS auch einige die Sorbenburg nennen» Saalfeld, eine wohl gebauete Stadt am Elbingcrsee im maneuwcrdischen Kreise in Dstpceusscn. Hier befindet sich ei» Consistocium, ein Oberamtsjustitzcolle. gtum, und die dritte lateinische Provin- zialschule im Königreiche Preussen. Saalfeld oder Zollfcld, eine Gegend am Flusse Elan zwischen Clagenfurt und St. Veit in Unrerkarnthen, in welcher man»och Merkmahle einer alten Stadt findet, welche für Tiburnia gehalten wird. Man hat hier viele römische Münzen, und im Jahre iL02 eine metallene Bildsäule, welche einen KriegSman» vorstellet, und nach Salzburg gebracht wurde, auSgegraben. Saalkreis, einer von den vier Kreisen, in welche das Herzogthum Magdeburg eingetheilt wird. Er liegt der Länge nach«n der Saale, und ist von der Grafschaft ManSfeld, vom Chnrfür. sicnthume Sachsen, und vom Fürsten, thume Anhalt umgeben. Die größte Breite desselben beträgt nicht viel über eine Meile, die Länge aber etwas über fünf Meilen. Er hat vortrefflichen Ackerbau, Salzwerke, Steinkohlenbergwerke und ein Kupferbergwerk. Der ganze Kreis enthält 7 Städte, 129 Dörfer, und Fy Pfarrkirchen. Saan, ein Fluß im Herzogthume Krain, der sich unterhalb Cilli in Untersieper« mark in die Sau ergießt. Saar, ein Fluß in Deutschland, welcher bey Salm im vogesischen Gebirge in Lothringen entspringt, und sich ein Saar Saarbrück wenig oberhalb Trier zu ConS in die Mosel ergießt. Saar, ein Cisterciensermönchskloster im Brünner Kreise in Mähren, welches um das Jahr I2Z4 unter dem Rahmen des Brunnen der Jungfrau Maria gestiftet wurde. Nicht weit von demselben liegt das Städtchen Saar, welches loy Häuser enthält. Saaralbe oder Saralbe, eine kleine Stadt und Schloß an der Saar, und der Hauptort der Herrschaft Albe in Lothringen in Frankreich. Saarbrück, eine Grafschaft im Westrcich im oberrheinischen Kreise, welche gegen Abend und Mittag an Lothringen, gegen Morgen an das Dberamt Zwey. brücken, an die gräfliche leyische Herr- schüft Blieseastel, a» die ritkerschastli- che Herrschaft Jlingen, und an die nas« säuische Herrschaft Ottweiler, und gegen Mitternacht au das vierherrische Hochgericht Lebach, an das lothringi- sche Amt Schauenburg und an andere kleine Gebiethe grenzt. Sie ist ein sandiges und waldiges Land, hat aber auch hin und wieder gute Aecker, und über dieß viel Eisen und Steinkohlen. Wegen der durchfliessenden Saar und der durchgehenden Strasse aus Deutschland »ach Frankreich treibt sie guten Han. del. Die evangelische lutherische Lehre ist hier die herrschende; doch gibt es hier auch»iele Katholiken. Diese Graf- schüft hakte ehemahls ihre eigenen Grafen, nach deren Absterben sie im Jahre lZZ" an den Grafen Johann von Nassau kam, welcher die saarbrückische Erb. rochier zur Gemahlinn hatte. Im Iah» re 1688 wurde das Haus Nassau in den Fürstenstand erhoben, welches sich jetzt in drey Linien, nähmlich in die Fürsten von Nassau-Weilburg, Nassau-Saar. brück Usingen und Nassau-Saarbrück- Gaarbrück theilt. Als im Jahre ,72z die saarbrückische, und im Jahre 1723 Saarbrück Saarlouis die ottweilersche Linie ansstarb, fiel fie an den Fürsten von Nassau-listn- gcn, von dem fie in der Theilung von, Jahre i/ZÜ an seinen Bruder, Wilhelm Heinrich, wie wohl mit Ausnahme der wcilburgischen Portion überlasse« ward. Dieser Herr schloß im Jahre ,767 unter Genehmhaltung her Kaisers und dcS deutschen Reichs mit Frankreich einen Vergleich wegen der Grenz«, indem verschiedene jenseit der Saar gelegene saacbrückische Ort. schaften mit Inbegriff des Klosters Wad- gaffen an Frankreich;»ie dieffeit der Saar in dem Gebiethe der Grafschaft gelegene» lothringischen Ländereyen und Lehen aber gänzlich an Nassau- Saar- brück-Saarbrück abgetreten wurden. Uebrigens ist Saarbrück ein reichs. freyes Eigenthum, und hat nur die Zollgerechligkeit vom Reiche zu Lehen. Der jetzt regierende Fürst heißt Carl. Saarbrück, eine Stadt an der Saar, und der Hauptort der eben beschriebenen Grafschaft. Sie enthält ungefähr soo Häuser, ein neu erbautes ansehnlicher fürstliches Schloß, eine im Iah. re I77L eingeweihete sehr schöne luthe. rische Kirche, eine rrformirte Kirche, und ei» wohleingerichteteS Gymnasium. Im Jahre 1676 brannte diese Stadt, als die Kaiserlichen dieselbe den Fron. zosen abgenommen hatten, ab, und verlor ihre Mauern. Saarburg, eine Stadt, Amt und festes Schloß an der Saar im obern Erz» stifte Trier im chnrrheinifchen Kreise. Zu dem Amte gehören 80 Ocrter. Saarburg, Sarbourg oder Saarbrück, eine Herrschaft bey dem vogefischcn Gebirge zwischen Salm und Saarwerden in Lothringen, in welcher die Stadt Kaufmanns- Saarburg oder Saarbrück liegt. Saarlouis oder Sarrelouis, eine neue Stadt und Festung im ehemahligen Gouvernement von Metz in Frankreich, Saariirunb Saarwerden§ welche Ludwig XlV. im Jahre i6§o am Flusse Saar zu bauen anfing, und »ach 4 bis L Jahren zu Staude brachte. Ihre Strassen find regelmässig, und die Festung selbst ist ein regelmäßige« Sechseck. Sie hat eine Pfarrkirche, »nd bis zur Revolution gab es hier zwey Klöster. Saarmunb, ein Städtchen und Amt im zauchischen Kreise in der Mittelmark im Churfürstenkhume Brandenburg, das Städtchen liegt in einer schönen Gegend an der Saar«, welche sich nicht weit»on hier mit der Nudc vereinigt, und das Amt enthält 29 Dörfer und i, Vorwerke. Saarwerden, eine Grafschaft im Westreich im oberrheinischen Kreise, welche gegen Norden und Westen an Lothrin- gen, gegen Süden an die Herrschaften Vinstingen und Lützelstcin, und gegen Osten an die Herrschaften Bilsch und Diemeringen grenzt. Sie hat einen fruchtbaren Bode«, gute Holzungen, etwas Weinbau und ergiebige Salzquel- len. Die Saar fließt mitten durch dieselbe hin. Ehemahls hatte dieses Land seine eigene Grafen, nach deren Ab« sterben dasselbe im Jahre 1L27 durch Heirath an den Grafen Johann Lud- wig von Nassau Saarbrück kam. Bald darauf maßte sich der Bischof von Metz an, seinen Vetter, dem Herzog von Lothringen, mit demselben zu belehnen, welcher hierauf das Haus Nassau bey dem kaiserlichen Kammergcrichte vcr. klagte, und im Jahre 1629 ein Urtheil erhielt, daß Nassau an ihn die Städte Bockenheim und Altsaarwerden als metzisches Lehen zurück geben, die sämmtlichen Dörfer aber als frey eigene Stücke behalten solle. Lothringen bemächtigte sich hierauf mit bewaffneter Hand der ganzen Grafschaft; gab aber in einemimJabre ,6§y aufdcm Reichs, tage gestifteten Vergleiche alles, bis aus 6 Saarwer- S aatze k Altsaarwerden»nd Bockenheimaii Nas- sau zurück. Vo» diesem naffüuischen Antheile, an der Grafschaft Saarwerde», welche jährlich 27000 Gulden eintragen soll, hat Nassau- Saarbrück- Saar- brück in einer im Jahre 174F vorgenommenen Theilung H, und Nassau- Weilburg^ bekommen. In dem naffau- weilburgischen Drittel befinden fich die oben genannte» Salzquellen; welche aber vermöge cinesVergleichs mit Frankreich, nicht in Gang gebracht werden dürfen. Frankreich zahlt hingegen an Nassau- Weilburg jährlich eine Summe Geldes, und liefert von seinen na- he gelegenen Salzwerken eine gewisse Menge Salzes, welches der Fürst sei- »cn Unterthanen für einen gewissen Preis überläßt. Saal werden(Alk), die ehemahlige Hauptstadt der eben beschriebenen Grafschaft Saarwerden, welche diesseit der Saar liegt, und jetzt zu Lothringen gehört. Saarwerden(Neu), eine mit Anfang des i8>en Jahrhunderts neu angelegte Stadt Bockenhcim gegen über im nassan- weil- burgischen Antheile an der Grafschaft Saarwerden, dessen Hauptort fie ist. Saatz, Zatetz, eine königliche Kreisstadt am Flusse Eger im eigentlichen Saatzer Kreise in Böhmen. Sie liegt auf einer Höhe, hatschöne Vorstädte, brauctein starkes Bier, und treibt großen Handel mit Hopfen nach Sachsen und Bayern. Im Jahre t/iZ wurde hier die erste Wassermühle in ganz Böhmen angelegt. Im Jahre»767 erlitt die Stadt einen großen Brandschaden, welcher drey Vicriheile der Stadt verzehrte, und bald daraus brachte auch das ausgetretene Wasser des Egerflustes großen Nachtheil. Saatzer KreiS, zwey von den sechzehn , Theilen, i» welche das Königreich Böhmen eingetheilt wird, welche den ei. gentlichen Saatzer Kreis, und den Saa- Ker Kreis Eliibogtier Antheils ausma- Saba Sabbaburg chcn, mit welchen jetzt auch der eger« sche Bezirk vereinigt ist. Sie liegen um die Eger, und an den meißnischen Gren» zen, und wurden ehemahls eine Zeit lang von besondern Prinzen aus der przemyslischen Familie, unter dem Nahmen eines Herzogthums beherrscht. Der Hopfen, welcher hier wächst, wird für den besten in Böhmen gehalten, und an Getreide ist diese Landschaft auch sehr fruchtbar. Schon ehemahls, als der Ackerbau noch nicht stark getrieben wurde, war man der Meinung, daß eine einzige gute Ernte im Thale Lautschke, welches im Mittelpuncte des Lande- liegt, ganz Böhmen ein Jahr lang ernähren könne. Das Elnbogner Gebieth, welches gute Berkwerke, feine Porzellanerde und warme Bäder hak, ward im Jahre 1714 mit dem Saatzer Kreise verbunden. Im Jahre 1771 zahlte man in dem eigentlichen S atzer Kreise 28 Städte, i Marktstecken und46L Dörfer; in dem Elnbogner Antheile aber 2y Städte, L Marktflecken und Z4r Dörfer. Sada, eine von den kleinen antillischen Inseln in Mittelamerika, welche zu den caraibischen gehört, in der Nachbarschaft von Eustaz oder St. Eustache liegt, und den Holländern gehört. Im Jahre 178 t ward fie von dem englän« dischen Admiral Rodney erobert. Saba, vor Alters die Hauptstadt der Könige von Jemen»der des glücklichen Arabiens, von welcher man heut zu Tage nur noch die Ueberrcste in der Gegend der gleichfalls»erwüstetenStadt Morib in derLandschaftHadramaut stehle Sabalschie Tungufi, s. Lnngusen. Sabbaburg, im gemeinen Lebe» Zapfen- burg, ein Amt und fürstliches Jagdschloß im ReinharöSwalde in der Landschaft an der Diemel in Niederbeffen im oberrheinischen Kreise, welche dem Landgrafen von Hesscncassel gehöre». Sabbiek Sabina Sabivneell» Hier Ist eine fürstliche Stuttercy. Das Jagdschloß Sabbabvrg liegt auf einem hohen Berge, und von demselben aus ist durch den Wald eine gerade Allee bis nach Frommershausen gehauen, welche von hier aus bis Caffel durch ge. pflanzte Bäume etwas krumm fort ge. setzt worden ist. Sabbäer, eine christliche Seele, welche an den persischen Grenzen wohnt, und die man auch Johannischristen nennt, weil sie besonders diesen Apostel verehret. Sie hat vier Sacramente, nähmlich die Laufe, das heilige Abendmahl, die Priesterweihe und die Ehe, menget im Ganzen genommen die christliche, jüdische und heidnische Religion unter rinander, und verdienet auch in der That mehr den Nahmen der Heiden als der Christen. Sabbararianer oder Sabbathisten, ein Zweig der Anabaptisten, welcher behauptet, der Sabbath der Juden sey niemahls aufgthoben worden, und müsse folglich eben so gut von den Christen als von den Juden zum Andenken der Schöpfung und der Erlösung aus der ägyptischen Dienstbarkeit gcfcycrt werben. In Pensylvanic» hallen sich viele Sabbatarianer auf. Sabia, Capo dl Sabia, ein Vorgebirge am Golf» di Sidra im Königreiche Tripolis in Afrika. Sabina, eine Landschaft im Kirchenstaate in Italien, welche gegen Osten an Abbruzzo» und gegen Norden an das Herzvgthum Spolcto grenzt. Gegen Süden und Westen wird sie von den Flüssen Tiber und Teveron eingeschlossen, die sie von dem Palrimoninm Petri und von Campagna di Roma scheide». Diese Provinz hat den Nahmen von den Salutiern, deren Land aber auch einen Theil des jetzigknHrrzogihuiiisSpolrlo begriff. Sabivncello, eine Halbinsel im rsgusa- «lifchen Dalmatien, welche m>« frucht- SableS x- baren Weinbergen unb Gärten umgeben ist,«nd auf welcher der Adel der Republik Aagusa schöne Landhäuser besitzt. Sie hat ungefähr 10 Meilen im Umfange, und in ihrer Nachbarschaft befindet sich der Canal von Sabionecllo oder Sragno, der ein Stück vom Golfo von Venedig ist, und zwischen der Insel Milel und der Spitze von Sabionecllo liegt. Sabionella, ein Fürstenthum und kleine Stadt mit einem festen Castelle zwischen dem mantuanischen und crcmsnischen Gebiethe in Italien, welche nebst dem Herzog,hume Guastalla dem spanischen Jnfanten Don Philipp, als Herzogvon Parma und Piacenza, gehören. Stach dem Absterben der Fürsten von Sabio- nelta wurden ihre Güter im Jahre>689 als ein kaiserliches Lehen eingezogen, nnd der Kaiser Joseph I. belehnte im Jahre 1708 den Herzog von Guastalla mit diesem Fürstenlhnme. Als dieser im Jahre 1746 ohne Erben starb, kam eS wieder an das Haus Oesterreich; worauf cS durch den Aachncr Friede» vom Jahre 1748 dem oben genannten Jn- fanlen abgetreten wurde. Sable, eine Stadt an der Sorte ln der Landschaft Maine in Frankreich. Sie hat ein Schloß und 2 Pfarrkirchen, und war ehemahls fest, und führte den Titel eines Marqnisaks. Sable. ein Fluß in Canada in Nordamerika, welcher einer der ansehnlichsten unter den Flüssen dieses Landes ist. verschiedene starke Wasserfalle hat,und gegen Loo Fuß breit ist. Ungeachtet sei. «er Breite können ihn Personen, welche sich auf dem Meere befinden, doch «lichtscheu, weil eine Insel vor seinen» Ausflüsse liegt. Sable, Jsle de Sable, Sandinsel.eine Insel auf dem Meere von Canada in Nordamerika, welche sehe b»qukM zur Fischrrey liegt. Sabor Sabugal Sachse» 8 Gab les Sables d'Dlonne(lcs), eine Stadt am Meere in Niedcrpoitou in Frankreich, welche einen kleinen Hafen hat, und der Sitz einer Admiralität ist. Mansin- det hier s Pfarrkirchen, und bis zur Revolution gab es hier noch ein Prio- rat und drey Klöster. Die Einwohner sind gute Seeleute. Savola, einMarkiflecken mit eincmSchlos. se im orbaischcn Stuhle in Siebenbir- gen. Er gehört den Grafen Mikcs und Kalnoki, und in den Bergen seiner Gegend wird Steinsalz gefunden. Saboloeie, ein Städtchen in der Woiwodschaft Sieradz in Gcoßpohlen. Saboltscher Gespanfchast, eine Landschaft in Dbcriingarn, welche iZ bis 16 Meilen lang, aber nur Z bis ic> Meile» breit ist. Das ganze Land ist eine weite und überaus fruchtbare Ebe. ne, welcher nur der Wein, welcher in den benachbarten Gegenden so vortrefflich gedeihet, aber hier durchaus vermißt wird, abgebet. An gutem Wasser ist hier im Ganzen genommen ebenfalls Mangel. Die hiesigen Einwohner sind größten Theils Ungarn; doch werden auch Russen unter denselben gefunden. Uebrigens hat die Gespanschaft ihren Nahmen»on der ehemahls ansehnlichen Stadt und Schlosse SzaboltS, welche jetzt nur ein geringer Dct ist, der seine Benennung wieder dem alten ungarischen Heerführer SzaboltS zu verdanken hat. Sabon, eine kleine Insel auf dem indischen Meere, nicht weit von der Insel Sumatra in Asien. Sabon, ein kleines Königreich nebst einer Stadt gleiches Nahmens, an der Küste von Guinea in Afrika. Sabor, eine kleine und offene Stadt im grünbergschen Kreise im Fürstenihume Glogau in Schlesien, welche der gräfliche» KoSlischen Familie gehört, und ri'.e evangelische Kirche bat. Das Dorf Gabor, mit dem Zunahmen am Hammer, gehört zu der Stadt Gabor, liegt an der Oder, und bey demselben ist ein Grenzzoll von allen zu Wässer ein-und ausgehenden Sachen. Sabugal, ein Flecken am Flusse Coa in der Landschaft Beira in Portugal, welcher zwey Pfarrkirchen hat. Saccania, der Nahme einer von den vier Landschaften, in welche heut zu Tage Morea, oder das alte PelopouneS eingetheilt wird. Sie liegt oben an der Landenge von Kocynlh, an dem Meerbusen von Lepanto und Engio, und begreift die Gegenden, die ehemahls zu Korynlh, Sicyan und Arios gehörten. Sacco, ein großes Dorf an der Elsch, in den so genannten welschen Constnien der gefürsteten Grafschaft Tycol, in dessen Nachbarschaft man noch die Spuren eines entsetzlichen Bergfalls sieht, welcher, wie Einige glauben, die alte Stadt Lagaris verschüttet haben soll. Sachsa, eine kleine Stadt am Harpe in der Grafschaft Kletteiiöerg im vbersäch- sischen Kreise, bey welcher Eisenstein gegraben, und grüner, brauner und rother Marmor, wie auch Achate gefunden werden. Sachscha, f. Jsaczr. Sachsen, ein altes«nd streitbares Volk in Deutschland, welches Anfangs an der cimbrischen Halbinsel im heutigen Holstein, Ditmarsen und Siormarn wohnte; nachher breitete cS sich dicsseit der Elbe an der Nordseeküste nach dem Rheine hinaus. Die an den Küsten wohnten, waren wegen ihrer Tapferkeit und Geschwindigkeit berühmte Seefahrer. Durch die Verbindung mit den Angeln, Chancen, Anariraniern, Cherusker» und andern Völkern, wurden sie in der Folge eins von Deutschlands Hauptvölkern, und stritten mehr um Freyheit als um Ländergewinn. Mit diese» deutschen Hauptvölkern hatten eS die Römer, seit der Mitte des dritte» Sachse» Jahrhunderts bis zum Umstürze des abendländischen Kaiserthums zu>h»i>. Diese wurden öfters aus verschiedenen Seilen von allen zugleich angegriffen, und dadurch gezwungen, Einigen den Frieden abzukaufen, um gegen die An. -er» mit Nachdruck agiren zu können. Im fünften Jahrhunderte gieng eine große Anzahl der Sachsen unter -er Anführung der beyden Brüder Hengst und Horst, unter dem Nahmen der Angeln»ach Britannien über, und errichteten daselbst sieben Königreiche. Die klebrigen verbreiteten sich durch ganz Deutschland, vertriebe» in späteren Zeiten nebst den Franken die Thüringer, und erhielten zur Belohnung einen ansehnlichen Theil dieses Landes. Mit Carl dem Großen führten sie Z2 Jahre lang Krieg, und mußten sich ihm endlich nach Bezwingung ihrer Heerführer Wittekind und Alboin zu Anfange des 91«» Jahrhunderts unterwerfen, und zugleich die christliche Religion annehmen. Eine Zeit laug waren den Sachsen gleich andern deutschen Völkern kaiserliche Abgeordnete vorgesetzt, woraus sie Herzoge erhielten. Sachsen, ein Churfürstenthumin Deutschland, dessen Lande größten Theils im »bersachsischen Kreise liegen. Es grenzt gegen Norden an das Churfürstenthum Brandenburg, an das Fürstenlhum Anhalt, und Herzogthum Magdeburg; gegen Osten an Schlesien; gegen Süden an Böhmen und Franken; und gegen Westen an Hessen und das EichS- feld. Die chursächsischen Lande bestehen aus dem Herzoglhume Sachse», dem größten Theile des MarkgrasthumS Meißen, einem Theile des VogtlandeS, und der nördlichen Halste der Land- Grafschaft Thüringen. Die Lausitz, und Las chursürstliche Antheil an der gefür- fteten Grafschaft Henneberg, gehören »icht zu dem odersächsischen Kreise; LlV.Band.) Sachse» 5 wohl aber die Grafschaft ManSfeld, vo» welcher das ChurhauS Sachsen den größten Theil besitzt, und ihre Beschreibung ist unter ihren eigenthümlichen Nahmen zu suchen. Alle diese jetzigen Lande des Churhauses Sachsen zusammen genommen, betragen ungefähr 729 geographische Ouadradtmeilen, und sind mit dem ganzen schwäbischen Kreise, und mit Ostpreuffen von gleicher Gtöße. Wenn man aber die Größe der zum obersächsischen Kreise gehörigen Lande allein wissen will, so muß man die Lausitz die etwa iZo Quadratmeilen ausmacht, und das Antheil an Hennebrrg, welches nur einige Meilen beträgt, von obiger Summe abziehen, da dann für jene ungefähr F4Ü geographische Ouad- ratmeilen übrig bleiben. Dieses Land ist an Produclen jeder Art gesegnet; denn Sachsen gehört unter die vorzüglichsten Länder Deutsch. landS, welche mit allen denjenigen Erzeugnissen versehen sind, die zum Flor« eines Landes, zum Wohlstände seiuer Bewohner, zur Erweckung und Beschäftigung des Kunstfleißes in allen nützlichen Gewerbe», und zurBcförde» rung des Handels erfordert werden. ES hat in vielen Gegenden einen reichen Zuwachs an allerley Getreidearten, Hülsenfrüchten, Gartengewächsen und Baumsrüchten, und man bauet Hopfen, Flachs, Hanf, Tabak, Rübesaat, Küm- mel, Coriandcr, Anis, Saflor, Waid und Wein. Es sind ansehnliche und einträgliche Wälder vorhanden, und man macht auch Pech, und eine große Men. ge Kohlen. In Meisten sind die Mineralien von großer Wichtigkeit, und ihre Aufsuchung Bereitung, Bearbeitung und Ausfuhr machen die vornehmsten Nahrungsmittel des Landes aus. Die hiesige Porzellanerde ist vortrefflich; die Ziegel-und Walkererden, welche hin und wiedergefunden werde««, sind sehr gut- Sachsen Sachsen tv unb man hat auch viclerley schöne Far« benerden. Guter Schiefer, vielerley ^ schöne Marmorarten, Alabaster, Sex» peniinsteia, fast alle Edelsteine, als Diamanten, Topase, Hyacinthe, Ru- ^ bine, Granate, Amc-Hyste, Sapphiere, und Qpale, verschiedene Achate, als Chalcedonier und Earniole, nicht weniger auchJaSpiß, und sehr gute Sand. und Quadersteine werden auch angetrof» fen. Man bereitet Vitriol und Alaun. Salzquell-n find an einigen Qrken, aber nicht zulänglich, vorhanden, und man hat an verschiedenen Orten durchsichtigen und undurchstchtigen Bernstein» ausgegraben. An Steinkohlen und Torf ist kein Mangel. Man bereitet sehr schönen Schwefel, und Zinober und Quecksilber sind gleichfalls vorhan» den. Unter die hiesigen Haibmetalle gehört Spießglas, Wismutb Arsenik und Kobalt, aus welche», letzter» in großer Menge blaneSchmalte oder Farbe gemacht wird, die vorzüglich gut und beliebt ist, weit und breit ausgeführt wird, und diesem Lande fast eben so viel Vortheil bringet, als seine beträchtlichen Silberbergwerke. Die Kupfer- Zinn- Bley. und Eiseubergwerke sind auch erheblich, und vornehmlich ist das hiesige Zinn von besonderer Güte. Man hat in vielen Gegenden gute Hornvieh. Pferde-und Schafzucht. Zur Verbesserung der letzte» hat man Schafe und Schäfer aus Spanien kommen lassen. Wildbret ist häufig vorhanden, und an Salpeter: Sauerbrunnen»nd mineralischen Quellen hat Sachsen ebenfalls keinen Mangel. Die hiesigen vorzüglichsten Flüsse sind die Elbe, Saale, Mul- de, Elster, Unstrut, Jlm, Pleise, Spree, Neisse und der Queis. Diese Flüsse s» wohl, als die Bäche und Lei. che, liefern allerley Fische, und in der »ortläiidischen oder so genannten weißen Elfter werden Perlenmuscheln gefunden, beren schöne Perlen zum Theil die Größ« der Kirschkerne haben, die öfters der. morgenländischen nichts nachgeben. Sachse» ist wohl bewohnt und bebauet; denn die eigentlichen Churlan- de enthalten LiL Städte und z6 Flecken, und im Jahre 177L zählte man in denselben l,Zo6,6ZZ Menschen, wel- stch insgesammt, das chursurstlichc HauS und einige tausend Personen ausgenommen, zur evangelischen Religion bekennen. Die Wissenschaften blühen in diesem Lande, und die Buchdruckereyen sind nirgends häufiger, und der Buchhandel nirgends ansehnlicher, als zu Leipzig. Die Universitäten zu Leipzig und Witieiiberg haben ihren alten Ruhm erhalten und vermehrt. Zu Leipzig givt es Gesellschaften der freyen Künste und der deutschen Sprache, und zu Meis« sen, Pforte und Grimma findet man Fürsten-oder Landschulen. An Gpmna» sien und guten Schulen ist kein Mangel. Diese zahlreichen«nd wohleinge- richteien Anstalten erleichtern und befördern die Erlernung und Aufnahme der Wissenschaften ungemei», und verschaffen viele geschickte, gelehrte und berühmte Männer. Die Bergwerks» Wissenschaften werden hier mit Recht für so wichtig gehalten, daß seit dem Jahre ,765 eine eigene Akademie für dieselben errichtet worden ist, in welcher die Aküdemisteii zu sächsischen Berg. und Hüttendicnste geschickt gemacht, umsonst unterrichtet,»nd auch durcht Stipendien unterstützt werden, um durch Reisen im Lande unb ausserhalb desselben sich noch brauchbarer zu machen. Die Geschicktesten unter ihnen erhalten auch besondere Prämie» in eigenen Hierzu geprägten Medaille». Nützliche und schöne Manufacture» und Fabriken find häufig vorhanden. Es wird außerordentlich viel Garn ge. Sachsen Sachse« 4a spönnen und Zwirn gebleicht; man we. bel grobe und feine Leinwand, macht Zwillich, WachSleinwand, und verfertige Spitz-», Band, Borten und Pa- vier. Das Meißner Porzellan ,st durch ganz Europa berüdmt, und auch in den andern Haupliheileu des Erdboden- bekannt. ES werden schöne Gläser und Spiegel, und au- Serpenlinstein al. lerlep Sachen gemacht. In vielen Orte» werden die Farbencrdcn, sauren Salze und festen Halbmelalle geläutert, und zu allerley Gebrauche zubereitet. Das Eisen wird zu schwarzem und weißen, Blech, wie auch auf andere Wei. se verarbeitet. Man bereitet Stahl, Messing und Tombak, und verarbeitet auch diese Metalle. Gold. und Sil. bcimauufacturen sind auch vorhanden. Baumwolle, Wolle und Seide werden zu Schnupf- und Halstüchern, Kanne- faß, Nesseltuch, Barchent, Tücher», Friesen, Flanellen und vielerley andern Zeugen und Stoffen, Sammet Ptusch uud Strümpfen verarbeitet. Handschuhe, Mützen und Hüte wer. den auch verfertigt. Die Schönfär» bereyen sind vortrefflich, und e- werden auch schöne Tapeten gemacht. Mit diesen Manufakturen so wohl, sinnt verschiedenen natürlichen Gütern wird ein wichtiger Handel in auSwär- tige Länder getrieben. Die Einkünfte de- Churfürsten von Sachsen betragen von seinen sämmtlichen Ländern gegen 9 Millionen Gulden, und seine Kriegsmacht besteht gegenwärtig bey- nahe au« LKvoo Mann regelmäßiger Truppen. Die gesammten Churlande sind in sieben Kreise abgetheilt, welche»ach ihrer Rangordnung sind: der Cbur- kreil, der thüringische Kreis, der meißnische Kreis, der Leipziger Kreis nebst dem Stifte Würzen, der erzgebirgische Kreis, der»v-lläudische Kreis, und her «eustäbtischc Kreis. Hierzu kommen noch zwey Stifte, nähmlich Merseburg und Naumburg Zeitz. Die sächsische Länder- und Regeuten- gcschichre, die noch Beziehung auf die jetzt regierende» Häuser und deren Lau- deSbesitzungen hat, fängt sich eigentlich mit dem Ende des»Ltcn Jahrhundert- an; denn die alten Sachsen, die zu Anfange des Zlcn Jahrhunderts aus dem Holsteinischen sich weiter herein nach Deutschland zogen, hielten sich mehr in Niedersachscn und Westphalen aus, nnd die jetzigen eigentlichen sächsischen Länder waren von andern Völkern bewohnt. Erst in den spätern Zeilen vertrieben die Sachsen in Gesellschaft der Franken die Thüringer, und erhielten eine» ansehnlichen Theil ihre- Landes. Nachdem sie Carl der Große besiegt hatte, wurden ihnen erst kaiserliche Abgeordnete, und nachmahls Herzoge vorgesetzt. Einer der ersten und berühmtesten war Otto der Erlauchte, der viele Besitzungen indem alten Sachsenlande und in Thüringen halte. Er sollte Kaiser werden, lehnte über diese Würde wegen seine- Alter- von sich ab. Sein Sohn Heinrich I. behielt das Herzogihum Sachsen, und ward zum Oberhaupte der Deutschen gewählt, welche Würde auch dessen Sohne, Otto dem Großen, zu Theil ward. Dieser ernannte den Grafen Hermann Billung zum Statthalter im Her» zogthume Sachsen, wovon derselbe hierauf den Titel eine- Herzog- führte. Seine Nachkommen blieben in dieser Würde. Der letzte unter denselben war Herzog Magnu«, mit dem der billung. sche Mann-stamm im Jahre> ro6 auS- starb. Kaiser Heinrich V- gab hierauf da- Herzogihum dem Grafen Lüdee von Snppiinburg, und als dieser Kaiser ward, erhielt er der Herzog von Bayer», Heinrich der Stolze. Heinrich verfiel in die Reichsache. und ward sei- B-r 12 Gach fe« «er Länder verlustig erklärt. Db sich gleich sein Sohn Heinrich der Löwe in, Herzogihume Sachsen zu behaupten glaubte, so mußte er doch endlich Ber- zichtdaraufthun, und Bernhard, Graf von Anhalt oder Ankamen, bekam zu Auegange des zwölften Jahrhunderts einen Theil von demselben. Bernhard Hatte seine Güter in der Gegend des jetzigen ChurkrciseS, und zog sich daher auch dahin. Von seinen Söhnen ward Albert der Anherr der nachfolgenden Herzoge von Sachsen askanischen Gtam. mes merkwürdig. Thüringen war in den ältern Zeiten ein eigenes Königreich, warb von den Franke« und Sachsen bezwungen, erhielt dann Herzoge und Markgrafen, und im rsten Jahrhunderte Landgrafen. Meisten hatte vom Aten Jahrhunderte an Bewohner slavischen Herkommens, nähmlich die Sorben. Heinrich I. bekriegte und bezwäng sie im roten Jahrhunderte; woraufer imJahrey22 am Bache Meisse eine Burg oder Fe- jlung anlegte, und das Land einem Markgrafen übergab, der sich in der Folge diese Würde erblich machte. In der Mitte des i2ten Jahrhunderts kam die Markgrafschaft Meissen an die Gra- fen von Wetti», die zugleich die Lausitz besaßen, und diese sind die Stammvater des jetzigen Chur-und fürstlichen Hauses Sachsen. Markgraf Heinrich der Erlauchte kam nach Absterben Hrin. richs Raspo, Landgrafen von Thürin- gen, im Jahre 1247 r»ni Besitze der Landgrafschaft Thüringen, und verband dieselbe mit Meisten. Beyde Lande hatten nun einen gemeinschaftlichen Dberherrn, der endlich im iLten Jahr- Hunderte auch zur Churwürde und zu dem Herzogchume Sachsen gelangte, indem im Jahre 1422 mit dem Chur. fürsten Albrecht HI. der herzogliche aS- rsmsche Stamm von Sachsen««sstarb. Sachs«« Friedrich der Streitbare war um diese Zeit der Beherrscher der Markgrafschaft Meissen und der Landgrafschaft Thu. ringen. Er hatte dem Kaiser Siegmunh im Hussitenkriege wichtige Dienste geleistet, und erhielt dafür im Jahre 142^ die Churwürde und das Herzogthum Sachsen. Zwischen seinen Söhnen Friedrich dem Sanftmüthigen und Wilhelm entstand ein langwieriger Krieg über die von ihm unternommene LaudeStheilung. Des erster» Söhne Ernst und Albert brachten die Chur- und Erbländer wieder zusammen, und theilten dieselbe» im Jahre 7435 dergestalt, daß Ernst, der Stifter der ernestinischen Linie, baS Herzogthum Sachsen oder den jetzige» Churkreis, und das Meiste von Thüringen, Albert hingegen, der Stifter der albertinischen Linie,»cn größten Theil von Meissen erhielt. Eensts Söhne, Friedrich der Weife und Johann der Beständige, regierten gemeinschaftlich; wiewohl der Aeltere die Churwürde voraus behielt. Nach Friedrichs desWei- fen Tode fielen die sämmtlichen Lande dieser Linie feinem Bruder Johann dem Beständigen zu, und von-iefem erhielt sie Friedrich der Großmüthige, der aber nach der unglücklichen Schlacht bey Mühlberg im Jahre 7^47 die Chur. würde dem Herzoge Moritz von der al. berlinischen Linie abtreten mußte. Bon dieser Zeit au ist die Chur Sachsen bey der albertinischen Linie geblieben. Bon Albrcchten, dem Stammvater der jetzigen Churlinie, kamen die dieser Linie' zugetheilten Länder im Jahre ,Foo an Herzog Georg den Bärtigen. Georgs Söhne waren vor ihm gestorben; daher erhielt„ach dessen Tode sein Bruder Heinrich im Jahre iFZy die Regierung jämnitlicher Lande. Don diesem kamen sie im Jahre lL4> an Herzog Moritzen, der im Jahre 1^47 die Chur Sachse» au die albertinische Linie brachte. Er Sachs«« starb im Jahre iLLZ»»beerbt, und sein Bruder August folgte ihm in der Regierung. Dieser brachte einen Theil der Herrschaft Henneberg an das Land, und vereinigte die Stifte Meisten, Maumburg und Merseburg mit dcuiscl. ben. Seine Nachfolger, Christian l. und Christian II., regierten, ersterer von, Jahre iLgü bis zum J ahre izy,, letzterer vom Jahre iFyi bis zum Iah. re i6ai; dann kam Georg I. zurChur und Regierung sämmtlicher Lande. Wegen der im Zojährigen Kriege zu Gunsten des Kaisers verwendeten Kriegskosten erhielt er die beyden Lausttzen, deren Besitz ihm in dem wcstphälischcn Frieden bestätigt ward. Seine vier Söhne theilten, nach dem Inhalte eines von ihrem Vater errichteten Testaments, sämmtliche Lande in vier Lande, und stifteten zugleich vier Linien, nähmlich die Churlinie, die merscburgische, zci- zische und weiffenfelsische Linie, die aber bald wieder ausflarben. In der Churlinie folgte auf Georg!. Johann Georg II, III, IV., der im Jahre 1694 starb, und seinem Bruder, Friedrich August!., die Regierung überliest. Im Jahre 1697 ward Friedrich August I. Königin Pohlen, und regierte bis zum Jahre i/ZZ. Sein Sobn Friedrich August II.. und als König vonPvhlen August III., folgte ihm in der chur- furstliche» und königlichen Würde. Nach dessen Absterben erhielt im I. 176Z sein Sohn Friedrich Christian die Chur, und nachdem in der Zwischenzeit die andern drey Nebenlinien ausgestorben waren, sämmtliche schon damahls damit verbundene Lande. Noch in dem nähmlichen Jahre starb Friedrich Christian, und sein ältestecPrinz.FriedrichAugnst III., übernahm die Landesregierung, die während seiner Minderjährigkeit der Prinz Raver administrirte, i,„ Jahre 1768, «nd hat seit dem sein Sachsenland durch Sachse« iz weife Anstalten, durch Sparsamkeit und sorgsame Gewerbbclebung schnell wieder aus der Zerrüttung erhoben,in die eS zuvor durch Kriege und lästig drückenden Aufwand verfallen war. Sachsen, Churfürst von Sachsen, einer von den jetzigen acht Rcichsfürstcn, die das Recht haben, das Oberhaupt des deutschen Reiches zu wählen, welcher des römischen Reichs Erzmarschall ist, und deßwegen, außer dem Tuel,zwey kceuzweis über einander gelegte Schwerter im Wapen führt. Unter den Churfürsten überhaupt ist er der sechste, »nd unter den weltliche» besonders der dritte. Wegen der den Cburlanden anklebenden Pfalzaraffchaft ist er, wenn das Reich kein Oberhaupt hat, in den Landen dcS sächsischen Reichs, und in andern in solches Vicariak gehörigen Gegenden Vicarius des Reichs. Auf den Reichstagen, und bey ander» fcyer- lichen Gelegenheiten, trägt er dem Kai. scr das Reichsschwcrt vor, reitet bc» der Krönung in einem Haufen Hafer, und füllt damit ein silbernes Maß voll. Wenn Chursachsen aufden Reichstagen zugegen ist, so übcrschickt Chur- maynz deinselben die Citationszettclzur Reichsversammlung, die derselbe hierauf dem Reichserbmarschall zusendet, »m die Zusammenberufung der Churfürsten und andern Stände zu veranstalten. Er weiset auf den Reichstagen den Churfürsten, oder ihren Gesandten durch feinen Erbmarschall dieOuar- tiere an, durch welchen er auch andere Anstalten, wegen der Lebensmittel und Sicherheit, macht; hat, so lange die Reichstage währen, die Gerichtsbarkeit über alle churfürstUchen und und anderer Reichsstande Bedienten, auch in Criminalsachen; hat ferner, wenn das churmaynzischc Direktorium erledigt ist, das Direktorium aus dem Reichstage, und die Schutzzcrechti-keik Sachsenlanen 1-4 Sachse« über die Reichsstadt Mühlhausen, im» gleiche,> über alle Trompeter im ganzen röi'u che-. Reiche. Zu Reichserbmar- schallen ha, er die Grafen von Pop. penhenn, welche wegen dieses AmlS auch die chursächsischen Schwerter im Wapen führen. Auf den Fall des Abgangs des psppenhrimischen Hauses haben die Grafen von Calenberg zu Muska in der Lausitz die Aiiivattfchaft auf dieses Reichserbawt bekommen. Sachsen, s Churkreis. Sachsenburg, ein Markt an der Drau in Dberkärnihen, welcher dem Erzbi- schose von Salzburg gehört. Bey demselben befinden fich drey Schlösser und ein fester Paß, und in der umliegenden Gegend wird viel Messing gemacht. Sachsenburg, eine kleine Stadt in der Herrschaft Waldeck im oberrheinischen Kreise. Sachsenburg, ein altes Bergschloß und Amt an der Tschopa im erzgebirgischen Kreise im Churfürstenthume Sachsen. Dieses Amt ist mit drm Amte Frankenberg vereinigt. Gachsenburg, ein Amt, Schloß und Paß am Fnßb des Berges Finne im thüringischen Kreise im Cburfürstenihume Sachsen. Das alte verfallene Schloß diesc- Nahmens liegt nicht weit davon aus dem Berge, soll zurrst von den Sachsen ange, legt worden seyn, und ist mit unter den thüringischen Schlössern, welche Kaiser Rudolph von Habsburg schleife» ließ. Sachsenhagen, ein mäßiges Städtchen und Amt in der Grafschaft Schauen- burg Im westphälischen Kreise. Von dem hiesigen alten Schlosse ist nur noch ein viereckiger Thurm übrig. Ehemahls gab es hier zwey Salzbrunnen. Sachsenhausen, s. Frankfurt am Mahn. Sachsenhausen, eine kleine Stadt in der Grafschaft Waldeck, im oberrheinischen Kreise. Eachsrnlauenburg, s. Lauenburg. Sacille Saerista« Sacille, Lncillum, ein Städtchen am Flusse Live»;,, im venelianischen Friaul, welches vor Alters ein bischöflicher Sitz war. Sacrament, ein aus dem Lateinischen entlehntes, und durch die christliche Religion auch in die deuische Sprache gekommenes Wort, welches einen verschiedenen Umfang der Bedeutung hat. i) Bey den heidnischen Römern bezeichnete dieses Wort eine jede feyerliche Handlung, durch welche etwas geheili. gek, und zu einem gotiesdienstlichen Ge- brauche gewidmet wurde; ja ein jedes feyerlichcS Unterpfand, zum Beyspiele der feyerliche Eidschwur der Soldaten, ü) In den ersten Jahrhunderten des Christenthums nannte man theils ein jedes Geheimniß, theils auch alle Bilder und sinnbildliche Zeichen göttlicher und geistlicher Dinge Sakramente. Z) In den folgenden Zeiten schränkte mandas Wort näher ein, und belegte nur gewisse äußere Handlungen, so fern sie als Erwerbnngsmittel der göttliche« Gnade angesehen werden, mit diesem Nahmen; und so hat die katholische Kirche sieben Sacramente. 4) Die Protestanten schränkten dieses Wort bey der Reformation noch mehr ein, und bey ihnen ist das Sacrament eine von Gott ausdrücklich bcfohlne äußere Handlung, in und bey welcher vermittelst äußerer sichtbarer Zeichen geistliche Güter dargereicht werden. In diesem Verstände gibt es bey den Protestanten nur zwey Sacramente, nähmlich die Taufe, und das Abendmahl. Sacramenlierer, ein Nahme, welchen man im sechzehnten Jahrhunderte denjenigen gab, welche in de^ Lehre von dem Abendmahle Irrthümer hägten, besonders denen, welche die Gegenwart Christi in dem Abendmahle läugncten. Sacristan, ein aus dem mittlern Latein entlehntes Wort, welches in einige» Ssf« Säe ley Gegenden denjenigen bezeichnet, Lee die Aufsicht über die Sacristep, und die darin befindlichen gottesdicnftlichen Gerächschasten hat; der Kirchner, Küster.. Sacristep, ein Zimmer oder Behältniß in den Kirchen, worin die gotleSdienst- lichen Geräihschaften aufbewahrt wer- den, und in welchem dir Geistlichen die goltesdienstlich« Kleidung anlegen. Sadava, ein mit Mauern umgebener Flecken im Königreiche Aragouie» in Spanien. Sadraspatnam, eine volkreiche Stadt am Flusse Sadrasaufdermalabarischen Küste Coromandel in Ostindien, welche den Holländern gehört. Sie liegt Zv Meilen von Tranqnebar, nnd 6 Meilen von MadraS, und dec Holländer haben hier eine Faclorey. Sabye, 8nedojum, ein Städtchen mit einem kleinen bequemen Hafen im Cat. tegat an der Ostsee im Stifte Aalborg im Norbjüiland in Dänemark. Seine Einwohner treiben beträchtlichen Handel mit allerley Landesproducken. Säkularisieren, geistliche Güter und Stif. tiiiigen iu weltliche verwandeln. Säldenhofen, ein landesfürstlicher Markt an der Drau im Cillyer Kreise in Untersteyermark, welcher ein Schloß hat. Sännegk, eine alte Herrschaft im Cillyer Kreise in Uutersteyerwark, deren ehemahlige Herren Grafen von Cilly wurden. Säter, eine mäßige Stadt am See Liniier in der Provinz Thailand in Schweden. Hier war ehemahls eine Kupfermünze, wo vieles Kupfergeld geprägt ward. Sacta, ein Vorgebirge an der südlichen Küste von Calabria olrra in Neapel. Sofa, ein kleiner Ort, unweit Mecca im steinichtrn Arabien, welchen die Ptl- ^er häufig besuchen,«eil sich Hagar Safach, Saffl»r big hierher begeben haben soll, als sie für ihren Sohn Jsmael Wasser suchte. Safachs, oder Sfag-, ein Ort beym Golfs de Capes an der Küste von Tu- nis in Afrika, welcher nach neuer Art gebauet ist, und mitHhl und Leinwand handelt. Safarda, ein großer Fluß im Königreiche Fez in Afrika, welcher sich ins atlantische Meer ergießt. Saffenberg, oder Saffcnburg, eine un. mittelbare Reichshcrrschaft am Flusse Ahr im Churcölnischen, welche einem Grafen von der Mark gehört. Saffian, ein mit Sumach und Galläp« fetlauge gar gemachtes Kalb. Ziegen- ober Bocksleder, welches nachmahls roth, golb, oder blau gefärbt, und mit dem Krispelholze bearbeitet wird. Der Cor- duan gleicht dem Saffian sehr, nur daß er mit Gäcberlauge zugerichtet wird. Der Nahme stammt, so wie das Leder selbst, aus der Türkey her, und ist vielleicht mit dem Nahmen des Saf« franesverwandt, weil die Lüiken den gelben Saffian vor andern lieben. Saffie oder Azafia,«ine feste Handelsstadt mit einem Seehafen an der westlichen Küste des Königreichs Marocc» in Afrika, in welcher starke Handlung getrieben wird. Die Franzosen haben hier einen Consul, und hier halte» sich viel Dänen und Juden der Handlung wegen auf. Saffig, ein Städtchen und Schloß am Neftstusse zwischen Coblenz und Ander- nach im Erzstifte Trier. Es liegt nicht weit vom Rhein, und gehört der rhein- ländischen Familie von der Lcyen, von welcher sich eine Linie Freyherren von Saffig nennt. Saffior, in den blauen Farbenwerken eine Art Kobaltkalk von einer grauen und etwas rölhhchicu Farbe, welcher entstehet, wenn aller Wissmiitb und Arsenik durch das Feuer aus den K». zS Safflor Saga« ialterzen geschieden ist; besonders wenn man ihn zn einem seinen Mehlc gemahlen, und mit gewaschenen Kieseln oder geschlämmtem Sande vermischt hat. Aus diesem Safflore wird nachmahls durch Schmelzung die Schmälte oder.blaue Farbe bereitet. Safflor, eine Art der Bürstcnpflanze, welche z» den Distelgewächsen gehört, und deren Blumen eine sehr schöne hohe gelbe Farbe, wie der Sasfran, geben. Einige nennen sie, wiewohl mit Unrecht, wilden Sasfran, indem beyde Pflanzen sehr weit von einander unterschieden sind. In engerer Beden» tung werden nur die Blumenblätter in der Handlung Safflor genannt. Dieß Gewächs ist in Aegypten einheimisch, wird aber jetzt sehr häufig in Deutschland gebauet. Es hat eigentlich einen stacheligen Siängel, welcher durch die Pflege glatt wird. Der Nahme stammt so wie das Gewächs aus den Morgen- ländern her, und ist vermuthlich mit dem Wort« Sasfran verwandt. Sasfran, die rothgelbcn Blumenblätter, oder vielmehr die drey Narben der Staubwege von der Blume eines Zwiebelgewächses, welche von den Fär. bcrn, Mahler u. s. f. zu einer schönen hochgelben Farbe gebraucht wer. den, und dieses Gewächs selbst. Es wird in Spanien, England, Frankreich, Italien, Ungarn und Oesterreich häufig gebauet, und in Herbst» Sasfran und Frühlings- Sasfran getheilt. Saffronwalden, 5 Waiden. Safra, s. Zafra. Sagan, ein Fürsienthum in Niederschießen, welches gegen Osten und zum Theil auch gegen Süden an das Füe- stenthum Glogau, gegen Süden nur ein wenig an das Fürstenthum Jaucr, »m meisten aber an die Oberlaufitz, Legen Westen an die Niederlaufitz, und Saga» gegen Norden gleichfalls an das Her« zogkhnm Croffe» grenzt. Die Länge dieses Fürstemhums beträgt von Süden uach Norden sechs und eine halbe geographische Meile, die größte Breite aber acht dergleichen Meilen; jedoch ist es in den meisten Gegenden nicht über zwey, und im Nanmbucgischen kaum eine Meile breit. Es hak vief Holz, welches aber meistens aus Kiefern und Fichten besteht, eine Menge Wildbret, und viel Eisenstein. Der Boden ist meisten Theils entweder sandig, oder»hon. und lcimariig. Hier gibt es viel Obst. Der hiesige Hauptfluß ist der Bober, welcher es der Länge nach durchströmt. Die Einwohner dieses Fürstenthums, welches dem Fürsten von Lobkowitz gehört, bekennen sich zur katholischen und evangelischen Religion. UebrigenS steht es unter der königlichen preussischen Oberamtsregic- rung zu Glogau; und man zählt in demselben drey Städte, einen Markt, flecken, und hundertund vier und fünfzig Dörfer. Die Hauptstadt des Landes heißt ebenfalls Sagan, und liegt in einem angenehmen Lhale am rechten Ufer des Bobcrflnsses. Sie ist rings umher mit hohen Mauern und einigen Thürmen, und aus der nördliche» Seite mit einem Graben,, auf der südlichen aber mit einem Walle, doch ohne Basteycn, versehen, ungeachtet sie wegen der nahen Anhöhe z» einer Festung nach heutiger Art gar nicht taugt. Sie hat drey Thore, und in ihren Ringmauern zwey Märkte,^ drey und zwanzig große und kleine Gassen, Z6i Häuser, und ZLOO Einwohner. Rings um die Stadt gibt es Vorstädte, und vor jedem Stadtthore eine Begräbnißkirche, und ein Hospi- tal. An der südlichen Ecke der Stadt befindet sich ein wohl gebautes großes, doch nicht ganz vollendetes fürstliches Sagona Sagara Residenzschloß, welches der ehemahlige Besitzer der Fürstenthums Saga», Fürst von Wallenstein, zu bauen an. fing, Fürst Ferdinand August von Lob. kowiy aber in den jetzigen Stand fetzte. Die hiesige katholische Pfarrkirche ist ein ansehnliches Gebäude, bey welcher sich eine seit dem Jahre 1284 gestiftete Abkcy regulirter Chorherren St. Augu. stinerordenS befindet. Der Prälat die. feS Stifts ist der erste Stand des Für. steiiihuins Saga». Abt Johann Jguaz von Frlbiger, welcher sich durch die im Jahre 176Z angefangene Verbesse. rung der katholischen Schulen einen»n. sterblichen Nahmen erwarb, hat auch die SttstSgebaude nach dem siebenjährigen Kriege so verbessert, daß sie der Siadt aus der Nvrdvstseite ein gutes An ehe,, geben- Hier ist auch ein wohl gebautes Collegmm und Seminarium der ehemahligen Jesuiten, nebst einer lateinischen Schule, uud die Kirche der Evangelischen liegt vor der Stadt gegen Norden. Dir vornehmste Nahrung der Einwohner besteht in der Brauge» rcchtigkeit, und in Tuchmanufackuren, uud hier befindet sich auch ei» Kupferhammer. Uebrigens werden hier alle Wochen am Sonnabende ein anfebn. licher Getreidemarkt, und jährlich zwey Wollmärkte, und vier Jahr-und Vieh. märkte gehalten. Im Jahre 17ZO erlitt die Stadt großen Brandschaden. Sagara. eine kleine Seestadt in der Landschaft Belvedere in Morea. Sag», das zubereitete Mark deS Sagobaumes, welcher eine Art Palme mit gefiederten Blättern ist, und häufig in Ostindien angetroffen wird. Der Nahme, welcher auch Sagn oder Sego lau» tet, ist gleichfalls ostindisch. Sagona, eine verwüstete Stadt auf der Insel Corsica, die der Sitz eines Bis. thums war, und von welcher der Meer. Hufen, an welchem sie lag, noch den (IV. Band.) Sagres Sahay if Nahmen hat. Der Bischof»on Sagona steht unter dem Erzbischofe zu Pisa, wohnet gemeiniglich zu Calvi, und hat seine Kathedralkirche zu Vico. An dem eben genannten Meerbusen liegt dieLand» schaft Paomia, in welcher sich im Iah. re 1676 eine Anzahl Griechen, die von den Mainotten auf der Halbinsel Mo. rea, und folglich von den alte» Spartanern abstammen,»jeder ließ; die aber nach dem Anfange der corsischen Unru- Heu von den Corsen gezwungen wurden, sich entweder gegen die Republik Genua zu erklären, oder das Land zu räumen. Sie sahe» sich endlich zu dem letzter» genöthigt, und begaben sich im Jahre i7Z> nach Ajaccio. Im Jahre 1740 machten sie 812 Seelen aus, unter wel- chen 200 die Waffen tragen konnten. Sagres. ein kleiner befestigter Flecken auf einer Erdzunge im Königreiche Algarve in Portugal. Er hat einen guten Ha. fen. uud sei» Castell steht mit in dem königlichen Wapen. Sugtienay, eine Landschaft in Canada in Nordamerika, welche am Flusse gleiches NabmcnS liegt, der sich in den St. Lo. renzflnß ergießt. Die hiesigen französt« schon Colonien stehen so wie das ganze Land unter der Herrschaft der Eng. länder. Sagut, ein marartischcS Fürstenthuin in Hindostan in Ostindien. Sahagnu, ein mit Mauern umgebener Flecken am Flusse Cea, in der Provinz Leon, im Königreiche Leon in Spanien. Er hat ein Castell, y Pfarrkirchen und Z Klöster. Unter den letzten befindet sich ein Benedictinerkloster, in welchem vie- le königliche Personen begraben liegen. Sahar. eine Stadt in der Landschaft Ha. dramaut im glücklichen Arabien. Sahay, ein Kirchdorf, nicht weit von Frauenbcrg im Prachiner Kreise in Böhmen, bey weichem die Oesterreicher«m L iZSainteS Saintonze rZ Sahoun Gainkes Jahre 174s von den Franzosen geschla« gen wurden. Suhoun, eine Stadt auf der Küste der Abaftr im türkischen Georgien in Asten. Sie zählt Zooo Einwohner, und ist der Sitz eines Bay und eines Pascha. Said, Liclon, eine uralte Stadt am mit« telländischen Meere im Paschalik Tara- blüs und Said in Syrien. Sie war vor Alters sehr groß und berühmt, hat aber heutiges TagcS keinen beträchtlichen Umfang, indem ste nur Looo Einwoh- ner zählt, welche aus Türken, Marai. len, Griechen und Juden bestehen. Hier und in der benachbarten Gegend wird starke Baumwollenspinnerey getrieben. Die Franzosen, welche von hier aus großen Handel treiben, haben hier einen Consul; imgleichen befindet sich hier ein Pascha. Den hiesigen Hafen hat der Emir Fakbredin mit Steinen ausfüllen lassen. Nicht weit von der Stadt liegt ein altes mit Kanonen besetztes Castell. Saignon, eine kleine Stadt auf einem Berge in einer an Wein sehr fruchtbaren Gegend in Oberprovence in Frankreich. Saillans, Füllendes, eine kleine Stadt in der Landschaft Divis in Unterdau- phine in Frankreich, welche verschiede, ne Manufakturen hat, und bis zur Revolution dem Bischof von Die gehörte. Saima, ein großer See in der Landschaft Sawolax im Großfürstcnthume Finnland in Schweden. Sainsk, ein befestigtes Städtchen am Fluf. fe Sain in der Statthalterschaft Kasan im asiatischen Rußland. Saiutes oder äkaintes, Lsntones, die Hauptstadt der Landschaft Saiatonge in Frankreich, welche an der Charente liegt, klein ist, und enge und schlechte Straßen bar. Auf ihrer Brücke über Eharente und in einigen andern Gegen« dbn der Stadt findet man sehrnSwürdi« ge Uebecreste von römischen Alterthümern. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Bour- deaux steht, einen Kirchsprengel von Lyl Pfarren hat, und am römischenHofe auf 2000 Gülden taxlrt ward. Außer der Kathedralkirche gibt es hier eine Eollegiatkirche, und verschiedene Pfarrkirche» und aufgehobene Klöster. In der Vorstadt befindet sich eine Abtc- und ein ehemahlige- Jesuiiercoüegium. I» den Jahre» LöZ, lv/F, io8o, io88 und ioy6 wurden hier Kirchenversamm- lnngen gehalten. Sainles(les), eine von den kleinen Antillen in Mittelamerika, welche der Insel Gouadeloupe gegen Südoste» liegt, folglich unter d>e caraibischen Inseln ge- trchnet wird, und den Franzosen ge. hört. Sie bringt Baumwolle hervor, und hat allerley Geflügel. Saintvnge, Lantoniu, eine Landschaft in Frankreich, welche gegen Morgen an Angoumsi« und Perigord, gegen Mittag au BonrdeloiS und die Gironde, gegen Abend an den Ocean, und gegen Mitternacht an das Land Aunis und an Poiton grenzt. Sie ist ungefähr 2L fran- zösische Meilen lang, und 12 breit, hat ihren Nahmen von den Santonern, ihren ehemahligen Bewohnern, und enthält einen Reichthum au Getreide, Wein und allerley Früchten, und besonders wird am Meere»»gemein vieles und vortreffliches Salz gemacht. Die hiess, gen Pferde werden geschätzt, und man findet hier auch einige mineralischcOuel- lcn. Dir vornehmsten Flüsse des Landes find die fischreiche Charente und die Bou- tonne. Uebrigens war eS ehemahls eine Grafschaft, welche in den mittleren Zei. len bald den Englävdern, bald den Franzosen gehörte. Carl V. bracht« sie wie. der an Frankreich. Die Charente, welche inS Meer fällt,»heilet Saintvnge iu den südlichen und nördlichen Theil ab. » Salama nei 5- §, r- >n fe :r »e r- ln k» n. !8 n- n« »» e, e« e- ,d ii» il t. e» en m n- at h» t. in rS id st- in l- e« u- ne :>« n« «. !l. »e b. Saissae Salamanc« Sakanche iA «aissac, eine kleine Stadt in Untertan, guedoc in Frankreich. Eal, Jihua de Gal, eine Insel auf dem ail-u.dilchcn Meere, welche eine von dc» Inseln des grüne» Vorgebirge« ist, und den Vortugieien gehört. Sie pflegt oft mit Wasser übe, chwemmt zu werden, und wenn diese« wieder abgelau» fen i<», so ist der Erdboden gleichsam mit Salz überzogen; daher viel Salz gewonnen wird. Sala oder Js»la longe, eine kleine Insel im veneliaiuschen Dalmaiie«, auf welcher verschiedene Derler liegen. Sala- ein schöne« Landgut, acht italieni- sche Meilen von Padua, im paduaui- schcn Gebiethe im Vcnetianischen, welche« der Familie Jarselti gehört, und mit einem Pallaste prangt, den schöne alle Marmorarlen und Granitsäule» zieren. Bey demselben befindet sich ein an seltenen Pflanzen reicher botanischer Garten. Sala, ein Fluss, welcher im Erzflifte Salzburg entspringt, und sich über Salzburg mit der Salz« vereinigt. Sala, s- Salberg. Salader Gcspanschaft, eine Landschaft in Niederungarn an der Grenze von Steyermark, welche beynahe 20 Mei. len lang, aber nur 4 Meilen breit ist, und in süttfDiflricte getheilt wird. Sie macht eine der schönsten und angenebm- sien Gegenden au«, indem sie zum Theil mit waldreichen Bergen und fruchtbare» Hügeln, zum Theil aber mit den rcitzendstc» Ebenen,dem fischreichenPlat- tensee, und verschiedene» nutzbaren Flüssen und Gesundbrunnen versehe» ist. Unweit Natz-Kanisa wird in der Muer Gold ausgewaschen. Ihre Einwohner sind Ungar» Kroaten und Slaven. Die LbergespaiischaftSmürde ha» da« gräfliche Hau« Althan erblich. S-stamanca, dlulmnntica, rine alte ziemlich große und volkreiche Stadt am Flusse Torme« in der Provinz gleiches Nahmen« im Königreiche Leon in Spanien. Sie liegt zwischen drey Bergen und zwey Thälern, und hat 25 Pfarr- kirchcn, 20 Mönch«- und r i Nonnenklöster, 6 Hvspuälcr und 2L Collcgien. Sie ist der Sitz einer berühmten Universität, welch« im Jahre 1240 von Palencia hierher verlegt wurde, und eines Bischofs, welcher jährlich 24000 Ducatci» Einkünfte hat, und unter dem Erzbischofe von Compostel steht. Von hier aus führt eine alte römische Landstrasse nach Merida und Sevilla. Salamanca, Simancas, eine grosse Stadt auf der Halbinsel Nncatau in Slltmexic» odrr Nenspaiiien in Nordamerika, welche von Spaniern und Indianern bewohnt wird. Salamander, eine Art Eidechsen, deren Körper viele kleine Löcher hat, ausweichen sie einen Galt spritzen, welcher die Kohlen, auf welche sie geworfen worden, auf rine Zeit lang auslöschet, daher denn dir«ltc Fabel entstanden ist, dass der Salamander im Feuer lebe. In der Dichtkunst der Neuern pflegt man auch wohl eine Art erdichteter Feuer, geisterchen Salamander zu nennen, so wie die Sylphen, Luftgeister, die Gnomen, Erdgeister, und die Nymphen, Wassergeister bezeichnen. Der Nahme Salamander selbst ist au« dem Griechischen entlehnt. Salamis, s. Coluri. Salampria, ein Fluss in Thessalien in Griechenland, welcher vor Alters Venen« hiess, zwischen den Bergen Dssa und Dlymp hinfließt und sich i» den Meerbusen vor. Thcssalvnich ergießt. Salanche, LuInriciL, eine offene Stadt auf einem Berge an der Arve in Dbcr- sofflgny in Savoyen. Sie hat gegen 4000 Einwohner, eine Collegiatkirche, ein Capucinerkloster und ei» Ur snliiicv- Nsnneukioster. Hier wird ein große» C L so Sa lande« Sacket Saldazne Salemk Handel mit Vieh, Käse, Butter und Wolle getrieben. Salandra, ein Städtchen in der Landschaft Matera oder Basilicata in Neapel. Solarium, eine Besoldung, ein Jahr- geld. Salanren, eine gewisse Besoldung geben. Solos, ein Flecken auf einem Hügel in der Provinz Burgos im Königreiche Altcastilien in Spanien, welcher eine Abtey hat. Salata, ein Städtchen in der Woiwodschaft Troki im eigentlichen Litauen. Salau, eine kleine Stadt an der Pregcl oberhalb Königsberg im deutschen Departement in Dstpreuffen. Salberg oder Sala, eine schöne und große Bergstadt am Saalflnsse in der Provinz Westmannland in Schweden. Sie liegtF Meilen vonUpsal und iZMei- len von tockbolm, und hat breite und regelmäßige Straßen, die an dem Markte zusammen laufen. Nicht weit von hier befindet sich das größte Silberberg- werk in ganz Schweden, wie auch eine berühmte Schmelzhütte, die aber ab. genommen, und vom Jahre 17LY bis 1764 jährlich nur 11,29 Mark eilige, tragen hat. Hier ist ein Unterbergge- richt, und die hiesigen Einwohner sind meisten Theils Bergleute. Eine halbe Meile von hier trifft man einen Gesund- brunncn an. Salces oder Salses, Sollr-Iss, ein altes Fort an der Grenze von Languedoe in der Grafschaft Rouffillon in Frankreich. welches die große Straße, die von Perplgnan»ach Narbonne führt, und sich zwischen Bergen und dem See Salzes oder Leucate befindet, beschützet. Kaiser Carl V. hat es angelegt, und es besteht aus einem Viereck von sehr dicken Mauern mit Thürmen in den Ecken, «nd guten Gewölben. Es ward im Jahre i6.zy von den Franzosen, im Jahre 1640 von den Spanier», und im Jahre>642 wieder von den Franzoien eingenommen. Nahe bey demselben liegt ein Flecke«, welcher ehemahls ein^ Stadt war, und auch jederzeit Stadt- rechte genösse» hat. Saldagne, Aguada di Saldana, ein kleiner Meerbusen ander Küste der Koffern in Afrika nicht weit von dem Vorgebirge der guten Hoffnung. Saldanna, ein mit Mauern umgebener Flecken in einer schönen fruchtbaren Gegend und am Fuße eines Berges in der Provinz Palencta im Königreiche Leon in Spanien. Er hat ein Castell, zwey Pfarrkirchen und ein Kloster, und gehört den herzoglichen Häusern Jnfan- tado. Säle, Salee, 5nla, eine ziemlich große und befestigte Stadt mit einem Castell am Ausflüsse des Buragrag in der Provinz Fez im Königreiche Fez in Afrika. Sie hat einen guten Hafen, in welchem aber wegen der vielen längs -er ganzen Küste befindlichen Sandbänke nur kleine Fahrzeuge einlaufen können, und zählt gegen 6000 Einwohner. Hier gibt es verschiedene Schiffswerft-, und die Stadt treibt starken Handel, deren Einwohner guten Theils berufene Seeräuber sind. Ehemahls war sie eine freye Republik; seit dem Jahre 1666 aber ist sie dem Kaiser von Fez und Marocco unterworfen. Salcck, ei» Amt und verfallenes Schloß im Hochstifte Fulda im oberrheini chn Kreise. Das Schloß liegt auf einem Berge an der Saal nahe bey Hain l< bürg, und in demselben befindet sich eine Capelle. Salem, eine Stadt in der Provinz Mas- sachnsetsbay in den vereinigten nvrd« amerikanischen Frepstaaten. Salemi, eine volkreiche Stadt nicht weit Galetz Galin- ce h- a- zt lie- lk» in f- r« er e« er on ey er n- 0» a- er i- in gr d- en h- s. en l« re h- er 'ß n m I> Ä s- d. it Salernes Salesianerinnen von Palermo im Val dl Mazzara in Sicilien, welche 1327 Häuser enthalt. Salernes, ein schöner Flecken L Meilen von Beiz,«olles gegen Nordosten in Unterprovence in Frankreich. Salerno, 8alsrnum. die Hauptstadt im Principal» ciira oder di Salerno in Neapel, welche der Sitz eines königlichen Gouverneursund eines königliche» Richters ist, und in einer Ebene am Meere liegt, die mit angenehmen und fruchtbaren Hügeln umgeben ist. Sie hat einen ziemlich guten aber verabsäumten Hafen, ist befestiget, und hat auch ein Schloß. Im Jahre 074 ward sie der Sitz eines Erzbischofs und Metropoliten, unter welchem die Bischöfe von Acern», Campagna, Capaccio, Marsico nuovo, Nocera, Nusco, Po- licastro und Sarno stehen. Außer der MetropolitaickirchegibreS hier i6Pfarr. kirchen,>Z Mönchs-und ich Nonnenklöster. Die hiesige Schule ward ehemahls durch die Araber berühmt, wel- che unter dem letzten longobardischen Prinzen häufig hierher kamen, und von denen die Salernitaner die Philosophie, und besonders die Arzeneykunst, lernten, worin sich die Araber in den che. mahligen Zeiten hervor thaten. Im Jahre lion gaben die Aerzte dieser Schule ihr berühmtes Buch in Kniltelver- sen heraus. Roger I. gab dieser Schns le die erste» Gesetze und Statuten, wel. che in der folgenden Zeit vermehrt wurden, da sie noch mehrere Privilegien erlangte, und endlich in eine Universität verwandelt wurde. Salers, eine kleine Stadt in Oberau- vergne in Frankreich, welche bis zur Revolution den Titel einer Baronie führte, und größten Theils dem Baron von SalerS, das übrige aber dem Grafen von CayluS gehörte. Salesianmnnen, der Nahme gewisser sr Klosterfrauen, welche man auchcnglän« dische Fräulein nennt. Sie haben den- selden von FranciScuS de SalcS, und legen besonders das Gelübde ab, junges adeliges Frauenzimmer standeSma- ßig zu erziehen, und in den W-ssenschaf- te» zu unterrichten. Salctz, der Hanptflecken der Landvogley Sax oder Focsteck im Canton Zürich in der Schweiz. Salina, ein Ort am Meere in dem Theile der Insel Cypern, welcher Salamr- nia genannt wird, und der auch Porkv Lonstanzo heißt. Er handelt stark mit Salz, und ist das alte Salamis, aus welchem Solon, einer der sieben Weisen Griechenlands, gebürtig war. Salinas, ein Vorgebirge auf der Insel Majore« bey Spanien. Saline, ein hin und wieder übliches Wort, ein Salzwerk zu bezeichnen, eine Anstalt, wo aus Sohle Salz gesotten wird. Salini, O^clims, 6emeIIa, eine von dem lipariiAn Inseln auf dem toSca- nischen Meere in Italien. Sie hat ehemahls Feuer ausgeworfen, ist aber reich an Wein, Fruchtbäumen und Alaun, und man verfertigt hier auch viel Salz. Sie gehört dem Könige beider Sicilien. Salins, 8ali'lise, eine ziemlich ansehnliche Stadt in einem kleinen Thale am Flusse Furicuse in der Franche Comts in Frankreich. Sie hat ungefähr 8»"» Einwohner und 4 Pfarrkirche«, und zählte bis zur Revolution Z Capitel, ,0 Klöster und ein Collegium. Die Straßen dieser Stadt sind breit, die Häuser schön, und die hiesigen Salz. quellen tragen viel ein. In der Nachbarschaft wird jaspißartiger Alabaster und schwa-zer Marmor gebrochen. Nc. hen der Stadt liegt das Fort Velin auf einem Berge, und auf einem an- 22 S alir Salisbury Sakischcs Salm Lern die Redouie Fort Bracoii, und > das Schloß Foe> E:. Andre. EbemahlS halle Sriins leine eigenen Herren. Salir de Psrko, eil' Flecke» mit einem Hafen in oec Landschaft Estremadnra in Portugal. Salisbury oder N'wsarum, eine große, volkreiche und wohl aednuete Stadt am Zusammenflüsse der Flüsse Avon, Nad- Ler und Bourne in W'itshire in England. Aus den eben genannten Flüssen stich Wasserleitungen zu Bequemlichkeit der Einwohner durch alle Straß» der Stadt angelegt, welche leyiern gerade und breit sind, so daß das Wasser auf beyden Serien an den Häusern weg läuft. Sre ist die Haupistadt der Landschaft Wiltshire, und der Sitz eines Bischofs, der»nler dem Erzbischofe vonCanterburv steht, und yoa Pfund Sterling jährliche Einkünfte hat. Sie hat den Titel einer Grafschaft, welchen Las Hau- Cecil führt, und schickt zwey Deputiere zum Parlamente. An der hiesigen Kathedralkirche, wNche ein großes Gebäude ist, das einer Laterne gleicht, ist 42 Jahre lang gebauet worden. Sie soll so viel Fenster als Tage, so viel Pfeiler als Stunde», und so viel Thüren als das Jahr Monathe habe». Der Thurm ist 41a Fuß hoch, aber nicht stark genug, Glocken zu tragen, weswegen man unweit der Kirche ei- uen Glockenthurm erbauet hat. Die hiesigen Manufakturen blühen, und sind von mancherley Art: besonders werden hier seine Flanelle und lange Tücher verfertigt, die in die Türkcy geführet «erden. Nicht weit von Salisbury findet man in der Ebene Salisburyplaii» eine» berühmten Ueberrest deS Alterthums, welcher den Nahmen Slvns- henge führt. Er besteht aus rund über einander gesetzten sehr großen Steinen, die von einigen Gelehrten für Ueder- dlribsel eines Tempels der beitiischen Druiden, von andern hingegen für Grabmahle gehalten werben. SalischeS Ge>tz ,ei„ berühmtes, von den alten Franken herstammendes Gefttz, die zur Zeit, als fie noch Heiden waren, Salios ode> Sal cos genannt wurden, L bestehe a>,§ 24 Titeln, unter welchen der sechste verordnet, daß kein Glück eines salijchen Guts auf Weiber fallen töine, sondern allezeit Mannspersonen zu dem Besitze des- selb n gelangen sollen. Man wendete dieses Gesetz u> Frankreich auf die Erbfolge der Krone an, so daß alle königlichen Prinzessinnen von derselben ausgeschlossen waren. Salkuza, eine kleine Stadt an dem Bot- na nicht weit von Kaulchan ini krim- mischen Ankheile von Bessarabien. Salla, eine kleine Sradt in Principals citra in Neapel. Salland. der vornehmste und südwestliche Theil der Provinz Oberysscl in den vereinigten Niederlande», welcher zwischen der Drentbe, der Grafschaft Bcntheim, der Thwemhe, der Graf- schaft Zütphen, der Velau und der Güdcrsee liegt, und die beste Lust und den besten Bode» hat. Einige behaupten, das salische Gesetz sey von den Franken in dieser Gegend gemacht worden, und habe davon seinen Nahmen. Sülle, eine Festung auf der Jniel Cry, lan in Ostindien, welche den Portugiesen gehört. SallieS, ein Städtchen in der Landschaft Bear» in Frankreich, welches seiner guten Salzquelle wegen bekannt ist. Mit dem Salze, welches hier gesotten wird, salzet man die derühmiea Jam« bonS de Bayonne, Salm, Lalmous, ein kleiner Fluß im Erzstifte Trier, welcher bey Mander- scheid entspringt, und sich unterhalb Trier in die Mosel eroießk. Salm, eine gesürstetr Grafschaft im was- Halm gauischcn Gebirge zwischen Lochringen und Nicderelsaß im oberrheinischen Krei- se. Sie wird im Gegensatze der im Her- zoglhume Luxemburg liegenden niedern Grafschaft Salm auch die obere Graf. schuft Salm genannt, ist bergicht und rauh, und hat große Waldungen, beträchtliche Jagden, ergiebige Salz. quellen, und von alten Zeiten her Eisenschmelzhütten und Eisenhämmer. Des Grafen Johann von Salm Söh» «e, Johann und Simon, theilten die alte Grafschaft in zwey gleiche Theile. Jenes letzter» männlicher Nachkomme, Nahmens Paul, hinterließ eine Tochter, welche sich mit Franz von Lothringen vermählte, und ihm die Hälfte der Grafschaft Salm nebst den übrigen Gütern ihres Bakers zubrachte, welche jetzt die Franzosen besitzen. DeS vorher gedachten Grafen Simon einzige Tochter und Erbin» Johannettel brachte im Jahre 14^9 ihre Hälfte der Graf. schaft ihrem Gemahle Johann V., Wild-und Rbeingrafen, zu, von welchem der Wild. und Rheingraf Philipp Dtt» herkommt, welcher im Jahre 1623 in den Reichrft'irstcnstand erhoben ward. Mit dessen Urenkel starb die alte fürst, liche salmische Linie im Jahre 17Z8 aus, woraufdic drey Urenkel von Friedrich Magnus, dem Stifter der flandrischen Nebenlinie, die fürstlichen salmi» schcn Lande und Würde erhielten. Die Fürsten von Salm theilen sich jetzt in die Linien Salm- Salm und Salm- Kyrburg, und führen vermöge eines Vertrag« von, Jahre ,74z ihre Stimme auf dem Reichstage ein Jahr um das andere. D>e gckürsteie Grafschaft Salm selbst besitzt der regierende Fürst zu Salm Salm allein. Der Hauptort derselben heißt ebenfalls S.alm, unb ist eine Sradt, bey welcher ein Schloß auf einem Berge liegt. Salm, eine Grafschaft an der Grenze Salmansweilee Sülmünfier sz des Hochstifts Lnttich, welche ganz vom Herzogihnme Luxemburg umgeben ist, »nd deren vornehmster Reichthum in Schiefer- und Schleifsteinen bestehet. Heinrich IV., welcher der letzte von den alten Grafen von Salm war, setzte feinen Verwandten Johann, Herrn zu Reifferscheid, zum Erben der Graf- schaft ein, welchem sie auch im Jahre durch ein burgundischeS Urtheil zuerkannt, und dem Raugrafen Engelbrecht, der sich ihrer bemächtigt hatte, abgesprochen wurde. Von ihm stammen die Grafen von Salm- Reifferscheid ab. DaS Schloß Salm liegt wüste; es ist aber noch ein Städtchen diese« Nahmens vorhanden, welches am kleine» Flusse Salm liegt. Salmansweilrr, 8slomoni5 vills, eine vornehme und reiche Cistercienserabtey am Flusse Nach zwischen der Grafschaft Heiligenberg und dem BiSthumr Evstaiij im schwäbischen Kreise, deren Abtuntee dem Papste steht, und ein unmittrlbaree Reichsstand ist. DaS Klostergebäudr, Jagdhaus, Zeughaus, der Marstrll uud Thieraartensind vortrefflich, Salmiak, ein flüchtiges Mitkelsalz, wel. ches aut der Säure des gemeinen Kochsalze« und einem flüchtigen Alkali bestehet,»nd einen dem Kochsalze ähnli. che», aber doch schärfer» und urinöse,l Geschmack hat. Der natürliche Salmiak kommt au« dem Lande der Kalmücken. wo er an den Felsen ansschlagcn soll; der künstliche aber wird in Aegypten aus dem Ruße deS verbrannten Thiermistcs bereitet. Der Nahme selbst ist aus dem Lateinischen entlehnt. Salmirzyce, Salmirschütz, ein mit Man- er» umgebene« Städtchen in der Woiwodschaft Kalifch in Großpohlen Salmünster, eine kleine Stadt und Amt am Flusse KinS im Hochstifte Fulda im oberrheinische« Kreise. Hier istein Fran- eftcankrkloster. Salon» Salons Salonichi 24 Salo Salo, eine kleine wohl gebanetcund wohl bewohnte Stadt amGardersee im bre- scianischen Gebiethe im Vencliaiiischen. Salobrenna, ein Flecken am mittelländischen Meere eine spanische Meile von Motril im Königreiche Granada in Spanien. Er hat eine» Hasen, und ein mit Geschütz versehener Castell. Salomonsinseln, s. Neubritannicn. Salon, ein Hasen eine spanische Meile von Tarragona im Fürstenthume Cata- lonien in Spanien. Salon,«in Städtchen aufeiner Höhe in Unterprovence in Frankreich. Es hat «ine Collegiatkirchc, und gehörte bis zur Äevolutivn dem Erzbischofe von Ar« leS, der hier ein schönes Schloß hat. In der FranciScanerkirche liegt der vermeinte Prophet Michael NostradamuS begraben, welches sonderbaren Mannes Grabstein auch auf eine sonderbare Weise, nähmlich in die Quere, in die Mauer gesetzt ist. Dieser Grabstein ist mit einer Aufschrift versehen, und über demselben befindet sich sein Bildniß mit Farben gemahlet. Er hat zwar hier gewohnt, und ist im Jahre ILÜ6 hier gestorben, ist aber zu St. Nemy geboren. Salona, Lslonse, eine ehemahlige Stadt im veneliüiiischen Dalmaiien, welche vor Alters die Residenz der ersten Könige von Jllyrie» war. AugustuS bezwäng und verheerte dieselbe; TiberiuS aber bauete sie wieder auf, schickte eine römische Eolonie hin, und machte sie zu, Hauptstadt von Jllyrien, woraus sie der Sitz der Landpfleger und der Hasen der römischen Flotte ward. Diokletian hell sich hier lehr stark auf, und der Schatzmeister, welcher die Eiukünf. te a»S de» Bergwerken hob, wohnte hier ebeiis, lls Man verstand hier den Puipnr überaus schön zu färben, und Verse, t'gte gute Helme und Panzer. Hier harte auch der Erzbischof Primas von Daimalicn und Croaticii seinen Sitz. Sie lag in einer sehr vortrefflichen Ebene, hatte einige italienische Meilen im Umfange, erstreckte sich bis an einen kleine» Meerbusen, der ihr Hafen war, »nd ward durch den Forrllenbach Salo- na gewassert, der mitten hindurch stoß. Sie ist fünf Mahl belagert, und drey Mahl erobert worden. Jetzt steht man noch Ucbcrrcste von derselben. Salona, eine kleine Stadt an der Küste des Königreichs Barca in der Barbarei, in Afrika, welche eine. guten Hasen hat. Salonichi, oder Selaniki, 1'kellsloni- ca, eine berühmte Handelsstadt am Ende des Meerbusens gleiches Nahmens in Macedonien in Griechenland, welche heut zu Tage der ansehnlichste Ort im Lande ist. Sie ist der Sitz eines türkischen Sandschaks, und eines griechischen Erzbischofs, welcher acht Bischöfe unter sich hat, enthalt eine katholische Kirche, die ehemahls den Jesuiten gehörte, und zählt 70000 Einwohner, niuer welchen sichZooooTürken 20000 Juden und toooo Griechen befinden. Hier gibt es gute Tuch- und Seiden» manusacturen, und der Hafen ist einer der besten in Griechenland. Sie hieß vor Alters Halia und Therma; als sie aber Kaffander von neuem erbaucte, so gab er ihr den Nahmen von seiner Gemahlinn Theffalonika, welche Alexanders des Großen Schwester war. Ihre zur Handlung vortreffliche Lage war vermuthlich die Hauptursache der Achtung, die alle Eroberer von Macedonien gegen sie bewiesen; denn sie hat davon solche Vortheile, als kaum anders wo anzutreffen sind, nnd die so wohl von den Alken gerühmt, als von den Neuer« bewundert wurden. Sie ist nicht nur wegen ihres starken HaadelS, sondern auch wegen der vortrefflichen Ueber» rcste ihrer alten Herrlichkeit merkwürdig, unter welche verschiedene Triumph» Salontt Salsette bogen und»»gemein schöne Kirchen gehören. Der dem Kaiser Antouin zu Eh- ren errichtete Triumphbogen ist noch beynahe ganz, und die prächtigen Kirchen sind in türkische Moscheen verwandelt worden. Diejenige, welche dem heiligen DcmctriuS gewidmet war, und aus zwey über einander gebauten Kirchen bestehet, die man beyde von vortrefflichem Marmor aufgeführt hat, sind mit mehr als tausend Säulen vonJas- piß, Porphyr u. s. f. ausgezierct.Jn dieser und in andern Kirchen findet man die Grabmahle verschiedener berühmter Leute, und außerhalb der Stadt gibt es zahlreiche Trümmern des Alterthums mit einer Menge von Aufschriften. Hier werden auch öfters viele Münzen aus- gegraben. Der Apostel Paulus hat an die ehemahlige Gemeinde dieser Stadt zwey Briefe geschrieben. Im Jahre iZ iz wurde sie an die Venetianer verkauft, welchen sie Amurat ll. acht Jahre nachher weg nahm. Im Jahre 17L9 brannte sie fast ganz ab, und im Jahre 17^0 gingen abermahls gegen 600 Häuser in Feuer auf. Galonti, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Trvki, im eigentlichen Litauen. Salpe, Lalnpia, eine kleine Stadt nicht weit vom Ausflüsse des Dfanto in das apulische Meer in der Landschaft Capi- tangta in Neapel an den Grenzen von Bari. Sie ist der Sitz eines Bisthums, und hat ein gutes Salzwerk. Salpeter, ein laugenartigks oder alkali. sches Salz, welches aus einem Alkali und seiner eigene» Saure bestehet, und sich in einer jeden fetten, schleimigen und lehmigen Erde erzeuget, aus welcher es mit Wasser ansgelauge«, und durch Einkochunz krystallisiret wird. Salsa, s. Modena. SalscS, s. Salces. Salsette, Salzette, eine kleine Insel mcht weit von Goa auf de», indischen tlV.Baad.) Saks» Saluzzo LL Meere in Asien, welche den Engländern gehört. Sie hat ungefähr 7 ita- lienische Meilen im Umkreise, und ist überaus fruchtbar, besonders an Zu- ckerrohr, Reis und Früchten. Salso, einer der größten Flüsse in Si. cilien, welcher im Val di Demona ent. springt, und sich zwischen der kleinen Stadt Alicate durch zwey Ausflüsse ins mittelländische Meer ergießt. Salso, ein Dorf im Herzogthume Pia- cenza in Italien, welches 12 Salzbrun. neu und einträgliche Salzwerke hat, die nach Abzug aller Unkosten jährlich über Zoooo Scudi eintragen sollen. Salstadt, Salestadt, eine kleine Stadt am bothnischen Meerbusen in der Provinz Upland in Schweden. Hier befindet sich ein vortreffliche- kvnigliches Schloß, und der ganzeOrt besteht fast aus lauter Lusthäuscrn. Salta, eine Stadt in, der Provinz Tu- cuman im spanischen Vieekvnigreiche Rio de la Plata in Südamerika, wel. che der Sitz eine- Statthalters ist. Salkasch, eine kleine Stadt am Flusse Tamar in der Landschaft Cornwall in England, welche zwey Dcpurirte zum Parlamente schickt. Saltbommel, s. Bommel. Saltholm, eine kleine Insel im Sunde in Dänemark, welche der Insel Amack gegen über liegt. Da sie in Winter mit Wasser bedeckt ist, so ka m sie nicht bewohnt werden; im Sommer aber wächst Gras auf derselben. Salurn, eine Herrschaft an der Etsch im Viertel Etsch in Tyrol, welche dem Grafen von Zenobio gehört. Bey dem großen Pfarrdorfe Salurn schlug der tridentinische Herzog Evin im Jahre§76 die Franken. Saluzzo, eine Markgrafschaft im Fürsten« lhume Piemont in Italien. Sie liegt zwischen der Grafschaft Nizza, dem eigentlichen sogenannten Piemvnt, der D »6 Saluzzo Salvakerr« Salve Salz Grafschaft Lucerne und der französische» Provinz Dauphins, und harte ehemahiS ihre eigenen Markgrafen, welche mit den vornehmsten Häusern verschwägert waren. Markgraf Johann Ludwig, welcher mit seinem Bruder wegen dieser Warkgraf-chaft in Streit gecielh, trat sei» Recht an dieselbe an Frankreich ab. A-L nun dasselbe nach seinem Tode die Markgrafschaft in Besitz nahm, sor. derre Carl Emanuel, Herzog von Sa- voyen, dieselbe als LehenSherr zurück, und brachte sie im Jahre 1588 durch Gewalt der Waffen unter seine Here. schaft; sie wurde ihm aber vorn Könige Heinrich IV. wieder abgenommen. Im Jahre 1601 kam eS endlich zum Frieden, in welchem Frankreich das Land an das-Haus Savsye» abtrat. Die Hauptstadt desselben heißt ebenfalls Saluzzo, 8»1utium, VaZien- oorum, liegt auf einem Hügel nicht weit vorn Po, und am Fuße der See- ülpcn, und hat ein altes Schloß. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbrschofe von Turin fleht, und enthält außer der Kathedralkirche noch eine Pfarrkirche, ein ehemahliges Jesuitercollegium, und L Mönchs-und A Nonnenklöster. Im Jahre 169a rissen die Franzosen ihre Mauern nieder. Salvages, Inlulss l^Iveüres, zwey kleine Inseln zwischen der Insel Ma- bera und den canarischen Inseln in Afrika, welche unbewohnt sind. Hier sinket man eine unbeschreibliche Menge Canarienvögel. Salvagnac, eine kleine Stadt in Ober- langnedoc in Frankreich. Salvaieon, ein großer Flecken in der Landschaft Estremadura in Portugal, welcher dem Ritterorden von Alcantara gehört. Salvaterra do Magos, ein Flecken mir einem königlichen Lustschloss« in -er Landschaft Estremadura in Portugal, auf welchem sich die portugiesischen Könige nach einer alten Gewohnheit von, iZken Januar bis zu Fastnacht aufzuhalten pflegen. Salve, eine aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches die Abseuerung mehrerer Feuergewehre oder Kanone» auf ein Mahl, so fern diese eine Art der Begrüßung ist, bezeichnet. Auf de» Schiffen geschieht sie mit Z, F, 7, und p Stückschüffen, mit oder ohne Kugeln, nach dem man demjenigen, wsl. chcn man grüßt, mehr oder weniger Ehre erzeigen will. Die Schiffe grüßen gewöhnlich mit einer ungeraden; die Galeeren aber mit einer geraden Zahl Schüsse. Salvelak oder Sauvelut, eine kleine Stadt in der Landschaft AgenoiS in Guyenne in Frankreich. Salviren, sich in Sicherheit setzen. Salvore, eine kleine Stadt am Meere im venelianischen Histereich. Sülz, ein kleiner FI»ß in der Unlerpfalz, welcher die Grafschaft Oberyftnbur, durchströmt, und zwey Stunden oberhalb Sprper in den Rhein fällt. Salz oder Salzburg, ein verfallenes al- tes Schloß im Oberamte Neustadt im Hochstifte Würzburg im fränkischen Kreise, welcher ehemahls ein Königshof war. auf weichem sich Carl der Große oft aufzuhalten und in dem benachbarten Salzforste zu jagen pflegte. Salz der Helden, ein Amt an der Leitt- im Fürstcnthume Grnbenhagen im me. dersächstschcn Kreise, welches sehr fruchtbar an Getreide und Weide, aber den Ueberschwemmuogen unterworfen ist. Die Einwohner lege» sich anf die Lcin- weberep, und man findet hier auch einträgliche Salzquellen. Dec Hauprorl desselben ist ei» Flecken gleiches Nahmens, in welchem sich das AmthauS, ein alles Schloß und ein Salzwerk dr- findet. Salz« Salzburg Salzburg 2?' Salza, ein Fluß im Erzbisthnme Salzburg, welcher in dem mittägigen Theile desselben entspringt, bey seinem Ursprünge such Salzach genannt wird, und nacheem er das ganze Land durchstvssen hat, sich un. terhalb Burkhauftn in den Znn ergreßt. Salzburg, eine kleine Stadt am Fluss- Drammen in der Provinz AggerhuuS in Norwcgeu. Salzburg, ein ErzbiSthum im baperschen Kreise, dessen Hauptlande zwischen Oe- - stcrreich, Steyermark, Kärnthen, Ty- rol, dem Herzogthume Bayern und der gelürsteten Propstep Berchrolsgadea lic. gen. Es erstreckt sich>8 Meilen in die Länge, und 24 in die Breite, und ent. halt gegen 24» deutsche Quadratmei» len. A» dem steyerniärkischen, kärnthen. schen und»yrolischen Gebirge gibt es hier viele hohe Schnee, nnd Eisberge, die man hier Käse nennt. Außerhalb des Gebirges ist ein Theil des Landes eben und fruchtbar, und innerhalb der Gebirge findet man viele fruchtbare Thaler. Der Theil des ErzbiStbumS Salzburg, welcher ber Hauptstadt ge. gen Norden liegt, enthält Zwar auch viele Berge, trägt aber doch zum Un< «erhalte seiner Bewohner Getreide ge. nug. Allein sechs Stunden von der Stadt gegen Süden sängt ein langes und enge- Thal an, welches sich erst auf einige Meilen gegen Süden fort, und hierauf gegen Westen herum zieht, von ungeheuern Gebirgen eingeschlossen ist, von-er Salza durchströmt wird, den größten Theil deS ErzstiftS ausmacht, und kaum den dritten Theil deS nöthigen Ge» treidcs trägt; daher die Einwohner mit demselben v»n Bayern aus»ersehen werden müssen. Außer etwas Getreide er» zeugt man hier viel Flachs und Hanf, und die Viehzucht, besonders dir Rindvieh- nnd Pferdezucht, ist vortrefflich. Die hiesigen Pferde sind vom stärksten Schlage, und werden qlS schwere Last» und Zugpferde weit ausgeführt, und gutbezahlt. Butter und Käse wird auch versandt. An Wildbret, Gemsen, Murmelthiercn, Federvieh, Lüffeloch» sei, guten Fischcreyen und sehr ein- träglichcn Salzwcrkcn ist kein Mangel. Ueber dieß findet manBcrgkrystalle, Serpentin, Asbest, Kalk, Marmor, Mergel, Torf, Schwefel, Silber, viel Kupfer und Eisen, Bley, viel Arsenik, und auch etwas Gold. Die vornehm» sten hiesigen Flüsse sind die Salza, Sal« oder Säle, EnS und Muer, und unter den Seen find der Aben» oder St. Wolfgangsee und Zellersce die merk. würdigsten. Das Erzstift wird in zwey Haupttheile, nähmlich in das Land außerhalb der Gebirges, und in das Land innerhalb des Gebirges, getheilt, und enthält 40 Aemter, von welchen einige Landämter, andere Pfiegämter, und noch andere Richkerämter genannt wer. den. Die auswärtigen Besitzungen be. stehen in einigen Ocrtern in Niederöstcr- reich, Steyermark und Kärnthen. Die Zahl der hiesigen Einwohner, welche sich zur katholischen Religion bekennen, wird auf 2L00VV angegeben, und die Einkünfte des Landes betragen ungefähr i.Looooo Gulden. Der Erzbischof von Salzburg ist ein unmittelbarer Reichs« stand, ein gebornrr und immerwährender Legat der römischen katholischen Kirche, nnd Primas von Deutschland. Er ist nebst bem Churfürsten von Pfalzbayern kreisausschreibenber Fürst im bayerschen Kreise, und hat im Fürsten, rathe zu Regensbnrg auf der geistlichen Bank nebst Oesterreich die oberste S eile, in welcher zwischen beyden täglich gewechselt wird. Außer den geistlichen Churfürsten ist er der einzige Srzbi. schof im fürstlichen Collegium,»v^ner. gibt Canonicate in päpstlichen Monathen, ernennt die vier Bi'chose von Gurk, Chiemsee, Seka» u-..o Lav-nr, D s 28 Salzburg welche er ohne Zuthun des Papstes bestätigt, und tragt Cardinalkleidung. Der jetzige Erzbischof heisst Hierony. mus Joseph Franz von Paula, Graf von Colloredo. Die Lücken, welche durch die bekannte Auswanderung der salzburgischen Protestanten vor einigen sechzig Jahren in der Bevölkerung und im Anbaue dieses Landes gemacht worden, sind noch lange nicht wieder ausgefüllt. Man irrt stch, wenn man die Veranlassung dieses seltenen Auftrittes überhaupt den Rcligionsgrundsätzcn zuschreibt, die sich zur Zeit der Reformation in dieses Gebirge eingeschlichen haben. Aus den Acten ergibt sich, dass gar wenige einen deutlichen Begriff von dem augs- turgischen oder helvetischen Glaubens, bekenntnisse hatten. Diese Grundsätze mögen wohl etwas beygetragen haben; aber die meisten dieser neuen Protestanten sind es durch eigenes Brüten und durch Unterredungen unter ebnen geworden, wozu sie selbst den Stoff au- den katholischen Predigten und Reli- -ionsbüchern nahmen. Hatte man ihnen eine unbedingte Religion-freyheit im Lande gestaltet, so hätten sie gewiss eine ganz neue Sccte gebildet, die mit der lutherischen und calvintschcn wenig Aehnlichkeit gehabt haben würde. Die meisten derselben, die gerichtlich ver. hört wurden, antworteten auf die beyden Fragen,„ob sie sich zur lutheri. scheu»der calvinischen Kirche bekennen wollten," geradezu: Nein; zu keiner von beyden. Wir glauben nur nicht, waS unsereMiibürgerglauben, sondern hol- ten uns bloß an die Schrift. Es war eine durch verschiedene Umstände vek. anlasste Empörung des Menschenverstandes, woran die Reformatoren des röten Jahrhunderts wenig Theil hatten. Bauern und Handwerker machten Prediger in ihren Häusern,»der unter ei- Salzburg nein Baume an einem entlegene« Orte. Kurz, dirse Leute waren fast ganz allein ihre eigenen Lehrer. Erst als sie sich wegen der Bedrückungen ihres Landesherr,, um fremden Schutz umsehen mussten, und mit dem Könige von Preussen in Unterhandlungen standen, erklärten sie sich zu einer im deutschen Reiche durch den westphälischen Frieden pcivi- legirten Secte, weil sie sich auf keine andere Art gegen ihre gänzliche Unterdrückung sicher stellest konnten. Hieraus liess der Erzbiichof Leopold Antou Eleu. theruS, Freyherr von Firmian, den Alten Lclodcr des Jahres i/Z« in feinem Lande einen Befehl an den öffentlichen Selen ablesen, und in alle» Ge. richten kund thun, daß alle diejenige» aus dem Lande weichen sollten, welch, nicht ungesäumt zur katboliichen Reli. gioit zurück kehre» würden. Hicrz» wur- de den Unangeseffenen«Tage, den Angesessenen aber 2 bis Z Monathe Zeit gegeben. Diese kurzen Termine, und dass die evangelischen Stände schon vor dieser Bekanntmachung bey der salzbur. gischeuGesandtschast vergebliche Borstet, lnng gethan hatten, gaben Gelegenheit, dass sie sich an den Kaiser wendeten, und demselben in einem Schreiben vom Löten Januar deS Jabres 17Z2 diese Sache nachdrücklich vorstellten, wcl. cheS so viel wirkte, dass, da zumahl Schweden, Dänemark, England, Hol. land, und anbere Mächte, durch ihre Gesandten am kaiserlichen Hofe fräs. tige Vorstellungen thun liessen, der Reichshofrath, Baron von Grntilotti, nach Salzburg geschickt wurde, um zum Besten dieser Protestanten einige Auftrage auszurichten. Inzwischen wa. ren schon viele von ihnen im November und December ausgewandert, von welchen sich einigeTausend in das branden» burgische Preussen, und einige nach Holland, England und Schweden wendeten- Salzburg Die Zahl der Ausgewanderten betragt gegen 20000 Seelen. Der König von Preussen schickte zwey Commissare hier. her, die das Eigenthum derjenigen, Sie sich in seine Lande begaben, besor. gen mußten, und den größten Theil der Gelder, welcher aus dem Vertan- se der Häuser, Güter und des Sera. thes der Abgezogene» gelöst wurde, aus dem Lande trugen. Noch bis, ,'etzt gibt eS in dem ganzen Gebirge viele Anhänger dieser»euer, Lehre. Salzburg, ssuvsviuin, LalisburZium, die Hauptstadt des Eczstiftes gleiches Nahmens, und die Residenz des Erz. bischofs, welche am Flusse Salza liegt, der sie in zwey ungleiche Theile tbeilk, die durch eine bedeckte Brücke vereinigt werden. Sielst durch Natur und Kunst gut befestiget. Auf der Westseite deS Flusses, auf welcher der größere Theil -er Stadt liegt, erhebt sich aus einer weiten Ebene ein hoher, runder, stei- lcr und harter Fels, der das Schloß wie eine Krone trägt. Vom Fuße die. ses Felsen zieht sich längs dem Strome herab, in einer geringen Entfernung von demselben, um diesen Theil der Stadt her ein langer Berg von festem Sandstein, der fo wohl von innen als von außen senkrecht wie eine Mauer abgehauen, und mehrere hundert Fuß hoch ist. Auf diesem natürlichen Walle, der weit über die hohen Häuser der Stadt empor ragt, steht ein starkes Gehölze, und es liegen verschiedene Landgüter darauf. Man hat an einem Orte, wo er gegen 60 Schritte breit ist, ein schönes Thor durchgeholten. Auf der andern Seite des Flusses steht der abenteuerlichste Fels, den man sehen mag, welcher gegen eine schöne Ebene ab» wärts des Stroms eine von der Natur abgehauene nackte Wand kehrt, die eine halbe Stunde lang, und in der Mitte gegen.;oo Fuß hoch ist Dir Salzburg-g Stadt ist sehr schön, wiewohl sie etwas enge Straßen hat,»nd ihr Umfang mag ungefähr Looo geometrische Schritte betragen. Man zählt hier ge. gen 18000 Einwohner. Die Häuser sind hoch, und durchaus von Steinen ge. bauet. Die Mauern gehen»ach italie« nischer Art über die flachen Dächer hinauf, so daß man auf deuselben durch lange Straßen gehen kann. Die Me- tropolitankirche St. Rupert ist eins der prächtigsten und merkwürdigsten Gebäude, und nach dem verkleinerten und simplisicirten Risse der Pcterskirche zu Rom in großen Ouaderstncken ausgeführt. Das Portal ist von Marmor, und das Ganze mit Kupfer gedeckt. Bor dem Portale befindet sich ein großer vier- eckiger Platz, der mit Schwibbogen und Gallerten eingefaßt ist, und a» denselben stoßen die erzbischöfliche Residenz und die Abtey St. Peter. Mitten auf die. sem Platze steht eine schöne Statue der Jungfrau Maria von Bley in über. menschlicher G. Lße. Zu beyden Seiten der Kirche gibt es große mit schönen Gebäuden umgebene Platze. Mitten auf dem zur Linke» steht eine der prächtig« st-n Fontäne» von Marmor. Das hie. sige Domcapitel besteht aus 24 Perso. »>-n, und die Domkirche entdalt fünf Orgel» und einen beträchtlichen Schatz. Das a» der Südseite liegende befestigte Bergschloß Hohensülzburg, welche- jährlich nur ein Mahl zum Besehen geöffnet wird, und die erzbischöflichen Residenzen sind nächst der Mettopoli- tankirche vor andern merkwürdig. Zu dem fürstlichen Pallaste, welcher der neue Bau genannt wird, werden die Landtage und Collegienveesammlungen gehalten; imgkeichen befindet sich hier die Hofbibliothek. Der vorkreffuche Sommerpallast Mirabclla mit seiner Capeüe und Garte», die lobrouifchc« und khüneburgischen, wie auch einiger 30 Salzburg Salzdalum Capiiularen Palläste, iwgleicben die Z«ahäuler und die Martiälle, welche lcßic ei, denen zu Marseille vorgezogen w-rocii, sind irhenswürdig. Salzdurz hüt i> Hanptkirchen, nnrer welchen die Ki-che zu Si, Peter die älteste ist, 8 Klöster. ,,„d L Hospitäler. Das Vene- dtctine^ klester bey der Peterskirche ent. hält eine beträchtliche Bibliothek, und im Kloster S«. Stephan steht des Theo» pd: astn» Paraeelsus Grabmahl. JmJah. re 1617 bekam diese Stadt ein Gym« nafiiim, und bald darauf wurde von dem damahligen Eczbischnfe und Gra. fen von Lodron im Jahre 162Z eine Universität gestiftet, welche Kaiser Ferdinand ll.bestätigte: PapstUrbanVIII. versah sie im Jahre 162F mit akademischen Privilegien, und seil dem Iah- re 1623 bat ste alle Facultäten. Sie ist den Benedictinern übergeben worden, und bat eine vortreffliche Kirche. Junge Geistliche werde» in dem Collegio Va- leriani gebildet, und in dem ruprechti» schen und lodronischen erziehet man junge Adelige. Drey Viertelstunden von hier liegt Las Lustschloß Klcßheim, das Fasanenbaus Belvedcre, und rMeile da. von das vortreffliche Salzwerk Halle in der Halle. Im Jahre>6yy stürzte ein Berg bey dem Nicolauslhore ein, wodurch die Sladt viel litt, und über A»c» Menschen verschüttet wurden. Salzburg, ein mittelmäßiger Marktflecken in der Earlsburger und Weisenburger Gespanschaft in Sieben. Lirgen, i Meile von Hcrmannstadt, wo man gute Salzwcrke findet. Salzburg, s. Neustadt an der Säle. Salzburg, s. Svvar. Salzdalum oder Salzdalen, ein Amt von acht Dörfern im Fürstenthume Wol. fendütiel im niedcrsächfischen Kreise. Das Dorf Dalzdalum. welches eine kleine Stunde von Wolfenbüttei liegt, har seinen Nahmen von einem nicht weit Salzdalum von demselben gelegenen bcttächtlichcs Salzwerke, welches schon im ,Zien Jahrhunbrrie bekannt war. Hier wurden ehemahls die Landtage dieses Für- stenihu'.ns gehalten. Heut zu Tag- macht diesen Ort das vortreffliche fürstliche Lustschloß berühmt, welches Herzog An- ton Ulrich erbaue» lie». Der schönen und kostbaren Auszierung, und des sehr reißenden und angenehme» Gartens nicht zu gedenken, so enthält dasselbe in seiner großen Gallerie, welche-oo Schuhe lang, Ls breit, und 40 hoch ist, eine» wichtigen Schaß von mehr als tausend vortrefflichen Gemählden, die von den berühmtesten Künstlern ge. schildert find. Die kleine Gallerie, wel- ch« 60 Schuhe lang, und einige 20 breit ist, ist gleichfalls mit oortrefflichen Schil. dereyen angefüllt. Am Ende derselbe« befindet sich zu rechter Hand ein große« Eabinett, in welchem ehemahls über tausend Stück kostbarer gemahlter und cmaillirter Geschirre von Schüsseln, Bouieillen und Salzfässern RaphaelS von Urbino auf das schönste aufgestellt waren, die jeßt nach Braunschweig in die Kuilstkammer gebracht worden sind. An der linken Seite dieser kleinen Gallerie, gegen dem eben beschriebenen Cabinette über, steht man ein großes Porzellaneabineit, welches über 8«vc» Stücke große Töpfe, Schüsseln, Auf. säße u. f. f, enthalt. An die große Gallerie sind sechs kleine Cabinette an. gehängt, welche ehemahls mit Selten, heilen der Natur und Kunst angefüllt waren, die fich aber jetzt zu Braun, schweig befinden. Die Echloßcspelle ist schön, und das darin befindliche Grabmahl des Herzogs Anion Ulrich ist we. gen des orientalischen Granits und der Gemählde sehe.iswerth. Nabe bcy'der. selben und an der großen Orangerie steh, ein evangelisches Jii'kgfruuenflosier, welches hex eben genannte Herzog und Srljdctfnrt Lalzius^l «nd seine Gemahlinn für eine adelige Domina und iZ Jungfrauen stifteten, Welche täglich zwey Mahl in der Schloß» rapelle Beihstunden hatten. Es bar ei- ne» Propst, und übrigen? ist Salzds- lnm der Sitz eines Superintendenten. Salzderfurl, ein Flecken im Hochstiste Hildesheim im nicdeefächsikcheri Kreise, welcher gegen Güdoste» liegt, ein Salz- weck hat, und denen von Stcinderg gehört. Geize, ki» kleiner Fluß am Harze in der Grafschaft Hohenstein, der durch das lisrdhäusifchc Gebieth fließt, und sich bey der Werdcrbrücke in die Heime ergießt. Salze, ein Fluß in der Grafschaft ManS- seld, welcher aus dem salzigen See kommt, und sich bey dem Dorfe Salz- mündc in dir Saale ergicßk- Salzc, s. Groß salze. Salze, s. Münder. Gaizqiller oder Salzliebenhall, ein Flecken mit einem ziemlich ergiebigen Salz- werke im Bisthume Hildeshcim im nic- dersächsischen Kreise, welches dem chur- und fürstlichen Hause Braunschivelglü- »eburg gemeinschaftlich gehört. Die Vorstadt des Fleckens heißt Versalz. Salzaraf, in einigen Gegenden der Vorgesetzte eine- Salzwcrkes, welcher an manchen Orten auch der Salzgräfe heißt. Dalzheinmendorf, ei» Flecken im Amte Lauenstem im Fnrstenihume'Ealenberg im niedersächstschen Kreift, welcher drey ergiebige Salzbrunnen hat, deren Sohle in zwölf Kochen gesotten wird, unter welchen drey dem Landesherrn und neu» den Gcwcrke» gehören. Saiziline, eine Etstcrcicnser Nonnenahtey in trr Grafschaft Namur, welche nahe bey Namur an der Sambre liegt. Salzttiscl, eine von den Inseln des grünen Vorgebirges in Afrika. Sie ist voll Galjtachni, und übrigens ganz unfruchtbar. Salzjanker Salzwedel Z» Salzjunker, in einigen Sakzwerken die. jenigcn Patricier oder Adeligen, welche einen eigenthümlichen Ancheil an einem Salzwerke haben, und auch Pfannec genannt werden. Sülzkolhe, in den Salzverken eine So. the, das ist Hütte, tt> welcher das gemeine Süchensalz aus der Salzsohle bereitet wird. Salzkskhen oder Salzkotten, eine kleine Stadt im Hochstifte Paderborn im wcst. phalischen Kreise, welche eine Meile von Paderborn liegt, und gute Salzwer. ke hat. Salzschlierf, ein Amt und Kirchdorf im HochflifteFulda im oberrheinischen Kreise. wo sich sehr ergiebiges Salzwerk befindet. Saizitflen, Salzufeln oder Ufelu, eine ziemiiche Stadt und Amt an der Sal- za in der Grafschaft Lippe im wesiphä« lifchen Kreise, welche einen ergiebigen Salzbrunnen hat, und dem Grafen von Lipp- Detmold gehört. Satzungen. eine kleine Stadt und Amt an der Werra im sachsenmeiiiungischen Antheile am Fürsteiuhiiwe C.burg im obersachsischcn Kreise, welche ihren Rahme» von zwey Salzbrunnen dat, von denen der beste in der Stadt, der geringere aber vor derselben angrtrof- fe» wird. Das hiesige alie SchloßSchne- pfeiiburg liegt aus einer Höhe. Eine Viertelstunde von der Sla l ist bey dem so genaniiien Grundhofc ein Sauerbrunnen. welcher so wohl zum Trinken als zum Baden gebraucht wird. Salzwedel, eine Stadt i» einer niedrigen und morastigen Gegend a» der I je oder Jetze in der All mark im Lbursiirsten- thuine Brandenburg. Sie besteht aus der Alt. und Neustadt, von welcher jede ihren besondern Umfang, ihre Thore, S'raßen und Ki ch n, beyde jetzt aber einen gemeinschaftlichen Magistrat bähen. In der Aiistad» befindet sich die ZS Samana Samaritaner Gamarita» Marienkirche, bey welcher ehemahls eine Propstey war, und jetzt ein Superintendent stehet. Die zwey Kirchen der vormahligen hiesige» Klöster sind noch in gutem Stande. Die Schulen der Alt- und Neustadt sind im Jahre 1744 in eine einzige verwandelt worden, welche in der Altstadt gehalten wird. Die hiesige alte Burggehörteincm vonNoel eigenthümlich zu. Die Hauptnahrung der Einwohner besteht im Bierbrauen, im Luchmachen, in Dorsche- Fries. und Strumpfmanufacturen, und verschiedenen Handwerke»; auch wird hier viele Leinwand von mancherley Gewebe, Mustern und Farbe verfertigt, und starker Handel mit derselben getrieben. Samana, eine kleine Insel in der Nach. barschaft von Hispaniola oder St. Do- mingo in Mittelamerika, welche den Franzosen gehört. Samara, eine im Jahre erbauet«: Stadt in der siinbirskische» Statthal- terschaft im asiatischen Rußland. Sie liegt an einer Höhe an der Wolga, welche hier die Samara aufnimmt, und ist mit Pallisaden und einigen hölzernen Thürmen umgeben. Im Winter ist sie der Sammelplatz der kasimofschen handelnden Tartarn, welche hierher die Lämmerfelle bringen, die sie von den Kirgisen eingetauscht haben, diesel- ben aussuchen„nd zusammen nähen lassen, ehe sie sie nach Moskau und nach andern Orten führen. Samaria,»or Alters eine große und prächtige Stadt in Palästina in Asien, «eiche die Residenz einiger jüdischen Könige war. Jetzt liegt sie wüste, und enthalt nur elende Hütten, die von Türken und Christen bewohnt werden. Ihr heutiger Nahme ist Schemrin oder Schamrum. Samaritaner oder Samariter, ein Glied einer jüdischen Secte, zu welcher Sal- «anasser, König von Assyrien, ungefähr ums Jahr der WeltZL82 die Ver. anlaffuiig war, indem er zu dieser Zeit Samaria zerstörte, den größte» Theil der israelitischen zehn Stämme hinweg führte, und andere Völker in die Plätze der Juden setzte. Diese Völker waren aus Babel, von Ava,Hemath, Sepharphaun, und vornehmlich ein großer Theil aus Cutha; daher die Samariter anchzuweiien Cuthaer genannt werde«. Aus den im Lande zurück gebliebenen Jsraeliten und den neu angekommenen Heide» wurde nach und nach nur ein Volk, das der Religion nach weder ganz jüdisch„och ganz heidnisch war. In diesem Zustande blieben sie bis auf die Zeit, da Esra und Rehe- mia Jerusalem mit guten Einrichtungen versahen. Da geschah es, daß vornehm- lich auf Antrieb des Nehemia die Zu- ben alle fremden Weiber von sich thaten, mit welchen sie verehelichet waren, besonders aber die samuritanischen s weil die Samaritaner oder Chuläer die Juden an ihrem Tempclbaue verhindert hatten. Nun war Manasses, der Bruder des hohen Priesters Jaddi, mit der Tochter des Gauneballats, des Fürsten der Chutäer, vermählt, und liebte seine Gemahlinn dergestalt, daß er sich nicht von ihr trennen wollte. Er reiste daher zu feinem Schwiegervater, und dieser baucte auf dem Berge Ganz«,» einen Tempel, wie der zu Jerusalem war, und machte den Manasses zum hohen Priester. Hierauf gab sich Manasses alle Mühe, das Heidenthum auszurotten, und die alte jüdische Religion einzuführen. Indessen wurde dieses neuen Tempels wegen der Haß zwischen den Samaritaner» und Juden»och größer. Die Samariter nahmen nichts als die fünf Bücher Mosis an, hielten aber den Sabbath sehr genau, brachten ihreOpfer auf dem Berge Garizim, und erwarte« len wie die andern Jude» einen Mes- ier. Zeit heil nii- die kker -h, rosa« !INt Lege- ach ach sch sie Heien m- !u- >a- >a» n.: dir ert n- >er ken eich sie nd km m -s- n- »t !Il N r. ie n e- Samarkand Sambilo» fiaS. Ihre Trennung von den Juden dauert»och bis jetzt fort, und sie haben auch andere Ceremonien als dieselben. Gegenwärtig halten sie sich zu Gaza, Sichern, Tamas, Kairo und in andern niorgenländischen Städten auf. Samarkand oder Mavar-ennahr,1>atis- oxisnia, eine Landschaft nebst einer großen und volkreichen Stadt am Flusse Sogd in der großen Bucharey in der asiatischen Tartarep, welche ehemahls die Residenz des bekannten TamerlanS war. Sie ist der Sitz einer muhamme- danischen berühmten hohen Schule, hat wohl gebaucle steinerne Häuser, und verfertigt gutes Papier aus Seide. Der hiesige Chan hak ein geräumiges Schloß, welches aber gewöhnlich nur auf einige Monathe bewohnt wird, indem man sich hier zu Landc lieber unter Zelten aufhält. In der umliegenden Gegend wachsen viele schöne Melonen und Weintrauben. Samatan, ei» Städtchen mit einem festen Bergschloffe an der Save in der Landschaft ComengcS in Gascogne in Frankreich. Sambales oder Samballes, sehr viele große und kleine Inseln an der Nordseile der Provinz Darren in Nordamerika, welche sich gegen 70 italienische Meilen längs gedachter Provinz gegen Nordwesten, bis an das Capo Samba- les erstrecken. Einige unter denselben haben gute Häfen und Buchten. Sambas, die Residenzstadt eines Königs auf der Insel Bornes in Ostindien, die einen guten Hafen hat. Sambek, ein Marktflecken und Schloß in einer Ebene zwischen angenehmen Bergen in den vereinigten Gespaiischaf- ten Pesth, Pilisch und ScholthinNie- derungarn, welche zu den Krongülern gehören. Sambiloii, neun kleine Inseln in der Meerenge von Malacca in Asien, welche tür die Schiffe sehr gefährlich s,»». slVBand.) Samblaue Samojrde« ZZ Samblanceau, ein Fort auf der franzö. fischen Insel Ne, welches die Meerenge Pertuis d'Antioche beschützt. Sambor, eine Stadt im Kreise gleiches Nahmens im Königreiche Galizicn. Sie liegt am Dniester, und hat ein Schloß. Uebrigens begreift der Samborer Kreis einen Theil der ehemahligen Woiwodschaft Aothrußland. Sambre, 8nba, Labis, ein Fluß, der im Hcnnegau drittehalb Meilen von Landrecy entspringt, und sich zu Na- mur in die MaaS ergießt. Samkova, eine Stadt im Gebirge in der sardikschenSandschakschaft in Bulgarien. Sambuamgan, der Hauplort des spanischen Antheils der ostindischen Insel Magindanao oder Mindanao, von welcher ein Vorgebirge den Nahmen hat. Sameland, s. Lappland. Samija oder Schemija, eine von den aleutischen Inseln auf dem kamtscharki« scheu Meere, welche im Jahre 17^4 von den Russen entdeckt wurde. Sammet, ein feinhaariges seidenes Gewebe, dessen linke Seite einen Gros de Tour-Grund bildet. Der Sammet besteht aus doppelten einzelnen Fäden, welche man im Weben über die Oberstäche hervor gehen läßt, und sie hernach aufschneidet. Gerissener Sammet ist derjenige, woran die Fäden nicht ausgeschnitten sind, und in den geblümten oder gcschornen Sammet werden die Blume» oder andere Figuren mit besondern Schere» hinein geschoren. Samoen, eine kleine Stadt am Flüßchen Clevia in der Landschaft Faucignp in Savoycn. Samojeden, eine ziemlich ausgebreitete Nation, welche eine große Strecke von der Küste des Eismeeres so wohl im europäischen als vornehmlichim asiatischen Rußland bewohnt. Sie gehört zu derjenigen Menschenart, welche man Po« larmenscheu zu nenne« pstegt, das ist E Samvjedea Samojedkn solch«, die in der Gegend de- nßrdk!« chrn Polarkreises und weiter hinaufnach dem Nordpole zu wohnen. Die Samo. jeden stammen insgesammt von zwey Stämmen her, weiche Laghe undWa- nuta genannt werden. Zu einem jeden gehören gewisse Colonien, die ihre besondern Benennungen haben. Ihr ge. meinschaftlicher Nahme, den wir ihnen beylegen, ist ihnen selbst unbekannt; denn sie nennen sich entweder Ninez »der Chasowo(Mäuner). So viel ist gewiß, daß das Wort Samojeden keinen Menschenfresser, wie Einige gemeint haben, bedeutet, und daß die Samoje- ben auch keine Menschenfresser find. Sie find größten Theils klein von Statur, indem ste nicht viel über 4 Fuss zu wachsen pflegen; doch gibt eS auch solche unter ihnen, die bis 6 Schuh groß sind. Sie haben kurze Füße, dicke Köpfe, «ine platte unangenehme Gefichtsbil- dung, kleine aber längliche Auge«,-r». ße Obren, platt« Nasen mit großen Seitenflügeln und weiten Nasenlöcher», große weite Mäuler mit kleinen häßlichen Zähnen, unförmlich dicke Bäuche, aber nur magere Schenkel und dünne Arme. Ihr schwarze« glänzende« Kopfhaar ist borstig, und hängt ihnen wie Kerzen auf die Schulter herab. Ihre Gesichtsfarbe ist ein sehr gelbe« Braun. Die Männer haben wenig oder fast gar keinen Bart, und eben so wohl als die Weibspersonen gar keine Haare am Leibe. Ob ste ihnen von Natur fehlen, oder ob sie dieselben ausraufen, ist noch nicht ausgemacht. Beyde Geschlechter sind an der Gestalt und Kleidung schwer zu unterscheiden; außer daß die Weibspersonen den Rand ihres Pelze« mit Stücken Tuch einfassen, und die ganz jungen Mädchen ihr Kopfhaar in zwey oder drey Flechten zu binden'pflegen, die hinten herab hangen. Sir heirathen sehr jung, nähmlich schon im zehnte» Jahre, hören aber auch schon mit dem Zoten Jahre auf fruchtbar zu seyn. Beyde Geschlechter waschen und baden sich niemahls, und sind daher voll Schmutz, und riechen unausstehlich. Auch in ih, ren Hütten, die von Baumrinde und Fellen gemacht find, herrscht die größte Unreinlichkeit und ein unerträglicher Gestank. DaS AaS von Ochsen, Hammeln, Pferden und andern Thieren, die sie auf den Straßen finden, oder dir ihnen umfallen, hangt darin umher, und wird roh von ihnen verzehrt. Auch pflegen fie das Blut geschlachteter Renn» thiere so warm zu trinken, als e« au< den Adern kommt. Ein Mann kann nach ihren Sitten so viel Weiber nehmen, als er will; selten aber nimmt einer Mehr als fünf, und die meisten habe» nur zwey. Diese kaufen sie den Vätera für Rennthiere ab, und man versichert, daß eineeinzige oft mit hundert und mehr Rennthieren bezahlt werde. Sie können sich nach Belieben wieder von ihnen scheiden; aber da« Kaufgeld erhalten sie in diesem Falle nicht wieder. Ihr Reichthum besteht in Rennthieren. Diesen, nebst der Fischerey im Sommer, und der Jagd im Winter, haben sie ihren Unterhalt zu verdanken. Die Fi. sche essen sie gleichfalls roh. Sie glauben zwar ein höchste« Wesen, und einen mächtigen Teufel; aber fie bethen weder jene« noch diesen an. Ueber dieß haben sie ihre HauSgötzen, die sie, man weiß selbst nicht auf welche Art, zuweilen zu Rathe ziehen. Auch die Sonn« und den Mond hallen sie für Unter- gottheiten. Von der Unsterblichkeit der Seele ist ihnen etwa« bekannt; sie halten aber dafür, daß der abgeschiedene Geist aus einem Körper in den ander» wandere. GotteSdienstliche Gebräuche sollen fie ganz und gar nicht haben. Alle find einander gleich, nur daß fie die Alten hoher achten, als andere. Samondrachi Samos Sie ba-rn also auch kein Dbechaupt und keine Gesetze; nur daß sie der russischen Regierung jährlich einen Tribut an Pelzwerk entrichten müssen. Man sieht, daß ihre ganze Lebensart in hohem Grade elend genannt zu werden verdient; und doch— wer sollte es glauben!— preisen sie sich vorzüglich glücklich, und verlangen nicht, mit andern und zwar gesittete» Völker» zu tauschen. DaS macht, sie haben kci- ne andern Bedürfniss« und keine andern Begierden, als solche, die sie selbst befriedigen können. Samondrachi, 8-imotkrace, vLrcka- oia, eine Insel auf dem Archipelagus, welche in der Nachbarschaft der europäischen Küsten, und zwar nicht weit von Romanien liegt. Sie war vor Alters in Ansehung ihres Gottesdienstes berühmt, der hier den Göttern, Nahmens Kabiri, geleistet wurde, die man fo hoch achtete, daß eS für eine unehr- rrdielhige Handlung angesehen ward, ihren Nahmen auch nur auSzusprechen. Die Stadt Samondrachi liegt auf einem hohen Berge, von welchem sie ihren geräumige» Hafen übersehen kann. Samos, Lulläm- eVckulki, eine große »nd fruchtbare Insel im Archipelagus, welche ungefähr ,ooo Schritte von der Küste Kleinasiens, der Stadt EphesuS gegenüberliegt. Ihre Einwohner, welche auf ,2000 geschätzt werden, sind Griechen, die sich in schlechten Umstän« gen befinden, obgleich mit Wein, Seide«nd Bauholz starker Handel getrieben wird. Sie ist deßwegen berühmt, weil hier zuerst Gefäße von Thon verfertigt worden, welche dem Porzellan sehr nahe kommen, und hier wächst auch ein vortrefflicher MuScatenwein. Py- thagoras und PolykraieS sind hier geboren In der Hauv'stad« Cora haben ter Aga und der Ladi, wie auch ein «riechischer Erzbischof ihren Sltz. Samos Saa«^ Samos, Samosch, Lramor, der Nahme zweyer Flüsse in Siebenbirgen, von welchen der so genannte große SamoS hinter der Stadt Bistritz entspringt, bey DeeS den kleinen GzamoS zu sich nimmt, von wo sie zusammen durch Un» gärn und in die Theis fließen. Saiusoe oder Sams,Samsoa, 8amus Oallica, eine kleineJnscl zwischen der Insel Seeland an der Küste von Jüt- land, über Fünen in Dänemark, welche dem Grafen von Danneskioldsam- so« gehört. Sie ist drey Meilen lang, eine breit, und sehr fruchtbar, hat schö. ne Jagcreyen und gute Lämmerzucht. Die Einwohner sind meistens wohlhabende Leute. Samosty, ein Marktflecken an der Mol» bau im Prachiner Kreise in Böhmen, welcher den Grafen von Collowrat gehört. Samum, Samiel, bey den Morgenländern der Nahme eines heißen und erstickenden WindeS, der vornehmlich in den großen Ebenen von Balsora und Alkassari, wie auch in Arabien die Ea- ravanen überfällt, und so wohl Menschen als Vieh augenblicklich tobtet und nachmahls austrocknet. Samus, s. Lephaloina. Sau, ein Fluß in Rothrußlanb in Gali- zien, welcher im carpathischen Gebirge an den ungarischen Grenzen entspringt, und sich oberhalb SondomirS in Kleinpshlen in die Weichsel ergießt. Sana, ein Fluß i» der Schweiz. der im Canton Bern entspringt, bey Freyburg vorbey gehet, und hernach in die Agar fäll,. Sana oder Sanna, die Hauptstadt der Provinz Dschedal und des ganzen glücklichen Arabien-. Sie liegt auf einem Berge, ist dir Residenz dc-LandeSderrn, und«ine berühmte Handelsstadt, in welch» vikieWechsrlgrschäfte getrieben wer» S r Z6 Sancerre S. Agata den. In ihrer Gegend gibt es die besten arabischen Pferde. Sancerre, 8incerrL, eine wohl bewohnte Stadt ander Loire in Oberberry in Frankreich, welche der Hauptort einer alten Grafschaft ist. Die Reformirtcn vertheidigten sie in den Jahren 1^69 und iF?2 tapfer, mußten sich aber im Jahre iL/Z, nachdem sie eine lange Belagerung und große Hungersnoth ausgestanden hatten, endlich ergeben, worauf die Festungswerke geschleift wurden. Sanchoan, Sancian, eine kleine Insel auf dem chinesischen Meer, bey der Küste von Kouang- tong, deren Einwohner sich vom Fischfang nähren. Aufdie- ser Insel ist FranciscuS XaveriuS gestorben. Sanct, ein aus dem Lateinischen entlehntes und im gemeinen Leben übliches Wort. welches nur den eigenthümlichen Nahmen der Heiligen ohne Artikel vorgesetzt, und alsdann als ein unabänderliches Beywort behandelt wird. Im Schreibe» wird dieses Wort gemeiniglich nur mit S. Set. oder St. ausgedrückt. S. Afta und S. Ulric, eine Benedieti- nerabtey in der Stadt Augsburg, deren Abt des Kaisers beständiger Rath und Erbcapellan ist. Er hat auch seinen Sitz und Stimme auf dem Reichstage, aber nicht aufder schwäbischen, sondern auf der rheinischen Prälatenbauk. S. Agata, ein Kloster an der Maas im Lande Kuik im holländischen Brabant, dessen Mönche Krcuzbrüder find. Sie zahlen jährlich 2000 Gulden an die Ge- neralitätSrechenkammcr, wofür sie im ruhigen Besitze ihrer alten Einkünfte bleiben. S. Agata, eine kleine königliche Doma- nenstadt in Calabria oltra in Neapel. S- Agata delle Gott,^Zatdopolis, k'Lnum 8.-ltZalkas, eine Stadt auf S. Agnes S. Amand einem Felsen im Principato oltra in Neapel. Sie hatte vor Alters den Titel einer Grafschaft; jetzt aber führt sie den Titel eines HerzogthumS, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher untre dem Erzbischofe von Benevento steht. Außer der Kathedralkirche gibt es Hier 7 Pfarrkirchen, eine Abtep und drey Mönchsklöster. S. Agnes, eine kleine Insel zwischen den sorlingischen Inseln und dem Canale von Bretagne, welche zur engländischen Landschaft Cornwall gehört. S. Agrevc, eine kleine Stadt am Fuße eines Berges in llnkerlanguedoc in Frankreich. S. A!ban,eine savoyische Festung in Italien mitten zwischen Nizza und Villa- fcanca, wo der König von Sardinien stets eine starke Besatzung hält. S. Albans, eine Stadt in Hcrtfordfhirr in England, welche ihren Nahmen von dem ersten Märterer in England führt, und aus den Trümmern der alten Stadt Veculamium entstanden ist. Hier gibt rS außer einer Ableykirche noch Z andere Kirchen, von.welchen eine aberzum öffentlichen Kaufplatze bestimmt ist. U-- brigenS schickt die Stadt Deputiere zum Parlamente. In dem benachbarten Orte GorhamSbury ist eine Bildsäule des Königs Heinrich VIII. zu sehen. S. Amand, ein Städtchen im Ländchea Puisage in OrleanoiS in Frankreich. S. Amand, eine kleine Stadt am Flusse Eher in BourbonnoiS in Frankreich. S. Amand, ein Städtchen in Unterau, vergne in Frankreich, welches bis zur Revolution dem Marquis von Broglio gehörte. S. Amand, eine kleine Stadt am Flusse Scarpe im französischen Flandern, wel. che durch den Utrechter Frieden an Frankreich kam. Der Abt der hiesigen berühmten Abtey war bis zur Revolo- E. Amarin S. Andrä > in ätel sie >ist litee «ht. hier »reden >ale hm ! ei« >nk» kta« lla- im »irr oon hrt, adt zibt >dr« um Ue- um Sr- Sehen T- m, zur sti» 'siel. an >en lu- tion Herr des QrtS. Nicht weit von hier gibt es eine mineralische Quelle. S. Amarin oder Damarin, ein Städtchen in einem schönen Lhalc gleiches Nahmens in Qberclsaß a» den Grenzen von Sundgau. Hier gibt es außer einer Csllegiatkirche»och eine Pfarrkirche. Das Schloß Friedburg oder Friedeberg, welches bey diesem Qrie stand, ist im Jahre 1637 von den Schweden eingeäschert worden. Das eben genannte Thal, durch welches die Thue fließet, hat gnlc Weiden und Eisenbergwerke. S. Ambroise, eine kleine Stadt am Flusse Ceze in Unterlanguedoc in Frankreich. S. Andeol, eine kleine Stadt in der Pro. vinz Vivarais in Unterlanguedoc in Frankreich. Sie liegt in der Gegend, wo die Ardeche in die Rhone fließt, ist der gewöhnliche Sitz des Bischofs von Visiers, und hatte bis zur Revolution zwey Klöster. Nahe bey derselben befindet sich bey der Quelle Tournes eine alte halb erhobene Arbeit mit vielen Figuren. S. Andrä vor dem Hagcnthale, ein Markt im Kreise ob dem Wienerwalde im Lande unter der Ens in Oesterreich, welcher bischöflich-passauisch ist. S. Andrä, ein Städtchen am Flusse Fier im Herzogthume Gcnevois in Savoycn. S. Andre, ein Städtchen an der Are in der Grafschaft Moriana in Savoyen, in dessen Gegend die Landstraße höchst unbequem und gefährlich ist. Die Ca- pelle S. Andre steht auf einer erschrecklichen Höhe, und enthält ein vermöge eines Gelübdes im Jahre 163» hierher gesetztes Bild, welches einen Mann vorstellet, der vor der in den Wolken erscheinende» Jungfrau Maria von Lo- rctto auf den Knien liegt. Derselbe soll ein Curiec gewesen seyn, der des Nachts mit seinem Pferde von dieser Höhe herab gestürzt, und weil er sich im Fallen seiner Patroninn empfohlen, nicht den S. Andre S. Andrews Z? geringsten Lcibrsschadcn genommen haben soll, ausgenommen daß sei» Pferd nur den Rücke» gebrochen habe. S. Andrä, eine kleine Stadt in der Land. schast Lodeve inUnterlanguedoc in Frankreich. S. Andrea, eine kleine ziemlich bewohnte Insel im Gebiethe der Repnblik Ragnsa in Dolmatien, welche eine Stadt gleiches Nahmen» hat. S. Andrer, eine Stadt im salzburgischen Gebiethe in Untcrkärnthen. Sie liegt am Flusse Lavaut in einem von demselben benannten Thale, und ist der Sitz einer Pcopstcy regulirter Chorherren, und eines BiSthums. Das letzte hat Eberhard II., Erzbischof von Salz. bürg, ungefähr im Jahre 1226 gestiftet, und der Bischof, welcher den Titel eines Reichsfürsten führt, wird Bischof von Lavant zu S. Andrer genannt. Er wird von dem Erzbischofe zu Salz. bürg ernannt, eingeweihet und bestätiget. Es gehört ihm das Schloß Lavant. S. Andreas, Szent Endre, k'nnuni 8t.^nckreae, ei» ziemlich wcitläufti- grr Marktflecken an der Donau in den vereinigten Gespauschasten Pesth, Pi- li/ch und Scholth in Nicderuugarn. Er liegt zwey Meilen von Ofen, wird von lauter nicht unirtcn Aaitzen bewohnt, und ist ein Erbgut der Grafen von Zichy. Der raitzische Bischof zu Qsen pflegt sich hier öfters aufzuhalten. S. Andreasberg, s. Andrcasberg. S. Andreasinscl, s. Andreasinsel. S. Andreasrikterorden, s. Ritterorden deS heiligen Andreas. S> Andrews,^nclreopoli5, die Hauptstadt der Grafschaft Fife in Südschot, land, welche nicht weit vom Meere liegt, und ein königlicher Flecke» ist, der einen Hafen für kleine Schiff« hat. Sie war ehemahls sehr ansehnlich, und der Sitz eines Eczbischofs, ist aber sehr in Verfall gerathen. Die ehemahlige 7»- ZK S. AndrirS S. L n n k 2 Kathedralkirche, welche dem heiligen Andreas gewidmet, und um 7 Fuß langer und 2 Fuß breiter als die Pe- terskirche in Rom war, ist jetzt ein Steinhaufen, und eben dieses Schicksal haben noch andere Kirchen und Ge» bände erfahren. Das Merkwürdigste ist hier die Univerfität, welche König Jacob I. im Jahre 1412 stiftete, und drey Collegien hatte, von welchen nur noch zwey übrig sind, nähmlich S. Sal. vators und das neue Collegium; dasS. LeonardScvllegium aber ist eingegangen. S. Andries oder S. Andreas, eine Schanze im Quartiere Nimwegen in der Provinz Geldern in den vereinigte» Niederlanden. Sie liegt nicht weit von Rossum jenseit des Canals, welcher die Waal und Maas verbindet, und besteht aus einem regelmäßigen Fünfeck, welches der Cardinal Andreas von Oesterreich im Jahre i;yy anlegte, von dem ste auch den Nahmen hat» Nicht writ davon lag ehemahls an der MaaS die Schanze Voorn oder das Fort Nassau, welche- die Franzasen im Jahre>672 schleiften, so daß wenig Uebcrrcste davon zu finden sind. S. Angelo, s. Monke S. Angel»;. S. Angelo di Lombardi, ein Städtchen mit dem Titel einer Markgrafschaft im Principalo oltra in Neapel. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Conza steht, und enthält außer der Kathedralkirche zwey Pfarrkirchen und Klöster. S. Angelv in Vado, eine Stadt am Flusse Metanro im Herzogthnme Urbino im Kirchenstaate, deren BiSihnm mit dem zu Urbania vereinigt ist. Sie hat eine Kathedralkirche, 4 Mönchs-und 4Nonnenklöster. S. Anna, eine neu angelegte russische Haupt und Grenzseffung am Don, ge. gen die tüikischen Grenzen, welche die -russische Kaiserinn Anna, nach dem Bel. S. Annaberg S. Antonio grader Friedensschluß mit der Pforte, anstatt der geschleiften Festung Asow, erbauen ließ. S. Annaberg, s. Annaberg. S. Annaberg, s. Leßniy. S, Antioco, klumbaria, eine Insel auf dem mittelländischen Meer, 4 Meilen von den sardinischen Küsten, worauf nur etliche Dörfer, die Bleyminen haben, befindlich find. S. Ankoine, ein Flecken zwischen zwey Bergen in Unterdauphins in Frankreich, welcher seinen Ursprung einer eheinah. ligen Adtcy zu verdanken hat, die das Haupt des heiligen AntonS- Ordens und die einzige Abtey desselben war. Dieser Oeden wurde in Frankreich im Jahre »770 mir dem Johanniter-Ritterorden vereinigt. S. Antonii, S. Antonio, ein berühmtes Kloster am Fluß WolLow, 2 Morste von Nowgorod in der Stattbalter- fchaft Nowgorod im europäischen Rußland. Es ist das vornehmste in diesev Gegend, und der heilige Anton, der Stifter desselben, welcher hier im Jahre 1147 starb, liegt auch hier begraben. Hier befindet sich ein Seinina- rium zum Unterrichte junger Leute. S. Antonii in der Heide, ein großer und ansehnlicher Flecken im Amte Kempen im untern Erzstiste Cöln im chur« rheinischen Kreise, in welchem viel Leinwand gewehrt und geblcichct wird. G. Antonili, ein Städtchen am Flusse Avrirvn in der Landschaft Rouergue in Guyenne in Frankreich, welches bis zur Revolution ein Capitel und Z Klöster halte. Der vornehmste Handel der hiesigen Einwohner wird mit Saffran und schöne» großen Pflaumen getrieben. S. Antonio, eine Insel beS grünen Bor» gebirgrS auf dem atlantischen Meere in Wcstafrika, welche den Portugiesen gehört. Sie enthält zwey Berge, welche e, r, ri r- st- tt- b, b- »s ,d -e re !!t r» k. r r i- i» >. r >» st >. e r S r n - » r r S. An<»nio S. Aubin nicht viel niedriger sind, als der Beer Pico. S. Anionnio oder Nostra Senhora di Necessitad, die Hauptstadt der Insel S. Cacharina in Slio Janeiro im por- tugiesischen Südamerika. V. Antonüflüffe, zwey Flüsse in der Ca. pikania von Pernamdueo in Brasilien in Südamerika, von welchen der größere auch Kuaraiguazu, der kleinere aber Guaraimiri genannt wird. S. Antonio, s. Gnetaria. S. Arcangclo, ein Städtchen mit dem Titel eines Fürstenthums in der Land. schaft Mater« oder Basilicata in Neapel. S. Arundel oder S. Arunal, eine ehe. niablige Abley eine halbe Stunde von Saarbcück in der Grasschaft Saarbrück im oberrheinische» Kreise, welche im westphälischen Frieden secularisirt wurde, so daß die Einkünfte derselben zur Unterhaltung der evangelischen Kirchen, Prediger, Schulen und der Armen an. gewendet werden. S. Asavh, eine kleine und arme Stadt am Fluffe Cluyd in Flintshire in Northwales in England, welche der Sitz eines Bi> schofs ist, der unter dem Erzbischofe von Canterbury steht, und Za Pfund Sterling Einkünfte hat. S. Ascension, eine portugiesische unbewohnte Insel in Westafrika, die man bisweilen auch zu Amerika rechnet, und einen guten Hafen hak. S. Ascnfio, ein großer Flecken in der Provinz BurgoS in Altcastilien in Spa« nie». S. Aubin, dem Range nach die zweyte Stadt auf der englandischeu Insel Aer« ftp, welche den besten Hafen hat, den ein Fort beschützt. S. Aubin de Ponance, s. Poauce. D. Aubin du Cormicr, ei» Städtchen in Obcrbrctagne in Frankreich, bey welchem-je Britannier und ihre Bun- S. Augustin S. Beume Z- desaenoffen im Jahre>488 das Kriegsherr Carls VIII. besiegten. S. Augustin, die Hauptstadt in Osiflo« rida im spanischen Nordamerika, wel. che an der östlichen Küste der Halbin- sel Tegeste liegt. Sie hat einen vor- trefflichen Hafen, ist etwas befestigt, und hat ein Fort, Nahmens S. John. S. Augustin, Capo di S. Augustin», ein Vorgebirge in der Capitania Per» »ambuco in Brasilien, in Sndameri» ka, wo die Portugiese» ein starkes Fort erbauet haben. S. Avauld oder S. Avold, ein Städt. che» in Lothringen in Frankreich, wel. ches bis zur Revolution eine Abley hatte. S. Barbara, eine Meerenge des stillen Meeres zwischen der Halbinsel Califor» nien und vielen kleinen Inseln in Nordamerika. S. Barkhelemi, IrrlulL 8. Lartliolo- rnaei, eine von den kleinen Antillen in Mittclamerika, welche zu den carai. bischen Insel» gerechnet wird. Sie ist mit Buschwerk bewachsen, und kommt in Absicht ihrer Größe und Beschaf» fenheit des Bodens in keine Betrach- * tung; ihre gute Lage und ihre vorzüglichen Häfen aber machen sie erheblich. Sie liefert etwas Baumwolle, viel Tabak, Cassave, Caffia, Machianell, Ta» marinden, Sassafras und Aloe. Sie gehörte den Franzosen, welchen siedle Engländer im Jahre 178« abnahmen; seit dem Jahre>784 aber ist sie ein Eigenthum der Schweden. Hier best»- det sich der Freyhafen Carcnagc. S. Bartholomäus, eine. von den neuhe- bridischeu Inseln in Australien in Südindien. S. Baume oder S. Beaume, ein berühmter Ort auf einem hohen felsigen Berge in der Uuterprovence in Frankreich. Auf diesem Berge befindet sich eine Grotte, in welcher die heilige Mag- jo S. Beat S. Benedeit» S. Benoit S. Bitt dalena, der Lazarus Schwester,Z» Iah« re lang gebüßt haben soll. Man hat dieselbe in eine Kirche verwandelt, bey welcher ein Kloster steht. S. Beat, ein Städtchen mit einem Schlosse in Obcrlangncdoc in Frankreich. Es liegt zwischen zwey Bergen beym Zu. fammenfluffe der Garonne und Pique, und wirb durch die letztere in zwey Theile getheilt. Alle Häuser sind von Marmor, weil man hier keine andern Steine hat. Es ist hier ein Priorat. Der Handel mit Vieh, Pferden und Maul. eseln ist ansehnlich, und es geht durch diesen Ort die Landstraße nach Spanien durch dar Thal Aran. S. Bees, ein Flecken beym Vorgebirge gleiches Nahmens, in der Landschaft Cumberland in England. Er hat eine gute Freyschule. S. Benedek, k'anum 8. Leneckicti, ei» ehemahliger Benedictinerkloster in der Barscher Gespanschaft in Nieder, ungarn, welcher nun dem Capitel zu Grau gehört. Er liegt auf dem hohen Ufer des Flusses Gran, ist befestiget, und hat daher die Gestalt eines Schlosser. Neben demselben liegt ein Marktflecken gleicher Nahmens. S. Benedek, k'nnum 8. Lsneckicti, ein Schloß auf einem hohen Hügel am kleinen Flusse Szauiosch in der Clausen. bnrger Gespanlchaft im Großfürsten- thume Siebenbirge», welcher der kor- nischcn Familie gehört. S. Benedetlo, eine Lenedictinerabtcy am Fluffe Po im Herzogthume Mankua, welche keinem Kloster in Italien an Re chthum und Pracht etwas nachgibt. Hier ist die Gräfinn MathildiS gestorben und begraben. S. Benebelt» Ullano, eine ehemahlige und berühmt gewesene Abtey in Cala- bria citra im Königreiche Neapel. Hier wohnt ein griechischer Bischof, der aber in-er That nur ein Vicariur der rö- mischkatholischcn Bischöfe von Vifigna- no, Roffano, Cassa,,» und Anglona ist. Die griechischen Familien, welche unter seiner Aufsicht stehen, haben drey Kirchen. S. Benoit oderAniane, eine kleine Stadt bey dem Flusse Anre in Oberlanguedoc in Frankreich. Es befindet sich hiereine alte Benedictinerabley, und man handelt stark mit Weinstein. S. Bernard, eine reiche Cistercienser Mönchsabtey an der Scheid« im Her- zogthume Brabant unweit Antwerpen. S- Bernhard, ein ehemahliges Cister. cienser Nonnenkloster im Kreise ob dem MannhariSberge im Lande unter der E»S in Oesterreich, welches Otto von Meissau im issten Jahrhunderte stiftete. Es kam nachmahls an die Jesuiten zu Wien, welche das akademische Col- legium bewohnten. S. Bernhard, insgemein der große Bernhard, ein entsetzlich hohes Gebirge, welches man ersteigen muß, wenn man aus dem Walliserlandc in-er Schweiz nach Italien reisen will. Man braucht Z Tage, ehe man den Gipfel dieser Berges erreiche» kann. Auf der Spitze liegt die reiche Abtey S. Bernhard, in welcher alle Reisenden ,z Tage frey bewirthet werden, damit sie auf der Reise nicht verschmachten. Das Gebirge, welches der kleine Bernhard genannt wird, liegt an der Grenze von Savoyen. S. Bcrtrand, die Hauptstadt der ehemahligen Grafschaft Caneuges in GaS- cogne in Frankreich. Sie ist klein, und liegt auf einer Höhe an der Garoync. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzbischofe von Ausch, halte einen Kirch- sprengel von 200 Pfarren, und ward am römischen Hofe auf 4000 Gulden taxier. In dieser Gegend lag ehemahls die Sradt Lugdunum Conveiiaruni. S. Bill im Lebcnhale, eine Stadt im Herzogthume Lothringen. Sie liegt am s. B lasii S. Bonisae S. Brieux 4» »na, .ist. nter Kir- tadt edoc eine »an- aser >er- oen. ker, dem der von i steilen !ol- 'rn- -ae, nan veiz lcht Zerlegt oel- oir- eise vel- ird, !he. »as- und nie. 'ein rch- ard den Hls im am Fuße des wasgauischen Gebirges unter dem Schlosse Kunigsburg oder Kuus- burg, welches Herzog Leopold wieder hat aufbauen lassen, und war der Sitz einer königlichen Vogtey. S. Blasn, eine berühmte und reiche Bc- nedicliiierabtcy am Schwarzwalde im österreichischen Breisgau in Schwaben zwischen Waldshul uad Villingen. Sie besitzt die vorderösterrcichischen Herrschaften Boniidorf, Skauffen, Kirchho. sen, Gurtweil und Oberried; ein Sil. berbergwerk zu Döktna», das Halsge. richt über das Dorf Iiezen, und den halben Theil von der Herrschaft uud Festung Gmtenbcrg an der Schlucht, imgleichen Betmaringen, Berow und das ganze Thal Dettnow und Schöaau. Der Abt war ehemahls wegen S. Blasii ein unmittelbarer Reichsstand; allein nachdem er von Oesterreich eximirt worden, erscheint er nur aufden schwäbischen Kreistagen, wiewohl er dennoch wegen der Grafschaft Bondorf ein Reichsstand ist. Im Jahre 1747 wurde er in den Reichsfürstenstand erhoben, und ist kaiserlicher Erbhoscapellan in den vorderösterrrichifchen Lande». Das sehr ansehnliche Kloster, welches durch bie im Jahre 1768 erlittene Einäscherung eine sehr kostbare Bibliothek verlor, ist prächtig wieder erbauet morden, und enthalt seit dem Jahre 1770 eine Gruft des rrzherzsglichen österreichischen Hauses, worin verschiedene Leichen, die bisher in der Baseler Domkirche und dem Berner Kloster Köuigs- feldcn lagen, beygesetzt worden sind. S. Blast!, ein ehemahliges Stift und Kloster z» Nordheim im Fürstenthume Calcnberg im niedersächsischen Kreise. Otto, Herzog von Bayern, gcborner Graf von Nordheim, hat es im Jahre ivL i sür Beiiei ieliner Mönche und Non. neu gestiftet, sein Enkel, Siegfried Grasvon Bomcncburg, im Jahre licht (IV. Band.) bestätigt und beschenkt, Herzog Otto von Braunschweig aber hat im Jahre i2Zch befohlen, daß die Nonnen wcg geschafft werden sollten. Gegen das Jahr iL7o ging das Klosterconvent ein, und der letzte Abt verließ das Kloster freywillig. Jetzt ist eS an einen Amtmann verpachtet, und es gehört das vor der Stadt Nordheim gelegene Vorwerk Güntgenburg zu demselben. S. Bonifacii, ein Stift zu Hameln im Fürstenthume Calenberg im niedcrsäch« fische» Kreise. Es besteht aus einem Propste, Dcchante und einigen Cano- nicis, und hat unter den Ständen des Fürstenthums uns der Prälatcnbank die dritte Stelle. Für den Stifter desselben wird ein gewisser Bernhard von Büren angegeben. Kaiser Carl der Große un° kergab das neue Stift mit seinen Güter» in weltlichen Dingen der Abley Fnlda, in geistlichen aber nachher dem Bislhume Minden. Es verwahrt unter seinen Reliquien einen Arm des heiligen Bonifacius, und fein Evangelien« buch. Im sechzehnte» Jahrhunderte nahm das Stift nach langem Wider- stände die lutherische Religion an, und die vorigen gottesdienstlichen Verrichtungen der Stiftspersoncn hörten auf. S. Brieux, Oppicium 8. Lrioci, eine Stadt in Oberbretagnc in Frankreich. Sie liegt zwischen zwey Bergen, die ihr die Aussicht nach dem Meere hindern, ob sie gleich nur eine halbe Meile davon entfernt ist, und einen kleinen Haft» hat. Der Bischof war bis zur Revolution Herr der Stadt, steht unter dem Erzbischofe von Tours, hat einen Kicchsprengelvon 111 Pfarren, und ward am römischen Hose auf 800 Gulden taxirt. Außer der Cathedraikirche ist hier noch eine Collegiatkirche, ein Collegium, ein Scminarium und einige Klöster. Die Straßen der Stadt sind schön, und die öffentlichen Gebäude von 8 «. Catharin S. Christ 42 S. Calai< S. Catharina gutem Ansehen. Man handelt stark mit Zwirn. S. Calais, eine kleine Stadt in Nieder- maine in Frankreich. Sie ha« eine Abtey und ein Kloster. S. Cannat, eine kleine Stadt in der Un- terproveaee in Frankreich. S. Cast, ein Dorf in Oberbrckagne in Frankrich, bey welchem im Jahre 17^8 der Nachtrab der gelandet gewesenen und sich wieder einschiffenden Engländer von französischen Truppen angegriffen ward, und eine große Niederlage erlitt. S- Catharina, Inlula 8. Catliarinas, eine Insel an der brasilianischen Küste im portugiesischen Südamerika, welche zu Capitania Aio Janeiro gehört. Sie ist fruchtbar an Bäume« und aromatischen Gewächsen, wie auch an verschiedenen Thieren und Fischen. Der hiesige Hafen ist einer der besten in ganz Süd- amerika. Sie hat an dem besten Holz zum Schiffbaue einen solchen Ueberfluß, daß man hier ganz bequem verschiedene Schiffswerste anlegen könnte. Man findet auch auf derselben viel Indigo und Cochenille; imglcichen sind hier 2 Fabriken, Wallfischthran zuzubereiten, an. gelegt. Die Zahl der hiesigen Einwoh. ner belauft sich über 8000. Diese Insel ward den 24sten Februar des Jahre« 1777 von den Spaniern erobert, im Jahre 1778 aber an dir Krone Portugal wieder zurück gegeben. G. Eatharina, ein berühmte« Kloster am Fuße des Berge« Sinai im steinichten Arabien, welches Kaiser Justinian auf dem Orte erbauet haben soll, auf welchem Moses den brennenden Busch sah. ES ist ein große« mit starken Mauern umgebene« Gebäude, welches die Wohnung eine« griechischen Erzbischofs, und Zellen für Mönche des heiligen Basi- UuS enthält. Diese« Kloster genießt große Freyheiten, und ist keiner Gerichts, backeit unterworfen. S. Carhannenbcrg. s. Catharinenberg- im Buchholz. E S. Cere, ein Städtchen in der Landschaft Oberquercy in Gnyenne in Frankreich. S. Crenin, eine kleine Stadt mit einer Collegialkirche in der Landschaft Rouer« gue in Guyenne in Frankreich. S. Chartier, Vicus l-ucsniacus, eine kleine Stadt inUnterberry in Frankreich.^ Sie hatte ehemahls den Titel eine« Für,^ stcnthums. S. Lhamont ober Chamnont, k'anum 8. Llianemuncki, eine Stadt am Flus- se Giez in der Landschaft LionnoiS in Frankreich. Sie hat ein festes Schloß. S. Chignan, mit dem Beynahmen de ia Coiine, eine kleine Stadt in Unter, languedoc in Frankreich. Sie hat ihren Ursprung der basigeo Benedictinerab, tcy zu danken. ES ist hier eine Tuch- manusactur. S. Christoph ober S. Kitts, Christo- pftori Inlula, eine von den antilllsche»^ Inseln in Mittelamcrika, welche zu de» raraibischen gerechnet wird, und ihre» Nahmen von Christoph ColumbuS hat. Sie bringt viel Zucker und viel Baumwolle, Tabak, Ingwer und Indigo her, vor, und hak einen Schwefelberg. Anfänglich besaßen sie die Franzosen und Engländer gemeinschaftlich; es dauerte aber nicht lange, so wurde sie von den letzter«, im Jahre 1700 ganz ein« genommen, wiewohl sie im Jahre»706 von den Franzose» wieder vertriebe» wurden. Endlich ward sie im Utrecht!» schon Frieden vom Jahre 171Z den Engländern völlig überlassen, die sie jetzt Kilts nennen. Bey dem am roten September des Jahres 1776 geschehenen heftigen Brande der dasigen Hauptstadt< Baffcterre geriethen auch viele Dörfer und Landsitze in Feuer. Den Tag dar- 1 auf wurde die Insel so wohl vom Mre« G. C»rsna s< 'ichtt, nberg »schast krcich. einer liouer- >, eine kreich. -Für. rnum - Flus- isis in lchloß. en de Unter» tihre» uerab- Tuch- irilto- Aschen zu den ihren !s hat. Saum- zo her« >. An- n und daucr« sie von iz ein» ! 1706 rieben rechte- 1 Eng- e jetzt : Sep- hcne« ptstadt Dörfer z dar« Mre« G. Chrsistov ,e, als durch einen heftigen Regen, dessen Wasser von den Bergen herab strömte, ganz überschwemmt. S. Lhristoval de la Laguna, eine Stadt auf der eanarischen Insel Teneriffa in Westafrika. Sie ist woh! gebauet, hat zwey Pfarrkirchen, zwey Nonnen- und vierMöachtklöster, und war ehemahls die Residenz des Gouverneurs aller cana- rischen Inseln. In ihrer Gegend wächst ein vortrefflicher Malvasierwein. S. Claude oder S. Opant, eine Stadt am Flusse Lison in der Franche Comtä jn Frankreich. Sie liegt zwischen Ber- gen, hat eine Pfarrkirche, noch eine Kirche, ein Hospital, und zählte bis zur Revolution ein Colleginm und drey Klöster. Die ehemahlige reiche Abtey ist im Jahre 174? zu einem Bisthnme erhoben worden. Der Bischof ist Duf- fragan des Erzbischofs von Lyon, und ward am römischen Hofe aus iLocrGul- den toxict. Die Kalhedralkirche, welche vormahls die Kirche der Abtey war, ist sehr schön. S. Claud, ehemahls Nogent. Issovi- Zeolum, ein Fl.cken an einem erhabenen Orte an der Seine in der Jsle de France in Frankreich. Er liegt zwey Meilen von Paris, und hat eine Colle- giatkirche, ein Kloster und ein schönes königliches Schloß, welches letztere die Herzoge von Orleans seit dem Jahre i6zg besaßen. Es ist mit vortrefflichen Gemählden gezierrt, und bar auch schö- ne Gärten mit künstlichen Waffersällcn und Springbrunnen. Es wird hier schönes Porzellan verfertiget. Ueber die Seine ist eine steinerne Brücke gebauet. Heinrich III. ist hier im Jahre ,L8Z ermordet worden. Dieser Ort wird wegen seiner Annehmlichkeit häufig von den Parisern besucht. S. Corneliimünster, s. Cvrneliimün- ster. S. Corona, s. Güldenkron. S. Croix S. Cruz 4S S. Croix, ein Städtchen in der Unter- statthalterschaft Colmar im Oberelsaß. Dieses Städtchen ist im Jahre iLZÜ für 26000 fl. gekauft worden, und hat feinen Ursprung einem im eilftrn Jahrhunderte angelegten Kloster zu danken. S. Croix,jJusei de sheiligen Kreuzes^eine von den kleinen Antillen in Mittelamerika, welche die Dänen den Franzosen im Jahre 17ZZ abkauften. Sie gehört unter die Jungferninseln, bauet schönen Zucker, und hat drey sichere Häfen. Sie enthält zwey Städte, und die evangelische Brüdergemeinde hat zu Friedensthal eine Miffionsanstalt. S. Croix, eine Insel auf dem atlantischen Meere im Königreiche Marocc» in Afrika. Sie hat einen Hafen, und eine Stadt gleiche- Nahmens, welche auch Aguer heißt. S. Croix, f. Graoosa. S.Cruz, einer der größten und vernehm» sten Flecken aus der azorischen Insel Graciosa im atlantischen Meere, welche der Krone Portugal gehört. Erliegt an einem Meerbusen, der einen Hafen macht, und durch eine Fortercffe beschützt wird, und hat eine Pfarrkirche, ein Armenhaus, und ein Kloster. S. Cruz, ein Flecken an einem Meerbusen gleiches Nahmens auf der poriugie. fischen Insel Madeira, welcher unge. fähr i2oo Einwohner hat. S. Cruz, der Haup'ort der azorischen Insel Flores, welcher ein Flecken ist, der eine Pfarrkirche und ein Kloster hat. Die Erstgebornen des markgräfli- chen Hauses Gouvea führen den gräflichen Titel von diesem Orte. S. Cruz, eine kleine Stadt mit einem guten Hafen am kleinen Golfs de Ma. taneaS an der Küste der spanischen Insel Euda in Miltelamcrika. S. Cruz, S. Croix,»vergastes, eine kleine befestigte Stadt nebst einer kleinen Citadrüt, und einem guten Ha- F» 44 S. Cruz S. Lyr G. Cyriaei S. Drai« fen, im Königreiche Sus, in Afrika. Die Portugiesen haben sie gebauet; sie ist aber von dem König von Sus eingenommen worden. S- Cruz, eine kleine offene Stadt auf der kanarischen Insel Teneriffa. Sie hat wohlgebaute Häuser, einen schönen Hafen, den zwey Schanzen bedecken, eine Pfarrkirche, und zwey Klöster. S- Cruz de la Sierra, die Hauptstadt in Südperu im spanischen Bicekönig. reiche Rio be la Plata in Südamerika. Sie liegt am Flusse Guapei. Sie ist -er Sitz eines Bischofs und eines Statthalters. S- Cyr, ein ehemahliges Augustiner Nonnenkloster i Meile von Paris, nicht weit von Versailles in Frankreich, welches die Herzoginn von Maintenon, Ludwigs XIV. heimliche Gemahlinn, im Jahre 1636 stiftete, und demselben bis zum Iah. re 1719 als Aebtiffinn vorstand, in wel. chem sie starb. Dasselbe enthielt Lo ade- lige Damen, z6 Laienschwestern, und SF0 Jungfern, welche letzten bey ih« rer Aufnahme zwischen/ und 12 Jahren seyn, ihren Adel von väterlicher Seite durch 4 Ahnen beweisen, und keinen Fehler des Leibes oder des Verstandes haben mußten. Sie blieben hier bis zu einem Alter von so Jahren, worauf diejenigen, welche Nonnen werden wollten, in die königlichen Abtepen vertheilet, und umsonst aufgenommen, die andern aber an Edelleute verhei« rathet wurden, da dann eine jede 400 Pistolen zum Brautschatze bekam, und für die Beförderung der Bräutigame gesorgt ward; oder sie wurden anch ih. reu Aeltern wieder zugeschickt. Wenn von den LO Damen eine starb, so ward ihr Platz durch die Wahl auf diesenJung. fern ersetzt. Die Laienschwestern unterrichteten sie in allen ihrem Geschlechte nöthigen Wissenschaften. Dieses Stift Hatte ssooooLivers jährlicherEinkünste, und das Kloster ist ein großes und prächtiges Gebäude. S. Cyriaci, ein evangelisches Stift zu Braunschweig, welches aus fünfDom. Herren besteht, die keine» besonder» Gottesdienst mehr haben, und deren Dechant ein Landstand ist. S. David, Dewanapatnanr, ein beträchtliches Fort und einer der beste« Handelsplätze der Engländer, auf der malabarischen Küste Coromandcl, i,, Ostindien, 12 Meilen von Tranque. bar, und 24 von Madras. Das Gebieth der englisch- ostindischen Eom, pagnie, die hier einen eigene» Gouver. neur und eine starke Garnison unterhält, erstreckt sich 8 Meilen längs der Sce- knstc, und 4 Meilen in das Land hinein. Schon seit dem Jahre 1717 befindet sich hier, mit Bewilligung den Eng, länder, eine evangelische Schule der dänischen Miffionarien. Am 2ten Zu, niuS des JahreS 17^3 wurde das Fort von den Franzosen erobert, die es schleiften, und darauf noch in eben dem Jahre wieder»erließen. S. David, eine von den bcrmudische» Inseln in Nordamerika. S. Davids, eine Stadt auf der äußersten westlichen Spitze am Meere in Pembrokeshire in Southwales in Eng. land, welche ehemahls ansehnlich war, jetzt aber in geringen Umständen, wie, wohl der Sitz eines Bischofs ist, der unter dem Erzbischofe von Canterbur» steht. S. Denis, ksnum 8. vlon/lu, eine schöne Stadt in einer fruchtbaren Ge- gend nicht weit von der Seine in der eigentlichen Jsle de France in Frank, reich; daher sie auch den Beynahme« en France führt. Sie liegt zwey kleine Stunden von Paris, und hat ihre» Ursprung einer ehemahligen berührn- ten Benedictincrabtep zu verdanke», welche schon im Jahre 600 unter hr»> s. Denis S. Disier G. Domilrg» Lönige Ckotar H. dem heiligen Diony- fius zu Ehren gestiftet ward, und in den folgenden Zelten zu verschieden Mahlen sehr verbessert wurde. Da« Hauptgebäude ist von den schönsten Qua. Serstücken vsn Grund aus neu und prach. tig aufgeführt, und hat einen schönen und regelmäßigen Garten. Die Kirche ist zwar von gothischer Bauart, aber doch schön, und enthielt nicht nur ei. uen reichen Schatz und die Reichsklei. nodien, sondern auch drn Bcgräbnist. ort der französischen Könige und ihrer Familien. Der erste König, welcher hier begraben ward, ist Dagobert, von dessen Nachfolgern hier auch viele lie. gen; doch ist diese Kirche der gewöhn, liche Begrabnißort der Könige erst un. «er dem capctschen Geschlechte gewor. den. Hier liegen auch verschiedene berühmte Männer begraben. Außer der eben genannten Kirche gibt es hier noch andere, unter welchen sich auch ei. „e Collegiatkirche befindet, und bis zur Revolution zählte man noch L Klöster. S. Denis, eine Abtey nicht weit von MonS im österreichischen Antheile an der Grafschaft Hennegau. S. Denis, der Hauptort der Insel Bour» bon in Ostafcika. S. Diez, Lanctus veoclstus, eine kleine Stadt in Lothringe» in Frank, reich. Sie wird von der Mourte durch, schnitten, liegt in einem Thals, welches Val de Galiiee genannt wird, und hat ihren Ursprung einem Kloster zu danken. Hier giebt es zweyPfarrkirckcn. S. Dimitri, eine Festung in der kauka« fischen Statthalterschaft im europäischen Rußland. S. Dister oder S. Dijier, Vnnnm 8. Dsliclerü, eine Stadt an der Marne in der Landschaft Pertois in Champagne in Frankreich. Außer einer Pfarrkirche gibt es hier ein Hospital, und bis zur Revolution zählte man noch eine Abtey 4L und r Klöster. Im Jahre>F44 wurde sie vsn Kaiser Carl V. belagert. Im Iah. re 177F litt sie großen Brandschaden. In der umliegenden Gegend gibt.es Eisenhammer. S. Domingo, oder Hrspaniola, InlulL 8. Oomiuici, eine von den vier gro- ßen antillischcn Inseln, auf dem me. xicanischen Meere, zwischen den Inseln Cuba und Porto Rieco im Mittelame. rika. Sie hat iLvo englische Meilen im Umfange, und ist als» sehr beträchtlich. Die hiesige Luft ist außerordentlich fencht nnd heiß, wird aber durch die kühlen Seelüfte sehr gemäßigt. Das mit Waldungen, Bergen, Thalern, und Flüssen sehe reizend sich darstcl. lcnde Land ist ungemein fruchtbar a« Zucker, Indigo', Baumwolle, Cacao, Kaffeh,'Tabak, Ingwer, Färbehslz, und Arzeneywaaren. Die Viehzucht ist vortrefflich, und es fehlt nicht an Pferden, Ochsen, Schweinen oc. allerley Vögeln, Fischen, un» kostbaren Baum- flüchten. Ueber dieß hat man hier so wohl See-als Steinsalz, Wachs und Honig, und findet Gold, Silber, Ku. pfer und Mineralwasser. Diese Insel gehörte ehemahls den Spaniern ganz allein; durch den Nyswicker Frieden vom Jahre 1697 aber mußte sie den nordwestlichen Theil derselben an Frank, reich abtreten, so daß jetzt die Grenze durch das von Nordosten nach Süden Gehende gemacht wird. Die Spanier besitzen alles, was gegen Osten, die Fron, zoscn hingegen alles, was gegen Westen des Gebirges liegt. Der Antheil der letzter» ist viel volkreicher, fruchtbarer und reicher, als der spanische, ob der. selbe gleich zwey Drittel, der französische hingegen nur ein Drittels beträgr. Im französischen Domingo zählt man gegen 1800 Zuckersiedereprn, sechs Hauptorte, Nahmens Port au Prince, Lcogane, S. Nicolas, Capes, Cap fran. 7»» 46 S. Domingo W eois und Guarico, und die Inseln la Dache(Kuhinseln), Gonase und Tortur. Man führt von hier, ausser den schon angeführten Produkten, jährlich viele Haute aus, und findet in dein Sande der Flüsse vielen Goldstaub. Im spanischen Antheile gibt eS noch sehr viele unbewohnte Gegenden, ungeach. «et diese Insel bey ihrerEntdeckung durch, gängig fruchtbar war; es find aber bin. nen 17 Jahren gegen Z Millionen In. dianer von den Spaniern ausgerottet, und das Land dadurch öde gemacht, und von Einwohnern entblößt worden. In dem gegenwärtigen Kriege ist ein großer Theil der französischen Besitz»», gen dmch die Engländer und Spanier erobert worden. G. Domingo, I7rbs 8. Domiruci, die Hauptstadt des spanischen Aniheils an der Insel S. Domingo. Sie liegt am Flusse Dzama, ist befestigt, groß, und wohl gebauet, hat einen guten Hafen und verschiedene prächtige Gebäude. Sie ist der Sitz einer königlichen Audienz, von welcher auch die Provinz Caracas, so wie die Insel Cuba, Portoricco, Mar. garita u. s. f. abhängen, und hat eine Universität, Rentkammer, Münze, und einen Erzbischof, der den Titel eines Primas von Indien führt. Man findet hier eine Kathedralkirche, y Klöster, ein Hospital, welches 20000Ducaten jähr- Uche Einkünfte haben soll, und eine sehr feste Ci-adelle. Der Marktplatz ist- groß und viereckig, die Straßen breit> und gerade, und überhaupt ist die La» ge der Stadt an der Mündung des oben« genannten schiffbare» Flusses sehr an. wüthig. Der größte Theil des wenigen Handels, den die Spanier noch auf die. scr Insel haben, wird aus dieser Stadt getrieben, der durch verschiedene Fe. stui,gswerke bedeckt wird. S. Domingo de la Calzada, eine Stadt am Flusse Dja oder la Glera in der S. Domino S. Etieans Landschaft Riga in der Provinz Bur- gos im Königreiche Altcastilien in Spanien. Sie hat eine Collegialkirche, eine Pfarrkirche und zwey Klöster. Ihr Nahme stammt von einem Heilige» her, der im i Lten Jahrhunderte lebte. S. Domino, eine kleine Insel im adria- tischen Meere, welche zu den trcmiti, scheu Inseln gehört, und zum König- ^reiche Neapel gerechnet wird. S. Edmundsbury, s. Bury. S. Emilion, eine kleine Stadt an der Dordogne im eigentlichen Guyeiine in Frankreich. S. Emmeran, eine gefürstete Benedicti« nermönchSabtey zu Negensdurg, deren Neble aber auf den Reichstagen indem Fürstenraihe keinen S>tz und Summe, sondern mit den Prälaten ei» qesamm» teS Votum baden. Im Jahre i/ZL w»r» de dieses Stift vvm Kaiser uu Ae,chS- fürstenstande nicht nur destauzi, sv„» der» auch aufs neye erhöbe». Seine meisten Güter liege» unter pfaljbayer. scher Schirmvogtep. Es enthält die Gebeine des hetligen DionpstuS, eine prächtige Kirche, eine kostbare Bibliothek, und eine schöne Sammlung mathematischer Instrumente. S. Erasmo, eine ziemlich große Insel im venetianischcn Gebiethe in Italien, auf welcher Wein und schöne Gartenfrüchte wachsen, die häufig nach Venedig gebracht werden. S. Erini, s. Gantoriu. S. Espin, ein Städtchen in der Land. schuft Touraine in Frankreich. 2. Etienne deFurand, k'snum 8.8te- piiZui, eine volkreiche Stadt am Fluf. se Furand in der Landschaft Forez in LyonnoiS in Frankreich. Sie ist„ach Lyon die vornehmste in diesem Lande, und ihre Einwohner arbeiten meisten Theils in E-fcn» besonders aber verfer, tigen sie viel Gewehr, und treibe» mit ihren Waare»«nen starken Handel» S. Eufernia S. FL Die benachbarten Sreinkohlengriiben sind für die hiesigen Eisenfabriken sehe nützlich. S. Eufcniia,ein kleiner Ort in Calabria oltra in Neapel, welcher ehemahls eine ziemliche Stadt war,»an der ei» großer Meerbusen benannt wird, an welchem er liegt. G. Eustache oder Eustaz, eine von den kleinen Antillen in Mittelamerika, welche zu den caraibischen Inseln gerech. net wird, und den Holländern gehört. Außer ihren vielen eigenen Producten, welche vornehmlich in Zucker, Tabak, Indigo und Baumwolle bestehen, hat sie auch wichtige Handlung. Im Jahre 17/2 wüthete hier ein heftiger Orkan, welcher eine große Verwüstung anrichtete. Im Jahre»781 nahmen die Engländer den Holländern diese Insel nebst vielen Schiffen und allen vorra- thigen Waaren. Nordwestlich liegt die holländische Insel Saba. G. Fargeau, eine kleine Stadt am Flusse Loing im Ländchen Puisage in Or. leanois in Frankreich. Sie hat ein Schloß, und führte den Titel eines HerzogthumS. S. Fe, k'nnum 8. k'ickei, die Hauptstadt der Statthalterschaft Neumcxiko im spanischen Nordamerika. Sie ist der Sitz eines Gouverneur- und eine- Bischofs,»nd hier wird das Silber geschmolzen, welches in ihrer Nachbarschaft erbeutet wird. S. Fe, eine Stadt am Flusse Plata in der Provinz Rio de la Plata im spanischen Paraguay in Südamerika. S. Fe, eine kleine Stadt in einer Ebene am Flusse Senil in, Königreiche Granada in Spanien. König Ferdinand der Katholische erbauet« sie unter der Zeit, als er Granada belagerte; denn ee hatte hier sein Hauptquartier, und wollte den Belagerten durch die Erbauung S. FL v. Fiorrnz» 4/ derselbe» alle Hoffnung zur Aufhebung der Belagerung benehmen. S. Fe de Antiochia, eine artige Stadt am Flusse S. Martha in der Provinz Popayan in Terra strma im Vicckünig- reiche Neugrauada im spanischen Süd- amerika. S. Fe de Bogota, eine Stadt am Flusse Bogota in der Provinz Neugranada, in Terra strma, welche die Hauptstadt des Vicekönigreichs N-ugranada im spanischen Südamerika ist. Sie hat ihren Beynahmen von einem benachbarten Berge, und ist die Residenz des Vice- königS. Hier befindet sich auch der Sitz einer Audienz, in welcher der Vicekö- «ig den Vorsitz hat, ein im Jahre 1^64 errichtetes Erzb.Sthum, und eine Universität. UebrigenS ist die Stadt von Steinen erbauet,-und der Fluß, an welchem sie liegt, hat 16 Meilen unterhalb derselben einen großen Wafferfall, und ergießt sich in den Magdalenenfluß. S. Felice, ein Städtchen mit dem Titel eines FürstenlhumS im Herzogthu- me Modena. S. Fclices de los Gallegvs, ein Flecken in einer Ebene in der Provinz Salamanca im Königreiche Leon in Spanien. Er hat ein Castell, eine Pfarrkirche und zwey Klöster. S. Fellpe, eine Stadt im Königreiche Valencia in Spanien, welche aus Befehl des Königs Philipp V. erbauet wurde, nachdem er die hier gelegene Stadt Jativa oder Sativa im Jahr« 1714 hatte zerstören lassen, weil sie auf Carl- III. Seite gewesen war. Sie hat zwey Castelle und eine Collegiatkirche. G. Filippo, eine Stadt im Val di No- to in Sicilien, welche iyZ6 Häuser enthält. S. Fiorenzo, Z.k'IorentiniOppiäum, eine kleine Stadt in der Provinz Ne- bio auf der Insel Corsiea. Sie ist mit Mauern umgeben, hat einen feste» 48 S. Flore»t S. Francois Thurm zu ihrer Vertheidigung, und liegt au einem Meerbusen, der einen guten Hafen bildet. S. Florenkin, 8. kssorsvlsikii Lnürum, eine kleine Stadt am Flusse Armanson in der Landschaft Senonois in Champagne in Frankreich. Sie ist der Haüpt- ort einer ehemahligen Grafschaft, welche dem Marquis von Balliere gehört. Im Jahre 1722 erlitt sse großen Brandschaden. S. Florian, ein Markt und prächtiges Collegiatstift der regulirten Chorherren Augustinerordens im Traunkreise im Laune ob der EnS in Oesterreich. Dieses Stift hat eine überaus schöne Kirche, eine Bibliothek»nd ein Münzkabinett, und demselben gehört das Schloß Mar- bach im Machlandkreise nicht weit von Mauthausen. E. Flour, k'nnuw 8.kiori,die Haupt- stadt in Oberauvergne in Frankreich. Sie liegt auf einem Berge, dessen Zu, gang schwer ist, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher bis znr Revolution Herr der Stadt war, unter dem Erz- bischofe von Bourges steht, einen Kicch- sprcngel von 270 Pfarren hat, und am römischen Hofe auf 900 Gulden taxirt ward. Außer der Kathedralkirche findet man hiernach eine Collegiatkichc, ein ehemahliges Jesuitercolleginm, und noch 4 aufgehobene Klöster. Hier werden schöne Tapeten, gute Tücher und feine Messer verfertigt, und man treibt auch starken Handel mit Getreide, weil die- se Stadt gleichsam das Magazin des benachbarten an Korn fruchtbaren Land- chens Plamize ist. G. Francisci(Capo), ein hohes Vor. gebirge in Südamerika, welches fich gegen Nordwestcn in das Südmeer erstreckt. E. Francois(Capo di), ein Vorgebirge au der südlichen Küste der Koffern in Afrika. S. FranciSeo S. Gallen S. Francisco de Borja, eine mäßige Stadt in Neugranada in Terra firma im Vicckönigreiche Neugranada im spanischen Südamerika, welche im Jahre angelegt wurde. S. FranciSco, Rio de S. Francisco, Parapikinga, ein großer Fluß in Brasilien im portugiesischen Südamerika, welcher in dem innern noch unbekannten Theile des Landes entspringt, und sich in das brasilische Meer ergießt. G. Francisco dc Campcche, s. Cam- peche. S. Francois, ein Fort an der L^s in ArtoiS in Frankreich, welches einen Kanonenschuß weit von Aire liegt, und mit dieser Stadt durch einen Canal verbunden ist. S. Gabriel, eine kleine Insel an der Mündung des Flusses Platt» in Paraguay in Südamerika, welche den Portugiesen gehört, die hier ein Fort haben. S. Gullcn, 8. 6aIIi, eine gefürsteke Abtey Benediclinerordrns in der Schweiz, die mit der Stadt gleiches Nahmens in einerley Mauern eingeschlossen, seit dem Jahre 1^67 aber von derselbe» durch eine hohe Mauer geschieden, und so wohl mit einem Thore gegen die Stadt, als gegen ihre Landschaft versehen ist. Die Gerichtsbarkeit des Abts erstreckt sich nicht über die Stadt, sondern über den Bezirk des Klosters. In demselben befindet sich das Münster oder die Stiftskirche, in welcher des ersten Stifters der Abtey, des heiligen Gallus, und anderer Heiligen Gebeine aufbehalten werden, die daran gebauete S. Othmarskirche, in welcher dessen Reliquien befindlich sind, die so genannte Pfalz oder Residenz des Abts, und das Gebäude des Convents, welcher im Jahre 17LÜ aus LL Conven. tualen, iSProfeßbrüdernund^Laienbrudern bestand. In dem letzte» befindet S. Gallen G. Galle» sich ein Büchcrsaal, in welchem man außer einem großen Vorralhe gedruckter Bücher auch ivZO seltene Handschriften antrifft, worunter viele alte auf Pergament geschriebene sind. Hier find auch zwey Schulen, nähmlich eine für junge Mönche, die andere aber für junge Studierende. Der Anfang des StiftS soll eine Zelle gewesen seyn, welche der heilige GalluS, den einige für einen Zrländer, andere für eine» Schottländer ausgaben, im ytcn Jahrhunderte hier angelegt haben soll, bey welcher seine Lehrlinge mehrere Wohnungen erbaucten. Den erste» Abt hat dar Grift im Jahre 72» erhalten. Er wird aus den Capitularen des StiftS erwählet, ist ei» Reichsfürst, der in geistlichen Sachen unmittelbar unter dein päpstlichen Stuhle steht, von dem Kaiser aber, beym Antritte seiner Re. giecung, mit den Reichsregalien und Lehen über die stiftische alte Landschaft, und da- Toggenburg, belehnt wird. Er beschickt weder den Reichstag, noch hält er fich auch zum schwäbischen Kreise; dagegen aber wird er, vermöge des im Jahre i zz i mit den CantonS Zürich, Lucer», Schweiz und GlaruS er. richteten Bündnisses, für den erste» so genannten zugewandten Ort der Eidge- noffeuschaf, gehalten, und beschickt durch seine» Gesandten die eidgenössische Tag. satzung. Außer den erwähnte» schweizerischen Landen besitzt die Adtey auch die Reichsherrschaft Neuravensberg in Schwaden, die Herrschaft Edriugen ,m Brei-gau, und zu St. Johann, Höchst und Grissau in der Grafschaft Breqenz die niederen Gerichte. Die sämmtlichen in der Schweiz gelegenen Lande der Adtey mögen vermuthlich über yiuoc» Menschen enthalten. In denselben gibt eS viel Flachs-„nd Hanf. bau, starke Spinnerey und Wrderey, und b-sonders viel Kaltunwkberey. Der (IV Band.) 4- Abt Lodegar hatte zu Anfange des ,8. Jahrhunderts mit den Einwohnern der Giaflchafk Toggenburg, deren Frey- heiieu und Religionsverfassung er be. schränken wollte, verdrießliche Irrungen, die sogar zwischen den katholischen und reformirten CantonS zu blutigen Auftritten Anlaß gaben, und die Abtei, um einen Theil ihrer Länder brachten. Dieser Zwist, der bis zum Jahre 17^8 dauerte, wurde endlich zu Bade» durch einen Frieden beygelegt, in welchem den Toggenburgeru alle ihre Rechte und freye Religion-übung bestätigt, und dem Abte seine abgenommenen Länder wie. der eingeräumt wurden. S. Gallen, Vsnum 8. 6sIIi, eine Stadt zwischen zwey Bergen nicht weit vom Flusse Sicinach, welche zu den großen und volkreichsten Städten der Schweiz gehört, und wohl gebauet ist. Sie bekennt fich zur evangelischen re- sormirlen Religion, enthält yLvo Ein« wohner, und steht seit dem Jahre>4§4 als ein zugewandter Ort mit den Schwer» zercantonS im Bündnisse. Außer der Hauplkirche zu S. Lvrenz gibt eS hier noch eine Pfarrkirche, und vor der Stadt steht eine Capelle, bey welcher fich ein Zucht- und Waisenhaus befindet. In dem ehemahligen S. Cathari- nakloster ist ein Gymnasium angelegt worden, welches neun Classen, zwey Professoren und neun andere Lehrer hat, und dasslbe enthält auch den ordentlichen Bürgerbüchersaol. Das hiesige Hospital hat seine eigene Kirche. Die Leinwandmanufacturcn, welche fich hier befinde» find in blühendem Stande, und der Vertrieb»ach fremden Landen ist beträchtlich Der Rath unterhält deßwegen acht schöne Bleichen und verschiedene Walken an dem benachbarten Flosse Gittern, und innerhalb der Ringmauern liegt die schon erwähnte berühmte Beiiedlkttnerabtey Der Bezirk §c> S. Gallen S. George der Stadt selbst ist nicht groß, und al- lenthalbrn von dem Gebieth den Abtey umgeben. Hier wächst weder Getreide noch Wein, und man findet auch keine Viehzucht, sondern die Wiesen werde» bloß zu Bleichen gcbrancht. In der Landschaft Thurgau besitzt die Stadt die Herrschaft Bürael», welche sie im Jahre IL79 nebst dem Schlosse erkaufte. S- Gallen, ein Markt im Brucker Krei« se in Obersteyermark. S- Galmier, eine kleine Stadt auf einer Höhe nahe bey der Loire in der Landschaft Forez inLyonnoi« in Frank reich. Am Ende ihrer Vorstadt gibt e« eine Quelle, welche Fouforte genannt wird, die einen angenehmen Weingeschmack hat, und sehr gesund ist. S. Gaudens, ei» wohl bewohnte« Städtchen in Gascogne in Frankreich, wel. che« ein« Collegiatkicche hat, und ehe- mahl« einige Klöster zählte. S. Geertruyden Mecheln, eine Herrschaft mit einem schönen Schlosse, Nahmen« Beaulieu, im Quartiere Brüssel im österreichischen Antheile am Herzog« thume Brabant. S. Gengolix le royal, 8. 6enZuIst Ozrpickum, eine kleine Stadt zwischen drey Bergen am Flusse Groiie in der Landschaft Maeonois in Bourgogne in Frankreich. Hier wird der beste Wein von Maconoi« gesammelt. S. Geniez de Rive d'Olt, eine Stadt am Flusse Oktober Lot in der Landschaft Roucrgue in Gupenne in Frankreich. S. Georg, eine seit dem Jahre 1783 reichsnnmittklbarc BenedictinerMaun«- abtey in der Reichsstadt J«np im schwäbische» Kreise. S. George, eine»on den azorischen Inseln auf dem atlantischen Meere in Wsstafrika, welche 12 Meilen lang, und 2 Meilen breit ist. Sie ist voll Wälder und Gebirge, und gehört den Portugiesen. Besonder« wächst hier viel S. George Cedernholz, welches von den hiesigen Künstlern start verarbeitet wird. S. George, die größte unter der becmu- dischen Inseln im britlischen Nordamerika. Sie ist l6 englische Meilen lang, und ri»a« umher von Natur befestigt, weil sich überall Kl ppe» weit in da« Meec hinein erstrecken. Der Haupkort derselbe» ist die Stadt S. George, welche ziemlich weitlauftig ist, hinter dem Hafen gleiche« Nahmen« liegt, und durch verschiedene Fort« und Bakterien bedeckt wird. S'.e ist der Sitz des großbritannischeiiGouvcrneur«,zählt über tausend wohl gebaute Häuser, und hat eine schöne Kirche mit einer Bibliothek. S. George, eine Stobt auf der kleine» antillischen Insel Grenada in Mittel, amcrika. Sie ward im Jahre 17^ durch eine Feuccsbrunst bi« auf zwey Häuser eingräschcrt. S. George, eine Fort aus der Prinzen, insel in Westafrika, welche« der por. tugiestsche König Juan II. anlegen ließ, und i» der Folge den Nahmen und die Freyheiten einer Stadt erhielt. Es ge- hört seit dem Jahre>778»ebst der ganzen Insel den Spaniern. S. George, s. Jlha Granade. S. George della Mina, s. Eimina. S. George, s. Madras. S. George, Szenk GpSrgy, IHnum 8. 6eorßii, eine königliche Freystadt in der Prcßburger Gespanschaft in Nie. derungar.n. Sie lieg! in einer sehr angenehmen und gesunden Gegend am Fu- ße eine« Gebirge«, welche« durchaus mit Weinstöckei, bepflanzt ist, und ist so wohl durch die Wuth der Türken al« durch innerliche Unruhen und öftere Brandschaden so sehr in Abnahme gerathen, daß sie sich bi« jetzt noch nicht gänzlich hat erhöhten können. Die einzige Nahrung drr Einwohner ist der Weinbau, der hier überaus gut gcralh. S. Gesrgen Die Stadt hat zwei, Kirchen, van»'eschen die eine, die außerhalb der Mauern der Stadt auf einer Anhöbe siebt, zur Psarrk rche dieut; die andere aber, in der Mitte der Stadt gebärt den Pia- risten, die ein Klafter und eil, Convict daran gebauet baden, und die Schulen besorgen. Hier sind viele' Lutheraner. Unterhalb der Stadt ist ein Schlvetel. bad. Das außerhalb der Stadt auf der Anhöhe des Gebirges liegende Schloß, welches schon ganz öde ist, gehört der gräflichen palfysckr» Familie. S. Georgen oder Jörgen, ein ehemahliges KlofterBenedictinerorderis undAmt am Flusse Brigach auf dem Schwarz- walde im Herzogthume Würiembcrg. Es ift ums Jahr roZo gestiftet worden, und bekam im Jahre 1^67 den ersten evangelischen Abt. Im Jahre r6z4 brannte es ab, und ist nicht wieder aufgebauet worden. Etwa eine Meile von tiefem Kloster gegen Abend entspringt eine von den Quellen des Douaustroms, welche die Briege oder Brigach genannt wird. E- Georgen am Lengsee, ein Fräulein- kloster BenedieiinerordenS auf einem angenehmen Hügel in Unterkärnthcn, welches das vornehmste Nonnenkloster in Kärnihen ist. S. Georgen am See, eine Stadt am brandenburgischen Weiher eine halbe Stunde von Bayreuth im Fürstenlhnme Bayreuth im fränkischen Kreise. Sie ist erst im Anfange des iKten Jahrhunderts vom Markgrafen Georg Wilhelm angelegt, und vom Markgrafen Frie- berich m!« einem Siadtralh und mrh. per» beträchtlichen Privilegien versehen worden Die im Jahre 1711 eingeweihete Sopbienkirche wird die Ordens, und Ritteccapelle genannt, weil sie der zuletziGenauiite zum Versammlungsorte des von ihm gestifteten Ordens de la SmcerüL bestimmt hat. Man findet E.Gesrgea S.Ser» Fr hier über dieß ein ansehnlicher Schloß mit einem sehr schönen Lustgarten, eine vortreffliche Fabrike von b au nein und weißem Porzellan, das gravenreu- theeische Stift, und ein Zuchthaus, worin die iniaudischen Marmvrarten von den Züchtungen, vermittelst einer belrachtenswerthen Maschine, poliit werden. Der hiesige See, welcher auch derBrandenblirgerWciher genannt wu- de, war fischreich, halte Inseln, worauf Lustgärten angelegt waren, und einen Hafen, in welchem sich ein mark» gräfliches Lustschloß befand. Markgraf Friedrich ließ ihn im Jahre aus- graben; der letzte Markgraf, Carl Alexander, ließ ihn aber im Jahre 1776 völlig ablaufen, und zu urbarem Lande machen. Eine Stunde von hier ist in einem dicken Walde eine vortreffliche Eremitage mit aiimuthigen Alleen, kostbaren Gärten und Zimmern anzutreffen. S. Georgenberg, f. Georgenberg. S- Georgenberg, s. S. Jörgenberg. S. Gcorgenritter, s. Ritterorden deS heiligen Georg. S- Gerald oder Brogne, eine Bcnedlc- tinerabtey in der Grafschaft Namur, deren beständiger Abt der Bischof zu Namur ist. S. Germain d'Amberieu, ein Flecken von 426 Häusern in der Landschaft Bu- gcy in Bourgogne in Frankreich. S. Germain en Laye, eine wohigebaurte und volkreiche Stadt auf einer Höhe an der Seine in der Jsle de France in Frankreich vier französische Meilen von Paris. Sie enthält schöne gut gepsta» stcrle Straßen, ansehnliche hohe Hau. ser, einige große Plätze und Pallaste, eine Pfarrkirche, ein Haspiral und drey ehemahlige Klöster, und bat auch sehr gutes Wasser und gesunde Lust. Ihr Ursprung rührt von einem Kloster her, welche- König Robert>» dem Walde G-- S. Germain S. Germans ,2 S. Germai» Lay« anlegte, und derselbe bauete hier auch ein Schloß, welches die Englän- der im Jahre 1346 zerstörten. Franz I. führte ein neues Gebäude auf, wel> ches jetzt das alte Schloß genannt wird, nachdem Heinrich IV. noch eins dar. neben errichtete, welches das neueSchloß heißt. LudwigXIII. zierte dasselbe noch mehr aus, und Ludwig XIV. vermehr- 1e es mit fünf großen Pavillons, so haß es ganz schön, aber doch nicht re. gelmäßig ist. Der dabey befindliche Garte» bat nichtSBesondrre«; desto schö- ner aber ist der Wald. Das sogenannte neue Schloß steht dem alten gerade gegen über auf dem Rande der Höhe, und neben demselben befindet ficb ein Garten von sechs stark unterwölbten Erd- erhöhungen nach dem Thale hinunter. Dieses Gebäude ist ein rechtes Bild der Vergänglichkeit irdischer Dinge; denn die Gallerten find jetzt Kornböden, und die darin noch Hangenden saubern Gemählde sind vor Unsauberkeit kaum zu kennen. Die Alcove, in welcher Ludwig XIV. geboren ward, ist ein Slaubwinkel; die kostbaren Treppen im Garten find zerfallen, und die Gewölbe der Erderhöhungen an vielen Orten gesunken. Auf dem alten Schlosse hat König Jacob!I. mit seiner Gemahlinn nach seiner Flucht aus England gewöhnet, und ist auch in demselben gestar- den. In der Geschichte ist S. Germain deßwegen bekannt, weil hier für die Hugenotten im Jahre IF70 unter Carl IX. ein vortheilbafter Vertrag, und im Jahre 1679 zwischen Frankreich, Schwede» und Churbrandenburg ein Friede geschlossen wurde. S. Gennain Lambron, eine kleine Stadt in Untcrauocrgne in Frankreich, welche der Haupkort dcS an Getreide und Wein fruchtbaren LändchenS Lambco» ist, und bis zur Revolution dem Capitel zu Brioude gehörte. S- Germain Lava!» ein Städtchen am Flusse Argen» in der Landschaft Forez in Lponnois in Frankreich. S. Germano, eine Stadt in Terra di Lavoro in Neapel. Sie liegt unter dem Berge Cassino, auf welchem das älteste und berühmteste Kloster des Königreichs, Nahmens Monte Cassino, steht, und zu dessen Gebiethe sie auch gehört. Diese« Kloster hat der heilige Benedict, und zugleich den von ihm benannten Orden und dessen Regel gestiftet. ES ist sehr ansehnlich, hat eine» guten Bü> chersaal, und große Einkünfte, und steht unmittelbar unter dem Papste. Die Kirche der Abte, ist gleichsam die Kathedralkirche des cassinischen Kirch- sprengels, und ihr find alle darin befindlichen Kirchen unterworfen. Die Zugänge zu derselben sind prächtig; aber ihre innere Ausschmückung durch Gemählde, Bildsäule» und Metall übertrifft jene Pracht sehr weit. Der Abt, welcher sich Patriarch der heiligen Religion, Kanzler und Großcapellan des römischen Reichs, Abt aller Aebte u.s. f. nennt, hat in diesem Kirchsprengel bischöfliche Vorrechte, und ist auch der erste Baron des Königreichs, indem er in den allgemeinen Versammlungen der Stände den ersten Platz einnimmt. Die Stadt S. Germano selbst enthält einen Pallast des Abts, eine Collegiatkirche, ein Seminarium und 2 Nonnenklöster; außerhalb der Mauern aber findet man drey Maunsklöster. In derselbe» ward zwischen dem Kaiser Friedrich II. und dem Papste Gregor IX. ein Friede geschloffen, und Manfred erlitt in ihrer Gegend von Carl von Anjou die erste Niederlage. Im Jabre 1734 wurde sie von den Spaniern eingenommen. Unweit der Stadt stand die alte Stadt Caffiaum, welche noch im>4ten Jahr- Hunderte unter dem Nahmen S Pietro in Monasterio vorhanden war. Zu ih- S. Giorgio S. Goar S. German- S. Gioanni reu Ueberbleibseln gehört ein römische- Amphitheater, welche«? das vollständigste unter allen Denkmahle" dieser Art ist, ein Stück von einen. jTheaier, ein Tempel, eine Wasserleitung und andere Stücke. S. Gcrmans, ein Marktflecken IN der Landschaft Cornwall in England, wel. cher zwey Depurirte zum Parlamente schickt. S- Gerold, eine Benedictiner Propstey im Gebiethe der Abtey Weingarten im schwäbischen Kreise, welche dem Stifte Einstedlen in der Schweiz gehört. S. Ghtsiain, Vanurn ckivi Lmlenü, eine kleine Stadt am Flusse Hayne im österreichischen Antheile«n der Graf- schaft H-ningau. Sie ist mit Morästen umgeben, und gehört der hiesigen Be- nedwtinerabley, die eine der reichsten in Hrnnegau ist. S- Gille, ein kleiner Hafen am Meere in Nicderpoitou in Frankreich. S. Gilles, 8.^eZiciii Villa, eine klei. „e Stadt nicht weit von der Rbonc in der Landschaft Nimes in Unterlangne. doc i» Fraakeeich, welche ihren Ursprung einem Kloster zu verdanken bat. Sie war ein Großpriorat de- Johannitec Nitiecordens. S. Gitigoulph, ein Flecken am Gen- fersee im Herzogthume Cdablais in Sa- voyen, weiche» der Fluß Morges in zwey Theile absondert, von denen einer im Wallisrrlande liegt, und dazugehört. S- Gio in fiore, ein Städtchen in Ca- labria cilra in Neapel. S. Gioanni di Moriana» eine offene Stadt in einem engen Thale i» der Graf- schaft Moriana in Savoyen. Sie liegt an der Are, welche hier den Fluß Ar. vss aufnimmt,»nd ist zwar ein bi- schoslichcr Sitz, hat aber nach hiesiger Laudesart wenig Ansehen. Außer der Kaihedralkirchc und der bischöflichen Wohnung gibt es hier eine Pfarrkirche und zwey Klöster. Der Bischof steht unter dem Erzdischofe zn Vienne, führt den Titel eines Grafen, und bat einen Xicchensprengcl von ungefähr 100 Pfarren. In dieser Gegend hat man zwar den rauhen und stcinichte» Wegen in den entsetzliche» Gebirgen so wohl durch eine Brücke als auf andere Art zu helfen gesucht, allein sie sind dennoch beschwerlich und gefährlich. Hin und wieder sind im Thale kleine Weingärten angelegt. S- Giorgio Maqgiore, eine Insel mit einem Benedictinerkloster gleiches Nahmens auf dein adkianischkn Meere nahe an der Grabt Venedig. Dieses Kloster ist eins der reichsten nud schönsten in Italien, wird von jjo Mönchen bewohnt, und enthalt eine der ansehnlichsten Bibliotheken. Man findet hier auch ein sehr berühmtes und vortreffliches Gemählde, welches die Hochzeit zu Cana vorstellt, Z2 Fuß breit ist, und 120 Personen vorstellt. Der Garten de- Klosters ist schön und groß, nnd die Kirche ist eine der schönsten. Zn dersel. Heu liegen verschiedene Herzoge von Venedig begraben-, ja man gibt vor, daß der Körper des ersten MärtererS Sie- phanus hier verwahrt werde. S. Giovanni, ein Städtchen nicht weit von, Flusse Arnv im Großherzogthume Toscana, welches ungefähr 340 Fami- iien, eine Pfarrkirche und zwey Nonnenklöster enthält. S. Glrons, ein Städtchen am Flusse Salat im Lande Conserans in Gase»« gne in Frankreich. S- Giulio, eine kleine Insel auf dem Lago d'Drta im sardinischen Antheile ani Herzogthume Mailand, welche unter der Gerichtsbarkeit des Bischofs von Navara steht. S- Goar, im gemeinen Leben S. Ge- wer, Barium 8. 6oar>s, die Hauptstadt der nieder» Grafschaft Katzen? F4 S. Goarsh S. Gotth einbogen im oberrheinischen Kreise, welche der Hessen, rheinfels-rothenbur- -ischen Linie unter Hessen- casselschec Hoheit gehört. Sie liegt neben der Festung Rheinfels an der westliche Seite des Rhein-, in welchem in der hiesigen Gegend ein Wasserfall ist, treibt einträgliche Wein- Fisch- und Leinwandhandlung, und ist befestigt. In der Stadtkirche wird katholischer Gottes, dienst gehalten. Den hiesigen einträgliche» Rheinzoll haben beyde regierende hessische Häuser gemeinschaftlich. In den Jahren»7F8 und 1794 ward diese Stadt durch die Franzosen nebst der Festung Rheinfels erobert, und im Jahre ,761 erlitt sie beträchtlichen Brandschaden. S. Goarshausen, Gewershausen, eine kleine Stadt diesseit des Rheins, in der niedern Grafschaft Kayenelnbogen, S. Goar gegen über. Sie wird durch das feste und auf einem sehr hohen Felsen erbaute Schloß, Nahmens die Katz, bedeckt. Der hiesigen Kirche be. dienen sich die Reformirten und Lutheraner wechselswcise. In dieser Gegend wird die Ceremonie des Hänselns mit den Reisenden vorgenommen, welche die Rheinfahrt zum ersten Mahle mit machen. S. Gobin, s. Frre(la). S- Gotthard, Szenk Groth, IHum 8. 6ottknr6i, ein guter Marktflecken mit eine Schlosse in der Eisenbur- ger Gespanlchaft in Niederungarn. Er liegt an der Raab, über welchen eine hölzerne Brücke gebauet ist, und wo sich die Lafnitz in denselben ergießt. Er hat eine katholische Pfarre, und die Einwohner bauen vielen Tabak, und haben auch gute Nahrung. Hier befindet sich eine Cistcrcienserabtey, deren Kloster ein schönes Gebäude, und des- fen Kirche prächtig ist. Uebrigens ist dieser Der des herrlichen Siegs wegen S. GottharöSberz berühmt, den hier der kaiserliche Feld- Herr Montecuculi im Jahre»664 über die Türken erhielt. S. Goithardsberq, der berühmteste Berg und einer der höchsten unicr den schweizerischen Alpen, dessen Höhe 8264 Fuß beträgt, ja nach Einigen über»200«) Fuß hoch seyn soll. Er nimmt im Can. ton Uri seine« Anfang, und erstreckt sich bis nach Saooyen, Auf denselben führt eine einzige Z Stunden lange Straße in die Höhe, welche meistens 6 Schuh breit, und überall wohl mit Steinen besetzt ist; die ganze Straße aber ist 24 Stunden lang, und gut gepflastert. Sie ist ganz sicher, und kann zu Pferde, ja nöthigen Falls auch mit einem Wagen bereiset werden; doch ereignet es sich zuweilen, daß im Winter große Schneeklumpea herab fallen, welche schon vielen Reisenden das Lebe» gekostet haben; denn es gibt zu beyden Seiten der Straße sehr hohe Berge, welche unken mit dicken Wäll« den bewachsen, höher hinauf aber ganz kahl sind. Auf dem ganzen Wege hinauf hat man den Fluß Rüß oder Reuß beständig dald zur rechten, bald zur linken Hand„eben sich, indem verschiedene schöne meistens steinerne Brücken über denselben gebauet sind. Wenn man eine unter denselben, welche in ihrer Rundung einen vollsvmmcnei, hal, ben Zirkel ausmacht, zurück gelegt hat, so kommt man auf einen Weg, welcher durch einen harten Felsen gehauen, und fast Zoo Schritte lang, und so breit ist, daß zwey Pferde bequem neben einander gehen können. In der Mitte desselben ist nur ein einziges Lichtloch angebracht. Hin und wieder steht man sehr schöne Wasserfälle einiger Flüsse, und noch verschiedene künstliche Brücke». Auf der obersten Höhe des Berges findet man verschiedene kleine nicht tiefe See», welche dem Flusse Test», S. Helen', S. Helena der auf der itslicuischen Seite Hern», tcr fließt, da« erste Woff-r geben. Hier steht ei» Capucinerkloster, in welchem sich jederzeit zwey Mönche aufhalten, die der Erzbischof von Mailand hier. her setzt, und von welchen man gegen Bezahlung sehr gut bewirthet wird. Leute von geringerm Stande kehren in dem neben dem Kloster stehenden Ho. spitale ein. Auf dieser Höhe des Ber. ges verursacht der Nordwind selbst im Anfange des AugustmonarhS eine schneidende Kalte und EiS. S- Helena, eine Insel auf dem Golfs y»n Venedig, ganz nahe bey Venedig. Sie ist zwar klein, aber angenehm und fruchtbar. Die Olivetanermönche haben hier eine schöne Kirche und Klo. stee, worin der Leichnam der heiligen Helena verwahrt wird.. S- Helena,«ine Insel zwischen den Kü. stcn von Angola und Matamba inNie. derguinea, welche auch Neu S. Helena genannt wird. E. Hclenä, ein Vorgebirge an der Küste von Guiko im Bicekönigreichc Neugra- nada im spanischen Südamerika. S. Heleneninsel, eine kleine Insel des äthiopischen Meers, in Afrika, welche die Engländer besitzen, und auf derselben da« Fort S. Helena erbauet ha« be». Die ostindischen Seefahrer pflegen sich hier zu erquicken, und aufs neue mit frischem Wasser zu versorgen; daher sie auch dieselbe die Herberge des Meers zu ncnnrn pflegen. Sie hat ge. fünde Luft, und nicht über ic» Meilen im Umfange; aber den Engländern liegt an derselben eben so viel, als den Hol. ländern an ihrem Vorgebirge der zu- tc» Hoffnung. S- Helcn's, ein kleiner Ort auf derJn. scl Wight in England, von welchen, eine Rhede den Nahmen hat. Zwischen -er Landspitze von Spithcad und diesem S. Hellet S. Hubert^ Srteversawmclt sich gewöhnlich die königliche Flotte. S. Helier, die Hauptstadt eine« Distrikt, gleiches Nahmens auf der Insel U-rsey in England, welche ungefähr 4«o Häuser rntbält, und einen Hafen hat, den ein Schloß beschützt. S. Hippvlite, eine erst im vorigen Jahrhunderte rrbauete Stadt mit einem gu. ten Fort in der Landschaft Alais in Unterlanguedoc in Frankreich. S. Honorat, eine von den lerinischen Insel» in der Unterprovenee in Frankreich. Sie hieß ehemahls Lerina, wic- von der Insel Marguerite durch einen schmalen Meerarm getrennt, und hat den Nahmen von einem Erzbischofc zu Aclcs, der hier eine bciühmte Abiey stiftete. ZurBcschützung der Insel dient ein starker Thurm, wohin von S. Mar- gucrile aus Besatzung gegeben wird. S. Hubert, eine alte und reiche Bene« dictiner Abtey an der Lamme zwischen Bastogne und Rochefort im österreichischen Antheile am Herzogthume Luxemburg, über welche Frank, eich von alten Zeiten her dir Schutzgerechtigkeit zu haben versichert, von welcher aber das österreichische Haus behauptet, daß sie zum Herzogthume Luxemburg ge. höre, und unter desselben Gerichte siebe. Im Jahre 1718 ward sie mit österreichischen Truppen besetzt, welche im Jahre 1741 von den Franzosen versagt wurden. Zm Jahre 1742 bemächtigten sich ihrer die Oesterreicher abcrmahl«, wurden aber von den Franzosen bald wieder vertrieben. Sie ward aber den, noch wieder unter österreichische Herr- schüft gebracht, und im Jahre 1769 begab sich Frankreich aller Anforderungen an dieselbe, und versprach, daß es den Besitzer des Hcrzogthums Luxemburg niemahls in seinen Hoheit«, rechten über diese Abtey stören wolle. Diese Abtey hieß Ansang« Andain ober S. Jag» S. Jag, Z6 S. Ja-ob Andaye; als aber Ler Leichnam des heiligen Hubert im Jahre hierher gebracht wurde, bekam sie von demselben den Nahmen. Es gehören derselben außer dem Städtchen S. Hubert, wo sich die Ablcy besindet, ungefähr gc> Dorfschaften in Ardennerwalde. S. Jacob am Meere, eine Anguftiner» übte» in der Herrschaft Caftois im öfter, reichlichen Antheile an Hifterreich, welche den Augustinern zu S. Veit am Pflaum gehört. S. Jacob von Compostell, s. Cvmpo- stella. S. Jacob oder S. Giacomo, ein Thal in der Landschaft Cieven in der Schweiz, welches sehr viele Freyheiten genießt, uud seine eigenen Eivilgesetze hak, die von den übrigen Gesetzen der Landschaft nerichiedeu sind. Uebriqens wächst in diesem Tbale weder Wein noch Obst, und die Einwohner erhalten sich„ur kümmerlich von der Viehzucht. S. Jacobsritter, s. Ritterorden des heiligen Jacob. 5. Jago oder S. Jacob, Inlula 8. sss- cobi üftajoris, eine der größten und ansehnlichsten Inseln des grünen Vor» gebirgs auf dem atlantischen Meere in Westasrika, welche den Portugiesen gehört. Sie hat ,LMeilen in der Länge, und bringt Reis, Tabak, Indigo, Baumwolle, und Zuckerrohr hervor. Auf dieser Insel sind im Jahre 177L in einer großen Hungersuoth 16000 Menschen umgekommen Der königlich, Gouverneur über alle Inseln des grünen Voigebirgs wohnt in der Hauptstadt Ribeira Grande, nach welcher Praga der beste Ort ist. 6. Zugs, ein großer Fluß in der Pro- vinzOniko in Südamerika; welcher sich i» unterschiedliche A>me theilt, und in das Güdmeer fällt. S. Jago, eine Stadt in Neunavarra in der Statthalterschaft Neumcxiko in spanischen Nordamerika. S. Jago de los CavalleroS, eine Stadt auf der Insel S. Domingo, in Mittelamerika. Sie liegt am Flusse Jaque oder Mauccnille, der Gold bey sich führt, und ihre Einwohner sind gute Jäger. S. Jago de Chili, die Hauptstadt der Landschaft Chili im Viceköuigreiche Peru im spanischen Südamerika Sie liegt in einer schönen Ebene, im Thal« Mapocha, hat gerade nach der Schnur gebaute Straßen mit schönen Canälen, ist der Sitz eines Geueralcapiiäns über ganz Chili, und eines Bischofs, zählt 46000 Einwohner, i c Mannsklöster, 7 Nonnenklöster, und ein adeliges Col. leginm, hat eine Universität, und ei- Münze und treibt gute Hanttnug. Die Vorsiadt Cüimba liegt auf der andern Seile des Fti,ßche»s Chili. welches die S-adt mit Wasser versieht. Das hiesige Bisthum steht unter dem Erzbischofe von Lima. Das Tribunal der Audiencia Chili, welches sonst zu la Conception war, hat hier in einem prächtigen Pallast seinen Sitz. Hier» nächst gibt es auch ei» königliches Finanztribunal, und einen Commissär der Inquisition in dieser Stadt. S. Jago de Compostella, s. Compo- stella. S. Jago de Cuba, eine kleine Stadt an der Küste der Intel Cuba, in Mittelamerika. Sie hat eine» großen Hafen, welchen eine Citadelle bedeckt, und es wird jährlich viel Wein von den Ca« narieninieln hierher gebracht. Ehemahls war dieser Orr die Hauptstadt aus der ganze» Insel, und es wurde auch hier im Jabre ,L22 ein Bistbnm, welches aber»ach Havana verlegt worden ist. S. Jago del Ester», eine Stadt am Flusse Esters in der Landschaft Tuen« man im Vicekönigreiche R>» de la Plaia spa. ladt Rit« aque sich gute der nchc Sie hals -nur lcn, über >ählt sie», Col. > ei- »»g. an« wel» lehk. dem ii»al k zu inem >ier- §i- e der gps- t an ttel- >fen, d es Ca. ahls der hier iches ist. am ucu« laia S. Jag» im spanischen Südamerika. Hier hat öer Inquisitor der Provinz seinen Sitz. Hier ist die Luft so heiß, daß sie fast den Aihcm benimmt. In der Nachbarschaft gibt cS vieler Wildbret. S. Jago de Guatimala, eine Stadt in der Provinz und an dem Fluß Guari« niala, in Altmexiko oder Neuspanien, in Nordamerika. Sie hat eine Universität, ein unter den Erzbischof von Mexico gehöriges Bisthum, und eine Au- diencia, deren Gerichtsbarkeit sich über 7 große Provinzen erstreckt. Sie ist auch die Residenz des Generalgouver« veurs. Unweit dieser Stadt befindet sich der stets brennende Berg Ataco, dessen unterirdisches Feuer im Jahre 177Z ein so entsetzliches Erdbeben veranlaßte, daß dieser volkreiche Ort fast gänzlich zu Grunde gerichtet wurde. S. Jago de las Balles, eine kleine Sinkt in der Landschaft Panne» und am Fluß dieses Nahmens in der Au- dienoa Mexiko in Altmexiko odrrNeu- spanicn im spanischen Nordamerika. S. Jago de la Vega, eine Stadt auf der Insel Jamaica in Mittelamerika, welche ehemahls die Hauptstadt war, ehe das Gouvernement nach Kingston verlegt wurde. Die Engländer nennen sie auch Spanisch-Town. Sie liegt land« wärls am Fluß Cabora, ist ins Ge« vierte gebaut, und stark bewohnt. Im Jahre 1692 hat sie durch Erdbeben, und im Jahre ,70z durch rinc Feuers- brunii viel gelitten. S. Jago de la Vega, die Hauptstadt auf der kleinen antillischcn Insel la Marguariia in Mittelamerika. Die Perlenfischercy auf der Küste dieser Gegend macht sie wichtig, zu welcher die Negers aus Afrika gebraucht werden, und die Spanier haben schon vielen Nutzen dadurch gehabt. S. Jago de Veragua, die Hauptstadt in der Provinz Veragua in der Studien« (IV. Band.) S. James S. Iran 57 cia Guatimala in Altmrxiko oder Neu» spanien, im spanischen Nordamerika. S- James, ein Städtchen im Lande Avranchin in der Niedernorinandie in Frankreich, welches ehemahls befestigt war. S. James, s. London. S. James, k'unum 8. lacobi, eine kleine befestigte Sladt auf der englän« dischen kleinen antillischen Insel Barbados, in Wesiindien. S. Jdars, ei» Städtchen in Niederfoix in Frankreich. S. Jean, S. Jan, eine von den Jung. ferninseln in Mittelamerika, welche unter die wichtigsten zu rechnen ist, schönen Zucker hervor bringt, und dem Könige von Dänemark gehört. S. Jean oder S. Johns, kortus 8. 5o3nnis, eine Stadt mit einem Hafen im Gouvernement von Newfound» land im brittischen Nordamerika. Sie liegt der großen Bank gegen über, welche deßwegen diese» Nahmen führt, um sie von den acht andern ienachbar- te» kleinen Sandbänken zu unterschei. den,»nd bey welchen der einträglichste Stockfischfang getrieben wird. S. Jean, s. S.John. S. Jean d'Angely, sänAvriscunr, eine Stadt an der Boulonne in Unterfain- tonge in Frankreich. Sie war zu der Zeit, als sie die Reformirten besaßen, volkreich und wohl befestigt; als sie aber von Ludwig XIII. im Jahre 1621 erobert wurde, ließ derselbe ihre Festungswerke schleifen, und nahm der Stadt ihre Freyheiten. Bis zur Revolution fand man hier eine Bcnedictinerabte», der die Sradt ihren Ursprung zu daa, ken hat, und drey Klöster. Man ver. fertigt hier wollene Stoffe, und der hiesige Aquavit ist beliedt. S. Jean de Laone oder Laune, l-sucko- un, eine kleine Skadr an der Saonr in her Landschaft Dljouois i» Bourgvgnr LL S. Zea» S. Ilbrfons» in Frankreich. Sie hat ein Hospital, z ehemahlige Klöster, und ist ihrer La- ge wegen fest; daher sie im 1.16^6 eine Belagerung aushielt, wofür sie von Lud. wig Xlll beträchtlicheFreybriten bekam. S. Jean de Lnz, ein großer Flecken in der Landschaft Labsur in GaSeogne in Frankreich, welcher von dem nicht we. riiger großen Flecken Slövurre durch den kleine» Fluß Ainettc getrennt wird, über welchen aber eine Brücke gebauet ist, die beyde verbindet. Beyde haben den M-erhafen Saroa, um ibre Fi- scherschiffe zu sickern, veranstaltet. I» Sem ersten hielt sich der Cardinal Ma- zarin auf, als auf der Fasaneninsel im Flusse Bidassoa mit Spanien Frieden«< Unterhandlungen gepflogen wurden, und Ludwig XIV. vermählte sich hier mit der spanische» Infantil», MariaThrrefia. S. Jean de Maurienne, s.S. Giovanni di Moriana. S. JeanPiede Port, k'Lvum 8. lonn- ois keckeportueaks, die Hauptstadt in Navarra in Frankreich. Sie liegt wie ein halber Mond am Fuße eines Berge«, ist klein, und wird;um Theil von der Nive durchfloffen, die hier nur einen mäßigen Bach vorstellet. Zu der Hiesigen Citadelle steigt man durch die Stadt hinauf. Diese liegt auf einem Felsen, der sich mitten a»S einem ansehnlichen und fruchtbaren Thalc erhe. bet, welches rund umher durch sehr hohe Berge eingeschlossen ist. Die Kanonen der Citadelle bestreichcn die große Hrcrstraße»ach Spanien über die py- renäischen Gebirge. Sie ist übrigens ein regelmäßiges Viereck von mäßiger Größe. In der Nachbarschaft dieser Stadt gibt es Eisenbergwerkc, und die Weinberge liefern einen hellrothen, leichten und gesunden Wein. S Jidefonso, ein Flecken mit einem königlichen Lustsckloffe 2 Meilen von Segelst« und i4 Meilen von Madtid im S. Immer S. Hörte« Königreiche Altcastilien in Spanien an der Grenze von Neu-astilien. König Philipp der Fünften hat diesesSchioß im Jahre 1716», einer angenehmen Gegend am Berge Guabarrama anlegen lassen, und dasselbe enthält eine schöne Gemählde- und Statüensammiunz. Bey demselben befindet sich such ein großer und schöner Garten mit«nvergletchli. chen Wasserkünsten, und in dem Flecken ist eine ansehnliche und wohl unterhaltene Glashütte, wie auch eine Spiezelwanusackur, welche Spiegelgläser liefert, die den französischen an Schönheit und Größe nicht« nachgeben, und nach Madrid i» das königliche Magazin geliefert werden. UebrigenS gibt es hier auch eine Collegiatkirche. S. Immer, ein Meierthum und großer wohl gebaueter Flecken mit zwey Kirchen in der bischöflichen daselschen Herrschaft Erguel in der Schweiz. S. Ion» de PeSqueira, ein Flecken am Flusse Dnerro in der Landschaft Beir» in Porrugal. Er hat 4 Pfarrkirchen, und führt« den Titel einer Grafschaft, welchen sie Erstgebornen des Hautet der im Jabee 17-^ ausgerotteten Mar- q'miaten vonT' voia geführt haben. In der hi stgen Gegend wird der Fuß Duerr, schiffbar. S. Jod, Szent Job, t^anum 8. lotn, eine kleine Stadt in der Biharer Gespanschaft in Dberunqarn, welche einem alten mit Pallisaden und einem Walle umgebenen Schlosse ähnlich ist« Sie ist wegen einer Abley der heiligen Jungfrau berühmt, und ward im Jahre r6»4 erobert und geplündert, da sie dem Stephan BolSkay gehörte, welche« denselben mit veranlaßte, sich wider den Kaiser aufzulehnen. In der folgenden Zeit gerieih sie wieder i» lür- kische Hände, in welchen sie eine lange Zeit blieb. S. Jörgen, ein schöner Marktflecken i« S. Johannes S. Jörgen G, Johannes S. Joirc z^ Hansruckkreise im Lande ob der Ens u, Oesterreich. E. Jörgen, s-S. Georgen. S. Jörgenbcrg oder S. Georgenbsrg, ei» Beaedictinerkloster im Viertel lln- ter-nihal in Tproi, dessen Abt ein Landstand ist. Er stehet jetzt am Fuße eines strilc» Berges; ehemahls aber stand es auf diesem Berge, b-S es um das Jahr lyoy oon einem Brande verwüstet würbe, der in dem nächsten Walde entstand, und durch die Wurzeln der Baume sich unter der Erde ausbreitete. S. Johann, eine Stadt in der Gras- schastSaarbrück im oberrheinischen Kreise. Sie liegt der Stadt Saarbrück ge. gen über an der andern Seite der Saar, ist fast eben so groß als jene, und hat Mauern und Grabe». Die Katholiken besitzen hier die alte Kirche. und die Lutheraner eine seit dem Jahre 1727 neu erbauete. Zwischen beyden Städten ist«ine Brückejüber die Saar gebuuet. S. Johannes ein schöner und gut gkbaue- ter Srr mit zweyCastellen in der Preß- burgec Gespanschafl in Niederungarn. S. Johannes, ein Schloß und Pfarrdorf im Dberlande des Fürstenthnms Bay. reuih im fränkischen Kreise. Bey demselben legte Markgraf Georg Wilhelm in einer dichten Holzung e-ne Eremitage an, in welcher er sich gegen das Ende des Sommers aufzuhalten pflegte, und die-nahmahls noch immer vollkommener gemacht wurde, so, daß sie wegen ihrer vortrefflichen Alleen, kostbaren Gärten und Zimmern bewundert wird. S. Johannes, Szenl Iwan, rlnHle- lke» i» der Liptauer Gespanschast in Niederungarn, welcher eine schädliche Qu lle hat, deren Ausdünstungen die darüber fliegenden Vogel ersticken. Auf dem hiesigen Kirchhofe bleiben die Leichen mehr als hundert Jahre unverweset. S. Johannes unter dem Felsen, rinBe- vedictrncrkloster in der Nachbarschaft von Carlstein im Berauner Kreise in Böhmen, wohin stark gcwallfahriet wirb. Es ,fl im Jahre 209 gestiftet worden, und der Abt ist ein Landstand. S. Jshanneschristen, s. Johanueschri- sten. S. Johannis, ein Markt am Flusse Ti- maoo in Juncrkeain. S. John oder S. Jean, InlulL 8. sso- Lnnis, eine Insel an dem Meerbusen des Lorenzflusses im Gouvernement Quebec oder im brittischen Canada in Nord. amerika. Sie enthält viele Wiesen und Wilderet, und ward im Jahre 17^8 den Franzosen vo» den Engländcrnab» genommen. S. John oder S. Jean, ein Insel zwischen Cap Breton und Neuschottland im brittischen Nordamerika. Sie ist groß und hat gute Viehzucht, Fischerey, Ackerbau und gute Hafen. Sie steht unter dem Gouverncmrut von Neuschottland. S. John, ei» großer Fluß in Neuschott- land im brittischen Nordamerika, welcher sich bey dem Fort S. John in die so genannte Fundibay ergießt. S. John, der Hauptort der rngländi- schen Insel Antigua in Mittelamerika, welcher einen guten Hafen hat. S. John, s. S. Jean. G. John's Towu, ein Flecken am Flusse Camlin in der Grafschaft Longford in der Provinz Leinstcr in Irland, welcher zwey Deputirte znm Parlamente schickt. S. John's Towri, ein Flecken am Flus. se Colmore in der Grafschaft Dünne, gal in der Provinz Ulster in Irland, welchcrDepntirte zumParlameate sendet. S. Joire, ein Städtchen und Schloß auf einem Berge in der Freyherrschait Faucigny in Savoyen, bey welchem die bernischen und gensiichen Truppe» in» Jahre»§3? über den B-fitzer dieses H- So S. Joost»«.Juan K. Janien S. Jves SrtS, einen Freyherr» von Hermenee einen Sieg davon trugen, und hierauf S. Joire einnahmen und verbrannten. G. Joostland, eine Insel in der Provinz Seeland in den vereinigten Niederlanden, welche mit zu Walcheren gerechnet wird, ungeachtet sie durch ein schmales Wasser davon abgesondert ist. Im Jahre 1L17 wurde sie ganz vom Wasser überströmt, und erst im Jahre l<»Z i von neuem eingedeicht. Es befindet sich bloß das einzige Dorf Nieuweland auf derselben. K. Jörge, eine von den azorischen Inseln auf dem atlandischcn Meere, welche den Portugiesen gehört. Sie ist l l Meilen lang, 14 Meilen breit, und besteht gegen Norden aus hohen Felsen, wie wohl sie sonst durchgängig eben ist. An der Mittagsseite befindet sich ein Hafen für kleine Schiffe. Uebrigens soll sie im Jahre i4zo am Tage des heiligen Georgs entdeckt worden seyn. S. Joseph, der Hauptort der kleinen an- tillischen Insel La Trinidad in Mittel- amerika, welche den Spaniern gehört. Hier wird starker Handel mitZucker und Tabak getrieben. S. Joseph, ein fester Platz und Niederlassung im Reiche Galam in Senegam- bia in Afrika, welche die Franzosen im Frieden vom Jahre i?6.z den Englän- dern überließen. S. Jlabelle, eine Stadt aufder Insel S. Thomas bey Afrika, welche den Portugiesen gehört. S. Juan, eine Insel auf dem indischen Meere in Asien, welche eine von den philippinischen Inseln ist, über welche sich die Spanier die Herrschaft zueignen. S. Juan de Poriorico, die Hauptstadt der großen antillischen Insel Porlori- eo in Mittelamerika. Sie liegt auf einer kleinen Insel, die mit der großen durch das felsige Vorgebirge Puente d'Aguilar vereinigt ist, und ist eine Festung und der Sitz eines königlichen Gouverneurs und eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von S. Do- mingo steht. Sie ist gut gcbauet; abe, wegen der großen Hitze können in den Häusern keine Glasfenster gebraucht werden; daher sie durch die Hölzer, nen Gitter ein sehr übles Aussehen erhalten. Der hiesige Hafen, in wel. chem die größten Schiffe sicher liegen, wird durch Sie auf einem Felsen gele, gene Citadelle Morto Epinats, und durch ein Castell vertheidigt. Hierher wird auch von den Engländern und Franzosen ein starker Schleichhandel gekrie- ben. S- Junten, eine kleine Stadt an der Vienue in Dberlimvsin in Frankreich. S. Justo, ein berühmtes Hieronymilen» kloster in einem sehr angenehmen uiid fruchtbaren Thaie in der Landschaft Estremadura in Spanien. Es ist im Jahre i4tO gestiftet worden, und Kaiser Carl V. erwählte es im Jahre iLLä zu seinem Aufenthalte, und beschloß auch hier sein Leben. Das eben genannte Thal ist»2 spanische Meilen lang, und Z Meilen breit, bringt die schönsten und schmackhaftesten Baum- und Erdfrüchte hervor, uns enthält schöne Wiese», Gärten, Quellen und Bäche, welche letzter» die wohl schmeckendsten Fische darbiethen. Während der heißen JahrSzeit halten sich hier siele vornehme Personen z»r Erquickn,ig und Lust auf, und man finde« hier»7 Oerter,in welchen gegen Fooo Personen wohnen. S. Jves, ein Marktflecken mit einem Hafen an einem davon benannten Meerbusen in der Landschaft Cornwall in England. Er ist durch den Fischfang in Aufnahme gekommen, und schickt zwey Depurirte zum Parlamente. S. Jves, ein alter großer und schöner Marktflecken an der Düse in Huittmg- tonshire in England. S- Kilba S.LazaruS ichcn will» Do- aber den lucht >lzer, sehen welken, gele« und -eher jran- ktrie- der ich. Uten« > und 'chaft 3-ch- 'aiser chloß >ann- lang, chön- - und chöne äche, ldsten eißcn cneh- Lust e, in hnca. > Ha« >i reell in »gin zwey jöner S. Kilda, eine ganz kleine Insel, welche zu ben hcbridischen Inseln gehört, aber noch weiter gegen Westen als dieselben liegt. JmJabre i764 lebten hier nur 22 erwachsene Mannspersonen. Die Einwohner haben nur einige Kühe, aber desto mehr Schafe. Sie lassen stch an den Felsen mit großer Dreistigkeit herab, um Vogeleyer zu sammeln, oder auch wohl Vogel zu fangen. Die ganze Insel hat nur ein einziges Boot; wenn als» dieses verunglückt, so find ste von der ganzen menschlichen Gesellschaft abgesondert. S. KiltS, s. S. Christoph. S. Krzyz, klons 8. Grucis, ein Berg in der Woiwodschaft SondomirS in Klftnpohlen, welcher der höchste im ganzen Reiche ist. Er wird sonst auch der Kableberg genannt, weil keine Bau- me auf dcmselbem stehen. Auf demselben befindet fich eine rcgulirte Benedicti- nerabtey gleiches Nahmens, zu welcher viele Wallfahrte« geschehen. S> Lamprecht, ein Markt im Judenbur- ger Kreise in Obcrstcycrmark, welcher der hiesigen exemlen Benedictinerabtey gehört, deren Abt ein Landstand ist, und welcher auch die Schlösser Lindt und Srein in diesem Kreise gehören. S, Laureat, ein kleiner Ort in der Land- ' schaft VivsraiS in Frankreich, welcher seiner Bäder wegen bekannt ist. S. Laurent lez Var, ein Flecken nicht weit von der Mündung des Flusse-Var in der Unterprovence in Frankreich, in dessen Gegend vortrefflicher Muskatellerwein wächst. Er ist der letzte französische Ort gegen Italien zu. S. Laurentii, eine Insel in Peru im spanischen Südamerika, auf welche alle Missethäter in ganz Peru verbannet werden, um hier in den Steinbrüchen zu arbeiten. Hier wird jederzeit klar stark« Garnison unterhalten. G. LazaruSinseln, s Latroneninseln. S. LazaruSor S. Lizirr 6.' S. Lazarusorden, f. Ritterorden behelligen LazaruS. S. Leo, 8. I^eonis Livitas, I,eopo- lir, eine kleine Stadt auf einem hohen Berge im Herzogthume Urbino im Kirchenstaate. Sie ist der Sitz eines Bischofs, der unter dem Erzbischofe von Urbino steht, und die umliegende Gegend wird Monte feltro genannt. S. Leonard, eine kleine Stadt an der Vienne in Oberlimostn in Frankreich, in welcher man ein Capitel uad Tuch» und Papiermanufacture» findet. S. Leonhard, eine landessnrstliche kleine Stadt nicht weit vom Flusse Laoant in Unterkärnthen. Sie gehörte ehemahls zum BiSthume Bamberg, welches aber im Jahre i/Ly alle seine Güter in Kärn. thea dem Hause Oesterreich verkaufte, und auf ewig abtrat. S. Leonhard, ein Markt im Mahrburger Kreise in Untersteyermaek, welche dem Grafen von Herberstein gehört. S. Leonhard, ein Markt im Machlanh. kreise im Lande ob der EnS in Oesterreich, der gräflich sprinzensteinisch ist. S. Leonhard im Forst, ein Markt und Schloß im Kreise ob dem Wienerwal- de im Lande unter der EnS in Oester. reich, welche dem Grafen von AuerS- bcrg gehören. S. Leu, ein Flecken an einem Berge beym FlusseOike in der Landschaft Beau» vaistS in der Jsle de France in Frankreich. Die umliegende Gegend, in welcher guter Wein wächst, ist vornehmlich wegen ihrer vortrefflichen Steinbrüche merkwürdig. S. Lizier, eine kleine Stadt am Flusse Salat in GaScogne in Frankreich, welche der Hauvtort drr Landschaft Con- seran- ist. Sie ist der Sitz eines Bischof-, welcher unter dem Erzbischofe von Auch stehet, einen Kirchsprengel von 28 Pfarren hat, und am römischen Hose auf iooo Gulden taxirt ward. 6s S. Z» S. Louis S, Louis S. Lucia Disftr D i theilet«ich in zwey Theile, UI,0 dieß ehemahls A'nir'a. S. Lo. 6,iovera, 5 l^iuclus, eine befestigte L-adt an der Vice ür> Lande Üieffin in der Iliedernoemandie in F ank- rerch, Sie hat eine Citadelle, ein Capitel, 4 Pfarrkirchen, 2 Hospitäler, ein Colsgium und verschiedene ehemahlige Kiöster. Hier wird Sarsche und Rasch gemacht. S. Lorent lez Chalon, eine kleine Stadt jenseit der Saone in der Landschaft Cha- lonoisin Bourgognein Frankreich. Sie liegt Chalon gegenüber, und ist mit dieser Stadt durch eine Brücke verbunden. S. Lorcnz, ein evangelisches Kloster vor der Stadt Scheningcn im Fürstenthu- me Wolfenbüttel im niedcrsächstschen Kreise. Es besteht anS einem Propste, Prior und Conventualen, und ist ein Landstand. S. Lorenzo, eine kleine Stadt am Flusse Cesano im Herzogthume UcbinoimKir- chenstaate. Bey derselben liegt das Ca. stell Leone, wo man noch die Ueber- reste von der Stadt Suasa steht. S. Lorenzo, ein Städtchen mit dem Titel eines Ft'irstenlhums im Prinerpaio citra in Neapel. G. Lorenzo el Real, s. EScsriak. S. Lorekko, s. Lorelko. S. LouiS, ein Fort auf einer kleinen An« sel, in dem Flusse Senegal im Reiche Hoval in Senegambia in Afrika, etliche Meilen vom Ausflüsse des eben genannten Flusses in das atlantische Meer. Die Holländer haben sich zuerst am Flusse Seuegal fest gesetzt und 2 Forts angelegt; aber die Franzosen vertric- den fie im Jahre 1687, und diese wurden im Jahre i6yl von den Engländern »erjagt. Im Jahre»69z höhlten die Franzosen wieder, was sie verloren halten, und errichteten eine Handlung-« grsellschaft, deren Haiipiconitoir zu S. Louis war. Hierher bringen die Neger- ihre Sclaven und Waaren. Im Jahre 17)8 käme» die Engländer wieder, nnd nahmen nicht nur das Fort S. Louis, sondern auch alles, was die Franzosen in dieser Gegend esaßcn, weg, nnh behielten auch alles in dem Frieden»ein Jahre 176z. Während den Unruhen, dir zwischen Frankreich und England wegen der amerikanischen Colonien aus» brache», ist diese Jnsei abermahlS und zwaramIistcn Januar des Jahres»779 von den Iranzoseit nebst Goree erobert worden, und durch den Frieden vom Jahre 178Z ward der Fluß Senegal nebst allen dazu gehörigen Forts und Etablissements von England an die Franzosen abgetreten. S. Louis, ein See in der Provinz Loui- siana in Nordamerika. S. Lucar, ein Vorgebirge bey Califor« nien im spanischen Nordamerika. G. Lucar de Barrameda, eine schöne offene Stadt an der Mündung des Flusses Gnadalqnivir im Königreiche Se« Villa in Spanien. Sie bat einen Hafen, der einen beschwerlichen Eingang hat, 2 Castclle,» Pfarrkirche, rz Mönchs- und Z Nonnenklöster, und ein Hospital. Im Jahre 164^ ist sie vom Könige Philipp IV. der Krone einverleibt worden, da sie vorher den Herzogen von Medina Celi gehörte. S. Lucar de Guadiana, eine Stadt auf einem Berge am Flusse Guadiana im Königreiche Sevilla in Spanien. Sie ist an der Flußseite durch drey Thürme, an der andern Seite aber durch zwey Bastionen befestigt. Die Fliith des Meeres, welches bisher steigt, bildet einen kleinen Hafen. S. Lucar la mayor,«ine mit Mauern nmgebcne Stadt in einer schöne» Ebene am Flusse Guadiamar im Königreiche Sevilla in Spanien. Sie ist der Haupt- ort eines Hcrzogthuins. S. Llttia, eine von den Inseln des grä- G. Luci« S. Lueie Jahre und louis, >zosea , und NvcN» uhen, »land n aus« s und »7/y modert > vsm lnegal > und Fran- Lou>« llisor- 'chöne Fius. ^ Se. > Ha- -za»g ,'A und ist sie >r ein- >Her« dt auf «a im > Sie Thür» durch Fluth , dil» auern Lbene reiche LUPt- !gsü- Arn Vorgebirge« in Wcstafrika, welche den Portugiesen gehört, und von Negern bewohnt wird. Sie bat viel« Schildkröten, von welche« einige gegen 40a Pfund wiegen. S Lucia, eine kleine Stadt nebst dem Titel eine« HeezogrhumS, im Val di Demona, in Stritten, 2 Metten von Meffina. S. Lucie, eine von den antillischen Inseln in Mittelnnertka. Sie ist sehr ungesund, bar Gchwefelminen, und enthält einige hohe Berge; der Boden über, welcher durch verschiedene Flusse gewässert w,c», ist fruchtbar, vornehmlich an Zucker, Kaffeh, Cacao, Baum. wolle, Tabak, Indigo, Holz zum Schiffbau, und ist überhaupt zu allem fähig, was die übrigen Aimlle«, gegen Sü. den von Martinique, und gegen We, sien von BarbadoL gelegen, hervor bringen. Sie ist etwa 22 Metten lang und l i Meilen breit, hat unterschied« «e gute Meerbusen und Häfen, wovon der sogenannte littie LurssnnZ« der bequemste zur Ausbesserung der Schiffe auf allen cacaibischen Inseln ist, der auch bey dem schlimmsten Wetter eine große M>nge Sch ffe sicher hält. Der biestae Fischfang ist ansehnlich. Diese Insel war wüste,««'ward von den Engländern zuerst im Jahre ik>Z«- besetzt, die aber im Jahre 164, durch die Caraiden, auf Anstiften der Franzosen, vertrieben wurden, welche seil diesem Jahre die Insel bewohnten: doch saßren sie auch bald darauf wieder festen Fuß auf derselben, wiewohl sie sie in den cromivellischen Unruhe» fast vergessen hatte». Sie machte vor. Mahls nebst S. Vincent, Dominik, und Tabago, die sogenannten neutralen Insel« aus; bey deren Theilung aber sie im Frieden vvim Jahre 1762 den Franzosen zum völlige» Eigenthum überlassen ward, welche sie brreirs im S. Lueienfieig S. Mals 6z Jahre 1755 in Besitz genommen hakten. Im amerikanischen und gegenwärtigen Kriege wurde sie von den Engländern wieder besetzt. S. Lucienstkiq, ein enger durch eine Schanze befestigter Paß ,m Hochgerichte Mayenfcld im Bunde der Zehenge- richte in der Schweiz, welcher au« dem Geaubünderlaude nach Deutschland führt. Hier wird von den durchgehen, den Kaufmanns, und andern Gütern im Nahmen der Graubündncr ein Zoll gehoben. S. Ludwiissnller, s. Ritterorden des heiligen Ludwig. S>. Macaire, eine Stadt an der Garantie im eigentlichen Guyenne in Frankreich, welche guten Handel mit Wein und Getreide treibt. S- Maiz:e.nt, k'nuum 8. Llaxentü, eine kleine Stadt mit ansehnliche» Vorstädten auf einer Höhe an der Sevce in Dberpoitou in Frankreich. Sie enthält z Pfarrkiche» und ein Hospital, und zählte bis zur Revolution eine Bene- dictincrabkep, 4 Klöster und ein Col- legium. UebrigenS gehört sie dem Hau- se Mazarin, und handelt mit wollenen Strümpfen und Zeugen. S. Ma!o, üslnclovium, Llnclopolis, eine Stadt auf einer kleinen Insel ,m Meere in Oberbretagne in Frankreich, welche durch einen Damm mit dem festen Lande verbunden ist, bey dessen Anfange ein festes Schloß stehet. Sie zählt ungefähr 1000» Einwohner, unh ist der Sitz einer Seeakademic und eine- Bischofs. Die Straßen sind hier enge, und man hat gar kein andere« Wasser als Aegenwaffer, welches in lüsternen gesammelt wild. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzkuschofe von Tours, bat einen Kirchsprengel von roo Pfarren,»nd ward am römischen Hose auf lovo Gulden taxirt. DieKa» S. Marco S. Mareeul S. Maria 64 S. Mango thedralkirche ist dir einz-ge Pfarrkirche der Stadt, in welcher man aber auch ein Hospital für Seeleute, ein allgemeines Hospital, ein Seminarium und 4 ehemahlige Klöster findet. Der hiefi- ge Hafeu ist groß, ha, aber einen et. was beschwerlichen Eingang, weil er mit vielen Felsen umgeben ist, und wird bey der Ebbe fast trocken. Auf den eben genannten nahe gelegenen Felsen find viele Forts angelegt, unter welchen neu» von vorzüglicher Wichtigkeit find. Der Handel, welcher hier mit England, Holland und Spanien getrieben wird, ist wegen der Bequemlichkeit der Lage der Stadt beträchtlich, und zur Zeit des Krieges ist dieser Ort zur Kaperey sehr bequem. Im Jahre verbrannten hier die Engländer jm Haftn Solidoc ungefähr 8« ftan- zöfische Schiffe, unter welchen fich auch 2 Kriegsschiffe und viele Kapers besän- den. Das Taumagazin ward zu der nähmlichen Zeit auch ein Raub der Flammen, und die Feinde hatten auch schon die Vorstadt S. Servant in ih- rer Gewalt. Ungefähr eine franzöfische Meile von S. Mals lag ehemahls die Stadt Aletb am Hasen Solider, welche der Sitz eines Bisthums war, das jm Äahrc, ,49 von hier nach S. Malo verlegt wurde. S. Mango, ein Städtchen mit dem Titel eines Fürstenthums im Principal» citra in Neapel, welches dem Hause Caraccioli gehört. S. Marcelli», eine kleine wohl bewohn, tc Siodt in einer schöne» Gegend am Flusse Jscre in der Landschaft Vien- nois in Unterdauphlns in Frankreich. S- Marco,^r^entsnum, ei» Städtchen in Culabria citra in Neapel, welches den Titel einer Markgrafschaft Hai, den das Hans Lavinglia führt. Es ist der Sitz eines Bischofs, der unmittelbar«»«er dem Papst« steht, und Herr des Ortes Mongraffano ist. Hier giebt cs'2 Kloster. S. Marcoul de Corbeny, s. Corbigny. S. Mard oder Medard, eine kleine Siadt im österreichischen Ancheile am Herzog, thnme Luxemburg. S. Margarelha, einer der besten Oer- tcr in der Maramaroscher Vespanschaft in Oberungarn. S' Margarethen, s. Margarethen. S. Margarekhenfluß, ein großer Fluß im briltischen Canada in Nordamerika, welcher stch i» die Mündung des Lo» renzffusses ergießt. S- Margnerite, ehemahls Lcro, die größ. te unter de» lerinischen Inseln in Un« terprvo-nee in Frankreich, welche aber doch nur eine französische Meile lang, und eine Viertelmeilc breit ist. Von CanneS ist sie drey Meilen gegen Südosten entfernt, und sie hatte ehemahls ein der heiligen Morgareiba gewidmetes Kloster; jetzt aber wird sie durch eine Citadelle beschützt. S. Maria, eine von den azorischen Zusein«»f dem uilaniischen Meere, welche im Jahre 14.^2 entdeckt wurde Sie - ist 4 Meilen laug, und Z Meile» breit, und Hai gegen Südostrn einen Hasen in einem Meerbusen. der durch einige Schanzen beschütz! wird. Der vornehmste Ort auf dieser Insel ist der Flecke» Porto. S. Maria de Malamba, s. Matamba. S. Maria di Leuca, ein Städtchen und bischöflicher Sitz an einem Vorgebirge in Terra d'Okranto in Neapel. S. Maria Magdalena, s. Jrinerkrain. S. Maria Portinncula, s. Madonna degli Angeli. S. Mariä, der vornehmste Flecken im Hochgerichte Münsterthal im Gottes- hansbunde in der Schweiz. Ueber demselben steht man noch die Ueberrestc der Festung oder Schanze, welche die Oe- strrreicher im Jahre«62« anlegten, s. Markrninsel s. Marin» aber im Jahre 1624 selbst wieder vrr. wüsteten. S. Marieninfel, eine kleine Insel an der Dstseire der Küste der Insel Madagas- car in Ostofrika. G. Marieninfel, eine von den phil'pdi. „ischen Inseln in Ostindien, welche sonst auch Maria della Paeilla genannt wird. S. Marin de Vaz, eine Insel auf dem äthiopischen Meere in Afrika, welche nicht weit vom Vorgebirge der guten Hoffnung liegt, sehr bergig und unbewohnt ist. S Marin», eine freye Republik in Jta» lien, welche au« einem kleinen Gebirge im Kirchenstaate besteht, das von den Heezogihümern Romagna und Ur- bino umgeben ist, und unter päpstlichem Schutze steht. Sie hat schon über drey- gehn und ein halbes Jahrhundert gedauert, und soll auf folgende Art ent. standen seyn. Ein Maurermeister, Nahmens Marina, begab sich auf den hie» stgen einsamen Berg, und führte ein strenges einsiedlerisches Leben. Er kam in den Auf einer großen Heiligkeit, und die damahlige Besitzerinn des Ber. geS, Nahmens FelicikaS, schenkte ihm den Berg. Hieranfbauelen sich hier allerley Leute au, die mit der Zeit einen eigenen Staat ausmachten, der nach ihm S. Marina genannt ward. Im Jahre no» kaufte die Republik das Schloß Pennarosta in der Nachbarschaft, und im Jahre 1170 ein anderes, Nahmens Casolo. Ungefähr 290 Jahre nachher stand sie dem Papste Pius II. wider einen Herrn von Rimini, NahmenS Malatesta, bey, wofür er ihr die4klei» neu Schlösser Secravalle, Faelano, Montgiordino und Fiorentiii» nebst dem Dorfe Piagge schenkte. Zu der damah. ligeu Zeit war sie im größten Flor; allein gegenwärtig ist sie wieder in ihre «lten Grenzen eingeschränkt. JmJaS- (IV. Band.) S. Marin» 6z re!7zy wurde sie zwar auf Perlon, gen einiger Unterthanen von dem Cardinal Albervni, päpstlichen Legaten zu Ravenn«, dem römische» Stuhle unter» wüi sig gemacht, aber auf-je vom Rathe geführten Klagrn kurz vor drin Tode Papsts Clemens VIl. wieder in ihr» Freyheit gesetzt. Doch sind die Origi- nalurkunden von der Freyheit der Republik, welche der eben genannte Cardinal weg nehmen l>rß, nach Rom in den Vatican gebracht worden, wiewohl Verschiedenes durch einen Patrioten in dar Archiv seiner Vaterstadt zurückge« schafft ward. Die Regierung besteht a»S einem Rathe»vn 40 Personen, der bald aus den adeligen Familien, und halb auS den bürgerlichen besetzt wird. und aus wel. chen alle Monarde zwry Bürgermeister erwählt werden. Wenn aber sehr wichtige Sachen vorfallen, wird ein großer Rath gehalten, zu welchem eine jede Familie jemanden schickt. Die übrigen vornehmsten Bediente» dieses freyen Staats stnd ein Commiffarius, welcher in allen bürgerlichen und peinliche» Sachen spricht, und alle Mahl ein fremder berühmter Doclor der Rechte seyn muß, der auf Z Jabrr bestellet wird, und ei« Arzt, welcher auch ein Fremder seyn muß, auch auf Z Jahr erwählt wird, und die Kranken und die Apotheke»uter seiner Aufsicht hat. Die Stadt S. Marin» liegt auf einem hohe» und höckerigen Berge, zu welchem nur ein einziger Weg führt, und in dessen Seiten sehr guter Wein wächst. Sie begreift gegen Lvoo Einwoharr, und hat I Kirchen und Z Klöster, von welchen letzter» jedes außerhalb der Stadt stehet, und Z Castelle. Der gedachte Berg, nebst einigen kleinen benachbarten Hügeln, weiche um den Fuß deffelden beysammen liegen, und die kleine» Oerier Fortan» und Srravalle, machen den gau- 66 S. Martensb S. Marlha S. Marti» zen Umfang des Gedieths dieser Republik au-». S. Martensdyk, eine offene Stadt im Quartiere an der Ostertchelde«u der Provinz Seeland in den vereinigten Niederlanden, welche dem Hause Ora- nien als eine Herrlichkeit gehört. Vor Alters machte sie nebst dem umliegenden Lande eine besondere Insel aus, zwischen welcher und der Insel Tholen das Wasser Pluimpok floß; nachdem dasselbe ausgetrocknet worden ist, so werden beyde Znseln nur für eine ge. rechnet. S. Martha, eine gebirgige Landschaft in Terra firma im Vicekönigreiche Neu. granada im spanischen Südamerika. Sie liegt zwischen der Provinz Neu- granada und dem Mar del Nord, und enthalt auch fruchtbare Thäler. Ihre vornehmsten Producte sind Citronen und Pomeranzen, Granatapfel, Wein Und Brasilienholz, und man findet auch Gold, Smaragde», Sappbiere Marmor und Perlen. Hier haben einige Eapucinermissionarien in acht kleinen Ortschaften über Zvoo indische Fami. lien zusammen gebracht, und hier fängt sich das große Andengebirge an, welches sich mitten durch Südamerika bis an die magellanische Meerenge erstreckt. Die Hauptstadt dieser Landschaft heißt ebenfalls S. Marlha, liegt am Mar del Nord, und hat einen guten und geräumigen Hafen und eine Citadelle. Sie ist der Sitz des Gouverneurs der Provinz, und eines Bischofs, der unter dem Erzbischofr S. Fö de Bogota steht. Diese Stadt, deren Häuser nur von Schilfrohr erbauet sind, war ehemahls beträchtlicher. G. Marlha oder S. Magdalena, ein gro. ßer Fluß in Terra ßrma im spanischen Südamerika, welcher in der Provinz Po- Püpan bey der Statt gleiches Rahmens entspringt, gegen Zoo Meilen weit bis tu dre Provinz Neugranada fließt, und sich endlich in das Mar drl Nord erg eßt. S. Martin, ein Thal im luccrnischeu Distrikte im Fürstenthume Piemont, welches seinen Nahmen von einem jetzt wüsten Orre hat, und sich gegen r6 piemontesische Meilen in die Lange erstreckt, aber nicht vwl breiter als der Strich ist, welchen der durchbin fließende Fluß Gemanasque einnimmt. Unten ist es reich an Wein und andern Früchten, in der Mitte an Kastanien, und oben an guten Viehweiden. Dieses Thal ist unter allen piemontesische» ' Thälern am stärksten befestiget; denn der ungeheuer» Berge, welche daffeld« von allen Seiten umgeben, und jährlich wenigstens 8 bis ic» Monathe lang mit Schnee bedeckt, folglich nicht zu übersteigen sind, nicht zu gedenken, so kann man nur durch ei« einziges Loch, welches die Thurmbrücke heiß», und durch einen Felsen gehauen ist, dahin gelangen. Dieser Durchschnitt ist nur so breit, als der durch denselben laufende Fluß Germanasque, über welchen eine hohe Brücke führt. Wenn dieselbe abgeworfen wird, so ist das Thal unzugänglich. Auf den Alpen, die dasselbe umgeben, gibt es gegen das Lu- cernerthal zu siede» schöne Seen. I» den piemontestschen Thälern, besonders in dem von S Martin, findet man zwischen den höchsten Bergen und unwegsamen Felsen große Waldungen, in welchen man viele weiße Ha>en, die auch im Sommer nicht grau werden, Füchse, große Fasanen- graue und weiße Aeppbünner, Wölfe und Bären antrifft. Auf den höchsten Alpen, und an solchen Orten, wo kein Holz stehet, sondern nur etwas Weide anzutreffen ist, findet man Murmelkhiere, Gemse» und Slemböcke-. Diese Thäler, wcl< s. Marti» S. Marti«» chc jederzeit zu Plemont gehöret haben, find wegen der Waldenser berühmt, die sich darin aufhalten, und ihre» Rahmen davon haben. Sie sind öfters grausam verfolgt und vertrieben worden, welches Letztere den Einwohnern des S. MartinthalS noch im Jahre l?Z0 begegnete. Jetzt werden sie ihrer Religion wegen nicht öffentlich beunruhiget; nur ist in jedem Kirchspiele, deren im Thäte S. Martin zehrn sind, auch eine katholische Kirche angelegt worden. Im Jahre 1772 zählte man rz66L Waldenser. I» Kriegszeitrn werden sie als Parteygänger mit großem Vorthei- le gegen die Franzosen gebraucht, und gewöhnen sich von Jugend auf zu den Waffen. S. Martin, eine von den sorlingischen Inseln bey England. S. Martin, eine kleine befestigte Stadt mit einer Citadelle und einem Hafen auf der Insel Re bey der Landschaft Annis in Frankreich. S. Martin, Szent Marlon, Llsrti- vvpolis, ein ziemlich weitläuftiger und wohl bewohnter Marktflecken in der Thurotzer Gespanschaft in Niedcrun- gar«, welches der vornehmste Lrt der ganzen Gespanschaft ist, und fast in der Mitte derselben liegt. Er wird durch das Flüßchen Thnrotz gewässert, und ha> eine überaus angenehme Lage. Die Peierskirche, welche die Katholiken be« sitzen, ist schön gebaut. Die hiesigen Jahrmärkte werden stark besucht, und das hier gebraut« Bier ist überaus schmackhaft. Die Einwohner nähren sich größten Theils v»m Ackerbau. Hier werden auch die öffentlichen adeligen Versammlungen und die Provincialge- richke gehalten. Der Lrt gehört jetzt der revajischen Fam lie. S. Martin, eine von den antiwschenJn- sein in Miitelamerika. welche zwischen Holland und Frankreich getheilt ist, G. Mathe», 67 und vornehmlich Zucker, Baumwolle und Salz liefert. Das Letztere wird auS einem Salzteiche erzeugt. Im Jahr« 278» ward sie von den Engländern erobert. S. Martins, Oppickum 8. Martin!, ein Flecken mit dem Titel eines Mar- quisats am Flusse Dglio, im Fürsten^ thun,« Bozzolo im Hrrzogthume Gua« stalla. S. Martins, eine im Jahre 1L69 angelegte Festung auf einem Berge im Groß. hrrzogthume ToScana, welche der Fluß Sieve umfließt. S. Martinszell, ein Marktflecken am Jlenflusse in der fürstlichen Abtey Kem- pten im schwäbischen Kreise. S. Martorp, ein großer Flecken mit einer Brücke über die Garonne in der Landschaft ComengeS in GaScogne in Frankreich. S. Mary, eine Stadt in der Provinz Maeyland in den Nordamerikanischen vereinigten Feepstaaten. Sie liegt an der äußerste» Spitz« des Landes, und an der westlichen Küste der Chesa- peakbay. S. Mary's, die vornehmste, größte und fruchtbarste unter den sorlingischen Inseln bey England. Sie hat einen guten Hafen, und ein Schloß zur Beschützung desselben. S. Matheo, ein Flecken im Königreiche Valencia in Spanien, welcher als das Haupt der benachbarten OcrterdcS Ritterordens unsrer liebcnFrauen vonMon» tesa anzusehen ist, und dem Könige als beständigem Vermalter der großmeister» lichen Würde gehört. S. Matheo, eine spanische Colonir und Festung auf der östlichen Küste der Halbinsel Trgeste, in der Landschaft Florida im spanischen Nordamerika. Sie ward von den Engländern im Iah, re 1740 eingeäschert, und die Franzosen hatten ehemahls hier ein Fort, an- I- S. Maura S. Maura S. Maurie 6z S. Maubit's welchem sie aber schon im Jahre IF6Z von den Spaniern vertrieben wurden. S. Maudit's oder Maw's, ein Burg- flecken mit einem festen Schlöffe in der Landschaft Cornwall in England, wel. ches zwey Deputirte zum Parlamente schickt. S. Maur des Foffes, ein Flecke» an der Marne in der Jslr de France in Frankreich Z Meilen von Paris!, in welchem sich ein schönes Schloß befin. der, welches bis zur Revolution dem Prinzen von Conde gehörte. S. Maura, der ehemahlige Nahme einer Congregation von Benedictinermönchen in Frankreich, welche Papst GregoriuS XV. im Jahre 1621 aus König Ludwigs XHI. Verlangen aufgerichtet hat. Sie waren in 6 Provinzen eingetheilt, und hatten einen Generalsuperior, gewisse Assistenten und Visitatoren. Alle drey Jahre hielten sie ein Generalcapitek. Sie legten sich sehr auf das Studieren und auf die Unterweisung der Jugend, und es sind auch jederzeit große Gelehrte bey dieser Congregation gcwe» sea, die sich durch die nützlichsten Schriften, besonders in der Diplomatik und Herausgabe der Kirchenvater, großen Ruhm erwarben. S. Maura, ehemahls Leritis, hernach Leucas, eineJuseldes mittelländischen Meeres an den Küsten vor Livadieu in Griechenland. Sie war von Alters eine Halbinsel, die mit dem festen Lande von Zlcarnanien zusammen hing, ist aber von den Karthagincnsern oder Korin. thern durchstochen worden, so daß sie «och jetzt von dem feste» Lande durch einem L» Schritte beeilen Canal abgesondert wird. Ihr Boden ist fruchtbar am Getreide, Wein, Seht, Citronen, Pomeranzen, Mandeln und andern Früchte», und hat auch gurr Viehweide. Die Einwohner sind Griechen, die »inen Biichvf Hader,. Diese Insel haue in alten Zeiten drey beträchtliche Städte, und einen^ prächtigen Tempel dc» Venus. Die beste» Häfen sind Engst, oiento, Demata, und G. Maura. Die Stadt S. Maura- von welcher die Insel den Nahmen hak, enthalt§ bis Oooo Ein, wohner, und ist durch Kunst und Natur ungemcin befestigt; daher man»he weder zu Lande noch zu Wasser recht beykommen kann. Vor der Festung lie. gen zwey Inseln im Moraste. welche gur angebauet sind, und Vorstädte ab, geben. Alle kleinen Inseln, die hier zwischen der Insel und dem festen Lan» dr befindlich sind, hangen durch Brücken zusammen. Im Jahrewurde die Stadt und Insel dem Griechischrn Kaiser von den Türken abgenommen, im Jahre iFns von den Venetianern erobert, den Türken aber wieder ringe, räumt, jedoch im Jahre iS84 aber. wahlS entrissen. Im Jahre ,/tF geriet- die Stadt und Insel übermahlt in die Hände der Türken; im folge», den Jahre aber eroberten sie die Vene« tianer wieder, erneuerten hieraufdie von den Lücken gesprengten Festungen, und wurden im Jahre 17,8 durch den Pas- sarowitzer Frieden im Besitze dcrsel- den bestätigt. Im Jahre 1769 ward sie durch ein heftiges Erdbeben sehr be« schädigt. S. Maure, ein Städtchen in der Landschaft Touraine in Frankreich. S. Maurice, k'nnum 8. ü-Inuridit, eine kleine Stadt in der Grafschaft Tarantaise in Savoyrn. Sie liegt an der Jsere, führt den Titel eines Mar- quisats, und gehört dem Hause Chabot. S. Maurice odec S. Moritzen-k'nnuin 8. HIauritii, eine Landvogtey und wohl - gebauetcr Flecken zwischen zwey Berge» im Walltseclande in der Schweiz, welcher an der Rhone liegt, über die hier eine steinerne Brücke führet. Auf s. Maxim!» Siad- l dc» ngli. Dir den Ein. N». ihr recht > lie. clchr k ab» hier Lan. Lcii. urde sche» nen, ncrn ingc. iber. i ge» iahlr lge». >ene» evoa und Pas' rftl« cd sie be> anb- , ei. chaft t an star- chot. IUM vohl 8 er- reiz, : die Auf te» Westseite»iefer Brücke steht zu. nächst an einem hohen Berge ein Schloß, auf welchem der Landvogt wohnt; auf her Lstseite aber befindet sich ein Thurm. So wohl unter jenem al« diesem ist ei. ne Pforte, die des Nacht« verschlossen «ird.-irr ist ein starker Paß und ei. ae Niederlage, weil alle«, was von dem Genfersec kommt, und über den großen S. GotthardSberg durch da« Walliserlanb geht, seinen Weg durch diesen Ort nimmt. Er hat den Nah. men von dem hiesigen Stifte rczulir- 1er Chorherren AugustinrrordenS, wcl. ches einen Abt z»m Vorsteher und ansehnliche Einkünfte hak In dieser Abtey wurde Rudolph I., König von Burgund, im Jahre 888 gekrönet. Da nun die Reliquien deck heiligen Moritz in demselben verwahrt wurden, so sieht man, wie Rudolph II., König von Bur. gund, die Lanze der heiligen Mo- ritz an König Heinrich I. abtreten konnte, welche noch jetzt einen Theil der deutschen Neichökleinodien ausmacht. Das ohne dieß unglaubliche Vorgeben, als ob sie die Lanze sey, mit welcher die Seite Christi am Kreuze geöffnet wur« de, wird hierdurch noch mehr wider- leg«. UcbrigenS hält man diesen Ort für das ehemahlige Agaunut», wo die Ihr. bäische Legion am Ende des dritten Jahrhundert« hingerichtet worden sey» soll. G. Maximin, ein Städtchen in der Un. terprovence in Frankreich, welche« sei. nen Ursprung einem Benedietinerlloster zu verdanken hüt. E. MaLimin, ein AmtundBrnediciiner- abtey im obern Erzftifte Trier im chur- rheinischen Kreise. Die letztere wir» für die älteste in Deutschland ausgegeben, liegt nicht weit von Trier, und ist sehr ansehnlich. Im Jahre»674 ward sie von den Franzosen eingeäschert, aber prächtiger wieder aufgebauet. In der Bibliothek findet man ein Paar hundert S- Mtnaj» S. Meneh 6- alte Handschriften, unter welchen ei» mit goldenen Buchstaben geschriebenes Evangelienbnch aus dem 8>e» Jahrhunderte aagrtroffen wird, welches Kaiser Carls deS Großen Schwester hierher schenkte, und auch äußerlich kostbar ist. Noch wichtiger ist das hiesige Archiv, welches viele fränkische Urkunden enthält. Der von den Mönchen erwählte Abt wird unmittelbar von dem Papste bestätigt, und steht auch in geistlichen Dingen«nmitielbar unter dcmselbrn. Er wollte ehemahls ein unmittelbarer Aeichsstand seyn; allein das Kammer, gericht sprach ihm solches in den Jahren 1L70 und i6Z« ab. Er ist also ein trierischer Landstand, aber der erste unter den Lanbständea, und besonders auch unter den Geistlichen. Er ist auch der erste Landstand im Herzogthume Logten,, bürg, und der regierenden römischen Kaiserinn Erzcapellan. Die jährliche» Einkünfte der Abtey werden auf 6ovo Ducaten geschätzt. Zu dem Amte gehören außer S. Marinst» und dem Fle» cken, Schloß und Herrschaft Bettin. gen, Noch 2, Dertcr im Churfürsten, thume Trier, und die Abkcy besitzt noch auswärts andere wichtige Güter, wo» unter besonders die uiimiktclbarenAcichS- herrschafken und das Bnrggrafthum Freudenberg an der Saar gerechnet wird. S. Menajo sdcr S. Menna, ein§l«. cken im Principal» cura in Neapel, welcher den Titel eines FürstentbumS hat, den das HauS Castiglionr führt. S. Menehonid, Barium 8. klskieciiil- ciis, eine kleine Stadt in einem Moraste»m Flusse AiSne in der Landschaft Argonne in Champagne in Frankreich. Sie liegt zwischen zwey Felsen, auf deren höchstem ein Schloß stehet, und führte ehemahls den Titel einer Graf- schaft. Sie hat nur eine Pfarrkirche und s ehemahlige Klöster, und war vor- S. Michael S. Michele zeilen eine Festung, die oft belagert und erobert worden ist. S. Michael, eine im Jabre, 14Z gestiftete Propstey an der Etsch ini Viertel Etsch in Txrol, deren Propst ein Landstand ist. Bey derselben ist ein Sauerbrunnen. S. Michael, s. Modishvle. S. Michaelsburg, eine Herrschaft im Viertel Pnsterthal in Tyrol, welche die Stadt Brauneggen umgibt, und in der schönsten Gegend des Austerthals liegt. Sie gehört den Grafen von Künigl. G. Michel, ein Flecken nicht weit von der Are in der Grafschaft Moriana in Savoyen. Bey demselben liegen einige artig anzusehende Berge, die sehr hoch hinauf, und, so weit der Schnee es zuläßt, mit Feldern und Wiesen bebauet sind. G. Michele, eine Benedickinsrabtey auf dem Gipfel eines sehr steilen Felsens im Marquisato Susa im Fürstemhume Piemont. Sie ist wegen ihrer Einkünfte und wegen der vielen davon abhängenden Pfarreyeu die wichtigste Abtep im ganzen Fürstenthume; aber ihre Gebäude und große Kirche stehen oft wegen ihrer Lage ganz verlassen. S. Michele, eine kleine Insel nahe bey Venedig in Italien, welche eine merkwürdige Kirche enthält, die den Lama- vulenscrmönchen gehört. Hier haben sich die protestantischen Kaufleute zu Venedig den Platz zu einem Kirchhofe gekauft»nd eingerichtet. S- Michele, ein Flecken mit einer schö- nen der heiligen Jungfrau gewidme. ten Kirche unweit Verona im Vene- tianischen. Nahe bey demselben gibt es warme Bäder. S. Michele in Bosco, ein Slivetaner. klostcr auf einem Berge bey der Stadt Bologna im bononischrn Gebiethe im Kirchenstaate. Es ist eins der größten und schönsten in Italien, und hat eine ganz vortrrfflich» Auksicht. Die hiesige S. Miguek Bibliothek ist schön Uliv wohl ringe« richtet. S. Miguel, eine von den azorischen Inseln auf dem atlantischen Meere, welche unter denselben am writestea gegen Dsten gelegen ist. Sie ward im Jahre 1444 am Tage der Erscheinung Michaels entdeckt, und ist»8 Meilen lang, und gegen 2 Meilen breit. Sie ist unter allen benachbarten Inseln am stärksten bewohnt; denn man zählet hier A289Z Einwohner, unter welchen sich iZyZ Geistliche, Mönche und Nonnen befinden, und ist auch unter allen azorischen Inseln am fruchtbarsten an Weißen, Hirse und Wein. Sie gehörte den Grafen von Ribeira Grande, die hier vortreffliche Wollenmanufaeturen anlegten; aber im Jahr« 17LZ zog sie der König von Portugal wieder ein, und gab dem Grafen zur Schadloshal- tung einige Herrschaften und Comwen- thureyen der Ritterorden, nebst dem Titel eines Marquis von Villa Fron» ca. UebrigenS findet man hier außer der Stadt Ponta Delgada L Flecken und 22 Dörfer. S. Miguel, die Hauptstadt in Neuna- varra i» der Statthalterschaft Neume- xic» im spanischen Nordamerika, welche am Rio de Hiaque liegt. S. Miguel, eine kleine volkreiche Handelsstadt in der Provinz Mechoacan in der Audicncia Mexico im Vicekönigrei- che Altinexico oder Neuspanien im spanischen Nordamerika» S. Miguel, ein Flecken mit einem guten Hafen in der Aildienciu Guatimala in Alimexico im spanischen Nordamerika. S. Miguel de Culiacan, s. Cuüacan. S. Miguel del Esiero, eine Stadt am Flusse Esters i» der Provinz Tuenman im spanischen Bieckönigreiche Rio de la Plaia in Südamerika. S. Miguel de Ribera, eine Stadt ia der S. Mihrl S. Nicola- S. Nreolas ekng,. n Ji>< , wrl. gegen Jahre Mi. l lang, st un- stärk« k hier n sich »nnen n azo- Wei. rede» e hier > an- >g sie ein, shal- imen» i dem Man» er-er i und cuna- «me« wel- Han- >>n in igrei- , sx a» zuten la in ika. n. am ,man de la , der «Provinz Luito im Vieekönigreiche Neu. graiiL-a im spanischen Südamerika. S. Mihel, S. Mihiel oder S. Michel, eine S'adt an der Maas im Herzog, tbume Bar in Frankreich, welche ihren Ursprung einer alten Benedictinerabtey zu verdanken bat. Sie enthalt einePfarr- kirche.eine Cvllegiatkirche, ein ehemahliges Jesuitercollegium, 6 aufgehobene Klöster und ein Hospital. Auf einem der umliegenden Berge stand ehemahls ein Schloß. D. Miniato alTedescho,eivitLs8. K1!- vinti« acl lesiefcum, eine Stadt am Flusse Arno im Großherzogrhume ToS- cana, welche der Sitz eines Bischofs und eines Amtmanns»st. Der erstere stehet unter dein Erzbischofe zu Florenz. Außer der Kathedralkirche gibt es hier L Pfarr- Urchen und 6 Klöster. Kaiser Friedrich der Zweyte ließ hier ein Schloß baue», von welchem noch ein Thurm übrig ist. Ei. Moritz»der S. Marizzv, ein Dorf mit«nein berühmten Sauerblum,«» im Hochgerichte Dberengadin im Gotteshausbunde in der Schweiz. Man hält dieses Sauerwasser für das stärkste in -er Schweiz und Deutschland; wenig. ste»s übertrifft es das Pnrnionierwasser in Deutschland, welches doch eins der allcrstärkste» ist. S. Moritzen, s. S. Mannes. S. Nazaire, ein Dorf in der Grafschaft Rouffillon in Frankreich, von weichem ein benachbarter See den Nahmen hat, bey dem es Moräste gibt, worin die Sonne Salz bereitet. S. Niclaas, ein« wohl gebanete und volkreich« Freyheit im Lande Waas, und der Hauptort desselben im österreichische» Antheile an der Grafschaft Man. der». Der hiesige Jahrmarkt ist wegen des Flachs-und Tetreidehandcls, welcher auf demselben getriebn» wird, berühmt. S. Nicolas, Szerit Miklos, Aiaopo- S. Omex lium, ein Marktflecken in der Liptaucr Gespanschaft in Niederungaru, in welchem gemeiniglich die kleinen Gefpan- schaftSversammlunse» geh-i-eu werden. Hier war ehemahls eine Residenz der Jesuiten, weiche nicht weit von hier rin schönes Collegiuni hatten. Im Jahrr >77Z brannte dieser Ort ganz ab. S. NicolaS, Szenk Miklos, issauumS. ^»colai, ein Marktflecken und ein mit einem Traben umgebene» Castell in der Wieselburger Gespanschaft in Nieder, unzarn. G. N.colas, eine vornehme Augustiner- propstey der regulirren Chorherren nahe an der Stadt Paffau, im bapecschc« Kreise. S.Nicvlas,eine von den Jiifeln des grünen Vorgebirges in Westasrika, welche den Portugiesen gehört, und einen gu- ten Hafen hat. S.Nicolas, eine Stadt im französischen Antheile an der Insel S. Domingo oder Hispaniola in Mittelamerika, welche einer der Hauptorte derselben ist. S. Nicolas, ein Markt im Machlanb. kreise im Lande ob der Ens in Oester. reich, welcher dem Stifte Waldhausen gehört, und in dessen Nachbarschaft sich der Strudel und Wirbel in der Donau befindet. S. Nicolas, eine kleine Stadt in Lothringen in Frankreich. Sie liegt an-er Meurie, welche hier schiffbar wird, und eine gute steinerne Brücke hat. Sie hat ihre Aufnahme der Reliquie des heiligen Nicolaus zu verdanken, welche in der demselben gewidmeten schönen Kirche verwahrt wird, und man findet hier ein ehemahliges Jesuilerhaus, 4 aufgehobene Klöster und ein Hospital. S. Oiner,^uckomÄropoI»5,einc Stadt in der Grafschaft Artois in Frankreich, welche eine der beste» Festungen in den Niederlanden ist, und theils auf einer Höhe, theils an einem Morast« am -7 S. Oyank S. Pauk Flusse Aa liegt. Sie hat 11800 Ein. wohner und ist derSitz eines Bischofs, der unter dem Erzbischofe von Cambray steht, einen Kirchsprcngel von 1 tv Pfarren bot, und am römischen Hofe auf 1000 Gulden taxirt ward. Hier gibt es, außer einer Kathedralkirche. 6 Pfarr- ktrchen, eine ehemahlige berühmte Be. nericlinerabkey, Nahmens S. Benhin, welcher die Stadt ihren Ursprung zu verdanken hat, ein Hospital, verschiedene aufgehobene Klöster und 2 Colle- gien. Ueber dieß findet man hier Salzraffinerien und verschiedene Fabriken, und man treibt auch gute Handlung. Im Jahcr»677 ward die Stadt von den Franzosen erobert. JmJabrei7L4 ward der Ansang gemacht,«inen Ca. nal von S. Dmer bis nach Aire zu führen, um die Aa mit der Lys zu vereinige». und dadurch eine Gemeinschaft zwischen den französischen Seeplätzen in Flandern, und den vornehmsten Landstädten in Flandern, Arto-S und Henne- «au, zu Stande zubringen, welcher in den neuern Zeiten fort gesetzt worden ist. S Oyant, s- S. Claude. S. Palais. Oppiciurn8.?el3FÜ, eine kleine Stadt auf einer Höbe am Flusse BiLonse in Navarra in Frankreich, wrl. che der Stadt G. Jean Pie de Port den Tatet der Hauptstadt streitig macht. S. Papoul, eine kleine Sradt in Dberlan- giiel vcinFrankreich,welche derSitz eines Bi.chafs ist, der unter dem Erzbischofe von Toulouse steht, einen Kirchsprcngel vonz6 Pfarren hat,und am römischen Hofe auf 2500 Gulden toxirt ward. S. P.ckernian, ein Markt mit einem Schlosse an der Drau in Oberkärnthen. S. P>ul, eine Landschaft oder Capitania zn Brasüie» im portugiesischen Südamerika, welche reiche Golbbergwerke hat. Sie enthält gegen tiooo weiße Einwohner, 8poo Neger»der Mulatten, A. Pau? und über Z2ov» Eingeborne. Die Hauptstadt de- Landes fiihrr mit demselben gleichen Nahmen, ist von de« Jesuiten gebauet worden, und hieß ehemahls Piratininqua. S. Paul, eine ehemahlige Grafschaft in ArtoiS in Frankreich, welche einen großen Umfang bat, und nach verschiedenen Herren an Ludwig XIII. kam, der sich derselben bemächtigte, und durch den pyreiiäischen Frieden in ihrem Besitz bestätiget wurde. Bis zur Revolution gehörte sie dem Hause Roban-Sou» bise, und ibr Hauptort ist ein Flecken gleiches Nahmens. S. Paul, eine reiche Abtey Benedictiner« ordens im Lavantthale in Untcrkärnrhen 6 Meilen von Clagenfurt. S. Paul(Einsiedler von), ein geistliche, Drden, welchen Eusediut, Erzbischof zn Gran in Ungarn, im Jahre 12LL stiftete, und der den ersten Einsiedler Paul zu seinem Patron hat. Papst Clemens V. gab ihm im Jahre izoz dir Regel des heiligen AugustinS. Dieser Drden besaß in Ungarn viele Klöster, die aber von den Türken verwüstet wurde». In den folgende» Zeilen wurde in Jialien und Spante» eine Congregaiioit der Einsiedler des heilige»! Paul aufgerichtet. S. Paul de Fenouilledes,eiu Städtchen zwischen Bergen am Flusse Aigli oder Eg!i im Landchc» gleiches Nahmens m Uaterlangnedoc in Frankreich. S. Paul de Leon oder G. Pol de Leo, eine alte Stadt nahe beym Meere m Niedcrbretagne in Frankreich. Sie hat den Nahmen S. Paul von ihrem erste» Bischöfe; der Beysatz Leon aber ist dir Benennung eines umliegenden Distrikts. Der hiesige Bischof, welcher unter dein Erzdischofe von Tours siebet, eine» Kirchsprengel von 120 Pfarren bat, und am römischen Hofe auf 8>>o Golden taxirt ward, nannte sich bis M E. Petersburg Die deui- dc» ! ehest ia gro. jede- , der >urch i Be- volu- 2ou» ecke» iner« tthen licher ischof ISLL edler !Cle. 8 dir )>escr ister, wur« tde i» aiioa auf- tche» oder ns ia Leo, re ia e hat erste» st dir ricts. r dem eine» bat, G»l- S M S. Paul S. Petersberg Revolution einen Grafen von Leon, und war Herr der Stadt. E. Paul de Loanda, s. Loairda. S- Paul lez Vence, ein befestigtes Städtchen in der Unterprvvence in Frankreich. S Paul TricastlN, oder S. Paul trois Chaleaux, die riuzige Stadt in dem Ländchen Tricastin in Unterdauphine in Frankreich. Sie liegt auf einer Höhe nicht weit von der Rhone, hat einen kleine» Umfang, und ist der Sitz ei»cS Bischofs, welcher unter dem Erzbischo- se von ArleS steht, einen Kirchsprengel »on Z4 Pfarren hat, und am römischen Hofe auf 400 Gulden taxirt ward. In dieser Stadt gibt es außer der Kache- dratkirche nichts Merkwürdiges. S. P.iUiln, eine Propstey und Dorfnabe bey Trier im churrheiuischen Kreise. Im Jahre>674 wurde fie von den Franzosen verwüstet, nachmahls aber besser wieder ausgebauet. Die hiesige Kirche ist schön, und hat inwendig eine sehr prächtig gemahlte Decke. Die Propstes» hat unter churfürstlicher Landeshoheit die Herrschaft und Gerichtsbarkeit über zehn Dörfer. S. Pecaque, eine kleine wohl gebauete Stadt i» der Provinz Guadalaxara im Vicekönigreiche Altm.xiko oder Neuspa- nien im spanischen Nordamerika. S. Peter, ein vornehmes Benedictincr- kloster im Schwarzwalde nicht weil von Freybnrg im Breisgau. S. Peter, eine Insel südwärts von New- foundland im brittischen Nordamerika, welche die Engländer nebst der darauf gelegenen Festung jm Jahre 1707 den Franzosen abnahmen. G. Peler in der Au. eine Herrschaft, Schluß und Markt!m Kreise ob dem Wienerwalde im Lande unter der Eng in Oesterreich, welche den Grafen von Windischqrätz gehören. S. Pelersbcrg, eineHerrschaft und Schloß jm Viertel Oberinthal in Tyrol. Zu der- (IV. Band.) 7L selben gehört dasDezihal und iz Dörfer, und die Grafen von Clar besitzen dieselbe. S. Petersburg, ketropolis, die kaiserliche Residenz und die zweyte Hauptstadt des russischen Reichs, welche an der Newa und an mehreren Canälen im Gouvernement S. Petersburg, oder im ehemahligen schwedischen Jngermanland liegt. Der Anfang ihres Baues, sowie der Fortgang desselben ist bewundernS-' würdig. Bis zum Jahre ,70z standen da, wo jetzt diese ansehnliche Stadt liegt, nur ei» Paar kleine Zischerhäuscr; als Peter der Große aber in dem eben genannten Jahre die Festung und Stadt Nyenschanz am Newastrome eroberte, und sich dieser Gegend bemächtigte, beschloß er hier, wegen ihrer bequemen Lage zum Handel auf der Ostsee, eine Sradt und Festung anzulegen, deren Bau er sogleich anfangen, und fie nach dem Apostel Petrus, von welchem er selbst seinen Nahmen trug, benennen ließ. Anfänglich war dieser Ort nur zu einem Waffenplatze bestimmt, indem er den Vortheil gewährte, daß alle Kriegs» Nothwendigkeiten aus dem Innersten des Reichs bequem zusammen gebracht werden konnten, um desto nachdrücklicher wider Schweden handeln zu können. Die öffenllichcn und Privatgebäude waren nur von Holz; die Befestigung der Admiralität und der Festung bestand nur aus ciiikm schlechten Erdwalle, und die Straße» waren»»gepflastert. Kurz, es war alles so eingerichtet, daß, wenn man diesen Ort verlassen müßte, man nicht viel verlöre. Allein nach der Schlacht bey Pultava, und nachdem Liefland und Esthland erobert worden waren, faßte Peter I. Hoffnung, seine Eroberungen behaupte», und S. Petersburg zur Hauptstadt seines Reichs machen z» können. Nun ließ er dir Festung von Steil» erbauen, die Wälle der Admiralität unten ummauern, Gärten anlegen,»nd 74 S. Petersburg die Gebäude dauerhaft aufführen. Im Jahre 1714 ließ er den Senat hierher versetzen, und mehr Gebäude iu gerader Linie für die übrigen Collegien errichten; da er dann zugleich den vornehmsten Familie» Befehl ertheilte, stch hierher zu begeben, und nach dem Verhältnisse ihrer Einkünfte Häuser zu erbauen. Es ging aber noch ziemlich unordentlich dabey zu, und im Jahre 1721 wurde erst bestimmt, wo die Sradr eigentlich seyn sollte. Dem Adel und der Bürgerschaft war die petersburgische Insel zur Bebauung angewiesen worden, wo auch viele öffentliche und Pri- vatgebäude aufgesühret wurden; nachmahls aber beschloß der Kaiser die ganze Stadt auf der Insel Wastli-Ostrom zu errichten. Die Straßen wurden abgezeichnet, Canäle gegraben, und die Insel sollte durchZ/Bastionen befestigt werden. Mein der ToddeS Kaisers unterbrach die Ausführung chieseS Vorhabens, und die errichteten steinernen Gebäude verfielen nach und nach. Unter Peters I. Thronfolgern wurde die schon zu seinen Zeiten große und prächtige Stadt noch ansehnlicher, so daß sie unter die größten und schönsten Städte in Europa gehört, aber auch in vielen Glücken die einzige in ihrer Art ist. Sie liegt in Hölzungen auf verschiedenen Inseln, welche der oben genannte in einige Arme sich ausbreitende Strom macht, und auf einem Theile des festen Landes. Der niedrige und sumpsige Boden ist durch abgchaue. neu Neste von Bäumen und durch Erde und Steine merklich erhöbet worden. Die Stadt ist über eine starke Meile lang, und eben so breit, hat aber weder Thore noch Mauern, sondern ist offen, und liegt auf den Inseln zerstreut. Die breiten geraden Straßen und die vielen großen Plätze befördern dir Reinigkeit der Luft; wiewohl S. Petersburg besten ungeachtet kein gesunder L>rt zu nennen ist. Dir große Weit- S. Petersburg lauft,gkcit der Stadt verursacht mancherley Beschwerlichkeiten, wozu besonders die Nothwendigkeit, Wage» und Pferde zuhalten, gehört, daher die Anzahl der ganze» und halben Kutschen hier sehr groß ist. Die größte Breite des Newast omS ist hier 800. und die geringste 4 bi- L0v Schritte; er ist aber nicht an allen Orten tief genug, daher die großen Kausfohrbeyschiffe in Kronstadt erlcichiert, die in S. Petersburg gebaueken Kriegsschiffe aber vermittelst gewisser Maschinen nach Kronstadt gebracht werde» müssen. Er theilet sich in drey Arme, welche die große und kleine Newa, und die kleine Newka genannt werden. Zu demselben kommen noch die kleinen Flüsse Fontanka uni Moika mit ihren Canälen Ueber die große Newa führet nn Sommer eine sehr bequeme Schiffbrücke, welche dir Admiralitätsseite mit Wahl!. Ostro» verbindet. Eine eben dergleichen Brücke wird im Sommer so wohl über die kleine Newa angelegt, uinWastli.Ostroir und die petersburgische Seite z» verbinden, als über die kleine Newka, um die petersburgische und wiburgische Seite zu vereinigen. Ueber die Moll« und Fontanka, imglrichen über die Cr< näle find beständige Brücken erbauet. Das Ufer der Newa bat die Kaiserinn Catharina II. auf der Abmiraliiats- und Stückhofsseite mit Quadersteinen prächtig einfassen, und längs dieser Einfassung einen bequemen und angenehmen Weg zum Spaziere» anlege» lassen. S. Petersburg enthält n84o Gebäude, unter denen 1086 von Steinen, die übrigen aber gut von Holz erbauet sind, und mit Inbegriff der Soldaten übce ic-ovoo Einwohner. Bey der Angabe der Häuser muß man bemerken, daß die Summe von Z84« Gebäuden nur die Haupihäuftr, nicht aber die viele» Nebenhäuser, welche auf den Grund und Boden der besondern Häuser er- S. Petersburg man« eson- > und eAn. > hier e des ie ge- aber daher krön- sburg ittelst 'r ge, fichin > klei- i ge- ilmen r und r die l eine ie die strow Brüsk die stroi» l ver- wka, zische Koik« e Ca< auet. erinn - und >räch- infas- hme« n. cbäu- i, die sind, über ligabe /deß ! nur nele» lrund r er- S. Petersburg Kauet sind, begreife, welche letzten eine weit größere Anzahl ausmachen. Wenn hölzerne Häuser abbrennen, so muffen an die Stelle derselben lauter steinerne erbauet werden, wodurch die Stadt immer schöner und daucr, hafter wird. Man zahlt hier 2A russische Kirchen, Z deutsche lutherische Ge- meiudcu, eine schwedische, eine sitt» uische, eine engländische, eine holländische, eine deutsche reformirte, eine französische reformirte, eine katholische, eine armenische Gemeinde, und eine evangelische Brüdergemeinde. Diese merkwürdige Stadt muß billig nach ihre» einzelnen Hanpttheilen betrachtet werden, deren man gewöhnlich 6 annimmt, wiewohl sie in den neuesten Zeiten in iv getheilt wird, welche wieder aus 42 Quartieren bestehe». 1) Nach der ersten Eintheilung muff die petcrsburgische Insel den Ansang machen. Diese wird von der großen Newa, der kleinen Newka und der kleinen Newa umgeben, und man rechnet zu derselben auch die kleine Insel, aus welcher die Festung mitten in der Newa und Stadt liegt. Diese besteht aus einem von Steinen nach der neuer» Befestigungsart ausgeführten geschobenen Sechseck, welches mit Kanonen stark besetzt ist. Inwendig sind unter den Festungswerken gewölbte Keller, welche zum Theile zu Gefängnissen gebraucht werden; in andern aber sind die Münze, ein chymisches Laboratorium zur Scheidung des Goldes von» Silber, und das alte Archiv. Mitten in der Festung steht die den Avosteln Peter und Paul gewidmete Hauplkirche, in der die regierenden Kaiser und Kaiserinnen, ron Peter dem Großen an, in prächtigen Särgpwdpvgcsetz, find. Man zeigt in der Festung das holländische Boot, welches Peter I eigenhändig gezimmert haben soll. Auf einer Bastion der Fe» 7s stunz,'nach dem kaiserlichen Pallaste zu, steht nach helländischcr Weise allezeit eine Flagge gepflanzt, und wenn Staarsfeste begangen werden, wehet daselbst eine andere mu dem russischen Adler. Zwischen der Festung und dcur auf der peteesburgischrn Insel befindliche« Kronwerke ist einPariicuIanverft, auf welchem Gallioie» und Schiffspoa- ton« zu den Brücken erbauet werden. Weil die Festung fast mitten in der Stadt liegt, so dienet sie nicht zur Ver-- theidigung derselben, sondern zum sichern Gefängnisse, und zur Zierde. Wen» Staatsfeste gefeyert werde», so werden auch die Bollwerke und Wälle mit Lampen erleuchtet. Die eigentliche pe- terSburgischeJnsel ist zwar stark bebauet, die Häuser aber sind meisten Theils schlecht. Außer 6 russischen Kirchen, den Fleischbänken, den Herbergen, und dem Bictualienmarkte findet man hier nichts Erhebliches. Doch ist noch das kleine hölzerne Häuschen zu bemerken, welches Peter der Große bauen ließ, und bewohnte, als er zum ersten Mäh» le an die Stelle kam, wo jetzt diepracha tige Stadt aufgeführt ist. Damit dasselbe zum Andenken erhalten werde, hat man es mit einer steinernen Maiiee und einen neuen Dache eingefaßt. Ein schmales Wasser, welches die Karpvlv« ka genannt wird, und ein Arm der kleinen Newka ist, der sich in die kleine Newa erstreckt, scheidet die Insel von der so genannten Apothekerinsel, auf welcher, außer dem großen, und mit allerhand europäischen und asiatischen Pflanzen, Gewachsen und Bäumen reichlich vecsebcncn Apothekergarten, verschiedene Gebäude für die Insten« menlenfabrik, für die geringern Bediente» des medicinischcnCollcgiiims, und für die dazu gehörigen Soldaten und Arbeiter anzutreffen sind. Es ist au>ch im Jahre 176^ auf kaiserlichen Brsrhk-l L 3 76 S. Petersburg von derselben der dritte Theil an das Artillerie-CorpS abgegeben worden, wek. cheS hier eine Salpekersiederep anlegte. Der llcbrige Theil besteht aus einem angenehmen Walde. 2) Die Insel Wasili-Ostrow(Ba- stliusinsel) ist die größte unter allen. Sie wird von der großen und kleinen Newa umgeben, und liegt nach Kronstadt zu. Der größte Theil derselben ist Wald, der übrige aber bebauet. Sie hat i2ganz»„gemein lange, drei. le und gerade Straßen, welche die Linien genannt, nach der Zahl unterschieden, und von sechs geraden Querstraßen durchschnitte» werden; sie sind aber nicht gepflastert. Die beyden Perspektive, welche diese Straßen durchschneiden, sind sehr breit und schön. DaS große gebt durch die ganze Insel diS nach dem Galeerenhafen; das kleinere aber erstreckt sich nicht so weit. Verschiedene, aber wieder verfallene verschlammte Canäle durchschneiden die Insel gleichfalls an den bebauten Orten. Nach der pekersburgischen Insel zu lie. gen die Hanfniederlage, das Packhaus, die sehenSwürdige Börse, das Zollhaus, und die Brücke, wo die Kanffahrdey- schiffe anlegen, und ihre- Waaren ausladen. Dem kaiserlichen Winterpallaste gegen über steht das ansehnliche steinerne Gebäude der kaiserlichen Akademie. Peter I. stiftete im Jahre ,724 die Akademie der Wissenschaften, und widmete zu ihrer Unterhaltung jährlich 24912 Rubel; sie ward aber erst im Jahre 172L den 2A December eröffnet. Diese Akademie ward bey ihrer Stiftung in zwey Classen abgetheilt, von welchen die erste die eigentliche Akade. mie, die zweyte aber die Universität ausmachten. Außer den ordentlichen gegenwärtigen Mitgliedern hat die Akademie noch einige auswärtige, denen zur Belohnung der angewandten Mühe, die sie bisweilen b«p Auflösung wichli- S. Petersburg ger Aufgaben übernehmen müssen, eine Pension ertheilt wird, die sich auf rcx» Rubel erstreckt, und viele Ehrenmitglieder. Das Gebäude der Akademie ist im Jahre 1747 durch eine FeuerS- brunst verdorben, aber wieder hergestellet worden, und hat in der Mitte des Dachs einen platten Thurm, der zu einer Sternwarte dient. Man findet darin die Kanzelley der Akademie und die kaiserliche Bibliothek, welche im Jahre 177F ungefähr ans Zsiooc» Bänden bestand. Alte Handschriften fehlen; aber an solchen, welche die russische Geschichte betreffen, ist sie reich, und die chinesischen sind zahlreich. Das mit derselben verbundene Kunst-Na- turalien- Alterthümer- und Münzca- binett ist, ungeachtet d«S großen Vec- lusts, den es im Jahre ,749 durch eine Feuersbrunst erlitt, noch immer wichtig. In diesem Gebäude befinden sich noch über dieß die kostbare» physikalischen, mathematischen, und andere Instrumente, die Buchdruckerey, der Buchladen, die Bnchbinberey, die Schriftgießerey, die Kupftrstccherey, die Mahlerey und die Jnstrumentma- cherey. Der berühmte kupferne gotlor- pische Globus, welcher ehemahls auf dem Thurm des akademischen Gebäudes stand, ist im Jahre 1747 mit demselben fast ganz verbrannt, aber mit vielen Kosten und großem Fleiße wieder hergestellt worden. Man steigt in diesen Globus auf einer kleinen Treppe von einigen Stufen durch eine kleine Thür hinein. Inwendig ist in der Mitte desselben ein Tisch angebracht, um welchen Bänke herum stehen, worauf ungefähr 12 Personen gemächlich sitzen, und sehen können, wie die Peripherie der Kugel, an welcher inwendig der Sternhimmel abgebildet ist, sich herum drehet, und die Sterne aufgehe», in den MittagskreiS kommen, und wieder untergehen. Auf der äußern Fläche der S. Petersburg 77 S. PeteesSurg Angel ist die Erbe abgebildet. Dieser Globus hat eilf Fuß im Durchschnitte, ist im Jahre 1714 mit großen Kosten von Gottorp hierher gebracht worden, und stehet als ganz verändert und ganz neu in einem besondern steinernen Hanse, in welches er im Jahre l/L4 verseht wurde. Von der Universität hangt auch ein Gymnasium ab. Zunächst bey dem Universitätsgebäude befindet sich ei» sehr langes steinernes Gebäude, in welchem die sämmtlichen hohen kaiserlichen Collegie» ihrcnSitz haben.An dieses gren, zen die sehr weitlänftigen und ansehnli. che» Gebäude für dar adelige Gabelten- corpS, welches von dem StaatSconseil abhängig gemacht wnrde. Dieses Gebäude hat auch eine» großen Garten. In der Gegend desselben ist die Schiffsbrücke über die Newa geschlagen. Das Gebäude der Akademie der Künste ist von Steinen sehr ansehnlich erbauet. Die Akademie bcrMahler- Bildhauer- und Baukunst an sich selbst hak zwar die Kaiserinn Elisabeth schon im Jahre>/L8 gestiftet. und mit der Akademie der Wissenschaften verbunden; die Kaiserinn Ca- tharina ll. aber hat sie im Jahre 1764 zu einer besondern Anstalt gemacht, eine Erziehungsschule mit derselben verbunden, und der ganze» Anstalt jährlich övtioa Rubel Einkünfte gewidmet. Das SeecadetkencorpS ist aus der im Jahre>707 zu Moskau errichteten Navigationsschule entstanden, von welcher im Jahre i7>L ein Theil nach S. Petersburg, unter dem Rahmen einer Seeakadcmie, verlegt wurde. Dieses Corps kostet jährlich 46^61 Rubel. Außer zwey russischen Pfarrkirchen, zwey russischen Negimentskiechc» in Privat- häusee», einer russischen und einer lutherischen CadettsncorpSkirche, ist in der dritten Linie noch eine im Jahre 1768 von Steinen neu erbauele dcuische lutherische Kirche auf dieser Insel. Nicht weit von dem SeecadetteneorpS befindet sich eine Zuckersiedceey. Der Ga« leerenhafen liegt ganz unten nach Kronstadt zu. Am Ufer der Newa stehen sehe ansehnliche steinerne Palläste, die nach italienischer Art gcbauet sind, und sich säst bis an die Seeakademie erstrecken. Z) Die Admiralitäisfeite odcr Admi« ralitätSinsel ist von der Newa und dem Fontankastuß umgeben, und zwischen derselbe» und Wasili-Ollrow wird im Sommer eine Schiffsbrücke geschlagen. Sie ist der prächtigste Theil der Siadt. Sir wird i) in die Gegend zwischen der Newa und Moika bis an die Jouianka abgetheilt. Wenn man unten anfängt, so findet man die Provianimagaziiie fue die Admiralität, den Galccremverft, wo alle Galeeren grbauek werden, und die Scheuern, wo das Eichenbolz zum Schiffs- und Galeerenbaue aufbehalten wird. Längs dem Strome steht eine große Anzahl schöner steinerner Häuser und Palläste, die sich Ins an die Schiffsbrücke erstrecken, und unter welchen auch das HauS ist, in welchem sich die eng- ländifche Gemeinde zum Gottesdienste versammelt. Hinter demselben ist die Neperbahn. Zwischen dem SenatSge« bäude und der Admiralität befindet sich ein 120 Faden langer»nd 67. Faden breiter Platz für die in, Jahre>77Lgegossene Bildsäule zu Pferde, welche die Kaiserinn Calharina ll. zum Gedächtnisse PetcrS des Großen durch dc» Bildhauer Falconet verfertigen ließ, und zu deren Fußgestelle ein im Jahre 1768 nicht weit von S. Petersburg in einem Moraste entdeckter außerordentlicher „nd»»geheurer Stein, der über drey Millionen Pfund wiegt, bestimmt wurde. Die Admiralität ist durch einen Wall mit fünf Bastionen befestigt, und mit einer Menge Kanonen umgebe». Man sieht hier allezeit einige Kriegsschiffe auf dem Stapel stehen. Die Thuriuspitze - 5 S. Petersb urg S. Petersburg auf derselben ist mit stark vergoldetem Kupfer bedeckt. Rabe dabey liegt der kaiserliche Winterpallast, welchen die Kaiserinn Elisabeth aufs neue von Steinen prächtig hat aufbauen lassen. Kaiser Peter Ikl. hat ihn zuerst bezogen, ober gleich damahls innerlich»och nicht vollendet war. Er hat prächtige Zimmer, eine sehr schöne Capclle zum Gottesdienste, und eine vortrefflich in die Augen fallende marmorne Staatstrep- pe, welche die fremden Gesandte» besteigen, wenn ste feyerliches Gehör erhalten. Am Ufer des Newastroms befinden sich noch viele andere Palläste und schöne steinerne Gebäude, welche von einer Seite an der ansehnlichen Millionstraße liegen, und der angenehme kaiserliche Sommecpallast, welcher von Holz gebauet, ein Stockwerk hoch ist, und einem Lnsthause ähnlich sieht. Bey demselben stehen einige dazu gehörige steinerne Gebäude für die Schloß- hedientrn. Die dabey befindlichen Gärten find angenehm, und zum Theile schön; einer derselben aber prangt besonders mit einer schätzbaren Grotte, und mit einer Menge in Italien verfertigter Bildsäule von Marmor und Alabaster, unter welchen zwey, die nahe bey der Grotte stehen, und Sinnbilder der Religion vorstellen, wegen der Schlcyer, womit die Gesichter bedeckt zu seyn scheine», und doch kennbar sind, und wegen ihrer übrige» künstlichen Beschaffenheit, vornehuUich betrachtet zu werden verdienen. Dieser Garten endiget sich an der Fontanka. Auf der linken Seite des Platzes vor dem neuen Winterpallaste ficht eine Reihe wohl gcbaueter steinerner Häuser, welche die kleine Million- straße genannt wird. und gegen der Admiralität über zwe» ansehnliche Reihen. Zwischen der zweyten Reibe und dec Mvika ist die große Morskoi, eine gleichfalls schöne Straße. Auf beyden Seiten der Moika stehen schöne und ansehnlichr steinerne Gebäude. Die ASnüraUtäts» feite wird 2) in die Gegend zwischen der Moika und dem Caiharinencaual abgetheilt, welchen letzter» die Kaiserin» Catharina II. aufs prächtigste von Quadersteinen hat anlegen lassen. In dieser Gegend befindet sich der kaiserliche Stallhof, und die Wohnungen der Stall- bedienten, eine steinerne Kirche für die schwedische, und eine hölzerne für die finnische evangelische Gemeinde, die Kirchen für die reformirten Gemeinden, die schöne deutsche evangelische S. PeterSkirche mit den dazu gehörigen Gebäuden, unter welchen das Schnlgebäu- de das ansehnlichste ist, und die russische Kirche der Mutter Gottes vouKasan. Die Admiralitäksseite e»thältZ)dle Gegend zwischen dem Catharinencanale und der Fontanka, in welcher sich die neue katholische Kirche und viel« andere wohl gebauete Häuser an dem große» Per« spectiv befinden. Dieses führt von der Admiralität aus nach dem Kloster deS heiligen Alexander Newski, bey welchem der Sitz des S. pelersburgische» Erzbischofs ist,»nd an welches auch die mit allerley Waaren reichlich angefüllten Krambuden grenzen, und zwey russische Kirchen stehen, unter denen die Wdatcosenkirche das schönste Kirchenge» bände in der ganzen Stadt ist. 4) Die moskowische Seite ist feste- Land, und wird von der Stückhofssei- 1c durch das newskische Peespectiv geschieden. Daselbst befinden sich 4 russische Kirchen, die Casernc» des seine« nowfchen ,,»d ismailowschen Garderegiments, und die moskowsche Jemlkoi. L) Die Stückbossseite ist auch festes Land, und zum Theile recht wohl bebauet. Hier findet man den italienische» Garten, die Bankanzclley, ein Parti- cularwerft. das alte Hoipeoviantbaus, ha« Gießhaus a» der Newa, im wei» / S. Petersburg 79 chr >ts. rb- in» ua» !ie« chr all. die die die in. S.' Scan» ffi- !a- die ale eue ohl er« der deS el. ieir ich ,e- >ey die ze» kcS ei- ze- si- regt- ieS w- eir li- ei».- S. Petersburg chem Mörser und Kanonen gegossen werden, nebst dem Zeughause, eine der Krone gehörige Tapetcnluanufaclur, das neue Hosprovianthaus, das FeuerwerkS- laboratoriuiu, die Wasserleitung zu den Fontäne» im kaiserlichen Springwasser. garten, die deutsche lutherische S. Annen-oder Stückhofskirche, fünf russische Kirchen, das ivoskresvnskische Nonnenkloster, welches weiiläustigc und kostbare Gebäude an der Newa dem Orte der ehemahligen Stadt Nyenschanz gegen über liegt, und von der Kaise. rinn Elisabeth gestiftet, aber nicht vollendet wurde, vier Kirchen an den vier Ecken, und eine große Prächtige Kirche in der Mitte hat. Die Kaiserinn Ca- tharina II. hat es zu einer ErziehiingS- anstait für Kinder weiblichen Geschlechts gewidmet. Die Cascrnen der Garde z»r Pferde und dcS preobraschenskifchen Garderegiments sind auch in diesem Theile der Stadt. 6) Auf der wibnrgischen Seite endlich befinden sich drey russische Kirchen, der russische und der deutsche Kirchhof, eine Znckersiedcrey, das Land- und See- Hospital nebst der Spitalkirche, die Wohnungen der Bierbrauer, die holländische Bierbrauerei,, die Neperbahn, die Vor, stadt oder Slvboda Äosatschia, ein Pflanzgarteu vo» Eichenbäumen,-er Flecken Ochta, eine russische Kirche, und Klcinochta. Zwischen Ochta und Klcinschta hat die Festung und Stadt Nyenschanz gelegen, welche ein regelmäßiges Fünfeck war, im Jahre 170Z von Peter I. belagert»nd erobert, und nach und nach ganz wüste ward, so daß man heut zu Tage auf dem Plane der Fc. fiung einen Garten siehet. Im I. 17Ü7 ist auch aufdicserScite der DelSaratowka von deutschen Colonisten angelegt worden, welcher eine eigene Kirche mit einem Prediger hat. In den neuesten Zei. «en hat S. Petersburg durch den neuen orlowschen Marmorpallast einen starke» Zuwachs an Schönheit erhallen, welcher ganz ohne Holz erbauet ist. Seit döm Jahre 178Z ist hier auch einneueS chirurgisches Institut errichtet worden, und über dieß hat hier»och eine freye ökonomische Gesellschaft ihren Sitz. Air allerhand guten Maiuifackurcn und Fabriken, für Tapeten, seidene Slrüm. Pfe, Hüte, Zucker, Spiegel, Gold- und Silberarbeit, echtes Porzellan, Leder, und viele andere Dinge fehlt eS in S. Petersburg nicht; sie find aber noch immer von geringer Bedeuiung. DerHandel, welcher hier getrieben wird, macht diese Stadt gleichfalls wichtig. Man findet hier fast aus allen an der See gelegenen Ländern eine ziemliche Anzahl Schiffe, welche die russischen Waaren von hier, als dem Stapel, ab« hohlen, und dagegen andere, die in Rußland abgesetzt werden können Wieder einfuhren. Die Einwohner dieser großen Stadt find, außer den Russen, Leute von allerley Nationen, und bediene» sich daher auch verschiedener Lebensarten und Sprachen. Die Pracht der HofeS so wohl, als der Staat der Einwohner ist sehr groß, obgleich die Klei- öungSstücke, Mobilien,»nd wohl gelegenen Wohnungen sehr theuer sind. Die Ausländer haben hier vollkommene got- teSdiensiliche Freyheit. Ohne Paß und vorher gegangene Bekanntmachung seines Rahmens und seiner Abreise luden Zeitungen, kann niemand von hieraus dem Lande reisen. So bald der Winter ansängt, stellen sich einige tausend ruffi» sche Fuhrleute a«S der Nähe und Ferne mit Schlitten i» S. Petersburg ein, und halten auf alle» Straßen. Ein jeder Fuhrmann bat auf Verordnung der Polizey eine Numer auf dem Rücken. Im Sommer kann man sich der Micth» kariolen, oder der Wassersahrt bedienen,.wofern man kein eigenes Fuhr- S. Philipp S. PLlteu -c> S. Phelipe G. Philipp werk hat. Die Poiizey ist gut und strenge. I» den Jahren 1721, 1726,1756, ,uid vornehmlich in den Jahre» t7L2, 1761 und 1777 hak hier eine starke Ueberfchwemmung großen Schaden an-^ gerichtet. S. Phelipe, eine Festung ain Eingänge des Hafens Mahon auf der baleaci- fchen Insel Minorca, weiche der festeste Platz auf derselben ist. Sie steht auf einem schmalen Landstriche zwischen dem Hafen Mahon und S. Stephans.Cove oder Golfe de S. Elienne, und die vielen Außcnwcrke erstrecken sich auf beyden Seiten bis zum Ufer. Die Festung an sich besteht aus 4 Bastionen, und eben so viel Cortinen, die mit einem in den Felsen gehauenen tiefen Graben umgeben sind. Sie ist ganz untermi- uirt, und man hat sehr nützliche unterirdische Wecke in den Felsen angelegt, welche der Besatzung zur Sicherheit dienen, die aber auch sehr ansehnlich seyn muß. Auf der Landspitze ostwärts von dem Schloffestcht Charlesfort, und nach dem Lande zu liegt die Schanze der Königinn nebst zwey andern Werken; auf der andern Seite von Stephans-Bucht aber befindet sich das kost. bare Werk Marlborough. Die Stadt S Phelipe, die zu nahe unter der Festung lag, ward im Jahre 1777 eine kleine halbe Stunde weiter von derselben angelegt. Die Häuser, welche Damahls erbauet wurden, beliefen sich schon auf 400, und bestanden aus lau- 1er Steinen. Im Jahre r7LF wurde die Festung von den Franzosen nach einer scharfen Belagerung erobert, und im amerikanischen Kriege wurde sie von den Franzosen und Spaniern weggenommen und geschleift. S- PH>!>PP- ei» Fort an der Scheide, dem Fort Picmentel gegen über, in der Nachbarschaft der Stadt Antwerpen, im österreichischen Antheile KM Herjog- zhume Brahanl. S. Philipp, eine Festung in Ncunavar- ra in der Statthalterschaft Nenmexiko im spanischen Nordamerika. S. Philipp de Benguela, s. Benguela. S. Philippslaud, eine kleine Insel in der Provinz Seeland in den vereinigten Niederlanden. Sie enthält nur ein Dorf gleiches Nahmens; und derselben gegen Weste» liegt die Sandbank Zype, welche den Schiffer» gut bekannt istl S. Pierre, s. Fort S. Pierre. S. Pierre le Montier, eine kleine Stadt zwischen Berge» an einem morastigen See in Niveruois in Frankreich. Sie hatte bis zur Revolution ein Capitel, ein Priorat und zwey Klöster. S. Pielre de Vara, eine kleine Stadt im Gebiethe der Republik Genua in Italien. S. Pictro, eine Insel auf dem mittelländischen Meere bey Sardinien, auf welcher sich Carl» Forte befindet. S. Pietro in Galatina, ein Städtchen auf einem Berge in Terra d'Oirant» in Neapel. S. Polten, ffanum 8. Isti'ppol^ti, eine wohl gebauete und ziemlich lebhafte Stadt am Flusse Trafen im Kreise ob dem Wienerwalde im Lande unter der EnS in Oesterreich, welche ihren Ursprung dem hiesigen Stifte der regulieren Chorherren Augustinerordens zu verdanken hat, und feit dem Jahre 1784 der Sitz eines Bischofs ist. Das eben genannte Kloster ist im Zier, Jahrhunderte von den Brudern und Grafen Adalbcrt und Orkar gestiftet worden. Der Propst ist oberster Erb- und Hof- eapellan in Unteröstcrreich. Die Gerichtsbarkeit über die Stadt gehört theil- Dem LandeSfi'irsten, in Ansehung der eigentlichen Stadt von 226 Häusern, theils dem Stifte, in Ansehung deS Klosterviertcls von Ac» Häuser», theils -er fürstlichen trautsonschr» Familie, in^Attsehung der Herrschaft S Pölien, zu welcher Die Grimdherrlichkeit über S. Pol ar« 'iko ela. der llca >ors gen oel- !adt gen Sie -el, ladt in lan. oel- hen uil» -ei» afte ob der Ur- lir- »er« ?84 den u liefen >e». )of- Be. eils der rn, des eils lie, len, lbee S. Queutin die eigentliche Stadt, oder der landes. fürstliche Antheil nebst noch 6 Häusern in der Stadt, und 74 Häusern in 6 Dörfern gehöre». Uebrigens pflegt sich die Stadt eine kaiserliche Kreis- und Vierielstadt zu nennen, weil sie der Sitz eines landesfürstlichen Kreisamts ob dem Wicnerwalde ist. Bey demselben wächst vieler und guter Saffran. S. Pol de Leon, s. S. Paul de Leon. S. Pons de Tonuercs, eine Stadt zwischen Bergen am Flusse Jacrc in U». terlanguedoc in Frankreich. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Narbonne steht, einen Kirchsprrugel von 40 Pfarren hat, und am römischen Hofe auf rssoo Gulden taxirt ward. S. Pourcain, eine kleine Stadt am Flusse Scionle in Untecauvergne in Frank, reich, welche ihren Ursprung und Nah. men einer Benedictinerabrey zu verdanken hat, die in neuern Zeiten nur ein Prtorat war. Außer demselben fand man hier bis zur Revvlutivn noch Z Klöster und ein Hospital. S- PreF oder Prez, ein mit Mauern umgebener Flecken am Genfersec in der Landvogfey Morseeindenwälschen Lan. den des Cantons Bero in der Schweiz, welcher ehemahls dem Domcapirel zu Lausanne gehörte. S. Procopins, ein Benedictinerkloster am Flusse Sasawa im Kaurzimer Kreise in Böhmen, dessen Abt zu den Land- ständen gehört. S. Qucmin, HuZukia Veromnnfluo- rum, eine feste Stadt auf einer kleinen Höhe am Flusse Somme in der Land. schalt Vermandois in der Picardie in Frankreich. Sie hat ihren Nahmen von dem hier begrabenen Leich. ame des hei. ltgen Quenlin, und die Cvllegiatkirche, in welcher derselbe liegt, ist e.ne der schönsten in Frankreich. Bey derselben hefand sich ehemahls eine Benediktiner. (IV. Band.) S. Quirieu S. Rem» z» abtep von der Congregation S. Mauer, und über dieß gab es hier noch eine Collegialkirche und eine Abtey. Hier findet man noch 8 Pfarrkirchen, und in den beyden Vorstädten zählte man bis zur Revolution L Mönchs, und 2 Nonnenklöster, imgleichen ein Cvllegium. Hier und in der umliegenden Gegend wird sehr feine und schöne Leinwand oder Batist so häufig verfertigt, daß der Handel, welcher damit getrieben wird, in neueren Zeiten jährlich gegen 2 Millionen Livres betragen hat. Diese Stadt ward im Jahre 1.5L7 von den Spaniern eingenommen, welche hier vorher über die Franzosen einen Sieg erhielten, und ehemahls hatten hier die Grafen von Vermandois ihren Sitz. Bey der Stadt fängt der Canal der Picardir an, welcher bis Chaulny gebet, und fich in der Qise endiget. Er hat 12 Million Livres gekostet. S. Quirieu, ein Städtchen aufeincr HS. he an der Rhone in UnterdauphinL in Frankreich. S. Rambcrt de Jougt, lurenks, eine kleine Stadt in der Landschaft Bugen in Bourgogne in Frankreich, welche jh, reu Ursprung und Nahmen der ehe- »tabligen Benedictinerabtey S. Rambert zu verdanken hat. Sie liegt in einem Thale zwischen zwey hohen Bergen, die einen Theil von einem Arme des Berges Jura ausmachen, und man findet hier eine Pfarrkirche, ein Collegium und ein Hospital. Die Gerichtsbarkeit und Herrschaft über diese Stadt gehör- te bis zur Revolution theils dem Abte, theils dem Könige von Sardinien als Herzog von Savoyen. S Remo, ein Gebieth in dem Lande der Republik Genua, welches sich von Abend gegen Morgen am mittelländischen Meere auf 10 italienische Meilen, und inS Land hinein auf>t bis ,2 Meilen er- streckt, und ein Lehen des deuischenReichs zs S. Remo ist. Es ist ungemci« angenehm und fruchtbar, so daß man es das Paradies von Jia. lien nennet, und eine Reihe von Hügeln, welche sich von Norden gegen Sü- den ausdehnet, bildet zehen Thäler. Diese so wohl als die Hügel find mit Palm- Dehl- Feigen- Mandeln. Pomeranzen- Cltronen- und andern Fruchtbäumen, wie auch mit Weinstöcken besetz,. V»n hier aus kommen die besten Citronen und da« beste Dehl, und selbst diefran- zösischen Landschaften Languedoc und Provence hohlen hier Dehl; ja das schönste Sehl, welches für Provencer- vhl gehalten wird, ist aus dem Gebiethe von S. Remo. Dieses Gebieth machte seit mehrern Jahrhunderten beständig einen besondern kleinen Staat aus, wie wohl die Republik Genua seit dem Jahre 1359 einen Podesta hierher setz. te, der aber dem Parlamente, welche- aus loo Personen bestand, eidlich geloben mußte, daß er allezeit nach den Landesgesetzen, und wo diese nicht zureichten, nach den römischen Rechten richten wolle. ES unterhielt auch seine eigene Miliz, die nach Gutbefinden ver- wehret und vermindert wurde. Nach Kaiser Carl VI. Tode suchte die Repu. blik Genua das Gebietb von S. Remo ganz vom deutschen Reiche ab, und unter ihre Bothmäßigkcit zu ziehen. Die Einwohner wendeten sich zwar als Reich-unterthanen an den Kaiser; allein im Jahre bowbardirte» die Genueser die Stadt,»ahmen sie durch einen Vergleich ein, beraubten sie al. ler ihrer Privilegien, übten viele an- bere Härte aus, schleiften ihre FestungS- werke, und legten hierauf eine neue Citadelle zur Bezwingung der Stadt an. Die Stadt S. Remo, eigentlich S. Romulo, hat ihren Nahmen von einem Bischöfe, und hieß vor Alters Matusia. Sie liegt an einem sanft ansteigenden Hügel beym S. Remy S. Sakrament Meere, hat einen Hafen, der aber für große Schiffe nicht tief genug ist, und wird für die alte und neue Stadt abgetheilt. Außer der Haupikirche findet man hier noch einige andere Kirchen, ei» Collegium und 6 Klöster. Im Jahre>/4L wurde sie von einer engläadi- schen Flotte bvmbardirt. S. Remy, Banum 8. HemiAÜ, eine ziemlich alte, große und volkreiche Stadt in der Unterprovence in Frankreich. Sie liegt in einer fruchtbare» Gegend nahe bey einem See, welcher la Glaciere gc. nannt wird, und hat eine Collegiatkir. che, und außerhalb der Stadt gab es zwey Klöster. Ludwig Xlll. gab diese Stadt dem Prinzen von Monaco. S. Remy, ein Flecken am Fuße des großen S. Bernhardsbergcs im Herzog- thume Aosta in Italien. S. Renayd, ein Städtchen in Nieder- bretagne in Frankreich. S. Riguier, eine kleine Stadt in der Landschaft Ponthieu in der Pieardie in Frank, reich. Sie liegt am Flüßchen Scarbon, welches in hiesiger Gegend entspringt, und hat ihren Ursprung und Nahmen einer ehemahligen berühmten Benedic- tinerabtey zu verdanken. Hier gibt es außer 2 Pfarrkirchen eine Capelle und ein Hospital. S. Röche, eine Insel auf der Küste von Zanguebar in Afrika. S. Rome de Tarn, ein Städtchen am Flusse Tarn in Rouergue in Guyeniie in Frankreich. S. Roque, eine kleine Stadt auf einem Berge eine spanische Meile von Gibraltar im Königreiche Scvilla in Spanien, welche erst im Jahre 1720 zu einer Stadt gemacht wurde. Bey derselben war ehemahls eyi Goldbrrgwerk. S. Ruprecht, ein Markt an der Raab im Grätzerkreise in Untersteyermark, welcher dem Fürsten von Secka» gehört. S. Sakrament, eine portugiesische Co- lt für und ahndet hcn, ünh- mdi- eine ladt Sie iahe egc. tkir« b ei diese gro- zog- der- and- ank. von, ngt, mea edic- >t es und von am en»e incm Sral- riea, Stadt ehe« >h im wel- rrt. Co- S. Sack am S. Salvador lonie in Paraguay in Südamerika. Sie liegt beym Ausflüsse des de la Plara, Bnenos Ayres gerade gegen über, wird von einem benachbarten Berge das portugiesische Landchen Maldonado genannt, und macht ein Stück der so ge- nannten brasilianischen Capitania del Rcy aus. Der Hof zu Lissabon erhielt sie durch den Utrechler Frieden, wofür demselben die Krone Spanien im Jahre.717 ein Aequivalent anboth, weiches aber Portugal nicht annahm, und darüber mit dem Hose zu Madrid in vieljähriae Mißhelligkeiten gerieth. Im Jahre»777 überfielen die Spanier diese Kolonie, nebst der Insel St. Catdarina, worauf es zu einem Vergleiche kam, kraft dessen die Insel St. Sacrament an Spanien, S. Catba- rina aber an Portugal abgetreten wurde. Uebrigens ist sie der Aufenthalt sehr reicher Kaufleute. S. Sakrament, ein See im Gouvernement Quebec im briitischea Nordamerika, an welchem die Engländer das Fort Ticonderago erbaut haben. S. Salvador, eine Stadt mit einem festem Castelle am Süllen Meere in der Audienz Guaümala in Altmexiko oder Neuspanien im spanischen Nordamerika. Sie gibt einem Districte den Nahmen, und hat eine» besonder» Gouverneur. Hier wird ein starker Handel mir Zucker„nd Indigo getrieben. S. S ilvador, eine Festung und Stadt in der Capitania Bahia in Brasilien im portugiesischen Südamerika, welche ehemahls die Hauptstadt des ganzen L ndes war S-e liegt am großen Mee buse» Allerbeiliqenbay, zählt zwanzig lautend Einwohuer, unter welchen Zvoo Mönche seyn sollen, und ist groß, schön, reich,„nd mit L Castelle» wodl verwahrt. Auf dem Schloß S. Anto. »ii rcsidirt der portugiesische Go„ver. „rur mit einem großen Raihscollegium. S. Salvador gZ Die Stadt liegt zum Theil auf einem Felsen, daher die Waaren aus dem Hafen hinauf gewunden werden müssen, weil mit Fuhrwerk nicht gut fort zu kommen ist. Die Vornehmen lassen sich deswegen hier in Sesseln tragen, und zu Fortbringung anderer Dinge müssen ebenfalls die Sclaven aus Guinea dienen, mit denen man hier einen starken Handel treibt. Der hiesige Erzdi- fchof, hat drey andere Bischöfe unter sich, wozu im Jahre 174z die neu errichteten Bisthümer zu Para, S Paulo, und Marianna gekommen sind. Unter den hiesigen Mönchen gibt es Fran» ziscaner,Karmeliter,Capuciner undBar- füssrr, und man findet zwey Frauenklö- strr. Die obengenannte Bap ist so groß, so tief, bequem, und sicher, als eine in der Welt sein mag; und es konnten wohl 2000 Schiffe darin liegen. In der hiesigen Gegend ist ein kleiner Wallfischfang und so schöne Viehzucht, daß man das Kleikch fast umsonst haben kann. Im Jahre 170z eroberten die Franzose» diese Stadt. S. Salvador, eine von den lucayischen oder Babamainseln in Milielamerika, welche Columb auf seiner ersten Entdeckungsreise entdeckte, und sie deßwegen so nannte, weil er seine unzufriedenen Leute hierdurch besänftigte. Sie hieß vorher Guanahani. S. Salvador, oder Congo, k'aoum 8. 8alvatoris, die Hauptstadt des Königreichs Congo in N-ederguinea oder auf der Küste von Congo in Afrika, welche den Portugiese» gehört, und ehemahls die Residenz des Königs war. Die Portugiesen haben ihr ihren jetzige» Nahmen»ach Einführung des Christenthums gegeben, und sie enthält 10 Kirchen und ein herrliches Colleginm der ehemahligen Jesuiten. zu dessen Baue man die Steine von Europa kommen ließ. Die KaihedralkircheS.Croix S. Sebastian 84 S. Salvab S. Sebast sieht nebst den übrigen im ganzen Königreiche unter dem Bischöfe von Angola. Die Stadt liegt hoch, und auf einem felsigen Berge, und hat gegen 2 Meilen in Umkreise. Man zahlt in derselben lkiooo Häuser, von welchen kein- an da- andere stößt; die Dächer aber sind nur von Stroh. Gleichwohl sollen hier 80000 Einwohner leben, unter welchen sich 4000 Portugiesen und andere Europäer befinden. S. Salvator, eine Prämonstratenferab- tcy im Psiegqerichte Grießbach im Rentamte LandShnt in Niederbayern Z Stunden von VilShofen, welche unter Paffau steht. S. Saphorin, ein Städtchen auf einer Höhe nicht weit vom Geufersee in der LandvogteyLansavnein den wälschenLan. den de- CantonS Bern in der Schweiz, wo ehemahls eine Abtei) war. ES hat allezeit die frühesten Gewächse, und ziehet von seinen felfichten Gärten, und besonders von seinen Blumen, vielen Vortheil. Hier ist eine vortreffliche römische Mcilensäule, und in der umliegenden Gegend wächst anchRyfwein. S. Saturnin, eine kleine Stadt in Un- terauvergne in Frankreich, welche bis zur Revolution dem Marquis von Bro- glio gehörte. S. Saulge, ein Städtchen in der Land. schüft Bazois inNivernoiS in Frankreich. S. Sebastian, die Hauptstadt der Land- schaft Guipozcoa in Spanien, welche an der Mündung des kleinen Flusses Urumea am biscayischen Meere liegt, einen berühmten Hafen hat, und befestigt ist. Sie hak schöne Straßen, 2 prächtige Pfarrkirchen, L Klöster und ein Hospital, und ist der Sitz der Gene- ralcommandanten von Guipuzcoa, Ala- va und BiScaya. Kaiser Carl V. ließ sie mit drey Mauern umgeben, welche 22 Schuh breit find, und fie hat auch ein im Jahre 1194 angelegte- Castell. Hier wird sehr starker Handel, besonders mit Eisen, Stahl und Wolle getrieben, und hier befindet sich auch eine im Jahre 1728 privilegirle Handelsgesellschaft, welche den Cacaohaudel auSschließnngSweise in CaracsS oder Venezuela in Westindien treibt. Dieselbe hat ihre Privilegien nicht nur zu erhalten, sondern auch zu vermehren gewußt, daher fie die reichest« Handelsgesellschaft in ganz Spanien ist. Spanien allein braucht jährlich für L Millionen Piaster Cacao. In den Jahren 1719 und 1794 ward S. Sebastian von den Franzosen erobert. In der umliegende» Gegend gibt eS viel Eisenhämmer. S. Sebastian, Rio Janeiro, k'anum 8. 8ekaliinvi, eine Sradt in der Ca- pitania Rio Janeiro, und die Hauptstadt von ganz Brasilien im portugiesischen Südamerika. Sie ist der Mittelpunct der portugiesischen Handlung, hat verschiedene Mönchs«und Nonnenklöster, zählt gegen Zooocr Einwohner, und ist die Residenz eines V-eekönigS, der aber seit dem Jahre 1772 nur den Titel eines Statthalters führt. Sie liegt am westlichen Ufer des Golfo, ist im Jahre ,AF8 angelegt, und nachdem damahls regierenden Könige von Portugal benannt worden, wird in Z Theile abgetheilt, und hat gerade Gaffen, etwa 2000 Häuser, und etliche Zuckermühlen. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von S. Salvator steht, und eines königlichen DbcrtribnnalS, bey welchem alle brasilianischen Einwohner in Pco- ceßsachen das letzte Urtheil bekommen. Von der Landseite ist diese Stadt offen; hingegen wird sie nach dem Golfo zu durch 4 Castelle bedeckt. Im Jahre 1711 ward sie von den Franzosen rein ausgeplündert, und die Beute beließ sich auf Z Millionen. S. Sever S. Schaft S. Sever S Scbastianbcrg»der Basberg, ein« lkefreyie B-rgstadt im Saatzer Kreise in Böhmen. Hier ist der Paß von Com- moiban nachLe.pzig. Nabe dabey ward im Jahre i/Lz, ei» österreichisches Corps Truppen von einem preussischen geschla- aen. S. Sebastiani, ein Vorgebirge, die nörd. liche Spike der Insel Madagascar in Afrika, i» deren Nähe sich der Hafen S. Sebastian befindet. S. Secondo, Lalirnm 8. Zecuncki, ein Städtchen und Schloß oberhalb Parma, zwischen den beyden Flüsse» Taro und Parola, im Herzogthum Par» ma in Italien. S. Serf, S. Servio, ein altes Berg. schloß eine Meile von Triest in Inner» krai», welches dem Grafen von Pe- tazzi gehört. ES hat den Nahmen von dem heiligen ScrvnluS, welcher in der nahe gelegenen berühmten Höhle, i» welcher der weise und graue Tropf» stein viele große Säulen von mancherley Figuren an den Wänden und ander Decke gebildet hat, seine Wohnung hatte. Die Treppe, welche zu dem Schlosse führt, ist in den Felsen gehauen, und der Eingang gehet durch den Berg, so daß man Licht nöthig hat. Man findet hier auch eine Reitschule, welche aus dem Felsen gehauen ist. Unter dem Schlosse liegt ein Dorf gleiches Nahmen«. In der hiesigen Gegend wachsen die vortrefflichen Tschernecaller und Marzaminer Weine. S. Scrnin oder Cernin, eine kleine Siadt mit einer Collegiatkirche in der Landschaft Rouergue in Guyrnne in Frankreich. S Sever oder Cap de Gascogne,^inc der schönsten Städte in Gascogne ii» Frankreich. Sie liegt am Flusse Adour im Ländchcn Chaloffe, und hat ihren Ursprung und Nahmen einer Benebir» tinerabtey zu verdanken. S. Sorlin 8Z G. Sever, ein Städtchen am Flosse Rouffe in der Landschaft Bigorre in Gascogne in Frankreich. S. Scverina, 8^berc>na, eine Stadt auf einem hohen felstchren Orte in Ca« labria»ltra in Neapel. Sie ist der Sitz einer ErzbiSlhums, welches ehemahls von den Patriarchen zu Constantinopel gestiftet, im Jahre iL/l aber mit dem in der zerstörten Stadt S. Leone befindlich gewesenen BiStbume vereinigt wurde. Außer der Metro olitankirche giebt eS hier 7 Pfarrkirchen und zwey Klöster. S. Scverino, 8eptempsäana, eine kleine Stadt am Flusse Potenz» in der Mark Ancona im Kirchenstaate. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher nn. tcr dem Erzbischofe von Fermo steht, und hat außer der Kaihedralkirche noch eine Pfarrkirche,- Mönchsklöster und Z Nonnenklöster. S. Seoerino Camaroka, ein kleiner Ort mit dem Titel eine« FürstenthumS im Pcincipato citra in Neapel. Gegen Su« den liegt noch ein kleiner Ort gleiche« Nahmens. S. Severo, ein Städtchen in Capitanat» in Neapel, welche« den Titel eine« FürstenthumS hat, den da« HauS Sangra führet. Es ist der Sitz eine« Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Be« nevento steht. S. Simon, eine kleine Stadt am Flusse Somme in der Provinz VermandoiS in der Pieardie in Frankreich, welche im Jahre>6zL zu einem Herzoglhume und einer Pairie erhoben ward. S. Simon, eine Insel in der Mündung des Alatamaha in der Provinz Georgien, in den nordamcrikanischc» Frcy- staaten, wo die Stadt und da« Fort Fridcricia angelegt find. S. Sorlin, ein Flecken und Marqnisat in der Landschaft Bugey in Bourg». gne in Frankreich, welche dem Könige G. Su zäune S. Thomas 8Ä S. Spirito S. Sulpioe von Sardinien als Herzoge vonSavoyen gehöre». D. Spirrto, L-ikin kiel Lpiritu 8aa- to, oder keiuennci, der Nahme eines Theils des mrx»canischcn Meerbusens, an der Küste von Florida in Nordamerika, in» dessen vornehmster Fluß, S. Spirito, einstießt. S. Steffano ,. ein Markgraslhnm im gennestschen Gebiethe a» den Grenzen des Herzogthnms Parma, welches ein Aeichslehe» ist. S. Skephansritlerorden, s. Ritterorden des heiligen Srephanus. S. Slevenswaerd, eine ziemlich große Schanze im holländischen Geldern, welche auf einer Insel gleiches Nahmen- in der Maas liegt, die ungefähr eine Stunde lang^ und eine Viertelstunde breit ist. Die Schanze liegt ungefähr in der Mitte der Insel am Hanptstro- me der Maas, über welchen hier eine Brücke führt, die durch eine kleine Schanze bedeckt wird. Am schmalen Arme der Maas liege» drey kleinere Schanzen. Ehemahls war dieser Drt ein Dorf, welches aber im Jahre 16^1; von den Spaniern befestigt wurde, und er ist beträchtlich, weil er die Gemein, schuft zwischen Venlo und Mastricht unterhält. Im Jahre 1702 wurde er für dir Generalstaakeu erobert. Im Jahre>?>,; trat denselben der Kaiser zugleich d. s Gebieth der Schanze, und so viel Land ab, als z»r Erweiterung der Fest»! gswk'ke düsteit der Maas nöihig se„n n ächte., Uebrigens ist die Insel S. Steoenswaerd eine freve Herrlichkeit, welche den Grafen von Howpeich gehör». S. S» pice ein Skäbrchen^in dem Lande Toulouse in Dberlanguedocin Frankreich. S Sulpice. eine klein» Stadt am Flusse Lnze in derLandscha tRieuxinD-er- langnedoc in Frankreich. S. Suzanne, ein Städtchen aus eitler Höbe an der Erve in Niedermainr in Frankreich. S. Theodors, eine sehr kleine Insel mit einer guten Festung nicht weit von der Küste von Candia, welche den Türken gehört. S. Thebauld, ei» Flecken an der Maas im Herzogthume Bar i» Frankreich, wo eine starke Durchfahrt ist. S. Thomas, eine von den kleinen antik- lischen Inseln in Mittelamerika, welche die vornehmste unter den Juiigfer». ioseln ist, und dem Könige von Dänemark gehört. Sie ist vornehmlich fruchtbar an Zucker und Mais, und liefert auch Kaffeh, Pomeranze», Citronen, Limonieu, Tabak, Baumwolle und Indigo. Sie bat eine Stadr gleiches Nahmens, und auf dieser Insel liege» auch zwey Missionsörter der evangelischen Brüdergemeinde. Die Däne» treiben hier ziemlichen Handel mit den Negern, die ste von Ehristiansburg aus Afrika hierher bringen, und an die Spanier verkaufen. S. Thomas, eine von den Guineainscln in Westasrika, welche den Portugiesen gekört, und ihre» Nahmen daher bat, weil ste von denselben im Jahre 14»,L am S. TbomoStage entdeckt wurde. Sie ist frnckibar an Zucker, Ingwer Melonen, Palmbäumen und mehrern Früchten, und enthält eine Hauptstadt gleich«- Nahmens, dir einen guien Hasen und eine feste Citadelle hat Sie ist der Sitz eines BisihumS, welches unter dem Erzbischofe von Lissabon steht,„nd ward im Jabre 1709 von den Franzosen erobert, die hier große Ventk machten, aber durch den Utrechker Frieden wieder an Portugal abgetreten. S. Thomas s. Melisiir. S. Thomas de Guiana, d»e Hauptstadt im spanischen Gmana in Südamerika. S. ThoinaSb S. Urba« Sie liegt am Orinokofluffe, und ist die Residenz des Gouverneurs. S. Thomasberg, ein großer Berg auf der malabari'che» Küste Coromandel in Ostindien, welcher eine gute Meile von Madras landwärts liegt, und aus zwey an einander Hangenden Berge» besteht. Auf dem größten gibt es zwey portugie. fische Kirche» und eine Höhle, worin sich der heilig- Thomas soll aufgehalten baden, nebst einer Wohnung für einen portugiesischen Bischof. Auf dem klei» neu sieht man auch eine schöne Kirche der Portugiesen. Unten am Fuße des Berges wohnen viel portugiesische, ma- labarische und armenische Christen, und es geschehen hierher sehr häufige Wallfahrten. S. Tibari, ein Städtchen am Flusse He« raut in Unterlangiiedoc in Frankreich, welches ehemahls sehr ansehnlich war. S. Trivier,-in Städtchen in dem ehemahligen Fürstenthume Dombcs in Frankreich, welches zwischen drey kleinen Holzungen und einem See liegt. S, Trou, s. Tron. S. Tropez oder Torpis, ein Städtchen und Hafen in der Unterprvvence in Frankreich. Es liegt an einem Meer. buken gleiches Nahmens, der ungefähr 6 französische Meilen lang ist. Bis zur Revolution war hier ein Priorat, dem die Stadt den Ursprung zu danken hat, und noch ein Kloster. Die hiesige Citadelle ist beträchtlich. S, Ubes, s. Setuval. S. Urban ,eineListercienserabtry im Can- ton Lucern in der Schweiz. Sie liegt im Umfange der Laudvogtcy Wellisau an dem kleinen Flusse Rott zwischen Oder, und Niedectnnkweil, und ist im Jahre i>48 gestiftet worden, nachmahls unter des Reichs unmittelbaren Schutz gekommen, uud von aller weltliche» Gerichtsbarkeit befreyet worden. Im Iah. re>4>6 hat sie sich mit der Stadt Lu- S. Ursan« S. Veit 8? cernin einBürgcrrechteingelassen, und sich unter ihren unmi telbaren Schutz begeben. Im Jahre 16^4 brachte der damabligeAbt das Schloß und die Herrschaf Liebenfels in Thurgau durch Kauf an das Kloster. S. Ursane oder Urfitz, eine kleine Stadt am Flusse Donx im Hochstifie Basel im oberrheinischen Kreise. S. Valery, L-Valericus, I^eucouaus, eine Grabt an der Mündung des Flusses Somme in der Unterpicardie in Frankreich. Sie bat ihren Ursprung ei- neniKloster zu danken, welches der heilige Valerius um dasJahr6tZ an diesem Orte errichtete. Die Handlung und Schiff« fahrt nach und aus dieser Stadt ist ansehnlich, ob sie gleich keinen rechten Hafen hat. S. Valery en Caux, ein großer Flecken mit einem kleinen Hafen in der Ober« normandie in Frankreich. S, Valier, ein Städtchen an der Rhone im Oderdauphine in Frankreich. S. Veit am Pflaum oder Fiume, eine Stadt an einem Busen des adrialischea Meers im österreichischen Litorale. Sie liegt im Thale an einer schmalen Ebene, die gute Weine, Feigen und andere Früchte trägt. Die Stadt ist volkreich, enthält eine Collegiatkirche, ein ehemahliges im Jahre>62/ angelegtes Je- suit-ccollegium, und 2 Klöster; außerhalb der Stadt aber stehet noch ei» Kloster am Meere. Die hiesige Zuckcrsie- derey versieht die österreichischen Lander mit Zucker. Den hiesigen Frr/ba- fen macht die Finmara. Aus demselben werden viele Güter und Waaren ausgeführt, wovon ein ansehnlicher Theil aus Ungarn kommt; z» bequemerer Hcrzuführung ließ Kaiser Carl VI. von hier nach Carlstadt in Croatien eine kostbare Landstraße anlegen. Diese ist siLooo Schritte lang, und zum Behu> se derselben sind Berge abgetragen im» - 88 S. Veit S. Dicenzo Felsen gesprengt, und dadurch liefe Thä. ler und Abgründe ausgefüllet worden. Hier befindet fich auch eine Wachsbleiche. S. Veit, k'unum 8. Viti, eine Stadt am Flusse Gla« in Unterkärnthen. Die Anlegung dieser Stadt wurde durch eine Kirche veranlaßt, welche Eberhard Herzog zu Kärnthen im Jahre yv2 zur Erfüllung eines Gelübdes erbauet hak. Herzog Meinhard machte diese» Ort zu seinem Sitz, und im Jahre 1292 zur Hauptstadt in Kärnthen; nachdem sie aber in den Jahren iZZÜ, 1ZL9 und 1409 durch Feuer und Schwert sehr verwüstet wurde, hat sie Clagenfurt den Vorzug überlassen müssen. Sie hat 6 . Kirchen, und in der Vorstadt ein Fran- eiscaiierkloster. Auf dem großen Platze befindet sich ein weißer marmorner Brunnen, der L Klafter im Umfange hat, und ein römisches Alterthum ist. S. Veit, ein uraltes Bcrgschloß im Lande unter der Ens in Oesterreich welches im Jahre 1761 von dem Erzbis- thume Wien an den Landesfürsten gekommen ist. S. Veit, eine ansehnliche Benedictiner- abley im Ncntamte Landshut in Nieder- bayern, wohin jährlich starke Wallfahr- ten geschehen. Sie gehört dem Erzstif. re Salzburg. S. Venant, eine kleine Stadt und Fe. stung am Flusse Lys in der ehemahligen Grafschaft Artois in Frankreich. Sie kann unter Wasser gefetzt werden. S- Vicente de la Barquera, ein mit Mauern umgebener Flecken am Meere mit einem Hafen und einem Fort in der Provinz Burgos im Königreiche Altes- stillen in Spanien. S. Vicrnzo di Volturno, ein berühmtes Kloster beym Ursprünge des Flusses Vol- turno i» Terra di Lavoro im Königreiche Neapel, welches im Jahre 70.2 ge- stiftet, und bald so ansehnlich wurde, S. Vincent S. Willibald daß es dem von Monke Cassino fast gleich kam. S. Vincent, eine der caraibischen Insel-, in Westindlcn oder Mittclamerika, wel. che den Engländern gehört. Sie ist wegen des guten Tabaks berühmt; sie bringt aber auch Kaffeh, Cacao, Zucker, Indigo, Seide und Zimmet hervor. Auf dieser Insel ist der Hauptfitz der Carai- ben oder Cambale». Sie gehörte ehe- mahls den Franzosen, ward ihnen aber im Jahre 17Ü2 von den Engländern abgenommen, die sie auch durch den Frieden behielten. S. Vincente, eine von den Inseln begrünen Vorgcbirges in Westafrika, wel. che den Poriugiesen gehört, und eine» sichern Hafen bat. Ihr Umfang beirägt ungefähr L Meilen, und sie ist felstcht und unfruchtbar, so daß sie bloß den Ziegen und sehr großen und wohl schme- ckenornSchnecken zum Aufenthalte dien». S. Waast, ein geringer Flecken mit einem kleinen Hafen nahe bey dem Vorgebirge la Hongue tm Lande Content,« in der Niedcrnormandie in Frankreich, Er hat ein Fort und verschiedene Batterien zur Beschützung der Rhede. S. Wendel, eine Stadt und Amt am Flusse Blies im obern Erzstifte Trier im churrheinischen Kreise. Das Amt liegt abgesondert, ist ganz von fremden. Gebiethen umgeben, und begreift 17 Oer- <«r. S. Willibaldsburg, ein festes Schloß auf dem so genannten Wiüibaldsberge etwa eine Viertelstunde von Eichstelt, jenseit her Altmühl im Höchst,ste Eich- stett im fränkischen Kreise. Auf diese«, Schlosse haben die Bischöfe bis zum Jahre>72^ gewohnt, und es befindet sich auch noch daselbst das fürstliche Archiv nebst dem Büchersaale. Es hat vier Bastionen gegen Norden, und gegen Osten einen in den Felsen eiiigehauenen Grabe», und ein Zeughaus. S. Wolfs Sands lie» Sandao Sandfiord§9 id leich tiscl» wel- kwe> ringt Jn- Auf arai- che- aber der» den des wel» unen trägt lficht den b me- ient. t ei- Bor- uiti» eich. Bat« slus- r im liegt Ge. lder- hkoß >crge fett, kich- cfei» Zah. k sich tchi» Ba- »steil öra- S. Wolfgang, ein Markt im HauSciick» kreise im Lande ob der EnS in Oesterreich. Er liegt an einem davon benannten See, welcher auch der Abernsee heißt,, und größten Theils zumBiSthu- me Salzburg gehört. ES ist hier auch eine Benedictinerabtey. S.Aa, 8. ein Städtchen am Flusse Navilio in der Herrschaft Ver- celli im Fürstenthume Picmont in Italien. Außer der Kaihedralkirche der heiligen Agatha befindet fich hier noch ein Mönchskloster. Das Stäbchen ist schon im Jahre 120c» verwüstet, und nachdem es eine Zeit lang wüste gelegen hatte, wieder aufgebauet und befestigt worden. Im Jahre wurde cS von den Spaniern vergeblich belagert,im Jahre aber von Thomas, Herzog von Saooyen erobrtt. S. Wer de laPerche, eine kleine Stadt mit einer Collcgialkirche in Oberlimo- fin in Frankreich. S. Zenon, ein Kloster und Propstey der rcgulirtcn Chorherren AugiistinerordenS an der Saale im Rentamte München in Oberbayern. Sand, eine von den orcadischen Inseln in Nordschottland. Siestst 12 Meilen lang, Z breit, und wohl bewohnt, und hat zwey Hafen. Hier wird gutes Salz gemacht. Sandaal, eine Akt kleiner Aale, mit fast nnfichtbaren Schuppen, welche sich im Sande am Ufer des Meeres aufhält, wo sie fich j„ einen Kreis zusammen anekelt, und alsdann die Mitte desselben mit dem Kopfe durchbohrt. Sandale, eine Art Fahrzeuge in der Levante, welche dazu dient, daß man die großen Schiff- damit erleichtert. Sandalien, eine Art Schuhe, oder viel- mehr Socken von Wolle und Seide verfertigt, und mit eingewirktem Golde und Perlen geziert. Sie find ein Stück des PonnficalhabilS, welches die Bi- (IV. Band.) schöfe und andere vornehme Geistliche der katholischen Kirche bey Feperlichkci- ten»ragen. Sandao, ein Fluß in Portugal, welcher in dcm algarbischen Gebirge entspringt, und sich zu Setubal ins Meer ergießt. Sandau oder Unlersandau, ein Markt, flecken im PilSner Kreise im Königrei» che Böhmen, welcher dem Grafen von Metternich gehört. Sandau, ein Marktflecken im Leutmcri- tzer Kreise in Böhmen, welcher dem Herzoge von Bayern gehört. Sandau, eine Stadt an der Elbe im Her« zogthume Magdeburg im nicdersächsi» scheu Kreise. Sie hat außer der luthe. rische» noch eine kleine deutsche refor- mirte Gemeinde. Im Jahre 169^ ist sie ganz abgebrannt, aber besser als vorhin wieder aufgebauet worden. Sie hat ehemahls, und noch im Jahre i.'jLi.zuder alten Mark gehört, soll aber von dem Eezbischofe Otto an das Erzstift gebracht worden seyn. Sandbank, eine aus Sand bestehende Erhöhung des Bodens im Meere, oder in einem Flusse. Sandecz, Sandek oder Noivy-Sandek, eine Stadt am Flusse Dunajey im Wie. litschkcr Kreise im Königreiche Galizien, in welcher eine Collegialkirche ist. Sandcrshauftn, ein Dorf eine Stunde von Casscl in Niederhcffen, bey wel» chem die Hessen im Jahre 17,^8 von den Franzosen geschlagen wurden. Sandcrslcben, ein Amt lind Flecke» mit einem fürstlichen Schlosse an der Wip» per im sürlilichen dcssauischen Antheile am Fürstenthume Anhalt im obersächst- schen Kreise. Das Schloß hat in neuern Zeiten zu einem Wittwenfiye fürstlicher Personen gedirnet. Saudetsch, s. Sandecz. Sandfiord, ein Vorgebirge und guter Hafen in dem norwegischen Sliftsamte Christian!» oder Aggrrhnus, welch« M Sanög Sanbom Sanbom Sandwich AO zwey Meilen von KongSberg liegen, und sich gegen Süden in die Nordsee er- strecken. Sandgale Castle, ein Schloß zwischen zwey Hügeln am Seeufer in der Landschaft Kent in England. Es hat 16 Kanonen zur Beschktzung der Fischerey wider die Kapers zur Zeit des Krieges, und hier gibt es auch einige gute Häuser. Sandham, ein Hafen mit einem Leucht- thurine in Upland in Schweden. Hier werden aste Schiffe, welche aus Ruß. land, Finnland und Nordland nach Stockholm zehrn, und zurück kommen, durchsucht. Gandhorst,ein Lustschloß nicht weit von Aurich in Offfriesland, auf welchem verschiedene von den ausgesiorbcnen off, friesischen Fürsten residirtchaben. Sandhosen, eine Meiecep und großer Flecken im Quartiere Antwerpen im österreichischen Antheile am Herzoglhu» ine Brabant. Sandinsel, eine unfruchtbare und unbe. wohnte Insel im Gouvernement New- soundland im brittischen Nordamerika, welche südwärts von Cap Breton liegt. Sandilken, ein schönes gräfliches schlie- henschcS Schloß am Flusse Pcegel in Ostpreuffen. Gandmeer, ein Nahme der ungeheuren Wüsten und mit nichts als Sand bedeckten Gefilde, die in den Gegenden öes steinichten Arabien« zwischen Äegyp- ten und Palästina im wüsten Arabien und der bekannten großen Wüste Sarah in Afrika angetroffen werden. Sie find den Reisenden ungemein beschwerlich, indem öfter« ganze Karavanen bey entstehendem Winde von dem wie Berge aufgethürmtenSande verschüttet werden. Sandomierz oder Sandomirs, knlnti- ostus 83llZ>»rNirienlis, eine Woiwodschaft in Kleinpohlen. Äie begreift, nachdem sie alles, was jenseit der Weichsel liegt, im Jahr»»772 verloren hat. noch 6 Distrikte, welche unter sechs GrodS und Starostcyen stehen, nud ist sehr fruchtbar am Getreide. Die Hauptstadt heißt gleichfalls Sandomirz oder Sandomirz, 8anclo- miriL, welche der Mündung des Flusses Sän gegen über und 22 Meilen von Krakau liegt. Ihre Lage ist unge. mein angenehm; daher sich Kasimir der Große und andere Könige gern hier aufhielten. Sie ist der Sitz des Woi- woden, eine« größer» Castellans uad Starosten, und es wird auch das Land. geeicht des Distrikt« Sandomirz hier gehalten. Diese Stadt enthält ein rei. cheS Eollegium Canonicorum, ein ehemahlige« Jesuiten- Collegium, und andere Evllegien. Das Schloß, welche« aufeincm steilen Felsen liegt, ist im Jahre 16^6 von den Schweden in die Luft gesprengt worden. Im Jahre 12^9 ha- den die Tartarn und Russen hier ein grauliches Blutbad angerichtet. In der Kirchengeschichte ist die Versammlung berühmt, welche im Jahre 1L70 von böhmischen, lutherischen und reformir- ten Geistlichen hier angestellt, und auf welcher zwischen diesen drey Kirche» ein Bündniß errichtet, auch der so ge. nannte Lorilellsus 8snstcimirienlir abgefaßt wurde. Im Jahre 1702 machte hier der Adel der Religion, und dem Könige August II., zum Besten unter sich ein Bündniß, welches mit einem Eide bekräftiget wurde. Sandsee, ein Oberamt und Bergschloß im obern Stifte Eichstett im fränkischen Kreise Sandlvich, ein Städtchen an einem Meerbusen bey der Mündung des FluffeS Skour im Heezogthume Kent in England. ES schickt zwey Deputirke zu« Parlamente, ist einer von den so genannten fünf Hafen, und war ehemahls von Erheblichkeit. Es ist einige Mabl verwüstet worden, und nachdem die Sandwichinseln Sand wich iasrla 9» Mündung der Hafens, zur Zeit der Königinn Maria, durch eingesunkenes und mit Sand überschwemmtes Schiff verstopft wurde, in armselige Umstände gerathen. Sandwichinftln, eine Gruppe von eilf Insel» in Australien oder Südindien, welche erst im Jahre 1778 von den engländischen Capital, Cook entdeckt wurden, ungeachtet das spanische Gal- lionenschiff von Manill« nach Aqna- pulco seit 200 Jahren über 400 Mahl bey dieser Inselgruppe vorbey gesegelt ist. Neun von diesen Inseln, unter welchen Owaihi die größte ist, sind bewohnt, und west- südwestwärtS liegt noch ein niedriges sandiges Eiland, Nahmens Modu papapa(flache Jusel) wohin man zuweilen schifft, um Schildkröten und Seevögrl zu sangen. Die Lust ist hier noch etwas gemäßigter, als a»f den westindischen Jnsrln; aber man hat stärkeren Regen in der trockenen JahrSzeii als in Westindicn. Hier gibt eS vieles vortreffliches Land, und ordentlich unterhaltene Pflanzungen, uud die vornehmsten Producle bestehen in Brotfrüchten, Jams, Gewürzbäu- men, Pisang, BananaS, Zuckerrohr, süßen Kartoffeln, AronSwurzel» und großen Kürbissen. Schweine, Hunde, Ratten, Arnten, Hühner und viele andere schöne Vögel, vielerlei) Fische, Makrelen, Schilkrötcn und Krabben werden genug angetroffen. Die Hunde werden hier wir auf mehrern Südsec- insrl» wir die Schweine gefüttert, und von den Vornehmen gespeist. Die Einwohner sind von eben dem Stamme als die Einwohner von Neuseeland und den Socieiätsinseln. Ihre Bildung ist schön; ihre Farbe aber Dunkler als die der Diaheiter, und fie sind fleißig, erfind« sam und edelmüthig Ihre ganze Anzahl beträgt ungefähr 400000 Seelen. Ackerbau, Vogelfang, Fische» ey«ab Mann- facturarbeiten sind hier Houplbeschäfti- gangrn. In Absicht der Vollkommenheit ihrer Manusaciurwaaren übertreffen sie alle Einwohner der Südseeinscln. Sir verfertigen vielerlei) Zeuge von Maul- berbaumrinbe mil der geschmackvollsten Zeichnung, schöne Mützen, vortreffliche Matten mit verschiedenen Mustern und Farben: eine Arbeit, die in Rücksicht der Dauer so wohl, als Feinheit und Eleganz, alles Mattenwerk in der bekannten Welt übertrifft. Ueber dieß bereiten sie zu ihrem Bedürfnisse Au- gelhackcn von Perlmuttcrschale», Knochen oder Holz, mit Spitzen und Wie- derhake» von Schildkröienschalcn oder Knochen, und gute Netzwerke. Ihre Salzbereitung und ihre Schnitzarbeiten verdienen eine rühmliche Erwähnung. Ihr Federschmuck besteht aus einem mit unzählige» kleinen, scharlachrothen und goldgelben Federcheu dicht überzogene» Helme und Mantel, welche zusammen die prachivvllste und künstlichste Arbeit in ihrer Art ist, die man bis jetzt bey irgend einem so genannten wilden Volke gesunden hat. Die Einwohner bestehen aus drey Classen: 1) aus den Sechs oderDber- häuptcrs jedes Bezirks, unter denen einer der vornehmste ist, und Erih-tabu oder Erih'inod heißt; 2) aus andern, welche gewisses TizenthumSrechk ohne Gewalt besitzen, und Z) aus den Leibeigenen, welche weder Rang»och Ei. genthum haben. Die beyden mächtigsten Oberhäupter dieser Insel sind: Terriobu auf Owaihi, und Perivrani auf Woahu, und die übrigen kleiner» Inseln sind. einem von beyden unterwürfig. Die Regierung ist erbliche Die Religionsbegriffe sind hier s» wie aus dem übrigen Archipelagen der Südsec beschaffe»; nur ist der hiesige Gottesdienst oon lungern und häufigern Feperlichkeiten. Hier g>dt r« auch ge» M L Gang erh Sangiak 92 Sandwichl Sangay schlösse«» Priestergefellschaften, die in abgesonderten Wohnungen leben, und deren Oberhaupt oder Ordensvorsteher Orono heißt. Menschenopfer sind auch hier bey dem Anfange eines Krieges und bey andern wichtigen Unternehmungen, auch selbst bey dein Tode eines angese. hcnen Oberhaupts eingeführt, und als Söhnopfer werden die Vorderzähne ausgebrochcn. Sandwichland, cintgeJnseln naher nach dem Südpole in Südamerika, welche außer einigen Klippen ganz mit Eis und Schnee bedeckt sind, und keine einzige Pflanze erzeugen. Nördlicher liegen die Saundcrsinsel und die Licht- meßinseln. Sandyhook, eine Stadt in der Provinz Neuyork in den vereinigten nordameri« kanischen Freystaaten. Sie besteht aus ungefähr 2Lvc» Häusern, ist eineMei» le lang und eine halbe breit, und so angelegt, daß die Straßen, in wel« chen der meiste Handel getrieben wird, beysammen liegen. Ihre Lage ist nnge- mein gesund, und die Gassen sind zwar nicht regelmäßig, aber gepflastert, und reinlich, und mit wohl gebaueten meistens mit Ziegeln gedeckten Häusern besetzt. Zn der hiesigen Gegend werden viele Austern gefangen. Sandypoint, eine Stadt auf der kleinen antillischen Insel S. Christoph oder S. ÄiltS in Mittelamerika. Sanen, eine Landvogte« in den deutschen Landen des Contons Bern in der Schweiz, welche eine große Landschaft ausmacht, die von dem Flusse Sana, hier entspringt, und von dem Haupt, flecken, den Nahmen hat. Die Käse, welche hier gemacht werden, sind sehr beliebt. Sangaar oder Zangaar, eine Stadt auf der Insel Niphon in Japan, von welcher eine Meerenge den Nahmen hat. Sangay oder Macas, der südlichste Theil der Cordilleras oder des in Amerika be. findlichcn AndenzeLirges, welches sich von Norden nach Süden erstreckt, und für daS höchste in der Welt gehalten wird. Der Berg Sangay befindet sich in der Provinz Guito, ist größten Theils mit Schnee bedeckt, und der Gipfel desselben speyet beständig mit so erschreck, lichem Getöse Feuer, daß man es 40 Seemeilen weil hören kann. Die umliegende Gegend ist wegen der häufigen Asche, die das Land bedeckt, unfruchtbar. Saugerhauftn, eine Stadt und Amt in der Nachbarschaft des Harzwaldes im thüringischen Kreise im Churfürsten- thnnie Sachsen. Sie enthalt gegen /«o Häuser, und hat ein altes Schloß mit einer Kirche, 2 Pfarrkirchen, ein Hospital und Stift mit einer Kirche, noch 2 Hospitäler mit Kirchen, eine gute lateinische Schule und eine Superin- tendcnlur. Sie ist eine der ältesten Städte in Thüringen, war ehemahls mit ihrem Zubehör eine besondere Herrschaft, welche durch Heicath an den Grafen Ludwig den Bärtigen, und nach Abgang der thüringischen Landgrafen, an den Markgraf Heinrich von Meis- fen kam. Den hier gewesenen Commen« thurhof-des deutschen Ordens hat der Rath an sich gebracht. Sangiak oder Sandschak,«in Wort, welches bey den Türken eine Standarte bedeutet; daher bey denselben die Befehls. Haber, die nur eine Standarte ohne Roßschweif führen, Sandschaks genannt werden. Gewöhnlich sind die Sandschaks auch Gouverneurs einer Landschaft, und habe» über die Tiwars oder Lehcnreiter zu befehlen; stehen aber selbst unter dem Commando des Beglerbegs. Die Landschaft, welche sie regieren, wird eine Sandschakschaft genannt, und sie müssen in KriegSzeiten nicht nur die TiwarS oder Lchenleue Sanssouei 9Z Sän-nesse SanSs aufbiethen, sondern auch die Armee mit Proviant versorgen. Sangueffc, Iturilla, eine Stadt und Gouvernement im Königreiche Navarra in Spanien. Sie liegt am Flusse Ära. gon, der hier den Fluß Jrale auf. nimmt, und hat Z Pfarrkirchen und 4 Klöster..- Sanguin, ein Königreich imt einer Stadt gleiches Nahmens auf der Kusse Mala. guette im eigentlichen Guinea in Afrika. Santa, eine Stadt in der Landschaft Kat- mandu im Lande Nepal in Assen. Sauna, s. Sana. Sanok, eine Stadt am Flusse Sän im Samborer Kreise im Königreiche Gali- zien, über welcher ein Schloß auf ei. nein Hügel liegt. Sanore, eine Nabobschaft auf der Nord- seite von Bednur im Reiche Mpsore in Ostindien, welche eine Hauptstadt gleiches Nahmens mit einem festen Schloss se hak. Ganson oder Samson, ein verwüstetes festes Schloß an drr MaaS in der Graf- schaft Namur. Sanspareil, ehemahls ZwerniH, ein al- teS landeSsürstlicheS Schloß im Ober- lande der FürstenthumS Bayreuth nicht weit von Bayreuth im fränkischen Krei. se, welches der Sitz eines KastenamlS ist. Den jetzigen Nahmen hat cS erst im Jahre 1746 von dem Markgrafen Friedrich erhalten, welcher in dem dabey liegenden kleine» Walde Allee» und Spazicrgange anlegen, und Lnsshäuser vor»nd in demselben erbauen ließ. Sanssouci, ein vortreffliches königliches preussisches Lustschloß nicht weit von PotSdam in drr Mittelmark im Churfür- stenthumc Brandenburg. König Fried, rieh II. hat dasselbe auf einem Berge, von welchem man nach allen Seiten die schönste Aussicht hat, gleich nach dem Antritte seiner Regierung anlegen lassen. Wenn man sich in die Gegend der Mitte des Berges an die hinab führende Treppe stellt, so daß man den Rücken »ach dem Haupteingange zu dem Schlosse, und das Gesicht gegen Süden kehrt, so hat man vor und unter sich eine sechsfache steinerne Treppe. Diese führt über eben so viel zehen Fuß hohe Teraffe» eines schönen Weinberges hinab in den unten liegenden Lustgarten, und zwar nach dem großen marmornen Wasser, decke», welches vier schöne und große marmorn« Gruppen und acht schöne mar- morne Figuren umgeben, über welche man in den Hauptweg kommt, der von SanSsouci nach Potsdam neben dem königlichen Küchengarken führt. Man sieht hier über den schönen mit vielen alten und neuen Bruststücken und ganzen Figuren angefüllte» Garte», und über dieHavel und Potsdam weg, und erblickt rechterHand über dcmLustwalde da« neue Schloß. Wendet man sich auf dem. selben Platze um, und sieht nach SanSsouci, so hat man dieses schöne Gebäu- de vor sich, welches zwar nur aus Zimmern auf ebener Erde besteht, überaus dieser vorder» Seite eine feine AuSzie« rung an ZÜ Lastträgerinnrn in übernatürlicher Größe, welche das Gesimse tragen, und deren zwischen zwey Fen. stern alle Mahl zwey sind, und an ZZ Vasen und 6 Kindergrnppen auf dem Geländer des Daches hat. Man erblickt ferner am östlichen und westlichen Ende desselben ein Wäldchen von Lerchen- Tan. nen-Akazien und andern fremden Bäumen, und in einem jeden einen halben Salonmitürömischen Brustbildern von Kaisern in übernatürlicher Größe, ein Cabinett und eine Bogenlaube, vor welcher alte Brustbilder und Vasen von Porzellan stehen, noch einiger andern Figuren nicht zu gedenken. Von hinten zu schließt an das Hauptgebäude und au den kurzen Flügel desselben ein halber Zirkel von zwey Reihen geriffelter ko» 94 Ganssouer r'iiithischer Säulen, die oben bedeckt, und mit Vasen und Kindcrgruppcn be» setzt sind. Man hat von dieser Hintern "Seite eine von Natur und durch Kunst schöne Aussicht, und auch das Innere dieses stillen und angenehmen Wohnsitzes ist schön. Vo» dem östlichen Ende an macht das Bibliothekzimmer den Anfang. Diesesistzwar nicht groß, aber mit Cedernholz ausgelegt, und mit vergoldetem Metall reichlich gezieret, und geschmackvoll eingerichtet. Die Bibliothek steht in verschlossenen gläsernen Schränken. Vier marmorne Köpfe von Homer, Sokrates, Apoll» und einem unbekannten Philosophen vermehren den Schmuck dieses schönen Zimmers. An dasselbe stößt das schöne königliche Wohnzimmer. Hieraus folgt das zierlich ge. schmückte Concerkzimmer, und noch ein anderes, welche mit schönen Gemählden behängen find. AuS diesem tritt man in den eyrunden Saal, welcher sich in der Mitte des GebäudS in dem runden Vorsprunge befindet, und den eine Kup. pcl bedeckt, welche so wie das Pantheon zu Rom eine L-ffnung hat, die mit einem einzigen Krystalle zugedeckt ist, -ec siebe» Fuß in der Länge»nH vier in der Breite hat. Der Saal bestehet aus weißem kararischcn Marmor mit etwas ins Blaue fallenden Adern, und ist mit i6 korinthischen Säule» und andern Zieerathen versehen. Er hat in zwey Nischen zwey marmorne Wildsau, lcn, welche den Apollo und die Venus vorstellen. An diesen Saal grenzet gegen Norden ein anderer wohl geschmückter Saal, aus welchem man in die schöne Gallerie kommt, in der man i6Ge. mahlde, 4 alle Bildsäulen, 8 alte und 4 neue Bruststücke, und 2 halbe Bruststücke antrifft. Au der Westseite des Saals gibt es noch 4 an einander bangende Zimmer, von welchen die.2 er- Ae» mit Gemählden auSgeziert sind, und SaiiSsouei das vierte mit einer der schönsten alten ilriicn von ägyptischem Porphyr prangt. Von dem östlichen Ende des Berges, auf welchem SanSfouci steht, kaun man in die Bidcrgallerie hinab steigen. Die- se ist ein sehenSwürdigeS Gebäude von einem Stockwerk, welches in der Mit- te einen runden Vocsprung, eine Ku- pel, und auf derselben eine» kleinen Thurm hat. Sie empfiehlt sich von außen durch ihre frinc Bauart, und von innen durch ihre Schönheit, Prachtnud Kostbarkeit. Den Zugang zu der Höhe, auf welcher sie steht, eröffnet eine marmorne TerraSwand und Treppe. DieLA Felder der TerraSwand sind m>t Perl- mutterschalen und Bergkrostall nach Grottrnartausgelegt. Die Gallerie selbst ist 246 Fuß lang und ZZ breit, hat Fenster von Spiegelglas, über welche» die Schlußsteine Kopfe von berühmten Mahlern und Bildhauern vorstellen, und zwischen welchen an den Pfeiler» - 8 große marmorne Bildsäulen, welche die Künste und Wissenschaften abbilde», und 6 große marmorne Urnen mit bley» ernen Schlangen gestellt find. Das in- wendige Gebäude hat fast zu viel Licht. In so fern es mit Gemählde» angefüllt ist, theilt es stch in die Gallerie selbst, nud in daS Cabinett. Die Gallerie selbst ist ein Saal, welcher 102 Fuß lang, und dessen Wände-L Fuß hoch find. Er ist mit weißem und gelbem karacj« scheu Marmor ausgelegt, hat eine un- gemein schön gezierte, die Sinnbilder der schönen Künste vorstellende Decke, und 16 marmorne Säulen vhneGesim- sr, aber mit Capitalen von vergoldetem Metalle. Eine jede Säule ist 17 F„ß hoch, ohne zusammen gesetzt zu seyn. So wohl über die Thür des Eingangs, als des Cabinetts, erblickt man ein altes römisches Basrelief von Marmor. Aus 12 Cousolcn stehen eben so viel ganze u»d halbe alte marmorne Bruststücke, Ganssouei S an Ssouak biebls auf eins, welches griechisch ist, römische Arbeit sind, und größten Theils römische Kaiser abbilde». Alle diese bisher genannten Stücke lind aus der Sammlung deS Cardinals Polignac. Zur Seite der Thue deS äußern Eingangs stehen in dem Borsprunge zwey alte römische Bildsäulen, von welchen eine Augusts Tochter Julia, die andere aber eine Tochter der Niobe vorstellt, und zur Seite der andern beyden Thu. ren sind vier neue, schöne, zu Paris verfertigte marmorne Bildsäulen zu se- hen, nähmlich Mars, Venus, Diana und Apollo. Auf vier schönen Tischen siehet man zwey alte römische, ein al- tes griechisches, und ein neues war. morneS Stück, und über der Thür deS Cabinetts befinden sich außer dem genannten Stücke noch zwey andere aus der Sammlung des Kardinals Polignac. Zu allen diesen Schönheiten kommt nun das Wichtigste, nähmlich eine Sammlung von 78 auserlesenen Gemählden. Das Cabinctt enthält^4 kleine Gemählde, so daß die ganze Sammlung aus 172 Stücken besteht, vo» welchen 71 aus den italienischen, y4 aus der holländischen, und 7 aus der sranzöst- schen Schule sind. Nicht nur die Nahmen der berühmten Meister, von welchen sie verfertigt wurden, sonder» auch die Gemählde selbst, ziehen den kunstverständigen Zuschauer aufs stärkste an sich. Bog dem westlichen Ende des Berges, auf welchem SanSsouci steht, kann man hinunter in das vormahlige Oran- geriehaus gehen, vor dessen Pfeilern 26 Bildsäulen von italienischem Marmor stehen, und in welchem sieben Zimmer, zwey Säle, und zwey Gallerten befindlich sind. Auch in diesem neuen Bau ist so viel Geschmack, Schönheit, Kostbarkeit und Abwechselung äuge. bracht, daß man sich nicht satt daran sehen kann; besonders ist in der Mitte 95 der Gebäudes ein außerordentlich schö, ner und reihender Saal von weißem schlesischem Marmor und rothem schlest- schem Achat, an dessen Wänden in sechs rorhen Feldern 28 alte marmorne Köpfe von griechischer und römischer Arbeit aus Consolen stehen, z» welche« noch 2 andere über den beyden Thüren kommen. Bon hier aus kommt man in den überaus angenehmen Lustwalb, welcher diesen Nahmen in einem hohen Grade verdient. Er ist zwar nicht groß, denn er ist nur eine kleine halbe Stunde lang; aber er vereinigt außer den prächtigen Gebäuden und einer beträchtlichen Anzahl Slatüen und Vasen viele natürliche und künstliche Schönheiten. Mitten durch denselben führt ein gerader Hauptgang, welcher in einer Linie mit den drey Wasserbecken in den Garten unter Sanssouci fort läuft,»ab mitten auf das neue Schloß stößt. Dieses ist jetzt das neueste, schönste und prächtigste unter allen königliche» und kaiserlichen Lustgebäudcn in ganz Europa, und würde» wenn es entweder anf einer natürliche» oder künstlichen Höhe läge,»och viel besser i» die Augen fallen. Den kanel- lirten korinthischen Pilastern, welche aufWürfeln stehen, und bis an das Dach reichen, hat man die Farbe gelber Qua- berstücke, und den Mauern die Farbe rother Ziegelsteine gegeben, welches eine» außerordentlichen Anblick verursacht. Ein großes Thor und stchrbarr Treppen sucht man vergebens; denn das ganze Gebäude hat keine anderen als Fensterthüren, welche mit den übrigen Fenstern einerley Gestalt haben, und die Treppen find versteckt. Das ganze Gebäude hat eine Kuppel, wie die alten Tempel, auf welcher drey Grazien von übernatürlicher Größe auf ihren K». pfcn und mir umschlossenen Armen eine königliche Krone halten. Alles dieses bestehet ans stark vergoldetem Kupfer. y6 Sanssouci Außer den untersten Zimmern auf ebener Erde hat das Hauptgebäude mit seinen großen Flügeln zwey Stockwerke, und in der Mitte des Hauptgebäudes auf seinen beyden Seite» einen Vor- sprung, auf dessen Vordergiebel zwey Bildsäulen, 4 große und 4 kleine Gruppen stehen; in jede» Vordergiebel aber find Geschichten in halberhabener Ar. hkit gehauen. Die Fenster des obersten Stockwerkes sind eyförmig, und haben geflügelte Engelköpfe zu Schlußsteinen. Ueber den Fenstern der untersten und mittlern Zimmer eines jeden Vorsprungs zeigen sich Köpfe alter Philosophen, und über den übrigen Fenstern der untern Zimmer andere alle Köpfe als Schlußsteine. Ueberhaupt hat jede Seite deS Hauptgebäudes und seiner großen Flügel drey Mahl 78 Fenster, und außer 6 Gruppen von Helden, welche zwischen den Fenstern der unterstell Zimmer eines jeden Vorsprungs stehen, und außer den vorhin genannten auf den Vordergiebel-,, zählt man zwischen den untersten Fenstern deS ganzen Haupt« gebäudes und seiner Flügel und auf dem Dachgeläuder 170 steinerne Bildsäulen und 10 Gruppen. Das Gedän. de hat außer den beyden Flügeln noch 2 kleine mit grünen und vergoldeten Kuppeln und Adlern. Diese bestehen nur aus Zimmern auf ebener Erde, und jeder derselben hat 27 Fenster mit jugendliche».Köpfen zu Schlußsteinen; Ueberhaupt erblickt man an diesen bey. den Flüg-'ln unten zwischen den Fen. st. rn L2 Bildsäulen und Gruppen, und oben aus dem Dachgeläuder 64 große Gruppen von Kindern. Die Anzahl der Kopfe, ganzer Figuren und Gruvpen ist also an diesen» Gebäude uugewöhn. lich groß. Das Innere des Gebäudes ist ui.beichreiblich prächtig und kostbar, so daß man gar nichts gespart hat, um alles königlich auSzuziere». Wenn man Ganssouci von der Westseite durch be» innern Hof in das Schloß geht, so tritt man sogleich in einen prächtige» Vorsaal, der ganz aus schlesischcm grauem Marmor besteht, und 4 alte marmorne Bildsäulen enthält. Aus diesem kommt man in einen noch prächtigern Grottensaal, den man gar nicht vermuthet, dessen Fuß. baden von Marmor ist, und der übn« gens mit Muscheln, Mineralien, weißem Marmor und Kindern aeziert ist. Die übrigen Säle, Gasterien^iindZim« mer siud ebenfalls ausnehmend prächtig, uud mit den schätzbarsten Gemählden, Stalüen und Meublcn versehen. Der Westseite des Schlosses gegen über ste. hen zwey so genannte Communen, welche ansehnliche mit Kuppeln, Bildiau. len, Gruppen, und auf andere Weise reichlich gezierte Gebäude sind, undzwi. schen beyden befindet sich eine herrliche Colonnade. AufderDstseite desSchlosseS hat mau eine schöne Aussicht, die zur linken Hand das Beloedere auf einem Berge, welches aus zwey über einander so gebaucten runden Sälen besteht, und ein nach chinesischer Act bemahlter Zhnrm verursachen. Die»4 alten marmornen Bildsäulen, welche auf beyde» Seiten des Huupteinganges zu dem Lustwalde in einem Bogen stehen, helfen den angenehmen Platz vor der Dstftite des neuen Schlosses verherrlichen. Kaum ZS Fuß hinter diesen Bildsäulen stehen zwey Tempel in gleicher Entfernung von dem Hauptgange des Lustwaldes. Der zur linken Hand, wenn man von dem neuen Schlosse kommt, wird gemeinig. lich der Antiquitäteniempel genannt, »ud ist verschlossen, weil er so viele kostbare Alterthümer und Seltenheiten enthält. Inwendig ist er ganz mit schleichen Marmor ausgelegt, und an den Wänden stehen alte marmorne Brust, bilder auf vergoldeten Consolen, unter welchen ein Jupiter, eine Minerva und Saat Santarem Sauten Gantilk ein DitelliuS die schönsten sind. Ueber bei- Thüre des Eingangs steht Kaiser Trojan z» Pferde in alter und schöner halb erhabener Arbeit, und man fin. der hier noch die zehn alte» und schönen marmornen Bildsäulen, welche die Familie des Lykomedes genannt wer» den. Das Allcrwichtigste, was dieser Tempel enthält, besteht in der kostbaren Sammlung aller geschnittener Steine und alter Münzen, welche hier in vier Schiänken von Ccdernhvlz verwahret werden. Diese Sammlung übertrifft alle andern ähnlichen europäischen Sammlungen an Wichtigkeit. Der Tempel der Freundschaft ist klein und offen, besteht aus Marmor, hat zehn geriffelte korinthische Säulen, an welche» griechische Medaillons hangen, und ist dem Andenken der Markgräfinn von Bapreuth, der Schwester Königs Friedrichs II., gewidmet, welche hier in einer mar. warnen fitzenden Bildsäule mit einem Buche und Hunde auf dem Schoße vorgestellt wird. Sank oder Santa, s. Sanct. banlackka, ein großer Ort mit dem Titel eines MarguisatS im Königreiche Cordova in Spanien. Santandtk, ffsnum 8. ein mit M.uerii umgebener Flecke» an ei- nem Meerbusen in der Provinz Bur- goS im Königreiche Altcastilien in Spanien. Er hat einen guten Hafen, den vier feste Casteste beschützen, und ist der Sitz eines Bischofs. - ei» großer Flecken in einer fthonei, von Bergen eingeschlossenen Ebene am Flusse Tajo in der Landschaft Estremadura in Portugal. Er hat die Gestalt eines halben Mondes und alte Mauern, wird durch eine alte Cüa* dllle beschützt, und zählt 8000 Emwoh. ner. Hier gibt es>Z Pta> rk-rche», unter welchen sich eine Collegiaik-rche befindet, die dem Orden von Avis gehört ilV Band.) «>7 eine im Jahre 1/47 gestiftete Made. wie der Geschichte, Alterthümer und Sprache, ein Armenhaus, ein königliches Hospital, 2 andere Hospitäler, und ii MönchS'Uiid s Nonnenklöster. Dieser Ort ist auch der vornehmste ei- neS Distrikts, und der Sitz eines Bischofs. Der Nahme Santarem ist übri- gens aus Santa Herena entstanden, weil sich hier das Grabmahl drr heiligen Irene befindet. Verschiedene Könige, von Portugal haben hier Hof ge, halten, und die oben genannte Ebene bedecket Lissabon, wenn fie durch brave Truppen vertheidigt wird. Sanken oder Zanken, 8alevÄ, Xsn. ttius, eine kleine Stadt nicht weil vom Rhein und 2 Meilen von Wesel im Herzogthumr Eleve im westfälischen Kreise. Hier befindet sich eine katholi- sche Collcgiatkirche, in welcher man ein wuuderihätigeS Marienbild verehret, und der heilige Norbert, Stifter des PrämonstratenserordenS, ist hier geboren worden. Im Jahre i6t4 wurde hier zwiichen Churbrandenburg und Churpfalz ein Vergleich wegen des jü. lichtscheu Succ.ffionsstreits geschloffen. Von hier ausführen schöne Alleen bis nach Wesel. Sankerno, Vsternug, ein Fluß in der Provinz Romagna im Kirchenstaate, welcher im apenninischen Gebirge entspringt, und sich in den Po d'Argen- tea ergießt. Sanlerre, eine Landschaft in der Picar- die in Frankreich, welche zwischen de, Jsle de France und der Provinz Artvis liegt. Santiago, s. bympostella. Sant'llana, ffsnum 8. 7ulianas, der Hanptort des östlichen Theils vom Fü-stenkhuine Asturie» in Spanien, welcher rin Flecken ist, in einem Thg^ le an einem Flusse liegt, und ej„rz, legnttkirche und ein Kloster bar. Er ist N 98 Santiua Gantvliet der Hanptort einer MarqnisatS, welches den Herzogen von Jnfantado gehört. Santina, eine Stadt am schwarzen Meere in Georgien in Asten, welche die Perser den Türken im Jahre 1726 ab. nahmen, und die Besatzung derselben niederhieben. Santorin vder S. Ertni, liiern, eine Insel auf dem mittelländischen oder eandische» Meere, welche den Türken gehört. Sie ist sehr fruchtbar, und ihre vornehmsten Producte sind Gerste Weisen, Wein und Baumwolle. Der hiesige Wein hat die Farbe des rheinischen, und ist stark und geistig, und die Baumwolle wächst hier auf einem Strauche, welcher unserm Johannes, beccstrauche ähnlich ist, und nicht wie auf andern Inseln alle Jahre wieder gepflanzt wirb. Die Einwohner, deren Zahl auf rosoo geschätzt wird, find insgesammt Griechen; ein dritter Theil von ihnen aber ist mit der katholischen Kirche vereinigt,»nd hat einen katholischen Bischof. Ehemahls gab eS auf dieser Insel sieben ansehnliche Städte, deren rS jetzt nur fünf geringe gibt. Sie ist in der Naturgeschichte sehr berühmt, und scheint nichts Anders als ein mit einer fruchtbaren Erdrinde be> deckter Bimsstein zn seyn. Nach dem Berichte der Alten ist sie unter einem heftigen Erdbeben aus dem Meere als ein feuerspeycnder Berg herauf gestiegen, und auf eben diese Weise sind noch vier andere Inseln nahe bey Santorin aus dem Meere, welches hier so tief ist, daß man es mit keinen Bleywurfe ergründen kann, entstanden- Sankvliet, eine kleine Festung und Stadt nahe bey der Scheide im Quartiere von Antwerpen im österreichischen Antheile am^»erzozthume Brabant. Im Jahre 1622 wurde der Anfang mit der Anlrgung derselben im Dorfe gleiches Eaon« Sapienz« Nahmens gemacht, die aber bald nach ihrer Vollendung von den Holländern, im Jahre rü2y wieder von den Spaniern, und im Jahre>705 von den Alliirken eingenommen ward. Der Abt zu S. Michael in Antwerpen ist Herr des Dorfes Sankvliet. Savkie, eine Insel in der Nachbarschaft von Hispaniola oder S. Domingo'in Mittclamerika, welche den Franzosen gehört. Saone,^raris, ein großer Fluß in Frankreich, welcher im vogrstschen Gebirge zwischen Burgund und Lothringen entspringt, und zu Lyon in die Rhone fällt. Saorgio,, Laurßium, ein Städtchen in der eigentlichen Grafschaft Nizza in Italien. Es liegt auf einem hohe» Felsen, an dessen Fuße die Roja stießt, und über demselben liegt ein sehr festes Schloß, welches vom heiligen Georg benannt wird. Am Ufer der Roja hat Herzog Carl Emannel I. einen mühsamen und kostbaren Weg mitten durch die unwegsamsten Felsen anlegen lassen, welcher vorher kaum von Mauleseln betreten werden konnte. Saphat, eine Handelsstadt mit einer jüdischen Akademie im Paschalik Tara« blüs und Said in Syrien in der asiatischen Türkey. Sapiehof, ein Städtchen in der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Sapienze(lc),-sterniiue, drey kleine Inseln auf dem ehemahls so genannteit ionischen Meere in MLrea in Griechenland, welche der Stadt Modo« gegen über liegen, und»nker denen die größte ehemahls Sphscteria hieß. Sie find in der alten Geschichte eines Sieges wegen berühmt, den hier dieAthe« nisnsee über die Lacedemonier erhielten. Das umliegende Meer wird die See von Sapienza genannt. SapiejKsz Gaporsg Gapil'zyszki, ein Städtchen am Flusse N>emen im Herzogthume Schamaite» in Litauen. Seponara, eine kleine Stadt«i« dem Titel einer Grafschaft im Prineipato ei» tra in Neapel. Sapvrogische Kosaken, eine rcpublikani. sch-Naüon im europäischen Rußland, welche ihre» ehemahligen Wohnsitz am untern Dnieper in Kleinrußland hatte. Der Haiipisiß oder die Setscha derselben war ein Sammelplatz von vielen oh. ue Drdnmig zusammen gesetzten schlechten Häusern, um welche man einen Erdwall aufgeworfen hatte. Die beste Befestigung hatte die dasige Citadelle, in welcher eine kleine russische Besatzung unter dem Befehle eines Slaabsofficier« lag,»nd auch eine Kirche stand, die zu dem Kirchfprengel des Erzbischofs von K,ew gehörte. Die Setscha war zu einer beständigen Wohnung unverbeira» theter Leute bestimmt, welche bloß den Krieg ihr Handwerk seyn ließen. Wer sich in den Städten und Dörfern durch unerschrockenen Miuh hervorthun woll. te, der pfleg» sich gewöhnlich drey Iah- re lang in der Setscha aufzuhalten. Dft wurden sieben bis zehn Jahre also zu. gebracht, und hernach kehrten solche Krieger mit Ebre und Gut belohnt nach ihrer Heim«,h zurück. Die Setscha war in Z8 Gegenden oder Theile(Kiicenc) abgetheilt. Alle Kosaben mußten sich zu «iner derselben bekennen,„nd wenn sie in der Setscha waren, darin wohnen, und sich den Gesetzen derselben unterwerfen. Jeder Theil halte seinen Anfüh. rer, welche alle zusammen unter einem gemeinschaftlichen Dberanführer standen. I» der Setscha ward kein Frauen, zimmer geduldet; wer also heirathen wollte, verließ dieselbe, und begab sich enlweder nach den Städten oder Dörfern und rinzelnen Häusern, welche sie an den Flüssen hatten, und blieb daselbst Saphle» Sarahyp 9-, bey seiner Familie, oder rr ging auch zu der Setscha zurück, und konnte sich daselbst, so lange es ihm beliebte, aufhalten. Vor der Setscha befand sich eine Vorstadt, in welcher allerley Krä. mer und Wirthe wohnten. Die saparo» gischen Kosaken nahmen jedermann. der sich zu ihnen begab, von welcher Nation er auch seyn mochte, unter sich auf: ihren größten Zuwachs aber hatten sie von jungen Knaben, die sie aus Klein- rußland und Pohlcn entführten. Sie wurden von den Pohlen wegen ihrer räuberischen Streifeeepen und Einfälle Haidamaken genannt. Einem Kosaken durfte nicht das Geringste entwendet werde»; hingegen Fremde, besonders Feinde zu berauben, ward für ei» verdienst- licheS Werk gehalten. Im Jahre 177F hob die Kaiserinn Catharina II. diesa- porogischen Kosaken durch eine Ukase ganz auf, weil ste sich des Verbrechens der beleidigten Majestät schuldig gemacht hatten, so daß ihre ganze Einrichtung, Setscha und Nahme völlig aufhörte, versetz» sie in andere Gegenden, und bestimmte ihr ehemahliges Land ander» Andauern. Saphier oder Sapphier, ein Edelstein, welcher nach dem Rubin der härteste ist, dessen Farbe sich aber im Feuer verändert. Der hoch- und dunkelblaue ist der seltenste und theuerste. Der Luxsaphier ist ein mit Flecken versehener Saphire. Sappe, ein zunächst aus dem Französischen entlehntes Wort, welches im KeiegSwc sei, einen i„ und durch die Erde gegrabenen Weg, um durch die Contrescar- pr in den Graben der Festung zu kommen, bezeichnet. Daher sappieren oder fappen, rineii solchen Weg graben. Sar, s. Saar. Sarabat, Hermue, ein Fluß in Nato- lien in Asien, der sich bey Smyrna in den dasigen Meerbusen ergieß*. Saraboy, ZnrLbvn, eine kleine Stads N 2 an der nördlichen Küste der Insel Ja- va in Ostindien. Saracenen, auf Arabisch Scharakijmia, das ist, Räuber aus demMorgeulande, eine ehemahlige Nalio» im glücklichen Arabien, deren Wohnsitze sich bis an das steinige Arabien erstreckten. Sie waren anfänglich Christen, folgten aber hernach der Lehre Muhammeds, und waren seine ersten Schüler. Unter des Abubekers Anführung, und den nach. mahligen Califen, eroberten sie einen Theil von Asien, Afrika, Spanien, den südlichen Theil von Italien, die Inseln Sicilien, Sardinien und Candia. Allein im siebenten Jahrhunderte bewach- tigte sich eine scpthische Nation, welche vorher zwischen dem schwarzen und ca- spischen Meer wohnte, und den Nahmen der Türken führte, eines Theils ihrer Länder, und im neunten Jahrhunderte wurde endlich von den Türken, welche die Religion derSaracenen angenommen hatten, und mitthuen gleichsam ein Volk geworden waren, demReiche der Califen ein Ende gemacht. Vor und nach der Vereinigung der Saracenen mit den Türkeir führten beyde Nationen viele Kriege mit den Christen über den Besitz des gelobten Landes, und nahmen den letzter» alles Eroberte wieder ab. Da auch die Türken den größten Theil der Nation ausmachten, so verlosch der Nahme der Saracenen, und der ihrige behielt die Oberhand. Saragossa oder Zaragoza, die Hauptstadt des Königreichs Aragonien in Spanien, welche in einer fruchtbaren Gegend am Flusse Ebro liegt, der diese Gegend schlangenweise durchströmt,und den Boden zu allerley Arten von Früchten tragbar macht, welche hier im Ueber« flusse wachsen. Sie ist der Sitz einer kaiserlichen Audienz, eines Erzdischofs, eines Jnquisttionsgecichts, einer Universität, und einer Ockonomie. und HandlungSschule, wie wohl sie selbst keine Handlung treibt, und enthält ungefähr iFooo Einwohner. Ihr Umfang ist beträchtlich, ihre Bauart schön, und die Straßen sind lang und breit; aber sehr unrein und übel gepflastert. Unter den Straßen ist Calle saula oder Calle del Coffo die schönste und breiteste, und der gewöhnliche Ort der Spazierfahrt vornehmer Leute. Man zahlt hier 14 große und Z kleine Pfarrkirchen, 2Z Mönchs- und iZ Nonnenklöster, und findet hier auch ein reiches Hospital. Die Kathcdralkirche ist ansehnlich, aber unregelmäßig gebauet, und die Colle- gialkirche unser lieben Frauen zum Pfeiler(nuestra Sennora del Pilar) ist die allermcrkwürdigsie; denn sie enthält ein wtinderthätiges Bild, und folglich auch einen große» Schatz. Das hölzerne Bild ist sehr klein; aber fast ganz und gar mit kostbarem Schmucke bedeckt, und steht sehr hoch auf einer Säule von sehe feinem Jaspiß. Die«»gemein große Anzahl silberner Lampen und Wachskerzen, welche in der Capelle, worin es stehet, unaufhörlich brennen, verblenden die Augen wie die Sonne, wenn man das Bild genau betrachten will. Sie werfen über dieß wegen der auf allen Seiten befindlichen Vergoldungen, Edelgeflcinen und goldenen Wandleuchtern einen starken Widerschein von sich, welcher das Gesicht noch mehr verhindert; daher man diases Bild nicht allezeit ansehen kann. Unter den Klöstern ist das FranciScanerkloster seiner schönen Kirche wegen eins der mcrkwür, digsten. Unter dem hiesigen Bischöfe, der jährlich Aoooo Dursten Einkünfte hat, stehen sechs Bischöfe,»nddiehier befindliche Universität ist im Jahre»474 angelegt, und im Jahre 1478 bestätigt worden. Um den Pallast des Jnquist- tionsgerichtS hat Philipp V. eine Cito- belle anlegen lassen. Hier wohnet viel Sarah Adel, und mau findet auch eineBrann- teivkinbrennerey und eine Hutfabrik. Die Phönicier, welche diese Stadt zurrst anlegten, nannten sie Salduda, und die Römer schickten unter dem Kaiser August eine Colonie hierher; daher sie Lasieren^uZ»k» genannt wurde, und der jetzige Nahme aus Verdrehung entstand. Am Jahre 1710 erhielt hier König Carl Hs. eine» wichtigen Sieg über Philipps V. Truppen. Diese Stadt ist der Hauptart eines DistriclS, zu welchem 10L Flecken und Dörfer ge- hören. Ihre Gegend ist sehr angenehm, und sie liefert große und schön gefärbte Trauben in großer Menge. Sarah oder die Wüste, ein weitläuftigeS, größten Theils ebenes, fandichtes und sehr heißes Land zwischen dem atlantischen Meere, Niederäthiopien und Ar- gypten, welches gegen Süden unge. fabr 600 Meilen lang ist, und einen Flächenraum von 60000 Duadrat- tneilen enthält. Nach den neuesten und sichersten Nachrichten gibt es hier kaum drey mäßige Flüsse, die das Land bewässern, und nur iiz den Landschaften Gogden und Hair ist der Boden et- was besser als in den übrigen Distrikten. Man findet hier außer den mit Sand und Steinen angefüllten Wüsten mich Moraste; bessnderS in denjenigen Gegenden, welche gegen Morgen liegen. Es fehlt hier zwar nicht am Ne- gen, welcher vom August an etliche Monathe reichlich fallt; aber der sandige Boden bringt dennoch kaum so vieles Gras hervor, daß das Vieh davon le. bei, kann. An Brunnen fehlt cS fast im ganz ,» Lande, und die vorhandenen werden oft mit Sande bedeckt. Wenn es den Reisenden unter Weges an Was- ser fehlt, so schlachten sie wohl ei» Ka. Mehl, um ihren Durst mit dem in dem Eingeweide dieses Thiers befindlichen Wasser zu löschen. Löwen, Leoparden, Saraj» Satanöer ror Kamehle, Affen, Rehe, Schafe, Zie. gen und Strauße werden hier in grs. ßer Menge angetroffen, und an Schlangen und Scorpionen fehlte es auch nicht. Die Mufchrecken thun hier zwar öfter» erschrecklichen Schaden, und fressen alle-Grüne auf, welches sie finden; aber die Einwohner verzehre» die Heuschre- cken zur Vergeltung wieder. Die vornehmsten Reichthümer und HandclSpr,- ducte derselben bestehen in Goldstaub, Gummi, Häuten, Steinsalz, Honig, Wachs und Strausfedern, und auch mit Sclaven wird ein starker Handel getrieben. Ucberhaupt stndhier die Viehzucht und der Tauschhandel Hauptiiah- rungSzweige. Die hiesigen Einwohner bestehen aus Arabern, Mauren oder Mohren und Kabyle», welche stch zur muhammedanische» Religion bekennen. UebrigenS wird diese- große Land in sieben Distrikte oder Königreiche getheilt, welche Zangaha, Zuenziga, Azara», Gogden, Lerga und Hair, Lempka und Bcrdoa heißen. Sarajo, f. Serajo. Saraisk, eine Stadt am Flusse Dfctr i» der Statthalterschaft Rjafa.. im euro. paischen Rußland. Sie führte ehemahls den Nahm«n von dem heiligen NicolauS, dessen Bild hier als wunderthätig verehret wird. Der innere Theil der Stadt ist mit steinernen Mauern umgeben, und man zählt hier Z hölzerne Kirchen, und 617 Wohnhäuser. Sarandcr oder Zarander Gespanschafk, eine Landschaft in Obcrungarn, welche von Siebcnbirgcn gegen die ThciS gerechnet eine Länge von n Meilen hat; ihre Breite aber beträgt nicht über 4 Meilen. Sie wird von Ungarn und Walachei, bewohnt, enthält 4 Districte, hak ihren Nahmen von der ehemahlige» Stadt Sarand oder Zarand, welche jetzt nur ein Flecken ist, und wird von den bepdrn Flüssen Körösch bewässert. Gasüns.r Sarea Lie die Einwohner mit mancherley Fi. schen versehen, und Goldsand bey sich sichren. Garcuisk, eine Stadt an einem Flusse, der in den Alakyr fällt, in HW Statt, halterschast Kasan im asiatische» Rußland. Gararvtv, eine der besten Städte an der Wolga in der Statthalterschaft Sara- tow im asiatischen Rußland. Sie liegt längs einem steilen Ufer am Fuße hoher . Berge, wird durch eine tiefe Kluft getheilt, wie auch durch einen alten Wall in die Sradt und Vorstadt unterschieben, und enthält gute Fabriken. Der niedere Theil der Stadt liegt meisten Theils in der Ebene, und bat breite und regelmäßige Straßen. Die benachbarten neuen deutschen Colonieörter, deren man i»4 zählt, und unter welchen die Colonie der vereinigten evangelischen Bruder, Nahmens Sarepta, am Flusse Sarepta, am bekanntesten ist, haben der Stadt aufgeholfen. Im Jahre 1774 brannte sie ganz ab, und einige Monathe hernach ward sie von dem Anhange des Rebellen Pugatschcw sehr mitgenommen. Saravezza, ein großer Ort am Flusse Rimagno im Großherzogtbume Tosca- na, welcher ehemahls mit Mauern umgeben war. Jenseit des eben genannten Flusses steht ein großhcrzoglicher Pal- last, den CoSmuS I. erbauen ließ. Sarblingstei», ei» Markt lind Schloß im Machlandkreise im Lande ob der EnS in Oesterreich, welche dem Stifte Wald- hausen gehöre». Sarbrück, s. Saarbrnck. Sarra, ein Fluß in der gcfürsteten Graf- schaft Tyrol, welcher im Gebirge Campn entspringt, das Thal Randcna, Ju- ditiarien und dir Grafschaft Arco durch, strömt, und sich bey Tarbole in den Gardsee ergießt. Bey Peschiera kommt ,r unter dem Nahmen Mlncio wieder Sarsedar Sardinien heraus, fließt nach Mantua, und endlich in den P». SarccdsZ, Kusibricss, eine Stadt mit einem Eastslle und großen Hafen im Königreiche Algier in der afrikanisches Barbaren. Sard, s. Sardes. Sardsm, s. Zaandam. Sardeile, eine Art kleiner Heringe, wel. che im inittelläudischen Meere, besonders in der Gegend der Insel Sardinien sehr häufig gefangen und rinze- falzcn zu uns gebracht werden. Beson- Hers bekommen diejenigen diese» Nahmen, welche aus Italien zu uns kommen, dagegen die noch kleinern, welche aus Frankreich und Portugal gebracht werden, gemeiniglich Anichoven heißen. Geräucherte Sardellen sind unter de« Nahmen der Sprotte» bekannt. SardeS, beut zn Tage Saed, vor Al- ters die Hauptstadt des Königreichs Ly- dien, in Kleinasten, und die Residenz des reichen Crösus, welche aber jetzt rin schlechtes Dorf in Anadoli in der asiatischen Türk. y ist. Sie l.ezt am Fuße des Bergs Bozdag, und an einem Flusse, der vor Alters Pacwlur hieß. Diebe»« tige» Einwohner sind geringe Türken, und eben so arme Griechen, welche die Viebzucht treiben. Hier ist eine bcque- me Caravansercy. weil die Caravanen von Smyrna nach Aleppo und Persicn hier durch gehen. Von der alten Stadt sieht man noch schöne Ueberreste. Sardica, s. Sophia. Sardinien, 8ar6inis, eine der größten Inseln der mittelländischen Meers, die zu Italien gerechnet, und durch die Meerenge Bonifacio gegen Norden von der Insel Corsica getrennt wird, und den Titel eines Königreichs führt. Sie ist ungefähr 4z deutsche Meile» lang, 2» breit, und enthält 4^0 Ouadrat- meilen. Sie ist zwar an Getreide, Wein, Oehl, und Oran»efrüchte„ sehr frucht- Sarepks bar, hat auch starke Viehzucht, aber wegen der vielen Moräste, und da die hohen Berge den Nordwind hindern, sehr ungesunde Lust; daher ste auch bey den Römern ein Vcrbannuiigsort war. Hier gibt es keine Bare», keine Wölfe, keine Marder, keine Iltisse und keine Maulwürfe; ja selbst die Ratten sindselten. Die viersüßigen Thiere find hier nicht groß, aber von vielerley Art. Unter die seltensten gehört der Mufflone, welcher eine Art von Schafen ist. Die Berge enthalten verschiedene Metalle, Schwefel, Alaun und Salz; auch wird an den Küsten ein starker Korallen-und Fischfang getrieben. Die Kirche» und Klöster sind auf dieser Insel zahlreich, und ihre Einkünfte betrage» jährlich gegen LLoooo Piasters. Es gehören noch viele kleine Inseln z» Sardinien, davon aber nur 8 bewohnt sind. Bis zum Jahre 1708 war Sardinien ein Theil der spanischen Monarchie, in welchem die Insel von dem engländischei! Admiral Lcake für den König Carl III., nachmahligen Kai- ser, erobert, und demselben im Utrech- ter Frieden zuerkannt wurde Im Iah, ee 1717 wurde sie von den Spaniern weggenommen, im Jahre 171p aber von dem Kaiser Carl VI. dem Herzoge von Savoyen, nebst dem königlichen Titel, gegen Abtretung von Gicilien überlassen. Dieses Königreich, in des. sen Besitz das HauS Savsyen im Jahre ,72« gesetzt wurde, wird durch einen Dicckönig regiert, und in 2 Haupt- «heile, nähmlich in Capo di Cagliari, und Capo bi Logodori, oder di Sassa- ri, eingetheilt, und soll, nach Abzug der Unkosten, nicht viel über 100000 Livres eintragen. Siehe Savoyen. Garepka, vor Alters eine Stadt im gc. lobte» Lande, nicht weit von Sidon, km Gebiethe des Stamms, Assnr, an »sr Küste dr« mittelländische» Meers. Sarept« Sargass-.a- Hier gab der Prophet Elias dem vrr. storbenen Sohne einer Wittwe wieder das Leben. Jetzt heißt dieser OrkSar- phan, und ist ein bloßes Dorf, welches aber schöne Oehl-und Frucht- garten hat. Sarepta, s. Saralow. Sargans, eine Landvogtey in der Schweiz, welche am Rhein liegt, und von Graubinden, dem Canloa Glarus, und den Landschaften Basier, Tozgenburg und Werdender,; umgeben wird. Sie ist sehr bergicht, aber reich an Weide und Viehzucht, und in den Thälern gibt es auch einige» Getreidebau nnb gutrs Dbst. Man findet h er auch in dem Berge Gunze» ein dreyfaches Erz, aus welche!«, wenn es zusammen gcfchmol. zen wird, unmittelbar ein wahrer Stahl entstehet, und zu Pfeffers ist ein be> rühmkes warmes Lad. Das ganze Land enthält 2 Städte, il Pfarren, und ungefähr ii bis 12000 evangelische und katholische Einwohner. Sargans war vor Alters eine Grafschaft, die ihre eigenen Grafen hatte, von wel. che» fie an die Grafen von Werdender) kam, welche ste im Jahre 178z an dir sieben alten Orte der Eidgenossenschaft verkauften, die im Jahre 17,2 den Canton Bern in die Mitregierung de< Landes aufnahmen. Dies« acht Can- tonS setzen wechselswcise alle zwey Jahre einen Landvogt hierher. Die Hauptstadt des Landes heißt ebenfalls Sargans, Ssrune^auoum, ist klein, liegt nahe beym Rhein, und enthält ein Schloß, auf welchem der Landvogt seinen Sitz hat. Sargassy, der Nahme eines Theils des atlantischen Meeres, zwischen den Inseln des grünen Vorgebirges, den Ka- narieninseln, und den Küsten von Afrika Es bat seinen Nahmen von dem Krau. tk Sargasso, welches auf demselben Sarlat Saros ioi Sarguem häufig wächst, daß e« die Schifffahrt verhindert. Sarguemines»derGuemunde, eine klei. ne Stadt im Herzogihume Lothringen in Frankreich. Sie liegt an der Saar, welche hier die Blise aufnimmt, und war ehemahls befestigt. Sarigiole, eine geringe Stadt in Makedonien in Griechenland. Sarinnena, ein mit Mauern umgebener Flecken am Flusse Alcanadre im Königreiche Aragonie» in Spanien, welcher eine Pfarrkirche und Z Klöster enthält. Sark oderSklsse, Lnrgia, eine englän- dische Insel zwischen den Inseln Jer- sey nnd Guernfty auf dem britannischen Meere, welche zu Hampsbire gehört. Sie ist zwey engländische Meile» groß, hat eine hohe Lage, und trägt gutes Getreide. Auf derselben gibt es ungefähr Zoo Einwohner, die eine Gemeinde ausmachen. Nicht weit»on hier liegt «ine unbewohnte Insel, Nahmens Je- thow, aus welcher der Gouverneur von Guernsey einen Thiergarten bat. Sar-Keresztur» ein großer Flecken in einer fruchtbaren Gegend in der Stuhl, wrissenbnrger Sesxannschaft in Nieder- ungarn, welcher noch immer an Größe zunimmt. Sarlat, eine in der Tiefe zwischen Berge» am Fiüßchcn Sarlat liegende schlecht gebauete und armselige Siadr in Un. terperigord in Guyenne in Frankreich, welche aber doch der Sitz eines Bis- Ihums ist, und für die zweyte Stadt des Landes Perigord gehalten wird. Der hiesige Bischof, welcher unter dem E-zbischofe von Bourdeaux steht, bat kinen Kirchsprengel von ungefähr 2LO Pfarren, und ward am römischen Hofe auf 742 Gulden taxirt. Sarlat war auch ein Verlheidigungsort der Refor- inirten, und ward daher im 16ten Jahr- Hunderte zwey Mahl, und im Jahr« Sarmatien 16^2 abermahls belagert. Uebrigens » wird hier mit Nnßöhl Handel getrieben, und ma» sangt auch in der hiesigen Gegend schöne Forellen. Sarmakien, vor Alters eine große Landschaft, deren Einwohner»on den Griechen Saursmaten genannt wurden. Man theilte Sarmalicn in das europäische und das asiatische. Erster-s begriff einen Theil der Moldau, den Theil Ungarns, der zwischen der Donau und TheiS liegt, ganz Pohlen, das europäische Rußland, und die erimmische Tarta« rry, und erstreckte sich also von der Donau bis an den Ausfluß des Oby, und an das Eismeer. Letzteres biiigeaen begriff alle die Länder, welche zwischen dem Don und der Wolga, am caspi- schen Meere hin, lagen, und erstreckte sich bis an die russische Tartarey. Sarnen, der Hauplfiecken im Thale ob dem Walde lni Canton Unterwaldcn in der Schweiz. Er liegt am Flusse Aa, und hat ein Franenklofler Venedtcliner- vrdcns, Nahmens S. Andrä. Das ehemahlige starke Schloß ist zerstört. Von diesem Flecken hat ein angrenzcndr» See den Nahmen. Sarno, Lsrnus, eine Stadt mit dem Titel einer Grafschaft im Principato eitra in Neapel. Sie ist der Sitz eines Bischofs, der unter dem Erzdischofe von Salerno steht, und hat eine Ka- thedralkirche, eine Collegiarkirche, L Klöster, und ein altes Schloß, Sarno. ein kleiner Flnß in Neapel, der bey der Stadt Sarno entspringt, und sich, nachdem er den Nahmen Scafati augenomMen hat, in den Golfo di Na- poli ergießt. Sarnowa, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Pose» in GroKpvhle». Saros, Scharosch, laurolium, ein wohl bewohnter Marktflecken mit einem Schlosse am Flusse Tariiza in der Scha- rsfcher Gespanfchaft in Ddecungarn. Sarranr Gartr Sa« Nicht weit von demselben gibt e- zwey tödtlichr Quellen. Sarrancollin, ein Städtchen in Arnia- gnac in Gascognr in Frankreich, bey welchem schöner Marmor gebrachen wird, und auch eine gut« Glashütte befindlich ist. Garioparilla, im gemeinen Leben Saffa- parille, eine Act der Stechwinde mit einem dornigen eckigen Stamme, wel- che so wohl im mittägigen als nördliche» Amerika einheimisch ist, und deren mehlige bittere Wurzel in der Medicin gebraucht wird. Sarsche, eine Art wolligen Gewebe-, wo die wollenen Fäden zuweilen mit leinenen, zuweilen auch mit seidenen vermischt werden. Sarfiua, Lulsina Lobium, ein Städtchen am Flusse Savio in der Landschaft Siomagna im Kirchenstaate, wel. cheS der Sitz eine- Bischofs ist, der unter dem Erzbische von Raveuna steht, und ehemahls eine Zeit lang der Familie Malatesta und den Veneiianern gehörte. Außer der Kaihedralkirche ist hier keine andere Kirche und kein Kloster. Hier ist Plant»- geboren worden. Sarskoesel», ein prächtige- kaiserliches russisches Lustschloß, viertehalb drutsche Meile» von Petersburg, w» die vergoldeten äußern Gesimse und Verzierungen, die herrliche Psradrtreppe, der Saal mit Spiegelwänden, die Copelle, die Porzellan- und Bernstcinzimmrr, die Eremitage mit ihre» Staiüen und Vasen, sehen-würdia sind. Sarstedte, ein Städtchen und Paß an dem Flusse Innerste, im Amte Ruhte, im HochstifreHildeSbeim, anderihald Mei, lcn von der Stadt Hildesheim gegen Nordwcsten. Hier befindet sich ein adeliges Tut der Freyherren von Weich-. Sarte, ein Fluß in Frankreich, welcher in der Landschaft Pcrche enrsr ringt, und sich oberhalb AngreS in den Fluß (IV. Band.) Mayenae ergießt, mit welchem er bald darauf in die Loire fällt. Sattene, ein Städtchen, und der Haupt- ort einer Landschaft auf der Insel Cor- sica in Italien- Sarter, ein nur im Schiffsbaue üblk. cheS Wort,wo das Modell eine- Schis, fe«, der schriftliche Entwurf dazu, die ganze Bauart, und da- ganze Verhältniß aller Theile gegen einander, der Sarter genannt wird. Sarvar, ein adeliger Marktflecken am Flusse Raab in der Eisenburger Ge» spanschaft in Nirderungarn, welcher ei» alte- Schloß hat, da- mit Mauern und Graben umgebe» ist. Sarzaua, 8erZionL, eine Stadt am Flusse Magra im Gebiethe der Republik Genua in Italien. Sie hat ei» nahe gelegenes festes Betgschloß, wel. ches Sarzanello genannt wird, und ist der Sitz eines Bisthiims, welches ehe- mahlr zu Luna war, und unter dem Erzbischvfe von Florenz stehet. Diese Stadt haben die Genueser von dem Herzoge von Toscana, CosmuS I., gegen Livvrno eingetauscht. Sarzedas, ein Flecken mit einem guten Schlosse und dem Titel einer Grafschaft am Flusse Craso im portugiesischen Estrc- maduru der Stadt Castelbranco gegen über. Sas vun Gent, eine kleine Stadt und starke Festung an einem Busen der We- sterschelde im Amte Affcnede im holländischen Antheile an Flandern. Sie hat den Nahmen von einer Schleuste(Sas) bekommen, welche hier die Einwohner der Stadt Gent mit Bewilligung Königs Philipp H-anlegten,»m das Wase ftr des Canals Liese, welchen sie zwischen Gent und diesem Ocie anaclegt harte», der aber jetzt undronchbar ist, auszuhalten. Als die niederländischen Unruhen anginae», erbaveren hier die Einwohner v»a Gent ein Fort, wel« Q ro6 Sasow Sa tagan Saftiago ches eine Vormauer für ihre Stadt sey» sollte, und dessen sich die Spanier im Jahre ,L«Z bemächtigten, welches aber im Jahre>044 für die Gcneralstaaten rroberi ward. Die Stadt hat ungefähr Le o Hauste. Etwa eine Viertelstunde von derselben liegt die Schanze S. An. eoni, welche die Schleuffe bedecket. Die Stadt wurde in den J.hren 1747 und 1794 von den Franzosen erobert. Sasow, eine offene Stadt im Lemberger Kreise im Königreiche Galizien. Sassaftaß, das lockere und schwammige Holz des Sassafraßbaumes und seiner Wurzel, welches eine rothe und gelb« graue Farbe, einen starken angenehmen und gewürzhaften Geruch hat, und in der Medicin gebraucht wird. DerSaf- fafraßbaum ist eine Art des Lorber- hanmS, welche drevlappigc ungetheilte Blätter bat, in Virginien, Carolina «nd Florida einheimisch ist, und dessen ausländischer Nahme mit dem Holze selbst aus Amerika stammt. Sassari, eine Stadt nicht weit vom Meere am Flusse Torres, und die Haupt, stadt des Cap» di Logodori in Sardinien. Sie hat einen ziemlichen Umfang, «nd ist der Sitz einer königlichen Gu- Sernation und eines Erzbjschofs; auch muß hier der Unterkönig von Sardinien jährlich 6 Monathe lang wohnen. Un- rer dem Erzbischofe, welcher sich von TorreS benennt, stehen 4 Bischöfe, und in und bey der Stadt gibt es dreyzeh» Manns- und drey Nonnenklöster. Der hiesige Springbrunnen, Nahmens Ro- sello, ist bey Sardinien sehr berühmt. Gassendorp, ein Set in der Grafschaft Mkrk in Westphalen, welcher eine Salz. siederey hat. Saffuolo, Ssxulum, ein Flecken und Lustschloß des Herzogs von Modenaan her Secchla, ro Meilen von der Stadt Modena. Safttag» oder Sastag», ein Flecke» am Ssthmarer Flusse Ebro im Königreiche Aragonien i» Spanien, welcher den Ti-e! einer Grafschaft hat, und dem Hause Cor. dova gehört. Satagan, Chatigan, eine Stadt bey« Ausflüsse des Ganges im Kö ligrciche Bengalen in Ostindien. Sie ist ein ichä- ner Ort, welcher mir allen Sachen reichlich versehen ist. Satalia,, eine Stadt an der Kü. stevsn Caramanien in Nakoiie» in Asien. Sie ist eine der festesten Städte des türkischen Reichs, und der Sitz eines griechischen Eizbischofs. Im Sommer begeben sich die Einwohner der großei- Hitze wegen auf die Gebirge. In der hiestgen Gegend gibt es viele C-rrsnen- und Orangenbäume und auch e, e Menge Swrax. Der Hafen, aus w l hem mit dem schönsten Wachse„ach Mar. seille in Frankreich gehandelt wird, iß nur für kleine Schiffe brauchbar. Satan,«in Städtchen in der Woiwsb« schuft Wilno im eigentlichen Litauen. Sakanow, eine kleine Stadt in der Woi« wobschaft tpodol in Kleinpohlen. ^atcama, ein Königreich nebst einer Stadt gleich.-- Nahmens auf der Insel Timo, in Japan. Sakiöfaclion, die Genugthuung, Vergütung des gethanen Schadens. Sakhmarer Gcspanfchafl, eine Landschaft i» Oberungarn, welche ziemlich weit. laustig ist, indem sie in der Länge bis 16, in der Breite aber an mancheii Orten auch»2 Meilen bat. Ihren Nah. nie» hat sie von der königliche« Frry- stadt Szathmar erhalten. Der größte Theil derselbe» ist flach, aber Wege» der vielen Sandselder eben nicht die fruchtbarste. Doch kommt allerley Ge. treibe, besonders aber der Mais, ober das türkische-Korn hier überaus gut fort. An allerhand Baui». und Gartrusrüch. tea hat sie keinen Mangel; die Viehzucht aber wird ehe» nicht stark getric» EzarhAür Satin Sau -rn. Desto stärker aber legt sich ein Theil der Einwohner auf den Weinbau, der hier vortrefflich geräth. Der größte Theil der Berge und Hügel ist mit Neben bepflanzt, und mit starken Wäldern versehen, die allerhand Wildbret nähren. Die meisten dieser Gebirge sind sehr reich an allerley Erzen; wie denn so wohl Gold, als Silber, nebst Ku, xfer, Zinnober, Antimonium, Schwefel u. s. f. gewonnen wird. Die Flüsse, welche diese Gespanschaft bewässern, sind ziemlich fischreich; besonders aber werden in der Samosch eine Menge Fische gefangen, die den Heringen ähnlich sind aber ohne das Seesalz eben nicht den besten Geschmack haben. Ue« briqens wird ste von Ungarn, Walachei,, Rüsten, Slawen und einigen Deutsche» bewohnt. Die Würde eines Ober- gespan» gehört der gräflichen karolyischea Familie erblich. Die königliche Freystadt Szalhmar Neniechi, oder Sathmqr, 82-uümsrium- Istemetki, liege auf einer Znsel, welche der Samosch macht, und an einem Arme des eben genanuken Flusses. Sie ist s» wohl durch die Na. tue als Kunst zu einer ziemlich erheblichen Festung geworden, welche in den innerlichen Unruhen den tapfersten Widerstand leistete zu Ansauge dieses Jahrhunderts aber durch die Mßvergnng- ten gänzlich zu Grunde gerichi.t wurde. Diese Stadt besteht eigen»! ch auS zwey Städten, nähmlich aus Sza>h>nar und Nemetin, welche der F, ß Sa- nwsch ehemahls treniue, die aber im Jahre 171z vereinigt, und zu einer königlichen Feevstad! erhoben wurde. Die Einwohner treiben die Handlung, den Acker- und W inbau. Zm Zähre »646 hielten hier die Reformirren eine AaiionaUynvdc. U' brigens>'l dieser Ort Vegeä des Friedens väm Z bre 1/ i, der den takvy schon Uitrühen ki» Ende tuachir, merkwürdig. Satin, ber Nahme einer Art Halbseide, ner Zeuge, welcher aus dem Franzöfl. sehen und Italienischen herstammt. Kaknano, s. Ascoli dl Satnario. Saturnalien, bey den Alten, und besonders bey deu Römern, ein gewisses Fest, welches vom cyken bis Lüsten December kauerte. Während demselben erlaubte man deu Knechten und Leibeigenen, sich nach ihrer Art lustig zu machen, und Lieselben saßen mit ihren Herren zu Ti sche, um das Andenken derjenigen goldenen Zelt zn scpern, welche Saturn mit nach Italien gebracht haben soll, ba kein Unterschied der Stände, und alles gemein unter den Menschen war. Satyr, in der Mythologie der Griechen und Römer ein Nahme der Waidgötter, welche die Wälder und Berge bewohnten, und mit Hörnern und Bocksfüßen abgebildet wurden. Figürlich pflegten einige Neuere diejenigen Thiere, welche in einigen äußern Theilen dem Menschen ähnlich sind, Satyren zu nennen, wo. hin die Affen und Meerkatzen gehören. Satyre, ein zunächst aus dem Französischen entlehntes Wort, welches ein Gedicht, und in weiterer Bedeutung eine Schrift oder Rede bezeichnet, worin bte Thorheiten und Laster lächerlich gemacht, oder ver poltet werden. Die Satyre Macht Thorheiten und Laster lächerlich, das Pasquill aber Per. fönen: jene setzt Wahrheiten voraus; dieses Verleumdung. Satzig, ein Amt und kleiner Flecken mit einem alten Schlosse im Kreise gleiches Nahmens in Hinterpowmern. Sau, 8uvus, ein schiffbarer und«»gemein schneller Strom, welcher bey drm Dorfe R.ilschuch zwischen Cranau un- Weißeiifels 1» Oberkrain entchringt, viele und große Fische bey sich führt, ganz Kcain, Croalien, Setavonien, Bosnien und Servien durchströmt, nah L>, SaumtL» SLuve ioZ SaoHre Sänlt sich bey Semlin oberhalb Belgrad mit -er Donau vermischte. Saubre, Lecker», eil! kleiner Fluß in Frankreich, welcher in der Landschaft Berry entspringt, und sich in den Fluß Eher ergießt. Sauerbriinn oder Liebenstein, ein Flecken mit einem eingegangenen Schlosse im sachsenmeinungenschen Antheile am FürflenthnmeCoburg im obersächsischen Kreise, welcher von einem guten Sauerbrunnen den Nahmen hat. Sanerland, s. Westphalen. Saukenscher See, ein See im Herzog, thumr Semgallea, welcher2 Meilen lang und über ein« halbe Meile breit ist. Er enthält sehr viele Fische, und soll durch einen Erdfall entstanden seyn, bey welchem alle an diesem Orte entstandenen Wohnungen mit versunken, welcher theils dadurch wahrscheinlich wird, weil man zuweilen mit den Netzen Uebcrrc- sts von den Häusern herauszieht, theils durch die Ecdfälle, die man bey Bir- sen antrifft. Saulieu, Leckelocus, Leckslaueum, eine kleine Stadt auf einer Höhe in der Landschaft Auxois in Bourgogne in Frankreich. Sie hat F Vorstädte, welche volkreicher sind, als die Stadt selbst, und enthält eine Collegiatkirche, eine Pfarrkirche, ein Collegium und einige aufgehobene Klöster. Bis zur Revolution gehörte diese Stadt dem Bischöfe von Autnn. Gault, Lsltus, ein Thal und Flecken gleiches Nahmens in der Oberprovence in Frankreich, welche im Jahre iL62 zu einer Grafschaft gemacht würd«,. Dieses Thal hat den Nahmen von sei. neu vielen und guten Holzungen, in welchen viele Glashütten angelegt sind, und enthält außer dem Flecken noch 6 andere Gemeinden. Sault, eine kleine Landschaft in Uuter- kanguedoc in Frankreich, deren Hair-t» »rt der Flecke» Escouloubre ist. Gaumtau, auf den Schiffen diejenige» Laue, mit weichen die Segeltücher, Hängematten u. s. f. am Rande ringe, faßt werden. Saumur, eine Landschaft«der ehemahliges Gouvernement in Frankreich, welche ein Stück von Anjou und von Ober- poitvu begreift, und gegen Norden und Nordwestei» an Anjou, gegen Weste», Süden und Südosten an Poitou, und gegen Osten an Touraine grenzt. Sie ist 12 französische Meilen lang und 7 breit, und die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Saumur, Latmurium, liegt in einer schöne« Ebene an der Loire, hak ei» altes Schloß und Z Pfarrkirchen, und zablke über dieß bis zur Revolution y Klöster und ein köuiglicheS Collegium. Diese Stadt besteht aus drey Theile», von welchen jeder feine besondern Mauern,»lud meistens mit Schiefer gedeckte Häuser hat. Vor der Widerrufunz des Edikts von Nantes war ste viel ansehnlicher, und die Reformirten besaßen hier eine schöne Kirche und eine berühmte Akademie, weiche letztere viele Ausländer hierher zag. Nahe bey der Stadt liegt eine ehemahlige Benedieli- nerabtey von derLongregalion S.Maur. Saura oder Soura, eine kleine aber gute Handelsstadt in der Provinz Lara- manien in Natolicn in der asiatische» Türkey. Sie ist wohl gebauei, tust ziemlich volkreich. Saurüffel, s. Spilberg. Sausenberg, eine Landgrafschaft mit einem alten Bergschloffe zwischen dem Breisgau und dem Rhein im schwäbischen Krise, welche dem Markgrafen von Baadcn gehört. Sie ist zwar klein, hat aber guten Getreidebau, Wein- wachs, Holzungen und Viehzucht. Das ganze Land ist bergicht,-und enthält vor« trefflichesSisenerz, und sehr schöneAgatr. Sauvc, 8a1v», eine kleine Stadt i» d«c Landschaft Alais in UnrerlaiPuedoe>» Sauset Savoyen 10^ Gaverne Fcankreich, welch- bis zur Revolution eine Benedictinerabtey hatte. Sauveterre, ein Städtchen auf einer Höhe am Gave d'Oleron in der Land- schaft Bear» in Frankreich. Sauveterre/ eine kleine Stadt am Flusse Aveiron in der Landschaft Rouergue in Guyenne in Frankreich. Sauvekerre, ein Städtchen in der Land- fchastBazadeis inGuyenne in Frankreich. SauMugeS, eine kleine Stadt in der Landschaft Montpenster in Untcrauver- gne in Frankreich, welche dir zur Revo- lution ein Benedietinerpriorat hatte. Savannah, die Hauptstadt der Provinz Georgien in den nordamkrikanischen Freystaatcn. Sie liegt aufeincm Sand- hügel am Ufer des SavannahflusscS, ist im Jahre 17ZZ mit regelmäßigen Straßen und Häusern erbauet, und in 4 Quartiere getheilt worden, und ihre Einwohner find größten Theils Engländer und Deutsche. Savaropoli oder Jsgaur, 8ebatioxo- Ua, ein schlecht gcbaneter Qrt am schwarzen Meere im Fürstenihume Min. grelien in Georgien in Asten, welcher zu einem Landungsplätze für Handelsschiffe dient. Savedy, eine der vornehmsten Städte im Staate derBomancn auf der Halb» insel jenseit des Ganges in Ostindien. Saverdun, eine von den vier vornehmsten Städten der Landschaft Foix in Frankreich, welche an steh klein ist, und am Flusse Arriege liegt. Sie wurde ehemahls für den festesten Platz im Lande gehalten. Die untere Stadt, welche auch eine Vorstadt hat, ist besser und bewohnter, als die obere. Savttne oder Severn, SsbrillQ, einer der vornehmsten Flüsse in England, welcher in der Landschaft Montgomcrs entspringt, und durch feinen Ausfluß den Meerbusen Savernc macht, der «in Stück desCanals vonBristol ist. Savigl ian» Savigliano, eine Stadt auf einer Ebene zwischen den Flüssen Maira und Gra- na im Fürstenihume Carignan in Pie- monr, welche ehemahls eine Festung war, deren Festungswerke aber im Jahre 1706 von den Franzosen verwüstet wurde». Savio, s. Albs. Savona, 8adnt°t, 8Äb-rtrL, eine ziemlich große, angenehme, wohl gebauete und feste Stadt am ligusiischen Meere im genueflschca Gebiethe, welche nach Genua die beste Stadt der N-publik ist, und außer ihrer eigenen Befestigung noch durch eine auf einem hohen Fel. sen gelegene Citadelle beschützt wird» Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischof« von Mailand steht, und enthält außer der Kathedral- kirche Z Pfarrkirchen, iZMvnchs.und 4 Nonnenklöster, einige weitläuftige Hospitäler, und über-guooo Eimvoh. „er. Den hiesige» Hafen hat die Republik guten Theils ausfüllen lassen, damit sich die Handlung von Gen»« nicht hierher ziehen möchte, so daß er für große Schiffe nicht zugänglich ist. Im Jahre 1727 wollte der Herzog von Savoyrn diesen Ort vermittelst eines heimlichen Verständnisses mit den Bürger» überrumpeln; dieses wurde aber beyzeiten entdeckt, und die Rebellen von der Republik zur Strafe gezogen. Im Jahre 174A avurdc» 16 französische und spanische Fahrzeuge, welche mit Kriegsgeräthe beladen waren, und in dem hiesigen Hafen lagen, von der englandischen Flotte durch Bomben ,» Grund gebohrt. Im Jahre 1746 nahm der König von Sardinien diese Stadt ein; die Citadellb wurde aber erst i« Jahre 1747 nach einer langen und tapfern Gegenwehr erobert. Savoyen, ober die sämmtliche» savoy,. schenLänder,verschiedeneProvinzenJta- lienS, welche gegen Norden an das Land -r- Sassyrn Gex, die Republik Genf, und den Gen» fcrsce, gegen Westen an Bugey, Dauphins und Provence, gegen Süden «a das mittelländische Meer, und gegen Dstcn an dar genuesische Gebieth Montferrat, das Herzogthum Mailand, und dar Walliscrland grenzen. Sie liegen theils diesseit, theils jenseit der Alpen, und begreifen das Herzog- thum Savoyen, das Fürstenlhum Pie« «ant, das Fnrstenthum Dneglia, das Marquisat Saluzzo, das Herzogthum Aosta, die Herrschaft Vercelli, die Grafschaft Nizza, und dar Herzogrhum Montferrat. Diese Lander erhielten in tzen folgenden Zeiten noch einen merklichen Zuwachs. Denn im Jahre»707 übergab Kaiser Joseph I. von dem Staate Mailand dem Herzoge von Savoyen, für den wider Frankreich geleisteten Beystand, die Stadt Valenza nebst dem ganzen Lomellina, die Stadt Alexan- bria mit ihrem Gebiethe, und das Thal Seffina, nebst aller Zugehör, mit Ein. «villigusg Cqrl IIL Königs von Spanien erb-und eigenthümlich, und überließ demselben auch denjenigen Antheil »on M-utferrat, mit welchem die Her. zöge von Mantua belehnt gewesen waren. In dem Frieden vvm Jahre 17Z6 bekam Savoyen noch die beyden Dr- firirte von Mailand, Novarese und Tortourse, nebst den langhischen Gü- lern. Als die Spanier und Franzosen dir kaiserlichen Lande im Jahre 1742 in Italien anfielen,«ahm der KSnig von Sardinien die Partie der Königinn ,on Ungarn, und erhielt dafür Lurch den Wormser Traktat vom Jahre,74z »as Gebieth Vigevanasco, einen Theil von Pavese, und der Grafschaft An- gdiera, welches ihm auch durch den Akchnrr Frieden bestätigt wurde. Alle tiefe Länder betragen nebst der Insel Sardinien rsüo deutsche Luabratmei. Kn, und die Zahl der sämmtlichen Ei«, Savoyen wohner erstreckt sich anfZ,230,718 See- len. Im Jahre 1790 bestand die Landmacht in 2Foc»o Mann, die zahlreiche Landmiliz ungerechnet, und die Zahl der Fahrzeuge an Kriegsschiffen. Fregatten und Galeeren bestes sich auf Zr. Die landesfürststchcn Einkünfte werdet, auf 12 bis iZ Millionen Gulden angegeben. Der Herzog von Savoyen ist«ia unumschränkter Herr über diese Länder, und führt den Titel eines steis währen- den Bicarius des heiligen röm Reichs durch Italien, wie auch eines KönigS von Cppern und Jerusalem. Das nunmehrige königliche Haus hat sich zwar Len Titel königliche Hoheit, wegen sek, ner Anforderung auf das Königreich Cypern, schon lauge beygelegt; allein bis zum Jahre 171Z hak es doch nur dir herzogliche Würde gehabt. Als aber in gedachtem Jahre der Herzog von Sa- voycn, Victor AmadeuS l!., im Frieden mit Frankreich Las Königreich Si» cilien bekam, nahm er den königliche» Titel an, und ließ sich zu Palermo zum Könige von Sieilien krönen. Er bl-eb »S auch bis zum Jahre 1718, da ex vermöge der so genannten Luadrupe!« allianz das Königreich Sieilien an den Kaiser Carl VI. abtrat, der ihm da- gegen Sardinien überließ, und ihn qls einen Konig von Sardinien anerkannte. Im Jahre 172» kam rp zum wirk. lichen Besitze desselben. Das eigentliche Savoyen hatte ehemahls feine eigenen Grasen, unter wrk. chcn AmadcuS I., welcher im ine« Jahrhunderte lebte, den Titel als Markgraf in Italien führte; und seine Ge. mahlinn Adelheid war eine Tochter und Erbinn Ulrichs, Grafen von Susa, Turin und Aosta. A.uadens IV. beka« den Titel eines HerzogS so« EhablaiS. Dessen Bruder, Tommafo II., war Graf ia Savoyen, und Bicarius des, Reichs i« der Lombardrp««h j,» Savoyen rnont. Von seinem ältesten Sohne, Tom, rnaso III., kommen die Fürsten von Pic- tnonl her, von welchen Lodovico der letzte war; von dem zweyten Sohne aber, Nahmens AmadeuS V., stammen dieGra- fen von Savoyen ab. Dieses Sohn Aimone, welcher im ,4tcn Jahrhnn. derte lebte, brachte durch seine Gemahlinn Jolantha die Aatwartschaft auf Montferrat an das Haus Savoyen. Des. sen Enkel, AmadeuS VII., nahm die Grafschaft Rizza und Bintimiglia ein; und dieses Sohn, AmadeuS VIII., welcher dir Grafschaft Gebenne kaufte, wurde im Jahre ,416 vorn Kaiser Si- ziSmund zum Herzoge von Savoyen und Fürsten des Reichs gemacht, und -erbte von seinem Schwager Lodovico das Dürstenthum Piemont, und die Anfor. derung auf Achaja und Morca. Die. seS Sohn, Lodovico, bekam mit seiner Gemahlinn Anna von Lnstgnan, die eine Tochter des Königs ZanuS in Cypern war, die Anforderung auf Cypern. Sein Enkel vom ältesten Soh. ne, AmadeuS!X., Carl!., erbte die Anforderung auf Cypern, weil ihn Charlotte, die Gemahlinn feines Vaters Bruders Lodovico, der König in Cypern war, zum Erben von Cypern einsetzte. Und weil die Köniqe von Cybern auch auf Jerusalem Anforderung hatten, so bekam er auch diese. Von brS angeführten AmadeuS IX. jung- stem Bruder, Dilippo, stammt als En- ?el Emanuel Filibrrto her, welcher Dncglia und Tende an das herzogliche Haus brachte. Dieses Sohn, Carl Emanuel I., nahm Saluzzo ein, und weil seine Gemahlinn Caiharine eine Tochter Königs Philip, s II. von Spanien war, so machte nachmahls dasHer- zdgliche Haus Anspruch auf Spanien. Er haktr zwey Söhne, von weichender älteste Victor AmadeuS I. war. Der KpM bkffelbea, Victor AmadeuS II., Savoyen warb zuerst König von Strikten, örrh nachmahls König von Sardinien. Im Jahre 17Z0 schien demselben, da er schon seit dem Jahre 1680 regiert hak, te, die Regierung beschwerlich zu wer- den. Er entschloß sich daher, dieselb- seinem Sohne zu überlassen; weichet auch den Zkcn September des Jahre« I7Z» wirklich geschah, da der König die königliche Gewalt nebst allem Zu- gehör, niederlegte, und das Zepter, vermittelst einer ausgesetzten fSnulichr» Acte, dem damahligen Prinzen von Piemont, Carl Emanuel Victor, übergab. Er behielt sich eine jährliche Pension vor, nahm den Titel einer Grafen von Tende an, und zog sich mit feiner Gemahlinn, der verwittwekeir Grästnn von S. Sebastian, die er sich vorher im August halte antrauen lassen, nach Chambcry. Er gereuete ihn aber bald wieder; denn am i/ten Septemb. des Jahres i/zi wollte er seine aitf die Krone gethane Entsagung wieder übernehmen. Es wurden aber von dem jungen König dienliche Mittel vorgekehrt, und der Tod machte endlich dieser neuen RegierungSlust am zisteir Dctober des Jahres»7z2 ein Ende. Der jetzige König heißt Victor AmadeuS III., welcher ein Enkel des KL« niqS Victor Amadeü« II. ist, und den 26stcn JuniuS de- Jahres-726 gebo- ren ward. Stwvyen, Sabauäin, ein Kerzogthnm, welche« den nördlichen Theil dersavoyi- scheu Länder au« macht, eigentlich zu« deutschen Reiche gehört, dessen Mit- stand der König von Sardinien wegen desselben ist, und zum oberrhcinifchrir Kreise gerechnet wird, von welchem er sich aber abgesondert hat, indem er den Reichstag nicht beschicket, ob er gleich auf demselben aufgerufen wird« Es grenzt gegen Westen an Frankreich, gegen Süds« ebenfalls an Frankreich irr Eavope» Sayyye» «nd an Piemout, gegen Merzen an Piemont, Mailand und die Schweiz, und gegen Norden an den Genfersee, durch welchen es so» der Schweiz-e. trennt wird. Die größte Läng« desselben von Abend gegen Morgen erstreckt sich auf 22, und die Breite von Mit. tag nach Mitternacht auf 19 deutsche Meilen. Savoyen ist ein armes Land, i» wel« chen> die Wollust wenig Nahrung fin« bet; denn der allergrößte Theil dessel» ben besteht in hohen felsichien und unfruchtbare» Gebirgen und Klüften, de. re» einzige Frucht entweder etwa- Moor oder Buschwerk ist. DerBuxbaum wachst hier so häufig, daß man Kehrbesen von demselben macht. Indessen liefern die zwischen den Gebirgen gelegenen klei. neu Thaler etwas Getreide und»iel Wicsewachs; ja die Arbeitsamkeit der Einwohner hat auch die Gebirge selbst, so weit er nur der Boden zuläßt, möglichst angebauet. Der hiesige Wein, welcher am Genfersee, zu Montmelian und zu S. Jeau de Mauricnne wächst, ist nicht zu verachten. Hin und wieder trifft, man gute Viehzucht an; ja die meisten Ochsen und Kühe, welche man in Piemout und Mailand hat, kommen aus Savoyen. Man ziehet auch »iel Maulesel, und verkauft dieselben außer dem Lande. Allein alles dieses find nur Kleinigkeiten iu Vergleichiing des größten Theils des Landes, welchen große Gebirge anfüllen. Einige der höchste» Gebirge sind lcs Glacieres, welches beständig mit Schnee und Eis bedeckt ist, und MontagneS Maudiles, welches letzten senkrechte Höhe wenig- sienS 2000 Klaftern ausmachen soll In Maurienne gibt cS besonders ungeheuere Gebirge, die zu den Alpen gehören, «nd unter welchen der Berg CeuiS oder SeniS am berühmtesten ist, weil «der denselben der Weg««- Savoyen nach Piemont gehet. Diese hohen Gr- birg« find beständig mit Schnee und Ei- bedeckt; daher diejenigen, welche in den Klüfte» Bergkeystalle sammeln, oder den Gemsen nachstellen, dieselben nicht ohne Lebensgefahr besteigen. Wegen dieser hoben und vielen Gebirge sind die Wege in Savoyen schlecht, gefährlich, unangenehm und fürchterlich; zumahl da öfters große Schneehaufen oder auch große Steine in dieselben herab stürzen. Große Kutschen und Wagen werden zerlegt, und stückweise durch Maulesel und Träger über die hohen Gebirge geschafft. Die vornehmsten Flüsse des Landes, welche- aus dem Herzogthume ChablaiS, der Zreyhercschaft Faucigny oder Fossiany, dem Herzogthume Gereoois, dem ei. gentlichen Savoyen, der Grafschaft Ta. raniasta oder Tarentaise und der Graf- schaft Moriana oder Maurienne besteht, sind die Rhone, Arva, SusseS und Jlere. Hier gibt es auch verschie. drne fischreiche Landsee» und merkwürdige Quellen. Zu den letzter» gehören die warmen Bäder zu A x, und zwey starke deutsche Meilen von Chambery findet man nicht weit vom See Bour- get einen Brunnen, der auaenschein^ lich mit einem kleinen Geräusche zu ungleichen Zeiten bald ab-bald zunimmt. Die Savoyarden sind größten Theil- arme Leute, so daß selten einer einem Reijcndcn aus der Landstraße begegnet, der ihn nicht um etwas ansprechen fällte. Ein Bauer, der ein Paar Ochsen, 2 Pferde, 4 Kühe, etliche Ziege«und Schafe, und etwas Ackoc hat, wird für reich gehalten. Ihr Brot bestehet anS Hafer, worunter die reicher» etwas Kornmehl mischen. Milch und gutes Wasser ist ihr Trank; Käse, Butter, Wallnüffe, Gartengewächse, und zuweilen etwas Fleisch, sind ihre Speisen. Dir, welch« in den Thälern wsh- Sawia Gawolax «e», sind ein wenig vermögender. Indessen besitzen die Leute ein fröhliches Herz, und eine gesunde Farbe, und sind fruchtbar. Man findet aber unter beyden Geschlechtern sehr viele Ungestaltete und Krüppclhafre, und besonders haben die Weiber ungemein grosse Kröpfe, welche den ganzen Aals von einem Ohre zum andern einnehmen. Wenigstens ein Driithrll der Mannspersonen sucht fei» Brot in Frankreich mit Schubpu- tzen, Schornsteinfegen und auf andere Art zu verdienen, und komm» nur dann und wann nach Hause, um das Erworbene zu überbringen. Der Berg CeniS gibt vielen Einwohnern die Hauptnahrung, welche entweder Träger oder Mauleseltreiber sind. Düse tragen die Reisende» in einer Art von Slrohstüh» len, die eine kleine Rückenlehne und zwey Seitenlehnen- und anstatt der Fusse ein kleines mit Stricken befestigtes Beet haben, worauf die Füsse des. sen ruhen, der auf dem Stuhle sitzt. Diese Tragsessel trage» sie auf zwey Stangen und als eine Sänfte auf breiten ledernen Riemen. Ihre G sch-ck- lichkeit und Geschwindigkeit ist zu bewundern, die Arbeit aber so entkräftend, daß sie dieses Handwerk zwischen 40 und Lv Jabren aufgeben müssen. In Savoyen spricht jedermann französisch, und die Nahmen der Städte und Dörfer sind auch meiste» Theils fean. jostsch,- das Gemach und Betragen der Gavoyarde» aber ist mehr den,ich, und man findet bey ihnen die so genannte gltedeutzche Redlichkeit. Im Andre>?t)2 wurde ganz Savoyen„eost verschiedenen angrenzenden Distrikten von den Franzosen erobert. Sawin, eine Stadt im Lande SHelm in Kleinpohlen. Sawvlagi, eine Provinz im Großfnrsten- thumk Finnland jn Schweden, welche zwischen Kexholm, Earelen, Tarwast- (IV. Band.) Sawra« Gayu 1^ land und Cajana liegt, und über 4z Meilen lang, und zc- Meilen breit ist. Sie ist voll Seen, die gleichsam mit kleine» Inseln übersäet sind, aber meistens aus unbewohnten Klippen bestehen. Ein kleines Stück von Sawolax ist im Jahre 174z an Ausstand abge. treten worden, welches ungefähr zwey Meilen lang im Umkreise haben mag, und aus demselben befindet sich die einzige Sradt NpSlot. Sawran, eine Stadt in der Weiwod. ^ schafl Bratzlaw in Kleinpohlen. Sa§ oder Forsteck, eine Landvogtey im Rhemthale im Canion Zürich in der Schweiz, von welcher ehemahls, al- sie»och eine Herrschaft war, ein frey- herrlichcs Geschlecht den Nahmen führ- »e. Der Landvogt Hai seine,, S'y auf dem unfeinem Felsen liegende» Schios. se Forsteck Saxkiöpniq, ein kleiner Ort aus der In- sei Laaland in, Siiiie Fye» j„ Dänemark, von wo v,eies Getreide ansgc» sch ffl wird. Sayda, dincku,, ein Städtchen in der sch'iivergische.i Herrschaft Porsche,'stein im Kreisamre Frryderq im erzgebirgi- schen Kreise im Ehiirsürstenrhume Sachse», welches ehemahls ein Schloß hatte. Sayn, eine Grafschaft aus dem Westec- walde und am Rhein südöstlich von der Geaftchair Wi.-dim»estphäiischen Kreise. Die Güter»er saonilch ,1 Ltnie wurden„ach Sem Todr Gras Ludwigs,der den 6,en Jnl.us des Jahre« ,6-;6 starb, getheilt. Der Churfürst von Trier bekam Way» und Rdrii,brück mit den Bog« teyen Jrlich und Ormny. Die z vey Schwestern Gras Ludwigs erbieltrndie übrigen Lande, und zwa, bekam Erne- stine, eine Gemahiian Ernste, Grasen von Manderscbeid d-S Anir Hochen- burg, nach deren Tode es an die Burggrafen von Kirchberg qe!a»aie. Die andere SchwesterJohanetta eine Gemäß- P Say» Seale Scsketla Se»«bi«>r» n4 rinn Johann Georgs,Herzog« von Sach- seneisenach, erhielt das Ami Altenkir- chen, welches»ach Absterben des letzten Herzogs von Eisenach der Markgraf von Änspach und Bayern im Iah- re 174, in Besitz nahm. Sohn, ein Schloß und Feste«in Flusse gleiches Nahmens im churtrierischen Antheile an der Grafschaft Sayn, bey welchem eine Pramonstratensecabtey ist. Saypan, eine Insel nicht weit von der In- selTinia» in Ostindien. Sie ist größer als Linian, liegt höher, und fällt ange- nrhmcr in die Augen. Es wimmelt hier «lleS von wilde» Schweinen und Gua- riicocS. Es scheint, daß die Spanier zu gewissen Zeiten sich hier einfinde», Per- len zu sischen, weil Commodorc Byron, bey seiner Reise um die Welt zwischen den Jahren 1764 bis 1766, hier viele Pcrlausterschaalen antraf. Sbirro, in Italien der Nahme der Ge- richksdiencr oder Hascher, welche in großen Städten ihren besondern Haupt- mann haben, der il Bangest» genannt wird. Scaffa di Ganglions oder la Barca, ein Ort am Flusse Ganglions in Terra di Lavoro in Neapel, über welchen hier eine Fähre geht. Er gehört nebst den Einkünften der Fähre dem Hause Car. rafa. Hier hat vor Alters die Stadt Minturna gestanden, von welcher noch Ueberreste eine« Amphitheaters, einer Wasserleitung, und von Mauern und Thürmen übrig sind. Scala, 8ca1sa, Lralin, eine Stadt im Principal» citra in Neapel, welche den Titel eines FürstenthumS hak, den das Hans Spinell, führt. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erz. bischofe von Amalfi steht. In der hiesigen Gegend wächst vortrefflicher Wein, und man sinket auch Bley. Scale, ein festes Schloß auf einem Berge im GebieihevonTreviso im Vrnetia- mschen, bey welchem sich ein enger Paß befindet. Scaletta, ein Schloß mit dem Titel eine« FürstenthumS im Val di Demona, in Sieilien. Es liegt zwischen Berge» an der Meerenge von Messn,«, gegen daS ionische Meer, 10 Meilen von Messn,«. Scastoway, eine kleine Stadt Z Meile» von Lerwick auf der Insel Schottland oder Mainland in Nordschottland. Scandalum Magnatum, in England der Nahme eines Gesetzes gegen die schimpfliche,, Reden und ehrenrührigen Gerüchte, die wider einen Lord und Pair, oder die ihnen gleich geschätzten hohen Kronbc- dienten, fälschlich ausgebreitet werden. Der Verbrecher wird inSgemein zu einer großen Geldsumme vernrlhcilt, und muß so lange im Gefängniß bleiben, bis dieselbe an den Beleidigten bezahlt worden ist. Scanderburg, Skanderborg, ein königliches dänisches festes Schloß, zwey Mei. len von AarhnuS in Jüilaud, welches in einer angenehmen Gegend, die von Wasser und Holzungen umgeben ist, liegt. König Christian I V. ward hier erzogen. Jetzt wohnt hier ein königlicher Amtmann, und unter König Friedrich IV. ist es in vielen Stücken ausgebessert worden. In der umliegenden Gegend werden viele schöne Seen angetroffen, in welchen es wohl schmeckende Fische gibt; auch ist hier im Jahre 17^1 ein Ocker- werk angelegt worden, worin man die Ockerfarben ober Erdmarke rassmirt. DaS dabey liegende Städtchen gleiches Nabmcns hat guten Ackerbau. Scandcrona, s. Alegiandrelte. Scaudia, Scandinavia, ein Nahme, unter welchem man vor Alters, und auch zuweilen»och heutiges Tages diejenige große Halbinsel i» Europa versteht, weiche die Königreiche Schweden und Norwegen in sich begreift. Scaüdrauo, LcAnckiaaum, eine kleine Giapulier Scardon« Stadt und Schloß im Herzophume Modcna, welche zwischen Saffnvlo und Aegio liegt, und den Titel enes Mar- gnisats bat, den seit dem J>ibr«>7L0 der Marquis von Muri süht, der vom Herzoge damit belehnt, und znm Fürsten von S. Felice erhoben wurde. Hier gibt es gute Bäder. Scapulrcr, ein nur noch in der katholischen Kirche übliches Wort, weiche« >) ein kurzes Oderkieid der Mönche, das»irr die Schultern bedeckt, und 2) den Rosenkranz bezeichnet. Scarba, eine kleine gesunde Insel bey Mittrlschvltiand, deren Einwohner sehr ail weiden. Scardvrough, ei» B»rq. und Amisste- cken aus einem hohen Felsen an der See in Jorkshire in England, wrlcher>n Gestalt eines Halden Monde« gebanet ist. An der Westseite, wo er nicht von der See umgeben ist, hat er eine» To- wer oder ri»c Warte Seine gute» Gesundbrunnen, welche abführende Wasser enthalten, haben v cle adelige und vornehme Lnue hierher gezogen Er fthickk zwey D piltirle zum Parlamente, und das Meer gewährt hier einen rci- chen HeringSfang. Scarbvrouqh, der Hauptort der kleinen antillischen den Franzose» zugehörigen Insel Tabago in Mittelamerika. Scardische Gebirge, ein groß.s Gebirge in Griechenland, welches sich mir dem Gebirge Hämns vereinigt, und Mace. donien von Rvmanien scheidet. Seardona, eine Stadt im tür kischen Dal- matieit, welche am Flusse Charcha liegt, her unterhalb derselbe» in einen See, oder vielmehr in einen Meerbusen fällt. Sie ist der Scheines katholische» Bis- thums, welches im Jahre 1120 von Jüdera hierher verlegt wurde, n»d u,i. ter dem Erzbischofe»on Spalat-o stcht. Vor Alters war sie sehe berühmt; denn hie Römer errichteten hier ei» Taibu- Gearo Gceaux i>L nal für alle Japidier und ig liburni- sche Städte. Im Jahre IZL2 kam ste an dre Venetiancr, von weichen sie bis znm Jahre 1^22 beherrscht, in diesem Jahre aber von den Türken erobert ward, welche zwar einige Mahl wieder daraus verjagt wurden, ste aber immer wieder bekamen. Scaro oder Castro, eine kleine Stadt auf der Intel Santorin auf dein mittelländischen Meere, bey welcher ein Castell auf einen, unzugänglichen Felsen liegt. Scarpanto, Lnrpnlkus, eine Insel auf dem Mae di Maemvra beym Eingänge des Archipelagus, zwischen den Insel» Candia und Ahodns. Sie ist die größte von den 12 Inseln, welche die Alten SporadeS nannten, gehört den Türken und ihre meisten Einwohner stnv griechische Christe». Das umliegende Meer wird dar Meer von Scarpanto genannt. Searpe(!a), ein Fluß in der Picardie in Frankreich, welcher seine Quellen nahe b y Anbigny in ArtviS hat, bey Arras Schiffe z» tragen onsängt, und bey Moi tagne im französischen Flandern in die Scheide fällt. Scarperia, eine mir alten Mauern und Thürmen umgebene Stadt im Großher- zegihnme Toscana, welche im Jahre iLvü von den Florentinern erbauet wurde, und eine Propstey und ein Kloster hat. Hier werde« gute Messer, Scheren, Schermesser, und andere Waaren von Stahl und Eisen verfertigt. Diese Stadt ist der Hauptort einer Landschaft gleiche« Nahmens, welche eine der angenehmsten des Troßherzogthums ist, von der S eve durchströmt wird, und wo man Weinberge, Q.hlbänmc, Lustgärten und Landhäuser antrifft. Scarlequc, eine i ichtswürdige Schrift. Scea»L Scan/, C uugt, ein Flechen in der Jsle de France in Frankreich, zwey Meilen von Paris, welcher eil» P s I! 41 4 2 Schadrinsk Schanis irü Schaake« sehr schönes und angenehm gelegenes Schloß halle. Im Jahre 177; kam dasselbe nach dem Tode des Grafen von Eu an den Herzog vonPenthievre, der eS an eine Gesellschaft verkaufte, die das Schloß abbrechen ließ, und den Grund an Privatpersonen verkaufte. Schaaken oder Schockau, ein altes Schloß und Flecken im schaakischen Kreise nicht weit vom curischen Haff in Ostpreuffen, welcher durch einige FeuerSbrünste sehr mitgenommen worden ist. Man geht hier gemeiniglich zu Schiffe, wennman nach Memel reisen will. Schabatsch, eine Schanze auf einer In. sel in der Sau nicht weit vom Dorfe gleiches Nahmen» in der belgradischen Sandschakschaft in Servien. Schach, ein in den Morgenländern übliches Wort, welches den Nahmen eines KönigS oder Fürsten, im Deutschen aber ein bekanntes Spiel, welches ursprünglich aus den Morgenländern herstam- met, bezeichnet. Schackenburg, eine seit dem Jahre 1671 königliche dänische LehenSgrafschaft in Jütland, welche der gräflichen Familie von Schock gehört, deren Zugehörungen aber, als Megcltonden, Gallus, Gram- Hot ,c. im Bezirke des HerzogthumS Schlcßwig liegen. Schadet, eine Herrschaft an der Lahn, dem Flecken Runkel gegen über, in der Grafschaft Leiningen im oberrheinischen Kreise, welche den beyden gräflichen lein- nigischen Linien gemeinschaftlich gehört. Sie besteht aus dem alten Schlosse und Flecken Schadet, welche auf einem hohen Berge liegen, und aus verschiedenen Hö- fen und Gütern. Das hiesige Schloß ist jederzeit zum Witwensitze der gräflichen Witwen gebraucht worden. Schadrinsk, eine Stadt am Flusse Jsct im schadrinskischenDiflricte in der Statthalterschaft Orenburg im asiatischen Nußland. Schaß bürg Schänis.eii, großer Flecken in der Land. vogtep Gaster in der Schweiz, welche den CantonS GlaruS und Schweiz gehört. Er hat eine Pfarrkirche und ein RathhauS, und die vornehmste hiesige Merkwürdigkeit ist die adelige Abtey, deren Aebtiffinn eine Aeichsfürstinn ist. Diese darf sich nicht vermählen; den Stiftsfräulein aber ist cS erlaubt. Das Stift hat große Güter im Lande, und ist im Jahre 806 gestiftet worden. Die zwey regierenden Orte sind Schutz- und Obecherren desselben. Scharding, Scherding, eine ansehnliche Stadt mit einem festen Schlosse und Pfleggerichle am Flusse Jnn im Rent- amte Burghausen in Oberbayern. Sie hatte vor Alters eigene Grasen, nach deren Abgang sie an Oesterreich kam. Im Jahre 1277 gab sie Kaiser Ru- dolph I. seinem Schwiegersöhne Otto von Bayern zum HeiraihSgute, wiewohl sie nachher an Oesterreich verpfändet ward; im Jahre iZ6y kam sie wieder an Bayern. In, Jahre»74s wurde sie von den Oesterreichern eingenommen, und darauf wieder verlassen, aber auch im Jahre 174z üiifS neue besetzt. Als im Jahre ,74^ der Friede erfolgte, blieben sie doch kraft desselben so lange darin, bis Kaiser Franz gewählt war. Im Jahre ,779 kam die Stadt, vermöge des Teschner Friedens, an das Hans Oesterreich. Den Zvsten März eben dieses JahrcS brannte der größte Theil des Ort» nebst der SebastianSkirche ab. Schärfenberg, eine Herrschaft und wüstes Schloß auf einem hohen und spitzigen Felsen in Unterkrai», unter welchem aber auch noch auf dem Berge ein neues Schloß, eine Pfarrkirche und einige Häuser, die ehemahls einen Markt ausmachten, liegten. Schäßburg, SegeSvar, eine königliche Frepstadt an der Südseite de- grö- Schäfhauseu Schafhause» -'7 ßern ZökelflusseS im Stuhle gleiches Nahmens in Siebenbirgen. Sie liegt in einem engen Thale und am Fuße eines Hügels, auf welchem ein Schloß steht, ist imJahce i,68 angelegt worden, und hn-t gerade Straßen und schöne Häuser. Im Jahre iL2Z eroberte und plünderte Stephan Bathoci die Stadt. Schafhausen, eiuer von den IZ CantonS Her Schweiz, welcher der äußerste ge. gen Norden, und größten Theils v»m schwäbischen Kreise umgeben ist. Gegen Mittag wird er durch den Rhein von dem Gebiethe der zum Thurgau gehö- rigen Stadt Diffcnhofen und von dem Züricher Gebiethe geschieden, und grenzt sonst auf dieser Seite au die Landgraf, schaft Klctta», gegen Abend an die Land. grafschafiStühlingen, gegen Mitternacht an die Landgrafschaft Baar, an die gefürstete Grafschaft Thengen, und an de< deutschen Ritterordens Amt Blu- mcnfcld, und gegen Morgen an die Landgrafschaft Nellenburg, und das reichsritterschaftliche Dorf DLrflingcn. Seine größte Länge beträgt 6, und seine größte Breite Z Stunden; außer daß steh ei» schmaler Strich gegen Nord- Westen noch ungefähr eine Stunde weiter erstreikt, und ein Paar kleine Stücke abgesondert liege». Der Erdboden dieser Landschaft trägt zwar viel Ge. kreide; es ist aber doch für die Einwohner nicht hinlänglich, daher sn-iioch einige Zufuhr aus Schwaben bekam- men. Ueber dieß hat man auch Heu und Ddst, und besonders vielen und guten rothen Wein, welcher zum Theil ausgeführt wird. Hier gibt cS keine hohen Berge, sondern nur hohe und fruchtbare Hügel; doch ist der so genannte Rauben, welcher ein Theil des Schwarzwaldes ist, ein ziemlich hoher Berg, auf welchem man viel versteinertes Holz findet. Außer dem Rhein gibt er hier keinen erheblichen Fluß- Dieser Canto» hat nur 2 Städte, und enthält ungefähr 2Z000 Menschen, welche fich insgesammt zur evangelischen reformirten Kirche bekennen. Im Jahre iLvi wurde er in den ewigen eidgenos- fifchcn Bund ausgenommen, und macht seit dieser Zeit den zwölften Canton aus. Die Regierungsform ist arist». kratisch, und mit der demokratischen vermischt. Die Stadt Schafhausen, 8cspkusum, liegt am Rhein, über welchen hier eine künst. liche hölzerne Brücke gebauet ist, welche eine Länge von§60 Schuhen in zwey Schwibbogen hak, und doch nur auf einem einzigen Pfeiler ruhet. Diese Stadt hat meistens enge und abhängige Straßen, und die Häuser find noch meistens nach alter und schlechter Art erbauet. Im Jahre 1766 zählte man hier 6969 Menschen. Man betrach. tet hier die große Pfarrkirche zu S. Johannes mit ihrer Bibliothek, dasMün- stcr mit seinen 12 Pfeiler, Thurm und Glocke, das Gymnasium academi- eum, den Bürger- u»d Stadtbüchersaal mit verschiedenen merkwürdigen Handschriften, und dar RachhauS, Zeughaus, Magazin und Kaufhaus. Die hiesige Citadelle auf dem dabey liegenden Em- mersberge heißt Unoth. Handlung und Gewerbe blühen hier, weil alles, was auf den Rhein geführt wird, wegen des nahen Rheinfalls hier ausgeladen werden ijMß, und man findet hier auch wichtige rvciden> und Kaltunfabrike». Die höchste Gewalt und Dberherrlich- keit stehet bey dem großen und kleinen Rath; jener hat 2L,»nd dieser ü» Glieder, welche insgesammt in gleicher Anzahl aus den 12 Zünften der Stadt genommen werden, von welchen die erste aus 6 adeligen Familien besteht. UebrigenS Knihält das Gebieth Schafhausen 9 Dbervsgteyen und eine Landrogtey. i>8 Schafhrinr Schalmeye Schalthier Schamaitr>r Schüfbnm, eine kleine Stadt im Amte Babenbausen in der Grafschaft Hanau- Münzenberg im oberrheinischen Kreise. Sie ist ein churpfälzischeS Lebe.,> und Hessen-Darmlkadt nahm sied nebst zwey Dörfern nach des leyiern Grafen von Hanau Tode in Besitz. Echassiädt, eine kleine Stadt mit einem R,vergüte;>v.scheu Lonchstädtuno Ouer- furt im Stifte Merseburg im Chursür- steiithume Sach en. Schagerrack, s. Caktegat. Schaidkwlen, s Schodkivien. Shakai, der Nahme eines j» den Morgenländern sehr gewöhnlichen ThiereS welches einem Zuch e sehr ähnlich ist, und daher auch im Hebräischen mildem Fuchse nur einen und eben denselben Nahmen hat. Indessen ist eS nicht so bissig und gefährlich, als der Fuchs, und hält sich oft in Herden von mch. rcrn Hunderten beisammen. Schaken, ein lutherisches Fräulcinffift im Amte Eisenberg in der Grafschaft Wald» eck im oberrheinischen Kreise, dessen Aeblissinn allezeit aus dem waldeckischen Hanse genommen wird. Zwischen diesem Orte und Goddelsheim besindetsich ein Kupferbergwerk. Schalkau, eine kleine Stadt und Amt, mit einer Superinkendentur, am Flusse Jksch, im Fürsteuthume Coburg im ober. sächsische» Kreise. ES gehört zur Hälfte denen von Schaumberg, deren Stamm- schloss in der NachbarschM liegt. Das Amt Schalkau aber ist erst im Jahre durch Tausch an das Haus Sach- fcnmeinungea gekommen, und dasselbe hat dem Herzoge zu Sachsenhildburg- hausen dafür 4 Dörfer des Amis Meinungen abgetreten, die hernach z»Bohrungen im Hennebcrgischen geschlagen worden sind. Schalln, ye, der Nahme eines musikalischen Blaseinstrumentes, welches im Ganzen einer Röhre gleicht, deren rS «her mehrere Arten gibt. Am üblich, sten wird dieses Wort von ei» m Via. seinstrumente gebraucht, welch. S der Hau-boi- gleicht, nur dass es größer ist. Hin und wieder bedienen sich die Schäfer desselben auf dem Lande Schailhier, in der Naturgeschichte eig mir einer harten Schale vcdecki« Thier, in welchem Verstände auch die Schild« kcöle mie diesem Nahmen belegt werden könnte. Am üblichsten wird dieses Wort in engerer Bedeutung von Ge« wärme» gebraucht, welche i» talkartigen Schale« wohnen, da dann nur die Schnecken und Mn'cheln ui die Classe der Schaltb-ere gehören. Scham. s. Damasch. Schamachic oder Gamackiie, Oz-wopo. lis, eine Festung, Fabrik und Hai» delsstadtin der perstsche» Provinz Schirmet, welche jetzt nebst ihrem Distrikte zu den eroberten Ländern des Prinzen HeracliuS gehört. Sie lieg« in einem von Gebirgen umgebenen Tbale, zwey Meilen vom caSpischen Meere, und treibt starken Handet mit Seide. Sie hat durch Brand und Erdbeben viel gelitten, und ist auch vom Schach Na- dyr sehe verwüstet morden. Schamaiten, eigeii«lichZmuydz,Smitids, 8umc>8it>Ä,etn Herzogthum in Litauen, welches gegen Norden an Curiand, gegen Westen an die Ostsee nnb a» W.st> Preussen, gegen Süden und Osten aber an das eigentlich so genannte L.tauen grenzt. Es enthält viele Berge und Wälder, und ist der kleinen geschwinden Pser« de und des vielen Wildbrets w-gen berühmt. Hier findet man viele frucht, bare waldige Gegenden die aber. wie in andern nördlichen Ländern geschiehet, mit der Asche der verbrannten Holzes gedünget werden, und un-ew.e,» viel Honig. Dieses Herzoq'liiim bai von alten Zeilen den Litauern gebö-t, ist mit denselben entweder vv» einerley, oder SchsAih«»P SchanzkorH von besondern Herzogen regiert worden, und wird in 2L Districie getheilt. Schainh-Mpkon, ein Schloß und Hof. markt in der Pflege Riedenburg in Dberbayern, welches vormahls ein Kl». ster der regulirlen Chorherren Äugn- stinerordens war, im Jahre;6o6 aber der Universität Jngolsiadt zugewendet worden. Schams, der Nahme eines Thals am Hinterrhein in Graubünden in der Schweiz, welcher seinen Ursprung sechs kleinen Flüssen zu verdanke» haben soll, die hier in den Rhein fließen. Es ist Z Meilen lang und i breit, und es liege« unterschiedliche Schlösser in demselben. Gchandau, eine amlsässige Stadt ander Elbe im Amte Hohcnstein im meißni«, scheu Kreise im Churfürstenthumc Sachsen an der böhmischen Grenze. Die hiesigen Einwohner spinnen leinen- und wollenes Garn, flößen Holz nach Dresden, und handeln mit Getreide. Hier ist der erste sächsische Elbzoll. Schanze, in der Beftstigungskunst eine jede kleine Verschanz»»« in Gestalt eines Vier- Fünf. oder Sechseckes. An manchen größer» Festungen befinden sich mit gemauerten Gräben, Außenwerken u. s. f. versehene Schanzen, welche in andern Rücksichten Castellc, Citadellen u. s. s. Heißen. Schanzgraber, im Festungsbaue und Kriegswesen diejenigen Arbeiter, welche Schanzen iin weitesten Verstände, das ist, alle zur Vertheidigung gehörigen Werke graben. Schanzkleid, aus den Kriegsschiffen eine grobe Leinwand, welche vermittelst aufgerichteter Hölzer im Gefechte»m ein Kriegsschiff gezogen wird, theils die kleine» Kugeln abzuhalten, theils auch dem Feinde die Arbeiten aufdem Schiffe z» verbergen. Schanzkorb, im Kriegswesen ein gefloch- Schärfend Gcharofcher ny rcner und mit Erde gefüllter Korb, die Soldaten»nd Arbeiter dadurch vor dem groben Geschütze des Feindes zu bedecken. Scharfenberg, ein adeliges Bergschloß zur linke« Hand der Elbe i Meile von Meisten im Churfürstenthume Sachsen. Es war vor Alters eine erhebliche Festung, die jetzt noch einige Bergwerke hat, und denen von Milkiz gehört. Scharfenberg, ein verwüstetes, vormahls aber berühmtes Beegschloß an dem Thüringer Walde, zwischen Eisenach und Waltershausen im Fürstcnthnme Gotha, welches nebst 8 Dörfern jetzt denen von Utterrcdt gehört. Scharmützel, ei» Wort, welchescinGe- fecht iinter mehrern als zweyen bezeichnet,»nd welches besonders im Kriege von Gefechten unter kleinen Haufen üblich ist, die man noch kein; Schlacht oder kein Treffen nennen kann. Scharmbeck, ei» Flecken von 26« Häusern im Herzoglhume Bremen im nie. dcrsächstscheit Kreise; in welchem viele Tücher gemacht werden. Ein Theil davon gehört zn dem adeligen Gerichte Sandbeck. Scharnebeck, ein Amt am Flusse Netze im Fürstcnthume Lüncburg im niedersach- sischen Kreise, welches ungefähr^ Meilen im Umfange hat. Es erzeugt allerley Gctrcidearten und etwas Hanf, und hat gute Holzungen, Torf, Schaf- Hornvieh-»nd Bienenzucht. Das Dorf Scharnebeck enthält ein Schloß, welches aus einem Theile der Gebäude eines eheinahligenCistercienserklosters entstanden ist. Scharoschrr Gespanschaft, eine Landschaft in Obernngarn, deren Länge 12, die Breite aber L bis 7 Meile» beträgt. Sie hat ihren Nahmen von dem Marktflecken»nd jetzt verfallenen Schlosse Sa» rosch. Wege» der vielen und hoben Gebirge ist sie ziemlich raub, die L»f> jedoch gesund, und die Flächen ziemlich frucht- Scharzfeis Zar, wie denn außer dem Weinflock, der hier gar nicht gedeiht, nicht nur verschiedene Banmsrüchte, sondern auch hinlängliches Getreide gebauet wird. Der Mangel des Weins wird jedoch aus der benachbarten Sempliner Gespanschaft ersetzt, und mit diesem Produkte wird hier erheblicher Handel getrieben Die Gebirge haben, außer der girren Weide für die Schafe, auch mancherley heilsame Krauler, und andere, wiewohl «och wenig entdeckte Seltenheiten. Besonders werden auf dem Berge Libanka Opale gefunden, die ni t v rschiedenen Fucbeu pirlen, und ein. ziemlicher Feuer such. treu. Ur» P klin werde» über dieß nicht IIM schöne Aaipisse, ssiiderii auch Lnchsiapphirre von ch.iarze, Farbe ge- fu.0,11, die e>ne voitriffiich P'l tue annehmen, und ganz dnrchiich-ig lind. DicTarza, Tvpla ulloOndowa bewässern einen guten Theil der Provinz, und versehen sie mit hinlänglichen Fischen. A» mineralischen Wassern ist hier ein Ueberfluß, und die Sauerbrunnen bey Eperies und Pcklin sind von besonders gutem Geichmacke und heilsamer Wirkung. Uebrigens wird diese Gespanschast von Ungarn, böhmischen Slawen, Deutschen und Russen bewvhnr, und in den westlichen, nördlichen, östliche» und südlichen Distrikt eingetheilt. Scharzfeis, ein alles und festes Bergschloß und Amt im Fürstentbume Gru- benhagen im niedersächsische» Kreise. Dieses Schloß liegt vorn am Harz auf einem hohen Berge, und zwar auf einem großen Felsensteine, weicher gegen Zc» Schuh über den Berg erhaben ist Zu dem obersten Platze und rechten Schlosse ist kein anderer Zuga a. als »ermittelst einer Hoden steinernen Treppe. Es war mit»öihigem Geschütze versehen, enthielt eine kleine Bcsatzmia, ei« nenCommendanten,und hotte einen t e en Brunnen. Hier wurden ziiiveileaSlaars- Schar zfelfisch Schaue» gefangene verwahret. Im Jahr« 1761 wurde es von den Franzose»»ach einer zehntägigen Belagerung erobert, und die Festungswerke geschleift. Nahe da. bey ist ein steinerner Thurm, und dir berühmte Scharzftisische Höhle, in welcher über iz Klaftern tiefe Gewölber gefunden werde». Vorzeiten hat mau hier viel sogenanntes Einhorn gegraben; doch j tzt findet man solches nicht mehr in so großer Menge. U> beige-s ist die Höhte, welche eigentlich aus 5 hinter eiuander liegende» Höhlen bestehet, durchg- hends, so wie die Baumannshöhle, voll gläa- zenoec weißer Tropfsteine. Schafft», Sas- Bar, ein Marktflecken und Schloß an, Flusse Mijawu in der Neurrer Gespan-chaft in Niederungar», wo sich ei» berühmtes Bild der heiligen Maria befinde,, zu welchem häufige Wolliadile» geschahen. Schal- zadcler- Agass, am türkischen Hofe der Nahme eines schwarze» Verschnittenen, welcher iie Auffichr als Hofmeister über d«e Kind-r des Eroßsul- taus hat. Schalst, eine im Jahre iLLZ orbauete Stadt am Flusse Schal in der Statthalterschaft Woronesch im europäischen Rußland, welche mit Pallisade», Wall und Graben befestigt ist. Schatzlar oder Bsrnstalk, einSchloßund Marktflecken im Köuiginiigrätzer Kreist in Böhmen, welche den Jesuiten zu S. Anna in Wien gehörten. Schatzmeister, f. Erzschatzmeister. Schauen, eine unmittelbare Rrichsherr- schafr zwischen dem Fürstcuthume Hal- ber'iadi und der Grafschaft Wernige- rode u»»ett Osterwick. Sie ist vom Kloster Wotkenrted an die von Münchhau- scu, von diesen an Braunschweig durch den wesspbälische» Frieden, nachher an Graf Georg Friedrich von Wüldeck, von diesem endlich im Jahre 1639 an Schauenburg Llto von Groten gebiehen, dessen frey« herrliche Nachkommen sie noch besitzen. Schauenburg oder Schaumburg, eine unmittelbare Reichsherrschaft, kleine Stadt und Schloß auf einem hohen Berge nicht weit von Dietz und dem Flusse Labn in der Wettcrau, welche dem Fürsten von Anhalt- Bernburg- Hoym geboren, der auch die gegen über liegende Grafschaft Holzapfel brsiyt. Gchalikiiburq, eine Grafschaft und Schloß im westpbäiischen Kreise, welche zwischen dem Fürstenkhumc Calenberg,den Grafschaften Lippe und Aavrnsberg, und dem Fürstentbume Minden an der Weser liegt. Sie Hai vortreffliche Steinkohlen, einträgliche Viehzucht, und bauet Flachs, Hanf, Rübcsaak undGc- treibe. Mau findet hier auch gute Stein, beuche, Kalk, Gvps, Alaun, Eisen, Kupfer, Silber, Salz und Krystalle, imgleicheu Holz und Tors. Diese Graf- schaft halte vormahls ihre eigenenRcichS- grafen, welche im Jahre 1640 mit Graf Otto ausstarben. Nach dessen Tode ent. stand Streit, indem etliche Aemter von alten Zeiten her von Heffencasscl, einige aber von dem Stifte Minden zu Lehen gingen, welches auch zu einem weiilaiiftigen Prozesse Anlaß gab. Da ein Theil der Grafschaft auch in Allo- dialgüiern bestand, so maßte sich die Mutter des l> tztcru Grafen Elisabeth, eine gebvrur Gräfinn»on der Lippe, der ganzen Grafschaft an,«nd vermachte sie wieder ihrem Bruder Philipp, Grafen von der Lippe, welcher endlich den Yte» Julius des JabreS 1647 mit Ama- kia Elisabeth, Landgräsiun von Hesse», als Voimünderinn ihres Sohns, Wilhelm VI., eine» Vergleich aufrichiele, vern.öae welchem er die eine Hälfte dieser Grafschaft an das Haus Hcffrnras. sei abirat, und die andere Hälfie von dks>m Hauke in Lehen nahm, welcher Verirag auch hernach im»rnabliicki- (IV. Band.) Schaukoh Scher» rsz schen Frieden vom Jahre 1648 bestätigt warb. Schauenburg, ein Schloß im Hochstifte Straßburg im oberrheinischen Kreise, welches das Stammhaus der brrisgani- schen Grafen von Schauenburg ist. Schauenburg, ein Berglchloß im Her» zogthiime Lothringen, von welchem ein ansehnlicher Landstrich benannt wird, welchen Frankreich besitzt, wiewohl ee nie vom deutschen Reiche an dasselbe abgetreten ward. Schauenburg, ein ehemahliges Schloss und der Landgrafen von Thüringen erster Wohnsitz im FürstenthumcGotha, im vbersächsischen Kreise, welches im thüringischen Successionskriege verwüstet ward. Scl'auenstein, ein Dberamt und Markt, flecken im Oberlands des Fürstemhums Bayreuth im fränkischen Kreise. Schaumberg oder Schaumburg, eine Grafschaft im Hausruckkreise ,m Lande ob der Eus in Oesterreich, welche der gräflichen starhewbergischen Familie seit dem Jahre iL/L gehört. Sie war ehemahls eine unmittelbare Reichsgraf- schafr, die einen ansehnlichen Umfang hatte; auch werben die Grafen von Slarhemberg noch jetzt mit dem Land- geeichte und Blutbann über dieie Grafschaft belehnt. Das Schloß gleiches Nahmens liegt auf einer Höbe, und war vor Alters eine der beste» Festungen dieses Landes. Schaumberg, ein verwüstetes Schloß auf einem Hügel bey Schalkau IM sächselt« meinungiichcn Antheile a,n Fürsteiiihu- me Cobu'g im vbersächsischen Krene, welches das Siam» Haus des uralten adeligen Geschlechts von Schaumberg ist. Schecr, eine Herrschaft an der Donau und Alb in den Landen des Re.chstrnch- fesse» von Waldburg im ichwäe,ichei» Kreise, welche der arästichen Linie zu Scheer- Scheer gehört. Sie bat kill har» Q r»2 Scheerbot S ch e i b e n h ScheibS ScheidInge« les und rauhes Erdreich, undindersel- den liegt das Städtchen und Schloß Schcer an der Donau. Scheerbolhe, ein kleines bewaffnetes Fahrzeug, welches in den Scheeren gebraucht Wird, um die feindlichen Schiffe abzuhalten. Scheeren, ein Nahme der Seeklippenan den Küsten in Schweden und Finnland, besonders vor Stockholm, die sich 16 bis 17 Meilen iuS Mecr erstrecken, und die Einfahrt in die Hafen gefährlich machen. Scheerneß oder Schellneß, eine Festung in der Grafschaft Kent in England, welche einige Straßen enthalt, und wo Schiffe gebanet werden. SHeffieid, eine stark bewohnte Stadt iu Aorkshire in England, wo viele tausend Messerschmiede wohnen, welche Messer, Gabeln, Scheren, Klingen, Feilen und viele andere Werkzeuge auS Stahl und Eise» und besonderer Güte verfertigen. Schestlarn, ein^Zloster Prämonstratcn- serordens an deVJser im Rentamtc München 4 Stunden von München in Ober- bayern. Es steht unter dem Abte zu Ur- sperg in Schwaben. Scheherkjöj, eine allenthalben mit Morast umgebene Sradt in der widdinschen Sandschakschaft in Bulgarien. Sie liegt auf einem Berge, an dessen Fusse die Nissiwa flicsst, in die sich noch zwey andere Flüsse, nähmlich die Duschtina und Sredocek, ergießen, und hat ein Schloß gleiches Nahmens. Schehrezur oder Schehrozul, eine Stadt in Turcvmannien oder im türkischen Armenien in Asien, welche ganz in einem Felsen gehauen, und der Hauptort eines Paschaliks gleiches Nahmens ist, welches zu Curdistan gehört. Scheibeuberg, eine kleine amtsaffige Bergstadt untrem Berge gleiches Nahmens, jm erzgebieLtschkn Kreise r Meile von Annabceg im Churfüestenthnme Sachsen. Jm Jahre i/ro ward sie durch eine FcuerSbeunst fast gänzlich in die Asche gelegt, aber nachmahls sehr schön wieder angebauet. Die hiesigen Bergwerke geben Silber, Eisen und Flösse. Sie Hai mit Oberwiesenlhal ein Berg- amt. Schcibs, ein grosser und schöner Marktflecken, Herrschaft und Schloß an der Erlaph im Kreise ob dem Menerwal- be im Lande unter der EnS in Oesterreich. Scheich, Schetz, ein arabisches Wort, welches eigentlich einen alten Mann oder Greis bedeutet; aber, als Titel gebraucht, im Morgenlande alle» Häuptern der geistlichen und weltlichen Gemeinden, und zuweilen auch fürstlichen Personen beygelegt wird. Vorzüglich wird von der Pforte der Fürst von Mecca, als das geistliche Oberhaupt aller Mu- hammedancr, so benannt. Der Groß- fultan schickt ihm jährlich eine kostbare Tapete und ein Gezelt, nebst einer grossen Summe Geldes, um alle nach Mecca kommenden Pilger 17 Tage laug zu versorgen, nach welcher Zeit sie für ihr Geld zehren müssen. Diese Tapete wird über Muhammeds Grab gedeckt, und unter dem Gczelte hält sich der Scheik binnen den 17 Tagen auf, da die Muhammrdaner ihre Andacht vernichten. Nach verflossenem Jahre theilt er stein Stücke, und beschenkt damit die muhammedanifchen Fürsten, von welchen er große Gegengeschenke bekommt. Ueberhanpt bringt er große Reichthümer zusammen, weil ihm alle nach Mce- ca und Medina zugeschickten Geschenke gehören. Scheidingen, ein Kirchdorf mit zwey adeligen Gütern im Amte Werk im Her- zogthumeWestphalen. Hier fiel den i6tea Julius des Jahres 1761 zwischen der französischen Armee»nd den AÜiirten Schilde Sch ekle v»erg ein hitziges Treffen vor, in welchem Letztere den Vortheil erhielten. Scheide, Sculciis, ein großer Fluß in den österreichischen Niederlanden, welcher in der Picardie entspringt, und sich an den braba,«tischen Grenzen in zwey Arme theilt. Einer von denselben wird die Osterschelde genannt, und stießt von Bergen op Zooin an zwischen den secländischen Inseln; der andere aber, der den Nahmen Westcrschelde oder Hond bekommt, scheidet Seeland von Flandern. Beyde fallen, nachdem sie die Scarpe, Lps, Lieve, Dender, Stelln, Haync u.s. f. aufgenommen ha- ben, in die Nordsee. Schclküngen, eine kleine Stadt und Schloß am kleinen Flusse Nach eine Stunde von Blaubayern und 2 Stunden von Ulm im schwäbischen Oesterreich. Schcllenbcrg, eine freye Neichsherrschaft und Schloß in Schwabe», welche der Fürst von Liechtenstein Carolinischer Linie im Jahre 1699 dem Grafen von Hohencmbs abkaufte, und im Jahre 1719 zu dein Reichsfürstenthume Liechtenstein geschlagen wurde. S. Liechtenstein. Schellenberg, ein amtsassiges Städtchen im Amte Augitffusburg im crzgekirgj- schen Kreise, im Chiirfürsteiilhume Sachsen. Schellenberg, eine Höhe bey der Stadt Donauwerth in Oberbcebaycrn, die durch die Niederlage merkwürdig ist, welche hier die Bayern und Franzosen am 2ten Julius des JahreS 1704 erlitten, iydem sie von dem Prinzen Ludwig von Baaden, und dem Herzoge von Marlborough aus ihren Verfchanzun- gen gejagt, und aufs Haupt geschlagen wurde«. Schellenberg, ein Flecken an der Aachen 1» Bayern, welcher znr Propstey Berch- toldsgaden gehört, und Salzstedecepen hat, in welche die Sohle von dem rei- SelUng. Gchemaitz lochen Salzberge zu Gollenbach durch Röhren geleitet wird. Schelling(Ter), eine Insel zivischen den Inseln Ameland und Vlieland in Nordhollaud in den vereinigten Niederlanden, nicht weit von den srjeSländi- schcn Küsten, welche wohl bewohnt ist, und gute Aecker, Weiden nnd Z Dör. fer enthält. Schemberg, SchSnberg, eine kleine Stadt am Flüßchen Schlichcin in der obern Grafschaft Hohenberg im schwäbischen Oesterreich. Im Jahre i/Lv brannte sie fast ganz ab. Schemrja, f. Sumija. Schemnitz, Selmetz-Baiiy«, 8cliem- viciurn, eine ziemlich große und sehr volkreiche Stadt in der Honker Gespan- schaft in Niederungarn, welche eine königliche Frrystadt ist. Sie ist berge, stall in einem langen Thale angelegt, daß die Häuser auf beyden Seiten desselben und an den Hügeln hoch hinauf zerstreue, stehen, und ist der Sitz ei. ncr kaiserlichen königlichen Bergwerks-- akademie, einer Bergkammer, und eines Oberkammergrafen. Diese Stadt übertrifft alle andern ungarischen Berg. stäbte an Größe»nd an Menge der Erzwerke, und hat zwey Schlösser, zwey katholische Kirchen, einige Capellen, rin ehemahliges Jcsnitercollegium, und zwey Kirchen für die"evangelischen Glaubensgenossen, deren man hier 6 bis 7000 zählt. Die hiesigen Gold- nn- Srlberbergwcrke zeigen in den königli. chen Gruben selten gediegenes sichtbares Gold, obgleich fast alle Erze Gold halten; in den gewerkschaftlichen Gru. ben aber ist das gediegene Gold nicht so selten. Gediegenes Silber ist„och seltner. Ueberhanpt sind die hiesigen Gold-und Silbcrgrubcn ziemlich reich, und der Arbeiter in denselben mögen über Looo seyn; wie viel einträglicher sie aber ehemahls waren, als jetzt, er- O s 2 »24 Schrnkng Schenkeaf Schenthr! Scherif hellet daraus, daß mau gegen da« En-«en für die Soldaten sov Bürgerha». de des vorigen Jahrhunderts hier wö- ftr begriff. Seil dem sich aber der Lauf ch-utlich Z bis 4oe-o Mark Siider ge. des Rheins geändert hak, ist sie von der wann, welche Summe jetzt etwa auf Beluve geschieden, und liegt auf dem loou steigt. Das hiesige Erz enthält Boden des HerzogthumS Eleve. Dar mehr uud befferes Gold, als Las Krem-- Wasser hat nach und»ach ihre FestungS. nitzer, wiewohl der Gewinn nicht groß werke verwüstet; wiewohl sich hier ist; doch hat man in neuern Zeilen doch noch einige Zollbedienre aufhalten, reiche Goldadern entdeckt. Nahe bey welche von den vorbey fahrenden«schif. Schemnitz hat man gegen Mitternacht feil Zoll heben. Das ehemahlige Schloß, »u einen so genanilten Calvariberg er. auf welchem sich die Herzoge von Gel. r,ch,et. dern öfters aufhielten, ist ganz verfallen. Schcmngen, eine kleine Stadt und Amt Schenthal oder Schönchal, ein Markkim Fücstenthume Wolfendüttel im nie. flecken im Pilsner Kreise in Böhmen, derfächsischen Kreise. Sie hak ein altes welcher dem Markgrafen von Baadea fürstliche« Schloß, ein adeliges Gut, gehört. eine wohl eingerichieie lateinische Schn- Scheppensicdt, eine Stadt an der Alken, ie mit einer Bibliothek, und ist der Sitz au im Fürstenthume Wolfenbünel im einer Generalsuperintendentur. Nahe niedersächsischen Kreise. Sie ist nach bey der Stadt, welche im Jahre»744 dem großen Brande, welchen sie im abbrannte, ist ein Salzwerk. Da« Amt Jahre 174z erlitt, regelmäßiger un» Scheningen begreift iZ Dörfer und 2 schöner als vorher wieder aufgebauet adelige Güter. worden, und wird noch immer vergrö- Schenkenberg, eine Landvogtey mit ei- ßert. klebrigen« ist ste der Sitz einer nein verfallenen Schlosse in den deut« Superiniendentur. schen Landen des EanionS Bern in der Scherenbcrg, ein Amt und Flecken im Schweiz, welche an der Nordseite der fürstlichen fchwarzbnrg. sondcrShausi- Aac und im Argau am österreichischen fch-nAntheile a„ derGrafschaflSchwarz- Fricklhale liegt, und eine sehr alte bürg im oberfächsischen Kreise. Hier Herrschaft ist. wird ein starker Handel mir Schweine» Schenkendorf, ein Amt uuö Herrschaft getrieben, im gilbenschen Kreise im nieder» Mark, Scherf, eine»och in einigen Gegenden grafchirme Lausitz, welches dem Her- übliche Mü»zs»rle, welche die kleinste rciimcister de« Johanniterordens zu unter allen Münzen ist, und zuweilen Gonnebnrg gehört, und mehrere Dör. für einen Häller genommen wird, an fer begreift. manchen Orten aber noch weniger alt Schenkenschanze, eine ehemahls berühm. ein Häller ist. Diese Münze ist„och im te Festung uu Amte Lberbetuwe im Lüneburgischen üblich, wo 2; Schrrf nimwegischen.Quartiere in der Pro. einen Pfennig, 8 einem Willen, 7LS viuz Geldern in den vereinigten Nie. aber einen Thaler mache», verlanden, welche der Oberste Martin Schergang. auf den Schiffen der äußere Schenk im Jahre iL8ü anlegte. Sie Gang und das Schiff; imgleichen die lag auf einer Insel, weiche der Rhein langen Balken, welche dem Schisse bildete, da wo sich die Waal von dem. oben seine gehörige Gestalt geben helfe», selben absond.rte, und war sehr fest Scherjf, Serif, ein arabisches Work, lind ßroß, so daß sie aizßcr den Laser. welche« so viel als edel oder von hohe« Scher-ü b eck Schekchin« Geburt und Würde bedeutet, und bey den Tücken ein Titel ist, der besonders den Nachkommen Muhammeds beyge» legt mied. Diese unterscheiden sich vor andern durch ihre grünen Kopfbinden, als der Lieblingsfarbe des Propheten, und diese Würde ist vorzüglich den Scherifs von Mecca mit uneingcschränk- ler Gewalt eigen. Auch die regierende Familie des Kaisers von Fez und Ma- rocco legt sich den Titel Schcrif bey. UebrigeiiS wird der Adel in der Türkcy gar nicht geachtet, ausgenommen der, ivelcher au der Würde klebt. Wenn da. her ei» Vezir oder Pascha stirbt, so find ihre Kinder»on eben so gemeinem Stande, als die Kinder der übrigen Türken. Schermbeck, eine kleine Stadt, Schloß und Aim im Hrrzogthum- Eleve im westphalischen Kreise, welche dem Gra» ftn von Velen gehörten, die im Zah. re l/Hz ansstarben. Schervenheiwel, stlons scutus, s^spri- collis, eine kleine mit Wällen um. gebene Stadt auf einem Bergs im Lau. de Sichen im Quartiere von Löwen im österreichischen Antheile am Herzog, thume Brabant, welche nebst dem eben genannte» Lande dem Erbstatthaltcr der vereinigten Niederlande gehört. Sie ist in Gestalt eines Siebenecks regel« mäßig angelegt, und enthält in ihrer Mute eine Kirche, die ein berühmtes Bild der heiligen Jungfrau Maria ver. wahre». Scheßiitz, eine kleine Stadt, Schloß und Amt zwey Meilen von Bamderg im Hochstisle Bamberg im fränkischen Kreise. Schelchina, eine von den Inseln Nrgho im nordöstlichen Archipelagus, welche gegen 80 Werste im Umfange haben Mag, viele felstchie Berge und warme Quelle» da,, und von den Russen im Jahre 17^0 ciitdrckt wurde. Schesekinz Schieber Schevt'ki'iigcir oder Schcvening, ein Dorf am Ufer des Meeres eine Stunde vom Haag in Südholland in den vereinig, teu Niederlanden. Von hier aus führt ein mit gebackenen Steine,, gepflaster. tec und auf beyden Seiten um Bäumen besetzter Weg von einem Qrre z»m andern, lind viele Gesellschaften kommen aus dem Haag hierher, um sich zu baden, oder frisch gefangene Fische zu essen. Schepcrn, Scheyren, ein ansehnliche« Beiiedicliiieekloster unweit Psaffenho» fen in Qderbayeru, welches das Stammhaus der allen Grafen von Scheyern ist, von denen das HauS Pfalz und die auSgestorbenen Churfürsten von Bayern herstammcn. Kaiser Qtto ver» lieh drin Grafen von Scheyern die Pfalzgrafschaft Bogen. Qiko tl.. Pfalz, gras von Scheyern, verwandelte sein Stammschloß im Jahre ,09/ in ein Kloster, und man findet in der Kirche desselben noch seine und seiner Abkömmlinge marmorne Grabschrifkrn. Schidlo, s. Kürstenberg. Schiedam, eine Stadt in Sudholland in den vereinigten Niederlanden, welche die neunte unter den ,z Städte» ist, die ihre Depukirten zur Versanimlunz der Staaten von Holland schicken. Sie liegt an der Maas, hat den Nahmen von dc», Flusse Schie, welcher hier durch eine Schleifst in die Maas fließt, und enthalt>Lc>4 Häuser. Die vermö» geiidstcir unter den hiesigen Einwohnern rüsten Schiffe zum Heringstange a»S, und die geringern stricken Netze. I» der hiesigen Gegend wachsen vteie Wachholdcrsiöcke. Schieber, Schlei, ein Schloß und Amt im schaiiendiirg-Iippischei, Aniheile an der Grafschaft Lippe im westphäli,chrn Kreise, welche im Jahre 1756 von dem Grafen vo» der Lippe-Bückeburg au rs6 Schiel arid Schiffen Schiffer die Linie von Lippe Alverdiffen abge- lreten wurden. Schieland, eine Landschaft in Südhvlland in den vereinigten Niederlanden, welche ihren Nahmen von der Schic hat, ob dieselbe gleich nur ein Stück der westliche» Seite desselben berührt. Der Boden des Landes besteht aus Heide, etwas Saat und Weideland, und aus großen mit Wasser angefüllten Plätzen, aus welchen Torf gestochen worden ist. Schiermonigkoog, eine kleine Insel in der Nordsee a» der Küste von Frics- land. in den vereinigten Niederlande». Die Einwohner derselben nähren stch mit der Fischerei), und es dienen auch viele auf der See. Schierling, s. Schirtingen. Schievelbein, eine Kreisstadt am Flusse Rega in der äußersten nördlichen Spitze der Neumark im Chursürstenthume Brandenburg. Hier ist eine Commen- Ihnrey des Johannikcrordens, welche das Schloß in dieser Sradt und 13 ganze Dörfer, Antheile an einigen andern ungerechnet, besitzt. Der Commenihur ist zugleich churfürstlicher Laudvogt über den schievelbeinlschen, dramburgischen und aronswaldlschen Kreis, und die Edelleute dieser Kreise müssen vor ihm erscheinen, weil er die erste Instanz hat. Er pflegt hier einen adeligen gelehrten Landvogkey. und Burggerichtsverwalter zu halten; die Appellationen aber gehen an die neumärkische Regierung. Die hiesigen Einwohner verfertigen viele Tücher und Rasche, wozu sie sich der schönen Wolle, die man in dieser Gegend findet, bedienen. Schiff von der L-nie, s. Linie. Schlffaint, s. Overschiffamk. Schiffocücke, eine auf Schiffen ruhende, aus zusammen gesetzten Schiffen bestehende Brücke. Schiffenberg, eine Commenthurey des deutschen Ordens in Oberhcffen, eine Meile von Gießen, welche gute Archer, Gärten, und Waldungen enthält. Schiffer, derjenige, welcher auf dem Schiffe die Aufsicht über dasselbe und über die Ladung hak, und auf dem mittelländischen Meere der Schiffspalron oder Patron heißt. Auch im Deutschen nennt man ihn, wen» man ihm Ach. tung erweisen will, den Schiffshercn, obgleich dieses Letztere eigentlich den Eigenthümer des Schiffes bezeichnet. Ein Schiffer, welcher nicht Eigenthü. mep des Schiffes ist, wird zum Unterschiede Sctzschiffer genannt. Auf den Kaufsahrdeyschlffen, wo sich kein SchiffS- capitän befindet, ist er der Oberste des Schiffes, der den Steuermann, welcher wohl auch zuweilen der Schiffs« mann genannt wird, unter stch hat. Auf ansehnlichen Kanffahrern pflegt man im gemeinen Leben auch wohl den Schiffer Schiffscapitän zu nennen. Schifflast, ei» gewißes körperliches Maß, den innern körperlichen Raum der Schiffe zu bestimmen, welches zwey Tonnen hält. Schiffnopel, eine ehemahlige Art cnglän- bischer Goldmünze», auf welcher ein Schiff gepräget war. S. Nobel. Schiffpech, eine Mischung aus Pech, Theer, Harz und tt,»schütt, welche in die Fugen der Schiffe gegossen wird, das Holz vor der Fäulniß zu bewahren. Schiffpfund, eine Art großen Gewichtes, welche auf den Schiffen am üblichsten ist, und gemeinlich Zentner oder 2LO gewöhnliche Pfund wiegt. In vielen Gegenden werden auch die La»d- frachtcn nach Schiffpfuaden gerechnet; und da hält dasselbe in einigen Orten, wie zum Beyspiele zu Hamburg, Z2« Pfund. Schisscapitan, der erste und vornehmste Befehlshaber auf einem zum Kriege oder zur Vertheidigung ausgerüstete» Schiffe. Schiffschnh Schilbberg Schrffschuh, bey einigen Meßkünstlern der Nahme des Maßes eines Körpers, welches eine Ruthe lang und breit, und einen Fuß dick ist, und welches auch ein Schachtschuh genannt wird. SchiffSfreuiiS, in den Seestädten ein Nahme, welchen sich diejenigen geben, welche ein Schiff auf gemeinschaftliche Kosten ausrüsten, und welche auch Aber. der, Mffrheeder und Schiffspartener ge- nannt werden. Schiffswerft, s. Werft. Schifföwlnde, ein starker langer Baum, in Gestalt eines abgekürzten Kegels, wel. cher am obern Ende mit viel Lochern versehen ist, in welche man die Hebel steckt, vermittelst deren die Winde her- um qedrehet wird. Man braucht sie, ein Schiff von einer Klippe oder Bank in tieferes Wasser hinab- heben, und überhaupt zu den schwersten Verrichtungen. Schiffen, der Nahme einer Seele unter den Muhammedanern, welche der Lehre des fflistlgt, und denselben höher hält, als den Muhammed selbst. Hierzu bekennen sich die Perser, und die meisten Einwohner des Königreichs Golconda., Ihre einzige Glaubens- und LebenSre- gel ist der Alkoran; dagegen die Tür. ken, welche sich Sunniten oder Recht, gläubige nennen, all- mündlichen Traditionen des Muhammeds und seiner Nachfolger annehmen. Die Hochachtung der Schiiten gegen den Ali ist so groß, daß sie glauben, er werde wie- der in die Welt kommen, um alles zu bekehren; daher ihm in einigen Mo. scheen ein gesatteltes Pferd bereit gehalten wird. Schilda, eine kleine Stadt in einer fruchtet" zwischen Toegau und Schatz im meißnischen Kreise im Chur« furstcnthnme Sachsen, schilbberg, einStädtche» von 121 Häusern ttliOlniützer Kreise, in Mähren, welches Schildern Schilling r-^ demFürsten von Liechtenstein gehört, und im Jahre 1744 von den Preussen ein, geäschert wurde. Schildern, ein Markt und Schloß im Kreise ob dem MannhartSberge im Lan. de unter der EnS in Österreich, welche einem Herrn von Masern gehören. Schilliiigsfürst, ein doppeltes aulehnli- cheS Bergschloß mit einem daran liegenden Flecken im Fürstenlhume Hoheulohe im fränkische,i Kreise. ES ist die Residenz der Fürsten von Hoheulohe- Schilliiigsfürst, und der Sitz eines AmtS. Schilolo, s. Gilolo. Schiffach, ein Städtchen im Amte Horn- berg im Herzogthume Würtemberg. Be- dsmselben findet man auf dem Hohen, berge schönes Eisenerz. Schimegher Gespauschaft, Somogp- Varmegpe, eine Landschaft in Nieder, «»gar», welche zwischen dem Flusse Drau und dem Plattensee liegt, in den Kaponer, Szigether und Kaniser Di- strict abgetheilt, und von Ungarn, Kroaten, und einigen Deutschen und Böhmen bewohnt wird. Sie ist gegen Morgen bergicht; aber dennoch ist in der ganzen Landschaft kein Stein zu stn. den, und sie hat schöne Eichenwälder, gute Weiden,«nd eine» fruchtbare» Getreideboden. Übrigens findet man hier viele Sümpfe, kein gutes Wasser,«»» ungesunde Lust. Sildesche, ein adeliges Fräulcinstift in der Grafschaft Aavcnsberg, eine Meile von Bielefeld im westphälischen Kreise, in welchem eS so wohl lutherische aiS re. forinirte und katholische Caiionissiiincn gibt. Der König von Preussen Friedrich II. hat ihnen im Jahre 174^ ein besonderes OedenSkreuz verliehen. Schilling, der Nahme einer Münze, welche nach Beschaffenheit der Zeiten und Orte von sehr verschiedener Währung ist. Der engländische Schilling macht nach unserm Gelde beynahe einen hal. Schierling Schlachtorhn isZ Schi«tau Schirüs den Gulden. In Aachen find noch Schillinge,vielleicht nur als cineRech- uuvgSirünze, gangbar, deren vier einen Aeichsgulden machen. In verschiebe, neu Provinzen am Niederrheine ist der Sckill.ng eine Münze, welche ungefähr ir.y gme Groschen ausmacht, daber deren bald acht, bald auch neun anfci, nen ReichSthaler gerechnet werden. In Desterreich und einigen andern oberdeutschen Gegenden ist der Schilling eine Rechnnnasmüuze, deren acht einen Gulden machen. Im Münsterschcn bin- Lege» mache» 28 Schillinge einen Tha. Icr. Am üblichsten wird das Wort Schilling als ei» Nahme einer Scheidemünze gebraucht, welche sich aber doch auch nicht gleich ist, sondern bald y. bald c>, bald aber auch nur einen Pfennig halt. Schinkau, Sempte, ein Marktflecken in der Neutrer Gespanschast in Niederun- gar», welcher eine katholische Pfarre hat, und baut gute Weine. Schis, eine kleine wohl bewohnte Handelsstadt im Gebiethe von Vieenza im Venetianischen, welche der Sitz eines V cariaiS ist, zu dem»4 Dörfer ge. hören. Schippend il, Schiff'nbnrg, ein Stadt, che« inOstprenff-n, welches in der Gegend liegt, wo sich die Alle mit der Gu- her vereinigt. ES ist ein sehr nahrhafter und guter Ort. Ruch dem letzten Brande vom J-bre 17.50 ist er viel besser wieder a„g>b uel worden. Schiras. SiraS, die Hauptstadt in der Provinz Farsista» in Westpeisien. S>e liegt am Flusse Lendimir, ist eine von den größten und schönsten Stäbchen im Reich, und hat L Meilen in ihrem Umkreise, wie wobl sie nicht mehr so blühend als ehemabls ist. AuiaS herum sind die angenehmsten Gärten und Allee» von Cypressen «»gsl.gt. Man findet hier ei» großes Cvllegium, welches mit Gelehrten von allerley Wissenschaften besetzt ist. In der umherliegenden Gegend wird das beste Glas im ganzen Oriente gemacht, und sie zeugt auch guten Wein, und die besten Granatapfel in ganz Persien. Auch verfertigt man hier Rofenwasser, das in Indien sehr hoch geschätzt wird. Schierlingen, Scbirnling, ein Marktflecken und Paß nach Böhmen im Für. stenihum Bayreuld im fränkischen Krei. se. Nabe dadey liegt das feste Schloß Hohcnberg, auf einem Berg an der Eaer. Schirwan, Scirvan, Sirvan, eine Provinz in Persien, an der westlichen Küste dercaspifchcii Meers, welchejetzt zu den eroberten Ländern des Prinzen HcraeliuS gebort. Die russische Kaiserinn Anna erhielt diese Provinz durch den im Jahre> 7Z2 mit den Persern geschlossenen Frieden; allein weil die russischen Soldaten das Clima nicht vertragen konnten, und die Einwohner kaum zu dem Unterhalie derselben hinreichten, so ließ Rußland diese Erobern», gen freywillig wieder fahren. Schistab, SziStow. eine große Stadt in einer ungemein schönen Gegend an der Dona» in der nikopslischrn.Sandschak« schalt in Bulgarien. Schiva,s Chiva. Schisma, eine Trennung. Schirwind, s. Pilkollen. Schkeudih, Skeudly, eine kleine Stadt und Amt an der Elster im Stifte Mrr« sedurg im Chnrfürstenihume Sachsen. Sie bat ein landesherrschastlichrs Jagd- und AmihauS; aber das alle Schloß ist nicht Mohr vorhanden. Schlnchlordnung diejenige Ordnung, in welcher ein Kriegsherr in die Schlacht rücket. Sie wird folgender Gestalt eili- ger chiet, so, daß die Artillerie vorder Armee, und die Mannschaft in zwey Linien sieht. Die Cavüllene steht eat» Schlackenwa Sch läge schätz weder a» den Flügeln der Infanterie, oder es werden die Escadrons und Bataillons unter einander gemengt. Die Escadrons und Bataillons der zweyten Linie stehe» etwas entfernt von der ersten. Hierbey hat man ein CorpS de Reserve von etlichen Brigaden Ca. sallerie und Infanterie, welches hinter den Linien steht. Der älteste Geueral- feldmarfchall führt den rechten, und der nächste General nach ihm den linken Kluges. Derjenige General aber, wel. cher en Ches oommandirt, bleibt entweder bey dein CorpS de Bataille, oder bey der Reserve. Schlackcnwalde, Slawkow, eine könig. liche Bergstadt im Elbogner Kreise in Böhmen, welche wegen ihrer trefflichen Zinnbergwerke berühmt ist, und i Meile von Einbogen liegt. Schlackenwerlh, ehemahls Ostrom, eine Stadt,mit einem schöne,«Schlosse imEln. bogncr Kreise in Böhmen, welche dem Markgrafen von Baaden gehört. Bey dem Schlosse befindet sich ein prächtiger Lustgarten, und in der Borstadt ein Piaristcncollegium und Gymnasium. Nebst dem Bergbaue beschäftiget hier das Spitzenklöppeln wie auch die Viehzucht viele Menschen, vchladen, ein Schloß und Drostenamt im Hochstifte HildeSheim, an den hal- berstädtischcn Grenzen. Nahe dabey ist das so genannte große Skeinfeld, auf welchem eine große Armee gemnstert ^werden könnte. Schlädming, ein landesfurstlicher Markt >m Jndcnburgcr Kreise in Obcrsteycr- mark, welcher an der EnS liegt, und d's zum Jahre eine landesfürstli. che Bergstadt war, in demselben aHer Stadtrcchks verlustig wurde. ^^'OgeschaH, ein Wort, welches,) den Pacht oder Zins bedeutet, weichen der Munzpachter oder Münzmcister dem Munzberr» von dem Ertrage derMnn- ^e.Band.) Schlaiy SchlunFeubüd rsy- ze geben muß, in welchem Verstände rS besonders ehemahls sehr gangbar war. 2) Die Münzgebühr, die Abgabe an einen Höher,! für das Recht, münze» zu dürfen..q) Eine Abgabe derUn. terihancii an den Münz. und Landes. Herrn, die Unkosten der Münze zu bestreiken, dagegen derselbe vcrpstichket war, den Gehalt der Münzen nichtzn verringern. In diesem Verstände wird noch in mehreru Ländern Schlägeschatz als ein Zoll von Waare», als eine Abgabe von dem Getränke u. s. f. gegeben, welche von den Unterthanen anfänglich gleichfalls zum Unterhalte der Münze, und zur Beybehaltung des gu tcn Schrotes und KorueS der Münzen bewilliget wurde. Schlaitz, s. Schleitz. Schlau, s. Slam Schlandcrs, eine Herrschaft im Viertel Vinstgau inTyrol, welche den Grafen von Trapp gehört, und Z4 Kirchen,>4 Dörfer und io Schlösser begreift. In derselben hat der deutsche Orden eine Commenthurey, welche zur BMey Elsch gerechnet wird.^ SchlanMibad, oder Carlsthalerbad, ein berühmtes Gesundbad in der Grafschaft Katzcnelnbogen, anderthalbe Stunden von Schwalbach auf Frankfurt zn, und Z Stunden von Wißbaden an der maln. zische» Grenze. Es liegt in einem tie. fen Thale, welches rings umher mit hohen Bergen und dicken Wäldern umgeben ist. Bey der anmulhigen Allee hat die Kunst der trefflichen natürlichen Lage ungemcinc Verschönerungen verschafft. Die Hauptgebäude für die Badegäste bestehen aus Z sehr bequemen, großen, herrschaftlichen Häusern, nähmlich L heffencaffelischen, und t churmaynzischen> als welche Höfe hier die Landeshoheit haben; daher auch diese Häuser an den Grenzen des rheinfelstschen und mayn« zischen Gebieth- nur durch einen Bach> R. L'ZN Schlange« Schlawen von einander abgesondert sind. Die Ein» richtunz der hessischen ist besonders schön. Der»erstorbne Landgraf Wilhelm VIII. ließ im Jahre 17LZ noch s neue Bäder anlegen, von welchen dus eine durchaus von Marmor ist. Man .findet hier jede Bequemlichkeit, und so wohl die Resormirten als Lutheraner und Katholiken verrichten hier ihren Gottesdienst. UebrigenS kann daSSchlan- genbad so wohl zum Baden als Trinken gebraucht werden. Das Wasser ist kalt, und muß erst warm gemacht werden, wenn es gebraucht werden soll. Schlangenüisel, s. Anguilla. Schlanstedt, ein großes königliches Amt im Fürstenthume Halbcrstadt im niedersächsischen Kreise, an welchem der Herzog von Wolfenbütkel ein kleines Antheil an dem Dorfe Pabstdorf hak. Schlawa, eine kleine offene Stadt im Für- sienthume Gloga» in Schlesien, nicht weit von der pohlnischen Grenze. Sie hat eine katholische und eine lutherische Kirche, brannte im Jahre 1764 ganz ab, und ist ein Majorat der Grafen von Fcrnemont. Der große See, an welchem Schlawa liegt, ist in Anse« hung der Fischcrey beträchtlich, indem er jährlich iFoc» Gulden eintragt. Ue. brigens hat er zu gewissen Zeiten eine Art von Fluth, und wirft alsdann kleine Goldkörncr unter dem Sande aus. Schlawe oder Schlüge, eine kleine Stadt mit einer Propstey a» der Wipper im Kreise gleiches Nahmens in Hintcrpom- mern. Hier wird guter Handel mit Leinwand getrieben, und ehemahls war hier eine Commcnthurey und Meistcrthum des JohannilerordenS. SchlawenziH, eine ansehnliche Herrschaft im Fürstenthume Oppeln in Oberschle- ßen an der pohlnischen Grenze, wel. che der grästichen Familie von Hoym gehört. In derselben findet man beträcht- Schlechb Schlei Shei« liche Messingwerke, Eise«. Blech-«nb Stahlfabriken. Schlechdorf, eine Propsiey regulirter Chorherren Aiignstinerorbens am Kachelsee in Oberbayer«. Schleeb, Zleby, ein Städtchen, Schloß und Herrschaft im Tschaslaner Kreise in Böhmen, welche dein Fürsten von Auersberg gehören. Hier hat der Fürst Johann Adam von Auersberg an dem Flusse Dobrawa eine Bleiche für seine Fabrikwaaren errichtet. Diese ganze Herrschaft, so wie alle übrigen dieses Fürsten, gleicht wegen der Jagdbarkeit, die hier unterhalten wird, einem Ziergarten, in welchem die Natur und Kunst dem Auge ein schönes Gemählde darstellen. Das Schloß ist eins der schönsten in Böhmen, und von vielen ge. krönten Häupter» besucht worden, unter welchen sich der jetzt regierende König von Neapel, Ferdinand IV., befindet, der sich hier im Jahre 17^0 durch F Tage mit Jagden unterhielt. Uebri- gens soll hier ein Tempelherren- und Nonnenkloster gestanden haben. Schleedusch» ein Städtchen im Herzoz- thume Bergen im»vestphälischen Kreise, von welchem eine freyherrlichcFamilie den Nahmen führt. Schlciden, eine Grafschaft im Ivestpha- lischen Kreise, welche südlich vomHee- zogthume Jülich liegt, und dem Herzoge von Ahremberg gehört. Sie enthält ein Schloß und einen Flocken gleiches Nahmens, i» welchem letzter» der berühmte Geschichtschreiber SlcidanuS im Jahre 1L06 geboren wurde. Schleisheim, ein bayerisches Lustschloß anderthalbe Meile von München in Oberbayern, welches prächtige Gebäude, eine churfürstliche Stuterey, einen Thiergarten und eine kostbare Sammlung vo» Gemählden des Rubens, Dürers u. s. f. enthält, und beydem man eine-7« Schritte lange mit Lindenbe- Schlritz Schkesie n S ch! esr ru fttzte Mallbahn, und an Leren Ende da- schöne Gebäude Lnstheim«»trifft. SchleiK, eigentlich Schlkwitz, eine Herr. schaff und etwa- tief liegende Stadt an der Wiese,uhai in den gräflichen rcussi- scheu Landen im obsrsächsischei, Kreise, weiche der schieitzischen Linie gehören. Die Stadt wird in die alte, neue und Heinrichefladt abgetheilt, wozu noch eine Vvrstadt kommt, und enthält Zvo Häuser und Zooo Einwohner. Sie hat anß-r der Hauptkirche noch zwey aude- re Kirchen, von welche» eine vor der Stadt liegt, und das gräfliche schleitzi- sche Begräbnis) enthält. Das gräfliche Residenzschloß liegt auf einem Berge, Hak eine Kirche, und gibt der Stadt ein schönes Ansehen. An der Wiesen« »ha! liegt noch ein gräfliches HauS, welches die Luisenburg genannt wird. Ue» brigenS befindet sich hier eine Superin- tendentnr und eine lateinische Schule, . Zu den hiesigen Gewerbe» gehört eine Tuchliianufactur und die Verfertigung guter wollene» Scherpcn. Im Jahre 177Z litt die Stadt großen Brandschaden. Schlenacken, s. Evß- Schlesien, ldilefla, ein Herzogthum, welches gegen Westen an Mähren, Bäh. wen, die Grafschaft Glatz und die Lau- fitz, gegen Norden an Brandenburg und,die Lausitz, gegen Qsten an Podien, und gegen Süden an Ungarn grenzt. Gegen Osten ist das Land eben und offen, gegen Süden aber wird es von Ungarn durch G.birae und ein dickes wildes Gebüsch geschieden, welches in einigen Gegenden eine Meile, in andern aber mehr oder weniger breit ist, und eigentlich weder zu Schlesien oder desselben Fürstenihunie Tefche», noch zu Ungarn gehört,>b sich gleich beyde Länder dasselbe mehrmahls haben zueignen wollen. Weil aber von brvden Seite» diese Wildniß nicht ausgerottet werde» darf, und nur ein einziger Weg, nähmlich die dnrchgehauene Landstraße, durch dieselbe geht, so ist sie eine na. kürüche und undurchdringlich« Vor. ^ mauer, so wohl für Schlesien als Ungarn. Gegen Westen wird Schlesien von Mähre» und Böhmen durch eins der größten, ansehnlichsten und höchsten Gebirge in Europa, nähmlich durch das slidekische Gebirge, geschieden; gegen die Lausitz aber wie gegen Norden ist es eben und offen. Das ganze Herzogthuin betragt nebst der Grafschaft Glatz 6tzv deutsche Quadratmeilen, wovon der preussische Antheil über ,;6o Quadrat. Meile» ausmacht. Die Grafschaft Glatz kann man auf ZL Quadratmrilen rech. ne». Da- preussische Schlesien, welche- gegen Norden an die Mark Brandenburg und die Lausitz, und gegen Südew a» das österreichische Schlesien grenzt, hat in der Nachbarschaft von Pohlen und der Lausitz einen ebenen und sandigen Boden,' gegen Böhmen und Mähren aber ist es gebirgig und waldig, und hier findet man auch das Rresengebirge mit der Riesen- oder Schneekoppe. Ue» beigens ist hier die Luft selbst in den bewohnten hohen Gebirge» gemäßigt. Man treibt hier mittelmäßige Viehzucht, hat in fruchtbaren Jahre» Getreide und Flachs in Menge, und bauet Hanf, Krapp, Tabak und etwas Wein. Holz, gute Wolle und Seidcnplantagen werden in mehrern Gegenden gefunden. Die Berge enthalten Silber, Zinn, Kupfer, und Kobalt, wiewohl die Ausbeute derselben nur mittelmäßig ist» hmgegen werden Bley, Eise», Steinkohlen und Galmey in Menge angetroffen, und man hat auch Schicfcrbrüchc, Thonerde, Siegelerde, Marmor, Mergel, Kalk, Gips, Sandste ne, Rötbel, JaSpiß, Achate, Krystall. Topasen, T»rf, Gesundbrunnen»nd Bäder. Die R-r G ch lest«» Schlesie« II2 vornehmsten hiesigen Flüsse sind die Elbe, Oder, der Queis, Zacken, die Weichsel und der Bober. Das österreichische Schlesien, welches nur L> Quadratmeilen enthält, ist ein sehr gebirgiges Land, und seine Berge gehören, wie schon oben angezeigt worden, zu den höchsten in Europa. Der Getreidebau ist hier nicht hinlänglich zum Unterhalte seiner Einwohner; hingegen hat man gute Viehzucht, besonders Schafzucht, Wildbret, viel Flachs, Hanf, Waldungen, verschiedene Farbeuerdcn, Marmor, Granaten, Krystall, Vitriol, Salpeter, Eisen, Kupfer und Bley. Die Anzahl der Einwohner beträgt im preussischen Antheile auf r^ Million; denn im Jahre 1777 zählte man, die Soldaten ungerechnet, a,4vZ6i7 See. len. Man findet hier auf 180 Städte und Flecken, und FS70 Dörfer. Die Einwohner bekennen sich zur lutherischen, katholischen und reformirte» Re, ligion; doch haben auch andere christliche ReligionSparteycn, wie auch die Jude», freye Religionsübung. Außer der deutschen Sprache wird in den an Pohlen, Böhmen und Ungarn grenzenden Fürstenkhttmern auch pohlnisch, böhmisch und ungarisch gesprochen. Die schlestsche» Leinwandfabriken und Bleichen sind auch außerhalb Deutschland berühmt, und die hiesige Handlung ist sehr ansehnlich. Im Jahre 1777 zählte man im preussischen Antheile 2.Z200 Weberstühle von allerley Aet. Leinwand liefert Schlesien wohlfeiler, als andere Länder, und hier gibt eS gegen 20c» Bleichen. Tücher werden in vielen Orten verfertigt; so auch leichte wollene Zeuge, seidene und halbseidene Atlas, se, Baltist, verschiedene Arten Bän. der und baumwollene Waaren. Man führt vornehmlich a»S Schlesien Leinwand, Schleycr, Tücher, Rasche, Hüte, Mühlsteine, Holz zum Schiffbau und zu Tonnen, Eisen, Marmor, Krapp, Vitriol, Arsenik und Siegellack. Seit dem der größte Theil Schlesiens unter preussische Oberherrschaft gekom- wen ist, so besteht dieses Herzsgthum aus iy Fürsteiithümern und F freyen Standesherrschafteu, und wird Ober- lind Niederschlcsien eingetheilt. Jenes liegt gegen Süden, und dahin gehören die Fürstcnkhümer Teschca, Tcoppau, Jägerndorf(wovonerstere-ganz, letztere aber zum Theil noch dem Erzhaü- se Oesterreich zustehen), Oppeln, Kaliber und Bilitz, nebst den freyen Stan- desherrschaften Pleß»nd Beuchen. Zu Niederschlesien gehören die Fürstenthä- mer Brcslau, Brieg, Glogau, Jaucr, Liegnitz, Münstrrbcrg, Reiß, OelS, Saga», Schweidnitz, Wolau, Tra- chenberg und Carolach, nebst den Stau- desherrschaften Wartenberg, Miljtsch und Goschüz. Unter der österreichischen Herrschaft wurde die Regierung, die das Oberamt genannt ward, durch einen vom Kaiser bestellten obersten Hanpt- mann verwalket, und ihm war ei» Ober- amtSkanzler, nebst verschiedenen Räthen zugeordnet. Jedes Fürstenthum hatte seine besondern Landeshauptleute und Regicruugsräkhe. Zu Saga» aber war, statt des Landeshauptmanns, ein Amtsverweser. Die Appellationen geschahen nach Prag, nachdem das sogenannte Fürstenrecht aufgehoben worden war. Seit der preussische» Regierung stehen die evangelische« lutherischen Ein- tiwhuer in geistlichen Sachen unterdes Eonsistorien, die katholische» unter den Biskhümcri! von Breslau und Olmütz, und die reformirten Gemeinden unter dem reformirten Kirchcndtreckorium zu Berlin. Zu Besorgung des Civil, und Polizeywesens sind Z Oberamtsregic- rungen, nähmlich zu Breslau, Glogau und Brieg,»nd 2 Kriegs- und Domä- Schlesien «eukammcrn zu Besorgung des landesherrlichen Finanz. ContributionS- und SteuerwesenS, zu BreSlau und Glo- gau angelegt worden. Unter die Oberamtsregierung von Breslau gehören die Fürste,ikh,iiiec Bresian, Schweidnitz, Jauer,Bcieg, Münstecberg, OelS und die Grafschaft Glatz. Unter die von Glo. gau gehören Glogau, Wolau, Liegnitz, Sagan, Trachenbcrg, Carolakh, Mi- liisch und Goschüz, und unter die von Bcicq, Oppcln und Aakibor nebst dem preussischen Antheile an den Fürsten- tbnmern Tcoppsu, Zägernstorf und Reiß,«ebst den StandeSheerschafte» Pleß und Benthen. Vor dein Jahre 1742 war ganz Schlestcn dem Königreiche Böhmen einverleibt; nach des Kaisers Carl VI. Tode aber machte der König von Preussen als Churfürst von Brandenburg im Jahre 274« auf die Fürstenthüiner Jagerndorf, Liegnitz, Brieg und Wolau Anspruch, bemäch- tigke steh fast des ganze» Landes, und erhielt durch den Berliner Frieden vom Jahre>742 Ober»und Niederschlesten nebst der Grafschaft Glaz frey und u». abhängig von der Krone Böhmen. Es einstanden hierauf neue Unruhen; im Dresdner- Frieden aber vom Jahre 174^ und durch den Aachner vom Jahre 1748 «urde Preussen in dem Besitz dieses Her- zogthumS bis auf das Fürstenlhuiii Tc- fchen und den Antheil, den das Erz- bauS Oesterreich an den Fürstenkhumern Troppau, Jägerndorfund Neist behielt, bestätigt. Im Jahre 17^6 kam cS aber- mahls zwischen der Kaiserinn Königinn und der Krone Preussen zum Kriege, welcher erst durch den am tAteu Februar öes JabreS 17SZ in HuberlSburg ge» schlosiencn Frieden geendigt wurde. Vor. >vöge deffrlbcn wurde Schlesien nebst der Grafschaft Glaz der Krone Preussen aufs neue mit völliger Souveraiui« tät und Unabhängigkeit von Böhmen be- S chreKwig stgrigl, und das Eroberte wieder cin- geräumi, wiewohl sich das den, chc 3leich seine Rechte daean vorbehalten hat. Schleßwig. ein sauscraines Herzogchum. weiches auch Südjutkand genannt wird und gegen Norden au das Jütland,ge. gen Süden an das Herzoglhum Holstein, gegen Westen an das deutsche Meer, und gegen Osten an den kleine» Bell grenzt. Seine Länge ist vom Ep- derstrom und Rendsburg bis an Eol- dingen auf>Z Meilen, die Breite theils 6, theils 8 deutsche Meile». Es gehört nicht zu Deutschland, und war ehemahls theils dem Könige von Dänemark, theils den Herzogen von Holsteingotlorp zuständig; allein im Jahre-7,4„ahm Konig Friedrich IV. auch den herzog, lichcn Antheil in Besitz, und durch den Stockholmer Frieden vom Jahre 1720 wurde die Krone Dänemark in demselben bestätigt. Jm Jahee 1722 wurde das ganze Herzogthum den königlichen Ländern einverleibt, und wegen des Best- tzeS von dem Kaiser, England, Frank- reich, Spanien, Schweden und Hol- land, die Garantie geleistet. Das galt- ze Land, bis auf den kleinen Antheil, welchen der Herzog von Holste-nang». stenburg noch besitzt, wird durch eine« königlichen Statthalter regiert, welcher gewöhnlich auf dem Schlosse Got-orp residirt. Schlcßwig, 8l-svißium, die Hanptstab: im Herzoglhume dieses Nahmens, liegt in einer angenehmen Gegend om Meerbusen Schley. Sie hat wohl arbauete Häuser, breite Straßen, und für ihre Größö auch eine hinlängliche Anzahl Einwohner. In dem Dom-eder der S. PeterSkirchc besteht man vornehmlich drn künstlichen Altar, dir fürstliche Gruft, und die übrigen Monumente. Nicht weit davon ist die Kathsdralschule und das im Jahre ,71k) gestiftete Waisenhaus. Scheltstadt Echlettau Schleusing »Z4 Auf dem Holm-, zu welchem man vermittelst der Schiffbrücke gelangt, be- findet sich das adelige Jshanueskloster mit einer Priorinn und 9 Fräulein. In der Stadt ist das gottorpische Un. terconsistvrium. Rahe an der Stadt liegt has berühmte Schloß Gottorp.(S. Got- lorp.) Die hiesige Handlung war ehemahls sehr beträchtlich; sie ist aber, seit dem der Hasen oder die z Meilen davon gelegene Schleymünde verstopft ist, gänzlich in Verfall gerathen. Die Einwohner, deren Betragen als angenehm und gesellschaftlich gerühmt wird,»er- fertigen allerley wollene Stoffe, steinerne Gesäße, feinen Zwirn zu Spitzen, und guten Battist. Nicht weit von der Stadt sieht man bey Arensharde noch die Ueberreste von dem im 9ten Jahr. Hunderte aufgerichteten Danewerk, welches ein Wall oder eine Mauer war, die sich Z deutsche Meilen in dieLänge erstreckte, und eine geometrische Ruthe an Höhe hatte, um das Herzogldum Schleswig vor dem Einfalle der Sachse» und Slave» zu bedecken. Schletstadt, Selekackiuln, eine ansehnliche und feste Stadt am Flusse All in Unierelsaß an der Grenze von, obern Elsaß, welche vom wasgauischen Gebirge etwa eine französische Meile, und vom Rhein vier Meilen weit entfernt ist. Zn der hiesige» Gegend ist drr rbe- ne Strich von Eisaß am allerschmal- sie», und hier stoße» sechs Heerstraßen zusammen, von welchen zwey durch das Leber-«nd Weilerlhal nach Lothringen fübren. Von hier aus ist ein Weg bis an den Rhein durch Moräste angelegt morden, der A4 Brücken hat, und den w«n betritt, wenn man durch Elsaß nach Lotbringen und Frankreich reiset. König Ludwig XI V. ließ im Jahre 167z die allen Mauern der Stadt abbreche», zwey Jahre nachher aber dieselbe ansehnlich befestige». Sie Hai stehen Kirchen. Bey einer unter denselben war ein Jesuilencollegttim, bey einer ander» aber eine Johannitercommenthurey welche im Jahre 1Z99 mit der straßbur- gischen vereinigt wurde, und bey viere» Klöster. Ehemahls war Schletstadt eine freye Reichsstadt, und unter den elsas- stschen dem Range»ach die dritte. Die Einwohner haben von der durchgehende» starken Passage und von dem Handel mit Weinen ihre Hauptnahrung. Die Glasur der irdenen Gefäße ward hier zuerst im iZten Jahrhunderte durch ei» »cn Töpfer erfunden. Schletkait, eine kleine Bergstadt und Amt an der Zschlopa im erzgedirgische» Kreise im Churfürfteiilhume Sochscn, Sie hat ein churfürstliches ForsthauS, und gehörte vormahls der Abtey zn Grünhkyn. Im Jahre 17ZZ erlitt sie großen Brandschaden. Schleuse, ein Canal, welcher mit Fall oder Flügelthüren verschlossen werden kann, das Wasser darin nach Gesal- len einzuschließen oder abzulassen dergleichen Schleusen in der Schifffabrt, in dem Mühlenwesen, bey den Deiche» und Dämmen u. s. f. von großem Nutzen sind. In weiterer Bedeutung werden auch die verdeckten Cauäle unter den Straßen in den Städten, die Unreiuigkeiten abzuführen, a» vielen Orten Schleusen genannt. Schleustiigeit, eine Stadt und Amt am kleinen Flusse Schleuß im chursürstli. chen sächsischen Antheile a» der gcsnc« steten Grafschaft Henueberg im fränkischen Kreise. Sie war ehemahls die Residenz der bennebergischen Fürsien Schlensinger Linie, bat ein Schloß, und ist nicht groß Hier ist eine Su- perintendenlur, ein Gymnasium, welches Fürst Georg Ernst im Jahre iL/e einweihen ließ, und den gesammlen Herzogen zn Sachsen, welche Anilin! an der gefürsteten Grafschaft Kenn«- S chleyer Sch litz S ch lob lt bcrg haben, gemeinschaftlich gehört, eine im Jahre 12^1 gestiftete Commen- lhurey des JohanniterordenS, und ein churft'irstliches Kammergnt. Schlcycr, ein lockeres und leichtes Gewebe aus klarem leinenem Garne, durch welches man sehen kann; imglci. chcn eine Art der Tracht des weibli- chen Geschlechts. Schlcichtingheim, Szlichkynkotv, ein adeliges Städtchen in der Woiwod. schaftPosen in Großpohlen an der Grenze von Schlesien, welches zur Zeit deS Zojährigen Krieges von lutherischen Schlesiern angelegt wurde. Hier befin- dek sich eine evangelische Kirche, Schlichen, eine kleine Stadt und Amt im Chnrkreise>,n Thursurstcnkhunie Sachsen. Hier befindet sich eine Prop. stey oder Superintendentur. Dieser Ort hat seinen Nahmen einem Geschlechte gegeben, von welchem diese Herrschaft vom Churfürsten erkauft, und zum Amte gemacht wurde. Schlierkach, Mariensaal oder Unser Frauen Saal, ein ansehnliches Cister- cienscrkloster im Traunkrcise im Lande ob der EnS in Oesterreich, welches auf einer Höhe liegt, die ihm eine ange. nehme AuSficht in das schöne Krems- thal eröffnet. ES ist im Jahre izgL gestiftet worden, und besitzt die Schlösser Mössenbach, Hochhaus bey Forch. ^derf, und Grub oder Mühlgrub. Schliers, ein ehemahliges Kloster der re. gulirtcn Chorrherrcn AngustinerordenS am Schlicrsee in Oberbapern, welches aber dem Collegiatstiftc zu U. L. F. zu München einverleibt worden ist. Schlingen, ein Oberamt und Marktflecken am Rhein im BrciSgau im Hochstifte ^ Basel. Schlitz, eine kleine Stadt, Schloß und Herrschaft in Oberheffe». Sie liegt am Flnffe Altfeld, welcher sich unterhalb derselben mit der Fnlda vereinigt, und Schlucht ist das SiamhauS des uralten»nd seit dem Jahre>7Z>-gräflichen Geschlechts derer von Schlitz, genannt Görz. Schlobitten, eine Herrschaft im moh. rungischen Kreise, gegen das enklitische Gebieth in Westpreffen. Sie cnl. hält ein schönes Schloß mit einem Garten,»nd andern Sehenswürdigkeiten, und gehört den Grafen von Dohna. Schlochan, Gzlukow,rineEtadt iiuConitzer Kreise in Pomcrcllcn in Wrstprenffen. Schlodien, eine Herrschaft bey Mohrun. gen, an dem ciilmischei, Gebiethe i« Westpreiisse». Sie enthält ein schöne, Schloß und andere SeheiiSwürdigkeilcn, und gehört den Grafen von Dohna. Sch.'ögl oder Unser lieben Frau Schlag, ein Stift und Kloster an der große. Müht im Mühlkreise im Lande ob der EnS in Oesterreich, welche, mit Prä- mostratensermönchen besetzt ist,„nd auf den Landtagen Sitz und Stimme hat. Die Herren von Rosenberg in Böhme» haben dem Kloster einen ansehnlichen Strich deS großen böhmische» Walde, geschenkt, und e, gehören demselben unter andern auch da. Schloß Schal« lenberg, und in Böhmen die Herrschaft Mirokice im Prachiner Kreise. Schloßberg, s. Prcßburg. Schloßhof, s. Hof. Schlvktheim, ein Schloß und Marktfle. cken in der Grafschaft Schwarzbur, anderthalb Meilen von Mühlhausenim obersächstschcn Kreise, welche denen von Hopfgarlen gehören, und schwarz, bnrg.rudolstädtisches Lehen sind. Schlubbe,ein kleiner Fluß in der Mittel, mark im Churfürstenthume Branden- bürg, welcher zwischen der Spree und Oder fließt, den See bey Mühlrose macht, und daselbst die Gräben bey dem Canal mit Wasser füllt, und end. lich mit dem neuen Graben in die Oder fällt. Schlächtern, Loliluria, eine kleine Schlüssekb Schmacks S'chlüssclL» Schlüssels Stadt und Amt am Flusse Kinz 2 Meilen von Fulda, und 7 Meile» von-«»au, ru der Grafschaft Hanau-Münzenbcrg im oberrheinischen Kreise. In dem ehe. rnahligcnBelicdict-.ncrklefi.er ist jetzt ein berühmtes reformirteS Gymuafinm. Etwa eine Stunde von hier liegt der Drachenberg. Schlüssel»», ei» adeliges Cistcrcienser- nonnenkloficr, zwey Meilen vonBain- berg imHvchsiifle.Bambcrg in Franken. Schlüffelburg, vormahls Noeteburg, ei. ne Festung im Gouvernement S. Petersburg oder im ehemahligen schwedi- gen Jngermanlaiid im europäischen Anst- land. Sie liegt auf einer kleinen Insel da, wo die Newa aus dem ladogaischen See fließt, mitten in diesem Strome, dessen beyde Ufer sie durch das Geschütz destreichen kann. Sie ist im Jahre 1Z24 von dem Großfürsten Jurje Danilo- witsch unter dem Rahmen Lrechowetz rrbauet worden, und die Insel hieß Lrechawoi Dstrow, weil sie länglich, rund wie eine Nuß ist. Hierauf bekam ste den Nahmen Leescheck, den die Schweden, als ste die Festung im Jahre 1Z47 eroberten, durch Noetc. bürg übersetzten. Im Jahre>411 ward ste abermahls von den Schweden erobert. Nachdem ste Peter der Große im Jahre 1702 eingenommen hatte, gab er ihr den Nahme» Schlüsseldurg, weil er sie als den Schlüssel zu seine» Eroberungen ansah. Die alten Mauern dieser Festung sind 24 Klafter dick. In der Ecke der Festung liegt noch ein kleines wohl verwahrtes Castell, aus wel- chem ste beschossen werden kann. Uebri« genS haben ste die Nüssen von innen und außen verbessert und starker befestigt. Im Jahre 171L starb hier König Carls XII. erster Minister, Graf Carl Pie. per, in der Gefangenschaft, und im Jahre>764 wurde hier Iwan III. un. irr einem zu seinem Besten erregten. ihm selbst aber unbekannten Aufruhre, im Schlafe erstechen. Zwischen hier und S. Petersburg, 14 Werste von den: zuletzt genannten Orte, befindet sich ei. ne Porzellanfabrik, welche feine Arbeiten liefert. Schlüffelburg, ein Flecken, Schloß und Amt an der Weser im Fürstenkhuiiie Minden in Wcstphalen, an der Grenze der Grafschaft Hoya. Schlüsselfcld, ein Städtchen und Lbcr- amt im HochstiftcWnrzburg im fränkische» Kreise. Hier hat eine Landdccha- ney ihren Sitz. Schlüsselgeld, dasjenige Geschenk, welches der Käufer eines Hanfes der Gattinn oder Tochter des Verkäufers, gleichsam für die Abtretung der Schlüssel des Hauses, macht, und welches an einigen Drten auch daS Hecdgeld genannt wird. Schluckens», eilt Marktflecken im Lenk« meritzer Kreise in Böhmen, welcher dem Grafen von Harrach gehört. Hier gibt eS eine starke Leinwandwebcrey, und man bleichet auch viel Gar», und verfertigt viel Zwirn. Schlukup, ein kleiner Flecken»nd Paß an der Trave, im Mecklenburgischen, 1 Meile von Lübeck, nach der See zu. Er gehört der Stadt Lübeck. Schmachtenbcrg, ein Bergschloß ober. halb Zeil im Hochstifte Bambcrg im fränkischen Kreise. Schmücke, in der niederdeutschen Schiff- fahrt eine Art Schiffe mit hohem Borde, mit einem Mast ohne Korb, einem Bög- spriet, flachem Kiele, rundem Hinter- theile, bauchigem Borderiheile und kur- zem Gebäude. Sie habe» ein höheres Verdeck,»nd ein breiteres und schwereres Steuerruder, als andere Schiffe,«nd werden in Holland nur aus den Canä. len oder kurzen Seereise» gebraucht. In Bremen und andern niedcrsächst. sehen Gegenden hat man gleichfalls Schmücken oder Schmackschiffe, wel» Schmale Echmidb che daselbst Barken von Fv bis 8» käst, mir einem Gaffelmaste und einem zweyfache» Bargholze sind. Schmale Aue, ein Fluß im Fürsten, thume Lünebury, der unweit Doie entspringt, durch»nierschiedene Dörfer und Kirchspiele läuft, und endlich oberhalb Jksteiiburg in die See fällt. Schmalenberg, eine kleine Stadt an der kenne im Herzogihnme Westphalen, welche zum Amt Medebach gehört. Schiiialkalden, s. Smalkaldcn. Schmälte, in dem Hüttenbaue das aus dem Kobalt durch die Verglasung er. haltene mekalltschc Glas, besonder- nachdem es gemahlen und geschlämmet, und dadurch zur blauen Farbe zuberei. tet wordeit ist, da es auch blaue Farbe und Blanfarbe genannt wird. Schmaragd, ein gcmcrniglich grüner Edel. stein, welcher an Härte dem Topas weicht, seine Farbe im Feuer in die blaue verändert, aber seine natürliche. Farbe im Erkalten wieder bekommt. Man findet ihn in Peru von allen Schat» tirungen, so daß es, obgleich seltener, auch ganz weiße gibt. Schmechten,^cickulae 8cIimocktsnLs, ein Flecken im Hochstiste Paderborn, in Westphalen, wo ein guter Sauer- brunn befindlich ist, den die Einwohner Meklbrunn nennen. Schmergcl, ei» strengflüffigeS armhaktigeS Eisenerz, welches, wenn es durch Pochen und Schlämmen von deo leichtesten Steinartcn gereinigt worden ist, znm Poliren des Stahles, Eisens, Glase« und einiger Edelsteine gebraucht wird. Echmerlknbach, ein adeliges Kloster Be» nediciineroedens imVicedomamte Aschaf» senburg im Erzstifte Maynz, welches eine Aebliffiu» zur Vorsteherinn hat. Dchm'dburg, ein Schloß und Amt auf einem Felsen, zwischen Kirn und Kirch. tcrg, aus dem Hundsrück im churrhei« (lV. Band.) Gchmiedeh Schmieget^ Nischen Kreise, welche,hei» dem Chur. fürsten zu Trier, theils dem Herrn vo» Schniidberg gehören. Schmiedeberg, eine offene freye Berg. und Handelsstadt am Flusse Lomnitz, und am Fuße des Riesengebirges im Fürstenihumc Jauer in Schlesien. Sie gehörte ehemahls als eine Herrschaft dem gräflichen Hanse Tschernm, wel- chem sie der König von Preussen im Iah. re 174/ abkaufte, und denDrizn eineir unmiltelbaren Berg, und Handelsstadt erklärte, und einen neuen Magistrat setzte. Die Länge von Schmiedeberg c>. streckt sich wohl auf eine halbe Meile. Ihre meisten Einwohner sind Schmiede, Schlösser, Büchsenmacher, Damast und Leinweber und andere Fabrikanten Hier wird sehr starker Handel mit Leinwniih getrieben, und in der umliegenden Ge. gend gibt es viel Eisenerz. Die hiesige Pfarrkirche gehört den Katholiken; die Evangelischen haben aber auch eine Kirche. Ehemahls hatten die Einwoh. ner fast insgesammt Kröpfe, welche man dem vltriolischcn und eiseiiartigen Stollcnwaffer zuschrieb; seit dem sie fich aber desselben nicht mehr zum Kochen und Trinken bedienen, sind die Kröpfe hier viel seltener geworden. Im Jahre 1746 erlitt die Stadt großen Brand, schaden, welcher aber bald wieder er. setzt wurde. Schmiedcberg, eine kleine Stadt zwischen Bergen, 2 Meilen von Wiltciibcrg in, Churkreise im Churfürstenthume Sach. sen, wo gutes Bier gebrauet wird. Schmiedcberg, ein Bergflecken a» der Weissccitz, Dippoldiswalda gegen über im meißnischen Kreise im Churlürsten, thume Sach'en, welcher wegen der dastgen Eisenhämmer merkwürdig ist. Der Ort gehört einem von Bülom und der altenburgischeuZwilterstocksgewerk. schaft. Schmiege! oder Emigel, Smygel»a, S Schnacken Schnspphaho Schaeebkr, rZZ Schmirte ein adeliges Städtchen mit einer evangelischen Kirche Z Meilen von Frau. stadt in der Woiwodschaft Posen in Großpohlen, welches dem gräfliche» Hause LescziuSky gehörte. Schmiele, in der Seefahrt eine Art Seile, welche an den untern Enden deS Schönfahr-und FockesegrlS angehaftet sind, und durch welche die Segel von vorn ausgezogen werden. Schmölzen, eine kleine Stadt an der Sprolta im Fürstcnthume Altcnburg im obersächsischen Kreise, welche der Sitz einer geistlichenJnspcction ist. Im Jahre 1772 brannten alle Gebäude innerhalb der Ringmauern ab, und die außerhalb derselben stehenden Häuser wurden zum Theil sehe beschädigt. Schmölniy, ein Bergflecken in der Zip- ser Gespanschaft, in Oberungarn, wel- cher deutsche Einwohner, überaus ein» trägliche Kupferbergwerke, und eine BergwesenSadministrakio» hat. ES befindet sich hier auch eine Münze, in welcher Kupfergeld geschlagen wird, und eine Poststatio». Vornehmlich aber ist dieser Ort wegen des so genannte» ZementwrffecS berühmt, welches hier überall hervor bricht, und viel reichhaltiger ist, als dar im Heerengrunde. Schmoger, s. Smogra. Schmolsin, eine kleine Stadt und Amt im stolpenfchea Kreise in Hinterpom- mern. Schnabelwaide, ein Marktflecken mit einer AmtSverwaltnng und einem landeS- fücsilichen Schlosse im Ob-rlande des FürstenthnmS Bayreuth im fränkischen Kreise. Schnackenburg, ein Flecken und Amt im Fürstenthume Lüneburg, hart an den Grenzen dcrPricgnitz und der altenMark Brandenburg, am Zusammenflüsse deS Alands und der Elbe. Dir Einwohner nähern sich größten Theils von der Handlung und Schifffahrt, und hier ist der erste churbrannschtveigische Eli- zoll. Schnapphahn, im gemeinen Leben ei» Parteygänger im Kriege, welcher widerrechtlich auf Beute ausgeht; inglei- chca eine gelinde Benennung eines Skra- ßenräuberS, weil beyde darauf ausge, hei,, fremdes Gut zu erschnappen. Ziu Niedersächsischen bekommen diesen Nahmen auch wohl die Gerichtsdiener»ist Bcttelvögke, vermuthlich wohl nur im verächtlichen Verstände. Schnaue, in der Seefahrt der Niederdeutsche» und Nordländer eine Art klei- ner Seeschiffe, welche eigentlich lange Barke» sind, und Segel wie die Schma. cken haben, nur daß dieselben größer sind. Sch ier, in der Luft gefrorne Dünste, welche in Gestalt weißer Flocken herab fasten. Schneeberg, lssivsmoutium, eine Dcrz- stadt mit einem Berzamte im erzgebir- zischen Kreise im Ehurfaestenthiime Sachsen. S e liegt auf einem Berge nicht weit von derjenigen Mulde, die von ihr die fchneebergische genannt wird, ist von Bergen umgeben, und hat zwey Kirchen, ein Hospital und Waisenhaus, und eine gute lateinische Schule. Hier werden die feinsten zwir- nenen, seidenen, goldenen und silbernen Spitzen dieser Gegend verfertigt, und viele Bänder und andere dergleichen Waaren gemacht. Diese Stadt und ihre umliegende Gegend ist wegen ihrer Silberbergwerke berühmt, welche die Auferbauung derselben im Iah« ,471 veranlaßten, und in der ersten Zeit nach ihrer Entdeckung un- gemein große Ausbeute gaben. Herzog Albrecht von Sachsen speisete im Jahre 1477 in der S. Georgenzeche auf einer auSgehauenen gediegenen Silber- stufe, aus welcher nachmahls gegen 4«o Zentner Silbers gewonnen wm- Schock Schodtwi«u Schneekoppe Zen, als auf einer Tafel. Heutiges Ta- zes ist die Ausbeute vom Silber nicht groß; desto einträglicher aber ist das landeSfürstliche doppelte Blaufarbcn, werk in dem benachbarten Dorfe Ober. schlemma, und noch einige andere. Schneekoppe, oder Rieftnkoppe, der höchste Berg von dem schlesischen Rie- sengebirge, hart an den böhmischen Grenzen, welcher als zur Herrschaft Künast dem Grafen von Schaffgotsch gehört. Schncirlingcn, ein Amt im Halberstäd- tischcn, welches dem dafigen Domkapitel gehört. Schriellcnderg, ei» Schloß und reichs- fteye Herrschaft im Hrrzoglhume West. phalen, welche den Freyherren von Fürstenberg gehören. Schnepfe, eine Art wildes Geflügels mit vier neckten Zehen, in der Dicke eines RcpxhubneS, welches die morastigen Wälder bewohnet, und einen langen dünnen Schnabel hat. Es gibt ihrer verschiedenen Arten. Schock, eine Menge einzelner Dinge von einer bestimmten Zahl, wo aber die Schocke nicht überall gleich sind. Auf den Blcchhämmern hält ein Schock Blech luv Stücke. In Schlesien be. steht ein schweres Schock auS 60, ein leichtes Schock aber auS chu Stücken; ja in vielen Gegenden begreift ei» Schock oder alte« Schock nur 2« Einheiten. In engerer Bedeutung ist ein Schock eine Zahl von Lo Stücken der an jedem Orte gangbarsten Münzsorte; welche Rechnungsart ehemahls sehr ge. «öhnlich war, und noch in einigen Gc» genden, zum Beyspiele in Böhmen, Sachsen». s. f. nicht ganz veraltet ist, wo aber die Verschiedenheit der nach Schocke» gezählten Münzsorten auch eine große Verschiedenheit dieser Schocke verursacht. Im iZte» und»4len Jahrhunderte prägte man in Böhmen Groschen, deren 6o eine Mark Silber ausmachten, und damahls waren eine Mark und ein Schock gleich bedeutende Wörter. Indessen blieb man nicht lange bey diesen schweren Groschen, sondern schlug gar bald um der Beqncm lichkeit im Handel und Wandel leichtere oder kleinere, blieb aber bey der Gc wohnheit, sie nach Schocken zu zählen In der ersten Hälfte des iFten Jahrhunderts wurden in Thüringen und Sachsen zweyerley Groschen gemünzt; man prägte Groschen, deren 2o aus einen Gulden gingen, und so solcher Groschen hießen ein neues Schock: man prägte aber auch welche, deren ei. neu Gulden machten, und diese 6o hießen auch ein neues Schock, In Sachsen ist die Rechiiuugsari»ach Schocken noch bey den Steuer», bey den Geld. strafen in den Gerichten, und bey dem gemeinen Manne aus dem Lande gangbar; aber da man jetzt nur einerley Art Groschen hat, so ist ein altes Schock jetzig«, ein neues Schock aber 6o meiß, Nische Groschen oder 24 Thaler. AIS um die Mitte des»6,en Jahrhunderts die Landsteuern, das ist, die beständigen Abgaben von den Feldgüler», in Sachsen ihren Ansang nahmen, so schätzte man den Werth der Feldgüter nach damahls üblichen Schocken, und legte auf jedes Schock L Pfennige, welche im Jahre, Lock aus 8Pfenuige erhöhet wurden. Diese i» Sachsen noch jetzt gang. bare Art der Landstcucr w^d d»r Schockanschlag genannt, und die von den nach Schocken taxieren Felögütern bestimmte Steuer gleichfalls mit dem Nahmen der Schocke belegt. Schodlmien, Schotlwien,Schaitdwien, ein Markt im Kreise unter dem Wiener» walde im Lande unter der EnS in Oesterreich, welcher am Fuße des Berges Scmmering liegt, der Oesterreich von Eleyeraiark scheidet. Der Weg. Schönberg Schönberg Schönbortz «40 Schö ckel welcher aus einem Lande in das andere führet, wird hier durch die Felsen enge; aber Kaiser Carl V l. hat ihn durch große Mühe und Koste» in guten Siand seyen lassen. Zur Beschützung dieses Passes dient auch das'hiesige Schloß Clam, welches auf einem hohen Felsen liegt, und nebst dem Markte dem Grafen von Wakseck gehört. Schöckel, ein großer Berg in Sleyer- mark nicht weit von der Hauptstadt Gräy. Schömberg oder Schönberg, ein klcines Städtchen im Fürsteakhume Schweid- nitz in Niederschlesten, welches dem Stifte Grüffau gehört. Schönau, ein Städtchen in der Pfalz am Rhein im churrheinischen Kreise, in welchem Churfürst Friedrich III. vertriebene Niederländer und Franzosen aufnahm. Schönau, ilclioenaviA, eine kleine königliche Stadt im Fürstenthume Jaucr in Schlesien, welche am Kaybach 4 Meilen von Jauer gegen Weste» liegt, nnd ein Kupferbergwerk hat. Die Pfacr. kirche haben die Katholiken; die Evangelischen haben aher auch eine Kirche. Im Jahre 1640 wurde bey derselben ein Corps kaiserlicher Truppen von ei. nein schwedischen geschlagen. Schöllbach, ein dem Freyherren von Wei- zenau gehöriges Städtchen im vogtlän- dischen Kreise, im Chiirfürstcnkhume Sachsen. Gchönbcck,»in churfürstliches branden- burgifches Amt in der Ukermark nebst einem herrschaftlichen Jagdhause. Gchönberg< eine fürstliche ancrsbergische Herrschaft i» Untcekrai». Schönberg, ein Städtchen und Schloß im Landauer Kreise im obern Wark- tzrasthnmr Lausitz, welche dem frey. herrlichen Geschlechte von Rechenberg geboren. Gchöuberg oder Schumbrrg, eine Stadt mit einem Schlosse im Olmützer Kreis« in Mähren. Sie enlhäit 421 Häuser^ und ward im Jahre 1621 von Ferdinand II. an den Fürsten von Liechtenstein geschenkt, genießt aber noch viele Freyheiten, und zahlet dem Fürsten als ihrem Schutzherrn jährlich 1000 Gulden. Hier wird viel Plüsch verfertigt. Schönberg, ein Schloß, Herrschaft und Markt im Kreise ob dem ManuharlS- berge im Lande unter der Ens in Oesterreich. Schönberg, ein Städtchen, Schloß lind Amt im obern Erzstjfte Trier im chuc- rheinischen Kreise. Schönberg, ein Schloß und Amt in dem marienwerdcrschen Kreise in Westpreus. sen, von welchem die gräfliche Familie Fink von Finkcnsteiil dir Hanptmanii- schüft erblich besitzt. Hier befindet sich ein schönes Schloß und Garten. Schönberg, ein Marktflecken im Rent- amte Slraubingen i» Niederbapern. Schönberg, ein Städtchen, Schloß und Amt im Fürstenthume Aatzebueg nicht weit von Lübeck im niedcrsächsischen Kreis«. Die Bischöfe von Aatzebueg haben hier vorzeiten residirt. Schönberg, ein Schloß, Dorf und Amt im Fürffenthiiine Ansbach nicht weit von der Stadt Lauf im fränkischen Kreise. Schönberg, ein Amt, Schloß und Paß aus der Bergstraße in den Odenwald, in der Grafschaft Erpach im fränkischen Kreise. Das hiesige Schloß ist zugleich eine gräfliche Residenz, und nach Be»s- heim im Erzstific Maynz eingrpfarrt. Schönberg, f. Scheinberg. Schönberg, s. Schömberg. Schönborn, Neuschönbcvn, ein Schloß und Herrschaft im Kreise unter den« Maniiharksbcrge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welches L Meilen von Wien an der Straße von Znapm liegt, und dem Herrn Grafen Eugen von Schönborn gehört. Es verdient UN- S-ch ö n b r,tr n L S ch'o b» r n s l SchvüSru nm k,r die schönst«; Schlösser nicht allein in Oesterreich, sendcrn in zsnz Deutschland, besondres wegen seines vorlreff- richc» Gartens gerechnet zu werden, und wurde im Jahre 1717 von dem Herrn Reichsmeekünzlcr, Friedrich Carl u--n Schönborn, erbauet, und nach seinem Nahmen genannt Zm Jahre 1760 fing der jetzige Eigenthümer an, den Garte» nach engländischem Geschmacke um-,«schaffe». Derselbe mag>»' Stuu- de» im Umkreise betragen, ist mit einer aj Klafter hohen Ziegelmaucr umzc. den, und besteht aus drey Theilen, nähmlich aus dem Ziergarten, in welchem stch das schöne Schloß bestiidck, au» Sem engländischcn Garten, und aus dem Fasanengarte». Vorzüglich verdient»»> :er teuseldcn der wegen seiner so gc- schniackvolleu Anlage a!S auch wegen der vielen ausländischen Gewächse merkwürdige eagländische Garten gesehen zu werden. In dem prächtigen Ziergarten erblickt man eine sehr große Orangerie, .ansehnliche Glashäuser, LO große und kleine Springbrunnen, und gegen loo steinerne Statuen, unter welche» sich einige von besonderer Größe und von guter Bildhanecarbcit befinden. klebrigen- werden i» dem hiesigen Fasanrugarten eine ansehnliche Zahl Fasanen aufgezogen. SchönbornSltsst, ein angenehmer Lustschloß am Rhein bey dem Städtchen ZollengcrS nicht weit von Coblenz im churrheinischen Kreise, welches der Chnrsüest von Trier, Franz Georg, erbauet hat. Gchönbrunn, ein prächtiges kaiserliches königliches Lustschloß am kleinen Flusse W»n eine gute halbe Srmide vo» der Stadt W«cn in Oesterreich. ES liegt!» einem morastigen Thals, und Kaiser Leopold I. fing den köstlichen Bau desselben für den römischen König Joseph 1. im Jahre«696 an; Maria Theresia Schönst rHr vollendete ihn aber in den Jahren 1744 bis 1749. Hinter dieftm Lustschlosse dost,«bet sich ein schöner Lustgarten, und neben demselben ei» großer Thiergarten. Kaiser Franz I. legte hier eine Menagerie von seltenen vierfüßigcn Thieren und Vögeln an. Nicht weit von hier liegt Hitzing oder Maria- Hitzina. ein Kirchdorf und Gut des Stifts Kloster. Neuburg, dessen Kirche ein berühmter Gnadenort ist. Schölibrulin, ein Amt und Schloß am Ma?n im Hochstifte Bamberg im fränkischen Kreise. Schönbrunn, ein sehr schöner Schloß und Garte» im Gerichte Dachan in Oberhapern, welches der freyherrlichen Familie von Umerkel gehört. Schönburg, eine Grafschaft im ober- sächsischen Kreise, deren Herrschaften n» den crzgebirgischen und Leipziger Kreis des ChnefnrstenlhumS Sachsen, an die Markgrafschaft Meisten und an das Fürsten«hnm Alte,«bürg grenzen. Sie enthalten 14 Städte, in welchen allerley Manufakturen blühen, und die Einwohner bekennen stch zur evangelische» lutherischen Religion, zn welcher stch auch die Herren Grasen bekenne«. Der Boden dieser Lande ist sehr fruchtbar, indem er allerley Getreide hervor bringt, und besteht zum Theil a»S guter Thonerde, aus welcher allerley irdene Gefäße bereiict werden. Gut« Steinbrüche und ergiebige Eiftubecg. werke sind auch vorhanden; auch fehlt es au guten Waldungen nicht. Der vornehmste hiesige Fluß ist die Mulda, welche die kleinern Zlüffe und Bäche aufnimmt. Die Grafen und Herren vonSchön- burg theilen sich in zwey Hauptlinien, nähmlich in die schönburg- waldenbur- gische und schöuburg- penigsche. Die erstere oder obere Hauptlinie begreift als Nebenlinien: die haetenstemische oüee r4s Schönbüch Schöneck ransborfische. Die schönbnrg- penigsche Linie theilt sich in die remsische und in die penigsche Linie, und die penigsche Linie wieder in die wechselburgische und penigsche. Die schönbnrg. waldcnburgifche Linie besitzt die Herrschaft Waldenburg, die Grafschaft Harienstein, und die Herrschaften Stein und Lichtenstein. Der schönburg. penigsche,, Linie gehören die Herrschaften Glaucha, Remifau, Penig, Rochsburg und Wechselburg. Die Grase» bekommen wegen ihrer Lande die Lehen nicht vsm Reiche, ob sie gleich wegen derselben als ReichSsiände Sitz und Stimme auf der wctteraui- schen Grafenbank haben, sondern wegen der Herrschaften Glaucha, Waldenburg und Lichtenstein bekamen sie bisher die Lehen von der Krone Böhmen als Reichsafterlehen, welche aber in dem teschenschen Frieden vom Jahre >779 Chucfachsen abgetreten und überlassen wurden, wegen Hartenstein aber von Chnrsachsen gleichfalls als Reichs- afterlehen: die übrigen Herrschaften, alsPeniz, Remifau u. s. f. sind schlechterdings chursächsisches Lehen. Schönbüchel, eine Herrschaft, Schloß und Markt an der Donau im Kreise ob dem Wiener Walde im Lande unter der Ens in Oesterreich, welche dem gräfli- chen stM hembecgischen Haufe gehören. Gchönebeck, ein Slädtcheu. Schloß und Amt an der Elbe im Herzogthume Magdeburg im niedersachsifchen Kreise. Hier befindet sich ein einträgliches Salzwerk und ein Eibznll,„ud man treibt be- trächtlichen Holzhandel. Schöueck oder Schönegg, eine Herrschaft im Viertel Pnsterlhalin Tyrol, zu welcher sechs Schlösser und adelige Sitze und sechs Dörfer geboren. Sie bat den Nahme» von einem verfallenen Schlosse, und gehört den Grafen von Künigl. Schöneck, ein kleines schriftsässigeS Frep- Schönecke» Schön selb stadtchen im»ogtländischen Kreise!« Chucfürstenthume Sachsen, welches gegen Böhmen zu liegt, und igo kleine Häuschen hat, die nicht höher gebauet, und auch nicht vermehrt werden dürfen. Es hat von des Kaisers Carl IV. Zeiten her ganz besondere Freyheiten, unter welchen vornehmlich diese ist, daß es dem Landesherr» keine Abgaben entrichtet, sondern nur, wenn er persönlich erscheint, ihm des Jahres ein Mahl in einem neuen hölzernen Becher A Pfund Heller, welche dem Werthe nach kaum 10 Reichsthalec betragen, darreicht. Dieser Fall ereignete sich im Jahre 1708 zum ersten Mahle. Schönecken, ein Amt und Herrschaft von >Z Oertern im obern Erzstifte Trier im churrheinischen Kreise, welche Wenzel II., König von Böhmen und Herzog von Luxemburg, im Jahre iZ84 itcn und i Zten Jahrhunderte ü». Die scholastische Theologie ist die dogmatische Theologie des mittlern Zeit- «Iters, welche in einer Verbindung der aristotelischen Philosophie mit den Lehren des Christenthums bestand. Die Leh. rer beyder Wissenschaften pflegt man auch wohl Scholastiker zu nennen. Schaken, Skoki, ein adeliges Städtchen vier Meilen von Posen in der Woiwodschaft Posen in Großpohlen, in welchem sich eine evangelisch-lutherische und eine reformirte Kirche befindet. Gchokland, eine Insel in der Südersee in den vereinigten Niederlanden gegen Osten von der Insel Urk. Der nördliche Theil derselben gehört zu der Provinz Holland; der südliche aber zu der Provinz Oberyffel. Scholle, eine Art Seefische, deren Bauch, sinnen»liier dem Brustfianen befindlich sind, mit einem flach gedruckten Körper, wovon die eine flache Seite den Rücken, die andere aber den Un. terlcib vorstellet. Im weitesten Verstände wird zuweilen das ganze Geschlecht dieser Fische mit diesem Nah. wen belegt, so daß die Platteiße, der Flunder, die Sohle oder der Zungen- fisch, und die Bütte mit ihren Arten dahin gehöre». Allein im engsten»nd ge. wöhnlidbsten Verstünde wird nur die Platteiße oder der so genannte Halbfisch, welcher einen glatten Körper und sechs Höcker am Kopfe hat, und häufig getrocknet wird, Scholle genannt. Kcholth, Soll, ein Marktflecken an der Donau in der Gespanschast gleiches Nah. mens in Niederungarn, welcher sich auf den Ackerbau»nd auf die Viehzucht legt. Das ehemahlige Schloß, wcl- ches nrbrn demselben lag, ist zerstöret worden. Gcholther Gespanschast, eine Landschaft jn Nichtrungarn, welche mit den Ge- Schomburg Schon es spanschaste»' Pest und Pilisch vereinigt ist,»nd ihren Nahmen von dem Marktflecken Schloih hat. Sie ist eine weile Ebene, aus welcher man ganze Tage reisen kann, ohne«in Dorf an. zutreffen, und hae weder Berge noch Waldung, und daher Mangel an Holz. Desto erheblicher aber find die Weiden, und folglichdieViehznchr, als die Hauptbeschäftigung der Einwohner. Der Ackerbau ist ganz geringe, und die Dörfer armselig; hingegen ist der Hausensang in der Donau, und di« Fischerei» überhaupt, sehr einträalich. Schomburg, eine Herrschaft und Berg- schloß am Flusse Oberargrn im schwäbischen Kreise, welche zur Reichsrit- kerschaft Orts Algau und Bodens« gerechnet wird, und den Grasen zu Monrfort gehört. Schonen»der Skäne, Scania, eine Landschaft in Südgotbland in Schweden, welche gegen Norden an Hallonb,Sma« land und Blekinge», gegen Osten, Süden und Westen aber an die Ostsee, den Sund und Caktegat grenzt, und folglich eine Halbinsel ist. Sie ist>8 Meilen lang, und 12 Meilen breit, und eine der besten Provinzen von Südgochlaiid. Diese Landschaft gehörte ehemahls den Dänen, welche sie aber im Jahre 16^8>m rothschildischen Frieden nebst den Provinzen Blekingen, Halland und Bohns an die Schwede« abtraten. Nachmahls suchten sie die Dänen einige Mahl wiicher an sich zu bringen, welches ihnen über niemahls gelingen wollte Im Jahre 1709 landeten dieselben z»m letzten Mahle mit einer starken Flotte auf Schonen,«nd nahmen einige Ocrier ein; doch kam es im folgenden Jahre zwischen beyden Armeen zu einer Schlacht, iu welcher die Schweden den Sieg davon trugen, und die Dänen das Land wieder verlassen mußten. Schon endLl Schorndorf Schonciidal, Echordal, ein Flecken im Stistsamte Dromhcim in Norwegen anderthalb Meilen von der Stadt Dront» heim. Schongau, eine mäßige Stadt nebst einem allen Schlosse„nd Landgerichte 4 Meilen von Landeberg!M Rcmamie München in Dberbayern. Sie liegt auf einem Berge, an welchem derLcch vor. bey stießt, und hat ei» Karmeliterkloster. Hier werden gute Lauten und an. dere musikalische Instrumente verfer. tigt; auch gibt es hier schöne Wachsblei, chen. Schoonhvvcn, eine Stadt in Südhol. land in den vereinigten Niederlanden, welche die zehnte unter den r8 Städten ist, die ihre Deputirte» zur Ber. sammlung der Staaten von Holland schicken. Sie liegr am Leck, welcher lier den durch die Stadt fließenden Fluß Vliet aufnimmt, enthalt nur LZ8 Hau. sec, ist aber wohl befestiget, und hat an der Landscite sechs ganze, am Flns. se aber zwey halbe Bollwerke. Ihre Je- stuiigswerke hat sie in den Jahren W72 und 167.";bekommen, und siekani, auch die umliegende Gegend unter Wasser sitzen. Uedrigens treibt die Stadt ziemlichen Handel, bat unter ihren Einwohnern viele Silberschmicde und Pa. Piermacher, und im Ltck werden Lachse gefangen. Schoore, s. Schote. Echopsheim, em Städtchen am Wiese- sti>ss>>tl der Laiidgraffchast Sausenberg im schwäbische» Kreise. Es ist der Sitz einer Saperiureiidenrur, und hat eine Leinwand- und Banniivollriibleiche, einen Drüthzug, und andere Fadeitc». däsoppkn, in ej-'jq u obrr^enlschtfn(Ae* gende» ein best minies Maß flüssiger D,nge, weiches in einigen Distrikten der vier e Theil, in den meisten aber die Hälfte eines Maßes ist. Lchorudvlf, ei» Amr und eine mit star- (lV. Band.) Schoß Schottländisch ,4^ kcn Wällen nach alter Art befestigt« kleine Stadt am Flusse RemS im Her. zogihume Würtembcrg im schwäbischen Kreise. Sie hat Z,Zo Einwohner, und ei» altes fürstliches Schloß, in welchem sich ein Zeughaus befindet, ist der Sitz einer Superintendent»!?, und ist einige Mahl belagert und erobert worden. Im Iahte 174Z brannte sie ganz ab. In der umliegendem Gegend wächst guter Wein. Schoß, der Nahme einer der ältesten Abgaben, welche eigentlich von Griindflü- cken entrichtet wird. In vielen Gegenden ist für dasselbe das Wort Steuer «blich, und in manchen ist so wohl Schoß als Steuer gangbar, aber durch Las Herkommen auf besondere Art eingeschränkt. Ehemahls wnede oft eine jede Abgabe an die Obrigkeit ein Schoß genannt. Schote, in der Schifffahrt eine Art Seile an den Ecken der Scg>s, vermittelst welcher man sie oft stellet, daß sie den Wind fassen. Die Schoten bekommen den Nahmen von dem Segel, wsraw sie sich befinden. Die Schoten und Halsen sind bloß darin unterschieden, daß sich jene am Hintertheile, diese aber am Vordcriheile befinden. Schott, ein»nr in einigen Gegenden, zum Beyspiele in Danz-g, für Karat übliches Wort. Ein Schott oder Karat halt 4 Gran oder 12 Gran,Z Schott machen eine Unze, und 24 eine Mark. Schotten, eine kleine Stadt und Amt am Vogelsgrbirge in der Welteran in Ode, Hessen. In diesem Arme entivringt der Fluß Nidda, und hier findet man auch einen Thiergarten, in welchemauf einem Berge ein Jagdhaus, Nahmens Falderhau-, liegt. Schotllandrsches Meer, der Nahme des MccceS in der Geaend von Schottland, aus welchem die bebridischen und orks- dischen Inseln liegen. T Schottland 146 Schottland Schottland, Scotland, Lcolia, ein Königreich, welches den nördlichen Theil von der Insel Großbritannien ausmacht, im Jahre>707 mit England vereinigt wurde, und nebst demselben das vereinigte Königreich Großbritannien ge. nannt wird. Diese große Halbinsel grenzt gegen Suden an das irländische Meer und an England, von welchem sie durch die Ausflüsse den- Solway und Twede und durch das Gebirge Cbevio- deS abgesondert wird; gegen Westen, Norden und Osten aber stößt sie an das schottländische Meer. Ihr Flächen- raum beirägt<7794 engländischeüua- dcauneilen." Umher liegen gegen Zoo Inseln. Schottland hat eine etwas kal- tere, aber auch reinere und gesundere Luft, als England, und ist öfters sehr heftigen Winden unterworfen; doch ist sie in den Thalern und niedrigen Gegenden so feucht, daß die Einwohner mit Ausschlag und Grind behaftet sind, welcher hier eine gemeinschaftliche Plage ist. Es ist sehr bergicht; besonders ist in dem Hochlande ein rauher wüster Berg über den andern ausgethürntt. Nichts desto weniger ist Schottland ei. ncr größer» Bevölkerung uno eines größer» Reichthums fähig. Der Acker- bau verbessert sich von Zeit zu Zeit, und außer Getreide bauet miu auch kiel Flachs und Hanf. Die Viehzucht ist so wohl in Ansehung des Hornviehes, als der Schaft und Pferde, erheblich; doch sind dir letzten klein. Holz und Steinkohlen gibt es in Menge, und die letzten werde» den engiändischen voraezogcn. D-- Berge enthüllen Gold, Silber, Eist» und Kupfer, vornehmlich aber Wen, unter welchem auch schwarzes gefunden wird, und mau hat auch Marmor, Sresalz und Torf. Bey brawfrrd hat mau ehemahls Goldsand und Lasurstein gefunden. Der Fisch- ftuig auf den Küsten, besonders der Heringsfaiig hey den fchottlanbifchea Inseln, ist sehr wichtig, kommt aber vornehmlich den Holländern zu Nutz,. Die hedridischen Insel» enthalten viel Eiderdune», und eine»»gemein gute Art Wolle, die nicht nur fein, sondern auch so weich als Seide ist. Bey eben diesen Inseln gibt es so zahlreiche He, ringsschwärme, daß im Jahre 177Z in einem Meerbusen in einer Nacht »<)8oo Tonnen gefangen wurden. Der vornehmste Flnß ist dee Tay. Die natürlichen Güter, welche Schottland theils hat, theils haben, und dafür von den Fremden die ihm nöthigen Sachen erhalten kann, sind Silber, Gold und und Kupfer(wenn es aufgesucht würde), Bley, Kohlen und Torf, Weitzen, Roggen, Gerste, Erbsen, Bohnen, Hornvieh, Schafe, Butter, Käse, Wolle, und die daraus verfertigten Waaren, Flachs, Häute, Vöqel., weißer und grauer Marmor, Schie. fer, feine blaue Amethysten, Hanf, Eichen, Fichten, Nußbäume, alftr!^ Fluß- und Seefische, Perlen und weiße Kocaü». Schottlands Handel geht meisten Theils durch die Hände der Euz- läuder, und man rechnet, daß du Waaren und Güter, welche aus Schott- land und nach Schottland geführt werden, den achten Theil der Aus-und Einfuhr Englands betrogen. Den westlichen Theil von Schottland haben vor Alters die Scott», und den östlichen die Picien bewohnt. Die Schott- länder, welche in den Gebirgen, und vornehmlich in dem nördlichen Theile der Halbinsel und auf den Insel» wohnen, führe» eine armselige und beschwerliche Lebensart, und sind 00» den schottischen Niederländern in drr Sprache(welche das alte Gallische ist), Kleidung, Sitten und Gewohnheiten sehr unterschieden. Sie mache« mehr als die Hälfte der Bewshiier Ms Schottland Schottlands aus, denn ihre Wohn, platze erstrecken sich von Dumbartvn, nähr bey dem Ausflüsse der Elyde bis an die äußersten nördlichen Theile der Insel, i« einer Länge von 40, und einer Breite von 10 bis 20 deutschen Meilen. Aie sind übrigens ein unwissendes»nd abergläubisches Volk gewesen; in die. sein Jahrhunderte aber hat man ange, senge», sie besser zu unterrichte»,»nd zu dem Ende Freyschulen unter ihnen angelegt, deren man im Jahre 1748 schon ,Z4 zählte, und unter der Veranstaltung und Aufsicht der königlichen Gesellschaft zur Ausbreitung der christ. lichenErkcnntniß in den Hochländern und Inseln stehe». Hierdurch hoffet man zn- gleich ihre Neigung zur Empörung wider die jetzige Regierung, zu ersticken. Im Jahre>760 hat das großbrilanni- sche Parlament die einige Jahre vorher gemachten Gesetze in Ansehung der Bergschotten auss neue bekräftiget, vermöge deren ste freye Unterthanen seyn, und in der christlichen Lehre un- »errichtet werden solle». Die bisher unter ihren gewöhnlich gewesene römische Kleidung aber ist nur denjenigen erlaubt, welche in königlichen Kriegsdiensten stehen, wozu also die Berg- schoiten wegen ihrer ungcmcinen Liebe zu dieser Kleidung noch mehrere Lust bekommen haben. Treuherzige Gutherzigkeit ist, Trotz der Unwissenheit, der Nationacharacier diesesVolks. Die Niederländer haben früher als die Hochländer mit den Sachsen Umgang gehabt, und von denselben Sprache, Gebräuche, Gesetze und Ehrentitel angenommen. Sie sind jetzt eine Vermischung von alten Scoten, Picten, Brit. len, Franzosen, Engländern, Dänen, Deutschen, Ungarn und andern Nationen, und ihnen kann man die Liebe zur Gelehrsamkeit und zu den Wissenschaft«,, nicht absprechen. Uebrigcns Schaut Schrann« 147 zahlt man In Schottland nicht über lL Millionen Mensche»; doch nehmen andere, die benachbarten Inseln mit gerechnet, nicht weniger als 2 Millionen an. Aus den hebridische» Inseln allein gibt es Zvüvo Seele». Die Wanderung der Schoiklander nach Amerika ist in den neuern und neuesten Zeiten sehr groß genese», so daß die Landgüter vieler Edelleute von Einwohnern merklich entblößt worden sind. In Schottland gibt es viele Katholiken; doch herrschet hier die presbytcriani» sche Kirche, welche Pastoren oder Prediger, Weitesten und Diakonen zu Vorstehern, und geistliche Gerichte bat. Ganz Schottlanh wird in die Niederlande(Land der Lowlanders) und in das Hochland(Land der Hieghlanders oder Gaels), noch gewöhnlicher aber in Süd- Mittel- und Norvschotiland eingetheilt, und enthalt Z« Grafschaften»nd 2 Stewartrics. Schout, s. Schul. Schouten, eine Insel auf dem stille» Meere nicht weit von Neuguinea^ i» Südamerika. Schouwcn, Kcnlckio, eine Insel der Provinz Seeland, in den vereinigte» Niederlanden, zwischen den Insel» Walchern und Overstakce, welche ehe. mahl« viel grösser war, als jetzt, indem das Meer vieles Erdreich davon abgerissen hat. Sir treibt guten Han« mit Getreide, Salz, und gesalzene» Fischen. Schrambcrg, ein Marktflecken und Herrschaft mir einem Bergschlosse zwischen zwey Armen des Flusses Schiliach in der obern Grafschaft Hohenberg im schwäbischen Oesterreich, welche bei» gräfliche» Hause Bißingen gehören. JiN Jahre 1761 ward der Flecke» durch ei- ne Fcuersbrunst völlig eingeäschert., Schranne, ein nur im Oberdeutschen üb« 145 Schraplau Schrecke» liches Wort, welches so wohl ein Geländer, eine aus Gitterwerk bestehende Einfassung und Befriedigung, als auch Äsn auf solche Art eingefaßten Ort be. zeichnet. In Wie» führet das Stadtgericht und das Gebäude, worin sich dasselbe versammelt, den Nahmen der Schramie; hingegen wird in München der Gctrcidemarkl dieSchranne genannt. Schraplau, ein verfallenes Schloß mit eiuem Städtchen am Flüßchrn Weite in der Grafschaft ManSfeld im ober- sächssschen Kreise, welches unter chur. brandenburgischer Hoheit steht, und vor Alters eine Herrschaft und gräfliche Residenz war. Jetzt ist es ein Ober. und Unteramt, und gehört dem königlichen Prinzen Ferdinand von Preussen, Das Vorwerk Rodungen am gesalzenen See, noch ein Vorwerk und 12 Dörfer sind die Perlinenzstücke desselben. Das vormahlige Rittergut im Städtchen Schrap. lau ist auch dazu erkauft, und zum Sitze des Amtes gemacht worden. Schraktenthal, ein Städtchen, Schloß und Herrschaft an der Bnlka im Kreise unter dem MannhartSberge imLande unter der EnS in Oesterreich gegen die mährischen Grenzen, welche einem Grafen von Hartig gehören. Schreckruberger, der Nahme einer ehe, mahlige» chursächsischcn Münze, wel- chc unter Churfürst Friedrich dem Wei- sei, am häufigsten gemünzt wurde, und den Nahmen von dem Bergwerke und Dorfe Scheeckenbcrg hatte, woraus die jetzige Bergstadt Annaberg entstanden ist. Am hänstzsteu galt diese Münze drey gute Groschen,»nd wurde, weil ein Engel darauf geprägt war, auch En- gelzroschen genannt. Unter dem gemeinen Manne in Meisten sind die Scher- cksnbergcr noch als eine Rechnung-. münze gangbar, werden aber jetzt zu drey guten Groschen und 6 Pfennigen gerechnet. Schreckenst Schriftsaß Schrrckeustein, ein Bcrgschloß bes Für« sten von Lobkowitz im Leutmeritzer Krei, fc in Böbmen. bey welchem ein merklicher Wasserfüll in der Elbe ist. Schreibershau, ein adeliges Dorf in der Herrschaft Küuast im Fürstenthtune Jauer in Schlesien, welches seiner Glashütte wegen in und außerhalb Landes bekannt ist, in welcher die schönsten Gläser mit»' gemein künstlichen Figuren verfertigt werden. Hier befindet sich eine evangelische Kirche und auch ein V-triolwerk. Schrems, ein Markt, Schloß»nd Herrschaft des Grafen von Falkenhayn im Kreise ob dem Mannhartsberge im Lande unter der EnS in Oesterreich. SchrrH, ein Schloß und Dorf i Meile von Bayreuth im Fürsteiuhume Bay- reuth, welches vorzeiten eine Residenz der culmbach- weveclingischen Linie war. Jetzt macht es mit Glashütten ei» fürstliches Amt aus. Schrießheim, ein Flecken in der Unter- pfalz l Meile von Heidelberg an der Bergstraße im churrheinischen Kreise. Nahe dabey liegt das Schloß Stralbnrz. Schriftsaß, Kanzclleysaß, in weiterer Bedeutung ein jeder Vasall oder Unterthan, welcher das Vorrecht hat, daß ihm die Ladungen, Zuferlignngen u. s. f. auS den Gerichten und andern Colle- gien schriftlich und nicht bloß durch die untern Bedienten mündlich zu wissen gethan werden, in welcher Bedeutung es doch nur hin und wieder üblich ist. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung sind Schriftsaffen solche Vasallen, welche dem Landesherr» und seiner Kanzelley unmittelbar unterworfen sind, von welchen man daher sagt, daß sie aus Schrift sitzen, weil ihnen der Wille des Lehens, und Landesherr»»»mitte!- bar aus dessen Kanzell y schriftlich bekannt gemacht wird. Dre Amtsasseu siist Schrift sä ssig Schuh fl Schute Schüttenhof 14,, hingegen den Kammcrämteru unterwor. fen. Schriflsassig, auf Schrift sitzend, das ist dem Lehens- und Landesherr» und dessen Kanzelley unmittelbar unierivorfcn. Schristsässtgkcil, die Eigenschaft, da ein Vasall oder Grundstück schriflsassig ist; die Kanzelleyfässigkeit, zum Unterschiede von der Aimssäffigkeit. Schritt, der Nahme eines Maßes der Länge, besonders eines Feldmaßes. Der gewöhnliche oder einfache Schritt wird anf2, 2^, auch wohl Z Fuß gefetzt, dagegen der doppelte Schritt 4 oder L, der geometrische Schritt aber alle Mahl F Fnß hat. Schrybciihausen, eine kleine aber schöne Stadt und Amt am Flusse Paar im Rentamte München zwischenJngotstadt und Augsburg in Oderbayern. Siehat ein Franciscauerktoster. Schröck, ein baadendurlachisches Dorf, dem Städtchen Rbeinzabern qegen über an der deutsch!» Seite des Rheins, wo den 1 sten Julius des Jahres 1744 die österreichische Armee über den Rhein ging, und im Elsaß eindrang. Schrot, in den Münze» der Nahme der aus den Zainen gehauenen runden Slü. cke, welche hernach geprägt werden; daher dann auch figürlich das gehörige Gewicht dieser Stücke das. Schrot ae» nannt wird, wo es doch nur in der Redensart Schrot»nd Korn üblich ist, wo Schrot das gehörige Gewicht, Korn aber die gehörige Güte des M-talleS bezeichnet. Schrvtzberg, ein Schloß, Marktflecken und Amt in dem Fürstertthume Hohcn- lohe anderthalb Meilen von Aoicnburg im fränkischen Kreise. Schul,flick, ein Lustort in einem Thale eine Viertelstunde von Zwcvbrücken im Fürstcntbuinc Zweybrückeii, welchen der ün Jahre 1766 verstorbene König von Pohlen Stanislaus Lesezynsky anlegte, und wo man ein schönes Ecch» findet Der Ort ist jetzt größten Theils eingegangen. Schute, in dem niederdeutschen Seewesen eine Benennung einer Art Fahrzeit- ge oder Schiffe, welche doch von ver-^ schiedener Art sind. In Bremen ist es ein bloßer Kahn oder Nachen ohne Mast und Segel zum ttebersetzen über Flüsse. Eine Hamburger Schute oder Schüte ist ein großer Kahn, welcher 120 Fuß lang, in der Mitte ,Z Fuß breit und ,5 Fuß hoch ist, vorn einen Schnabel, hinten eine Kajüte und ein breites Hin- tertheil hat, und anf der Spree, Ha. vel und Elbe gebraucht wird. Auf der Ostsee sind die Schuten oder Schüttn eine Art Schiffe mit drey Masten ohne Körbe, welche kurz und breit sind, und vorn und hinten spitzig zugeben. In Holland nennt man alle Fahrzeuge, welche stärker von Holz als gewöhnlich sind, Schülcn, wohin dann nicht nur die Schaluppen gehören, welche neben den Segeln auch Ruder führen, sondern auch die Trcckschüken, welche letzter» ihren Nahmen von dem niederdeutschen Worte trecken, ziehen, haben, weil sie auf den Canälcn fortgezogen werden Schütt Csalloköz, lalula Lituorum. eine ansehnliche Insel in Niedernngarn, welche die Donau macht, und unter Preßburg durch eincuArm diesesSkromS in 2 Theile, nähmlich in das größere und kleinere Schütt, abgesonderkZ wird. Sie ist gegen 12 Meilen lang und 7 Meilen breit, überaus fruchtbar, und wohl bewohnt, wird von den Einwohnern der goldene Garten(Aranykert) genannt, und ist mit den schönste» und angenehmsten Lustschlössern angefüllt, aber ein Theil derselben auch öfter» Uebcrschivemmungcil der Donau ausgesetzt. Schütlenhofen, Sussihe. ein Städtchen ,zo Schüttgelb Schukter im Prachincr Kreise in Böhmen, welches tem Grafen von Starhembrrg ge- hört. und ,A Meilen von Prag liege. Gchnktgelb, eine Art gelbe» Farbentei- geS, welcher aus Blcyweiß oder einer kreidigen Erde bereitet wird, die so stark als möglich mit dem Safte der «vignonlchen Beeren gefärbt worden ist. Der Nabme soll anS dem Holländischen Schyt-gheel abstammen, weil dieser Farbenkörper den gelben Cxcremcnten kleiner Kinder ähnlich ist. «chuidheiß, derjenige, welcher an einem Lrte die Gerichtsbarkeit ausübet, Prä- stdent in einem Gerichte ist, und die Ge. rechtigkeit handhabet. In diesem Verstände werden die Richter in manchen Städten so wohl Ober- als Nieder. »eutschlandS noch jeyeSchuldheissen, und im gemeinen Leben zusammen gezogen Schulzen, Siadtschulzen genannt, da dann auch in Reichsstädten derjenige, welcher die obere Gerichtsbarkeit im Nahmen des Kaisers und Reichs verwaltet, der AeichSschuldheiß genannt wird. An andern Orten heißen sie Bog. te, Stadtvögte, Reichsvögte. Am üblichsten ist dieser Wort auf den Dörfern, wo der Schuldheiß oder Schulze eine obrigkeitliche Person ist, welche für die Aufrechihaltung der Polizcy und guten Ordnung sorgt, die Befehle des Ge- richtSherr« vellz-eher, die Abgaben einsammelt und weiter liefert, und zuweilen auch der Dorfrichter genannt wird, vft aber auch von demselben untcrschir. den ist. Schulyforte, s. Pforte. Schullrrwinkel, in der Kriegsbaukunst der Winkel an der Schulter eines Voll- wcrkS, der Winkel, welchen die Fa^e mit der Streiche macht. Sckunter, ein Fluß im Fürstentbume Wolfenbüttel in Niedersachsen, welcher sehr reich an Fischen und Krebsen ist, bey Repkr zwischen Königslutter und Gchuraaft Schutzgatker Schöppeastadt aus einem Berge ent- springt, seinen Lauf durch das Amt Campen unweft Brsunschwcig vorbey niwmt, bis er«Mich bey Klcinschwül» per in die Ocker, und mit derselben bey der Dickhorst in die Aller fällt. Schurgast, ein offenes Städtchen ander Neyße im FürsientbumeOppel» inSchle« sien, welche den Grafen von Schall gehört. Hier befindet sich ein Schloß, eine katholische Pfarrkirche und eine cvan» gelische Schule. Schnffcnried oder Scküssenried, 8ors- iftium, eine Prämonstraienserabtrvam Federsee zwischen der Frenhcrrschast Aulendorf, der Herrschaft Schecr und der Abtey Bnchau im schwäbischen Kreise, deren Abt ein unmittelbarer RcichS- stand ist. Schut, Sei out, ein holländisches Wort, welches mit unserm Schulze, ein Vor- gescKkcr gletch bedeutend ist. Wir kennen eS nur auS dem holländischen Seewesen, wo der Schut bey Nacht ein Flaggenofficier ist, welcher die dritte Abtheilung einer Flotte, oder die Ar- riergardc führet, und besonders auf die Fahrt der Schiffe bey der Nacht Acht hat. AuS dem holländischen Seewesen haben auch die Schweden, Dänen, Russe» und andere dieses Wort angenommen. Nach der Schlacht bey Pultowa ließ Peter I. sich selbst zum Schut bey Nacht bestellen. Schule, s. Schute. Schüttern, eine Stadt und Schloß am Flnsse SchukterMeilen von Straßburg in Elsaß. SchuHgatter, ein Goiterthor in den Thoren u. s. f., welches man von oben her» unter schießen läßt, wenn es das Thor versperren soll. An den Schleusten und Deichen ist eS ein Thor mit zwey Flü» gela, welche das innere Wasser zur Zeit der Ebbe«ufstößt, das äußere Wasser Swabeck Schutzhtrrs SchwsSach zur Zeit der Fluth aber wicber verschließt. Schutzherrschafk, die Herrschaft, das ist Gewalt, den Schutz über andere zu handhaben; imgleichen eine mit dieser Gewalt begabte Person oder Familie. SchuHvcrwandkcr, ein Einwohner eines Ortes, welcher weder Bürger noch Unterthan ist, sondern gegen ein gewisses Schutzgeld unter dem Schutze der Obrigkeit bürgerliche Gewerbe treibt. Schwabach, eine Hauptstadt des Für» stenthuw-s Ansbach im fränkischen Kreise. Sie liegt in einer ziemlich fruchtbaren Gegend an einem Flüßchcn gleiches Nahmens, der si: in zwey Theile theilt, aus einem unebenen und bergichten Boden, ist zwar nicht groß, aber volkreich, und ist eine Hauplmüuz- stadt des fränkischen Kreises, der Sitz eines von ihr benannten Obera.nts, und eines Dekanats. Außer einer lukheci- scheu Pfarrkirche, einem Hospitale mit einer Kirche, und einer lateinischen Schule gibt es hier eine franzö. fische reformirte Gemeinde und Kirche, eine Judenschnle, und ein Zucht-und Arbeitshaus. Auf dem Markte findet man c»uen schönen mit Cascadcn und springenden Röhren gezierten Brunnen. Das in den Zähren i7ZZ und i7Z4 neu erbauktc Müuzhaus ist sehe bequem eingerichtet. Die neue Borstadt vor dem Zöllnerthore, welche im Jahre 17Z7 zu bauen angefangen ward, ist ganz regelmäßig angelegt worden, und rat. hält auch das im Jahre ,?§<> ebauete Zucht und Arbeitshaus.-Ehemahls war hier eine Schrisigicsserey, in welcher die hier erfundene und von dieser Stadt benannte Schwabacher Schrift gegossen wurde. Ausser den gemeinen Handwerkern gibt es hier Bleystifimacher, Gold-und Silbcrbortenmacher, Told- Eilber- Stahl- und Eisendrachzirher, Messing-rechtler, Formschneider, Nav» rF» lee, deren Arbeit weit und breit beliebt ist, und welche über dreyßizerley Arten Nadel, verfertige», Rochgießer, welche unter andern schauen metallene Schuhschnallen liefern, Sirumpftpeb.r, von welchen gegen 20c, Meister vorhanden sind, T tbakskpinner, Tapeienwe- bcr, welche schöne Haute-lice. Tapeten verfertigen, und von welchem viele nach Wien, Berlin, Dresden, Slullgarb und in andere Ocrter gegangen find, und daselbst gleiche Manufakturen errichtet haben, Tuch-und Zeugmacher, Tuchscherer und Tnchbe« rciler. Hier wird auch Zitz und Cat. tun, und überaus feines und guieS Mehl verfertigt, welches letztere man weit versendet. Im Jahre 1L28 wurden hier von den Evangelischen die so ge- nannten schwabachischen Artikel ausgesetzt, welche der Anfang des augsbur- gischcn Glaubensbekeniiiisses waren. Im Jahre iF2y war hier eine Versammlung der evangelischen Stände. Im Jahre 16^2 wurde Schwabach von den Kaiserlichen belagert, eingenommen und geplündert, und zugleich durch Hun. gcrsnoth und Pest sehr verwüstet. Im Jahre>686 ließen sich hier die ersten aus Frankreich vertriebenen reformir- ten Franzosen nieder. Slvabeck, eine Herrschaft und Schloß zwischen der Herrschaft Mindelheim und dem Hochstifte Augsburg im schwäbischen Kreise, welche im Jahre iroZ von dem Hochstiste Augsburg mii Gewalt erobert, nachmahls aber, erkauft worden seyn soll; daher dasselbe jederzeit Anspruch daran gemacht hat. Als der Churfürst von Bayern im Jahre 1706 in die Acht erklärt wurde, kam -aS Hochstift im Jahre 17,0 zum Besitze dieser Herrschaft; wie wohl es dieselbe nur bis auf den Baadner Frieden behielt, da sie wieder a» den Churfüc- sien von Biiprr» abgetrekeu ward. »F2 Schwaben Schwaben, Zueviu, eine große Landschaft in Deutschland, welche nach der setzt bey den Erdbeschreibcr» gcwöhnli- chcn Meinung von Abend gegen Morgen zwischen den Flüssen Rhein»nv Lech liegt, gegen Mittag an die Schweiz, an den Bodensce und an die österrci. chjschen Herrschaften vor dem Arl. berge, und gegen Mitternacht an Franken und an die Pfalz grenzt. Die höchsten Gegenden in Schwaben sind die Alb oder Alp, und der Schwarzwald, und jene ist noch etwas höher als die» ser. Diese Gebirge durchstreichen den größten Theil des Schwabenlanbes von Süden gegen Norden, und von Westen gegen Osten, und hier entspringen die meisten Flüsse, welche dasselbe bewäs. fern, und entweder in den Rhein oder in die Donau fließen. Schwabe» hat seinen Nahme» von den alten Sne- viern, und diese bekamen den ihrigen von ihren langen Haaren, welche sie als einen Schweif zusammen geflochten und geknüpft trugen. Die Suevier wohnten Anfangs zwischen der Weichsel»nd Oder; nachmahls aber zogen sie über die Elbe an den May» und die Donau, und zur Zeit des Julius Cäsar an den Rhein und Nekar. Sie bewohnten den größten Theil von Deutschland, und unter ihnen wurden mehrere Völker begriffen, als die Semiwner, Hermundu. rer, Quader, Marcomanner und andere, von welchen einige durch Gallien und Spanien gingen. Im gtenJahrhun. irrte wurde das damahlige Land der Schwaben von den Alemannen benannt; nachdem aber diese im Iaht e 496 von den Franken geschlagen worden waren, und Alemannien unter fränkische Botbmäßig« keil kam, ward der Nahme Schwaden wieder gewöhnlich, und ist dem heutigen Schwaben eigenthümlich geblieben, welchem die fränkischen Könige Herzoge «»rsetztrn. Der größte Theil v»n Schwa- S ch waöen den gehört heutiges Tages zu dem schwäbischen Kreise; ein ansehnlicher Theil aber zum österreichische», und rinklei. ner zum oberrheinischen Kreis«. Es erstreckt sich auch aus dem baycrschen Kreise ein schmaler Strich vorn Her« zogkhume Neuburg längs der Donau in Schwaben hinein, welcher hie so genannten schwäbischen Aemter dieses Herzogrhums ausmacht. Ueber dieß besitzt auch die unmittelbare Reichsrit- lerschafr in Schwaben ansehnliche Gü- ter und Herrschaften. Schwaben, eine Landvsgtey im schwäbischen Oesterreich, welche auch die kaiserliche und ReichSlandvogkep Altars und RaocnSbero genannt wird, und ihren Ursprung von den Ucberreste« der ehemahligen gnelpbischen Grasschaft Altars hat, die mit den übrigen guelphi. sehen Erblonden in Italien und Deutschland von dem letzter« Herzoge aus dem jüiigcrn guelphischen Stamme, Wels VI-, dem Kaiser Friedrich, als Herzog von Schwaben, vorn Hause Hohenstcm- fcn, zugewendet wurde. Als der unglückliche Courad oder Conradi» als der letzte von dem hohenstaufischen Stamme umgekommen war, zogen die römischen Könige Wilhelm und Aeichard die Graf- schaft Alters, oder vielmehr die Uebcr- resie derselben, an das Reich, worauf sie wie andere Reichsgüter theils den jedesmahligen Neichslandvögten in Oberschwaben zur Verwaltung gegeben, theils auch mehrmahls verpfändet wurde. Erst im Jahre istlL wurden die Ueberreste der alter» Grafschaft Aktors nebst den Freyen auf der Leut- kirchcr Heide zu einer besondern Landvogtey gemacht, und zu der Hauptland- vogkcy in Oder-und Niederschwaden geschlagen, und mit derselben von dem Kai- serSigmund an dieTruchseffen vonWald- burg und nachmahls von Kaiser Friedrich an das Hau» Oesterreich verpfändet» Schwabe» Schwabe» Der Bezirk, welcher die jetzige kaiserliche Landvoztey in Schwaben ausmacht, kann feiner Länge und Breite nach durch gewisse Meilen nicht bestimmt werden, weil er hin und wie- der ve» andern herrschaftlichen Gebie- theil durchschnitten wird. UedriqenS erstreckt sich die Anzahl der landvoztey- lichen Unterthanen, welche sich insge- sammt zur katholischen Religion bekennen, ungefähr auf Zoooo Seelen. Das Land ist von mittlerer Güte, und bringt allerley Getreide, und in der Gegend deS Bodensee« auch Wein hervor. Der Landman» nähret sich im Sommer von der Feldarbeit, und im Winter meiste» Theils von Spinnen. Die Landvogiey wird in die obere und untere eingetheilt. Schwaben, ei» Marktflecken, Schloß und Amt am Wasser Sempka im Aentamte München i» Obcrbayern, welche dem Ritterorden von S. Georg z» seinem Unterhalte überlassen worden sind. Schwabenheim, ein Kloster der regulirten Chorherren Augustinerordcns im Ober- amte Oppenheim in der Pfalz am Rhein. Schwabmünchen, ein Marktflecken und Am« im so genannten Lechfelde im Hoch- stjfte Augsburg im schwäbischen Kreise, in welchem eine Menge baumwollene Strümpfe verfertigt wird. Schwabstedt, ein angenehmer und volkreicher Marktflecken und Amt an der Trenn im Fürstenthume Schleßwig, welcher ein altes und fast verfallenes Schloß bat, worauf ehemahls die Bischöfe von Schleßwig residirten. Schwaden, eine Herrschaft des Churfürsten von Pfalz-Bayern an der Elbe im Lcmmcritzer Kreise in Böhmen. Schwaden, der eßbare Same einiger Grasarten, und diese Grasarten selbst. Der im mittägigen Europa einheimische gemeine Schwaden oder der Blukbirse und der Mannaschwingel oder das Man- (IV Band.) Schwaborf Schwäbisch iZI nagraS werden besonders mit diesem Nahmen belegt. Beyder Arten Samen sind wohl schmeckend, und werden auch Manna, und wen» sie gestampft wor. den sind, Schwadengrütze genannt. Schwadorf, ei» Schloß und Herrschaft des BiSkhumS Passau im Kreise unter dem Wienerwalde un Lande unter der E„S in Oesterreich. In der hiesige» Kirche befindet sich ein berühmtes Marienbild. Schwadrone, ein aus dem Italienische» und Französischen entlehntes Wort, einen Haufen unter einem Rittmeister stehender Reiter oder Soldaten zu Pferde zu bezeichnen. Die Schwadrone ist bey der Reiterey das, war bey dem Fußvolks die Compagnie ist. Indessen ist dieses Wort i» den gemeinen Sprach, arten ain gangbarste»; in der anständiger» aber braucht man lieber das frauzöfische Escadron. Schwäbischer Bund, drr Nahme zweyer Verbindungen, von welchen die so genannte große im Jahre iZ/6 durch folgende Veranlassung entstand. Kaiser Carl IV. halte gegen r6 schwäbische Reichsstädte hier und da verpfändet, und auch verkauft: um nun den ferner» Veräußerungen vorzubeugen, errichte, ten die übrigen Städte einen Bund, um sich mit vereinigten Kräften Sicherheit zu verschaffen. Der Kaiser wollte den Bund hintertreiben; aber die fruchtko. fe Belagerung von Ulm verrückte ihm alle seine Plane, Der andere ward unter Friedrich III. im Jahre ,488 von den schwäbischen Stäuben nnd Städte» zu Eßiingcn in der Absicht geschloffen, „m den Aäubereyeii Einhalt z» thun, die damahls stark im Schwange gingen, indem der Kaiser zu schwach war, diesem Unfug zu steuern. Der Kaiser willigte darein, Weiler die Aufrechter, Haltung des Landfriedens znm Zwecke haue, und sollte zwar A»s„ngs nur 8 U S ch wab ischr« Schwäbische« Jahre dauern, ward aber von Zeit zu Zeit verlängert, bis zum Jahre iFZZ, da man weiter nichts davon hörte. Man nannte diesen Bund Anfangs die Gesellschaft St. GeocgenschildS, weil jeder BnndeSgenoffe einen dergleichen Schild tragen mußte. Sie waren in 4 Orte eingetheilt:>) in Hegau und am Bodensee, 2) am Kocher, Z) am Neckar und Schwaczwalde, und 4) an der Donau. Es wurde» von dem Bunde gegen r4o Raubschlöffer geschleift, und auch alle Streitigkeiten abgethan, worüber sonst das Befehden entstanden war. Schwäbischer KreiS, einer von den zehn Kreisen, in welche Deutschland ringe- theilt wird, und welcher gegen Abend an den Rhein und Frankreich, Hegen Mittag an die Schweiz, gegen Mor< gen an den bayerfchen, und gegen Mit, ternachk an den fränkischen und chur- rheinischen Kreis grenzt. Seine Größe betragt 729 geographische Ouadratmei- len. Die vornehmsten hiesigen Flüsse sind die Donau, der Neckar, die Enz und Nagold, der Kocher, die Blau, die Jler und der Lech, und die Seen begreifen den Bodensee, den Alpsee und Federsee. Zu den hiesigen Gebirgen gehört vornehmlich die Alp und der Schwarzwald. Zu diesem Kreise gehöre« die BiSthümer Costanz und Augsburg, die gesnrstete Abtey Äempren, der gefürstcte Propst zu Elwangen, die Prälaten und Acbte zu SalmanSweiler, Weingarten, Dchsenhausen, Elchingen, Jrsinge», Ursperg, Roggenburg, Manch- rode», Weissenan, Schuffenried, March- thal, PcterShausen, Weitenhausen, Gengeubach, zu S. Udalrici und Asrä, St. Georgii in der Stadt Jsny, und die Prälaten von Oltendeuern und Zwie, falte», die Aebtissinnc» zn Buchau, Lindau, Heggbach, Guttenzell, Ro- renmünster und Baindt, die Eommen- ..chnrey Alschhausen, das Hexzogthum Wnetembecg, die Markgrafschast Bade» und Hochberg, die Fürsten und Grafen von Hohcnzollern, die Fürsten und Grasen voN Oectingen, die Fürsten und Grafen von Fürstenberg, die Fürsten von Liechtenstein wegen derHerrschaft Schel- lcnberg, und Desterreich als Fürst zu Schwaben; die vorderösterreichischen Lande aber, welche in Schwaben liegen, werden zu dem österreichischen Kreise gerechnet: das HsuS Oesterreich wegen der beyden Herrschaften Min- delhcim und Wiesensteig, die Freyherren von Freydecg und Eiftnberg wegen der Herrschaft Justingen, Schwarzenberg wegen Sulz und Kleggau, Traun wegen Egloff, Stadia» wegen Thränn- Hausen, Graf von her Leyen wegen Ho- hengeroldSeck, AucrSberg wegen der Herrschaft Lengen im Nellenburgischcn, „nd die Grafschaft Ebcrstein, welche unter Verschiedene getheilt ist; ungleichen die Grase» von Fugger, Grafen- eck, HohencmbS, KönigScck, Montsork, Nechberg, Pappenheim, Sinzendorf, Waldbnrg und andere Grafen, die z> der schwäbischen Grafcnbank gehören, ob ste schon anders wo ihre Güter haben. Ferner die Reichsstädte Augsburg, Ulm, Eßliügen, Ärmlingen, NörLiin- gcn, Hall, Ueberlingen, Roihwcil, Heil- brsnn, Gemünd, Meimninge», Lindau, Dünkrlsbühl, Biberach, Ravensburg, Kcmplen, Kaufdeuern, Weil, Jsny, Leutkirch, Wimpfen, Giengen, Psul« lendorf, Aalen, Bopfinge», Buchau am Federsee, Buchhor», Offeaburg, Gengenbach nndZell. Die kreisausschrei- benden Fürsten sind der Biichos von Costanz, und der Herzog von Würtem- berg. Der Letztere ist KreiSSireckor. Die Kreisstände werden in fünf Bänke getheilt: 1) in die geistliche Fkrsteiibank, 2) in die weltliche Fürstcubank, ,g) in die Prälatenbank, 4) in die Grafen- und Herrenhaus, n»d L)in die Slädlebasss- Schwäbisch Schwalb ach Sck wäbischcs Oesterreich, die östcrrei- ckichen Länder in Sck nahen, weiche theils alle Erbgüter der hab-bnralschrn Hauses sind,»Heils nach dts deutschen Königs Rudolph I. Zeit aus maicherley Ar» a» das österreichische Haus kamen. Wegen derselben nennen sich die Erz. Herzoge von Oesterreich Fürsten von Schwaben, welchen Titel Kaiser Ma. ximilian 1. zuerst angenommen hak. Sie sind wieder in sechs Theile abgetheilt, die in ihrer cingesührten Ordnung also aufeinander folgen: die Markgrafschaft Wurgau, dir Landgrafschafl Nellenburg, die Landvogtep in Schwaben, die Graf- schaft Hohenberg, die fünf Donaustäd- 57 weit von Stockholm in Schweben. ES liegt auf einer wohl bewohnten Insel in dem Mälersee, und dient der»er« wittweten Königinn, Ulrica Lvuise, zum Sommeraufenthalt. Schwarz«, ein Dorf, Amt und Schloß im Hennebcrgischen, zwischen Kühn- dorf und Benshansen im fränkischen Kreise, welche dem reichsgräflichen Hause von Stolbcrg- Wrrnigerode ge- hören. Schwarz«, em kleiner Fluß im obersach- fischen Kreise, welcher im Thüringer- walde entspringt» das Schloß Schwarz, bürg bis auf den Eingang rund herum umfließt, und zwischen Nudolstadt und Saalfeld in die Saale fällt. Schwarzbach, eine Benedickincrabteyzwischen Stollhofen und Lichte»»» in der obern Markgraffchaft Baaden imschwä. bischen Kreise, zu deren Amte der Flecken Schwarzach und eilf Dörfer ge, hören. Sie steht unter fürstlicher Baa- denscher Landeshoheit, welches sie aber nicht anerkennt, und deßwegen mit dem fürstlichen Hause in einen Proceß verwickelt ist. Schwarzach, ein Städtchen am Map» im Dberamte Dettrlbach im Hochstifte Würzbucg im fränkischen Kreise. Hier befindet sich eine Bencdictinerabtey, welche ein« schöne Kirche und eine der beste» Bibliotheken in Franken hat. Schwarzach, ein Fluß in der Dbcrpfalz, der in dem böhmischen Walde entspringt, und sich bey dem Marktflecken Schwar- zenfcld mit der Nabe vereinigt. Schwarzburg, eine Grafschaft in Thü. ringen im obersächsischcn Kreise, welche aus zwey Theile», nähmlich aus dem südlichen oder obern, und aus dem nördlichen oder untern besteht, die gegen sechs Meilen weit von einander ge. trennt liegen. Jener ist von den Für- stenthümern Coburg, Altenbnrg, und Ejsenach, und von dem erfurlischen Gebiethe umgeben, dieser aber von dem thüringischen Kreise des Cburfür- steiithums Sachsen, von den Grafschaften Skollberg und Hohenstein, vom Eichsfelbe, und vom Gebiethe der Reichsstadt Mühlbausen. Schwarzburg hak viel schöne und sehr fruchtbare Gegenden, unter welchen die von ihrer Fruchtbarkeit benannte goldene Ane am berühmtesten ist. Allerley Gattungen von Aeldsrüchten und Dbst sind in Uebcrfittsse vorhanden, und bey Klia. gen, FrankenHausen, Plane», und an andern Oertern wächst auch ziemlich guter Wein. Die hiesigen Waldungen find sehr einträglich; denn es werden in denselben jährlich für eine Tonne GoldeS Holz geschlagen, und größten Theils in andere Länder ausgeführt. In denselben gibt es eine Menge Wildbret, und die hiesigen Flüsse und Teiche führen allerley Arten von Fischen. Im Amte Gehren ist am Reheberge bey der Schwarze eine Goldwäsche. Z» Leutenberg, Konitz und Schwarzbur» findet man Silber, und Kupfeeberg. werke, und zu FrankenHausen gibt es ein ergiebiges Salzwerk. Ueber dieß bricht man schönen Alabaster, Marmor, Schiefer und Eisen. Die vornehmsten hiesigen Flüsse find die Saale, Schwar- za, Jlm, Sera, Wipper, Unstrut und Helbe. Im ganzen Lande gibt e« Städte, die ganz, und 2 die zur Hälfte hierher gehören,»c> Markiflc- cken, und gegen looooo Einwohner. So wohl die fürstlichen Häuser als ihre Unterthanen bekennen sich insge. sammt zur evangelischen lutherischen Religion. Die vormahligen Grafen und jetzigen Fürsten von Schwarzburz flammen von den Grafen von Kcfernbnrg, aus der letzter» Hälfte des iZteuJahr« Hunderts ab. Des im Jahre iFL2 verstorbenen Grafen Günthers Söhne stifteten zwey noch jetzt blühende Linie«, LZ8 Schwarzb Schwarzenau nähmlich die arnstädlische(jetzt son- dershaustsche), und die rudolstädtische. Beyde wurden, die eine imJahre 1697, und die andere im Jahre 1710 in dc» Riichsfürstenstand erhöhe», und am Zosten Map dcS Jahres? 17^4 in den Neichetttrsteiiratb zu Sitz und Stimm« eingeführt. Sie sind des Reichs Eezstall- me.ster, auch des Reichs Erzjägcrmei- fier. Einige ihrer Herrschaften gehen bey den chbarten Reichsfürsien zu Lehen. Der Stand der vier Grafen des Reichs ist ihnen von verschiedenen Kaisern bestätiget worden. Schwarzburg, ei» Amt und Schloß auf einem Felsen bey der Schwärzn im fürstlichen Schtvarzburg rudolstädtischcn Antheils an der obern Grafschaft Schwarzburg im vbersächsische» Kreise. Dieses Schloß ist das Stammhaus der Fürsten von Schivarjbnrg, hat dem ganzen Lande den Nahme» gegeben, und ent. hält auch ein festes Zuchthaus. Das Amt ist ein Rcichslehen, und enthält außer dem Schlosse und dem Städtchen Königsee Z4 Dörfer. In dieser Gegend befindet sich ein Silber-und Kupferbergwerk. Schwarze Elster, ein Fluß im meißnischen Kreise im Chnrfürstenthume Sachsen, welcher an den oberlausitzi« scheu Grenzen entspringt, die Polsnitz zwischenMückenbcrg und Elsterwerda an sich nimmt,»nd durch den sächsischen Chnrkreis, unweit Wiltenbcrg, i» die Elbe fällt. Schwarze Meer, kontus kuxinus, Fcksre niArum, ein Meer zwischen Europa und Asien, welches gegen Westen an Romainen und Bulgarien, gegen Norde» an die kleine Tartarey und Ciecassirn, gegen Osten an Migrelicn und Guriel, gegen Süden aber an Natvlien stößt. Schwarzenau, ein Flecken an der Eber, in der Grafschaft Wikgenstein, auf S chwär zend Sch ma rzeuberg dem Wcstcrwalde im oberrheinischen Kreise, wo viele Sirüu pfe und wollene Zeuge verfertigt werden. Echwarzeubach, eine fürstliche cstcrha- zische Herrschaft, Markt und Schloß im Kreise unier dem Mienerwalde im Lande unter der EnS in Oesterreich. Sckwarzcnbach, ein Flecken und Schloß in der Grafschaft Tsggcnburg.in der Schweiz, welche dem Abte von St. Gallen gehören. Schwarzenbach an der Saale, ein Markt, flecke» ungefähr 2 Stunden von dem Urspriinge der Saale, und r Meile von Hof, im Oberlands des Fürsten- thun, Bayreuth im fränkische» Kreise. Er enthält gegen Zvoo Einwohner, und ist wegen seines starken Baumwol- lengcwerbes merkwürdig. Bey diesem Orte wird grauer Marmor mit gelben glänzenden Flecken gebrochen. Schwarzenbcck, ein Amt und Flecke» im Hrrzogihumc Lauenburg, im nirdcesäch- fische» Kreise. Er liegt unweit der Eibe, an dein so genannten Sachsen- walde, i» welchem vieles Holz und Wild gefällt wird. In dem Amre sind 2 t Dörfer. Schwarzeuberg, eine gefürstete Graf- schaft im fränkischen Kreise, welche vornehmlich vomHochstifieLamberg, der Grafschaft Castell, der Herrschaft Speck- feld, dem Unterlande des Fülstcnlhuins Wapreuth, dem Fürstenihume Ansbach und dem Hochstifre Würzburg umgeben ist. Der größte und zusammen Hangende Theil derselben ist 4 Meilen lang, und in einigen Gegenden nur eine halbe, in andern aber über Z Meilen beeil. Dir andern Siücke derselben liegen zerstreut. Die Einwohner dieses Landes bekennen sich theils z»r evangelischen lutherischen, theils zur katholische» Religion. Es gehört den Fürsten von Schwarzeuberg, welche im Jahre 1670 in den Reichsfürsieiistand, und ihre -'S ch M k r; eirb-kkK Gesfschaft zu einer gefürstetru Geas- ichafk erhoben wurden. Zm Jahre t.6Af -ehielten sie Sitz und Stimme im Reichs- fürstenrarhe, und schon im Jahre 1672 einen Platz auf der fürstliche» Bank beym fränkischen Kreise. Anfangs führ- '.v.nur der regierende Herr den fürstlichen Titel; zu Ende des Jahres 1746 aber wurde derselbe durch ein besonderes Diplom Kaiser Franz l. über das ganze Haus verbreitet. Der jetzige regierende Fürst heißt Joseph Adam. Das Stammhaus der Fürsten heißt ebenfalls Vchlvarrmberg, liegt nahe bey dem würz. bnrgischcn Städtchen Schlüsselfeld, und >st ei» Becgschloß, wo sich das fürstliche Rcgierungscostegium befindet. Die Fürsten von Schwarzcnbcrg besitze» auch die Herrschaft Seinsheim, welche mit der sesürstetei! Grafschaft Schwar- zenberg vereinigt ist: ferner die Herr- schafl Gimborn, mit der Stadt und Amte Neustadt in Westphalen; imglsi- chen die Herrschaft Murau in Sieyer- inark; atzch habe» sie durch Heirsth die gesürstete Landgrafschask Kletgau, beym Schwarzwalde am Rhein, nebst dem Erbrichtecamte bey dem kaiserlichen Hosgerichte zu Noihweil an sich n.bracht. Ueber dieß haben sie noch in Böhme» und Sleyermark ansehnliche Güter, und belleiden am kaiserlich, königlichen Hofe beständig die erhabensten Bedienungen. Schwarzeuberg, ein altes Bergstüdtchei, im erzgebirgischeii Kreise imEhnrsür- ücnlhnme Sachftn, welches seit dem Jahre iLFZ der Sitz eines KrcisamiS ist, wozu auch das Amt Ccottendorf geschlagen ward. In und bey diesem Städtchen gibt es viele Eisenhammer, Bley, Zinn»»d blaue Farbenerde. Das hiesige Schloß isi aus der Spitze eines hoheu Felsen erbauet; auch findet Mit hier ein Bergamt. Schwarze,nh Schwerrzw iFK Bcs-warzenberg, ein altes Schloß und Lurghaus in der Grafschaft Mark im «estphälifcheu Kresse, weiches dem Freyherr» von Pletkenderg gehört. Schwarzenborn, ein Städtchen und Amt in der Grafschaft Ziegcnhay», im hessischen Gebiethe im oberrheinische» Kreise, welche an dem bekannten hohen Bergs Knust liegen. An dieser Gegend»st ein gutes Aiaunbergwcck. Schtvarzeitburg oder Schwarzenberg, eiiie Laudvogley, Schloß uud volkreicher Flecken zwischen den Cantons Bern und Freydurg in der Schweiz, welche den eben genannten Cantons gehören. Ihre Einwohner reden die deutsche Sprache, und bekennen sich insgesammt zur reformirten Kircke. Schivarzenfels, ein altes Schloß, Fle. ckcn und Amt in der Grafschaft Ha« »an- Münzenbcrg im oberrheinischen Kreise, nicht weit von» Smnflusse an den fuldischen Grenzen. Sie sind im Jahre 164^ mit dem Amte N uniburg an Hesscncassel verpfändet worden. Schwarzlhal, ein Marktflecken im Kö- iiigiiingratzer Kreise in Böhmen, welcher zur Herrschaft Hohenelbe und den Grafen von Morzi» gehört. Das hiesige Bergwerk gibt Gold. Stölvarzwald, ein großer Wald und Landschaft in Schwaden, welcher sich von Süden gegen Norden au- der Ge- gend der vier Waldstädle bis an das Ende des würtembergische» Amis Neu. enburg erstreckt, und gegen Osten fast bis an die Alb reicht. Der südliche Theil desselben wird der obere, und der Nord. liche der untere Schwarzwald genannt. Der Schtsarzwaid hat vermuthlich sei- aon Nahmen von den dicken Tannenwäldern, mit welche» er bewachsen ist. Die Einwohner desselben haben ihre meiste Nahrung von dcr V-ehzucht, und von, Holz und Harze, wiewohl mau hier auch Getreide erzeigt. Diese Laub- 160 Schwarz» Schwede« Schwatz fchaft, welche rauh und gebirgig ist, gehört unter vielerley Herrschaften, uähmlch unter das Haus Oesterreich, die Herzvge von Würkemberg, die Markgrafen zu Baadcn, und viele Grafen und Herren. UebrigenS entspringen am Flusse dieses Gebirges die Donau, der Neckar, die Eus, Nagold undKinzing. Schwarzwild, ein Stück des Thücin- gerivaldeS gegen Mitternacht im obersächsischen Kreise, welche an die hen- nebergischen Grenzen gegen die Stadt Suhl, an das Amt Gurgeuthal, und die Grafschaft Schwarzburg sonders, hansischen Antheils grenzt. Das Amt Schwarzwald gehört zum Fnrsteiikhu- me Gotha, und begreift das Städtchen Blasiiz ll und mehrere Dörfer! Schwarzwasser, eine kleine offene Stadt und Amt an der Weichsel im Fürsten, thume Tefchcn in Schlesien, welche der Hauptort einer ehemahligen Herrschaft ist, zu welcher noch L Dörfer gehörten. Schwarzwasser, ein kleiner Fluß in Schlesien, welcher in der bunzlauischen Köutgshelde entspringt, durch das Für. stenlhum Liegnitz stießt, und sich unweit Liegnitz mit der Kaybach vereinigt. Schwarzwasscr. ein kleiner Fluß im erz. gebiraischen Kreise im Cbursürstcntbu- ms Sachsen, welcher bey Jvhaiingeor- genstadt herab fließt, und unten bey Au in die schneebergische Mulda fällt. Noch ein kleiner Fluß dieses Nahmens geht im sächsischen Churkreise bey Torgau vorbey, und fällt i Stunde davon in die Eibe. Schwatz, 8evsc!um, ein sehr ansehnlicher Markt im Viertel Unterinutha! in Tyrol, welcher sm Flusse In» liegt, über dr» hier eine Brücke gebanet ist. Er gleicht nicht nur den meisten Städten in» Lande, sondern übertrifft sie «»ch an Schönheit und Größe. Nahe bey demselben befindet sich am Falken- Schwed stein ein Silber- und Kupferbergwerk, in welchem einige 1000 Menschen arbeiten. Dasselbe ward IM Jahre ,44z entdeckt, und war ehemahls»»gemein ergiebig; denn vom Jahre IL2L bis zum Jahre ,L718 von Feiedrichrhall in Norwegen durch eine Liückkugel sei» Leben einbüßte, und die Schwester desselben Ulrica Elcono- ra(die sich im J>ch:e>7>L mit dem damahlige» Erbprinzen Friedrich von Heffcncassel vermählt hatte), von den vier Reichsständen als Königinn ausgerufen wurde, geschah dieses nicht an- ders, als unter einer gänzlichen Abänderung der Regicrungsform- Die Souveränität wurde auf ewig abgeschafft, das Reich wieder in ein Wablreich verwandelt, und ei» großer Reichsrach bestätigt, ohne dessen Einwilligung die Königinn und ihre Thronfolger in wichtigen Geschäften nichts unternehme» sollten. Im Jahre 1720 den chken Aprill wurde auch der Gemahl der Königinn, -Der Erbprinz Friedrich, zum Könige er. klärt, und den uten May gekrönt. Gleich im folgenden Jahre den Zysten August ward der nordische Krieg durch den Nvstädter Frieden mit Rußland geendigt; allein er kam Schweden theuer z» stehe», weil an besagte Macht ganz Liefland, Jiigcrmannland, und ein Theil von Carele», worin Wibnrg«ud Kex- holn, liegen, auf ewig abgetreten wer- den mußten. Das Jahr zuvor hakte Schweden schon mit Preussen und Dänemark Frieden gemacht, und im Iah. re 1719 andaSCbnrhaus Braunschweig Bremen und Verve» überlasse». Im Jahre 1741 brach nbermabls mit Rußland ei» unglücklicher Krieg aus; Finn- land ging fast gänzlich verloren, wnr- Schwebe« he aber durch den Aboer Frieden vom Jahre 1744 meistens wieder an Schweden zurück gegeben. Kraft des 2te» Artikels der Präliminarien dieses Friedens wurde Herzog Adolph Friedrich von Hvlstcingollorp zum Thronfolger ernannt; und als Friedrich I. am Lten Aprill»nbeerdt starb, folgte derselbe als König von Schweden. I» der Mitte des 17LL, Jahres versuchten es die Grafen von Lrahe und Horn, die Souveränität wieder einzuführen; aber ihr Anschlag mißlang, und Ersterer verlor den Kopf, Letzterer aber war noch so glücklich, aus deni Reiche zu entkom- me». Die Negiekungsform wurde sodann aufdcm Reichstage v'on den Jahren >7LL und.7^6 noch mehr eingeschränkt, und die königliche Macht dergestalt verringert, daß die Reichsstände ungeachtet der königlichen Prolestation sogar an dem Kriege Theil nahmen, der im Jahre 17^6 zwischen Desterrcich und Preussen auSgebrochen war. Sie traten als Garanls des westphälischen Friedens auf die Seite des Erzhauses, erhielten aber dadurch nicht die erwarteten Vortheile, so daß sie nach dem Beyspiele Rußlands im Jahre 1762 mit Preussen einen Particularfrieden schloffen. Den t Lten Februar des Jahres 177t starb König Adolph Friedrich. Die Reichsräthe huldigten hierauf am iZte» dem damahls auf Reisen begriffenen Kronprinzen Gustav III., dessen Krönung nicht so geschwinde nach seiner Rückkunft von Paris erfolgte, al- wa» es vermuthet hakte. Die zwey Parteyen, i» welche die Reichsstände ge> iheill, und theils für, theils wider die Erweiterung der königlichen Macht waren, verzögerte» dieselbe bis an den Zysten Junius des Jahres 1772; und da endlich diejenige Parrey, welche die königliche Gewalt noch mehr einschränken wollte, sogar im Begriff war,e>' Schweben Schweden ne aristokratische Regierung einzufüh. ren, so ergriff der König so kluge und standhafte Maßregeln, baß er am> 9>en August eine der merkwürdigsten Staats- veränderu-igen bewirkte, und die Re- gicrungsform Schwedens, so wie sie im Jahre!6Zo auf dem Reichstage festge- senk worden, ohne BlntvergieZrn glück, lich wieder herstellte Im Jahre 1788 erklärte Gustav III. Rußland alsBun. de-genoß des türkischen Kaisers den Krieg, welcher mit abwechselndem Glücke geführt ward, indem die Russen im Jahre 1790 die große schwedische Flotte schlugen, aber einige Tage nach die- semSiege mit ihrer Schercnflotte äußerst unglücklich waren, und chL Schiffe und 688 Kanone» verloren. Die Landesregierung ist nach erwählter Veränderung in eine männlicher und weiblicher Linie erbliche eingeschränkte Monarchie unter einem Macht habenden, aber an dieGe- setze gebundenen Könige, und unter gesetzgebenden Ständen, die aber auch ihr? Gesetze haben. Doch ist die Gewalt des Königs weit uneingeschränkter, als ehemahls, und er beruft die Reichsstände, welche aus dem Adel- dem Priester- dem Bürger- und Bauernstände bestehe», nur in höchst wichtigen Angelegenheiten. Die Reichscollegicii sind: 1) der Reichsralh, der überfeine entscheidende Gewalt mehr hat, 2) die Z königlichen Hofgerichte, Z) das königliche Kriegscollegium, 4) die Admiralität, dw königliche Kanzelley, 6) das königliche Kammercolleglum, 7) das königliche Siaatscomtoir, 8) das königliche Beracollegiuni, 9) die Commer- cienkammer.und 10) die königliche Kammerrevision Die Anzahl der Einwohner wird auf 2,800 000 bis 2.9L0,000 geschätzt. Man redet im schwedischen Reiche die schwedische, die stiinckcheund die lappische Sprache. Die herrschende Religion ist die lutherische;-och haben i6.z die Glieder der reformirten und eng- ländischcn Kirche, und seit dem Jahre 1779 auch die Katholiken freye Reli- gionsübuag. Die Einkünfte des Reichs erstrecken sich nach den neuesten Berechnungen auf iH,9Zo,soo Gulden; wiewohl Ändere nur ich bis iL Millionen annehmen. Die schwedische Landmacht betrug im i^ostenJahrcA6804 Mann; gewöhnlich werde» aber 47L00, ein Aeservecorps von Z4000 Man» ungerechnet, unterhalten. Die Seemacht Schwedens besteht i» 29 Schiffen von der Linie, die insgesammt mehr als 60 Kanonen fühlen, und aus 2Z Fregatten. Diese liegt iu den Häfen von Carls- krona, Gotheuburg und Stockholm vertheilt ,u»d zu derselben gehören iZooo Mariiietruppcn. Die Reichsbanco, das Affecurationscomtoir und das königliche Coirimcrciencolleginm haben den allgemeinen Credit und die Aufnahme der Handlung sehr befördert. Künste und Wissenschaften blühen im Reiche: die Universitäten zu Stockholm, Abo, Upsal, Soroe und die königliche Societät der Wissenschaften, wie auch das Landmesser- Comtoir, welche» sich um die inländische Geographie viel Verdienste erworben hat, nebst der pbysiographischen Gesellschaft in Abo, stehen in großem Ansehen Einen Linnee hat nur Schwede» gehabt. Der jetzige König ist Gustav Adolph IV., welcher den isten November des Jahres 1778 geboren ward, und seinem Vater Gustav III., der durch einen Edelmann, Nahmens Ankarström, auf einem Masqueballe im Jahre>792 meuchclmörderifchcr Weise sein Lebe» verlor, in der Regierung folgte. Schweden, Neyschweden,»in Nahme, mit welchem man ehemahls die beyden Freystaalc» Neuyork und Neuyersce in Nordamerika bezeichnete, weil dieSchwc« den ihre Entdecker waren, denen sie hierauf die Holländer, und diesen wie- R L 164 Schwebt er Gchw eibn der die Engländer abnahmen, worauf sie sich für frey erklärten. Schwedler, ein volkreicher Bergflecken in der Zipser Gespanschaft in Obcrungarn. Hier befindet stch ein reiche- Kupferbergwerk, und er gehört jetzt der königlichen Kammer. Schwebt, Schwel, eine wohl gebauete Stadt nebst einem Amte und schönen Schlosse an der Oder in der Ukermark im Churfürstenthnme Brandenburg, welche 2900 Einwohner enthält. Ihr prächtiges Schloß war die Residenz eines apanagirrcn Markgrafen anS dem königlichen preussischen Hause. Es hat einen vortreffliche» Garten, und eine angenehme Grotte in der Oder, wohin eine Brücke führt. Hier befindet sich außer der lutherischen Stadtkirche eine französische reformirte Kirche. In der Nachbarschaft der Stadt liegt das prächtige Lustschloß Montplaifir. Schwefel, ei» brennbarer Körper, welcher aus einer Art mit Vitriolsäure gesättigter brennbarer Erde bestehet, im Feuer stießt, mit einer blauen Flamme brennt, und einen unangenehmen erstickenden Dampf von sich gibt. Natürlicher oder gediegener Schwefel ist ein solcher, welcher von verschiedenen Farben und in verschiedenen Gestalte» gefunden wird; z»m Unterschiede von dem künstlichen Schwefel, welcher aus verschiedenen Erzen bereitet wird, und gemeiniglich eine bleichgelbe Farbe hak. Schwcidnitz, ein Fürstenthum in Nieder« schießen, welches gegen Morgen an die Fürstenthümer Brieg und Breslau, gegen Mitternacht an die Fürstenthümer Licgnitz und Jaucr, gegen Abend ebenfalls an das Fürstciithnm Jaucr, und gegen Mittag an Böhmen, die Graf- schaft Glatz uud das Fürstenthum Müli- sterberg grenzt. Es ist eins der größten, volkrcichestcn n»d besten Fürstenthümer in Schlesien, und soll nebst dem Für- SchwciLnitz stenthume Jaucr den achten Theil dieses HerzogthumS ausmachen. Dieses Fürstenthum wird von Böhmen durch dar suderische Gebirge geschieden, zu welchem der hohe Berg Eule, der Gey. ersberg und der berühmte Zonen, oder Zolbenberg gehört, und hat au Holz, Feld-und Baumfrüchten keinen Mangel. Wildbret, zahmes Vieh und Steinkohlen gibt es hier in Menge, und guter Flachs und gute Wolle sind reichlich vorhanden; daher die beyden letzter» Productc hier so stark als irgend wo in Schlesien zu allerley Manufacturen verarbeitet werden. Man findet hier auch Bley- Kupfer- und Silberbergwerke, aber keine großen Flüsse, indem die Weistritz, PolSnitz und der Bober nicht dahin gerechnet werden können. DaS Fürfieathum, welches auS vier Kreisen bestehet, enthält>4 Städte. Unter böhmischer Oberherrschaft war es mit dem Fürstenthumc Janer so verbunden, daß beyde einen Landeshauptmann, ein königliches Amt und ein Landeskollegium halten. Daherkommt eS, daß beyde»och jetzt unter der OberamtSregierung zu BreSlau stehen; in den übrigen von der königlichen KriegS- und Domänen, kammer und von dem Amte der Land- räthe abhängenden KreiSsachcn ober hat der König von Preussen beyde Fürsten- tßümer im Jahre 1742 von einander getrennt, und Schweidnitz ist zu der breSlanischen, Jauer aber zu der g!o- gauischen Kammer geschlagen worden. Die Hauptstadt des FürstenthumSheißt ebenfalls Schweidnitz, 8ui3nicium, liegt iu einer sehr reihenden Gegend, die unter die schönste» in Schlesien gerechnet wird, im Kreise gleiches Nahmens an der Wcistri«, und ist eine starke Festung. Ihre Befestigung bestand ehemahls aus einer dreyfache» Mauer; König Friedrich II. aber ließ sie vom Jahre»748 an mit neuen re- Schweibnißrr Schweiger- gelmäßigeu und starken Festungswerken versehen, welche wenig ihres gleichen haben. Sie enthält 648 Häuser, zählt Zoy6 Einwohner.und man verfertigt hier viel Tuch,Rasch, Zeuge, Strumpfe, seidenes Band, und bereitet Leder. Die hiesige - Pfarrkirche gehörte den Jesuiten, welche bey derselben im Jahre 1664 ein Colle- gium und Seminarium bekamen. Die Klöster der Dominicaner, Minarite», Capucineru»dllcs»liiierinnen haben auch Kirchen. Die Kirche S. Michael vor dem nieder» Thore ist eine Commenrhnrey der Kreuzherren zu S. Matthiä i» BrrSlau. Die Evangelischen haben auch in der Stadt eine Kirche, deren erster Prediger Jnspector der Kirchen des schweidnitzi- scheu und strigamschen Kreises, und des FücstenrhumS Münsterberg ist. JmZahre 1716 brannte diese Stadt größten Theils ab, wurde aber weit schöner, als sie vorher gewesen war, und völlig von Steinen wieder erbauet, und mit einem schönen Aathhause gezirret. Im Jahre 17L7 wurde sie von den Destrrreichern nach einer i6tägigen Belagerung eingenommen, und während derselben durch Bombe» und Feuer verwüstet, allein im folgende» Jahre binnen der nähmlichen Zeit von den Preussen wieder erobert. Im Jahre 1761 ward sie von den Oesterrei- chcrn und 4 russischen Grenadiercompagnie» ohne vorher gegangene Belagerung mit Sturm erstiegen, aber im folgenden Jahre nach einer Belagerung von neun Woche» von den Preussen wieder erobert, und nachmahls sehr schön wieder herge- gestellt. Schweidnitzer Wasser, s. WeistriH. Schweigern, ein Städtchen undDberamt im Kreichga», welche dem Grafen von Neipcrg gehören. Das Schloß und Dorf Neiperg liegt eine Stunde davon. Schweigers, ein Markt bey der deutschen Teyaim Kreise ob demMannhartsberge äm Lande unter der EnS in Oesterreich, Schwein Schwelnfnrt r6z welcher der StistsherrschaftZweiter gehört. Schweln, im Schiffsbaue das inwendig aufdemSchiffsdoden längs dem Kielrlie- gend« starkeHvlz, in welches der Mast ge« zapfet ist, und auch Kielschwein, Schwin- ne oder Kiclschwinne genannt wird. Schwcina, ein großer Marktflecken mir einem Schlosse und Waisenhause im Amte Alkeiiflein im fachsen. meinungischen Antheile am Fürstenihume Ccburg im obersächsischen Kreise. Schweinfurt, 8usvsturtum, Irsjeckus 8uevorurn, eine kleine gut befestigte freye Reichsstadt am May n fünf Meilen von würzburg im fränkischen Kreise. Sie ist der evangelischen Religion zugethan, hat eine steinerne Brücke übenden eben genannten Strom, und ihre vornehmsten Kirchen sind diePsarrkirche und -ie Kirche beym Hospitale. Hier befindet sich ein Gymnasium, welches von sei. nein Stifter, dem schwedischen Könige Gustav Adolph, den Nahmen bat. Von den hiesigen beyden Prälatenhösen gehört einer dem Kloster Eberach, und drr andere dem Kloster Bilbhaufcn, welche beyde zum Hvchstifte Würzburg gerechnet werden. Vor Alters war hier ein kaiserliches Landgericht, und der fränkische Dberhof. Der noch vorhandene kaiserliche Reichsvogt wird von tem Rathe erwählt, und hierauf von dem R.ichShof- raihe im Nahmen des Kaisers mit der Reichsvogrey belieben. Der Rath besteht aus 24 Personen. Auf dem Reichstage hat Schweinsurk im reich^städtischen Col- leginm auf der schwäbischen Bank die neunzehnte, und beym fränkischen Kreise auf der Reichsstädlebank die vierte Stelle und Stimme. Im Jahre ILZ2 hielten hier die protestantischen Fürsten eincZu» sammcnkunft. In den Jahren rüZ, und 1647 wurde diese Stadt von den Schwede» eingenommen und befestigt. Bey der- selben gib» es guicn Wkimvachr, und j« 2»» ,66 Schweini? Schwelt ihrem kleinen Gebiethe gehören drey Dörfer. SchweiniH, eine kleine Stadt und Amt an der schwarzen Elster im Chnrkreise zwischen Wittenberg und Torgau im Churfürstenthume Sachsen. Die Obcr- und Erbgerichte hat das dasige Amt. An diesem Orte wurden im Jahre 1406 die beyden Prinzen, Sigmund und Wen- zel, Söhne des Churfürsten Rudolphs III. aus ascanischem Stamme, von einem einfallenden Thurm des damahls hier befindlichen Schlosses er. schlagen, wodurch die ascanischeu sächsischen Churfürsten mit Albert III. im Jahre 1422 ansstarben. JmJahre 16Z7 zündeten die Schwaben das Städtchen an.^ Schweinöbcrg, ein Schloß und Städtchen am Flusse Ohm in Oberhcffen, welche den Baronen Schenken von Schweinsberg, die das Erbschenken- amk in Hessen bekleiden, als ihr altes Stammhaus gehören. Schweinsfeder, ehemahls eine Art kurzer Spieße, mit welchen sich die vordersten Glieder des Fußvolks vor dem Einbrüche der Rciterey beschützten, an deren Stelle nachmahls die heutigen Bajonette kamen. Schweiz, Hklvctien, Helveiia, ei» großes Land zwischen Deutschland, Frankreich und Italien, welches in genauerer Bestimmung gegen Mitternacht an Schwaben, gegen Abend an das Sund- gau, Bourgogne und das Land Gex, gegen Mittag an Savoye», Mailand und das Gebieth der Republik Venedig, und gegen Morgen an Tyrol, die öfter- reichischen Herrschaften vor dein Arl- berge und an einige zum schwäbischen Kreise gehörige Herrschisten grenzt. Die Länge dieses Landes wird gewöhn, lich auf 60 b>s 70, die Breite auf zo, und der ganze Umkreis desselben auf iLo bis so« deutsche Meile» geschätzt; Schweiz der Flächeninhalt aber betragt nach den neuesten Berechnungen 944 bis deutscheOuadratmeilen. Es ist das höchste Land in Europa, und der größte Theil desselben besteht aus neben und auf einander stehenden Bergen, und zwischen ihnen befindlichen engen Thälern. Hier find die Berge ungeheure Fclsenklumpen, welche zwey, vier, ja wohl sechs Mahl über einander stehen, in langen Reihen mit einander verknüpft, und 4000 bis 1Ü000 Schuh hoch find. Die unterste Gegend an diesen hoben Bergen besteht aus dicken Wäldern und Wiesen, welche langes und fettes Gras tragen. Die mittlere besteht aus Alpen, welche mit kurzen, trockene» und wohl riechenden Kräutern, kurzem Gehölze und Sträuchern besetzt sind, und im Sommer von Hirten und ihrem Viehe bewohnt werden, und wo unzählige treffliche Quellen und viele Bäche und Flüsse entstehen. Die dritte Gegend dieser Berge besteht aus spitzige» und fast unerstciglichen Felsen, welche entweder ganz kahl ohne Erde und Gras,«der beständig mit Schnee und Eis bedeckt find. Zwischen den höchste» Gipfeln derselben gibt es Thäler, welche ganz mit Schnee angefüllt sind. Dieser Schnee ist an vielen Orten in pyramidenahnliches Eis verwandelt worden, welches mit dem Nahme» Gletscher und Firn belegt wird. Der Schnee und das Eis nehmen auf den Alpen von Zeit zu Zeit zu, welches, man daraus beweisen kann, weil man in Schriften Dörfer und gangbare Wege genannt findet, die jetzt von ewigem Schnee so bedeckt find, daß man keine Spur von densMen, ja fast keine Stelle findet, wo sie haben seyn können. Oben auf den rauhesten Alpenge- genden heerscht eine fibietsche Kälte, starke Winde, und sehr nasser Nebel; hingegen gibt es in deis Thälern, i" v Schweiz welchen außer einigen Städten« Dör, fern, wenig.» Leckern und noch welliger» Weinbergen, dicke Wälder, fette Wiesen, sehr viele große und kleine Seen, Flüsse und Bache zu finden find, im Sommer öfters euie fast unerträgliche Hitze, welche dieEiiiwohaer zuweilen auf Berge treibt; iin Winker aber werden die Häuser fast im Schnee begraben. In vielen Gegenden steht man in einem kleinen Bezirke alle vier Jahrszeite» auf ein Mahl; ja öfters kommt man der. gestalt in die Mitte zwischen den Sommer und Minier, daß man mit der einen Hand Schnee, und mit der andern Blumen zu gleicher Zeit von der Erden aufheben kann. Viele Wolken erreichen in der meisten Zeit des Jahres die Spitzen der höchsten Berge nicht, sondern bleiben weit niedriger, als dieselben, stehen. Wenn man durch und über dieselben hin bis zu der Spitze eines Berges steigt, und sie so unter sich steht, so scheint es, als ob sie ein Meer wären, aus welchem die Spi. tzen der Berge wie Inseln hervor ragten. Hier ist kein Berg ohne Wasser, fälle. Da das Auge nicht alle Mahl ihren Anfang erreichen kann, so scheint «S, als ob sie vom Himmel über Felsen herab fielen. Au den Bergen gibt es die vortrefflichsten Quellen, imglei. chen heiße und kalte Bäder und Gesundbrunnen. Weit anders ist der übri. ge kleinere Theil der Schweiz beschaffen, zu welchem die LandgrafschaftThur- gau, ein Theil des Züricher, Schaf- ha»ser, Berner, Basier, Solothurner und Fccyburger Gebiethes gehört. Dieser Hai zwar auch Berge, welche 2000 bis 2Lvo Schuh hoch sind; allein er ist viel ebener, als der vorher beschriebene Theil. Die Berge find unken mit Weinbergen, Aeckern< Wiesen und Bäumen besetzt, welche oft auch ihre obern Gegenden elnnehmcn. Man fin- Schweiz»6/ bet hier weder Alpen noch grose Felsenklippen, selten Wasserfalle und Quellen,»nd im Sommer weder Schnee noch Eis. Die Berge habe» oben magere und dürre Weiden, aber öfters auch frnch.bare Felder, und mau kann viele Meile» über ihre» flachen Rücken hingehen, ohne viel anf- und abzusteigen. Uebrigens wird dieser ebnere Theil der Schweiz von wenigen aber auch größer» Flüssen durchströmt. Helvelien bringt Gewächse hervor, die im äußer, sten Norden wachse», und andere, die in Spanien und im südlichen Theile Frankreichs cinbrimisch find. Jene wachsen aber um die Eisgebirge her; diese in den Thälern, welche ihre Qeffming gegen Süden haben. Der berühintt Halter hat derselben gegen 2490 verzeich- net. In den Thalern und Ebenen wachsen zwar alle Gattungen Getreide; aber der Landmann legt sich wegen der Hinderniß des Lodens und wegen der geringen Kosten lieber auf den Wiesen- uls den Getreidebau. Wenn daher hier und in Schwaben das Getreide zu gleicher Zeit nicht geräth, so leidet man alle Mahl Mangel, weswegen man häufige und ansehnliche Vorrathshäuser angelegt hat. Die mildern Gegenden der Schweiz streiten mit den fruchtbarste» Ländern i» Europa»m den Vorzug, und liefern sehr guten Wein, Aepfcl, Birnen, Nüsse, Kirschen, Pflaumen, Kastanien, Makeonc», Maulbeeren, Pfirsichen, Mvrellen, Mandeln, Feigen, Granaten, Citronen und andere italienische edle Früchte. Aus Aepfeln und Birnen macht man eine,, Most. An Holz hat man in den meisten Gegenden einen Ueberfluß, in einigen aber Mangel. Die Landschaften um den Gen. ser- Neiifchaleller- und Murtiersee bringen alles hervor, was nur ein Land hervor bringen kann. Man bauet auch Flachs, Hanf»nd Tabak, und im Wak- r6z Schweiz iiserlande wird guter Saffran erzeugt. Die Viehzucht, besonders die Rind« Viehzucht, aber auch die Schafzucht, sind hier sehr ansehnlich und einträglich, und geben den Einwohnern die vornehmsten N-hrunqsmittrl, weil die Weide so wohl in den Thälern als auf Le» Alpen allgemein gut ist. Ein Reisender genießt auf den Alpen Milch und Milchspeise ohneBezahlung. Der schweizerische Käse ist in andern europäischen Ländern sehr beliebt, und der beste kommt aus Gcicrs im Clinton Fccyburg und von Ber». Die hesigen Pferde werden besonders i» Frankreich für die Rcite- rey sehr gesucht. Gemse und Steinböcke werden hier immer seltener; aber . an vielerlei Arten Wildbret und Geflügel ist hier kein Mangel. Die Mineralien, welche man in der Schweiz antrifft, sind sehr beträchtlich; wiewohl der Bergban nur wenig betrieben wird. Man hat kalk- und thonarkige Erden» Schiefer, Lavczstein, Torferde, Steinkohlen, Schwefel, Spießglas, vortreffliche Arten von buntem Marmor, rothen und weiß gesprengten Porphyr, Alabaster, Krystalle, von welchen man Glücke zu siebe» bis acht Zrntncr» gefunden hat, Sandsteine, Serpentin, Gyps und Salveteeerde In dem Sande einiger Flusse trifft mau gediegene Goldkörner an, welche ausgewaschen werden. Silber- Kupfer- und noch mehrere Eisenerze sind vorhanden, und im Jahre l/^Z hat man in der Land- vogley Locarno auch Gold entdeckt. Ein ge Eisenbergwerke werden mit Vor. theil bearbeitet, und man hat auch Salzq nllen, aber sie find bey weitem nicht zur Nothdurft hinlänglich, daher man eine Menge Salz aus Bayern, Tyrol und Bourgogne kommen läßt. Die vornehmsten hiesigen Flüsse sind die Rhone, der Rhein, die Aue, Siüß, der Lessino und Jnn. Von , S ch iv e i z diesen Flüssen, und verschiedenen großen und unzähligen kleinen Seen hal die Schweiz so wohl in Ansehung der Schiffsahrt, als des Fischfanges, keine geringe» Vortheile. Die Schweiz ist zwar etwas starker bebauet uud be. wohnt, als sich die Ausländer gemeiniglich vorstellen;"indessen ist hier doch die Anzahl der Städte, Flecken, Dörfer und Menschen so groß nicht, als nach dem Verhältnisse der Größe in manchem andern europäischen Staate. Verschiedene Landschaften haben gar keine Städte. Die evangelischen Can< tons sind stärker bewohnt und begüterter, als die katholischen. Das Volk wird in drey Classen getheilt, nähmlich in das Landvolk, in die Edelleute und Lchensträgcr, und in die Bürger. Die Bauern sind durchgchends vollkommene Eigenthümer ihrer Güter, und im Bernischen find sie auch reich. Die ganze Schweiz zählt nach den neuesten Berechnungen 1,914 Zzo Einwohner; ja andere geben 2,044^46 Seelen an. Die herrschende Sprache ,st hier die dcnlsche, in welcher auch die Briefe und Schriften der Eidgenossen abgefaßt und ausgefertigt werden; man spricht aber auch in vielen Gegenden französisch, italienisch und romanisch oder churwälsch. Die meisten Einwohner bekennen sich zur reformirten Religion, nähmlich die CantoneZür>ch und Bern, der größer Theil des Cantons Glarns, die Cantons Basel, und Schafhauftn, die äußern Gegenden des Cantons Ap> penzell, die Stadt St. Gallen, der größere Theil der graubündncrischen Republik, die Städte Genf, Müblbau- sen und Biel, das Fürstemhum Rens' chatel, der größere Theil der Landschaft Thurgiu, der Grafschaft Toggenburg und des Rheinthals, und einige Der- ter in den Grafschaften Baden und Eargans. Alle übrigen Cantons und S ch w ei^ Landschaften find der katholischen Rell. zion zugethan, und zu Genf gibt e, such Lutheraner. Manufakturen und Fabriken sind in einigen Gegenden der Schweiz eben so blühend als einträglich; denn man findet in einigen Thalern mehr Werkstätten der Künstler, als in man- chen eur-paischen Reichen. Indessen ist doch die Viehzucht ein Hauptgeschäft. Außer einigen großen Dichtern sind in «Ven Theilen der Gelehrsamkeit berühmte Männer unter den Schweizern bekannt. Ihr Muth un» ihre Treue und Redlichkeit machten sie ehemahls einigen europäischen Fürsten als Leibwachen fast unentbehrlich. Die Lage der Schweiz zwischen Deutschland, Frankreich und Italien, und die schiffbaren Seen und Flüsse, besonders des Rheins und der Rhone,»ermittelst deren sie mit dem N»rdsee und dem mittellandi. fchen Meere Gemeinschaft hat, erleich. lern und befördern den Handel der Schweizcr.Jhre Ausfuhr bestehet in Kä. §e, Butter, Hornvieh, Schafen, Pferden, Holz, etwas Wein, Leinwand, Sammet, seidenen Zeugen, Leder, Uhren,Galanirriewaaren, Schiefertafeln, Geschirren au< Lavezstein und Berg- krysiall. Vorzeiten gehörte die Schweiz zu Deutschland und dem damit verbundenen burgundischarelatischen Königrei- chk. Zürch, Bern, Basel, Schafhausen, Genfu. s. f. waren freye Reichsstädte. Als aber im,z. Jahrhunderte die Beam. ten-es habsdurgischen österreichischen HauseS, beionderS in den hiesigen sogenannten Waldländcrn, zu harr verfuhren,entstand imJ. ,Zv8 in den Z CantonS Schweiz, Uri und Unterwalden eine Empörung und eidliche Verbindung wider »" kaiserlichen Vögte, welche der Anfang der heutigen Eidgenossenschaft ward. Im Jahre>Z,L verwandelte man diese Ver. »lndung in ein ewiges Bündniß, zu den Jahren bis Band.) Schwrij noch 4 Landschaften traten, nahm- l-ch Lucern, Glarus, Zug und Bern. Zwischen den Jahren 1481 bis kamen noch dir Provinzen Frepburgl Sole,hurn, Basel, Schafhausen n.ch Appenzrll dazu, feit welcher Zeit keinr Pi vvinz mehr in die Eidgenossenschaft aufgenommen wurde. Die übrigen eu. ropaischen Mächte haben auch in brm westpbal,scheu Frieden vom Jahre 164» diese Eidgenossenschaft für einen völlig freyen Staat erklärt. Es stehen noch einige Landschaften mit der Schweiz ,M Bündnisse, und diese heißen die zu, gewandten Orte, zu welchen noch einige Herrschaften und Landvogteyen kom. men, welche den CantonS gemeinschaftlich gehören, und die man mildem Nah. men der Unterthanen belegt. Alle 12 CantonS machen eine Republik aus, die den Rang nach der Republik Genua verlangt; und die katholischen CantonS haben deßhalb auf dem tridentini- schen Concilium den Rang vor dem Großherzoge von Tofcana behauptet. Jede Stadt und Conto« ist in der Regier,»Igeform unabhängig, undb,Häupter ihre vberherrlichen Rechte, und je. der Stand ist verbunden, den andern bey seiner eingeführten Verfassung beschützen zu helfe,,. Die Regierung,art ist hier nur i» drey zugewandten Orten monarchisch, nähmlich in-er ge- fürsteren Abte» S. Gallen, im Für. stenihume Nevfchatel, welche, der KS, nig von Preussen durch einen Gouver. neur regiert, und in dem eidgenössischen Antheile de, BiSthumS Basel. Aristokratisch sind die Conto,,-Bern, Lucern, Frevburg und Soloiburn; hingegen ist die Regierung,Verfassung der CantonS Zurch, Basel. Schashanftn und der Städte S. Gallen und Biel arisiekra- «isch- demokratisch. Demokratisch finh Uri. Schweiz, Unterwalden, Zug, Gla» rus, Appenztss, das Graul»',nbnrriLrch- D Schweiz Schweiz 7g die Republik Wallis, die Stadt Mühl. Hause» und die Republik Genf. Die gemeinschaftlichen Geschäfte der Eidgenossen werden entweder durch Schreiben oder Gesandschaften, oder durch förmliche Zusammenkünfte, die man Lagsatziingen nennt, abgehandelt. Der Danton Zürich führt das Dicectorium, und thut den Vortrag; die andern eröffnen die Meinung ihrer Oerker, und der Schluß wird nach Mehrheit der Stimmen abgefaßt. Auf den Tagsatznn- gcn werden fremde Gesandten angehört und abgefertigt, auch die Jnstructio- uen der cidgenossenschen Repräsentanten und Abgesandten an auswärtige Hö« fe beendigt. Es wird auch jährlich eine Tagsatzung zu Abnahme der landvog- tischen Rechnung und Anhörung der Appellationen in den gemeinen deutschen Herrschaften gehalten, wozu seit dem Jahre 1712 Frauenfeld bestimmt warb, welche den Nahmen der Jahrrechuung führt. Zu Vertheidigung des Landes wird zwar keine Armee unterhalten, sondern jeder Bürger des Staats ist Soldat; vermöge der Schirmordnung aber müssen alle Mahl iZ4no Mann in den Waffen seyn, so bald auf gewissen Bergen durch die so genannten Hochwachten ein Zeichen mit Feuer gegeben wird, und über dieß sind einige 20 Regimenter Schweizer in auswärtigen Diensten. Dieser eidgenosscnsche Frcystaat theilt sich ziisörderst nach seiner politischen Ordnung in folgende iZ Städte und CantonS, als: 1) Zürch, 2) Bern, Lucern, 4) Uri, F) Schweiz, 6) Antecwalden, 7) Zug, 8) Glarus(die bisher genannten 8 Canlons haben i2L Jahre lang die Eidgenossenschaft allein ausgemacht; daher ste noch heutiges Ta. geS die 8 alten Orte genannt werden), H) Basel, 10) Frepburg, m) Solo- thurn, 12) Schashausen,>Z) Appe». zrll. Die den eidgenossenschen Cankons gehörigen Unterthanen sind 2l Herrschaften und Landvogteyen die meh- rern oder weniger» Cankons unterwürfig find. 1) Landvogteyen, die den 12 älter« Cantons gehören, find: Lugano, Men- drifio, Locarno und Mayenchal. r) Landvogteyen, die den Z alten Cantons gehören, sind: Thurgau, Rheinkhal, SacganS und die obern freyen Aemter. Z) Landvogteyen, die Z Cantons, nähmlich a) den Cantons Zürich, Bern und Glarus gehören, sind Baden, die untern freyen Aemter, und die Städte Bremgarten und Mrllingcn. b) Die Cantons Uri, Schweiz und Unterwal- den besitzen die Landvogteyen Bellen;, Nioiera und das Palenzerthal. 4) Landvogteyen, die 2 Cantons, nähmlich a) den Cantons Zürich und Bern gehören, find die Stadt Rap- perschweil mit ihrem Gebiethe, b) Die CantouS Schweiz und Glarus besitzen die Landvogteyen Güster, Utznach und GambS. Zwey Freystaaten, nähmlich das Stift Engelbrcchk, nebst der freyen Herrschaft, und der Flecken Gersau, sind Schutz- verwandte der vier Waldstädtc. Eilf zugewandte Orte sind als Bun- deSgrnoffen selbst freye Staaten. Drey unter denselben haben Sitz und Stimme auf den Tagsatziingen, nähmlich die Abtcy S. Gallen, die mit den Cantons Zürich, Lucern, Schweiz und GlaruS im Bunde steht, und die Städte S. Gallen und Viel. Dir 8 übrigen haben keinen Sitz und Stimme aufdcn Tagsatzungen, und sind: die drey Bunde der Granbündnerrepnblik, dasWal- iiserland, die Stadt Mühlhansen, das Fürstenlhmn Nenenburg oder Ncufcha- tel, welches mit den Cantons Bern, Lucern, Frrybnrg und Solothurn im Bnnde steht; die Republik Genf, die mit Zürich und Bern verbündet ist/ Schweiz und ein Stück von dem weltlichen Ge- biethe des Bischofs»on Basel, welches mit sieben CantonS im Bunde steht. Im Jahre 1777 wurde eine Defcnsiv- allianz zwischen der ganzen Eidgenossen- schüft und den Franzosen auf LO Iah« re geschlossen. DieSlaatseinkünfte der einzelncnCan. toiiS find theils gar nicht bekannt, theils, zum Beyspiele im Cankon Appenzell, höchst geringe. Da aber die Staatsausgaben noch geringer sind, so hat fast jeder Cankon seinen Schatz, theils bar, theils an ausgeliehenen Capitalien, worunter vornehmlich Bern, Zürich, Uri und Freyburg gehören. Schweiz, einer von den dreyzehtt Can- tons des Landes gleiches Nahmens, welcher eine von den so genannten vier Waldstädtcn ist, und gegen Mittag an Uri, gegen Morgen an Glarns, Güster und Utznach, gegen Mitternacht an den Zürichersce, und gegen Abend an Lucern, Zug und Zürich grenzt. Er ist über 12 Stunden lang, und über 8 Stunden breit. Weil er unter den zuerst sich der kaiserlichen Oberherrschaft entreißenden Orten, Schweiz, Uri. und Untcrwalden der mächtigste war, und in demselben zu Brunnen die erste Zusammenkunft der Verbundenen geschah, auch das erste Bünd- niß geschlossen wurde, ja nachmahls auch in demselben die erste Schlacht, welche die Unabhängigkeit der drey genannten Orte befestigte, vorfiel, so hat man die ganze Eidgenossenschaft nach demselben benannt. Er besteht so wie der Canton Uri aus lauter hohen Bergen, und zwischen denselben gelegenen tiefen Thälern; doch sind die au die Seen grenzenden Gegenden etwas fruchtbarer, als in dem eben genannten Canton. Diese Seen sind der Vierwaldstädter» Zuger- und Zürichersee. Hier entspringt die Gjl, welche die durch dir Alp ver- Schweij Schweizer ,71 stärkte Biber aufnimmt, und in Las Züricher Gebieth fließt. In diesem Lande gibt es keine Städte, sondern nur Flecken, Dörfer und zerstreute Häuser. Die Einwohner sind eben so, wie die Bewohner des CantonS Uri, abgehärtete, arbeitsame und tapfere Leute. Das ganze Land bekennet sich zur katholische,, Religion, und steht in geistlichen Sa- chen unter dem Bischöfe von Costan;. Heut zu Tage ist der Canton Schweiz, welcher in 6 Theile, oder u„eigentlich so genannte Ouarticre, abgetheilt wird, der fünfte in der Ordnung; unter deu 6 kleinen CantonS oder so genannte» Ländern aber ist er der zweyte. Die Regierungsvcrfassung ist hier ganz demokratisch; denn die oberste Gewalt flehet bey der LandeSgcmrindc, in welcher alle Mannspersonen, die i6Jah- rc alt sind, Sitz und Stimmen haben. Die gewöhnliche Regierung besteht unter dem Vorsitze eines Landammanns aus 60 Rathsherren, welche aus den 6 Quartieren in gleicher Anzahl erwählet, und nöthigen Falls zwepsach und dreyfach vermehret werden. Schweiz, der Hanptflecken in dem oben beschriebenen Canton, welcher zwischen zwey hohen Bergen liegt, linder Sitz der gewöhnliche» Regierung drS Landes ist. Hier wohnen verschiedene adelige und berühmte Gcschlech. ter, und man findet hier rine Pfarrkirche und zwey Klöster. Im Jahre 1642 brannte dieser Ort ab; er wurde über nachmahls besser, als er vorher war, wieder aufgebauet. Schweizer, an verschiedenen Höfe» die Benennung der Lribtradaiitcn, wozu man ehedem bloß gcborne Schweizer ihrer Treue und ihres ansehnliche» Wuchses wegen zu wählen pflegte, nach der Zeit aber dieselben mir andern Nationen vermischte. Ihr Vorgesetzter heißt der Schweizer-Hauptwann. Auch«vrr- A s den oft die Thürstehee in vornehmen Häusern Schweizer genannt, weil man ehemahls anS obigen licsache» geborne Schweizer zu diesem Geschäfte zu wählen pflegte.» Schweizerflöte oder Schweizerpfeife, die kleinste Art Querpfeifen, wie fle noch bey den Soldaten nebe» derTroin- mel üblich sind; imgleichen ein Register in den Org ln, welches dergleichen Laut gibt: daher der Schweizer- baß ein Pedal von solchen Pfeifen ist. Schweizerrad, in den Zengfabeiken eine einfache Maschine mit einem Rade an einem Gestelle, worauf die Baumwolle gesponnen wird, welches ohne Zweifel in der Schweiz erfunden worden ist. Schwelln, eine Stadt von 229 Häusern am Flüßchen gleiches Nahmens, in der Grasschaft Mark in Westphalen. Sie liegt nicht weit von Soest, und bey derselben befindet sich eine bewundernswürdig« Höhle, deren Ende bisher noch nicht untersucht worden ist. Sie hat Kirchen von allen drey im deutschen Reiche geduldeten Religionen, und eine lutherische Schule. Die Einwohner nähren sich von Fabriken und von der Handelschaft. Eine halbe Stunde von hier gibt rS eine» berühmte» Sauerbrunnen; auch ist ein besonderes Gaugericht in dieser Stadt. Schwrulnig, eine Herrschaft im Fürst«»- thume Brieg in Schlesien, zu welcher außer einem Dorfe gleicher Nahmens noch z Dörfer gehören. In derselbe» wird grüner Marmor mit schwarzen Adern gebrochen, und man gräbt auch Chryfopaffe. Schwerdlberg, ein Markt und Schloß in einer angenehmen und fruchtbaren Gegend am Flusse Ayst im Machlaud« kreise im Lande ob der EaS in Dester. reich, welche nebst der dazu gehörigen Herrschaft der einverleibten Herrschaft Mmdkck-«nd den Gütern Qhe«rherg, Hart und Pannecken, der gräfliche» thürheimischen Familie gehören. Schwerin, ein Für st euch um im Herzsz- thame Mecklenburg, zwischen der Graf- schaft Schwerin und der Herrschaft Rostock im iiiederfächsischen Kreise. Es gehört dem Herzoge vom Mecklenburg, fchwerin, und war vormahls ein BiS- tbum, welche- aber im westphälischen Frieden vom Jahre rSM, zur Genugthuung der an Schweden abgetretenen Stadt WiSmar, an das Haus Mecklenburg, unter dem Titel eines Für- stenthumS,-überlassen wurde. Der im Jahre«747 verstorbene Herzog Carl Leopold hatte viele Verdrießlichkeit mit seinen Unterthanen. Der jetzt regierende Herzog heißt Friedrich, und besitzt zugleich die Lande der ehemahligen gü. strowschen Linie. Den rfl. September 1779 ward zwischen dem Könige von Frankreich»nd dem Herzoge von Meck- lcnburgschwerin ein HandlungStractae geschlossen. Schwerin, eine Grafschaft im Herzog- thume Mecklenburg, welche zwischen der Elbe und dem Schwerinersee liegt, und dem Herzoge von Mecklenburg- schwerin gehört. Schwerin, 8uerinum, eine angenehm gelegene und wohl gebauete Stadt, nebst einem herzoglichen Residenzschlosse in einer Grafschaft gleiches Nahmens, welche an einem großen, fischreichen, von ihr benannten See und 4 Meilen von WiSmar liegt. Sie enthält fast 950 Häuser, gegen lauoo Einwohner, und eine Münze. Das herzogliche Schloß, welches imSee auf einer Insel, Nahmens Kaninchenwerder, liegt, mit der Stadt durch eine Zugbrücke zusammen hängt, und zum Theil sehr angenehme Aussichten hat, ist mit Graben und Wällen umgeben, und die Siadt selbst ist, da wo sie nicht am Wasser liegt, gleichfalls mit Wällen und Gräben, imglei- EchwerrnSb Schwertl chen mit einer kleine» Schanze, die Lee Spielihucm genannt wird, verwahrt; daher es die Preussen, als sie am>4>cii März des Jahres i?Ly die Stadt besetzten, nicht sogleich mit ein. nehmen konnten. Die vortreffliche herzogliche Gemähtdegallrrie. und der schöne Lustgarten, sind hier schenSwerih. Die Stadt- und Pfarrkirche war vormahls die Douikirchc des secnlurisirten Nislhums Schwerin. Vier Meilen von hier liegt das schöne Lustschloß Ludwigs, tust, wo der Herzog oft residirte. S. LudwigSsust. Den y. Februar des Iah. rcs 17ZF wurde diese Stadt von den kaiserlichen Executionskruppen einge» nvmmen, und der Herzog Carl Leo- p»ld nahm seinen Aufenthalt in Wis, mar. Schwerinsbiirg, ein wohlangebaucterDrt mit einem prächtigen Schlosse und Gar« kcn eines Grafen von Schwerin im anklamfchen Kreise im preussischen An- theile an Vorpommern, welcher ehe. Mahls Kuminerow genannt wurde. Den jetzigen Nahmen hat ihm König Fried, rich II. von Preussen, als er einst hier bey dem im Jahre 17^7 in der Schlacht vor Prag gebliebenen heldenmüthigen Fcldmarschalle Grafen von Schwerin speiste, beygelegt. Schwerpunkt, in der Mechanik der Mit. telpnncl der Schwere, das ist: derjeni, -e Punct, durch welchen ein Körper in zwey gleich schwere Theile getheilt wird, oder um welche» alle übrigen Theile gleiche Schwere haben. Schwerte, eine mäßige Stadt an der Rnhr in der Grafschaft Mark im West. pbälischen Kreise. Sie hat gute Eisen, werke, n„d treibt starken Handel mit Eiscndraht. Hier gibt es Kirchen für alle der» im deutschen Reiche geduldeten Religionen. Schwert,,tage, s. Aqnaten. ^Hwerkträgrr, f. Rtttcrorvm. Schwetzing Schwind Schwetzingei,, eine kleine Stadt mit ei. neu, schönen churfnrstlicheii Sommer- residenzs-t'loffc ii» Churfürstenthume Pfalz im churrhcinischen Kreise, wcl. che noch vor wenigen Jahren ein Dorf war. Sie liegt eine Meile von Heidel» Hera, von welcher Stadt eine nnunter. brochene Allee hierher führt. Das hie« sige KomödienbauS, mit seinen in Form eines halben Zirkels neu gebaueten 2 Flügeln, die in dem vortrefflichsten Ge« schwach angelegten weitläustigen chur- fürstlichen Gärten mit ihren Alleen, Gebüschen, Lauben, Terrassen, Oran- geriewalde, Fontaine», Cafcaden, Sl». tuen, Bädern, Teichen, Thier-oder Menageriegarten, die Sternallce, da« astronomische Observatorium u. s w. sind fchenswerth. Im Jahre 1749 ließ der jetzige Churfürst von hier bis zum Rhein einen Canal graben, um die Gegend noch angenehmer zu machen. Schwibus oder Schwiebuffen,die Hauptstadt des Kreise« gleiches Nahmens im Fnrstcnlhume Glogau inSchlesien, durch welche die sogenannte Schwemme fließt. Sie hat ein Schloß, dessen Pfanbinha- berinn die Aebtissinn zu Trcbnitz ist, ein« katholische Pfarrkirche, und eine evangelische Kirche. Hier gibt es gute Tuch» manufacturcn. Schwlbuslscher Kreis, eine Landschaft an den Grenzen des FürstcnlhumS Crossen in Schlesien, welche vsm Jahre iZZZ an mit dem Fürstenthume Glogan beständig verbunden war, aber im Jahre 1656°' vom Kaiser Leopolb I. an Cbur- brandenburg für den alten Anspruch auf das Herzogthum Jägerndorf abgetreten, nach der Zeit aber wiederum eingelöst, und dem Fürstenthume Glogäu einverleibt, jedoch im Jahre 1742 wieder an Preussen abgetreten wurde. Schwindegg, eine Herrschaft in den schwäbischen KreiSlandcn der Grasen von Tugger, welche dem miickenhausensche« / Seilly Scone 174 Schwinge Seilli Zweige des HanS- fuggerischea Haupt- asteS gehört. Schwinge, ein Fluß im Herzogthume Bremen im niedersächsischen Kreise, welcher 2^ Meilen über Stäbe ritt. springt, bis zu dieser Stadt mit der Fluth schiffbar ist, und unterhalb der Schwingeschanze in die Elbe fließt. Schwingeschanze, eine kleine Festung am Ausflüsse der Schwinge in die Elbe, wo ein Elbzoll abgegeben wird. Sie wird die BrunShuserschanze genannt, ist alle Mahl mit nöthiger Mannschaft besetzt, und steht unter der Gerichtsbarkeit des Magistrats von Stade. Schwöchat, s. Schwächak. Schwltlm, ein kleiner Fluß im Fürsten- thume Ealenberg, welcher am Sieh- berge im Amte Hardegsen entspringt, in das Amt Uslar fließt, und beym Kloster LippoldSbergcn in die Weste fällt. Sciacea, Illeimae 8e1inuutinL, eine Stadt auf einem Hügel im Val di Mazzara in Sicilien. Sie hat eine sehr angenehme Lage, und enthältLi/L Häuser. Siatho, Sciatta, Lcistus, eine Insel deS Archipelagus, die von dem Cap de Verlichi in Macedonicn durch einen eine Meile breiten Canal abgesondert wird, und schlecht bewohnt ist, weil sie öfters von den Seeräubern angefallen wird. Sie hat viele Hafen, worunter der vornehmste Sr. Georgii heißt, und enthielt ehemahls zwey Städte. Scies, eine Herrschaft in der Grafschaft Namur im burgundischen Kreise, wel. che dem MarquiS von Spontin gehört. Sciglio, Lc^IIs, ein befestigtes Stält. cheu in Calabria oltra in Neapel. Es liegt am Vorgebirge gleiches Nahmen; welches vor Alters Scylla hieß, und hat den Titel eines FürstenthumS, den das HauS Ruvo führt. S. Scylla. Scifti, Schift«, ein Vorgebirge in-er Provinz Sacania, nicht weit von der Insel Sydra, bey dem Eingang des Golf» d'Engia in Morea. Nahe dabey liegt nordwärts die kleine Insel Scilly, Scillp, s. Sorlingische Inseln. Scio, f Chip. Sciro, S^hiro, 8c^rus, eine Insel des Archipelagus, am Eingänge des Golf» di Zeiron, bey der Insel Negroponte. Sie ist voll Berge und Felsen,»ab daher rauh und unfruchtbar, hat aber Marmoegruben. Sie gehört den Tür, ken, begreift Lo Meilen im Umfange, und erzeugt etwas Baumwolle und Wein, Das Städtchen Sciro ist der Sitz eines griechischen Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe zu Athen steht, und auf der ganzen Insel sollen ungefähr Zoo griechische Familien wohnhaft seyn. Sciulhia, s. Juthia. Sclave, eine Person, welche einer andern eigenthümlich zugehört, und derselben folglich zu allen nur mögliche» physischen und moralischen Diensten verbunden ist. Da die Gefangenen noch bey den meisten barbarischen Nationen als solche Sclaven angesehen werden, so be- deutet das Wort Sclave oft in engerer Bedeutung einen solchen Gefangenen. Unter den gesitteten, besonders christ. liche» Nationen, sind die Sclave» nicht üblich, außer in den Colonien der übrigen Welttheile, wo auch noch der für Vernunft und Christenthum so enteh« rendc Sclavenhandel geführt wird; den» der Zustand, der noch in so vielen Län> dern üblichen Leibeigenen ist weit gelinder, als der der Sclaven, weil jene der Willkür ihres Herrn nicht so unterworfen sind, als diese. Scone, eine Stadt in der Landschaft Gou- rie in Perthshire in Mittelfchvttland, in welcher ehemahls die Könige via Schottland gekrönt wurden, und die noch einen alten königlichen Pallast hak. Der bekannte hölzerne Stuhl mit br« S c r u t i»i u m Seiri» Ss»rPkok darin befindlichen Steine, auf welchem Lee König Kenn-ch nach einer blutigen aber siegreichen Schlacht mit den Pic- ten auSrnhete, und von den Adeligen gckrönct wurde, und den er auch durch Ncraulaffnng dieser fcyerlichen Hand. lang j» allen künftigen Krönungen der schokliändischen Könige widmete, wurde von dem siegreichen Könige Eduard I. von hier aus in die Westmniisterab- rcy versetzt, wo er auch noch zu sehen ist. Scvrpion, eln ungeflügelteS Jnsect mit acht Füßen. dessen Schwanz sich in eine» krummen Stachel endiget, und aus welchem es ein tödtliches Gift in die Wunde lässet. Der Scvrpion bringt lebendige Junge zur Welt, und ist in den warmsien Himmelsstrichen einheimisch. In dem Thierkreise ist derScor- pion ein himmlisches Zeichen, in welches die Sonne den Listen December tritt. Scotisten, s. Thomisten. Scotland, s. Schottland. Scripturen, allerhand Schriften, geschriebene Sache» und Documcnte. Scrivra, ein kleiner Flttß in der Landschaft Tortonesc im H-rzogthnme Mailand, der sich in den Po ergießt. Scrupel, eins der kleinern Maße, welches aber von verschiedener Bestimmung ist. Als ein Längenmaß wird der sechzigste Theil eines Grades oft ei» Scrupel genannt, welcher sonst auch die Minute heißt. Eben so führen in der Astronomie die Minuten in der Eintheilung der Zeit auch den Nahmen der Scrupel. Als ein Gewicht betrachtet wird der dritte Theil eines Quentchens ein Scrupel genannt, so daß ein Scrupel 20 Gran hält, und 12 Scrupel auf ein Loth, und 288 auf ein Pfund gehen. Tcruttnmm, der Nahme einer Art, die Stimmen bey einer Wahl zu sammeln, ohne daß man weiß, wer derjenigcsey, der seine Stimme gibt, welche unter Sehklr 17z den CanoniciS bey Erwählung einer Papsts in dem Conclave unter den wählende» und vvtirendcn Cardinslen gebraucht wird. Scudo, eine italienische Münze, welche nach unserm Gelde in Savopcn und Sardinien ungefähr 2 Gulden Z/Kreuzer, in Sicilien Z6 Kreuzer, und in Parma Zo Kreuzer gilt. Auf der Insel Maltha berrägt ein Scudo in Silber i Gulden ZF Kreuzer, in Kupfer aber nur i Gulden Z Kreuzer. Scudo d'argcnto, eine genuesische Münze, welche 2 Gulden 42 Kreuzer gilt. Scudo della Croce, eine vcnctianische Münze, welche an Werthe 2 Gulden 28 Kreuzer hat. Scudo d'oro, eine italienische Münze, welche i» Floreuz 2 Gulden 22 Kreuzer, ia Genua Z Gulden 20, inLuc- ca 2 Gulden ic>, und in Asm Z Gulden Z Kreuzer gilt. Scurcolla, ein Städtchen in Abruzzo ol- tra in Neapel. Scutari, Eskiudar, Scutarek, vor Al- terS Lkr^lopolis, eine schöne und große Stadt Consiantinopel gegenüber in Naiolicn in Asten. Sie liegt an einem großen See gleiches Nahmens, und ist von Bergen umgeben, welche eine vortreffliche Ausstcht gewähren. Nicht weit von der Stadt befindet sich ein schöner Pallast deS GroßsultanS, in welchem er gemeiniglich zu Anfange des Sommers einige Tage zubringt. Uebri- gens treibt Scntari gute Handlung besonders mit türkischen Pferden, und die Kaiserinn Valiba hat hier eine prächtige Moschee gebauct. Der benachbarte große See Scutari soll 60 Meilen im Umkreise haben. Scutari, s. Escodar. Scylla, eine Klippe deS mittelländischen McereS auf dem Faro di Messina.dem Meerschlundc CharybdiS bey Sicilien gegen über. S. Charpbdis«ndMcssin«. r?6 Seythien Seien Sei asriao Scykhien, vor Alters eine große Lanb- sch-ft, welche sich in Europa und Asien ausbreitete, und in das europäische und afialische S-yrbien eingetheilt wurde. Ersteres war ein Theil von Sarmarien» und begriff vornehmlich die Länder, die am schwarzen Meere und längs der crimmischen Tartarey an dem heutiger» Meere von Asow lagen. Letzteres war aber von größerem Umfange, und ent- hielt alle die Länder, die jetzt zur russischen Tartarey, zu Sibirien und zur freyen Tartarey bis an China gerechnet wert e». Die Einwohner waren große, starke, barbarische und kriegerische Leute, die nichts von Gesetzen und Sitten wußten. Sczyrzcc oder Szczyrzec, eine Stadt im Wielitschker Kreise im Königreiche Ga- lizien, in welcher sich eine Abiep Ci- stereienserordenS befindet. Sdili, vor Alters Rhcnia oder Rhene, eine von den cykladischen Inseln des Archipelagus, welche nahe bey derJ»- fe! DelvS liegt. Sie wurde von den Griechen auch Gr.ßdeloS genannt, weil DeloS selbst kleiner ist. Beyde sind jetzt a»S Furcht vor den Seeräubern unbewohnt; doch findet man hier eine Men- gr prächtiger Ruinen und gute Viehweiden. Leatvtd, ein Fischerstädtchen am Meere in der Landschaft Suffex in England, welches einen Hafen hat, zu dessen Be- fchi'itzung ein Foet dienet. Es schickt 2 Deputirte zum Parlamente, und wird als ein Anhang zu den fünf Häfen-e. trachtet. Seaton. ein Städtchen am Meere!n Eastlothian in Südschottland, wo Salz gemacht wird. Seau/, s. SceaM. Sebastiao, ein Flecken eine halbe Meile »om Meere auf der azvrifchen Jn'rl Terceira, welcher twi'chei, verschiede- »r» Ver-r«» liegt, der älteste auf Gebefch der ganzen Insel ist. Er wird durch S ForlS be!ch«tzt. Sehen oder Gäben, 8adiong, ein Stadt, chcn auf einem Berge om Eysack nahe bey Clanscn im welihche» Gebiethe d,S Li.chofs von Brkpen in Tyrvl, welche« deßwegen merkwürdig ist, weil hier rhemahls der bi-cheffche Sitz war, ehe er nach Brixen verlegt wurde. Aus den, hiesigen alten Schlosse wurde im An. fange des issten Jahrhunderts ein Frau, enkloster gemach,; auch ist hier noch die alte Dowkieche zu sehen. Die ehewah. lige Stadt Ssbivna hat Attila zerstört. Sebenico, Sebevicum, eine Stadt am Flusse Cherka im venciianischen Dal- maiien, welche am Meere liegt, vier Citadelle» und einen sehr großen Hafen hat, und zu den festesten Städten des Landes gehört. Sie ist der Sitz ei. ne« Bischofs, welcher unter dem Erz- bischofe von Spalakro stehet, und hat auch ein festes Schloß auf einem Ber. ge, in welchem sich die prächtige marmorne Domkirche zu S. Johannes befindet. Seit dem Jahre ,4,2 ist Se- denico beständig in der Gewalt der Ve- netianrr gewesen, aber vier Mahl von den Türke» hart, doch vergeblich a». gegriff n worden. Sevenstein, ein Schloß und Herrschaft des Grafen von Pergen im Kreise unter dem Wienerwalde im Lande unter der E»s in Destrrreich. Sebere, ein Fluß im Königreiche Neapel, der 6 Meilen vom Berge Vesuv entspringt, und sich bey la Bella»heilt, wovon der eine Theil in die Wasserleitung in Neapel, und der andere in daS Meer fallt. Sebes, ein Marktflecken mit einem Ca. stell in der Scharoscher Gespanschasti» Dberungarn. Sebesch. eine Stadt auf einer Insel in ri»rm See im Kreise gleiches Nahmens Sebniy Seckau Geck au Seckenheim 177 in der Statthalter schüft Polozk im europäischen Rußland. SebiilH oder Seebnitz, ein Städtchen b.y dem Ausflüsse der Sebnitz in die Elbe jm Amte Hohenstci» im meißnische» Kreise im Churfiipsteiilhume Sachsen, welches zivilchen lauter Bergen A Meile» über Dresden an der böhmische» Grenze liegt. Hier gibt es viele Leinweber, die besonders vortrefflichen seidene» gestreiften bunten Zwillich, und auch schöne steeisichie Leinwand verfertigen. Seechia, 8ecia, ein Fluß in Italien, Hern» Gebirge Carfagnana an den mo« denischen Grenzen entspringt, durch die Herzoglhümer Modena und Maiitua fließt, und sich dem Ausfluß« des Flusses Mcnzo gegen über in den Po er. gießt. Dieser Fluß ist dadurch berühmt geworden, weil zwischen Gaidella und Bendanclls die Kaiserliche» am tLien September des Jahres 17^4 z»r Nacht über denselben setzten, die französischen ReiranchcmentS überfliegen, und den Feind in die Flucht jagten. Sechs, Szigeth, ein Marktflecken in einer an Wein und Getreide fruchtbaren Gegend in der Szalader Gespan- schaft i» Niederungarn. Sechser, eine Zahl von sechsen, ein au- sechs Einheiten bestehendes Ganzes. Da- her ist eine Art Scheiden,ünzr, welche sechs Pfennige hält, inDdersachsen unter dem Nahmen eines Sechsers bekannt. Seckau, Seckauderg. ein Bergschloß über Leibiutz im Mahrbnrgrr Kreiseln Untersteyermark welches der gewöhnliche Sitz des Bischofs über St-yer- inark ist, wiewohl das Bislhnm in dem Stiftsmarkie gleichet Nahmens in Ddersteyermark gkst-ftet wurde. I» dem Schlosse befinde» sich ein fester Thurm, der aus lauter Steine» mit römischen Inschriften erbauet ist, welche von der zerstörten Stadt Mureria, die unten (lV. Band.) auf dem Felde stand, hinauf gebracht wurden; die Steine sind aber entweder verkehrt eingemauert, oder verstümmelt. Seckau, ein Markt im Judenburger Kreise in Dberstryermark, welcher jünger ist, als das hiesig, im Jahre 1,49 gestiftete Eollegium regulirier Chorherren An« gustinerordens, in dessen Kirche verschiedene österreichische Erzherzoge begraben liege». Er ist auch wegen des hier im Jahre 1218 von dem Crzbi- schvfe von Salzburg mit Bewilligung des PapstS errichteten BislhnmS merkwürdig, dessen beym Schlosse Seckau gedacht wurde. Der Bischofist ein Fürst des römischen Reichs, wiewohl ohne Sitz und Stimme auf dem Reichstage. Seckbach, ein Flecken in der Grafschaft Haiiau-Münzenbcrg im oberrheinischen Kreise, welcher zwey adelige Güter nnd eine lutherische Kirche, und nahe dabey eine reformirte Kirche bat. Sockel, ei» bey den ältern Juden übliches Gewicht, welches aber nicht zu al. lcn Zeiten gleich war. Der Seckel zu Christi Zeiten kam»ach dem Herrn Ritter Michaelis mit unserm Loths übecein: dagegen der ältere Säckel zu MostS Zeiten und bis nach der babylonischen Gefangenschaft nur der-fte"der Ale Theil desselben war. Wie die Nahmen der Gewichte in spätern Zeiten sehr oft auch Nahmen der Münze» wurden, welche dieses Gewicht hielten, so war zn Christi Zeiten der Seckel auch eine Münze, welche ungefähr eins» Gulden nach unserm Gelde auStrug. Seckclmeistcr, die oberdeutsch« Benennung eines Vorgesetzten einer Geldein» nobme oder eines öffentlichen Schatzes, welcher anderwärts Schatzmeister, Caf» sierer, Kämmerer u. s. f., im Dber- deulschen aber auch Seckler genannt wird. Seckenheim, ein Dvrf nahe beym Nr. Z 78 Seckingen Beet Seete See r elZirt rkar in der Pfalz am Rhein im chur- rheinischen Kreise, hey welchem Ehur- fürst Friedrich l. im Jahre 1462 ei. nen wichtigen Sieg über drey ansehnliche Feinde erhielt. Seckingen, 8. 8ecgovium, eine kleine aber gute Stadt im österreichischen Breisgau, welche am Rhein liegt, von dessen Wasser sie umgeben wird, und zu den vier Waidstädten gehört. Sie ist ein Lehen des hiesigen uralten adeligen Frauenstiftes, dessen Aebkiffinn seit dem Jährt 1Z07 den Titel einer Fürstinn des römischen Reichs hat, und z» dem Prälateustande des Landes Breis, gau gehört. Das Hans Oesterreich hat die Kastenvogtey über das adelige Stift. Im Jahre 1768 ward hier der Leib des heiligen FridolinS nebst dem kostbaren Schatze gestohlen. Seclin, baciliniurn, ein Flecken im französischen Flandern, welcher bis zur Revolution ein Capitel hatte. Secret, ein Wort, welches ehemahls das Siegel eines regierenden Herrn bezeichnete, in welcher Bedeutung eS aber im Hochdeutschen veraltet ist. Secrekär, ein aus dem Französischen und Lateinischen entlehntes Work, welches eigentlich denjenigen bezeichnet, welcher die geheimsten Angelegenheiten eines Andern, besonders eines vornehmen Herr», zu Papiere bringt und ausfertigt, und weichen man im Oberdeutschen mit einem alte» guten Worte auch wohl noch einen Geheimschrei, ber nennet. I» weiterer Bedeutung pstegt man in manchen Provinzen auch wohl jeden Schreiber, besonders in angesehenen Collegicn, Seereläc zu nen- neu. Gecrekaire d'Etat, ein Staatssekretär, deren es ehemahls in Frankreich vier gab, welche die königlichen Schreiben Lind Befehle unterzeichneten, und die tsksaissache» verrichteten. Ein jeder hatte sein besonderes Departement, oder seine gewissen Länder und Oeriee, über welche sich seine Verrichtungen erstreckten. Sie hatten ihre Berrichtini- gen so eingetheilt, daß der eine die Kriegssachen, ber andere die Sees», che», der dritte die einheimischen, linder vierte die ausländischen Geschäfte besorgte. In dem königlichen geheime» Rathe von Großbritannien sind drey Staatssekretäre, unter welchen der erste und älteste die Staatssachen des nördlichen Theils von Europa, der zweyte die Staatssachen des südlichen Theils, und ber heitre die Augelegenheite» Schottlands zn besorgen bat. Sie sind beständige Glieder des geheimen Raths (?riv^-6vuocil), daher sie auch, wen» sie Barons oder Edelleute sind, dc» Vorzug vor allen anderer Barons und Edelleuten haben. Sekt, eine allgemeine Benennung derjenigen süßen Weine, welche zu»»s a»S Spanien und aus den kanarische» Inseln gebracht werden. Der Nahme Secl stammt entweder aus dem spanischen Worte seceo(trocken) her, weil man ihn aus überreifen und fast vertrockneten Beere» zu pressen psiegl, oder von der afrikanischen Stadt Segne, von welcher die ersten Reben dieser Art nach Spanien und den cana- rifchen Inseln gebracht worden sey» sollen. Sccte, eine Gesellschaft mehrerer, welche stch durch einerley Lehren oder Meinungen von andern ähnlichen Gesellschaften unterscheidet, in welcher allgemeinen Bedentuiig dieses Wort wenig mehr gebraucht wird. Zu engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist es eine Gesellschaft Mehrerer, welche stch durch irrige Lehren und Meinungen ve» der für wahr und echt gehaltenen Gesellschaft ähnlicher Art unterscheidet. Daher-er Secgircr, welcher einer See» lareS Seda» Sedan-a chcn in Lehren und Meinungen irrenden Gesellschaft anhängt; die Sectirr- rcy, das darin gegründete Verhalten. Seculares, in der katholischt-n Kirche solcheGristliche, die sich zu keinem Klostergelübde verbindlich gemacht haben, und in keinem gewissen Orden leben, W-ltgeistliche. Secularisicren, eine geistliche Person oder ei» geistliches Gut weltlich machen, und deren Einkünfte zu weltlichen Din. gen widm«». Seculum, eine Zeit von hundert Jahren. Sttundanken,Personen, welche den duell!» eenden Parteyen an der Seite stehen, und zusehen sollen, dass der Streit redlicher Weisrvollstreckt werde. Secunde, eine Art Maß, welches in der zweyten Stelle nach einem ander», das als das erste angenommen wird, stehet. So ist in der Geometrie, Zeitrechnung u. s. f. die Secunde der sechzigste Theil einer Minute, so wie die Tertie wieder der sechzigste Theil einer Secunde ist. Die Markscheider hingegen theilen den Zoll ,n zehn Primen, die Prime in zehn Secunden, und die Secunde i» zehn Tertien. Scdan, ein ehemahliges Gouvernement i» Frankreich, welches von Champagne abgesondert war, und in bürgerliche» Sachen unter das Gouvernement von Metz gehörte, ob e- gleich unter der Generalität von Champagne stand. Es war ehemahls eine kleine Souverainite, von welcher 17 Dörfer abdinge», welche den Erzbischöfe» von Rheims gehör, >e. Einer derselben vertauschte dieselbe, und empfing dafür Cormicy. Hierauf krm ste an das Haus de la Marc, von diesem a» das Haus Tour d'Auvergne und von diesem im Jahre ,641 an das Reich durch einen Tauschxerkrag. Sedaii, Aecisnum, eine feste Stadt mit einem guten Schlosse an der Maas an der Grenze des HerzogihumS Luxem- Srdlitz kurz, welche die Hauptstadt des eben genannten Gouvernements ist. Sie besteht aus der obern und untern Stadt, wozu noch eine große Vorstadt kommt. Zu der obern gehört die Citadelle. Bis zur Revolution gab es hier ein Semi- riariuiii, ein Collegium und zwey Klöster. Ludwig XIV. tauschte diese Stakt von dem Herzoge Moritz von Bouillon gegen die Herzoglhümer Albret und Chateau Thierry und die Grafschaft Erreux ein. Vor der Widerrufung des Edicis von Nantes befand sich hier ei. ne berühmte reformirtc Akademie. Hier wirdTuch und Sarsche verfertigt. Sedanda, ein Königreich in Monomo- -tapa, auf der Küste von Sofala in Afrika, welches auch das Königreich von Sabia genannt wird. Scdanne, s. Sezanne. Scdini, ein Flecken im nördlichen Theile des Königreichs Sardinien, oder im Capo di Logodori. Hier stand ehemahls die Stadt AmpuriaS, die der Sitz ei. »es BiSthums war, das nach Castello Aragooese verlegt wurde. Gedieh oder Sedütz, ein Mönchskloster Cistercienftrordens nahe bey Kutten- berg im Tschaslaner Kreise in Böhmen, dessen Abt zu den Landständen gehört, und welcher zugleich Abt zu Skalitz ist» Hier befindet sich eine schöne Kirche. Sedlih, ein Dorf zwischen Lauhn und Brix, 2 Meilen von Töplitz im Saatzeit Kreise in Böhmen, welches den Kreuzherren mit dem rothen Sterne gehört. Hier hat der berühmte hallt- sehe Arzt, Friedrich Hofmann, im Iah. re 1724 einen bisteren Brunnen entdeckt, aus welchem das bekannte Sed. litzer Purgiersalz gesotten, und weit verführt wird. Eine Vierkelineile von hier befindet sich bey dem Dorfe Seid. schüz, welches der Gras von Tschev» nin besitzt, ein ähnlicher Brunnen, wek. cher im Jahre 1726 entdeckt wurdk§ t je' lM--: Lßo ScbliH Srreinhora «nd dessen Wasser noch etwas bitterer und kräftiger befunden wird, weil er etwas höher als der SedliHer liegt, und nicht so viel Zufluß von wildem Wasser hat. SeLlitz, ein Marktflecken und Schloß im Pcachiner Kreise in Böhmen, welche den Fürsten von Lobkvwitz gehören. Sedlitz, s. SedlcH. Sedschar, eine Landschaft im glücklichen Arabien in Asten, in welcher es mehrere unabhängige Herrschaften gibt. See, ein in einer doppelten Bedeutung üblicher Wort, welches i) die große Sammlung Wassers, die das feste Landes Erdbodens umgibt, und welche auch das Meer, das Weltmeer genannt wird, bezeichnet. Auch einzelne Theile und Gegenden dieses Weltmeeres bekomme» sehr häufig den Nahmen der See. 2) Eine mit Land umgebene beträchtliche Menge Wasser, besonders wenn dar Wasser in derselben Wellen schlägt; ein Landsee. Scebrief, ei» Bries, das ist eine Urkun, de, welche man zur See nöthig bat. In engerer Bedeutung werden die Pässe oder ConnoisscmentS, welche die Schis ser und Kaufleute von dem Orte ihrer Abfahrt mitnehmen, Seebriefe genannt. Secburg, eine freye Herrschaft oder Amt im preussischen Antheile an der Graf- schaft Mansseld im obersachstschen Krri. se, zu welcher L Vorwerke und iL Oerter gehöre», welche die Herren von Hahn wiedcrkäuflich besitzen. Gleich neben derselben befinde» sich zwey ziem. llich große Seen voll schöner Karpfen, wovon der eine süßes, der andere ge- salzenrS Wasser hat. Da« Schloß und der Flecken Seeburg liegen nahe bey dem süßen See. Sttburg, ein Städtchen in Wermekand, in Weftpreussen. Seecompaß, f. Compaß. Skerinhorn,*in« Art großer Seefische Seehaf Seehund mit einem langen gewundenen 9 iit io Fnß hervor ragenden Zahne an der linken Seite der obern Kinnlade, welche in dka nordischen Gegenden Narwal! genannt werden. Seehase», s. Hafen. Seehaus, ein Amt und Schloß in der gefürsteten Grasschaft Schwärzender- im fränkischen Kreise. Sechanscn, dieeftullurn, eine alte mittelmäßige Stadt in der alten Mark im Chursürstcnlbume Brandenburg. Sie liegt F Meilen von Skendal gegen Norden, wird von dem kleinen Flusse Aland ganz umgeben, nährt sich van der Schifffahre, Handlung und vom Ackerbau, und ist der Sitz einer geiß- lichen Jnspection. Seehausen, ein ehemahlige« Zungfraucn- kloster und jetziges Amt in der Ukeemaik im Churfürstenthume Brandenburg, welches dem joachimSthalschen Gymnasium zu Berlin zugeeignet wvrden iß. Seehof, ein schönes fürstliches Schloß und Garten in der Nachbarschaft vonBani- berg im Hochstiste Bamderg im fränkische» Kreise. Seehund, Robbe oder Seekalb, ein viecfi'ißigeS Thier, welches wie der Walisisch nur die nördlichen Gegenden liebt, wo rS sich des Sommer« auf dem Lande, im Winter aber auf dem Eise und im Wasser aufzuhalten pflegt. Sei» Kopf gleicht einem HundSkopsc mit abgeschnittenen Ohren. Das Maul und die Nase sind ihm mit Haaren bewachsen, welche den so genannten Spür- haaren unserer Katzen gleichen. Ein kurzes glänzendes Haar bedeckt die übrigen Theile seine« Leibe«. Die Vorder- süße des Seehundes sind kurz,»»der braucht dieselbe» zum Gehen, oder vielmehr zuiH- Fortrntschen; seine Hinterfüße hingegen gleichen zwey kleinen Fischschwänzen, find nach dem Schwänze hin gebogen, und dienen ihm wie Seeindianer feiern nur zum Rudern. Seine Länge beträgt 4 bis L Fuß. Der dicke Speck dieses Thieres gibt Thron; daher man, wenn es mit dem Wallfischfange nicht glücken will, eine Herde Seehunde todt zu schlage» pflegt. Sie liegen, besonders wenn die Sonne scheint, in großer Menge auf dem Eise, und schnarchen. Hier geht man mit Keulen be. waffnet auf flc los; und da sie mit ihren kurzen Füßen nicht geschwinde entfliehen können, so ist eS leicht, ihrer viele zu erlegen. Man schlagt sie auf die Nase, wo sie wir die Hunde am empfindlichsten find. Durch einen solchen Schlag werden sie zwar betäube, aber nicht getödtet; denn sie haben ein sehr zähes Leben. Ihre Nahrung besteht in Mcergras lind Fischen, klebrigen« ist dieses Thier für die armseligen Polarmenschen, das ist für diejenigen, welche gegen diePole zu wohnen, wie zum Beyspiele die Grönländer, ein sehr wichtiges Geschöpf, weil es, wie den Lappländern das Renn. thier, ihr Alles ist. Sie essen sein Fleisch, unterhalten ihre Lampen mit seinem Thran, und bekleiden sich, ihre Wohnungen und ihre Kähne mit seinem Felle. Auch bey uns gebraucht man die Seehundsfclle zum Beschlagen der Rci- sckoffer und zu mehrern andern Dingen. Eine Art Raubfische anS dem Haienge- schlechke, dessen Kopfeinem Hundskopse nicht unähnlich ist, und welcher oft über aoo» Pfund schwer wird, wird auch mit dem Nahmen Seehund belegt, Sceindianer, freye Indianer, die in Canada in Nordamerika um den Nip- pissong wohne», und sich meistens auf der West-und Südseite, und auf den Inseln, wo der Boden fruchtbar ist, aufhalten. Ihr Land ist gut, die Zugänge aber beschwerlich; daher fic sich nie mit den Franzosen und Engländern sehr eingelassen haben. Sir bedienen Seekarte Seekuh»8t sich keines Feuergewehes, sondern der Pfeile und Bogen, führen selten Krieg, und leben so unabhängig, als ob dir ganze Welt ihnen allein gehörte. Bis. weilen reisen sie durch das Land der Christines nach der Hudsonsbay, um Tuch von der englandischeu Compagnie einzuhandeln, oder vielmehr ihre Häute zu vertauschen. Seekarte, eine Karte, auf welcher die Wasserfläche des Meeres oder eines Theiles desselben, mit allem, was sich auf derselben zeiget, abgebildet ist, zum Unterschiede von einer Landkarte. Seekehre», auf den Schiffen ein langes Seil längs dem Boden in der See hinziehen, um vermittelst desselben einen abgerissenen Anker n. s. f. wieder zu finden, und zu fassen. Zn diesem End« werden die beyden Enden des Seils an 2 Boote befestigt, die in einer Entfernung einander gegen über rudern. An die Mitte-es Seils hängt man 2 Kanonenkugeln, oder andere Gewichte, die eS auf den Boden hinab drücke«. Indem nun die Boote fortrudcrn, schleppen sie das Sail im Grunde des Meeres nach; und dieses faßt den Anker. Seekirchen, ei» Marktflecken am Wallersee im Salzbnrgischen, zwischen Salzburg und Neumarkl, welcher ein Solle« gium Canonicorum hat. Seekrankheit, in enger und gewöhnlicher Bedeutung eine mit Schwindel, Brechen, Stühlen und Verlornem Appetite verbundene Krankheit, von welcher gemeiniglich diejenigen befallen werden, welche das erste Mahl auf der See fahren, und welchechurch das Hin- und Hcrschwanken des Schiffes und die ungewohnte Seeluft verursacht wird. Sceküste, bey den Schiffern eine lange Reihe von den Ufern eines Landes, das an der See liegt. Seekuh, ein vierfüßiges fünfzehiges Thier mit unförmliche» Füßen, welches von »82 Seeland G eere e- er vorn einer Kuh nicht unähnlich siehet, sehr groß ist, und sich in dem Meere zwischen Kamtschatka und Nordamerika aufhält. Seeland, LeelnackiÄ, eine der größten und vornehmste» Inseln Dänemarks, zwischen dem Cattcgat und dem Ost, see, so deß sie durch den Sund von Schonen und durch den großen Veit von der Insel Fünen abgesondert wird. Sie ist>4 Meilen lang, und 12 breit, und enthält 17 Städte, Li Aemter, ZL4 Kirchen, 704, ganze, und-Z66 Bauernhöfe, ohne was dem Adel gehört. Die Hauptstadt auf derselben ist Coppenhagei,, und die Inseln Möcn, Sanis und Borubolm gehören auch zum seeländischen Stifte. Seeland, s. Zceiand. Seeiburg, eine Oberhauptmannschaft und eheniahüges Städtchen und Schloß am Flusse Düna in, Herzogthume Semgallen, welches in alten Zeiten der Sitz des Bischofs von Semgalren war. Seele, in eines andern Seele schwö. ren, ein Ausdruck, dessen man sich be, dient, wenn ein Bevollmächtigter, oder dem es sonst von der Obrigkeit verstat. tet wird, in seines Principalen oder eines andern Rahmen einen Eid ablegt, und denselben dadurch eben so, als wenn er es selbst gethan hätte, verbindet. Dergleichen geschieht von bei, Abgesandten der vornehmsten Aeichsstände um kaiserliche» Hofe, wenn ste vvm Kaiser die Leben im Nahme» derselben empfangen, und dabey den Eid der Treue in die Seele ihrer hohen Pein. eipalen schwöre». Wenn auch ein Ue< belthä'er vor Gerichte die Urfehde( s. Urfehde) zu schwören sich boßhaster Weife weigert, so pflegt oft»er Nach. richier, oder ein Sradrknechr, diesen Eid im Nahmen und in die Seele des Uc> Selthäters zu schwören. Seelenverkäufer, ein Nahme, welchen Seclenwand Seemacht man in Holland denjenigen Leuten gibt, welche Matrosen für die Schiffe in voraus annehmen sie bis zur Abfahrt unterhalten,«nd sieden derselben noth- dürftig ausrüsten, worauf sie sich da»» von ihrem künftigen Solde bezahlt ma- chcn. In weiterer Bedeutung werden in Niederdeutsch»«»!, auch diejenigen Seelenverkäufer genannt, welche An» dere durch List oder Verrätherev zu Kriegs- und andern schweren Diensten verkaufen. Seeleiiwandsriing, der Uebergang einer und eben derselben menschlichen Seele in verschiedene Körper nach einander, mit einem griechischen Knnstworte die MekempsychostS; eine von verschiedenen ältern Weltweisen behauptete Lehre. Seclmesse, li, der katholischen Kirche eine Messe, welche für die Befreynng einer oder mehrerer Seelen aus dem Fegefeuer gelesen wird, und welche, wenn sie feyerlich mit Musik gesungen wird, das Seelenamt heißt. Seelöwe, ei» viersüßiges Thier mit un- deutlichen Schwimnizehen, welches den Seehund an Größe und Grimm übertrifft, und um den Hals krause Haare wie ein Löwe hat. Es hält sich in und am Meer« aus Seclow, ein Städtchen auf einer Höhe im lebusischc» Kreise in der Mitteln,ark im Churfürstenthume Brandenburg. Seemacht, Marine, eine Macht zur See, das ist, eine beträchtliche Anzahl Kriegsschiffe mit ihrem Zubehör, die von Fürsten, deren Lander an das Meer grenzen, oder davon umgeben sind, zu Vertheidigung ihrer Staaten, Handlung und Lpchissfahrt erbauet und gehalten werden. Zur Vertheidigung und zum Angriffe sind sie mit Kanonen und Mannschaft versehen. Eine beträchtliche An- zahl derselben heißt eine Flotte,„nd eine kleinere eine Escadrc. Was die Festungen auf dem Lande sind, das sind S e c M e i l c Seess-k die Kriegsschiffe auf dem Meere; ja ihr Nutze» ist noch weit größer. Ueber- hruipt ist die Seemacht viel kostbarer, als die Landmacht, erfordert auch sichere Häfen und ansehnliche Zeughäuser. Die Ausrüstung eines Kriegsschif. ses von 100 Kanonen wird in England auf ZLALZ Pfund Sterling, und das schlechteste von 20 Kanonen aufz/io Pfund gerechnet. Es soll auch eine Flotte von 100 Kriegsschiffen jährlich io Millionen Livres zu unterhallen kosten. Ein Staat, welcher eine Seemacht hak, das ist, Flotten und Kriegsschiffe unterhalt, wird auch eine Seemacht genannt. Zn diesem Verstände sind Frankreich, Spanien, Portugal», s. f.Seemacht. Zu der engsten Bedeutung bekommt ein Staat diesen Nahmen, welcher nur allein «ine Seemacht, und gewöhnlich keine Landmacht hat, da denn besonders Großbritannien und Holland hierher gerechnet werden müssen. Seemeile, eine Art Metten, nach welchen man die Entfernungen auf der See gu rechnen pflegt..Gewöhnlich rechnet man deren 20 auf einen Grad. Seepserd, eine Act viersüßiger Thiere mit unförmlichen Füßen, und zusammen gewachsenen Hinterfüßen, welches hervor ragende Hundszähne hat, ,»,d von vorn einem Pferde gleicht. Es lebt unter dem Nordpvle. Seeräuber, s. Corsar. Seerecht, Gesetze, nach welchen in Vorfällen auf der See geuetheilet wird, es sey um Sachen, welche die Schiff- fahrt und die Handlung oder den Seekrieg betreffe». Scesen, ei» Städtchen»nd Amt im Harz- districke des Fürstcntbnms Wolfenbüttel im niederfächsischen Kreise, welchessei- nen Nahmen von einem benachbarten kleinenSee bat, und der Sitz einer Gene- ralsupcriutcndeniur ist. Das ehemahlige hiesige Schloß Serburg oder Seehusen« Seestsbtk LsgeSsrg:8z bürg ist eingegangen, und an dessen Stelle steht jetzt das Amchaus. Zudem Amte gehören 6 Dörfer. Seesiädtl, ein Marktflecken im Saatzer Kreise in Böhmen an der sächsischen Grenze, weicher dem Fürsten von Lob- kowitz gehört. Seestrom, eine mehr oder weniger heftige Bewegung des Wassers ,nach einer gewissen Gegend, wodurch die Schiffe sehr oft unvermerkt von ihrem Laufe abgetrieben werden. Seez, 8sji, 8nZii.eine Stadt am Flusse Oene in der Niedernormandie in Frankreich. Sie ist der Sitz eines Bis» thums, und enthält außer der Kaihe- dralkirchc fünf Pfarrkirchen und«in Hospital, und hakte auch bis zur Revolution ein Kloster, zwey Seminarien und ein Collegium. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzbischofe von Rouen, hak einen Kirchsprengel von ,;8o Pfarren, und ward am römischrn Hofe auf Zooo Gulden taxirt. Seffay, 8LVUL, ein Fluß!M Königreiche Algier in Afrika, der sich bey der Stadt Algier in das mittelländische Me«c ei gießt. Segebcrg, eine kleine Stadt»nd weit- läuftiges Anit am Flusse Trawc in der Landschaft Wagrien im Herzoglhumc Holstein S Nleilen von Lübeck. Es ist hier eins von den drey königlichen dänischen Unkcrconsistorie», und bey der Stadt liegt ein alles Schloß auf einem hohen Felsen, welcher ein Kalkberg ist, und in dem schwedischen Kriege meiste» Theils verwüstet wurde. Bey diesem Orte sieht auch eine steinvrne Pyramide und ein Obelisk, welche Heinrich Ranza», königlicher dänischer Statthalter, errichten ließ. Beyde habe» lateinische Inschriften. Unter der Pyramide ist eine Caprlle, worin jährlich am Pfingstfcste gepredigt, und umer *7»» 184 Segedin Segelmeift Segekmefs« Segorke hiestge arme Leute Geld ausgetheilt wird. Die Vorstadt heißt Zischen Hagen. Segedi», Szegedin, Szrged, LreZs- chuul», eine feste königliche Frcystadt in der Tschongrader Gespanschaft in Obern,igarn. Sie liegt am Ausflüsse des Marosch in die Thcis in einer schönen Gegend, hat drey Kirchen, ein Piaristengpmnastum und wohl gebauele Häuser, und ihre Bevölkerung ist ganz ansehnlich, indem sie 16160 Einwohner zählt. Die Griechen baden hier eine weilläuftige und ansehnliche Kirche. Uedrigens befinden fich hier zwey Vorstädte, welche die obere und die untere genannt werden. In der erster» ist ei» schönes und geräumiges königliches Solzmagazin init einem Einnehmeram- »e. Um die Sradt gibt es verschieden« Fischweiher, wie denn so wobl mit Fischen als Hornvieh starker Handel getrieben wird. Den 24sten May des Jahres ,/48 wurden hier /c» Häuser nebst der bischöfliche» Residenz eingeäschert. Die Festung ist ansehnlich, als ein Viereck erbauet, und mit verschiedenen Au- ßenwerkcn versehe». Im Jahre i6Z6 nahmen die Kaiserlichen diese Festung den Türken ab, welche sie geraume Zeit im Besitze gehabt hatte», und schlugen die herbey eilende Hülfe. Segel, eine leichte dünne biegsame Flache, welche an den Mastbauiu eines Fahrzeuges befestiget wird, damit der Wind vermittelst derselben das Schiff fort treibe. Die ältesten Völker hallen Segel von Haute», Malte», Stroh, Blättern», s. f. ,und viele fremde Nationen haben dieselben noch. Unsere europäischen Schiffe und Fahrzeuge haben Segel von grobem Tuche. Ein europäischer grosieS Schiffführt an jedem Mäste drey oder zwey Segel, von welchen jedes seinen eigenen Nahmen hat. Hegelmcister, anfde» Schiffe» derjenige, Welcher die Segel und da« Segelwerk unter seiner Aufsicht hat, und ba- Schadhiste daran verbessern muß, und wohl noch einen Dberlegelmeister über sich hat. Beyde aehören zu den Unter- officrerS einer Schiffes. SegeitNeffe, eine g oße Landschaft in Bilrdtngerid in Afrika zwischen der Barbarey»,>c> der Wüste Sarah, in welcher eine große Menge Datteln wächst. Die Siadt Srgelmeffe, welche sehr ungesund ist, liegt am Flusse Fez, und ist nebst dieser Piovinz dem Kaiser von Fez und Marocco unierihan. Segel streichen, die Naben, woran die Segel befestigt sind, zum Zeiche» der Ehrerbiethung herunter lasten. Dergleichen geschieh! von allen Schiffen, die im Sunde bey Kroneuburq vorbey segeln, und die Kauffavrdiy'chlffe er» weisen allen Kriegsschiffen diese Ehre. Segeltuch, grobes Tuch oder grvbeLein» wand, welche aus besondere Art auS Hanfe zubereitet, und zu Segeln auf die Schiffe gebraucht wird. Segeme, ein großes Gebirge im Königreiche Fez in Afrika, welches von einer freyen und streitbaren Nation, Nahmens Beeebere», bewohnt wird. Segnn, s. Sein. Segni, 8«ßnis, 8ignis, eine Stadt in Campagna di Aoma im Kirchenstaate, welche der Sitz eines Bischofs ist, der unmiltelbar unter dem Papste steht, und eine Kathedralkirchr und drey Pfarrkirchen hat. Sie hat den Titel eines HcrzozihumS, und außerhalb derselben stehen drey Mönchsklöster. Segnitz, ein mit Mauern umgebener Flecken und Aiet am May» in, Oder- amte Erklingen im Fürstenkhume AnS- bach im fränkischen Kreise. An diesem Drie haben dieHerren vonZobel Antheil. Segorbc«der Scqorve, eine alte angenehme Siadt am Fuße eines Bergcs il» Königreiche Valencia in Spanien. Sie ist der Sitz eines Bischofs, der S r g o o i a Segovia jährlich roooo Ducaten Einkünfte hat, und unter dem Erzbischofe von Valencia siehet, hat ein Lastell und den Titel eines HcrzogthumS, und gehört dem herzoglichen Hanse Mcdinu Celi. In dieser Gegend gibt es gute Marmorbrüche. Segovia, Lezubia, die Hauptstadt in der Provinz gleiches Nahmens im Kö, nigreiche Altcastilien in Spanien. Sie liegt auf einem hohen und rauhen Felsen am Flusse Eresma, ist der Sitz ei. »eS Bischofs und einer Ingenieurschule, hat ein altes Schloß, verschiedene Hospitäler, 27 Pfarrkirchen und 24 Klöster, worunter sich 8 Nonnenklöster befinden, und zahlt 8000 Einwohner. Die Einkünfte des hiesigen Bischofs werden auf 2400c» Ducaten geschätzt. An der umliegenden Gegend gibt es vorireffli. che Schafwolle; daher die hiesigen Tuchfabriken die besten in Spanien sind: auch wird hier viel Papier und unechtes Porzellan gemacht. Das hiesige königliche Schloß, Nahmens Alcazar, oder der kleine Pallast, liegt aufeinem Felsen, und ist von der Stadt durch einen tiefen Graben abgesondert. Hier befindet sich auch eine alte römische Wasserleitung, welche vom Kaiser Trajan herrühret, heutiges Tages sehr unei- gcntlich Puente Segoviana( segovische Brücke) genannt wird, und ein bewun-, dernSwürdiges wohl erhaltenes Werk ist. Sie ist Zooo Schriele lang von einem Berge zum andern geführt worden, und besteht aus einer Reihe von i»Z Schwibbogen, und über 4z derselben sind ebensoviel andere erbauet, so daß man im Ganzen genommen 161 zählt. Die größte Höhe dieses Gebäudes macht ic>2 Fuß aus. Es ist von Steinen aufgeführet, die drey Fuß lang und" Fuß dick find, und ohne Verbindungsmittel auf einander liegen; doch sind die obersten durch eiserne Klammern verbunden. (IV. Band.) Scgura 18L Die beyden größten Bogen dienen zu Thoren, welche zu dem Plaza del Azo- guejo führen. Man kann das ganze Werk nicht auf ein Mahl übersehen, weil viele Häuser darüber erbauet sind. Segovia, eine Stadt in der Provinz Ni. caragua in der Audiencia Guatimala in Altmexico im spanischen Nordamerika, deren Gegend sehr reich an Goldminen ist. Segovia la nueva, LeZovia nova, eine Stadt in der Provinz Venezuela «»Terra firma im VicekönigreicheNeu- granada im spanischen Südamerika. Ab- re Gegend ist unfruchtbar; doch halste fischreiche Flüsse und Golddergwerke, die aber nicht hinlänglich bebauet werden. Segre, Licoris, ein Fluß im Fürsten, thuine Catalouien in Spanien, welcher der größte unter allen Flüssen dieft- LandeS ist, in Cerdagne entspringt, bey Camarasa die Noguera Pallarefa, nicht weit von Lerida die Noguera Rlbagor- zana und die Cervera aufnimmt, sich hierauf mit der Cinca vereinigt, und sich endlich bey Mequinenza in den Ebro ergießt. Segre, eine kleine Stadt am Flusse Ou- don in der Landschaft Anjou in Frankreich. Segura, lerebus, Ltaberum, der vornehmste Fluß im Königreiche Mur- cia in Spanien, welcher in dem Gebirge Scgura in Neucastilien entspringt, von Abend nach Morgen durch das Land fließt, und sich nicht weit von Guar- damar im Königreiche Valencia in das mittelländische Meer stürzt. Segura, ein fester Flecke» mit einem Schlosse in der Provinz Beira in Portugal. Im Jahre 170A mußten die Franzosen»„verrichteter Sache von demselben abziehen. Segura, ein Gebirge in Spanien, welche- an den Grenzen von Andalusien« L a Gek-erHLti« Sein« :§6 Segura Seifenerbe Nencastilien, Murcia und Grauad« liegt. Segura de la Sierra, ein mit Mauern umgebener Flecken nicht weit vom Flusse Guadaliinar im Kötugreiche Muceia in Spanien, welcher einer der besten Commenthureyen des Rlttcr»rden< S. Jacob ist. Segura de Leon,«In Flecken mit einem Castcll auf einem Berge in der Landschaft Estremadura in Spanien. Seidendergoder Scydenberg. eine Staa- deSherrschaft zwischen GörliH und Alttau im obern Markgrafthume Lausitz, welche auch AcibcrSdorf genannt wird, und den Grasen von Einsiedel gehört. Das Städtchen Scidcnberg liegt theils auf einem Berge, theils im Thale ,ha,r an den böhmischen Grenzen, und hat eine Tuchmanufactur. In, Jahre 1769 brannten hier>8o Häuser ab. Uebri- gen- gehört zu dieser Herrschaft noch da- Pfarrkirchdorf Reibersdorf, welcher ein ansehnlicher gräfliche« Schloß enthält, und noch zwey Kirchdörfer. Seidenpflanze, eine Art der äskulapi« sehen Pflanze, welche in Birginien einheimisch ist,»nd an ihrem Samen ein langes der Seide ähnliches Flughaae hangen hat, welches aber, weil es nur kurz ist, nicht anders als Wolle oder Floretseibe bearbeitet werden kann. Seidenwurm, eine Art Raupen, welche auf den Maulbeerbäiimen der wärmsten Lander wohnet, und sich zum Verpuppen ein Gewebe von feinen und starken Faden macht, welche, wenn sie wieder ausgerollet werden, unter dem Nahmen der Seide bekannt sind. Sie ist aus Ostindien und Cbina, wo sie einheimisch ist, zuerst nach Persten, von da unter dem Kaiser Julian nach Con- stantinopel,»nd von da aus nach und nach in das übrige Europa gekommen. Sc'tschitz, s. Sedlitz. Seifenerde,«ine fein» Thonerde, welche che sich so glatt wie Seife anfühlet, und in den Tuch- und Wollenfabriken gebraucht wird, die Fettigkeit der Wolle wegzunehmen, daher sie auch Walkererde und Waschthon genannt wird. Seigerhüfte, im Brrgbaue eine Hütte, das ist, ein Gebände, und in weiterer Bedeutung die ganze Anstalt, wo das Silber geseigerk, das ist, vermittelst deS Bleyes von dem Kupfec-geschieden wird. Seigneley, Leilliniacum, ein Städtchen am Flüßchrn Serin nahe bey der Ionne in Bourgoqae in Frankreich, welches ein altes Schloß hak. Coldert errichtete hier zwey Manufacturen, brachte de» Ocl a» sich, und ließ ihn zu einem Mrrgnisat erheben. Seille, ein Fluß in Lothringen in Frankreich, welcher au- dem See Linder kommt, und zu Metz in die Mosel fällt. Sein, Segna, 8eojs, Leßllia, cinr königliche Frepstadt am Meere in der Agramer Gespanschosk im österreichischen Croalien. Sie ist der Sitz einet katholischen Bischofs und Domcapiirlt; auch gibt es hier FranciScaner, und Paulinermönche. Ehemahls war hier eine berühmte Hauptmannschafr, und nachmahls wurde diese Stadt der Sitz deS Befehlshabers der Confinira in Croalien. Seine, 8ersuann, einer der größten Flüsse in Frankreich, der bey Ehan- ceanx im Hrrzogihume Burgund entspringt, biy TrvyeS schiffbar wird, die Flüsse Aonne, Loing, Marne, Oisc, Eure und andere geringere aufnimmt, und sich in der Normandie durch einen breiten Ausfluß in das britannische Merk ergießt. Dieser Fluß, der durch Paris läuft, hat von der See an bis auf Zc» französische Meilen Ebbe und Fluch. Seine, Leckena» eine kleine Stadt in Provenre, an den Grenzen von Dt»- Mn6 in Frankreich. Sekn-Heim Sekbsthakter Seiden au Srllgrnfi 18:7 Geinsbeim, eine Herrschaft zwischen der Herrschaft Speckfcld und dem anSda- chischen Oberamte Uffenheim im fränkischen Kreise, welche dem regierenden Fürsten von Schwärzender- ge. hör», der wegen derselben Sitz und Stimme auf dem Reichstage im fränkischen Grafencollegium und auf dem Reichstage bat. Geir,«in schrecklich rundes Gebirge im steinigen Arabien, in Asien. Sktsscl, 8elketium, eine kleine Siadt an der Rhone in der Landschaft Bugey in Bourgogue in Frankreich. Sie ent. hält nur eine Pfarrkirche, halte aber iiS zur Revolution vier Klöster. Die Rhone theilet die Stadt in zwey Theile, und fangt hier an schiffbar zu werden; daher von hier Salz für Genf, die Schweiz und Savoyen ausgeführt wird. Seiffenberg Seiffeuburg, ein Markt am Flusse Gurk in Untcrkrain, welcher ein Schloß enthält, das auf ei. uer selsichten Anhöhe liegt, und dem fürstlichen anersbrrgischen Hanse gehört. Seitcnstciten oder Seittenstödtcn, ein reiches im Jahre 1112 gestiftetes Be- nedietinerklostre im Kreise ob dem Wiener Walde im Lande unter der EnS in Oesterreich, welche- einen insulirten Adt hat. Sclangan, f. Magidano. Selanger, eine Stadt in der schwedischen Provinz Medelpadirn, nicht weit »om doihnische» Meerbusen. Srlaniki, f. Salonichi. Selau oder Seeau,«in königliches Stift und Kloster PrämonstraienferordenSim Tschaslaner Kreise in Böhmen. Lrlb. ein Marktflecken in der AmtS- haiipimanaschaft Wunsiedel im Ober- lande des FürstenlbumS Bayreutb im fränkischen Kreise, i» welchem sich ein fürstliches Jagdschloß und ein Richterami befindet. bklbsshalttt, ein Ausdruck, womit da- i» der Titulatur der russischen Kaiser von Einigen übersetzt wurde, wofür doch das Wort Selbstherrscher angemessener ist, wenn hier einmahl ein mit selbst zusammen gesetzte- Wort gebraucht werden soll, welche- doch den Sinn nicht erschöpfet, indem rS nur riiien Regenten bezeichnet, welcher selbst, und nicht durch Minister regiert. Seldcnau, ein kleiner Flecken, welcher zu der i» Niedrrbayern gelegenen Graf- schaft Ortenburg gehört. Selenginfk, eine Stadt und Festung am Flusse Selenga in der udmSkischen Provinz i» der Statthalterschaft Jrkutzk im asiaiischrn Rußland. Sie enthält Z Kirchen und iLei Häusez, welche dir Festung einschließen. Die ganze Gegend der Siadt ist sehr bergicht und unfruchtbar. Seleucia, Selescha, ein Nahme, welchen vor Alters verschiedene Städte in Kleinasien führten, die aber heut zu Tage meistens unerheblicheOerter sind, und von den Türken ganz anders genannt werden. So liegt ein Seleucia (Srleuctier), in dem eigentlichen Ana- doli; ein anders Seleuctier(Jshaklu), in Caramanicn; ei» drittes, vor Alter- Seleucia Trachea, jetzt SelrfkiL, auch Saleph genannt, befindet sich gleichfalls in Caramanie», und zwar in dem alten Cilicien. Der letzte Ort ist deß. wegen merkwürdig, weil Kaiser Friedrich I. im vorbey fließenden Strome CalyeadnuS, jetzt Saleph, im Jahr« , ,yo sein Leben einbüßte. Seleuciancr, eine ketzerische Sectr de- vicriea Jahrhunderts, welche Gott für körperlich hielt, und dir Materie für ewig ausgab, auch denjenigen, die sie taufie, ei» Brandmahl an dir Stirn setzte. Seligenstadl, Sellngstadt, Lelinxoks. üruk», ein« Statt am May««m Erz- A« s 4 2 >Z8 Seligpfvrte» Silkes stifte Maynz im churrheinischcn Kreise, wo sich ein reiches und wohl bebaute- Benedictincrkloster befindet, dessen Abt sich einen Herrn zu Geiffelbach, Omecs- bach und Hosstädien nennt. Hier liegt Emma, Kaisers Carl des Großen Tochter, mit ihrem Gemahle, Eginhard, begraben. Seligpforlcn, ein Frauenklostcr Bernhardinerordens bey Neumark in der obern Pfalz. Seiivrea, Lel/mbria, eine ziemlich große Stadt init einem berühmten Ha- fen am Meere von Marmora in der wizischen Sandschakschaft in Romanien, Sie hat ei» auf einer Anhöhe gelege. nes altes und stark verfallenes Schloß, welches nkbst den daran liegenden Häuser» die obere Stadt genannt wird. In der Vorstadt findet man ein sulta- uischeS Provianthaus, in welches das Getreide der dasigcn Landschaft gebracht wird. Hier hat ein griechischer Metropolit seinen Sitz. Gelte, ein kleiner Fluß im Fürstenlhn- mc Halbcrstadtim niedcrsachfischen Kreise, welcher nicht weit von Güntcrberg jm Fürstcnlhume Anhalt entspringt, und bey dem Kloster Hcdcrslebcn in die Bode fällt. Sclkirk, eine Grafschaft in Südschott, land, welche von ihrem Hauptorte Sel. kirk, der ein königlicher Flecken ist, deit Nahmen hat, sonst aber nichts Merkwürdiges enthält. Gelle, Luvus, ein kleiner Fluß in Frankreich, welcher in der Landschaft Thie- räche in der Pieardie entspringt, durch die Provinz Cambrefis fließt, und sich zwischen Bouchain und Valenciennes in der Grasschaft Hennega» in dieSchel- de ergießt. Gelles, Celle, ein Städtchen und Schloß am Flusse Eher in Unierbcrry in Frank- reich, welche bis zur Revolution außer Sellowitz Semmenbriah einer Abtey ein Kloster und ein Hospi. tal hakte. Sellowitz, eine Herrschaft und Marktflecken au der Schwarz» im Brünner Kreise in Mähren, welche dem Grafen von Sinzendorf gehören. Sellye, ein Marktflecken an der Wag in der Neutrcr Gespanschaft in Nie« dcrungarn, welcher ehemahls befestigt war. Hier hatten die Jesuiten ein Col« lcgium und eine Schule. Selongey, eine kleine Stadt in einer Ebene in der Landschaft Dijonois in Bour- gogne in Frankreich. Selters, ein Dorf an der Lahn in'dcit fürstlichen naffau- weilburgifchen Landen im oberrheinischen Kreise, indessen Gegend sich ein Sauerbrunnen befindet, welcher aber mit dem berühmten Sauerbrunnen zu Niederfeltcrs nicht zu ver. wechseln ist. Seltschan, ein offenes Städtchen des Fürsten von Lobkowitz im Berauner Kreise in Böhmen. Seloe, eine kleine Insel im venetianischen Dalmatien, welche Marmorbrücheenthält. Selz, 8-rIeliL, Lllirulium, ei» Städtchen und Unteramt am Rhein im Ober- amie Germersheim in der Pfalz ais Rhein im chnrrheinischcn Kreise, wo sich eine Goldwäsche befindet. Die hiesige adelige Propstey ist nach der Reformation von dem Churfürsten Friedrich III.>m Jahre iF7F in eine Nilter- schule verwandelt worden, die jedoch bald wieder einging. Jetzt genießen die Katholiken die Gefälle dieser vormahligen Propstey. UebrigenS war Selz vor Alters eine freye Reichsstadt. Sembriach, ein Markt am Fuße des Berges Schöckl im Gcätzer Kreise in U»- terstcyermark, welcher einem Grase» von Dietrichstein gehört. Semendriah oder Sandrew, Lauste rovia, LemeockriL, die Hauplfiadl Seme ring S e m i n a r i« m S emipalata Sempach 189 -er ftmcndrischei, Sandschakschast im Paschakik Sennen oder Belgrad, welche eine altmodische Festung an der Donau ist, in welcher sich ehemahls ein ansehnliches Bislhum befand. Im Fahre i4Z8 ward fie zum ersten Mahle von den Türken erobert, hingegen im Iah. re i4L4 von eben denseiben vergeblich belagert. Im Jahre i t>83 wurde sie von den Ungarn, im Jahre 1690 von den Türken, und im Jahre»717 abermahlS von den Ungarn«ingeuemmcn. Semering, ein hohes und znm Theil sehr steiles Gebirge in Steycrmark zwischen Merzuschlag und Schodtwicn. Die üblen Wege über dasselbe sind mit großen Kosten durch Mauern und Geländer verbessert, und da, wo sich die Grenze zwischen Oesterreich und Steyermark befindet, ist ein prächtiges Denkmahl errichtet worden. Kemisonle, eine ehemahlige feste Stadt im Großherzogthume Toscana, welche im Jahre 1202 zerstört, und nie wieder aufzubauen beföhlen wurde. Sie lag zwischen Vico und Lncardo. Scmgallcn, 8emiAaUis, ein Herzog- »hum, welches den östlichen Theil von Curland begreift, und dem Herzoge von , Curland gehört. S. Curland. Semile, ein Marktflecken an derJser im Bnnzlauer Kreise in Böhmen, welcher starken Handel mit Lothgar» treibt, und den Grafen von FonrS gehört. Demilzi, eine von den alevtischen Inseln auf dem kamtschalkischen Meere, an deren östlicher Spitze sich noch eist^klei- nc Insel befindet. Tcminara, ein kleiner Ort nicht weit vorn Meere in Calabria oltra in Neapel, welcher den Titel eines Herzoz- rhnms hat, den das Haus Spinell! führt. Aeininariuin, der Nahme derjenigen Col- legien, in welchen die znm geistlichen Stande gewidmeten Personen unterrichtet werden. Dergleichen Seminarien gibt es verschiedene so wohl in den katholischen als evangelischen Landen. Semipalatnaja, eine Festung am Jrtisch in der Statthalterschaft Kolywan im asiatischen Rußland, welche im Jahre 1718 angelegt wurde. Die Gegend dieses Orts ist fruchtbar; man bauet aber doch keine Feldfrüchke. In den hiesigen Gärten hat man eine schöne Art Melonen. Semiramocerta oder Semiramisftadt, heut zu Tage Wan, die Hauptstadt des in Turcomannicn gelegenen Paschaliks Wan. Sie liegt am See gleiches Nahmens, ist groß, treibt gute Handlung, und hat ein festes Bergschloß, worauf der Pascha wohnt. Weil die Stadt an den Grenzen von Persten liegt, so ist fie oft, bald von Persern, bald von den Türken, erobert worden: sie gehört seit dem Jahre iL48 den Letzter». Semljansk, eine Stadt am Bache Sem- ljanka in der Statthalterschaft Woro- nesch im europäischen Rußland. Semlin, s. Zrmlin. Semooowskoi, ein russisches kaiserliches Lustschloß am Flusse Jausa nicht weit von der Stadt Moskau im europäischen Rußland, von weichem ei» Regiment der Leibgarde den Nahmen führt. SemviS, Lesrnarus, ei» kleiner Fluß in den österreichischen Niederlanden, der im Herzogthume Luxemburg nicht weit von der Stadt Luxemburg entspringt, und unterhalb Charleville in die Maas fällt. Sempach, eine kleine Stadt an dem voll ihr benannten See im Canton Lncern in der Schweiz, welche ihren eigenen Schultheißen und Rath bat, und unter dem Schutze und der Oberherrschaft des eben genannten Cankons siehet. Sie gehörte vor Alters einer adeligen Familie, und kam von derselben an die Grafen von Habsburg. Als sie im Jahre IZ86 das Bürgerrecht zu Lucer« Sem»« Semperf Grmpiinrr annahm, kam eS znm Kriege zwischen den Eidgenossen und dem Herzoge Leopold von Oesterreich, in welchem dieser von jene» in dem eben genanoten Zähre bey Sempach völlig geschlagen wurde. Der Sempacher Brief, welcher im Jahre iZyZ von den Eidgenossen verabredet wurde, ist eine noch jetzt gültige Kricgsordnung. Der Sempacher See ist begnabe zwey Stunden lang, aber nicht halb so breit, und ist sehr fischreich. Gemperfrey, ein ganz besonderer Titel einiger edlen Herren im römischen Reiche, dessen Bedeutung dahin gehen soll, dass diejenigen, welche dergleichen Prä- dicat führen, von langen undenklichen Jahren her freye Herren oder 2'aronS gewesen find. Es führen denselben die ehemahligen und nachherigen Grafen von Limpurg, welche im Jahre 171z abstarben, wie auch die Grafen von Schafgotsch in Schlefien u. a. Gempltncr Gelpanschasr, Zewplin Var- megye, eine Landschaft in Oberungarn, welche eine der größten im Königreiche ist, indem fir eine Länge von mehr als so Meilen, in dem obern und untern Theile eine Breite von 8, in der Mitte aber von Z bis 4 Meilen begreift- Ihre Benennung stammt von der ehemahligen festen Burg Zemplin oder Semplin her, welche jetzt ein Marktflecken am Flusse Bodrog ist, und wo die Ungarn ihr erstes Lager hatten. Der Boden die. ser Gespanschaft ist ziemlich verschieden; denn der Theil, welcher an Gallizie» grenzt, ist überaus bergig, rauh, und größte» Theils unfruchtbar; derjenige hingegen, welcher sich der Tbeis nähert, hat einen vortrefflichen Boden, und die immer abwechselnden fruchtbaren Hü, -el und Gefilde machen ihn einem ir. -ischen Paradiese ähnlich. Hier wächst der durchgängig berühmte Tokayerwein. Dieser Theil-er Srspanschast trägt auch Sempolno eine Menge aller Feldfrüchte, und die Viehzucht ist ebenfalls ansehnlich. A» Wilbbrer hat diese Gespanschaft Mangel, hingegen einen solchen Ueberfluß an allerhand schmackhaften Fischen, daß man mit den schlechter» Gattungen die Schweine zu füttern pflegt. Die Flüsse, welche das Land bewässern, sind dieTheiS, der Hernach, Schajo, Bodrog, und ei, ne Menge kleiner Flüsse und Bäche. Uebrigen's findet mau hier in einigen Gegenden so genannte Tokayerdiamanten, die aber schwarz und undnrchfich- tig find. ES werden auch Onyxe, Kar- niole und Luxsapphierc gesunden. Die Einwobnersind Ungarn, Deutsche, böhmische Slawen und Russen. Da« Land wird in vier Distrikte getheilt. Sempvlno, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Brse-tz in Kujavien in Troß- pohlen. Srmpl, ein Fluß in Bayern, welcher nt die Jftr fällt. Semur, 8emurium, die Hanptstadlder Landschaft AuztoiS in Bourgvgne in Frankreich. Sie liegt auf einem hoben Felsen am Flusse Armancon, und besteht aus drey besondern mit Mauern umgebene» Theilen, die sechs großen Vorstädte ungerechnet. Einer dieser Theile, welcher der schönste und volk« eeicheste ist, heiß» le Bourg; der zweyte le Donjon, welcher befestigt ist, und der drille le Chaieau, Bis znr Revolution fand man hier ein Capitel, 2 P^iorate, noch 6 Klöster, ein Collegium, uii^ ein Hospital. Der hiesige Handel wird meisten Theils mit hier verfertigten Tüchern getrieben. Semur, mir dem Zunahmen in Brion- nois, eine kleine Stakt eine halbe Meile von Loire in Bourgoqnr in Frankreich. Sie liegt im Ländchen BrionnoiS, welche« von-er zerstörten Stadt Brion- »e oder Brirnnr den Nahmen hat, und »nlhält eiu» Evllrgiatkirche. Sei»«« Senechal Senat, der Räch in einer Stadt. Senatoren, i„ Pohle« der Nahme derjenigen Räche>28 an der Zahl, die Sem Könige zugeordnet sind, damit seine Macht i» den gehörige« Schranke« bleibe. Es sind entweder Erzkuschöfe, Bischöfe, Wsiwoden, Castellane, oder au« der Zahl der 10 Reichobeamten. Sie werden in die großen und kleinen eingetheilt. Jene find die LI Woiwo« den, ferner die Z Castellane von Kra» ka», Vilna und Troki, und der Sta« rost von Samogitien. Die übrigen 92 nennt man kleinere Senatoren. Sende, Sinedi, ein wüster und sandiger Sirich Landes im Hochstifte Pader. bor», in welchem die beyden Flüsse Lippe und Ems entspringen, und welcher sich durch die Grafschaften Lippe, Aa- »enSberg und Rietberg bis nach Münster und Osnabrück erstreckt. Scnderv, ein Königreich aufder Sclaven- löste im eigentlichen Gninea in Afrika. Skkiderut, ein ziemlich großer Fluß in der Provinz Irak Aschemi in Westper- sien, der seinen Ursprung au« dem De« mawend nimmt, die Südseite der Stadt Ifvahan beströmt, und auch durch unterschiedliche Cauälr in die vormahlige« königlichen Gärten und in die vornehmsten Häuser geleitet worden ist. Sendomir, s. Sandomir. Senechal de France, vor Alters ein Kroiibeamter in Frankreich, der unter den Mcrovingern die Aufsicht über daS königliche Hau« hatte, die Ausgaben so wohl zu Kriegs-al« Friedenszciten anordnete, die königliche Standarte und das Commando über die königlichen Völker führte, und dessen Würde dem eigentlichen Workverstande nach mit der Würde eines Truchieß»herein kam. Seit dem Jahee>>91 ist dieselbe erloschen: den» was man in neuern Zeiten Senechal von Frankreich nannte, war die vornehmste Gerichtspcr« Seness« Senegamb»90 son, oder der Präsident in einer Laub- schaft, in welcher unter seinem Nahmen die Urtheile abgefaßt wurden, und welcher auch, wenn es nöthig war, den Adel zusammen berief, und den Ban und Arriereban des Adels in seiner anvertrauten Landschaft ansührtr. Seine Gerichtsbarkeit ward eine Se- nechaussee genannt. In England hat man auch einen Großscncchal, welcher Lord ßizh Steward genannt wird, aber nicht mehr auf beständig< sondern mir zur Zeit eines Blutgericht« üder Pair«, und diese Zeit über große Einkünfte genießt. Seneffe oder Senne-, ein sehr große« Dorf in Quartiere von Brüssel, r Stnudrn von Nivelle im österreichischen Ancheile am Herzogthume Bradant, hey welchem den rite» August des Jahres 1674 zwischen dem Prinzen von Oranien und dem Herzoge von Condü eine sv blutige Schlacht vorßcl, daß von beyden Seiten lLvoo Mann auf dem Platz blieben. Hier entspringt die Senne. Senegal, Senrga, Saradak, ein großer Fluß in Scnegambia in Afrika, den man fälschlich für den Niger halt, welcher das eben genannte Land und Nigririen in zwey Theile absondert, und sich durch viele Ausflüsse in daS atlantische Meer ergießt. Er hat viele Meilen in das Land hinein Ebbe und Fluch, uud überschwemmt, wir der Nil, die daran liegenden Lander im Sommer. Scnegambia, ein großes Land in Afrika, welcher am atlantischen Meere, an und zwischen den Flüssen Senegal und Gambia liegt, und bisweilen mit zu Nigriticn gerechnet wird, wiewohl es weit richtiger von demselben unterschiede» werden muß. Seine Grenzen sind geaen Westen daS atlantische Meer, gegen Norde» die Wüste Saruh, gegen Osten Nigritirn, und gegen Süden Scncza ui b i L SenesS Senez Guinea. Hier herrschen, wie in allen Landen in der heißen Zone, zwey Jaheszeiten, nähmlich trockener Sommer und Regenzeit. Die Luft ist an sich heiß, wird aber in den Sommer. Monathen durch öftere Regen sehr gemäßigt; aber die Regenzeit ist mit heftig-,, Stürmen und Ungewittern begleitet. Im Innern des Landes findet man sandige Wüsteneyen, welche mit an- sehnlichen Gebirgen abwechseln; an den Küsten hingegen ist der Boden eben und gut bewässert. Auf der«östlichen Sp-tze liegt das grüne Vorgebirge(Cap Werd). Man findet hier Kamehle, Schafe, Elephanten, Pferde, Rindvieh, Büffel, Affen, Straußen, Papagoyen und andere Vogel; aber auch Löwen, Leoparde»,Tieger,Krokodilleu„dSchlan- gen werden häufig angetroffen. Zu den übrigen Producien gehören Cocos-Ca- lebaffen. und Mangleoänme, Mastix und Caffia; vornehmlich aber Honig, Wachs, Gummi, Bananas, Ebenholz, Palmen> Citronen. und Affenbrolbäu- me, Ananas, Tabak, Baumwolle, Indigo, Maniok, Reis, Mais, Was. scrmelonen, Hirse, Gold, Kupfer, Eisen, Marmor, Salz und Ambra. Die Eingebornen in Senegambia find Mohren und Neger. Haare, Gesichts, dildung, Farbe, Nationalfikten und andere Umstände machen einen merkli. chen Unterschied zwischen beyden. Die Negern find Fetischanbether, außer daß die Mandingos und die Bewohner des Landes Jalofi hierin eine Ausnahme machen, indem dieselben in einigen SlückenMuhammedaner find. DieMoh« ren nomadifiren, und find meistens Mu. hammedaner; doch ohne Moscheen und heilige Festtage, außer daß fie das Beiramfcst begehen. Ihre Priester hei- ßcn bey den meisten Völkerschaften MarabutS. In diesen Gegenden gibt es die schwärzesten Menschen. Die vornehmsten Sprachen, welche hier gere^ det werden, find die mandizoischc und arabische; doch haben die Jalofer und andere Völker ihre eigenen Sprachen. Ueber dieß wird kreolisch und portugie. fisch, wiewohl in sehr abweichenden Dialekte», gesprochen. Einige Einivoh. ner treiben etwas Ackerbau, Fischerep und Viehzucht; andere find Kaufleute, unb^inige verfertigen grobe Zeuge nnd Matten. Die Dinge, welche ausgeführt werden, find Sclaven, Tiegerfelle und Felle von andern Thieren, Elfenbein, Gold, Gummi, Baumwolle, Pfeffer, Straußfedern und Ambra. Die Haupt- theile von Senegambia bestehen in den Ländern der Fulier und Jalofi, in den Reichen Sin, Bursali, Barrgb, Combo, Foiniland, Biffao und Galam, und in der Republik Bambnk. Die Franzosen und Engländer habe» hier ansehnliche Besitzungen. Im Frieden von» Jahre 176z überließen die Erster» an England dem Fluß Senegal, nebst den festen Plätzen und Niederlassungen z« S. Louis, Podor und S. Joseph; allein durch den Frieden vom Jahre 178z wurde der Fluß Senegal nebst allen dazu gehörigen Forts und Etablissements von England wieder an die Franzosen abgetreten. Genesbaum. eine Art von Caffien, welche ein StaudengewächS ist, das ur. sprünglich in Aegypten wächst, aber auch in Italien und Frankreich gebauct wird, und die in den Apotheken bekannten Sencsblatter liefert. Senez, Laliltium, eine kleine Stadt zwischen Bergen in einer rauhen und unfruchtbaren Gegend in der Dber- provence in Frankreich, welche über doch der Sitz eines Bischofs ist, der unter dem Erzdischofe von Ambrun stehet, einen Kirchsprengcl von 42 Pfarren bat, und am römischen Hofe auf Zoo Gulden taxirt ward. Scnf< c» berg S c»-t- enlis Stnflenberg, ein Schloß, Herrschaft und Markt am Flusse Krems im Kreise »b dem Mannhartsberge im Lande un. ter der Eus in Oesterreich, welche der gräflichen starhembe, gischen Fauilliewe- gen des Obe, sterblandinarschallainies iir ganz Oesterreich gehören. öenflcnberg, ein Amt und Stadt im Lburfi'irstenlhnmc Sachsen. Die Stadt hat eil, mit Graben vnd Wälle» umgebe, nes Schloß, und ist ein böhmisches Lehen. Scngami, ein Königreich Und Stadt in der Landschaft Quanta auf der Insel Niphon in Japan. Smglca, eine Stadt auf einer Halbin- sei auf der Insel Malta, welche von Citta viktoriosa durch den Canal Porto delle Galere getrennt wird, und ei. »cn Hafen hat. Sie enthält ungefähr 4000 Einwohner. Senigaglia, 8enc»ALlIicn, eine alte Stadt am Flnsse Misa mit einem Ha« ftn am Meere im Herjogihnme Urbi- «0 im Kirchenstaate, welche mit Mau- ern und einigen Bastionen umgeben ist, und auch«in Schloss hat. Im Jahre ist ihr Umfang dadurch erweitert worden, daß man die Festungswerk« auf der Morgcnseite abgetragen, und «eue Wälle aufgeworfen hat. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzbischo- fe von Urbin», und außer der Käthe« dralkirche gibt es hier Z Pfarrkirchen. 6 Mönchsklöster, ein Nonnenkloster, und ein Oratorium der weltlichen Prie- stec S. Phiiippj Nerei. Hier wirdjZbr- uch in den acht letzter» Tagen des In« ii»S ein ansehnlicher Markt gehalten, welcher für den Adel der umliegenden Gegend eine Art von Lustbarkeit ist, und a„f welchem sich wegen des Handel« viele Nationen versammeln. Die h-efig- Lust ist schlecht. «enior, der Älteste in einem Colkegium, (IV. Band.) Senvnches»9Z Senlis, 8^1vLnectis,^ußuüomsxus, eine Siadk auf einer Höhe am kleinen Flusse Ronnelly in der Landschaft Batists in der Jsle de France in Frankreich. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher umer dem Erzlstschofe von Rheims stehet, und am römischen Hofe auf>2^4. Guide» iaxirt ward. In der Stadt und in ihren drey Vorstäd- ten gibt es 6 Pfarrkirchen, unter wel. chcn sich die Kaibedralkirche und eine Cvllegialkirche bcßiidet. Die Stadt ist mit Mauer», einem trockenen Graben und einige» Bollwerken umgeben. Hier wird Wolle für die Manufakturen zu Beauvais gewaschen, übrigens aber wenig Handel getrieben. Scnnar oder Fungi, ein Königreich in» eigentlichen Niibicn in Afrika, von welchem die Republik Dungala abhängt. Die Haupt- und Residenzstadt Sennar liegt an einem Arme des Nils. Senne, ein kleiner Fluß in den Lster. reichischen Niederlanden, welcher nicht weit von dem Städtchen SoignieS im österreichischen Henoegau entspringt. Bey Brüssel ist anS demselben ein Canal bis a« das Dorf Willebroek gezogen, wo er sich in den Fluß Rüpel er. gießt, der sich bald hernach mit der Scheide vereinigt, so daß man vermit- telst dieses Canals von Brüssel in die Nordsee schiffen kann. SenneS, f. Seneffe. Sennheim oder Sennen, eine kleine Stadt am Flusse Thür in Oberelsaß, welche einer Herrschaft den Nahmen gibt, die der Familie Klebsattel gehört. Sennien, eine Insel im Stiftsamtc Dront- hcim im Königreiche Norwegen, welche zum Amte Nordlaub gehört. Senonches, ein Flecken im Lande Thi. merais in der Jrle de France in Frankreich, welcher bis znr Revolution den Titel einer Grafschaft führte. Die Graf- schaft Senonches verlieb Ludwig XV» B h Sentenz Seo» era,s Ssnsnois im Jahre 1771 seinem Enkel Lonis Sta- nislaus Kavier, Grafen von Provence, und dessen männlichen ehelichen Nach- kommen zur Apanage. ScuonviS, eine Landschaft zwischen Au. xerrois und GalinoiS in Champagne in Frankreich, deren Hauptstadt Sens ist. Sei'.osetsch, Senosezsche, ein Markt in Jnnerkraii!, welcher ehemahls eine Stadt war, und ein Schloß Hot. Er gehört dem fürstlichen Hause Portia. Scns,^Zensticum 8slluosum, eine Stadt am Ausflusse der Vanne in die Donne in der Landschaft Senonois in Champagne in Frankreich. Sie ist der Sitz eines Erzbischofs, welcher Primas von Gallien und Germanien seyn will, und unter dem die Bischöfe von Troyrs, Auxerrc, Bethlehem und Ns. vers stehen. Sein Kirchsprcngel begreift 77A Pfarren, und er ward am römischem Hofe auf 6166 Gulden taxirt. Die hiesige Kalhedralkirche ist ein großes Gebäude, und der im Jahre 176A verstorbene Dauphin Ludwig und seine Gemahlinn liegen in derselben begraben. Hier gibt es e6 Pfarrkirchen, und tis zur Revolution zählte man noch L Abteyen, ein ehemahliges Jesuitercol- lcgium, ein Scminarium und e, Klöster. Unter den Kirchenversammlungen, welche hier gehalten wurden, ist die vom Jahre»140 die berühmteste. Srusal, ein in den Handelsstädten übliches Wort, einen Mäkler der Kauf. leute zu bezeichnen, welcher ihre Waaren, Wechselbricfe». s. f. feil biethet, Gelder für sieuntcrhandclt, 1». s. f. In manchen Slädlen wird er auch nur Mäkler genannt. Scnsdnrg, ein Städtchen im sehestenschcil Kreise in Ostpreußen, welches von einem daran liegenden See seinen Nahmen hat. Sentdnz, bey den Juristen derjenige Spruch, der aus den Schöppenstühlen oder andern Gerichtet, über eine Streitsache verschiedener Parteyen ergeht. Seon, eine Benedictincrabtey auf ei»« Insel eines Sees im Rentamte Burg- hansen, unweit der Pflege Cling in Oberbayern, welche unter dem Erz- bislhums Salzburg steht. Separation, die Absonderung, Trennung, Stparircn, trenne», absondern. Separatisten, ei» Nahme derjenigen, weh che sich von der kirchlichen Gemeinschaft absondern, und ganz besondere Meinungen in der Religion Hägen. Sie theilen sich in verschiedene Zweige, und erhalten daher auch verschiedeneNabweii, Sephariten, eine Secte unter den Muhgm- Medanern, welche Gott die Eigenschaften der Ewigkeit, Weisheit, Gütigkeit u, 0. m. zuschreibe»; aber auch glauben, deß derselbe eine sichtbare Gestalt und Sinne wie Mensche» habe, jedoch daß diese Gestalt unveränderlich und unverweslich sey. Sepno, 8ej>riuin, ein Schloß am Flusse Olana im Herzogthume Mailand, welches dem Grafen von Castiglione gehört, An diesem Orte soll vorzeiten die berühmte Stadt Jnsubrium gestanden haben. S?pkuagirua, der Nahme der griechischen Ücdersetzung des allen Testament-, welche von 72 Personen, auf Befehl des Königs PtolemäuS Philadelphus, in Aegypken verfertigt wvrdcn seyn soll. Serai! oder vielmehr Seraj, der nwr- genländische Nahme der Palläste der Dürsten oder großen Herrrn. Im besondern Verstände wird mit demselben die Residenz des türkischen Kaisers zn Constantinopc! belegt. Skkaing, ein angenehmes Dorf a» der Maas nicht weit von Lültich, im Hoch- stifte Lüttich, welches einen herrliche» bischöflichen Svmmcrpallast enthält, Serajo, Sarajo»der Seraqlio, eine berühmte Handelsstadt in der San^ schakschast gleiches Nahmens, welche jetzt die Hauptstadt von Bosnien ist, eu» Flusse Bosna liegt, und ein nach aber Ärk befestigtes Schloß hat. Im 3«^ S c r a p h i ir S erde» 1697 wurde sie von den Kaiscrl-chen er- ob-tt und in Brand gesteckt. Hier fällt der Miiazka in den»Leu genannten Fluß. Scraphuierriklerordeu, s. Rltterordeu. Seraskier, b n den Türken ei» General der Armee, oder das Haupt der Truppen, welcher in Abwesenheit des Ve- zierS commandiet. Derselbe kann nur aus den Paschen von zwey und drey Roßschweife» erwählt werden, und wenn der Fettzuz geea igr ist, so ruhet seine Wnroe bis zu einem neuen Kriege. Nur der Pascha von Silistria führt dic- s>» Titel beständig, und sein Amt besteht darin, daß er die Grenzen zu bedecken sucht. Smvallc, ein mit Mauern umgebener Flecken im Gebirge am Flusse Chienli in der Mark Ancona im Kirchenstaate. Er hat ein altes Schloß, durch welches der hiesige Paß beschützt wird. Scravalle, s. Serravalle. Scrdar, beyden Türken und Persern ein Nahme, welcher den Generalen der Armee beygelegt wird. Sstdcn-Kjelschi, bey den Türken der Nahme einer Gattung Truppe», die nicht beständig unterhalten, sondern nur dann angeworben werden, wenn es dem Kalla» beliebt, der sie auch wieder entläßt. Ihr Nahme bezeichnet einen Wa- grbals, oder einen solchen, der sein Leben nicht achtet. So oft eine wichtige Unternehmung bevor steht, bestehlt der Sultan, einige taufend derselben mit einem Sold von 10 Asperu des Tages anzuwerben. Diejenigen Janitsch^ren, irroi Eifer für die Religion größer, als die Liebe zum Lebe» ist, lassen sich bi"zu«M willigsten gebrauchen, und diese bekommen täglich l6 APerS, so lange sie leben. Bey einer Vakaille, bey Bestürmung des feindlichen Lagers »dtr einer Stadt, und bey jeder gefährlichen Verrichtung müsse» sie die Ersten ssya.IhrAnfaÜ>st alsdann wie wüthend, Sercgippe Sergeant iyz indem sie gegen Feuer und Schwert nicht wie Mensche«, sonder» wie Thie. re laufen, und nicht eher ablassen, als bis sie umkommen oder abgerufen wer- den. Eskommeß daher nur wenige wie- der nach Hause. Glückt es ihnen ihr Leben zu retten, so machen sie alsdann eine eigene Lda oder Compagnie, und können„ich, gezwungen werden, auf die- se Meise»och ein Mahl zu dienen, Diejenigen, die durch Verwundungen zu fernern Diensten untüchtig geworden sind, dürfen bey jedem Felbzuge unter dem Nahmen der Outanten ober der Sitzenden zu Hause bleiben, und genießen lebenslang einen täglichen Sold von i6 Aipern. Gehen sie freiwillig zu Felde, so sind sie nicht mehr verbunden zu fechten, im Fall sie eS auch vermögend wären, und werden bey wichtigen Vorfallen nur um ihre Meinung befragt. Seregippe del Re, eine kleine Seestadt in Brasilien im portugiesischen Süd. amerika, und die Hauptstadt der Land. schaft Seregippe, welche zwischen der Insel Pcrnambuco und Bahia liegt. Sie Hai einen guten Hafen, ist etwas be- festigt, und hat auch viele Gold- und Silberbergwrrke. Serena, einer von den Z Haupttheilen drr Landschaft Chili im spanischen Süd- amerika. Von der Hauptstadt Scrrna, oder Eoquimbo s. Cvqnimbo. Serenate, ein aus dem Italienischen Se- rena(ein schöner Abend) entlehntes Wort, welches eine Cantate bezeichnet, die des Abends unter freyem Himmel aufgeführt wird. Serenissimus, Screnissime, s. Durchlauchtigst. Sereih oder Sirelb, ein Fluß, der in Sie. benbirgen entspringt, und sich in derMol- da» oberhalb Axiopoli in die Donau ergießt. Sergeant oder Serschank, eine aus dem Französischen eiulehnte Benennung deS Bb 2 Sergiew Sergn» Sermonete TekAttnt ersten und vornehmsten UnteroffieicrS bey den Fußvölkern, welcher auch Feld. webel genannt wirb. Er tragt in Ab» Wesenheit der Ober oKicierc für die Com- pagnie Sorge, ordnet die Reihen der Glieder, und lehrt die Soldaten mir dem Gewehr recht umzugehen. Des Abends höhlt er das Wort, entweder »om Regimentsadjudantcn oder von dem Major selbst, und bringt es seinem Ober> sfficier. Seine Anzahl Mannschaft z»r täglichen Wache muß er alle Tage auf den bestimmten Platz liefern, und er hinterbringt den andern Unterofficieren des Hauptmanns Befehl. Sein Gewehr ist eine Flinte mit einem Bajonek oder eine Helledarte auf der linken Schulter; indem die Unterofficiere ihr Gewehr alle Mahl auf der linken, die Oberofficirr« aber das ihrige auf der rechte» Schulter tragen. In Italien ist Sergeant- Maggiore so viel als ein Generalmajor. Sergeant- Major, ein Sberstwachtmei- ster iu einer Festung, welcher auf des Commendanten Befehl wartet, des Morgens und des Abends die Pforte» in eigener Person auf- und zuschließt, die Wachen gleich»ud ordentlich aus. theilt, und das Wort und die Ordre alle Abende von, Commendanten höhlt, und dem Wachtmeister gibt, welcher es den andern Officiere» anzeigt. Er theilt auch die Posten der Wache» auf Zetteln aus, thut die Ronde um die Festung, und vist. lirt die Schildwachen, ob ste in der rechten Ordnung stehen und wachsam find. Sergicwsk, ein Städtchen auf einem Ber- ge am Zusammenflüsse des Surgut in den Sok in der stmbirskische!, Statt. Halterfchaft im asiatischen Rußland. Es ist in den Jahren i/oZ und ,704 erbauet worden, und an sich kein merkwürdiger Ort; allein die Gegend dieses Städtchens an dem Sok hinaus zwischen demselben und dem Flüßchen Surguk, ist wegen einer Menge Schwefelquellen, Schwefeibäche und Schwefelfecn, und zweyer Aspdaltbrunnen merkwürdig. Sergna, s. Jfernia. Serif, s. Scherif. Serignan, eine Stadt in der Landschaft Beziers in Unterlanguedoc inFrankreich, welche der Sitz einer Admiralität ist Senuagar, eine Stadt am Flusse Äe- h-il iu Lee Provinz Äaschinir In Hin, dosian, welche die Hauptstadt derselbt» ist, und als ruie Eroberung zu Ostpn. sten gehört. Scriligapalnam oder Chirengapatnaili, eine Stadt und Festung aus einer Insel im Flusse Caveri, und die Haupstadt d» Landschaft Mysore oder Maisore im Reiche Mysore in Decan inOstindien. Serio, Zsrius, ein Fluß in Italien, daran der, Grenze» des ValtelinSrnt- springt, und sich a» den Grenzen M Mailand in den Fluß Aeda ergießt. Serio, 8srium, eine kleine Statt in der Landschaft Como, im Hcrzogthnm Mailand. Drc kleine dabey befindliche See heißt Lago di Serio. Sorte, s. Sark.,. Sermio, ein Fluß im Mailanbischea, der in demselben Gebiethe entspring und sich in dem Gebiethe Tortona iai! der Scrivia vereinigt. Scrmioue, Lirrniu, ein kleines Castell im Gebiethe von Verona im VeneM' „ischen, welches auf einer Erdzunzr liegt, dir in den Lag» di Garda hinein gehet,«nd zwey italienische Meile» lang ist. Ehemahls stand hier Stadt, welche der Geburtsort des Dich' ters Cakulliis war. Sermon, eine Rede, auch wohl eine P" digt, wellt» st« besonders nicht von dee Kanzel, soudern nur 00c dem Altargk, halten wird. Senuoneta, 8u!mo, ein« kleine auf einem Berge nebst dem Tü-ft Herzogthums, i» d^r C«mx-g»ad!»!" K er«a Serpent G er?? o Seeeavskfe «:>, im Kirchenstaate, von welcher baS Geschlecht von Cajeisno den Titel führt. Hier gibt es viele Qehlbäume: auch wuchs ehemahls in dieser Gegend der berühmte Wein, Vitium lebivum. Serna, Sacrna, ein Flecken in d-m Thalland in Schwede,,, 6 schwedisch- Meilcu von den norwegischen Grenzen. In diesem Kirchspiele haben die Hol. ländec vom Könige den Falkenfang gr» pachtet. Sernancalhe, ein kleiner wohl gebanete Flecken nebst einem festen Schlöffe in der Provinz Beira in Portugal. Senioi Gorodok(d. i- Schwefelstadt, chen), ei» befestigter Ort an der Wol» ga, der Mündung des FluffcS Sok gegen über, in der Statthalterschaft Sim- »irk im asiatischen Rußland. Hier wird Schwefel bereitet, und auch vortrefflicher gediegener Schwefel, der an Farbe und Durchsichtigkeit dem Bernstein völlig gleich ist, gefunden. Serociee, Sierock, oder Serok, die Hauptstadt eines Distrikts in der Woiwodschaft Maturen in Großpohlcn. Serpa, ein befestigter Flecken auf einer unwegsamen Höhe in der Landschaft Alentejo in Portugal. Er hat 2 Pfarrkirchen, und fast 4000 Einwohner. Die umliegende Gegend ist sehr angenehm, und voll Feigen» und Qlivenwälder. Im Jahre 1707 wurde dieser Qrt von den Franzosen unter dem Herzoge von Qssuna eingenommen. S rpeisk, eine Stadt im Kreise gleiches Nahmens in der Statthalterschaft Ka- luga im europäische» Rußland. ScrpenNlisiein, eine Art Specksteines, welcher eine grünliche und schwärzliche Farbe mit gelben und röthltchen Flecken Hat, und so wohl in Italien als auch in Sachsen u. s. s. gebrochen, und wegen seiner weiche» Beschaffenheit zu allerley Gesäßen verarbeitet wird. Er -har feine» Nahme» daher, weil er den Schlangen an Farbe gleicht, und ist aus dem Italienischen entlehnt. Serpho, Sei fanto, 8erixkus, eine von den cpkladischen Inseln auf dem Archi. pclagus gegen die Küsten von Europa, zwischen der Insel Pari» und dem Gol» fo d'Engia. SieHat ZoMeilen«m Umfange, besteht aber mehr a»S Felsen als aus fruchtbarem Lande; daher auch die Römer große Missethäter hierher verwiesen. An Eise» und Magnctgrubeir hat sie einen Ucberfluß; ungleichen bringt sie auch viel Zwiebeln hervor. Die Einwohner sind insgesammt Griechen. Die darauf befindliche Stadt Serpho hat einen guten Hafen. Serpuchow, eine Stadt am Bache Na« ra zwey Wcrste vom Ausflüsse desselben in die Qkka in der Statthalterschaft Moskwa oder Moskau im europäischen Rußland. Sie hat eine verfallene Mauer von Quadersteinen, aber auch eine Fe, stung und einen guten Erdwall. Hier gibt eS Segeltuch- Seiden- und Sei« fenmaiinfacture», und mau handelt auch mit Getreide und andern Waaren nach S. Petersburg. Die Sterlede, welche in der hiesigen Gegend der Qkks gefangen werden, sind viel fettec als in derWolga. Scrra Caprivla, eine kleine Stadt in Capitanaia in Neapel. Serrä, Leres, ein Städtchen am Flusse Strymon inMacedonien inGriechenland, wo ein griechischer Metropolit wohnt. Serrnnn, eine kleine Insel aufdemMar del Nork zwischen Zamaica und der Kü, ste von Nikaragua in Nordamerika. Serranilhas, 8errnm1Ine, kl» Haufen kleiner Insel» oder Klippen, nicht weit von der Insel Srrrana in Nordamerika. Scrrayalle, ein schönes und angenehm gelegenes Städtchen in der TarviserMark im Gebiethe der Republik Venedig, welches 2 Pfarrkirchen und 4 Klöster hat. Scrravalle, mit dem Zunahmen di Scri- Vig, 4ine kleine Stadt und Paß mit r-K Serre Service Servien Sersel einem festen Schüsse am Flusse Scri, vir in der Landschaft Tortvnese im sar- dinischen Antheile am Hcrzogthume Mailand an den genuestschen Grenzen. Der Drt hat gute Nahrung von Eifenbeeg- werken. Im österreichischen Erbfolge kriege mußten bie Spanier ganzer 8Ta- ge das auf der Höhe gelegene Schloß im Jahre 1745 belagern, ehe sie rs bekamen. Serre, ein Fluß in der Plcardie in Frankreich, welcher beyder ehemahligen Ab. ley Simay in der Provinz Retelois entspringt, und stch bey la Fere mit der Nisc vereinigt. Serre oder Serres, ein Städtchen in einem Gebirge in der Landschaft Gapen- cvis in Sberda» hin« in Frankreich. Screi oder Sieraje, eine Herrschaft in der Woiwodschaft Troki im Großher. zogthumc Litauen, welche ehemahls dem Fürsten Radzivil gehörte, und im Iah. re ,669 nach des Fürsten BogislauS To. de an dessen Tochter Ludovica Carolina fiel, welche Markgraf Ludwig von Brandenburg heirathete, dem sie dieselbe im Jahre»687 schenkte, und»ach dessen Tode ste an das Chuchaus Brandenburg fiel. Sie wird jetzt durch einen Generalpachter verwaltet, welcher die Pachtgelder an die königliche preussische Landrentcy zu Gumbinnen inSstprens. fei, bezahlt. Serre!) oder Sieraje, ein Städtchen und der Hauptork der eben genannten Herrschaft, w-lches in einer bergichten Gegend am Flüßche» Pers liegt, das aus dem See Duschn« kommt, und stch mit dem Riemen vereinigt. Hier findet man eine katholische und eine reformirte Kirche, imgkcichen eine Judenschule. In und um Scrrey wohnen auch Lutheraner. Außer diesem Drte gehören»och 22 Dörfer und Z Vorwerke zu der Herr. ^schafft sersel, Sargei, Osreelli, eine Stadt, Hafen und Schloß in der Landschaft Tenez in der Republik Algier i-i Aftika, deren Lage sehr angenehm ist Diese Stadt ist van ihrem Stahl und löpftr- nen Gefäßen berühmt, und soll Las al. te Julia Cäsarea sevn. Eeeviee, alles porzellanene stlberneoder vergoldete Gelchirr an Schüsseln, Tellern, Bechern und dergleichen, womit die Tafel bedient wird. Servien, Serwicn, lVIoe-ÜL luperior, ein europäisches Königreich, welches gegen Dsten an die Bulgarcy und ge- ge» Westen an Bosnien grenzt: gegen Norden wird es durch die Donau von Unaarn getrennt, und gegen Mittag stößt es an Albanien. Es ist Z6 Mei- len breit und lang, und bat guten Ackerbau, Viehzucht und Bergwerke. Die hiesigen Einwohner werden in Servier und Raitze» abgetheilt, und reden die slavonitche Sprache. Sie bekennen stch zur griechische» Kirche, wiewohl eS auch viele Muhe-minelaner unterfthnen gibt. Hier werden viele baumwollene Zeuge gewebt. Dieses Land hat seinen Nahmen von dem slavonischen Volke der Servier oder Serbier. Kaiser He. raklius räumte ihnen dieses Stück Lhes, saliens ei», welches die Avaren verwüstet halten, und ste wurden Christen. Ihr Land wurde in verschiedenen Zeiten in Romanien, AaScien, Bosnien und das eigentliche Servien abgetheilt. Der östliche Theil desselben wird von dem durchfließenden Flusse Raska noch jetzt Raskien oder auf Türkisch Naschia ge- nannt. Im Jahre 920 eroberten die Bulgaren dieses Land; es kam aber im Jahre 10Z6 wieder unter die Herrschaft drr Gcircheii, wiewohl ste dasselbe nur vier Jahre lang besaßen. Im eilften Jahrhunderte kam es unter die Herr« schast zweyer Bruder, welche beyde unter dem Schutze des Königs von Ungar» standen; Stephan wurde zum Slö» Servien nige gekrönt, und führte den Titelt Stephan van Gottes Gnaden, gekrönter König von ganz Servien u, s. f. Im Passarowitzer Frieden vom Jahre i/iZ würde dem Erzhause Oesterreich nebst Belgrad der größte Theil dr/Kö- nizreichs von den Türken überlassen; allein durch den Belgrader Frieden vom Jahre./Zy mußte alles wieder an die Pforte abgetreten werden, so daß die Dona» und Sau die Grenzen zwischen beyden Reichen machen. Der Pascha, welcher dieser Landschaft vorgesetzt ist, hat Loovoc, Aspern gesetzmäßige Einkünfte, und muß 160 Soldaten stellen. Die Türken theilen ste jetzt in 4 Sandschakfchaften, nähmlich in Belgrad, Scmendriah, Krotow» und No- wibasar. Hervien, Neuservirn, der Nahme desjenigen Landstrichs im europäischen Rußland, welcher zwischen dem Bog und Dniepec liegt, gegen Norden au das pohlnische Palatinat von Kiow, gegen Morgen an den Dnieper, und gegen Abend an Podotien grenzt, und gegen Süden durch die Linien von den Step. pen der crimischen Tartarey getrennt wird. Dieses Land war bis zum Jahre i/Le ein Theil der Tartarey, und gehörte den nogaischen, saporegischcn und bttdjiakischen Tartarn. Im Jahre I7F4 nahm die russische Monarchinn Elisabeth dieses Land in Besitz, bevölkerte es mit Coloniflcn, die größten Theils aus Servien und andern Ländern dahin zogen. Man glaubte, daß durch sie den Slrcifercyen der saporo- gischen Kosaken nach Pohlen Einhalt geschehen würde; allein die Pohlen klagten, daß die Servier es eben so machten, wie die Saporoger, und nannten sie daher servische Haidamakcn. Sie besiehe» aus Husaren und Panduren,und sind in Regimenter abgetheilt. An der südliche» Grenze ist auch ein slvbodischeS Seevike« Servitza 199 Kosakenregiment angesetzt worden. Um die Wohnplätze dieser neuen Einwohner i» Sicherheit zu setzen, erbaueteu die Russen das Fort S. Elisabeth am Tu- gnlflnsse, welches Ncuservien von Norden gegen Süden durchströmt, und noch 2 andere Forts. Das von S. Elisabeth liegt in der Mitte der Linien von Nen- fcrvien. Diese erstrecken sich gegen Abend bis an den Fluß Sinucha, der Pohlen von der Tartarey scheidet, und in den Bog fällt, gegen Morgen aber bis an den Dnieper. Servilen oder 8ervi 8. klariae, Mönche, deren Orden im Jahre 1LZ2 zu Florenz von den 7 kdlen und reichen Männern gestiftet wurde, unter welchen Lolliickius cke Llonalcliz, oder wie andere wollen Lentuü Lonnvi- lus, der vornehmste gewesen seyn soll. Diese begaben sich auf einen nahe gelegenen Berg in ein von ihnen erbaue» teS heiliges HanS, und lebten nachher Regel des heiligen AugustinS, welche sie von dem Bischöfe von Florenz bekamen, verrichteten in einem schwarzen Habite den Gottesdienst, und wurden auch vom Papst Alexander IV. und dessen Nachfolgern bestätigt, vom Papst Martin V. aber unter die Bettelorden gezahlt. Servltuk, in den Rechten und im gemeinen Leben eine Gerechtigkeit, welche dem Einen in und an dem Grundstücke des Andern zustehet, da ste denn in Ansehung dieses Grundstückes und ihres Besitzers eine Servitut, in Ansehung des. sen, der sie ausübet, aber eine Gerechtigkeit ist. Servitza, 3ervin, eine Stadt in Ma. cedonien in Griechenland, welche theils auf einem Berge, theils in einer Ebene liegt, ein auf einem hohen Felsen befindliches Schloß hat, und ein fester Platz ist. Sie hat ihren Nahmen vou den Serviern, welche sich hier unter ro» Sekweez Session S ester Seite der Regierung des Kaisers HcrakliuS niederließen. Serwecz oder Sierwecz, ein Städtchen in der Woiwodschaft Wilnv im eigent- lichen Litauen.' Sesam, eine morgenländische Pflanze mit zwey ungleich lange» Paar Staubfäden, welche aber auch in Italien ge» bauet wird, und deren Same das ehemahls so beliebte Sesamöhl gibt. Sesta, LsMcies» 8rci6a, ei» Fluß in Italien, der an den Grenzen des Wal» liftrlandeS in den Alpen> entspringt, im sardinischen Antheile am Hcrzogtbum« Mailand einer Landschaft den Nahmen gibt, und ßch zwischen Casal und Ba» lenza in»en Po ergießt. Seslach, eine kleine Stadt» Schloß, und Amt im B'StbumWnrzburg in Franken. Sessa. /buruacL, Suella kome-tin, eine angenehme Stadt in Terra di La» vor» in Neapel, deren Kirchen wegen ihrer schönen Gemählde und Grabmahle merkwürdig sind. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erz» hjschofe von Capua steht, und hat den Titel eines HerzogthuinS, der daSHauS Baena führt. Session, ein Nahme, den man den Versammlungen eines Conciliums vderCol- legiums gibt; imgleichen der Sitz und tzie Stelle in einem Collcgium. Session, ein hohes Gericht in Schott- land, welches aus einem Präsidenten, »4 ordentlichen, und 4 außerordentlichen Senatoren bestehet, die man insgesammt Lords os the Session nennt. 3» diesem Gerichte, welches des Jahres zwey große Ternüne hält, wird das Jnstizwefen verwaltet. Es wird in das äußere und innere Haus eingetheilt, wovon das erstere alle Wochen wechsekS- weise von einem Senator bestellet wird, der die Sachen schleunig abthut, und von dem man sich an d«S innere HanS »enden kann» Sester, eist nur im Oberdeutschen übliches Maß so wohl flüssiger als trockener Dinge. I» Ansehung flüssiger Dinge ist der Seiler in der Schweiz nicht nur ein Weingefäß von etwa acht Kannen oder ,6 Maß, sondern a, ch rin Maß von so vielen Kannen. In Ansehung trockener Dinge ist znm Beyspiele in Elsaß ein Sester 4 Quart odcrBirr- ting jedes zu 4 Mäßel. Sestino, ein Städtchen im Grvßherzog. thnme TaScana, welches der Sitz ei. ncs Amtmanns ist,»nd eine Pfarrkir» che, 2 Klöster, und einen Prälaten mit bischöflicher Gerichtsbarkeit hat. Seflo, 8extium, eine feine Handelsstadt an dem Lag» Maggiore in der Landschaft Anghiera im sardinischen Antheile am Herzogthnme Mailand, welche, unter dem Titel eines HerzogthuinS. dem gennesischen Hause Spinola gehört. Sesto, s. Dardanellen. Sestri di Levanke, 8svellL l'ißvlw. rum, ein wohl bewohntes feste- Städtchen auf einer Erdspitze am ligustischei» Meere im Gebiethe der Republik Genua. Hier wird guter Schiffbau getrieben. Setines, s. Athen. Setsch,Secy, ein Städtchen und Schkoß am Flusse Wohebka oder Chrudinka im Cbrudimer Kreise in Böhmen, welches der fürstlichen auerSbergische Herrschaft einverleibt ist, vormahls aber eine eigene Herrschaft war. Fürst Johann Adam von Aucrsberg hat da- Schloß in eine Musselin. und Musselinetfa» brike umgestaltet, welche zu der Tuppad- ler Fabrik gehört, und dieselbe durch Auferbauung vieler Häuser um ein Beträchtliches vergrößert. Sctscha, s. Saporogische Kosaken. Seite oder Eckte, eine Stadt mit einem befestigten Hafen beym Vorgebirge gleiches Nahmen« in Unterlangnedo« i» Settig Getnvak Frankreich. Den Hafen hat Ludwig XI V. Mit großen Kosten angelegt; xx ist aber doch mir für Galeeren niid klei. «e Schiffe zugänglich, die hier bedeckt liegen. Da das Meer, wenn es unruhig ist, vielen Sand hinein schüttet, so betragen die Unkosten seiner Reini. gung jährlich gegen ejLooo LivrcS, damit er beständig 17 bis rief sey. Hier sängt der große königliche Canal an. Die Stadt enthält nur 163 Häuser, aber ungefähr 6000 Einwohner, und gehörte bis zur Revolution dem Bischöfe von Agde. Hier wird guter Handel mi, Weinen, Sardellen, Kastanien, Rvstiien, Oehl, wollene» Zeugen und Tücher» getrieben. I», Jahre 1710 bemächtigten sich die Allürten dieses Orts durch eine Landung,»er- ließen ihn aber bald wieder. Setlia, eine feste«Stadt an einem davon benannten Meerbusen im Gebiethe glei. chc« Nahmens auf der Insel Candia. Sie hat einen guten Hafen, und ist der Sitz eines Bischofs, der unter dem Erzbischofe von Sanbia steht. SM!e, ein guter Marktflecken in Bork- shire in England. Se-uval, Setubal, S.Abes oderUbes, eine feste Stadt in Estremadura in Portugal, welcher an einem kleinen liegt, in welchen sich der S>uß Sandao ergießt, und einen Ha- ien hat, in welchen Schiffe von allerley Art einlaufen können. Seine Festung«, werke bestehen, außer alten Mauern '.''7 Tbur'ne,., in eilfganzen und zwey halben Bastionen, und verschiedenen Uußenwerken. Dazu kommt noch eine starke Citadelle, Nahmens S. Filippe, ne.. /?7 vortrefflicher Brunos und der feste Thurm Ou.ao '"elchem des Nachts p vn. der einlaufenden Schiffe -^ i-'Sleich-n einige Schan- ^(lVBa?d?'^larrkik- Senbelsd Gevebierg 20. chen, eine Casa da miserirordia, ein Hospital, 10 Klöster eine vorn Kö»i> ge Johannes V. gestiftete so genannte ^csckemin problemstics,„nd 10 bis 11000 Einwohner. Sie ist der Sitz rprbrerer königliche» Tribunale,»nd treibt sehr wichtigen Handel mit Salz, imgleichen mit Baumöhl, Orangen, fruchten, Muskat-und andern Weinen Lle Herrschaft über diese Stadt, welche nach dem Untergänge der ehemah. ligcn Siadr Ctlobriga einstanden ist, die gegen über an der andern Seite des Flusses an dem Orte lag, wo jetzt Tcoya stehet, und zur Zeit der Röm^ berühmt war, gehört dem Orden von Santiago. Als die Araber nach Spanien kamen, ging fle unter, und viele Jahre nachher baurten sich einige Fischer an der Nvrdscite des Flusses an welche diesem Orre den Nahmen der alte» Stadt Setuval gaben. JmJabrc '7FL hat sie viel vom Erdbeben qe. kitten. SeubelSdvrf, ein Marktflecken und Vogt. amt im Obcrlaiide des FürflenthumS Bayreuch im fränkische,1 Kreise. Ecurc Nantoife, ein Fluß in Frankreich, der in Poitou entspringt, bey der Stadt Niork vorbey fließt,„nd der Stadt NankeS gegen über in die Loire fällt. Seure Niorkoifi-, ein kleiner Fluß in der Landschaft Poiwu in Frankreich, der sich zwischen Rochelle und Luevn in das gasconifche Meer ergießt. Seurre, s. Bcllegarde. Seve, ein Fluß im Florentinifchen in Italien, der auS dem apenninifchen Ge- biege entspringt, durch das Thal Mu. gello fließt, und in den Fluß Arno fällt. Scve, ein kleiner Fluß im Fürflentbume Luneburg im niedersächstschei, Kreise, welcher bey Haarburg in die Elbe fällt. Scvebiergel, ein großes mit Schnee bedecktes Gebirge, welches gleichkam die «aiurliche Grenze zwischen Norwegen Cc Severac Severin 2S2 Srvenberg Sevennerg und Schipcden macht, bey der Mündung der Görhaclfwe gegen Skagen oder der Küste von Jütland über seine» Anfang nimmt, und von da bis Lappland hinauf, hernach in einer Krümmung durch Finnland geht, fo daß die ganze Länge dieses Gebirges gegen ZLO schwe. difche Meilen ausmacht. Hier befinden sich Gegenden, wo die Berge vom Fuße bis zum Gipfel beynahe 200 schwelst, sche Meilen hoch find. Sevenbergen, ein Schloß und Herrschaft im Quartiere von Annverpen im öfter« rcichischen Antheile am Herzogthume Brabant, welche dem Generalerbstatt- haltcr der vereinigten Niederlande ge- hören. Sevennes, eine Landschaft in Languedoc in Frankreich, die gegen Süden an Nie, dcrlanguedoc, gegen Westen an Rouer- gue, gegen Norden an Auvergne und Forez, gegen Osten aber an die Rhone grenzt, wodurch fie von Dauphins ab» gesondert wird. Sie begreift die 4 kleinen Landschaften Gevaudan, Velay, Vivarais, Sevennes, und das eigentli, chc Scvennerland. Die hiefigen Einwohner find meisten Theils der reformirtcn Religion zugethan, und mußten ehe. mahls ihres Glaubens wegen die grau- samsten Verfolgungen ausstehen, so daß sie sogar die Waffen ergriffe», und ihr Ausstand nicht ohne vieles Blutvergießen gedämpft werden konnte. Sevennergebirge,!es Lstontngne8 cke 8svenne;, das höchste und steilste Gebirge in Languedoc in Frankreich, von welchem die Landschaft Sevennes ihren Nahmen hat. Es nimmt seinen Anfang in derjenigen Gegend, wo die Loire entspringt,»nd endigt sich an den Grenzen von Rouergue und Oberlanguedoc. Es besteht nicht aus lauter Berge»; sonder» es liegen auch dazwischen fruchtbare und stark bewohnte Thäler, in welchen besonders schöne Kastanie» wachsen. An manchen Orten stößt auch ein Berg an den andern, und die Zugäa. ge zu denselben sind zuweilen nichts anders, als Löcher und Höhlen, durch welche man kriechen muß. Es scheint, daß dieses Gebirge Gold enthalte; weil der Fluß Ceze, der den District von Uze; durchstießt, Goldkörner mit sich führt, welche man findet, wenn er, nachdem er vonRegen oder geschmolzenemSchnee- wasser aus den Ufern getreten gewesen, wieder gefalle» ist. Severac le Chatel, ein Stäbchen in Rouergue in Gnyeniie in Frankreich, welches bis zur Revolution den Titel eines Heezogthums führte. Sevcrieii, Siewierj, ein Herzogthm» in Klein Pohlcn, welches zwischen der Woiwodschaft Krakow und Schlesien liegt,»nd ehemahls z» Schlesien gehörte, ehe Herzog Wenzel von Teschen diesen District an das Bislhum Krakow im Jahre 144z für 6ouo Mark Präger Groschen verkaufte. Der Bischof von Krakow, welcher sich von demselben einen Herzog nennet, ist vollkommener Oberbecr desselben, und selbst die darin wohnenden Edelleute find seine Unterthanen. Er ertheilt auch die adelige Würde, welche jedoch außer den Grenzen des Herzoglhums nicht erkannt wird. Die Republik Pvhlc» sieht dieses Land nicht als ein ihr zugehöriges Stück an, und kein poblni- scher Edelmann nennt einen sevecischeu seinen Bender. Die Haupistudt desselben ist. Severien, Seven'a, Siewierz, welche auf einer Insel in einem großen See liegt, und ein festes Schloß hat. Severin, Szöreny, ei» geringer Flecken an der Donau in der Walachei) diesseit des Flusses Aluta, welcher ehemahls eine feste Stadt und der Hm p!> ort eines Banais war. Ideen erste» Severn Sevilla S ev lila Ursprung und Nahmen hat sie vom Kaiser Severins Seocrn, s. Saverne. Scoerndroog, eine Festung im Staate des Pailchvn im Marattenlande De- can i» Ostindien. Ckves, ein Flecken zwischen Preis und Versaill s in Frankreich, welcher eine vortnffliche Porzellansabrik hat, deren grüne Mahlereyen hoch geschätzt werden Er liege an der Seine, über welche hier eine Brücke nach Versailles führt. Sevilla, ein Königreich in Andalusien in Spanien, welches iL Städte, 160 Flecken, 260 Dörfer, L>2 verwüstete Oerter, 2^7 Kwch'piele, 172 Mönchsund 86 Nonnenklöster, übcrchc 00 Welt- geistliche, über 6000 Mönche und 4000 Nonnen, und 81678 Familie» cnt. hätt. Die Hauptstadt des Landes heißt ebenfalls Sevilla, I^i/pslis, und ist die größte Stadt in ganz Spanien, indem ihr äußerster Umfang viertehalb spanische Meilen beträgt. Sie liegt in einer großen Ebene am Flufse Onadalquivir, hat 2800» Häuser, 120000 Einwohner, über yo Klöster, eine Kathedralkirche, welche die größte in ganz Spanien ist, 2y-Pfarrkirchen, unter welchen sich eine Collegiaikirche befindet, 24 Hospitäler, viele Collcgien, eine im Jahre 1.504 errichtete Universität, eine im Jahre 17^0 gestiftete Akademie der schöne» Wissenschaften, eine Piloteiischnle, einen königlichen Pallnst, eine Stück, gicßerev. ein Münzhaus, eine Börse, eine wichtige Tabaksfabrik und eine Ealpetersiederey. Die hiesige königliche Tabak-fabrik ist die einzige in Spanien, und die größte und prächtigste in ganz Europa. Aus derselben wird derSchnupf- «nd Raucht,bak in alle Provinzen an die Vermal,ungen gesendet. Scville ist auch der Sitz eines Erzbischofs, unter » 20A welchem vier Bischöfe stehen, und dessen jährliche Einkünfte auf iZoooo Piaster(die 20000 Ducaten, welche er dem Jnfantcn gebe» muß,„nge- rechnet) des Capitels aber auf>40000 Ducaten geschätzt werden; imgleichen einer königliche» Audienz, und eines Juquisitioiisgerichls. Die Vorstadt Tria. na, welche auf der andern Seite des FlusseS liegt, hat im Jahre>7^2 den Titel einer Stadt erhallen. Nachdem die Andiencia real de la contratacion a las Jndias im Jahre>717 nach Ca- dix verlegt wurde, ist Sevilla in merk. liche Abnahme gerathen. Die hiesigen Manufaclurcn haben auch sehr stark abgenommen; den» ehemahls arbeiteten hier 16000 Menschen in Wolle und Seide, und jetzt kaum Z bis 400; doch werden hier gute Ealonen bereite«. Der Handel dieser Stadt ist sehr beträchtlich, und theilet sich in drey große ZweigL) nähmlich in den Woll. Oebl-und Fruchtbandel. Man schätzt den Werth der Wolle, welche jährlich von hier ausgeführt wird, auf>200000 Piaster,»ud die königliche» Rechte von derselben auf>0 Millionen Reale. An Oehl führteman ehemahls>4 bis>LOOv Pipen aus; jetzt aber nur 7 bis Zooo. Die Früchte, welche ausgeführt werden, find Citronen, Orangen und Si- naäpfel, und betragen jährlich etwa 2Lo Schiffsladungen. Saffra» wird auch in Menge ausgeführet. Für Leii>- wand, welche aus Schlesien, Niedrr- sachse» und Bretagne kommt, bezahlet man an die Ausländer 1200000 Piaster, und für Kamelot und wollene Stoffe, welche die Engländer zuführen, über eine Million. Uebrigens war Sevilla mit ihrem Disteicte zur Zeit der Araber weit volkreicher, als jetzt. Im Jahre>729 ward hier zwischen Spanien, Frankreich, England nnd Holland ein Tractat geschloffen. Im Ec L Seyd« xsH Sevil-ls Jahre>/LA ward die Stadt durch ritt Erdbeben sehr erschüttert und beschädigt. Die umliegende Gegend ist sehr fruchtbar a» Wein, Getreide und vie- lcu andern nöthigen und angenehmen Früchten; besonder» aber sammelt man hier viel Oehl. Außerhalb der Stadt befindet sich eine bewundernswürdige Wasserleitung, welche die Araber am gelegt haben, wodurch daL schönste Wasser in einer Entfernung von sechs Meilen in die Stadt geleitet wird. Sevilla d' Oro, ein großes Docfin Amerika an der nördlichen Küste der eng- ländischen Insel Jamaica in Mittel, amerika, wo ein guter Hafen ist. Zur Zeit der Spanier war dieser Ort die Haupt-stadt, und bekam seinen Nahmen von dem vielen Golde, welches ehemahls hier gesunden ward. Soweit, 8urius, ein Fluß in der Graf- schaft Tipcrary in Mouuster in Irland, der sich mit dem Fluß Baron vereinigt, und mit demselben einen kleinen Meer, Hufen, der Hafen von Watrrford ge. nannt, macht. Sewsk, die Hauptstadt der Provinz gleiches Nahmens in der Statthalterschaft Belgocod im europäischen Rußland. Sie ist groß, hat hohe Wäge, und eine starke Besatzung, und ist der Sch ei. neS Bischofs. Hier liegt auch ein Lheit der Feldartillerie, um Kiew und die weiten nach der Krimm zu gelegenen Plätze nöthigen Fall- zu unterstützen. Syard, Szexard, ein wohl bewohnter Marktflecken nicht weit oom Flusse Scharwitz in der Tvlner Gespanschaft in N-ederungarii. Er bat ein festes Schloß, und ist wegen einer Abtey des ErlöserS, in welcher König Bcla 1. begrabe» liegt, und wegen seines köstlichen rothen Weins berühmt. Aeyda, ei» Städtchen im Chuckreile, 2 Meilen von Mtienberg M Churfür- Seybenh Sgigatzr stentbume Sachsen, wo sich ciu Anil und eine Superintendenrnr befändet. Sevdeiibrrg, s- Heideriberg. SeyfnedSberg, eine Herrschaft am Flusse Zusam in der Warkgcafschafl Burgau im schwäbischen Oesterreich, welche thron Nahmen von einem Bergschloffe hak. Seylincken, der Nahme der kleinen Landtage i» Pohleu, auf welche» die De- pntirtcn der Woiwodschaften zu den Reichstage» gewählt werden. Scyne, Lecisaa, 8ersllÄ, eine Stadt im Gebirge in Oberprvvcucc in Frankreich, welche bis zur Revolution zwey Klöster hatte. Scyne lc Loulon, ein Flecke» mit einem Hafen auf der großen Rhede von Zoulon in Unterprovence in Frankreich. Eozäne, ein Flecken am Flnß Doris, gegen die Grenzen der Markgrafschaft Snsa i» Pieiuoitt, welcher ehemahls j» Dauphins gehörte. Eezaiiue oder Sedanne, Ferallin, eine sehr alte Stadt in der Landschaft Brie champenotse in Champagne in Frankreich, weiche bis zur Revolution eine Callegiaikirche, ei» Collegium und zwey Klöster hatte. Im Jahre>4^3 wurde sie von den Engländern erobert. Sie hatte den Titel einer Grafschaft, welchen einer von den jüngsten Söhnen anS dem Haufe Harcourt Beuvron führet. Sezze, 8eltÄ, 8stirium, ein Stadt- chen auf einem Berge in Campagna dt Noma im Äircheiistaale. Hier pflegt W der Bischof von Tcrracina oft aufzu- halten. Sfachia, ein Flecke» im Gebiethe°t»n Laura an dee mittägigen Seite deeJn- sel Candia, welcher das alte PhastioS zu sey» scheint. Er gtbl einem Gebirge, welches ehemahls Dicte genannt wurde, den Nahmen. E^jljatzo, die Hauptstadt her ProvMi Sh c l i urn e Kheltee Sgn srdic ?,sM!S in T^bet in Asien- welche die ^'esiLsnr des zweyte.-, Lama ist. Sguardio, der Nahme des höchste Gerichts bey dem Bkaitheserriitecn, weil- chcS aus einem Convent derselbe,! be. ficht, ,i> welchem die Streitigkeiten zwischen den Obern und U-uern, wie auch zwischen den OrdenSpccsonc» cnt. schiede werden, und vor welchem der Großmeister selbst in wichtigen Beschul- digungem belangt werden kann. Shaflesdury, ein ziemlich großer Flecken inDorsetshirein England. Erliegt auf einem hohen Hügel, der rund umher mit einer Ebene umgeben ist, und schickt 2 Deputiere zum Parlamente. Er war ehemahls eine große Stadt, ist aber auch»och jetzt wohl anzesauet, stark brwohnt,»ud wegen seiner Tuch. manufacturen bekannt. Das frische Wasser muß hier eine Vierteln»-,!« weit von dem Landgut« Gillingham Herbey ge. schafft werden. Shannon, Shennon, 8enus, der groß. te Fluß in Irland, welcher an den Grenzen der Grasschaft Roseommon in der Provinz Conaght entspringt, in seinem Lause viele Seen macht, und sich durch eine sehr breit« Mündung ins Meer ergießt. Shapsnöha, riuevon den orcadischen Inseln bey Nordschottland, welche L bis ü Meilen lang, und Z Meile» breit ist, und«inen sichern Hafen hat. Sheepstuk, ein Hasen in der Landschaft Mai» in der Provinz MassachusetSbay in den vereinigten nordamerikanijchen Freystaalen. Shecpwash, eine klein« Stadt in De» vonshire in England. Shccrncß, s. Scherrneß. Skeffeld, s Scheffcld. Ehelburne oder Port Rostway, eine Stadt im Gouvernement Neubraun- schiveig i,n brinischen Nordamerika, Ä'elche gegen Zvoo Häuser enthalt. Sheriff soF iZ0oc> Einwohner zählt, und«In«» guten Hafen hak. Im Zabee 1772 fand man hier kaum Fo Seelen. Sheitcr, eine Insel indcmDistricteSuf- folk in LongiSland in der Provinz Neu» yoek in den nordamcrikanischen Frey« staaten. Sie ward ehemahls von Indianern bewohnt, die aber sehe abgenommen haben- Shepholm, eine Insel auf dem irländi« schen Meere, der Provinz Dcvonshir« in England gegen über. Sheppcy, eine Insel in der Provinz Kent in England, wo der Fluß Medwap in die Themse fällt. Sie hat ihre» Nah. men von den vielen Schafen, die ehemahls darauf geweidet haben; jetzt aber ist sie mit Getreide besäet. Shepton-Maltet, ein Flecke» in Som- mersetshire in England, welcher Tuch- manusacturen hat. Sherborn, Sherbourn, eine große Stadt am Zlnffe Jl i» Dorsetshirc in England. Sie enthält ungefähr ,Z0v Häu. ser, zählt r 000« Einwohner, und hat «ine Collegiat- und Conventualkirchc. Nabe dabey liegt ein adeliges Schloß. Diese Stadt ist wegen ihrer Tuchma- nufacture» berühmt. Sherborn, ein Städtchen mit einem wohl versorgten Hospitale in Aorkshire in England. Sherborn, eine Stadt auf der Insel Nan- tukct in der Provinz Maffachnfetsbay in den vereinigten nocdamcrikanischen Freyliaaren. Sheriff, eine obrigkeitliche Person über das Polizcyweseu in England, derglei- chrn in jeder Grafschaft einer als Gouverneur bestellt ist, welcher in allen bürgerliche» und Criminalfacheu das Nichteramt füdrt, dir königlichen Befehle zur Vollziehung bringt, auch die. öffentlichen Einkünfte. Taxe» und Geld. strafen einnimmt, und zur königliche« Lämmer liefert. In»er Provinz Mrddl. LDiö SHerston Shetland Shire «sex sind wegen der Stadt London 2 Sheriffs bestellt. Shersion, ei» Dorf§ engländische Mei- lei, gegen Norden von Malmsbury in Wltlshire in England, welches vor Al, ters eine Station der Römer war; da> her hier viele Münzen gefunden werden. Shetlaudische Inseln, the Jsles ofShcl. land, verschiedene Inseln in dem nördlichen Ocean zwischen Schottland und Norwegen, welche ihren Nahmen von der vornehmsten Insel haben. Sie gehörten ehemahls zn Norwegen, j>tzt aber zn Nordschottland. Ihrer sind an der Zahl 46, wozu noch 40 Holme und ZO Klippen kommen. Die Einwohner treiben fast gar keinen Ackerbau, aber Viehzucht, und führen ausgetrocknete nud eingcsalzene Stockfische, Heringe, Butter, Thran, Seehundsfelle, und gute wollene Strumpfe, welche sie von der Wolle ihrer eigenen Schafe derfee. »igen. Sie hohlen dafür aus Norwegen Zinnober und Holz zum Schiffbaue, aus Schottland und von den orcadischeu Inseln Getreide und Mehl, aus Hain. bürg Branntewein, aus Leith Tuch und leinenes Zeug, und aus London jh- »e übrigen Bedürfnisse. Der Herings- fang ist bey diesen Inseln sehr wichtig, welcher in der Nacht nach Johannis, nähmlich am 2§steu Junius, seinen An. fang nimmt. Hier sucht man der Alten Thnle am wahrscheinlichsten. Shetland oder Mainland, f das vornehmste Land), die vornehmste unter den eben beschriebenen Inseln gleiches Nahmens, welche 6s Meilen lang, und in einigen Gegenden 16 Meilen breit ist. An der Küste ist sie am meisten bewohnt und angebauet; denn in der Mitte findet man lauter Berge, Felsen, Moräste und Seen. Die Einwohner sind nrsprüugliche Normanner und Dänen. Die Hauprverrichtungen der gemeinen beute bestehen im Fischfänge, Strumpf. Shumberg stricken, und in der Verfertigung eines groben wollene» Tuches. Ihre Lebens- art ist der norwegischen sehr ähnlich, und sie bekennen sich z„r prviejianii. scheu Kirche. Die Edelleute haben ganz ansehnliche Sitze. Auf dieser Jn-el gibt es zwey kleine Städte, inner welchen Lerwick die Hin.-plstadt ist. Shire, ein Wort, welches bey den Engländern eine Landschaft, imgleichcn eine Grasschaft bezeichnet. Shvgle, eine wenläiifsige aber»navge- nehme Siadl am Flusse Oronies in Syrien, über welchen hier eine Brücke von 14 Bogen führt. Shoreham, eine Stadt nebst einem Hasen am Meere in der Grafschaft Suffex in England. Shrewodury, Zalopia, eine Stadt«,n Flusse Saverne in Shrnpshice in Eng. land, welche die Hauptstadt dieser Land. schaft, groß und wohl gebauet, und volkreich ist. Sie enthält fünf Kirchen, verschiedene Versammlungshänser für andere Religioiisverwandie, eine gute Freyschnle, und schickt zwey Deputiere zum Parlamente. Ueber den Fluß Saverne find hier zwey steinerne Brü. cken gebauet. Hier gibt es Flanell-und Tuchmanufacturen. Shropshire, eine Landschaft in England, welche gegen Norden an Ehester, gegen Osten an Stassord, gegen Süden an Worcester und Hercford, und gegen Westen an Wales grenz,. Ob sie gleich gegen Süden und Westen Berge hat, so ist sie dennoch fruchtbar an Weitzen und Gerste, und man findet hier auch Steinkohlen, Eisen und Holz. Diese Landschaft enthält Städte und Markistecken, und schickt 12 Deputiere zum Paelamenre. Shumberg, Sumberg, ein Markt mit einem Schlosse auf einem ziemlich hoben Berge in der Grafschaft Mitterbnrg-m österreichischen Antheile an Histerreich. Shurshevo Siam Shurshcvo, s. Giurgevo. Siam, äiLMUm, ein Königreich aufder Halbinsel jcnseil des Ganges ist Ostindien in Asien. Es ist mit hohen Bergen umgeben, und grenzt gegen Norden an Laos, gegen Osten an Camboja und Keo; an der Miikagsseile stößt es an den stami- schen Meerbusen und an die Halbinsel Malacca. Es hat die Gestalt eines halben Mondes, und begreift ungefähr 4zo Meilen im Umkreise. Die Küsten sind ziemlich bekannt; allein von, In- nein weiß man sehr wenig. Das Land hat außer den Gebirgen, welche es umgeben, nur einige wenige Hügel. Längs dem Meerbusen erstreckt sich das Königreich auf 20», und an dem Busen von Bengalen auf>8» Meilen. Diese große Küste, welche auch einen ganz vortrefflichen Hafen hat, ist zur Handlung und Schifffahrt»»gemein bequem; hingegen scheint die Natur der entgegen stehenden Küste diesen Vortheil versagt zu haben. Der Ursprung der Einwohner ist ungewiß, indem hier beynahe alle indischeuNationen Colonicn angelegt haben, worunter die chinesische die zahlreichste ist, und sich durch ihre» ausgebreiteten Handel sehr ansehnlich gemacht bat. England und Frankreich legten gleichfalls den Grund zu einer Hand- lungscompagnie; allein sie konnten sich mit den Siamesern nicht vertragen: aber die Holländer verschafften sich bey denselben durch ihre Biegsamkeit Achtung. Das Land qenießt eine gemaßig, tc Luft, und ist fruchtbar an Reis, Gerste, Obst, Pfeffer, Aloe, Benzol» u. d. in. auch siiidet man hier viele Elephanten, Nascnhörner, Tieger, Bussel, Bären, wtlde Ochsen und Wildbret in großer Menge. Pferde, wie auch Gold- Silber- Zinn- und Kupfer- adern werde» auch angetroffen. Einen reizende» Anblick»erschaffen viele Gehenden von Siam, indem man zugleich Siang Siassi Losgröße Seen und mit Svezereycn prangende Felder siebt. Dieses Land wird insgemein in ,r Provinzen oder Königreiche eingetheilt, nähmlich in Siam im besondern Verstände, Mareabanc, Lizor, Siara, Tanasscrin, Potana, Pe° ra, Keda, Jnncalaon, Paam und Jhor, welche zum Theil ihre besondern Fürsten haben, die aber dem Könige von Siam zinsbar sind. Es ist ein Erbkönigreich, dessen Beherrscher dem Kaiser von China bisznmJahre ,77.5 zinsbar war, seit dieser Zeit aber unabhängig ist. Die Ein- wohncc sind Heiden. Jm Z. t üZL suchte,, die Jesuiten die christliche Religion nicht allein unter die Bewohner die,es Reichs zu verbreiten, sondern dieselbe auch dem Könige angenehm zu machen; sie wur. den aber unter dem folgenden Regen« ten heftig verfolgt. Die Hauptstadt des Landes beißt Bankok. Siang-yang, eine ansehnliche Stadt in einer sehr angenehmen und fruchtbaren Ebene in der Provinz Hou-Kouanz in China. Sie treibt beträchtlichen Handel, und man sammelt!» ihrer Ge» gend aus den Flüssen Gold, und die Berge liefern ein Vitriol und grünes Glas, welches zur Mahlerey ganz unentbehrlich ist. Z„ der Gerichtsbarkeit dieser Stadt gehört eine Stadt vom zweyten, und sechs vom dritten Range. Siara oder Ceara, eine kleine Stadt in der Capilania oder im Gouvernement Maranbao in Brasilien im portugiesischen Südamerika. Sie liegt am Aus. fluffe des Siope in das südatlaniische Meer, und hat einen Hasen und ein festes Schloß. Von hier werden Baumwolle, Krystall. Zmvelen und Brasi- lienholz abgehohlt. Siafsi, eine^iisel des Suluh-oder Jolo« archipelagus aus dem ostindischen Meere, auf welcher sich die Spanier mit Bewilligung der Suluher ein Recht an- maßen. SiSa Sibirien Sibtrirr- Siba, ein Königreich im ehemahligen Reiche des großen Moguls, welche-am Fluffe Ganger zwischen den Äönigrei. ch,n Nauqraacut und Pftau in Ostindien liegt. Der Haupkort desselben heißt Hardoure. Sistc de Ward, drey unfruchtbare und felsige Insel» unter der südamerikani- sch.» Küste nicht weit van der magella- Nischen Meerenge, welche die Holländer>m Jahre.599 eutdeckten. Sibirien, ein Rahme, welcher heut zu Tage von dem ganzen nördlichen Theile Asiens gebraucht wird, der gegen Westen an Rußland, gegen Norden an das Eismeer, gegen Osten au daS östli- che Meer, und gegen Süden an die große Tartarey grenzt. Die Größe desselben beträgt 24200» deutscheLua. Lratmeilen, und erstreckt sich in die Länge auf Zoo- in die Breite aber auf Zoo deutsche Meilen. Sibirien scheint feinen Nahmen von der alten Stadt Sibir zu haben, welche der gemeinen Sage nach ehemahls am rechten Ufer des JrtischflnsseS, iLWcrste oberhalb Tobolsk, gestanden haben, und der Sitz der Regenten des Landes gewesen seyn fall. Man findet jetzt von derselbe» wei- irr nichts, als die Spuren von eitlem Walle. Der ältere Gmeli» meinte, daß Sibirien nach feiner natürlichen Beschaff- fenheit durch den Fluß Jenftei in zwey merklich unterschiedene Landstriche getheilt swerde. Der dieSlcitige Landstrich sey Europa sehr ähnlich; allein der jenseit ge sey von einer ganz andern Beschaffe h.»k. Pallas hat diesen Unter, schied nicht gefunden. Die sibirische Luft ist überhaupt sehr kalt, und zu- »erlässigc Beobachtungen haben gelehrt, daß eS in Sibirien eine größere Kälte, als sonst irgend wo, gebe. Die Fluffe frieren bald zu, und gehen spat wie- der aus. Der Schnee fällt oft scheu im September, und stellet sich!m May nicht selten ei». Wen» das gesacie Getreide nicht im August reis wird, so ist wenig Hoffnung zur Reife Vorhände»; ja im jcntsciSklscheu Kreise geschieht cS zuweilen, daß eS mit Schnee bedeckt wird, ehe man an da« Einernten hat denken können. Die Erde thauet in den nördlichen Gegenden auch nicht lief auf. Gmeli» ließ die Erde am iZ. Jun»»S in einer hohe» Gegend aufgraben, und fand, daß sie kaum vier Fuß tief auf- gethaner war, au niedrigen Orte» aber nur drey Fuß. Pallas beobachtete am 7-en December des Jahres 1772, daß das Quecksilber vom»alürlicben Froste gefror, und daß sich die Masse leichter als Bley biege» und platt schlagen ließ. Zu Jakutzk fror es an eben diesem Tage ganz'hart. Desto reichlicher hat die Natur dieses Land mit Holz und Pelz. werk versorgt, so, daß die Einwohlter die Kälte aushalten können, gegen welche sie sich auf allerley Art zu verivsb- re» wissen. Selbst das EiS dient ihnen in gewissen Stücken znm Schutze gegen dieselbe; denn in den nördliche» Gegenden pflegt man Stücke von reinem Eise nach der Größe der Fenster auS- znhauen, und von außen einzusetzen. Hieraus begießt man sie ein wenig mit Wasser, das sie anfrieren, und so ist das Fenster fertig. Diese Eisfetister verhindern das Eindringen der Kalte in die Zimmer, der Sturm mag auch so heftig wüthen, als er wolle, und sie benehmen auch nicht viel Licht. Dat Getränk friert nicht leicht in den Kellern, wenn man die Lichtlöcher auf diese Art mit Eis versteht. Da der Tag in den nördlichen Gegenden im Winter kaum einige Stunden lang ist, luid man bey Skurmnnd Schnewelier au« mitte» am Tage nicht füglich ohne Licht seyn kann, so schlafen die Leute die meiste Zeit. In den untern Gegenden Sibirien Sibiric» des Jeniseistromr,»ach dem Eismeere zu, gibt e- vom Anfange der Oktobers bis zu Weihnachten viele Nordlichter, unter welchen eine Art sehr schrecklich seyn soll. So strenge der Winter ist, so warm und angenehm ist hingegen der Sommer, ja er ist so heiß, daß die Jungusen, welche in der jakutzkischcn Provinz wohnen, alsdann meistens ganz nackt gehen. Zn dieser Zeit gibt esgar keine Nacht, und nach dem Eismeere zu steht man die Sonne Tag und Nacht über dem Horizonte. Die.Erdfrüchte und Gewächse wachsen alsdann zusehends. Je naher man dem Eismeere kommt, je weniger hört man vom Donner, und er soll am Meere so schwach seyn, daß man ihn kaum hören kann; doch soll man den Blitz deutlich sehen. Hingegen gibt eS im südlichen Sibi« rien starke Gewitter. Der nördliche Theil von Sibirien bringt weder Getreide noch Früchte hervor, so daß alles Land, welches über den sechzigste» Grad der Breite nach Norden zu liegt, ungebauei ist; doch kommt manches Jahr bey Pakutzk die Gerste zur Reife. Die alten Ei», «vohner dieser nördliche» Gegenden leben daher von Fischen und von Fleisch, und die Aussen bekommen das nöthige Getreide aus den mittägigen Gegenden. In diesem mittägigen Theile SibiricnS ist die Fruchtbarkeit des Erdbodens be- wundeisivnrdig; besonders aber stnd die jenseit des Sees Baikal liegenden Gegenden, und vornehmlich die östlichen, sehr fruchtbar; doch werden viele fruchtbare Distrikte aus Faulheit der Einwohner gar nicht zum Ackerbaus gebraucht. ungeachtet derselbe nnqe- niein einträglich und vortheilhaft seyn würde Die Viehweide, und folglich auch die Viehzucht, ist vortbeilbaft; daher man Hornvieh, Pferde, Ziegen «> s. k. i» gioß-.r Menge antrifft. Die (IV. Band.) 20^ Tartarn nähre» sich hauptsächlich von derselben. ES gibt auch viele Wüsten und dürre Felder. Von Erdgcwächscn findet man verschiedene Arten; besonders aber wächst eine Menge wilder ^Eüenchvher Spargel, der von unten bis oben von ungemein gutem Gcschma. cke ist. DieZwiebel des türkischen Bundes oder anderer Lilien wird von den Tartarn sehr häufig anstatt des Bro. tes gebraucht. Außer wilden Kirschen, einer Art kleiner Mandeln, und klei, nen Aepfckn, die nicht viel größer als eine Erbse sind, gibt es hier keine Baum- früchte. An Gartengewächsen bauet man nur Kohl, Rcttig, Rüben und Gnr. ken. Was aber an Baumfrüchtcn und Gartengewächsen fehlt, wird durch das viele Fleisch von zahmen und wilden Thieren und Geflügel, imgleichcn durch eine MenM mannigfaltiger und köstli. cher Fische reichlich ersetzt. Die Le. bensmittel sind daher außerordentlich wohlfeil. Krebse und Aale sind in Si. biricn so wenig als Bienen anzutreffen. Gegen das Eismeer zu und an verschiedenen andern Orten gibt es zwar kein anderes Holz, als Sträuche; allein der größte Theil Sibiriens ist voll Wälder, die Fichten, Cedern, Tannen, Ler- chenbäume»nd andere Bäume enthal. ten, und das Eismeer wirft viel Treib, holz an den Strand. Die so genannten sibirische» Cedern wachsen sehr hoch und dick, und ihre großen Zapfen sind voll kleiner schmackhafter Nüsse, aus wck. chen man ein Oehl presset, welches die vornehmen Aussen in der Fastenzeit an. statt der Butter gebrauchen, um Ge. backenes oder Fische damit zuzubereiten. Eichen. Linden und Haselnußstrüu- che gibt es in ganz Sibirien nicht; Jo. haiinisbeeren»nd Erdbeeren werden aber sehr häufig und gut gefunden. Der große» Menge des Federwilds, als der Auerhahne, Birk. Repp-und Ha- »10 Sibirien Sibirien sclhühner u. s. f. nicht zu gedenken, so gibt es hier eine unglaubliche Anzahl viersüßiger wilder Thiere, die theil« zur Speise dienen, theil« wegen ihrer nutzbaren und kostbaren Felle merkwürdig sind. Unter dieselben gehören die wilden Steinschafe, Hirsche, wilde Ziege» oder Antelopen, Bisam-oder Moschusthiere, Rehe, Elcndthicre, Renn- rhiere, wilde Schweine, Hasen, Bären, Wölfe, und wilde Pferde. Die letzten sind zwar eigentlich weder Pferd noch Esel, wie auch keine Maulthiere, aber nicht viel größer, wiewohl schö. „er, als die kleinen Maulthiere, und meisten Theils von hellbrauner Farbe, und mit einem Kuhschwanze versehe». Ihre Schnelligkeit übertrifft alles, was man sich vorstellen kann; daher auch keine Pferde dieselben einhvhlen kön- neu. Diejenigen ThiecM deren Felle vor andern in großem Werthe gehalten werden, sind schwarze Füchse, Zobel, Vielfräße, Hermeline, Eichhörner, Biber und Luchse. Der Balg eines ganz schwarzen Fuchses wird auf 600 ja 1000 Rubel geschätzt, und dem allerbesten und kostbarsten Zobel weit vorgezogen. Keine Privatperson darf schwärzliche, oder schwarze Fuchspelze besitzen, viel weniger ein Kaufmann damit Handel». Sie müssen alle an die Krone verkauft und geliefert werden. Oft wird ein Zobelbalg für 60 bis 7» Rubel verkauft. Die Zobel nehmen jetzt sehr ab, nachdem sie von den Aussen sehr häufig gefangen worden siud, und über dieß, alles kaiserlichen Verbothes ungeachtet, so viele heimlich gefangen und verkauft werden. Ehemahls muß- tcn die zinsbaren Nationen ihren Tribut bloß mit Zobeln und Füchsen be. zahlen; jetzt aber nimmt man bey den Lassen auch Elendihier- Eichhörngr-Bä- ren- Acnntbier- Otkerfelle u. f. f. oder auch Geld dafür an. Als die Tart-rn Zuerst ansingen, Tribut zu erlegen, brachten sie ihr Pelzwerk so, wie sieeS gefangen hatten, und es kamen oft Zobel von uugemrinem Werthe in die Caffe. Wenn jemand eh-mahls mit einem eisernen Kessel zu ihnen kam, so füllten sie denselben mit Zobeln an, und gaben für denselben so viel, als hinein ginge»; allein jetzt sind sie klüger geworden, indem sie ihre Zobel für einen bessern Preis an die Schleich, Händler verkaufen. Sibirien hat noch andere Schätze, die von großer Erheblichkeit sind, alS: Gold, Silber, Kupfer-und Eisenerze. An kostbaren Steinen fehlt es auch nicht; denn man hat vortreffliche Rubinen gefunden; und wer die sibirischen Topasen von den orientalischen unterscheiden will, muß ein guter Ken. ner seyn. Einzelne und kleine Agalstei. »e findet man hin und wieder, und man hat auch Karneole, grünen JaS- piß, nebst solchem mit rothen Fle- ckc» angetroffen. Das berühmte Ma> ricnglas wird in Sibirien häufig,»nd vornehmlich im jakutzkischen Gebiethe gebrochen, und zu Jrfutzk ist die eigentliche Niederlage desselben. DaS helle, welches wie reines Wasser ist, wird für dar beste, dasjenige aber, welches inS Grüne fällt, für das schlechteste gehalten. Hiernächst sieht man vornehmlich auf die Größe. Man hat Stücke gefunden, die iz, iz- und rF Ellen ins Gevierte hatten; sie sind aber sehr selten. In ganz Sibirien bedient man sich desselben zu Fensterscheiben, und man findet kein Glas, welches diese Helle und Reinigkeit hätte. Aus den Schiffen werden alle Fenster davon gemacht, weil eS nicht zerbrechlich isi- und von der Erschütterung, welche die großen Kanonen verursachen, keine» Schade» leidet. Große Magnetsteine, ja ganze Magnetberge und Steinkohlen Sibirien Gibirrrn gibt rS auch in Sibirien. Es ist merkwürdig, daß unter den süßen Seen, deren es hier eine unzählige Menge gibt, auch viele Salzseen find, und daß sich unter denselben so viele Beräiidernn- g n zmrage». Oft wird ein süßer See salzig, und ein salziger süß; einige «rockten aus, und andere entstehen, wo vorher keine waren. Hier gibt es auch gesalzene Bäche, und Salzquellen, welche ei» schneeweißes Salz in großer Menge von sich stoßen, wcl- ches sich über denselben einige Ellen hoch häufet. Hier findet man einen Salzderg, welcher gegen ZO Klafter hoch, und von Osten nach Weste» 210 Klafter lang ist, und von»nten bis auf? der Höhe aus einem sehr harten, durchsichtige», in großen kubischen Kry. stallen zustimmen gewachsenen Salze bestehet, in dem nicht die geringste Un- reinigkeit ist. Am Baikal gibt es vcr, schieden- heiße Quellen. An großen Flüssen ist in diesem Lande kein Mangel. Z„ den übrigen sibirische» Merkwürdigkeiten gehören die berühmten Mamontsknochen oder Hörner, welche !» vielen Gegenden in der Erde gesunden werden, und die feuerspeyenden Berge in Kamtschatka, wo auch hcfii. gc Erdbeben gewöhnlich find. Die Ma- monlsknochen find unfehlbar Elephan- trnzähne und Knochen, wie sie denn auch als Elfenbein gebraucht werden. Sie sind zum Theile gegen 4 russische Ellen lang, haben 6 Zoll im Durchschnitte, und wiegen 6 bis 7 Pud. Z» welcher Zeit und bey welcher Gelegenheit sie in diese nördlichen Gegenden gekommen, und nach und nach mit Erd bedeckt worden find, muß man dabin gestellt sey» lassen. Die Einwohner Sibiriens sind von brevfacher Gattung,„äbmlich alte Ein- wobner, Tartan und Russen. Die er- ste« beyden haben theils die so griian»- te nalürliche Religion, theils sind ste Götzendiener»der Heiden, theils Mu- hammedaner. Viele von ihnen sind durch die Russen gekauft worden. Die Ruf. sen, welche sich hirr befinden, haben sich entweder in diesem Lande frcywil- lig niedergelassen, oder find hierher verwiesen worden. Diejenigen Personen, welche der russische Hof nach Sibirien verweiset, werden theils in den Festungen verwahrt, theils müssen ste in eingeschränkter Freyheit leben, theils in den Festungen und Bergwerken ar- heilen. Kein Verwiesener wird, wie man gewöhnlich, aber fälschlich berichtet, zum Zobclfange verurtheilt. Mancher verarmte und in Kronschnlden verfallene Kaufmann, dem dieses Land zum Aufenthalte angewiesen worden ist,fin. bet hier mehrere Gelegenheit, etwas zu verdienen, und sich nach und nach wieder aufzuhelfen, als in Rußland, welches auch keinem verbothen ist; und für solche Lculc ist Sibirien kein Elend, sondern ei» erwünschtes und vortbcilhafteS Land. Sibirien wurde den Russen vornehmlich unter derRegicrnng des CzaarsJwan Wafiliewiisch bekannt, der auch über verschiedene Gegenden dieses Landes herrschte, und dasselbe in seinen Titel aufnahm. Den Grund zu der russischen Oberherrschaft über Sibirien legte» aber einige tausend dänische Kosaken, welche unter ihrem Anführer Jermak im Jahre IL80 das Städtchen Zimgi oder Tume» eroberten, und im folgenden Jahre das Städtchen Karatschi», und vornehmlich die Stadt Silur, welche die Residenz des EhanS Kutschum war, einnahmen, worauf sich ihnen viele Tartarn, Ostiaken und Wogule» unterwarfen. Jermak sah ein, daß er ohne mehrere Mannschaft und europäische Kricgsaeräthschast die Eroberungen nicht behaupten könnte, und Dd 2 2,2 Sibourne Siburg schickte daher im Jahre i§8> Abgeord« nete an den Hof nach Moskau, um demselben seine Eroberungen bekannt zu mache» und anzubiethen. Er und seine Kosaken erhielten Vergebung, Gnadenvcr- stcherungen und Geschenke. Der Ezaar versprach einen Befehlshaber nach Sibirien zu schicken, den er auch im Jahre ,§8Z mit§oo Mann abgehen ließ, und der im Jahre>§84 zu Sibir ankam. Allein in eben diesem Jahre kam Jermak ums Leben, und die RuAn Verlusten Sibir und das ganze Land. Im Jahre>§86 wurden neue Befehlshaber und Truppen dahin geschickt, welche die Stadt Tumen erbaueten, und im Jahre>§8§ rückten abermahls neue Truppen ein, worauf die Stadt To- bolsk aufgeführt wurde. Im Jahre>§88 wurde Sibirien von neuem erobert und zerstört. Im Jahre>§98 wurde Chan Kutschum so geschlagen, daß er sich nicht wieder erhohlen konnte, worauf er auch bald ermordet ward. Von dieser Zeit an haben die Russen ihre Herrschaft in Sibirien immer weiter ausgebreitet. Bis zur Regierung der Kaiseriun Katharina II. machte Sibirien nur ein Gouvernement aus; jetzt aber ist es in drey Statthalterschaften, nähmlich in Tvbvlsk, Jrkntzk und Kolywan, getheilt. Sibourne, s. S. Jean de Luj. Siburg, jetzt Carlshafen, eine alte Stadt in Niederhessen, welche schon zur Zeit -er alten Sachsen bekannt ward. Sie liegt in der Ecke, wo die Flüsse Dy- mcl und Wesir zusammen kommen, und ist zu Anfange des>8tcu Jahrhunderts von dem Landgrafen Carl I. erneuert, und auf neue italienische Art schön erbauet worden. Sie liegt zur Schifffahrt und zumHandel sehr bequem, und um die. scn Endzweck zu erreichen, sind ei» schö. »er Hasen und Caual mit vielen Schleus- sen von hier bis Grcbenstein 2 Meilen von Casscl verfertiget, und allerley Sibylle Sibyllcnhöhlr Manufacturen angelegt worden. Hier befindet sich auch ein schönes Pfleg und JnvalideuhauS für blessirre Offwiere und Soldaten. Sibylle, bey den Alten der Nahme ge< wisscr Weibspersonen, die sich aufs Wahrsagen legren, und wegen ihres Aufenthalts verschiedene Nahmen bekamen. Bey den alten Römern hielt man die Carrnma 8ib§-IIillL für Orakel, aus welchen man sich zur.Zeit der Noth Raths erhohltc, und daher dieselben sehr sorgfältig in dem Capitolium zu Rom verwahrte. Heut zu Tage hat man noch acht Bücher von griechischen Versen, die man Oracula 8>b)-IIma nennt, die aber von den meisten Gelehrte» mit Reche für falsch und untergeschoben gehalten werden. Sibylleuhöhle, Grotta di Sibilla Cu< mana, eine in ebenen Felsen gehauene Höhle in Terra di Lavoro in Neapel, in welche man bloß mehr kriechend als gehend gelangen kann. Nachmahls erweitert sie sich, und ist ungefähr>o Fuß breit, 12 hoch, und 770 Palmen lang, aber zum Theil verschüttet. Die Erzählung von einer Sibylle, welche hier ihre Wohnung gehabt haben soll, ist unstreitig fabelhaft. Vielleicht hat ein Steinbruch Gelegenheit gegeben, daß man dieses unterirdische Werkwei- ter fortsetzte, bis eine Verbindung zwischen den beyden zerstörten Städten Baja und Cumä heraus kam. Das benachbarte Ufer des Meeres, in dessen Gegend ehemahls die Stadt Baja stand, war höchst angenehm und prächtig, welches das übrig gebliebene Gemäuerhin- länqlich bezeuget. Von dem vortrefflichen Pallaste, den hier der Kaiser Nero hatte, sollen die in den Felsen bewundernswürdig gearbeiteten warme« Bäder übrig seyn, die man jetzt die ve- konischen nennt, und wirklich von Nero herrühren: allein diese Meinung hat Sichelberg Sichem Eichen Sieilianische 2iZ keinen Grund. Diese Schwcißbädcr sind aber unier allen hiesigen die vorzüglichsten. Der heiße Dunst von dem Was. ser ist s» stark, daß nicht jedermann über"o Schritte in dem dazu führenden Gange fort gehe» kann. Ueber dieß sieht man noch an diesem Ufer die Ueberrcste von einem Paüaste des Julius Cäsars, von einem Tempel der Diana, derVe- nus, und andere dergleichen mehr. Am Seeufer jenseit des von Tarl V. er- baueten schlechten Castells Baja, welches auf einem Felsen liegt, aber ein ungesunder Ort ist, sieht man auch viele Alterthümer, und am Meere die Trümmern eines Tempels des Herkules, in welchem Nero seine Mutter umbringen ließ, deren Grabmahl auf dem Lau- d- vorhanden ist. Anderer Alterthümer und unterirdische Behältnisse, mit welchen diese Gegend angefüllt ist, nicht zu gedenken, so findet man zwischen Cnmä und Miseno d§s todte Meer, über welches nach der Dichtung der Poeten die Verstorbenen von Charon geführt wurden, welches vermittelst eines kleinen Canals mit dem Meere zusammen hangt, wovon es durch einen mit Fleiß gemachten Damm getrennt wird, und also wirklich ein Austritt des Meeres ist. Gleich darneben siehet man die eli- säischen Felder, welche aber jetzt nicht mehr so ausnehmend schön sind, als sie von den alten Dichtern beschrieben werden; indessen ist doch die Gegend derselben im Sommer ganz angenehm. Sjcheiberg oder Sumberg, einschloß auf einem hohen Berge nebst einer weit« läuftigen Herrschaft in Croaticn an den Grenzen von Crain, welche dem Hau» fcOesierreich gehören. Auf dem Schlosse befindet sich ein Oderhanptmann. Sichem, jetzt Nablus oder Naplusa, eine Stadt am Berge Garizim in Palästina »m Paschalik Damask in Syrien, welche ehemahls dem Stamme Ephraim gehörte, und zur Landschaft Samaria gerechnet wurde. Sie ist ziemlich groß, hat Araber, Samaritaner, Juden und Christen zu Einwohnern, und die Sa maritancr haben hier einen kleinen Tempel. Eichen oder ZicheiN, 8ickisn!um, ein altes Städtchen an der Dcmer im östcr- reichischen Brabant, welches zwischen Arscholt und Diest liegt. Es führt nebst dem dazu gehörigen Lande den Titel einer Baronie, und gehört dem fürst- lichen Hause Dramen. Sicheres Geleit, s Geleit. Stchersreulh, ein Dorf mit einem berühmten Sauerbrunnen in der Amts. Hauptmannschaft Wnnstedcl im Ober- lande des Fürstcnthnms Bayreuth im fränkischen Kreise, welcher dem eger- scheu ähnlich ist. Sicilianische Äesper, der Nahme des bekannten Blutbades, welches König Peter III. von Aragonien im Jahre ,282 unter den Franzosen in Sicilien anstellte, dessen Veranlassung folgende war. Als Papst Urban IV. im Jahre ,264 die beyden Königreiche Sicilie» und Neapel dem Herzoge Carl von Anjou in Frankreich geschenkt hatte, und im Jahre ,263 der rechtmäßige Erbe Conradin, Herzog von Schwaben, zu Neapel enthauptet worden war, die Franzosen aber mit den Sicilianern sehr ausgelassen und tyrannisch umgingen, faßte König Peter Hl. von Ära- gonien im Jahre 1281 den Vorsatz, Si- eilten mit einer Flotte zu überfallen. Um dieses auszuführen, bediente er sich eines Edelmanns, Nahmens Johann von Procida, indem sich die Siciliane» unter seiner Anführung empörte», inr Jahre 1282 am dritten Ostertuge, als man zur Vesper läutete, alle Franzo. sen todt schlugen, und den König Peter von Aragonie», welcher mit seiner Flotte gleich vorhanden war, zu ihrem LI4 Srcilien Äieil i e» Könige erwählte«. Dieses Nachkommen beherrschte« Sicilien bis auf den Anfang des i;ten Jahrhunderts, da es wieder mit Neapel vereinigt wurde. Ticilieii, 8iciIiL, ein Königreich, und die größte und wichtigste unter allen Inseln des mittelländischen Meere« in Italien, welche durch die Meerenge Faro di Meff.ua von Neapel getrennt wird, wo sich die berüchtigten Meerstrudel S ylla und Charpbdis befinden, die man jeyk Calofaro und Rema nennt. Ihr Fläche,rraum enthalt ungefährF76 deutsche Luadratmeilen, und ihre Gestalt ist ziemlich dreyeckig daher fie auch rhemahls Trinacria und Triguetra genannt wurde. Verschiedene alte und neue Gelehrte haben die nicht unwahr- scheinliche Meinung behauptet, daß die- se Insel in den ältesten Zeiten mit dem festen Lande von Jialien>zusammeii gehangen habe, und erst nach und nach durch die Wuth der Wellen und heftige Erdbeben davon abgerissen worden sey. Sicilien ist ein sehr warmes Land. Man muß schon zu Anfange des Januars den Schatten suchen, und eS gibt nur im Märzmonaih einige Tage, an welchen die Winde ein wenig kalt find; alsdanu ist aber ein kleines Kohlenfcuer wider die Kälte hinlänglich. Der Siroe- co oder Südostwind verursacht im Sommer, besonders im Julius, eine erstann- üche Hitze, die zu Palermo heftiger ist, als an irgend einem andern Srte der Insel. Der Winter herrscht nur aufdem obern Theile des Berges Aetna, wo man Schnee findet, den fich die Ein- wohnen ausfolgende Art zu Nutzen mache» Sie graben unter freyem Himmel Gruben, und legen den Schnee mit Stroh oder Spreu und Salz schjcht. weise in dieselben, worauf fie wieder mit Erde zugedeckt werden. Wenn fie rm Sommer zu Abkühlung des Getränks Schnee habe» wollen, so graben sie den Erdhaufen a»f einer Seite auf,»eh, men so viel heraus, als fie brauchen, und werfen hierauf das Loch wieder zu. Die Fruchibark.it der Intel ist sehr groß, ob fie gleich ganz selfichi z„ seyn scheint. Sie wurde eb.mabls das Ge- sreidehaus von Rom genannt, und sie hüt noch heutiges Tages eine Menge Getreide übrig, welche das Königreich Neapel»ich, entbehren sann, ob fie gleich lange so volkreich und angebauet nicht mehr ist, als fie ehemahls war, sondern viele Gegenden, besonders na westlichen Theile,'wüste liegen. Val di Mozzara und Val di Noto haben einen Ueberflnß an Gerre.de, m b Val di Demo»« hak dergleichen an Früchten. Dir We,de ist hier sehr gut, und man bauet die Pflanze, aus welcher Sode gebrannt wird, häufig. Der hiesige Wein ist gut und vortrefflich, und an Dbst und an. dern köstlichen Früchten herrscht ein Ueberflnß. Dehl, Saffran und Zucker, welcher letztere besonders, in den Ge. genden des Bergs Aetna gebanet wird, vortrefflichen Honig und Salz gibt es reichlich. Das ficilianische Manna wird snr besser, als das ealabrische, gehalten. Die Fischerey ist auf alle» Küsten sehr einträglich, und besonders wird viel Tonfisch gefangen. Alles hiesige Vieh ist schön, und viersüßjges und geflügeltes Wildbret gibt es in Menge. Der Sei. denbau ist hier ansehnlich, und zuerst rm Jahre iiZa einge-ührt worden, als Roger nach seinem Zuge nach Palästina. auf welchem er Athen, Korii.rh und Theben einnahm, Leute, welche denselben verstanden, von daher mit fich hierher brachte. Von hier aus.verbreitete er sich nachmahls nach Neapel, Mailand, Spant,», und in die zunächst an Italien grenzenden französischen Landschaften. Die Seide, welche aus Meffina ausgeführt wird, ist besser, als dir von Palermo; jene beträgt jährlich S i c i l i e» ungefähr Looooo, diese etwa 400000 Pfund. Man findet hier auch kostbare Steine, Agathe, Porphyr, JaSpiß, Lapis Lazuli, und viclerley Arten von Marmor und Alabaster. Goto, Silber, Kupfer, Zinn, Bley und Eisen, Alaun, Vitriol, Schwefel, Steinsalz, heilsame warme Bäder und andere mineralische Wasser, Dampfbäder, und Brunnen, auf deren Wasser ein Oehl schwimmet, welches von gemeinen Leuten in Lampen gebrannt wird, werden auch angetroffen. Die Koraüenfischercy ist hier wich. tig, und die Toastfcherey macht einen der erheblichsten HandluugSzwcige der Insel aus. Die Herrlichkeit bieses Landes kurz zu fassen, so bringt es alles dasjenige reichlich hervor, was zum Unterhalte des Lebens, zum Vergnügen und zum Schmucke dient. Man rechnet auf 7^ Acten von LandeSpro- ducten und Waaren, welche ausgeführt werden, unter welchen das Getreide den wichtigsten Theil ausmacht. Die vornehmsten Flüsse des Landes sind der Cantera, Jaretta, Salso, BeliciS und Termini, und der vornehmste und höchste Berg ist der Äcrna, in dessen Eingeweiden ein beständiges Jener brennt, welches denselben durch seine öfter» heftigen Ausbrüche von Alters her berüchtigt gemacht hat. Die Anzahl der sämmlichen Einwohner der Insel beträgt 1,220000. Die Lauern sind eigenthümliche Leute. Der Adel ist überaus zahlreich. Den Titel der Reichsbarone haben nur die Besitzer der großen Lehengüter, welche Sitz und Stimme im Parlament« habe», und in dem»elben den Militärstand ausmachen. Man zähle, ungefähr z6Z Fami- uen der Barone, von welchen viele den -.itel der Fürsten, andere der Herzoge, andere der Markgrafen, und andere "r Grasen führen. Die hohe Geist, «chke.r besteht aus drey E.zbischöfen Tiriliert und acht Bischöfen. Die Anzahl der Kirchen, Klöster und geistlichen Stiftungen ist ungcmein groß; die Gebäude find ansehnlich, und die Einkünfte wichtig. Ueberhaupt besitzt die Geist, lichkcit ein Driltheil aller Güter des Reichs. Der Adel, die Geistlichkeit und die königlichen Städte, deren man 4-g zählt, machen das Parlament aus, welches der König nach seinem Belieben zusammen beruft. Die königlichen Einkünfte von dieser Insel betrugen im Iah. re 1788 nach Abzug der Hebungskosten Ducaki. Dieses Königreich wirb in Z Thäler oder Provinzen, nähmlich in den Val dr Mazara, Val di Demona, und Dal di Nolo getheilt, und es gehören auch die umliegenden ägaiischen und ljpari- schen Inseln, wie auch die Insel Pa- talaria, zu demselben. Seit dem hier die Spanier im Jahre irZ2 die stci. lianische Vesper anstellten, und auf ein Mahl alle Franzose» ermordeten, gehörte die Insel unter das Königreich Aragonien, welches sie durch einen Vicekönig regieren ließ. Nach dem Tode Carls II., Königs von Spanien, nahmen sie die Franzose» im Nahmen des HcrzogS von Anfou in Besitz, worauf sie, im Jahre 171z durch den Utrechter Frieden dem Herzoge von Sa- voyen abgetreten wurde, der sich noch im nähmlichen Jahre zu Meffina als König von Sicilien krönen, und her. nach das Reich durch Vicekönige regle, ren ließ. Diese Vicekönige widersetz, ten sich, nebst den weltlichen Tribuna. lien, den päpstlichen Jnterdicien mit allem Ernste; daher es mit dem Hofe zu Rom zu großen Zwistigkeiten kam, so daß der Papst die Bclehnung über dieses Königreich durchaus nicht erlhci. len wollte. Hingegen wurden auch viele Geistliche und Mönche, die den Be. fehle» deS Hofs nicht gehorchten, von Sicilien Siculian o Siebenb der Insel vertrieben. Im Jahre 1718 thaten die Spanier eine unvcrmuthete Landung auf Sicilien, und nahmen verschiedene Dcrter, und unter andern auch die Hauptstadt Meffiua, ein, worauf Savoyen mit dem Kaiser ein Büudniß machte, und demselben sein Recht auf Sicilien mit der Bedingung abtrat, daß ihm Sardinien, nebst dem königlichen Titel, dagegen eingeräumt werden sollte. Die kaiserlichen Waffen waren auch nachmahls, mit Zuziehung der englischen Flotte, so glücklich, daß die Spanier etliche harte Niederlagen erlitten, und im Jahre 2720 genöthiget wurden, einen Eva- cuationstractat zu schließen, durch welchen dem Kaiser Sicilien eingeräumt, und hingegen dem Herzoge von Savoyen die Insel Sardinien, nebst dem königliche» Titel von^derselben, abgetreten wurden. Im Jahre i/zch landeten die Spanier abermahls in diesem Reiche, eroberten es auch in kurzem, worauf der königliche spanische Jnfant, Don Carlos, weil sich die Spanier auch des Königreichs Neapel bemcisicrt hatten, zum Könige beyder Sicilien gekrönt, nnd auch brpm Friedensschlüsse vom Jahre I/Z8 als König der beyden Stricken erkannt wurde. Als Ferdinand VI., König von Spanien, am roten August des Jahres 17F9 mit Tode abging, folgte ihm Don Carlos, sein Bruder, in der Regierung, und ging den 6ten Octobcr des Jahres 17^9 von Neapel nach Spanien ab. Noch vor seiner Abreise überließ er die Krone beyder Sicilien seinem dritten Prinzen, Ferdinand Anton, mit der Bedingung, daß dieser Staat niemahls mit der spanischen Monarchie vereinigt werden sollte. WaS die Gerechtsame der Könige beyder Sicilien anbetrifft, so beherrschen sie ihre Staaten unumschränkt, und üben sogar kraft eines besondern Privilegiums in Sicilien alle Vorrechte des päpstliche» Stuhles auS. Siculiano, eine kleine und halb wüste Stadt am Flusse Cannaim Vai di Ma- zara, in Sicilien. Sicyon, eine alle Stadt auf der Halb, insel Merea, in Griechenland. Sie liegt auf einem hohen Berge, und war vorzeiten in gutem Stande; jetzt aber ist sie meist verwüstet. Die dabey nea erbaute Stadt heißt Basilicata. Sldcrs, eine Landschaft und Hanptfle- cken derselbe» an einem Bache gleiches Nahmens in der eigentlichen Republik Wallis in der Schweiz. Hier wächst sehr guter Wein. Sidon, s. Said. Sidra, 8)-rIi8 major, ein großer Meerbusen des barbarischen Meeres zwischen den Küsten vou Tripolis und Barcain Afrika, welcher seinen Nahmen von der kleinen Insel Sidra hat. Sidra, eine kleine Stadt IN der Woiwodschaft Troki im eigentlichen Litauen. Sidl) Caffem, eine kleine Stadt im Königreiche Fez in Afrika. Sie liegt an einem Gebirge, welches die Ebene von Marmora südwärts einschließt. Siebenbürgen oder Siebenbirgen, Erhell), IraniVlvLnia, ein Großfür- stenthum, welches denjenigen Theil von dem alten Dacien ausmacht, der seiner Lage wegen der mittelländische genannt wurde, und gegen Mitternacht an Ungarn, Galizien und die Moldau, gegen Morgen an die Bukowina»nd Moldau, gegen Mittag au die Walachey und das Temeschwarcr Banal, und gegen Abend wieder an Ungarn grenzt. ES hat seinen deutschen Nahme» vermuthlich von sieben Burgen oder Stblös- secn, die hier ehemahls berühmt waren, und deir lateinischen, weil eS jenseit der Wälder, die das carpathische Gebirge umgeben, liegt. Dieses Land ist ganz mit.Bergen umgeben, dich«^ Siehe n bürgen eine gemäßigte Lust und gesundes Quell, und Flußwaffer hat, und enthält un. gefähr io^v geographische Quadrat- Meile». Ob es gleich sehr grbirgichk und maldicht ist, so hat rS doch auch wein. reiche Hügel und fruchtbare Felder, so daß hier kein Bedürfniß zum Unterhal- re des menschlichen Lebens fehlt. Die fiebenbirgischen Berge erstrecken sich von Mitternacht„ach Mittag, und laufen auch an der östlichen und westlichen Seile fort. Mitten im Lande endigen ße sich in wein-»nd metallreichen Hügeln. Die höchsten Berge bestnden sich unweit Foparas, und sind beständig mit Schnee bedeck«. Die wcintragcn. den Hügel liegen in der mittägigen Ge. grnd des Landes, auf welchen aber der Wein an einigen Orten des rauhen Nordwindes wegen nicht recht reif wird. Die Gewächse, welche Siebenbirgcn hervor bringt, sind gutes GraS, alle Getreidearten, besonders türkischer Weihen, Hülsenfrüchte, gesunde Kräuter, Obst, besonders Zwetschen, Wein und Holz. Die hiesige Vieh. und Bienenzucht ist ansehnlich, und besonders zeichnet sich hier die Pferdezucht aus. Hier sieht man auch viel wilde Bienen, Schafe, und auch Schafe mit kurzen und feinen Haaren. An allerley wil- den Thieren, Geflügel und Fischen ist kein Mangel; vornehmlich aber findet man Busiel, Waldesel, Brandhirsche, Bären, Wölfe, wilde Schweine, Luch- st, Gemse», Marder, Hermeline und Biber. In allen hiesigen Bergen trifft man Spuren von Metallen an. Gold ist häufig vorhanden, und kommt nicht uur an- Bergwerken, sondern auch au- Flüffen und Bächen, ja selbst aus Gewässern, welche durch Regengüsse entstehe«. An andern Mineralien, als an Silber, Kupfer, Eisen, Stahl, Bley, Zinober, Quecksilber SpießakaS. Schwe» Vi-riol, Sreinkrhlen, und (IV. Band.) Siebenbürgen L17 Salpeter herrscht cin ,Überfluß, und Topase, Ehrysolitc iwd andere Cdcl- steine, wir auch Marmor, Alabaster uud sehr reichhaltige Salzgruben wer. den auch gefunden. Uuier den hiesigen mineralischen Quellen gibt eS warme und kalte, warme salzige, und verfiel- nernde Wasser, wir auch Sanerbnin. neu. Die vornehmsten Flüsse des Landes sind der Szamos, der MaroS„nd der Alutg oder Alt. Was drmselben fehlt, besonders an Sachen der Kunst, Las wird aus Drutschland uad aus der Türkey vermiktrlst SeS Handels herb,» geschafft. Siebcnbirgen wird von verschiedenen Nationen bewohnt, nähmlich ,) von Ungarn; s) Ziklern oder Zeklern, welche von den allen Hunnen abstammen, und Z) von Sachsen, ober seil mch. rern Jahrhunderten hier wohnenden alten Deutschen. Die letzter» sind zwar dem Naturell und den alten Gebräu, chen nach von den beyden vorher genannten Nationen unterschieden, aber doch heut zu Tage den Ungarn in vielen Stn. ckcn ähnlich. Ihre plattdeutsche Sprache kommt mit der niedcrsächsischen viel «bereit,. Diese drey sind die Hauptna- «ionen des Landes. Die übrigen, welche unter die Fremdlinge gerechnet werden, und wenn sie des Bürgerrechtes theilhaftig werden wollen, mit einer von den drey vorher gehenden Nationen sich verbinden müssen, sind 1) Deutsche, welche mit den übrigen deutschen Völkern einerley Sprache reden, die von der Sprache der Sachsen verschieden ist; 2) Walachei,, welche sich für Nachkommen der alten römischen Colo- nien hallen; Z) Armenier, welche ihre besondere Sprache haben; 4) Rachen, mrd L) Griechen. Hier gibt es auch Judkn und Zigeuner. Die letzten sind nicht müßig und faul, sondern entweder Eptklleme, oder Schmied»««» Er L 0 4 .< - - siS Siebenbürgen Schlösser, oder handeln mit Vieh und Pferden, und die meisten legen sich auf He Goldwäscherey. Sie keimen die Ge. genden der Flüsse, wo sie mit Vor. theile Gold waschen können, sehr genau. Die hiesigen Bauern sind im Jahre 1,514 zur Strafe für ihren vorgenommenen Aufruhr zur Leibeigen, schaft verdammt worden. Im Jahre 1763 zählte man in ganz Siebenbirgen 2ZLt Oerter oder Städte, Flecke» und Dörfer. WaS die Religion betrifft, so bekennen sich Ungarn, Zek- ler und einige wenige Sachsen zur katholischen Kirche. Der rcformirten Kirche sind bloß Ungar» und Zckler zugethan, und sie ist vermöge der Reichs- gesetze die zweyte in der Ordnung. Die evangelische lutherische, welche bloß Sachsen und einige wenige Ungarn zu Anhängern hat, ist in Ansehung der Anzahl der Glieder die stärkste; ja man kann überhaupt 25 Protestanten gegen «inen Katholiken rechnen. Die Soci- nianer, oder wie sie sich selbst nennen, Unitarier, waren ehemahls die Herr. fchende Partey in Sicbenbicgen. Diese vier Kirchen sind durch die Reichsge. setze bestätiget. Die griechische morgen, landische Kirche, zu welcher sich die Walachei, und Griechen bekennen, wird durch ein Privilegium des Fürsten geschützt, und in die Kirche, die mit der katholischen vereinigt ist, und in die Kirche der Diffentieuten abgetheilt. Hierher gehöre» außer den Griechen auch die Armeniauer, deren einige in Ansehung des Gottesdienstes von den Griechen ver« schieden sind, andere aber sich zur katholischen Kirche halten. In einigen Gegenden sind auch Wiedertäufer vorhanden. Die Anzahl der sämmtlichen Einwohner beträgt ungefähr i,2Lv,oc»c> Seelen. Siebenbirgen warb unter dem Kaiser Trojan, welcher den dorischen Kö. nig Decebalus bekriegte, überwand und Sieben bürge li tödtete, zu einer römischen Provinz gemacht. In den folgenden Jahrhunderten kam das Land unter die Both, Mäßigkeit der Golhen, Hunnen und Avaren, und im neunten mußte es sich den Ungarn unterwerfe». Diese wurden zwar im Jahre 889 von den Pazinaciten vertrieben; aber im Jahre 1002 nahm König Stephan I. Sieben- biegen in Besitz, und vereinigte es mit dem Königreiche Ungarn, seit welcher Zeit die allgemeinen königlichen ungarische» Verordnungen und Landtags- schlösse in Siebenbirgen eben so wie in Ungarn gegolten haben. Hierauf ward es durch Woiwoden regiert. Als König Ludwig II. im Jahre ,F,6 umkam, und hierauf ein Theil der Ungar» den siebenbirgischen Woiwoden Johann von Zapolya, ein anderer aber des Kaisers Carl V. Bruder Ferdinand zum Könige erwählte, so entstand zwischen beyden Parteyen ein blutiger Krieg, welcher endlich im Jahre ,LZ8 durch den Frieden z» Wardein beygelegt wurde. In demselben ward ausgemacht, daß Johannes Siebenbirgen und den Theil von Ungarn, welchen er inne hatte, lebenslang mit dem Titel eines Königs von Ungar» behalten,»ach seinem Tode aber, wenn auch ein Sohn von ihm vorhanden wäre, alles dem Könige Ferdinand oder dessen Erben zufallen sollte. Würde Johannes einen Sohn hinterlassen, so sollte derselbe zum Besitze aller väterlichen Güter unter dem neuen Titel eines HcrzogS von Z!ps gelangen. Die folgende Zeit verursachte aber eine Veränderung. König Johannes starb im Jahre iF4o, und hinterließ einen Sohn, Rahmens Johann Sigmund, welcher Siebenbirgen durch Hülfe der Türken als ein Fürstenthum beherrschte. Nach diesem wurde Stephan Batlory znm Fürsten erwählt, welcher König von Pohlen ward, und in Siebeiibirgen seinen Vetter Sigis- Siebe»bürge» wund Battory zum Nachfolger hatte, der sich von der türkischen auf die ungarische Seite schlug. Dieser versprach dem Kaiser Rudolph H. die Abtretung des Fücstenthums gegen Oppeln und Ratibor und eine jährliche Pension von Zoooo Thalern, hielt aber den Vertrag nicht, sonder» nahm Siebenbirgen wieder in Besitz, und trat es bald darauf seinem Vetter, dem Cardinal Andreas Baitory, ab. Dajderselbe aus der türkische» Seite hing, so half der Kaiser Rudolph dem Woiwoden der Walachei», Nahmens Michael, zum sieben- birgischcn Fürstenthume, welcher aber bald bey dem kaiserlichen Hofe in Verdacht gerieih, und das Fürstenthum dem General Georg Basta einräumen mußte. Hierüber entstanden große Unruhen, indem die Siebenbirger weder den Michael noch den kaiserlichen General haben wollten, sondern sich an ihren alten Fürsten Sigismund Battory ergaben, welcher sich aber genöthigt sah, dem Kaiser das Fürstenthum zu überlassen, wofür er andere Güter in Schlesien bekam. Die Siebenbirger fuhren indessen fort, sich wider den Kaiser aufzulehnen, und, hatten den Bethlen Gabor zu ihrem Anführer. Als man sie zur Annehmung der katholischen Lehre zwingen wollte, erwählten sie den Stephan Botskay, einen evangelischen Herrn, zu ihrem Fürsten, dem sogar ganz Ungarn zufiel; daher ihn der Kaiser im Jahre 1606 zum Für. sten von Siebenbirgen und Statthalter von Oberungarn erklären mußte. Auf diesen folgte SigiSmund Rakotzy, welcher aber bald wieder abdankte, worauf Gabriel Battory im Jahre 1608 das Fürstenthum erhielt, nach dessen Ermordung Gabriel Bethlen im Jahre »6>z in der Regierung folgte, welcher dem Könige Ferdinand II das ungarische Reich entriß, dasselbe aber im Siebenbürgen siy Jahre 162» wieder abtrat. Nach sei- »ein im Jahre 1629 erfolgten Tode kam das Fürstenthum an Georg Ra. kotzy I., dem sein Sohn Rakotzy II. folgte, welcher es mit den Schweden hielt, Ungarn feindlich angriff, und hierauf auch Pohlcn bekriegte, durch diese letzte Unternehmung aber die Türken beleidigte, welche ihn die Regierung niederzulegen zwange», welches er auch im Jahre 16^8 that. Hierauf erwählten die Stände den Franz Rcdey zum Fürsten; Rakotzy aber trachtete wieder nach der Regierung, weßwegen ihn die Türken bekriegten, und anstatt des Nedcy den Achalius Barskay zum Fürsten einsetzten. Dieser konnte gegen den Rakotzy nicht auskommen, daher er das Fürstenthum dem ehemahligen rakotzyschen General, Johann Kemeny, abtrat, worüber er von den Türken in Arrest genommen wurde, die den Krieg gegen den Rakotzy fortsetzten, welcher endlich in einem Treffen bey Klausenburg tödtlich verwundet wurde, und starb. Barskay wurde hierauf von den Ständen abgesetzt, und Kemeny an seine Stelle erwählet, dessen Wahl die Türken für ungültig erklärten, und den Michael Apaffi im Jahre 1661 zum Fürsten machten. Ke- meny trat auf die Seite des römischen Kaisers, stürzte aber auf seiner Flucht im Jahre 1662 mit dem Pferde, und starb; Apaffi hingegen blieb durch den Frieden vom Jahre 1664 unter dem Schutze beyder Kaiser in seiner Würde. Im Jahre 1687 bemächtigten sich die Oesterreicher und Ungarn des ganzen Fürsteiithnnls, welches sich im Iah- re 1689 der kaiserlichen Oberherrschaft gänzlich unterwarf, wiewohl dem Fürsten Apaffi die Nachfolge für seine Nachkommen bestätigt wurde. Als derselbe im Jahre 1690 starb, fiel Tököly in Siebenbir-en ein, wurde aber bald Ee» 0 , sso Siebenschläfer wieder binanS gejagt,„nd Michael Apaffi ll. folgte seinem Vater in der Regierung. Im Karlowitzer Friede» vvm Jahre i6yy verblieb Siebeiibirgcn dem ungarische» Reiche; und obgleich Franz Rakotzy im Anfangr dieses Jahrhunderts Ansprüche darauf machte, so wurde er doch bald besiegt. Als Fürst Michael Apaffi im Jahre 17iZ ohne Erben starb, so ward Siebeiibirgen völlig mit Ungar» vereinigt, wovon es aber nachmahls wieder getrennt würbe. Am Ende des Jahres 176^ erhob die Kaiserin» Königinn Maria Theresia das FürstenthnmSiebenbirgen zu einem Großsürstenihnme, weil es von an. der» Kronen ganz unabhängig, und so wohl wegen seiner Größe und Lage, als auch wegen seiner innerlichen Kräf. te ein beträchtlicher Staat sey. Die Stände des Reichs bestehen hier wie in Ungar» aus Prälaten, Ma- nnaten, Edelleuten und königlichen Bürgern. Ehemahls, wurde dasselbe nachdem Unterschiede der drey Hauplna. lionen, die das Land bewohnen, in das Land der Ungarn, Zekler,.und in das königliche Land der Sachsen eingetheilt; aber nach einer Verordnung vom Jahre ,784 ist dieser Unterschied der Hauptnationen aufgehoben worden, so daß Siebenbirgen jetzt in neun königliche Frcystädte und eilf Gespan, schaften getheilt wird. Auch hier gibt es an der Grenze der Walachrp und Moldau militärische Distrikte. Siebenschläfer, in der Legende bes chrift, kichen Alterthums sieben Bruder aus der Stadt Ephesus, welche, der Verfolgung unter dem Kaiser Decins zu entgehen, im Jahre ZLi in ebner Höh. le einschliefen, und nach Zähren unter dem Kaiser Theobosius wieder er- wachten. Diese Fabel ist vielleicht dem heidnische,,Alterthume abgeborgt, woher Weise Epimenides in seine» jünger» Jah- Siebkirl Siegelbew ren aufderJnsel Creta gleichfalls^Jahre in einer Höhle geschlafen haben soll. Siebenlchn, insgemein Siedeln, eine kleine Bergstadt im Amte Rossen im erzgrbicgischen Kreise im Churfürsten, tbume Sachsen. Vor dem Städtchen liegt ein chucsächstscher Fsrsthos, wc. gen des darauf stoßenden Z-llwaldes, auf welchem ei» Wildmeistee wohnt. Siebcuüuden, Helhars, Zsptemiiliae- ein angenehmer und gut gebauelcrMarkt. flecken mit einer katholischen Pfarr. kirche, in der Scharoschcr Gespan- schaft in Oberungarn. Siebenlhurmr, s. Cvnstantinopel. Sieg, 8isZa, ein Fluß, der im Wkster. walde in der Gegend Wikgenstein im oberrheinischen Kreise aus einem Berge, der auf der Sauspiye genannt wird, und ein Stück des berühmten Berges Rochax ist, entspringt, und sich ober, halb Bonn in den Rhein ergießt. Siegberg, Siegburg, eine kleine Stadt am Flusse Sieg im Herzogthume Ber. gen i» Westphalen, 1 Meile von Bonn. Gleich bey dieser Stqdt befindet sich eine ansehnliche Benedietiiierabtep, wel. che am i tcii Januar des Jahres 1772 durch einen heftige» Brand bis auf die Kirche in die Asche gelegt wurde. Siegeau, ei» Städtchen in Unterkam giiedoc in Frankreich, von welchem ein benachbarter See den Nahmen hat, der mit dem Meere zusammen hangt. Hier wird viel Salz bereitet. Carl Mac- teil schlug in der hiesigen Gegend im Jahre 7Z7 dir Araber. Siegclberg, eine Herrschaft in decLand- vogkey Thurgau in der Schweiz, deren Schloß gleiches Nahmens verfallen ist. Siegelbewahrer, 6arcke ckes 8es3ux ckeissrance,ehemahls in Frankreich der. fettige hohe Kroubedieule, welchem das große Siegel des Königs, das besondere Siegel für die Provinz Daiiphiue, mib die Gegevsiegel zu bepdcn, a,,vk^ Siegclverwahcer trauet waren. Er legte seinen Eib in die Hände des Königs ab, und hatte im königlichen Canseil seinen Sitz unmittelbar nach dein Kanzler. Bey ihm, und nur auf seinen Befehl, ward auf die in der großen Kanzelley ausgefertigten Briefe das große Siegel gesetzt. Er hatte die Aufsicht über alle Kanzel- l-yen bey den Parlamenten, Conseils, und Pkäsidialgerichten, und vergab alle Aemter bey diese» Kanzelleyen, unter seinem eigenen Nahmen und Siegel. Er beeidigte alle besonderen Gouverneur- j» den Städten und Festungen Frankreichs; nicht aber die Go.uver- neurS über ganze Provinzen. Ihn mußte in der Stadt Paris, und auf Reisen, alle Mahl ei» l-ieutensrit cle la kr^vols cje I' kkote! begleiten, welcher daher I-ieutenaol cku 8ceau genannt wurde. Zuweilen war die Würde eine- Siegelbewahrers zugleich mit der Kauz. lerwürde verbunden. Siegelverwahrer, ehe Lord Keeper, in England dreyerley Würde», welche ihre» Nahmen van dem großen, geheimen und kleinen oder Privatstegel ha. ben, und sehr von einander verschiede» sind. Der Großsiegelvcrwahrrr ist gemeiniglich zugleich Großkanzler von England. Das kleine oder Privaisiegel wird durch den geheimen Rath verwahrt, der bisweilen etliche Personen als Com- miffarien dazu verordnet. Der geheime Siegelverwahrer aber ist der Ordnung nach unter ben Kronbedienke» der fünfte, und seineWürde wird so hoch geachtet, daß er vermöge derselben ein Lord oder Graf ist, wen» er auch sonst von Geburt nur ei» Edelmann wäre; wie er den» auch seinen Sitz im StaakSrache gleich nach dem Präsidenten nimmt. Alle öffentlichen Urkunden, Acten und Gnirdenbr» jeigungen, die der König unterschrieben hak, müssen durch srine Hand gehen, und mit seinem Siegel gesiegelt wer- Siegclerdr Siena-err den, bevor sie das große Siegel passiven können, und er darf keine Acte oder Gnadenbricf siegeln, ohne vorher gehende, mit des Königs Hand unterschriebene, und mildem kleinen Siegel br. kräftigte Ordre. Er myß auch dafür sorgen, daß der König nichtbetrogen werde. Siegclerde, feine Solar- oder Thonerde von allerley Farben, welche geschläm- met, in kleine runde Stückchen gcfor- met, und zur Glaubwürdigkeit mit dem eingedruckten Siegel desjenigen Ortes, wo sie bereitet worden ist, versehen wird. Siegen, 8iZenL, eilte fürstliche liassau- oranische.Stadt an der Sieg, 7 Stunde» von Dilleuburg im westpbälifchen Kreise. Sie enthält gegen Zoo Häuser, und hat ein Collegium der vormahligen Jesuiten, wie auch gute Eisenwerke und Schmelzhüklen. I» dem alten und neuen Schlosse residirten vormahls die auSge- storbenen katholischen.und rcformirtek Linien der Fürsten. Sieghards oder Großsieghards, ein Schloß, Herrschaft und Markt mit.ei« ncm freyen Landgerichte im Kreise.ob dem MannhartSbcrgc imLande unter der EnS in Oesterreich. Sielce, eine Stadt in der Woiwodschaft Masure» in Großpohle». Siellszcze, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Polozk in WeißrußlandinLi- taueii. Sicluti, eine Stadt in der Woiwodschaft Maturen in Großpohlen. Siemcnthal, s. Siminenlhal. Siemialncze, eine Stadt in der Woiwodschaft Podlachien in Kleinpohlen. Sirinikszow oder Siemiczow, ei» Städtchen in der Woiwodschaft Nswogrodc» in Schwarzrußland in Litauen. Siena, 8enae, die Hauptstadt deSTcr- ritorio d> Siena im Großherzogthumr Loscaua, welche in der obern Provinz auf Hügeln sehr angenehm liegt, ziemlich groß ist,„üb eine gesunde Luft 22 Sien« hak. Die hiesigen Straßen sind ihrer Lage wegen sehr ungleich, aber sehr gilt mit Ziegelsteinen gepflastert. Diese Stadt hat viele wohl gebanete Häuser, aber auf ihre Größe nicht viel Einwohner; denn man zählet derselben jetzt nicht über iLooo. Hier wohnet viel Adel, welcher in vier Classen getheilt wird, die man Monki nennt. Man hält dasür, daß hier die italienische Sprache am reinsten geredet werde. Am Rath- hause befindet sich der Schauplatz, und vor demselben der Marktplatz, auf welchem jährlich das Pferderennen, und das Giuoco de'Pugni, in welchem die Edelleute einander mit den Fäusten auf die Köpfe schlagen, gehalten werden. Siena ist der Sitz eines Erzbischofs, unter welchem vier Bischöfe stehen, dessen Metropolitankirche von außen und innen aus weißem und schwarzem Marmor nach gothischer Bauart aufgeführt ist. Der Fußboden derselben ist von Marmor und andern kostbaren Steinen auf das künstlichste eingelegt, besonders unter der Hauptkuppel und vor dem großen Altare, und dadurch find verschiedene biblische Geschichten so schön vorgestellt worden, als ob sie gemahlt oder die Figuren hinein gegraben wären. Er wird mit Bretern bedeckt, damit er nicht verdorben werde, und man zeigt den Fremden nicht mehr von demselben, als einige Schuhe inS Gevierte. In die. ser Kirche findet man auch die gppftr. ncn Brustbilder von 170 Päpsten, die marmornen Bildsäulen von 6 aus Siena gebürtigen Päpsten, und der 12 Apostel. Durch eine Oeffnnng des Fußbodens im Chöre kann man hinab in die Kirche der heiligen Johannes sehen, welcher gerade darunter liegt, und von außen unten am Berge ihren Eingang hat, so daß folglich hier zwey Kirchen über einander stehen. Ruhe bey der Domkirche befindet sich der erzbischöfli. Sieniawa che Pallas!, und derselben gegen über ein großes uud sehr begütertes Hospi, tal. In der Dominicanerkirche wird das Haupt der heiligen Sacharin« aus Sie. na verwahrt. Ueberhaupt zählt man hier 2Z Pfarrkirchen und Zo Manns. und Franenklöstcr. Die hiesige Universität, welche Kaiser Carl V. stiftete, ist jetzt in schlechten Umständen. Die Deutschen, welch- auf derselbe» studieren, genießen besondere Vorrechte, welche sich von dem eben genannten Kaiser Her- schreiben. Hier gibt es verschiedene Akademien, welche seltsame Nahmen füh. ren. Die Universität hat eine Bibliothek, welche im Jahre 1769 durch die benevoglicntischen Bücher und Mann, scripte ansehnlich vermehrt wurde, und eine wohl eingerichtete Reitschule. Dos Kloster beyder Augustinerkirche enthält ebenfalls eine öffentliche Bibliothek, und in den übrigen Kirchen und Klöstern befinden sich sehenswürdige Gemählde. In dem Collegium Tolmei werden junge Adelige erzogen. Die Pallaste des GroßhcrzogS, der Marquisin» Zondo« dari-Ghigi, Sansedoni, d'Elci, Pir- colomini, Gbigi, Gori, Tvmmassi, Ser- gardi, das Rathhaus mit feinem schönen Saal, die Naiuraliensammlnnge» der Akademien, der Professoren Baldeffori und Calliiri». s. f. verdienen Aufmerk. famkcit. Die hiesige Citadelle bedenket nicht viel. Das neu erbauete Opernhaus, das Thor Camollia, und der Springbrunnen auf dem großen Markt, platze find ebenfalls schön. Von der ehemahligen hiesigen republikanischen Freyheit findet man wenig Spuren mehr, außer, daß aus dem Adel noch y Senatoren erwählt werden, die den Titel Eccelfi führen, aber wenig zu sagen haben. Die Einwohner nähren sich hier übrigens größten Theils von Wollen- manufactiiren. Sieniawa, eine offene Stadt am Fluss« Sierabz Sierra Sän im Samborer Kreise im König« reiche Galizien. Sieradz oder Siradien, eine Woiwodschaft in Großpohlen, welche zwischen den Woiwodschaften Kalisch und Lent- schitz, wie auch zwischen Kleinpohlen und Schlesien liegt. Sie enthält 4 Di- stricte und 2 Starosteye», und ivar vor Alters ein Herzogthum, weiches den jüngern königlichen Prinzen gegeben wurde. Die Hauptstadt der Woiwodschaft heißt ebenfalls>- Sieradz, Hiraciin, liegt in einer Ebene, ist mit Mauer» umgeben, und hat au der Maria ei» Schloß Sie ist der Sitz des Woiwoden und eines großen Ca- siellans, eines Stnroste» und des Landgerichts. Im Jahre 1290 wurde ste von den Tartarn, im Jahre 1292 von den Böhmen, und im Jahre iZZi vom deutschen Orden verwüstet. Sieraje, s. Scrrey. Sierakvw, Zirka», ein Städtchen an der Wartn in der Woiwodschaft Posen in Großpohlen, zu welchem eine Herrschaft gehört, deren Besitzer der Baron von Gartenberg ist. Sierendorf, ein gräfliches colloredisches schönes Schloß mit einem Markte im Kreise unter dem Mannhartsberge im Lande unter der Ens in Oesterreich. Sicrpc, eine Stadt auf einem Hügel zwischen Morästen in der Woiwodschaft Plotzkin Großpohlen. Sie liegtL Meilen von Plotzk, und ist der Hauptort eines Districts, und der Sitz eines kleinen Castellans. Sierqucs, Sirk, eine kleine Stadt nahe beyder Mosel im Herzogkhumc Lothringe» in Frankreich, welche ehemahls befestigt war. Sierra, eine kleine Landschaft in Südperu im spanischen Vicekönigrciche Rio de la Plaka in Südamerika. Sierra Lcona, eine Landschaft an der Kü. sie des eigentlichen Guinea in Afrika, SirverSh Sigmar 22^ in welcher ein Fluß und langes Ge. birge gleiches Nahmens liegt, und die sehr fruchtbar an Citronen, Feigen, Datteln und Zuckerrohr ist, daher die europäischen Nationen stark hierher handeln. Sievershausen, Sivershausen, ei» Dorf mit einer Superinkendentur und einem Rittergut« im Amte Meinersen im Für- stcnlhume Lünebnrg im niedersächsischen Kreise, welches wegen einer blutige» Schlacht berühmt ist, die den yten Julius des Jahres iLLZ zwischen Moritz, Churfürsten zu Sachsen, Albrecht, Markgrafen zu Brandenburg, und Herzog Heinrich von Braunschweig vorfiel. Der Churfürst wurde hier so tödtlich verwundet, daß er den Ztcn Tag darauf starb, ob er gleich den Sieg über den unruhige» Markgrafen erhalte» hatte. Es lagen hier 40Z8 Personen auf der Wahlstudt, unter welchen sich 4 Fürsten, 14 Grafen und ZLO Edelleute befanden. Sicrmiliszki, ei» Städtchen in der Woiwodschaft Wilno im eigeiitlichenLitauen. Siewierz, s. Severien. Siga, jetzt Hatesgoul, eine Stadt und Hafen am mittelländische» Meere im Königreiche Algier in Afrika. Sigenburg, ein Marktflecken am Flusse Abcnst im Aentamke München in Ober- bayeru. Sigista» oder Sedshcstan, ein« Provinz in Ostperste» in Aste», welche gegen Norden an Sablestan und Chorusan, gegen Westen an Kerman, gegen Süden an Makeran und Send, gegen Osten aber an das ehemahlige Reich des Moguls grenzt. Slgmaringen,einc Grafschaft in den fürstlichen hohenzollerischcnLandcn im schwä. bischen Kreise, welche ei» österreichisches Lehen ist, und dem fürstlichen Haufe von Hohenzollern- Sigmaringen gehört. Der Hanptort derselben ist 4 *^ sr4 Gig'ASring Signatur S i g» e l S'i g me n z a Sigmaringen, ein Städtchen an der Donau, und die Residenz der fürstlichen hohenzollerisch. sigmaringrsche» Linie. Slgn, Liv^um, 86ri§», eine wichtige Bergsestung im venetianischen Dalma- tieii. Die Festungswerke derselben sind zwar nicht auf neue Act angelegt; aber der überaus harte Fels ist von drey Seiten fast unerstriglich, und die vierte Seite ist mit einer dicken Mauer und zwey starken Abschnitten versehen, auf weiche man mit Leiter» steigen muß, «nb wo in zwey großen Cisterne» gutes frisches Wasser anzutreffen ist. Die Venetianer nahmen den Türken diesen Drt im Jahre>686 ab, und befestigten ihn noch mehr, wodurch siechn unüberwindlich gemacht haben. Signal, ei» aus dem Französischen entlehntes Wort, welches ein Zeichen bedeutet, so fern dadurch der Befehl zu etwas gegeben wird. So hat man auf den Schiffen Tagfignale und Nachtsignale. Jene werden mit Flaggen, Segeln und Wimpeln, diese mit Blick- feuern, Racketen, Laternen, Kanonenschüssen und so ferner gegeben. Signalisiern, Signalirc», sich bekannt und berühmt machen, vor andern hervor thun. Signatur, ein in verschiedenen einzelnen Fällen übliches Wort, welches aus dem Lateinischen entlehnt ist. So wird die Unterzeichnung eines Briefes, einer >. Urkunde u. s. f. so fern sie nur mir dem Nahmensznge oder den Rahmensbuch. stoben geschieht, in den Kanzelleyen häufig die Signatur genannt; zum Unterschiede von der vollständigen Unterschrift. S. Signieren. Beyden Buchdruckern ist die Signatur der Buchstab des Al- phabeths, welcher unten in die Mitte der erste» Seite» eines jeden Bogens, »der jetzt häufiger nach der rechten Seite derselben zu gesetzt wird, die Falte-er Böge« damit zu bezeichnen; da- Bogenzeichen. Auch die Kerbe an den gegossenen Schriften, welche verhin. drrt, daß sie von dem Setzer nichtvee- kehrt gesetzt werden, heißt die Signaiur Signet, ei» veraltetes Wort, welches ehemahls ein Siegel bedeutete. In den Kanzelleyen werden zuweilen noch die kleinern Handsiegel»der Petschaftezum Unterschiede von den größer» Kanzel, leysicgeln Signete genannt. Signieren, ein Wort, welches besonders in den Kanzelleyen üblich ist,»nd daselbst ei. ne Schrift mit seinem NahmcnSziigr.sci. nerChiffre, den Anfangsbuchstabenseines Rahmens oder mit einem andern Willkür- lichen Zeichen unterzeichnen, bedeutet: zum Unterschiede von dem vollständiger» Unterschreiben. Signoria, ein Titel, welchen man dem Rathe zu Venedig und Genua gibt. Zu Venedig ist ein gewisses Colleaium dieses Nahmens, welches die Majestät der Republik hauptsächlich vorstellt,»nb aus dem Doge und sechs andern Räthen besteht. Sigluna, eine kleine Stadt am Malarsee in Upland in Schwcdxy, 6Mrilen von Stockholm, deren Ckiiwohner sich vorn Fischfänge»nd Gartenbaue nähren. Sie war vor alten Zeile» die Haupt« und Residenzstadt des svconischen Königreichs. König Sigg» soll sie im Jahre der Welt 2064 erbauet, die Heidtn dieselbe aber im Jahre Christi toh? zerstört haben. Die Marienkirche ist unter den diesigen Kirchen die schönste, und man sieht noch Uederreste von>4 verfallenen Kirchen. Siguenza, ZeZunti», eine Stadt auf einem kleine» Berge am Flusse Hrn«- res in der Provinz Guadalarara im Köriareiche Nencastiiien in Spanien. Sie hat ei» festes Schloß, Z Pfarrkirche», Z Klöster und 2 Hnspiiäler, und ist der Sitz einer Bischof-, dessen jährliche Einkünfte auf 70000 Dur«- Sikino Silber len geschaßt werden, und einer im Jahre>47» gestifteten Universität. Slkino, eine Insel auf dem Archipelagus, welche unter allen benachbarten Inseln den besten Weißen hervor bringt, und auch vielFeigen erzeugt. Das Städtchen gleiches Nahmens, welches man auf derselben findet, scheint über das Meer herab zu hangen. Siklvs, Siklofch, ein Marktflecken in der Barauyer Gespanschaft in Nieder, »ngarn, welcher 2 Meilen von Fünfkirchen an der Drava in einer schönen Gegend liegt, und eine katholische, eine reformirte und eine griechische Pfarrkirche hat. Der Wein, der hier gebauet wird, ist von rother Farbe und vortrefflichem Geschmacke. Die hiesige Ab- tey besaß ehemahls der Benedictiner- orden. Das dabey liegende Schloß Ei- klos, welches jeßi der fürstlichen battya- nischen Familie gehört, liegt auf einem hohen Felsen, und auf demselben saß Kaiser Sigismund gefangen. Im Jahre iA4z bekamen die Türken diesen Ort durch Zaghaftigkeit des Commcndanlen; ini Jahre 1626 aber eroberten ihn dir Kaiserlichen. Eikvkf, eine große Insel unter den japo, Nischen Inseln in Asien, welche ostwärts von China liegt. Eil, ein Fluß in Asien, der in Georgien entspringt, und sich in das Mare della Zabache ergießt. Ella, 8nltu8 Rke^inorum, ein großer Wald im Königreiche Neapel, der sich von Coscnza in Calabria eitra bis «ach Rhegio in Calabria oltra längs i-M apenninischen Gebirge erstreckt. Silavengo, LilavenZum, eine kleine Stadt am Flusse Sessia in der Landschaft Novarese im Herzogthume Mailand. Silber, ein weißes glänzendes Metall, welches, weil eS feuerbeständig ist, für das edelste nach dem Golde gehal- (IV. Band.) Silbrrb Silkerfkot 22I ten wird, und einen feinen hellen Klang hat. Silberberg, eine Bergstadt und wichtige Festung im Umfange des FürstenthmnS Münsterberg in Schlesien, welche aber zum Fürstenthume Brieg gehört. Sie zählt ZZO Einwohner, enthält eineka. tholische und eine evangelische Kirche, und hat ihren Nahmen von dem bey derselben befindlichen Silberbergwerke, in welchem man ein mildes silberhaltiges Bleyerz bricht. Die Festuiigswer. ke sind nach dem dritten schlesischen Kriege durch Pulver und Werkzeuge in den Felsen angelegt worden, und stehen durch einen bedeckten Weg in Verbindung. Das Hauptwerk hat die Gestalt eines Schlosses von gothischer Bauart, mit großen Thürmen. Die in den Felsen gehauenen Graben find 70 Fuß tief, und in den Wällen, welche escarpirte Berge sind, befinden sich drey Reihen Casemalten über einander. Der in den Felsen aus.tfthaucne Brunnen für die Besatzung ist 120 Fuß tief. Diese Wer. ke können Lvoo Mann Besatzung in sich fassen. Die Luft auf dem Berge ist so kalt, daß, wenn die Casematten bewohnt werden sollen, schon im August eiugeheitzt werden muß. Die nächsten Anhöhen muffen in KriegSzeiten besetzt werden, damit sich der Feind derselben nicht bemächtige, und von denselben die Festung beunruhige. Silberberg, ein Marktflecken und Schloff im Prachiner Kreise in Böhmen, welcher seinen Nahmen von einem ehemahligen Silber-und Kupferbergwerke hat. Silberstökte, der ehemahlige Nahme derjenigen Flotte von Kanffahrern, welche jährlich aus Spanien nach Mexiko absegelte, und mit dem in der neuen Welt gewonnenen Silber und Gold wieder nach Spanien zurück kehrte. Seit dem Jahre 17,^7 sind keine Flotten und Gallione» mehr abgeschickt worbon^ E L L L S 226 Silbergrosche« Silier?«« Silistel« weil man dadurch auf Seiten deS Ho- fe« bem vielen Untcrschleifc dcs JndultS vorbeugen woll-e. Kraft dessen war al- ken Spanier» erlaubt, Gold und Silber aus Amerika zubringen, davon aber dem Könige lo Procent zu bezahlen. Da aber die Kaufleute das Wenigste in das Verzeichniß der auf der Flotte befind, lichen Waaren registriren ließen, und ehe»och dir Flotte nach Cadix kam, da- klebrige auf andere Schiffe luden, so bekam die königliche Schatzkammer kaum z Procente. Es wird also, seit dem dieSÜberfiotien aufgehoben worden find, der Handel nach Amerika mit den söge- nannten Aegisterfchiffen getrieben, die ein jeder Kaufmann, dem e« der Rath von Indien erlaubt, nach Belieben ab. fertigen kaun, und die von Cadix ge. rade nach den spanischen Häfen in Ame- rika gehen. Da aber durch die vielen Abscndungen der Schiffe die dortigen Länder mit Waaren überhäuft wurden, und auch von den Franzosen unter Phi- kippS V. Regierung der Handlung Spa. nienS viel Eintrag geschah; so verboth zwar der König den Franzosen die direkte Handlung nach Indien, dir gesuchte Wiederherstellung der Silberflot» ten und Bastionen aber fand nicht Statt. Man machte sich hierzu in den Jahren r/LZ und i/Lchauf das neue Hoffnung, so wie auch unter der jetzigen Regierung geschah; da aber die königliche Schatzkammer bey den Registerschiffen ihre Rechnung besser findet, so wird rS ohne Zweifel dabey bleiben. Silbergroschen,«in Wort, welches vermöge seiner Zusammensetzung und ehe- mahligen Gebrauches eigentlich eine aus Silber geschlagene Denkmünze bedeu- »ete, welche auch wohl ein silberner Groschen genannt wurde. So werden in dem Rrichsabschirde zu Augsburg von, Jahre i.tzzi noch die ganzen Thaler stl- Hern« Groschen genannt. In Sachsen hieß bis auf Herzog Georgen zu Drei, den eine gewisse Silberinüiize, welch, drey meißnische Groschen galt, rinSil- bergroschcn, und ein Schock solch« Groschen wurde alsdann ein Silber- schock genannt. Jetzt führen nur noch in einigen Gegenden, zum Beyspiele i» Böhmen, die so genannten Kaisergroschen den Nahmen der Silbergroschen; vermuthlich zunächst zum Unterschiede von den kupfernen Gröscheln oderpohl- nischen Groschen. Silberkammer, an den Höfen rinCol. legium derjenigen Personen, welche zur Aufbewahrung und Reinigung det Silbergeschirres bestimmt find. An dessen Spitze befindet sich derSilberkämnie- rer, welcher die Silberdiener, Silber-«- hülfen, Silbcrschrriber, Silbcrwäsch« und Silberwäscherinnen unter sich hat. Silberkämmerer, s. Silberkammer. Silberpage, an den Höfen ein Page, welcher das Silbergeschirr seines Herr» in seiner Aufsicht hat. Silberschock, f. Schock und Silbergro- schen. Sile, Silis, ein kleiner Fluß In Italien, der bey Trevigo entspringt, sich daselbst mit einem Arme des Flusses Plavever- einigk, und, nachdem er den Nahmen Pioorsello angenommen hat, in den Golfs von Venedig fällt. Silein, s. Zolna. Siljan, ein ziemlich großer See in der Provinz Galland an den Grenzen»b« Gäfirikland in Schwede». Silistria, Drista, eine ziemlich befestigte Stadt an der Donau und am Fußt eines Berges, und die Hauptstadt der Sandschakschaft gleiches Nahmens>» Bulgarien. Sie ist ganz mit tiefen Gründen umgeben, welche mit einem dichten Walde bewachsen find, und ist derSis eines griechische» Metropoliten. Sit steht nicht weit von den Ueberbleibseln der Mauer, welche dir griechischeii Kai- SIN Gikvestriner Simancas sec ehemahls zur Abhaltung der Einfälle barbarischer Völker auffuhren ließen. Ihre Einwohner find meisten Theils Türken. Daß diese Stadt sehr alt sey, kann man aus der Bauart der erwähnten Mauer abnehmen, die nicht türkisch, sondern römisch zu seyn scheint. Im Jahre 177z fielen bey derselbe» scharfe Gefechte zwischen den Türken und Russen vor, in welchen die letzter» siegten, aber viel Volk einbüßten. Sill, 8ita, ein kleiner Fluß in Tyrol, welcher im Bisthume Brixen entsteht, Goldkörner bey fich führt, und sich bey Jnnspcuck in den Jnn ergießt. Sillabar, eine Stadt mit einem Fort Rahmens Marlborough auf der Insel Sumatra in Ostindien in Asten, welche den Engländern gehören. Sille oder Silley de Guillaume, eine kleine Stadt in Obermaine in Frank, reich, welche ehemahls befestigt war, und den Titel einer Baronie führte. Sillerod, ein anmuthigcs königliches Schloß nicht weit von Copenhagen in Dänemark, welches mit vortrefflichrn Gebäuden undschöne» Lust- und Thiergärten versehen ist. Killlon, ei« Marktflecken und der Hauptort des Gericht« Heimfels im Viertel Pusterthal in Tyrol, welches dem königliche» Stifte zu Hall gehört. Eil», Siioh, vor Alters eine Stadt im Gebiethe des Stammes Ephraim in Palästina, von welcher man jetzt bloß den Ueberrest auf einem hohen Berge un- weit dem heutigen NabluS oder bemalten Sichern steht. Dilvestriner, Ordenskeute bn Italien, besonders in Umbrien, Toscana und in der Mark Ancona. Ihr Orden nahm im Zahre i2Z2 durch einen, Nahmens Sil- »ester, seinen Anfang, und ward im I hre>2z8 vom Papst JanoeentiuS IV. bestätigt. Sie haben ihren General, der alle Z Jahre erwählt ward, SiiliMkNt LT-r folgender Regel des heiligen Benedicts, und ihr Habit ist dunkelbraun. Simancas, Seplimancae, ein mit Mauern umgebener Flecken in der Provinz Valladolid im Königreiche Leon in Spa. nien. Er liegt in der Gegend, wo sich der Fluß Pisuerga mit dem Duero vereinigt, auf einer Höhe, und hat zwey Pfarrkirchen, ein Hospital und ein Ca. stell. Im Jahre YZ4 wurden bey dem- selben die Araber geschlagen. Slmbirfk oder Sinbirsk, die Hauptstadt der Statthalterschaft gleiches Nahmen« im asiatischen Rußland, welche ziem. lich groß ist, und theils auf einer Höhe, theils am Fuße derselben an den Flüssen Wolga und Swijaga liegt. Sie ist im Jahre 1648 erbauet worden, und hat 14 steinerne Kirchen, eine Hölzer, ne, und 2 Klöster. Zu ihrem Handel hat sie viele Bequemlichkeit, aber Man» gel an Holz. Die simbirskische Glatt- Halterschaft liegt auf beyden Seiten der Wolga unterhalb Kasan, und muß vor Alters stärker bebauet gewesen seyn, als jetzt, welches die vielen Trümmern von ehemahligen Städte» beweisen. Mit dem hier häufig wachsenden Getreide und guten Obste werden die südöstlichen Gegenden. welche Mangel daran haben, versorgt. Simia, zwey Inseln des Archipelagus gegen die Küsten von Asten, von welchen fie durch einen schmalen Canal abgesondert werden. Sie liegen zwischen der Insel Rhodus nud dem Capo Crio, und find fruchtbar an vortrefflichem Wein. Simmari, Simori, Libaris, eine klei. ne Stadt in Calabria oltra in Neapel, welche dem Fürsten von Squilaei gehört. Sie hat 7 Pfarrkirchen, unter welchen sich eine Cvkegiatklrche befindet, und ein Kloster. Simmenthal, Siementhal»der Sieben, thal, eine Landschaft in den deutschen Landen desCautoiiS Bern in derSchweiz, Ff« L28 Simmer« S immer» Simps welche 12 bis iZ Stunden lang, aber nur eine Viertelstunde und etwas mehr breit, und an beyden Seiten mit einer gleich langen Reihe hoher und an einander stoßender, theils fruchtbarer, theils unfruchtbarer und felsichter Berge eingeschlossen ist. Der Simmenbach, welcher das Thal der Länge nach durchstießt, soll ehemahls eine siebenfache Quelle gehabt, und davon seinen Nahmen haben, welchen er dem Thalc wieder gegeben hat. Der Eingang in dieses Thal ist wegen der ungeheueren Fel- sen, von welchen öfters große Stücke herab in den Weg fallen, etwas fürchterlich, und ist auch besonders im Frühlinge, wenn das Eis und der Schnee oben auf diesem Felsen zu schmelzen an- fangen, und Felsenstücke auflösen, gefährlich. UebrigeuS wird diese Landschaft durch den eben genannten Bach in die untere und obere getheilt, und jene ist ungefähr sieben Stunden lang. Das Siementhal ist sehr fruchtbar an allerley Getreideacten; doch legen sich die Einwohner lieber auf die vortheil- haftere Viehzucht, und bereiten viel Butter und Käse. Von dem letzten ist die beste Art unter dem Nahmen Saa- ueukäse auch außerhalb Landes bekannt und beliebt, welche bloß aus dem fettesten Theile der Milch verfertigt wird. Hin und wieder wachsen hier ziemlich gute Baumfrüchle, und Forellen sind häufig vorhanden. Simmer, ein nur im Oberdeutschen übliches Maß trockener Dinge, besonders des Getreides, welches aber doch nicht überall gleich ist. In der Pfalz und in Franken hält ein Simmer 2 Metzcn, 4 Sechter oder 16 Gescheid; 4 Simmer machen daselbst ein Malter oder Achtel. Im Würtembergischen hält ein Simmer4Vierlingeoder Unzen, und8 Simmer machen daselbst einen Scheffel. Simmer», ein Fürsteurhum nicht weit vom Rhein auf dem HundSrück nördlich und westlich von der Grafschaft Sponheim im oberrheinische» Kreise an den churtrierischen Grenzen, welches dem Churfürstei, zu Pfalz gehört. Die Hauptstadt desselben heißt ebenfalls Simmer», liegt am Flusse gleiches Nah. menS L Meilen von Coblenz, und war, als eine ehemahlige Residenz, vor der französischen Verwüstung vom Jahre 1689 eine schöne Stadt. Gegenwärtig enthält sie Kirchen für alle drey im r». mischen Reiche herrschenden Religionen, und ist der Sitz eines OberamtS, zu welchem 70 Oerker gehören. Simonie, in dem kirchlichen Rechte ein Verbrechen, da man geistliche Aemter durch Gaben ober Geschenke an sich zu bringen sucht. Der Nahme selbst kommt von Simon dem Zauberer her, derbem Apostel Petrus Geld anboth, daß er ihm die Gaben des heiligen Geistes dafür verkaufen sollte. Simonslhurn, Simon- Tornya, e!u wohl bewohnter und weitläuftiger mit einem Wall umgebener Marktflecken iu dce Tolner Gefpanschaft in Niedern», gar», in welchem die ComilakSversamm. Lungen gehalten werde». Er liegt in der Gegend, wo die Flüsse Scharwitz, Scha- jo und Kaposch zusammen fließen. Hier haben so wohl die Katholiken als Re- formirken ihre Pfarrkirchen, und man findet hier auch ein FranciScanerkloster mit einer Kirche. Der Wein, welcher in der umliegenden Gegend gebauet wird, ist meisten Theils von rother Farbe und vortrefflichen Geschmacke. DaS beydem Flecken befindliche Schloß gehört jetzt dem Grafen von Limpurgstyrum, und war ehemahls von ziemlicher Erheblichkeit. Im Jahre 1636 wurde cS von den Kaiserlichen erobert. Simpa oder Wimpa, ein Fort bey einem Dorfe gleiches Nahmens in der Land- Simpel Sincap« e schaft Agonna an der Küste von Guinea in Afrika. Simpel, ein aus dem Französischen oder Lateinischen entlehntes Wort, welches nur im gemeinen Leben üblich ist, und i). einfach, ungekünstelt, und 2) einfältig, im nachtheiligen und verächtlichen Verstände bedeutet, Simpelen, ein Pfarrdorf auf einem Berge gleiches Nahmens im Gebiethe der eigentlichen Republik WalliS in der Schweiz, von wo aus ein starker Paß in das Herzogthum Mailand geht. Simultane«!», ein Work, durch welcher man in Deutschland die angebliche Be« fugniß bezeichnet, kraft deren ein Landsherr sich für berechtigt hält, in seinen Landen noch eine andere Religion, außer der, die im Normaljahre von 1624 üblich gewesen ist, einznfüh. reu. In den westphälischen FriedcnS- artikeln hat sie keinen Grund, sondern läuft schnurstracks wider dieselben. Sin, ein Königreich in Senegambia in Afrika, dessen König Bur genannt wird, welcher seinen Sitz zu Joala hat. Sina, s. China. Sinai, ein hoher und jäher, auch deßwegen übel zu ersteigender Berg, im steinigen Arabien in Asien, auf welchem Gott sein Gesetz gab. Er liegt am Ufer des rothen Meers, und auf demselben befinden sich verschiedene Eapellen, die von den Pilgern besucht werden. Die Araber nennen diesen Berg Gibel- Monsa, und halten ihn in großer Verehrung. Der Verg Horeb ist ein Theil desselben. Si-nan, eine Stadt in der Provinz Kouei.thcou in China, welche auf beyden Seiten mit fast unersteigUchen Bergen umaeben ist, uud drey Städte vom dritten Range und einige Festungen unter sich hat. Sinbirsk, s. Simbirsk. Sincapyr, Smcapore, eine Meerenge Sinclair Si.aga» 229 zwischen der Halbinsel Malacca und den gegen über liegenden Inseln in Asien. Sinclair, ein See in Canada in Nordamerika, welcher beynahe rund, und 6 Meilen breit ist. Der Fluß St. Joseph geht durch denselben, und zutheilt sich in verschiedene Arme, ehe er in die See Huron fällt. Sindelsingen, ein Städtchen und Amt im Herzoglhume Würtemberg, Z Stunden vonStuigard Im schwäbischen Kreise. Hier war vor der Reformation ein Stift, dessen Einkünfte zur Besoldung der Professoren in Tübingen gewidmet worden sind. Siiiden, eine Herrschaft im Hochsiifte Münster in Westphalen. Sind!, ein ehemahliges Königreich auf der Halbinsel dieSseit des Ganges in Ostindien, von welchem in den neuern Zeiten durch Eroberung ein großer Theil an Ostpcrsien gekommen ist, und dar Uebrige zum Lande der SeikS gehört. Die Hauptstadt desselben heißt ebenfalls Sind! oder Tatta, liegt auf einer Insel am Ausflüsse dxS Indus, ist eine Handelsstadt, und'hat eine hohe Schule der Jndier. Sindici supremi, in Genua der Nahme von L Personen, welche nicht nur über diejenigen, die in niedrigen Aemtern stehen, sondern auch über den Doge selbst, und die L Gouvernatori, dir Aufsicht haben. Eindringen, eine kleine Stadt«nd Amt mit einem Schlosse am Kocher im Für- stenthume Hohenlobe im fränkische« Kreise, welche der fürstlichen walden- burgischen Hauptlinie gehören. Sing, s. Eign. Si-ngan, eine Stadt im morgenländi» schen Theile der Provinz Ehen- si i» China, welche nächst Peking die schön, ste und größte Stadt im ganzen chinesischen Reiche ist. Sie hat große, hohe tmd auf allen Seiten yiil Thürmen be» LZO Singrn Siuopr setzte Mauern, die einen Pfeilschuß weit von einander gestellt, und mit tiefen Graben umgeben sind. Die Stadt selbst stellt ein Viereck vor. Ehemahls wohnten die Könige dieser Provinz in dieser Stadt, deren Palläste man noch zeigt. Die barbarischen Truppen, wel. che hier zur Bedeckung der nördlichen Grenze von China liegen, stehen unter dem Befehle eines Generals von ihrer Nation, der aber mit seinen Soldaten »ine von der Stadt durch eine Mauer abgesonderte Gegend bewohnt. Unter dieser Stadt stehen 6 Städte vom zweyten, und Zi vom dritten Rauge. Singen oder Sungen, eine Herrschaft in der Landgrafschaft Nellenburg im schwäbischen Oesterreich. Singespiel, ein Spiel, das ist, ein dramatisches Stück, welches gesungen wird; mit einem italienischen Kunstworte eine Opera oder Oper. Singora, ein Königreich und Stadt an der östlichen Küste der Halbinsel jenseit des Ganges in Ostindien. Es gehört unter den König von Siam. Sinigaglra, s. Senigaglia. Einiuly, eine offene Sradt in der Woiwodschaft Pvdlachien in Kleinpohlen. Sinke!,«ine Stadt in einer sehr fruchtbaren Gegend im Königreiche Bantam in Ostindien. Sinngedicht, in der Dichtkunst ein künstliches kurzes Gedicht, wo die Aufmerksamkeit auf einen einzelnen Gegenstand erregt wird, welcher am Ende stark und nachdrücklich ausgedrückt ist; ein Epigramm, weil es Aehnlichkejten mit einer Aufschrift hat. Siuope, Sinop, eine ansehnliche und vorzügliche Handelsstadt mit einem gu. teil Hafen am schwarzen Meere in Na- »olien in der asiatischen Türkey, wel. che vorzeiten der Sitz eines Bischofs war. Hier werden keine Juden gedul. de», und die-Griechen wohne» hier in Sinopel Sinzig der offenen Vorstadt. Dieser Ort war die Residenz des ponkischen Königs Mithridaies, und die Vaterstadt des Philosophen Diogenes. Nicht weit von hier stürzt sich der Fluß Halps in das schwarze Meer. In der umliegenden Gegend wird viel Zinnober gefunden; auch gibt es hier viele Kupfermiuen, dergleichen wenig in Asien gefunden werden. Sinopel, ein eisenhaltiger Jaspiß, wkl- cher von verschiedenen Farben angetroffen, und in Sachsen, Böhmen, Ungarn, Schweden und Norwegen gefunden wird. Sinkacora, eine kleine Stadt an der Küste des Königreichs Decan in Ostindien in Asien. Sitvtchevtt,«ine Stadt in einer ange, nehmen Gegend zwischen Bergen und Wäldern in der Provinz Kvuangsi in Ehina, welche drey Städte vom dritten Range unter sich hat. Sinkfeld, Sentfeld, ein großer und fruchibarer Strich Landes zwischen Türe»»nd dem Kloster Dalen, im Hochstifte Paderbvrn, auf welchem das Städtchen Wnnneilberg liegt. Hier bat Carl der Große die Sachsen in, Jahre 7^4 in einer Schlacht überwunden, und nachher zum Christenihume gebracht. Sinus, s. Golfo. Siiizheim, ein Städtchen im Obcramte Mosbach in der Pfalz am Rhein im churrheinischen Kreise, welches an sich klein und schlecht ist, aber eine ziemlich große Vorstadt hat. Nahe bey demselben liegt ein Franeiscanerkloster. Im Jahre 1689 wurde es von den Franzose» angezündet. Sinzig, Ziiiftch, ein Städtchen im Her« zogkhume Jülichim westphälischenKrrise. Es liegt an der Aar, wo sich dieselbe in den Rhein ergießen will, 2 Meilen von Bonn und hat eine gute Brücke über die Aar, und ein Nonnenkloster. Sior Sippschaft Sire Siok, cin Königreich und Stadt auf der Halbinsel Korea i» Asten, welches dem Monarchen von Cbina zinsbar ist. Slpbai'tv, Slphno, 8-pftnus, eine Insel des Archipelagus, welche zwischen den Inseln Sdilli und Milo gegen die Küste von Europa zu liegt. Sie hat überaus gesunde Luft, gutes Wasser und einen fruchtbaren Baden, welcher «inen großen Ucberflnß an schmackhaf. ten Früchten, und hinlängliches Getreide znm Unterhalte der Einwohner hervor bringt. An Federvieh, wilden Vögeln und Wildbret ist auch kein Mangel. Ehemahls gab es hier reiche Gold- und Bleygruben; die ersten aber stnh den Einwohnern ganz unbekannt geworden, und die letzte» werden nicht bearbeitet. Die Anzahl der hiesigen Einwohner wird auf Lose» Seelen geschätzt die.5 bis 6 Dörfer bewohnen, und meisten Theils Griechen sind, welche über Loo Capcllen, 4 Mönchs- und r Nonnenklöster haben. Neben dem Meere lieg« ein Lastest auf einem Felsen. Ue- brigens gibt es auf der Insel fünf sichere Häfen. Siponlv, Siponlum, eine ehemahlig« Stadt an einem Meerbusen gleiches Nahmen« in Lapitanata in Neapel, deren Trümmern nicht weit von Manfre- bvnia liegen. Sippschaft, die Verwandfchaft, verwand, te Personen. Dieses Wort ist mit seinem ganzen Geschlechte im Hochdeutschen veraltet, und kommt nur noch in den ältern Schriften der Dber- und Niederdeutschen vor. Dahin gehören: der Sipp oder die Sippe, die Verwandtschaft; der Sipp oder Sipper, der Verwandte; sippen, verwandt seyn; das Ge« sippe, mehrere verwandle Personen; hersippcn, hcrstammen; die Sippzahl, der Grad der Verwandtschaft, das Glied; das Sippthcil, der Theil einer Erbschaft, welcher jemanden als einem Verwandten gebührt, und andere mehr. Sir, ein Flnß in der Provinz Chuststan in Westpersien, der sich in den Meerbusen von Balsora ergießt. Sira, s. Syra. Siracusa, s. Siragoffa. Siradien, s. Sieradz. Siragoffa, Siracusa, eine Stadt im Nal di Noto in Sieilien, welche vor Alters die prächtige Hauptstadt der ganzen Insel und eine sehr blühende Ne- pnblik war. Heut zu Tage ist sie nach vielen ausgestandenrnUaglücksfällev, und besonders nach der im Jahre e6yz durch ein Erdbeben erlittenen Verwüstung, in geringen Umstände», und besteht ,»ir aus dem Theile der alten Stadt, welcher Delygia hieß, und eine Insel war, welches sie in neuern Zeiten dadurch wieder ward, daß man die entstandene Erdzunge, welche sie mit Sieilien verband, burchgrob. Sie ist der Sitz eines Bisthums, enthält 426» Häuser, zählt gegen ,4000 Einwohner, und ist eine Festung. Sie hat eine» doppelten Hafen, nähmlich eine« großen und einen kleinen, oder einen innern und einen äußern, unter welchen der erstere gut ist. Auf dem Erdstriche zwischen beyden steht eine Citadelle. Im Jahre ,7ZL ward sie von den Spaniern erobert. In der umliegenden Gegend werden verschiedene edle Arten von rothem und weißem Muscaiwei» gebanet, und hier gibt es auch Oehlbäume von erstaunlicher Größe und Dicke, und Tobaksbau. Das Merkwürdigste ist hier ein uralter Steinbruch, der einen ungeheuren Umfang einnimmt, ungefähr ic>o Fuß tiefer, als der umher liegende Erdhoden, ist, und jetzt einen prächtigen unterirdischen Garten vorstellt. §ire, ein altes französisches Wort, welches so viel als Herr bedeutn, und ein 4 4 Sissach Sitte« SZ 2 Slrcth Titel der Könige wurde, die noch jetzt mit demselben angeredet werden. Sireth, ein Fluß in der Moldau, welcher nicht weit von der pohlnischen Grenze entspringt, auf der MittagS- seitc des Landes fließt, verschiedene kleine Flüsse und Bäche aufnimmt, und sich durch eine doppelte Mündnng in die Donau ergießt. DerSireth ist ein breiter und tiefer Fluß: weil er aber allenthalben mit Wäldern und Bergen umgeben ist, und hin und wieder Furten hat, so hat mau ihn»och nicht überall zur Schifffahrt bequem machen können. Sirk, f Sicrques. Sirkiair, eine gute Stadt in der Provinz Kerman in Westpersien, in deren Nach. barschaft das fruchtbare Gebirge Ka- fas liegt. Sirna, G^rnos, eine kleine Insel des Archipelagus, zwischen den Inseln Nacsta und Sdili. Sirocco, ein Nahme, mit welchem die Italiener den Südostwind bezeichnen. Er ist in Rom, Neapel, und vornehmlich zu Palermo in Sicilien, wegen der drückende» Hitze, die hier alsdann entsteht, fqst unerträglich. Das Thermometer von Fahrrnheit steigt, wenn er wehet, öfters rio bis 112 Grad, und dieser Wind soll der nähmliche seyn, der in den sandigen Wüsten von Afrika so gefährlich ist. S. Samnin. Sirvrzyn, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Lublin in Kleinpohlen. Sirolo, ein Flecken in der Mark Anco- iza im Kirchenstaate, wohin zu einem Crucifixe viele Wallfahrten geschehen. Der hiesige Wein ist gut. Siffach, ein großer Flecken im Canto» Basel in der Schweiz. Von demselben hat das Sißgau den Nahmen, welcher Strich Landes sich vom Rhein gegen Mittag in das Gebirge nach dem Can- ton Solothurn zu erstreckt, und vor Altert den Titel einer Landgrafschaft hatte. Sißgau, s. Sissach. Sisteron, 8eZutiero, LvAekerica, eine befestigte Stadt mit einer kleinen Citadelle am Fuße eines Felsen an der Durance in der Oberprovenc« in Frankreich. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Aix stehet, einen Kirchfprengel von 64 Pfarren hat, und am römischen Hofe auf 800 Gulden iaxirt ward. Er hak zwey Kaihedralkirchen, nähmlich eine hier, und die zweyte zu Foralquivier. Bis zur Revolution zählte man hier z Klo- ster,und anf der andern Seite des Flusses befindet sich eine ziemlich ansehnliche Vorstadt, Nahmens la Braume, welche eine Pfarrkirche hat. Silkart, 8itterium, ein Städtchen im Herzogthume Jülich im westphälischen Kreise an den limburgischen Grenzen, welches im Jahre 167/ von den Frau- zosen ganz abgebrannt wurde. Es hat eine katholische Collegiatkirche und eine reformirte Kirche. Silken, Sion, 8eckunum, die Haupt, stadl des ganzen WalliserlandeS in der Schweiz, welche nicht weit von der Rhone am Flusse Sitten liegt. In derselben findet man 6 Kirchen, einige Klöster,«nd eine ehemahlige Residenz der Jesuiten. Ihr Regiment besteht aus einem Rath von 24 Personen, dessen Haupt ein Bürgermeister ist, welcher alle zwey Jahre erwählet wird. Der Bischof von Sitten hat hier Z unansehnliche Schlösser, von welchen immer eins höher liegt als das andere. DaS unterste, in welchem der Bischof wohnet, und der Landrakh sich versammelt, heißt die Majorey; das mittlere, in welchem der Domdechant riebst^ Domherren wohnet, Valeria,und das oberste Tourbillon. Diese Stadt ist alt; aber sie hat schöne Straßen und wohl gebatikte Häuser, und man findet in derselben noch Ueberreste von der Römer Sitte« Situativ« Zeit her. Das Bisthnm Sitte» wird für das älteste der Schweiz gehalten, und der Bischof, welcher stch einen Fürsten des römische» Reichs, und Grafen und Vogt des Walliserlandes nennt, wird von dem Domcapitel, welches aus 44 Personen besteht, und von den Gesandten der 7 Zchenden er. wählet, und steht schon seit dem Iah» re iLlZ nicht mehr unter dem Erzbi. schofe zu MonstierS en Tarentaise in Savoyen. Sitter, Liuiris, der vornehmste Fluß im Canion Appenzell in der Schweiz, welcher zwey Stunden hinter Appen- zell aus dem Abperser kommt, und nachmahls durch zwey Bäche und den Ur« aäschfluß verliärkt wird, worauf er in das Geoieth des AbtS von G. Gallen fließt, und endlich unter Bischofzcll in die Thür fällt. Sitterah oder Sattarah, Lic vormahll- ge Hauptstadt im Staate des Paischwa im Marattenlande in Decan in Dli- indien, welche auch die Restdenz des Paischwa war, welches jetzt die Stadt Punah ist. Sittich. Sitizena, 8itbicium, ein Ct- stercienserklvster nahe bey der Stadt Weichselburg in Unterkrain, welches mner einem hohen Berge liegt, und im Jahre 11ZL gestiftet wurde. In der Nachbarschaft dieses Klosters befindet sich das Dorf Dobrava, wo die uralte und berühmte Kirche zu unserer lieben Frauen Himmelfahrt ist, zu welcher viele Wallfahrten geschehen. killichenbach, ein Amt im thüringischen Kreise im Churfiirstcuchume Sachsen, welches eine gute Meile von Eisleben liegt, und znm FürstenthumeQuersurt gehört. Es war vorzeiten eine berndm. te Cisterciensermönchsabtcy, die auch S>chem genannt wurde. Lilualion, die Landesgegend, Lage und Gelegenheit des Orts. Jm unrigcntlichcn (lV.B»nd.> Giurana Skagctt sZZ Verstände gebraucht man dieses Wort auch von Personen, wo, zum Beyspiele, sich in einer guten Situation befinden, so viel, als in guten Umständen seyn, heißt. Siurana, ein mit Mauern umgebener Flecke» nicht weit vom Meere auf dem Berge Prüdes im Fürstenlhume Cata- lonien in Spanien. Siwas, ein Paschalik oder Generalgouvernement am schwarzen Meere i»Na- tolien in Asien, welches sieben Sand- schakschaften begreift, und gegen Osten an die Gouvernements von Erzerum und Diarbekir, gegen Süden an das Land Marasch und Caramanien, gegen Westen an Anadoli, und gegen Norden an das schwarze Meer grenzt. Die Hauptstadt, wo der Pascha seinen Sitz hat, heißt gleichfalls Silvas, Lsbaliv, liegt am Flusse Hijil« Jrwah oder Halys, ist von keiner besonder» Größe, aber mit Mauern umgeben, und hat ein kleines Castell. Sixfours, ein Flecken auf einem Berge in der Unterprovence in Frankreich, welcher einen Hafen hat, der S. Ge- nary genannt wird. Die Einwohner beyderley Geschlechts sollen hier größer seyn, als die übrigen Provensaler. Sigtt, 8ixta, eine Abtey ganz nahe bey der Stadt Samoen in der Landschaft Faucigny in Savoyen. Skagen, Eck von Schagen, ein Borge, birge und Städtchen gleiches Nahmens a» dem äußersten Ende von Jütlandin Dänemark, welches sich gegen Nord- osten in die Nordsee erstreckt. Der Riff, Nahmens Skagerrack, bey welchem stch eine Untiefe befindet, und anderthalb Meilen in die See hineingeht, ist sehr gefährlich für die Schiffe, weil sie der Strom stark darauf zutreibt. Die Einwohner dcS Orts nähren stch theils vom Schollenfange,«Heils von Lootsen-rmd Star« Skardona 2Z4 Skala Gkielskiör Pilotendiensteii in dieser gefährlichen Gegend. Skala, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Krakow in Kleinpohlen. Skalal, eine Stadt im Lemberger Kreise im Königreiche Galizie». Skale, s. Szkole. Skulhol, Schalhot, der beste Ort auf der Insel Island, welcher a» der südlichen Küste derselben liegt, der Sitz eines Bischofs ist, und eine Domkirche und eine lateinische Schule hat. Skalitz, Srkoltra, eine königliche Frey- stadt in der Nentrer Gespanschaft in Niedeeungarn an der mährischen Grenze. Sie hat ihre Benennung von dem slavischen Worte Skala, welches eine» Felsen bedeutet, aus dem sie liegt, und ist eine der ältesten Ktädle ii» Rei. che; jetzt aber, da sie in Kriegszeiten viel gelitten bat, ist sie unansehnlich. Sie enthalt ,g>8c> Einwohner, L Kir. chen, 4 Klöster, unter welchen sich ein ehemahliges Jesuitercollegium befindet, uns ein Gymnasium. Skalitz oder Großskalitz, ein Marktste. cken des Fürsten von Piccolomini im Königinngrätzer Kreiseln Böhmen, welcher ein im Jahre iZF/ gestiftetes Ci- stercienscr Mönchskloster enthält, welches mit dem Kloster Sedlitz einen gemeinschaftlichen Abt hat. Skalmirsj, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Krakow in Kleinpohlen. Skanerborg, s. Scandersburg. Skan vr, ein ziemlich großes Dorf in Schonen 8 Meilen von Malmoe in Süd- gothland in Schwede«, welches wegen des dasigen Heringsfangcs berühmt ist. Skara, Lcaurum, die älteste Stadt in Westgothland in Schweden, welche ehe. mabls die Hauptstadt des ganzen gothischen Reichs und die Residenz vieler Könige war, von welchen noch einige Be. gräbniffe in der hiesigen Domkirche zu sehen sind. Sie liegt eine Meile von Libköpinq, und ist der Sitz eines Bischofs. Die Hauptmerkwurdigkeiteadie, sesOris sind die Landeshanpimannschast, ei» Gymnasium, ein Thiergarten, und der bischöfliche Sitz Brunsbo. In dir umliegenden Gegend gibt es noch viele gothische Aiuisteine, unter welchen dir Todte» begraben wurde». Skardona, s. Scardona. Skawvn. eine Stadt im Wielitscher Krei- ft im Königreiche Taiizien. Skelett, die mit einander verbundenen Knochen eines thierischen Körpers, nach, - dem alles Fleisch und die weichern Thei. le davon abgesondert worden sind.'daS Gerippe. Skenninge, SirsoniriZiL, eine kleine S-adt in der schwedischen Provinz Lß. gothland anderthalb Meilen vorn See Weiler. Er hat jährlich einen gmm Pferde, und Ochsenmark, und liegt in einer angenehmen Gegend. Dieser Lrt gehört zuiW Leibgedinge einer schwedischen Königinn. Skiddarv, ein hoher Berg bey dem Fle, cken KeSwick in Eumbcriand in England, von welchen man eine vortreffliche Aussicht genießt. Skiern, Skecns, 8ctiauna, eine gute Handelsstadt im Stistsamts Christiania, oder Aggerhuus, in Norwegen. Sie liegt am Strome gleiches Nahmens, a» der östlichen Seite, wo guteEisen- und Kupferbergwerke z» finde» sind. Den 24sten November des Jahres 1777 ward der größte Theil dieser Stadt durch eine Feuersbrunst eingeäschert. An dem PorSgruude, 1 Stunde von diesem Orte, ist ein guter Ladeplatz für Schiffe. Skielskiör, oder Skelsiskör, eine kleine aber artige Stadt, auf der dänische» Insel Seeland, welche z»m Amte An- derskow gehört. Sie liegt am großen Bell, 2 Meilen unter Corsöer, und hier werden Muschel» gefischt, und Skiciil Skla»on Sklavonien 2ZZ viele Aale gefangen, die man einsalzt, und in großer Menge verführt. Skienloeprs, Skieläufer; in Norwegen -er Nahme» der Bergbaner», welche auf Skien, die eine Art aus dünnen langen Bretcrn bestehender Schritt- schuhe sind, mit unglaublicher Geschwindigkeit auf dem Eis und Schnee fortlaufen, und in KriegSzciten als leichte Truppen dienen; wie sich denn auch immer bey der königlichen dänischen ArMee ein CorpS von 600 Skieläufer» befindet. Skiuvfa, eine kleine unbewohnte und fek. sichte Insel auf dem Archipelagus, welche nach der europäische» Küste zu liegt. Sklplo», eine kleine wohlgebaueke Stadt mit einer lateinischen Schule in Jork- shire in England. Skiön, s Skoon. Skive, 8Lksvis, ein Städtchen auf der Halbinsel Salling, im nordjütländi- schcn Stifte Wiborg, 4 Meilen von Wiborg in Dänemark. Sie treibt guten Handel mit Pferden, Ochsen und Getreide. In den Jahren 171L und i/LL litt dieser Ort viel Schaden durch Feuersbrunst, der aber nunmehr wieder ersetzt ist. Neben demselben fließt die fischreiche Aue, an welcher das alte königliche Schloß SkivehuuS liegt, welches jetzt einer adeligen Familie gehört. Skizze, ein aus dem Italiänischen entlehntes Wort, welches in der Mahlerey den ersten Entwurf eines Gemähldes bezeichnet. Daher bedeutet skizziern, einen solchen Entwurf machen. Sklavonien oder Slavonien, ein König, reich, welches gegen Abend an Kroatien grenzt, und durch die sichtbaren Ströme Drau, Sau und Dona» von Ungarn, Servien»ich BoSnien geschieden wird. Es ist in gerader Linie von Abend gegen Morgen Z4 deutsche Meilen laug, und die größte Breite zwi- sche» Gradiska und der Drau beträgt l2 Meilen. Wenn man-a« ungarische Dalmatien und Ccoaticn mit rechnet^ so beträgt sein Flächenraum 8>o gr»- graphische Quadratmeilen. Sklavonien wird in seiner Länge von einer Kette hoher Berge durchschnitten, welche sich aus Croatien hierher erstreckt, immer schmäler wird, sich der Donau nähert, nnd dieselbe berührt, hierauf vom südlichen Ufer den Strom abwärts gehet, und endlich eine Stunde unterhalb Car« lowitz aufhört. Die höchsten Berge sind hier 2748 Schuh über die Ströme erhaben. Alle Berge sind entweder mit Gebüschen, oder mit hohen Bäumen, oder mit Weinstöcken, oder mit Obst- bäumen bewachsen. Die hiesigen Wälder sind beträchtlich, und bestehen ant Eiche», welche bis Syrmien einen fast an einander Hangenden Wald ausmachen, hicrnächst aber aus Buchen, Birken, Pappeln, Erlen, türkischen Hasel- nußbaumen, wilden Obstbänmen und wilden Weinstöcken. Die meisten Arten der zahmen Obstbäume sind hier ziemlich selten, weil sie nicht genug gepflanzt werden; doch findet man außer zahmen Kastanieiibäumen eine Menge Zwetschken- und Pflaumenbäume, weil die Jllyrier a«S den Früchten derlei- bcn ihr angenehmstes geistiges Getränk brennen, welches sie Naky oder Schli- vovicza nenne»; auch ist an Miuidel- und Feigenbäumen kein Mangel. Die weißen Maulbecrbäume werden um deS Seidenbaues willen in großer Menge gezogen. Süßes Holz ist überflüssig vorhanden, und köstlichen rothen und weißen Wein erzeugen alle Hügel und niedrigen Berge. Der beste und meiste Wein wächst in Syrmien, und der da. figc dunkelrothe Wein ist so gut, als der von Montepulciano. Sklavonien hat sehr viele Sümpfe, Moräste und Seen, «nd die ersten, welche durch AuStretung Gg- 2Z6 Sklavonieir Skla«»»ie«i der Ströme entstehen, mögen wohl Leu achten Theil des Landes cinneh. men. Der hiesige Boden ist außerordentlich fett und fruchtbar; denn man dünget die Aecker nicht, und bestellet sie hin und wieder schlecht; aber dennoch tragen sie Weißen, Mais, Rocken, Hafer, Erbsen, Kichern, Bohnen, Linsen, Dinkel oder Spelt, Hirse und Schwaden reichlich. DerTabaksbau wird gut getrieben, und in einigen Gegenden gibt er dem türkischen nichts nach. Die Viehzucht ist die Hauptbeschäftigung der Jllyrier, und es werden sehr viele Dchsen und Schweine nach Deutschland znm Verkaufe getrieben. In dem eigentlichen Sklavonien ist die Schafzucht geringe; allein inSyrmien ist sie stärker und des. ser,und daselbst ist auch die Wolle schö. ner. Das Vieh muß oft im Winter und Sommer unter freyem Himmel bleiben, weil wenig Ställe gebauet werden und vorhanden sind. Bären, Wölfe, Füch, se und Marder sind hier einheimisch, und thun dem Viehe große» Schaden. Luchse, Dachse, Fischottern, Biber, Adler, Geyer, Habichte und Falken sind auch vorhanden Eßbares wildes Geflü- gel findet man in Überflüsse, als Trappen, Berg. Hasel- Birk- und Repphüh- uer, Fasanen, Schnepfe», Drosseln, Krammetsvogel und andere mehr. Man hat übrigens mannigfaltigeArten vonFar- benerden, Marmor, Alabaster, Stein, kohlen, Torf, Salpeter und Eisensteine, die aber nicht benutzt werden. Gold führen verschiedene Flüsse. Die drey Hauptströme und die kleinen Flüsse und Bäche sind sehr fischreich. Der Hausen wird häufig in der Donau gefangen. Der bergichte Theil des Landes hat einen Ueberfluß an warmen Bädern und Gesundbrunnen. In Sommer ist cS hier sehr heiß; der Winter aber ist in den bergichten Gegenden scharf, wiewohl rr selten über zwey Monathe dauert. Zm Gebirge ist die Luft rein und gesund, an den drey Hauptströmen aber sehr„in gesund. Schöne Städte, Marktflecken, Schlös. ser und adelige Höfe muß man hier nicht suchen; denn die hiesige Bauart ist sehr schlecht. Wenn man Peterwar- dein und Esseck ausnimmt, so sind die Gassen in den Städten nicht einmahl gepflastert, und man findet seltensten nerne Häuser; sondern die meisten sind von Holz und Lehm erbauet, und znai Theil mit Schilf und Rohr gedeckt. Die besten Gebäude sind hier die Kirchen, Kloster und Casernen. Die ehemahls so häufigen Einfälle und Verwüstungen der Türken und Tartarn haben die Edelleute abgeschreckt, sich schöne Wohnsitze zu erbauen; und obgleich mehr als die Hälfte des Königreichs aus adeligen Herrschaften und Landgütern besteht, so sind doch die Besitzer derselben fast immer abwesend, und wohnen in Ungarn, Deutschland und Italien. Dörfer find erst in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts angelegt worden; denn vorher gab es nur zerstreuete Bauern, haufer. Die alten Einwohner nennet Mail Jllyrier; sie sind aber slavonischen Ursprungs, und durch neue Ankömmlinge von ihrer Nation aus Albanien, Dalmatien, Eroatien, BoSnien, Service, und andern Ländern von Zeit zu Zeit verstärkt worden, welches auch noch jetzt geschiehet. Mit den Jllyriern haben sich viele Wallachen vermischt, und derselben Sprache angenommen. Die nach und nach hierher gekommenen Deutschen mögen etwa den zehnten Theil der Einwohner ausmachen. Die Ungarn waren ehemahls hier zahlreich; sie ha- ben sich aber nach und nach wieder verloren, und die Zigeuner sind jetzt Bauern, die nicht mehr herum ziehen dürfen. Im Jahre 1777 zählte man in diesem fruchtbaren und großen Lande nicht Gklavonien Sklavonien mehr als 2ZL000 Seelen. Die Hauptsprache des Landes wird zwar die illy- rische genannt, ist aber nicht die alte wahre illyrische Sprache, welche nur noch auf dem Gebirge in Albanien geredet wird, sondern eine Mundart der sklavouischcn, die seit dem vierzehnten Jahrhunderte mit der türkischen Sprache vermischt ist. Die deutsche Sprache breitet sich in Sklavonien stark aus, und zu Esseck und Peterwardein wird fast lauter Deutsch gesprochen, auch eben daselbst, wie in Semlin und an einigen andern Orten, in den katholischen Kirchen wechsclsweise deutsch und illyrisch gepredigt. Die Einwohner des Landes sind theils der griechischen, theils der katholischen Religion zugethan. Ein Theil der ersten hat sich unter gewisser Bedingung und Vorbehalt mit der letzten vereinigt, und diese mit gerechnet, machen die Katholiken etwas mehr als die Hälfte aller Einwohner aus. In der Mitte des>6ten Jahrhunderts kam der reformirte Lehrbegriff aus Ungarn hierher, und im i/tcn Jahrhunderte hatten die Reformirten einige hundert Kirchen; allein im Jahre 1776 gab es nur noch drey reformirte Kirchdörfer in der Gegend von Esseck. DieseSLand gehörte vor Alters zu Pan- nonien; den Nahmen Sklavonien aber hat cS von den Slaven bekommen, welche sich hier im 7ten Jahrhunderte fest setzten. Im 8is, ein Fluß im Herzogthnme Schleswig, der nicht weit von Gottorf im Walde Pole entspringt, bey Gottorf und Schleswig vorbey geht, und sich in die Ostsee ergießt. Sliedhafk, eine kleine schwedische Insel nebst einem Hafen auf der Ostsee bey Gothland. Sligo, Slego, eine Grafschaft in der Provinz Couaaht in Irland, welche zwischen den Grafschaften Mayo, Ros, common, Cetrim und dem westphälischen Ocean liegt. Der Hauptort derselbe» heißt ebenfalls ^-.> SluiL 240 Sligv Sloten Sligo, ist ein Flecke», welcher an einem Meerbusen liegt, einen bequemen Hafen und ein Schloß hat, und guten Handel, besonders mit Wolle, treibt. Slobvda, ein Wort, welches in Rußland in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird, indem dasselbe in der tobolski. scheu Provinz einen mit einer hölzernen Mauer befestigten Flecken anzeiget, dergleichen es auch in Sibirien gibt. Die Kreis-Sloboden sind zum Theil den Gebäuden nach besser und weitläufkiger, als manche kleine Stadt, aber nicht befestiget. Zn denselben wohnen Kaufleute, die ihren Magistrat und ihr Zollhaus haben. I» den sibirischen Sloboden wohnen Bauern. Slobvda Krolowskü, ein Städtchen am Flusse Beresina in der minSkischen Woiwodschaft in Weißrußland in Litauen. Sloczek, eine Stadt in der Woiwodschaft Lublin in Kleinpohlen. Slomnik, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Krakow in Kleinpohlen. Slonim, eine Stadt in der Woiwodschaft Nowgorodek in Schwarzrußlaud in Litauen, welche die Hauptstadt eines Di- stricts, und der Sitz des Landtags, eines Grods und Starosten desselben ist. Hier wird auch der Gencralland- rag von Litauen gehalten. Ehemahls war hier eine Residenz der Jesuiten. Vor Alters wurde diese Stadt mit-h. rem Distrikte Prinzen des großherzoglichen Hauses unter dem Titel eines Herzogihums eingeräumt. Slonitz, ein Marktflecken und Schloß im Rakonitzer Kreise in Böhmen, welche dem Grafen von Kinsky gehören. In dieser Gegend findet man Agat, Marmor und Jaspiß. Glonsk, eine Stadt an der Westseite der Weichsel im Lande Dobrsi» in Groß. pohlen, welche der Sitz eines kleinen CastellanS ist. Slvken, ein Städtchen in der Provinz Slawin st FrieSlünd in den vereinigten Niederlanden, welches nur aus zwey Stra. ßen bestehet, die einander kreuzweise durchschneiden. Ehemahls war es stark befestigt; jetzt aber sind seine Festungs. werke verfallen. Ucbrigens kann es seiner Lage nach, da es fast von allen Seiten mit Laudseen umgeben ist, eine gute Festung abgebe». Aus dem nahe gelegenen Slotersee kommi ein fahrbares Wasser, welches die Ee genannt wird, mitten durch die Stadt flirßk, und eine kleine Stunde unter derselben durch ei. ne Schleuse in die Südersec fällt. Es gehen daher viele Schiffe durch Slo. ten; besonders aber diejenigen, welche den friesischen Torf über die Südersee führen. Slowinsk, ein Städtchen in der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Sluck, Sluhk, ein Herzogthum in der Woiwodschaft Nowvgrodekin Schwarz» rußland in Litauen, welches gegen zo Meilen lang und breit ist, und dem fürstlichen Hause Radzivil gehört. Die Hauptstadt desselben heißt ebenfalls Sluck, liegt am Flusse gleiches Nahmens, ist groß, aber nur von Holz gebaue», und hat drey Schlösser, verschieden- katholische und griechische Kirchen. eine lutherische und eine reformirte Kirche, und ein reformirtes Gymnasium. Im Jahre 1774 brannte sie ganz ab. Sluczew, eine offene Stadt i» der Woiwodschaft Jnowrotzlaw in Großpohlen. SluiS, die ansehnlichste Stadt im holländischen Flandern, welche an einem Busen der Nordsee liegt, der Zwinge- nannt wird. Sie hat einen ziemlich großen Umfang, wiewohl nur ein kleiner Theil desselben mit Häusern bebauet ist, indem es hier viele Gärten uudBleich- plätze gibt, und ist stark befestigt, und kann auch an der Süd-und Südwestseite unter Wasser gefetzt werden. An drr Nordseitr, wo das Land höher ist- Glupt« Gm-lkakben Hot sie einen doppelte» Wall. Da sie «n der Ostieite der Meerbusen vZwin und ein Morast begrenzt, der bey jeder Fluth unter Wasser steht, so kann sie durch den Feind nicht von allen Sei- ten eingeschlossen werden, sondern behält an dieser Seite mir dem Meere Geineinlchast, und also freye Zufuhr so» Lebens,uitteln und andern Bedürfnissen. Die hiesige Luft ist wie in allen Städten dieses Stücks von Flandern ungesund; daher die Besatzung dieser Festungen alle Jahre abgewechselt wird. Unter dem hiesigen Gouverneur stehen alle Festungen der Generalstaaten. Der Hafen der Stadt ist groß, aber so»er- schlämmt, daß nur kleine Gebisse«uS- und einlaufen können, und ihre meisten Einwohner legen sich auf die Schiff, fahrt und Fischercp. DaS alte Ca- stell am Strande des Hafens, welches ehemahls zur Beschirmung desselben diente, wird jetzt von dem Gouver. nenr und andern Kriegsbedienten bewohnt. SlniS ward im Jahre 140L von den Engländern vergeblich bei«, gert, aber im Jahre iL87 von den Spaniern, wie auch im Jahre 1604 von den Holländer», und im Jahre 1747 von den Franzosen erobert. Slupia, Slnpkcr, eine Stadt in der Woiwodschaft Sondomir- in Kleinpohlen. Smaland, 8mn!unck»L, eine Landschaft in Schweden, welche gegen Süden an Lleking und Schonen, gegen Westen an Halland, gegen Norden an West, golhland, gegen Osten aber an die Ostsee grenzt. Sie ist ein Theil der großen Provinz Ostgotbland. Emalkalden, Schmaikalden, eine ansehnliche Stadt, Herrschaft und Oberinn am Flusst gleiche- Nahmen- im heffencaffrlschen Antheile an der gcfür. stete» Grafschaft Henneberg im fränki- schen Kreise. Sir ist ziemlich groß, «ahrhaft und volkreich, und ist nächst (IV. Band.) Smal fing Smirsch 2§k Caffel di« nächste Stadt unter den hessischen Städten. Innerhalb derselben liegt das Schloß WilhelmSbueg ansei, nem Hügel, welches ehemahls Waldorf hieß, aber vom Landgrafen Wil- Helm IV. ganz«erneuert, und also auch nach ihm benannt wurde. Mitten in der Stadt befindet sich noch ein anderes altes fürstliches Schloß, welches der Hcs» scnhof genannt wird. Bey der hiesige» Stiftskirche wäre» ehemahls zwölf Chor» Herren,„ich außer derselben gibt es hier noch eine Sladtkirche, deren sich die Lutheraner und Reformirtcn gemeinschaftlich bedirnen, und eine lateinische Schule. Die hiesige Salzsiederey, und die benachbarten Eisen. und Stahl. Berg. und Hammerwerke verschaffen der Stadt große Nahrung, und sie treibt mit dem verarbeiteten Stahl und Eisen einen starken Handel. Die Versamm- lunge», welche die protestantischen Für» sten in den Jahren 1Z29, iLZO,>LZi, »LLZ,, ua>d 1^40 hier anstellleu, der Bund, welchen sie hier im Jahre tLZ» schloffen, und die von D. Luther» aufgesetzten theologischen Artikel, welche sie hier im Jahre 1LZ7 durch ihre mitgebrachten Lehrer bestätigen ließen, haben diese Stadt in der Geschichte be, rühmt gemacht. Smallingerland, eine Landschaft in Oostergo in der Provinz FricSland in den vereinigten Niederlanden, welche 7 Dörfer enthält, und wo sehr viele Mrnnvniten wohne». Smetschtia, ein Marktflecken und Schloß im Rakonitzer Kreise in Böhmen, welche dem Grafen von Martini? gehören. Smigrod oder Nowy- Smigrod, eine offene Stadt im PilSner Kreise im Kö- nigreiche Galizien. Smiriia, s. Smyrna. Smirschitz, ein Städtchen, Schloß und Herrschaft an der Elbe im Königinn- gratzer Kreise in Böhme». Hh Smolensk 242 Smogra Smogra oder Schwager, ein Kirchdorf im Namslauer Kreise im Fürstenthu- mc Breslau in Schlesien, in welchem im Jahre y66 die erste christliche Kirche in Schlesien, und das im Jahre>041 nach Büschen. endlich aber nach Bccs- lau verlegte Bislhum gestiftet wurde. Im Jahre i/zr hak das Bisthumdas. selbe wieder an sich gekauft. Smolenitz, Szomslan, ein Schloß auf einem hohen Hügel in einer waldigen Gegend in der Preßbneger G-spanschaft in Niederungarn, welches der Graf von ErdSdy besitzt. Hierzu gehört der Marktflecken gleiches Nahmens, wel. cher ziemlich volkreich ist, gute weiße Weine bauet, und schönes Ackerland und eine katholische Pfarrkirche hat. Smolensk, 8moleulcium, die Hauptstadt der Statthalterschaft gleiches Nahmens im europäischen Rußland, welche eine ziemlich große und wohl befestigte Handelsstadt ist, und am Dnie- pcr liegt. Sie ist der Sitz eines Bi. schofs, und ihre Handlung erstreckt sich nach der Ukraine, nach Danzig und nach Riga, und besteht vornehmlich in sibirischem Pelzwerke, in Masten, Bretern, Schweinsborsten und Häuten. Vor Alters gehörte sie zu Rußland als der Hauptort eines besondern Fürsten- thums, kam aber im Jahre i4>Z an Litauen. Der Großfürst Wasili Jwa- nowitsch brachte sie im Jahre tL 14 wieder an Rußland, und der Czaar Boris Godunow ließ sie im Jahre«Fyy durch eine steinerne Mauer befestigen. Im Jahre 16, i wurde sie von den Poh- Ic» erobert, im Jahre 1667 aber dem russischen Reiche wieder einverleibt. Von ihren öftern Belagerungen wollen wir nur die pohlnische vom Jahre i6oy, und die russischen von den Jahren 161z und 16Z2, von den Eroberungen aber die russischen von den Jahren 1Z96, ,Z>4und tk>L4,nnddiepohlnischenvon Smolewiee Smyrna den Jahren 16t 1 und 16ZZ anmerken. Smolewlce oderSmolewicze, ei» Städtchen in der winskischen Woiwod>chaft in Weißrußland in Litauen. Smorgvnie, eine Stadt in der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Smotr»ca, eine Stadt am Flusse gleiches Nahmens über Kamenicc in der Woiwodschaft Podol in Kleinpohlen. Smuids, f. Schamaiken. Smygelna, s. Schmirgel. Smyrna, JSmir, eine große Stadtam Ausflüsse des FlufleS Melcs in den smyr- naifchen Meerbusen im Paschalik Ana- doli oder im eigentlichen Natolien in der asiatischen Türfey, welche die reich, ste und wichtigste Handelsstadt in der Levante, der Sammelplatz aller Kaufleute aus allen Weltgegenden, und der Sitz eines armenischen und griechische» Erzbischofs ist. Sie liegt am Fuße eine- Berges, und hat von der Seeseite «in vortreffliches Ansehe», obgleich die meisten Gebäude schlecht sind. Am hie- stgen Hafen steht ein verfallenes Castell, und am Ende des Meerbusens zwey Stunden von der Stadt noch eins. Man zählet hier gegen»ovoc» Griechen, 2000 Armenier,»6000 Türken und 200a Juden. Da Smvrna gleichsam der Mittelpunct der asiatischen Handlung ist, so haben hier die Engländer, Franzosen, Holländer, Schweden und Vene- tianer ihre Consuls, und genießen freye Religionsübung. Der hiesige Hasen ist einer der vortrefflichsten, und enthält beständig einige hundert Schiffe verschiedener Nationen, welche gewöhnlich Smprnafahrer genannt werden. Die Lust ist hier gemäßigt, und die umliegende Gegend fruchtbar. Z» des Kaisers Augustus Zeiten war Smvrna die schönste Stadt Asiens. Sie ist oft durch Erdbeben verwüstet worden, welches Schicksal ste auch in den Jahren>688 Sna ith SobieSlau So b ko w und 1778 betraf; auch wüthet hier öfters die Pest. In den Jahren 1742, i?45-»7.53- 1763,.772, 1777 und 1778 erlitt stc große» Brandichaden. Auf dem oben genannten Meerbusen liegt diekleine Insel Smyrna. Sliaith/«in Marktflecken am Flusse Cal- dcc i» Aorkshire in England. Sncck, Snils, eine alte Stadt in der Provinz Friesland in den vereinigten Niederlanden, von welcher ein benach. harter fischreicher Landsee den Nahmen hat. Sie liegt in einer niedrigen und wässerigen Gegend, und ist weder groß und schön, noch befestigt. Mau findet hier 2 holländische reformirte Kirchen. Sniad'n, eine Stadt am Flusse Przvpiec in der Woiwodschaft Brsestz in Litauen. Sniatyn, eine Stadt am Flusse Pruih im Halitscher Kreise im Königreiche Galizien an der Grenze der Bukowina. Sie ist die Hauptstadt der Landschaft Pokuzia, und wurde im Jahre 1768 von den Coufödcrirtcn geplündert und angezündet. Snikkow. ein Städtchen in der Woiwodschaft Podol in Kleinpohlen. Soana oder Sovana, Luaon,ein Städt. chen auf einem Berge im Territorio di Siena im Großherzogihumc ToScana, welches der Sitz eines Bischofs ist, der unter dem Erzbischofc von Siena steht. Da eS eine ungesunde Lust hat, so ist es schlecht bewohnt, besonders im Sommer. Soaper, ein Fluß in der Provinz Ncu- y»rk in den vereinigten nordamerikani- schen Fcepstaattn, welcher ungefähr 100 Meilen von dem HndsvnSflusse in den Eeoraensec fällt. Er heißt auch ElopuS, und es liegen viele Eisenfabriken an demselben. Sobeniheilll, eine kleine Stadt am Flus. sc Nabe unweit Creuzenach im Für- fienihume Simmern im oberrheinischen Kreise. Eobieslau, ritt Städtchen an der Lusch- SocietätSin 24Z nitz im Bechiner Kreise in Böhmen, welches den Fürsten von Schwarzen- berg gehört, und eine gute Tuchman»- factur hak. Svbkow oder Zobkvw, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft SondomirS in Kleinpohlen. Svbolka, ein offenes Städtchen im Bunz- laucr Kreise in Böhmen. Sobolniki, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Sochaczow oder iSochaczew, eine Stadt am Flusse Bsura in der Woiwodschaft Rawu in Großpohlen, welche die Hauptstadt einer Landschaft gleiches Nahmens ist, und auf einem hohen Felsen ein Schloß hat. Sie ist der Sitz eines klei. nern CastellauS und eines Starosten; auch wird hier der Landtag und das Landgericht gehalten. Socielat, ein anS dem Lateinischen entlehntes Wort, welches eine Gesellschaft, Gemeinschaft, Verbindung, Compagnie und dergleichen, oder einen solchen Handel bezeichnet, zu welchem sich Einige verbinden, und den Gewinst und Schade» gemeinschaftlich theilen. Im besondern Verstände versteh« man unter diesem Worte eine Gesellschaft gelehrter Leute, welche sich zur Verbesserung gewisser Wissenschaften und Künste vereinigt haben. SocielätSinseln oder Gescllschaftsinsclkt, ein Archipelagus von vierzehn Inseln in Australien oder Südindien, welcher der bekannteste in diesem Erdiheile ist. Einige unter denselben lernte schon de LuiroS im Jahre 160Ü kennen; genauer aber untersuchte sie WulliS im Jahre 1767, wie auch Bougaioville, welcher ihnen den Nahmen Archip.lde Bourbon gab. In den neuern Zeiten find sie von Cook aufseiuen drey Reisen um die Welt, und nochmahls auch von einiaen spanischen Seefahrern besucht worden. Diese Inseln haben eine hohe Hh 2 Societies Soeiey. eiet)- for lks kekorrnLlion okLlan. uers) errichtete.!», deren Absicht da, hin ging, die Gesetze wider die Lasier in Gang zu bringen, und durch Ermahnungen uud Strafe» z» einer äußerlichen Bess runq anzntühren. Nach dieser ward im Jahre»6,^8»och eiue Gesellschaft von Bischöfen und andern vornehme» Personen gestiftet, die sich bemühten, die Jugend in der Gottesfurcht und Tugend erziehen zu lassen, uud die christliche Religion immer besser zu gründe»: daher wurden viele Schulen erbauet, Bücher gedruckt,und unter die armen Pfarrer und Zuhörer auch in auswärtigen Provinzen ausgetheilt. Diese hat durch freywillige Geschenke bald eine ansehnliche Summe Geldes zusammen gebracht, durch welche 6 Miffionarien»ach Amerika geschickt werden konnten, um daselbsibat Evangelium von Christo unter den Ariden zu verkündigen. König Wilhelm III. bestätigte sie im Jahre 1701 aulSneue, und ordnet« ihr viele Staatsmänner und Geistliche als Gehülfen z«, woraus ein großes Colleginm entstand, welches die Societät zu Fortpsianzung des christlichen Glaubens in den ausländische» Co> lonicn genannt wurde. Dieses Collegium hat sich nachmahls in zwey Societäten getheilt, von welche» sich die eine!» den einheimischen, die andere aber in den auswärtigen Ländern die Fortpflanzung des christlichen Glaubens angele- So ciuianer Soriniauer 245 gen seyn laßt; doch ist unter beyde» eine solche Verbindung, daß man sie wenig von einander unterscheiden kann. Sie haben ihre Correspondenz überall hin, und halten wöchentlich ein« Zusammenkunft. Dergleichen ist auch im Jahre 1709 auf königlichen Befehl zu Fortpflanzung des christlichen Glauben- in Schottland angeordnet worden, und zu Beförderung diese- heilsamen Werk- oon vielen wohl gesinnten Personen ein reicher Beytrag geschehen. Im Jahre >708 ist noch eine neue Gesellschaft ent. standen, welche sich die Erbauung ei- liigec Schulen in dem schottischen Gebirge und den dazu gehörigen Inseln zu Unterweisung des dasigen am Aberglauben hängenden Volkes angelegen seyn läßt, und von der Königinn Anna prioilegirt wurde, welche hierauf Befehl gab, einige tausend Stück Bibeln auf ihre Unkosten zu drucken, und unter dir Schottländcr unentgeltlich auszutheilen. In eben diesem Jahre errichteten viele gotteSfürchlige Leute eine Societät, vermöge welcher sie auf ihre Unkosten hin und wieder in dem Her- zogthume Wale- kleine Bibliotheken von theologischen Büchern anlegten, deren sich die Priester bey Au-arbeitunz ihrer Predigten bedienen sollten; welches auch so wohl von Stakten ging, daß man schon im Jahre 1709 so viel Geld beysammen hatte, daß Loo Kirchen mit einem solchen Verrathe von Büchern versehe» werden konnten. Im Jahre 17ÜZ ist auch an die Indianer gedacht worden, indem man zu London gegen zooo Bibeln drucken ließ, welche insgesammt umsonst unter die Indianer ausgetheilt wurden. Socinianer, ein Nahme der heutigen Arianer, Antitrinilarier und Uuilarier, welchen sie von einem gewissen Fanst Socin, einem Edelmann« von Siena im Großherzogihunir Toscaua, erhielten(geboren im Jahre rL.Z9, gestorben im Jahre>604), der einer ihrer vornehmsten Häupter waren, und die meisten europäischen Provinzen durchzogen, und überall seine Lehrsätze ausgebreitet hatte. Sie läugnen die Gottheit Christi, und daß ein heiliger Geist sey, wie auch die Erbsünde, die Genugthuung Christi, und die Auferstehung der Gottlosen; auch glauben sie nicht, daß die Gläubigen eben dieselben Leiber, welche sie m diesem Leben gehabt haben, wieder bekommen werden. Sie schreiben den Kräften der menschlichen Vernunft sehr viel zu, und verwerfe« alle göttlichenGeheimnisse des Glaubens. Die Hauptschule der Socinianer war zu Rakow in der Woiwodschaft Son- domirs in Kleinpohlen, und war f» blühend, daß gegen tausend Schüler in derselben erzogen wurden. Hier erschien auch ihr Glauben-bekenntniß i» pohlnischer und deutscher Sprache, welche- natürlicher Weise alle christliche» Religionsparteyen gegen sie aufbringe« mußte. Als daher im Jahre, 6z8 auf dem pohlnischen Reichstage angebracht wurde, daß ein arianischcr Kuade mit einem Steine nach einem Crucifixe geworfen habe, so wurde beschlossen, ihnen die Kirchen und Schulen, die sie inue hatten, zu nehmen. Sie erhielten sich aber doch noch hier und da, bis zum Jahre 16L8, wo auf Veranlassung des Königs Casimir ein Decret wider sie bekannt gemacht wurde, daß den loten Julius de-Jalirc- 1660 alle Ärianer(denn so nannte man die So- cinianer in Pohle») das Land geräumt haben sollten; doch stände ihnen frey, wahrend der Zeit das Ihrige zu Gelde z» machen, und dann frey abzuziehen, oder auch zur katholischen Religion überzutreten. Viele wählten das Letztere; die aber dieses nicht wollten, wandten sich nach Siedenbirgen und Schlesien. 246 Seconuseo S o b r» Sodom Söderkiöp - U- In Siebcnbirgen gibt es noch bis jetzt sehr viele unitarische Gemeinden; aber man findet dieselben auch in Holland und England. Soconusco, Zogue, eine Provinz am Mar del Zur, zwischen den Provinzen Guatimala, Vera Paz, Chiapa und Guaxaca in der Audicncia Guatimala im Vicekönigreiche Alimexiko im spanischen Nordamerika. Sie ist nicht sehr fruchtbar, aber reich an Seide und der besten Cochenille. Guevetla, oder Soconusco, ist die einzige Siadt in derselben. Socvlvra, eine Insel auf dem indischen Meere in Asien, welche gegen den Goifo von Babclmandeb liegt, und zum glücklichen Arabien gehört. Sie ist sehr heiß, gebirgig und unfruchtbar, und liefert besonders viel Aloe, Datteln und Weihrauch. Die Einwohner find Araber, bekennen sich zur mubam- medanischen Religion, und haben starke Neigung zum Kriege und zur Un. treue. Sie stehen unter einem Könige, welcher dem Schcrif von Mceca tri- butbar ist. Die einzige Stadt auf die. ser Insel heißt ebenfalls Soeotora. Soda, Sode oder Soudc, ein ans dem Spanischen entlehntes Wort, ein fener- beständiges mineralisches Laugensalz zu bezeichnen, welches eine Art Pottasche ist, und durch Einäschern Kuvisser am Ufer des Meeres wachsender Pflanzen erhalten wird. Es wird besonders von einer Art deS Salzkrautes bereitet, welches in den salzigen Gegenden des mittägigen Europa wächst. Soden, ein freyesReichSdorfnickt weit von Frankfurt am May» im oberrheinischen Kreise, wo derChurfnrst von Mahn; und die Stadt Frankfurt den Zehend unter sich theilen, und beyde eine» gemeinschaftlichen Dberichultbeißen setzen. Hier be- findet sich ein warme« Bad, und ein künstlich gebauetesSalzwerk. Das Merk. würdigste bey dem Letzter!» ist, daß man an dem Wasser, woraus das Salz ge, sotten wird, nicht den geringste» Ge. schmack von Salze spüret, dasselbe aber doch eins der besten, und sehr ergiebig liefert. Sodom, eine ehemahlige Stadt in Palästina, und eine von denjenigen, welche Gott ihrer großen Sünden wegen vertilgte. Jetzt befindet sich an ihrer Stelle das todte Meer, welches auch Asphaliites genannt wird. Sodomilerry, die Sünde Sodoms, das Verbreche», welches ehemahls in dieser Stadt herrschte, und in der unnatür. licheu Vermischung mit Personen einerley Geschlechts bestand, und wovon die Knabenschänderey ei»r Art ist. In weiterer Bedeutung wird auch die unnatürliche Vermischung mit Thieren So« domiterey genannt. Svdor, ein Städtchen auf der Insel Ions ober S. Coiumd's, welche eine von den bebrischen Inseln bey Schottland ist. Das hiesige Bisihum ist im Jahre 1098 mit dem Bisihume von Man ver- bnnden worden. Söderhamn, 8uäeriiamnia, eine Siadt am Flusse LiuSnan und am boihnischen Meerbusen in Helstngland in Nordland in Schweden. Sie hat die beste Kirche in ganz Nordland, und hier wohnen wohlhabende Kaufleute und guie Künstler; besonders aber wird die hiesige Ge- wehrfabrik sehr hoch gehalten. Eine Meile von hier ist seit dem Jahre 17ZZ im Dorfe Flor eine Leinwandfabrik angelegt worden, deren Waaren aber sehr grob und nicht dauerhaft genug ausfallen. Man macht in diesem Dorfe ouch Zivirnsirümpfe, Schlafmützen, grobe N'ffcliüchrr, Damast zu Tischzeug?, ». s. w. Svderkiöping, 8u6srcopis, ein Städtchen in Ostgothland, in Schweden, welches ehemahls sehr nahrhaft war; Södertelgr Soestdyk je mehr aber Norkiöping zngenonimen hat, desto mehr ist Söderkiöping in Abnahme gekommen. Södenelge, Tellie, leiZL^ultrslis, ein nahrhaftes Städtchen in Süder- manland in Schweden, welches zwischen der offnen See, dem Malarsee, und 8 Meilen von Stockholm liegt. Nach der russischen Abbrennung vom Jahre 1719 gibt eS hier verschiedene wohl gebaute Häuser, wie auch Strumpf. Wollen- Seiden- und Tabaksfabriken. Eine halbe Meile von hier befindet sich bey Aegelstawik ein guter Hafen. Söffiingen oder Sefflingen, eine reiche Franciscaner Francnabtey unweit der Abley Elchiiigcn im Ulmer Gebiethe im schwäbischen Kreise? welche seit dein Jahre 1774 reichsuninittelbar ist. Sömmerda, ein Städtchen und Amt nicht weit von der Unstrut im Gebiethe der Siadt Erfurt in Thüringen, welches drey wichtige Jahrmärkte hält. Soest, Lulatum, eine ziemlich große Stadt am Flusse Affe in der Grafschaft Mark in Westphalen, südwcstwärls von Lwpstadt, deren Einwohner sich zur katholischen und evangelischen Religion bekennen. Sir zählt 1204, aber meisten Theils schlecht gebaute Häuser, und Lot/ Einwohner. Bon der Domkirche besitzen die Katholiken das Chor, und die Lutheraner das Schiff. Letzteren gehören noch 6 andere Kirchen, deren eine zugleich den Rcformirten zum Gottesdienste dient. Ueber dieß gibt es hier»och zwey kaiholischeMönchs- klöstcr und ein lutherisches Archigym, nasium. Hier wird starker Getreidebau- del getrieben, und zum Gebiethe der Stadt, welches dieSoesterbörde genannt wird, gehören,20 Dörfer, und ein gutes Salzwerk. In den ältesten Zeiten war Soest eine Hansestadt, und hatte vortreffliche Privilegien. Soestdyk, ein schönes Lustschloß nahe Soesterb Sofala 24» bey dem Dorfe Soest in der Landschaft Emlaud in der Provinz Utrecht in den vereinigten Niederlanden» welches dem fürstliche» Hause Nassau-Oranicn gehört. Der Erbauer desselben war König Wilhelm 111. Es ist nicht groß, aber regelmäßig, und hat einen schönen Garten und einen Thiergarten. Soesterbörde, s. Soest. Sofala, Zofala, ein Königreich auf der östlichen Küste der Kaffer» in der Gegend des Flusses Zambeze in Afrika. Es begreift einen ansehnlichen Strich Landes, welcher ungefähr 7^« Meilen im Umkreise beträgt, und wird durch die Flüsse Aio del Espiridu Santo und Cnama bewässert, von welchen der letzte gegen 2;o Meilen weit schiffbar ist. Diese Flüsse führen sehr vieles Gold mit sich, und hier gibt es auch ergiebige Goldbergwerke. Die hiesigen Einwohner sind Araber, und glauben an einen Gott, den sie Mozimo nennen. Zauberey, Diebstahl und Ehebruch werden von ihnen sehr hart bestraft. Ihre Kleidung besteht aus Fellen von Schafen und baumwollenen Zeugen. Sie nehmen so viele Weiber, als sie ernähren können. Der König von Sofala hat ihrer wohl tausend; aber die erste befiehlt den übrigen. Bey Leichen, begängniffen sind sie sehr abergläubisch. Der König herrscht unumschränkt. Die Frauenspersonen werben sehr verehrt. Jedermann, und sogar der Sohn des Königs, macht denen, welchen er begegnet, Platz, und läßt sie vorüber gehen. Der König Emmanuel von Portugal schickte unter dem Commando des Don Pedro de Annye 6 Schiffe nach Sofala, um daselbst ein Fort anzulegen. Der König von Sofola gab hierzu seine Erlaubniß, weil er glaubte, daß es die Portugiesen wegen der ungesunden Lust nicht lange würde aushalten können. Da er sich i» seiner 248 Sog Sohl er Meinung betrogen fand, so griff er das Fort mit Le Landschaft besteht aus zwey Di- stritten. Soll», ein Marktflecken in Warwickshi. re in England, welcher eine berühmte Stahlfabrik hat. Sohruu, eine kleine mit Mauer» umgebene Stadt im Fürstenthumr Ralibor in Schlesien, welche eine katholische Pfarrkirche hat. Svje, eine Art Zeug, welches von gekämmter Wolle gewehrt wird, und des, ser als Rasch ist, weil cS auf der rechten Seile ein glätteres Ansehen hat. Soignirs, 8oßuiacum, cinr kleine Stadt am Flusse Raste im österreichischen Antheile an der Grafschaft Heonega», welche eine Colleqiatftrche hat. Soissons, sVußuüu Luessionum, eine ziemlich große, schöne und wohl bewohnte Stadt in einem angenehmen und fruchtbaren Thale in der Jsle de France in Frankreich. Sie liegt am Flusse Aisne, über welchen hier eine steinerne Brücke führt. Das hiesige Schloß worauf im Jahre 1728 ein Friedenskongreß gehalten ward, ist mit altvaterischen runden Thürmen umgeben. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzbi- fchofe von Rheims,»errichtete ehemahls in Abwesenheit desselben die Krönung des KönigS, und ward am römischen Hofe aus 2400 Gulden taxirt. D'e bischöfliche Katdedralkirche ist ei» weilläufttges Gebäude, und Hai eine Bibliothek mit beträchtlichen Manuskripten. Man findet hier virle Alterthümer, und unter andern Ucderrrste des Schlosses Crony, auf welchem zu der Mero- vinger Zeit»» Könige rrsidirt habe«. Lokal Golbin Außer der Kathedralkirche gibt es hier noch Z Collegiaikirchen, und bis zur Revolution zählte man noch 6 Abteyen, ein Cellegium der Väter des Oratorii, viele Klöster, und eine im Jahre 1674 gestiftete königliche Akademie. Zwischen den Jahren 74,-; und 14^6 sind hier zehn Kirchenversammlungen gehalten worden. Die ehemahlige Grafschaft SoissonS wurde im Jahre ILÜ6 zum Theil mit der Krone Frankreich vereinigt, zum Theil aber erhielt sie der Prinz von Eonde,- Ludwig von Bürden, dessen Antheil seine Schwester erbte, welche sich mit Thomas von Sa. voycn, Prinzen von Carignan, vermählte; daher sich ihre Kinder und Nach. kommen Grafen von SoissonS nannten. Svkal, eine Stadt am Bug im Beizer Kreise im Königreiche Galizien. Svkolik oder Sokolsk, eine Stadt am Flusse Woronesch j» der Statthalterschaft Woronesch im europäischen Ruß. land. Sokoika, eine kleine Stadt in der Woi- wodschaft Troki im eigentlichen Litauen. Evkolow, eine offene Stadt im Höllischer Kreise im Königreiche Galizien. Svkolvw, ein Städtchen in der Woi- wodschaft Kiow in Klcinpohlen. Sokosowka, einekleine Stadt in der Woiwodschaft Bratzlaw in Kleinpohlen. Svkul, eine Stadt am Flusse Sipr in der Woiwodschaft Wolhpn in Kleinpohlen. SoiakS, ein Nahme, welchen diejenigen Janitscharen haben, die Bogen und Pfeile führen, und des GroßsultanS Leibwache sind. Soldau, Pobl. Dzialdowo, ein Städtchen und Schloß am Flusse gleiches Nahmens in,»eidenburgischcn Kreise in .Ostpreussen, an den pohlnischen Gre». zen. Auf dem hiesigen Schlosse wird re. formirter Gottesdienst gehalten. Soldin, eine Stadt im Kreise gleiches Nahmens in der Neumark im Chur. (IV Band.) Sokeczniki Solfatar» 249 fnrstenthume Brandenburg, welche ehe, Mahls die Hauptstadt der Neumark war. Sie liegt an einem von ihr benannten und ihr zugehörigen See, welcher an- dcrthalb Meilen lang, in einigen Gc. gcnden fast eine halbe Meile breit, und 20 Klafter tief ist, und besonders wohl schmeckende Muränen, wie auch zwey Inseln, Nahmens Papenwerder und Marienwerder, enthält. AuS diesem See kommt die Mitzel, welche bey Cke- Witz in die Oder fällt. Die Stadt faßt höchstens 400 Häuser. Die hiesige Pfarr- kirche gehört den Lutheranern, und die Klosterkirche besitzen die Aeformirten. Hier gibt eS Tuchmanufacturen, Wollen, markte und Hopfenhandel, und ehemahls war hier ein Domcapitel. Svleczniki, ein Städtchen in der Woi. wodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Soleichofen, Sollnhofen, LeHa 8o- las, LeIIs Lolouis, ein Marktflecken und Amt an der Altmühl imOber- amke Hohentrüdingen im Jürstenihume Ansbach im fränkischen Kreise, bey wel. chem eine Spiegelmanufactur und ein großerMarmorbruch befindlich sind.Ehe. wahlS war hier ein berühmtes Bene« diciinerkloster. welches der Einsiedler Sola gestiftet hat. SolkNNttöt,dieFeyerlichkeit,dasGepränge. Soleuvre,eine Baronie im österreichischen Antheile! am Hcrzogthume Luxemburg. Das Schloß gleiches Nahmens ward im Jahre>LL2 von den Franzosen ver. wüstet. In dieser Baronie liegt die Ci- stercienserabtcy Tifferdange. SolftUara, ein kleines Thal nicht weit von Puzznolo in Terra di Lavoro im Königreiche Neapel, welches etwa 1200 Schuh lang und Zoo breit ist, und so wohl als die umliegende» Berge ei. ne gelblichte und weißlich,e Fa-be hat. Hier steigt an sehr vielen Orten' ein Rauch auf; und wenn man dikDaiüpf. löcher erweitert, und tiefer gräbt, so LL1 Solfatara Solferin» Solingen L H- - «' kann man sich ihnen zuletzt wegen der starken Hitze nicht mehr nähern Die Steine, welche rings nm eine solche Oeffnung her liegen, sind immer in Bewegung, und wenn man eine Hand voll kleiner Stücke darauf wirft, so werden dieselben gegen ü Ellen hoch in die Höhe getrieben, und zum Tbeil anch auf die Seite geworfen; ja an einigen Orte» heben die bloßen Dünste ohne Rauch den Sand beständig in die Höhe. Hier geschieht also im Kleinen, was man an dem Vesuv im Großen wahrnimmt; und ungeachtet dieser Berg über zwey deutsche Meilen von hier entlegen ist, so muß er doch mit diesem Theile in unterirdischer Verbindung stehen, weil man angemerkt hat, daß je stärker eS hier raucht, desto ruhiger der Vesuv sey, und je mehr dieser aus- brichr, desto weniger Rauch in dem Lhale verspüret werde. Wenn man hier eine» Stein auf den Boden wirft, so höret man, weil das Erdreich fast allenthalben hohl ist, unter demselben ein sich ziemlich weit erstreckendes Echo, welches recht donnernd ist, so bald man einen großen Stein in ein gegrabenes Loch wirft. Hier wird Schwefel, Vitriol, Alaun und Salmiak zubereitet, und man finde» hier ein Capucinerklo- ster mir einer Kirche. Von hier kommt man zu einem Amphitheater, welches insgemein Coliseo genannt wird, und ehemahls mitten in Puzzuolo stand, jetzt aber beynahe eine Viertelstunde davon entfernt ist, woraus die ehemahlige Größe dieser Stadt erhellet. Es ist ein cyförmiges Gebäude, welches schon vor des Kaiser Augusts Zeiten vorhanden war. In der Nachbarschaft desselben befinden sich unter der Erde eine große Anzahl gewölbter und an einander Hangender Kammern, welche ein g-oßes Wafferbehaltniß der alten Stadt Puzzuolo gewesen zu seyn scheinen. Solferin», ei» kleinesFürstcnihnm nebst einem Flecke» gleiches Nahmens im niantuanischen Gebiethe an den Gren- zen der Republik Venedig, welches ehemahls der fürstlichen Linie von Ca. stiglione und Solferino aus dem Haus Gonzaga gehörte. Weil aber Ferdinand II. in dem spanischen Successionskriege die spanische und frunzöfilche Partey hielt, so wurde dieses Fürstenthum als ei» deutsches Reichslehen vvm Kaiser eingezogen. Sein Sohn AleyfiuS II. führte hernach mir den Titel von demselben, und dessen Enkel Fürst Aloystus III. verkaufte endlich im Jahre 1/72 mit kaiserlicher Genehmhal- tung dem Erzhause Oesterreich seine bisher sequestrirt gewesenen Rcichsle- hen, nähmlich das Fürstenlbnm Ca- stiglione delle Skivere, nebst demMar- quisat Meldola und Schlosse Solferino, für Zoo««« Gulden, woraus sie dem Herzogthume Manlua einverleibt wurde». Solfwihborg, Sölfw'Hbonrg, eine kleine Stadt mit einem gute» Hafen an der Ostsee»iertehalb Meilen vonCarlc- hamm in Schweden. Hier ist ei» gutes Bleybergwerk und ein Slrömmingsfang. Solikamsk oder Solkamskaja, eine Stadt am Flusse Ussolka, in der Statthalterschaft Perwicn im asiatischen Rußland, welche ungefähr 6s« hölzerne Häuser, verschiedene steinerne Kirchen, eine deutsche Schule und 2 Klöster enthält. Sie ist wegen ihrer vielen Salz- kothe berühmt, dir Salz liefern, wel> chrs, so wie überhaupt alles vermische, in Rußland für das beste gehalten, und daher hänfig dabl» verführt wild. Sie gehören verschiedene» P.ivalper- soncn z». Die nach China Reisenden pflege» sich hier zu erfrischen. Solingen, Sollirigen, LoünAN, eine kleine Stadt und Amt am Fluss' W'p' per, im Herzogthume Berge» im west> S o lit u de Solms Solms phälischcn Kreise Z Meile» von Düs- seidorf. Sie hat reformirte und lutherische Einwohner, und treibt guten Verkehr mit den hier verfertigten Sensen, Degen- und Messerklingen, und allerley andern Eisen-und Stahlwaaren. Solitüde, ein vortreffliches herzogliches Sommcrrefidenzschloß im Amte Leonberg im Herzogthume Würtemberg, nicht weit von Stutgard. Die vorzüg, lichsten htesigen Merkwürdigkeiten sind der große Speisesaal, der schöne Lom- der-und Concertsaal, der neue Mar- stall, das ansehnliche Gebäude der im Jahre 1770 errichtete» Militärakademie für Zvo Knaben, das Opernhaus, der Lustgarten, die Thiergarten, das chinesische Gebäude, der Orangeriegarten, die Plantagen, und die Was- serfabrr auf dem benachbarten Bärensee. Sollapour, eine Stadt und Festung im Staate von Golconda in Decan in Ostindien. Svller, ein großer Flecken aus der spanischen Zrsel Majorca, welcher an ei. nein Meerbusen liegt, in dem sich ein Hasen befindet, welchen das Castell Santa Catalina del Puerro beschützt. Sollicitiren, begehren, fordern, anstrengen, biulich ersuchen, eifrig anhalten. Svllingerwald, ein hohes und waldiges Gebirge im südlichen Theile des Für- stcnlhitins Calenbcrg und im Fürsten- thutuc Wolfenbüttel im niedersächfischen Kreise. Soll»Hofe», s. Solenhvfen. SolinS, eine Grasschaft an beyden Seiten der Lahn in der Wclterau im oberrheinischen Kreise, welche an daS»as- sauische und hessische Gebieth und an die Stadt W tzlar grenzt, und gegen sechs Stunden lang und vier Stunden breit ist. Sie hat gute» und über flüssigen Getreidebau, gute Wüsten nnd Weiden, und also auch gute Viehzucht. 2F! Der Eisenstein wird hier allenthalben in größter Menge gefunden, geschmolzen und verarbeitet, und es ist auch Kupfer- und Silbererz vorhanden, wiewohl es nicht aufgesucht wird. Die hie- figen Waldungen haben zwar abgenommen, find aber doch noch sehr beträchtlich. Man hält dafür, daß die Grafen von Solms von den Grafen von Nassau abstammen. In diesem Falle kommen sie vermuthlich von Königs Con. rad I. Bruder, Nahmens Otto, her, von welchem aus einigen Urkunden gewiß ist, daß er zu Weilburg und in dastgcr Gegend seine Erbgüter hatte. In diesem alten Hause find zwey Haupt, liiiien, nähmlich die solms.braunfelfi- sche, und die solms lichische. Jene theilte sich ehemahls in drey Nebenlinien, nähmlich in die braunfelsische, hungen- sischc und greifeiistciitische. Die beyden ersten find auSgestor'oen; die letzte aber, welche aber noch fortdauert, ist im Jahre 1742 in den ReichLfürstenstand erhoben worden. Die solmS-lichische L nie hat zwey Nebenlinien, nähmlich 1) Solms-Lich, von welcher der Ast Lich-Lich auSgestorbcn ist, der Ast zu Lich- Hohcnsolms aber noch fortdauert; 2) Solms-Laubach, von welcher s) der Ast Lanbach- Laubach ausgegangen ist, und b) der Ast Lanbach- Sonnewald, der sich in zwey Nebenäste theilt, nähmlich in Sonnewald- Pouch und Son- nrwald, Sonnewald. c) Der Ast Lau- bach-Baruih theilt sich wieder in drey Aeste. Die Aeste SolmS-Laubach-Son» newald und Solm- Laubach- Baruth mit ihren Zweigen haben ihre Güter in der Lansiy und im Chnrfürstcnibume Sachsen. Die Linien Braunfels und Hohensolm find der reformirken, die sonnewaldische der katholischen, alle übrige» aber der lucherischen Religion zugethan. Die fürstliche Linie SoiinS- Ji 2 2A2 S olnocker Solocho Solothurn Bcaunfels besitzt den größten Theil der Grafschaft Solms; hingegen gehört der gräflichen Linie von Solms-Ho, hensolms das Schloß Hohen solms und ein Theil der Herrschaft Münzenberg. Die gräfliche Linie Solms-Laubach hat einen Theil der Stadt Münzenberg und zwey Aemter, und die gräfliche Linie Solms-Nödelheim auch zwey Aemter. Folglich ifl die Grafschaft unter vier Herren getheilt. Solnocker oder Szolnoker Gespanschaft ( äüßere), eine Landschaft in Ober- ungarn, zum Unterschiede von zwey an, dern Gespanschaften dieses Nahmens, wovon die eine an den siebenbirgischen Grenzen die mittlere, die andere aber, welche in Siebenbirgen selbst liegt, die innere genannt wird. Sie ist y Meilen lang, aber nur z bis 4 Meilen breit. Der Fluß Theiffe durchschneidet den obern Theil derselben, und ver. sieht sie mit einem Ueberfluffe von allerhand Fischen. Die Gespanschaft besieht au« lauter ebenem Lande, und hat wenig Wald, und dahergrößten Theils Mangel an Holz. Uebrigcns aber hat sie guten Ackerbau, und schöne Vieh. zucht. Hasen und Fli'igelwildbrct findet man häufig. Die Gegend an der Theiffe ist öfter,» Ueberschwemmungen ausge. fetzt. Die hiesigen Einwohner sind Un- gärn, böhmische Slawen, Raitzen und einige Deutsche. Das ehemahlige Schloß und Marktflecken Solnock oder Szol. nok gibt der Gespanschaft den Nahmen. Solnocker Gespanschaft(innere), eine Landschaft in Siebenbirgen, welche von Ungarn, Walachei», Armeniern und einigen Deutschen bewohnt, und in die obere und untere abgetheilt wird. Solnocker Gespanschaft lmilllere), eine Landschaft in Oberungarn, welche fast 6 Meilen lang, und an manchen Orten 4 bis z, meisten Theils aber nur Z Meile» breit ist. Ihr ganzer Umfang ist meistens bergig, und daher auch die Luft in demselben ziemlich rauh. Der Boden ist nicht sonderlich frucht, bar. So groß und ansehnlich auch die hiesigen Berge sind, so enthalten sie doch keine Steine, und die Einwohner sind daher gezwungen, ihre Häuser aus Holz und Lehm z» erbauen. Sie sind aber mit starken und nutzbaren Waldungen bedeckt, welche die Provinz mit allerhand Holzarten und Wild im Ueber, flnffe versehen. Die Viehzucht ist wegen der wenigen Weiden»ur geringe, der Wein aber. der jedoch nicht stark gedankt wird, von zimlichcr Elite. Die Einwohner sind Ungarn und Walachen. Solocho, Inlulae 8olocae, verschiede- ne kleine Inseln auf den Golfs von Sidra, in der Barbarey in Afrika. Solosra, ein Fürstenthum im Principal» vltra in Neapel. Sologne, LsAnIonia, eine kleine Landschaft zwischen Orleans, BloiS, und Bourges in Frankreich. Svlok, ein Städtchen in der Woiwod- schaft Wilno im eigentlichen Litauen. Solor, eine Insel des indische» Meeres in Asien, welche unter die im allgemeinen Verstände genommenen molukkischen Inseln gehört. Sie hat einen König, der aber seil dem Jahre»6,Z den Holländern zinsbar ist. Von hier aus werden viel Sandelholz, Gold und Per. len gehöhlt. Solola, eine türkische Silbcrmunze, welche ZoAspecn ausmacht, und nach unserm Gelte ungefähr einen Gulden beträgt. Svlothurn, einer von den dreyzchn Can« tons der Schweiz, welcher gegen Mor« gen und Mittag an den Canton Bern, gegen Abend an das Vieler Gebieth und das BiSthnm Basel, und gegen Mit« ternacht an den Canto» Base! grenzt. Seine größte Länge beträgt>Z, die Breite aber 4 bis 9 Stunden. Der hiesige Solo thuen Solo we zk Solstlt 2ZZ Boten ist ziemlich gut und fruchtbar, besonders da, wo es Ebenen gibt. Man hol Getreide und Obst, und in einigen Landvogteyen starken Weinbau, gute Woider und Viehweiden, und heilsame Bader. Die Aar durchströmt einen Theil dieses Cantons, und»inimt bey Emmenholz die größere Emma, oder Emmen auf. Im ganzen Canton gibt e- 2 Städte und 4 Flecken, und man zählt ungefähr 4zvoo Menschen. Er bekennet fich zur katholischen Religion, ausgenommen die Landvogtey Bucheck- l berg, welche reformirt ist. Die kalho» ' lischen Kirchen stehen unter den Bis- thümern Lausanne, Basel und Costanz. Soloihnrn ist im Jahre>48t"> den einigen Bund der Eidgenossen aufgenom- nie» worden, und hat unter denselben die eilfte Stelle. Die eigenen Unterthanen des CanioaS sind in eilf Landvog. teye» vertheilt, von denen acht diesseit und drey jenseit des Gebirges Jura lie- gen. Die Hauptstadt des Cantons heißt ebenfalls Solvthurn, 8o1oclurum, 8olooorum, und liegt i» einer angenehmen und fruchtbaren Gegend an der Aar, von welcher sie in zwey ungleiche Theile getheilt wird. Sie ist stark befestigt, enthalt ungefähr Hooo Einwohner, und ist die Hauptniederlage der Waaren, die aus Frankreich nach der Schweiz geführt »reden. In derselben findet man ein Collegiaistift und Kirche, Nahmens S. UcsuS, ei» ehemahliges Jesuitercolle- gimn, L Klöster und ei» Zeughaus. Hier Hai der französische Gesandte an die Eidgenossenschaft seinen Sitz, welcher in einem im Jahre 17>y aukobrig- keiilichcn Befehl neu erbaueten Pallaste wohnet. Die hiesige Regiernngsvecfas- sang ist aristokratisch, und mit der demokratischen vermischt. Die Bürgerschaft ist 1» it Zünfte abgetheilt, aus welcher der große und der kleine Rath erwählet und ergänzet wird. UebrigenS ist Solvthurn sehr alt, ja die älteste Stadt in der Schweiz. Solowezkoi, eine Insel auf dem weißen Meere, welche zur Statthalterschaft Archangel, und folglich zum europäischen Rußland gehört. Sie enthält ein ansehnliches Kloster, in welchem zwey berühmte Heilige verehrt werden. Dasselbe war schon zu des Czaar Jwan Wa- stliewitsch Zeit mit starken Mauern und Thürmen umgeben, und ist seit dieser Zeit für eine Festung gehalten worden^ Als Czaar Alexei Michaclowitsch im Iah. re 1663 Soldaten hierher schickte. um das Kloster zur Annähme der Kirchenbücher zu zwingen, welche der Patriarch Nikon verbessert hatte, stand es eine vierjährige Belagerung aus, bis es endlich im Jahre eingenommen, und mit neuen Mönchen besetzt wurde. Der steinerne Umfang des Klosters beträgt 4y6 Klaftern, und alles, was dahin gr. hört, ist von Steinen erbauet. Es geschehen viele hundert Wcrste weil Wallfahrten hierher, und Peter l kam im Jahre 1692 auch hierher. Damahls hat« te es gegen 200 Mönche; gegenwärtig aber sind kaum 60 vorbanden. Auf die- ser Insel wird Marienglas gebrochen, welches so klar wie Krystall ist. Solre le Chateau, ein Städtchen und Schloß im französischen Antheile an der Grafschaft Henucgau, welches bis zur Revolution den Titel eines Fürstenthums halte. Solsona, Lellonn, erne Stadt auf ei« nem Felsen am Fuße eines Hügels im Fürstenthnme Caialonieu in Spanien. Sie hat zwey Eastelle, nähmlich ei» al. tcs und ein neues, eine Pfarrkirche, L Klöster, und ist der Sitz eines Bi- schofs, welcher unter dem Erzbischofe von Tarragona stehet und jährlich 4000 Dncaten Einkünfte bat. 8oMmum, s. Sonnenwende. 2F4 Solt Solwytscheg S o masca S» m m e Soll, f. Scholth. Soltau, eine Amtsvogtey im Fürstenlhu- me Lüneburg im niedersächsischen Kreise, welche 24 Meilen lang und 2 kleine Meilen breit ist. Der hiesige Boden trägt nicht so viel Getreide, als die Einwohner brauchen; dieselben handeln aber mit Vieh, Wolle, Wachs, Dieh- len, Latten und hölzernen Löffeln, von welchen ganze Fuder nach Hamburg und Bremen gefahren werden. Der Hauptort dieser Amtsvogtey ist das Städtchen Sollau, welches beym Zusammenflüsse der Böhme und Soliau liegt, und ,^2 Häuser enthält. In der hiesigen Pfarr. kirche ist das ganze Amt, welches aus 2- Dörfern und 22 einzelnen Höfen besteht, eingepfarrt. Die meisten Einwohner sind Tuchmacher, und verfer. ligen Futtertuch, so genanntes kleines Seetuch, und halbleinenes Zeug. Bey diesem Orte wurde im Jahre>;iy die in der braunschweigischen und hildes- heimischen Geschichte besonders merk- wi'irdige Schlacht zwischen den Herzo- gen Erich von Calenberg und Heinrich von Wolsenbuttel auf der einen, und Herzog Heinrich von Lüneburg und dem unruhigen Bischof Johann von Hildesheim auf der andern Seite gehalten, in welcher der letztere Theil einen voll- kommenen Sieg erfocht. Sollkamp, eine große Schanze in der Landschaft Hunsingo in der Provinz Gtöningen in den vereinigten Nieder, landen, welche an der Mündung der Hunse liegt, die hier das Loopeudicp genannt wird. Solwytschegolskaja, eine große und rei. che Handelsstadt in der Statthalterschaft Wologda im europäischen Rußland. Sie liegt am Fluffe Wytschegda, welcher unter der Stadt in die Dwina fällt. Hier wird viel schöne Silber-Kupfer- und Beinarbeit, wie auch vieles Sah' gemacht. Somasca, ein Städtchen nicht weit»am Lago di Leceo im Gebiethe von Bergab mo im Veneiiaiiischen. Sombor, s. Zy-nbor. Somelpur, eine Siadt in der Landschaft! Bcrar im Deca» in Ostindien, weiche dem Sudah von Deca» gehört, und' Diamantengruben besitzt. Somerlon, ein gutes und wohl gekarrtes Wtädtchen im Svmmersetshire in England, welches ehemahls der Haiipi- ort der ganzen Grafschaft war, und von derselben den Nahme» hat. Somlyo, ein ziemlich volkreicher Markt, flecken nn, einem zerstörten Schlosse am Fluffe Kraßna in der Kraßner Gespanschaft in Oberungarn. Hier ist der pohl. Nische König Stephan Bathory geboren> worden. Somlyo, ein Flecken mit einem Gymnasium im Zschiker Stuhle in Siebenbir- gen. Soinma, eine königliche Domänensiadt am Fuße des Berges Vesuv in Terra di Lavoro in Neapel. Sie ist der Sch eines königlichen Gouverneurs und eines königlichen Richters. Somme, 80MLNÄ, 8um!llL, der vornehmste Fluß in dcr Ptcardie in Frank, reich, welcher in der Landschaft Thie. räche entspringt, und bey Bray schiffbar wird. Nachdem er die kleinen Flüs. se Allere, Elce und Auregne aufgenommen hat, theilet er sich in zwölf kleine Canäle, die sich in der Stadt AinienS ausbreiten, hierauf aber sich wieder an einem Orte vereinigen, wo die Schiffe anlanden, die von Abbeville und St. Valery die Waaren, welche aus Holland und England kommen, bringen. Dieser Flnß ist sehe tief, und hat keinen Fuhrt, ausgenommen zwischen Äb- beville und S. Valery, in einer Ge> gend, welche Blanquetaque genannt Sommersetsh S o in m e r s i n Somme ld wird. Er fällt bey S. Valery in daS briianmsche Meer. Somineidyk oder Zomerdpk, ein Flecken auf der holländische» Insel Oberflacque, welcher aber znr Provinz Seeland gehört. Er ist eine Herrlichkeit, die das adelige Ha»-! von Aartsen bcsiyk. Sommerack am Sande, ein Mark-flecke»»n Hochstifte Würzbnrg i-n frön- kiichen Kreise, bey welchem wohlschnie. ckender Wein wächst. Er gehört dem Kloster Münster- Schwarzach. Sommerfeld, eine Stadt, Schloß und Herrschaft IM crossenschen Kreise in der Neamark im Chnrfürstenthume Brandenburg, welche den Herren von Bre- dowgeboren. Diese S-adt gibt Züllichau wenig»ach, und enthalt mit Inbegriff ibrer Vorstädte über 40» Häuser. Hier findet man eine Tnchmanufac-ur. Svmmerhaiisen, ein M'I Mauern und Grabe» versehener Mark-flecken am May» in der Herrschaft Speckfeld im fränkischen Kreise. Eommerschenbuig, Sommers-bürg, ein Flecken, Schloß und wichtiges Amt von 6 Dörfern im Holzkreise des Herzvg- lhums Magdeburg an der wolsenbüt- telschc» Grenze, welche dem Könige von Preussen gehören. Es hat viel Holzungen, und war vorzeiten eine Grafschaft, deren Grafen auch die Pfalz Sachsen besaßen, und im Jabre 1180 mir Pfalz, gras Albrechten ansstarben. Indem dabey liegenden Orte Morslcbcn werden Steinkohlen gegraben. Svnunersklshire, eine Landschaft in Eng. land, welche zu den größten im Königreiche gehört, und gegen Westen an Devonshire, gegen Süden an Dorset- shire, gegen Osten an Wiltfhire und Gloceflershire, und gegen Norden an den Canal von Bristol grenzt. S-e ist fruchtbar an Getreide und Vieh, und hat auch Bley, Kupfer, Bristoler Kry- stall, welcher den Diamanten ähnlich Sonders szz ist. und Waid zum Blaufärben. Zu Cbedder wird der größte und beste cng- ländische Käse gemacht, den man mit Parmesankäse vergleicht. Die vornehmsten hiesigen Flüsse sind der Avon, Brent und Barrel. Diese Landschaft enthält Z« Städte und Flecken, 1660 Dörfer, ä>2Z4»o Äenschen, und schickt iZ De. pul-rle z»m Parlamente, nähmlich 2 für die ganze Landschaft, und 16, die von 8 Oeriern erwählt werden. Svmmersinseln, s. Bermudische Inseln. Soinmerton, s- Somcnon. SoniMlereS, Lumerins, eine kleine Siadt am Flusse Vidourle in der Ge- gend von Nimes in Unterlanguedoc in Frankreich. Sie hat ei» festes Schloß, „ud hier werden viel wollene Zeuge ge. macht. Sommista, z» Aon, der Nahme des Vornehmsten unter denjenigen Bediente» der apostolische» Kammer, welche zur Ausfertigung der Bulle» bestellt sind. Somvrja, s. Summarein. Sonchociii, eine Stadt in der Wo-wod- schast Masurc» in Eroßpohlen, wel- che der Hauptork eines Distrikts ist. Soncinv, eine kleine befestigte Stakt am Flusse Oglio im cremoucfnche» G-bie. the im Herzogibumc Mailand, welche den Titel eines Marquisats hat, und dem Hause Stampa gehör,. Sie enthält§876 Einwohner. Das hiesige Schloß ist nach der alten Manier befestiget. Soncow, ei» Städtchen im Herzogthume Scverien in Kleinpohlcn. Sonders oder Sondrw, der Hanptfle- cken des ganzenVeltlin- in der Schweiz. Er liegt an dem Waldwasser Maler, welches sich»'"erhalb desselben in die Adda ergießt. Die hiesige Gegend ist schön, und der Flecken hat manche gute Gebäude, besonders aber eine schöne Kircke. Hier huben derLandeebaupt- mann und der Vicarins ihren S-tz Ueber demselben stand ehcmuhls ein festes Sonjcnb So„ neb sz6 Sondersh Songubar Schloß, welche- im Jahre 16^9 geschleift wurde. SonderShausen, eine kleine Stadt und Amt im fürstlichen schwarburg-sonder-. hansischen Antheile an der untern Graf- schaft Schwarzburg im obersächsischen Kreise. Sie liegt an der Wipper, in welche hier die Beber fallt, nachdem sie durch die meisten Straßen gelaufen ist. Auf einem Berge vorder Stadt befindet sich das gewöhnliche Restdenzschloß des regierenden Fürsten von der son. dershaustschen Linie, dessen einer Flügel nen und gut gebauet ,st; der andere aber gegen über hat einen großen Saal. Uebrigens hat das Schloß auch einen schönen Lustgarten. In dem hiesigen Zeughaufe ist der Püstrich, ein altes wendisches Götzenbild, zu sehen, welches von schwarzem hellglänzendem Metall gegossen, und inwendig hohl ist. Es hat einen starken Dber-und Unterleib, welcher gegen Elle im Umfan, ge hat, und einen Eimer Wassers faf. sen kann. Der Kopf desselben ist ebenfalls dick, und anstatt des Mundes findet man ein kleines rundes Löchel« chen, und ein gleiches oben auf dem Kopfe neben dem Wirbel. Die rechte Hand liegt auf dem Kopfe, nnd dielin. ke im Schooße; das mittlere Stück diese- linken Armes aber ist abgeschlagen. Die Beine sind verstümmelt, und das rechte ist gebogen. Svndershausen ist der Sitz der fürstlichen Regierung, eines Consistoeiums, eines AmtS und eines Landgerichts. Sondersitz, s. S. Ursane. Sondoinirs, s. Snndomierj. Sondrio, s. Sonders. Songs oder Sonho, eine Stadt und Landschaft in Niederguinea i» Afrika, welche zum Königreiche Kongo gehören. Songubar, ein Städtchen am Flusse Nith in der Landschaft DumfrieS in Südschottland. Sonjenbosch, ein großer Wald imQliae, tiere von Brüssel eine Viertelstunde«»» der eben genannten Stadt südostwäris im österreichischen Antheile am Herzog- thunie Brabant, welcher viele Dörfer Ableyen, Klöster und Einsiedeleyen be. greift. Man schätzt seine Größe a»f 8000 Morgen Landes, nnd jährlich werden 100 Morgen abgehauen,»ud hierauf wieder bepflanzt. Sonncberg, eine Grafschaft unter de» Vorarlbergischen Herrschaften in de» vorderösterreichischen Landen, an de» tyrolischen und graubündischen Grenze». Das Schloß Sonncberg liegt au der Jll. Sonneberg oder Sonnenberg, eine klei. »e Stadt und Amt an der Röten im sachsen-meinungischen Antheile amFür. stenihunie Coburg im obcrsächsische» Kreise. Sie enthüls 243 Häuser, und 17L7 Einwohner, und treibt ausgebreiteten Handel mit Schiefertafeln, Wetz- Fljnten-und andern Steinen, und mit allerley kleinen Waaren. Hier werde» auch Spiegel, Porzellan und Berli- nerblau verfertigt. Sonneberg, eine königliche freye Berg. stadt im Saatzer Kreise in Böhmen. Hier werden viel Spitzen verfertigt, wie auch Wurzeln und Kräuter für die Apotheker gebauet. Sonneburg, Sonnenburg, eine kleine wohl gcbauete Stadt und Amt mit ei. nein Residenzschlosse an der Lenze im sternbergischen Kreise in der Neumark im Churfürstcnlhume Brandenburg, 2 Meilen von Cüstrin. Sie ist der Sitz deS HerrenmeisterthumS der Johanni- territter in der Mark, Sachse», Pommern und Wendenlande, welches unter den Großmeister zu Malta, und folglich zu dem Großpriorat von Deutschland gehört, über welches aber Cbur- brandenburg das Patronatrecht Hai. Diese Stadt ist im Jahre 17L2 stark 00» Sonnesckd Sonrrenm Sonnen st Ssnnins^ 2Z/ Feuer, vnd im Jahre 17^9 von Kriegs- dkangsalen heimgesucht worden. Siehe Herrenarxisterthum. bonnefcld, ein Amt im fachsen-hildburg- hausischen Antheile am Fürstenihume Csburg im obersächsischen Kreise, welches aus den fecularistrtcn Gütern des Cistercieuser Nonnenklosters Sonnefeld entstanden ist, und den Marktflecken Hoffstädtrn und 21 Dörfer begreift. Sonnenberg, eine Herrschaft in der Land- vogtcy Tdurgan in der Schweiz, welche dem Abte und Fürsten zu Einsiedlea gehört. Das Schloß Sonnenberg liegt auf einer Höhe, und hat eine schöne Aussicht in das Lommisscr Thal. Sonnenberg, ein Marktflecken mit einem verwüsteten Bergschwffo im Sberamle Wisdaden in den aassau- saarbrück-ustn- gischcn Landen im oberrheinischen Kreise. Sounenblirg, ein adeliges Fraucnstift Benediclincrordens im Viertel Pustrr- thalin Tprol, welches nahe bey Braun- eggen liegt. Es ist im Jahre lo,8 gestiftet worden, und die Aebtissinn desselben gehört unter die tyrolischcn Landstände. Lonnenfinsterniß, in der Astronomie die Verfinsterung der Sonne durch den Mond, wenn derselbe zwischen sie und die Erbe tritt, und sie auf eine Zeit lang bedecket. Sviinenjahr, dasjenige Jahr, welches nach dem Lauf der Sonne bestimmt wird; die Zeit, in welcher die Sonne die zwölf Zeichen des Thierkreiscs durchlauft. Das Sonnenjahr besteht aus zwölfSonnen- nionathen, und hältZstz Tage, S Stunden und 49 Minuten. Sonnenmonath, ein Monath, dessen Dauer durch den Lauf der Sonne bestimmt wird; die Zeit, in welcher die Sonne eins von den zwölsZeichen des ThierkrriscS durchlauft; zum Unterschiede von dem MondSmonathe. Ei» Son- «enmonaih besteht nach der mittlern Be- (IV. Band.) weguiig der Sonne a»S ZO Tagen, Stunden, 29 Minuten und L Secunden. Soniienstein, s. Pirua. Sonnenstraße, in der Astronomie der Weg am Himmel, welchen die Sonne in ihrer eigenen Bewegung durchzulaufen scheint; die Ekliptik, Sonnenbahn, der So»nenzirkel, Ssnnenweg. Da eigentlich nicht die Sonne, sondern die Erde diesen Weg zurück legt, so sollte er billig die Erdbahn, Erdstroße heißen. Sonnenwalde, ein« Herrschaft und klei. ne Stadt iin nieder» Markgrafthume Lausitz, welche aber schon seit vielen Jahren dem Ehnrkreise des Churfi»'- steiithums Sachse» einverleibt worden sind, und einer Nebenlinie der gräflichen solmS-lichtscheu Hauptlinic gehören. In dem Städtchen befindet sich das gräfliche Residenzschloß. Sonnenwende, in der Astronomie die Zeit, da die Sonne den längsten und den kürzesten Tag macht, weil sie sich alsdann in ihrer Bahn rückwärts zu wenden scheint; der Sonne,istillestand, Lolliitium. Sonnenzirkel, in der Chronologie eine Reihe von 28 Jahren, nach deren En» dignng die Sonn-und übrigen Wochentage wieder auf die vorigen Tage des julianischrn Jahres fallen, nud also wieder mit einerley Buchstaben bemerkt werden. Die Bedeutung dieses Worts in der Astronomie, s. Sonnenstraße. Svnnett, eine sehr gezwungene Art Gedichte, welche aus>4 gleich langen Zeilen bestehen, und in Ansehung der Reime vielem Zwange ausgesetzt sind. Der Nahme ist, so wie die Sache selbst, französischen Ursprungs. Ssnnino, Lonninum, ein Flecken mit dem Titel eines Fnostenihunis, in der Camvaqna di Noma, im Kirchenstaate. Kk <2 4 Sophi S»rr LZ8 Sonn tagt Soomel- Er gehört dem Hause Colonna, und hak ein Cistercisuserkloster. Eonnlagsanabapkisten, eine Seele unter den Anabaptisten in Pensylvanien in Nordamerika, welche den Sonntag wie andere Christen feycck, und den Sabba- thisten entgegen gesetzt ist. Sie gründe» ihre Meinungen auf die Auferstehung und Erlösung Christi, welche am Sonn. tage vollendet wurde. Sie theilen sich wieder in zwey.Classe», indem einige bey ihrem öffentlichen Gottesdienste singen, andere hingegen nicht. Die letzter» behaupten, er sey viel Hauchrley damit verknüpft, weil unmöglich alle Mitglieder der Gemeinde gerade zu der bestimmten Zeit Lust zum Singen haben können. Sonsbcck, eine kleine Stadt und Amt nicht weit von Wesel im Herzogrhume Eleve. Sonsfeld, eine freye Herrschaft im Her- zogthnme Eleve, welche nicht weit vom Rhein liegt, und den Baronen von Wiltenhorst gehört. Svnthvfcn oder Sunlhofen, ein Amt und Marktflecken im Hochstifte Augsburg im schwäbischen Kreise. Auf der Grenze dieser AmtS entspringt der Hlerfluß, und man findet hier auch ei» Eisen- bergwerk. Gonlra, eine kleine Bergstadt und Amt in Niedcrbcssen, Z Meilen von Eschwc. ge, und Z Meilen von Eisenach, welche der hessen-rheinfelsische» Linie gehören. Das Städtchen liegt an einem Fluß« chen gleiches Nahmens, hat?Zsi Hau- srr, und seine Einwohner nähren sich vom Ackerbau und der Schafzucht. Gooniclpoor, eine Handelsstadt im eigentlichen Bengalen auf der Küste dies. seit des Ganges in Ostindien. Sie liegt am Flusse Gvuel, in welchem die schönsten Diamanten gefunden werden. Die Häuser sind hiervon Erde gcbauet, und mir Zweigen von Cocosbäumen gedeckt. Sophi, Sofi, ein Titel, welcher denper« fischen Monarchen gegeben wird, und eigentlich eine Person bedeutet, die ein Kleid von feiner Wolle trägt. Bey den Türken wird derjenige so genannt, der das Gesetz strenge beobachtet; vermuth, lich deßwegen, weil,die muhammedani. scheu Geistlichen auch keine anderen als wollene Kleider tragen dürfe». Sophia, Triaditza, 8Llckic:u, eine Stadt in der sardiksche» Sandschakschaft in Bulgarien, welche die Hauptstadt des ganzen Landes, und der Sitz desBcg. lerbegs von Romainen, und eines griechischen Metropoliten ist. Sie ist eine ansehnliche und volkreiche, aber offene Handelsstadt, die wohl gebauet ist, aber enge, ungleiche und unreine Straßen hat, die nur zu beyden Seiten, wo man gehet, gepflastert find. Fast ein jedes Haus hat seinen Garten, der mit Bäumen und Stauden reichlich besetzt ist. DieJschna oder Bojane fließt theils neben der Stadt vorbey, theils an ei> nigen Orten mitten hindurch. Die meisten hiesigen Kaufleute sind Griechen und Armenier. Diese Stadt ist aus den Ruinen der alten Stadt Sardika eut. standen, und vomKaiserJustinian erbauet worden. Sophicnberg, ein königliches dänisches Lustschloß, nicht weit von Copenhagen, welches mit schönen Gebäuden, Lustgärten, Statüen und Gemählden»ersehen ist. Sophist, ein aus dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, wclcheS denjenigen bezeichnet, der die Fertigkeit besitzt, Andere durch Trugschlüsse oder falsche Schlüsse zu hintergehen. Daher die Sophisterey, diese Fertigkeit; ungleichen Trugschlüsse, und daraus gegrüudele Urtheile selbst. Sora, eine kleine Stadt mit einem prächtigen Schlosse am Flusse Ganglions S or a ggio Sorbkr» in Terra di Lavoro in Neapel, welche der Sitz eines Bischofs ist, der unmittelbar unter dem Papste steht. Sie hat den Titel eines Herzogthuins. den das Haus Buoncampagno führet. Außer der Kaihedralkirche gibt eS hier 4 Pfarrkirche», und unter denselben 2 Colle- giatkiechen; in,gleichen ein Mönchs- und ei» Nonnenkloster. Soraggio, eine kleine Landschaft im ap. penninijchen Gebirge im Herzoglhume Modena. Soragna, 8oransa, ein Flecken mit einem Schlosse am Flusse Strone im Herzoglhume Parma, welcher den Titel eines Marquisats führt, und der Familie Mcloluppi gehört. Eorau, Zarvw, 8oravia, eine Stadt und Herrschaft der Grafen von Prom« nitz im gubenschen Kreise im niedern Markgrasthum Lausitz, welche der Sitz der eben genannten Grafen, ihrer Kanzelley und ihres Coosistoriums ist. Sie bat ein ansehnliches Schloß mit einer Kirche und einem Lustgarten, eine gute Schule, L Kirchen, ein Waisen. Haus mit einer Freyfchule, L27 Häuser, und fast Lvoo Einwohner. Hier gibt es wichtige Tuch- und Leinwandfabriken; ungleichen wird hier mit Garn »ab Leinwand Handel getrieben. Man hält diese Stadt für eine der ältesten in der Lausitz. Sie ist zu verschiedenen Mahlen, und zuletzt im Jahre 1711» fast ganz abgebrannt. Nahe bey derselben befindet sich ein Thiergarten mit einem Jagdschlösse. Sorau, s. Sohrau. Sorben, Sorbenwenden, Slaven, ein gewisses Volk, welches zu Anfange hehlen Jahrhunderts aus Sarmatien kam, und dir Länder Dalmarien, Croa- tien, Slavonien, Kärnthen, Krain, Schlesien, Pohlen, Böhmen und die Lausitz, wie auch die Länder uns bey. beu Seilen der obern Elbe, und gegen Sorbe n b Sorgsame 2Ly das deutsche Meer und der Ostsee, mit ihrer Sprache und Nation erfüllte. Sie wurden nachher unter Kaiser Carl dem Großen theils vertrieben, theils geschlagen, theils zum Christcuihum gebracht, so baß ihrer heutiges TagcS nur noch eine kleine Anzahl in der Lau. sitz und in der Mark Brandenburg übrig ist. König Heinrich I. hielt die, welche sich in Meisten fest setzten, und Orte nach ihrem Nationaluahmen erbauet hatten(die zum Theil noch vorhanden sind), in Zaume, und setzte thuen Markgrafen en-gegen. Sorbcnburg, s. Saalfeld. Sorbet, ein türkisches Getränke. Sorbonne, s. Paris. Soicy, ein Flecken und Schloß an der Maas im Herzogihnme Lothringen in Frankreich, welcher bis zur Revolution den Titel einer Grafschaft führte, und zwey Pfarrkirchen hak. Soregna, 8tri6onillkn, ein Städtchen im venetianischen Histerreich. Soret, ei» kleines aber reiches lind he. völkerles Königreich, zwischen den Königreichen Gnznrate, Jesselmere und Talta in Ostindien in Asien, in welchem Jaganat oder Jaganar die Hauptstadt ist. Sorgenfrey, ein königliches dänisches Lustschloß, unweit Cvpcnhagen, wel- chcs mit schönen Gärten, Gebäuden und Gemählden versehen ist. Sorgsame, der Same eines italienischen Gewächses, und dieses Gewächs selbst, welche- von einigen zur Hirse gerech. net wird, einen dicken, hohlen, markigen Siängel hat, und röihlichte oder braune Samenkörner«ragt, welche zwey Mahl so groß als Hirsenkörner sind, und von den Italienern zum Brote gebraucht werden. Der Nahme, wacher übrigens auch Sorg oder Sorg, weitzen lauter, ist so, wie das Gewächs selbst, ausländisch. Kk 2 ,'chk. ''! z». UM'^ «5o Sorgn« So rlin Zisch Sorgne, LorZin, ein Fluß in der Graf. fchaft Venarssin, in der Provence in Frankreich, der sich i» zwey Arme theilt, die beyde in die Rhone fallen. Soria, NumLutin, eine SiadtamFlusse Douro in der Provinz Soria im Königreiche Altcastilien in Spanien. Sie enthält iZ Pfarrkirchen, unter welchen sich eine Svllegiaikirche befindet, 7 Mönchs-und 4 Nonnenklöster, und vier Hospitäler. In dieser Gegend hat die bey dem Alterthume berühmte Stadt Numantia gestanden, welche die Römer ganzer 14 Jahre be, lagerten, bis sie endlich Scipio ein« nahm. Soriano, eine kleine Stadt mit einem -festen Schlosse im Palrimonio Petri im Kirchenstaate. Sie gehörte ehemahls den Herzogen vonAltempS, die sie aber wegen Schulden im Jahre 17>Z an den päpstlichen Nepoten, Don Carls Aibani, verkauften, welcher den fürstlichen Titel von derselbe» annahm. Sorlingische Inseln oder Inseln Scilly, -eaMtericies, 8iZäeIes, 145 sehr kleine Inseln zwischen den Küsten von England, Irland und Frankreich, ungefähr Zv Meilen vom Vorgebirge che Laud'S End gegen Abend, welche von AlcerS her zu der engländischen Landschaft Cornwall gerechnet worden sind, und auch wahrscheinlicher Weise in den ältesten Zeiten mit derselbe» zusammen gehangen haben. Die Insel Scilly, von welcher die übrigen benannt worden sind, wurde ehemahls für die vor. uehmste gehalten; heutiges Tages aber hat S. Mary'S den Vorzug, und ist auch die größte und fruchtbarste unter allen. UebrigenS wächst auf diesen Inseln gute« Getreide und Gras,und man findet auch auf denselben«ine Menge Kaninchen, und auf den umliegenden Gewässern viele Schwäne. Sie sind »on der Landtaxr, Maljtaxe und Sieki- Sornjlg Sorrento se frey, leiden aber viel vom Mangel einer ordentlichen Post nach England. Sornzig, ein Amt im Leipziger Kreueim Churfürstenthume Sachse«, welches aus einem Benedictinernonuenkloster entstanden ist, den Freyherren von Bur- kerSroda gehört, und is Oerter begreift. Soröe, 8«ra, eine Stadt auf der Insel Seeland in Dänemark, welche in «iner angenehmen Gegend liegt, und wegen ihrer berüdmieu Attierakademie merkwürdig ist. Der König Friedrich V. ließ dieselbe im Jahre 1747 aufs neue einrichten, worauf ihre Einkünfte durch des berühmte» BaronS von Holderg Verlaffenschaft ansehnlich vermehrt wurden. Die Akademistcn wohnen in einem wohl eingerichteten Gebäude, und ha- he» so wohl zu den Wissenschaften, als zu ritterlichen Uebungen eine hinlängliche Zahl Professoren und Lehrer. Die Direktion der ganzen Akademie führt der königliche Lberhosmeister, der zugleich Amimann deS Soröer AwtS ist. Sorvka, OIckionia, eine Stadt am Fuße eines Hügels und am Dniester im Gebiethe gleiches Nahmens in der Moldau, welche ein festes Schloß hat. Sie wurde im Jahre 1769 von den Russen mit den darin von den Türken errichteten Magazinen verbrannt. Sorquiltcn, ein Flecken in einem See im schestenschen Kreise in Ostpreußen, welcher der Familie von der Gröbe gehört. Sorr, 8c»r»a, ein kleiner Fluß in Elsaß, welcher aus dem wasganischen Gebirge kommt, und sich in den Rhein ergießt. Sorr, s. Trautenau. Sorrenl», 8urrer>tum, 8orrsntum, eine kleine königliche Domäncnstadt auf einem Hügel am Meere im Principals citra in Neapel. Sie ist der Sitz eine« königliche» Gouverneurs, eines königlichen Richters und eines Erjbisch^, Sorta Sessau Soßnkfchow So« 261 Sinter welchem die Bischöfe von Siab- bio oder vielmehr Castcl a wäre, Mas- sa Lubrense»nd Vica Equcnse stehen. Diese Stadt war ehemahls die Hauptstadt eines kleine» Herzoglhnms. Sorta, Lsput SortLe, ein Vorgebi-r- ge an den Küsten»o» Tripolis am Golfs dr Sidra in Afrika. Sortau, eine Art Taue auf den Schiffen, welches sich besonders an der großen Bramstange befindet. Sorte, ein aus dem Franzöfischen entlehntes Wort, welches die Art, sofern es Dinge Einer Art find, bezeichnet. Sortiment, ein ebenfalls aus demFran- zössschcn entlehntes Wort, welches bey den Kaufleuten einen Vorrakh von mch- rern Waaren verschiedener Art bezeichnet, doch so, daß jede Art ordentlich bey einander befindlich ist. So ist zum Beyspiele die Sortimentshandlung bey den Buchhändlern von der Verlagshandlung verschieden. Sorliren, im Handel und Wandel Dinge einer Art zusammenlegen oder thun. Die Waaren sortiren bedeutet daher, nicht so ivohl die schlechten von den guten trenne», als vielmehr dir Waaren jr- der Art besonders legen. SvS, ein mit Mauern umgebener Flecken auf einer Höhe im Königreiche Aragonien in Spanien, welcher ein Castell bat. Sosnowica, eine offene Stadt im Lande Chelm in Kleinpohlen. SoSpcllo, l'Espel, liolpitellum, eine Siadt in der eigentlichenGrafschaft Nizza in Italien, welche von dem Flusse Vibera oder Bevera in zwey Theile getheilt wird, und gegen 6000 Einwohner enthält. Sie ist der Sitz eines Bis- lhums, wiewohl der Bischof gemeiniglich zu Vintimiglia wohnt, und eines königlichen Amts. Außer der Ka- lhcdralkirche gibt es hier noch eine Pfarrkirche, 2 andere Kirchen, und 2 Klöster. S-ffau, ein Flecken unweit Straubüigro in Oberbayern, wo ein wunderlhätiges Marienbild gezeigt wird. Svßnrschowitz oder Sassinkowih, Kie> ferfiädtcl, ein offenes Städtchen mit' einer katholischen Pfarrkirche im Tostcr Kreise im Fürstenthume Oppeln inSchle« fien, weiches einem Grafen von Cho- rinSky gehört. Sostrodec, ein Städtchen nicht weit von L»ck in der Woiwodschaft Wolhyu in Kleinpohlen. Sogelhem, eine Landschaft mit einem volkreichen Flecken gleiches Nahmens im österreichischen Antheile an der Graf- schaft Flandern. Soitsvenro(JslaS), odcr Wiudwards- isles, Inseln unter dem Winde, ein Ausdruck, welcher einen Theil der ca- raibifchen Inseln in Mittelamerika bezeichnet, welche in die Inseln im Winde oder Barlovenko(S. Barlovemo), und in die Inseln unter dem Winde eingetheilt werden. Die Spanier und Franzosen rechnen zu den Inseln im Winde die Inseln längs der Küste von Terra firma von Westen nach Osten, nebst den vier großen Antilleninfeln, und nennen die caraibischen Inseln, Insel« unter dem Winde. Die Engländer neu- neu bloß die Insel Barbados Insel im Winde, und die übrigen earaibi- schcn Inseln unter dem Winde. Der Ausdruck!m Winde und unter dem Win- de zeigt das Verhältniß der Lage der Insel» unter einander an. Da der Ost- wind im heißen Erdstriche, in welchem diese Inseln liegen, das ganze Jahr hin. durchwehet, und die östlichen Inseln ihn eher haben müssen, als die westlichen, so heißen auch diese Inseln, Inseln unter dem Winde. Auf einigen un- ter denselben sind fürchterliche Stürmt und Erdbeben nichts Seltenes. Sou, ein Schloß»ahk bey dem Flecken und Schlosse Guerigu in der kleinen Landschaft Donnezan in Niederfoix in » 262 >v« b ise Soure >onreze Sourhamp Frankreich, welches so wie jenes den Weg über das pyrenäische Gebirge nach Rouffillon bewahret. soubise, ei» Städtchen an der Charcn. te i» Oberfaintonge in Frankreich, welches bis zur Revolution ein Capitel hatte, und der Hanptort eines Fürsten» rhums des Hauses Rohan war, zu welchem sieben Kirchspiele gehörten. ES hingen auch von demselben die Insel Madame in der Mündung der Charen. te, und das Fort Lupin ab. In der Nähe befinden sich die miueralischenWas- ser von Ronffillasse. Souillac, eine kleine Stadt in einem feilen»nd fruchtbaren Thale am Bache Borese in Oberquercp in Guyenne in Frankreich. Sie liegt nicht weit von Dordogne, und hatte bis zur Revolution eine Benedictinecabkey von der Con- gregation S. Maur. Soule, eigentlich Subola, eine Landschaft in Frankreich, welche von Unternavar- ra und Bearn eingeschlossen wird, und im pyrenäischen Gebirge liegt. Sie besteht aus 6c> Kirchspielen. Die hiesigen Berge hüben gutes Holz zum Schiffbaue, welches aber nicht gut fortgebracht weiden kann, und man findet auch Eisen- Bley und Kupfererz. Der vornehmste Ort des Landes ist die Stadt Maules». Souiiers, eine kleine Stadt L Meilen von Toulon in Unterprovcnce in Frankreich. Sott- Lieutenant, ein Obervfficier zu Pferde oder zu Fuß, welcher dem Lieutenant seine Dienste verrichten hilft. Svuna, 8una, eine von den vrcadi- schen Inseln nicht weil vo» der schott- ländischen Küste, auf welcher viele Schiefersteine gewonnen werden. Soure, ein Flecke» in der Landschaft Estre- madura in Portugal, welcher ungefähr Z2vo Einwohner enthält, und den Titel einer Grafschaft führt. Soureze, ZoIIiucum, eine kleine Stobt in Oberlauguedoc in Frankreich welche bis zur Revolution eine Benedieij, nerabteo hakte, und in den Religionskriegen befestigt war. Sourge, ein kleiner Fluß in Frankreich, welcher in der Grafschaft Benagn entspringt, bloß in derselben sti.ßt.Uttb sich in die Rhone er»,ißt. Svuk-Leeuwen, s. Leeuwen. SvUe-Fara, eine von de« oicadifcheii Justln bey Nvrdschotilaiid, weiche ungefähr Z Meilen lang ist. South-Kolk, s. Suffoik. Soukl). Moulton, eine gute Stadt in Devonshire in England, welche Säe. jche- Schalong- und Hiumanufact», ren hat. South- Ronalsa, eine von den vrcabi. scheu Inseln bey Nordschottland, w-l- che 6 Meilen lang,^ Meilen breit, fruchtbar an Getreide und wohl bewohnt ist. An ihrer Nordseite befindet sich ei» guter Hafen; a» der Südostseite aber gibt es gefährliche Klippen, welche Peutland SkerieS genannt werden. South- Bist, eine von den hebridischen Inseln, bey Mitkelschottland, welche 2t Meilen lang, lind au einigen Orte» Z, und an andern 4 Meilen breit ist. Die Einwohner, welche hier sehr alt werde», und gut irländisch reden, bekennen sich insgesammt zur katholischen Religion. An der hiesigen Küste wirb zuweilen Ambra gefunden. Diese In- sel gehört nebst der Insel Noth. Bist den MacdonaldS, welche vo» den alten Königen der umher liegenden Inseln abstammen. South-Wales, s. Wales. Souiham, ein Flecken in Warwickshire in England. Southamplvn, eine große und vormahls blühende Stadt mit einem b,q»emen Hafen in Hampshire in England. Sie liegt zwischen zwey Flüssen, indem itz» Southamp Souverän re Westseite von der Tesc, die Dstfeite aber von der Alce gewässert wird, und führt den Titel eines Herzsgkhums. «Philipp, König von Frankreich, ließ sie gänzlich abbrennen, Eduard Hl. aber gleich wiederaufbauen, und ziem- lich stark befestigen. König Richard II. ließ zur Befestigung, und um die Einwohner zur auswärtigen Handlung aufzumuntern, das Lastest Talshofauf einer Erdspitze am Eingänge des Meerbusens, welcher sich hier i»S Land erstreckt, auf. führen. Dieses, nebst andern Vorrechte», brachte diese Stadt in große Auf. „ahme; jetzt aber hat sie ihre Handlung und den größten Theil ihrer besten Einwohner verloren. Hier werden jetzt nur noch portugiesische Weine ausgeschifft, und viele französische heimlich eingeführt, mit portugiesischen vermischt, und unter dem Nahmen Southampton- Portwcin verkauft. Diese Stadt schickt übrigens zwey Deputirte zum Parlamente, und ist eine besondere Graf. schaff für sich. Southampkon, s. Hampshire. Somhwark, s. London. Southwest, ein Marktflecken in Notling- hamshire in England, welcher eine Lok- legiatkirche und eine Freyschule hat. Loulhwvuld, ein an einem Hügel bey der See angenehm liegender Flecken beym Ausflüsse deS Blith inS Meer in ber Landschaft Suffoik in England. Er treibt eine» ansehnlichen Handel mit Salz, altem Bier, Heringen und Meer. gründliiigen, und hat einen Hafen, der aber ziemlich durch den Sand verstopft worden ist. Im Jahre 16/2 siel nahe bey diesem Drte ei» Seegefecht zwischen den Engländern»nd Holländern vor. Souverän(der), ein aus dem Franzö» fische,, entlehntes Wort, welches i)ei> ne» unuaischränkten Herrn bezeichnet, da es dann im gemeinen Leben wohl von einem jede» Landesherren gebraucht Souverän Spa s6z wird, so fern er in Ansehung unserer sou. veräu ist, und in Ansehung seines Verhaltens gegen uns nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann. 2) Eine Goldmünze, welche in den österreichischen Niederlanden geschlagen wird, und ehe» mahlS zu y Gulden, jetzt aber zu z Ducaken oder iZ Guldea-ro Kreuzern ausgeprägt wird. Sie hat unfehlbar ih. ren Nahmen daher, weil sie von dem Souverän und mit dessen Brustbilde ausgepräget wird. Souverän, unumschränkt, keinem Andern von seinem Verhalten zur Rechenschaft verbunden. Souveränität, diejenige unumschränkte Macht, da man von feinem Verhalten niemanden zur Rechenschaft verbunden ist. Souvigny, ein Städtchen in Bourbon- noiS in Frankreich. Sovana, s. Soana. Sovar oder Salzburg, ein Marktflecken nahe bey EperieS in der Scharoscher Eespanschaft in Dberungarn. Er hat Salzgrubcn; weil aber das Salz mit irdischen Theilen vermischt ist, so wird es im Wasser aufgelöset, und hierauf ausgekocht. Spa oder Spaa, ein Flecken von ungefähr 200 Häusern 7 starke Stunden von Lüttich und eben so weit von Aachen im Marquisate Frauchimont im Hoch. stifte Lüttich an den luxemburgischen Grenzen. Er liegt in einem Thalc,»nd wird von felstchten Bergen umgebe», die diese kleine Gegend ungemein mahlerisch machen. Zwey unter denselben, welche einen Winkel bilden, und so einen Theil des Ort- ganz nahe einschließen, sind durch eingehauene Ter- raffen verschönert worden, auf welchen man künstliche Garlenstücke angelegt hat. Das Erdreich hierzu mnßie erst hinauf getragen werde». Diese mit ei. nein zierlichen Flechtwerke eingefaßten 4 4 264 Sp» Gpaaren Spahi- Eröffnen nebst einer Cabane, hie auf dem Gipfel des einen Berges, und einem Tempel, der auf dem andern hervor ragt, geben diesen wilden Steinmassen ein cnltiviries und überaus angenehmes Ansehen. Die eben erwähnte romantische Hütt<, nebst der darunter befindlichen Gartenanlage, wird Anette e, Lnbin genannt. Spa ist von der frey- gcb-gen Natur mit fünf mineralischen Quellen begabt worden, von welchen eine jede etwas Eigenthümliches hat, wodurch die eine diesem, die andere jenem Kranken vorzüglich heilsam wird. Nur eine derselben ist in dem Qrte selbst; die andern liegen insgesammt in einer Entfernung von ungefähr einer halben Stunde an und zwischen den Bergen umher. Fast alle Brnnncngäste beyderley Geschlechts pflegen den Weg dahin zu Pferde zu machen. Die Landleute der umliegenden Gegend unterhalten daher eine Menge kleiner und niedlicher Pferde, die so munter und dabey fo beguem und sicher traben, baß selbst der ungeübteste Reiter bergauf bergab über Stock und Steine mit denselben jagen kann. Bey einer der Quellen, Nahmens la Sogeniere, fleht man ei- neu kleinen engländische» Garten, der deswegen merkwürdig ist, weil die königlichen Kinder der Prinzessinn von Qrleans, welche vor einigen Jahren das Wasser derselbe» trank, und da. durch wieder hergestellt wurde, ihre Dankbarkeit dadurch an den Tag legen wollten, dass fie die wilde Waldgegend um die Quelle her größten Theils eigenhändig verschönerten. Der russische Kaiser Pcter der Große bediente sich im Jahre 1717 gleichfalls dieses Gesundbrunnens, und ließ zum Andenken ei. ueS'atüe mit einer Inschrift errichten. Die Gebäude, welche man hier zum Behufe der Glück-spiele und zugleich für die unschuldigen Vergnügungen der Brunnengäste errichtet hat, und bereit eins das Vagchal, ei» anderes die neue Redonte he-ßl, enthalte» Säle, dieair Größe, Pracht und Geschmack einem königlichen Pallaste keine Schande machen würden. Hier versammeln sich Vormittags und Abends die Brunnen- gäste ohne Unterschied des Standes, und jeder findet daselbst, was seinem Herzen gelüstet, als: Erfrischungen al. ler Art, Musik, Tanz, Gesellschaft und Spiel. Uebrigens sind hier die Preise bor Lebensrnittel»»gemein hoch gestiegen, und die mineralischen Quellen, und die Menge der dadurch herbey gelockten Fremden ernähren den Ort. Spaarcn, ein Fluß in der Provinz Holland in den vereinigte» Niederlanden, welcher aus dem Harlemer Meere kommt, durch die Stadt Harlem gebt, und bey Spaarendam in das I fällt. Auf demselben gehen die großen Schiffe, welche von Amsterdam nach Seeland und anderwärts hinfahren. Spahis, der Nahme der türkischen Reiter, welche aus des Großsultan? Kammer bezahlt werden,«nd bey der Armee Dienste thun. Ihre Zahl besteht aus r2o»o Mann, und ihre Waffe» sind ein Säbel nebst einer Lanze, welche sie Mistack nennen, wie auch Pistolen Bogen und Pfeile. Einige führen eine gewisse Art Pfeile oder Wurfspieße, Nahmens Gerit, welche zwey Schuh taug, und an dem einen Ende mit Eisen beschlagen find. Sie haben auch eine» Degen, Nahmens Caddareh, welcher kurz,»nd von einer sehr breiten und gerade!, Klinge ist. Ihr Sold ist unterschiedlich, und steigt insgemein von ,2 bis ivo Asper für einen Tcg Wen» der Großsultan persönlich zu Felde gebt, schrakt er jedem Spabi Lt>oo After. Ihre Armee ist übrigens im Kriege nichts anders als ein verwirrter Haufe, der ohne Ordnung marschict. Sie b»° Spalm Spange nb 26z Spaichingr» Spaliere» wachen auch des Großsultans und des Gcoßveziers Gezelte zu Pferde, dahin, gegen die Janitscharen dieses zu Fuße thun. Txaichingen, ein großer Flecken,n einem von demselben benannten Tbale am Flusse Priii» in der Grafschaft Ho- henberg im schwäbischen Oesterreich. Spalalro, SpLlatrum, eine große Seestadt aus eiuec Halbinsel im venetiani- schen Dalmatien, welche mit guten Lastionen von Quadcrstücken befestigt ist, aber von den nahe gelegenen Berge» bestrichen werden kann. Sie ist der L-tz einer Ackcrbaugesellschaft, und ei. »es Erzbischoss, der Primas von Dal. malie» und Croalien ist, und unter welchem eilf Bischöfe stehen, und hat die Stapelgcrcchtiqkeit; daher die Kauf- mannsgütcr, welche aus der Türkey kommen, oder aus Italien dahin gehen sollen, hier niedergelegt werden müssen. Au dem hiesigen grvßen und tiefen Hafen besindet sich ein großes La- zareth, in welchem die Q aeantaine gehalten werden muß. Die Einwohner sind, außer eingebornen Dulmatiern, Croatcn und Ungarn. Unter den hiesi, gen römischen Alterthümern sind besonders die Ueberreste des diocletiani- schen Pallastes sehenswürdig. Diese Stadt ist übrigens im /len Jahrhun- derie von den Einwohnern der zerstörten Stadt Salona erbauet worden, und den Venetianern süt dem Jahre >4^0 getreu geblieben. In ihrer Nachbarschaft gib, es warme Quellen. Spalding, ein großer, volkreicher und wohl gebaneter Maiklstecken am Flusse Wclland i» Lincolnshice in Eualuud, welcher einen Haf.n hat, u>d gute Handlung treibt. Spalieren, in weiterer B-deutung eine Wand bekleiden oder auszieren; doch nur j,n gemeinen Leben einiger Gegenden. (IV. Band.) Spalm, in den niederdeutschen Seestädten ein Nahme des Schiffpeches, oder desjenigen Peches, welcher aus Theere, Pech, Harz und Unschlicht besteht, das Holz und Tauwerk mit demselben vor der Fäulniß zu bewahren. Spalt, ein Städtchen, Amt und Schloß an der Retzat im obern Stifte Eich- stelt im fränkischen Kreise, welches zwey Collegiatstisle hat, die im Jahre 1619 mit einander verbunden würben. Man bauet hier den besten Hopfen in groß. ter Menge. Spandau, Spandow, eine zwar nicht große, aber nahrhafte Stadt und Festung am Zusammenflüsse der Havel und Spree in der Mittelmark im Chursür» stenihume Brandenburg, welche 2 Meilen von Berlin liegt, und über ,zooo Einwohner, und mit ihren drey Vorstädten L22 Häuser zählt. Hier findet man 2 lutherische Kirchen, eine refor- mirke Kirche, ein Zucht- und Spinn. Haus, und eine vortreffliche Gewehr- fabrik. Vor der Potsdamer Vorstadt liegt der Klosterhof, der der Sitz eines königlichen AmiS ist, welcher aus einem ehemahligen Benediktiner Nonnenkloster entstanden. Die eigentliche Festung oder Citadelle liegt außerhalb der Stadt in der Havel, hat eine Kirche, und dient zur Verwahrung der Staatsgefangenen. Uebeigcn« treibt Spandau Schiffahrt, Handlung und Manu^acturen. Spangenberg, ein Amt im so genannten Ricdsorste in Niederhessen im oberrhei- ui'chcn Kreise, welche« an der Fulda eine gute Ebene und etwas Weinwachs hak. Die dazu gehörigen Dörfer liegen fall insgesammt an fischreichen Gewäs. fern,„nd bey dem Dorfe Connefeld findet man weißen Alabaster. Der Haupt- ort dieses Amrs ist das Siädichen Spanneuberg. welches aus einem Hügel an der P,,e liegt. Ueber demselben br» findet sich ein altes festes Schloß auf einem ziemlich hohen Berge, welches mit einem weiten und tiefen in den Felsen gehauenen Graden umgeben ist. Dasselbe ward im Jahre 17L8 von den Franzosen erobert. Spanheim, s. Sponhcim. Spanien, Espanna, HilpLnia, ein europäisches Königreich, welches gegen Osten an Frankreich grenzt, von welchem es durch die pyrenäischen Gebirge getrennt wird, und gegen Norden das atlantische oder biscajische Meer, ge- gen Westen theils das westliche Weltmeer, theils Portugal, und gegen Suden theils das westliche Weltmeer, theils das mittelländische Meer berührt. Sei, ne Größe ist gewöhnlich 8Lvo denlschc Onadratmeilen angegeben worden; aber aus der Karte des Lopez erhellet, daß es 9277 Onadratmeilen begreift. Die Luft ist in diesem weitlauftigen Lande sehr verschieden. In einigen hoben und bergichten Gegenden ist ste eben so kalk, als in dem rauhen Theile von Tyrol; in andern aber, und besonders an den Küsten am mittelländischen Meere, herrscht eine solche Wärme, als in dem mittlern Theile von Italien, klebrigen« ist sie in den meiste» Landschaf, tc» rein und trocken. I» den Monathen Juiiius, Julius und August fühlt man am Tage eine unerträgliche Hitze, vornehmlich in der Mitte des Landes; und dessen ungeachtet pflegen die Nächte zu dieser Zeit so durchdringend kalt zu seyn, daß ein Reisender zittert. Gegen Norde» und in den Gebirgen ist die Luft wie gewöhnlich kälter, als ge. gen Süden, und gegen die Meere zu ist ste auch feucht. Es regnet selten, und im Winter friert die Erde niemahls so stark, daß ste hart wird. Dieser Mangel der Mittelmäßigkeit in der Hitze und Kälte der Lnft verursachet, daß die Saat sehr lange in der Erde liegt, ehe ste aufgehet. Die Gelreid,. arten, welche hier am' häufigste,, hauet werden, find Weitzen, Gerste und Panizo. Die letzte Art bat Ahm, welche dem Mais ähnlich st„b,«st, kleinere Körner. Sie vervielfältige, fich sehr, und wird nicht nur zum Funn für das Vieh, sondern auch zu Brvn gebraucht. Rocken wird nicht so häußz gedankt, und der Hafer ist noch stl< teuer. Eine Art Erbsen, welche Gara. vanzeS genannt wird, ist hier sehr g„ Mein. Das Land hat übrigens au Ge. kreide Mangel, woran vornehmlich der geringe Anbau desselben Schnld ist. Du schönsten Früchte, als Birne», Pfirsiche,!, Oliven, Citronen, Pomeranze«, Granatäpfel, Feigen, Rosinen, Mandeln, Kastanien, Datteln und and«« Südfrüchte sind in großer Menge vorhanden. Mit Holzungen sind die meisten Landschaften nicht hinlänglich»er- sehen; und da man wenig auf den Anbau derselben stehet, so wird dasLau- und Brennholz je länger je theurer. Saffran wird in la Mancha und Andalusien in solcher Menge gebauci, das man nicht allein ganz Spanien, sondern uuch ganz Europa mit demselben versehen könnte. Die weinrcichen Landschaften Spaniens sind Castilien, Aea- gonien, Catalonien, Valencia, Andalusien, Navarra»nd Galizien. Die Weine find von verschiedene» Farben, und zum Theil ihrer Stärke, znm Theil ihrer Süßigkeit und Lieblichkeit wegen beliebt. In Granada wird Zuckerrohr gebauct; in Valencia aber ist der ehemahlige Bau dieses NohrS wieder eingegangen. Honig und Wachs find reichlich vorhanden, und Reis wird häufig in Catalonien gebauct. An Seide Hai man einen Ueberflnß, wiewohl sie nur i» den Königreichen Valencia, Mnr- cia, Granada und Aragonie» erzeuget wird. A» Flachs und Hanf sammclr Spanien Spanie» 267 Spsni-n nicht den zehnten Theil dessen ,i„, was es verbrauchen könnte, und verarbeitet selbst dieses Wenige tzicht, weil es Leinwand, Segel und Taue v„n den Ausländern bekommt. Baum- wolle bringt nur die Gegend von Alca- vachela nicht weit von Ecija hervor. UrbrigenS hat man auch Manna, Tabak, Mastix, Süßholz, Waid und Krapp, Anis, Kapern, Sumack und Korkholz. Mit Salz sind so wohl der innere Theil des Königreichs, als vornehmlich die Küsten desselben, so reichlich versehen, daß sehr viel ausgeführt werde» kann. Die Art von Salz, well- che auS der an den Seeufcrn wachsenden Pflanze Kali bereitet, und Soda »der Sonde genannt wird, verführt man häufig. Die hiefigcn Schafherden find ungemein ansehnlich; denn eS gibt Herrschaften, die gegen Zvooo Stück halten, und eS muß ein geringer Mann seyn, der nur>00 Stück hat. ivonv Schafe machen hier eine Herde aus, wel- che wieder in ic> Haufen getheilt wird. Ueber die ganze Hecde hat ein einziger Mann die Aufsicht, und unter ihm ste- hen o Schäfer, und eben so viel Hunde. E.Theil der Schafe wird im Winter in!e Ebenen, und im Sommer wieder i. die Gebirge getrieben, und zwar»ich nur in einer und eben derselben Provinz, sonder» auch auS einer in die andere. Die beste Wolle findet ma» in Altcastilicii; überhaupt aber ist die spanische Wolle sehr sei» und vortrefflich, und unterscheidet sich dadurch von aller andern europäischen Wolle, daß sie die beste, seinfie, faLenreichste, und im Gefühle die sanfteste, sowie Seide, ist. UebrigenS ist sie nicht sehr laug, und auch nicht die weißefle. In Andalusien und Asturie» gibt eS vortreffliche Pferde, und jene werden für die schönsten, diese aber för die stärk, sien gehalten. An Mauleseln fehlt eS nicht, und die besten kommen auS la Mancha. Da die Maulesel häufiger als die Pferde gebraucht werden, so leidet dadurch die Pferdezucht. Hornvieh findet man zwar genug; man macht aber keine Butter, sondern brauchet statt derselben Banmöhl. I» Andalu. fien fangt man die wilden Ochse», deren man sich z»m Süergefechte bedient. Unter den häufigen Gebirgen in Spanie» sind die pyrenäischcn und canta- brischcnsoder galizischcn und astnrischen) Gebirge, nebst der Sicrra de Qcca, Sierra Morena und Sierra Segnra die vornehmsten. Die Gipfel der hohe» Berge dieses Reichs sind bis in die Mitte des Sommers mit Schnee bedeckt; ja er bleibet o»f einige» unter denselben beständig liegen. Von den Ge- birgen kommt viel Holz zum Schiffbaue, welches auS Arugouien und Na- varra vermittelst der kleine» Flüsse Cinca, Saburdan und ESca in den Ebro, und auf diesem bis an das mittelländische Meer gesiößet wird. I» Aragonicn und Catalonie» wird auch Theer und Pech gemacht. Die Berge in Spanien find reich an Gold und Silber; allein die Spanier hohlen diese Erze lieber auS Amerika, und heben diejenigen, welche ihr Vaterland enthalt, für die künftigen Zeilen auf; doch werden die Eisenbergwerke stark bearbeitet. ES gibt auch andere Mineralien im Lande, nähmlich Kupfer, Bley, Zinn, Galniey, Quecksilber, Zinobcr, Kobalt. Alan», Antimonium, Berggrü», Vitriol und Salpeter; im- gleichen Krystall. Diamanten, Amc. thyste und andere köstliche Steine: Marmor, JaSpiß, Alabaster, Kalk, warme Bäder und andere mineralische Wäfler, werden auch angetroffen. Die hiesigen Sceküsten, besonders die Küste» von Galicien und Andalusien, sind zwar sehr fischreich, als auf welche» Ll 2 s6z Spanien Spanien letzter»! viele Thonfische, Störe, Lamprete», Blackfische, Kabeljaue, Sardellen und andere Fische zu fangen find; allein die Fischerey ist in Spanien noch nicht recht eingerichtet, daher dieses Reich jährlich von den Ausländern für mehr als Z Millionen Piaster Stockst, sche und gesalzene Fische kauft. Der großen und kleinen Flüsse sollen in Spanien gegen 2L0 sey», und die vornehm- sten unter denselben find der Minho, Duero, Tago, dieTluadiana, derGua- dalquivir, Ebro und Tinto. Das ganze Reich enthält>Zy eigentlich so genannte Städte, und eine große Anzahl Flecken, von welchen viele größer und erheblicher sind, als manche Städte. Im Jahre 1764 zählte man 2122» Städte, Flecken und Dörfer. Die Zahl der sämmtlichen Einwohner Spaniens beläuft sich fast auf 11 Millionen Seelen, und es könnte noch einige Mahl so viel Menschen ernähren, wenn das Feld gehörig gebauet, Manufaeiuren in Aufnahme gebracht, und Bergwerke bearbeitet würden. Zur Zeit der Go. then und Araber soll es gegen 20 bis ZO Millionen Menschen gehabt haben, und es könnte auch alsdann ungemcin mächtig seyn, wenn es in Amerika nichts besäße. Die Einwohner find arm, ungeachtet sie ein Land besitzen, wcl. ches nicht nur sie, sondern noch viele Millionen Menschen mehr reichlich er- nähren könnte, und ungeachtet der ungeheuren Geldsummen, welche aus Amerika nach Spanien kommen, und welche seit der Beschiffung dieses Hanpt- theils des Erdbodens über 6oc>n Mil. klonen Piaster an registrirtem Gold und Silber betragen, die unregistrlrten Summen, welche weit höher geschätzt werden, und die ansehnlichen Summen, welche fremde Kaufleute aus den spanischen Landen in Amerika gezogen haben, und die noch größer zu seyn geachtet werden, als die, welche gerade nach Spanien gegangen find, ungerch net. Noch jetzt kommen jährlich Millionen Piast.r ausAmerika nachSpa, nicn. Der Hauptgrund der Armuih iß in dem geringen Fleiße zu suchen, wch chen die Spanier auf Ackerbau, Hand. werke d Manufaclurwaaren wendn,, daher jährlich so viele Millionen Piastn für Getreide uiidManiifacturwaaren aas dem Lande gehen. Man spricht in diesen, Reiche zwey Hanptsprachen, nähmlich dke eigentliche spanische und die vatki, sche oder biscaische. Aus der vaskische, Sprache, welche man vor Alters dii cantabrische nannte, und hier durch-!- heuds redete, ist die spanische emstan, den, nachdem sie mit der phönicischea, carkhaqinie»fischen, lateinischen, goihi. schen und arabischen Sprache vermengt wurde. Hier wird bloß die katholisch, Religion geduldet, und man findet na, in der Haupistadt und in den Handelt- städten einige andere Glaubensgenosse». Fremde Protestanten, welche sich rn- hig verhallen, haben hier von dem Jr.qnisitionsgerichle nichts zu besorgen; vielmehr widerfährt ihnen von diesem Gerichte Recht, wenn sie der Religion wegen von jemanden angetastet werden. Im Jahre 1764 rechnete man in Spanien, auf den canarischen Inseln und auf der afrikanischen Küste 108 Ka- »hedralkirchcn, 2NL2 Mönchsklöster mit 67777 Personen/ 1028 Nonnenklö. ster mit Z46.fii Personen, Z>2 Eollc- gien, 2008 Hospitäler und yyZO Herbergen. Der König erneuert alle Erz. bischöfe und Bischöfe, und der Papst bestätiget dieselben. Der Erste vergibt auch die erledigte» kleinen Bencsicien, und kann auf die geistlichen Pfrün« den nach eigenem Gutdünken Auflagen legen. Die Spanier stnd zu den Wissenschaften sehr geschickt, welches verschiedene gelehrte und fcharfstnnige Bücher der altern und neuern Zeiten zeigen, Uebrigens gibt es hier»6 Uni- Spanien Spanien 269 versiiäten, und einige Akademien der Wissenschaften, der Mahler- Bildhauer» und Baukunst. Künste, Manufacturcn, Fabriken und Wissenschaften scheinen zwar wieder aufzukeimen, aber bis jetzt noch mit wenigem Glücke. Bisher hat das Reich sogar an den nöthigsten Handwerken Mangel gehabt, und die wenigen, welche getrieben werden, sind mehr in den Händen der Franzosen, welche sich in großer Anjghl im Lande aufhalten, als in den Händen der Spanier. Es sind zwar wirklich aller, stey Manufakturen und Fabriken vorhanden; aber sie reichen zur Nolhdurft des Staats noch lange nicht z». Die Spanier müssen daher so wohl ihre Landesfrüchte und Waaren, als amerika» nischcn Schätze, den Ausländer» über. lassen, um Brot, Kleidung und andere Sachen, welche zur Bequemlichkeit und zum Staate gehören, von densel- den zu bekommen. Diese kosten ihnen jährlich ungefähr iL Millionen Piaster, nähmlich für L Millionen Landesgütcr und Waaren, und-o Millionen bares Geld. Das spanische Handlungswcsen erfordert noch mehr Thätigkeit, wenn es das werden soll, was eS bey seinen natürlichen Reichthümern seyn könnte und sollte. Der innere Handel deSReichS geht schlecht von Statten, weil gute Wege und schiffbare Flüsse und Canäle fehlen, und die Frachtkosten z« groß find. Der Handel aus einem Hasen nach dem andern liegt aus Furcht vor den Seeräubern. Zur äußern Handlung und Schifffahrt hat Spanien die vor» trefflichste Lage, und viele gute Häfen am Welt und mittelländischen Meere; es könnte auch aus sich selbst andere europäische Völker mit einer Menge ihnen nöthiger und nützlicher Waaren versorgen, und dadurch derselbe» Geld a» sich ziehen; es hat aber bisher diese wichtige« Vortheile nicht gebraucht, sondern sie andern zur See handelnden Europäer» überlasse«, die sich dieselben sehr wohl zu Nutze machen. Es ist zwar verrselbpn der Zugang zu den spanischen Ländern in Amerika gänzlich verbothen, und sie sollen sich den fpa Nischen Küsten nicht nähern; sondern die Spanier sollen den Handel und das Verkehr mit ihren amerikanischen Ländern allein treiben: sie haben aber doch den geringsten Vortheil von ihrer Schiff- fahrt, und sind nur Bevollmächtigte der Franzosen, Engländer, Holländer und Italiener, welche durch sie ihr« Waaren nach Amerika schicken, und an dem zurück kommenden Golde, Silber und andern Waaren den größten Antheil haben, so daß der Spanier, welcher seinen Nahmen zu diesem Handel hergibt, etwa nur ein srcywilligcs Geschenk dafür bekommt. Der Schleich. Handel, welcher rhemahls in Spanien aufs ärgste getrieben wurde, ist in den neuesten Zeiten größten Theils durch gute Verordnungen ausgerottet worden, und jetzt mit großer Gefahr verbunden. Aus Spanien werden vortreffliche Weine, Rosinen, abgezogene Wasser. Anis, Mandeln, Kastanie», Citronen, Pomeranzen, Feigen, Haselnüsse, Ka- per», Oliven, Granatapfel, Honig, Wacks, Zucker, Safsran, Zinober Quecksilber, Scesalz, Soda, Baum- öhl, Salpeter, feine Wolle, Seide. Pferde, Maulesel, und viclcrley amerikanische Producle ausgeführt. Was die Geschichte dieses Landes betrifft, so wurden diesüdlichcn Küsten desselben schon in den ältesten Zeiten von den Phöniciern des Handels we- gen befahren, woraus erhellet, daß es schon damahls bewohnt gewesen sey. Nach den Phöniciern kamen die Car- thazinienscr hierher, und machten sich das Land unterwürfig, welches ihnen hierauf die Römer abnahmen. Im An- 270 Spanien Spanien fange des Lte» Jahrhunderts ließen sich hier Schwaden, Alanen und Vandalen nieder, welche aber bald von den West- gothen überwältigt wurden, die zuerst unter dem Ataulfus oder Adolph festen Fuß in Spanien faßte», und für deren ersten spanischen König Dietrich II. anzusehen ist. Damahls wurden die ver« inischten Völker, welche sich in Spanien niedergelassen hatten, Römer genannt, und wurden nach und nach mit den Gothen eiu Volk. Als ihr König Witisa im Jahre 711 starb, war das Reich voll Parteyen, und die öffentlichen Einkünfte standen mit den Reichthümern der Bischöfe und übrigen Geistlichen in sehr geringem Verhältnisse. In diesem Zustande trat Rode- rich die Regierung an, welchem ma 1 gemeiniglich die Schuld des Untergangs des westgothischrn Reichs in Spanien zuschreibt, ungeachtet die Schandthat, welche er mit des Grafen Julians Gemahlinn oder Tochter begangen habe» sollte, und wodurch derselbe bewogen worden sey, die Maure» oder Araber in das Land zu locken, noch nicht gehörig erwiesen ist. So viel ist gewiß, daß die List und Verrätherey des Grafen Julians und des sevilischen Erz. bischofs Dppa den Arabern Spanien in die Hände spielte; drnn diese wiegelten nicht nur das Volk heimlich auf, sondern gingen, auch in der im Jahre 712 bey Zkeres vorgefallenen blutigenSchlacht zu den Arabern über, wodurch die Gothen geschlagen wurden, und die Araber das Reich gewannen. Als die Araber, welche nachmahls die Spanier mit vieler Bit- ligkeit beherrschten, sich hier fest gefetzt hatten, so zog sich der westgvihische Prinz Pelayo mit einem ansehnlichen Haufen des gothischen Adels von seiner Partey in das asturische Gebirge, und nach Galicien und' Biscaya; andere Westgothen aber begaben sich nach Ra° varra, Acagonien und in das pyrenai- sche Gebirge, wodurch in dem große» gothischen Reiche so viele kleine Staaten entsprangen. Denn nachdem Pelayo und seine Anhänger den Arabern im Jahre 716 eine Schlacht abgewonnen hatten, die übrig gebliebenen Gothen aber doch wider einander so erbittert waren, daß sie sich nicht vergleichen konnten, so legten sie den Grund zu den Königlichen Leon, Navarra, Ära. gon, Castilien u. s. f. Zwischen die- sen kleinen Reichen und den Arabern wurden beständige Kriege geführt, und sie selbst Karten auch immer Händel unter einander, so daß ihre öfter» Ver. bindungen und Trennungen ihre Ge, schichte dunkel mache». Die Reiche Castilien und Aragonien thaten sich unter den übrigen besonders hervor. Sie vereinigten sich zwar drey Mahl durch Vermählung, wurden aber bald wieder getrennt, bis endlich im Jahre 147Z die vierte und beständige Verbindung erfolgte, indem der Erbprinz Ferdinand von Acagonien die Erbprinzcssiun Jsa- bella von Castilien heirathete, und auf diese Weise König von Castilien, und nach seines Vaters Tode im Jahre 147- König von Aragonie» wurde. Dieser machte im Jahre 1491 durch die Eroberung der Stadt Grauada der Herrschaft der Araber in Spanien ein En^e, brachte im Jahre 1^04 durch Hinterlist das ganze Königreich Neapel an sich, eroberte im Jahre iFoy Oran auf der afrikanischen Küste, und bemächtigte sich auch im Jahre 1L12 des ganzen Königreichs Navarra, so daß unter ihm verschiedene Reiche in Spanien z» ei, nem Staatskörpcr vereinigt wurde». Die im Jahre 1496 erfolgte Vermählung Philipps von Oesterreich mit Fer, dinands Tochter Johanna veranlaflete die Vereinigung der österreichischen Staaten mit dem spanischen Reiche. Spanien Spanien 271 Ferdinands Enkel von der eben genau», ten Tochter und derselben Gemahle, Carl l. oderV., wurde nicht nur König von Spanien, sondern auch im Jahre>Z20 deutscher Kaiser, trat aber imJabre i.gLö das römische Kaiserthum an seinen Brn. der Ferdinand ab. Sein Sohn und Nach. folger im Königreiche Spanien, Philipp II, welcher auch Mailand, die 17 niederländischen Provinzen, und die Graf- schaft Burgund besaß, eroberte im Iah. re IL8- Portugal. Allein die Niederlän. her empörten sich, und seine so genann- te unüberwindliche Flotte, welche er wider die Königinn Elisabeth von Eng. land ausschickte, wurde größten Theils vernichtet. Philipp III- schwächte sein Land durch die gewaltsame Vcrtrei. bung der Araber. Unter Philipp IV. riß sich Portugal von Spanien los, und verschiedene andere Länder wurde» oufrührisch. Im Jahre r648 mußte er die vereinigte» Niederländer für ein freyes Volk erkennen, und verlor im Jahre 16^9 die Grafschaft Aoussllon. Carl II. verlor ein großes Stück von den übrige» Niederlanden und die Fra». che Comis, und starb im Jahre 1700 als der L-tzte seines Stammes. Vermöge seines Testaments bestieg des Königs von Frankreich, Ludwigs XIV., Enkel Philipp, bisheriger Herzog von Anjou, den spanische» Thron; worüber aber zwischen Frankreich und dem Hanse Oe- sterreich ein lZjahriger Krieg entstand, der sich mir dem Urrcchter Frieden endigte, wodurch Philipp V. auf dem Throne bestätigt wurde. Er überließ Gibraltar und Miuorca an England, und Siciiien dem Herzoge von Savvyen. Kaiser Carl VI. mußte mit den nieder, ländischcn und italienischen Länder» zufrieden seyn. Im Jahre 1717 nahm Philipp V. dem Kaiser Sardinien und Siciiien weg, trat aber im Jahre 172a zu der Luadrupelallianz, kraft deren er seine Rechte auf Frankreich, die spa. Nischen Niederlande, Italien, Sicilien und Sardinien fahren ließ, welches im Jahre t/2L durch denWienerFrieden bestätigt wurde, in welchem Carl VI. der spanischen Krone entsagte. Im Jahre »7ZZ brach er abermahls mit dem Kaiser, und nahm ihm die beyden König, reiche Neapel und Sicilien, welche sein Sohn Don Carl bekam. König Ferdinand VI. verschaffte im Aachnec Frie» den seinem Halbbruder, dem Jiifante» Don Philipp, die drey Hcrze-./hümer Parma, Piucenza und Guastalla. Sei» Bruder, König Carl III., so wie dessen Nachfolger Carl IV., haben sich vom Anfange ihrer Regierung an die Verbesserung dieses Reichs sehr angelegen seyn lassen. Die Könige Spaniens Herr- scheu übrigens unumschränkt monarchisch, und die Thronfolge ist auch in der weiblichen Linie erblich, wen» der Mannsstamm erloschen ist. Der Thron- folger heißt Prinz von Astnrien, und die übrigen königlichen Kinder Jnfaa« leu und Jnfankiniien. Die Staatseinkünfte sind sehr ansehnlich; denn sie betragen nach den neuesten Berechnungen auf 100 Millionen Gulden: ja andere geben gar ioc> bis»20 Millionen Pia» stcr an, welche»ach Gulden berechnet I2L bis ,Zti Millionen betragen. Bonr- goina rechnete im Jahre 1776 nur no Millionen Livres für das Mutterland allein, ohne Amerika; aber nach die. ftr Zeit haben sich die Staatseinkünfte überhaupt sehr vermehrt, besonders die amerikanischen, welche den Staatseinkünften aus Spanien selbst jetzt fast gleich kommen. Im Jahre 179t bestand die spanische Landmacht,»h»c die Land. Miliz, aus 1 c-9,8ZZ Mann, und die See. macht erstreckte sich im Jahre 1789 72 Linienschiffe und 46 Fregatte», welche zusammen 2Z8 Srgel ausmachten, und mit 8984 Kanonen besetz« waren. Spanieir Spanisch Species 272 Spanien begreift, wie schon»bei, angezeigt worden ist, zwey Reiche der Kronen, nähmlich die eastilische und sragonische, und wurde ehemahls in 14 Königreiche und Provinzen, nähmlich in die Königreiche Neucastilien, Alt- castilien, Galicien,Asturien, Biscaja, Navarra, Aragonien, Catalonien, Valencia, Murcia, Granada, Andalusien, Estremadura und Leon eingetheilt. Diese Abtheilung ist aber schon lange nicht mehr üblich. Gegenwärtig theilt man^as ganze Land in folgende Provinzen: i) Madrit, 2) Toledo, Z) Gua- dalaxara, 4) Cuencha, L) la Mancha, 6) Avila, 7) Scgovia, 8) Soria, 9) Burgos,>0) Palencia,>i)Toro,l2) Leon, IZ) Asturien, 14) Galicien, iL) Valladolid, 16) Samor, 17) Sa- lamanca, iL) Estremadura, 19) Se- villa, 20) Cordova, 2l) Jac», 22) Granada, 2Z) Murcia, 24) Valencia, 2L) Catalonien, 26) Aragonien, 27) Navarra, 28) Guipuzcoa, 29) Bis- raja, und Zv) Alava. Hierzu kommt noch das Königreich Mallorca, und die zwischen Granada, Cordova und Sevilla befindliche Stadt Anteguara mit ihrem Gebiethe, die zu keiner der vorigen Landschaften gehört. Die übrigen Besitzungen Spaniens liegen in den andern Erdtheilen. In Afrika gehören diesem Reiche die Städte Ceula, Melitta, Oran und Masalqnivir, wie auch die kanarischen Inseln und die Inseln Aunaboa, die Prinzeninsel, und Fernando del Po. In Asien: die manillischen Inseln, die Marionen und die Caroli- uen. In Nordamerika: Louisiana, Flo- rida, Neumexiko, Ncunavarra, Cali- fornien und Altmexiko. I» Südamerika: Terra flrma, ein Theil von Guiana, Peru, Chili, Paraguay nebst Tucu- man, und das Magelhaenland nebst den Falklandsinseln. In Westindien: die Inseln C»ba und Portorico, die Hälfte von S. Domingo, und einige von den kleinen antillischen Inseln. Spanisch-Town oder Virgin- Gorda, eine von den Jungferninseln in Mit. telamerika, welche zu den eigentlichen caraibischen gerechnet wird, und den Engländern gehört. Spanisch- Town, s S. Jag» de la Dega. Spanische Reiter, s. Reiter. Spantikow, ein Amt im anklamschen Kreise im preussischen Antheile an Vorpommern, welches König Friedrich Wilhelm den gräflichen steinbeckischen Erben im Jahre 17Z9 abkaufte. Sparenberg, s. Bielefeld. Sparta, s. Misitra. Spartivento, kromontoriuna liercu- lis, ein Vorgebirge in Calabria oltra in Neapel, welches sich von Süden nach Norden erstreckt, und dem Golf» di Spartivento den Nahmen gibt. Spaskoi, ein ansehnliches Kloster nicht weit von Jaroslawl in der Statthalter, schaft Jaroslawl im europäischen Rußland, in welchem die unverweseten Kör. per des heiligen Fürsten Fedor, mit dem Zunahmen der Schwarze, und seiner beyden Söhne David und Con- stantin verehret werden. Spath, in der Mineralogie eine feine Sleinart, welche krystallinisch angeschossen ist, sie mag nun in dünnen Blättern oder knotig angeschossen seyn. Besonders werden die ungefärbten gemeiniglich weißen Spatharten Spath genannt, dagegen die gefärbten undurchsichtigen Flüsse heiße». Specia, s. Spezza. Specialiter, besonders, nahmentlich. SpecicS, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches in verschiedenen Fällen des bürgerlichen Lebens üblich ist. In der Rechenkunst sind die vier oder nach Andern fünf Specws die Acten, in welche die Regeln der ganzen Rechenkunst vertheilt sind. JndenAp»- Specific Spekulieren theken sind Species zerschnittene und trocken mit einander vermischte Kräu- tA. Grobe Gelbsorte,i, als Gulden und doppelte Gulden, werden gleichfalls häufig Species genannt. Specifikation, die Benennung, das Verzeichnis, wie auch die Art oder Ge- stall, welche aus seiner oder eines andern Sache gemacht wird. Specimen, die Probe einer Kunst»der Erfindung, deren sich jemand rühmt. Speckscld, eine Herrschaft im fränkischen Kreise, welche zwischen der gcfürste- ten Grasschaft Schwarzenberg, der Herrschaft Scinshcim, der Grafschaft Castell und dem Hochstifte Würzburg liegt, deren Besitzer die ausgestorbe- nen Grafen von Limburg waren. Jetzt gehört fie zum Theil dem Markgrafen von Ansbach oder vielmehr dem Könige von Preussen, zum Theil den gräflichen limburgische» Allodialerben; das alle eingegangene Schloß Speckfeld aber besitzt das Hvchsiift Würzburg. S. Limburg. Speckstein, ein thonartiger Stein, welcher etwas durchsichtig, aber von verschiedener Farbe ist. Er hat den Nahmen vermuthlich daher, weil er sich glatt oder fettig anfühlen läßt. Der weiße wird auch Schmerstein genannt. Bey einigen führen auch die nahe verwandten Steine, als der Seifstein, Topf- oder Lavetstein und Serpentin, stein, den Nahmen des Specksteines. Spektakel, ein aus dem Lateinischen ent-, lehnies, aber nur in den gemeinen Sprecharten übliches Wort, so wohl einen fürchterlichen, widrigen und seltsame» Anblick, als auch ein widerwärtiges Getöse, einen Lärm zu bezeichnen. Im Oberdeutschen braucht man dieses Wort auch für Schauspiel. Speculation, s. Speculieren. Speculieren, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches auch nur im (lV.Band.) Spedieren Spello 275 gemeinen Leben gebraucht wird, und solche Verhältnisse betrachten und zu erforschen suchen bezeichnet, welche sich nicht jedem Auge zur Einsicht darstellen. Daher die Speculation, die Betrachtung pder Erforschung solcher Verhältnisse. Der Spcculationshandel ist da- her bey den Kaufleuten ein Handel, welcher sich auf vermuthete, nicht jedermann bekannte Verhältnisse und Ereignisse gründet: wenn zum Beyspiele jemand eine Waare aufkauft, weil er muthmaßliche Gründe hat, daß dieselbe aufschlagen werde. Spedieren, ein besonders bey den Kaufleuten übliches Wort, welches aus dem Italienischen entlehnt ist, und so viel als absenden, versenden bedeutet. Daher der Spediteur, in den Handelsstädten derje. nige, welcher fremder Kaufleute Waaren annimmt, und dieselben weiter versendet; ein Güterversender. Die Spedition, die Versendung der Waaren und Güter. Speicher, ein im Ober- und Niederdeutschen gangbares, im Hochdeutsch,- aber wenig übliches Wort, ein Gebär' zu bezeichnen, welches dazu bestimm., Getreide und andere Waaren darin u. Menge aufzubehalten. Speinshard, ein prächtiges Prämonstea- tenserkloster im Amte Eschenbach in der Oberpfalz an der fränkischen Grenze, welches dem berühmten Kloster Slein- gaden in Obcrbayer» einverleibt ist. Spello, ein Flecken im Herzogthume Spo- leto im Kirchenstaate, welcher ehemahls eine Stadt unter dem Nahmen Hispel- lum war, und vom Kaiser Flavius Con- stantinns durch ein in seinem»nd seiner drey Söhne Nahmen»ach dem Jahre Z24 ausgelieferten Mcscript auf ihr Änlichen den Nahmen Flavia Constans bekam. Hier gibt es zwey Collegiaikir- chen, und man sieht noch gute Uebcr- M in 274 Spelz Spcper Speyer resie des Alterthums, als ein Amphitheater und dergleichen mehr. Spelz oder Spelt, eine Art deS Weitzens, welcher sich besonders dadurch von dem gewöhnlichen Weitzen unterscheidet, daß allezeit zwey Körner auf einer GVitc der Aehrc neben einander stehen. Spende, ein nur noch im gemeinen Leben hin und wieder übliches Wort, ei. ne Austhei.'ung zu bezeichnen, besonders eine öffentliche AuStherlnng des Almosens zu gewissen Zeilen. Spendieren, ein vermuthlich aus dem Italienischen entlehntes Wort, welches aber nur im gemeinen Leben üblich ist, und freygebig mittheilen bedeutet. Spesen, ein gleichfalls aus dem Italic'. Nischen entlehntes Wort, welches aufgewandte Unkosten bezeichnet. Spessart oder Speshart, ein großer Wald bey Aschaffenburg zwischen Frankfurt nnd der Abtey Fulda im churrhein«sehen und fränkischen Kreise. Spcper, ein Bisihui» am Nhein im oberrheinischen Kreise, wclchesan die Pfalz, das Herzogrhum Würtembcrg, die Markgrafschaft Baaden-Durlach, die Graf. schuften Leitungen und Hanan- Lichten, berg, die Fürstenthümcr Zweybrücken und Veldenz, und an die Herrschaft Ochsenstein grenzt. Es ist ein zum Theil waldichtes und bergichtes Land, welches aber doch sehr fruchtbar an Wein, Obst, besonders an Kastanien und Mandeln, Getreide, Tabak, Krapp, türkischem Weihen und Rübesaat ist. An, Holz und Salz herrscht hier ein Ue. berfluß. Der eigentliche Ursprung dieses Bis. thums ist unbekannt. Weil demselben die gefürstete Propstep Weißenburg ein- verleibt ist, so führt es zwey fürstliche Stimmen; doch bedeutet es in Ansehung der Lande so wenig, daß es oft keinen besondern Bischof, sondern einen solchen hat, der schon ein anderes Hoch- stift besitzt. Der Bischof von Speyer sieht als Bischof unter dem Erzbilchch von Mapnz, und hat im ReichssOstk». rathe auf der geistlichen Bank zwischen den Bischöfen von Eichstetk uiidStrch . bürg Sitz und Stimme. Auf den ober. rheinischen Kreistagen hat er die zweyte Stelle. Der Sitz der Domkirche«indes Domcapitels ist in der freye» Reich-, stadt Speyer. Das Domcapitel besteht aus«L Eapitularherren, und der Do> micellarherrcn find iZ. Der Sitz der fürstlichen Collegien und die eigentliche bischöfliche Residenz ist Bruchsal, alt die Hauptstadt des Bisthums, welches in y Aemter vertheilt ist. Der jrW Bischofheißt Aichust Philipp Carl. Den, Hochstifte Speyer gehört noch außer der Propstey Weißcnburg dasOberaintLon- terburg, das Amt Magdeburg unb bat Amt Dahn in Unterelsaß. Speyer, lKoviomuzus,^uZusia öle- metum, eine freye Reichsstadt eine Meile von Worms im oberrheinischen Kreise, welche ihren Nahmen von dem kleinen Flusse oder Bache hat, anwel. chem sie liegt, der nicht weit vonHoch- speyer entspringt, und unterhalb der Stadt in den Rhein stießt. Sie ist eine uralte schon vor Christi Geburt vorhanden gewesene Stadt, und ihr Nahme ist auch uralt; allein die jetzigen Gebäude der Stadt sind neu: denn nachdem sie im Jahre«6Zy von den Franzosen durchaus und gänzlich zerstört worden war, und zehn Jahre lang wüste gelegen hatte,«vard sie endlich nachdem ryswickischen Frieden von neuem, aber nicht völlig wieder aufgebauet. Von der Kathedralkirche deS Hochstifts Speyer ist das Chor wieder hergestellt; allein die marmorne» Geabmahle der in der- selben begrabenen acht Kaiser und drey Kaiserinnen, mit welchen die alte zerstörte Kirche prangte, sind von den Franzosen niedergerissen, und die Gräber Sp eyer zum Theil eröffnet, beraubt, und die ehrwürdige» Gebeine zerstreuet worden. Diese Domkirche hat große Einkünfte, aber auch große Ausgabe». Außer derselben gibt cS hier noch drey Nebe», stifte, verschiedene katholische Pfarrkirchen, und verschiedene Mönchs-und Nonnenklöster, unter welchen sich auch ei» Jesuitercollegium befand. Hier ist auch ein deutsches Haus. Ma» zählet hier über 7000 Einwohner, unter wel- chen die Lutheraner den größten Theil au-machen, die zwey Kirchen und ein Gymnasium haben. Der hiesige Magistrat ist evangelisch-lutherisch. Diese Stadt, welche die Franke» den Römern abnahmen, und in welcher sich ein königlicher Pallast befand, ist eine der ältesten und ursprünglichen Reichsstädte, mit vielen und ansehnliche» kaiserlichen Privilegien begabt, und eine von den Stapelstädren am Rhein. Sie hat auf dem Reichstage unter den Reichsstädten der rheinischen Bank den fünftenPlatz, uud auch Sitz und Stimme aufden oberrheinische» Kreistagen. Wenn ein neuer Bischof von Spcycr seine» Einzug in dieser Stadt hallen will, so muß er erst zwischen den' äußersten verschlossene» Thoren zu Pferde sitzend unter freyem Himmel mit aufgelegter Hand auf die linke Brust der Stadt huldigen oder geloben, daß er die Rechte derselben nicht kränken, sondern vielmehr ihre Freyheiten erhalten und vermehren, und mit ihr in Ruhe und Friede leben wolle. Wenn er hierauf fcycrlich ciugerit- le» ist, so huldigen ihm die Bürger auf die nähmliche Art. Allein seit demJahce >üil, da der Bischof Philipp Chri- sioph einen solchen Einritt hielt, ist keiner mehr angestellt worden. Auf einem großen Platze nach der Domkircho in sieh! ein steinernes Denkmahl, wel- festigt werden, den Brander davon ai> zuhalte». I» einem andern Verstände sind die Spieren eben daselbst kleine Stange», welche vermittelst eiserner Ringe an die Segelstange» deS große» und VordermasteS befestigt werden,»»» die Beysegel bey schwachem Winde a» dieselben anzumachen. Sproß, ein Ort nicht weit von dem verfallenen Kloster Spießcappel inderehc- tnahligcn Grafschaft Ziegeuhayn in Nie- derheffen, welcher für die Mitte vo» ganz Hesse» gehalten wird, und wo vorzeiten die hessischen Landtage gehalten wurden. Man sieht hier eine Warte, die aber weder Thür noch Treppe» hat. Spießglas, ein halbmetallisches mitSchwe- fcl vererzleS Mineral, dessen Halbine- tall unter dein Nahme» des Spießglal' königcS bekannt ist. Es hat gemeiniglich eine schwarzgraue Farbe, und ein spießiges oder strahligeS glänzendes Gcwk- Spiez Spilberg be, welches auch der Grund seiner Benennung ist. Unter dem Nahmen Spießglas versteht man im gemeinen Leben theils das Spießglaserz, theils auch den aus demselben geschmolzenen, aber noch mit dem regulinischen Theile verbundenen Körper. Spiez, eine Freyherrschast im Umfange des Amtes Thu» in den deutschen Landen des Cantvns Bern in der Schweiz, welche seit dem Jahre>-;r6 dem Hause von Erlach gehört. Sie besteht aus dem Schlosse und Städtchen Spiez am Thu- nersce und einigen Dörfern. Spiga, kin geringer Ort in Natolien in Asien, welcher an dem kleinen Meere Propontis liegt, wo der Fluß Grani- cuS hinein fällt, und wo die nahmhafte Stadt Cyzicus gestanden hat. Der griechische Bischof oder Metropolit, wel- cher von diesem Orte den Nahmen führt, hat zu Artequi in einem Mönchskloster seinen Sitz. Spigno, Spin, ein Markgrafthum und Städtchen im Herzogthume Montfer- rat zwischen den beyden Landschaften Aqui und Aldi an den genuesischen Grenzen, welcher ehemahls ein Reichsleben war, welches VictorAmadeus II., König von Sardinien, im Jahre 1724 an sich kaufte, und hernach im Jahre 17Z0 seiner zweyten Gemahlinn Charlotte Canalio, Gräfinn von Tende, käuflich überließ, die sich daher Gräfin» von Spigno nannte. Epilamberlo, 8s>imam l,amlasrti, eine Markgrafschast und kleine Stadt am Flusse Panaro im Modenischen nicht weit von Modcna. Spilberg, ein Schloß auf einem Felsen in der Donau im Traunkreise im Lande ob der Ens in Oesterreich, welches nicht weit von der EnS, und nahebeym Ausflüsse des Traunfiusses in die Do- nau liegt, und dem gräflichen weißen- wolfischen Hause gehört. Bey demfel- Spilberg Spinazzola 277 ben befindet sich in der Donau eine für die Schifffahrk gefährliche Stelle, welche von den Schiffern der Saurüffel oder neue Bruch genannt wird; doch können große beladene Schiffe, wenn sie vorsichtig regiert werden, gut hindurch; hingegen dürfen sich kleine leicht beladene nicht darüber wage», sondern müssen einen andern Arm der Donau befahren, welcher der obere Heßgang heißt. Spilberg, s. Brunn. Spille, auf den Schiffen eine senkrechte cylindcische Axe, die sich auf einem Drehpunctc bewegt, und eigentlich eine Winde ist. Ein großes Schiff hat zwey Spille»; eine zum Handhaben dcrMars- scgel u. dgl. die andere größere, vornehmlich aber zum Anker aufwinden. I» einem andern Verstände sind die Spillen die Stange» auf den Masten, von welchen die Flaggen und Wimpel wehen. Spillmagen, ein im Hochdeutschen ver- altetes Wort, einen Verwandte» von der Spillseite, das ist von der weiblichen Seite, zu bezeichnen. Es stammt von Mag, ein Verwandter, und Spil. le, die Spindel, her, welches letztere Wort ein altes Sinnbild des weiblichen Geschlechts ist. Spinalonga, eine Festung mit einem guten Hafen am Golfs di Spinalonga auf der Insel Candia. Sie gehörte ehemahls den Venetianern, ist aber im Jahre 1716 von den Türken erobert worden... Spinarja, Chcrvesta piccola, ein Fluß in Albanien in Griechenland, der sich zwischen den Städten Spinarza und Pirgo in den Golfo von Venedig ergießt. Spinazzola, ein Ort in Ealabrien im Königreiche Neapel, welcher dem Herzoge von Calabritto gehört. Der König beyder Sicilien ertheilte diesem Orte im Jahre 1755 das Stadtrecht, weil die Einwohner z» seinem Besten zuerst 2/8 Spinell Spien Spioniren die Waffen wider die Kaiserlichen ergriffe» hatten. Spinell, der Nahme eines sehr blaßro- then Rubines, welcher fast in das Meiste füll-. Spinell, eine Act eines ClaviereS, wo die Saiten mit bekielten Spitzen geschlagen werden. Spino, eine kleine Stadt am Flusse Ab. da in der mailändischen Landschaft Ladt, welLe im Jahre dem Herzoge von Savopen eingeräumt wurde. Spmoia, ein Marquisat im genuesischen Gebl-'ihe, welches einer vornehmen und berühm eii Familie den Nahmen und Titel gibt. Ans diesem Hause sind die Herzoge von Molfetta, S. Severino, S. Pietro u-ld Sesto entsprungen, welcher letztere vormahls V.cere in Giri- lien im Nahmen Philipps V. von Spanien war, und insgemein der Mar, qnis de los Balbazes genannt wurde. Spltiosa, ein kleiner Flecken in Eaflilien in Spanien, vo» welchem die Familie Montero den Nahmen führt, woraus der Aelteste das Recht hat, jede Nacht in dem Schlafzimmer des Königs die Wache z» halte». König Alphonsus VIl. erhielt diesen Vorzug einem gewissen Montero und seiner Nachkommenschaft, weil er ihm im Jahre 112Ü das Leben erhalten hatte. Splitt, ein nur in einigen, besonders niederdeutschen Gegenden übliches Getreidemaß. Im Lüiieburgischen hat ein Hinnen 4, ein Schaffet aber 8 Spint, dagegen in Bremen ein Schaffet 16 Spint hat. An dem letzter» Orte machen r6o Spint ein Quark, Ü40 aber eine Last. Spintisiern, ein vermuthlich aus dem Italienischen entlehntes Wort, welches nur im gemeinen Leben üblich ist, und so viel als nachdenken, grübeln bedeutet. Spion, ein entweder aus dem Italienischen oder Französischen entlehntes Wort, wel- Splß ches denjenigen bezeichnet, welcher An. derer Heimlichkeiten mit List auszufor. scheu sucht, um einen ihnen nachiheili- gen Gebrauch davon zu machen. Es wird besonders im Kriege von einem Kundschafter gebraucht, der des Feindes Stärke, Verfassung u. s. f. zu dessen Schaden mit List auszuforschen sucht. Daher Spioniern, Anderer Heimlichkeiten mit List zu ihrem Nachtheile zu erforschen suchen. Spirding, einer von den größten und fischreichesten Seen in Ostpreußen, welcher vier Werder hak, von denen einer der Teufelswerder genannt wird. Spirito Sanko, eine Stadt mit einem Hafen am Golfp von Mexiko in der Provinz ZaeatecaS in der Audiencia Guadalaxara in Altmexik» oder Neuspa- nien im spanischen Nordamerika. Spiritl, Sanko, s. Espirilu Sanko. (Spiritus, ein aus dem Lateinischen aufgenommenes Wort, welches man im Deutschen nur im figürlichen Verstau, de gebraucht, um einen flüchtigen durch die Destillation erhaltenen flüssigen Körper zu bezeichnen, welcher gemeiniglich leichter als das Wasser ist. I» diesem Verstände ist auch das Wort Geist üblich. Spiial, ein schöner Markt am Flusse Li. serinOberkärnthe», welcher oem fürstlichen Hause von Portia gehört. Spital, ein Collegiatflifi am Flusse Pyrit im Traunkreise im Lande ob der Ens in Oesterreich, dessen Vorsteher Propst genannt wird. Es gehört demselben das Schloß und die Herrschaft Fcyeeeck, und der Flecken Windisch, Garsten. Spttal, s. Hospital. Spithead, eine Stadt und Hafen unweit Porlsmouth im Hampshil e in England. In der Bay zwischen diesem Orte und der Insel Wight pflegt sich die königli- che Flotte zu versammeln. Spitz, ein Markt, Schloß und Herr- Spitzbergen schüft an der Donau im Kreise ob dem MannhactSberge im Lande unter der EnS in Oesterreich, welche dem gräflichen dietcichstcinischen Hause gehören. Spitzbergen, das nördlichste Land auf der nördlichen Erdhälsle über Nova Zembla nordöstlich non Grönland in Nordamerika, welches eigentlich anS mehrcrn Inseln besteht. Es ward im Jahre iFyö von den Holländern Jacob HcemSkerk und WilhclmBarenz entdeckt, ist eins der ödesten und kältesten Länder in der Welt, und hat seinen Nahmen von den vielen spitzigen Bergen, welche man auf demselben hervor ragen steht. Diese Berge bestehen theils aus Eis und Schnee, theils aus Sand und Steinen. Auster einige» Kräutern und MooS, welche hrc.r und da hervor keimen, wächst auf der ganzen Insel nichts, kein Strauch, kein Baum. Nur im Julius nnd August hat man hier etwas, was einem Sommer einiger Maßen ähnlich sieht; aber auch dieses Pröbchen von einer angenehmen Jahreszeit wird oft durch rauhe Winkerscencu unterbrochen. Der Himmel ist fast beständig trübe. Gewitter sind unter diesem Himmelsstriche etwas sehr Seltenes. Während eines große» Theils des JahrcS geht die Sonne gar nicht auf. Diese lange Nacht dauert vom iZten October bis zum 4ten Februar. Dahingegen herrscht in dieser Gegend vom 4ten May bis zum 2ten August ei» immerwährender Tag, weil in dieser Zeit die Sonne gar nicht untergeht. Die lange Win- ternacht wird durch häufige und sehr hell flimmernde Nordlichter etwas erträglich gemacht. Unter den wenigen Kräutern, welche hier wachsen, zeichnen sich besonders das Löffelkraut und Sauerampfer anS. Die Bewohner dieses unfcenttdlichcn Landes sind, außer mancherley Wassergeflügel, weiße Bären, Rcnnthiere nnd Fuchse, welche Spitzgrosch Spolcto 279 hier theils eine weiße, theils eine blaue Farbe haben. Menschen gab es ehemahls auf Spitzbergen ganz und gar nicht; aber seit einigen dreyßig Jahren findet man hier russische Colonisten. Die Kü. sten dieses Landes, das Meer, und das daraus befindliche Eis sind mit GeschS« pfen bevölkert, zu welchen, außer den Walisische», der Seehunds das Wallroß, der Schwertfisch, der Hapfisch und an« dere gehöre». Spitzgroschcir, ein Nahme einer ehemahlige» Art Meißnischer Groschen, welche besonders im iLtcn Jahrhunderte geschlagen wurden, u-ud iL bis ,8 gute Pfennige galten. Spiüge», LpeluZs, ein Flecken am Hintern Rhein in der Landschaft Rheinwald in Graubünden in der Schweiz, welcher der Haupkort der Landschaftist. Er liegt am Fuße des SplügerbergcS, über welchen ein starker Paß nach Italien gehet. In dem Flecken befindet sich eine starke Niederlage von KaufmannS- aütern, welche theils über den Splü- gerbcrg, theils über den kleinen S.Bernhardsberg aus und nach Italien gehen. Spoleio, Ducalo di Spolcto, ei» Her- zogthum im Kirchenstaate, welches gegen Osten an Abruzzo, gegen Süden an Sabina und das Patrimoniuin Pe- tri, und gegen Westen an Urbino und die Mark Ancona grenzt. Es macht einen Theil der alten Landschaft Unibria anS, wurde zur Zeit der Langobarden errichtet, und Faroald war der erste Herzog desselben. Nach Aufhebung deS longobardischen Reichs blieb es»och eine Zeit lang unter fränkischer Hoheit in seiner vorigen Verfassung, wurde aber hieraus dem Papste zu Theil. In der Gegend der Stadt Spolcto und au einigen ailderu Orte» in Umbrie» findet malt gegrabenes Holz, welches in einer kreidigen Erde wächst, seine Luftlöcher wie das andere Holz hat, und zu Kohlen brennt. -8o Spoleto Sponheim Spolcko, Spoletum, die Hauptstadt des eben beschriebenen Herzoglhums, liegt am Flusse Marogia, ist bergicht und unansehnlich, und hat einaufeinerHöhe befindliches Castell, welches durch eine Brücke mit der Stadt verbunden ist. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unmittelbar unter dem Papste sieht, und zählt ungefähr 7000 Einwohner. Außer der Kathedralkirche gibt rs hier 22 Pfarrkirchen, eben so viel Klöster, r/ Einfirdeleyen, und>Z geistliche Bruderschaften. Von dem gegen über liegenden S. Franciscusberge wird das Wasser erstlich in das Schloß, nud nachmahls in die Stadt geleitet. Die dazu dienende Wasserleitung, welche über das Thal gebet, ist ein vortreffliches Werk von gothischer Bauart, welches aus 1» Berge» von Quadersteinen bestehet, und 4 bis Zoo Fuß hock seyn soll. Hier befindet sich auch ein Triumphbogen des Kaisers Tiberins. Auf den hohen Bergen, welche zwischen Spoleto und Lern! liegen, ist nichts Merkwürdiges, als die Menge Trüffeln, auf deren Aufsuchung sich hier die Einwohner sehr gut verstehen. Sponheim, Svanheim, eine Grafschaft zwischen der Mosel und dem Rhein im oberrheinischen Kreise, welche in den ehemahligen Gauen Nohegau, Hunds, rück, Trachga» und Bedgau liegt, sich ehemahls weiter erstreckte, als jetzt, und ihre eigene Grafen hatte. Sie wird in die vordere und Hintere Grafschaft getheilt. Die vordere Grafschaft hat gute Bergwerke, Holz und Viehzucht, und ihre Einwohner bekennen sich größten Theils zur reformirten Religion; die . Katholiken aber haben sich an den mei- sien Orten in den Mitbesitz der Kirchen gesetzt. Von derselben besitzt Churpfalz F. und der Markgraf von Baadcn F. Ehemahls wurde sie von beyden gemein- Sponheim schaftlich regiert; im Jahre>707 aber theilten sie sich in dieselbe: doch haben sie die Lehenschaftcn in Gemeinschaft behalten, und diese werden wcchsels- weise von den ältesten regierende» Herren besorgt. Die churpsälzischen F der vordern Grafschaft begreifen das Ober- amt Kreutzenach, die baadenschen F aber das Oberamt Kirchberg, und die Aemter Naumburg und Sprendlingen. Die Hintere Grafschaft ist größten Theils bergicht, aber doch mit allem, was zur Nothdurft und Bequemlichkeit des Lebens gehört, versehe». An der Mosel und an der Nahe gibt es schönen und überstüffigen Weiuwachs, und man hat auch gutes Getreide, Obst und Gartengewächse, viel Holz, besonders Eichenholz, welches zum Schiffsbaue nach Holland verkauft wird, gutes Hornvieh, sehr wohl schmeckende Hammel, allerley Wildbret und Fisckc, Kupfer, Bley, Eisen, Agathe, Schirfersteine, und heilsame mineralische Quellen. Die hiesigen Einwohner sind meiste» Theils leibeigen; an einigen Orten aber sind sie von den Landesherren in Freyheit gesetzt worden. Hier ist die evangelische lutherische Religion herrschend; doch findet man auch viele Katholiken. Bis znm Jahre 1776 wurde die Hintere Grafschaft von dem Herzoge von Pfalz- Zwei-brücken, und dem Markgrafen von Baadcn gemeinschaftlich regiert; in dem eben genannten Jahre aber ward sie getheilt, doch so, daß noch zwischen beyden in Rücksicht der Lehenschasten, welche hier sehr ansehnlich sind, und einiger Regalien ein gemeinschaftlich rrBesttzStatt findet. Zum psalz- zweybrückischen Antheile gehören jetzt die Aemier Trarbach, Castelaun Allenbach, und die Vogley Senhcim, nebst demCrö- verreiche; hingegen begreift der baaden- sche Antheil die Aemter Birkenseld, Herrstein, Winterburg und Winningea. Sponheim 2§l Sprecher Sponheim oder Spanheim, ein Flecken unter der Burg gleiches Nahmens im churpsälzischen Antheile an der»ordern Grafschaft Sponheim, Nahe bey diesem Flecke» liegt die van demselben benann- te Benediciinerabtey zu S. Martin, deren erste Gebäude Graf Stephan im Jahre r roi anfing, und sei» Sohn Me- ginhard im Jahre r,2Z vollendete. Sponwick, eine Schanze im Slvynesund in der Provinz AggerhuuS in Norwegen, welche die Schweden im Jahre l/,6 einnahmen und schleiften. Sporadische Inseln, der größte Theil derjenigen Inseln deS Archipelagus, welche an den asiatischen Küsten liegen, und ihren? Nahmen daher bekommen haben, weil sie hin und her zerstreut find. Es befinden sich einige Griechen auf denselben, und sie gehören den Türken. Sporteln, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches diejenigen Gebühren bezeichnet, welche dir Gerichts- personen von den klagenden Parteyen für ihre Bemühung mancherley Art erhalten. Sprachrohr, ein kegelförmiges Rohr, die Sprache, das ist die Stimme eines Sprechenden damit zu verstärken; welches Samuel Morland, ein Engländer, erfand, und im Jahre 1670 bekannt machte. Sprecher oder Redner, Speaker, im großbritannischon Parlamente eine Person, welche im Nahmen der übiigcn Glieder das Wort führt. Beyde Par« lamrntshäuser haben ihren besondern Sprecher, vor dem das Zepter, wenn er ein. oder ausgeht, hergetragen wird. Bey dem Oberhause vertritt diese Stelle der Lordkanzlcr oder Großstrgelbe- wabrcr, der, wenn der König zugegen ist, hinter besten Himmel oder Baida- ckin liehet, oder auch auf dem ersten Wollenfacke zur Seite deS Himmels ß§>, und das große Siegel, wie auch (IV. Band.) Spree ei» silbernes vergoldetes Zepter neben sich liegen hat. Im Unterhause oder Hause der Gemeinen hat der Sprecher nur allein einen Stuhl, welcher in der Mitte steht, und der AcknariuS einen neben seinem Tische. Wenn der König oder die Königinn im Parlamente erscheint, gibt man dem Untn Hause Befehl, ihren Sprecher oder Redner zu erwählen, welches sie ohne königlichen Befehl nicht thun dürfen. Hierauf gehen die Glieder der Gemeinen von der» Schranken des Oberhauses zurück in ihr Gemach, und wählen aus ihrer Mitte einen Redner, welcher insgemein ein wohl erfahrner Rechtsgelehrterist, und den sie dem Könige am folgenden Tage in Gegenwart der geistlichen und weltlichen Lords vorstellen. Wenn der König ihn für gut erkennt, so schlägt er aus Bescheidenheit diese Ehre ab; nachdem er aber genöthiget morde» ist, die- selbe anzunehmen, so bittet er den König um drey Dinge: 1) daß die Gemeinen, so lange das Parlament sitzt, Zutritt zu dem Könige haben mögen; 2) um die Freyheit, ihre Meinung frey in ihrem Hause zu sagen; Z) Freyheit von allen Arresten, welche Puncte ihnen der König sogleich bewilliget.(S. Parlament). Ueberhaupt ist er eine sehr nothwendige Person des Parlaments, indem die Gemeinen ohne ihn nichts vornehmen können. An ihn werde» im Unterhause die Anreden gerichtet, und die Bittschriften überreicht, und er muß in den Gesetzen und Parlamentssachen sehr erfahren seyn. Spree, 8preiia, ein schiffbarer Fluß in» Churfürstenihuml Brandenburg, welcher unter dem böhmischen Gebirge unweit Tollcnsiein, und zwar dicht an dem vberlaufitzischen Dorfe Gersdorf, so der Stadt Zitlau gehört, entspringt, und von hier aufBudiffin fließt, nachmahls auf Spremberg, Coibus und in bei» Nn Spriee Spring« Spühlkelch LZz Spreewald Gprecwald geht, Berlin und Cöln an der Spree von einander theilt, und sich der Festung Spandau gegen über in die Havel ergießt. Dieser Fluß ist»orzüg. lich an Zandern reich. Spreewalid, ein Wald von 4 Weilen im Umkreise in der Niederlausitz, welcher von der Spree ganz umgeben und ducch- flossen wird. Es liegen viele Dörfer in demselben, und er ist wegen der guten Viehzucht bekannt. Er erstreckt sich von Lübcnau bis zu der Herrschaft Lieberose, und gehört theils den Grasen von Ly- nar, theils andern adelige» Familien, die hier ihre Güter und Ritiersitze ha- be». Die Art Nachtigallen, welche man Sprosscr nennt, sind hier vorzüglich. Spremberg, SpremberZa, eine kleine Stadt und Amt im«reise gleiches Nah- menS im niedern Markgrasthumc Lausitz, welche von der Spree umgeben ist. Sie ist nach dem Brande von, Jahre t/vL gut wieder aufgebauet worden, und hat ein schönes Schloß, welches der letzte Herzog von Sachsen- Merse- burg, Nahmens Heinrich, bis zum Jahre l/Zt bewohnte. Spremont, s. Aspremont. Sprcndlingen oder Sprengungen, ein Amt und schöner Flecken in dem mark- gräflichen baadenschcn Antheile an der «ordern Grafschaft Sponheim im oberrheinischen Kreise. Sprengel, ein in seinen Grenze» eingeschlossener Raum, ein Bezirk, ein Ge- bieth. Der Kirchsprengel ist daher das Gebieth, über welches sich die geistliche Gewalt eines Bischofs, und zuweilen auch eines Pfareherrn erstreckt. Spriet, eine Segelst^uge in den Schma. ckeu und andern holländische» Schiffen, welche mit ihrem untern Ende an dem Mastdaume befestigt ist, und das Segel in die Quere bis zu dem Puncte ausspannet, wo es am Mäste fest gemacht ist. Springe, ein Amt im hamelschenQuartiere im Fürstenkhume Ealenberg im nie. dersachsischen Kreise, welches gegen 2 j Meilen laug, und Meilen breitist. Es ist sehr bergicht, hat aber ansehnli- ehe Holzungen, ei» gutes Steinkohlenbergwerk, eine Glashütte und ergiebige Salzquellen. Hier wird viel Leinengarn gesponnen und gewebt, und man findet auch viele Töpfer, welche mit ihren Waare« gute» Handel treibe». Der Hanptort des AmtS heißt ebenfalls Springe,(ehemahls Hallerspringe, weil hier der Fluß Haller entspringt), und ist eine kleine offene Stadt, welche ehemahls Mit Mauern umgeben war. Sie enthält 210 Häuser, liegt zwischen hohen Bergen, hat gutes Ackerland, Wiesen»nd Weiden, und nährt sich hauptsächlich von Bier-und Broihandraueu. Springkiste, s. Fruerkiste. Sprmzcnstein, eine Herrschaft und Schloß auf einem steilen Felsen an der kleinen Mühl im Müblkeeise im Lande ob der Ens in Oesterreich, welche der gräflichen Familie von Lamberg. Sprinzen- stein gehöre». Spröe oder Sprogve, eine kleine Insel am großen Belt zwischen Fünen»nd Seeland in Dänemark, welchebcpdcn Ueberfahrtcn im Winter zuweilen zur Zuflucht dient. Sprotta, ein Fluß in Schlesien, der IM Fürstenihume Licgnitz bey dem Dorfs Spröttichen entspringt, und sich beyder Stadt Spro'tau in den Bobrr stürzt. Sprotiau, eine mittelmäßige Stadt»ich! weit vvm Ausfluffe der Sprotta i» den Bober im FürstentbumrGlogau inSchle- sicn. Sie hat 200 Einwohner, ein-l. tes verfallenes Schloß, eine evangelische Kirche und Schule, eine katholische Kirche und ein Nonnenkloster. Spühlkelch, i» der katholische» Kucke deren einem Kelche befindliche aber nial consecrirtr Wein, welcher denCoiSu't" Spur» Staateneiland «icanten auf Verlangen gereicht wird, um die impfangene heilige Hostie desto süglicher hinunter zu bringen. Spur,-head, ein Vorgebirge in der eng. laiidische» Provinz Aorkibire, welches sich gegen Ostiüden in die Nordsee er. streckt. Squiiare. 8c^11acium, eine Stadt mit dem Titel eines FürsteuthumS in Cala- tria oltra in Neapel. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erz- bischofe von Reggio steht, und enthält außer der Ka'hedralkirche ic> Pfarrkir- chen und 4 Mönchs- und Nonnenklöster. Der Busen, welche» hier das Meer macht, wird von dieser Stadt benannt, und ist ein Theil des ionischen Meeres. Srzensk, eine Stadt mit einem Schlosse in einer Ebene in der Woiwodschaft Plotzk in Grvßpoblen, welche der Haupt sei eines DistrictS, und der Sitz kcS Landgerichts desselben ist. Das hiesige Schloß ist von großen Morästen umgeben. Sswihviv, ein Markt im Pilsner Kreise in Boh nen, dessen ehemahliges Schloß berühmt war. Er gehört dem Grafen von Tschernin. Slaag, s. Slag. Skaat, eine zahlreiche Gesellschaft von Menschen, welche zur Beförderung ih. rec Glückseligkeit unter dem gemeinschaftlichen Bande einer Regierungs- form stehen. Dieses Wort unterscheidet sich von den Wörtern Volk und^llation, und ist eine allgemeine Benennung, welche die Arten Reich, Republik u. s. f. unter sich begreift, aber doch nur von solchen bürgerliche» Gesellschaften von einem gewissen beträchtliche» Umfange gebraucht wird, indem man zum Beyspiele kleine Freystädie wohl nicht leicht Siaaien nennen wird. Staatenkiland, Inlula Orckinum, ein Rahme. weichen Z Inseln führen, weil Staatenh StaatSeink 28Z sie von den Holländern entdeckt worden sind. Die eine liegt auf dem Eismeere bey der Meerenge Wuigatz nicht weit von Rußland. wohin sie auch gehört. Die andere findet man auf demmagel« lani'chen Meeee in Südameiika; und die drille auf diM östlichen Dcean, zwischen I sso und Zknpi in der Tartarey. Staatenhvvk, der Nahme der südöstlichen Spitze von Grönland in Nordamerika. Slaatenitzsel, eine ziemlich große»nh fruchibare Insel in den vereinigten Frry- staate» von Nordamerika, welche zur Provinz Neuyvrk gehört. Sie liegt am westliche» Ende von Longisland, und macht den Canal, durch welche» die von oder«ach der Stadt Neuyvrk gehende» Schiffe segeln müssen. Staaten von Holland, s. Heneralstaa- kcn. Skaakenland, eine von den vorzüglich- sie» Inseln des FeuerlandeS oder i» Terra del Fucgo in Südamerika, welche durch die Meerenge le Maire vo» der Insel Feuerland getrennt wird. Skaalsdame, an den Höfen eine Dame, das ist: ein vornehmes Frauenzimmer, welche zur Vermehrung des Staats oder Gepränges gehalten wird. Slaalseiiiknnste, die zur innerlichen Einrichtung und Erhaltung eines SkaakS nöthige» Einkünfte, welche gewöhnlicher Weise aus vier Hauptguellen geschöpft werden. Die erste besteht in denjenigen Güter», welche entweder dem Staate oder dem Regenten unmittelbar gehören, irnd Kroiigüter, Kammergüter oder Do- mäncn genannt werden, und Landgüter oder Aemter sind. Diese müssen mit den Patrimonialgüterii welche ein Regent durch Erbschaft Kauf oder an- dere gewöhnliche Erwerbuligsmittel erlangt hat, nicht verwechselt werde»; weiche aber cher Landesherr, wenn e- Rn 2 284 Staatseinkünfte ihm beliebt, den Domänen einverleiben kann. Die zweyte Hauptquelle der Staats- einkünfte sind die so genannten Regalien oder landesfürsilichen Rechte, wel- che der obersien Gewalt über die zum besondern Eigenthume nicht schicklichen aber doch zum allgemeinen V rmöge» -es Staats gehörigen Güter und Dinge zugestanden sind; damit sie nach Maß- gebung der gemeinschaftlichen Wohlfahrt genutzt werden, und zugleich durch einen Nebenendzweck Einkünfte abwerfen. Sie bestehen vornehmlich in dem Zoll- oder Manch-und Geleitsregal, in dem Postregal, in den Waffeerega- licn, in dem Forstregal, in dem Jagd- rcgal, in dem Bergwerks und Salzre. gal, und in dem Münzregal- Die dritte Hauplquelle der Staatseinkünfte ist der Beytrag der Uutercha. »rn, welchen sie zu dem großen Auf- wande des Staats thu», und welcher ein Theil der Nutzung oder des Gewinns von ihrem besondern Vermögen ist, welches zugleich zu dem allgemeinen Vermögen deBSlaats gehört. Man gibt diesem Beylage den Nahmen der Contcibutionen, Steuern, Abgaben, Auflagen, u. s. f. Er wird theils von den unbeweglichen Güter», oder von dem Gewinn, welcher davon gezogen wird, entrichtet; theils von den Personen der Unterthanen selbst, da erbaun Kopfgeld oder Kopfsteuer genannt wird, wozu auch in einigen Ländern die auf die Personen gelegte Gewerbe. Con- sumtions, Salz- und Tabaksteuer ge. hört; theils von Gewerben, und zwar entweder von den Materialien der Ge- werbe und den daraus entstehenden Waa- ren, welche Abgabe bald Accise, bald Licent, bald Jmpost, bald Taille, bald Aufschlag genannt wird; oder von den Gewerbe treibenden Personen, ohne Absicht auf die Größe und Wichtigkeit StaatSeink Staatsk eines Gewerbes, wohin das so genann. te Nabruuasgeld, die HandlungS-Hand, Werks und Gesindesteuern gehören; oder von den Materialien der Gewerbe, als die Trank-Fleisch- und Viehstener, die Papiersteuer von rvhcm Papier und ge. druckten Sachen, die Capitalien. und Besoldungssteuer; doch sind die Steuer» dieser beyden letzten Classen nicht i» allen Ländern eingeführt. Die Abga- den von Kutschen, Sänfte» u. s. w, die mit einer Abgabe vcrknü. fte Siäm- pelung der silbernen Gefäß«, wckche Privatpersonen besitzen, die Kleiber- steuer und das Skämpelpapirr sind auch hin und wieder als beständige und all, gemeine Abgaben eingeführt. Die vierte Haiipiqnelle der Staats- einkünfte sind die Rechte der oberste» Gewalt, welche nur zufälliger Weise Einkünfte geben. Hierher gehöre» vornehmlich die Obcrlehnsherrlichkeit des Staats über gewisse im Lande vorhandene Güter, die Verwaltung der Gerechtigkeit, und die Verwaltung des Polizeywefens. Wenn die ordentlichen Einkünfte zm» Bedürfnisse des Staats nicht zureiche«, so wird den Unterthanen ein außerordentlicher Beytrag auferlegt, der in gefährlichen Zeiten und in besondern Nothfällen des Staats nicht al. lein in dem ganzen Gewinne von ihrem Vermögen, sondern auch wohl i» einem Theile des Vermögens selbst, bestehe. Zum Behufe desselben werden entweder die ordentlichen Abgaben erhöhet, oder cS werden ganz neue Abgaben aufgelegt, welche unter mancherley Nahmen bekannt sind, indem sie Vermögenssteuer, Capitaliensteuee, Besoldungssteuer, fecpwilliges Geschenk (Don graenit), allgemeines Kopfgeld, Nitterpferdsgelder, Darlehen u. s. f- heißen. Skaatskanzolley, in verschiedenen Gras- St-atSk StaatSr StaatSr Stabhalt 28L ,cn ein Nahme derjenizeu Kanzelley, welche sich mit Ausfertigung der St atS. fachen beschäftiget, und deren Borge- fttzler der Staatskanzler genannt wird; zum Unterschiede von einer Hofkanzelley, LehenSkanzelley, KriegSkanzelley Staatsklugheit, die Fertigkeit, den Zu. sammenbang der StaalSsachen einznsc. hen, und dieselben zur Wohlfahet des Staates vortheilhafr z» leite»; mit einem griechischen Kunstivvrie die Po- St'aakskunst, die Fertigkeit, die Wohlfahrt eines Staates auf das vvrtheilhaftesie zu erhalten und zu befördern. Staatslehre, die Lehre von der kläglichen Regierung und Verwaltung eines StaatcS; welche mit ander» Nebenbe- griffen auch die Staatsklugbeit, StaatS. kunst und StaatSwiffrnschast heißt. Staatsmann, ein staatskluger Mann, ein Mann, welcher die Fertigkeit besitzt, die Verhältnisse eines StaateS in ih> rem Zusammenhange einzusehen und zu leiten; imglcichen ein Mann, wcl. ch-m die Geschäfte eines StaatcS wirklich anvertrauet sind. Staatsminister, ein Minister, in sofern ihm die Angelegenheiten eines ganzen StaateS anvertrauet sind; ein Mitglied des obersten zur Verwaltung der innern niid äußern Angelegenheiten eines Staates niedergesetzten Collegiums. Staatsratb, ein Collegium, welches die Angelegenheiten eines StaateS vermal- tkt, und zu welchem die Staatskanzel- ley gehört. In manchen Staate», zum Beyspiele zu Wien, ist eS ein Rakhscol- legium, welches nur die innern Geschäfte eines Staats verwaltet. In andern Staaten hat man einen geheim, n StaatSratb, welcher alsdann das höchste Collegium dieser Art ist. In manchen Ländern fuhren gewisse Personen de i Nahmen der Stgatsrüche als einen bloßen Titel, der so wie andere ahn- lichc mit keinen Geschäfte» verbunden ist. Slaatsrccht, ein Wort, welches in einer dreyfachen Bedeutung gebraucht wird.>) Die Rechte oder Befugnisse eines Staates, etwas z» thun oder zu lassen. 2) Die Maßregeln, nach weil- chcn ein Staat regiert werden muß. der Inbegriff der Gerechtsamen des Regenten und der Unterthanen gegen einander. Z) Der Inbegriff der Rechte mehrerer Staate» gegen einander. Staalsn'irlhschaft, die Verwaltung der Einkünfte und Ausgaben eines Siaa- teS; zum Unterschiede von der Privatwirthschaft, Staatswissenschaft, stehe Staatslehre, Staatsklngheit m,d Staatökunst. StaH, ein Bergschloß, Herrschaft und Markt des Fürsten von Colloccdo im Kreise unter dem MannhartSberge im Lande unter der EnS in Oesterreich. Stab, im figürlichen Verstände ein Längenmaß von bestimmter Länge, welche« gemeiniglich zwey Elle» oder vier Fuß hält, in den tyrolischeu Bergwerken, aber ein Elle u»d drey Finger beträgt. Im Kriegswesen bedeutet das Wort Stab die höher» befehlenden Officiere riner Armee, eines CorpS, oder auch nur eines Regiments. Stabclherr oder Släbelherr, ehemahls ein Vornehmer von Adel, welcher bcv den Turnieren den Anfang und das Ende des Turniers mit dem Stäbe zu gebiethen halte, und auch wohl der Stabelmcistcr, der Turniervogt genannt wurde. In dem Oesterreichischen gibt eS »och angesehene Erbbeamte unter dem Nahme» Erbstäbelmcister. Stabhaitcr, ein nur noch m einigen Ge- genden übliches Wort, denjenigen zu bezeichnen, welcher zum Zeichen der richterlichen Würde oder der bcfehlS- habenden Gewalt unter Mchrcrn de- S.'aab trügt ober hält; der Präsident. 2Z6 Stabla Stäbe Stab» Lcy dem kaiserlichen Landgerichte in Echivaben wird derjenige, welcher des Lsiidrichkers Stelle vertritt, aus eben der Ursache, so wohl-er SlabhaUer als der Statthalter genannt. Slabla, s. Castel a Mure di Stadia. Slablo, 8tsbulensss, eine ge- fttrstete Mannsabley Benedictineror- dens zwischen Lükkich, Limburgund Lu- xembuig weiche mit der Benediktiner- abtey Malmcdy einen gemeinschaftlichen Abt hat, und von derselben eine kleine Meile entfernt, und am Flusse Amel liegt. Beyde sind so wohl wegen der Tuchfabriken und Ledcrhandlung, als wegen der mineralischen Wasser bekannt. Zur Abrey Slablo, welche übrigens im Jahre 6L7 vom Könige Sigibcrt von Austrasien gestiftet worden ist, gehört auch die Grafschaft Logne. Der Abt, welcher ein unmittelbarer Stand des Reichs ist, wird zu Stabls erwählt, gehörtznm westphälischen Kreise, schreib« sich Fürst von Stablo und Malmedy, und Grasen von Logne, und steht wegen Stablo unter Lüttich, wegen Mak- medy aber unter Cöln. Der Flecken Stablo ist der Hunptvrt der Abtey. Ltabsofficier, im Kriegswesen rinDffi. cier, welcher zu dem Stäbe gehört, wozu bey dem Regimentern die Ober- officiere von dem Major an gehören. Stabsquartier, im Kriegswesen derjenige Lrt, wo der Stab oder die besetz. lendenStabSofficiere ihrQuariier haben. Stachelschwein, ein vier-.ehiges vierfüßi- ges Thier, welches einem Schweine gleicht, nur baß es kleiner, und an seinem Körper mit sehr langen Stacheln besetzt ist, welche es durch eine heftige Erschütterung der Haut auf sei. nen Feind schießet. Es lebt in Asten und im nördlichen Amerika. Stade,, 8kalio, die Hauptstadt des HerzogihumS Bremen im nieder- sächsischrn Kreise, welche eine starke Festung ist, und an der Schwinge liegt, die eine Viertelmeile von hier in die Elbe fließt. Sie ist der Sitz der Re. gierung der Länder Bremen und Verben, einer Justizkauzelley, eines j,of. gerichtS, und ei.ns königlichen Confi. storiums, und enthält 77^ Häuftr Lvoo Einwohner, Z Kirchen, und eü ne gute lateinische Schule. Das Rath, Haus, das Kaufhaus,»nd einige merk, würdige Denkmahle in den Kirche» find liier sehenswerih. Die Besatzung hat ihren eigenen Prediger, und wohnt größten Theils in den Baraken. Die Gchwingerschanze beym Ausfluß der Schwinger in die Elbe ist auch mit Mannschaft besetzt. Ehemahls war Stade eine freye Reichs-,,nd Hanfe, stadt; sie ward aber im münsterischen Frieden vom Jahre 164z, nebst dem Stifte Bremen, an die Krone Schwc. den überlassen, der zwar beydes in dem pommerischen Kriege, nähmlich in, Zah. rc«676, von dem Herzoge von Brann- schwcig und Lnneburg abgenommen, aber im Jahre 16Z0 auch wieder abgetreten wurde. Im Jahre 1712 fiel der König von Dänemark in las Bremische ein, und zwang diese Festung sich nach einer ziemlich langen Belagerung zu ergeben. Seit dem Jahre 171^ gehört sie dem Könige von England, als Churfürsten von Hannover. Stade hatte ehemahls seine eigenen Grafen. Der älteste, den man kennt, ist Lotharius oder Luther, der im Jahre yzi in einer Schlacht umkam. Nach deren Abgänge bemächtigte sich ihrer Heinrich der Löwe, bis ste endlich jm Jahre 2219 an den Erzbischof von Bremen kam, und von diesem Erzbisthum nach verschiedenen Schicksalen Churhanno- ver zu Theil wurde. Seit dem däni» nischen Bombardement vom Jahre 1712 hat Stade keinen feindlichen Angr ff erfahren. Der Seadtrüth genießt den Stadtbrrg Slabtberg Städte» einträglichen Brunshauser Zoll, von welchem aber die Hamburger und eng. ländischen Schiffe und die zu Stäbe selbst einlaufenden frey sind. Die vormahlige Handlung ist hier sehr in Wer- faü geralben. Siadten, eine kleine Stadt am Flusse Nid- da in der Wetkerau, in der Grafschaft Lberyfenburg l Meile vonFriedbergun oberrheinischen Kreise. Sie hat guten Weinwachs und zwey Sauerbrunnen, ist gauerbschaftlich, und gehört einem Grafen von I sei,bürg, einem Herrn von Löw, und der Burg Friedberg. Stadt, im weitesten aber nur im gcmci. „cn Leben üblichen Verstände ein jeder ummauerter, das ist, mit Mauern und Thoren umgebener, und mit einigen städtischen Freyheiten versehener Wob», ort Mehrerer. Im engsten und gewöhnlichsten Verstände ist eine Stadt ein ummauerter Wohnort mehrerer bürger. licher Familien, welche mit besondern Stadt-und Bürgerrechten begäbet, und gewisse besondere Nahruugsgewerbe zu treiben befugt sind. Zu diesen Gewerben gehört vornehmlich die Veredlung und Verhandlung der Naturalien. deren Erwerbung und erste Bearbeitung Las Geschäft der Dörfer und des flachen Landes ist. Stadt am Hof oder bayrischer Hof, ei» Amt und nahrhaftes Städtchen an der Donau i» Niederbayern, welches mit der Reichsstadt Aegensbnrg durch eine schöne steinerne Brücke zusammen hangt. Sie hat 2 Klöster, und ein reiches Hospital für arme Lutheraner und Katholiken. Im Jabre>74» hakten sich die Franzosen hier verschanzt. Sladlberg oder MarSberg, eine St^dt und Amt an der Diemel im Herzog, thume Westphale», welch- theils an einem hohen Berge, theils auf dewsel- be» lieat, und daher i» die obere und niedere Stadt abgetheilt wird; derFlc- 287 cken Elringhausen aber wird als eine Vorstadt derselben angesehen. Vor Al- ters hat hier die sächsische Festung Eres- bnrg oder Ehrensburg gestanden, welche Carl der Große eroberte, und iir eine kaiserliche Burg verwandelte, wrs auch die Kirche zu S. Peter und Paul erbaue!-, und bey derselben eine Propstes Bcnedictiuerordens stiftete, welche sein Sohn, Kaiser Ludwig, im Jahre 826 der Abtsy Lorvey schenkte, der sie bis jetzt noch gehört. Ais d«S Erzstift CLln zum Herzogthume Westpha« len gelangte, so nahm es auch dies« Stadt ein. Da aber die Aebte zu Cor- vey seit langen Jahren Herren derselben gewesen waren, und dic Anmaßun- oen derErzbischöfe nicht billigen wollten, so entstand ein schwerer Rechts- handel, welcher znm Beste» der Abley ausfiel. Da aber dieselbe voraus sah, daß sie nicht im ruhigen Besitze den Stadt bleibe» würde, so trug sie im Jahre>2Z0 die Hälfte derselben dem Erzstiflc Cöln auf, und versetzte dem. selbrn im Jahre 1L07 auch die andere Hälfte. Im Jahre i/L4 kündigte sie zwar diese Pfandschast auf, indem sie den Pfandschilling erlegen wollte; er ward aber von dem Erzstifke nicht an. genommen. Chnrcöln ist also bis jetzt „och im Besitze der ganzen Stadt, liegt aber mit der Abtey Corvey wegen der Wiedeceinlösnng beym Reichskammer, gcrichte im Prozesse. Der gemeinen Meinung nach soll hier die Irmensul oder Zrmensäule, ein Götzenbild der alten Sachse», gestanden haben; allein die ältesten fränkische» Geschichtschreiber berichten, daß Earl der Große zuerst das Schloß Eresbnrg eingenommen habe, und hierauf mit dem ganze» Heere bis zur Jrmensäule gegangen sei,. Hier habe es Mangel am Wasser gelitten, welcher am hellen Tage durch einen reichlichen Waffcrguß auf ei» 288 Stadthag Stadtbolb Mahl gehoben worden sey. Dieses passet am besten a,,f den Bullerborn im Bisthume Padecborn. Stadthagen, die Hauptstadt in der Graf. schüft Schauenburg in Westphalen. Sie liegt Z Meilen von Hannover, in ei. »er angenehmen Ebene, ist»ach alter Art mit Mauern, Wall und Graben verwahrt, und hat schon im Jahre 1224 gestanden. Das hiesige Schloß dient zum gräflichen Wittwensitze. Der herrschaftliche Küchengarren mit seiner mineralischen Quelle, das kostbare Mau. foläum des Fürsten Ernsts an der lu. iberischen Siadlkirche, die gräfliche Begräbnißzruft, und das im Jahre i/Z8 nach den hallilchen Anstalten ein. gerichtete Waisenhaus, verdienen Aufmerksamkeit. Schon im Jahre 1610 ward hier ein Gymnasium illustre angelegt, welches im Jahre 1719 in eine Universität verwandelt wurde, die man aber im Jahre 1621 nach Kiel verlegte. Skadtland, ein gewisser Strich Landes m, westphälischen Kreise, welcher zum Herzogthume Oldenburg gehört. Er erstreckt sich von Huntewaffer bis ans Budjadinger Land, ist vier Stunden lang, und 2 breit, und ist mit diesem ein braunschweig-lüticburgischeS Lehen. ZS liegen in demselben die Vogtcyen Solswarden, Oldenbrock, Hamelwar. den, Elsstet und Ooelgunne, oder Ovelgönne, wo ehemahls ein Schloß stand, das bald als eine Festung, bald als ein Lustschloß gebraucht wurde. Jetzt ist es ganz geschleift, und ein Flecken, in welchem das Landgericht vom Stadtlande und Budjadinger Lande gehalten wird. Sladtloen»der Stadtlohn, eine kleine Stadt am Flusse Berkel im Hochstifte Münster im westphälischen Kreise an der Grenze der Provinz Zütphen. Stadt«ldendvrf, eine kleine mit Mauern Stabtr Stäbteld umgebene Stadt im Weserdistricke im Fürsten,hume Wolfenbnttel. Sie en,. hält ungefähr 200 Häuser, einen ade- kigen Hof, und ist der Sitz einer Su- perintcndentur. In ihrer Nachbarschaft befindet sich das evangelische KlostcrAme. lunxborn, und die verfallenen Stamm, schlösset der vormahligen Grafen von Eberstein, und edlen Herren von Hom- bürg. Stadtrecht, 1) das Recht, eine Stadt zu seyn, oder doch die Gerechtsamen und Freyheiten derselben zu besitzen. 2) Die Rechte oder Gerechtsamen, welche einer Stadt, als Stadt, gehören. 2) Diejenigen Gesetze, welche zuErbältunggu. ter Ordnung in einer Stadt gemach», oder derselben von dem Landesherr» ge. geben werden. 4) An einigen Orten wird auch die Gerichtsbarkeit einer Stadt, ja ein Stadtgericht selbst das Stadtrechl genannt. Stadtsteinach, eine kleine Stadt mit einem Schlosse im Amte Kupferberg in. Hoch. stifte Bamberg im ftänkische» Kreise. Skadlkage, ein Nahme derjenigen Versammlungen der Deputirten von den Reichsstädten, welche alle Jahre, oder so oft sie es für nöthig erachten, gehalten werden, und auf welchen sie sich wegen ihrer Wohlfahrt und gemeinen Bestens berathschlagen. Die aus. schreibenden Reichsstädte sind Nur», berg, Frankfurt, Ulm. Sladtworbis, ein Städtchen mit einem Franciskanerkloster im obern Eichsftlde, welches dem Erzstifte Mapnz gehört. Bey demselben entsteht der Fluß Wip- per. Sladtel»der Städlein, ein Städtchen an der Slober im Namslaner Kreise des Fürffenthttms Breslau in Schlesien, welches dem Herzoge von Oels gehört. Der Ort ist größten Theils pohlnisch, und hat eine evangelische Kirche. Städteldorf, eine Herrschaft und Markt Gtäfa Staffelte Staffelt im Kreise unter dem MannhartSberge jm Lande unter der EnS in Oesterreich, welche> em gräflichen hardeggischenHau- se gehören Zu der Herrschaft gehört da« schöne Schloß Juliusbnrg. Gläfa oder Stafcn, eine Obervogtey an der Nor^seiie des Zürichersees iu> Conto» Zu ich in der Schweiz. Die Pfarre Siäfa enthält geqcn 4000 Seelen. SlaffiS, 8t«v«gcurn, eine Landvogtey, Stadt und Schloß am Neuenburaer See im Canton Freyburg in der Schweiz. Man stndet hier ein Piaristenklvster und zwey Nonnenklöster. Das hiesige Schloß hieß ehemahls Chenaiix. Stakarda, eine Abtey nahe beym Po im Ma,q»iia«e Saluzzo in Piemont, in deren Gegend die Franzosen im Jahre 1690 ein Treffen gewannen, nach welchem fast ganz Savoyen in ihre Hände kam. Etiffa eine sehr kleine Insel auf der Westseite der Insel Mull bey Mittel» schoitland, welche zu den hebridischen gehört, und ungefähr eine engländische Meile lang,«ud eine halbe breit ist. Sie besteht, so wie die benachbarte noch kleinere Insel Boo-scha-la. kulanter Basaltsäulen, und enthält die prächtige so genannte ZingalSböhle, die eins der schönsten Meisterstücke ist. Wenn mau in dieselbe hinein schiff!, erblickt man von beyden Seiten hohe natürliche Säulen von Basalt, und das Gewölbe oder Doch ist aus den abgestumpften Enden derselbe» zusammen gesetzt. Staff'lsiein, ein Städtchen und Amt im Hochstifte Bamberg im fränkischen Kreise, welches am kleinen Flusse Lauter liegt, der nicht weit von hier in den Mayn fällt. ES gehört dem Domcapitel. Staffelte, ein aus dem Italienischen entlehntes Wort, eine Anstalt zu bezeichnen, vermöge weicher durch einen geschwinde reuenden Postillion, welcher außerordentlich abgeschickt wird, ein (IV. Band.) Staffsjö LSy oder mehrere Briefe zur nächsten Station überbracht werden. Daher der Skaffetkenreilcr dieser Postillion ist, der sich dadurch hinlänglich von einem Courier unterscheidet, und oft auch nur die Staffelte genannt wird. Staffieren, ei» nur>m gemeinen Leben übliches Wort, welches mit den nöthigen Hülfsmitteln, Zubehör u. s. f. versehen, bedeutet. Staffor«, ein Fluß in der Landschaft Pavesano im Herzogthumc Mailand, welcher sich in den Po ergießt. Slafford, die Hauptstadt der Landschaft Staffordsbire in England. Sie liegt am Flusse Sow, ist wohl gedankt, hat gute Tuchmanufacturen, r Kirchen, eine Freyschule, und schickt zwey Deputirte zum Parlamente. Innerhalb der Gerichtsbarkeit dieser Stadt erbt der jüngste Sohn die Güter seines Vaters, wenn derselbe ohne Testament stirbt. Slaffordshire, eine Landschaft in England, welche gegen Osten an Derby- shire, gegen Norden an Ehester, gegen Westen an Shropshire, und gegen Süden an Warwickshire und Worccstcr- shire grenzt. Gegen Norden ist sie bergicht und unfruchtbar, gegen Mittag aber reich an Getreide, Weide, Eisen und Steinkohlen, und in ihrer Mitte findet man meistens Theils Waldungen. Hier werde» auch Salz, gute Steine, Marmor und Alabaster angetroffen. Uebrigeus euihält diese Landschaft«Z Städte und Flecken, und schickt zehn Deputirte zum Parlamente. Slaffort, ei» Amt in der untern Markgrafschaft Bauden im schwäbische» Kreise. Aus dem hiesigen alten verfallenen Schlöffe ward im I hre 1L99 dc» Re-> formirteii zu gefalle» unter dem Schutz? des Markgrafen Ernst Friedrich der 1,iber Lmüortenli'i verfertigt Staffsjö, ei» berühmt«.'« Eisenhammer in der Provinz Südermanland j» Schwe- O» Stahlhof 29a Stag Stahl den, welcher bey Wreta liegt. Hier werden eiserne Sriicke und Kanonen gegof. scn, welche den metallenen an Zierlichkeit nichts nachgeben, und man kann auch allerley eiserne Bedürfnisse mit daran befindlichen Nahmen und Wa- pen haben, wie fie verlangt werden; denn die Materie ist hier so fein, daß allen Falls Medaillen davon gegossen werden könnte». Stag, ein nur in der Schifffahrt übliches Wort, diejenigen starken Taue zu bezeichnen, welche vorn den Mastbaum fest halten, so wie es die Wände von beyden Seiten thun. Der große Seag ist daher dasjenige Tau, welches von dem großen Mars bis zum obern Theile des Vordersteven läuft, wo es befestigt ist. Die Srage bekommen ihren Nahmen von den Masten, an welchen sie sich befinden. Skaggia, ein mit Mauern umgebener Ort im Großherzoglbume Toscana, von welchem ein Fluß und Thal den Nahmen hat. Stagno, l'itturitum, eine kleine, aber volkreiche und wohl befestigte Stadt auf der Halbinsel Sabionocello im Gebiethe der Republik Raausa in Dalmatien. Sie bat«inen bequemen Hafen, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dein Erzbischofe von Ragnsa steht. Sie liegt auf der Südseite und am östlichen Ende der Halbinsel. Auf eben dieser Seite findet man noch fünf Flecken; hingegen ist die nördliche fast unbewohnt. Stagnol, ein aus dem Italienischen ent- lebntes Wort, welcher bey verschiedenen Handwerkern zu dünnen Blättern geschlagenes Zinn, Blattzinn bedeutet. Stagsegel, in der Scktfffabrt ein dreyeckiges Segel, welche- ohne Rahe an d>.n Stag ausgespannet wird. Stahl, ein gereinigtes und dadurch gehärtetes, feiner und elastischer grmach- Ettiinz tes Eisen. Das Stahl ivird theils sogleich aus den Eisenerze,! durch eine besondere Art der Ausschmelzung, theils ans deui schon verfertigten Eisen durch Brennen,das ist Schmelzen und Schmieden, theils durch Cementiren erhalte«; zu welcher letzter» Art auch das mehrmahlige Glühen und Ablöschen des Eisen« in gewissen flüssigen Körpern gehört. Skahlhof, Still Aard, Leadenhall, ei» Nahme, welchen das Comtoir und die dazu gehörigen Gebäude der ehemahligen Hansestädte in London führen, von welchen die Städte Lübeck, Bremen und Hamburg noch jetzt die Einkünfte genießen. Die Benennung selbst kommt nicht daher, weil etwa die Hansestädte vielen Stahl nach London zum Verkaufe gebracht haben; sondern weil hier die cngländischen Tücher, welche nach Deutschland geschickt werden sollten, gesiahlet, das ist, mit bleyernen Siäm- peln und Zeichen versehen wurden. In der Stadt Soest bat man einen Stabl- gadcm, welches ein ähnliches Gebäude zu sey» scheint. Stahrenberg, ein Schloß im Haitsrnck- kreise im Lande ob der Ens in Oesterreich, welches das Stammhaus der Grafen von Stahrenberg ist, und jetzt dem Hechsttfte Passau gehört. Stahrenberg, eine Herrschaft und uraltes Bergschloß des gräflichen Hanfes Hciffensteiii im Kreise unter dem Wienerwalde im Lande unter der Ens in Oesterreich. Die Herrschaft theilet sich in Skabrenberg.Piestitig und Stahcen- bcrg-Fischau, und nach dieser Abtheilung werden die beyden Linien des gräflichen Hauses benannt. StcUlls- ein schöner Marktflecken an den Sandbänken der Themse in der Landschaft Middlesex in England. Stc»nz, ein im Jahre 122Y gestiftetes Collrgium regulirter Chorherren Aug»' Staliwen« Ainerordens im Mabrbiiraerkreise in Un, tersteyermark. Es gehören demselben>n diesem Kreise die Herrschaften nnbGü. ter Harneck, Herderstoif, Ä. Joseph, Leonard, Lankowitz, und die Maitie Siainz und Preding. Stalimene oder Lemno, I-emncis, eine der vornehmsten Inseln des Archipelagus, weiche zwischen den» Berge Akhos und der Halbinsel Rom inien liegt. Sie ist voll Berge und Thäler, die in einigen Gegenden wohl angebauet war. den sind, und allerle» Arten von Früch. ten hervor bringen D,r gegen Margen gelegene Theil der Insel ist dürr und unfruchtbar; hingegen herrscht an den westlichen und südlichen Küsten große Fruchtbarkeit, weil man eine» größer» Ueberstuß an Quellen findet. Diese Insel hat zwey hohe Berge, von welchen einer vor Alters Flammen auswarf, und war ehemahls dem Vulkan gewidmet, den die Einwohner als ihren Schutzgott verehrten, und wegen ihrer guten Siegclerde berühmt. Man hielt diese Erde ehemahls für ein vortrrffii, ches Arzenepmittel wider Gift, Schlangenbisse, Wunden und Blntflüsse, und sie ist von Alters her mit vielen got- tesdienstiichen Gebrauchen ausgegrabcn worden, die jetzt, vermuthlich durch Einführung der Venetiaucr, darin bestehen, daß nur allein am 6ken August die vornehmsten türkischen und christ. liche» Männer der Insel sich bey der Capelle Sotira, die auf dem halben Wege zwischen dem Dorfe Cochino und dem Berge, wo die Erbe zu finden ist, steht, versammeln, nnd zur Spitze des Berges in Aufzuge gehen. Hier lesen die griechischen Priester ihre Liturgie, nach deren Endignng gewisse hierzu bestimmte Leute zu graben anfangen, und wenn ste eine Ader von der gesuchten Erde entdecken, hiervon den Priestern Nachricht geben, welche kleine Haar- Gtalimen« Stambs 29^ sacke mit derselben anfüllen, und ste dem türkischen Statthalter und andern gegenwärtigen Befehlshaber» überlie. fern. Wen» ste soviel, als ihnen beliebt, heraus genommen haben, so sül. len ste den Set wieder zu, und kehren in Aufzuge zurück. Einige von den Sä» cken werden dem türkischen Kaiser geschickt, und die übrigen versiegelt an die Einwohner und an auswärtige Kauf. leute verhandelt. Der Sandschak muß der Schatzkammer des Großsnltan« da- aus dem jährlichen Vorrathe geiösete Geld berechne», und dir Einwobner werden am Leben gestraft, wenn ste diese Erde ohne des Sandschaks Vor. wissen und Erlaubniß in ihren Häuser» behalten, ausführen, oder aus irgend eine Art damit handeln. Ehemahls war ein berühmtes Labyrinth auf dieser In» sei, welches prächtige Gebäude von vierzig außerordentlich dicke» und hohen Säulen getragen wurde. Einer der vornehmsten Derter auf dieser Insel ist Skallinene oder Lemno, iVl^rinn, welcher der Sitz eines griechischen Metropoliten ist, und ein festes Schloß hat. Das letzte ergab sich im Jahre 1770 durch Capitulaiion an die Russen, wurde aber vor seiner Ueberlieferung von den Türken entsetzt. Stallmeister, ein vornehmer Beamter, welcher einem Marstalle vorgesetzt ist, und an großen Hofe» noch eine» Ober. stallmeister über sich hat. Er hat dir oberste Aufsicht über einen Marstall; daher die Bereiter und andere Bedienten seinen Befehlen unterworfen sind. Skambach, ein Marktflecken in der Amts. hauptmannschast Culmbach im D er- lande des Fürstenlhums Baoreu'b im fränkischen Kreise, in weichem ein lan- desfürstliches Vogteyame ist. Slambs oder Stams, ein ansebnllchet Cistercicaserkloster am Flusse In» im Viertel Dberinnthal>'» Tyrol, dessen Do 2 Standarte Stanbrecht Lys Stamford Stanchi» Abt ein tyrolifchcr Land-stand ist. ES ward im Jahre 127L gestiftet, und in demselben sind die allen Grafen van Tyrol und Görz, und bis zu Maximilian I. alle tycolischenLandeSsürsten nebst ihren Gemahlinnen und Kindern, und viele andere fürstliche Personen begraben, Skamford, kine wohl gebauete Stadt in Lmcolnshire in England, welche am Flusse Wclland liegt, der schiffbar gemacht worden ist, und gute Handlung verursacht. Sie hat 6 Kirchen, und schickt zwey Dexutirte zum Parlamente. An Eduards lll Zeilen war hier eine Universität, von welcher noch 2 Col- legisn zu sehen sind. Der Major oder Sie höchste Obrigkeit dieser Stadt ist des ÄönigS Lordlieutenant, welcher Unmittelbar unter dem Könige steht- Buch hier erbt, wie zu Stafford, der jüngste Sohn alles, was der Vater un- iestirt hinterlassen hat. Slampala,, eine Insel aus dem mittelländischen Meere i» der Gegend von Candia, welche Mangel an süßem Wasser hat, und daher nur von einigen Griechen bewohnt wird. Sie hatten ehemahls eine Stadt, und einen berühmte» Tempel des Apollo. Skampben, Slompha, ein Marktflecken mit einem Castelle gleiches Nahmens in der Preßburger Gespanschaft in Nie. drrungarn, welche dem gräflichen pal« fyschen Hause gehören. Staucht» oder Stingo, Los, eine Insel des Archipelagus, welche gegen Osten nach Natolien zn liegt, und gegen hundert italienische Meilen von NboduS enlsernt ist. Sie war vor Alters wegen ihres Weins und ihrer feinen Leinwand berühmt, wie denn auch noch jetzt ein guter Muskatellerwein hier gebauet wird. Sie enthält eine Stadt gleiches Nahmens, welche von Griechen und Juden bewohnt wird, und an dem Meerbusen, der die Stelle eines Hafen-vertritt, befindet sich ein festes Eastell. Standarte, ein nur in» Kriegswesen übliches Wort, wo die bey der Reitcrc- übliche» kleinen Fahnen noch Siandar. ten genannt werden. Daher der Standartenjunker, ein Uiiterofficicr, wel. cher die Standarte auf dem Marsche führt; bey dem Fußvolke der Fahn- junker. Standesherr, ein nur in einigen Provinzen, zum Beyspiele in Schlesien und in der Lausitz, übliches Wort, einen Freyherr» oder Baron zu bezeichnn,. Daher die Standesherrschaft, die Herrschaft, das Gebieth eines solchen SrandeSherrn, woraus diese Würde haftet. Standespcrson, eine Person von Stande, das ist, von hohem vornehmem Stande. In engster und eigentlichster Bedeutung gehören dahin nur Personen von dem höhernAdel; in weiterer aber auch solche, welche ihne« an Würde nahe kommen. Im weitesten Verstände pflegt man, obgleich aus einem Mißbrauche, oft jede über den Bürgsrstand erhade- ne Person mit diesem Nahme» zu belegen. Standia, via, eine kleine Insel auf dem mittelländischen Meere, welche auf der nördlichen Seite von Candia liegt, und mehr ein FUS als eine Insel ist. Sie hat zwey Häfen, aber keine Einwohner. Standquartier, ein nur in dem Kriegswesen übliches Wort, einen Ort, wo ein Kriegsherr, ein Regiment, oder ein Theil desselben auf einige Zeit im Quartiere steht, auf einige Zeit seine» Aufenthalt hat, zu bezeichnen. Standrecht, ein gleichfalls nur im Kriegswesen übliches Wort, dasjenige gerichtliche Verfahren zu bezeichne», i« man einen in groben Verbrechen begriffenen SoldSikn nach kurzer Uaterju- Stanbre-e Stapel chE sogleich auf der Stelle verur. StLr-d-,«ine kurze Rede. welche st-, bend gehalten und stehend ange.,Krek wird. Am häufigsten gebraucht man dieses Wort von einer solchen Rede» welch, nach Einsenkung einer Seiche bey dem Grabe gehalten wird, wodurch sie ach von einer Parentarion unkerschetdet. Gxandnß, ein R.ß, welcher einen Körner, und besondersein Gebäude stehend abbildet, oder so wie es sich von au. gen darstellt, wenn man vor demselben sieht; der Aufriß, zum Unterschiede von einem Grundrisse., SlLnhove, ein Marktflecken am Flusse Were in der Landschaft Durham m England.,..^ SLanislawow, ein Städtchen in der Woiwodschaft Masuren i» Grvßpoh.en. Skauislawow, eine Stadt im Halilicher Kreise im Königreiche Galizien. Stauch, eine Herrschaft und Marttfle- cken im Brünner Kreise in Mahren, welche einem Fürsten von Dietrichstein gehören. sianky, eine alt- Stadt auf einer Hohe am Dniper in der Statthalterschaft Kiew im europäischen Rußland. Stanz oder Staus, Staatia, der Haupt, flecken im Thalc unter dem Walde im Canton Unterwalden in der Schweiz, weicher ehemahls der Haupiort des gan- zen Cantvns war. Er liegt am Fuße eines hohe» Berges, ist groß und wohl gebauet, und har ein MönchS-und Nonnenkloster. Stapel, im Schiffbaue die Grundlage oder das Gerüst, worauf der Kiel oder Boden eines Schiffes, so lang« daran gebauet wirb, ruhet, daher die Redensart, ein Schiff auf den Stapel seyen, so viel, als a» demselben zu baue» anfangen, den Grund zu demselben lege». bedeutet. Ein Schiff von Stapel lasse» ist, dasselbe in das Wasser las- Stapels Stapfen«-93 fen, welches geschiehet, wenn der ganze Bau gezimmert, und bis auf die dritte Planke verkleidet ist. I« weiterer Bedeutung wird auch wohl der ganze Platz, aufwelchem Schiffe gebauet werden, der Stapel genannt. In den nördlichen Gegenden Deutschlands wurde ehemahls auch eine Messe, ein Jahrmarkt, häufig ein Stapel ge. nannt; daher die Siapelstude eine jede mit einem Jahrmärkte versehene Stadt war. In jetzt noch gangbarer Bedeutung ist der Stapel die gesetzliche Nur- derlage gewisser Waaren a» einen Ort, und das Recht, welches gewisse Handelsstädte haben, nach welchem alle durchgehenden Waare» daselbst auf eine gewisse Zeit zum Verkauf niedergelegt werden müssen, das Stapelrechi, daher auch ein mit diesem Rechte versehener Ort im engern Verstände ein Stapelplatz oder eine Stapelstadt genannt wird. Stapclberg, s- Stoppclberg. Stapelgercchtigkeit, s. Stapel. Stapeldolm, eine Landschaft zwischende« Flüssen Eidrr und Tceene im Herzog« thume Holstein, in welcher Friedrichs- stadt die Hauptstadt ist.. Stapelplatz, ein besonders IN den Nord.- ehe» Gegenden Deutschlands und Eu- rvpens übliches Wort, welches einen jeden Handelsplatz oder Hafen bezeich- net, in welchem Handlung getrieben wird. Besonders werden in Schweden die 24 Städte, welche das Recht haben, mit ihre» eigenen Schiffen zu Ein- und Ausführung der Waaren nach ausländischen Orten zu fahren, Stapelplatz« oder Srapelstädie genannt I» engere« Bedeutung ist der Stapelplatz oder die Siapelstadt ein Ort, welcher mit dem Stapelrechie versehen ist. Stapelrecht, s. Stapel. Siapelstadt, s. SiapelplaH. Siapfenreut, ein Ma ki nnt einem ak- ,ea Schlosse au der D-nau ,m Kreis« 2Y4 Sta» StaraarS «nler dem Mannhurrsberge im Lande unter der En« in Oesterreich, welcher unter der Herrschaft Schlsßhof steht. Star oder^2tar, ein nur in einige» oberdeutschen Gegenden übliches Work, besonder« in den lyrolischen Bergwerken, wo e- mit unserm Zentner übereil» kommt, und 108 bis tio Pfund hält. Staraza-^adoga, Ält- Sadsga, ein Städtchen am Flusse Wolchvw in der Staithalterschast Nowgorod im europäische,, Rußland. Es enthält ungefähr Lo Häuser, 2 Kirchen, und die Ueber- refie einer guten Festung. Dieser Ort war die Residenz des ersten russische» Großfürsten Rank, bis er dieselbe nach Nowgorod verlegte. Seit der Anlegung des ladogaischen Canals ist er ganz in Abnahme gerathen. Staraja Russa, eine Stadt in der Statt, hakterschaft Nowgorod im europäischen Rußland, welche der Hauptort eine« «reise« ist, und am Bache Russa liegt, der hier in den Fluß Poliffa fällt. Sie ?si von Alters her wegen ihrer Salz. werk- berühmt. Die Sohle befindet sich ,n einem See fast mitten in der Stadt, welcher drey Ausflüsse hat, nnd in wel. chen sich vermittelst eine« Canals ein anderer, der mehr nördlich liegt, er- gießt. Jetzt trifft man hier ein Gra- dierhau« an, und die Gradiersohle wird gekocht. Äkara Sul oder Skara Siele, eine klei. ne Stadt im Samborer Kreise im Königreiche Galizien. ^'^0, eine offene Stadt am Dniester im Samborer Kreise im Kö- mgreiche Galizien. Lkarenberg oder Sternberg, ein großes Schloß auf einem Berge mit einem Dorre gleiches Nahmen« am Wurmsee in Obsrbayeen. In dem Schlosse findet man vortreffliche Schildereyen, und bep dem- selben einen schönen Garten. Trargard oder Alkstargard, ein zwischen Stargarh Bergen liegendes Städtchen und Amt im Kreise gleiches Nahmens im kur-cg. ltchen Mecklenburg. streich-,chen Ankhei- le am H?rzvgkhume Mecklenburg im nie- derlachsischen Kreise. Es liegt eineklei. «e Meile von Neubran. enbnrg, hak ein auf einem hoben Berge befindlich.z al. »es fürstliches Schloß, welch, s eb.mahls «'».gen abgetheilten Mecklenbu, zischen Herren zur Refidenz diente, und ist der Sitz einer Pröpsten. Ska.gard oder Ncustargard, die Haupt, stabt von ganz Himerpommern, welche in ei»er an Getreide und Gartcngcwäch. seil.ehe fruchtbaren Gegend an de, Ihm liegt, auf welcher sie Sie freye Schiff, fahr, in die Ostsee nach einem langen Processe wiber die Stetiiner behauptet hat. Sie ist groß, wobt gebnurt, zählt aber kaum Loac» Einwohner, und hat eine Propstey, zwey Pfarrkirchen in der Sladk selbst(unter welchen Sie Ma. rieukirche sehr hoch gewölbt ist, ,,„d daher für die höchste in Deutschland ausgegeben wird), eine in der Vorstadt, noch eine Klosterkirche, in welcher außer den Lutheranern auch die hiesigen deutschen und französischen Reformir. tcn ihren Gottesdienst halten, ei» Zuchthaus, welches seinen besondern Prediger hat, zwey Eapellen vor den Thoren, ein Collcgiiim illustre, welches von seinem Stifter Gröning benannt wirb, eine mit dem gröningschen Collegium verbundene Stadtschule, eine im Jah- "'L.59 gestiftete so genannte Realschule, und verschiedene gute Manufakturen. klebrigen« treibt man hier guten Handel. Die Landesregicrutig, da« Hofgericht, die Kammer, der Schöopeu- stuhl und da« Conststorium, welche sich ehemahls hier befanden, sind zum Schaden der Stadt nach Cöslin verlegt iror. den. Im Jahre»7^8 wurde Stargard von den Russen eingenommen. Stargard, Starvgard, eine kleine Stadt Starkenb Starost Station 29F am Flusse Frosc zwischen Schöneck und Pöplin iu Pomecellen in Westpreusse». Slarkenbach, Gilemnitz, ein Marklfle. cken und Schloß im Königinngrätzcr Kreise in Böhmen, welche den Grafen von Harrach gehören. Hier wird sehr feine Leinwand gewebt. Slarkenberg oder Mvnkfort, ein zerstör- te« Bcrgschloß in der Grafschaft Feld- kirch in den vorarlbergischen Herrschaften, auf welchen die ehemahligen Gra. fe» von Feldkirch wohnten, und von demselben denNahmen bekommen hatten. Siarkenburg, ein altes Schloß an der Mosel im Oberamte Trarbach im pfalz- zweybrückischc» Antheile an der Hintern Grafschaft Sponheim, welches vor Al- ters der Wohnsitz einer gräflichenspon- heimischen Linie war, die bis gegen die Mitte des iLten Jahrhunderts blühete. Starkcnburg, ein Oberamt im Erzfiifte Maynz im churrheinischen Kreise, wel- ches den ganzen churmavnzische Antheil an der Bergstraße, und einen Theil deck Odenwaldes begreift. Starkstadt, Skarkoiv, ein Marktflecken, Schloß und Herrschaft im Königinngrä- tzer Kreise in Böhmen, welche dem Grafen von Kaiserstein gehören. Starodub, eine Stadt in der Statthal- terschaft Kiew im europäischen Rußland, welche die Hauptstadt eines Districts gleiches Nahmens ist, der einen Haupte theil des ehemahlige» Herzoglhums Se- werje» ausmacht. Sie ist eine von den vier Garanliestädten, welche die Kosaken den Russe» zur Versicherung ihrer Treue übergaben, und hat beständig eine ruf. tische Besatzung. Slaro> Krzepice, Alt- Krzepitz, eine klei- ne Stadt im wielunschen Lande rn Groß- poblen. Stnsvst, ein eigentlich slavonisches Wort, welches besonders in Pohlen üblich ist, einer mrnehmen Beamten zu bezeichnen, welcher ein königliches Schloß Starostep mit dem dazu gehörigen oft ansehnlichen Gebiethe verwaltet, die Gerichtsbarkeit in demselben handhabet», s. f., und ungefähr das ist, was ehemahls die Grafen von Deutschland waren. Daher die Starostey, die Würde eines Starosten, noch mehr aber das Gebieth, über welches sich dessen Aufsicht und Herrschaft erstreckt. Die erste Hälfte dieses auL. ländischen Wortes ist das alte slavonische Star, alt, ohne Zweifel, weil diese Würde ehemahls nuc den alten verdienten Personen aufgetragen wurde, da es denn auch hierin mit dem Worte Graf überein kommen würde, wenn dieses, wie viele glauben, vvL grau, alt, bejahrt abstammen sollte. Stary-Kowal, der Hauptort eines Her- zogthums im Lande Chelm in Klecupoh- len. Starp- Lepel, eine Stadt an einem See in der Woiwodschaft Polock in Weiß- rußland in Litauen. Skary-Zamosc, eine Stadt im Belzee Kreise im Königreiche Galizien. Starzel, ein kleiner Fluß in den fürstli. chen hohenzollerschcn Landen in Schwaben, welcher in den Neckar fällt. Straßfurk, Skrasfurt, ein Städtchen an der Bode im Hcrzogihume Mägde- bürg z Meilen von Salze an den an- haltischen Grenzen, welches zwey Salz. brnnnen und Z2 Salzkothe hat, die 2 ausgenommen, die den hiesigen adeligen Familien gehören, aus weiche» auch der Stadlrath besetzt wird. Die eben angezeigte» 2 Kotbe gehören zum Schloß, se oder Amte, welches auch den Fle. cken Altstraßfurt begreift. Statik, ei» aus dem Griechischen entlehntes Kunstwort, diejenige mathematische Wissenschaft zu bezeichne», welche, von dem Glejchgcwich'e fester Kör- per handelt. Mit deren Bewegung sich die Mechanik beschäftiget. Station, ein aus dem Lateinischen rnt- K-. 4 L§6 Statist Statthalter St atth alter lehnteS W»rt, welches i) im Postwe- sen ein?» Ort bezeichnet, wo die Pferde gewöhn! ch gewechselt werden; der Postwechsel. 2) Eine aii'ebi>l>che Bedienung, eine betkächlliche Stelle. Statist, eine Person, welche des StaatS» rechts, der StaalSwisse, schafi kundig ist. Stativ, ein aus dein Lateinische» einlebn, «es. und vornehmlich i„ der Mathematik übliches Wort, wo besonders oje Gestelle, worauf die zum Feiomcssen dienlichen Werkzeuge gestellt werden, diesen Nahmen führe». Stato degli Prestdii,(BesaHungsstaak), ein kleiner Staat in dem Großherzog- thume Toscana, welcher an und in dem Meere liegt, und ehemahls zum Ge. biethe von Siena gehörte. Als Philipp II., König von Spanien, das Gebieth v»u Siena an CosmuS I. abtrat, bc« hielt er sich diese» Staat vor. welcher auch nachmahls bey der Krone Spanien blieb, bis er im Jahre ,707 von den Kaiserlichen zugleich mit dem Königrei« che Neapel größten Theils erobert ward. In den Friedenspräliminarien vorn Jahre»7ZL, die im folgenden Jahre bestätigt und vollzogen wurden, ward dem Don Carlos, König beyder Sicilien, dieser Staat zuerkannt, dessen Sohn noch im Besitze desselben ist. Es gehören dazu die Städte Ocbitcllo, Telamone, Acno Ercole, Monte Felipo, Monte Argentaco, Porto St. Stesano, und Porto Longone, nebst dem Fürstenthume Ptombino und der Insel Elba. Stako della Ehiesa, s. Kirchenstaat. Statthalter, ein Wort, welches>) überhaupt eine jede Person bezeichnet, die nner andern Statt oder Stelle vertritt; in welcher weiter» Bedeutung es doch rar noch in einigen Fällen gebraucht wird. Bey dem kaiserliche,, Landgerich, S; in Schwaben heißt derjenige, der der Landrichters Stelle vertritt, dessen Hkgtthalter. Zu Pommern wird ein Verwalter auf adeligen Gütern, der des EigenthümerS Stelle in der Aufsicht über die ökonomische Verwaltung»er, tritt, und der in Massen e,» Hosipei« sier heißt, Statthalter genannt; so noch in einigen andern Fällen mehr. Am üblichste,, ist es L) in engerer und vorzüglicher Bedeutung de,zeitige, welcher des LaudeSderrn oder der höchsten Obrigkeit Stelle i» einem Lande otrr in einer Provinz vertritt, nn!> welchen »nan mit ausländischen Wörtern auch einen Viceköuig, wenn die höchste Lan- desobrigkeit ein König ist,„och häufi, ger aber eine» Gouverneur zu nennen pflegt. Der Statthalter in den vereinigte» Niederlanden bekleidet eine bey. nahe königliche Würde, da er stets währender Präsident des SlaatSraihS ist, das Begnadigungsrecht über die Verbrecher hat, und auch die Macht besitzt, die obrigkeitliche» Personen zu erwählen, indem er aus Z von den Städten vorgeschlagene» Personen eine befördern kann. Unter seinem Nahmen werden alle Decrete ausgefertigt, und er thut in wichtigen Streitigkeiten der Staaten den AuSspeuch. Hieruächst ist er Gens- ralcapitän zu Wasser und z» Lande, kraft dessen ihm und den Generalstaaten die Soldaten schwören müssen. Er benennt die Officiere, hat in den Ad« miralitätScollegieu»nd dem Kriegs«- theviel zusprechen, und alle Operationen z» Wasser und Lande werden durch seinen Ruih geführt. Nachdem König William Hl. von Großbritannien starb, blieb diese Würde lange Zeit»»besetz!. Der im Jahre i/i, verstorbene Prinz von Nassau-Dietz wurde zwar Statthalter in FrieSland und Groningen, welche Würde aber von der vorher genannten ganz unterschieden war. Als aber im Jahre 174/ die Franzosen in das holländische Flandern rinsielen, wurde er zuerst von den Staaten von Srr« Statüe Stauff Gtauffen Staveuisf«»y/ land zum Statthalter ihrer Provinz ernannt. Diesem Beyspiele folgten nach. her auch mehrere Provinzen, so daß ihm endlich von allen 7 vereinigten Pro. vinzen die Erbstatthalterschaft aufS neue völlig übertragen, und erblich auf seine männliche, ja sogar auf die weibliche Linie erstreckt wurde. Dieser Fürst starb den Lösten October der JabreS 1751, woraus ihm sein Erbprinz Wilhelm V. unter der Vormundschaft seiner Frau Mutter Anna, Königs Georg II. von Großbritannien Tochter, folgte. Im Jahre 1766 trat er diese hohe Würde an. Statue, ein zunächst aus dem Franzöfl« scheu entlehntes Wort, welches eineje- de in erhabener Arbeit und abgesondert abgebildete menschliche und thierische Figur, eine Bildsäule, ein Standbild, bezeichnet. Statur, ein aus dem Lateinischen entlehn- tcs Wort, die Leibcsgröße, besonders iu Ansehung der Länge, anzudeuten, doch ohne das Verhältniß derselben gegen die Dicke auszuschließen. Statut, ein ebenfalls aus dem Lateinischen aufgenommenes Wort, ein Gesetz zu bezeichne», welches einer Stadt, »der einer bürgerlichen Gesellschaft ge- geben, oder von derselben selbstgemacht worden ist. Slaudernheiin, ein ansehnlicher Flecken an der Nahe im Oberamte Kyrburg in den Landen der Wild. und Rheingrafen im oberrheinischen Kreise, welcher der fürstlichen salmischen Linie gehört, auS- genommen, daß der Freyherr zu Stein- Callensels von demselben H als ein rhein- gräfliches Lehen besitzt. Stauff, eine Herrschaft, Schloß und Amt an dem hohen Gebirge Donnersberg in den naffau. wcilburgischen Landen im oberrheinischen Kreise. Stauff, ein. Oberamt und Schloß auf (IV. Band.) einer Anhöhe im Fürstcnthume AnSbach im fränkischen Kreise. Statisten, eine Herrschaft und Bcrgschloß im Algau neben dem BiSthume Augsburg im schwäbischen Kreise, welche der gräflichen Linie zu Königsegg- Rothcn- felr gehören. Stauffenberg, ein Amt und Schloß in der Ortenauzwischen den Städten Ober- kirch undGengenbach in der obern Markgrasschaft Baaden im schwäbischenKreise. Stauffenberg, ein Städtchen im Oberamte Giessen in Oberhcssen, dessen alte Burg verwüstet ist. Stanffenburg, ein Amt und altes Bergschloß auf einem hohen Felsen vor dem Harze im Fürstenthume Wolsenbüttel im niedcrsächsischen Kreise. Stavangcr, der ehemahlige Nahme einer Provinz in Norwegen, welche jetzt da« Stiftsamt Christianssand heißt, welche« gegen Norden an AggerhuuS und Ber. gen liegt, übrigens aber überall vom Meere umringt ist. Sie ist die tcmpe- rirkcste,»olkreichefle und am besten angebauete Gegend in Norwegen. Die Hauptstadt Stavangcr liegt an der Küste, und war ehemahls der Sitz eines BisthumS, ehe dieses nach Christianssand verlegt wurde. Sie ist mittelmäßig, und hat einen kleinen Hafen. Die hiesige Domkirche ist nach der drvnlheimischen die schönste in Norwegen. Hier befindet sich ein Landgericht. Stavenhagen, eine kleine Stadt und Amt im mecklenburgische» FürsteuthumeWcn- den, eine Meile von Malchin im nie, dersächsischen Kreise. Nach dem Abster- den der Herren von Werk fiel eS wieder an die Herzoge von Mecklenburg zurück. Staveniffe, ein Dorf auf der Insel Tho- lrn in der Provinz Seeland in den vereinigten Niederlanden, bey welchem nn Jahre i6z i ein Schaluppengesecht zwischen den Spaniern und den Niederlän- Pp Skcckby s^z Staveren Steckbrief dernvorfiel, worin der seclandische Ad- miral Hollard den Spaniern 76 platte Fahrzeuge weg nahm, und über 4000 Spanier zu Gefangenen mochte. Staveren, eine kleine Stadt an der Stt« dersee auf der westlichen hohen Spitze von Fricsland in den vereinigten Niederlanden, welche nur drey Seemeilen von Westfriesland entfernt ist. Sie war vor Alters die größte, volkrcicheste und ansehnlichste Stadt in ganz Friesland, und war eine geraume Zeit der Sitz der friesischen Könige. Die Einwohner treiben starken Handel zur See. Vor dem hiesigen Hafen hat sich eine Sand. Hank angesetzt, welche den Eingang in denselben nicht nur beschwerlich, sondern biSw-ilcn auch sehr gefährlich macht. Dieses veranlaßte die vornehm, stcn Kaufleute, sich von hier weg, und nach andern Seehäfen zu begeben,wodurch die Stadt in Verfall gerieth. Die ungestümen Wellen haben auch ein Stück nach dem andern von derselben abge> rissen, und weg gclpülrt. Hier wohnen zwar noch verschiedene Rheder und Schiffer, welche Fracht fahren, deren Schiffe aber zu Amsterdam und in ander» bequemen Häfen liegen. Stavcrn, s. Friedrichswärm. Skawiscza oder StabiScze, ein Stadt, chen in der Woiwodschaft Kiew in Klein- pohlen. Stawropol, eineimZahre-7ZY erbauete Stadt an einem Arme der Wolga in der simbirskischen Statthalterschaft im asiatischen Rußland. Sie hat eine hölzerne Festung, 460 Häuser, und eine steinerne und Z hölzerne Kirchen. Stcckborn, eine kleine Stadt am Zellersee eine Meile von Costanz im schwäbischen Oesterreich. Steckbrief, in den Gerichten ei» Brief, welchen man an andere Obrigkeiten ergehen läßt, worin man einen entwiche, nen Uebelthäter beschreibt, und drnsel«' Steenberz be» im Betretungsfalle anzuhalten„»h in Verhaft zu nehmen bittet; der Hast- brief. Steckby, eine große Stobt in Norwegen 6 Meilen von Droinheim. Stecke,>itz, ein kleiner Flnß im Herzog, thume Lauendnrg im niedersächsische» Kreise, welcher aus dem See bey dem Städtchen Möllen seine» Ursprung nimmt, und sich i„ die Elbe ergießt. Von diesem See ist er durch Schleuse» bis in die Were unweit dem Dorfe Mösljng fort geführt, so, daß täglich kleine Schiffe, welche der Stadt i!ü> deck gehören, und EvcrS genannt wer. den, von Bvitzenburg nach Lübeck hm «nd herzu fahren pflegen. Strckniß, ei» Marktflecken im Sauger Kreise in Böhmen, welcher einen Saner- brnnnen hat, der dem Spaalvasser gleiche» soll, und dem Baron von Krhla. neck gehört. Stebesborf, ei» Dorf und ehemahlige Herrlichkeit oder Herrschaft in Ostfriet, land, welche die Fürsten von Kaunitz, wegen ihrer Aersprüche auf dieselbe, mit im Titel führen. Stedingerlaiid, s. Stakngeiland. Streck, eine alte Stadt am Mälarfer in der schwedischen Provinz Upland, wo noch Ueberreste von einem alten bischöflichen Schlosse zu finden sind. Steel, ein Städtchen im Frauensiiste Essen im westphalischc» Kreise. Steenbergen, eine Herrlichkeit' a» der Südseite derVliet im holländische»Antheile an Brabant, welche dem Erb- statlhalter der vereinigten Niederlande aus der Verlasienschaft Königs Wil> Helm IH. gehört. Der Haupion derselben ist Steenbergcn, ein wohl befestigtes Siädt. chen von ungefähr 1,;» Häusern, welches durch einen Canal mit dem Bet- kerak Gemeinschaft hat, der ins Blick Skecnh Steigert» Strimel Stein geht, und Lurch das Fort Lcur bedeckt wird. Sleenhupsen, ein Dorf mit dem Titel eines Fürsteiuhuw.S im Districte der Stadt GcertSberghe im österreichische» Antheile an der Grafschaft Flandern. Slmrkerke, Steinkirchen, ein kleine- Dorf im österreichischen Antheile an der Grafschaft Hennegau, bey welchem im Zähre 1692 zwischen dem Könige Wil- Helm von England, und dem französtschen Marschall von Luxemburg, ein hitziges Treffen zum Vortheil der Franzosen rsrfiel. Sleenwyk, 8tenuvicum, eine kleine Stadt im Quartiere Vollcnhoven in der Provinz Qberpffel in den vereinigten Niederlanden, welche ehemahls eine starke Festung war, deren Festungswerke man aber verfallen liest. In den Zähren 1740 und 1749 gab eS hier vie. le Unruhen. Stecnwhkeraa, s. Aa. Steffi, ein ansehnlicher Marktflecken am Mayn im Qberamte Creglingen im Für-' stentdiuüe Ansbach im fränkischen Kreise, welcher durch Manufackuristen und Kaufleute in graste Aufnahme gekommen ist. In der hiesigen Gegend wachst ziemlich guter Wein. Etege, eine kleine Stadt mit einem alten Schlöffe auf der Insel Möen in Dänemark. Sie liegt am Grünesunde gegen Seeland über, und hat einen guten Hasen. Slegeborg, ein königlicher Hof an der Küste von Qstzokhland, in Schweden, wo ehemahls ein feste- Schloß war. Sleigerbrrg, ein churbraunschweigikcheS Amihaus und Flecken an der Aue, wo dieselbe in die Weser geht. Eleigerwald, eine waldige Gegend zwi- l fchen den Bistümer» Wüezdurq und Bamberg in welcher vrrschjedeueSchlvf- str und Dörfer liege». 299 Steimel, ein Marktflecken in der Herrschaft Dierborf, auf einer Anhöhe auf dem Wcsterwalde rechter Hand des Rheins, F Stunden landwärts uuter- halb Coblenz, zwischen Alteukirchen, Hachcnburg, Nenwied und Usenburg, wo einige Wirthshäuser nebst einem hcrrschaftlichcn Zollhanse befindlich fi»d. und des Jahrs verschiedene Märkte gehalten werden, die wegen des ansehnlichen Viehhanbels, der sich iveit und breit erstreckt, sehr berühmt find, und gleichsam eine Art von Messe auf dem Westerwalde ausmachen. Stein, ein Amt, Marktflecken und Schlvst in der untern Markgrafschaft Banden im schwäbischen Kreise. Stein, eine Herrschaft in llnterelsast, welche das so genannte Steinthal ausmacht. Inder Milk« derselben hat ehe. mahlS ein festes Schloß gleiches Nah. mens auf einem Felsen gestanden, wel. cheS der Sitz der alten Dynasten war. Die hiesigen Einwohner reden eine romanische Mundart, die so wohl von der reinen französtschen, als von der deut. schon Sprache sehr abweicht. Diese Herrschaft ist ei« altes ReichSlehcn, welches die ralhsambausische Familie verschiedene Jahrhunderte lang besessen bat, von welcher sie im Jahre 168L an den Psalzgrafen von Beiden- ver. kauft wurde. Zur Zeit der Revolution besaß sie der Herzog von Rouscc. Stein, ein Schloß auf einer Höhe an der Dran in Unterkärnthen, welche- eine berühmte Kirche bat, die dem heiligen Lorenz gewidmet ist, und den Leib der heiligen Agatha Hildegard verwahrt. An, Fuße des Hügels steht noch eine Kirche, welche der heiligen Margarets gewidmet ist. Sl-in, Kamnezk, I,itkopoli8, eine verfallene Stadt an der Frist, itz in Qber- krai», welche ein Kloster, eine Pkarr. kirche und Z Vorstädte enthält. Gleich Pp s Stein Stein Steins« Zoo vor der Staht liegt das Schloß Stein« buchet auf einem angenehmen Hügel, «nd oberhalb der Stadt auf einem ho« hen Berge das verfallene Schloß Ober. stein,'eine Viertelstunde von der Stadt aber befindet sich das Clarifferinnen« kloster Minchendorf oder Münkendorf, welchem eine Aebtiffinn vorstehet. Stein, eine kleine Stadt an der Donau im Kreise vb dem Mannhartsberge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welche nur aus zwey Straßen bestehet. Sie liegt nur eine Viertelstunde von Krems, deren Hafen sie gleichsam ist, und hat mit dieser Stadt in Jnstizsa. chen einerley Magistrat, deren Sitziin- gen aber jedes Mahl zu Krems gehal. ten werden. Nahe bey dem Brüderlbo- re liegt eine verfallene landesfürstliche Burg auf einem Berge. Ucbrigens hangt Stein mit der gegen über liegenden Stadt Maurern durch eine hölzerne Zoo Schritte lang« Brücke zusammen. Stein, eine Herrschaft und gräfliches Residenzschloß auf einem Berge au der Mulde in der Grafschaft Schönbnrg im»bersächfischen Kreise, welche die schönburg, waldenburgische Linie besitzt. Zu dieser Herrschaft gehört die Stadt Lößnitz und 7 Dörfer, und sie ist ein chursächsisches Neichsafterlehen. Stein, eine Herrschaft mit einem Versal« lenen Schlosse im Viertel Etsch in Ty. rol, welche dem Freyherr» von Hauß. mann gehört. Stein am Anger, Szombathely, 8a- baria, eine weitlauftigc und volkrei. che Stadt in einer angenehmen Ebene am Flusse Günz in der Eisenburger Gespanschaft in Niedcrnngarn, welche aus den Ruinen der alten römischen Stadt Sabaria entstanden ist, aber eine ganz andere Gestalt als dieselbe hat. Sie ist der Sitz eines Bischofs, und der Geburtsort des heiligen Martins, Bischofs zu Tours in Frankreich. Sie hat eine Collcgiatkirche mit 21 Domherren, und hier werden die Provm, cialversammlungen gehalten. In der umher liegenden Gegend hat man altes Gemäuer und alte Münzen gefunden. Stein am Rhein, eine freye Stadt an, Ausflusse des Rheins aus dem Zellersee in der Schweiz, welche auf der schwö, bischen Seite liegt, und unter der Ober. Herrlichkeit des Cankons Zürich steht, Sie bekennet sich zur evangelischen Religion, besetzt ihr Regiment aus ihrem eigenen Mittel, und mußte den Zürichern im Jahre 1784 einen neuen Hul. digungseid leisten. Das bey dieser Stadt liegende Schloß Hohenklingen gibt jetzt eine Hochwacht ab. Auf der ander» Seite des Rheins liegt die Pfarrkirche Burg auf einer Höhe, welche zur Stadt gehört. Steinach,«in Fluß in Franken, der in dem cobnraischcn Gebirge entspringt, und in die Saale fällt. Steinach, ein Marktflecken und Herrschaft im Viertel Eisak in Tyrol. Sleinach, ein Frauenkloster Dominica« tierordens im Viertel Etsch in Tyrol, nicht weit von Mcran, dessen Aebtiffinn ei» Landstand ist. Sleinach, ei» kleiner Fluß in Schwaben, der an den Grenzen, zwischen dem Würtenibergischci, und Hohenjolleri- schen, entspringt, und bey Tübitige» in den Neckar fallt. Die Gegend, wodurch er fließt, wird das Steinachcrrhal genannt. Steinakirchen am Forst, ei» Markt ini Kreise unter dem Mannhartsberge im Lande unter der EnS in Oesterreich, welche mit der Herrschaft Mäulern vereinigt ist, und dem Grafen von Schändern gehört. Skeinau- eine kleine Stadt in einer fruchtbaren Gegend am Kalkenbache nicht weit von der Oder im Fürsten- thume Wohlau in Aiedecschlesieu. Hier Stekna» Gteinfurt Stririg gibt er ein altes fürstliches Schloß, und außer einer evangelischen Pfarrkirche findet man eine katholische CapeÜe, und gute Tuchwebcreyen. Skeinau, ein Städtchen am Flüßchen gleicher Nahmens im Fürstenihume Dppcln in Schlesien, welches eine katholische Pfarrkirche und ein sehr altes Schloß Hat, und der Familie von Haugwitz ge. hört. Im Jahre 176L brannte dieser Drt fast ganz ab. Skeinau, eine kleine Stadt, Amt und Schloß in der Grafschaft Hanau-Mün- zcnbcrg im oberrheinischen Kreise, welche eine reformirte und eine lutherische Kirche hak, und 6 Meilen von Hanuu liegt. Sleinbach, ein Amt und kleine Stadt in der obern Markgrafschaft Baaden im schwäbischen Kreise. Skeinbock, ein einem Bocke ähnliches zwryhufiges vierfüßigeS Thier mit großen schweren Hörnern, welche ganz über den Rücken liegen. Es ist olivcn- farbig, hat einen langen Bart, und besitzt eine große Geschicklichkcit im Springen. Er wohnt in den südlichen Gegenden Deutschlands und Enropens auf hohen und jähen Felsen, daher cS auch den Nahmen hat; von Stein, Felsen. Steiiibrngge, Steindrucke, eine kleine Stadt und Amt im Hochstifte Hildes, heim, welche eine steinerne Brücke über den Fluß Fuse hat. St.inbnhel, s. Stein. Steinburg, eine vortreffliches königliches däi-.ücheS Amt in Stormarn, welches aus lauter Marschlande besteht, und gegen die Elbe zu liegt. Steinegg, eine Vogtey und Schloß im Thnrgau in der Schweiz, welche dem Canlon Zürich gehören. Skeinfeld, s. Schinden. Slcinfnrt, eine Grasschaft im obern Hoch- stifte Münster in Westvhalen, welche Strinh zo» den Grafen von Bentheim- Steiafurt gehört. Die Stadt Steinfurt oder Burg'Steinfurt, liegt am Fluß Aa, und hat größten Theils Reformirte, aber auch Katholiken zu Einwohnern. Das hiesige Gymnasium illustre hat Graf Arnold Im Jahre iLy, gestiftet. Dicht an der Stadt ist eine Johaliniteccom« menthurey. Skeingaden, eine Pramonstratenserabte» im Rentantte München in Oberbaycrn. Steinhaufen, ein Schloß im Fürstcnthn. me Bayreuth, nicht weit von Culmbach, wo der rothe und weiße Mayn zusammen fließen. Steinheim, eine kleine Stadt, Amt und Schloß am Mayn zwischen Frankfurt und Aschaffenburg im Eezstifte Maynz eine halbe Stnnde von Hanau. Diese« Städtchen wird in Groß-und Kleinstem- heim abgetheilt, welche ein wenig von einander liegen, und hat eine starke Passage über den Mayn. Steinhrim, eine kleine Stadt und Amt oder Drostey an der Emmer im Hoch. stifte Paderborn in Westphalen. Hier ist der berühmte Aeineccius gebore» worden. Skeinheim,«in Marktflecken mit einem Franenkloster an der Murr im Herzog, thun,« Würtemberg im schwäbischen Kreise. Steinhorst, ein kleines Amt von 12 Dörfern im Herzogthnme Sachsen. Lauen- burg, zwischen Lübeck nnd Hamburg im niedersächsischen Kreise. Im Jahre?F7F verkaufte es der Herzog Franz derJün. gere von Lauenburg an den Herzog Adolph von Holstein für 27000 Tha. ler. ES kam hierauf im>71«, Jahr. Hunderte an einen von Alfcld, und von diesem an die von Wedderkop. Im Jahre I7Z8 trat Holsteingottorp seine Ansprüche an dieses Amt an Cbnrbraun- schweig ab; die von Wedderkopp aber übertrugen das SuccessivnSrccht der <1 » Sreil> hude S! e l k e« b Krone Dänemark. Hierüber entstanden große Streitigkeiten, welche im Jahre 1740 durch einen Hauptvergleich also beygelegt wurden daßChurbraunschweig das Amt behielt, und an Dänemark eine Summe Geldes bezahlte. Sieinhude, ein Flecken in der Grafschaft Schauenburg in Westphalen, weicher, nebst dem dabey liegenden Sieinhuder- see, dem Grafen von der Lippe gehört. Dieser Ort hat gute Nahrung vom Fischfangs, Leiuwaudwebeu undDcell- machen. Steinkohlen, ein den Kohlen ähnlicher steiniger Körper, welcher aus einem mit Erdpech durchdrungenen Gesteine bestehet, welches sich wegen des erster» zur Feuerung brauchen läßt. Skeiupech, ei» brennbarer mineralischer Körper, welcher in Consistenz eines Peches aus den Felsen und Steinritzen hervor dringt. Findet man ihn in der Erde, so wird er Edpech genannt. Skeinseiffe», ein Dorf in der Herrschaft Arnsdorf im Hirschbergischen Kreise im Fürstenthume Jauer in Schlesien, des- srn Einwohner sich mit der Verfertigung vieler Eisenwaaren und künstlich aus Holz geschnitzter Dinge nähren. Steinwein, der Nahme eines hoch geach, teten fränkischen Weines, welcher auf dem so genannten Steine bey Würz. bürg wächst, wo die meisten Berge die. ser Art dem dasigen Juliusfpital gehören. Stella, ein Fluß im Friaul, welcher sich zwischen dem Ausflüsse des Tajamento und der Stadt Marano in den Golfo von Venedig ergießt. Stellage, ein Gerüst, eine aufgebauete Bühne. Stellaka, eine kleine Stadt am Po im serraeischen Gebiethe an den Grenzen von Mautua. Stellenbosch, eine holländische Colonie «uf der südlichen Küste des Kaffernlan. Eteuay Skenzyca des in Afrika. Sie enthält außer dem Dorfe gleiches Nahmens eine fischreiche Bay und viele Weinberge, in welche» der herrliche Capwein wächst. Stenay, 8 lenncum, eine kleine und v»r- mahls fest gewesene Stadt an der Maat im Herzvglhume Bar an den Grenzen von Champagne. Sie gehörte unter dem Titel einer Herrschaft bis zur Revolu. tion dem Prinzen von ConLe. Skendal, Skendel, Stencknlia, die Hauptstadt in der alten Mark im Chur- sürstenthume Brandenburg. Sie liegt am kleinen Flusse licht, e Meile von der Elbe, und 7 Meilen von Magdeburg, ist ziemlich groß und wohl gedankt, enthält4ZL0 Einwohner und einige gute Manufakturen, und ist der Sitz des Obergerichts der allen Mark, und der altmärkischen prignitzischen Kriegt, und Domänenkammer. Deputation. Das hiesige Stift oder der Dom, an wel. chem jetzt der Gencralsuperintendent der alten Mark und Pricgnitz steht, ist der Universität zu Frankfurt an der Oder geschenkt worden. Stenge oder Stange, ein nur in dem niederdeutsche» Schiffbaue übliches Wort, den obern zur Verlängerung des Mast- baumS angesetzten Theil zu bezeichnen. Die große Stenge ist der erste Aufsatz des Mittelmastes, die große Bramstcn. ge der zweyte Aufsatz, die Vorstenge oder Focksteuge der erste Aufiatz des vor« dern Mastes, die Vorbramstenge dessen zweyter Aufsatz, und die Kreuzsirngs ^die Verlängerung des Besanmastes. Stcnszcw, eine kleine Stadt I» der Woiwodschaft Posen in Großpohlen. Stcnzyca oder Skenzycz, die Hauptstadt kiiies DistrictS nicht weit von der Weich, sel in der Woiwodschaft SondomirS in Kleinpohle», welche der Sitz einer Sta. rostey ist. Sie ist in der pohlnischen Geschichte wegen des hier im Jahre 1F7L zur Absetzung König Heinrichs gehalte- Stepan Sterling nen ReichStaaS, und wegen einer hier im Jahre 1606 angestellten Versammlung des Adels bekannt. Slepan oder Srepain, eine Stadt am Flusse Horyn in der Woiwodschaft Wol- hyn in KleinpMcn. Stepcnitz oder Großstepenitz, ein könig. lichcS Amt und Flecken im flemmiugschen Kreise in Hiateepommerii. Slepeniß, ein Fluß in der Prignitz in der Mark Brandenburg, welcher sich bey Wirtenberg in die Elbe ergießt. Skcphanesiij, Stepanowze, eine kleine Siadt in der Mpldau am Flusse Pcnt 8 ungarische Meilen von Jaffi gegen Norden. Lkcphaiisberg, ein Amt, Schloß und Flecken im Oberamte Uffenheim im Fnr- stcnlhume Ansbach unweit Brixenstadt. Stephansinseln, zwey kleine Insel» westwärts von Neuguinea in Australien oder Südindien, welche Philipp Charteret auf seiner Reise zwischen den Jahren 1766 und 1769 entdeckte, und ihnen diesen Nahmen gab. Sie haben ein schönes Ansehe», und sind mit Gehölze bedeckt. Steppe, bey den neuern Erdbeschrcibern ein aus dem Russischen entlehnter! Wort, ein hoch liegendes ebenes unbewohnter und unfruchtbares Land von beträchtlichem Umfange zu bezeichne», welches man im Deutschen eine Heide zu nennen pflegt. Ster, ein großer Fluß in der Woiwodschaft Wolbyn in Klcinpohlen, welcher in der Woiwodschaft BrseStz in Kujawien in den Przipicc fallt. Sterlet, eine Art Fische, welche zu den Stören gehören, in Rußland gefangen werden, und auch Kaviar liefern, welcher dem von den Stören noch vorgezogen wird. Eterling oder Stirling, 8tsr!in.22, eine Provinz in Sndschottland längs dem Flusse Forth zwischen den Grafschafte» Sterling Sternberg ZvI Mencth, Fiese, Lothian, Lenox und dem Flusse Clnyd. Sie ist eine schöne und fruchtbare Landschaft. Die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Sterling oder Stirling, ist ein königlicher Flecken, liegt«»feinem Hügel am Meerbusen Forth, und hak eine ähnli- che Lage, wie Edinburgh. Sie ist groß und wohl gebauek, und hat eine» Hafen und ei» fester Schloß, dessen Kanonen die steinerne Brücke, welche der einzige bequeme Weg über den hiesigen sich in dcil Meerbusen ergießenden Fluß ist, bestceichen. Die Schiffe können mit der Flutb bis an die Brücke kommen; der Hafen aber befindet sich etwas weiter unten. In dieser Stadt wird viel Sarge und Chalon verfertigt. Sterling, s. Pfund. Skernberg, eine Grasschaft mit einem ab. ten Bcrgschlofse neben der Grafschaft Lippe im westphälischen Kreise, welche ungefähr zehn Slnnden im Umkreise hat, und„ach Abgang ihrer Grafen im Jahre»Zyc> an das gräfliche lippische HauS kam. Sie ward im Jahre 17Z2 a» Churbrannschiveig mit aller Landeshoheit versetzt, ist aber im Jahre i/Z r wieder eingelöset worden. Sternberg, ein Bergschloß und Marktflecken an der Sasawa im Kaurzimer Kreise in Böhmen an den schlesischen Grenzen. Es ist dar Stammhaus der Grafen dieses Nahmens, gehört aber jetzt den Grasen von Aoggendorf. Sternberg, rinebemauerte Stadt, Schloß und Herrschaft im Olmützer Kreise in Mähren 2 Meilen von Olmütz, welche ehemahls dem Herzoge von Würtem» berg-OelS gehörte, nachgehends aber von dem Fürsten von Liechtenstein Ca- rolinischer Linie erkauft wurde. Hier befindet sich ein Kloster regulirter Chor- hrrren AngustincroedenS. Skernberg, eine kleine Stadt und Aml im Fürstcuihiime Wenden im herzogli- Sterzirrg Steterburg Stettin . s. -1 />! Z04 Sternberg chen Mecklenburg-schwerinischen Antheile am Herzogthume Mecklenburg. Hier und zu Malchi» werde» die Landtage wechselswerle gehalten. Stcrnberg, ein Gebieth in der Neumark Brandenburg, weiche- insgemein der sternbergisch» Kreis genannt wird, ungefähr 7 Meilen lang und 4 Meile» breit ist, und zwischen der Warte und Oder gegen die pshlnischen und schlest- schen Grenzen liegt. Sternberg, ein offenes Städtchen in dem eben genannten Distrikte, welches jetzt hen adeligen Familien von Wesendeck und Buderitzkp gehört, und große Vieh- märkte hält. Srernberg, ei» schönes ritterschaftlicheS Bergschloß l Stunde von Königshöfen im Grabfelde in Franken. Sternenberg, ein Landgericht und verwüstete- Bergschloß im Caiiton Bern in der Schweiz, welches nicht weit von der Stadt Bern liegt. Skernkreuzorde», s. Ritterorden der Kreuzträgerinnen. Skernschanze, in der Befestigungskunst eine Schanze, welche aus lauter Schere» zusammen gesetzt ist, daher sie die Gestalt eines vier- fünf- bis sechseckigen Sternes hat. Sternstein, eine gesürstcte Grafschaft kn der obern Pfalz im baperschen Kreise, in welcher dieselbe zerstreuet liegt, und dem Fürsten von Lobkowitz gehört. Sternwarte, eine Warte oder ein Gebäude in Gestalt eines Thurme-, die Sterne und ihre Bewegung auf derselben zu beobachtenz mit einem lateinischen Kunstworte ein Observatorium. Sterzingen, Slörzing, StiriLcium, eine kleine Stadt am Flusse Eisack im Viertel Eisack in Tyrol an der Landstraße nach Italien zwischen Brixen und Jnspruck. Hier werden gute De. grnklinge» gemacht. Auf dem benach- harten Schurberge ist ein Silberberg- wcrk. Nahe bey der Stadt liegt auch der bekannte Brcnncrberg, der wegen der herab rollenden großen Schueeklum- pen gefährlich ist. Stelerbnrg, ein evangelische-freyes adeliges Stift nicht weit von Wolfenbül, tel im Fürstenlhume Wolfenbüttel Ü» niedersächstschen Kreise, welches aus einer Aebliffinn, einem Propst, und einem jungfräulichen Eonvente besteht, und zu den Landständen gehört. Nicht weil von Steterburg wurden die kaiserliche« und baycrsche» Truppe« im Jahre«64, von den Herzogen von Braunschweig und Lüneburg geschlagen. Sletken, ein schöner Marktflecken und Schloß im Remsthale zwischen Gnn- gard und Schorndocf im Herzogthume Würtemberg, in dessen Gegend der vortreffliche Wein, Nahmens Brotwaf- ser wächst. Stertenfels, eine Herrschaft und Bergschloß im Herzogthume Würtemberg, welche seit dem Jahre iLLi einer Linie der Grafen Fugger gehörte. Weil aber wegen der Landeshoheit Irrungen entstanden, so kaufte sie der Herzog von Würtemberg, dessen Lehen ste ohnehin war, im Jahre 1747 ganz an sich. Zu dieser Herrschaft gehört auch der Flecken Gruppenbach nebst verschiedenen Gütern. Stettin oder Altstettin, 8tetinum, eine Stadt und wichtige Festung an der Oder im preussischen Vorpommern, welche die Hauptstadt von ganz Pommern ist, in einem von ihr benannten Disteicle liegt, den Titel eines Herzogihiiuit führt, und das Land zwischen der Oder und Pcene nebst den Inseln Uftdom und Wollin begreift. Diese Stadt ist groß und wohl gebauct, liegt in einer schönen Gegend an einem Hügel, enthalt 1LL8 Häuser, 7 Kirchen und ein Schloß, zählt 24670 Einwohner, hat Srettin Steuer eine zahlreiche französische Lolonie, und allerhand Manukacturen und Fabriken, und treibt Schiffbau, wie auch starke Handlung und Schifffahrt in au-wär- tige Lande. Die Oder vertheilt sich hier j» 4 Ströme, von welchen der eine, der die Stadt berührt, die Oder, die andern Z aber die Parnitz, und die große und kleine Reglitz geiiannt werden. Hier befindet sich auch die königliche Regierung über Vor- und Hiu-crpom- mern, die Kriegs- und Domanenkam- mer, das vorpommerische Hofgericht, die königliche Bank, das Confistorium und verschiedene andere hohe Collegien. Bey der Stiftskirche zu St. Marien ist ein königliches akademisches Gymnasium mit einer fehenswücdigen Bibliothek. Ueber dieß gibt eS hier noch eine Stadtschule, ein medicinischeS Colle- giuni, einen Generalsupecjntendente», eine Propstey und eine lange Borstadt, Nahmens Lastadie. Zu FriedenSzcite» liegen in Stettin zwey Regimenter zu Fuß in Besatzung. Diese Stadt gehörte ehemahls mit dem dazu gehörigen Lande der Krone Schweden. Im Jahre I7!Z wurde sie von den nordischen Alliieren eingenommen, und der König von Preussen Friedrich Wilhelm nahm sie nebst Wolgast, vermöge des mit den Alliirtcn zu Schwebt getroffenen Vcr. gleichs, in Sequestration, und bezahlte anRußland und Sachse» wegen aufgewandten Kriegskosten svoooo Thaler. Durch den Stockholmer Frieden vom Jahre 1720 wurde endlich diese Stadt und Gebieth, nebst den Inseln Wollin und Usedom, gegen 8 Millionen Ntha- ler der Krone Preussen auf ewig abgetreten. Stettin, s. Neusteltin. Steuer, in engerem Verstände ei» Bey. trag der Unterthanen an Geld und Gel- deSwerty^u dem Bedürfnisse» des gemeinen Wesen»; r,ne Abgabe, welche (lV.Band.) Steuers» Steven zo§ der Obrigkeit zur Bestreitung der Bedürfnisse des SiaatS gegeben wird. Sleueranschlag, der Anschlag, nach welchem eine Steuer ausgeschrieben und entrichtet wird; das Verhältniß, nach welchem das Vermögen, das Gewerbe, der Stand u. s. s. der Unterthanen mit einer Steuer belegt wird. Steuerbord, in der Schifffahrt das rechte Bord, oder die rechte Seite des Schiffes, wenn man aus dem Hiutcrtheile nach vorn zu stehet; im Gegensatze deS Backbordes oder der linken Seite. Steuermann, auf de» Schiffen derjenige, welcher das Schiff steuert, das Steuerruder führrt, und von welchem folglich der ganze Lauf und die Sicher, heil des Schiffes abhängt. Auf großen Schiffen hat man deren zwey bis drey, welche alsdann durch die Wörter Ober- und Unter unterschiede» werden. Auf den Kaufsahrdeyschiffen wird er oft der Schiffer genannt, so wie er auf Booten, Kähnen und andern kleinen Fahrzeugen nur der Steueer heißt. Steuerruder, dasjenige Ruder, womit ei» Schiff oder Fahrzeug gesteuert, da« ist, in seinem Laufe bestimmt wird, und welches auch nur bar Steuer heißt; zum Unterschiede von denjenigen Rudern, welche bloß dessen Fortkommen befördern. Sreuhlingen, eine Herrschaft zwischen der Herrschaft Justingen und dem Gebiethe der AbteyZwifaltcn im schwäbischen Kreise, welche vorzeiten einem allen freyherrlichen Geschlechte gehörte. Jetzt ist sie ei» Eigemhum des fürstlichen Hauses Würkkinberg, und seit dem Jahre>68» dem Herzogthume völlig einverleibt. Eleven, im Schiffbaue der Nabmc zweyer * starker aufrecht stehender Bauhölzer an den b'yden Ende» des KieleS. wovon der Vordersteven dem Vordertheste, der Lq Steyer Z ein, welche aber um folgenden Jahre von den Oesterreich»«! wieder daraus vertrieben wurden. Steycreck oder Steyreck, ein Städtchen an der Donau im Machlandkrcise im Lande ob der EnS in Oesterreich, ne- ben welchem das Schloß Weiffenwolf anf einem Berge liegt. Es gehört der gräflichen weissenwolfischen Familie. Steyermark, 8t^ria, ein Herzogthum im österreichischen Kreise, welches gegen Norden an das Erzherzogthnm Oesterreich, gegen Osten an das Königreich Ungarn, gegen Süden an da- Herzog, thum Krain und das Königreich Sla« vonien, und gegen Westen an daS Her. zogthnm Karnthen und an dar Erzffist Salzburg grenzt. Den nördlichen Theil diese- Landes nennet man Obersteyer« mark, und den südlichen Untersteycr-- mark, Obersteyermark cnthält hohe und steile Berge, unter welchen der Göming der höchste in ganz Steyermark ist; aber der Fleiß der Einwohner hat sie so gut angebauet, daß hin und wieder die höchste» Gipfel der Berge bewohnt werden. Die Bewohner derselben sind im Winter, wenn viel Schnee fällt, verschiedene Monathe lang eingcschlos. sen, und gleichsam gefangen; sie kommen aber auch überhaupt selten von ihre» Höhen herab, und sind durch die Gewohnheit wider die Empfindung drr Hitze und Kälte verhärtet. Anf den Steyermark Step ermark Z07 steilen Höhen bedienen ste sich anstatt des Pflugs meisten Theils der Hauen oder Hacken, und kragen den Dünger in Körben hinauf. Man erblickt oft auf den Gipfeln der hohen Berge zwischen lauter Klippen und Felsen einen fleißig angebauten Flecken Erde, welcher mit einem Zaune umgeben ist. In Ober. steyermark wird wenig Weihen gedauet; man findet aber daselbst vortrefflichen lauqen und feinen Flachs, viel Speck, welche« Kraut häufig ausgeführt wird, gutes Obst, starke Viehzucht, wildes Geflügel und Gemsen. Unter dem wilden Geflügel gibt eS hier Arten, wel. che man in andern Ländern Deutsch, land« nicht kennet. Die Bäche und Seen, deren es zwischen den hohen Felsen nicht wenige gibt, sind reich an Fischen. Die kleinen Thäler, welche man hier hin und wieder antrifft, suchen die fleißi» gen Einwohner besonder« zu benutzen, so daß kein Erdreich unbebaucl bleibt. Die Berge enthalten etwas Gold, Sil. der, Bley, Kupfer, Vitriol, Kobalt, und vornehmlich Eisen. Der steyermär- kische Stahl ist sehr gut, und sein Vorzug beruhet auf der Güte des Eisens. Die Wälder, mit welchen die Rücken der Berge bewachsen sind, liefern das zu den Schmelzhütieu nöthige Holz in hinlänglicher Menge. Man hat auch Ja«, piß, warme Bäder, Gesundbrunnen, und gute Salzwcrke. Die vornehmsten Flüsse, welche das Land durchströmen, sind die Muer und E»S. Untersteyermark enthält wenige Ber» ge, und hat mehrere Ebenen. Die Hügel tragen gute» Wein, welcher beson. ders bey Aadkersburg, Jnsul, Kersch, dach, Cilly und Lneienburg reichlich und vortrefflich ist. Die Felder sind fruchtbar, und bringen viel Weiyen, viel türkischen Weiyen, Erbsen, Boh. «cn, Aübt- Saat, Tabak und Wicken hervor. Die meisteg Felder tragen Wein und Getreide zugleich; denn über die Aeckcr wird eine Art langer Lauben von Latten gezogen, über welche die Rebe» hergebreitet und befestigt werden. Hier gibt es auch warme Bäder und Gesund« brunnen, unter welchen besonder« der Aochitscher Sauerbrunnen bekannt ist. Dieser Theil de« Lande« wird nicht nur von der Murr, sondern auch von der Dran und Sau bewässert. An Fischen, mancherley wildem Geflügel, und an Reben und an Gemsen hat mau einen großen Ueberfiuß. Die hiesige» Wölfe thun großen Schaden, und man findet hier auch Bären, welche aber etwas kleiner, und nicht so dunkelbra«», als die pohlnischen, sind. Hier werden, so wie in Krai», Körnchen und Italien, die Biliche»der Gebirgsmäuse häufig gefangen und gegessen, und ihre silber» farbenen inS Röchliche fallenden Felle gebraucht. Im ganzen Herzogthnme, welches 44» deutsche Quadralmcilcn enthält, zäh« lct man 20 Städte, gegen yZ Märkte, und Zy/ Schlösser, Herrschaften und Güter. Die Anzahl der sämmtlichen Einwohner beträgt ungefähr 760000 Seelen. Die Landstraßen sind, ungeachtet der gebirgigen Gegenden, unter dem Kaiser Carl VI. i» vortrefflichen Stand gesetzt worden. Die deutschen Steyer. marker haben eine ziemlich rauhe Sprache. Die Einwohner des CillyerkreiseS sind Wende», und reden die wendische Sprache, welche von den gemeine» Leuten selbst bis etliche Meilen von Grätz gesprochen wird. Leute, die nur ein wenig über den gemeinen Stand erhaben stnd, reden wendisch, deutsch und italienisch und dteBornehmensprechcnauch französisch. Die Kröpfe find in Ober- steyermark, besonders bey den Leuten, die auf den Bergen wohnen, sehr gemein. Qq 2 Z08 Steyermark Die hiesigen Lagdstände bestehen aus den Prälaten, Herren, Rittern, und den landessürstlichcn Städten, und ih. re Versammlungen werden in der Hauptstadt Grätz gehalten. Die herrschende Religion des Landes ist die katholische; ehemahls aber waren die meisten Einwohner der evangelischen zugethan. Die vornehmsten Fabriken und Manufakturen SteyermarkS bestehen in Eise»- Stahl- und Messing- sabriken, deren Arbeit sehr stark ausgeführt wird, und in Manufakturen für grobes Tuch und Leinwand. Die Landschaft, welche jetzt Steyer« mark heißt, gehörte bis in das iote Jahrhundert theils zu Oberpannonien, theils zum mittelländischen Nocdgau. Im Jahre gab Kaiser Dito I. der Mark Srcyer einen eigenen nur von dem römischen Kaiser abhängenden Grafen, nähmlich Ottokar I., welcher aus bayerischem Geblüte, und in der Gegend der Stadt Steycr geboren war. Dieser hat, aller Wahrscheinlichkeit nach, das Schloß und die Stadt Stcyer, oder wenigstens jenes erbauet, und z» seinem Wohnsitze gemacht. Kaiser Friedrich l. ertheilte im Jahre nZo dem Markgrafen Ottokar VI. die herzogliche Würde. Eben dieser neue Herzog überließ, weil er keine Kinder hatte, sein Hec- zogthum luit Bewilligung der Stände seinem Schwiegervater, dem Herzog Leopold von Oesterreich. Als Herzog Otlokar im Jahre 1192 starb, empfing Herzog Leopold von» Kaiser Heinrich VI. die Belehnung wegen Steyermark. Als PrzemySl Ottokar II., König von Böhmen, sich im Jahre i2Fl der österreichischen Länder bemächtigte, hatten die Steyermärker keine Neigung zu seiner Herrschaft, sondern luden Heinrich, den Sohn Herzogs Otto von Bayern, ein. Dieser fragte den König Bella von Ungarn um Rath, welcher aber hinter- Steyning Stiergrfechi listiger Weise mit den Steyermärker» ein Verständniß errichtete, und sich des Landes bemächtigte. Im Jahre 12^9 trugen die Steyermärker ihr Land dem Könige Otlokar an, welchem es auch König Bella im Jahre 1260 abirrten mußte, nach dessen Tode eS Kaiser Ru. bolph im Jahre 1282 seinem Sohne Albrecht verlieh. Von dieser Z> j, an ist Steyermark beständig bey den, österreichischen Hause, und bis j tz> im Besitze besonderer Freyheiten, Ordnungen und Landrechte geblieben. U. brigrns istGrätz der Sitz des steyrrischenGnb-rniumS u»d LandrechtS, und die Haupisiadt des gan- zen Landes. Steyning oder Stelling. ein Bnrgflecken in der Landschaft Sussx in England, welcher zwey Deputirtc znm Parlamente schickt. Stepr, s. Steper. Stiege, ein Flecken, Schloß und Amt auf dem Harze im Fürsteuthnme Blan- kenburg im niedersächsischen Kieise. Skiergefeckt, ein Gefecht, welches mit wilden Stieren oder Ochsen gehalten wird, besonders in Spanieu und Portugal, wo eS eine Art feyerlicher Lustspiele ist, da Menschen mit den Stieren kämpfen. An Spanien, und vornehmlich Madcit, dauert eS etliche Tage nach einander, und wird zur Feyer des Festes eines oder des andern Heilige», oder des BeylagcrS, wie auch der Geburt eines Prinzen von, Geblüte veranstaltet. Alsdann verfügt sich der König nebst den Personen vom königlichen Hause auf die Gallerte» eines Palla- steS, Nahmens el Consistorio; die Gesandten aber setzen sich gegen über. Die Stierstreiter sind vornehme Personen, und an dergleichen feycclichen Tagen schwarzgekleidet; ihre CreadoS und vornehmsten Bedienten aber gehen kostbar, und öfters als Türken, Mohren»der Stift S tiftstaze Stipsh so- Stiftmäßig Milde gekleidet. Man läßt nicht mehr als einen Seicr auf ein Mahl los, und es ficht auch nur ein einziger Steiler mit demselben, entweder mit der La». ze oder mit Rcjonnes, welches eine Art von Wurfspieße» ist^ Wenn der Stier auS dem Stalle, der fich am Ende des Platzes befindet, gelassen wird, begibt sich der Steiter ei» wenig auf die Seite, und wenn das wüthende Thier vorüber lauft, bemüht er sich, demselben eine» Stich in den Hals zugeben. Tod- tet er ihn aber nicht, so ist er schuldig von, Pferde zu steigen, und den Stier mit dem Säbel zu erlegen, welches ein Empeno genannt wird. Slist, in enger und gewöhnlicher Bedeutung ein vermittelst eines Capitals auf ewige Zeiten zum gottesdienstlichen Gebrauche bestimmtes Gebäude, mit allen dazu gehörigen Personen, Anstalten und Gütern. Kirchen, Klöster, Armenhäuser»Lazarethe, Canonicat- Ka- thedral- und Domkirchen heißen mit allen dazu gehörigen Anstalten und Grundstücken in der katholischen Kirche noch beständig Stifte oder Stifter, welchen Nahme» sie auch unter den Protestanten behalten haben, da denn, wenn das Wort Stift allein gebraucht wird, der Zusammenhang entscheiden muß, was für eine Art gemeint sey. Auch das ganze zu einer solchen Stiftung gehörige Gebieth wird nur schlechthin das Stift genannt. bkifksamt, ein einem Stifte gehöriges Kammergnt. Jmgleiche» ein solcheSKam- mrramt, welches a»S den Gütern eines ehemahligen Stiftes, daS ist Klosters oder Bisthunis, errichtet worden ist, in welcher letztern Bedeutung dieses Wort besonders in einigen protestantischen Gegenden gebraucht wird. Stiftmäßig, ei» Beywort, welches von adeligen Familien gebraucht wird, die kraft der Statuten, nach khergebener Ahnenprobe, in den Stiftern allein zu Canonicaten gelangen können. Stistslage, ein Nahme derjenigen Ver- sammlnngen, welche die Domherren nebst den übrigen Landständen in den hohen Stiften anstelle», um darauf von ihren Angelegenheiten z» rachschla- gen, und einen Schluß zu fassen. Stigliano, ein Städtchen mit dem Titel eines Fürstenthums in der Landschaft Basilicata in Neapel. Stigliano, ein Flecken im Patrimonium Petri im Kirchenstaate, welcher warme Bäder hat. Stilari, eine kleine Stadt im eigentlichen Nakolien der Insel Scio gegen über auf dem Vorgebirge Slilari in Asien. Stilett, ein aus dem Italienischen ent- lehntes Wort, einen Dolch, ein klei. ncS Gewehr zum Stechen zu bezeichnen. Stilles Meer, s. Südmeer. Stillfried, ein Markt im Kreise unter dem Mannhartsberge im Lande unter der E»S in Oesterreich, welcher ein Ge- sundbad hat. Hier ist der böhmische Kö- nig Ollokar im Jahre»278 von dem Kaiser Rudolph überwunden worden, und umgekommen. Stils, 8tilus, ein Städtchen in Cala- bria vltea in Neapel, welches zu den königlichen Domänen gehört. Silikon, ein Flecken in Huniingkonshi- re in England, welcher wegen seiner guten Käse bekannt ist. Stingo, s. Stanchio. Stipendium, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches im Deutschen nur in engerer Bedeutung üblich ist, ein vermachtes Geld oder Verwächtniß zum Behufe junger Studierenden zu bezeichnen. Stipshorn, Stübeckshorn, ein Ort im Amte Soltau im Fürstenthumc Lüne- bürg nicht weit von Soliau, welcher im Jahre l6yy von dem Herzoge Georg Wilhelm große Vorzüge und Gerecht- zu» Stipulation Stoeeo same erhalten hat, die er der Mei« nuna verdanken muß, als ob dieses der Stammorr Herzog Hermanns von Sach, sen, des Grasen Billinas Sohns, sey. Slipulativli, in deniömifchen Rechleneine mit besondern Ceremonien geschehene Verbindung, da durch Frage und Antwort einer dem andern etwas zu gebe» oder zu thun verspricht. Slipulircn, mit Hand und Mund versprechen. Stirliug, f. Sterling. Stimm, Slvrum, ein Flecken am Flusse Noer im Herzogtbume Bergen in West- phalen, welcher den Titel e»,er Graf- schaft führt. Es gibt gewisse Grafen, die sich von Styrurn schreiben, undzn- glcich den Titel von Limpurg und Bron- chorst fuhren, wiewohl sie eigentlich aus dem Hause der Grafen von Mark ihren Ursprung baden. Slvbnica, ein Städtchen an der Warta in der Woiwodschaft Posen in Gross- pohlen. Slvbnica, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Svndomirs in Aleinpohlen. Slobra, Stoder, ein kleiner Fluss in Schlesien, welcher im Fürstenthume Dels entspringt, durch das breslauische und maslauiiche Weichbild fliesst, und eine Meile von Brieg in die Oder fällt. Storco und Lerektone, ein Ausdruck, welcher den grossen geweideten Degen und Hut, als ein hoch geachtetes Geschenk, bezeichnet, welches die Päpste bisweilen mit besondern Feyerlichkeiten zu weihen, und Fürsten, Republiken und großen Generalen durch einen De. putirteii zur Dankbarkeit für die der katholischen Kirche erwiesenen Dienste zn übersenden pflegen. Papst UrbannS VI. soll der Erste gewesen seyn, der dergleichen im Jahre iZ/8 an die Re. publik Lucca überschickte. Im Jahre 1717 übersandte Papst Clemens XI. einen solchen geweihten Hut und De- Stochem Stockerau gen an den Prinz Eugen, nach erhol, tencm grossen Siege wider die Türken bey Pekerwardein, durch den Ritter Rasponi„ach Ungarn, womit er inder Festung Raab öffentlich in der Kirche angekleidet wurde. Dieses Geschenk wnr. de damahls folgender Gestalt beschne. den: Der Hut war dunkelviolett, mii Hermelin gefüttert, und an jedem Sei- teiilappen hing ein 2 Finger brecht Hermclinbaiid. Um denselben befand sich eiu rothes Band, und oben ein Sirah. lrnschein; der Hutrand aber war mit Golde gestickt. Dorn, hinken und oben waren mit kleine» Perlen gestickte Knipse, auf einer Seite aber der heilige Geist in Gestalt einer Taube, mit kleinen Perlen gestickt, angebracht, und hinten hingen 2 rothe mit Gold gestickte Bänder herab. Der Degen war mii dem Gesass 8 gute Spannen lang, und das Eefäss bestand aus vergoldetem 7 Pfund schwerem Silber. Oben am Knopfe und unten am Qrebande hing das päpstliche Wape». Die Klinge war oben drey Quer. Finger breit, blau angelaufen, und mit vergoldeten Zierache» versehen. Die Scheide bestand aus rothem Sammet, und war mir durchgebrochener und vergoldeter Silberarbeit ausge- ziert; ungleichen dasGehenke von rothem Sammet mit Gold gestickt, und hatte eine silberne stark vergoldete Schnalle. Skvchcm, eine kleine bischöfliche Stadt am linken Ufer der Maas im Hochstifie Lüktich. Stockach, ein artiges Städtchen, und der beste Qrl in der Landgrafschast Ncl- lenburg im schwäbischen Qcsterceich. ES enthält 1794 Einwohner. Hier wird gemeiniglich das kaiserliche Landgericht der Landgrafschast Nellenburg gehallt», welches ehemahls das Landgericht in He- ga» und Madach hiess. Stockerau, ein landesfürstlichcr großer Markt a» der Donau im Kreise uuler Stockholm Stockfisch Stockholm dem MannhartSbergc im Lande unter der Ens in Oesterreich, welcher seiner Getrcidemärkte wegen berühmt ist. DsS Erzstift Passau hat hier ein Kcllcramt und Kastenamt, und das hiesige Schloß Freyseck ist ein besonderes Gut. Stockfisch, ein Nahme gewisser ohne Salz sehr hart gedörrter Fische aus dem Geschlechte der Dorsche, besonders aber des Kabeljaues, welcher vornehmlich in Nordamerika an den Küsten von Lee« reneuve gefangen wird, und ein überaus wichtiger Gegenstand der cngländi» scheu Handlung ist, worüber ehemahls mit Frankreich die größten Irrungen entstanden. ES werden jährlich gegen Loo Schiffe dazu gebraucht, und die Ladung ist so reichlich, daß von demjenigen, was aus den engländische Seehäfen nach Italien, Spanien, Portu- gall und Deutschland geführt wird, die Krone allein jährlich ungefähr 26000c» Pfund Sterling oder» Million 14^000 Reichsthaler Nutzen zieht. Stockholm, liolmin, ebne Stadt gegen den Ausfluß des Mälarsees in die Ostsee in Upland in Schweden, welche die Hauptstadt des ganzen Reichs und die Residenz des Königs ist. Sie liegt theils auf Inseln, theils auf Halbinseln, die durch verschiedene Brücken zusammen hängen, und solche Aussichten, wie zu Venedig, gewahren, und besteht aus 8 Hauptihcilen, nähmlich aus Stockholm, Ritterholm, Helgelandsholm, Schiffsholm, Blasiiholm, Ladugärdsholm, Kö- ingsholm und Längholm. Außer den sitz! genannten Haupitbeilen findet man hier noch zwey Vorstädte, Nahmens Nordermalm und Soedermalm. Stock- holm hat meisten Theils breite und reinliche Straßen, und die größte Anzahl der Häuser in der Stadt ist von Steinen aufgeführt,4 bisL Stockwerke hoch, und !>»n Theil mit Eisenblech und Kupfer gedeckt. J„ den Vorstädten gibt es»och S-! viele hölzerne Häuser. UekrigcnS enthält der ganze Umfang der Stadt zwey schwedische Meilen. Man zählt hier 22 Kirchen, unter welchen sich auch eine katholische befindet, 12 Brücken, 41Z7 Häuser, und 79600 Einwohner. Die S. Nicolaikirche nächst dem Schlosse, welche auch die große Kirche genannt wird, ist ein schönes Gebäude, und die deutsche S. Gertrudenkirche hat ei» wohl klingendes Glockenspiel. Aufdem Soedermalm stehen die nach dem Brande voin Jahre>7Ly neu erbauete Marien- Magdalenenkirche und die S. Ka- kharinenkirche, welche König Carl Gustav«ach griechischer Art angelegt hat. Auf dem Nordermalm befindet sich die S. Jacobi- S. Clären- S. Johannis« und die Oluffskirche, welche letztere der CartesinS Denkmahl enthält, und im Jahre»768 ansehnlich erweitert worden ist. Die im Jahre»774 neu eilige» weihcle Adolph- Fciedrichskirche nimmt sich wohl aus. Eben so sehenswürdig ist die NitterholmSkirche mit den königlichen Begräbnissen, die Ulriken> Eleonoren- und die Graumönchskirche. Unter den hiesigen Brücken verdienen die lange Schiffbrücke, die ansehnliche Brücke aus der Stadt nach dem Nieder« malm, wie auch auf Ladugärdsholm und Königsholm, welche fast 1000 Schrit- te lang ist, und die neue Brücke aus der Stadt»ach dem Soedermalm bemerkt zu werden. Die Straße, welche man die Droltningsgata nennt, beträgt aus 200c» Schritte in die Länge, und die hiesigen Marktplätze sind auch meisten Theils geräumig. Unter den öffentlichen Gebäuden Stockholms zeichnen sich das prächtige Residenzschloß mit seiner Ca- pelle und Kostbarkeiten, welches im Jahre 17^4 fertig ward, das Ritter- haus, das Zeughaus, die Banco, die Nathhäuser in der Stadt und aus dem Soedermalm, der königliche Marstall, Stockholm Stockholm .z,L die Münze, und mehrere andere aus. Von der Königsholmer Brücke erblickt mau eine ansehnliche Menge Privatpal- laste. Der wrangelsche Pallast hat die Ehregenoffen, daß bis zumJahre r/L4 die königliche Familie in demselben re- stdirte, und hier ist auch eine vortreffliche Maschinen. und Modellsammlung anzutreffen. Der vormahlige tessmische und nachmahligePallast deSPrinzen Carl «ahe am Schlöffe ist von vortrefflicher Bauart,«nd seit dem Jahre 1774 des Oberstatthalters Wohnung. Der gräfliche eckebladtische Pallast auf dem Nor- dermalm ward im Jahre 177z von, Könige erkauft, und ein geräumiges Opernhaus daraus erbauet. Auf dem RitterhanSmarkte erblickt man seit dem Jahre 1774 die nach dem Modell des Ritters l'Archevequc gegossene metallene Bildsäule KönigS Gustav I. auf einem Piedestal von schwedischem grünem Marmor; und im Jahre 177,5 hat ei. ne ähnliche von eben diesem Künstler aus dem Markte des Nordermalm errichtet werden sollen, welche den König Gustav Adolph vorstelle» sollte. Auf dem Ritterhause befindet fich seit dem Jahre ,7Zy eine königliche Akademie der Wissenschaften, mit ihrer Bibliothek und Naturaliensammlung. Die von der Königinn Louise Ulrike im Jahre gestiftete Akademie der schönen Wissenschaften, das Antiquilätencolle» gium oder Archiv, die königliche Bibliothek, in welcher fich Luthers Hand- bibel befindet, und im Jahre ,76g wieder auf das königliche Refidenzschloß gebracht wurde, die königliche Gemähl- degallerie, die Mahler-und Bildhauer- akademie, die ZeichnungS- und Model- lirschule, die Natnralienkabinette deS Landeshauptmanns von Tilas, des Berg- raihs von Swab, und des Hofapothe- kerS Ziervogel, die Münzkabinette, des Königs, der verwitweten Königinn Louise Ulrike, der Banco der Me- dame Grill, und des StaatSfecretäeS Bcnzelsticrna, die Bibliothek des Pc». feffor Verzins, das medicinische Colle- gium, das königliche FortifieakionS. und LandmessuilgScomtoir, und das chymi, sche und mechanische Laboratorium ver. dienen Aufmerksamkeit. Diese Stadt enthält verschiedene sehr wohlthätige A». stalten, und auch ein Blatterhospital. Anstalten zu Versorgung der Kranken»nd Erziehung armer Waisen findet man in dem großen Lazareih, in dem großen Armenhanse, in dem alten Waisenhause und in dem im Iah. re 17Z5 vo» dem Orden der Frey- mäurer angelegten Findelhaufe. I», Jahre 1775 ist auch ein neues Eutbiii- dungShauS für arme Sechswöchnerinncn zu Stande gekommen. Der hiesige Ha. fcn ist vortrefflich, groß und sicher, aber wegen der Scheeren gefährlich. Auf den Schiffswerften werden sowohl für die Krone als Ausländer Schiffe ge- bauet. Man hat auch hier zwey Kano> nengießerepe», vier Zuckerfiedereycn, eine Glashütte und Spiegelfabrik, echte und unechte Porzellanfabriken, Seiden- Wollen- Tuch» Cattun- Baunuvollen- Barchcnt- Segeltuch- und BuldanS- fabriken, eine große cngländische Gäe- bcrey, verschiedene TabakSsabrikea, und einige sehr schöne Papiermühle». Anf LadugärdSholm trifft man eine Maulbeerplantage von ungefähr Zvoo Bau» men an, und hier wird der Seidenbau eifrig betrieben. Die ganze Stadt zu übersehen, darf man sich nur auf den Brunkenberg, oder auf die schöne neue Sternwarte verfügen. Bey dem Sab- bathsberge trifft man einen Gesundbrunnen an. Auf dem Soedermalm findet man eine holländische reformirle Kirche, die große Eisenwage, und auf dem Rathhause eine russische Capelle. Dir hiesige Handlung wird durch die Stockholm Schifffahrt auf dem großen Mälarsee »»gemein befördert; weil die Waaren aus allen an diesem See liegenden Städten, Eisen- Kupfer- und Messingwer- keii. bis nach Siockholm gebracht wer« den können. Unter den Lustgarten und Spazierorten sind der königliche Garten, der schöne königliche Thiergarten Mit 2 Gesundbrunnen, der gräfliche pipersche, verschiedene Privakgärlen, und die Gegenden der Lustschlösser, FriedrichShof, Carlberg. und Ulrichs- dahl, vorzüglich. Stockholm ist der Sitz fast aller ReichScollegien, eines Lberstatkhaltecs, eines LandeShaupt. mannS, des sogenannten schwedischen HofgecichtS, einer Admiralität, einer Gencralzoll-Arcendasrcietät, eines Hall- gerichkS, welches die im Reiche verfertigten Waaren prüft, und die Streitigkeiten unter den Manufacturisten schlichtet, eines LootscncomtoirS, eines HandlungS.Aisecnranzcomtoirs, und eines BrandossecuranzcomtoirS; wie dann hier überhaupt gute Anstalten wider Feuersbrünste getroffen sind. Das im Jahre 1764 errichtete ExpeditionScom- toir dient so wohl In« und Ausländer», die keine Correfpondenten haben, zu großer Bequemlichkeit; kann sich jedermann schriftlich an dasselbe wenden, und Willfahrn,»- hoffen. Die königliche Garde und das Artilleriecorps liegen hier beständig in Besatzung. Komödien und Dpcrn sind hier schon seit viehrern Jahre» in Ausnahme gekommen. Im Winter wird wöchentlich ein Mahl auf dem Freymaurersaale Assem. blee von Adeligen und Bürgerlichen gehalten. Im Jahre 1772 sollte auch noch«in so genanntes Danxhall eingerichtet werden, wo Personen beyderley Geschlechts, gegen Bezahlung von Z Rchaler. Kupfermünze, bis Abends ge. g'n 11 Udr, anständigen Zeitvertreib finden sollten. Stockholm ist im Jahr» (IV. Band.) Stvckport Stokkberg zi^ 1710 durch die Pest, und in den Iah. ren 172g. Li. zy. 68 und 6y durch großen Brandschaden heimgesucht wor. den. Stockport, eine kleine Stadt am Flusse Mersey in per Provinz Cheshire ilk England. Stockstadt, ein Flecken nicht weit von; Mayn im Erzstlfte Mayiiz im chur- rhcinischen Kreise. Stockton, ein großer und guter Flecken am Flusse Tees in der Landschaft Dur« ham in England, welcher seit der Mitte der gegenwärtigen Jahrhunderts ein beträchtlicher Ort für die Handlung geworden ist. Von hier aus wird viel Bley und Butter nach London gebracht. Stör, ein Fluß im Herzogthume Hal. stein im nicdersächfischen Kreise, welcher sich unterhalb Glückstadt in die Elbe ergießt. Stördalen, eine Vogtey im drontheimk- schcn Gebiethe in Norwegen, welche anderthalb Meile» von der Stadt Dront- hcim liegt. Störzing, s. Sterzi'ng. Stössen, ein amisäßigeS Städtchen im Amle WeisseiifelS im thüringischen Kreise im Churfürstenthume Sachsen, in welchem die von Berlepsch zu GröbiS die Gerichte haben. Stokbridge, ein sehr geringer Burgflecken in Hampshire in England, welcher aber doch zwey Depntirte zum Parlamente schickt. Slolhowa, ein ehemahliges Dorf zwischen Tichfina und Ladoga in der Statthalterschaft Nowgorod im europäischen Rußland, wo im Jahre 1617«in Friede zwischen Rußland und Schweden geschlossen wurde. SkoUberg, eine Grafschaft am Harze in Thüringen im obcrsächsischen Kreise, welche gegen Mittag an das untere Fürstenthum Schwarzburg, gegen Morgen an-as Churfürstcnkhum Sachsen Rr Stollb erg Stollber- I-4 und an die Grafschaft Mansfelb, gegen Mitternacht an die Fürstenthümer Anhalt und Blankcnburg, nnd gegen Abend an einige Stücke der Grafschaft Hohenstein und an die Reichsstadt Nord- hausen grenzt. Ihre größte Ausdehnung in der Lange beträgt fünf, nnd in der Breite drey geographische Meilen, die mit dem fürstlichen Hause Schwarzburg gemeinschaftliche» Aemter Heeringe» und Kelbra ungerechnet. Sie hat gu- ten Ackerbau und Viehzucht, vornehmlich aber große Wälder, viel Wildbret und ergiebige Kupfer- und Silberbergwerke, schwarzen Alabaster und andere Mineralien. So wohl die Grasen von Stollberg als ihre Unterthanen bekennen sich zur evangelischen lutherischen Religion. Das gräfliche Haus Stollberg ist eines der ältesten unter den vornehmsten Häusern in Deutschland; seine Abstammung ist aber noch nicht recht untersucht, und ins Licht gesetzt worden. Graf Heinrich der Ael- tere- welcher im Jahre 1^72 starb, ist der allgemeine Stammvater des heutigen stollbergischcn Hauses, welches sich in seinen zwey Söhnen Ludwig Georg und Christoph, in zwey Linien theilte. Die von dem ersten herrührende Linie starb schon mit seine« Enkeln aus; die von dem zweyten herkommende Linie aber dauert noch fort, und hat sich in seinen zwey ältesten Söhnen, der Grafen HeinrichErnst und Johann Martin, wieder in die wernigerodische und stollber- gische Linie abgetheilt. Graf Heinrich Ernst, welcher im Jahre 1672 starb, ist also der Urheber der wernigcrod- schen oder ältern Hauptlinie, welche sich in seines Sohns, Grafen Ludwig Christians Söhnen, den Grafen Christian Ernst und Friederich Carl, wie. der in die wernigerodische und gederi- sche Linie getheilt hat. Die letzte ist im Jahre 1742 in ihrem Urheber in den Reichsfürstenstand erhoben Worte». GrafJohann Martin, Stifter der All- becgischen oder jüngern Hauptlinie, welche im Jahre 1669 starb, hat sich durch seinen Sohn, Grafen Christoph Ludwig, fortgepflanzt, welcher im Ich re 1704 mit Tode abging, und beste» Söhne, nähmlich die Grafen Christoph Friedcrich und Just Christian, zwey Linien gestiftet haben, nähmlich jener die stollberg stollbergische, und dieserdie stollberg-roßlaische. Beyde blühen noch. Das gräfliche stollbergische Haus gehört auf dem Reichstage zu dem wrt- terauischen Reichsgrafencollegium, anhat auch Sitz und Stimme bey dem obersächstschcn Kreise. Uebrigcns ist die Grafschaft Stollberg größten Theilt entweder chursächstsches, oder chur- maynzischeS, oder halberstädlisches Lehen, und Chursachscn übet so wohl über feine Lchenstücke, als über bat von Churmaynz zu Lehen gehende Ami Stollberg, die Landeshoheit aus. Stollberg oder Stollberg am Harz, eine gräfliche Residenzstadt und der Haupi- ort im gräflichen stollberg-stollbergische» Antheile an der eben beschriebenen Graf- schaft. Sie liegt in einem schmalen untiefen Thäte, und hat das Nesidenzschlos über sich liegen, welches auch eine Kirche enthält. Außer der Haupt-und Pfarrkirche gibt es hier noch eine Kirche brp dem Hospitale, zwey Gottesackerkirchen, eine Supcrintendenkur und eine lairi- nische Schule. Stollberg oder Skolberg, eine kleine Stadt, Amt und Schloß im«rzgebir- gischeii Kreise im Churfücstenthume Sachsen. Hier werden viele Tücher verfertigt. Stollberg vder Stolberg, eine Herrschaft im Herzogihume Jülich im wcstphali- schen Kreise, welche unter andern Nahrungszweigen die blühendsten Messing und Dralhfabriken hat. Stollhoffen Stolpe Stolpe Stollhoffen, ein Städtchen und Amt nicht weit vorn Mein in den obern Markgrafschsfr Banden im schwäbischen Kreise. Im Ansänge des spanischen Eucceffionskrieges wurde von hier aus so wohl Ostwärts bis an den Schwarzwald, als am Meine hinab bis gegen WlippSburg, eine Linie gezogen, welche die Franzosen im Jahre 170z»er. geblich bestürmten. Slolniky, Drum, kill Marktflecken und Schloß im Leulineritzer Kreise in Bäh- wen, welche dem Bischöfe von Leur- meritz gehören. btolowice, ein Städtchen und Commrn. lhurey des JohannitcrordcnS in der Woiwodschaft Nowogrodek in Schwarzrußland in Litauen, welche der Fürst NicolauS Christoph von Radzivil im Jahre 161» für feine Familie stiftete. Stolpce oder Skvlpcy, eine kleine Stadt am Flusse Riemen in der Woiwodschaft Nowogrodek in Schwarzrußland in Litauen. Stolpe, eine ziemlich große und wohl gedauete Stadt im Kreise gleiches Nah. mcnS in Hinterpommern. Sie liegt am Flusse Stolpe, welcher hier Schiffbar wird, und hat ein altes landeshcrr- schastlicheS Schloß, eine Cadettenschu- le, eine Prvpstey, ein Fräuleinstift, ein ansehnliches Postamt, zwey lukhe- tische Kirchen und eine rcformirte. Diese Stadt treibt einen starken Handel mitLeinwand, und treibt viele Geschäfte mit Danzig, welche Stadt 14 Meilen von hier entfernt liegt. Hier wird auch schöne Arbeit von Bernstein gewacht, und in der Stolpe werden diele und wohl schmeckende Lachse gefangen. Stolpe» ein Flecken und Amt an der Peene im anklamschen Kreise im preussischen Antheile an Vorpommern, welcher aus einem ehemahligen Benedictl- Utrkloster entstanden ist. Stoneh ZiA Stolpe, ein Flecken mit einem uralten Schlosse an der Oder im stolpirischen oder stolpischen Kreise in der Ukermark im Churfürstenthume Brandenburg. Er hat gewisse Stadtrechle, gehört von alten Zeiten her der Familie von Buch, und von demselben hat der eben genannte Kreis feinen Nahmen. Stolpemünde,«i» Flecken mit einem Hasen an der Mündung der Stolpe im stolpischen Kreise in Hiuterpoinmera, welcher«ebst 12 Dörfern der Stadt Stolpe gehört. Seine Einwohner, welche größte» Theils aus Fischern und Schiffern bestehen, haben das Bürger- recht. Im Jahre 17^3 wurde er von den Russen belagert, aber nicht erobert. Stolpen, ei» Städtchen und Amt an der Wesenitz im meißnischen Kreise im Chur- sürsteuthume Sachsen, welcher außer der Haupt-und Pfarrkirche noch eine Begräbnißkirche enthält. Bey derselben liegt ein Bergschloß mit einer Kirche, dessen Festungswerke die Preussen im Jahre ,7^6 nieder gerissen haben. Alldem Felsen, auf welchem es steht, werden sehr harte Steine gebrochen, und zu Schlagsteinen für Buchbinder und Goldschläger, wie auch zu Probiersteinen gebraucht. Nahe bey Stolpen liegt der Flecken Altstadt. Stolzenau, ein Flecken und Amt an der Weser im churbraunschweigischen A». theile an der Grafschaft Hoya im west- phälischcn Kreise. Er ist der Sitz einer Superintendcntur, und hat drey Mt. tersttze und einen guten Lachsfang. Das hiesige Amt enthält drey Vogteyen. Skvlzenberg, ein Schloß mit einem schönen Lust. und Thiergarten im lands- bergischen Kreise in der Neumark im Churfürstenthume Brandenburg, wel- cheS dem verstorbenen Markgrafen von Schwebt gehörte. Stonehenge, s. Salisbury. Rr r Slony- Stralford, ein großer und wohl g-baueier Flecken in Buckinghamshire in England, welcher zwey Kirchen ent. hälr. Hier werden viele Spitzen gemacht. SlvoS, ein Bergstöcken in der ZipserGe- fpanschaft i» Odernnqarn, in welchem Eisengeudeu befindlich find. In seinem Bezi'ke gibt es drey Eiseiihämmee. Slopicnhrim, ein Flecken, Schloß und ÄM! i» der Balley in Franken. Slvppelberg oder Stapelberg, ein Amt in Westphalcn, von welchem ein Viertel dem Hochfilfce Paderborn, das übrige aber den Grafen von der Lippe gebort. Skoppilie, in der Fenerwerkerey und Ge» schützkunst eine zubereitete Lunte, allerley Feuerwerke damit anzuzünden. In weiterer Bedeutung werden auch die an Statt solcher Lunten eingeführten kleinen blechernen und mit einem schnell trennenden Satze angefüllten Rühre», Kanone» und andere Feuerwerke statt des ZündpuloerS damit abzufeuern, Siovpinen genaunt. Slorazt, der feite, zähe braunröihliche Baliam des Sloraxdaumes, welcher i» den Morgenländern einheimisch ist, uud auch in dem südliche» Europa wächst. Dieter Balsam, welcher zu uns nur verhärtet in Gestalt eines festen Harzes gebracht wird, hak einen starke» und schweren Geruch. Der flüssige Sko- rax, welchen man gleichfalls in unsern Apotheken hat, ist der Balsam eines ganz andern Baumes. Der Nahme, welcher eigentlich Styrax lauten sollte, ist so fremd, als das Produkt selbst. Slvrkor, eine kleine Insel bey der Provinz Blekinqen in Schweden nicht weit von Carlskroiia. Slorkoiv, eine ehemahlige Herrschaft und kleine Stadt im bees- und storkowschcn Kreise im Churfürstenthume Branden» dura deren Einwohner sich von der Sch ss'.ihrt, Bierbrau, Ackerbau und Tuchweberep nähren. Nachdem das vormahlige hiesige Amt mit dem z» Stant- dorf vereinigt worden ist, hak man in dem Annhause eine Leinwand»»,nusac- tur angelegt. Von dieser Stadt hat ei, ne grosse Heide den Nahmen. Stormarn, der südliche Tbeil des Her, zogthums Holstein, welcher zivilchen den Flüsse» Elbe, Siör, Teave im> Billc liegt, und die drey Distrikte West« stormarn, Oststormarn und die Grafschaft Pinlicberg begreift. Er ist v»K Moräste und Seen, und der Überschwemmung sehe unterworfen, Stormfels odeeSliirmteis, ein Amtinib Bergschloß in Oberhessen im oberrheinischen Kreise. Stotel, ein Amt im Herzogkhume Bremen im niedeesächfische» Kreise, weichet eine Meile lang, und eilte halbe Meile breit ist, und an der Weser liegt. Es war ehemahls eine Grafschaft, die ihre eigenen Grafen hatte; aber im Jahre iZLv mit dem Grafen Nudolpbaiit- starben, worauf dessen Witwe das Länd- chen an das Domcap tel z» Bremen»erkaufte. Zu dem Anne Stotel gehöre» sechs Dörfer. Stour, ein Fluß in England, welcher die Grenzen der Provinzen Essex und Snffoik durchströmt, und sich zu Har- wich in das deutsche Meer ergießt. Slvurbridge, ein Flecken am Flusse Emir in Dorsetshire in England, welcher nebst der umliegende« Gegend wegen der Eisenwerke und Glasfabriken, besonders aber wegen der Stricknadeln berühmt ist, welcke die feinsten und besten in England sind. Stow, ein Dorf in Bncklngbamsbire in England, welches wegen des prächtigen Gartens»nd Paklastes des Grafen von Temple berühmt ist. Die hiesigen Gebäude, Pavillons, Obelisken, Sia- tuen, Brullbilder, die so genannten elvsäischen Felder, der Tempel niit dcn Brustbildern berühmter Brittc«, der S tow Stralsu nd Straksuitd Tempel der Tugenden der neuern Zeit i„ Ruinen, die schöne Roiuuda nach der janische« O dnuug, oder der Tempel der Tugenden der Allen, und die unvergleichliche Einrichtung der Grotte» verdiene« vorzügliche Aufmerksamkeit. Skow on the Woulds oder Stow S. Eduard, ein Flecken in Gloucestershire in England, in welchem ein starker Handel mit Hopfen, Käsen und Schafen getrieben wird. Man findet hier eine Freyschule, ein Hospital und ei» Armenhaus. Slra, ein Flicken fünf Meilen von Pa- dua im Gebinde der Republik Venedig, welcher dar prächtigste unter alle» vc- uelianifcheu Landhäusern an der Bren- ta enthält, welches-er Familie Pisa- ui gehört. Sttabane, ein Flecken am Fluss« Col« more in der Grafschaft Tyrone in der Provinz Ulster in Irland, welcher ein fester Schloss hat, und zwey Deputir- te zum Parlamente schickt. Stradauen,«in Amt und guter Flecken am Lazomelfee in Ostpreuffen, in welchem sich ein adeliges Jungfrauenstift befindet. StrakoniH,«ine Stadt mit einem Schlosse am Flusse Woiawa im Prachincr Kreise in Böhmen, welche dem Großprior des JahanniterordenS in Böhmen gehört. Sie hat gute Vieh- und Wochen- märklc. Stralen,«in Amt mit einer kleinen Festung im preussische» Geldern, welche die Franzosen um das Jahr 1672 schleiften. Stralsund, Ltrsil'unckiL, die Hauptstadt des schwedischen Vorpommerns, welche an der Meerenge Gellen liegt, die sich zwischen dem festen Lande von Pommern und der Insel Rügen befindet. Sie ist so wohl ihrer Lage wegen, indem ste ganz vom Seewaffee umgeben ist. und durch Brücken mit dem festen Lande zusammen hängt, als wegen ihrer Werke, Z'7 eine starke Festung, und enthält ,47z Häuser, und 10920 Einwohner. Sie ist der Siy eines königlichen General- starihalkcrS, der königlichen Regierung, dc« königlichen Kriegs> und Lnilera- tionSgerichtS, und der Versammlung-, vrt der Landstände im schwedischen Vorpommern, und hat fünf Kirchen, ein Waisenhaus, ein Militärerziehiingshaus und einen Hasen. Die Hauptkirche zu S. Nicolai enthält einen schönen Tauf« stein und Altar, wie auch viele Grabmahle und Alterthümer; die zu S. Marien aber ist wegen ihrer Bauart, guten Gemählde und vortrefflichen Orgel srhenswcrih. Unter den hiesigen öffentlichen Gebäude» verdienen das Gou« vernemenishauS, das RaihhauS, da- Gymnasium, das Waisenhaus, die Münze, das Commendanten- und Zeughaus, die Magazine, das Zuchl- und Zollhaus, der Skadlweinkeller, und die vor dem Küierrhorr angelegte Wasserkunst in Augenschein genommen z» werde». Die Rath-bibliothek ist wichtig, und wird noch immer vermehrt» und bey dem Gymnasium befindet sich ebenfalls eine Bibliothek nebst einem vortrefflichen Münzkabinette Die Natu- raliensammlung auf dem Rathbause hat der verstorbene Gencralsiatihalter und Ae'chsrath Gras von Löwen mit verschiedenen Seltenheiten bereichert, und eine andere findet man bev dem Apotheker Helwig. Skrali'und hat einträgliche Fabriken in Wolle und Leinwand, Seifenstedercpen, Ledergerbereyen, Ta- bakssabeiken, eine Fayenrcfad, ik, eine Damastfadrik, eine Strumpffabrik, eine Spiegel> und Meublefabrik, eine Spiel- kartciifabrik, starke Branntcweinbrcn- neeeyen, OehlschlLgereven, Licht. und Kerzengießereyen,^- Malzereyen, eine Schiffsrbederey, und treibt ziemliche Handlung. Diele Stadt bat der rugilche Fürst Jaromar I. erbauet. Jm J.>7»4 ZiL Strand Strandrecht erbob König Carl XU. ihren Magistrat i» den Adelstand, und König Friedrich!, dehnte diese adelige Wurde im I. 1720 auch auf die einzelnen Mitglieder des Raihs a»S. Vorzeiten war sie eine der vornehmsten unter den Hansestädten. Im Jahre 1628 wurde sie von dem kaiserlichen General von Wallenstein vergeblich belagert; hingegen setzte ihr Churfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg durch eine Bombardirung, welche i Zoo Häuser einäscherte, im Jahre 1678 so heftig zu, daß sie sich am dritten Tage der Belagerung ergeben mußte, und im Jahre 171; wurde sie von dem verbundenen russischen, dänischen, sächsischen und brandenburgischen KriegS- heere erobert. Den i2ten December des Jahres 1770 wurden durch das Auffliegen eines PulverihurmS am Trieb- secrthore gegen 70 Häuser und die Gast. kirche in einen Steinhaufen verwandelt, wodurch viele Menschen theils ihr Leben, theils ihre Gesundheit verloren. Strand, die Seite des festen Landes, wo dasselbe an das Meer oder an die See anstößt, das Meer- oder Seeufer, welches in der höher» Schreibart das Gestade genannt wird, und die äußerste Seite der Küste, das ist des an der See liegenden Landstriches ist. Stranden, an den Strand getrieben werden. In engerer Bedeutung wider seinen Willen aus der See an den Strand getrieben werden, und daselbst sitzen bleiben, in welchem Verstände oft Walisische und andere große Sccthiere standen. In engstem Verstaube wird dieses Wort von Schiffen gebraucht, wenn sie an dem Strande Schiffbrnch leiden. Strandrecht, das Recht, welches der Grund- und Eigembumsherr eines Strandes oder eines Theiles desselben Hat, die an demselben gestrandeten Güter und Personen als sein Eigenthum anzusehen und zu behalien; welches al- Strangforb StranSborf te Recht noch in manchen Gegenden Niederdeutschlands, Dänemarks u.s. f. üblich ist, wo man dann auch wohl j» dem Kirchengebelhe zu bitten pflege, daß Gott den Strand segnen wollen dagegen an ander» Orten dafür ei» bestimmtes Bergegeld eingeführt ist. Die RechtSregeln in Ansehung des Gkran. des und der an denselben angetriebene« Güter, werden auch da- Strandrecht genannt. Skrangford, ein Flecken mit einem weiten und guten Hasen an der Grafschaft Down in der Provinz Ulster in Irland. Der dabey liegende See Strangford ist ziemlich groß; und ergießt sich in die Boy gleiches Nahmens. Strangulieren, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches so viel als an oder mit einem Strange oder Stricke erwürgen bedeutet, so fern dieses auf der Erde und nicht durch Aufhängung geschieht. Diese Todesstrafe ist bey den Türken sehr gewöhnlich, und vor derselben sind die Paschen, der Groß- vezier, die kaiserlichen Brüder, ja dec Großsultan selbst nicht einmahl sicher. Man braucht hierzu gewöhnlich ein Paar starke Janitfcharcn, die dem Unglücklichen einen seidenen Strick überreichen, den dieser küßt, um den Hals legt, und sich hierauf durch denselben aus eine« sammetnen Kiffen erdrosseln läßt. Stranraiver, ein königlicher Flecken IN Shire of Wigtoun in Südschottland, welcher an der Nordseite einer Landenge liegt, den eine Halbinsel macht. Der Arm der See, welcher an der Nord- seite dieser Erdenge einen Busen macht, wird Loch- Ryan, und der an der Südseite Bay»f Glenlnß genannt. Slrantzdorf, ein Schloß und Markt nicht weit von der Stadt Laa im Kreise unter dem Mannhartsberge im Lande unter der EnS in Oesterreich, welche dem Grafen von Sinzendvrf gehören. Strappaze Straßburg Straßburg Strappaze, ein nur i« gemeinen Leben übliches Wort, welche- aus dem Lateinischen entlehnt ist, und einen hohen Grad abmattender Arbeiten oder Be. schwcrden bezeichnet; daher Slrappaziercn, auf solche Art abmatten. Slrasbcrg, s. Straßberg. Strasbnrg, s. Straßburg. Strasnitz, eine Herrschaft nnd Städtchen am Marchfluffe im Hradischer Kreise in Mähren, welche einem Grafen von Ma- gni gehören. Hier befindet sich ein Schloß und ein Piaristencollegium. Im Jahre litt es großen Brandschaden. I» dem nahe gelegenen Dorfe Petra» ist ein Gesundbrunnen. Straß, ein Markt im Kreise unter dem Mannhartsbcrge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welcher zu der Herr. schaft Scharfeneck gehört. Straß, ein Marktflecken an der Muer im Grätzcr Kreise in Untersteyermark, wrl. cher dem Grafen von LcSlie gehört. Straßberg, eine Herrschaft im schwäbischen Kreise, welche zwischen dem Her. zoglhume Würtemberg, der österreichi- scheu obern Grafschaft Hohenberg und der Grafschaft Vöringen liegt, und der gefürsieten freyen weltlichen Abtey Bu- chau seit vielen Jahrhunderten her ge. hört. Der Hauptort derselben ist Straßberg, ein kleines Städtchen und Schloß an der Schmich. Straßburg, ein katholisches BiSthum, von dessen Landen nur noch ein Theil dieSseit des Rheins zum deutschen Siel- chc, und zwar zum oberrheinischen Krei. se gehört; der Theil von den Landen desselben aber, welcher jenseit des Rheins oder im Elsaß zerstreuet liegt, steht un. 1er französischer Landeshoheit. Die Er. richlnng des BiSthum« Straßburg wird dem fränkischen Könige Dagobert zuge. schrieben, und in das 7te Jahrhundert gesetzt. Es ist in der Stadt Straßburg gestiftet worden, wo auch noch dir Dom- Z'y kirche und das Domcapitcl befindlich sind; der Bischof aber hat, als die Stadt die lutherische Lehre annahm, seinen ordentlichen Wohnsitz in der Stadt Zabern oder Elsaß-Zabern aufgeschlagen. Seit dein» das Elsaß und die ehe- wohlige Reichsstadt Straßburg unter französische Bothmäßigkeit gekommen ist, steht zwar der Bischof von Straßburg mit seinem weltliche» Gebiethe, so weit dasselbe jenseit des Rheins liegt, unter französischer Landeshoheit; ist aber doch noch in Ansehung seiner dies» seit des Rheins liegenden Aemter ein Fürst und Stand des deutschen Reich-, und hat als ein solcher so wohl im Reichs, fürstenrakhe auf der geistlichen Bank zwischen den Bischöfen von Speyer und Costanz, als auf den oberrheinische» Kreistagen, Sitz und Stimme, welche im Jahre 1724 von neuem in Gang kam. UcbrigcnS siebter als Bischof unter dem Erzbischofe von Maynz. Straßburg, e^rgentorLtum, eine Stadt und Festung in Unterelsaß, welche die Hauptstadt von ganz Elsaß und eine der berühmtesten Städte unsers Erdiheils ist. Sie liegt an den vereinigten Flüssen Jll und Brensch, eine Viertelstunde vom Rhein, Ist L20o Toisen lang, und 1200 breit, und wird außer ihrer starken Befestigung durch eine regelmäßige Citadelle, welche im Jahre 1682 zwischen der Stadt und dem Rhein in fünfeckiger Gestalt angelegt wurde, und deren Festungswerke fast bis an den Rhein reichen, und von zwey Fort-, von welchen eins gegen Abend, das andere aber gegen Mitternacht liegt, beschützt. Ueber den Rhein führet«ine hölzerne Brücke, die durch eine Insel in die kleine nnd große abgetheilt wird, und beyde zusammen Z^oo Schuhe lang sind. Den Zugang zu der kleinen, welche nach der Stadt zu liegt, bedecket rinr Aedoute. Das Fort, welches ehr» Z2S Straßburg uiahls auf der Insel war, ist vermöge -e« baadeilsche» Friedens geschleift worden. Aus dem Rdein ist der Schiff- fahrt wegen ein Canal nach der Stadt in die Breusch geleitet worden, welcher der Rheingießen genannt wird. Straßburg enthält gegen 200 große und kleine Straßen, über 4000 Pri- vathäuser, und, die Besatzung ungerechnet, welche zu Frirdenszeiten wenigstens 6000 Mann stark zu seyn pflegte, 43064 Einwohner. So wohl die Bürgerschaft als der Stadtrath bekennen stch Theils zur katholischen, theils zur evangelischen, theils zur reformir- tcn Religion. Die Katholiken besitze» 6 Pfarrkirchen, unter welchen sich die Kaihedralkirche befindet, die zwar ein altes aber bewundernswürdiges Gebäude ist, und einen pyramidenförmigen Thurm hat, dessen HLHeaufLoo Straß, hurger oder 44L Pariser Schuhe geschätzt wird, und dessen Dbcrtheil den Lutheranern gehört. König Ludwig XI V. schenkte dieser Kirche einen prächtigen Alkarschmuck, der^00000 Gulden ge. kostet haben soll, und außer dreyfachen Meßgewand«» und Bekleidungen dcS Altars, a«S sechs großen und schweren Leuchtern bestand. Das Domcapi- tcl bey dieser Kirche besteht aus 24 Personen. Unter den übrigen fünf katholischen Pfarrkirche» gibt eS drey Collegialkirchen, von welchen eine dem Drden der Zohanuiterritter gehört. Außer einem ehemahligen Jesuirercol- kegium fand man hier bis zur Revolution 2 Mönchs und 4 Nonnenklöster. Die Lutheraner besitzen sieben Pfarrkirche», unter welchen sich die Thomaskirche bcßndet, bey welcher rch Cano- uici stehen, und in welcher das zu Pa- »is verfertigte ungemein schöne Grabmahl des Marschalls von Sachte» zu sehen ist. ES besteht aus weißem Mar- «or, und hat drey Figuren von collof- Slraßbirrg sifcher Größe; eine stellet den Tod, dir zweyte den Marschall, und die dritte das betrübte Frankreich vor. Die hiesigen Aeformirtcn hielten ihren Gottes dienst bis zur Revolution theils zn Wol- sisheim, theils in dem pfalz-zweybrü« ckische» Orte Bischweiler. In dem große» Hospitale werden zuweilen gegen 800 Arme unterhalten. Den jetzigen bischöflichen Pallasi hat der Cardinal und Bischof Armand Gasto Rohan im Iah. re»741 prächtig rrbanen lassen. Unter andern öffentlichen Gebäuden verdienen das Münzhaus, der Pallast des ehemahligen Gouverneurs von Elsaß, die Intendanz und das Nitteihaus ge, sehen zu werden. Das Magistratsesl. legium bestehet theils aus Gelehrten, theils aus Kauf- und Handwerksleuien. Die hiesige lutherische Universität ist im Jahre 162a aus einer Akademie, und diese im Jahre>^66 aus einem Gymnasium entstanden. Urbrigens gibt es hier einen anatomischen Schauplatz, einen botanischen Garten, ein Solle- gium, in welchem junge Leute znr lutherischen Kirchen-und Schnlämlern zubereitet werden, eine Aitterakade- mie und eine Artillerieschnle. Der im Jahre 1771 verstorbene berühmte Ge- schichtschreiber Schöpflin hat semekost- bare Bibliothek nebst dem vortrefflichen Antike».und Münzeabinettc der Stadt zum öffentlichen Gebrauche geschenkt. Mau findet hier auch Tuchmanufacui- ren, eine Porzellanfabrik, viele Tabaksfabriken, eine Zuckerläuterung, eine Wachsbleiche, und man verfertigt auch schöne gestickte Arbeit und Spitze»,«ab vortreffliche Gold- und Silbeearbeit. Ueber dieß werden hier jährlich zwey Messen gehalten. Straßburg ist niemahls eine mittelbare, sonder» jederzeit eine unmittelbare Stadt des Reichs gewesen, und dieses bis zum Iah" 1631 geblieben, da sie sich dem fron- Straßburg Straße Mchen Könige Ludwig XlV. durch eiiie Capitulaiion unterwarf, der ihr alle ihre bürgerlichen und gotteZdienst- lichcn Freyheiten bestätigte. Durch den rySwickschen Frieden vom Jahre 1697 begab sich das deutsche Reich aller Ansprüche auf diese Stadt, und trat dieselbe auf beständig an Frankreich ab. Vor dem Thore des weißen ThurmS stand vor Alters ein Königshof, welcher im ichen.Jahrhunderte zerstöret, „nd von Kaiser Carl IV. der Stadt geschenkt wurde. Vor dem Fischerlho- re liegt zwischen der Jll und dem Rhein eine große Insel, welche die Ruprechts, au genannt wird, und stark bewohnt ist, deren Einwohner das Bürgerrecht zu Straßburg haben. Straßburg, eine kleine Stadt im ukcr- oiärkischen Kreise in der Ukcrmark im Cburfürstenlhume Brandenburg, welche a» einem von ihr benannten Bache liegt, der aus dem lauenhagischen See kommt, und bey Nechlin in die Uker fällt. Sie ist der Sitz einer geistlichen Jnspcction, hat eine deutsche und fron. zösischereformirte Gemeinde, und treibt sehr guten Acker-und Tabaksbau. Etraßburg, eine Stadt am Flusse Gurk im salzburgischen Gebiethe in Unter, kärntbcn, welche dein Bischöfe von Eurk gehört, der neben derselben auf einem gegen 90 Klafter hohen Felsen ein ansehnliches Schloß zum Wohnsitze hat. Im Jatzre ,767 wurden so wohl die Felsen als das Residcnzschloß durch ein Erdbeben erschüttert. Hier befindet sich eine Collegiatkirche. Slraßburg, eine Siadt nebst einem Schlosse am Flusse Drednitz in der culmischen Provinz in Wesipreuffen, welche mit vielen Morästen umgeben ist, und eine lutherische Kirche hat. Straße, in der Schifffahrt ein Wort, welches mehrmahls eine Meerenge bezeichnet. (IV. Band.) Straße Strauß Z», Straße Davls, eine sehr breite Meerenge aufdcr westlichen Seite der Nord- polarländer, welche Grönland von den amerikanischen unbekannten Ländern scheidet, und ihren Nahmen im Jahre iLZL von Johann DaviS, einem Engländer, erhalten hat. Straße von Caffa, s. Caffa. Straße von Gibraltar, s. Gibraltar. Straßenfahrer, in einigen Seestädten eiir Schiffer, welcher durch die Straße bey Gibraltar in das mittelländische Meer schifft. Straßwalden, ein Amt und mäßiger Ort im Erzstifte Salzburg, welche von Lauf- fen aus gegen Morgen nach den österreichischen Grenzen zu liegen. Slratford, ein Flecken am nördlichen Ufer der Flusses Avon in der Provinz War« wick in England. Stratherne, eine Provinz in Südschottland, welche zwischen Pcrth, Fife, Menthcit, Broad- Albain und Athol liegt. Sie ist voll Berge und Wälder, wird von dem Flusse Earn oder Erne durchströmt, und gehört z» der Graf- schaft Perth. Strath-Navern, eine Provinz inNord- scholtlaiid, welche gegen Osten an Caith- ucß, gegen Süden an Soulherland und RoS, gegen Westen und Norden aber an das Meer stößt. Diese Landschaft ist kalt, und voll Berge und Seen, und wird von dem Fluß Navern durchströmt. Der altere Sohn des Grafen von Ssntherland führt den Titel von derselben. Der Einwohner Nahrung besteht in der Viehzucht. Stralton, ein Städtchen in der Land» schaff Cornwall in England. Slraubing, Ltraubintza, eine schöne, ziemlich große und volkreiche Stadt in Niederbayern, 6 Meilen van AegenS- dvrg. Sie liegt an der Donau, über welche eine Brücke führt, und enthalt eine schöne Collegiatkirche, ein altes Straußb Strehle« Z3S Strauf Straußb Schloß, Nahmens Azelburg, welches vom Hochstifte Regensburg zu Lehen geht, eine chursürstliche Regierung, und ein Okermaulhamt. Unter den hiesigen Klöstern sind die Karmeliter-und ttrsulinerklöster, ingleichcn das Colle. gium der vormahligen Jesuiten, sehens- würdig. Im Jahre 1742 wurde diese Stadt von den Oesterreichern beschossen, und im Jahre 174Z durch einen Vertrag eingenommen. Strauf oder Strauchhayn, ein altes und wüstes hohes Bergschloß, im sachsen- hildburghausischen Antheile am Für- stenthume Coburg, auf welchem Poppo XIII., Graf von Hennebcrg, wohnte. Slraupitz, ein schönes Schloß undHerr- schasl an der Spree im lübberschen Kreise im niedern Markgraflhume Lausitz, welche der adeligen Hochwaldischen Familie als eine Slandesherrschaft unter chursachsischer Hoheit gehören. Strauß, der Nahme des größten unter allen Vögeln, welcher zu den Sumpf, vögeln mit kurzem Schnabel gehört, nur zwey Zehen hat, überaus schnell laust, hingegen wegen seiner kleinen Flügel zum Fliegen ungeschickt ist. Er ist in Arabien und Afrika einheimisch, und lebt von Kräutern und Feldfrüch- len. Straußberg, eine nahrhafte Stadt in der Mittelmark im Churfürstcnthume Brandenburg, welche an einem See Nahmens Strauß liegt, und eine al- te Burg, eine Bvymanufactuc, und viele Tuchmacher zu Einwohnern hat. Hier befindet sich auch eine geistliche Jnspection. Mit dem hiesigen See trug sich den i6ten Januar des Jahres 177«) eine besondere Begebenheit zu. Die ganze Oberfläche desselben wurde mit einer rochen Farbe überzogen, womit man auch zur Noth färben könnte; nach eingefallenem Frost aber verzog sich diese Farbe schon ziemlich. Es war das dritte Mahl, baß man dergleichen an dem. selben wahrgenommen hakte. In, Iah, re i,7Z7 bemerkte man ebenfalls diese rothe Farbe, und im Jahre 17^2 ei. ne grüne, dies» flüssig war, daß nia» damit schreiben konnte. Straußberg, eine kleine Stadt, fester Schloß und Amt auf einem Berge i« fürstlichen schwarzburg-rudolstädtischen Antheile an der untern Grafschaft Schwarzbnrg, Z Meilen von Nordhausen gegen Westen, welche ein mapnz!» schcS Lehn sind. Das Schloß dieses Nahmens ward im Jahre 1761 von den Franzosen als ein Paß von der Grafschaft Hohcnstein auf Mühlhauscu besetze, und soll dem churbraunschwei- gischen verwüsteten Schloß Schwarz- fels auf dem Harze ziemlich gleich seyn. Straza, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Troki im eigentlichen Litauen. Strehla, eine kleine Stadt an der Elbe, Z Meilen von Meisten, und eben s« weit von Torgau im meißnischen Kreise im Churfürstrnrbumc Sachsen, Sie hat ein schönes Schloß, und gehört einem Herrn von Pstug. Hier führt eine Fähre über die Elbe. In der Gegend dieses Städtchens hatte ein preussischer Corps Truppen im Jahre 1760 ein verschanztes Lager, und es kam daselbst zwischen demselben und den vereinigten kaiserlichen und Aeichsarmeen zu einem Gefechte, in welchem beyde Theile gewisse Vortheile und Einbuße erlangten und erlitte». Stressten, eine schöne aber nicht große Kreisstadt, am Flusse Ohlau im Für- stenlhume Brieg in Niederschlesien. Sie hat ein Schloß und lauter steinerne Häuser; und hier werden g»te Barchente und Tücher gemacht. Die Lutheraner besitzen die Pfarrkirche, üe so genannte pohlnische Kirche,»ist eine gute lateinische Schule. Die Felder um diese Stadt bringen vieles Kar» Strehlitz StreliH Strclitzen und Wcitzcn hervor; auch haben die Einwohner von den nahen Steinbrüchen guten Nutzen. In dem benachbarten Dorfe Hnßittetz haben sich evangelische Böhmen niedergelassen. Als König Friedrich H. hier im Jahre 1760 sein Hauptquartier harte, sollte er durch Verrälberey des Barons von Wargolsch aufgehoben werden; als aber der evan. gelilche Pfarrer Schröter zu Schönau dieses Vorhabe» entdeckte, wurde es verhindert. Strehlitz, s. Grvßstrehlitz und Klcin- strehliy. Streiche, im Fesinngsbaue diejenige Seite eines Bollwerks, welche die Faße mit der Cortine verbindet; dieSlrcich- linie, die Flanque. Strcichliiiie, s. Streiche. Skreilberg, ein Marktflecken Bergschloß und Amt im Oberlands deS Fürsten- thums Bayreuih im fränkischen Kreise, welche ganz vom Bislhnme Bambcrg umgeben find. In dieser Gegend wird gelber Marmor gebrochen. Skrclcnhof, s. Slrelna-Müsa. StreliH, Altstrclitz, eine kleine offene aber ziemlich gebaucte Stadt in der Herr. schüft Stargard, im herzoglichen mek. ienbiirg-strelitzischen Antheile am Her. zogihnilie Meklenburg. Sie liegt an einem großen und fischreichen See, Z Meile» von Ncilbrandenburg, gegen die märkischen Grenzen, und diente ehemahls der jüngern herzoglichen mecklenburgischen Linie znr Residenz; als aber das Schloß im Jahre 17 iZ abbrannte, ward nicht weit davon, an einem Orte der sonst Güenke hieß, ein anderes Refideiizschloß erbauet, und bey demsel. den im Jahre>7ZZ die regelmäßige Stadi Neustrelitz angelegt. Mit der Z-lt solle» Alk. und N.ustrelitz vereinigt werden; jetzt aber hat noch jede dieser Siau ihren besondern Magifi-at Die Herzoge von Mrcklrndurg-Strelitz Strengn Z2A hatten ehemahls mit den Hcrzoaen von Schwerin wegen der Landeshoheit viele Streitigkeiten, die endlich im Jahre i/LL durch einen Vergleich gehoben wnroen. Streichen, bey den Russen der ehemahlige Nahme einer Art von Soldaten zu Fuß, die sich öfters anf 4000V Mann beliefcn, und sich fast anf eben oen * Fuß, als die Janilscharen in der Tür- key gesetzt hakten. Sie begingen greuliche Ausschweifungen, empörten sich zum öfter», und setzten so wohl die ruf, fischen Monarchen, als das Reich selbst, vielfältig in die äußerste Gefahr. Peter I. schwächte sie daher, und hob sie endlich gänzlich auf. Streckn, s Pelropawlowskaj» Krepost. Streckia, Strclna Müsa, ein kaiserliches Lustschloß und Garten 16 Werste von St, Petersburg im europäischen Rußland, welche in der Gegend liegen, wo der Fluß Streck,« in die Ostsee fällt. Peter I. wollte ein anderes Versailles daraus machen, eS ist aber nicht zu Stande gekommen. Es liegt auf einer Höhe, beherrscht eine weite Aussicht über den finnischen Meerbusen, und wird auch sonst Streh,enhof genannt. Strengberg, ein Markt an einem Gebirge gleiches Nahmens im Kreise ob dem Wienerwalde im Lande unter der Ens in Oesterreich. Strengnas, Slregnas, 8treZneliL, ei- ne Stadt am See Mälar tn Snder- manland in Schweden 8 schwedische Meilen von Stockholm. S,e ist ein bischöflicher Sitz, und bat rine kostbare Dsmkirche, mit verschiedenen merkwur, digen Begräbnissen, besonders von König Carl IX., dessen beyden Gemahlinnen, und dem Herzoge Carl Philipp von Südermonland, und enibä» auch das fürstliche pfälzische Grab. Ueber dieß verdienen die beyden Andiroria deS Gymnasiums, welches im Jahre»626 Ss 2 z24 Strich Striega» angelegt würbe, die Bibliothek und der Reichssaal, in welchem Guilav II. im Jahre iZZZ zum Könige erwählt wurde, gesehen zu werden. Jhr Bischofge- hört unter den Erzbischofe von Upsal. Strich, in einigen Gegenden der Nahme eines Maßes trockener Dinge, vornehmlich des Getreides. So ist der Strich ein bekanntes Getreidemaß in Böhmen, welches 4 Viertel, 16 Mäßel, oder 192 Seidel hält. Strikte, genau, streng, eigentlich, richtig, in eigentlichem Verstände. Strickverdeck, auf den Schiffen ein aus Stricken geflochtenes Netz, welches zuweilen über das Schiff gezogen wird, um das Entern zu verwehren. Stridova, 8trickoliia, 8triZova, ein Marktflecken nicht weit von der Muec in der Salader Gcspanschaft in Nie- derungarn, welcher vormahls ein fester und haltbarer Ort war. Er soll der Geburtsort des heiligen Kirchenlehrers Hiervnymus seyn, welchem zu Ehren auch eine Kirche aus einem Hügel er- bauet wordeuist, wohin viele Wallfahrten geschehen. Die Einwohner bauen gute Weine. Striegau, Strigau, sti^ovia, eine ziemlich große Kreisstadt im Fürsten- thume Schweidnitz in Schlesien 7 Meilen lvon BreSlau. Sie liegt an dem Wasser Czisla, welches, auch das siri- gauische Wasser heißt. Die hohe und große Kirche zu S. Petri und Pauli, welche die höchste in Schlesien ist, be. sitzen die Malthescrritter, nebst der hiesigen Commcnthurey. Ucbrigens findet man hier ein Kloster der Carmeliter- mönche, eine weibliche Abtey Bcnedicti» ncrordens, und eine-evangelische Kirche. Ehemahls war die hiesige Siegel- erde, welche aus dem Georgenbcrge gegraben, und mit drey Bergen bezeichnet wird, beliebter, als jetzt. Im Jahre»74Z stel zwischen dieser Stadt und Strkvali Strömsöe Hohenfriedberg ein Haupttreffen vor, in welchem das preussische Kriegsherr über das vereinigte österreichische und sächsische Kriegsheer einen großen Gier erfocht. Strivali, 8tropka6es, klotas, zwey kleine Inseln des jonischc» Meeres bey Griechenland gegen die westliche Küste von Morea, welche von griechischen Mönchen bewohnt werden, die hier ein wohl befestigtes und mit Stücken versehenes Kloster haben. Die größte davon ist sehr fruchtbar an Weintrauben und andern schönen Früchten; auch hat sie viele Brunnenquellen. Strömlings, ein Lustschloß in der Pro. vinz Upland in Schwede» nicht weit von Drottningholm, welches die Königinn Hedwig Eleonora anlege» ließ. Strömöe, die größte unter den fäcöischen Inseln in Norwegen, welche 6 Meilen lang, und 2 Meilen breit ist. Auf derselben liegt Thorshavcn, eine Stadt, und der Sitz eines königlichen Landvogts. Sie hat einen schönen Hafen, welcher von einem Costell bedeckt wird, undei- ne kleine Schule, welche König Christian III. von Dänemark gestiftet hat. Auf eben dieser Insel war vorzeitrnja Kirkeböe ein bischöflicher Sitz, wo jetzt ein Propst ist, der unter Seeland gehört. Strömshvlm, ein königliches Dominial- gut am Mälarsee in Westermanland i» Schweden anderthalb Meilen von Kio- ping. Es hat eine neu erbaucte Kirche und ein prächtiges Schloß, welches die Königinn Hedwig Eleonora bauen ließ. Strömsöe, ein artiges Städtchen am Meerbusen des großen Flusses Dram- mc» im Stiftsamke Chcistiania in Norwegen. Es werden aus demselben große Menge Breter, Balken und Eises ausgeführt; daher der dasige Zoll einträglich ist. Unweit Strömsöe wardm Jahre 1729 ein Silberdergwerk entdeck-- Stromberg Stromboli StrSpk» Z2F Strömstabt Im Flusse Drammen liegt auch die In. sel Langöe, auf welcher guter Marmor gebrochen wird. Slrömstadt, Stromstadt, eine Stapel- stadt in der norwegischen Provinz Christian!« oder Aggerhuus, welche von Ud- dewala und von Fciedrichshald 7 Meilen entfernt ist, und der Krone Schweden gehört. Sie hat einen er- giebigen Hummer- und Austernfang. Am Listen September des Jahres 17^1 schlössen die Dänen mit den Schweden in Ansehung des schwedischen und dänischen Lapplands, hier einenGrcnztractat. Ströpke, ein Dorf im Fürstenthume Halberstadt eine Meile vou Halberstadt, welches mntcr des dastgen Domcapitels Amt Zilly gehört. Die Einwohner des- selbe» besitzen eine große Fertigkeit im Schachspiele, und sind verpflichtet die- se Wissenschaft unter sich z» erhalten, und auf ihre Nachkommen fortzupflan» zen, um welcher willen sie von allen Anlagen befreyct sind, und nur alle Mahl dem neuen Fürsten bey der H»l- Ligung cine Schachtafel und Steine von Silber verehren. Wenn ein Fremder Lust bat, Schach zu ziehen, so setzt ei« ncr von ihnen öffentlich mit ihm an. Sttojanow, eine Stadt im Beizer Ärei» se im Königreiche Galizien. Stroms, eine von den orcadischcn Inseln nahe an der Küste von Caithneß bey Nordscholtland, welche dem Grr. se» von Caithneß gehört. Strombcrg, eine kleine Stadt, Schloß und Obcramt an der Gilbach in dem Furstenthume Simmcrn im oberrheinischen Kreise. In der umliegenden Gegend wird Eisen, Bley, Silber, schwarzer Marmor und Krystall gefunden. Slrvmberg, eine kleine Stadt, Amt und Schloß im Bisthume Münster, zu welchem sie seit dem Jahre i?Z2 gehört. Der Bischof von Münster verlangt als Burggraf;» Stromberg auf den Reichstagen im Fürsteneolleginm Sitz und Stimme. Hier war ehemahls der Sitz der alten Burggrafen. Die davor liegende Freyheit wird zum St-inwege genannt. Stromboli»derStrongoli, StronZ^ls, eine von den liparischen Inseln auf dem toscanischen Meere, welche am weitesten gegen Norden liegt. Sie hat zwar einen fruchtbaren Boden, aber einen be. ständig Feuer auswerfenden hohen Berg. Der Feuerschlund befindet sich nicht auf dem Gipfel des Berges, sonder» weit unter demselben; wiewohl eigentlich die ganze Insel ein Berg ist, der sich auf ei» Mahl und steil au« dem Meere erhebt Man kau» ihn i» einer Entfernung von LL Seemeile» erblicken, und des NachkS seine Flammen noch weiter sehen. Slrongoli, 8tronZ)-Us, eine Stadt auf einem sehr hohen Felsen in Calabria cilra in Neapel, welche den Titel eines Fürstenthums hat, den das Hans Cam. piiello führt, und der Sitz eines Bischofs ist, der unter dem Erzbischofe von S. Scvcrina steht. Sie hat eine Kathedral« kirche und drey Pfarrkirchen. Strongoli, s. Stromboli. Stronj'a, eine von den oreadifchen In- sel» bey Nordschottland, welche sechs Meile» lang, und drey Meilen breit ist, ri»en gute» Hafen hat, und fruchtbar und wohl bewohnt ist. Die daneben lie. gende Klippe Ouikerie oder Auskerry ist wegen des guten Fischfanges zu be. merken. Strophe, ein aus dem Griechischen ent. lehntes Wort, einen Abschnitt in einem Gedichte zu bezeichnen, nach dessen En. de die Melodie und die Versart wieder von vorn angefangen wird. Stropko, Slropkowe, ein Marktflecken in der Scmvliner Gespanschafk in Ober. „ngarn, welcher gute Nahrung und ei. nen adeligen Sitz, eine katholische Pfarr« Z26 Slroppen Slru Sz ow Strufe kicche imd ein FranciScanerkloiker bat. Er gehörte den Glasen Peihö, welche im Jahre 17SL auSgestorben sind. Bey demselben befindet sich ein schöneSSchtoß. Slroppen, ein offenes Städtchen in einer angenehmen Gegend i»i Fürlkeiilhume DelS in Schlesien, welche eine evangelische Pfarrkirche und Schule hat, und 6 Meilen von BreSlau liegt. Strvud, ei» Städtchen jenseit des Fluss scs Medway im Herzogthume Kent In England, welcher mit Rechtster und Chacham dergestalt zusammen hängt, daß alle Z nur eine lange Straße von Z engländischen Meilen ausmachen. Stroud, ein Marktflecken am Flusse gleiches Nahmens in Gloucestershire in England, welcher wegen seines Tuchs, und besonders wegen des scharlachfarbe- ncn berühmt ist. Strudel, der Ort in einem Wasser, wo sich daS Wasser mit einem Geräusche in einem Kirise drehet, um sich in einen auf dem Grunde befindlichen Abgrund zu stürzen; wodurch sich ein Strudel von einem Wirbel unterscheidet. Dieser besteht bloß in einer kreisförmigen Bewegung, welche auch von Klippen uneer der Wasserfläche, widrigen Sirö- men u. s f. herrühre» kann; jener seht einen Abgrund voraus, in welchen sich das Wasser mir einer kreisförmigen Bewegung stürzt. Indessen werden beyde im gemeinen Leben häufig verwechselt, da mau denn auch wohl die kreisförmi. ge Bewegung des Wassers unter und nach einem Wasserfalle einen Strudel zu nennen pflegt. Slruinien, ein Städtchen in der Woiwodschaft Brfestz in Litauen. Elrumilcze, eine Stadt im Beizer Kreise im Königreiche Galizien. Skruse, IN Preussen und Rußland ein Nahme gewisser platter Flußschiffe, mit welchen man in Peeuffen Holz, Steinkohle» und Stroh auf den Flüssen hinab S t u b b e k i i p führet. Die Slrusen. deren sich die Russen auf der Wolga bedienen, habe,! die Gestalt großer Schüren, sind mit Hütten und Luden versehen, haben Ruder und Segel, und werden auch zu«, Kriege gebraucht. StruSzow, Striisow, eine offene Stadt im Lemberger Kreise im Königreiche Ga- lizie». Stehen, eine kleine Landschaft in Süd- holland in den vereinigten Niederlanden, welche ihren Nahmen von dem großen und ansehnlichen Dorfe Stryci, ha,, welches im Jahre 17^9 eine gr°- ße Feuei'Sbrunst erlitt. Gleich darneben ist die Schleuse Stryensche- SaS, durch welche sich das Wasser«uS dem Lande Stryen in Hollands> Diep ergießt. Hier gehl die gemeiue Fähre über HollandS- Diep nach Moerdyk, welche die Ueber« fahrt aus Holland»ach Brabant ist. Stryi, eine Stadt im Samborer Kreist im Königreiche Galizien. Slrykoiv, eine Stadt i„ der Woiwodschaft Ltntschitz in Großpvhlen. Sttymvn, ein Fluß in Romanlen, welcher auf dem Gebirge PaugaruS entspringt, und sich i„ das ägeische Meer ergießt. Strzidro Mies, eine königliche Stadt am Flusse Mza im Pilsner Kreise in Löh« men, welche ihren böhmischen Nahmen, welcher Silber bedeutet, daher bekomme» hat, weil man bey der Grundlegung ihrer Mauer Silber fand. Strzyszow oder Strziszow, eine offene Siadt im Pilsner Kreise im Königm- che Galizien. Skubay oder Stubey, ein drey Meilen langes Thal im Viertel Eisack in Tyral, welches verschiedencDöcfer und daSKlo« sierNcustift enthält, welchemeS gehört. Slubsiekioping, eine kleine Stadt aufder dänische» Insel Falster, welche einen -Uten Hafen hat, aus welchem über den Siubbenkammrr Stuhl Grünsensund nach Moen zu, einiger Handel getrieben wird. Slubbenkammer, ein hohes Vorgebirge auf der Halbinsel Jasinund nicht weit von der Insel Rügen im schwedischen Vorpommern. Es bestehet auS lauter Areide, und oben darauf befindet sich ein großer Wald, der sich aufeine Mei> le Weges erstreckt, und der Stubniü oder Stubbenitz genannt wird. In einer Höhle dieses Gebirges hielten sich die beyden Seeräuber Störtebecker und Göltge Michael auf, bis sie endlich im Jahre 1402 von den Hamburgern gefangen und getödtet wurden. Stuckenbrsick, ein Strich Landes im Hochstifke Paderborn im wesiphälischen Kreise. StudemH, ein adeliges Fraucnstrft Do. minicanerordenS im Cillyer Kreise in Untersteyermark, dessen Vorsteherinn eine Prioriun ist. Bey demselben liegt ein Markt, und es gehört demselben auch die Herrschaft Freystem. Student, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, denjenigen zu bezeichnen, welcher sich auf einer Universität oder hohen Schule den Wissenschaften widmet; zum Unterschiede von einem Schüler oder Gymnasiasten. In den katholischen Schulen bekommen auch die Schüler der niedern lateinischen Schulen den Nahmen der Studenten. Studienica oder Studenica, ei» Städtchen am Dniester in der Woiwodschaft Podol in Kleinpohlen. Stufeujahr, jedes siebente Jahr der menschlichen Lebens, weil in demselben alle Mahl eine merkliche Veränderung in dem Körper vorgehen soll; daher eine solche Zeit von sieben Jahren auch eine Stufe genannt. Stuhl, im figürlichen Verstände der Sitz O>eS geistlichen oder weltlichen Regenten; ungleichen eines Richters oder eines ÄerichtS. In Sicbenbirgcn werden Stuhl w rissen bürg Z27 die kleinen Distrikte oder Landesbezirke, in welche die Gespanschafken eingetheilt sind, Stühle genannt. Stuhlweiffeiiburger Gespanschaft, eine Landschaft in Niederungaru, welche ihren Nahmen von der Sradt Siuhlweis- senburg führt. Ihre Länge beträgt nicht über ro, und die Breite nur bis 8 Meilen. Der größte Theil derselbe» besteht aus lauter Ebene», die aber mit vielen Seen und Sümpfen unterbrochen werden. Gegen Norde» wird sie von Gebirgen bedeckt, welche ant dicken Eichenwäldern bestehen, und Bakony unb Wcctcsch(Vertes) heißen. In diese» Wäldern wird nicht nur viele Potasche gesotten, sondern man mästet auch große Herden Schweine. Die Viehzucht überhaupt ist hier eine dek Hanplbemü« hungc» des Landmannes, die eben so gesegnet, als der Ackerbau, ist. Auch die häu gen Hügel sind mit Reben bepflanzt; der Wein aber muß seinen Nachbar» weichen. An Obst, Gartengewächsen, und allerhand Lebensmitteln ist hier kein Mangel; an Fischen aber ein Ueber» flnß. ES wird auch hin und wieder rother Marmor gebrochen, und in Bo- daik entspringen mineralische Quellen, die zu Badern gebraucht werden. Die Einwohner find Ungarn, einige Deutsche und Slawen. Sttchlweiffenburg, Szckes- Fejer. Var, retzglin, eine königliche Feevstadt in der Gespanschaft gleiches Nahmens in Niedernngarn. Sie liegt an einem morastigen Qrte, den der Fluss Sarwitz macht, ist nicht nur wegen ihrer Lage fest, sondern war ehemahls auch mit ander» starken Festungswerken versc. hen, die aber im Jahre 1702 geschleift wurden, und zählt riooo Einwohner. Von der Stadt aus gehen drey sehr drei. te Damme, zwischen welchen Kirchen, Häuser, Gärten und Wiesen liegen, sodass daselbst, als in Vorstädten, mehr G t ü h l i»l g Stühlingen Gturmbock Z28 Stühche« Leute wohnen, als in der Stadt selbst. Vorzeiten wurden hier die Könige gekrönt, und gemeiniglich auch begraben. Stuhlweiffenbnrg ist auch der Sitz eines Bischofs und eines Domcapitels, und hat ein ehemahliges Jesuitercolle- gium und Gymnasium, ein Franristta- ner- und ein Carmeliterkloster. Uebri- genS ist diese Stadt nicht mehr so blühend, als sie ehemahls war. Im Jahre 1490» wurde sie vorn Könige Maximilian eingenommen und geplündert. Zm Jahre 1540 ward sie von den Kaiserlichen, drey Jahre nachher aber von den Türken erobert. In den Jahren 1L8.Z, iLy8 und 1,599 belagerten sie die Kaiserliche» vergebens, und im Jahre l6vi ward sie zwar von denselben ringenowmen, ihnen aber gleich im folgenden Jahre von den Türken wieder abgenommen. Im Jahre-688 gerielh sie in die Gewalt des Kaisers. Stübchen, der Nahme eines sehr alten und weit ausgebreiteten Maßes so wohl flüssiger als trockener Dinge, welches gemeiniglichvier Maß, Quart oder Kannen halt, und so wohl im Oberdeutschen als Niederdeutschen gangbar ist. Srübeckshoni, s- Stüpshorn. Etliber, eine niederdeutsche Scheidemünze, welche gemeiniglich Kreuzer oder Pfennig hält. In Holland machen LO Srüber einen Thaler CassengrlS, 20 aber einen Gulden; in Eleve machen 60, und in Ostfriesland 54 Stüder einen Reichsthaler. Sn'chlingen, eine Laudgrasschaft im schwäbischen Kreise, welche am Flusse Wutach liegt, der in den Rhein fließt, und an die gefliestere Grafschaft Klettgau, den schweizerischen Canton Echafbou- sen, des deutschen Ordens Dmt Bln- menfcld, die Grafschaft Bvndorf und «» das Breisgau grenzt. Sie ist ungefähr 2^ Meile lang, und 1^ Meile hreit, und ist durch Hriraih von den Grafen von Pappenheim an das Haus Fürstenberg gekommen. Der Haupiort derselben ist Slnhlingen, ein Schloß und fürstliches Residenzstädtchen am Fluss- Wutach, an der Grenze des schweizerischen Cantons Schafhausen, wo jetzt der Fürst von Fürstenberg. Siühlingcn seine Hofhaltung und Residenz hat. Skum, eine Stadt und Schloß in dcr ma- rienburgischen Provinz in Westxrcuffen. Stumsdvrf, ein gleich darbcp liegender Ort in der marienburgischen Provinz, wo im Jahre 16ZL ein Friede zwischen Pohlen und Schweden geschlossen wurde. Sluiidenbret, in der Schifffahrt eine hölzerne Scheibe, aufwelcher die,g2 Wind. striche verzeichnet sind, und welches der Steuermann am Mäste hangen hat, die Zahl der Stunden, wie lange der Wind eine und eben dieselbe Richtung behalten hat, daran zu bemerken; bey den Holländern das Uhrbord. Slupinigi, ein königliches Jagdschloß im eigentliche» Fürstenthume Pjemoot 4 italienische Meilen von Turin. Es ist wegen seiner Gebäude, Gemählde, Gärten, Ställe u. s. f. sehenswcrlh. DaS schönste Stück aber ist hier der mittlere Saal, welcher vortrefflich en fresco gemahlt ist. Grura, der Nahme dreyer Flüsse in der Lombardie. Der eine befindet sich in Montferrat, und ergießt sich beym Flecken Ponte di Siura in den Po. Der andere, an den saveyischen Grenzen, fällt oberhalb Turin in den Po. Der dritte, in der Grafschaft Nizza, läuft zu Cherasco in den Tanaro. Sturm, ein hoher Grad des WindeS, dessen nächster und höchster Grad ein Orkan genannt wird. Sturmbock, ein schwerer, großer, vor»« it Eisen beschlagener Balken, dessen man sich vor Erfindung des schweren Gesch»- Stukinbrück« Stuttgart tzes bediente, bey und i» dem Sturm- laufen die Mauern damit einzustoßen. Eturmbrücke, bewegliche hölzerne Thürme. welche man nah« an die Mauern schob, und hierauf eine Brücke auf dieselben fallen ließ, die Mauern aufsol- che Art zu ersteigen. Sturmdach, ein bewegliches Dach,»n- ,er dessen Schutze stob die Stürmenden den Mauern naheten. Smrmfahne, ehemahls diejenige Fahne, mit welcher die Truppen in das Gefecht geführt wurden. Die Reichs-Siurm- fahne war diejenige, welche ehemahls die Grafen von Würtemberg führten. Slurminster, ein Städtchen in Dorset- shire in England, welches am Flusse Stonr liegt, über welchen eSeineschö- ne Brücke hat. Sturmleiter, eine Leiter, aufwrlcher die zum Sturme bestimmten Truppen die Wälle und Mauern zu ersteigen pflegen. Slurmpfahl, ein Nahme, welchen ehemahls die Pallisaden führten, ehe die- ses französische Wort gangbar wurde, weil sie zur Abhaltung des stürmenden Feindes dienen. Stuttgart oder Gluttgarbt, die erste Haupt- und Residenzstadt deS Herzog- »huins Würtemberg im schwäbischen Kreise, welche in einer angenehmen Gegend am Nesenbache liegt, der eine Stunde unterhalb derselben in den Nk. ckar fließt. Sie ist der Sitz der Landesregierung, enthält r 787 Häuser, zählt, die Garnison und Universität ungerechnet,»Zo>, Einwohner, und hat io Kirchen, unter welchen sich eine resor- Mirtc und eine katholische befinden. Die Giadt an sich selbst ist nicht groß; ste hak aber zwey wohl bebauet« Vorstädte, welche die reiche und Eßlingee Vor- stadlgenanntwerden. DerschönsteTheil derselben ist die reiche Vorstadt, welche iioo Häuser und gerade und breilk Stra» (lV. Band.) Stuttgart ZLy ßen enthält. Die Grafen und Herzoge von Würtemberg haben hier seit dem Jahre lZ2l ihre Residenz gehabt; und obgleich Herzog Eberhard Ludwig dieselbe im Jahre 1727 nach LudwigSburg verlegte, so versetzte sie doch Herzog Carl Alexander im Jahre»7ZZ wieder hierher. Das neue Residenzschloß, welches im Jahre 1746 zu bauen angefangen ward, ist im Jahre i768d»rchdcn Brand sehr beschädigt worden. Das alte fürstliche Schloß ist zwischen den Iah, reu iLLZ und 1L70 erbauet worden. Bey demselben befindet sich das Kanzel- leygebäude, und auf der andern Seite des Schlosses gegen Morgen ein Thiergarten und LusihauS, welches letzte als ein künstlicher Bau bewundert wird; denn dieses von Quaderstücke» aufgeführte und im Jahre ILL4 gegründete Gebäude hat zwey Stockwerke, und eben so viel große Säle, von welchen der obere 201 Schuh lang, 70 breit»nd L i hoch ist, und hat eine gewölbte De- cke, welche auf keiner Säule ruhet. Dieser Saal ist zu einem Opernhause eingerichtet worden. Der so genannte neue Bau, an der MitlagSseite des alte» Schlosses, welcher zwischen den Iah- ren i.zyy und 1609 aufgeführt ward, und in welchem unten ei» Theil des fürstliche» MarstalleS, in der Mitte ein großer Saal zu Feperlichkeiten, und über demselben eine Rüstkammer war, brannte im Jahre 17Z7 ab. Die Kunst, und Naturalienkammer ist jetzt in dem so genannten Prinze»ba»e. In dem Landschaftshause versammeln sich die Aus- schüsse der würtembcrgische» Landschaft; und in demselben werden Landtage gehalten. Man findet hier über dieß eine Militärschnle, welche die CarlSakade- mie genannt wird, und im Jahre 178t zu einer Universität erhoben ward, eine Mahler- und Bildhauer,ckademie, wel, che vorher in Lndwigsburg war, ein« Zzo Stsk Stylisierrn Styrum Subdlae Sternwarte, außer der oben genannte» Kunst, und Naturalienfammlung auch eine wichtige herzogliche Bibliothek, ein KomödienhauS, ein Opernhaus, ein Gymnasium illustre, ein Waisenhaus, ein Frauenzimmer- Erziehungsinstitut, eine Münze, eine französische lutherische Gemeinde, eine französische refor- miete Gemeinde und eine Supcrinken- bentur. Die neuen Cafernen gehören zu den ansehnlichsten Gebäuden in der Stadt. Der Graben zwischen der Stadt und ihren Borstädten ist zugeworfen wok- den. I» der hiesigen Seidenmanufactur werden allerley Zeuge, Strumpfe und Bänder verfertigt. Uebrigens werde» in dieser Stadt jährlich zwey Messen gehalten. In den Jahren 1688, 169z und 1707 hat sie viel von den Franzosen erlitten, und im Jahre 1761 er- fuhr sie beträchtlichen Brandschaden. Das Amt Stuttgard hat beträchtlichen Weinwachs, ein heilsames Bad, und begreift no Pfarren. Styl, ein aus dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, die Art und Weise zn bezeichnen, wie man seine Gedanken ordnet und vorträgt, der Vertrag derselben durch Worte, die Schreib, art. In weiterer Bedeutung wird dieses Wort auch von den übrigen bildenden Künsten gebraucht. So schreibt man einem Componisten, einem Mahler u. f. f. einen Styl zu, so fern sie durch ihre Werke ihre Gedanken gleichfalls ausdrücken. Stylist, im gemeinen Leben, doch nur in engerer Bedeutung, eine Person in Ansehung des ungebundenen Styls, welchen sie schreibt. Man sagt, es sey je, mand ein guter, ein schlechter Stylist, wenn er in ungebundener Rede gut oder schlecht! schreibt. Bon der gebundenen Schreibart wird dieses Wort nicht gebraucht. Das Zeitwort Stylistercv, seine Gedanken ordnen und durch Worte vortragen, ist nur noch!, der niedrige» Sprechart üblich. Styrum, s. Skirum. Sty/, ein Fluß in Morea, welcher au« dem Landsce PheneuS entspringt, und dessen Wasser so kalt ist, daß die,»>«,. che davon trinken, zu Tode friere»; es zerfrißt auch Eisen und Kupfer. Die alten Dichter stellen ihn daher al« den Höllenflnß vor. Subaltern, ein Untergeordneter. Subah oder Subab, der Nahme der Bicekönige in Hindosian, welche»0» dem ehemahligen großen Mogul über gewisse Provinzen gesetzt wurden. Sie herrschten in ihrem Distrikte fast unumschränkt, mußten aber eine bestimmte Anzahl Truppen halten, und eine» Theil der Einkünfte des Landes a» den großen Mogul abgeben. Verschieben« Theile ihrer Provinzen verpachteten ße wieder an die Nabobs, welche gleichsam als Unterstalthalter zu betrachte» sind. Subar, Sebu, ein großer Fluß im Königreiche Fez, in Afrika, welcher in her Provinz Chans entspringt, einen sehr schnellen Lauf hat, bey Mahimo- ra vorbey, und endlich in die See fließt. Subbut, ein adeliger Flecken an einem kleinen See im Herzogthnme Semgallen, welcher eine katholische Kirche hat. Auf der andern Seite liegt Neu- subbae mit einer lutherischen Kirche. Subbiaco, Lublacsueum, eine kleine Stadt in der Eampagna di Roma im Kirchenstaate. Siehst eine Abtey,welche ehemahls auch das weltliche Regiment hatte; allein im Jahre 17A sonderte eS der Papst durch eine Bulle ab, und überließ es der Consulta. Subdelegircn, eiiern an seine Sülle ordnen, sein Amt einem Andern auftragr». SubdiaronakU'5, eine von den größer» Weihen, in der katholischen Kirche, Suben Substant Substanz Suchon» ZZ tey welcher der Bischof demjenigen» welcher zum Subdiaconus geweiht wird, hen ledigen Kelch nebst dem Epistelbuche reicht..wodurch er die Gewalt bekommt, j,n Dienste Gottes dem Priester mittelbar den Kelch darzubringen, und die Epi. sieln in der Kirche öffentlich zu singen. Luden, ein Kloster der regulirtcn Chorherren AngnstinerordenS, in Sberbayern, «mFlnß Z»n,- Meile von SchLrding. Subhastireu, versteigern. Lubjcct, ein aus dem Lateinischen ent. lehntes Wort, welches i) dasjenige be- zeichnet, von welchem etwas gesagt wird, z»m Unterschiede dessen, was von demselben gesagt wird, oder des Prädicates; in den meisten Fallen im Deutschen der Gegenstand. 2) Im gemeinen Leben pflegt man einen Me». scheu in Ansehung seiner Fähigkeit und Tüchtigkeit zu etwas häufig ein Sud- jcct zu nennen. Sublimat, s. Sublimiren. Sublimiren, ein ebenfalls aus dem La. teinischen entlehntes Wort, welche« in der Lbymie die festen Theile eines Kör. per« durch daS Feuer in die Höhe trei- den bedeutet; zum Unterschiede von dem Destillieren, wo nur die flüssigen Theile in die Höhe getrieben werde». Daher ist dar Sublimat dasjenige, was auf solche Art in die Höhe getrieben worden ist, welches, wenn es aus leich. ten und zarten Theilen bestehet, Blu- wen genannt wird. Submission, Unterwerfung, Einwilligung. Eudvrniren, einen heimlich zu etwas anstiften,»der bestellen. Subprlvr, in den katholischen Klöstern der nächste nach dem P- Prior. Eubfidiengelder, diejenigen Gelder, welche einem Fürsten von dem andern zu Unterhaltung des Kriegs ausgezahlt werden. Subsigniren,unterschreiben,unterzeichnen. Sudsianllös, s. Substanz. Substanz, ein aus dem Lateinischen ent, lehnte« Wort, welches 1) das Wesen eines Dinge« bezeichnet. I» engerer Bedeutung nennt man die nährende» Kräfte eßbarer-Dinge, imgleichen den wesentlichen Inhalt einer Rede oder Schrift, im gemeinen Leben die Sub- stanz. Daher substantiös, viele nähren- de Kräfte habend. 2) In der Philosophie ist die Substanz ein für sich bestehendes Ding. Subtil, ein im gemeinen Leben übliches Wort, welches für sein, zart, behende, listig gebraucht wird. Subtraktion, s. Subtrahiren. Subtrahiern, in der Rechenkunst eine Zahl von einer andern gleichartigen wegnehmen, um zu erfahren, wie viel Einheiten die eine mehr hat, als die andere; abziehen. Daher die Subtrac. tion so wohl diese Handlung, als auch der Theil der Rechenkunst, welcher fie lehret, der Inbegriff der dahin gehörigen Regeln ist.^^. Succadane, ein Königreich und Stadt nebst einem Hafen auf der Insel Borne» in Asien. Succadano, ein großer Fluß auf»er Insel Borne» in Asien, der sich in das indianische Meer ergießt. Succediere», ein i» gemeinen Leben übliches Wort, welches für nachfolgen oder folgen, da« ist, in einem Amte, einer Würde, oder dem Besitze eines Dinges auf jemand folgen, gebraucht wird. Daher der Successor, welcher auf einen Andern m einem Amte, einer Würde, oder in dem Besitze eines Dinges folgt, der Nachfolger..-- Succuir, eine Stadt ,m Königreich« Tangut, in der großen Tartarey in Asien, welche groß, wohl bewohnt, und die Hauptstadt von einem Gebirlhe gleiches Nahmens ist. Suchvna, ein Fluß im europäischen A»ß- ^ Lt L ZZL Suetawa Subak Su-atorii land, der aus dem See Koinsky oder Coubrlka entspringt, die Jng aufnimmt, und darauf den Nahmen Dwina führt. Suczawa, eine sehr alte, in dem untern »der südlichen Theile der Bukowina, an der LandeSgrcnze gelegene, mit Mauern und Graben befestigte Stadt, wcl- che ehemahls die Hauptstadt des Landes und die Residenz der alten moldauischen Fürsten war. Sie zählte ehemahls 40 steinerne und hölzerne Kirche», und 16000 Häuser, ohne die Palläste des Fürsten und Bojaren. Heut zu Tage siebt man ein großes wüstes Residenz- schloß, ein mächtiges Bergschloß, 17 verwüstete große, zum Theil sehr prächtige Kirchen, und eine unglaubliche Menge der kostbarsten verfallenen Keller. Diese so ansehnlich gewesene Stadt soll von den Türken und Tartarn verwüstet worden seyn. Da aber ihre Lage zum Handel sehr unbequem ist, s» gibt sich die jetzige Regierung olle Mühe, dem Orte nach und nach wieder aufzu. helfen; wie er denn im Jahre 177,^ schon wirklich wieder mit 20c» herbey gezogenen moldauischen, ,Zi armenischen, 8« griechischen, und 116 jüdischen Familien bewohnt war. Suda, eine gute Festung nebst einem Haftn auf der Insel Candia, welche auf einer kleinen Insel an einem von ihr benannten Meerbusen liegt. Siege, hörte ehemahls deu Venetiauern, ist aber im Jahre 171L von den Türken eingenommen worden. Sudak oder Sudag, eine kleine Stadt mit einem zwar nicht großen aber guten Hasen westwärts von Kaffa in der Krim. Sie liegt auf einem hohen und felsigen Berge in einer klrincn Eilt, fernuilg vom Ufer, und war ehemahls eine sehr große und blühend- Stadt, und die berühmteste Handelsstadt in der Krim, welche von allerley Nation-» -und ReliaionSpactcyen Einwohner hatte. Im Jäher rz6L ward sie von den Suder Genuesern erobert, und bekam eine, kacholischeii Bischof. Im Jahre iq?.- nähme!, sie die Türken ein. Vo» le» Schlössern und den Mauern der Siadt sindjetzt nur Ruinen nebst einem verfalle, nen Thurme übrig. Zwey Meilen nmdie Sradr herum sieht man nichts als Gärten und Weinberge, und der Wein, welchen man hier bauet, ist der beste j„ der Krim. Die Küste zwischen Sudak unh Cberson, die sehr hoch und gebirgig ist, war ehemahls mit vielen Städten und Schlössern besetzt, und hätte von allerley Nationen und Sprachen Bewohner. Siidatorii di S. Germano, berühmte Schwitzbäder in Terra di Lavoeo in der Gegend von Neapel, welche i» einigen Gewölben am See Agnano bestehen, in deren zweyen eine Oeffnung ist, aus welcher ein sebr heißer Dunst dergestalt heraus dringt, daß die Se, wölbe damit angefüllet, und die Hinein, gehenden zum Schwitzen gebracht werden. An die Dnnstlöcher setzet sich häufig ein Schwefel und Salpeter an, wovon es auswendig vor diesem Gebäude noch weit stärker und nnange, nehmcr als in den Gewölben selbst riecht. Man braucht diese Schwitzkur hier z« Lande Wider die Gicht, da« Podagea, Schwachheit der Glieder, innerliche Geschwüre, und besonders auch widee die neapolitanische Krankheit. Sudburi), eine alle Stadt in der Landschaft Suffolk in England. Sie liegt am Flusse Stour, welcher sie größte» Theils umgibt, und der für Backen schiffbar gemacht worden ist, und hat gut gebaucte Häuser, aber ungepflasterte Straßen. Sie hat drey Pfarrkir. chea, schickt Dcputirle zum Parlamente, und ist einer der ersten Derter, in welchem zur Zei, Eduards HI. Wollen- wanusacluren angelegt wurden, die noch bis jetzt blühen. Suder-Talge, Soder-Lalge, eine klei- Sudetisches Sueminbo Sueuehorg Suffezmar ZZZ «e Stadt in der Provinz Süderman- l„nd in Schweden, welch- am Mälar- fte, und Z schwedische Meilen von Stockholm liegt. Sudelischeü Gebirge, eins der höchste» und ansehnlichsten Gebirge in Europa, von weichem Schlesien gegen Mittag und Abend umgeben ist. Es fängt an her obcrlausitzischen Grenze bey Fried, berg an der Oueis an, und macht zwey Striche aus. Der erste Strich befindet sich in Niederschießen, geht durch die Fürsteuihümer Jancr und Schweidnitz bis ins Fürstenkhum Mün- sterberg und die Grasschaft Glotz, ist ungefähr iL geographische Meilen lang, scheidet Schlesien»»„Böhmen und Glatz, und wird überhaupt das böhmische Ge» birae genannt. Der zweyte Strich des sudeüschen Gebirges sängt mit dem fran- kenficinischen Kreise im Furstenthume Mnnsterberg beym Ende des ersten an, macht die Greife der Fürstenthümer Neyß, Jägerndorf, Troppau und Te- scheu gegen Mähren, wozu doch auch noch ein Theil derselben gehört, und pndigt sich im Fiirstenthume Teschen bey Jablunka, ist überhaupt ungefähr 24 geographische Meilen lang, und wird das mährische Gebirge genannt. Sudeslaivi,«ine kleine Stadt am Flusse Kostroma in der kostromischen Provinz in der Statthalterschaft Moskwa im europäischen Rußland, welche sich von dcc Lederbereilung nähret. Sudscha, eine Stadt in der Statthalterschaft Belgorod im europäischen Ruß. land, welche an einem Bache liegt, der in den Plol fällt. Sueca, ei» Fli cken am Flusse Aucar im Königreiche Valencia in Spanien, welchen der Köuig als Großmeister des Ordens unserer lieben Frauen von Mon- tesa besitzt. Eltemindo, eine von den vornehmsten Stadien im Staate der Bomanen auf der Halbinsel jenseit des Ganges in Ostindien. Sneneborg, Sucndburg, ein altes Städtchen aus der dänischen Insel Fünen nicht weit von Faarborg. Sie ist wegen des Friedeuscongreffes vom Jahre zwischen König Waldemar IV. ttnd den Hansestädten bekannt. Hier werden gute Tücher verfertigt, und der hiesige Hasen soll der beste aus der g»n>- zen Insel seyn., Snercio, ein Flecken in der Provinz Thalland, in Schweden, Z schwedische Meilen von Kopparberz gegen Nord- osten. Sues oder Suez, SusliL,^rlinoe. kolickium, eine kleine, aber berührn- te Stadt in Mittelagypten, welche a» Golf» von Sues liegt, welcher der nördlichste Tb-'il des rolhen Meeres ist. Von ihr hat diejenige Landescnge zwischen dem mittelländischen und rochen Meere den Nahme», welche Afrika an Asien hängt. Vorzeiten kamen die Schisse gerades Weges aus Ostindien hier an; weil ihnen aber oft Unrecht geschah, so bliebe» sie weg, und gehen jetzt nur bis Gedda. Alle Gebäude dieser Stadt, der lange Damm an dem Hafen, und alle Vorralhshanscr, sind von gehaltenen Steinen aufgeführt; doch ist der Hafen nur klein, und hak wenig Wasser. Alle Einwohner sind Türken, bis auf etliche Familien, die der griechischen Religion zugethan find. Sie bekommen ihre Lebensmtttel, bis auf die Küchengewächse, von Cairo, weil-0 Meile« im Umkreise nicht- wächst; und gutes Wasser müsse» sie A Meilen weit in die Stadt hohlen. Uebri- gens gibt es hier gute Auster» undMu. schein, die häufig nach Cairo geschickt werden.,. Suffegmar, ein Fluß in der P^ov.nz Con- stantia>m Königreiche Algier, welcher ins mittelländische Meer fallt. ZZ4 Suffslk ^ltffrü g Suffvlk, eigentlich Soulh-Folk, eine Landschaft in England längs dem beut. scheu Meeee, welche gegen Norde» an Norfolk, gegen Westen a» Cambridge, und gegen Süden an Essex grenzt. Längs der Küste ist der Boden sandig und heidichk; er bringt aber doch Nocken, Eibsen u„d Hanf hervor, und nährt grosse Schafherde». Weiter vom Meere hin wird ebenfalls starke Vieh. zncht getrieben. Die besten Gegenden dieser Landschaft befinden sich um S. EdmundSbury, wo dos Land sehr schön ist, und einen Ueberfluss an allerley Getreidearten hat. UedrigenS wird hier riel Butter und Käse gemacht, und man findet auch Tuch. und Leinwand- mann facluren. Man zählt hier zo bis Z2 Städte und Flecke», und schickt -6 Deputiere zum Parlamente. Euffolk, ein Distrikt in der Provinz Neuyork im vereinigten Nordamerika, welcher den ganze» westlichen Theil von Longisland, nebst den Inseln Shel- ter, Fischer, Pliimb und Wight begreift. Er ist schon seil langen Zeiten bewohnt. Die Eigenthümer find Engländer, und ausser etlichen von der Episcopalkirche insgesammt Pcesbpterianer. Sie legen fich auf die Viehzucht, und bringe» woge» der Entfernung von Neuyork ihr Vieh und ihre Probncte meistens auf die Märkte von Boston und Rhod- eiSland. Guffraganeus, ein Bischof, welcher un. ter einem Metropolitan stehet; imglci. chen ein Weihbischof. Man bat aber tie SuffraaaneoS der Erzbischöfe und »er Bischöfe wohl zu unterscheiden.- denn ein jeder Erzbischof hat«ine ge. wisse Anzahl Bischöfe, die unter seiner Aufsicht stehen, und unter denselben ist allezeit einer des Erzbischofs Suffraga- ueus oder ViCLi-ius in Spiriwalibus, ,n Abwesenheit oder beydem Absterben desselben; auch zuweile« io lemxors- Suffrag SübrrS Hbus, jedoch nur in Sachen, welch, das ganze Erzstift betreffen. Ueber die« hat auch ei» jeder Bischof seinen beson. dern Suffragan in seinem Stifte, der aber nichts anders, als in Spirituali- bus, zu thun hat, welche er anstatt »es Bischofs verwaltet. Suffragium oder Votum, die Stimme welche man in Bcraihschkagungen über eine Sache gibt. Suhla, eine offene Stadt und Amt am Master Hasel im chursächstschen An. theile an der gefürsteten Grafschaft Hen. neberg im fränkischen Kreise, welche »er Sitz einer Superintendent,w ist. Sie hat erhebliche Gewebr-Skahl-Bac. chent.und Zivillichfabriken, die aber ehemahls noch wichtiger waren, als sie letzt sind. Ehemahls gab es hier Salz. werke, und im Jahre 17LZ brannten hier über 700 Häuser ab. Suhlau oder Sulau, eine freye Minder. Herrschaft in Niedcrschkcsten, welche westlich von der freyen Standesheer. schüft Miliksch liegt, zu welcher sie auch ehemahls gehörte, ehe sie im Jahre >LyL von derselben an Dkt», Burg. grase» von Dohna, verkauft wurde. Von dem dohnaischen Hanse kam sie an die Freyherren von Malzan, und von ^esen an die Freyherren und jetzige» Grafen von Burghauss.Jm Jahre 1759 hak sie von den russische» leichren Trup. pen viel erlitten. Sie enthält Sichlau oder Zulauf, eine kleine offene Stadt mit einem Schlosse und einer evangelischen Kirche, und verschiedene Dörfer. Im Jahre 17L1 hrannkc daS Städtchen fast ganz ab. Sndbeveland, s. Zuid- Beveland. Sudcarolina, s. Larolina. Suderbreike, in der Astronomie und Geo» graphie die südliche Breite, das ist, die Entfernung eines DrteS von dem Sudpole. s- Sübergoth GüLlgnS Südergothland, einer von den drey Theilen Gvlhlands in Schweden, welcher gegen Norden an Ost- und Westgoth- land. übrigens aber überall an das Meer grenzt. Er besteht aus den drey Provinzen Halland oder Hochland, Schonen und Blekingen. Süderjütland, ein Nahme, welcher bis. weilen dem Hcrzvgthume SchleSwig als dem südlichen Theile von der gro. ßen Halbinsel Jütland gegeben wird. Südcrkreuz, in der Astronomie ein Sternbild nahe am Südpole, welches auS vier kreuzweise stehenden Sternen bestehet, und den Seefahrern in den süd. lichen Gewässern eben das ist, wal der kleine Bär in den nördlichen ist. Sndermanland, eine Provinz in Schwe. den, welche gegen Süden an Ostgoth« land, gegen Westen an Nerike und We- stermanland, gegen Norden au den Mälacsee, welcher sie von Upland sondert, und gegen Osten an die Ostsee grenzt. Sie ist fruchtbar an Getreide, hat viele Eisengrube», und führt den Titel eines HerzogthumS, den die kö- niglichen schwedischen Prinzen zuweilen annehme». Südersee, ein großer Meerbusen des deutschen Meeres bey Holland, von welchem er durch die holländischen In- sein abgesondert wird. Er hat iL Mei. len in der Länge, und ro in der Breite. Südland, überhaupt ein uns gegen Sü- den gelegenes Land, in welchem Ver- stände man Italien in Rücksicht Deutsch, lands ein Südland nennen könnte. Indessen braucht Man dieses Wort nur in engerer Bedeutung von einem auf der südlichen Hälft« der Erdkugel gelegenen Lande, und in»och engerer Be» deutung und am häufigsten von den auf dieser Hälfte dem Südpole am nächsten liegenden und größten Theils noch un» bekannten Ländern, wohin z»m Bey« Sübweer Süptiy ZZA spiele Neuguinea und andere mehr ge- hören. Südmeer oder Stilles Meer, Ular äel 2ur, kkare kacikcum, der Nahme deS großen Weltmeeres zwischen Amerika und Asien, ohne Zweifel, weil dessen südliche Hälfte von den Europäer,, am ersten erkannt und befahren wurde. ES begreift i) die Nordsee deS großen Oceans. Hierzu gehört der russische Nordarchipel mit dem anadirschen und kamtschatkischcn Meere, da- kalifornische Meer nebst dem kalifornischen Meerbusen(dckar Verrnsjo), das tungusi- sche oder ochotzkische Meer(I-nm) ,daS japanische Meer und den Südarchipel. -) Die Mikkels-e dieses Oceans mildem vstchinesischea Meere und koreanischen Meerbusen, und Z) die Suosee des große» Oceans. Sülbeck, ein Dorf mit einem wichtigen lau'- hrSherrschaftlichen Salzwerke im Amte Salz der Helden im Fürstenthumc Grn- bcnhagen im niedersächstfchen Kreise. SÜUingerwald, einer der größten Wälder in Hessen, welcher sich eine Stunde von HerSfeld anfangt, und durch Thüringen bis an Böbm-n erstreckt. Sülke, Sülze, ein Städtchen an der Re- kenitz in der mecklenburgischen Herrschaft Rostock nicht weit von TribbesecS an der pommerischen Grenze. Hier befindet sich ein gutes Salzwerk, welches der Herzog durch einen Jnspector verwalten läßt. Sümegh, ein Marktflecken in der Sala- der Gespanschaft in Niederungar», welcher dem Bischöfe von Wesprim gehört. DaS hiesige schöne Schloß ist sehr alt, und liegt auf einem hohen Berge, der ihm eine weite AnSsicht verschafft. Der Bischof B>ro ha' dieses Schloß ver. neuert. Die Francikcaner haben hier eine Kirche und Kloster. Süpplingenbiirg, s. Supplingenburg. Süptlß, ein Dorf im Amte Torgau nicht ZA6 Süß Sulknge» weit von Torgau im meißnischen Krei- se im Cbnrfü' N'inihume Sachsen, bey welchem im Jahre t/'o ein hitziaeS Treffen zwischen dem preussischen und österreichischen Kriegsbeere vorfiel, in welchem jenes endlich den Sieg davon trug. SÜß, ein Fluß in der Schweiz und in Savoyen, welcher im Gebiethe der Re. publik Genf entspringt, und nicht weit von Seiffel i» die Rhone fällt. Süßholz dicholziqe Wurzel einer Pflan« ze, welche gelb von Farbe ist, einen angenehmen Geruch und süßen Geschmack hat, und diese Pflanze selbst. Diese Stande wachst in Franken und im wärmer,, Europa, und aus ihrer Wurzel wird der Lakrchensaft gesotten. Suche, 8upja, ein kleiner Fluß in der Landschaft RemoiS in Champagne in Frankreich, welcher sich unterhalb Neus- chatel in den Fluß AiSne ergießt. Saira, s. Mogador. Snite, das Gefolge eines Herrn, nähmlich seine Diener, und die Personen, welche bey demselben zu thun haben. Sukkadana, ein Königreich auf der Insel Dorne» in Ostindien, welches der holländischen ostindischen Compagnie seit ^ dem Jahre 1778 gehört. Änkkertopp, eine dänische Colouie mit einem vortrefflichen Hasen auf der Küste von Westgrönlanh. Gulau, s. Suhlair. Sulejow, ein Städtchen mit einer Ab. tk!) Ciftereienserordens in der Woilvob- ^ schüft Sieradz in Großpoblen. Sulgau oder Sulgen, eine von den fünf Donaustädte» im schwäbischen Oesterreich, welche an der Schwarzach nahe bey Buchau liegt, klein ist, und ehe- ^ mahlS ihre eigenen Grafen halte, «uliiisten, Suhlingen, ein Flecken in der obern Grafschaft Hopa im wefl- phälischcn Kreise, welcher an einem Ba- che gleiches Nahmens liegt, eine Sn- Sully SuluÜarch periiitendenkur und einen R'tterßshat und dem Churhause Braunschweig ge! hört. Sully, LuIIincum, eine kleine Stadt an der Loire in der Landschaft Solo. gne in OrleanoiS i« Frankreich. Sie hat ein Schloß und eine Collegiarkii che, und führte bis zur Resolution den Lnel eiues Herzvg-bums und einer Pairie. Sulmona, 8ulmo, eine Stadt in Abruz. zo cilra in Neapel, welche den Titel eines Fürsten,hmus hak. den das Haus Borghefe fühlt, und der S,§ eines BiSibumS ist, mi, welchem davon Valva vereinigt ist, und welche- nnniitlelbar niiler dem Papste steh,.>A„, ßrr der Kathedkälkirche gibt es hier noch 10 Pfarrkirche«, und 8 D-Luchz. und 4 Nonnenklöster. Hier ist Ovid geboren worden. Sultan, Großsultan, ei^arabischeSWorl, welches so viel als ein großer und herrschender Heer bedenket, und dem lür- kischen Kaiser als Titel beygelegt wird. Die Gemahlinn desselben, die ihm den ersten Sohu geboren hak, wird die Sultaninn genannt. Suluharchipelagus oder Joloarchipcla- guS, eine gute Anzahl Inseln auf dem indischen Meere, welche ihren eigenen Sultan haben, der die ansehnliche» Bcfi- tzungen zwischen der Ostseite von Bornen bis an die Südseite von Magln- danao nebst einem Striche aus Bornes beherrscht. Diese Inseln bringen spanische Röhre, Sago, Pfeffer, Kampher, Aepfelstnen, Mangos, Bezoac und Ambra hervor, Hi„d man hat auch Wachs, indische Vogelnester, Elephanten, wilde Schweine und Perlen. Die Einwohner, deren man kaum über 60000 zähle, treiben Seeräuberey, und Handel mit den Chinesern und den benachbarten spaiitschen Insel». Die vor- rikhmste Insel dieses Archipelagus heißt Sulz Sulz S»lzbach Z37 Sulnh. zählt 6voc, Einwohner, und ist die Residenz des SulianS. Sulz, eine Stadt und Amt am Neckar im Hcrzogthume Würtemberg im schwäbischen Kreise, in welcher sich zwey ergiebige Salzbrunnen und eine Super» intendentur befinden. Das hiesige Salzwerk ist zwar durch angelegte Gradier» Häuser sehr verbessert worden, eS kann aber doch nicht das ganze Land mit nöthigem Salze versehen. In der Nachbarschaft der Stadt liegt das Schloß Albeck, bis wohin sich die Alb erstreckt. Sulz oder Obersulz, eine Stadt unter Murbach in Oberelsaß, bey welcher sich eine Commenthurey des Johanniteror» dens befindet, und welche guten Wein- wachs bat. Sulz oder Obersulz, ein Markt im Kreise unter dem Mannhartsberge im Lan- be unter der EnS in Oesterreich, welcher zur fürstlichen Liechtensteinischen Herrschaft Wülfersdorf gehört. Sulz, ein Schloß und Amt am Flusse gleiches Nahmens im Oberamte Feucht- wang im Fürstenthume Ansbach im fränkischen Kreise, wo ehemahls ein adeliges Nonnenkloster war. In diesem Amte findet man Steinkohlen, Vitrrol- und Alaunschiefer. Eulz, ein großes Dorf in der Barouie Fleckenstein in Unterelsaß, welches ehemahls eine Stadt war. In dem hiesigen verfallenen Schlosse befindet sich ein ergiebiger Salzbrunnen, von welchem der Ort den Nahmen hat, und welcher der einzige im Elsaß ist. Sulz, ein kleiner Fluß in Franken, welcher unweit Bärengrieß in die Altmühl fällt. Eulz, ein Dorf im Amte Dachstein in Unterelsaß, welches ehemahls ein Städt» che» war, ein bekanntes Gesundbad hat, und bis zur Revolution zum Hochstifte Slraßburg gehörte. Nahe bey demselben ist die erste Schleuse von dem Ca- (IV. Band.) nale, der aus der Oneich bis Landau geführt ist. Der Fluß Breusch läuft hier der Schleuse aufwärts entgegen. Sulz, s. Clcttgow. Suiza, s. Sulze. Sulzbach, ein kleines Fücstenthum in der Oberpfalz im baverschen Kreise, welches an dem Rosenbachc und der Nabe ziemlich zerstreuet liegt- weil seine beyden Theile durch das lambergische Amt Bilseck von einander getrennt sind. Es gehört der Pfalz- Sulzbachischen Linie, die von August Pfalzgraf Philipp Ludwigs zu Neuburg zweytem Sohne gestiftet wurde. Diese Linie bekennet sich znr katholischen Religion, und aus der» selben stammt der jetzt regierende Churfürst oon Pfalzbayern. Sulzbach, die Hauptstadt in diesem Fürstenthume, liegt an dem Rosenbache eine Meile von Amberg, 7 Meilen von Nürnberg«nd y Meilen von Regen-» bürg. Sie ist der Sitz der Regierung, hat ein Restdcnschloß, zählt Zooc> Einwohner, unter welchen sich auch viele Jude» befinden, und wird in die obere und untere Stadt abgetheilt. Jene liegt, so wie das fürstliche Schloß, auf einem Berge; die untere Stadt aber, welche der Bach heißt, hat schöne Wassergnel« len. In der großen Kirche halten so wohl die Lutheraner als die Katholiken ihren Gottesdienst; beyde haben auch ihre besondern Schulen. Seit dem Jah- rc ,/ZZ ist hier ei» Capncinerkloster, und in der Nachbarschaft gibt es ein Eisenbergwerk. Sulzbach, ein Städtchen im Grcgorien- thale in Oberelsaß, welches der Familie von Schauenburg gehört. Sulzbach, ein freyes Rrichsdorf nicht weit von Frankfurt im oberrheinischen Kreise, über welche- Churmayaz und die Stadt Frankfurt als Schutz- und Schirmherren einen gemeinschaftlichen Odrrschultheißen setzen. U» ZZ8 Sulzbev-g Sulzfcld Sulzbcrg, ein Schloß und ehemahlige Herrschaft in der fi'irstüch'ei, Abtey Kemp. ten im schwäbischen Kreise. Das Schloß liegt nahe bey den, Kempter Walde, und ist der Sitz eines Pflegers. Sulzberg, Val d, Sol, eine fruchtbare Gegend im weltlichen Gebiethe des Bi. fchofs zu Trient in Tyrol, welche über der Nons liegt, und sich bis an die Grenze des Gebieths der Republik Be- nedig und des GraubündnerlandeS erstreckt. Sulzburg, Sulzbürg, ein Schloß nebst einem Marktflecken und einer Herrschaft in der Qderpfalz, 2 Stunden van Neumark. Das Schloß liegt auf einem hohen Berge, und der Markt liegt unten am Schlosse herum. Schloß und Berg sind Reichslehen, und haben ehemahls den Grafen von Wolfenstein gehört; nachdem aber dieselben im Jahre 174a auSstarben, ist bcpdeS nebst dem Clo, denmarkte dem Churhause Bayern zugefallen. Die Einwohner bekenne» sich größten Theils zur lutherischen Religion. Sulzburg, ein markgraflichcS baadenscheS Amt und Städtchen zwischen dem österreichischen Breisgau und der Herrschaft Baadenweilcr, drittehalb Meilen von Freyburg im schwäbischen Kreise, in dessen Gegend schöner rother Wein wächst. Hier gibt es auch alle Silberbergwerk« und ein gutes Bad. Sulze, ein Städtchen an der Jlm im Am- te Roßla im Fürstenthume Weimar im obcrsächsischen Kreise, welches 192 Häuser enthält. DaS nahe bey demselben befindliche Salzwcrk gehört dem herzoglichen Hause Sachsen-Gotha. Sulzfeld, ei» Städtchen am Mayn im Oberamke Kitzingen in. Hochstifte Würz- burg im fränkischen Kreise. Sulzfeld, ein Städtchen, im BiSthume Speyec, welches dem adeligen Geschlechte der Töler von Ravensburg gehört. Sulzheim Sumatra Sulzheim, ein Amt und Marktflecken nn Hoch,liste Würzburg. Sulzmatt, ein großes Dorf in D-ceel. saß, welches- Sauerbrunnen ,,„d Bä, der hat. Sumach, ein Baum, dessen znsa nitic» ziehende Rinde nicht nur gelb sä h» sondern auch stakt der Lohe zmn Gär! ben gebraucht wird. Er ist im nütiäzi- gen Europa und im Morgenlande e>»> heimisch, wie dann auch sein Nahm morgenläiidisch zu seyn scheint. Sumarciu, ein Schloß und Markt der Herrschaft Scharfencck im Kreise unter demMannhartsbeege im Lande unter der EnS in Oesterreich. Sumarciu, f. Summarein. «Sumatra, eine von den grüßten unter den ständischen Insel,, auf dem indische,> Meere, welche von den, Aeguaior in zwey fast gleiche Theile getheilt wird. Die Meerenge Sunda trennt sie von der Ja- sel Java, und die Meerenge Malaccn von Malacca, und ste enthält Zoör deutsche Quadratmeilen. Das Innere dieser Insel hat mehrere hohe Bergketten, die aber zu keiner Jahreszeit Mit Schnee bedeckt find, und dee B-r, Qphir, welcher unmittelbar unter der Linie liegt, ist ,»342 Fuß über da- Meer erhaben. Hier gibt eS verschiedene Vuleanen, unter welchen sich einer befindet, der 1377 F„ß hoch ist. U-- brigenS ist die Insel gut bewässert,nnd hak verschiedene Seen. Erdbeben sind auch hier sehr gewöhnlich. Man findet hier Büffel und Pferde, welche hier die gewöhnliche Speise find, und fast eben dieselben Thiere, welche man auf den benachbarten Inseln antrifft. Unter die übrigen Producte gehören vornehmlich guter Pfeffer, Ingwer, Kampher, Ben- zoin, Baumwolle, Reis, Brotfrucht, CocoSnüffe, Ananas, Betel, Aeeka, Indigo, eßbare Vogelnester, Gold, Kupfer, Zink, Eisen, Schme- Sumba summa Slimniareli, Sund ZZA fei, Salpeter, Steinkohlen und Berg- Worte, kurz, oder alles zusammen gröhl. Sumatra enthält verschiedene grö-»ommen bedeutet, ßere und kleinere Staaten, von denen Summcrrein, Samorja, Lamnris, der die meisten von den Engländern, die hier wichtigcFactoreyen besitzen, und von dem Könige von Palembang abhängen. Die Einwohner von Sumatra kann man in Badda, welche Ureinwohner sind, in Malaoer unh in Europäer, welche aus Engländern und Holländern bestehen, theilen. Die Religion der Kü< stenbewohner ist die mnhammedanische, im Innern aber findet man lauter Heiden. Unter den Künsten der Sumatraer find ihre Webereyen, und ihre Gold- nnd Silbecarbeiten am bekanntesten. Ausgeführt werden Pfeffer, Kampher, Gold, Wachs, Elfenbein, Vogelnester, Betel, Kaffeh, Terpentin, Gummi, Ebenholz, Benzoe, Eaffia, spanische Röhre und Baumwolle. Sumba, eine unter den»ivkuckischen Inseln in Ostindien, deren Einwohner fich der Krone Portugal seit dem Jahre 1721 unterwarfen, und auf welcher vieles Wachs, Honig»»d reiche Bergwerke anzutreffen seyn sollen. Slunberg, s. Syumberg. Sumbul, eine Stadt im Staate des Na- bobs von Aude in Hindostan in Ostindien. Slimi, eine große Stadt am Flnsse Psol i» der suinijchen Provinz in der Statthalterschaft Charkow im europäischen Rußland, in welcher sich eine Provin- jialkanzellcy befindet. Sumiftasac, eine alte verwüstete Stadt im wüsten Arabien in Asten, welche einige für das Saba halten, woraus die so genannten heiligen drey Könige ge> bi'ntiq gewesen seyn sollen, die nach Bethlehem kamen. Summa, ein im gemeinen Leben übliches und aus dem Lateinischen entirhn- trs Wort, welches ss viel als mit einem beste Marktflecken auf der Insel Schütt in der Preßbnrger Gcspanschaft in Nie- decungarn, welcher ziemlich weitläufiig und gut bebauet ist, starken Handel treibt, und gute Nahrung wie auch wichtige Woche,imärkte hat. Außer der Pfarrkirche gibt rS hier ein Mönchskloster behelligen Franz de Paula, welches das einzige im ganzen Königreiche ist. Sum- marein gehört übrigens unter das Gebieth des Preßbnrger Schlosses, und ist der Sitz der Provinzialgeeichke. Summarien, ein wenig mehr gebcänchli, chcS Wort, den kurz gefaßten Inhalt eines Abschnittes in einem Buche oder einer Schrift zu bezeichnen,- der Inhalt. Summarisch, in da« Kurze gefaßt. Summe, ein Wort, welches mit dem vorigen einerley Abstammung hat, und eine größere Zahl bezeichnet, welche entstehet, wenn mehrere kleinere zusammen gezäblet werden. In engerer Bedeutung ist eS eine unbestimmte Zahl oder Menge Geld. Summieren, zu einer Summe zusammen zählen. Summiswlld, eine Landvogley ncbstei- nem Schlosse im Emmenthale in den deutschen Landen des Cantons Bern in der Schweiz, welche ehemahls dem deutschen Orden gehörten. Sund, ein Wort, welches überhaupt eine Meerenge bedeutet; aber nur in den nördlichen Gewässern, besonders als ein eigenthümlicher Nahme einzelner Meerengen üblich ist. Am meisten wird dieses Wort von dem Oresunde, oder der berühmten Meerenge gebraucht, welche Schonen in Schweden von der Intel Seeland trennt, und dieOft-und Nordsee zusammen häng«, und welche man auch nur schlechthin den Sund Uu 2 Z4o Sunda Snnberburg nennt. Wo die Festung Cronenburg in Seeland, und Helsingburg in Schonen einander gegen über liegen, da ist die Meerenge am schmäleste», und nur eine Meile breit, so, daß die größten Schiffe nicht anders, als unter den Stücken der Festung, vorbey segeln können; daher die Krone Dänemark zu Helsin- gör, nahe bey Cronenburg, einen sehr einträglichen Zoll hat. Hier befinden sich die Consuls verschiedener handelnden Nationen, welche nicht alle diesen Zoll auf einerley Fuß bezahlen; sondern nach den Verträgen, die sie mit Dänemark eingegangen haben. Im Rothschilder Frieden von, Jahre ,6^8 hatte sich die Krone Schweden die Zollsrcyheit bedungen, gab dieselbe aber durch den neuen Friedensschluß vom Jahre 1720 wieder auf. Sunda, eine Stadt und Provinz gleiches Nahmens, im Königreiche Congo in Afrika. Sunda, Straße von Sunda, krstum Lonckae, eine der berühmtesten Meerengen der Welt, zwischen der Insel Sumatra und Java in Ostindien, durch welche alle Schiffe, die nach Bakavia »nd den molukkischen Inseln wollen, passiren müssen. Sundburg, eine neu angelegte schwedische Festung am Swynesund in der Provinz Bahus in Norwegen, gegen Schonen zu. Sunderburg, Sonderburg, eine kleine Stadt, festes Schloß und Amt auf der Insel Alsen an der Meerenge von Sun- Verbürg in Dänemark. Das Schloß ist unter König Friedrich IV. ausgebessert worden, und König Friedrich V. hat es im Jahre 17^4 abermahls erneuern lassen. Hier wohnen viele Seefahrer, und der hiesige Hafen ist wegen seiner Tiefe und Sicherheit einer der besten im ganzen Reiche. Der königliche Amtmann residirt auf dem Schlosse, in dessen Capelle sich das Begräbniß der Her. zöge von Sunderburg befindet. Diese Sundrrbur S undswall haben das Amt nur bis zum JahrelüSr besessen, da es gegen Bezahlung ihm Schulden an den König gedieh. Du Einwohner desselben find Dänen. Die Herzoge von Holstein- Sunderburg aus dem königlichen dänischen Hause habe« ihren Nahmen von demselben. Sunderburgersund, f. Alfingsund. Sunderland, ein wohl gebaueter und volkreicher Burg- und Marktflecken mit ei. nein Seehafen am Ausflusse des Weare im Bisihume Durban, in England. Hier wird ein großer Handel mit Stcinkoh. len getrieben, und wenn die Fluch hoch steigt, so wird aus der Stadt eine Insel. Sundifche Inseln, s. Sunda. Sundn'it, eine kleine Landschaft in Da, ncmark, welche der Insel Alsen gegen über liegt. Der Herzog von Holstein- Augustenburg besitzt hier verschiedene Güter und Dörfer. Sundgan,ein Gebieth jenseit des Rheins im Untcrelsaß, welches gegen Norden an dasOberelsaß, gegen Südenandas Baseler Gebieth, und gegen Westcnan die Grafschaft Mümpelgard grenzt. Es ist gegen>2 Meilen groß, war ehemahls ein Lehen des Bisthums Basel, und hatte seine eigenen Grafen, von welchen der letzte im Jahre 1Z24 starb, dessen Tochter Johanna sich mit Herzog Albrecht von Oesterreich vermählte, und ihm diese Grasschaft zubrachte. Siege, hört seit dem westphälischen Frieden Frankreich zu, ist ein an Wein und Ge> treibe fruchtbares Land, und besteht aus denL Oberämtern Altkirch, Psirt,(kann, Pefort und Landsee, mit welchen Frankreich dem Marquis de Saisc ein Geschenk machte, von dem sie der Herzog von Mazarin a» sich brachte, dessen Nachkommen sie bis zur Revolution unter königlicher Hoheit besaßen. Sundswall, Lunckvallis, eineSce-und Handelsstadt am bothnischen Meerbusen in der Provinz Medelpad in Schweden, welche einen Hafen hat, uiibbe- S ii n g a a r Superga Superintendent ren Einwohner viele wollene Zeuge vcr. fertigen. Schiffe baue», nndmitBre- tern, Theer und Leinwand Handel». Sungaar, der Nahme einer Meerenge in Allen, welche die Insel Jedso von Japan absondert. Sunniten oder Sonniten, der Nahme einer Sccte der muhammedanischen Religion, welcher so viel als Beobachter der mündlichen Ueberlieferungen deS Muhammed und seiner drey Nachfolger Abubeker, Omar und Oschman bedeutet. Zu derselben bekennen sich alle Türken, und nennen sich auch Rechtgläubige, zum Unterschiede von den Anhängern des Ali oder den Persern, welche eS für unrecht erklären, daß dem Ali das Khalifat von den vorhin genannten drey Personen entrissen wurde, aber von den Sunniten schimpfsweise Schiiten, das ist eine ärgerliche und verworfene Seele, genannt werden. Die Türken und Perser Haffen daher einander mehr, als sie beyde die fremden Religionsverwandten oder so genannten Ungläubigen verabscheuen. S. Schiiten. Lupara, ein Königreich und Stadt an der westlichen Küste der Insel CelebeS auf dem indischen Meere in Asien. Super-Cargo, derjenige auf den Schis, fen, welcher die Aussicht über die Waaren hat, und den Eigenthümern davon Rechnung ablegen muß. Superga(la), Supergue, der Nahme einer Stiftung des König- Victor Ama, deuS im eigentlichen Fürstenthume Pie- mont, welche im thierischen Districte auf einem hohen Berge liegt. Sie ist an dem Orte erbauet, wo der eben genannte König im Jahre 1706 mit dem Prinz Eugen die Anstalten zu dem Ent- satze von Turin traf, und in dem Falle eines glücklichen Ausganges eine milde Stiftung der Jungfrau Maria zu Ehren gelobte. Sie ward im Jahre 17 iL angefangen, und im Jahre t7Zi voll- Z4t endet. Wenn man von Turin dahin reitet, so braucht man nur anderthalb Stunden; wenn man aber dahin fährt, so muß man einen Umweg nehmen, und hat 8 piemontesische Meilen. Das sechs Stockwerk hohe Gebäude macht ein längliches Viereck aus, dessen eine schmale Seite die prächtig erbauete Kirche ein. nimmt. Unter der Kirche liegt dieser König nebst der königlichen Familie be. graben, und die Eapellen, Gemählde, Zierathen und übrigen Einrichtungen sind in dem beträchtlichsten Geschmacke. Die jährliche» Einkünfte, welche der Stifter zu dieser Anstalt widmete, bestehen in iZooapiemontcsischen LivceS baren Geldes, wovon hier 12 junge Domherren, die meisten Theils von Adel sind, mit ihrem Oberhaupte un. terhalten, und zu wichtigen Kirchen- ämlern naher zubereitet werden. Dir Aussicht von dieser Höhe ist unvergleichlich; man hat aber auf derselben kein anderes Trinkwaffer, als Regenwaffer. Das königliche Haus feyert hier jährlich am Ften September ein Dankfest wegen deS erfolgten glücklichen Entsatzes von Turin; daher jetzt auch der Weg hierher sehr bequem eingerichtet ist. Superintendent, ein au« dem Lateinischen entlehntes Wort, denjenigen zu bezeichnen, welcher die Aufsicht über andere hat. In der katholischen Kirche waren es schon vor Alters gewisse Aufseher über die Geistlichen eines Kirch« sprengels, welche unter dem Bischöfe standen, und mit den an andern Orten üblichen Deeanis oder Dechanten einerley zu seyn scheinen. In der evangelischen lutherischen Kirche hat man dieses Wort, so wie die Würde, beybehalten, und in derselben ist der Superintendent ein vornehmer Geistlicher, welcher die Aufsicht über die Geistlichen und Pfarrherren eines gewissen Kreises oder Bezirkes hat, für diese uperio S»r Sur Sucatr die erste Instanz ist, selbst aber unter dem Geiieralsuperintendenten der Peo- »inz, oder auch unter einem Obercon- .ststnrinm stehet. Er ist in der evangeli. scheu Kirche ungefähr das, was ein Bischof in der katholischen Kirche ist, und wird in einigen Gegenden auch De. chant,, DecanuS, Senio n. s. s. genannt. In manchen Ländern hat er noch Jnspectoren oder Präpositus unter sich, welche die nächste Aufsicht über einen ih. ^nen angewiesenen kleinern Bezirk haben. ein Nahme öen hee vornehm^ sie katholische Geistliche bey einer Ge- meinde führt. Supernumerarius, berfeniqe. der über die ordentliche Zahl in einem Solle, gium oder in einer anderer Gesellschaft aufgenommen worden ist. Supplinburg, Supplingburg, Süpp- lnigenburg, ein Schloß, Flecken und Commenthurep des JohanniterordenS im scheningischen Districie des Für. stenthumsWvlfenbüttcl im niedersächsi. scheu Kreise. welche zum Herreniii'st» sterthume Sonnenburg in der Mark Brandenburg gehören. Supplinburg ist ein Theil der»ormahlige» Grafschaft dieses Nahmens, von welchem Kaiser Lothar sei» Erbschloß den Tempelherren schenkte, wird Wechselsweise von den Herzogen zu Braunschweig- Wol. fenbüttel, und von den Herrenmeistern zu Sonneburg vergeben, und zwar jetzt jederzeit an einen braunschweigischen Prinzen, welcher aber vorher znm Rit. »er geschlagen wird. Der Commenthur ist ein Landstand bey der Ritterschaft. Suprasl, ein uraltes lind sehr reiches griechisches Kloster in der Woiwodschaft Lroki im eigentlichen Litauen, welches einen großen Zulauf hat, und mit der katholischen Kirche vereinigt ist. Es steht unmittelbar unter dem Papste, und hat eine Stifrsbuchdruckerev und Bibliothek. Sur, ein kleiner Fluß im EantonLurern in der Schweiz, welcher aus Lein See Sur entspringt, und unterhalb Arau in den Rhein fällt. Sur, f. Tynrs. Sura. eine Stadt auf der Insel Zg«a welche an dem Streit» dellaSonda auf einer Halbinsel liegt. Sura, eine Stadt am Euphrat in Syrien in Asten, welche vorzeiten der Sitz eines Bischofs war. Surasch, eine kleine Stadt an der Dü. na in der Statthalterschaft Polozk im europäischen Rußland. Lsurate, eine Stadt im Königreiche Gu. zurate auf der Halbinsel'dksseit des Ganges in Ostindien, welche den Eng. kandern gehört, und eine der wichtig, sten Handelsstädte in ganz Indien ist. Sie liegt am Fluss. Trphi oder Tapst, der sich eine Meile Weiler hin in die Bap von Chamboya ergüßt, wurde l im I chre 166a angebauet, und gehörte ehemahls z„ den Staaten des große» MogolS. Dieser hielt birr einen Gouverneur, unter dessen Schätze die Engländer, Franzosen und Holländer, Fac-orie» anlegten. Hier befinde» sich da über 6oovoo Einwohner, von aller- key Nationen, worunter einige Kons. keute unsäglichen Reichthum besitzen. Die Straßen sind hier insgesammt breit und voll Gewölber, die den reichste» Siadken in England nichts nachgeben. Die größte Handlung wird mit Juwelen, Perlen, Seide, Baumwolle, und mit Spezerepcn getrieben, und ist so ansehnlich, daß die Zölle allein dem Mogul ehemahls jährlich mehr als i6adt auf einem Helfen lie. aende Citadelle ist jetzt ihrer Festung-, werke beraubt. Das nahe liegende Fort de la Brünette dient jetzt zur Beschü. tzung-er engen Pässe, und dessen Be. festigung an Minen, GHbnnrinen, und lauter in Felsen gehauenen Wer, kcn soll vortrefflich seyn; sie wird aber ohne besondere königliche Erlaubniß niemanden gezeigt. Uebrigens wardSusr im Jahre 1690 von den Franzosen ein- genommen, im Jahre 1S9K dem Her, zöge von Savoyen in dem Partikular, frieden wieder eingeräumt,-och im Jahre 1704 abermahls von den Franzosen ohne Widerstand erobert, aber denselben imJahre 1707 von dem Prinzen Eugen wieder abgenommen, wobey sich die Garnison, welche sich in das Schloß geflüchtet hatte, auf Diskretion ergeben mußte. Susa, eine große Handelsstadt mit einer festen Citadelle und einem guten Hafen an der Küste der Republik Tunis in Afrika. Sie liegt unter allen afrikanischen Plätzen der Insel Sicilien am nächsten, und die tunctanischea Corsaren laufen in den hiesigen Hafen gemeiniglich ein. Die Einwohner dieser Stadt haben den Ruhm der Bescheidenheit, und in ihrer Gegend gibt es Hflele Oehl-und Feigenbäume. Susa, s. Suza. SuSdal, eine Stadt am Bache Kamen!» in der susdalschen Provinz in der Statthalterschaft Wolodimer im europäischen Rußland, welche der Sitz eines Archi- jerey ist, der hier einen ansehnlichen Pallas! hat. SuSdal hat auch ein altes steinernes Schloß, welches der Kreml genannt wird, und war vor Alters der Hauptort eines FürstenthumS, welche abgetheilte Prinz««, aus dem großfürfi- Susistan G ussex Sufscx lichen Hause besaßen. Unter den hiesigen Klöstern zeichnet sich ein Nonnen, klostcr des heiligen BasiliuS aus, welches eins der vornehmsten in Rußland ist, und worin sich ehemahls auch Prinzessinnen der Czaare auszuhalten pflegten Kaiser Peter I. verwies hierher im Jahre>698 seine in Ungnade ge. sallene Gemahlinn Eudoxia Fedcrowna, welche nnier dem Kaiser Peter II. wieder befrcyet wurde, sich aber zu MoS- kau aufhalten mußte, wo sie im Iah. re i/.Zl starb. Im Jabre r 769 entstand hier eine große Fcuersbrunst, welche zwey Klöster und gegen iLv Häuser verzehrte. Susistan oder Chusistan, eine Provinz in Westpersie», welche zwischen Irak Aschemi und Farsistan, und dem Golfo von Balsora, am Euphrat, wo sich derselbe mit dem Tigris vereinigt, und in den persischen Meerbusen fällt, liegt. Sie ist eine fruchtbare Landschaft, besonders für Pferde und Kamehle. Suspendiren, etwas aufschieben, verzögern, unausgemacht lassen. Suspension, eine Art der Bestrafung, wenn ein Beamter im geistlichen oder weltlichen Stande eines Verbrechens angeklagt, oder überwiesen wird, da er dann im ersten Falle sich seines Amts bis zu Ausgange der Sache enthalten muß; im letzter» Falle aber muß er zur Strafe sein Amt zu der ihm gesetzten Zeit niederlegen, und dasselbe an seiner Statt einem andern, der von der Obrigkeit dazu verordnet wird, über- lassen. Suspeiisivmittel, bey den Juristen die Läuterungen und Appellationen, wo. durch ein Urtheil verhindert wird, daß eS nicht rechtskräftig wird. Tussex, eins von den 7 Reichen der Sachsen in England, welches unten am Canale liegt, und die Provinz Sus- scx und; Surrcy begreift. Es heißkftben (IV. Band.) Sutherl Z4z so viel als Südsachsen, oder das Land der südlichen Sachsen. Suffex eigentlich Soukh-Sez:, eine Graf- schaft in England, welche gegen Osten an das Herzogthnm Kenr, gegen Nor- den an Snrrey, gegen Westen an Hamp- shice, und gegen Süden an das Meer grenzt. An dem Meere hat sie grüne fruchtbare Hügel; in der Mitte dcsLan. des aber stndet mau Wiesen, Kor», fclder und Wälder. Die Nordseite des Landes ist besonders walbicht, und an derselben gibt es, wie auch an derOst» feite, Eisengrubcn undEisenwcrke. liebe), gcns enthält diese Landschaft 19 Siäd. te und Flecken, uud 1060 Dörfer, 107600 Einwohner, und schickt 28 Depulirte zum Parlamente, nähmlich zwey für die ganze Grasschaft,>8 von 9 Städten und Flecken, und,8 von 4 Seehäfen. Susteren, eine kleine Stadt im Herzog- thume Jülich, welche nicht weit von der Maas liegt, uud ein adeliges Fräulein, stift hat. Dieser Ort gehört zum Amte Willen. Susza, ein Städtchen an einem See in der Woiwodschaft Polock in Weißruß. land i» Liiaucn. Sukera, eine kleine Stadt von F94 Häu« fern im Val di Mazzara in Sicilie». Slitherlandshire, eine Landschaft in Nord- schottland, welche gegen Norden an Cait- neß, gegen Westen an Assynk, gegen Süden an Roß, und gegen Osten an das schottländische Meer grenzt, und die Districle Sntherland, Strathnaver und Edjrdachil begreift. Sie ist besonders reich an Seen, deren man ungefähr 60 zählt, und an Flüssen und Meer. Hufen. Einige der Seen und Flüsse die- ser Landschaft so wohl, als die Flüsse in Aberdeen und Roß, liefern Perlen von großem Werthe, und sie bat auch Silberminen. vortreffliches Eisen, Kohlen und Luadkt steine. Hier gibt es viele X x zch6 Sutri Sulton und bequeme Hafen zur Ausführung ihrer Producle, welche in Stockfischen, Lachsen, Salzfleische, Wolle, Häuten, Fellen, Talch, Bnlter und Käse be. flehen. Die Meerbusen, Flösse und Küsten find voll Fische, Seekälber, und zuweilen fängt mau hier auch Wallfische und Schellfische von allen Arten. Auf der Küste befindet sich eine Sandbank, auf welcher jährlich 2L bis 27000 Stock- fische gefangen werde», welch« die Kaufleute nach Bilbao senden. Sutrt, 8ulriurn, eine kleine Stadt im Patrimonio Peiri im Kirchenstaate, welche der Sitz eines mit Nepi verei. nigreu Bisthums ist. Außer der Käthe« dralkirche gibt es hiernach einige Pfarrkirchen, Z Mönchsklöster und ein Nonnenkloster. Su-kjchu, eine Stadt in der Provinz Klang-nau in China, welche eine der schönsten und angenehmsten Städte im ganzen Reiche ist. Die Europäer, wel- che sie gesehen haben, vergleichen fie mit Venedig, nur mit dem Unterschiede, daß Venedig mitten im Meere, Su-tschu aber an süßem Wasser liegt. Auf ihren Straßen kann man zu Was. ser und zu Lande fortkommen, und die Arme von den Flüssen und Canälen find fast durchgehends im Stande, die groß. ten Barke» zu tragen. Sie treibt einen starken Handel, besonders mit Japan, welches ihr nahe liegt, und man findet hier alle Ergetzlichkeiten, indem dieser Stadt nichts fehlt, was zum Vergnügen des Lebens gehöret. S»,tschu heißt und ist das irdische Paradies der Chi. neser. Silikon, ein Dorf zwischen Wilton und Hindon in Wiltshire in England, bey welchem der Esquire Henry Hoar im Jahre 1772 einen l^ZFuß hohen Tburm von Ziegelsteinen erbauen, und über das Thor in eine zierliche Nische die Bildsäule Königs Alfred mit folgender Guza Swiaschk Inschrift setzen ließ:„Zum Gedächtnisse Alfreds des Großen, der auf die, ser Anhöhe in, Jahre 8/r seine Stan. darre gegen die Dänen pflanzte. Er verordnete geschworne R ch:er, errichte eine Miliz, schuf eine Seeinacht, und machte Gebrauch davon. Er war ein Philosoph und Christ, ein Barer sei. ncs Volks, und ei» Stifter der enqländi- schen Monarchie und Freyheit/' Suza, vor Alters Susa, vorzeiten die prächtigste Stadt in Perfie», und die Refidenz der pcrfianischen Monarchen, von weicher die ganze Landschaft Su- siana genannt wurde. Jetzt ist fie ein wüster Ort. Svinesuiid, f. Swinefund. Stvallowsinsel, ein« von den Charlotten« Insel» in Australien oder Südindien, welche im Jahre 1767 von Walliser entdeckt wurde. Stvale, ein Fluß im Herzogthume Jork, in England, von dem derjenige Strich Landes, welchen er durchströmt, Siva- ledale genannt wird. Sivanet, eine Landschaft nordwestlich von Mingrelie» in der asiatischen Tartarcy, welche ungefähr Looc» Familien in sich faßt, die ganz frey und ohne Oberhaupt leben. Swansey, eine schön gebauete Stadt am Meere mit einem gute» Hafen in Gla- morganshire im Fürstemhume Wales in England, welche großen Handel mit Kohlen und Culm treibt. Bey derselben findet mau ein heilsames mineralisches Wasser. Sie gehört dem Herzoge von Beaufort, der hier ein schönes Schloß hat. Swarifiö, s Swarihiö. Swenigorod, eine Stadt am Flusse Mostwa st.2 Werstr von Moskau, in der Statthalterschaft Moskau im europäischen Rußland. Swläschk oder Swiaja, eine Stadt in der Provinz gleiches Nahmens in der Swietlau Swine Swinskoi Z47 Swiätog Statthalterschaft Kasan im asiatischen Rußland, welche beym Auefluss- der Wwiaja i» die Wolga liegt. Sie ist im Jahre iLL> erbauet, und dadurch die Eroberung der Stadt Kasan sehr er. leichtert worden. Sie entvält ungefähr Zoo Häuser, L steinerne u»d L hol- zerne Kirchen»nd zwey Klöster. Slviatogorskoi, ein merkwürdiges Mönchskloster am Donez und am Fuße eines Krcideberges in der Statthalterschaft JekaterinoSlaw im europäischen Ruß. land, in welchem die Mönche vor Er. banung ihre- jetzigen festen Klosters zur Sicherheit vor den Tartarn unterirdi. sche Gange ausgegraden, und in denselben eine Kirche angelegt haben. Siviatoi-Noß. oder das heilige Borge, birge, ein Vorgebirge am Nordmeerr an den äußersten Küste» Lapplands, welches der russische» Insel KandenoS gegen über liegt. Swienezeckow, Schwehko, eine Stadt in der Woiwodschaft Posen in Groß. pohlcn. Swicrszyna oder Schwerin, eine königliche Stadt in der Woiwodschaft Posen in Großpohlen, welche an der Warta liegt, die hier den Fluß Odra aufnimmt, und eine evangelische Kir- che hat. Swierzno oder Swierzy», ein Städtchen am Flusse Riemen in der Woiwodschaft Nowogrodek in Schwarzrußland in Li. tauen, wo ein griechisches Collegium der Dogmatik und Moral und ein Se- minarium ist. Swietla, ein Städtchen und Schloß am Flusse Sasawa im Tschaslauer Kreise in Böhmen, welche dem Grafen von Kolowrat gehören. Hier werben viele Granaten geschliffen»nd gebohret, und auch Bleystiste, Hüte und Knöpfe ver- fertigt. Swiellau, eine Herrschaft und Bergschloß im Hradischer Kreise in Mähren, well- che einem Grafen von Sereni gehören. Zu dieser Herrschaft gehört auch da« Städtchen Bogkowitz. Swine, der mittelste Arm der Oder, in Vorpommern, welcher sich zwischen Usedom und Wollia in dir Ostsee ergießt. Swinemünde, eine Stadt und Hafen im «sedomschen Kreise im preussische» Antheile«»Vorpommern, welche im Iah. re 1748 zu bauen angefangen wurde. Ihr Haftn liegt gegen Südosten, wo die Swine ins Meer geht. Es ist eine feste Schanze dabey, welche den AuS. lauf nach der See sperren kann. Seit dem Jahre 17^2 hatte man den Hafen in solchen Stand gesetzt, daß alle Kauf» mannsschiffc einlaufe» konnten, und dir Fahrt durch die Pcene unnöihig wurde. Es haben aber die Schwede» im sie. bcnjährigen Kriege diesen neuen Hafen zu verwüsten gesucht, und die Stadt überhaupt verschiedene Mahl, nebst der Schanze eingenommen. Swinesund, Svinestind, ein Meerbu. sen in der Provinz AggerhuuS in Nor. wegrn, in welchen sich der Fluß Glam- mer eine Meile unter Friedrichshall ergießt. Swingk, Jsmin oder Shinin, ein offe. ner Markt auf einem Hügel im österreichischen Antheile a» Histerreich, well- eher Mangel an Wasser hat. Swinna, eine kleine fruchtbare Insel bey Nordfchottland, welche zu den orcadi- fchen gehört. Bey derselben gibt r< Wasserwirbel, die Well«»f Schwin« genannt werden. Swinskoi, ein Kloster an der Desna in der Statthalterschaft Orel oder Orlow im europäischen Rußland. Hier wird jährlich vom iLien August an vier Wo. chen lang ein großer Jahrmarkt gehalten, den viele Kaufleute au- rntsrrn- trn Ländern besuchen. Z48 Swirsz SylveS Swirs;, eine offene Stadt im Lembekgex Kreise im Königreiche Galizien. SwirSze oder Swirze, ein Städtchen am Bug im Lande Chelm in Klein- vohlen. Swojanow, ein Flecken und Schloß im Chrudimer Kreise in Böhmen, weiche dem Bars» von Hnstirzan gehören. Swords, ein Marktflecken am Meere in der Grafschaft Dublin in der Provinz Leinfler in Irland, welcher das Recht hat, Deputiere zum Parlamente zu schicken. Sworriik, s. Zivornik. Sycke, Stecke, ein Flecken und Amt in der Grafschaft Hoya in Westphaleu. Sylphe, ein aus dein Griechische» cnt- lehntes Wort, eine Art poetischer Lnft- geiflerchen zu bezeichnen, welche der Abt von Villars in seinem Lomts cls Oabslis wieder in Bewegung brachte, worauf sie Pope in seinem Lockenraube nutzte. Die Gnomen sind ähn. liche Ecdgeisterche», die Nymphen solche Wassergeister, und die Salamander solche Feuergeister. Sylt, eine Insel auf der westlichen Küste des Herzogthums Schleswig, dem Amte Tondern gegen über, welche 4 Meilen lang, aber von verschiedener Breite ist. Es werden hier Austern in großer Men- . ge gefangen, und die Einwohner sind gute Seeleute, die mit ihrer Kleidung einen seltsamen Auszug machen. Sylves,«ine kleine Stadt am Zusammenflüsse zweyer kleinen Flüsse im Königreiche Algarve in Portugal, welche ungefähr 1600 Einwohner bat. Sie enthält eine Pfarrkirche, ein Armen- hai.F, ein Hospital und ein Kloster, und gehört der Königinn. Vom Jahre riflhj an, in welchem sie König Gaucho l. eroberte, bis zum Jahre»Lflo war hier ein bischöflicher Sitz. Zu>h. rem Distrikte gehören eilf Kirchspiele, Symbolisch Sympathie unter welchen einige starker brwohnt sind, als mancher Flecken. Symbolisch, ein aus dem Lateinischen entlehntes, und in einer doppelten Be. dsntung übliches Wort. Wenn Sym. bolnm t) ein sinnliches oder bildliches Erksniitnißzeichen eines andern ahnst, chen Dinges bedeutet, so kann alles dasjenige symbolisch genannt werden, was ein anderes Ding. vermittelst einiger Ähnlichkeit abbildet und bezeichnet. In engerm Verstände ist symbolisch, was uns eine»„körperliche Sache unter ej. nem sinnlichen Bilde vorstellet. Daber die symbolische Erkenntniß, von wel. cher Art eigentlich unsere ganze Er. kenntniß ist, besonders so fern sie auf Worten beruhet, indem jedes Wort ein sinnliches Bild enthält. 2) Wenn Sym. bolum ein Glaubensbekenntniß ist, s» bedeutet symbolisch, was zu demselben gebort, und in demselben gegründet ist. Die symbolischen Bücher sind daher die- jenigen Bücher und Schriften, wel> che das Glaubensbekenntniß einer Kirche ausmachen. Symbolum, s. Symbolisch. Symmetrie, ein aus dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, die gehörige Uebereinstimmung oder das gehörige Verhältniß der Theile eines Din- geS so wohl unter einander selbst, als auch gegen das Ganze zu bezeichnen. In engerm Verstand« ist die Symmetrie das gehörige Verhältniß der Theile zum Ganzen, die Harmonie aber das gehörige Verhältniß der Theile unter einander. Nach einer andern Einschränkung ist die Symmetrie, zum Beyspiele in der Baukunst, die Aehnlichkeit dec Seiten bey einem unähnlichen mittler» Theile. Daher Symmetrisch, diesem Verhältnisse gemäß, darin gegründet. Sympathie, ein ebenfalls anS dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Symphonie Synode SynopsiS Wort, welcher eigentlich Mitleiden bedeutet, im Deutschen aber in folgenden Fällen üblich ist. i) Die Eigenschaft eines lebendigen Wesens, vermöge wel> cher die Vorstellung des Zustandes eines andern Dinges ähnliche Empfindungen in uns hervor bringet, und diese ähnlichen Empfindungen selbst; besonders in engerm Verstände, so fern fie auf undeutliche Begriffe gegründet find, und aus uns unbekannten Gründen herrüh, reu. 2) Die Neigung zu einem Dinge^ besonders so scrn fie auf dunkeln Begriffen oder uns unbekannten Gründen beruhet, im Gegensatze die Antipathie. Z) Die Wirkung eines körperlichen Dinges in ein anderes entferntes, o^ie ein merkliches, dazwischen kommendes Mittel;,da man dann im gemeinen Leben Sympathien oder sympathetische Wirkungen hak, besonders solche Heilarten. Symphonie, ein ebenfalls aus dem Lateinischen und Griechischen entlehntes Wort, welches im weitesten Verstände zusammen klingende Töne, besonders in der höher» Schreibart, bezeichnet. In engerer Bedeutung ist die Symphonie in der Musik ein gewisses mufikali, sches Stück, welches allein mit Instrumenten aufgeführt wird. Synagoge, eine Judenschul«. SyndicuS, ein aus dem Lateinischen und Griechischen entlehntes Wort, weichet denjenigen bezeichnet, welcher einer ganzen Gemeinde oder einer ansehnlichen Gesellschaft Ruh ertheilet, und sie in gerichtlichen Sachen vertritt. Eynodsder heilige), i» Rußland das höchste geistliche Kollegium, welches Peter l. nach Abschaffung der Patriarchen errichtete. Synode, eine Versammlung der Geist, lichkeit; in welcher der vorgefallenen Streitigkeiten wegen ein förmlicher Schluß gefaßt wird. Sie geschehen entweder von der Priesterschaft r>»es ein- Syrien ZchK zigen Kirchenfprcngels, oder von den Geistlichen einer ganzen Provinz, oder auch, wenn alle Geistlichen eines ganzen Landes zusammen kommen. SynopfiS, ein AuSzug oder kurzer Inhalt eines Buchs. Syra, Sira, Sir», 5/ros, eine von den Inseln des Archipelagus, welche nach der europäischen Küste zu liege«, und welche bergicht ist, aber doch viel Gerste, Wei», Feigen, Baumwolle, Dliven und auch guten Weitze» hervor bringt. Die hiesige Lust ist feucht, und kühler als auf den umher liegenden Inseln. Die Einwohner bekennen sich meisten Theilt zur katholischen Religion, einige wenige griechische Familien aus genommen. Der vornehmste Dri dieser Insel ist die Stadt Spra, welchem« einen kleine» jähen Berg gedauet ist, und zwischen welcher und dem Hase» viele Ueberreste prächtiger Gebäude der alte« Stadt Syros anzutreffen sind. Bey der östlichen Küste liegen drey kleine Inseln, welche Gadro. »ist genannt werden. SyracnS, s Siragoffcr. Syrien, Soria, Soristan, 8^ria, eine große Landschaft in der astaltsche» Tür- key, welche gegen Süden an das stei- nige Arabien, gegen Dsten a» das wüste Arabien, Diarbekir und den Euphrat, gegen Norden an Natolien und das Gebirge Taurus oder Aman, gegen Westen aber an das mittelländische Meer grenzt. Sie wird in die drey Paschaliks, Haieb, Damask und Tarablüs, und Said oder Acre eingetheilt, und bestand vor AlterslausLandschaften, Syrien, PHL. nieten und Judäa. Gegen Norde» und längs der Küsten ist das Land sehr bergicht. Die Lust ist gesund und rein, die Hitze aber im Zuuius und Julius sehr groß. Da- Erdreich ist an Geirei. de, Wein, Dehl, Baumwolle, Seide und Dost»u,geinem fruchtbar; mau Szabad Z.zo Sprmie» trifft aber große sandige und wüste Ebe- >en an. Die Einwohner sind Muham- medancr, Christen und Juden, die unter der despotischen Herrschaft der Pforte in schlechten Umstanden leben; doch wird in den Häfen am mittelländischen Meere noch starke Handlung getrieben. Vor Alters war Syrien eine römische Provinz. Im /ten und 8te» Jahrhunderte nach Christi Geburt eroberten er die Saracenen; und obgleich die Christen in den nachmahligen Kreuzzügen sich in den Besitz dieses Landes setzte«, so mußten sie doch ihre Eroberungen an die Kalifen abtreten, bis endlich Soli- man I. im Jahre iLi/nach der Vertilgung der ägyptischen Sultane auch ganz Syrien an das türkische Reich brachte. Syrmien oder die Syrmische Gespan- schaft, ein HerzsgHum in Sclavonie», welches von dem Fluffe Buka anfängt, und sich bis Semlin erstreckt. Die Familie des italienischen Fürsten Livio Ode- scalchi, welcher im Jahre 1698 das Meiste von dieser Landschaft an sich brachte, führt jetzt bloß den Titel davon. System, ein au- dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, einen Zusammenhang von Dingen einerley Art und Einrichtung, und die Ordnung, nach welcher sie unter einander verbu», den sind, zu bezeichnen. Daher Systematisch, von Dinge» einerley Art und Einrichtung in eine begreifliche Ordnung gebracht, und dadurch zu einem Ganzen verbunden. Gzabadka oder Szent Maria, 8. iVla- ria, ein großer und volkreicher Solda- tenmarktflecken raitzischer Colonie in einer angenehme» Gegend an der TheiS in der Batscher Gespanschaft in Nie- berungarn. Szabad. Szakas, I-ibera Gnosis, der zweyte Marktflecken der Cumanen in Kleincumanien in Niederungar», wel- Szabakist Szamotusj cher stark bewohnt ist, und Arcker und Wiesen hat. Szabakistye, ein Marktflecken am Flnffe Chwoynitze in der Neutrer Gespanschaft in Nirderutigarn, welcher ei» Lastest und eine Colonie ehemahliger Wiedertäufer hat. Szadck, Schadet, die Hauptstadt eines DistrietS in der Woiwodschaft Sieradj in Großpohlen, in welcher der Land. tag und das Landgericht gehalten wird. Szak, ein Städtchen in der minskischen Woiwodschaft in Weißrußland in Li. tauen. Szakinorv, eine kleine Stadt im Herzog- thume Schamaiten in Litauen. Szakvltz, s. SkaliH. Szala, eine Abtey in der Szakaber Ke- spanschafk in Niederungara. welche ehemahls ein festes Lastest war, von welchem die Gespanschast benannt wurde. Hier sieht man noch Merkmahle einer römischen Colonie. Szalonkamen oder Szalankeinen, ein Marktflecken an der Donau in Sciavo- nie», welcher ein Schloß hat, beyde» die TbeiS in die Donau fällt. Im Jahre 169, erhielten hier die Christen einen wichtigen aber blutigen Sieg über die Türken, und im Jahre 1716 fiel hier abermahls eine Activ» zwischen beyden vor. Szamaiten, f. Schamaiten. Szamobor, ein Schloß und Marktflecken im podgorischen Districte in der Agea- mer Gespanschaft in Sclavonicn, welche einem Grafen von Erdödy gehören, und in ihrem Gebiethe Kupfergrnbe» haben. Das Schloß liegt auf einem hohen Berge. Szamos, s. Samos. SzamoSfaiva, ein Marktflecken mit zwky Castestea in der Klansendurger Gespan- schaft in Sicöenbirgen. Szamotuli, Szambier, eine Stadt i» der Woiwodschaft Posen in Großpeh' Szanth o SzLkelyhiö len, welche an einem Bache liegt, her in die Warta fließe. Szantho, Sanlo, ein guter Marktste- cken in der Abaujwarer Gespanschast ii^ Oberungarn, welcher gute» Weinbau, und so wohl eine katholische als reformiere Pfarrkirche hat. I» dieser Gegend trifft man sehr vieles versteinertes Holz an. Szanlo, ein Marktflecken mit einem berühmten Sauerbrunnen in der Homer Gespanschast in Ntedcruugaru. Szarawka, eine kleine Stadt in der Woi. wodschaft Podol in Kleinpohlen. Gzarygrod oder Szarogrod, ein Städtchen in der Woiwodschaft Podol in Klein- pohlrn. Kzaski eine kleine Stadt im Herzogchu« me Schamanen in Litauen. Szasz-Varos, s. Bros. Szalymar- Nemclhi, s. Sathmar- Ne- melhi. Szawdvwo, ein Städtchen im Hezogthu- me Schamaitea in Litauen, welches der Haupkor« eines DistrictS ist. Szawlany, ein Städtchen im Herzog, thume Schamaitrn in Litauen. Lzawle, eine kleine Stadt im Herzog- ihume Schamaiten. Sczerkow, ein Stadt in der Woiwodschaft Gieradz in Großpohlen. Ezczuczyn, ein Städtchen in der Woi« wodschafr Wilno im eigentlichen Litauen, in welchem sich ein Piacistencolle- gium befindet. Szczurowice, eine Stadt im Belzer Kreise im Königreiche Galizien. Szcyrzec oder Sczyrzec, eine Stadt im Wielitscher Kreise im Königreiche Galizien, in welcher sich eine Abtey Ci- stercienserordenS befindet. Szrbeklib. s. Klib. Szegedin, s. Segedin. Ezekard. s. Sexard. Ezskkiyhid oder Sjtzkely-Hida,?c>ns iiiLuIuu, eiue ehemahlige kleine Ke- Szeliße LZ, stung I« der Biharer Gespanschaft in Oberungarn, welche aus einer Insel im Flusse Berettyo liegt. Die Brücke, welche über den Fluß führt, diente, fie zu beschützen; jetzt aber ist fie verfallen. Der Marktflecken gleiches Nahmens hat eine reformicte Pfarrkirche. Szclitze oder SziliHe, ein geringer Flecken in der Torner Gespanschaft in Oberungarn, welcher wegen einer wunderbaren Höhle merkwürdig ist, die sich bey demselben in einem Berge befindet. Die Gegend ist wegen der Hügel und Wälder unfruchtbar, und die Luft rauh und kalt. Die Kluft der Höhle istnach Süden gekehrt, und ihre Oeffuung beträgt iL Klaftern in der Höhe, und 8 in der Breite; folglich ist fie weit genug, den hier sehr stark und fast beständig wehenden Südwind aufzufangen. Ihre unterirdischen und felsichtrir Gänge erstrecken sich nach Mittag, und zwar weiter, als jemand untersucht hat. So weit man hinein kommen kann, ist fie Lc> Klaftern tief, und 26 weit. Das Wunderbare dieser Höhle besteht darin, daß in derselben selbst im strengsten Winter die Luft lau, und im heißen Sommer eiskalt ist. So bald der Schnee bey heran nahendem Frühlinge schmilzt, schwitzet auj der innersten Wölbung der Höhle, wo ihre äußere Fläche der Mit. «agssonne ausgesetzt ist, ein Helles Wasser, das hin und wieder herab tröpfelt, und von der inwendigen Kälte in EiS verwandelt wird, wovon Zapfen, so dick wie große Fässer, herab hangen, sich in Aeste anSbeeiten, und selilamc Gestalten bilde». Auch das Wasser, welches von den Zapfen auf die sau-ichre Erde herab fließt, gefriert»n-laublich geschwinde. Die benachbarten Einwohner kühlen mit dem Eise im Sommer das laue Brunnenwafferjab, und schmelzen es auch in der Sonne, und trinken das Wasser. Gegen den Herbst zu, Szentha Szepokin y Szsts^ny AL2 Szenitze wenn die Nächte kalt werden, und.re Lust kühler wird, fängt das Eis in der Höhle an aufzulhauen, und bey ein- »retendemWi-'ter ist alles Eis oerschwun. den, die Höhle trocken und gelinde warm. Alsoann trifft man in derselben Schwärme»on Fliegen und Mücke», Haufe» Fledermäuse und Nachkculen, wie auch Hasen und Füchse an, bis ste wieder bey angehendem Frühlinge voll Eis wird. Ueber der Höhle befindet sich sehr hohe Erde, die, wo sie der Mit. tagssonus ausgesetzt ist, viel fettes Gras hervor bringt. Szenitze, ein Marktflecken am Flusse Chwoyuitze im berentschische» Gebiethe in der Neukrer Gespanschaft in Nie. derungarn, in welcher viele Edelleute wohnen. Szenna, Sicnno, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft SondomirS in Klein- pohlen. Szent-Job, s. S. Job. Szcnk-Jvan, s. S. Johannes Szent- Marion, ein Marktflecken in der Raaber Gespanschaft in Niederungarn, welcher an dem Fuße eines Berges liegt, der der heilige genannt wird. Auf die» sei» Berge steht auf Z Hügeln eine reiche Benedieiinerabtey, welche ringsumher eine weite und fruchtbare Ebene beherrscht, auf welcher ehemahls verschiedene Kirche» und Klöster standen. DaS Kloster sieht einem festen Schlosse ähnlich, ist ein weitläiiftigrs Gebäude, und wird immer verschönert. Der Abt dieses Klosters wird Erzabt genannt, und steht unmittelbar unter dem Papste, ist aber gehalten, ansdem Grancr Synod zu erscheinen. Er wird von seinen Mönchen in Gegenwart eines königlichen Commiffärs erwählt, und hat 4 Achte, die unter ihm stehen. Szent-Marko», s. S. Martin. Szenl-Miklos, s. S. Nicolaus. Szentha, ein verfallenes Schloß in der Zschongrader Gespanschaft in Ober»», gärn, bey welchem Prinz Eugen im Jahre i6<-7 einen Sieg über die Türken erfocht. Szepokiny, Sopokiny, ein Städtchen in der Woiwodschaft Troki im eigentlichen Litauen. Szepsl, ein Marktflecken in der Abauj- warer Gespanschaft in Obernngarn, welcher ehemahls mit einer M auer umgeben war. Szerdahely, ein wohl grbaucter Marktflecken auf der Insel Schütt in der Preß- burger Gespanschaft in Niederungarn. Szerdahely, ein Ort mit einem Castclle iu der Sempliner Gespaiischaft in Ober. ungar». Szcred, ein Marktflecken an der Wag in der Preßburger Gespanschaft in Nieder- ungarn, welcher wegen seiner Jahrmärkte, besonders ubrr wegen seiner Ochsenmärkte, berühmt ist. Ecliegtne- ben dem Schlosse Szempthe, oder Sem- pte, welches zur Gespanschaft Neuira gehört. Szered oder Siret, eine Stadt am Flns- se gleiches Nahmens in Bukowina. Szeregyna, ein Marktflecken mit einem alten Schlosse in der Ungher Gespan- schaft in Oberungarn, welche der bar- kotzischen Familie gehören. Szerents, ein Marktflecken mit einem Schlosse und Castelle in einer angenehmen und fruchtbaren Gegend in der Sempliner Gespanschaft in Obernngarn. SzcreSzom, ein Städtchen in der Woiwodschaft BrseStz in Litauen, welches dem Grafen von Flemming gehört, und im Jahre 17LL fast ganz abbrannte. Szerwenty oder Sinveiitl), eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Sz6lseny, Setcany, ein Marktflecken und Schloß aus einem Hügel in der Neograder Gespanschaft in Niedecun- garn, welche sehr schön liegen, und Szigerh Szöny S z o l ii o k e r «heraus fruchtbare Felder haben. Sir gehören dem gräflichen forgaischischen Hause. Szigelh, s. Grenz- Sigeth. Szigelh, ein Marktflecken in der Mar- niaroscher Gespanschaft in Oberungarn, in welchem die GespanschaflSgerichle und Provinziulvcrsammlungen gehalten werden. Szikszo, Sikss, ein Marktflecken in der Abaujivarcr Gespanschaft in Dberun- garn, welcher wegen einer zweymahligen Niederlage der Türken merkwürdig ist. Er hat starke Jahrmärkte, guten Weinbau, und sowohl eine katholische, als eine reformirke Pfarrkirche. Sziliße, f. SzeliHe. Szklabinya, oder Sklabina, ein gro- ßrs Schloß auf einem hohen Berge in der Thnrozer Gespanschaft in Nicder- ungarn, welches in das obere, mittlere und untere eingetheilt wird, und der revayschc» Familie gehört. Szkole oder Skale, eine kleine Stadt mit einem Schlosse am Flusse Skip im Samborer Kreise im Königreiche Ga- lizien. bzkndy odcr Schoden, ein Städtchen im Herzoglhume Schamaiten in Litauen. Ezmila oder Smicla, ein Städtchen und der Hauptort einer Herrschaft in der Woiwodschaft Kiow in Kleinpohlen, welches dem fürstlichen Hause Lubo- rnirski gehört. bzöny oder Scheue, ein Marktflecken am westlichen Ufer der Donau in der Kv- morncr Gespanschaft in Niederungarn, bey welchem man in einem Felde, wel- SjyenNP ZFZ ches die Einwohner Pannonien nennen, Ueberreste der alten Stadt Brcgetium und mancherley Alterthümer findet. Szolnoker Gespanschaft, s. Solnvcker Gespanschaft. Szrednlk, ein Städtchen am Flusse Riemen im Herzvgthumc Schamaiten in Litauen. Szrein oder Szrim, eine Stadt aus einer Insel in der Warta in der Woiwodschaft Posen in Großpohlcn. Szroda, eine Stadt in der Woiwodschaft Pose» in Großpohlcn. Szlrascmon, eine Herrschaft in der Po- scheger Gespanschaft in Sclavonicn, in welcher an dem Orte, von welchem sie benannt wird, verschiedene seidene Waaren aus sclavonischer Seide gewcbct werde». Szulmierzice, ein Städtchen in dcrWok wodschaft S-eradz in Großpohlen. Szutsan, Ssutschan, ein weitläuftig ge- bauctcr Marktflecken an der Wag in der Thurotzer Gespanschaft in Niedcr- nngarn. Swarzends, eine adelige Stadt mit einer evangelischen Kirche nicht weit von Posen in der Woiwodschaft Pose» in Großpohlen. Szydlorv, eine Stadt in der Woiwodschaft Sondomirs in Kleinpohlen. Szydloiv, ein Städtchen im Herzogthu» me Schamaiten i» Litauen. Szyhlowiec, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Sondomirs in Klein- y-chlen. Szyenny oder Sienny, ein Städtchen in der Woiwodschaft Troki im eigentlichen Litauen. (IV. Band.) Np > ZZ4 Taasing Tabarea aasing, eine Insel zwischen Fühnen und Langcland in Dänemark, welche 2 Meilen lang, und r Meile breit ist, und der Familie Juel gehört. Es wach» sen hier viele heilsame Kräuter; auch ist auf derselben da- Schloß Waldemars- bürg, und das einträgliche Gut KierS- trup zu bemerke». Tab, ei» Fluß in Persien, welcher in der Provinz Kerman, nicht weit von Kerman entspringt, und in den Meerbusen von DrmuS fällt. Tabago, eine von den kleinen antilllschen Inseln, auf dem Mar del Nort, in Mittelameiika. Sir ist 8 Meilen lang, und 4 Meilen breit, har gute und sichere Häfen, und gehört den Franzosen. Ihre Hauptproducte sind Citronen,Zu- cker, Kaffkh, Cacao, Baumwolle, Indigo, Sassafras, Gummicopal und Ziinmet. Ihr Hanptort heißt Scarbo- rough. Nahe dabey liegt dieJnsel Kiein- tabazo. Tabara» cinDistrict und Flecken mildem Titel eines Marqnisats in der Provinz Zamora im Königreiche Leon in Spanien. Tabarca, eine Stadt am mittelländischen Meere, im Königreiche Algier in Afrika, welche in der Landschaft Bonne bey dem Eingänge des Flusses Guadil. barbar liegt, und vormahls einen Bischof hatte. Hier befindet sich ein guter Huren, welcher dem Hause Lowel- lini zu Genua gehört. Anderthalbe Meilen vom festen Lande, dieser Stadt gc- Tabasco Taberne gen über, liegt dieJnsel Tabarea, w» ein Korallenfang ist. Diese gehört den Franzosen, welche hier ein Fort haben, und dem Bässa zu Tunis und Algier einen gewissen Tribut erlegen müssen. Tabasco, eine Stadt und Provinz am Golfs di Mexiko in der Audiencia Me> xico in Altmexiko oder Neuspanien im spanischen Nordamerika. Sie ist ein kleiner, aber wohl bewohnter Drt, welchen die Spanier Rueltra 8eunora ste In Viktoria nennen. Ehemahls hieß sie Potanchan, und war eine Stadt, in welcher wohl LLvoo Familien wohnten; aber Corrcs eroberte sie im Jahre iL2o mit Sturm, und weil sie die erste Stadt auf dem festen Lande war, so bekam sie diesen neuen Nahmen. Tabelle, ein ous dem Lateinischen ent. lehutes Wort, welches ein Verzeichnis bedeutet, wo Jndividu», oder auch die Arien, Gatiungcn und Unterarten kürzlich unter oder neben einander gesetzt werden, so wie sie auf einander folgen, oder aus einander fließen. Tabernakel, ein ebenfalls aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches in der katholische» Kirche so wohl eine mit Säulen und Giebeln gezierte Bilder- blcnde, in Gestalt eines kleinen Altars, Bilder und Heilkgthümer hinein zu setzen» als auch das gezierte Behälinß, worin die coasecrirle Hostie verwahret wird, bezeichnet. Tabenie, ein noch hin und wieder im gr« Labinsk Labor Labor meinen Leben Ober-und Niederdeutsch, landsübliches, im Hochdeutschenaberun- bekanntes Wort, ein öffentliches Wirthshaus, eine Schenke zu bezeichnen. Tabiiisk, eine Stadt am Flusse Belaja i» der S atthalterschafi Ufa im asiatischen Jh ßland, welche 8F Wersie ober, halb Us« liegt. Hier befindet sich ein Kupferbergwerk. Die hiesige vortreffliche Salzquelle wurde ehemahls ge, nutzt; nachdem aber die Salzsiedercy im Jahre 1704 von den rebellischen Baschkiren zerstört worden war, hat man sie nicht wieder hergestellt. lable cle iVIarbre, oder Marmortafel, in Frankreich der ehemahlige Nahme zweyer Gerichtsbarkeiten. Die eine war di- Connetablic und Maurcckaussee des Königreichs; die andere das Gericht, welchem die Aussicht und allgemeine Verbesserung der Gewässer und Först« oblag. Es urtheilte in letzter Instanz, wenn ein Präsident und Räthe von der großen Kammer dabin kamen. Den Nahmen fuhren beyde Gerichtsbarkeiten daher, weil ehemahls eine marmorne Tafel durch den großen Saal ging, worin die Sitzungen gehakten wurden. Tabvr, ladorium, eine königliche Frey- stadt und Kreisstadt des Taborer An. theils am Bechiner Kreise, in Böhmen, 10 Meilen von Prag. Ziska hat diese Stadt, nachdem er Austi im Iah« re 1420 überfallen, geplündert und niederreißen lassen, aus diesen Trümmern erbauet. Sie liegt mit ihrem Schlosse auf dem Berge gleiches Nahmens, auf welchem der Hnssiten- Ge. neral Ziska sein Lager aufgeschlagen hatte, und wovon ein Theil der Hussi- ten den Nahmen der Taboritcn bekommen hat. Sie ist schon ihrer Lage nach fest, und hat Gräben, Mauern u»d Bollwerke nach alter Art. Der FlußLuz- nice umschließt den größten Theil der Ttadt. Hier befindet fich ei» Barfüßer Tachow ZLL Augustinerkloster und eine Tuchnianu, faclur. Der Nahme Labor heißt so viel als ein Lager. Labor, s Lhabor. Taborowka, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Kioiv in Kleinpohlen. Tabue, eine Stadt im wüsten Arabien in Asten, welche ei» schönes Kloster hat, und zwischen Medina und Dama. sco, 40 deutsche Meilen vom letzter» Orte, liegt. Tabulat, ei» noch hin und wieder, besonders in den Klöstern, übliches Wort, eine» gcdiehlten Boden, oder mit Bre- lern gelegten Gang zu bezeichnen. Tabulakuk, in der Musik die Art, die Töne anstatt den Noten mit Buchstaben und darüber gesetzten Strichen zu bezeichnen. Bey den Mcistersängern bezeichnete dieses Wort den Inbegriff der Regeln und Gesrtze, nach welchen sie ihre Gesänge verfertigen und absin. gen mußten; daher ist im gemeinen Le» den nach der Tabulatur noch so viel^ als nach der Ordnung.. Tablilct, ein aus leichte» Bretern gemachter Kasten, oder ein ähnliches Behältniß^ worin gewisse herum wandernde Krämer ihre Waaren am Halse hänge» habe». Daher ein Tabulctkrämer, ein herum wandernder Krämer, welcher seine Waaren auf solche Art mit sich herum trägt. Tacaze, Tacassi, ein Fluß in Abyssinien, in Afrika, welcher im Königreich An« göre entspringt, und sich in den Nil ergießt. Tachensce, ein See im Crzbisthumc Salzburg, welcher gegen Dberbayern zu bey dem Städtchen Waging liegt. Tachow, Tachau, ein Städtchen im Pils« ner Kreise in Böhmen, welches ehemahls eine königliche Stadt war, und ein Schloß hat, dessen in der böhmischen Geschichte oft gedacht wird. Es gehört den Grafen Losn von Lofinthal.- Dp 2 Tadmor Lt»es Tafelberg ZZ6 Tachtali Tachlali, ein gefährlicher Ort in der Donau in der semcndrischeuSandfchak- schaft in Servien, wo sich das Wasser über einen selsichlen Abhang stürzt, herum drehet, und Wirbel verursacht. Die Beschaffenheit der beyde» Ufer ist Schuld daran; den» von dem servischen Ufer erstreckt sich einen hoher Fels weit in den Strom hinein, an welchen das Wasser mit großem Geräusche stößt, und alsdann an die Felsen des gegen über liegenden walachischeu Ufers zurück prallet. I» dem Wirbel, der dadurch verursacht wird, kann ein Schiff umstürzen, wenn es den geraden Weg verfehlt. Tact, in der Musik und Tanzkunst die gehörige und bestimmte Dauer eines jeden Tones und einer jeden Geberde; das Tonmaß. Im besondern Verstände bezeichnet das Wort Tact die bestimmte Dauer derjenigen Noten, welche auf dem Papiere zwischen zwey Strichen eingeschlossen sind, und diese Noten selbst. Tactik, die Wissenschaft, eine Armee in Schlachtordnung zu stellen, und das Feldlager abzustecken. Tadcaster, ein großer Marktflecken in Jorkshire in England, welcher am Flusse Wherfe liegt, über den hier eine steinerne Brücke gebauet ist. Nicht weit von hier befindet sich das Feld Touton, wo die blutige Schlacht zwischen den Häusern Lancaster uud Jork vorfiel. Tadmor, der älteste und eigentliche Nah. me der durch ihre prächtigen Ueber- reste von Alterthümern bekannten ehe- mahligen Stadt Palmpra. Sie liegt im wüsten Arabien L bis 6 Tagereisen von Aleppo, und war, wie man noch aus den Ruinen sieht, sehr groß. Bey den Arabern heißt sie noch Tadmor, und ist so wohl in der heiligen Schrift, als auch durch die Königinn Zenobia, die hier residirte, in der Geschichte berühmt. Taes, eine chinesische Münze, welche nach unserm Gelde ungefähr 2 Guide» 7 Kreuzer beträgt. Tafalla, ein« alte aber wohl gebauele Stadt am Flusse ZidacoS im KLuigrei. che Navarra in Spanien, i spanische Meile von Olite, und 6 Meilen»an Pampelona. Sie hat ein königliche« Schloß, auf welchem König Carl III. residirte, 2 Pfarrkirchen undZ Klöster. Bey derselben liegt ein Kloster für adelige Jungfrauen, welches eine kostbare Stiftung vom Jahr« 17ZY ist. I» die. scr Gegend wächst vortrefflicher Wei». Tafelbay, ein schöner Meerbusen am Vorgebirge der guten Hoffnung im Koffern« lande in Afrika, welcher von dem daran liegenden Tafelberge den Nahme» hat, und den Ostindienfahrern zum bequemen Hafen dient. Tafelberg, ein sehr steiler Berg am Vor, gebirge der guten Hoffnung, welcher ZZAv Fuß in der Höhe hat, und dessen Gipfel ein platter Felsen von einer halben Meile lang und von einer Vier- telmeile breit ist. Er besteht auS einer Gattung weißen Quarzes, der nur a» einigen Stellen, i oder 2 Zoll hoch, Mit einer schwarzen vegetabilischen Erbe vermischt, und mit Sand und weißem KieS überzogen ist. Obgleich der Bode» des Gipfels fast gar keine Tiefe hat, so wachsen doch eine erstaunliche Menge der schönsten Kräuter auf demselben. Der Fußwegist bis a» die HvhedeSBer- geS sehr rauh, und wird, je weiter mn» kommt, beschwerlicher. In dem Berge befindet sich ein Ritz, der am Eingänge über einen Flintenschuß, oben aber nicht 2 Ruthen breit ist. Zur Rechten und Linken steht man jähe Felsen, die über 200 Fuß hoch find. Große Stein- massen hängen hervor, und drohen herab zu stürzen. Das Wasser, daS a»< Tafilet Tagazzi den Spaltungen sickert, nährt eine Menge aromatischer Pflanzen. Tafilet, eine Landschaft oder Königreich in Biledulgerid in Afrika, welche zwi« schen Segelmesse, Dakha, Sarah und dem Königreiche Marocco liegt. Das hiesige Erdreich ist bergig und sandig, auf welchem aber viele Dattelbäume wachsen. Uebrigens ist diese Landschaft der Aufenthalt vieler ScherifS, enthält ungefähr iLvo einzeln liegende Häuser, gehört dem Kaiser von Fez und Marocco, und wird von Mohren und Arabern bewohnt. Der Hauptort, Tafilet, liegt am Flusse gleiches Nahmens, bat ein festes Schloß, und treibt starke Handlung mit Indigo und Bockle- dec, wie auch mit schönen Tapeten und seidenen Zeugen. Er wurde im Jahre 1678 den Spaniern von den Mohren abgenommen. Taganrvk, Tangerok, eine Festung und vortrefflicher Hafen am asowschen Meere in der kaukasischen Statthalterschaft im europäischen Rußland, welche der russische Monarch Peter I. im Jahre 1697 anlegte. Vermöge des pruthischen Vertrags wurden die Werke dieser Festung geschleift und verlassen, nachher aber von den Türken wieder in ziemlichen Stand gesetzt. Den iZ. Aprill des Jahres 1768 eroberten die Russen diesen Platz wieder, nachdem sie kurz vorher den Türken auch Asow abgenommen hatten, und seit dem Jahre 1769 ist die Festung wieder hergestellt und bewohnt. Tagavost, Tagoast, eiue große Handelsstadt im Königreiche SuS am Flusse Sus in der Barbarey in Afrika. Sie hat gegen Zooo Häuser, von welchen Zvc> von Juden bewohnt werden, und wird für des heiligen Augustins Geburtsstadt ausgegeben. Um diese Gegend wachsen sehr große Rosinen. Tagazzi, eine kleine Stadt a» einem Merr- Taghmo« Tagfatznnz M buftn in der Provinz Etrif im Königreiche Fez in Afrika. Taghmon, ein Marktflecken in der Graf- schaft Wexford in der Provinz Leinster in Irland, welcher Depukirte zum Parlamente schickt. Tagliacojzo, ei-n kleines Slädtchen in Abruzzo Ultra in Neapel, welches den Titel eines Herzogthums hat, den das Haus Colonna führt. Bey diesem Orte hatte der Prinz Conradin imJahre ir6z sein Lager, als er von dem Könige Carl I. angegriffen wurde. Tago, Lejo, Tajo, lagus, einer der größten Flüsse i» Spanien, und der größte in Portugal, welcher an den Grenzen von Aragonien und Altcastilien entspringt, aus der spanischen Provinz Estremadura nach Portugal fließt, wo er den schnellen Fluß Zezere und andere aufnimmt, sich nach seiner Mündung zu sehr ausbreitet, verschiedene Inseln und bey Lissabon einen ansehnlichen Hafen macht, und sich nachmahls mit dem Meere vermischt. Er ergießt sich an verschiedenen Orten, und macht die umliegende Gegend fruchtbar, und führt auch Gold bey sich. Tagoast, s. Tagavost. Tagodast, eiue ansehnliche Stadt in der Provinz Haskore im Königreiche Marocco in Afrika, in deren Gegend eine Art Honig gefunden wird, der so weiß wie Milch ist. Tagomago, eine von den pithyusischen Inseln auf dem mittelländischen Mebrr, nahe bey der Insel Uvica. TagsaHung oder Tagleistniig, ein im Hoch. deutsche» veraltetes Wort, welches einen zu einem feycrlichen Geschäfte gewidmeten, besonders einen zu einer öffentlichen Versammlung bestimmten Tag, und noch mehr diese Versammlung selbst, einen Land- oder Reichstag bezeichnet. In der Schweiz wird dieses Wort besonders von den Zusam- Z58 Taille Taimingst menkü nften oder Landtagen der Schweizer gebrauchte Die allgemeinen werden ordentlicher Weise des Wahres ein Mahl, den Sonntag nach Peier-Paul, zu Baden im Argiui gehalten, und solches wird der Tag der R-chaung genannt. Die Übrigen sind alle außerordentlich, und entweder allgemein, welche von allen CantonS und zugewandten Orten meisten Theils zu Baden gehalten, und von dem Canton Zürich, der dieses besondere Recht hat, ausgeschrieben werden; oder besondere, welche von den protestantischen Cantons zu Arau, von den katholischen aber zu Lucern, sage. stellt werden. Jene beruft der Canton Zürich, diese aber der Canton Lucern. Im Oesterreichischen bezeichnet dieses Wort den Stellungstag vor Gerichte. Taille, ein aus dem Französischen entlehntes Wort, die gehörige Leibeslänge im Verhältnisse gegen die Gliedmaßei,, den Wuchs zu bezeichnen. Taillebourg, InlIeburZus, eine kleine Stadt am Flusse Chareute, in der Provinz Saintonge, in Frankreich, welche eine Festung war. Sie hat ein aus eitlem Felsen liegendes Schloß, und hat- ie bis zur Revolution den Titel einer Grafschaft, den das Haus Trimouille führt. Tüi-initig-tchao, eine alte und volkreiche Stadt in der Provinz Chan-si in China, zu deren Gebiethe L Städte vom zweyten, und 20 von, dritten Range gehören. Taiminghzingh, Tarminghzingh, eine alte und wüste große Stadt in der Mon- goley in Asien, Z? dentsche Meile» von der russischen Grenze, welche mit ei- nem viereckigen Erdwalle und hohen steinernen Thürmen und Bollwerken um- geben ist. und in welcher vorzeiten ein rartarischer König Hof hielt. Auf den umliegenden Berge» wächst Thimian, Majoran und viele andere gute Kräu- Tain Takamcrne ter»„gepflanzt wie das Gras, viele Meilen weit. Tain oder Thin, ei» Städtchen an der Rhone in der L indschaft Liennois in Unterdauphine Frankreich, i„ dessen Gegend der schöne Wem l'Hermi- tage wächst. Tojo, s. Tago. Tat-ping, eine Stadt in der fruchtbarsten und angebauirsten Gegend in der Provinz Kouang> st i„ Ch na, w.lche ,2 Städte vom zweyten, und 2 von, dritten R-mge unter sich hat. Taiti, s. Oiaheili. Tai-lvng, eine Stadt in der Provinz Chan- si in China, deren Gebieth sich über 4 Städte oom zweyten, und 7 vom dritten Range erstreckt. I» den Bergen der umliegenden Gegend gräbt man vortrefflichen Lasurstein, und schätzbare Kräukerarzeneyen. Takavanja, eine von den Inseln Negho aus dem kamischaikischen Meerezwischen Asien und Amerika, auf welcher sich .ein feuerspepender Berg befindet. Takel, Takelwerk, ein nur in der Schiff- fahrt übliches Wort, dasjenige Hebezeug zu bezeichnen, welches man auf dem feste» Lande den Seil und Kloben, oder den Flascherizug nennt. Auch werden alle Schiffsseile, alles Tauwerk auf einem Schiffe das Takelwerk genannt. Takpo-Cini, die Hauptstadt in der Provinz Butan oder Takpo in Tibet in Asien, in welcher die Capuciner ein Hospiiium haben. Taladell, ein Flecken im Fürstenthmne Eaialonien in Spanien, welcher eine Commenthurcy des Johaiiniterordens ist. Talamona, ein ziemlich großer Flecken im unter» Theile der Landschaft Velilin in der Schweiz. Talamone, Teiainone, eine kleine befestigte Stadt mit einem Hafen an dee Küste des Srato degli Presidii i» Jka» Talandt Talent Talfingen lien, welche dem Könige beyder Sici- lie» gehört. Talaudi, eine Stadt inLivadien, nicht weil vom Golfs di Negroponte in Griechenland. Sie hat eine» Bischof, welcher unter dem Erzdischofe von Aihen sieht. Talanta, Atlanta, eine kleine Insel auf dem Golfs di Talanta, an den Grenze» von Thessalien in Griechenland. Talar, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, ein bis auf die Fersen reichendes langes Kleid zu bezeichnen. Man braucht dasselbe von der feyerlicheu, einem Mantel ähnlichen Kleidung fürstlicher Personen. Talavera, eine Stadt am Flusse Satan- do in der Provinz Tucuinan im spanische» Vicekönigreiche Aio la Plaia in Südamerika. Talavera de la Reyna, ein alter und gro. ßer mit Mauern umgebener Flecken am Tago in der Provinz Toledo im König, reiche Neucastllien in Spanien. Er enthält ungefähr 4000 Einwohner, /Pfarrkirchen, unter welchen sich eine Colle- giatkirche befindet,/ Mönchs- und A Nonnenklöster, und 7 Hospitäler, und gehört dem Erzdischofe von Toledo. Die hiesige Seidenmanusactur, welche einige aus Lyon geflüchteie Franzosen angelegt haben, wird bloß von selbst gezogenen Würmern unterhalten, ist erheblich, und versah schon im Jahre 17FZ den königlichen Hof mit Seiden, zeug. Hier wird auch gutes irdenes Geschirr gemacht, welches in ganz Spanien berühmt ist. Talavera la real, ein Flecken in der Gua- diana in der Landschaft Estremudurain Spanien Z spanische Meile» von Ba- dajoz. Talent, ein aus dem Lateinischeli entlehntes Wort, natürliche Fähigkeiten zu bezeichnen. Ein hoher Grad der Fähigkeiten einer Art macht das Genie a»S. Talisman zzy Talsingen, ein Flecken eine Stunde oberhalb Ulm im schwäbi chen Kreise, wo sich ein gutes Gesnnddad, wie auch ein schönes Schloß befinden, welches dem adeligen Hause der Herren von Besserer,»lmischen Patriciern, gehört. Talgbaum, eine Art des Croton, welcher in China einheimisch ist, unserer Zitterpappel ähnlich siehet, und einen Samen in der Größe unserer Erbsen trägt, welcher mit einer dünnen weißen Talghaut umgeben ist, aus wek- cher die Chineser eine Art Kerzen bereiten. Ta-li, eine große»nd volkreiche Stadt in der Provinz Zlnn-nan in China, zu deren Gebiethe 4 Städte vom zwey ten, und Z vom dritten Range gehören. Hier ivcrden besonders schöne Marmortafeln ausgearbeitet. lulioais ssus, in den alten römischen Rechten eine Bestrafung der Verleumder, vermöge welcher sie eben mit der Strafe belegt wurden, welche dasjenige Laster verdiente, welches sie ander» fälschlich Schuld gaben. Heut zu Tage ist an dessen Stelle eine willkürliche Strafe eingeführt, und dieses Recht hat in peinlichen Sachen gar nicht Statt; doch kann eine Stadt gegen die andere, wo verschiedene Rechte eingeführt sind, sehr wohl das ssus lalioliis, oder recht- mäßiger Vergeltung, in bürgerlichenSa» chen gebrauchen. Talisman, eigentlich Danischmend, in Arabien der Nahme eines Gelehrte», welcher in der Türkey allen gegeben wird, die einige Bedienungen in Gerichts- und geistlichen Sachen haben. Besonders führen denselben die Geist, lichen, welche der Moscheen pflegen, unter welchen der Jman der Oberste ist. Talisman, ein metallenes Zauberb ld; imgleichen eine besondere unter gewissen vorgeblichen Constcüationen oder Asperren der Sterne, auf Sterne vd«c Taman z6o Talk Talmud Metall gemachte Figur, deren sich einige abergläubische Leute zu allerley widernatürliche» Wirkungen bedienen, und dieselbe am Halse tragen. Talk, eine thonartige Steinart, welche aus glänzenden Schuppen von unglei- chen Flachen bestehet, und sich fettig wie Talg anfühle» laßt. Man findet ihn von verschiedener Harte und Farbe. Tallagh, ein Flecken in der Grafschaft Waterford in der Provinz Münster in Irland, welche Depulirte zum Paria, mente schickt. Tallard, eine kleine Stadt mit einem großen Schlosse am Flusse Durance in Dauphin«, auf den Grenzen von Pro. vcncc in Frankreich. Sie führte bis zur Revolution den Titel einer Grafschaft, von welcher sich das Haus Hostuntal- lard schreibt. Tallya, ein schöner und wohl bewohnter Marktflecken, in der Sempliner Gespan, schaft, in Niederungarn, in welchem die Katholischen so wohl als die Refor- mirken ihre Pfarrkirchen haben. Er liegt auf einer angenehmen Anhöhe, und bauet köstliche Weine, die mit un. ter den Tokayer gerechnet werden. Aehn. liche Weine, die man mit Recht unter den Tokayer zählt, find in der nähmlichen Gespanschaft die von Mada, Tar. czal, Tsltsva, Benye, Satoralja. Takmvnt, eine kleine Stadt auf einer Höhe an der Gironde in Saintogne in Frankreich, welche bis zur Revolution den Titel eines Fürstenthums führte. Talmont, ein Flecken in Niederpoitou in Frankreich, welcher bis zur Revolution den Titel eines Fürstenthums hatte. Hier findet man zwey Pfarrkirchen und eine ehemahlige Abtey. Talmud, ein hebräisches Wort, mit wel. chem man das Gesetzbuch der neuern Juden zu bezeichnen pflegt. Im eigentlichsten Verstände führt nur die Misch, na diesen Nahmen, ob man gleich im Taksen weitern auch die Genarra oder beyde zusammen mit diesem Nahmen zu bele- gen pflegt. Der Talmud enthält dar mündliche Gesetz, oder alles, was Gott mit Adam, Henoch, Abraham, Mose und Josua geredet haben soll, und welches nicht in der Bibel aufgezeichnet worden ist. Er ist zweyerlcy, nähmlich der babylonische, und der jerusalcmi- sche. Der babylonische Talmud hat 2 Theile. Der erste heißt lVlilclinL, hat 6 Sedarim oder Ordnungen, und ist der Text; der andere aber heißt 6s- muru, und ist die Auslegung, welche mit vielen abenteuerlichen Fabeln nad Geschichten angefüllt ist. Der jerusa- lemische Talmud ist klein, wird wenig gebraucht, und ist nur ein AnSzuz der jüdischen Lehre. Talfen, ein Ami und Flecken im eigentlichen Herzogthume Curland. Tamaga, ein Fluß in Portugal, der im spanischen Galicie» entspringt, und sich unterhalb Porto in den Duero ergießt. Taman, eine Insel längs der Straße von Kassa, welche vom schwarzen und vom asowrschen Meere und von dem Ktiba» gebildet wird, und zur Provinz Tannen oder Krim gehört. Sie ist sehr gebirgicht, und das Seeufer sehr hoch und steil. Das größte Gebirge aus dieser Insel heißt Knltaba, und die Einwohner reden tscherkassisch. Sie stehen niitcr ihren eigenen BcgjS, und zahlen einen geringen Tribut an Rußland. Die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Taman, liegt an dem Ufer der Straße von Kassa ungefähr einen Flintenschuß von dem Wasser, und ist nicht groß, schlecht gcbauet, mit einer alten, verfallenen steinernen Mauer umgeben, und wird durch ein nicht weniger verfallenes Schloß vertheidigt. Die See ist jetzt hier so untief, daß nur kleine Schisse landen können. Während der Zeit, da Tamar Tamba die Genueser und Vcnetianee in diesen Gegenden handelirn, war die Stadt in sehr blühenden Umständen; nachdem sie aber unter die Herrschaft der Türken»nd der Keimec fiel, ist fie sehr in Verfall gerathen. Der hiesige Handel ist noch jetzt beträchtlich,»nd an dem Ufer liegen auch beständig eine Menge Fahrzeuge, welche die Reisende», die von der Gegend des Kuban, siusses kommen, nach dem Krim übersetzen. Hier findet man unter ander» Einwohnern auch Armenier, Juden, Griechen und Türken. Lama», lamnris, der vornehmste Fluß in der Provinz Cornwall in England, welcher in Devonshire entspringt, und bey Pleymouth ins britannische Meer geht. Tamaraca- eine Landschaft in Brasilien, im portugiesischen Südamerika. Sie hat ihren Nahmen von einer nahe dabey gelegenen Insel, auf welcher sich auch eine gleich benannte Stadt befindet. Tamarinde, ein in den heißen südlichen Welttheilen einheimischer Baum, welcher zu den Pflanzen mit drey Staub- säde» und einem Staubwegc gehört, und eine theils sauer, theils süßlichere Hülsenfrucht trägt, welche in unsern Apotheken gleichfalls unter dem Nahmen der Tamarinde bekannt ist. Tamariske, ein StauLengewächs, wel- ches oft zu der Höhe eines Baumes wächst, in den wärmer» Ländern Euro- peus einheimisch ist, und e>» feines den Cypresse» ähnliches Laub, und eine ge- würzhafte Rinde und Wurzel hat. Eine gröbere Art wächst auch in dem südlichen Deutschland. kamaro, ein kleiner Fluß im Principal» oltra, in Neapel, welcher sich oberhalb Bcnevenlo in den Fluß Calore ergießt. Tamba, ein Königreich und Stadt auf der Insel Niphon, in Japan. (IV. Band.) Tambour Tanbow z6« Tambour, ein Trommelschläger. Ehe. mabls wurde auch eine Trommel oder Pauke mit dem Nahmen Tambour belegt. Tameras, eine Landschaft und Stadt gleiches Nahmens im Gebiethe des Sa- morins oder in Calicut in Deean in Ostindien. Tamworth, ei» Burgflecken an der Themse in England, welcher halb in War- wickshire und halb in Staffordshire liegt, eigentlich aber zu der letzter» Landschaft gerechnet wird, und zwey Depiitirle zum Parlamente schickt. Tanaaukon oder Taua-Unvk, eine von den Fuchsinseln zwischen Asien und Amerika, welche so heiße Quellen hat, daß Fleisch und Fische in denselben gekocht werden können. Tanaro, Tarier», ein Fluß in der Lom- bardie in Italien, welcher an den Grenzen der Grafschaft Tende entspringt, und unterhalb Valeuze in den Po fällt. Tanafferin oder Tanaccrin, eine Landschaft und Stadt gleiches Nahmens im Königreiche Siam in Ostindien. Die Landschaft ist reich an guten Früchten und Reis, und die Stadt hat einen sicheren Hafen, in welchen Schiffe von allerley Nationen einlaufen. Tanbow, die Hauptstadt der Statthalterschaft gleiches Nahmens im europäi. scher« Rußland, welche an einem Bache fünf Werste vom Flusse Sna liegt. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher den Titel von Tanbow und Pensa führet, und enthält ,L Kirchen, unter welchen sich 4 steinerne befinden, und ein Nonnenkloster. Unter den hiesigen Einwohnern gibt es ansehnliche Kaufleute. Da es in der hiesigen Gegend gute Woll« gibt, so hat man so wohl in der Stadt als in ihrer Nachbarschaft Tuchmanu- facturen angelegt; auch findet man hier eine Segelrttchnianufactur, eine Glashütte und eine Salpetersiederey. Zwi- Zr Z6s Tanbava Tanger schen dieser Stadt und Koslsw sieht man noch einen Wall, der vor Alter- wider die Einfalle der Tartarn aufgr. warfen wurde. Landava, Achan, kliilippina, eine von den philippinischen Insel» iuOstin- dien in Asien, und zwar die erste, welche die Spanier entdeckt haben. Diese gaben ihr den Nahmen Philip, pine, wovon hernach alle andern her» um liegende Inseln ihre allgemeine Be» nennuiig bekommen habe». Tandara, cineJnsel der schwarzen Meers, am Ausflüsse des DnieperS. Tanega, Taiiegaxima, eine kleine Insel des öffeiulichen Oceans, und eine unter den japanischen Insel« in Asien. Tang, ein in den nördlichen Ländern EuropenS üblicher Nahme einer ArtSee- graseS oder SeemoseS, welches sehr häufig auf dem Grunde des Meeres wächst, und seine Spitzen bis auf die Oberfläche des Wassers treibt. Tange, ein kleiner Fluß in Westpreus, scn, welcher bey Memel in das curi- sche Haff fällt. Tanger, linZia, eine Stadt an der Meerenge von Gibraltar in der Provinz Habata im Königreiche Fez in Afrika. Sie ist eine Festung, und hat einen guten Hafen, und eine aus SFoo Mann bestehende Besatzung; auf den Bakterien aber sind roo meistens schlechte Ka- nonen vertheilt. Die Anzahl der Einwohner wird auf 20000 geschätzt, und hier befinden sich fünf ConsulS, nähmlich ein englischer, portugiesischer, schwedischer, dänischer und venetiani. scher, deren Flaggen, auf ihren selbst gebauten Häusern, wehen. UebrigenS ist die Stadt sehr schlecht gebauet, und der Mohren und Araber Lebens» art, Sitten, und Gebräuche sind sehr wunderbar. Die Stadt, welche unter andern eine katholische und zwey eng. ländische Kirchen enthält, ist an und für sich nicht groß, und daS Castell ist halb Tanger Tangoukh so groß, als dieselbe. Die umliegend« Gegend ist überhaupt unvergleichlich, und man findet hier die vortrefflichste, Weiden; das süße Wasser aber ist seh« selten, und wird in schafledecnenSchlän. chen nach dem Gewichte verkauft. Z« Jahre i6LZ ward dieser Ort von den damahligen Besitzern, de» Engländern, selbst geschleift und verlassen, weil die Garnison zu viel zu unterhalten koste, te, wurde aber nachmahls von den Mohren wieder gut aufgebauet. Tanger, ein Fluß in der alten Mark in, ChurfüestenkhumeBrandenblng welcher im Gehölze Tanger entspringt, die Tolle aufnimmt, und bey Tangeemünde, lvel» cheS von ihm den Nahmen hat, in du Elbe fällt. Tangermütide, eine mäßige und wohl bewohnte Stadt am AnSflussr deSLnn. ger in der Elbe in der alte» Mark m Churfürstenthume Brandenburg, siede» Meilen von Magdeburg, welche eine geistliche Jnspection, eine Schule, und zwey Vorstädte hat. Die hiesige alte Burg ist von der Stadt abgesondert, und mit einem liefen Graben umgeben. Vor mehrere, Jahren hak man auf de« neuesten Platz derselben ein landet, fürstliches Haus aufgeführt, welches der Beamte des AmtS Tangermünde bewohnt. Hier müsscu alle Elbschiffe einen Hauptzoll entrichte». Die Nahrung der Einwohner beruht auf dem Ackerbau und Bierbrau. Tangima, ein Königreich und Stadt auf der Insel Niphon, in Japan. Tango, ein Königreich und Stadt in dm nördlichen Theil der Landschaft Ja> maysoit auf der Insel Niphon in Japan. Tangu, ein Königreich und Stadt ane Flusse Menan auf der Halbinsel jenseit des Ganges in Ostindien. Tangouth, Tnokive, Tanu, ein Königreich in der Wüste Isiamc in der g"' ßeu asiatische» Larrare» aa d<» Tangur Lanlap stschen Grenzen. ES enthält eine Stadt gleiches Nahmens, die wohl bewohnt ist, und starken Handel treibt. Ihr König ist ei» Vasall des chinesischen Kaisers. Tangur, s. Tibet. Taichausen, Thannhausc», eine Reichs, graffchaft und Marktflecken gleiches Nahmens, nordöstlich von der Abtey Ulsperg an der Mindel, nicht weit von Augsburg im schwäbischen Kreise. ,Sie gehörte dem Grafen von Sinzendorf, von dem sie aber im Jahre 1708 der damahlige chnrmaynzische Kanzler, Jo« hann Philipp, Gras von Stadion, käuflich erhielt, und deßwegen in eben dem Jahre in das schwäbische Reichs, grafencoilegium aufgenommen und ein. geführt wurde. Taninge, eine kleine Stadt amFlüßchen Foron in der Landschaft Faucignp in Savoyen. La' jore, Tangeor, Tanschanr, ein Kö. nigreich an der Küste von Äoromandel in Ostindien, welches gegen Norden an daS Königreich Gingt, gegen Süden an die Meerenge von Chilao, gegen Osten «neben dieselbe, und gegen Westen an das Königreich Madura grenz«. Es steht unter seinem eigene» R,:jah oder Kö. uig aus marattischem Stamme, welcher seit dein Jahre»771 von den Englän. dern sehr abhängig ist, und enthält die Distrikte Trivadi, Coinbiconum, War« jaoeram, Mannergudy und Paltacot. tah. Die Haupt- und Residenzstadt heißt ebenfalls Tanjore, und ist groß und befestigt. Die übrigen Seeplätze sind, bis auf Devicoklah, in den Händen der Engländer und anderer Eurooäer, die dem Aajah ein jährliches Schutzgeld geben. Taukabvsch, ein großer Flecken in der kleinen Bucharev u> Asien. Tanlgy, ein Flecken mir einem schönen Schlosse am Flusse Äcmaii^on in der Tan» Laavr Z6z Landschaft AuxoiS in Bourgogae in Frankreich. Tann, ein Marktflecken im Rentamt« LandeShut in Niedcrbayern. Tann, ein Städtchen und Schloß vor dem Rhöngebirge an den hennebergi. schen und fuldaischcn Grenzen, welche an der Ulster liegen, und dem davon benannten adeligenGeschlechtc gehören. Die hiesige Kirche und Schule sind evangelisch. Hier werden viele Zeug» und Leinwandwaaren verfertigt. Tanna, eine von den nenhebridischcn Insel» in Australien oder Südindicn, welche Vulcane und heiße Quellen hat. Sie wird von drey verschiedenen Völkerschaften, die drey verschiedene Spra« chen reden, bewohnt, die sich gegen dir Europäer mißtrauisch und kriegerisch he. wiesen haben, aber wahrscheinlich ein« Gemeinschaft mit den Bewohnern der freundschaftlichen Inseln unterhalten. Tanna oder Tann, ein Städtchen in einer angenehmen Gegend, 1 Meile von Schleitz in der Herrschaft Schleitz in den gräflichen teuflischen Landen im ober- sächsischen Kreise. Tanneberg, ein Amt und Schloß auf einem Berge in der fürstlichen Prop« stey Ell vangcn im schwäbischen Kreise. Tannhausen, ein Dorf an der Weistritz im schlesischen Fürstenthume Schwcid» nitz, an der Grenze von Böhmen, wel» ches wegen eines guten Sauerbrunnens berühmt ist, der Charlottenbrunn qe. nannt wird. Der Ort gehört dem Freyherr» von Seher.Thoß. Tannrvda, ein Städtchen mit einem al» ten Schlöffe an der Jlm im Fürsten« thumr Weimar im vberlächstschen Krei. se, 2 Meilen von Erfurt, welcher vor Alters einem davon benannten Geschlech« te gehörte. Tanvr. ein kleines Königreich und Stadt auf der Küste von Malabar, auf der Halbinsel dicSseü des Ganges in Osiin» Zz 2 Z64 Laoeara Taplauckea dien. ES ist klein, und nicht über 8 bis 10 Meilen groß: dessen ungeachtet aber ist der König souverain, und kei- aem andern zinsbar, sondern steht mit dcnPortugiese» und Franzosen imBünd- niffe und guter Freundschaft. Taocara, leuckeriÄ, eine alte Stadt am Golfs von Sidra im Königreich« Barca in Afrika. Taormina, iLurominium, eine Stadt am Meere im Val di Demona in Si- cilien, welche auf einem felstchten Berge liegt, der ehemahls TauruS genannt wurde, und von Alters her so wohl wegen seines kostbaren Marmors, als wegen seines vortrefflichen WeinS berühmt war. Sie enthalt 72Z Häuser, und einen alten Schauplatz, in welchem die ganze Scene noch unversehrt ist, die an allen alten Theatern fehlt, und welcher überhaupt für den größten auf dem Erdboden gehalten wird. Im Iah. re i6yZ wurde Taormina»om Erdbeben sehr verwüstet. In der Gegend dieser Stadt soll das Wasser des Meeres unter dem Felsen zu gewissen Zeiten ein entsetzliches Gebrüll verursachen; daher sich Einige einbilden, es komme hier das Wasser wieder hervor, welches von der CharybdiS verschluckt worden ist. Man bauet hier guten rothen Wein, gutes Oehl, und viel Seide. Tapericka, eine Insel auf den Küsten der portugiesischen Capitania Bahia in Bra- silien in Südamerika. Es wächst auf selbiger viel Tabak, und sie hat herrliche Viehweiden. Hier wird auch viel Thran au- Wallfischen gesotten. Tapiau, ein ziemlich festes Schloß, nebst einem Städtchen und Oberamt im ta- plauschen Kreise in Ostpkeussen, welche in der Gegend liegen, wo die Deune aus der Pregel tritt. Hier befindet sich eine Schleuste, ein königliches Zoll, und auch eine Föhre über die Pregel. Taplancken, Tspiacum, ein Schloß an Tapoltz» Tarablüs der Pregel in Ostprenffcn. im kaplaii, schen Kreise, in dessen Nähe sich ehe. mahls Auerochsen aufzuhalten, M beS Winkers gefüttert zu werden pfleg.' ten, die aber jetzt durch die Wilddiebe ausgerottet worden sind. 3m Iahe, 172Z hat das fürstliche Haue Anhalt. Dessau dieses Schloß käuflich an sich ge. bracht, und seit dem wird eS Stablau- cken genannt. Tapvltza, ein guter und nahrhafter Markt, flecken mit einem Lustschlosse der Wes, primer Bischöfe, in der Salader Gc. spanschaft, in Niederungarn. Er hat einen Schwefelbrunnen, der zum Ba. den von vielen Kranken mit Nutze» ge, braucht wird. Ehemahls war er, die öfter« Einfälle der Türken, welche zu Stuhlweissenburg und Cauischa in der Besatzung lagen, abzuhalten, mit einem doppelte» Walle umgeben. Tappanuly, eine engländische Niederlas. sung im Lande der Battos aus der Insel Sumatra in Ostindien. Tappul, eine Insel des Guluh-oder I»< loarchipelaguS in Ostindien, auf welche sich die Spanier Mit Bewilligungih> rer ursprüngliche» Bewohner ein Recht anmaßen. Tara, ein kleine Stadt im tobolskischen Gebiethe in der Statthalterschaft To< bolsk in Sibirien im asiatischen Rußland. Sie liear am Bache Arkarka, welcher i» den Jrtisch fällt; in diesen aber fallt 40 Werste von hier der Fluß Tara, an welchem sie im Jahre 1L94 zuerst angelegt werden sollte, daher sie auch von demselben den Nahmen bat. Im Jahre >77Z zählte man hier 6617 Häuser, z Kirchen, und ,7 iL männliche Einwohner, welche größten Theils so genannte Roschkvlschtschiki sind. Im Jahre 1722 wurden hier verschiedene von denselben gespießet, weil sie den Eid we, gen der Reichsfolge nicht ablegen wollten. Tarablüs, Tripoli di Soria, Tripolis Larabof Tarant 8/riae, eine ansehnliche Handelsstadt im Paschalik TarablüS und Said in Syrien i» der asiatischen Türkey. Sie liegt an einem kleine« Vorgebirge eine halbe Meile vom Meere, hat viele Einwohner, einen guten Hafen, und eine feste Citadelle, wiewohl dieselbe nur als ein Gefängniß gebraucht wird, und ist der Sitz eines Pascha und eines griechischen Bischofs. Der größte Handel der Stadt wird mit Seide getcic. den. Im Jahre r/zy wüthete hier ein starkes Erdbeben. Larabosan, Lrebisonde, Iraperus, die Hauptstadt des Paschrliks gleiches Nahmens in der Landschaft Amasan in Natolien in der asiatischen Türkey, welche am Fuße eines Berges an der Küste des schwarzen Meeres liegt, und der Sitz rineS Bischofs ist. Sie ist die wichtigste Stadt am schwarzen Meere, zählt ungefähr 100000 Einwohner, un. »er welchen sich beynahe ivoov Griechen und Armenier, aber keine Juden, befinden, und hat eine große Rbede, viele Färbereyen, und guten Schiffbau. Tarabosan war übrigens zu Anfange des i2ten Jahrhunderts die Hauptstadt dcS trapezuntischenKaiscrkhums, welches fast 260 Jahre dauerte, bis rS im Jahre 1640 wieder mit dem türkischen Kai- scrthum vereinigt wurde. Taragala, eine große Stadt in der Provinz Dahra, in Biledulgerid, in Afrika, wo viele Jude» wohnen. Hier befindet sich ei» festes Schloß, worin ein Gouverneur wohnt, welcher unter dem Scherif von Marocco steht, und hier wird vieles Gold auS dem Sande gewaschen, geschmolzen, und nach Marocco geführt. Tarancvn, ein großer Flecken in der Provinz Toledo im Königreiche Neuca- stilien in Spanien. Tarantaise, larsniaka, eine gebirgige Landschaft in Savoyen, welche den Ti. Tarantel TacaScon tel einer Grafschaft führt, und zwischen Faucigny, dem eigentlich so ge. nannten Savoyen, Maurienue, und Aosta liegt. Sie hat gute Weide, Salzquellen, und auch Steinkohlen. Tarantel, eine Art Spinnen mit acht Füßen, deren Augeu in drey Linien stehe», und deren Gift wahnsinnig machen soll, so daß diese Krankheit bloß durch die Musik gcheilet werden könne; obgleich dieses Vorgehen noch sehr verdächtig ist. Der Nahme selbst ist ita- licnisch, und rührt von der Stadt Ta- ranto her, in deren Gegend diese Spinne» sehr häufig find. Taranto, larentum, eine Stadt mit einem festem Schlosse in Terra d'Otran- lo in Neapel. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel, die sich in den Meer- buse» erstreckt, welcher von dieser Stadt benannt wird, und hat einen Hafen, welcher ehemahls sehr gut war, jetzt aber verstopft und nur für Fischerkähne bequem ist. Sie zählt gegen»6000 Einwohner, ist der Sitz eines königlichen Gouverneurs und Richters, und eines ErzbischofS, unter welchem drey Bischöfe stehen, hat den Titel eines HcrzogthumS, und gehört zu den königlichen Domänen. I» dem tarentini- schcn Meerbusen befindet sich eine süße Quelle auf dem Boden deS MeereS, deren Wasser man zur Zeit der Meer- stille auf der Oberfläche des Meeres schöpfen kann. Tarascon, eine sehr alte Stadt an der Rhone in Unterprovence in Frankreich, welche groß und wohl bewohnt ist. Man findet hier ein wohl gcbaueleS, und nach alter Art befestigte« Schloß, und eine Collegiatkirche, und hatte über dieß bis zur Revolution 7 Klöster, eine Abtey und ein Collegium. Tarascon, eine kleine Stadt am Flusse Arriege in Oberfaix in Frankreich, welche eine von den vier vornehmsten Städ. Tarif« z66 Laras»» Targum ten dieser Landes ist, aber in den er. sten Jahren dieses Jahrhunderts durch eine Feuersbrunst fast ganz zu Grunde gerichtet wurde. Hier gibt es viele Eisenfabriken. Tarasun, ein sehr beliebtes Getränk bey den Chinesern, welches von Reis und Branntwein gemacht, und von ihnen wie bey uns der Wein getrunken wird. Larazvna. Larrazona,'I'ueialo, eine Stadt am Gebirge Moncayo im Königreiche Aragonirn in Spanien. Sie ist der Haupiort eines DistrictS, hat s- Pfarrkirchen, 4 Mönchs-und Z Nonnenklöster, und ein Hospital, und ist der Sitz eines Bischofs, der jähr. lich 20000 Ducaten Einkünfte hat. Tarbeö, die Hauptstadt der ehemahligen Grafschaft Bigorre in GaScogne in Frankreich,welche amFlnsseAbdour liegt. Sie ist klein, aber der Sitz eines Bi- fchvfs,welcher unter dem Erzbischofe von Ausch stehet,einen Kirchsprengel von ZLo Pfarren hat und am römischen Hofe auf t 200 Gulden taxirt ward. Auster der Kaihedralkirche findet man hier eine Pfarrkirche, zwey ehemahlige Klö. ster, und ein Schloss, welches der Stadt zur Befchi'itzung dient. Tarczyn, eine kleine Stadt F Meilen von Warschau in der Woiwodschaft Masu. ren in Grostpohlen, welche der Haupt- ort eines DistrictS ist. Targowica, eine kleine Stadt am Flusse Su,r in der Woiwodschaft Wohlyn in Kleinpohlen. Targowica, ein Städtchen in der Woi. wodschaft Bratzlaw in Kleinpohlen, welches am Flnffe Sinucha liegt, der in den Beg fällt, und den Nahmen von dem Handel hat, welcher hier als an einem Grenzortc mit Neurußland getrieben wird. Targum, Targumim, ein Nahme, mit welchem die Juden diechaldäische Ueber, setzung des alten Testaments belegen. T a r il o w i tz Sie wird von ihnen sehr hoch gehalten, besonders die, welchd Jonathan und DukeloS verfertigt haben. Es finde» fich in derselben viele jüdische Jrrthi» mer und Fabeln. Tarif»,.lulia rrockuoter, eine Stadt ün der Meerenge von Gibraltar im König, re-che Sevilla in Spanien, L spanische Meilen von Gibraltar. Sie hat zwey Häfen, ein gutes Lastest, 4 Pfarrkirchen und ein Kloster, aber wenige Einwohner, und war der Hanptort einet MarquisatS, welches jetzt dem Könige gehört. Tarifs, ein il, der Handlung übliches Wort, das Verzeichnis- drssen, was Waaren mancherley Ar, für Zoll und andere Abgaben zu eiurlchken haben, zu be« zeichnen. Tarkany, ein Flecken an ber TheiS in der Semplincr Gespankchaft inDbeeungarn, welcher ein Eistest hat. Tarku, ein Dorf am caspifchcn Meere in Dagestan oder im kaidakischen Reich e in der asiatischen Tartarey, welches der Hauvtort desselben ist. Tarlow, eine Stadt in der Woiwodschaft SondomirS in Kleinpohlen. Tarn, ein Fluss in Frankreich, welcher im sevennischen Gebirge entspringt,und fich in die Garonne crgüsst. Tarnogrod, eine offene Stadt im Beizer Kreise im Königreiche Galizien, Taruopo!, eine Stadt im Lembergcr Äeei- ^ se im Königreiche Galizien. Tarnow, die Hauptstadt des Kreises glei. cheS Nahmens im Königreiche Galizien, in welcher im Jahre 177/ ein BiS- thum für den Landstrich errichtet wurde, welcher ehemahls unter dem Bischöfe von Krakau stand. TarnowiH, eine kleine offene Stadt in der freye» Standeshcrrschaft Beuchen in Schlesien au der pohlnischen Grell, ze. Sie hat eine katholische Pfarrkirche, eine evangelische Kirche, und ei» Col- Lar» Tarragsna legiumderExjesuiksn. Das Silberberg- werk bey deeselbrn war vor Alters sehr ergiebig, gab anch Gold, und ist auch noch ziemlich beträchtlich„och wichtiger über ist das hiesige Blcybergwerk: auch findet man hier ergiebige Eisen- bergwerke. Vor dieser Stadt gab der neu erwählte pohlnische König August II. der öffentlichen Gesandtschaft, welche ihn nach Pvhleii einlud, im Jahre 1697 feyerliches Gehör, und im Iah. re i/Z4 ertheilte König August III. hier eben dergleichen an die große Deputation der pohlnische» Stände, welche ihn einlud, in das Reich zu komme». Taro, ein Flnß in Italien, welcher im genuesischen Gebiethe entspringt, und unterhalb Cremona in den Po fällt. Taro, Val di Taro, eine kleine Landschaft zwischen dem genuesischen, par- mesanischea, und placcntinischen Gebiethe in Italien, welche dem Herzoge von Parma gehö t, ausgenommen Bar. di, Campisno, und einige Dörfer, welche der Fürst d'Atria besitzt. Tarragona,'I'srraco, eine alte mit Mauern umgebene Stadt im Fürsten- Ihum« Catalonien in Spanien. Sie liegt aus einem Berge am Meere, mit welchem sich hier der kleine Fluß Frau. coli vermischt, und war vor Alters viel ansehnlicher und volkreicher, als je!,'; wiewohl sie noch bis jetzt der E> eines Erzbischofs ist, unter welchem-ie Bischöfe von Barcelona, Urgel, G«a, Lerida, Tortosa, Bique und k na stehen, welcher auch Herr z oey Dritteln der Stadt ist, jähr- l-- 22000 Ducaten Einkünfte hat, nur dessen Mctropolitankirche die einzige Pfarrkirche der Stadt ist. Uebri- gens gibt es hier noch zehn Klöster und ein Hospital. Die Universität, wel- che sich ehemahls hier befand, ward auf Befehl Königs Philipp V., so wie alle Tarrazona Tarta Z67 anderen Universitäten dieses Fürsten, thums,«ach Ccrsera verlegt. Hier sind noch einige römische Alterthümer zu sehen. Ein Drittel der Stadt gehört dem Könige als Fürsten von Tarragona. Vor Alters war sie die Hauptstadt eines große» Theils von Spanien, und wurde im Jahre 170L von deu Englän- been für Carl III. eingenommen; im Zähre 171Z aber kam sie durch de» Utrechtec Frieden wieder an den König Philipp V. Eine spanische Meile von hier liegt der Hafen Salon, Tarrazvna, s. Tarazona. Tarrega, ein mit Mauern umgebener Flecken auf einer Höhe im Fücstenthn- mc Cataloiilen in Spanien. Tarsia, ein Flecke» mit dem Titel eines Fürsienthnms in Calabria cikra in Nca- pel, welcher dem Hause Spinell! gehört. Tarsus, Tarso, Terasso, larlua, eine Stadt am Flusse Karasu oder Cydnus im Paschalik Caraman in der Provinz Caraman in Natolien in der asiatisch?« Türkey. Sie ist der Sitz eines griechi. schen Erzbisthums, gehörte vor Alter« zu Cilicien, und war eine schöne und berühmte Stadt, und der Geburtsort des Apostels Paulus. Heut zu Tage ist sie sehr arm,»ud wird von Türken, Griechen und Armeniern bewohnt. Tartakow, eine Stadt im Beizer Kreise im Königreiche Galizien. Tartane, eine Art kleiner Schiffe auf dem mittelländischen Meere, ohne erhabenes Hiuker-und Vordcrlheil, welche kleiner als die Polaken sind, nur riuenMastbaum und eine Focke haben, und ungefähr zehn Mann führen. Das Wort Tartane ist zunächst italienisch, scheinet aber mor. genländischen Ursprungs zu seyn. Tartar, Talar, eine Person von derjenige» zahlreichen Völkerschaft, welche in der großen, wie auch in der kleinen Tartarey, in den nordöstlichen Provinzen §6ö T a r t a r Tartaren des russischen Reichs,»nd in einigen an. der« Ländern am caspische» und schwarzen Meere wohnet, die bey den Alten unter dem Nahmen der Scythen bekannt war, von welchem die eigentlichen Tartarn nnr ein be,'sndrrer Stamm waren. Alle Morgenländer, Russen und Pohlen schreiben und sprechen dieses Wort Tatar, welches so viel als einen Herrn des Landes bedeutet. Die heutigen Tartarn sind überhaupt ein rauhes und barbarisches Volk, deren Vornehmstes im Rauben besteht. Sie leben von der Viehzucht; wie sie denn in keinen Städten wohnen, sondern sich in gewisse Horden eintheilrn, und mit ihrem Vieh herum ziehen. Ihre Speise ist Pferdemilch und Pferdefleisch; ihre beste Kleidung ist ein langer Rock von Leinwand, wiewohl die Vornehmen auch seidene Röcke tragen: ihr Reichthum besteht in Vjeh und Sclaven, die sie in der Türkey und iuPer- sien verkaufen; ihre Religion ist theils die muhammedanjsche, theils die heidnische. In Sibirien machen die Tartarn das vornehmste Volk aus, und diese sind- in Ansehung der Religion meistens Mu- hammedanec, zum Theil Heiden, und ciiie kleine Anzahl ist getauft. Die lctz- lern habe» insgesammt ihre Kams oder Schamane, welche Priester und Zauberer vorstelle» sollen, und die Leute durch ihre Gaukclcye» bekriegen. Sie geberden sich wie Besessene, haben Zau- bertronimcl», vermittelst welcher sie nach der Meinung der Einfältigen das Verlorne wieder schaffe», Kranke gesund mache«, uud viele Dinge vorhersagen können. Ihre fast allgemeine Kleidung ist ein lederner Rock, mir vielemEisen be. hängt, auf allerley Art auSgeziertc und ausgenähcte lederne Strumpfe, und eine aus mancherley Weise dem Pöbel sürch» terlich gemachte Mütze. Alle diese Tartarn bestehen aus viele» großen und klei- Tarlarey nen Nationen, leben unter russischem Schutze, uud werde» von den Gegenden, Städten und Flüssen, wo sie wohnen, benannt. Die Merkmahle der tar. »arischen Häuser uud Hütte,: sind inwendig eine breite niedrige Bank, und ein Camin nnd Kochherd. Tarkaren von Circoffien, s. Circassien. Tarkaren, Czeremissische, s. Czeremissi- sche Tartaren. Tartaren von Dobrudsche, s. Dobrud- sche. Tarkaren, Kalmückische, s. Kalmückische Tartaren. Tartaren von Kin, eine tartarische Na. tion im Königreiche Niuche, a» den chi. »esischen Grenzen, welche den Chinc- fern sehr gehässig ist, und öfters blutige Kriege mit ihnen führet. Diese Tartarn haben keine Religion, außer abergläubische Gebräuche, sind gute Sol- baren, haben bessere Silken, als die andern Tartarn, und scheinen der christlichen Religion mehr als der muhamme- dänischen geneigt z» sey». Tartaren vonNagais, s. Rassische Taktiken. Tartaren von Mogul, s. Woguli'Hen. Tarlarey, Große Tarlarey, ein großes Land in Asien, welches gegen Norden an das asiatische Rußland, gegen Dsicn an die Mongoley, gegen Süden an Jndostan, Persien, Georgien und die asiatische Türkey, und gegen Westen an das schwarze Meer, die Meerenge Kassa und das asowsche Meer grenzt. Ehe- mahlS rechnete man zur asiatischen Tor. tarep a»S geographischer Unwissenheit alle asiatischen Länder auf der Nordseite von Persien und Indien bis an das Eismeer, und zwar außer den eigentliche» kanarischen Ländern auch Astra« kau, Kasan, Sibirien, das Land der Mandschus, die Kalmnckey, die Mon- golcy und Tibet. Indessen berechtigen die Sprache, Gestalt und Religion der Tartarey Einwohner, wie auch andere Umstände, die eben genannten Landschaften von der Tartarey zu trennen, und man kann zu derselben nur folgende Länder rechnen::) die kabardinischen Lande mit Inbegriff von Awschanien und Circaffien, L) Diketien und Alau-e», Z) Schwane- tien, 4) Raischa, L) Dagestan und Les- gistan, 6) Kabella, 7) Wcsttruchme- nenland, 8)Dsttruchme»e»Iand, 9) Ka- rasin, Das Karakalpakenlaud, 11) die araltsche Tartarey,»2) das Kirgisenland, lZ) Tutkestan, 14) Taschkent, und tz) die Bucharey. Die Tartarey enthält hohe Gebirge, unter welchen sich der Kaukasus und Jmaus oder Mustag auszeichnen, und hin und wieder trifft man auch Steppenländer und sandige Gegenden an, wiewohl sie mit fruchtbaren Distrikten untermischt sind. Die -öhern gebirgigen Gegenden sind kalt und schneereich. Die Einwohner legen sich auf die Viehzucht, die Bienenzucht und den Seidenbau, und die vornehmsten Produeie des Landes sind wilder Wein, allerley Arten Getreide, Reis, Saffran, Tabak, Saflor, Flachs, Hanf, Baumwolle, Dbst, Krapp und Rhabarber. Uebrigens findet man auch Eisen und mineralische Wasser. Die gesamm- ten tartarischen Länder bestehen aus vielen kleinen Staaten, von welchen einige einen aristokratischen Staat ansma. chen. Verschiedene sind völlig frey und unabhängig, und andere stehen theils ale Unterthanen, theils als Schutzver- wandtc unter russischer Hoheit; vor den persischen Unruhen aber hingen sie von Persien ab. Manche vvn diesen Chan- schafte» sind unbedeutend, dass sie sich zuweilen auf eine einzige Dorfschaft einschränken. Einige hiesige Fürsten sind Herren über Leben und Tod ihrer Unterthanen; andere hingegen haben wenig Ansehen, und könne« auch abgesetzt werden. Einige erhallen von ihren (IV. Land.) Tartarey zS- Unterthanen nichts; andere hingegen be. kommen von denselben den vierten, zehnten u. s. f. Theil ihres erworbenen Vermögens. Alle vorher genannten Länder werden von dem easpischeu Meere in zwey Haupttheile, nähmlich in die West- tartarey oder in die kaukasische Tartarey, und die Dsttartarep eingetheilt. Das Hauptgcwerbe der meisten tartarischen Völker besteht im Ackerbau» und in der Viehzucht, und viele nähren sich von der Räuberey; indessen lebe» auch mehrere von Handwerken und von der Handlung, und man verfertigt Holz- und Eisenwaaren, wollene und baumwollene Tücher und seidene Stoffe. Die kaukasischen Nationen allein können ungefähr eooouo Krieger stellen, und einige einzelne Völkerschaften zählen deren gegen loooo Mann. Die Hauptsprache ist hier die tarlarische, welche man in die reine tartarische, circaffische, kesgische, kistische und ossetische eintheilt. Jede von diesen hat besondere Dialekte, und die schönste tartarische Mundart sprechen die Bucharen. Bisweilen haben einzelne Dörfer eigene Sprachen, die dem nächsten Dorfe unverständlich sind. Hin und wieder hört man auch finnische, skl-:vonische, italienische, deutsche und böhmische Wörter; die arabische Sprache aber ist nur Wenigen bekannt. Die herrschende Religion ist hier die mu, hamnckdauische, wiewohl man nicht so orthodox' als in Mecca denkt. Ueber dieß findet man hier auch Christen, besonder- griechische, und Juden. Tartarey, kleine Tartarey, eine europäische Landschaft, welche auch zuwei. leu die crimmische oder precopische Tar« tarey, oder mir Einem Worte, die Erimm genannt wird, und gegen Norden und Dsten an Rußland, gegen Westen an Pohlen und an oje Moldau, gegen Sude» aber an das schwarze Meer grenzt. Sie besteht aus der besonders so ge, Aaa TartaS Tassianr 27« Tartlrrisch Tartaro nannten criminischen Tartarey und Bcs- sarabien. Jene ist eine große Halbinsel, welche vorzeiten Lkerloneluz rauri- ca genannt wurde; dieses aber liegt gegen Abend. Die kleine Tartarey hatte ihren besondern Fürsten, welcher sich einen Chan nannte, und ehemahls unter des türkische» Kaisers Bothmäßigkeit stand. Vorzeiten gehörte dieses Land zu der großen Tartarey, welches sich aber um dasJahr i4e>4davon absonderte,und einen besondern Chan aus dem Geschlechte Kirai erwählte, welcher sich im Jahre 1^84 dem türkischen Kaiser unterwerfen mußte, und demselben mit 100000 Mann inS Feld zu folgen versprach, welche in Cavaüeric bestanden; wenn aber nur der Großvezier commandirte, so stellte er nur halb so viel zur Armee. So bald ein neuer Chan erwählt wurde, mußte er sich zu Constankinopel bestätigen lassen, und daselbst den Eid der Treue schwören. Der türkische Kau ser konnte auch diesen Chan wegen eines wichtigen Verbrechens abseyen, mußte aber einen aus dem Geschlechte Kirai an dessen Stelle wieder auf den Thron erheben. Endlich errichteten bey. de Nationen eine Erbverbrüdcrung unter sich, daß die türkischen Regenten auf dem tarkarischen Throne, und hingegen die Familie Kirai im ganzen türkischen Reiche, im Fall eines von beyden ausstürbe, suceediren solle. Alle diese Bedingungen, und besonders die Unterwürfigkeit des crimmischen Chans sind durch die Eroberungen Rußlands aufgehoben worden. S. Crimm. Tartarisches Meer, vstsre'I'srtsricum, vel 8c^tliicum, ein Theil von dem mitternächtlichen Ocean in Asien, welcher an die Küsten der Tartarey stößt, und fast stets mit Eise bedeckt ist. Tartaro, ein Fluß in Italien, welcher im »eronesischcn Gebiethe entspringt, und theils in den Po, theils in die Etsch fällt. Tarlas, eine kleine, wohl gcbauelc und volkreiche Stadt in der Landschaft Lei Landes in Gascogne in Frankreich. Sie liegt am Flüßchen Midouze nahe beym Flusse Adour, hat eine Pfarrkirche na» zwey ehemahlige Klöster, und weid! starken Handel mit Getreide. Tartlen oder Larklau, Prasmar, ein großer und wohl gebauerer Marktflecken im Burzländer Districte in Siebenlurgen. TarKa, Tarisza, ein Flecken mit einem Castell am Flusse gleiches Nahmens in der Scharoscher Gespanschaft in Oder- ungarn. Tarudant, ein großer Ort im Königreiche SuS in der Barbarey in Afrika, nicht weit vom Berge Atlas, wo ei» starker Handel mit Zucker getrieben wird. Ehedem war er der Hauptort einer Republik. Taruffa oder Tarrussa, eine Kreisstadt an der Lcka in der Statthalterschaft Kalnga im europäischen Rußland. Tarviftrmark, s. Trevisano. Tnrzcal, ein Marktflecken in der Scmpli- ner Gespanschaft in Odernilgarn, wel- cher an dem Fuße des karpalischen Gebirges liegt, und guten Wein bauet, der dem Tokayer gleich kommt. Taschkent, eine Landschaft in der asiatischen Tartarey, welche von einem kic- zischen Prinzen beherrscht wird, und in weicher rS viele nomadisirenbe Kirgisen gibt. Der Hauptort dieses Landet heißt ebenfalls Taschkent, und ist eine ansehnliche Handelsstadt, welche an den Tamilen ant dem Flusse Tschirtschik liegt, und gegen 6ooc> Häuser enthält. Taschnad, ein Marktflecken in der mittleren Solnocker Gespanschaft in Löer- ungarn, welcher gute Märkte bat, und ehemahls ein überaus volkreicher und ansehnlicher Ort war. Tussiane, eine Insel in der Provinz Ktk- Lala Taucha Z a i^r i S ^ wan in Wesipersien, welche ziemlich fruchtbar ist. Taia, s- Dokis. Tatar- Bassardschikj, eine bey den Tür- kkii berühmte Stadt i» der kirkeklest- schen Sandschaklchaft i» Romainen, wel. che am Flusse Maritza liegt, iu den hier noch ein anderes um die Stadt laufendes Wasser fällt. Sie ist ganz gut gebanet, hat ziemlich breite und reine Straßen, treibt starken Handel, und liegt in einer angenehmen Gegend am Fuße des Berges Tschengje. Hier gibt es vrele warme Bäder. Tatar- Bunar, eine kleine Stadt auf einem hohen Berge an dem Kogylnik im crünmischen Antheile an Brssarabien im europäischen Rußland, welche vorzeiten die Hauptstadt-er komanischen Fürsten war. Sie muß ehemahls eine ansehnliche und feste Stadt gewesen seyn, wie verschiedene Trümmer, die»och hier liegen, zu beweisen scheinen. Im Jahre 1770 eroberten ste die Russen. Tatarcy, s. Tarlarey. Tatas, ei» kleines Fort auf der Insel Bornes in Ostindien, welches der holländischen ostindifchen Compagnie gehört. Tating, eine Stadt im Heezogthnme Schleswig, eine Meile von Tönningen. Tawmi, ein kleines Königreich und Siadt in Quants, auf der Insel Niphon in Japan. Talta, s. Siii-i. Tattarshall» ein Flecken in Lincolnshlre in England. Tau, ein Nahme aller ungewöhnlich starken Seile, besonders auf Schissen, wo man daher Anker, oder Kabeltaue, Hiß- taue, Halstaue, Spriettaue, Raktaue, Minderaue u. s. s. hat. Taucha, ein Städtchen, Schloß und Rittergut an der Barde im Leipziger Krei. se im Churfürstenihnme Sachsen, welche dem Rache zu Leipzig gehören. Im Jahre 1768 brannten hier gegen 10c» Häuser nebst der Kirche ab. Tauber, luburus, ein Fluß, welcher in Franken an den schwäbischen Grenzen, eine Weile von der Stadt Ao- thenburg entspringt, und zu Werrhelm in den Map» fällt. Tauchel, ein Städtchen an der Bro in Pomcrcllen in Westpreussen. Taufe, bey den Seefahrern ein possenhafter Gebrauch, diejenigen, welche zum ersten Mahle die Straße/den Wende- zirkel und die Linie passieren, auf eine feperliche Art in das Wasser zu tauchen. Taussers, eine Herrschaft im Viertel Pu- sterchal in Tyrol, weiche ehemahls ihre eigenen Grafen halte, und jetzt den Grafen von Ferrara gehört. Tauiignan, eine kleine Stadt in der Landschaft ValentinoiS in Unter dauphins in Frankreich. Tauulvn, ei» volkreicher und wohl ge- baueter Marktflecken am Flusse Ton oder Töne in Sommerselshire in England, welcher eine engländische Meile lang ist, wohlhabende Einwohner und große Manufacturcn von Barsche, Drogct und andern leichten Stoffen hat, und zwey Deputiere z»m Parlamente schickt. Die umliegende Gegend, welche Taun- ton Dean genannt wird, ist die fruchtbarste in« Sommerselshire, und hat einen Urberstuß an Getreide, Gras und Aepfeln. Tannen, s. Grimm. TauriS, Tabris, l'abrilium, eine rei- che Handelsstadt in der Provinz Ader» bidscha» oder Aderbigicn in Westpersien, welche am Flusse Spiagtsch« liegt, der in den salzigen See Agi fließt. Sie ist die größte und wichtigste Siadt im ganzen Persten, indem Jspuhan in seinen Ruine» liegt, und war ehemahls die zweyte Hauptstadt des ganze» Reichs. Sie enthält gegen iLooo Häuser, sehr viele Kaufmannsgewölber, ZnooKara- Aaa s Taustm Tav i r a Z72 Taurvggen Taurus vanscras oder Gasthöfe, 2Zo Moscheen, und über 600000 Einwohner. Ihre Handlung erstreckt sich durch ganz Per- sien, nach Rußland und der Türkep, bis gegen das schwarze Meer, und sie ist eine Hauptniederlaze von persischen und indischen Waaren. Hier werden viele seidene Zeuge mit Gold und Silber gewirkt, und der beste Schagrin gemacht. Dieser Ort ist denytenAprill -es Jahres 1722 durch ein entsetzliches Erdbeben fast ganz in Abgrund versenket worden, und eS sollen damahls gegen 2,50000 Menschen umgekommen seyn, dergleichen Schicksal ihn auch im Jahre 1780 abermahls betraf. Die Türken machten sich zwar im Jahre 172L zu Herren von dieser Stadt, mußten sie aber im Jahre 17Z6 den Persern wieder einrälkwen. Gegenwärtig gehört sie zu den Eroberungen des Prinzen He- racliuS. Tauroggen, Taurogi, ein Städtchen und Amt am Flusse Jura im Herzogthume Schamaiten in Litauen, welches der Hauptort einer Herrschaft ist, die gn. te Pferd- und Hornviehzncht, wie auch Fischereyen und Wildbret hat. Sie kam durch die Prinzessinn Ludovica Caroli- na von Radzivil, welche den Markgrafen Ludwig von Brandenburg zum Gemahle hatte, an das königliche preussische Haus, dem sie noch gehört, und wird zu Ostpreußen gerechnet. TauruS, ein berühmter Gebirge in Asien, welches sich in Natolie» bey den Kü- sten von AhoduS anfängt, Asien in zwey Theile absondert, und sich an den äußersten Grenzen der Tarrarey und China am östlichen Ocean endigt. Es ist von einer ungemein großen Höhe; und weil dieses Gebirge die Grenze vieler Länder ist, so hat eS auch verschiedene Nahmen, die nach der Mundart der daran wohnenden Völker abgesaß, sind. Das eigentliche Gebirge Taurus aber scheidet Kleinarmenien von Cicilien un» Paniphilien. Taustm, s. Deising. Lauste, ein schöner Flecken im spanischen Königreiche Aragonien, 2 Meilen von den navarrischen Grenzen. Er liegt in einer fruchtbaren Gegend am kleinen Flusse Riguel, welcher nicht weit von hier in den Ebro fällt. Taust, Domazlitz, eine königliche Stadt im Pilsner Kreise in Böhmen, welche ehemahls wider die Einsälle der Bayern angelegt wurde. Hier und in der umliegenden Gegend wird sehr viel leinenes Band verfertigt. Tautenburg, ein Amt und altes Berg. schloß eine Meile von Eamburg im thüringischen Kreise im Churfürsiemhume Sachsen, welches ehemahls eine perr- schüft war, die den Schenken gehörte, die sich Schenken von Lauterbnrg nannten, aber nach verschiedenen Besitzern a» den Churfürsten verfiel. Tave, ein Fluß im Fürstenthume Wales in England, welcher in Breck«ocksh>re entspringt,»nd sich in die Taverne er, gießt. Taverna, IHosrns, ein Städtchen in einem Thale in Calabria»ltra in Neapel, welches zu den königlichen Domänen gehört, und Z Pfarrkirchen u»dF Klöster enthält. Taveischer Thal, ein Thal im obern oder grauen Bunde in der Schweiz, welches verschiedene Dörfer begreift, und von dem Dorfe Tavetsch den Nahmen hat. Durch dasselbe stießt der vordere Rhein. Tavtgtiano, einer von den drey vornehmste» Flüssen der Insel Corsica, welcher sich bey der verwüsteten Stadt Aleria in das Meer ergießt. Tavirs, einer Stadt an einem Meerbusen im Königreiche Algarve in Portugal, welche einen Hafen hat, der durch zwey Schanzen beschützt wird. ZbrcLage ist sehr angenehm, und der Fluß Se- Tavistok Lawrol» gua theilet sie in die östliche und westliche Stadt. Außer ihren Mauern hat sie ei» Castcll zur Beschützung, und sie enthält ungefähr 470a Einwohner, 2 Pfarrkirchen, ein Armenhaus, ein Ho- fpital und S Klöster. Sie ist der Haupt- ort eines Distrikts, und der Sitz der Regierung desselben. Tavistok, ein wohl gebaueter Burgflecken in Devonshire in England, welcher 2 Depukirte zum Parlamente schickt,»»- eine mineralische Quelle hat, dergleichen auch zu Lifton, Lamerton, Eleve und an andern Orten dieser Landschaft gefunden werden. Tavolara, eine kleine Insel nicht weit von der Küste Sardiniens, welche bevm Eingänge des Golfs di Terra nuova liegt. Tavora, ein Flecken mit dem Titel eines MarquisatS in der Landschaft Beira in Portugal. Tawastland, l'Lvaflia, eine schwedische Landschaft in Finnland, welche zwischen dem eigentlich so genannten Finn» lande, Cajanien, Savolax, Carelien, und Nyland liegt. Sie ist voll Seen und Moräste, hat aber viele Eiicngriiben. Tawastheuus, Kroneborg, eine kleine Stadt und Hauptstadt in Tawastland in Schweden. Sie liegt in einem Moraste, so, daß man kaum dazu kommen kann, und hat hölzerne Häuser und ein festes Schloß, worin sich ein Arsenal und ein königliches Magazin befindet. Im Jahre 171Z ward dieser Ort von den Schweden verlassen, und von den Russen besetzt. Vier Meilen von hier, am Flusse Flcckna, ereignete sich in gedachtem Jahre am>6. Octsber zwischen Russen und Schweden eine Schlacht, in welcher die Russen die Oberhand behielten. Im Frieden zu Abo ward dieser Ort den Schweden wieder abgetreten. Tawkvw, eine Stadt am Flusse und im Laxe Lchan g-tchesi» Z/Z Kreise Woronesch in der Statthalterschaft Woroncsch im europäischen Rußland. Sie hak ihren Nahmen von dem Bache Tawrowka, der zwey Werste von der Stadt fließt, und besteht aus zwey Sloboden, nähmlich aus der Matrosen« und der Soldatenslobode. Zwischen bey, den ist die Festung auf einem freyen Platzeerbauet. Der Schiffbau, welcher hier in den Jahren 1703 und t^st mit großem Eifer getrieben wurde, ward im Jahre 1769 erneuert. Taxe, der bestimmte Preis ober Werth einer Sache, besonders der von der Obrigkeit bestimmte Preis. An einigen Orten bezeichnet das Wort Taxe auch eine Auflage, vermuthlich so fern sie nach dem bestimmten Werthe beweglicher und unbeweglicher Güter entrichtet wird. Taxieren, den Werth ober Preis einer Sache bestimmen, schätzen, würdigen. Tav, l'nus, der vornehmste Fluß in Schottland, welcher dasselbe in Süd- und Nordschottland theilet. Er kommt in der Landschaft Broadalbain aus dein See Tay hervor, und ergießt sich bey Tunder ins Meer. Tayingen, eine Obervogtey im Hegauim Canton Schafhausen in der Schweiz, zu welcher außer dem Flecken Tayingcn auch das Dorf Barzheim gehört. Tayne, ein Fluß in Sutherland in Nordschottland, welcher sich mit einem starken Ausflusse in das Meer ergießt, und der Iirth ofDornock genannt wird. Tayne, lann, eine gute Handelsstadt in der Landschaft Roß in Nordschotk» land. Sie liegt am Flusse und Meerbusen Tayne, wo sie eine» Hafen bat. Tay-uen-fou, die Hauptstadt der Provinz Cban-si in China, welche am Flusse Fuencho liegt Tchang-lcheou, ei»e Stadt am Ufer eines FlusseS in der Provinz Fo-kien inChi« Z/4 Tchai> g- te Tchiug-Kiang na, deren Einwohner sich aufdie Handlung legen. Aus den umher liegenden Bergen wird das feinste K»stallgegraben, aus'welchem die chinesischen Künstler Knöpfe, Siegel und Bilder verfertigen. Tchang-ke, eine kleine Stadt in der Provinz Hon-kouang in China. Tchang-koha, die Hauptstadt einer Landschaft in der Provinz Hou-kouang in China, zu deren Gebiethe ,2 Städiege- hörea, unter welchen sich eine vom zweyten Range befindet. Tchav-king, die schönste Stadt in der ganzen Provinz Kouang-tong in China, welche der Sitz deS Gouverneurs der beyde» Provinzen Kouang-tong und Kouang-st ist. Zu ihrem Gebiethe ge. höre» 6 Städte, unter denen eine vom zweyten Range ist. Tchebaksar, eine Stadt an der Wolga in der Statthalterschaft Pensa im asiatischen Rußland. Im Jahre 177z zählte man hier iLoo Häuser, tZ steinerne Kirche» und es Klöster; sie brannte aber nachmahls zur Hälfte ab. Sie handelt mit Juchten, Sohlleder, Saffian- leder und blauer Glanzleinwand, welche Waaren hier bereitet werden, wie auch mit Mehl, Getreide, Honig und Wachs. Tche-kiang, eine von den fruchtbarsten Provinzen im ganzen chinesischen Reiche, welche von der Handlung, die hier getrieben wird, einen ausgebreiteten Ruf bat, und in welcher die kostbarsten Gold. und Silderstoffe gewebt werden. Tching-Klang, eine wegen ihrer Lage und Handlung merkwürdige Stadt in der Provinz Klang.«an in China. Sie liegt am Flusse Ta- kiang, der hier wohl eine halbe Meile breit ist, und gegen Morgen einen künstlichen Canal hat, und ist gleichsam der Schlüssel zum ganzen Reiche auf der Mcerseiic, und zugleich rme starke Festung, in welcher Lching-Kiang Tech eine zahlreiche Besatzung liegt. Ihre Mauern find über Zo Fuß hoch, u»d von lauter Ziegelsteine» erbauet, un) ihre Slcaßeu sind mit lauter Marmor gepflastert. Tching-Äiang, eine Stadt in einer sehr angenehmen Gegend und am Ufer eines großen SeeS in der Provinz Iun-naa in China. Ihre Einwohner verfertigen baumwollene Tapeten, die sehr hochgeschätzt werden, und zu ihrem Gebiethe gehören zwey Städte vom zweyten, und eben so viele vom dritten Ranze. Tching-kou, eine volkreiche Handelsstadt in der Provinz Sse° tchuen in China, welche von lauter Canalen durchschnit. ten wird, die auf beyden Seiten mit Steinen eingefaßt und insgesammt schiffbar sind. Tchi-rhechou, eine von Bergen umgebene Stadt in der Provinz Kiang»an in China, unter welcher 6 Städte vom dritten Range stehen. Tchong-king, eine der schönsten und besten Handelsstädte in der Provinz Sft> tchuen in China, zu deren Gebiethe Z Städte vom zweyten und 1 l vom dritten Range gehören. Hier werden besonders schöne Eerälhschafteu oou Rohr gemacht. Tea, ein Flecken mit einem Hasen im Fürstenthume Catalonien in Spanien, welcher an einem Bache liegt, der i» das Meer fließt. Teano, Icheurium, eine Stadt in Terra di Lavoro in Neapel. Sie bat den Titel eines FürsteiilhumS, den das KauS Dann führet, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischo- fe von Capua steht. Tebese, Tebessa, eine Stadt in der Provinz Constantinc in der Republik Algier in Afrika. Tech, ein Fluß in der Grafschaft Rons- stllon in Frankreich, welcher im p»"- uäischen Gebirge einspringt, und sich Techsrt Te Deum Tecklenburg unterhalb Elna in das mittelländische Meer ergießt. Techvrk, ei» kleines Königreich in Bile- dnlgerid in Afrika, weiche- seinen ei- Asncn Beherrscher hat,-er den Algierern zinsbar ist, und zwischen den Landschaften Mezzab und Guargala und der Wüste Sarah liegt. Der Hauptart gleiches Nahmens befindet fich auf einem Berge, hat gute Mauer», ungefähr 2L0o Häuser, und wohlhabende Einwohner. Teck, ein altes und wüstes Bergschloß, nicht weit von Diven und dem kleinen Flusse Lauter in dem Herzogthume Wür- temberg, von welchem dieses hochfürstliche HauS zugleich den herzoglichen Titel führt. Es war, nebst Owen, eine Residenz der alten Herzoge von Teck, und hier find noch heut zu Tage ihre Begräbnisse und andere Denkmahle zu sehen. Jm Zahre IL2L haben eS die auf- rührischen Bauern zerstört. Vor dem Jahre nZo findet fich kein Herzog von Zeck in Urkunden, und Albrecht Herzog von Zähringen ist der Erste, wel. cher als ein Herzog von Teck in einer Urkunde vom Jahre nyZ vorkommt. Dieses herzogliche HauS starb mit Ludwig, welcher Patriarch zu Aquileja war, im Jahre 14Z9 aus. S. Kirch- heim- Tecklenburg, eine Grafschaft inWestpha- len, welche L Meilen lang, und 2 und eine halbe breit ist, zwischen den Hoch- stiften Münster und Osnabrück liegt, und den Nahmen von dem alten Bergschlotz^ se Tecklenburg bekommen hat. Vorzci- len hatte sie ihre eigenen Grafen, welche aber in der Mitte des i6ten Jahrhunderts ausstarbcn, worauf sie durch Hciralh an die Grasen von Bentheim kam, von welchen ein Theil durch Hei- rath an die Grasen SolmS gediehen. Die beyden gräflichen Häuser Bentheim und SolmS gcrieihen nach der Zeit wegen dieser Grafschaft in einen langen Proceß bey dem kaiserlichen Kammer- gericht, welcher endlich im Jahre 1656 das U-theil für den Grafen von SolmS- Vrauiifels fällte. Weil fich aber allerhand neue Weiriauftigkeiten hervor thaten, so verkaufte der Gras vou SolmS sei» Recht auf die ganze Grafschaft Teck- leuburg im Jahre 1707 an den König von Preussen für Zooooo Thaler, welchem fie noch bis jetzt gehört; dagegen aber die Grafen von Bentheim- Tcck- lenburg bey dem ReichShofrakhe zu Wien ihre Beschwerden anbrachten, auch verschiedene Conclusa für sich erhielten, daß diese Grafschaft den Grafen vou Bentheim wieder eingeräumt werden sollte. Die jetzt genannten Grafen, welche den Titel von Tecklenburg führen, gehören zu der westphälischen Bank, und haben fich in 2 Linien ausgebreitet, nähmlich in die recklenburgische und benkheimische. Diese Grafschaft war ehemahls ansehnlicher, als jetzt. Teco, eine Stadt auf der Insel CelebeS oder Maeassar in Ostindien, welche die Residenz des Königs von Boni ist. Tecoankepequa, eine große Stadt in der Landschaft Guaxara in der Audiencia Mexico t» Neuspanien im spanischen Nordamerika. Sie Hut 8 Vorstädte, und liegt an der Grenze der Provinz Soconusco. In dem hiesigen Hafen werden vieie Fische gefangen und eingesalzet». Tcdeles, Tadele;, eine kleine Stadt in der Provinz gleiches Nahmen- an der Küste der Republik Algier in Afrika, in welcher sich viele Färber befinden. Te Deum Laudamus, der Nahme einer lateinischen Hymne, deren Verfeetiger der heilige AmbrosiuS seyn soll. Man bedient sich derselben als eine- Sieges- und DankliedeS in allen Ländern der ganzen Christenheit, wenn ein Sieg wider den Feind erfochten, oder sonst Teflls Z76 Tedinghanf Teffis etwas Großes, dem Lande Ersprießliches und dem Fürsten Glorreiches, vorgegangen ist. In den katholischen Landen gebraucht man den lateinischen Text; den den deutschen Pcotestircnden aber »nusicirt man die deutsche Ueberfttzung: Herr Gott dich loben wir u- s. f. wie sie von D. Luther» verfertigt worden ist. Allenthalben aber behält dieser Gesang den Nahmen Oeum lauckü« mus, welches seine Ansangsworte find. Tediirghansen, Thedinghausen, ein Amt im westphälischen Kreise, welches im westphälischen Frieden nebst Bremen der Krone Schweden gegeben wurde; diese aber hat es durch den cellischen Frieden vom Jahre 1679 an Braunschweig-Lü- ueburg überlassen. Es besteht aus dem Flecken Tedinghausen und aus mehreren Dörfern, und hat zum Theil einen fruchtbaren Boden. Tedla, eine Stadt im Königreiche Fez in Afrika, deutsche Meilen von Me> quinez südwärts. Tednest, die Hauptstadt in der Provinz Hca in Marocco in Afrika. Sie liegt am Flusse Amans, und ihre meisten Einwohner find Juden. Tedza, Teßa, eine reiche und schöne Stadt im Königreiche Fez in Afrika. Sie hat ein schönes Schloß, in welchem ein kaiserlicher Gouverneur wohnt. Tcferhne, eine Stadt und Hafen am Berge Atlas in der Provinz Hea im Königreiche Maroeco in Afrika. Sie wird von den Portugiese« stark besucht, und ihre Einwohner find Muhammedaner. Teffereckerthal, eine Gegend im Eezbis- thume Salzburg an den tyrolischeuGren» zen, wo man i>» Jahre>684 eineGe. mcinde von lutherischen Glaubensgenosse» fand, die aber von dem Erzbischofe aus dem Lande vertrieben wurde. Tessis, Sessis, ein Fluß im Königreiche Algier in Afrika, welcher auf dem Berge Tegernfec Atlas entspringt, und sich in das mittelländische Meer ergießt. Tcßis oder Tlstis, die Hauptstadt des Fürstenihums Kargwel oder Carduelin Georgien in Asien. Sie ist die Residenz des Czaar HecacliuS, liegt am Flusse Kur, hak zwey feste Schlösser, gegen 4000 Häuser, Loooo Einwohner, griechische Kirchen, 7 armenische, eine katholische, und verschiedene Fabriken, und treibt einen blühenden Handel. Die Einwohner sind fast insgesammt georgische»nd armenische Christen, und haben in ihrer Religion mehr Freyheit, als die Christen in andern muhaimiie- danifchcn Provinzen. Ihr vornehmster Handel besteht in Seide und Pelzwcrk. Obwohl die Türken im Kriege vom Jahre 1754 fich diese-Orts bemeister! hatten, so mußten sie ihn doch, nach einer in dieser Gegend erlittenen großen Niederlage, im Jahre 17ZL den Persern wieder überlassen. Im Jahre 178z wurde er nebst dem ganzen Fürstcnlbume dem Czaae Hcraclius unter russischer Oberherrschaft zu Theil.. Testerdar, des Großsultans Schatzmeister, welcher die Einkünfle empfängt» den Soldaten die Besoldung und Pensionen bezahlt, und andere gemeine Neichskosten angibt. Tester Emiri, des Großsultans Buchhalter oder Lehenssecreeär, welcherdiebi- ste über die Land. und Lehengüter hat, und dieselben fleißig aufzeichnet. Tegazn, eilte Landschaft nebst einer Stadt gleiches Nahmens in der Wüste Sarah in Afrika. Hier ist der nördliche Ansang des Sclavenhandels. Bey der Siadt Tegaza wird Steinsalz gegraben. Tegepatnain, ein Fort aus der Küste von Coromandel i» Ostindien, welches den Engländern gehört. Tegernsce, ein ansehnliches Benedictiner- kloster in Obc-bayern. welches etwas befestigt, und mit Geschütz«erscheinst, Tejent und zwischen der Jser und dem Jnnam Tegernfte liegt. Dieses Kloster hat eine schöne Bibliothek, und die Aebte desselben wäre» vorzeiten Fürsten, welche, gleich den Bischöfen, 4 Erbämter hatte», die von adeligen Standespersonen bekleidet wurden. In hiesiger Gegend stießt Swinöhl. Leglio oder Teil, ei» großer Flecken mit einem wüsten Schlosse in der Landschaft Veltli» in der Schweiz. Er liegt am Flusse Adda i Meile von Sondrio, und Hai guten Weinwachs. Tegorarin, eine große Landschaft in Bi- ledulgerid, zwischen der Barbarey und der Wüste Sarah in Afrika. Sie hak mehr wilde Thiere als Menschen zu Einwohnern, und ist dem Kaiser von Marocco größte» Theils zinsbar; doch besitzen auch die Algierer ein Stück von derselben, welches gegen ,;o Schlösser und roo Dörfer in sich fassen soll. Hier pflegen die aus der Barbarey nachdem südlichen Afrika ziehenden Karavarie» auszuruhen. Legremahon, Ausen, ein Königreich in Abyssinien in Afrika, welches der größte und beste Theil des Landes ist, und ,7 Provinzen begreift. Mitten in diesem Lande, nähmlich in der Stadt Pre- mona, hatten die vormahligen Jesuiten ein Collegium und eine Kirche angelegt. Tchama, eine große Landschaft in dem glückseligen Arabien in Asien, in wel- cher die berühmte Handelsstadt Mochha der Haupiort ist. Teiche!, ein kleines Städtchen in einem angenehme» und mit hohen Bergen umgebenen Thäte im AmteAudolstadt im fürst, lichen schwarzbucg- rudolstästischen An- theile an der obern Grafschaft Schwarz- burg im vbersachsischen Kreise. Tejent, eine Stadt im Königreiche SnS, im Kaiserthume Marocco in Afrika. Sie liegt in einer fruchtbaren Gegend, die sehr reich an Zuckerrohr, Gold, Dar» (IV. Band.) Teinitz Tel fingen teln, Feigen und Wein ist, bat viele Einwohner, besonders Juden, und man . verfertigt hier Gold. und Silberarbri- ten. TeiniH, Teyn, ein Städtchen und Schloß mit einem schönen Thiergarten am Flusse Radbuse im PilSner Kreise in Böh« men, welche den Grafen von Traut» mannSdorf gehören. Tejo. s. Logo. Tcisbach, Teiftlibach, ein Schloß, Markflecken und Pfleggericht an der Jser im Rentamte Landshut in Niederbayerir eine kleine Stunde vgn Dingelfingen. Teisendorf, ei» Städtchen im Salzbur- zischen, welches unter Waging gegen Lberbayern zu liegt, und ei» berühmter Wallfahrtsort ist. Tcißholz, TiSzollz, luxooia, ein Marktflecken in der Honter Gespanschaft in Niederungarn, bey welchem viel gutes Eisen und die besten Magnetfleine gegraben werden. Er hat eine evangelische Pfarrkirche. Der in dem Gebiethe dieses Orts befindliche Sauerbrunnen wird stark gebraucht. Teisterband, der Nahme einer ehemahligen alten Grafschaft in den Rüder- landen, welche alles, was zwischen der Maas, Wahl und dem Rhein liegt, unter sich begriff. Sie war ein Leben vom Stifte Uirecht, und die Hauptstadt soll Tiel gewesen seyn. Tcistungenburg, ein Cistercicnser Non. nenklostcr eine halbe Stunde von Du» derstadk im Eichsfrlde, welches eine Aeb- tiffinn und einen Propst hat. Tekulsch, ein kleine« offenes Städtchen am Flusse Barlad in der Moldau, wel« cheS der Hauptort eine« GebiethS ist. Telch, ein Fluß in der Walachei-, wel. cher an den stebeubirgischen Grenzen entspringt, und in die Donau fällt. Telcguten, s. Tcieukcn. Telcnsin, Tremesen. Tremiffen, rin Kö. nigreich und Stadt im Gebiethe derRe» Bhh L-lte Z78 Telescop Teleute» publik Algier, in Afrika, welche zwischen dem mittelländischen Meere und der Landschaft Biledulgerid liegen, und dem Kaiser von Marocco gehören. Telescop, ein Fernrohr. Lelese, lelelia, eine Stadt in Terra di Lavoro in Neapel, welche den Titel eines Fürstentbums hat, den das Haus Grimaldi führt, und der Sitz eines Bischofs ist, welcher unter dem Erz- bischofe von Vencvento steht. Sie hak wegen ihrer schlechten Lust wenig Ein- wohner. Telcuten oder Tdleguten, ein Nation in Sibirien im asiatischen Rußland, wel. che gewöhnlich zu den Kalmücken ge. rechnet, und auch in den russischen Kan- zelltyschristcn meiste» Theils weiße Kalmücken genannt werden, weil ein Theil derselben bis zum Jahre i6vF unter denselben gewöhnet hat, und sie auch weißer als die Kalmücken sind. Die, wel- che zu den Russe» übergegangen sind, haben ihre alte Sprache vergessen, und reden jetzt tartarisch, und sie sind auch den um sie her wohnenden Tartarn in allen Stücke», ja selbst in der Religion, gleich. Sie glauben einen Gott, den sie dadurch verehren, daß sie sich alle Morgen gegen den Aufgang der Sonne wenden, und dieses kurze Gebeth hersagen:„Schlag mich nicht todt." Bey ihren Dörfern findet man Plätze, welche sie Taulga nennen, wo sie alle Jahre ein oder mehrere Mahl eine gewisse Ceremonie verrichten. Sie schlach- ten nähmlich ein Pferd, verzehren das Fleisck, die Haut aber stopfen sie aus, und wenden das Gesicht des Pferdes gegen Osten, nach welcher Gegend zu auch der Taulga gebauet ist, der aus viereckig gesetzten Pfählen von Birkenbäumen bestehet, und ein geheiligter Ort ist, weil sie die Bälge Gott zu Ehre» und zu einem Opfer darauf z» legen vermeine». Sie essen kcin Schwei- Telgte iieflrisch, trinken aber Branntewein, und lieben den Tabak so sehr, Laß sie den Rauch hinunter schlucken. Einige verbrennen ihre Todten; andere begrabe« sie. Viele von ihnen sind von dem Crzbischofe Philophsi gekauft worden, fragen aber wenig darnach, und tragen nicht einmahl das Kreuz, welches ihnen bey der Taufe gegeben, und von dcu Russen für ein wesentliches Stück eines Christen gehalten wird, sondern sage» nngefcheut, daß sie zur Taufe ge. zwungen worden wären. Indessen wa. chen sie das gewöhnliche Zeichen des Kreuzes, lassen sich auch bey idrcnVer- heirathungen von den russischen Priestern verbinden, und besuchen zuweilen die russischen Kirchen. Teigte, Lelllgt, Tilget, eine Stadt z Meilen von Münster im Hochstiste Pa- derborn, wo ein berühmtes Marienbild ist, zu welchem starke Wallfahrten geschehen. Das Domcapitel hat hier ein Gogericht, und die Telzterhejde führt von diesem Orte den Nahme». Telkenheim ober Delkenheim, ein Marktflecken im heffeiidarmstädtischen Aniheile an der Grafschaft Exstein im oberrheinischen Kreise, welcher Stadtfceyheiteli hat. Tell, s. Teglio. Teilemark, ein Strich Landes in dem Stistsamke Aggcrkuus in Norwegen. Tellichery, ein englänvischcs Haupkco»» roir, nebst verschiedenen Forts, auf der Küste von Cananor i» Decan in Ostindien. Es enthält gegen 6c>oo Einwohner, und ist in Absicht des Pstfstrhandelt sehr wichtig. Telling, s. Golconda. Teispcrg, s. Delsperg. TelSze, eine kleine Stadt, und der ork eines Districks im Herzogehume Schamaiten in Lirauen. Teile, ein kleiner Fluß in der Mitteliiinrk im Chnrfürstenthume Brandenburg,wcl- Lcllvlv T em eS Temesna Temrschw. Z79 chxc bev Gieftiibvrf entspringt, bey Tek. tsw weg, und unweit Slolpe in die Havel stießt.^^ Tclkviv, eine kleine Siadt in der Mittcl- maek im Churfürsteiilhume Branden- Lurg, 2 Meilen von Berlin, welche im Jtwcc 17 rr bis auf den Grund abbrannte, nachmah4Gaber wieder wsbl äuge- dnut wurde.^ie hier wachsenden kleinen Aüben sind sehr bekannt, und werden auch stark auswärts verführt; auch fällt hier seine Schafwolle. Leltvwischer Kreis, ein Disirict von I2Z Dörfern in der Mittelmark im Churfnr. striubume Brandenburg, welcher sich um Teltoiv herum bis nach Berlin erstreckt. Dicker Kreis begreift das Land Trltow, und die Herrschaft Zoffen üiid Teupitz. Lellsch, eine Herrschaftim Jglauer Kreise inMabrcn, welche dem fürftlicheaL-ech. tensteinischen Hause Kel öct. Leilsch, eine Stadt im Jglauer Kreise in Mähre», welche 2ZÜ Häuser enthält. Telvana, eine Herrschaft IN! Val Sugana j» den so genannte» welschenCoufinien in TyrsI, welche den Grafen vvn Joanelli gehört. In derselben liegt der ansehnliche Marktflecken Borg» di Val Sugaua am Flasse Brenra. Tklttbieque, ein großer Flecken mit einem Kloster in der Provinz Toledo im Königreiche Nencaflilicn in Spanien. Er ist eine Priorcy des ZohanniterordenS, zu welcher 14 Drter gehören. Tcme»,"Hcinennftnlin, eine kleine Stadt am iniitelläiidlichcn Meere in der Pro. riaz Algier in Afrika, welche einen guten Haftn hat. Leines oder Temesch, lemellus, ein Fluß im Banuat von Tcmeswar, in Dderungarn, welcher in den siedenbir. zische» Gebirgen entspringt, bey Karan- seor«,Lagos und Lemrswar vorbey fließt, sich hierauf zertheilt, und verschiedene Moräste macht, bis er endlich nicht weit »on Panczow» unterhalb Belgrad in die Donau fällt. Der Stadt Titul gegen über geht ein kleiner Arm von diesem Fluss« in die Lheis, welcher die kleine TeiiieS genannt wird. Temesua, eine Provinz im Königreiche Fez. in Afrika, welche zwischen der Pro- vinz Fez und dem Königreiche Marocco liegt, die beste Provinz in diesem König- reiche ist, und gegen 40 große Städte, und Zoo Schlösser umer sich begreife» soll. Temesvar, Tcmeschwar, lernelvsri- num, eine regelmäßige Festung und schön gebauele Stadt am Flusse Beg, und die Hauptstadt der Gespanschaft und drsBannats Temeschwar. Sie liegt zwischen Morästen, welche der eben gr« Nannte Fluß verursacht, und ist wegen ihrer tiefen und morastigen Lage ziemlich ungesund. Bey der Stadt befindet sich ein festes Schloß. Ihre Einwobner bestehe» größten Theils aus Deutschen, und ihre Straßen sind breit und gerade, und die meisten Häuser»ach italienischer Art gebauei. In derselbe» befindet sich das Generalcommaiido, und das Tscha- uader Domcapttel, welches eine sehr schöne und ansehnliche Kirche hat. Auf eben dem Platz ist.der Pallaft, der von dem jedesmahligen Präsidenten bewohnt wird. An dem ehemahligen Aradur-oder jetzigen Eugcniuslhore haben die Frau« ciftaner eine Kirche und Kloster, und seit dem Jahre 17FZ besitze» auch die barmherzige» Bruder ein Hospital und eine Kirche. Hier ist auch der Sitz eü»S griechischen«nieten Bischofs, dessen Glaubensgenossen ebenfalls ihre Kirchen haben. Der Stadtmagistcat theilt sich in den deutsche» und raitzischen, und beyde haben ihre Rathshäuser. Die Caftrncn, das Mililär. und Bürgerhospital sind gleichfalls schön gebaut. Die Einwohner ^ nähren sich von der Handlung und von Handwerke». Die Fabrikenvorstadt hat ihr Daseyn der Sorafalr des Grasen Wbb 2 zzo Temeswarer Merey von Argentea» zu danke», welche diesen Nahmen von den seidenen Manufacturen erhalten hat, die noch in derselben in gutem Flore sind. Se- henswerth ist die Maschine, durch welche das Flnßwasser in die Stadt geleitet, und trinkbar gemacht wird. Vor mehrcrn Jahren erhielten die Einwohner einer neuen Vorstadt, die an dem mercyschen Canale angelegt ist, die Erlaubniß, dieselbe die Josephstadt zu nennen. Im Jahre 1716 wurde Temcsch- war, welches die Türken seit dem Iah. re inne gehabt hatten, durch den Prinz Eugen glücklich wieder durch Ac- cord erobert. Temeswarer Gespanschaft, eine Land- schaft inDbernngarn, welche ein Theil desjenigen ansehnlichen Landstriches ist, der bisher, unter dem Nahmen des Temeswarer Bannats, zur österreichischen Hofkammer gehörte, im Jahre 1779 aber in drey Gespanschaf- tcn, nähmlich in die Temeswarer, Torontaler und Kraschower, zertheilt, und dem Königreiche Ungarn gänzlich einverleibt wurde. Sie grenzt gegenNor- den an dcnMaroschfluß, gegen Westen an die Theisse, gegen Süden an die Dona»; ostwärts aber wird sie durch ungeheure Bergketten, die ein Anhang der rarpathischen Gebirge sind, von Sicben- birgen und der großen Walachey geschieden. Das ganze Temeswarer Bannat kann man auf22Mcilen in dieLäuge,und die Breite auf-F bis lädcutscheMeilen rechnen. Die vornehmsten hiesigen Flüsse sind die TemeS und Nera. An Nütursel- tenheiten findet man hier eine reiche Schatzkammer. Man gräbt Silber, Kupfer, Bley und Eisen. Goldkörner führen die meisten Flüsse und Bäche in ihrem Sande mit sich. Das Kupfer ist der größte Reichthum der hiesigen Bergwerke. Mineralische Wasser gibt es verschiedene. Was die Fruchtbarkeit des Landes Temian Tempekburg anbelangt, so übertrifft dieselbe fasthh Fruchtbarkeit eines jeden andern Landes in Europa, und diejenigen Gegenden, welche trockenes Erdreich haben, sind mit allerhand Früchten reichlich gesig. net. Der Wein, welcher hier gebauel wird, ist zwar überaus angenehm, gesund, und größten Theils von rother Farbe, läßt sich aber nlHt über ein Jahr halten. Die Viehzucht und Bienenzucht sind ziemlich erheblich. An Fischen von allerhand Gattungen, und an verschiedenem Wildbret ist kein Mangel. Bau römischen Alterthümern findet man in den Gebirgen und an der Donau ver- schiedene Ueberrcste. An trinkbaren, Wasser und an gesunder Luft ist in meh- rern Gegenden wegen der vielen Moräste Mangel. Dieses Land hat übrigens Naitzen, Wallachen und Deutsche zu Einwohnern, welche letzten ungefähr den vierten Theil derselben ausmache», und es begreift gegen 970 Städte, Flrckrn und Dörfer. Im Jahre iF;2 gerieth e< den Türken in die Hände, welche es auch im Friede» zu Carlowitz vom Jahre»699 behielten, nach einem 164A- rigen Besitze aber im Jahre 1716 wieder verloren, und im Jahre 1718 im Passarowitzer Frieden dem Kaiser überlassen mußten, welchem es auch im Jahre 17Z9 im Belgrader Frieden bestätigt wurde. Temian, ein Königreich und Stadt in Ni< -ritten, in Afrika, welche zwischen dem Niger und dem Königreiche Gangara liegen. Tempe, vor Alters eine vortreffliche Gegend in Thessalien, in Griechenland, welche wegen ihres Gehölzes, und der dazwischen streichenden Bäche so angenehm war, daß die alten Poeten viel Rühmens davon machen; daher man nachmahls auch andern angenehmenGc- genden diesen Nahmen beylegte. Tempelburg, eine kleine Stadt in bet TettlpNn LenhLPa Tempelherr Herrschaft Draheim, im neustettinischen Kreise in Hinterpommern, welche der Sitz eine- katholischen Propsts ist, der ansehnliche Einkünfte hat. Tempelherr, ehemahlige geistliche Ritter, welche dem Lande Palästina zum Besten, und besonders zur Befreiung des Tempels zn Jerusalem a«S den Händen der Mnhammedaner, zu Anfange des zwölften Jahrhunderts gestiftet, zu Anfange des vierzehnten aber wieder ausgerottet und aufgehoben wurden. S. Ritterorden. Temperament, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches t) ei» gemä- ßigtSS Mittel zwischen zwey äußersten bedeutet, daher auch eine Vermittelung, ei» gütlicher Vergleich zwischen, zwey streitigen Personen zuweilen ein Temperament genannt wird. 2) Bezeichnet das Wort Temperament auch die Mischung der festen und flüssigen Theile in einem thierischen, besonders menschlichen Körper. In engerm Verstände versteht man Z) unter demselben diese Mischung der festen und flüssigen Theile des Körpers, in Rücksicht auf die dadurch bestimmten sinnlichen Vorstellungen, Begierden und Neigungen^Jn diesem Verstände nimmt man vier Haupt- temperamente bey. den Menschen an, nähmlich das phlegmatische, sanguinische, cholerische und melancholische. Templin, eine Stadt am See Dolgen i» der Ukermark, im churfürstlichcn Brandenburg, y Meilen von Berlin, welche die vertilgten Tempelherren erbauet ha- den. Den 2Z. August dcS Jahres i/ZA brannte sie gänzlich ab; daher sie nachmahls sehr regelmäßig wieder angelegt wurde, und jetzt eine der schönsten Landstädte in der Mark ist. Im Jahre IL28 wurde hier die Erbvcreinigung zwischen Brandenburg und Pommern erneuert. Hier befindet sich eine geistliche Inspektion, und man treibt einen beträchtlichen Holzhandel. Letzter« befördert der durch den benachbarten Fahrsee und andere Gewässer geleitete neue Cänal. Temruk, eine kleine Stadt gegen Nord- westen von Taman auf der Insel Tanian im europäischen Rußland. Sie liegt an jenem Arme des Kubans, welcher von Temruk den Nahmen führt, und nicht weit von hier in die asowsche See fällt, und treibt ziemlichen Handel. Sie ist etwas befestiget, und ihre Einwohner sind theils Jasier, theils Griechen, Juden und Armenier. Tenakel, ein aus den» Lateinischen entlehntes Wort, welches bey den Buchdruckern ein längliches mit Papier überzogenes. Holz bezeichnet, das Manuskript, welches abgedruckt werde^soll, darin fest zu klemmen; der Halter, Schrifchalter. Tenbigh oder Tenby, eine mittelmäßige und wohl gebauete Stadt in Pembrok- shire, in SouthwaleS in England, welche nächst Pembroke die beste Stadt an der ganzen Küste von SüdwaleS ist. Sie hat eine gute Rhede und einen starken HeringSfang, und führt auch viele Kohlen aus. Tenbury, ein Marktflecken am Flusse Tu, in der Grafschaft Worcester, in England. Tenda, ein Städtchen und der Hanptort einer Grafschaft gleiches Nahmens in der Grafschaft Nizza in Piemout. ES liegt an einem Hügel, an dessen Fuße die Roja fließt, und auf welchem ein altes Schlgß stehet, und hat eine Col- lcgiatkirche. Die umliegende Gegend hat nur Weide und Wald, außer daß nach Nizza zu angenehme Thäler angetroffen werden,welche Wein, Obst, Kastanien und Mandeln hervor bringen. Uebri- genS ist dieser Ort deßwegen betracht- lich, weil der Weg aus Piemont nach Nizza durch denselben führet. Tcndaya, jetzt Samar,cine von den philippinischen Inseln, welche sehr frucht- bar ist, der Insel Lucon oder Manile 2 2 Z82 Trite dos Teneriffa gegen Süden liegt, und Heu Spaniern gehört. Teuedos, Boktscha-Adaffi, eine kleincJn» sel des Archipelagus, welche zwischen der Insel Meieliuvund der Meerenge des GEpoli liegt, und 7 deutsche Meilen im Umfange hat. Sie ist 2 Meilen von Troja in Ast.» entfernt, bringr gute» Mus. ealelleewein nebst vielem Getreide und andern'herrlichen Fruchten hervor, und hat a-ich einen Haftn sür kleine Schisse. Sie gehört den Türken, weiche 2 Schlösser auf derselben angelegt haben. Teltena, Teueriffe, die wichtigste unter den canarischen Inseln in Westaftika, und die Residenz des spanischen Gene- ralgv-iverneE Sie ist sehr fruchtbar, volkreich, ,,»d wohl angebauet. DaS Hauptproducr dieser Jiisc! bestehet in Ni,ein, und ste enthält gegen<>6000 Einwohner. Hier befindet sich der Pics de Tcpde oder Pic de Teneriffa, ein «chemadliger Bnlcan, und einer der Höchsten Lerge in der Welt, indem er 12420 Fast hoch ist; aus dessen Spitze zwar Ranch, aber seit dem Jahre 1704 kein vulca,»scher Ausbruch erfolgte. In dem eben geuauitten Jahre warf er so heftig ^euer aus, und es ereignete sich dabey ein so starkes Erdbeben, daß viele tan- ftüd Ei,lwohner umkamen. Der Anblick dunes Berges, welcher gegen 6s Meilen weit auf dem Meere gesehen werden kann, ist bey Sonnenuntergang sehr bemerke,i-werch. Denn obgleich die S»n. ue schon eine Zeit lang unter dem Gesichtskreise, und die Insel in dicke Finsterniß eingehüllt ist; so ist gleichwohl der Gipfel des Berges von den Sonnenstrahlen auf das prächtigste beleuch. ret. Die Insel hat übrigens zwey große Städte, Lag,ina und Dratava, nebst einer kleine,,, Nahmens Santa Cruz, und zwey schöne Häfen bey Oratava und Santa Cruz. Teneriffa, eine kleine Stadt in Terra fir- Tenes Teuiaincn . ma, nicht weit von dem Drte, wo sich die Flüsse S. Magdalena und S Mär. the vereinigen, im spanische» Südaine- rika. Tenc-, eine Provinz in der Republik Al. gier in Afrika, welche zwischen dem mittelländischen Meere uud der Landschaft Biledulgerid liegt. Die Haup.-stadt und Festung Trnrs liegt am mittelländischen Meere, und hat eine Citadelle nebst einem guten Hafen. Te-ngan. eine Stadt in einer fruchtbaren Gegend i» der Provinz Hou-konang in China, zu deren Gebiethe 6 Skäsiegehören. Tciuieberg, ein altes fürstliches Schloß auf einem hohen Berge nebst einem Amte im Fürstenlhume Golba im vbeesäch- sischcn Ärerse. Das Amr ist den ver- wiikvelen Herzoginnen zum Leibgedin- ge gewidmet, und Herzog Friedrich II. zu Goiba ließ das alle Bergschloß zu einem Jagd- und Lustfchlossc einrichten. Tennickcn, Danicke», ein Franenkloster Cistercienserordens unweit Clgaui» der Landvogtey Thurgau i» der Schweiz. Tennis* ein großer See bey dem östlichen Eiiistusft deS Nils in Aegyxten, welcher viele Inseln hat, aus deren einer die Stadt Tennis liegt. Tennstädt, eine Stadt und Kreisamtzwi- schen Langensalza und Weissnsce!m thüringischen Kreise im Cbursürsteiilhu- Nie Sachsen, welche den Nahmen von den vielen Tannen haben soll, welche in dieser Gegend nicht seltsam find. Ehemahls wäre» Z Schlösser oder Burgen beo derselben. Die geistliche Juspeciiou, welche hier vorzeiten war, ist im Iah- re i7Zo aufgehoben worden. Tensila, ei» Berg in Afrika» welcherlei! ganzen südlichen Theil der Provinz Ha- scor« im Königreiche Marocco einnimmt, und ein Theil des Berges Atlas ist. Tenkamca, der Versuch oder dir Probe. Tenterden Lerceira Lerreiras Terlizzi z8z Tenterden, ein Marktflecken im Herzog- thume Keut in England, welcher Tuch- manufaettireu hat. Tentiren, sich unterfangen, unterwinbc», imgleichen einen versuchen, prüfen, auf die Probe stellen und erforschen. Tentiigal, ein Flecken nicht weit von Coim- bra in der Landschaft Beira in Portugal, welcher den Titel einer Grafschaft hat, und den Herzogen von Cadaoal gehört. Leofipol oder Theophipol, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wolhyu in Klritipohlc». Levrttglt. eine Landschaft in Biledukge. rid in Afrika, welche zwischen der Republik Tripolis und der Wüste Berdoa liegt. Tep!:H,s. Töplitz. Teppliwode, ein Landstadtchen im mun- sterbergischen Kreise im niedersächsischcn Fürstenlhume Münsterberg, welches ein Schloß und eine evangelische Kirche hat. Ter, liulcmo, ein Fluß in Catalonien in Spanien, welcher in dem pyrenäi- fchen Gebirge bey Msnt Louis entspringt, und oberhalb Perpigna» in daS mittelländische Meer fällt. Teramo, IsramuMiInterLMliiL, eine Stadt am Flusse Tordino in der Pro. vinz Teramo in Neapel, welche der Sitz eines Bischofs ist, der sich Bischof von Abruzzo nennt, unmittelbar unter dem Papste steht, und Herr und Fürst die- ser Stadt ist. Außer der Kalhedralkir- che gibt es hier L Mönchs- und 2 Nonnenklöster, und außerhalb der Stadt liegen noch 2 Mönchsklöster. Tttasson, eine kleine Stadt am Flusse Ve- zerre in Pecigord in Guveune in Frankreich, wskche bis zur Revolution eine Beuediclincrabtey hatte. Tetceira, die vornehmste unter den azori- schen Inseln ans dem atlantischen Meere in Westafrika, welche ihren Nahmen daher bekommen hat, weil sie die dritte war, die man entdeckte. Ihre Län. ge beträgt gegen iZ, und ihre Breite 6 Meilen. Hier wächst viel Färberröthe, welche von den Engländern und Holländern stark abgeführt wird. I» den letzte» Monathen des i/üoste», und iir den ersten Monathen des i/siisienJah- res hat Terceira verschiedene starke Erderschütterungen, und zuletzt einige heftige Fenerarisbrüche mir fließenden Feuerströmen ausgestanden. Sie besteht ans zwey Hauptmannschaften, und ihcc Hauptstadt heißt Angra. Tercciras, s. Azorische Inseln. Terdvppio, lerckuplus, ei» Fluß im Herzogthume Mailand, der bey dem Lago Maggiore nicht weit von Scsto entspringt, hernach durch dar novari- sche, vigevanische und lomellische Ge- oierh fließt, und an den Grenzen der Provinz Pavia in den Po fällt. Terebes, ein Marktflecken in der Sem- pliner Gespanschaft in Ober»,«gar», neben welchem sich ein eingefallenes Schloß befindet. Die Pauliner haben hier eine Kirche und Kloster. Terga, eine Landschaft in der Wüste Sarah in Afrika, welche keine Wohnplätze, aber gute Viehweiden, Brunnenwasser und Steinsalz hat. Tergiversiren, in den Rechten allerhand AuSflüchie suchen,»m eine Sache dadurch aufzuhalten. Terglou vderLerklou, ein Berg inDber- krain, welcher der höchste im ganzen Herzogthume ist, und dessen Höhe Fuß betragt. Tergovisio, Tcrvis, die Hauptstadt der Walachey, welche zwischen den Flüssen Jalomuica»nd Kolentina liegt, guten Handel treibt, und einiger Maßen befestigt ist. Hier befinde» sich ein fürstliches Haus oder Schloß. Terlizzi, eine kleine Stadt i» Terra di Bari in Neapel, welche der Sitz eine» königlichen Esuverueurs ist. Z84 Termap Lermi» LeemapataM, eine Stadt in Malabarin Ostindien, 2 Meilen van Cananor, gegen Mittag, welche am Meere liegt, einen Hafen bat, und auf der Landseite von einer Mauer bedeckt wird. Termenez,«inLändchen in der Landschaft Naibonne in Unterlangueboc in Frankreich, welches seinen Nahmen von dem alten Schlosse TermeS hat, das auf einem Felsen lag, einer der festesten Plätze dieses Landes war, und seine besonderen Herren hatte. Tcrmens, ein Flecken am Flusse Segrc im Fürstenthuwe Catalonien in Spanien. Termes, eine geringe Stadt in Macedo- nien in Griechenland, von welcher öfters der salonichische Meerbusen benannt wird. Termignon, l'erminio, ein Flecken am Flusse Arc zwischen Bramant und Lane- bonrg in der Grafschaft Maurienne in Savoyen. Termin, ein aus dem Lateinischen aufgenommenes Wort, welches einen zu einem gewissen Geschäfte, besonders zu einer gerichtlichen Handlung bestimmten Tag bezeichnet. Termine,^czuae a^imerenles, eine Stadt am Meere im Val di Mazzara in Sicilicn. Sie hat ein auf einem Felsen liegendes festes Schloß, und in ihrer Nachbarschaft befinden sich beiße Bäder. Terminal), ein im Hochdeutschen veraltetes, aus dem Lateinischen entlehntes, und nur noch bey den Bcttclmvncheu übliches Wort, welches einen in seine Grenzen eingeschlossenen Bezirk, ein Gebieth, bedeutet, in welchem ein Bcttelkloster zum Unterhalte seiner Ordensbruder Almosen einsammeln darf. Im figürlichen Wer. stände wird auch dieses Betteln selbst die Tcrminep ger annt. Termini, ein Fluß im Val di Mazzara in Sicilieu, welcher sich in das kxrrhenische Meer ergießt. Terminieren- i» der Terminep Almosen Lerminie Terni sammeln, und hernach auch betteln über- Haupt; imgleichkn der Terminierer, der, welcher aus einom Klo, ster des BcttelordenS zu Eiusammlung der Almosen ausgeschickt wird, und hernach im wettern und verächtlichen Verstände, ein jeder im Lande herum wandernder Bettler. Termoll. ein Städtchen am Meere in der Landschaft Capitanata in Neapel. Es hak den Titel eines HerzogthumS, und ist der Sitz eines Bischofs, weicher unter dem Erzbischofe von Benevenio steht. Außer der Kaihedralkirche findet mai» hier noch eine Pfarrkirche und Z Mönchskloster. Ternate, eine von den molnkkischen Insel» in Ostindien, welche reich an Spe- zereyen, und besonders an Nelken ist. Sie hat ihren eigenen Sultan inner holländischer Oberherrschaft, welcher die Insel Morly, den ganzen nördlichen Theil der Insel Gilolo, und einige benachbarte Inseln, wie auch ei» großes Stück von dem nordöstlichen Theile von CelebeS beherrscht. Die Holländer haben hier einige FortS, und die Stadt Malayo, wie auch 2 Häfen. In den Jahre» 1774, 177F und 1776 wüthete der hiesige brennende Berg Gallium Cuora entsetzlich, wobey beynahe 200 heftige Erschütterungen verspürt wurden. Diese Insel trug ehemahls auch Gewürznelken; die Holländer aber ließen die Bäume insgesammt ausrotten, und gaben dem Könige jährlich für den Schade» iZnoo RcichSihaler. Auf der Insel findet man zwey Moscheen und ei- ne holländisch« Kirche. Terni, Illternmmum, eine mittelmäßige Srabt zwischen zwey Armen der Nera im Herzogthume Spoleto An Kirchenstaate. Sie zählt ungefähr 7000 Einwohner, ist der Sitz eines Bischofs, welcher unmittelbar unter dem Papste stellt, und enthält außer der Kaihedralkirche verschiedene Pfarrkirchen, L Nonnen- Tee»ier Ternoe Zernowa «nd Z Mönchsklöster. Der größte Theil der bi-stgen Handlung besteht i» Oehl, und die Einwohner ziehen auch wichtige Vortheile von ihrem vortreffliche,-Wein- baue. Hur sind die Kaiser TacituS und FlorianuS, wie auch der Geschichtschreiber TaciinS geboren worden. Ungefähr 6 bis 7 italienische Meilen von hier gegen Nordwest liegt der Mont Eolo nahe bey dem Flecken Lest, der wegen der kühlen Winde berühmt ist, die vornehmlich zur Sommerszeit anS den Ritzen und Löchern dieses Berges hcivor kommen. Drey bis vier italienische Meilen von Terni gegen Osten befindet sich ein schenSwürdiger Wasserfall des Flusses Velins, nachdem derselbe kurz vorher aus dem Lago delle Marmore gekommen, und durch Kunst hierher geleitet ist. Das Gebirge, auf welchem er vor seinem Falle fließt, ist zwar in Ansehung der Gegend von Terni sehr hoch, allein von beyden Seiten von noch höher» Bergen eingeschlossen. Wegen der abhängige» Gegend fließt er, so bald er aus dem eben gedachten See gekommen ist, mit großer Geschwirr- digkeit, lind hat alsdann drey Fälle hinter einander, von welchen der letzte und prächtigste gegen 200 Fuß hoch zu seyn scheint. Man kann nicht ohne Erstaunen den Lärm und das Brausen der sich aus einander stürzenden Gewässer anhöre», und aus der Tiefe steigt ein träufelnder Nebel hoch empor. Nachdem sich der Fluß nutcr den Felsen, zwischen welchen er herab stürzt, einen Weg gemacht hat, fällt er in die einige hundert Schritte davon fließende Nera. Uebrigens wird dieser Wasserfall Cascake delle Marmore genannt. Ternier, ein Amt zwischen der Rhone und Arve im Herzogthume Genevois in Sa- »oyen, in welchem verschiedene der Stadt Gens gehörige Dörfer liegen. Leinse, eine kleine Insel aus der Ostsee (lV. Band.). Lerpenthin Zgz an der schwedischen Küste von Blekin- gen nicht weit von CarlShafcn. Ternowa, Isrnobum, eine Stadt in der sardikschcn Sandlchakschaft in Bulgarien, welche ehemahls die Hauptstadt des ganzen Landes, eine königliche Re- sivenz und befestigt war, jetzt aber in schlechten Umständen ist. Sie war auch der Sitz eines Patriarchen; jetzt aber befindet sich hier noch ein griechischer Erzbjschos, welcher Erzbischof von T-r- nowa und ganz Bulgarien, wir auch Patriarch genannt wird. Teroucnne oder Terouane, vor Alters die Hauptstadt der Mariner und ein nachmahliger bischöflicher Sitz in Ar- tois in Frankreich. Sie lag am Flusse LyS, und enthielt viele Kirchen und Klöster; Kaiser Carl V. aber»ahm sie im Jahre iFLZ ein, und zerstörte sie völlig. Der dazugehörige Districtward in den Friedensschlüssen von den Jahren iLLy und>6Ly vo» Spanien an Frankreich überlassen. Tktpcnlhin, ein flüssiges Harz oder harziges Oehl, welches aus verschiedenen Arten des Nadelholzes erhalten wird. Der echte oder cyprische Terpenthin kommt von einer Art Pistacie», welche daher Terpenthinbaum genannt wird, und in dem mittägigen Europa, dem nördlichen Afrika und Ostindien einheimisch ist. Er hat eine weiße gelbliche, in das Grüne oder Hellblaue spielend« Farbe, einen angenehmen balsamischen Geruch, und scharfen, bittern und harzigen Geschmack. Weil er jetzt am häufigste,, zu Verfälschung anderer Balse. me gebraucht wird, so ist er scltrn mehr rein zu haben. Der vcnelianische Terpentin,, ist ein ähnliches harzige» Ochl, welches durch Einschnitte in den Lär- cheiibaum erhalte» wird, und anfänglich gelblich w> ß, und so hü in wi« Wasser ist, sich aber hernach verdicket, Lce Terra Terra 334 »rnd eine Citroncnfacbe annimmt. Eine noch ediere Art, welche von selbst auS dem Baume rinnt, wird in Frankreich Bijou genannr. Der gemeine Terpen. lhin ist ein Pcoduct der gemeinen Fichte sowohl, als auch der Weiß'und Rotbraune, woraus durch die Destillation so wohl das Lerpenthinöhl, als auch der Lerpenihingcist bereitet wird. L rra del Fucgo oder Feuerland, eine große und mehrere kleinere Inseln in Sud. amerika, welche durch die magellanische Straße von Patagonien getrennt wer. den. Die südlichste Spitze derselben heißt Cap Horn. Auf der Nordseite findet man kable hohe Gebirge, in deren Nachbarschaft die Thaler mitte» im Sommer mit Schnee bedeckt find. Die Ost- seite ist leidlicher, und an einigen Stel. !en mit Waldung besetzt; wiewohl die Sommer hier ebenfalls sehr kalt find. Die vorzüglichsten von diesen Inseln find Feuerland und Staatenland, wel- che durch die Meerenge le Maire von einander getrennt werden. Auch in die» ser wilden und unfruchtbare» Gegend her Erde lebt ein munteres gefälliges Völkchen, welches die neuern Reisen- den Pescheras nennen, und deren Anzahl vielleicht kaum 2000 Seelen beträgt. Terra del Sole, ein befestigter Ort mit einer.Besatzung im Großherzogkhume Toscana. Trrra di Bari, s. Bari. Terra di Laooro, le-rra laboris, eine von den zwölf Landschaften, in welche das Königreich Neapel eingetheilt wird. Sie grenzt gegen Westen an die Campagne» di Roma und an das Meer, ge- gen Norden an Abrvzzo oltra und an die Grafschaft Molise, gegen Osten an die Principaii citra und oltra, und gegen Süden an das loscanische Meer. Sie hat unter allen Provinzen diescs KinigreichS so wohl wegen der Menge der Städte, welche ste enthalt, als wegen der Fruchtbarkeit ihres Erdreichs, als auch wegen der darin gelegenen Hauptstadt, den ersten Ranz. Sie hieß ehemahls Campania fclix, und in der mittlern Zeit die Castcllancy von Capua; den jetzigen Nahmen aber hat ste um das Jahr ivyl von Richard H., Fürsten von Capua, und den Normännern bekommen, weil das Land seines guten Bodens wegen zu allerley Bearbeitn,,- sehr bequem ist. Terra d'Ocra»to. s Orranto. Terra firma, eine große Landschaft Im spanische» Südamerika, welche am weitesten gegen Norden liegt, und zumVi- cekönigreiche Neugranada gehört. Sie grenzt gegen Norden und Osten an das Mar del Nort, gegen Süden an das Amazonenland und Per», und gegen Westen an das Mar del Z»r und die Landenge von Panama, wodurch sie an Nordamerika hangt. Dir hiesige Lust ist in den meisten Gegenden sehr heiß,wird aber größten Theils durch die See-und Bergluft gemäßigt. Das Land ist hin und wieder mit Waldungen besetzt, uud an den Küsten sumpfig und sandig; aber dennoch fruchtbar an Mais, Aeis.Cas- save, Cacao, Ananas, Aloe, Tabak, Zucker, Baumwolle, Sassafras, Chinarinde, Ledern, Palmbäume», Ebenholz, Brasilieuholz, Gummi und,la- stischew Harze. Rindvieh, Schafe, vielerlei) Vögel, Hirsche, Rehe und Fische gibt es i» Menge; man findet aber auch Ai, Affe», Meerkatzen, Pipas, Lieget, Alligatoren, Musquitos, Scorpionen, blutsaugciide Fledermäuse und KaymanS. Ueber dieß werden hier Gold»nd Eost- staub, Silber, Marmor, Smaragde und Perlen angetroffen. Die Spanier haben dieses Land i» neu» Provinzen, nähmlich in die Landenge von Panama, Chvco, Carlhagena, S. Manha, Aa» de la Hacha, Popayan, Venezuela, Terra Terrasse Neuandalusicn und Ncugranada ringe« ihilt. Terra imova. eine kleine Stadt an einem Meerbusen mit einem Hasen im Eapo di Logodor! in Sardinien. Sie ist aus den Trümmern der ehemahligen Stadt Civita entstanden, deren Bisthum mit dem zu Ampurias vereinigt worden ist. Terra Nllvva, eine kleine Stadt mit einem Hafen und Schlöffe am Ausflüsse des Flusse« gleiches Nahmens an der Küste des Val di Not» in Sicilicn, welche den Titel eines HeizogthumS hat. Terracilia,^nxur, eine kleine Stadt an der Küste von Campagna di Aoma im Kirchenstaate. Sie liegt an einem Berge, dessen Steine eine weiße Farbe haben, in einer sehr fruchtbaren aber morastigen Gegend; daher die hiesige Luft ungesund ist, und die wenige» Einwohner bleich und mager aussehen, und meisten Theils kränklich sind. Sie ist der Sitz eines Bisthums, mit welchem das zu Pipcrno vereinigt ist, und welches unmittelbar unter dem Papste steht. Der Bischof hält sich größte» Theils entweder zu Pipcrno oder zu Sczza auf. Auf dem hiesigen schönen großen Markt- platze sieht man allerley Bildsäulen, Meilensäulen und Aufschriften. Diese Stadt halte ehemahls einen Hafen am Meere, welchen Kaiser Antonin der Fromme anlegte, der aber jetzt ganz verstopft ist, und der appische Wegging durch dieselbe. Aas der Seite»ach Neapel zu, und zwar eine italienische Meile von Terracina, ist zum Behufe die« scs Weges nahe am Meere ein Felsen abgetragen worden, an welchem man römische Zahlen ringehauen findet. Terrasse, ein aus dem Französische« entlehntes Wort, einen zierlichen erhabene» Platz von Erde, besonders in einem Lustgarten zu bezeichnen. Ehemahls nannte man po« eben diesem Wort« ei- Lerre Te scher» ne Bastcy, imgleichen einen Erdwall Tarras. Terre uenve, s. Nenfonndland. Territorium, eine Landschaft, ein Gc. bieth, ein Bezirk. Tersezch, s. Neumärktl. Tertian, bey den Qrgelbauern ein Qr« gelregister, dessen größte Pfeife von zwey Fuß die größere Tertie, und die kleinste eine Quinte gibt. Tertie, in der Musik ein Ton, welcher um drey Stufen von einem andern Tone entfernt ist, wenn diese beyde» Töne mit gezählet werden, so daß eine dazwischen liegende Note nicht gehört wird. In der Mathematik ist die Tertie der 6oste Theil einer Secunde. In der Fecht- kunst bedeutet dieses Wort eine gewisse Art des Stoße«, eigentlich die drille Art des Stoßes in der angenommenen Reihe künstlicher Stöße. Teruel, eine Stadt auf einer Höhe in einer angenehmen Gegend im König, reiche Aragoniea in Spanien, welche am Flusse Turia oder Guadalabiar liegt, der hier den Fluß Alhambra aufnimmt. Sie hat 8 Pfarrkirchen, L Klöster und ein rrichrS Hospital, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher jährlich 1200s Ducaten Einkünfte hat, und der Hauptort eines DistrictS von^4 Qertcrn. Tervis, s. Tergovisto. Lrrviso, TerviS, ein Markt auf einem Hügel in der Grafschaft Mitterburg im österreichische» Antheile an Histerreich. Terza(la), ein Städtchen in Terra d'Q- tranto in Neapel. Terzerol, ein aus dem Italienischen entlehntes Wort, eine kleine Pistole zu bezeichnen, welche man in der Tasche bey sich tragen kann; eine Tascheupjstolc. Terzett, ein ebenfalls aus dem Italien!« scheu entlehntes Wort, in der Musik eine Arie für drey Singestimmrn zu bezeichnen. Loschen, ein Fürsteruhum in Qbecschle- Ccc 2 Tr fch e« Z86 Tescheir siel!, Welches gegen Norden an die Stün- deSherrschafk Pi-ß und einige kleine Mui- derherrschaften, gegen Westen an da« Fürstenthum Troppau, an Mährenaind an die Minderheerschaft Zriedek, ge. gen Süden an Ungarn, und gegen Osten an Ungarn, Pohlen und an das Für- stenthum Bielitz grenzt. Der größte Th.il dcffe!b-a ist gebirgig, besonders in den südliche» Gegenden, wo sich das mäh. rische Gebirge endigt, und das karpa. lhische wieder attfängt; der millcrnächt- liche Theil hingegen ist in verschiedenen Landstrichen sumpficht, und enthält viele Teiche und Seen. Dennoch aber hat dieses Jürstenthum scuchtbarer» Boden, als man vermuthen soll-e, indem sogar die Berge fruchtbar und mit Obstbau- mcn besetz! sind, und heilsame Kräuter und sehr gutes Gras hervor bringen. Daher rühret der Ueberflnß an belieb» te» Käsen, Butter und Schmalz, wel. che zu starkem Handel Gelegenheit geben. Holz ist überflüssig vorhanden. Au. ßer einigen Bären, welche aus Pohlen kommen, findet man hier fast gar kein Wild, weil eS in den Wäldern vor den Viehhirren nicht sicher ist. Hier cnt- springt die Weichsel und die Elsa. Das Fürsteiithum enthält 4 Städte. Die Einwohner reden wenig deutsch, sondern meistens eine Sprache, die mit der böh. mischen und pohlnischen vermischt ist. In dem Gebirge wohnen Leute, welche sich selbst Walachen nennen, denen man sonst aber den Nahmen Korallen oder Saizbauern gibt. Sie blase» beym Hürden des VieheS auf langen hölzernen Trompeten, leben meisten Theils von Käse, den ste Prünse nennen, essen wenig Brot, und wohnen in so genannten Schalaschen. Die künstlichen Feuerrohre, Nahmens Teschinken, welche hier häufig verfertigt werden, haben von diesem Lande, und besonder« von der Hauplstadt desselben, ihre Benennung. Diese« Fürstenthum gehörte ehemahls dem Kaiser, als Köoig von Böhmen, welcher aber dusseibe dem Herzoge von Lothringen im Jahre 1722 als ein Arquivalent für die Ansprüche auf da« italienische Herzogthum Moaiferrat abtrat, und zu Lehen überreichte. 3hm folgte im Jahre 1729 im Besitze befiel- den sein Sohn, Herzog Franz Stephan, nachmahliger römischer Kaiser. Noch dessen Tode kam Leschen im Jabre 1766 an den königlichen pohlnischen nndchur- fürstlichen sächsischen PrinzenAlbeck,wegen seiner Vermählung mit der Erzherzogin» Maria Christin«, welcher hier, auf den Titel Herzog von Sachsen- Te- sche» annahm. Teschen, lelciienL, lestlnum, die Hauptstadt des eben beschriebenen Fär- stentbnmS gleiches Nahmens, liegt air der Elsa und am Bobreck in einer sehe fruchtbare» Gegend, ist mit Mauern umgeben, und har eine große Pfarrkirche, zwey Mönchsklöster, ein Nonnenkloster, eine ehemahlige Jesiiikerresi- denz mit einer kleinen Capelle, cinSr- minarium, und eine deutsche Haupt» schule für die kleine Jugend. In der Obervorstadt stehet eine evangelische Gnadenkirche, welche vermöge des alk- ranstädusche» Vertrags erbauet winde, und in welcher so wohl in deutscher alS pohlnischer Sprache Gottesdienst gelullten wird. Bey derselben befindet sich auch rine Schule. Die hiesigen Eiu- ivohiler treibe» guten Handel nist Leder, Wolle, Tuch, Wein, Honig, Wachs,»ud mit dem hier verfertigten schönen Schießgewehr. Im Jahre 1775 wurde Teschen für einen freyen Hau» delSort erklärt, und in demselben am i8te» Aprill zum-ersten Mahle eine Messe gehalien, welche Kaiser Joseph II. im Jahre 1782 wieder aufhob. Uebri- genS zäbl-e man hier vor der FeuerS- brunst vom Jahre 1789 schon^74 Tessin Test Teschenan scr. Auf einem Hügel bey der Stadt stehet theils ein Rest des obern fürstlichen Schlaffes, welcher in einem allen Thurme, und in den Wänden eines verfallenen Götzenlemi eks, wie auch in unterirdischen Gänge« und Höhlen bestehet; theils der untere Theil des Schlaffes, welcher nur die Wohnungen für einige Wirihschaftsbeamte enthält. Der Adel des FürstentbumS kommt hier jährlich zwey Wahl um des Land« rechts willen zusammen. Der am 22sten Februar des Jahres 1779 unter Vermittlung Frankreichsund Rußlands hier geschlossene Friede zwischen Oesterreich und Preussen, wegen der baperscken Erbfolge, macht diese Stadt für die Geschichte merkwürdig. Teschenan, ei» Marktflecken im Bechiuer Kreise in Böhmen, in dessen Nachbar« schaft sich ei» warmes Bad befindet. leschink, eine Art schöner gezogener und mit Bley versehener Büchsenrohre, wel« che in der Siadt Teschen in Oberschle. sie» gemacht werden, von welcher fie auch den Nahmen haben. Man hat deren so wohl lange als kurze, welche letzter« besonders von den Ungarn gesucht, und von ihnen Tcfchinken genannt werden. Ehemahls wurden diese Trichinen häufig nach Rußland und Cur- land verschickt. Tksino, T ffino, IHnus, ein großer Fluß in Italien, welcher auf dem S. Gotthardsberge entspringt, durch den Lago Maggiore fließt, und unterhalb Pavia in den Po fällt. Teffel, s. Texel. Tessel, eine große Landschaft in Biledul- gerid in Afrika. Sie grenzt gegen Norden an das Königreich Sus und die Landschaft Darha und Tafilet, gegen Olieu an die Wülle Zanhoga, n»d gegen Westen an das Meer der cana- rijchen Justin Tcssiii, eine tstine Stadt am Flusse Re- Letbtiry Z87 kenitz in der Herrschaft Rostock im Mecklenburgischen. Test, in England derjenige Eid, welchen König Heinrich VUl., nachdem er mit dem Papste zerfallen war, zuerst aufbrachte, und wodurch man die Lehre von der geistlichen Obergewalt des PapstS, von her TrauSsubstanliation, Anrufung der Heilige«, und das Opfer der Messe verwirft. Diesen Eid müssen alle diejenigen ablegen, und dem Könige die 8upremncv oder OberjuriSdictivu über die engläudische Kirche zuerkennen, welche Ehrenämter haben wollen, wie auch die Lords, ehe fie Session im Parlamente nehmen. Unter der Regierung! Königs Carl II. wurde durch cine Par- lamentSacte beschlossen, daß ein jeder in ein öffentliches Amt Getretener drey Monathe hernach das heilige Abend, mahl»ach Art der englandischcn Kirche genießen sollte; und unter der Königinn Anna ward nach der vom Prä- tendenken im Jahre 1707 vergeblich unternommenen Landung auf Schottland noch dieses in den Test eingerückt, daß alle Officianten auch diesen prätendi- renden Prinzen abschwören mußten. Testament, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, jeden letzten Willen einer Lebenden auf den Fall seines Todes, und in engerer Bedeutung die Verordnung eines Sterbenden über sein Eigenthum, und die Urkunde, worin dieser Aufsatz enthalten ist, zu bezeich» nen. Im figürliche» Verstände gebrauchte man dieses lateinische Wort in den mittler» Zeiten von dem göttlichen Gna- denbundc mit den Menschen, welche Bedeutung»och in der Theologie und der drulschen Bibel gewöhnlich ist. Testiren, in Reckte» ei» Testament mache», oder seine» letzien Willen aufsetzen. TeldUty, ein wohl gebaueler Marktflecken ant einer Freyschule in Glouce- z83 2etv Tetua» stershire in England, welcher gute Tuch, tnanufacmren bar, und starke Handlung mit gesponnenerWolle, Käsen undSchin» ^ ken treibt. Tetä, oder Lliätenu 6e kortuZal, ein festes Castell zur Rechten des FluffeS Cuama, im Königreiche Monoinotapa in Afrika, welches die Portugiesen fast mitten im Lande, zur Sicherheit ihrer Bergwerke, angelegt haben. lete cke Lucii, s. Buch. Tkterow, ein nahrhaftes Städtchen im mecklenburgischen FLrflenlhume Wen. den, Z Meilen von Güstrow. Tetin, ein Dorf nicht weit von Beraun im Berauner Kreise in Böhmen, wel. ches ehemahls eine Stadt war, und noch jetzt deßwegen in Ansehen ist, weil die heilige Ludmilla hier getödtet wurde. Hier wird sehr schöner Marmor gebrochen. Tetnang, eine Herrschaft, Städtchen und Schloß am Bodensee, in Schwaden, welche ehemahls gräflich mont. fortisch waren, jetzt aber dem Hause Oesterreich gehören. Hier ist seit dem Jahre 1780 ein kaiserliches königliches vorderösterreichisches Oberamt errichtet worden. Tetschen, s. Dietfchi'n. Teltenborn, ein ansehnlicher Flecken im Amte Klettenberg in der Grafschaft Ho- henstei», welcher ein Eigenthum der adeligen Familie von Teltenborn ist. Dieser Flecken gehörte ehemahls zur Hälfte zu den königlichen preussischen Domainen; allein im Jahre»767 über- ließ Friedrich II. sein Antheil demGe- neralmajor von Teltenborn. Tetuan oder Tansghia, lelUÄUum, eine sehr alte und volkreiche Handels, fiadt, nebst einem Castelle auf einer steinigen Anhöhe, zwischen zwey gro. sten Gebirgen an der Meerenge von Gibraltar in der Provinz Teluan im Königreiche Fez in Afrika, ungefähr Teuchern TeufelSd anderthalb deutsche Meilen von der See. Sie gehört unter die Herrschaft deS Kais->s von Fetz und Ma-occo. ist aber die R.stdenz eines Pasch ,, der zwar ei. ne unumschränkte Gewalt in feiner Provinz ausübt, die Leute als Sclaven behandelt, und ihnen öfters ihr Vermögen abnimmt; dagegen aber gewärtig sey» umß, daß er dem Kaiser wieder sein Vermögen gebe» muß. Die dies,, gen Einwohner sind Muhammedaner, hurtig, kühn, armselig, arbeitsam, von bräunlicher Farbe, und tragen ei, nen großen Haß gegen die Christen. Die FraucuSpersouen muffen sich sehr eingezogen halten, und pflegen sich die Gesichter, Hände und Füße mit Fae. bcn zu bemahlen. Die Gaffen sind schmal, die Häuser aber ziemlich gut gebauet, doch so, daß die Fenster nicht auf die Straßen, sondern-nach der Hofseite hinaus gehen. Unten im Thäte befindet sich ein kleiner Strom, der die Fahrzeuge bis nach Martin, eine halbe Meile von der See, bringt, wo die Waaren aus-und eingeladen werden. Dir Provinz Tckuan ist ein breiter Strich Landes an der Meerenge von Gibraltar, welcher sich in der Länge von Marmor« an dem Ocean bis a» das Gebieth von Algier, und in der Breite vom mittelländischen Meere bis an den Fluß Cebu erstreckt, und von dem gedachten Pascha regiert wird. Teilchen«, ein Städtchen und Rittergut im thüringischen Kreise, zwischen Weis- senfels und Hohenmölzen im Churfür- stenthume Sachsen. Teuditz, ein Dorf im Stifte Merscbnrz ini Chursürstenthnme Sachsen, welches wegen seines Salzwerks zu bemerken ist. Teufelsdreck, eine figürliche Benennung des widerlich und wie Knoblauch riechenden kleberigen Harzes einer Art deS Gartenkrautes, welches in Perfienein« Lepel Leupitz Tewkskur» Heimisch ist. Das gelbe, weißröthliche, glänzende»nd durchsichtige Gummi dieser Pflanze wird aus ihrer Wurzel gesammelt. Lmvitz, eine kleine Stadt, Herrschaft, Amt und Schloß i» der Mittelmark im Churfürstenthuiue Brandenburg, hart an den Grenzen der Niedrrlausitz, welche ehemahls den Baronen Schenken von Landsberg gehörte», im Jahre 1460 aber der Cburmark völlig einverleibt wurden. Im Jahre ,7-8 kaufte sie König Friedrich Wilhelm für seinen Prinzen August Wilhelm, und ver, größerte die Herrschaft durch den Ankauf einiger adelige» Güter. Teuschuih. ein Amt, Städtchen und Schluß im Hochstifte Bamberg im fränkischen Kreise. keusing, s. Dcising. Teulenburger Wald, eine waldige Gegend im Hochstifte Paderbor« im west- phälischen Kreise, in welcher Arminius, der Feldherr der alte» Deutschen, den römischen Feldherrn QuimilinS Varus, nebst 7,0000 Mann der besten römische» Miliz aufs Haupt schlug, und hier- durch sein Vaterland von den angedroheten Fesseln des Kaisers AngnstuS befreite. Dieser Wald fängt sich im Stifte Paderborn an, und erstreckt sich mit einer langen Reihe Berge durch das lippische, ravcusbergische, osna- brückischc, münstcrische und oldenbur. zische Gebieth. In dieser Gegend hat auch Carl der Große im Jahre 78Z einen herrlichen Sieg wieder die alten Sachsen erhalten. Tcmschland, s. Deutschland. Tcvcrvne, ein Fluß in Campa- gna di Roma im Kirchenstaate, welcher oberhalb Rom in die Lieber fällt. Trwksbury, eil» großer und volkreicher Burgflecken in Gloueesiersh're 11, England, welcher zwischen den Flüssen Avon «md Carrau liegt, die sich hier mit dem Z8S Flusse Severne vereinigen. Er hat vie- lc Tuchwanufacturen, und schickt zwey Dcputirte zum Parlamente. Bey demselben siel eine entscheidende Schlacht zwischen den Häusern von Lancaster und Jork unter Eduard Vl. vor. Tepel oder Tessel, eine Insel zwischen dem deutsche» Meere und der Süder- see in der Provinz Holland in den vereinigten Niederlanden. Sie wird durch einen Strom, welcher Marsdiep gc nannt wird, vom festen Lande Nord- hollands abgesondert, und ist unter alle» hiesigen Inseln die größte, vor- nähmlich wenn man das Eierland da-u rechnet, weiches ehemahls eine beson- dcre Insel war, in den Jahren>t>2y und 1670 aber durch einen Deich mit der Insel Tepel vereinigt wurde, übrigens aber seinen Nahmen wahrscheinlicher Weise von den vielen Eyer» hat, welche die Seemöven am Strande lege». Diese vereinigten Inseln haben einen fruchtbaren Boden, und ihre Einwohner legen sich stark auf die Viehzucht, treiben guten Handel mit Wolle, und machen aus der Schafmilch grünen Käse» welcher unter dem Nahmen de§ Tepeler Käses versendet wird. Auf der östlichen Küste befindet sich eine bequeme Rhede, welche die inoskovische Rhe- de genannt wird. Auf derselben versammeln sich die ostiudischen Schiffe, welche für die Kammern von Amsterdam- Hoorn und Enkhuizcn ausfahren, und werden durch eine Schanze geschützt. Sie werden auch hier gemustert, und warten auf Dst- und Nordostwiud, um durch das Marsdiep zu segeln, welches man im Tepel liegen nennt. Der Einlauf in das Marsdiep zur Erreichung dieser Rhede ist, wenn der Wind entgegen wehet, und besonders wenn ein Sturm ist, sehr gefährlich, vornchm- ltch wegen zweyer Sandbänke, welche recht vor der Mündung desselben lieg«»« Texel Teyn Lez ar und an welchen öfters Schiffe verunglücke». Unter dieser Insel hielt sich im Jahre 1672 die engländische Flotte unter dem Oberbefehle des Herzogs von Aork auf, vermuthlich um auf derselben eine Landung vorzunehmen; sie wurde aber an ihren Unternehmungen verhindert, weil die Ebbe, die sonst allezeit nur 6 Stunden dauert, dieses Mahl außerordentlicher Weise 12 Sinn- den lang währte, und auf dieselbe ein heftiger Sturm erfolgte, welcher die Flotte zum Abzüge nöthigte, und ihr einen Verlust von zwey Schiffen verursachte. In den Jahre» 16LZ und 167z find auch Seeschlachten in dieser Gegend vorgefallen. In der ersten verlor der holländische Admiral Tromp sein Leben. Trg'el, eine Insel des Mar del Nort, an der Küste vonNeuyork in Nordamerika. TeZtl, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, die Worte eines Schriftstellers zum Unterschiede von der Auslegung derselben, oder so fern sie zum Grunde einer Erklärung dienen, zu bezeich. nen. In diesem Verstände werden besonders die biblischen Stellen, über welche gepredigt wird, Texte genannt. Teya, ei» Fluß in Mähren, welcher größten Theils die österreichischen Grenzen durchströmt, und endlich an der Grenze Ungarns bey Aavensbnrg in die Morau fällt. Teyana, Wlkawa, ein offenes Städtchen im Bechincr Kreise in Böhmen, welches seinen Zunahmen von seiner Lage an der Mulda hat, und dem Erzbischo- fe von Prag gehört. Hier befindet fich eine königliche Niederlage, aus welcher das Salz auf Flöße» nach Prag und bis LeurmeriS geführt wird. Der Holzhandel ist hier das stärkste Gewerbe. Lichauker, auf den Schiffen ein kleiner An- ker, welchen man auswirft, damit ein Schiff nicht von dem Strome oder der Fluch fortgetrieben werde. Teyn, s. TciniH. Thalmesf Trzar, TeHa, eine Siadt in der Provinz ChauS, im Königreiche Fez, in Afrika, welche ehemahls die Residenz der alten Könige zu Fez war. Sie liegt in einer fruchtbaren Gegend, und hat guten Handel. Tezeuco, eine Stadt am östlichen Ufer des Sees von Mexico III der Provinz Mexico im spanischen Nordamerika. Sie ist die Hauptstadt eines iveitläus- tigen Gouvernements. Thabor oder Tabor, ein berühmter Berz in Palästina in Asten, welcher seinen Nahmen von seiner zugespitzten Gestalt hat; denn das hebräische Work Tabur bedeutet einen Nabel. Seine abgesonderte Lage, Regelmäßigkeit, Fruchtbarkeit, und sein immer fort dauerndes Grün machen ihn schätzbar. Die neuern Rci. senden rechnen seine Höhe auf ungefähr zwey engländische Meile», und die Ebene oben auf der Spitze ungefähr eine halbe Meile lang, und beynahe eine Vicrtelmeile breit. Den Christen empfiehlt fich dieser Berg durch das glänz- reiche Wunder der Verklärung Christi, welches auf seiner Höhe geschah. Thaler, eine Silbcrmünze, welche in Deutschland von doppelter Art ist, nähmlich der ganze Thaler, harte Thaler ober SpecieSthaler, und derReichsihalec. Der erste ist die älteste Art, wieget zwey Lorh, und gilt 2 Gülden oder,^2 gute Groschen, dagegen der ReichSihaler, welcher auch nur Thaler schlechthin genannt wird, am häufigsten als eine Rech» nuligSmünzc bekannt ist, welche 24 ante Groschen, Zo Kaisergroschen, 36 Mariengroschen,>8 gute odee 224 leichte Batzen, 72 gute ober t-o leichte Kreuzer gilt. Thalland, s. Dalacarlen. Thalmessingen, ein ansehnlicher Marktflecken an der Schwaczach im Dberam- te Stanff im Fürstentbiimc Ansbachim fränkischen Kreise, welcher drey Kirchen und eine Synagoge enthält. rhamer Lharand Thamcs. s- Themse. eine kleine Insel a» der Küste von Kein i» Ensland wo der Fluß Slouce ins Meer fallt. Sie ist sehr fruchtbar, und hat ungefähr 8 Weilen in die Lange, und 4 in die Breite. Hier habe» d-c Angelsachsen im Jahre 44i- z»m erste» Mahle gelandet. Lhan». eine Herrschaft und An» i» Oberelsaß, welche bis auf das Schloß En- geiburg ganz im Sundgau liegt, und bis zur Revolution dem Hause Maza. rin gehörte. Der Hanptort derselben war das Schloß Engelburg, welches durch den Fluß Thür von der Stadt Thanii abgesondert, und von den Franzosen verwüstet wurde. Thaun, eine Stadt am Fuße des Berges, auf welchem das Schloß Engelburg gestanden hat, und am Flusse Thür, im Einsänge des angenehmen Thals S. Amarin zwischen Weinbergen. Zwischen dieser Stadt und Sennheim befindet sich das i» der Geschichte wobl bekannte Och- senfeld, auf welcher großen Ebene auch im Jahre lözö einegcoße Schlacht zwi. scheu Schweden und Kaiserlichen vorfiel. Lhann, Tann, ein Städtchen und Schloß au der Ulster, Z Stunden von Kalten- 1,anheim gegen Fulda z» im fränkischen Kreise, welche dem davon benannten adelige» Geschlechte gehören. Hier be- findet sich eine evangelische Kirche und Schule; auch werden hier viele Zeug. und Leinwandwaaren verfertigt. Thannhaulen, s. Tannhausen Lhao-lcheou, eine Stadt in der Provinz Konang-tona in China, welche eilf Städte vom dritten Range unter sich hat. Sie liegt nahe an der Mündung des Flusses Han-kia»g, und die Ebbe und Fluch des Meeres geht bis an ihre Mauer. Tharand, ein amtsässiges Städtchen nnd ehemahliges.Bergschloß an der Wrisse- ritz im erzgebirgischen Kreise im Ch«r» (IV. Band.) LhgssuS Thauer M, fürstcnlhume Sachsen, welche ehemahls „ebst ihrem Zubehör eine Herrschaft waren. Der benachbarte Wald führt den Nahmen von diesem Orte. Thaffits, Thasos,^sria, eine Insel des Archipelagus, welche vorn im Golfs di Conieffa liegt, vor Alters wegen ihrer reichen Goldgruben und ungeiiici» neu Fruchtbarkeit z»m Spcichworte die», te, und auch wegen ihres guten Weins und Marmors berühmt war. Wein und Marmor liefert sie bis jetzt. Der Ort gleiches Nahmens liegt auf der Nordfti« »e der Insel. Thau, ein See in Unterlanguedoc in Frank, reich, welcher 14 französische Meile» lang ist, und vom Meere durch einen schmalen Landstrich abgesondert wird, aber a» einem Orte eine Verbindung mir dem lyonischcn Meerbusen hat. Thau, eine Menge zarter wässeriger Dünste, welche so wohl in Abwesenheit der Sonne, als auch des Morgens bald nach ihrem Aufsauge, unvermerkt aus dem Dunstkreise auf die Oberfläche der Erde fallen. Der Thau ist ei» zarterer und dünnerer Dunst, als der Nebel, wcl. chec aus verdickten Dünste» bestehet. Der letzte findet so wohl bey Tage als bey der Nacht, der erste aber nur von dem Untergänge der Sonne bis zu>h- rem Ausgange Statt. Der Thau fällt, wenn stÄ diese Dünste auf der Oberfläche der Erde in zarte Tropfen auflösen. Auch die kleinen Wafferkropfcn, wel- che man nach einem gefallenen Thaue aus den Blättern der Pflanzen und Ge- wachse finde,, führe» dc» Nakmen deS Thaues, oh sie gleich nicht alle Mahl von dem Thaue herrühren, sondern auch oft des Nachts a»S den zarie» Oeffnun. gen der Pflanze selbst hervor schwitzen. Thaukk, eine Herrschaft im Viertel Un- terinthal in Tvrvl, welche die Frevber. rcn von Siernback besitzen. Zu d.rsel- Heu gehöre» 4 Pfarre», 2 Nebenkir«- Ddd rs.r, Zps Lheaei Theakinee Theben chen, i, Schlösser und adelige Sitze, und iF Gemeinden. Thcaci, Itkaca, eine Insel auf dem ionischen Meere, zwischen Cephalonien lind den Inseln S.Maura und Curzolari, auf welcher ein weiter und sicherer Aasen nebst etlichen Dörfern zu finden find, welche von Leuten bewohnt werden, die man aus den benachbarten Inseln vertrieben hat. Diese haben einen Lapitän, der ihre Streitigkeiten entscheidet, und von der Republik Venedig bestätigt wird. Die Insel Jthaca ist des Ulysses Vaterland. In diesen Gegenden haben die Christen im Jahre iL/i wider die Türken einen herrlichen Sieg erhalten. Theater, ei» aus dem Griechischen lind Lateinische» entlehntes Wort, den Schau- platz, die Schaubühne, und was dazu gehört, zu bezeichnen. Theatincr, Ordensleute und Lüerlci reguläres zu Rom, die keine gewissen Einkünfte besitzen, und ihren Ursprung durch Johann Peter Caraffa im Jahre 1L24 nahmen, welcher das BiSthum Chieti im Lkeapolitanischen, welches anf lateinisch Ilreats genannt wird, befaß, dasselbe aber ftepwillig verließ, und sich in eine Einöde begab, endlich aber unter dem Nahmen Paul IV. im Jahre 1.5LL zum Papste erwählt wurde. Seine Nachfolger wollten nach dem Beyspiele der Apostel nichts Eigenes besitzen, sondern sich mit dem begnügen, was ihnen von Andern gegeben würde. Sie haben sich in großes Ansehen ge. bracht,»nd auch viele gelehrte Leute unter sich gehabt. In Paris führte sie Lee Cardinal Mazarin ein, kaufte ih. ucn daselbst ein AauS, und vermachte ihnen in seinem Testamente to»c»oo Thaler zu Erbauung einer Kirche. Ihre Kleidung ist schwarz, und nur allein da. durch von dem Jesuitcnhabit unterschie. den, daß sie weiße Strümpfe und Schuhe trogen- Theben, s. Devsn. Theben, s. Thiva. Thee, das getrocknete frische Laub ein« in Japan und China einheimische» Sla>, de, welche die Lheestaude, oer Th«. sicauch, und von Einigen auch decTbee^ bäum genannt wird. Das Theekrantig eine Art des Gänsekrautes, welches in Mexico einheimisch ist, gleichfalls n>j. e„; Thee getrunken wird, und, weil et besonders durch den Jesuitcrorden bekannt wurde, auch der Jesuilcrthee genannt wirb. Der Gebrauch des Theej ist in China sehr alt, indem dessenschon von den zwey Arabern, welche in, nemu ten Jahrhunderte das südliche Asten be. reiftken, Meldung geschiehet, wo des- ft'n Getränk und die Pflanze Cbah oder Lchah heißt, woraus das Wort Tb» geworden ist. Theer, ein harziges dickliches Ochl, welches an einigen Orten aus der Erde quillt, da es dann Bergiheer genannt wird, am häufigsten aber aus den Harz, hölzern und deren Wurzeln vermittelst eines langsamen Feuers gezogen wird, welches man Theer brennen nennet. Theiö, lidilcuz, ein Fluß in Ungarn, welcher anS zwey Quellen aufdem kar- paihischen Gebirge in berMarmaroschec Gespanschaft entspringt, und von wel, chen die eine die schwarze, und die andere die weiße genannt wird. Dieser Fluß ist, so lange er zwischen den Bergen fließt, schnell und helle; nachher aber wirb er langsamer und trüber, nimmt die kleinen Flüsse Bodroch, Hör- nat, SzamoS, Körös und MaroS auf, und ergießt sich 4 Meilen übcrBelgrad in die Donau. Er ist der fischreichste Klnß in Europa; denn er wimmelt recht von mancherley Fisch-,,. Die Menge der Fische ist aber weder in diesem, noch in andern ungarischen Flüssen beständig gleich, sondern sie ziehen bald in diesen, bald in jene» Fluß. T- emar Theologie Theorbe Theresienst Z^Z khemar, eine kleine Stadt und Amt in der gefürsteten Grafschaft Henneberg, rechter Hand an der Werra, von welcher Sachseiigolha^ und Gaalftld F gehören. Hier befindet sich eine lateinische Schule, ein Dccanar und gute» Wollhandel. Themse oder Thames, Inmelis, der größte Fluß in England-, welcher zwey Quellen hat, nähmlich dieTame, welche in der Provinz Buckingham, und die Ist, welche in Wiltshire entspringt. Beyde vereinigen sich in der Provinz, Oxford bey dem Flecken Dorcester, und mache» die Themse aus, welche nachmahls in das deutsche Meer fällt. Ue- brigens hat die Themse Ebbe und Fluch. Thengeil, eine unmittelbare gefnrsiele Grafschaft im Hegau zwischen der Land- grafschaft Baar und dem Canton Schaf- hausen im schwäbischen Kreise, welche dem Fürsten von AuerSberg gebort. Kaiser Carl V. kaufte sie im Jahre>L42 einem Grafen von Tüenaen für 8Z>o Gulden ab, und sie wurde zur Land- grafschaft Nellenbucg geschlagen. Kaiser Ferdinand III. überließ sie dcm iin Jahre i6;z in den Fürstenstand erhobenen Grafen von AuerSberg als eine unmittelbare gefürstete Reichsgrafschast, weßwegen dieser auch im Jahre 16^4 auf dem Reichstage, und im Jahre 16LL beym schwäbischen Kreise, Sitz und Stimme erhielt. Theiigen, ein Schloß, Städtchen und der Hanptort in der eben genannten Graf- schaft, anderthalb Meilen von Schafhausen, und 2 Meilen von Waldshut. Hier hat der fürstliche Obervogt feinen Sitz. Theologie, ein aus dem Griechischen und Latriuischen entlehntes Wort, welches >M weiteste» Verstände den Lch'.begriff von einem oder mehrern göttlichen West» bezeichnet; in welchem weitesten Schani)? man auch den Heiden eine Theologie zuschreibt, welche doch, so fern sie sich auf Vielgöttrrey gründet, häusigrr und richtiger die Götterlehre genannt wird. In engerm Verstände ist die Theologie die Lehre von dem wab- ren Gotle und unserm Verhältnisse gegen ihn. In engstem Verstände ist es derjenige Theil der geoffenbarten Neck. gion, welcher die Lehre von Gott, seinem Wesen, Personen und Werken enk. halt; zum Unterschiede von drrAnthro pologie, oder der Lehre von dem Verhältnisse der Menschen gegen Gott. Theorbe, ein musikalisches Instrument, welches einer Laute gleicht, nur daß eS größer ist, und einen starke» und tiefen Ton har. ES soll von einem neapolitanischen Marktschreper erfunden worden seyn, der es a»S Scherz nach einem Gesäße benannte, worin er seine Quacksalbercyen zubereitete. Ein deutscher Edelmann, Nahmens HieronpmuS CapSberger, hat es nachmahls zur Vollkommenheit gebracht. Theorem, ein aus dem Griechischen unb Lateinischen entlehntes Wort, einen Lehrsatz zu bezeichnen. Ein theoretischer Satz ist daher ein Satz, dessen Wahrheit man nicht eher erkennen kann, als bis er erwiesen worden ist. Theoretisch, was zur Theorie oder zur Einsicht allgemeiner Wahrheiten gehört; im Gegensatze des Praktische». Theoretische Wahrheiten sind theils allgemeine Wahrheiten, theils auch prakti. sche Wahrheiten, wenn sie bloß allgemein zur Erlangung der gehörigen Erkenntniß und Einsicht derselben vorgetragen werden. Theorie, die Einsicht allgemeiner Wahrheiten im Gegensatze der Praxis oder Ausübung; ungleichen ein Zusammenhang allgemeiner Wahrheiten einer Art; der Lehrbegriff. Thercs, eine vornehme Bcnedickincrab- tep am May», z Meilen von Bam-> Ddd 8 594 Theresien Lhrrmia Thermom Lheza her«, im Hochsiifte Würzburg im fron« Hühner, viel Seide, und so viel Baumkuchen Kreise. Theresienstadt, Ikereiianopolis, vormahls Szenk Maria Szubadka, eine königliche Freystadt in der Balscher nnd Bodroger Gespanschafl in Niedern», gar», welche an der Theis liegt, 2Zvoc> Einwohner hat, und von den Rachen angelegt worden ist. Sie treibt guten Handel mit Hornvieh, und hat ihren jetzigen Nahme» im Jahre 1779 we- gen ihres besondern Eifers erhalten, den die Einwohner bey dem zwischen Oesterreich und Preussen ausgebroche- neu Kriege bezeigten, da sie nicht nur zum Behufe desselben Lvo Pferde lieferten, sondern auch der Kaiserin» ,gooo Duchten, als ein freywilliges Geschenk, zu Füßen legten. Therespol, ein Städtchen am Bug in der Woiwodschaft Brsescz in Litauen. Thrriak, eine auS gewissen gepulverten Pflanzenthcilen mit Honig zu einer Lat. wecge verdickte Arzeney wider den Gift. Der gemeine Theriak wird aus der En. zianwurzel, der wahren Osterluzei). Wurzel. Lorbeeren, Wachholderbceren, Myrrhen und Honig bereitet. Man hat indessen verschiedene Acten, wovon einige für Thiere, andere aber auch für Menschen gebraucht werden. Thermbach oder Dermbach, ein Schloß und Flecken im Amte Fischberg>m Hoch. stifte Fulda im oberrheinischen Kreise, welcher der Hanptorc des Amts ist. Hier befindet sich eine evangelische und eine katholische Kirche, und ein FranciSca» »erkloster. Thennia, L/tlinus, eine Insel des Ar, chivelagus, welche nicht weit von den europäischen Küsten liegt, nnd ihren jetzigen Nahmen von den vielen heißen »Quellen hat, die man hier findet. Sie ist nicht so bergicht, als einige benachbarte Inseln, und sie bringt sehr viel Gerste. Wein und Feigen hervor. Sie hat auch viel Honig, Wachs und Repp- wolle, als die Einwohner zu ihrem eigenen Gebrauche nöthig haben. Man rechnet ungefähr 6000 griechische Christen auf dieser Insel, welche in der Stadt Thermia einen Bischof, bis 16 Kirchen, und verschiedene Kwster haben. Man stndel hier die Ruinen»«» zwey allen Städten, von welchen die eine, die auf der mittägigen Küste ge< legen hat,»„gemein prächtig gewesen sey» mnß. Thermometer, ein aus dem Griechische» und Lateinischen eiitichtikes Wort, eine Art Wettergläser zu brzeichnrn, welche die Abwechselung der Warme und Kälte zeigen; zum Unterschiede von dem Barometer, Hygrometer u. s. f. dat Wetterglas, und im engsten Verstände der Wärmemesser. Thennopilti, ein enger Paß zwischen Thessalien und Livadie», in Griechenland, wa FerxeS von General Mardonius geschlagen ward. Erwirb heutiges Tags koc- cer cki f.ujro genannt, und ist wegen der warmen Bäder berühmt. Der Berz Oeta in Böoiien stößt an denselben. Thespia, eine Stadt in der Landschaft Böotien i» Griechenland, welche heutiges Tages nur ein geringer Flecken ist. Thessalien, s. Janjach. Thessalonich, s. Salonichi. Lhelford, eine alte, wiewohl nicht besonders volkreiche Stadt an den beyden Flüssen Thet und Ousc i» England, welche theils in Norfolk, theils in Sich folk liegt, und zwey Dcpntirte zum Parlamente schickt. Hier- werden im Frühlinge die Landtage gehalten. Die. ser Ort ist aus den Trümmern der alten Stadt Sitomagus entstanden, und war wegen der vielen schönen und gro» ßen Kirchen und Klöster berühmt, wovon noch drey Kirchen vorhanden sind. Lheza, eine kleine Festung zwischen Fez und Mequinez in> Kaiserihum ä?arocc» in Afrika. T ß e z a» Thierh Thierkreis Z9F ThezüN, eine kleine Stadt in der Landschaft BezierS, in Unierlanguedoc in Frankreich. Thiaucourt, eine kleine Stadt am Maid im Herzogthume Bar in Frankreich. Thiel> s. Ticl. Thtcldonk, eine Herrschaft im Quartiere von Löwen im österreichischen Antheile am Herzogthume Brabant. Thiele, eine Äastcllaney i» dem Fürflen- thani Nenfchatcl in der Sckiveiz, welche ran einem Flusse den Nahmen hat. Thielt, ein Flecken, mit einem ansehnlichen Gebiethe im österreichischen Flandern. Er hat gute Leinwebcreyen, 2 Klöster»nd ein Schloß gleiches Nahmens. Thicne,'I'iiienis, eine kleine Stadt nebst einer Vicarie, nicht weit von Viceuza, in der»enetianischen Landschaft Vicen- tino. Die hiesige Vicarie ist eine von den stärksten, indem ste 2l Oerter unter sich hat. Die Grafen von Porto ha- be» hier einen sehr schönen Pallast und Garte». Thiengen, s. Thüngen. Tyierbach, ei» Marktflecken und Amt im Fürstenthume Bayrcuth im sränki- scheu Kreis», welche zum Oberamte Lichrenberg gehören. Thierenstein, oder Dürrensteikl, einStädt« chen an der Donau im Kreise ob dem MannhartSberge im Lande unter der EnS in Oesterreich i Meile oberhalb Stein, welches dem Grafen von Slarhemberg gehört. Auf einem Berge bey demselben lag ehemahls ein Schloß, auf welches Richard, König von England, als er auf der Rückreise aus dem gelobten Lande vom Herzoge Leopold von Oesterreich gefangen genommen worden war, gesetzt wurde. Das neue Schloß liegt in der Stadt, und das hiestge schöne Stift reguIierkerCborherre» Augustiner. ordenS hat im Jahre izyL Johann von Mrissau gestiftet Thlekhauplcn, eu» Bencdictinerklvster im Tinz Rentamts München in Oberbayern, welches unter die Pflege Rain gehört, und eine halbe Stunde von Lech liegt. Thierkreiö, in der Astronomie ei» Kreis in der beweglichen Fläche der Welt» kugel, innerhalb dessen sich die Planeten bewegen. Seine Breite beträgt 10 Grad auf jeder Seite der Ekliptik, un» wird auch wie diese in 12 Theile oder so genannte himuilische Zeichen getheilt, welche aus Sternbildern bestehen, unter welche» man sich schon von den ältesten Zeiten her gewisse Thiere dachte, und wovon er auch den Nahmen bat. Thiers oder Ticrn, eine Stadt im Lande Limaane in Uiiterauvrrgne in Frankreich, welche nahe bey den Flüssen Dürrste und Dure liegt, und durch den Handel eine der ansehnlichsten und voll« reichsten Städte in Auvcrgne gewor» dk» ist. Thicrshriiv, ein ansehnlicher Marktflc. cken und Rlchtcramt in der Amtshaupt» Mannschaft Wunstedel im Oberlande des FkestenihumS Bayrcuth im fränkischen Kreise. Thierstein, eine Landvogtep und Schloß im Canlon Solvthurn in der Schweiz, welches ehemahls eine Grafschaft der ausgestorbenen Grafen gleiches Nahmens war. Das Bergschloß Thierstein war der Sitz der Grafen, aber nicht deren Stammhaus, indem dieses im Frickthale bey Weiten«« lag. Thierstein, ein Marktflecken»nd Richteramt zwischen Wonstedel und Eger im Oberlande des Fürstenthnms Baveeutb, dessen Einwohner fast insgesammt Töpfer sind, und jährlich viele looo Schüsseln»nd Krüge mache». Das bey demselben auf einem Berge gestandene Schloß habe» die verbundenen Stände im Jahre lALch geschleift. TtNg tcdeou, eine berühmte nahe an einem Canale liegende Handelsstadt in der Provinz Kiaug-nan in China. Sie Z96 T hi n Thiva Tholen hat verschiedene Triumphbogen anfzu. «eisen, und die Ufer des dahin sichren- den CanalS sind mit den schönsten bearbeiteten Steinen eingefaßt. Zu ihrem Gebiethe gehören fünfvolkreiche Städte. Tl)in, s. Tain. Thingen«, ein Marktflecken in der fürstlichen Abtey Kempten im schwäbischen Kreise, welcher Stadtgerechtigkeite» hat. Thionvifle, Diedenhofen, Hieosioms Vüln, eine kleine feste Stadt im französischen Antheile am Herzogthume Luxemburg, welche an der Mosel liegt, über die hier eine schöne steinerne Brücke führt. Ihre Einwohner sind Deut. sche, und sie ward in den Jahren«FL8 und 164Z von den Franzosen erobert. Tirnitz oder Düktiltz, ein Markt im Krei- se ob dem Wienerwalde im Lande untre der Ens in Oesterreich. Er lie^t am Wasser gleiches Nahmens, mit welchem sich hier der Trasenbach vereinigt. Tirsk, ein Burgflccken in Aorkshire in England, welcher zwey Deputiere zum Parlamente schickt. Thiva, nach der falschen Schreibart Stiva oder StibeS, vor Alters Theben, eine Stadt am Flusse Ismen, in Livadien, in Griechenland, welche ehemahls eine berühmt Republik war, die unter ihrem Feldherrn EpaminondaS sehr empor kam. und viele prächtige Tempel, Palläste und andere köstliche Gebäude enthielt. Heutiges Tages findet man von ihrer alten Herrlichkeit keine Spur mehr; doch wohnt hier ei» griechischer Metropolit. Es sind noch unterschiedn- Städte in Asien und Afrika, die eben den Nahmen Theben führen. In letzterm Welttheile, und zwar in Aegypten, war vorzüglich Theben, oder die Stadt Diospolis, berühmt, welche der römische Gouverneur CorneliusGal. lus zerstörte. Jetzt ist auf ihren Ueberre- ßen das Dorf Luxou erbauet. T ü 0 m«r ^hv.en, eine Insel an den Grenzen v»» Staats-Brabant in der Provinz See, land in den vereinigten Niederlande» Der Hauptort derselben hießt ebenfalls Thonen, ist dem Range nach die vierte Stadt in der Propiuz Seeland, und liegt am Flusse Eendracht, auf dessen anderer Seite sie eine Art von Krcii. werk hat; an der Landseite aber ist sie Mit einem Erdwalle von sieben Bell. werken umgeben. Sie enthält nur eine holländische reformirte und eine fta», zösische Kirche. Hier wird ein Land. und Wasserzoll erlegt, wovon die Stadt den Nahmen haben soll. In, Jahre 17«U wurde sie von den Franzose» überrumpelt und geplündert. Thomar, ein Flecken IN einer angenehmen Ebene in der Landschaft Estrema- dura in Portugal. Er liegt nicht weit von den Trümmern der allen Stadt Nabancia, von welcher er geqen Mor- gen durch den Fluß Nabao getrennt wird, und enthält ungefähr ,g6o» Einwohner, dir in zwey Pfacr-iiud Colle. gialkirchen vertheilt sind, ein Armen. Haus, ein Hospical un» vier Klöster, unter welchen das Kloster der Religio. sen des Ordens Christi, weiches dem Flecken gegen Westen auf einen Berge liegt, das vornehmste, und der Haupiort desOcdensisi. DcrVorstehcrdieses öllo- sters hat den Titel eines Priors uno Generals des Ordens Christi. Im 1.17^2 errichtete hier der König eine A>-ttc- Mie der Wissenschaften auf den Fuß der parisifchen, erklärte sich selbst zum Oberhaupte derselben, und ließ ,he ansehnliche Fonds zu ihrem Unterbette anweisen. Ueerigens ist dieser Flicken der Hauptort einer Distrikts von r» Parochien, und der Sitz der geistlichen Gerichtsbarkeit über den Distrikt dcs Ordens, welche der Prälat von Tbo« war hat, dessen Ansehen discköllch ist. Er gehörte eheniuhls den Lempet« Zh omasb Thons» Thorberg Thor« Herren, nach deren Ausrottung der Orden Christi zum Besitze ihrer Güter gelangte, und also auch die Herrschaft über Zbomar bekam. Lhomasbrück oder Thsmsbrück, eine kleine Stadt an der Unstrut im thüringischen Kreise im Churfürstenthume Sachsen, ivelche ein Schloß, übcr Loo Häuser, und Sitz und Stimme auf den Landtagen hat. Im Jahre 17L9 bräunte ungefähr der dritte Theil der Stadt ab. Thomiste» und Statisten, der Nahme zweyer in der katholischen Kirche sehr bekannte Schulparteycn. Die Scott- sten haben ihren Ursprung von Johann Duns, einem Schottländcr. Dieser behauptete im r4ten Jahrhunderte nebst Heu Lehrern der Sorbonne, daß die heilige Jungfrau ohne Erbsünde empfangen sey, welcher Lehre auch alle Frau- ciscancr beypflichten. Der Urheber der Zhomisten ist Thomas von Aquino, der fast zur nähmlichen Zeit der unbefleckten Empfängniß Maria widersprach, und seiner Meinung folgen die Dominicaner. Ueber diese beyden Lehrsätze ist länger als Zov Jahre gestritten worden; und obgleich von deriKirche dieß- falls keine Entscheidung geschehen ist, so bat sie doch ihren Sinn hierüber sattsam erklärt. Endlich verboth Papst Alexander VII. im Jahre 1662 ausdrücklich, die unbefleckte Empfängniß Mariä, weder mündlich, noch schriftlich, zu bestreiken. Thon, eine zähe, schlüpfrige und fette Erdart, welche an der Zunge klebt, im Wasser zu einem Teige wird, der sich auf der Scheibe drehe» läßt, mit de» Säuren im Wasser aufbrauset und In dem Feuer erhärtet. Man findet den Thon von allerley Farben, welche von den beygemischlen meiallischen Theilen herrühren. Thvlion, die Hauptstadt des Hrrzogthmns Zy? Chablais in Savoyen, welche beym Eenfcrsee liegt, offen ist, und eine Pfarrkirche, ein Baciiabitercvsseginm und sechs Klöster enthält. Thorberg, eine Landvogtey lind Schloß eine Meile von Bern in de» deutschen Landen des Cantons Bern in derSchweiz. Lhorn, Toriin, eine Stadt an der Weich, sel im Umfange des Königreichs Preussen, welche bis zum Jahre 179z„iiker dem Schutze und der Souveraillilät der Könige von PohIcn stand, und eine freye Handelsstadt war, in dem eben genannten Jahre aber von den Preussen in Besitz genommen ward. Sie ist die älteste Stadt in Preussen, und war ehemahls die erste von den drey großen preussischen Städte», und verwahrte auch das preussische Landarchiv. Ihre Erbauung hat sie dem ersten Landmei. stcr des deutschen Ritterordens zu verdanken. Im Jahre ,4^4 fiel sie vom beulschen Orden ab, begab sich unter die Krone Pohlen, und ward nach und nach eine berühmte Handelsstadt, und mit in den Bund der Hansestädte aufgenommen. Ehemahls hatte sie ein festes Schloß, welches ihm Jahre 1454 abgebrochen wurde, und war auch sonst befestiget. Sie wird in die alte und neue Stadt abgetheilt, welche letzte vor Alters ihren eigenen Magistrat hatte, im Jahre 1454 aber mit jener vereinigt, und aus beyden eine Stadt und ein Magistrat gemacht wurde: doch find fie noch inwendig durch eine Mauer und einen Graben von einander abgesondert. Die Bürgerschaft, welche größten Theils evangelisch ist, wird jetzt schwerlich über lovo Mann be. trage». Man findet hier ein ivohl eingerichtetes evangelisches Gymnasium, an welchem fünf Professoren und ein Lector der pohlnischcn Sprache stehen. Die hiesigen Reformirten halten ihren Gottesdienst in einem großen Hause, L98 Thor» und die Juden haben eine kleine Schule. Die Katholiken, welche den Lutheranern nach und«ach ihre Kirchen nahmen, besitzen in der Sradt drey Kir- che», nebst zwey Klöstern mit Kirchen,' jene aber haben sich a», Markte eine uene erbauet, und daj ehemahlige Nachhalls in der Neustadt zu einer Kirche zubereitet. Die Jesuiten hatte» hier ehemahls ein Coüegium. Die Bürger besitzen viele Landgüter mit adeligen Rechten. Die ihoruischen Pfefferkuchen, vortreffliche» Steckrüben und schöne Seife sind berühmt. Die hiesige höl- zerne Brücke, welche über die Weichsel führet, ist fast eine halbe Stunde lang, und bestehet aus zwey Theilen, welche die Insel Bazar macht. Der Strom wird immer breiter, und folglich auch die Brücke, von tvelcher, weil sie»„fest und wankend ist, das Eis fast jährlich ein Drittel weg nimmt, so daß sie sehr kostbar zu unterhalten ist I» der Johanniskicche findet man ei» Epitaphium des hier in, Jahre 1472 gebornen berühmten Mathematikers Nikolaus Cvpernicus. I,» Jahre 1629 wurde Tborn von dem schwedischen Könige Giistav Adolph vergeblich belagert, und um eben diese Zeit mit Wällen umgeben. Im Jahre 1645 veranstaltete hier König Uladislaus IV. ein so genanntes liebreiches Gespräch zwischen den Katholiken, Lutheranern und Aeformirten, um dieselben zu vereinigen, welches sich aber fruchtlos mit Zänkereyen endigte. Im Jahre 16LL «ahm der schwedische König Carl Gustav die Stadt mit Accord ein, und ließ sie ziemlich befestigen. Im Jahre töFZ ivard sie von den Pohlen und Brandenburgern, und im Jahre i/OZ von Carl XU. bomdardirt und erobert, »nd in dem zuletzt genannten Jahre wurde alles, was zur Befestigung der Stadt diente, geschleift. In den Jah- Thor» Zhouars ren 1708 und 1710 wurde die Stadt durch die Pest von hr.-n Einwohnern sehr entblößt. I», Jahre 1724 entstand hier am ,6leir Julius aus einer geringen Ursache durch einen Jesiute, st» raten bey einer Proccffion ein Auflauf, welcher am folgenden Tage noch helii- ger wurde, so daß drr Pöbel m>t Gc- walt i» die Schule und das Jeswter» collegium drang, und allerley Gewalt« 'thätigkeiten ausübte, wofür der Präsident Rößner nebst einigen andern den Kopf hergeben, und die Stadt ewe Geldstrafe erlegen mußte. Der Stadt gehören über 2F Dörfer, und eine Meile von derselben liegt die katholische Capelle zur heiligen Barbara, wohin am dritten Psiugstkaae eine große Pro- cession aus der Stadt angestellt wird. Jetzt sind die Festungswerke von Tborn unbedeutend, und der podlmsche Handel, welcher hier ehemahls größten Theils zusammen floß, ist in eine» geringen Commiffionshandel ausgeartet. Thorn, ein rcichsfürstliches und gräfliches Frauenstifl an der Maas, in der lütiichschen Grafschaft Horn im wesi- phälischen Kreise. Thvrnbilry, ein Marktflecken mit einer Freyschnle und 4 Armenhäusern, in Gloucestershire in England. Thorout, Pchoroltum, eil! uralter Flecken mit einem Benedicliner Mönchskloster im österreichische» Antheile an der Grafschaft Flandern, welcher als eine Herrlichkeit dem Churfürsten von der Pfalz gehört. Bey demselben befindet sich eine große Heide, die davon benannt wird. Thorshaven, eine kleine Stabt mit einem bequemen Hafen auf der Insel Strömer in der Nordsee. Thosnes, ein Städtchen am Flusse Für im Herzoathume GencvviS in Savovc». Thouars, Iliosrcium, eine kleine Stadt mit einem schönen Schlosse am Flusse Thrakien Thnringr« Tbürtiigen 299 Thone in Oberpuftou i» Frankreich. Sie führte bis zur A-volueion den Titel eines Herzoqtbums, und gehörte dem Hause Tremou.lle. Lssacie», s. Rvmauien. LHÜngcn»der Thlenqen, eine kleine Stadt am Flusse Wuiach in der gefürsteien Landgraf,chafk Kiettgau im schiädi- scheu Kreise,»velche der Hanplon derselben,»nd der Sitz des Fürsten und seiner Regierung ist. Sie machte ehemahls mit ihrem Distrikte eine beson« dere Herrschaft aus, und kam von den Herrn von Krenkiugc» an die Grafen von Sulz. Lhüthülhcr, ein Bedienter, welcher die Aussicht über die Thür hat, und die AuS, und Eingehenden beobachtet. Des Reichs Erbthürhüther sind die Grafen und Herren von Werther in Thüringen. Der Kaiser Heinrich IV. hat im Jahre 1086 kraft einer eigenen Urkunde diese Würde einem aus diesem Geschlechte, Nahmens Herrmann, anvertrauet, und dasselbe hat sich dabey bis jetzt erhallen. Thüringen, ein deutsches Land, welches von den alten Thüringern den Nahmen hat. Das jetzige Thüringen, welches un- zefähr zwischen der Saale, Werra, und dem Thüringer- und Harzwalde im ober- sächsischen Kreise ligr, ist»ur ei» Theil des allen, als welches sich gegen Abend, Mittag, Morgen und Mitternacht viel weiter erstreckte. Zm sechsten Jah'hun. derle machten sich die Franken und Sachsen den Thüringern unterwürfig, deren Land von dieser Zeit an in Süd- und Nordthüringen abgetheilt wurde. Die Gienze zwilcheii beyden war nicht so wohlbie Uuffrnt, als vielmehr dcr Harz- wald,»nd der in dcr goldenen Aue fließende Fi„ß Helme. Nordthüringen erstreckte sich über den Harz bis an die Elbe gegen Norden, und gehörte den Sachsen. Es ward hieraus mit dem Her- (IV. Land.) zogthume Sachsen verbunden, verlor seinen Nahmen, und ist endlich in Dst« phalcn, oder in den östlichen Theil des S.chsenlaiides, eingeschränkt worden. Süolbüringei, gehörte den Franken, und begriff das heurige Thüringen, einen großen Theil vomjetzigen Franken, Hessen u s. s. Es wurde in verschiedene Gaue vertheilt, welchen Grafen vorgesetzt wurden. Bis zum cilfte» Jahehun- drrte stand es unter den Kaisern und Königen,»nd man findet außer den Grafen auch einige Herzoge genannt, welche» die deutschen Könige die Regierung dieses Landes anvertrauet habe». Der erste Gras von Thüringen, Lud- wig mit dem Barte, war ein Sohn des unglücklichen Herzog« Carl von Lothringen, welcher als der Letzte auS dem carolingischen Stamme von dem französischen Throne ausgeschlossen wurde. Er kam mit seinem ältern Bruder Carl zu dem dculschen Könige Csnrad II., dessen Gemahlinn Gisela ihre Bluts» verwandtinn war, und wurde von dem Könige zu einem Grafen von Thüringen gemacht. Dessen ältester Sohn, Ludwig II. oder dcr Springer, wurde der Stammvater aller nachmahligen Landgrafen von Thüringen. Als im Jahre 124» die Landgrafen von Thüringen ousstarben, so eignete sich der Mark. gras von Meiste», Heinrich dcr Er. lauchte, so wohl wegen seines Erbrecht-, als wegen dcr von Kaiser Friedrich II. erhaltenen Anwartschaft die Landgraf- schaft zu. Hierdurch geriet-er mit Her- zogHeiurich von Brabant, einem entfernter» Anverwandten des letzter» Landgrafen, in Krieg, welcher endlich durch einen Vergleich beygelegt wurde, kraft dessen Markgraf Heinrich von Meisten die Landgrafschaft Thüringen, Heinrich von Brabant aber Hesse» bekam. Vr dieser Zeit an huben die Markgra^ von Meisten, welche nachmahls Er e Thunfisch T" 400 Thüringisches Thu» fürsten von Sachsen wurden, die Land- grafschaft Thüringen besessen, welche bald an abgetheilte Linie», bald durch Absterben derselben wieder an Meisten kam, endlich aber bey der Ländertheilung, welche die Bruder Ernst und Albrecht vornahmen, jenem zu Theil ward. Sie blieb bey dessen Nachkomme», bis Churfürst Johann Friedrich im Jahre IL4/ seine sämmtlichen Lande verlor, und dieselben vom Kaiser nebst der Lhnr- würde dem Herzoge Moritz vonderal- berlinischen Linie gegeben wurden, welcher aber Johann Friedrichs Kindern zurVerschaffnng jährlichcrEuckün^e von Fooocr Gulden gewisseLaude ei'nrä amen mußte, die theils aus Thüringen, theils aus dem Dsterlande gezogen wurden. Thüringischer Kreis, einer von den st«, ben Kreise», in welche das Churfür- stemhmn Sachsen eingetheilt ist, und welcher den nördlichen Theil der Landgrafschaft Thüringen ausmacht. Das Land ist wohl gewässert, hat gute Weide, einen Ueberflnß an Getreide, besonders an gutem Weitzen, gute Wälder, bauet Waid, Sastor, Anis, Fenchel und Wein, und treibt auch einträgliche Pferde. Hornvieh- und Schafzucht. Von diesen natürlichen Landes- gütern wird vieles ausgeführt. Uebri- gens enthält dieser Kreis ohne das Für. steitthum Querfurt und den ckursächst- schen Antheil ander Grafschaft Mans- fcld, 19 Städte, 6 Fleckui, 4c)4Dör- fer, und',74 Rittergüter. Thum, ein amtsässigcs Städtchen bey Wol- kenstein im erzgebirgischen Kreise im Churfürstenthume Sachsen. Bey demselben liegt ein amtsässiges Rittergut gleiches Nahmens. Thun, ein Amt und kleine Stadt mit einem Schlosse in den deutschen Landen des Cantons Bern in der Schweiz. DaS Städtchen liegt an der Aar, welche hier aus dem Thutiersee kommt, und theilt " 2» n dasselbe in zwey- je. in diesem Amte b.ün! ci»e Thtlrer- see ist gegen zwey n-- 4>e Meile lang, und ungefäh° y-'.iieelelmri- lcn breit, und auf b;k-» Ge,:e„ M Dörfern, Schlössern, La okäuserii, Wein. Obst- und ändert. Gälten besetzt. Er wird durch die irl denfelden geleitete Lander ziemlich angefüllt. Thu nfisch, eine Art Makrelen, welche oben und unten acht After-finnen hat, ungefähr stehen Fuß laug ist, und sich häufig in dem all.» t heil und mittelländischen Meere aushält, wo er gefangen und eingesalz!- wird. Thür, ein Flnß in der Schweiz, welcher a>iS dem Gebiethe der Abrep S. Gallen kommt, bey Bischoszell bis Gitter, und unter Frauenfeld die Murk rwf- nimint, in den Cankon Zürich fließt, hierauf in das Elsaß geht, und sich m die Ist ergießt. Thurgau, eine Landvoztey in der Schweij, die gegen Morgen-an denBodeiisce, gegen Mittag an das Gebieth des Abts zns. Gallen, gegen Abend an die Canloet Zürich und Schafhausen, und gcgr» Mitternacht an Schwaben und an de» untern See grenzt, welchen einige str einen Theil des Bodensees hallen. Ihre größteLängebetragt lodcittscheMei- len,«nd ihre größte Breite gerade die Hälfte. Vor Alters war das ThurM weit größer als jetzt; denn es begriff außer der jetzigen Landschaft auch d>> Scadt Zürich, den größten Theils Gcbicths Toggrnburg, AppcnzclhÄhem- thal, und das Gebieth des AblS»ab der Stadt St. Gallen. Gegen DÜtt tag ist die Landvogtey etwas bergicht sie hat aber doch daselbst gute Viebww den. Die übrigen Gegenden find ziemlich eben, und an Getreide, Wein, Obst und allerley guten Früchten fihr ergiebig. Ueber diejenige Hälfte des»"- densreS, welche an diese Landschaft Thurls Thurn Abc» diedasThurgau regikkenden Städte und Orte die höchste Gerichtsbarkeit aus. Der größte Fluß, welcher durch diese Landschaft fließt, ist die Thue, von welchem sie auch den Nahme» hak. Sie istübrigeiiS starkangebauet und bewohnt; denn sie enthält L Städte, verschiedene schöne Flecke», viele Schlösser, über 170 Dörfer, und gegen 60000 Ein. wohncr. Etwa ein Drittel derselben bekennet sich zur katholischen Religion, und stehet in geistlichen Dingen unter dem Bischöfe zu Costanz; zwey Drittel aber sind reformirl. Das Thurgau ist eine alte Landgrafschaft, welche nach Abgänge der Grasen von Alt- mibHo- henfrauenfelden an die Grafen von Ky- bürg, nach deren Lobe an das gräfliche Haus Habsburg, und endlich an d«S österreichische HauS kam, welches im Besitze derselben bis zum Jahre 1640 blieb, da die Eidgenossen mit dem Erzherzoge Signiund in Krieg geriethen, und ihm das Thurgau wegnahmen, in dessen Besitze sie auch durch den im folgenden Jahre zu Costanz geschlossenen Frieden bestätigt wurden. Die Eau- der Grafschaft Tiperary in der Provinz Münster in Irland, welche zwey Drputirte zum Parlamente schickt. Hurn am G lder, eine f. rrschaft im weltlichen Gebiethe des Bischofs zu Brisen in Tyrol deren Einwohncr ihre ci- gwc»oihwälschc Sprache reden, sehr acke tsam st„d, und jährlich in großer M.nae„ach Italien gehen, um Mau- Verdienste zu verrtchtcn. Hurn und Lossis, ein deutscher Reichs. Thurnau ThuroHer 40» fürst, welcher, ob er zwar im»ber. rheinischen Kreise keine unmittelbaren Güter besitzt, dennoch in demselben seit dem Jahre 1724 zu Sitz„nd Stimme aufgenommen ward, weil er ihm ein Capital von Lvc-oo Thalern vor. schoß, mit der Bedingung, daß der Kreis von den jährlich 4000 Thaler» betragenden Zinsen alle Reichs. und Kreissteuern, wie auch die Kammcrzie- ler bezahlen, und in Ansehung dersel. ben das fürstliche Haus vertreten solle. Kaiser Carl VII. erhob das Ncichsgc- neralcrbpostamt zum Besten dieses fürst, lichen Hauses z» einem Neichsthronle. Heu, und hierauf empfahl Kaiser Franz I. den Fürsten von Thuen und Taxis im Jahre 17AZ durch ei» Commiffions. decret zur wirkliche» Einführung in den Reichsfücstenralh. Diese Einführung geschah im Jahre 17F4, wiewohl mit fort, dauerndem Widersprüche der alten fürstlichen Häuser. Thurnau, ein Städtchen und Residenz des Grafen von Gicch am Flüßchen Aubach eine Meile von Culmdach in Franken. Hier sind 2 schöne Schlösser, und zu den, hiesigen Amte gehöre» verschiedene Dörfer. Lhurytzer Gespanschaft, eine Landschaft in Riederungarn, welche von dem Flusse Thurotz, der an der Grenze der Barscher Gespanschaft entspringt, und die Thnrotzer Gespanschasl durchläuft, den Nahmen hat; wiewohl Einige glauben, daß sie diese Benennung nach dem Beyspiele der meisten Gc ipanschafte» von dem Schlosse Zins, welches ehemahls Thu. rotz und Thnruch hieß, erhalle» habe. Sie beträgt etwa F Meilen in der Länge, 2, höchstens F Meilen in der Brei. te, und ist ganz von Gebirge» ringe, schloffen, welche mit starkem Holze be« wachsen sind, und theil» rnc Viehweide diene», verschiedenes Wildbret nähren, und die köstlichsten Arzcnevkeäurer her- Eee 2 Tiara T ibet 40- Thurs» Lhyrss vor bringen. Die starken Waldungen dienen den Einwohnern, eine Menge Flöße zu bauen, und auf der Waag weiter z,r»erführen. Auf diesen Gebirgen befinden sich auch einige außerordentliche Höhlen, unter welchen die so genannte Mazarua auf dem Berge Tlsta die merk- würdigste ist. Die Thäler und das flache Land find so schön und so fruchtbar, daß sie überall einem Garten ähnlich sehen, und die Feldfckchts gerathen sehr wohl. Es mangelt hier auch nicht an allerhand Baumfcüchten. Das so genannte Stub- nerbad entspringt in dem Hayergrbiethe, und an andern Orten gibt es Sauer- brunncn. Der Adel ist hier sehr zahlreich. Die Einwohner, welche böhmische Slawen, ungarische Edelleute und Deutsche sind, treiben Ackerbau und Viehzucht. Viele derselben beschäftigen sich Mit Bereitung des Krummholz- Stein-und Wachholderöhls, welches sie hernach nicht nur durch das ganze Land, sondern auch nach Deutschland, Holland und Italien zum Verkaufe tra. gen. Die Obergespaiischafkswürde besitzt das Haus Newa erblich. Lhurso, ein Städtchen mit einem guten Hafen in der Landschaft Caitneß in Nord- schottland. Es liegt an der nördlichen Küste an einem kleinen Meerbusen. Thunr oder Thuy> eine kleine Stadt in der Grafschaft Rouffillon in Frankreich. Thyatira, jetzt Lkhissar nder Aksarai, ei- ne alte, aber schlecht gebauete und unsaubere Stadt in dem eigentlichen Ana- doli in Kleinasien. Sie wird meistens von Türken bewohnt, und die wenigen hier wohnenden Christel» haben keine Thye,^kia,«n Ort bey Cluse an^cr Arve in der Landschaft Faucigny in Sa- voycn. Thyrso, Torso, der größte Fluß in Sardinien, welcher sich in den Golfo d'Ore- siagnd ergießt. Tiara, eine große Mütze des Papstes, um welche Z Kronen von echtem Golde herum gehen, und zwar eine über die andere, in Gestalt eines Zirkels. Diese Kronen sind ganz mit Edelsteinen besetzt, und mir einer Kugel geziert, über welcher ein Kreuz steht, und auf beyden Seiten desselben ein Gehänge ven Edelsteine» befindlich ist. Tibedu, eine Stadt in der Landschaft Lcmpra in der Wüste Sarah in Afrika, durch welche die tripolirauischen Kara- vanen kommen. Tiber, Tcoere, lidsris, einer der vor. nehmsten Flüsse in Italien, welcher anf den apenniiiischcn Gebirgen im Gr°ß- herzogthume Toscana cntspringt, und und sich nicht weit von Rom, zwischen Ojiia und Porto, hundert Meilen von seinem Ursprünge, in das koscanische Meer ergießt. Tiderias, eine Stadt in Palästina in Asien, welche an dem südwestlichen Ufer einet Sees liegt, der von ihr den Nahmen bat, und auch See Genezareth, imglei- eben See von Galiläa genannt wird. Er hat ein süßes und frisches Wasser, in welchem Fische von mannigfailigee Art erzeugt werden, die den angenehmsten Geschmack haben. Tibet oder Tangur, ein großes Reich in Asien, welches gegen Osten an China, gegen Süden a» Bengale», Assemund Ava, gegen Westen an die Seikrstaa- ten und an Nekpal, und gegen Norden an die Bncharey und Mongole« geenzk. Dieses Land ist hoch, bergicht, und wahrscheinlich das höchste Geöirgsland in Asten; daher es größten Theils rauhe Luft und aus den hoben Gebirgen ewigen Schnee hak. Es liefert Bisam, Rhabarber, Getreide, Wein, Obst, Moschus, feine Schafwolle, und Wolle von einer Art kleiner Schafe, weiche die beste in der Welt ist, n»d woraus Schaul und kostbare Kopfbuchcc gk» Tibet Macht werden. Gold zieht man so wohl aus Bergwerken als aus Flüssen, und man findet auch Silber, Quecksilber, Eisen, Kupfer, Schwefel, Salz, Galmep, verschiedene Edelsteine und Borax. Die Tibetaner reden eine eigene Sprache, und man spricht außer dem Tibetanische» auch chinesisch und verschiedene tarkacische Dialekte. Bey den Kalmücken und Mongolen ist die tibetanische Sprache, eben so wie bey uns die lateinische, die gelehrte Sprache. Vermöge einer Zahlung sollen im Jahre i/Zo in Tibet ZZ Millionen Einwohner gewesen seyn. Zm ganzen Reiche herrscht die lamaische oder schigeniuni- sche Religion, zu welcher sich mehrere Natione» in Ästen bekennen. Unter den gemeine» Leuten ist die Vielmänncrey sehr gewöhnlich. Zu den auserlesensten Gelehrten des Landes gehören die pro- lnovirten Hexenmeister. Tibet hat zwölf so genannte hohe Schulen, welche von den Ausländern fleißig besucht werden, und über dieß gibt es hier auch Klosterschulen und Gymnasien. Künstler und Mannfacturisten fehlen fast ganz. Die Dinge, welche aus Tibet geführt werden, sind Pferde, Schweine, Steinsalz, grobes Tuch, die beste Wolle, Gold, Bisam, schöne feine Büffel- schweife, die man auswärts als Fliegenwedel, und auch als Plumagcn auf Mützen braucht, und Mnscus. Mit Peking in China, und mit Selenginsk i» Sibirien wird ein»nunlerbrochener Handel unterhalte». Die Regierung des Landes ist in den Handen des Dalai Lama, welcher»liier chinesischer Oberherrschaft steht, und von den Landesbewohnecn Lama Ecem- biuschi» genannt wird. Seil dem Jahre wird derselbe von dem chinest, schen Kaiser eingesetzt, und er ist Papst und Kaiser seines Landes( S. Lama). Tibet besteht aus eilf Provinzen, un- Tisina Tiboe 40z ter welchen einige Reiche genannt werden. Die Nahmen derselben sind: das Reich Lara oder Ladak, das Reich Ngä« ri, die Provinz Tzhang, das Reich Bre- giong, die Provinzen U, Klang, Tak, po und Combo, das Fürstenthum Ka- hang, und die Provinzen Amdoa und Hör. Tichfina, der Hauptort eines Kreises am Flusse gleicher Nahmens in der Statt, halkerschaft Nowgorod im europäischen Rußland. Hier befindet sich ein berühmtes Kloster, zu welchem viele Wallfahr, ten geschehen, und worin Iwan III. begrabe» ist. Ticino, s. Teslno. Ticondcraga oder Carisson, ein im Iah. rc i/Ft) neu angelegtes Fort in der Provinz Nenyork in den vereinigten Frey- staaten von Nordamerika, welches an der engen Passage zwischen den Seen Champlain und S. Sacrement oderLa- ke George liegt. Am Lten Julius des Jahres i/LL wurden die Engländer hier geschlagen; im Jahre i/.zy aber eroberte am Listen Julius der engländische General Amherst dieses Fort, nahm davon Besitz, und ließ es auch in noch bessern Vrrchcidiguiiqsstand setzen. TicvU, eine Stadt nebst einem guten Hafen auf der Insel Sumatra in Ostindien, welche dem Könige von Achem gehören. Tideswall, ein Marktflecken mit einer Freyschnle in Derbyshire in England. Nahe bey demselben befindet sich eine berühmte bald fließende bald fistle stehende Quelle gleiches Nahmens. Tidvne, listo, Itstoltis, ein Fluß im Mmländischei!, welcher in der Graf- schaft Bobdio entspringt, und nicht weit von Ptacenza>n den Po fällt. Tidor, eine von den motuckischen Inseln in Ostindien, welche reich an Spezr« reyen ist. Sie hat ihren cigca>e» Sultan, welchkp auch einen Theil vv» der 4<>4 Tief r u o r t Tigilfkaja ^' Tienen Insel Schilolo beherrscht, noch andere Inseln besitzt, und ein Vasall der Holländer ist. Auf dieser Insel gibt eS 2L Moschee», und die Holländer haben hier einige Forts. Hier befindet sich auch ein brennender Berg. Die Hauptstadt heißt ebenfalls Lidor. Tiefenort oder Tiejfcnort, ein Amt und Städtchen an der Wrrra im Fürsten- thume Eisenach im obersächfischen Kreise. Tieger oder Tiger, ein viersüßigcs fünfzehiges überaus wildes Raublhier, welches so groß wie ein Löwe ist, über den ganzen Körper büschlige oder streifige Flecken hat, und häufig in Asien und Afrika angetroffen wird. Liel oder Thiel, die zweyte Stadt im nimwegischeii Quartiere in der Provinz Geldern in den vereinigten Niederlan. den. Sie liegt in einer fruchtbaren und angenehmen Gegend an der Waal, ist sehr alt, und soll ehemahls weit größer gewesen seyn, als sie jetzt ist, nachdem sie in Kciegszeiten mehr als ein Mahl ganz verwüstet und eingeäschert wurde. Ehemahls war sie eine starke Festung, und hielt einige Belagerungen aus; allein jtzt sind ihre Anßenwerke geschleift, und ihr Wall ist auch an vielen Orten sehr verfallen. UebrigenS ist die Stadt wohl bewohnt, und hat auch wegen der Schiffsahct auf der Maas ziemlich gute Nahrung; man befürchtet aber eine Abnahme derselben, weil sich eine Sandbank an der Stadt zu setzen angefangen hat, welche den Schiffen hinderlich ist. Von dieser Stadt hat der Tie- lerwaard seinen Nahmen. Tiemuing, eine große Stadsund Gebieth in der chinesischen Provinz Peking, in Asien. Tienen, Tirlemont, ehemahls Tienho- ven, His»»s, eine ziemlich große, aber ganz in Abnahme gerathene Stadt am Flüßchen Gies im Onaniere von Löwen im österreichischen Antheile am Tienlique Heczogthume Brabant, welche ehe, Mahls eine von den vornehmsten Siäb- ten des Landes, und dem Range nach die vierte, wohl bewohnt und blühe») war, aber durch die vielen Krieg-unruhen, besonders durch die Verwüstung, welche sie in den Jahren 16Z; und i/v4 erfuhr, sehr herab gekommen ist. Hier nahm der Herzog von Marlborough sein Hauptquartier, als er am iZten Julius des Jahres i/c»; die berufenen brabaiilischcn Linien mit der Armee erstieg. Tienlique, ein Königreich auf der Halbinsel dieffeit des Ganges, im Königreiche Bisnagar in Ostindien. Die Hauptstadt heißt gleichfalls Tienüque. TiermaS, ein Flecken am Flusse Aragon im Königreiche Aragonien in Spanien, welcher am Fuße dcs pyrenäischen Gebirges liegt, und warme Bäder hat. Ticrn, s. Thiers. Tierra del Espiriko santo, die vornehmste unter den nenhebridischen I ,seln in Australien oderSndindien,welche deOairos rm I. 1606 als ei» sehr großes und un. gemein fruchtbares Land beschrieb. Sie ist kleiner, als Neuseeland, aber gar nicht das große Land, welches man ehemahls hier vermuthete. Sie hat einen geräumigen Ankerplatz, Nahmens Vera Cruz. Tiflis, f Teflis. Tiger, Tigris, ein großer Fluß in Affen, welcher nicht weit von derOuclle des Eu- phraks in T ireomanien entspringt, und sich mit dem Eupheat vereinigt, worauf beyde den Nahmen That-al-Arab sichren. Er hat einen sehr geschwinden Lauf, macht unter Bagdad eine große Insel, und befruchtet durch seine Überschwemmung das benachbarte Land. Tigilskaj» Kreppst, eine im Jahre 17F2 erbauet« Festung an de n in den peuschi- nischcii Meerbusen fall üben Flusse Ti- gil im Gebiethe gleiches Nahmens auf der Halbinsel Kamtschatka im asiatische» Tigine Tilkekborn Rußland. In derselben findet man eins Kirche, ein Haus des Befehlshabers, und Caserne»; außerhalb derselben aber Häuser für Russen und Kamtschadalea. Alle diese Gebäude find von Holz. Tiqine, s. Bruder. Tihany, ein Flecken mit einem am Plat. tensec auf einem Felsen UegendenSchloffe in der Salader Gespanschaft inNicdcr- «ngarn. Hier ist eine berühmte Bene- dietinerabtey, Nahmens Martinsbcrg, welcher der selbe gehört. In der umliegenden Gegend wächst garer Wein. Tlkaari, eine Insel an der malabacischen Küste in Ostindien, welche von zwey Mündungen des Flusses Garim gebildet wird, der si ch in einiger Entfernung von der Stadt Goa in das Meer ergießt. Jbre Länge belrägt ungefähr Z Meilen, und ihre Breite eine. Sie besteht a»S Hügeln und Thälern, hat vortreffliche Wafferqu.llen, und ist sehr fruchtbar, angenehm und gesund. Tilborg, eine Herrlichkeit im Quartiere Herzogenbusch im holländischen Antheile am Herzogthume Brabant, welche die Grafen von Grabbcndonk arr Wilhelm, Landgrafen von Hessen. Cassel, verkauften, dieser aber dieselbe im Jahre 1754 einem Grafen von Hogcndorp überließ. Sie hat den Nahmen von dem großen und volkreichen Flecken Tilborg, welcher mit einem großen Castell versehen ist. Tiibury Fort, ei» regelmäßiges Fort an der Themse iu der Landschaft Effcx in England. Tillerborn, ein Sauerbrunnen im Amle Königsfcld im obern Erzstifte Cöl» im churrheinischcn Kreise, dessen Wasser weit und breit verführet wird. Neben diesem Brunnen liegt das Karmeliterkloster G. Antonii; daher dieser Sauerbrunnen nach der hiesigen Mundart, wo man für S. Anton TönnieS spricht, auch der ^TLnnstciiier Sauerbrunnen genannt wird., Tillisburz Limaro 40z Tillisburg, eine Herrschaft mit einem Schlosse im Traunkrcise im Lande ob der EuS in Oesterreich, welche dem Grafen von Montfort gehört. Das hiesige Schloß isteiiis dec schönsten im Lande ob der C'ns. Tilly, ein Dorfund Schloß mitdemTtel einer Grasschaft imOuarticrc von Brüssel im österreichische» Aniheile am Her- zogthume Brabant, welches das Sianun- haus der im Jahre 1724 ausgesiorbenen Grafen von Tilly ist. Tilsit, Lilse, Lftroiaopolis, eine Stadt »nd Hauptamt an der Memel und Tilsit in Ostpreussen, welche nach Königsberg die vornehmste Stadt des Landes ist. Sie hat den Nahmen von dem kleinem Flusse Tilsit, der sie von dem Schlosse absondert, welches nur klein ist, aber doch der Stadt zum Schutze wider diePoh- len diente. Sie enthält zwey lutherische Kirchen, eine reformirle Kirche, und eine katholische Eapelle. Der hiesige Handel über Memel nach Königsberg und nackPohlen mir Leinsaat, grobem Salz, Wachs»ud Bictnalien, ist ansehnlich. Man findet hier auch eine gute Schule. Die umliegende Gegend, welche die Tilsiter Niederung genannt wird, ist stark bewohnt, und überaus fruchtbar, und man treibt hier, da man guten Wiesenwnchs hat, starke Viehzucht,»nd erzeugt viel Butter und Käse. Hier wüthete iu den Iah. ren 1709»nd 1710 die Pest. Um diese Gegend wieder z» bevölkern, ließ König Friedrich Wilhelm I. viele tausend vertriebene Salzburger mit großen Kosten hierher bringen; die dann auch oberhalb dieser Stadt eine neue Stadt anlegten, welche nach ihnen Neusalz- burg genannt werden sollte. Timaro, ein Fluß in Italien, welcher an den Grenze» von Friaul und Jstrien entspringt, und sich in den Golfs von Trieft ergießt. 406 Timelkham Line Timelkham ei" Markt mit einem Schlosse am Flusse Dökl im H.uSruktcene im Lande ob der EnS in-Oesterreich, welcher zur Herrschaft W.irlenberg gehört, die Johann Albrecht, Herr von S Julian, Graf von und zum W usee, im Jahre 1729 an seine Familie käuflich brachte. Timor, eine von den molnkkischen Inseln in Ostindien, welche gebirgichr nnd tvaldicht, und die südlichste Insel der Holländer ist; wie wohl die Portugiesen in dem ganzen nördlichen Theile von den Holländern unabhängig stnd. Ihre Länge beträgt ungefähr 70 Mei. len, und ihre Breite iA. Sie hat eine» großen Vorrath am Getreide und Baiimfilichten, und sie liefert auch Sandelholz, Wachs, Tabak, Indigo, Pfeffer, Ingwer, Zimmet, Gold, Kupfer und Perlen. Diese Insel ent- hält vier Landschaften. Tinclur, ein aus dem Lateinischen ent. lehnteS Wort, einen gefärbten flüssi. gen Körper zu bezeichne». In der Chp- ruie und Medicin ist die Tinclur ein flüssiger Körper, in welchen die leicht auflösliche» und entwickelten wirksamen Theile einer Substanz durch gewisse Auflösungsmittel ausgezogen worden sind; znm Unterschiede von einer Essenz, welche alle wirksamen Theile enthält. Zine, 1'enos OpkiusL, eine der reichsten und angenehmsten Inseln des Ar. chipelagns, welche nicht weit von der europäischen Küste liegt, sehr bergicht ist, aber doch an vielen Orten einen großen Ueberfluß an vortrefflichenFrüch. reu, und vornehmlich viel Seide hervor bringt. Ihr Wein war bey den Alken sehr beliebt. Außer der Stadt gleiches Nahmens, welche durch ein Lastell vertheidigt wird, und der Sitz eines griechischen Metropoliten, und eines katholischen Bischofs ist, gibt es zo bis 40 volkreiche Dörfer auf dieser Tinen Tin'ran Insel. Ungefähr nm das Jahr i/iv setzten sich hier Jesuiten fest, erbaue, ten nach und nach viele Kirchen, und brachten die meisten Einwohner zu der katholische» Religion; allein im Anfange des tröste» Jahres machten die Griechen einen Aufstand,»ahmen den Katholiken alle Kirchen mit gewaffneter Hand ab, nnd vertrieben die Jesuiten von der ganzen Insel. Tinen, Tenen,'Istuinium, eine feste Stadt auf eniemHügel, in einer voitheil. haften Gegend iin veneliantiche» Dal- malien, welche an den äußersten Grenzen von Bosnien und Dalmaiien liegt. Sie ist zwar nicht groß, aber doch er. heblich, weil sie hoch liegt, und von Natur auf beyden Seiten mit zwey sehr weiten und liefe» Graben versehe» ist, die von den Flüssen Kerka und BotiS- niza, die sich nicht weit davon von Bergen herab stürzen, gemacht worden sind. Sie ist der Sitz eines Bischofs, und war im i.gten und i/sten Jahr. Hunderte die Hauptstadt einer Graf- schaft. Im Jahre IL22 wurde sie von den Türken, und im Jahre 1649 den Venetianern erobert, und größten Theils geschleift; von den Tür kett aber im Jahre 16^2 wieder aufgeführt. Zm Jahre 1Ü88 bemächtigten sich ihrer die Venetianec wieder. Tinevclly, eine Landschaft in der Nabob. schüft Carnatic oder Arcot in Ostin- dien, welche unter Z" Fürsten vertheilt ist, die zusammen Zoooo Mann streitbarer Völker ausbringen können. Ting-thevu, eine von alle» Seilen mit Bergen umgebene Stadt in der Provinz Fo-kien in China, unter welcher sieben Städte vom dritten Range stehen. Da die hiesige Luft nicht ullznge- sund ist, so herrscht hier auch kein besonderer Handel. Tiuian, eine Insel nicht weitvon der Insel Sappan in Ostindien, welche Baum- « Tiniktz Iircsiiel wolle und Indiz» im Ueberflusse hervor bringt, und sehr gutes Wüster hat. LinieH,s. Lyniec. Tiuto, ein kleiner Fluß in Andalusien in Spanien, welcher sich zu(SelveS in den Meerbusen van Cadix ergießt. Sein Wüster ist sehr ungesund, schadet den Kräutern und Wurzeln der Baume, und ist so bitter, daß man es nicht trin. ken kann. In demselben halten sich weder Fische noch andere lebendige Thiere auf. Tivne, Ho, lionis, ein Fluß im Her- zogthume Mailand, welcher in der Provinz Alba im Monkferat entspringt, durch die Landschaft Aqni fließt, und an den Grenzen des alexaudrinischcn Gebielhs in den Tansco fällt. Tipperary oder Tiperary, eine Grafschaft in der Provinz Mouufler in Irland, die gegen Osten an OueenS und Kllkenny, gegen Süden an Korke und Waierford, gegen Westen an Limerick und anCon- uaught, und gegen Norden an Con- naught und Leinfler grriizt. Sie ist fruchtbar au Getreide und Viehweide, und enthält Z Flecke» und i/f/ Pfarren. Tipra, Tiponra, eine Landschaft und Stadt in Bengalen, auf der Küste dicS- seit des Ganges iu Ostindien, dem Königreiche Pegu und Arracan gegen Norden»nb Westen. Tiran, Liranv, ein großer und volkreicher Flecken und der Hauptort in dem obern Theile der Landschaft Velklin in der Schweiz. Er lügt an der Adda, treibt etwas Handlung, hat einen berühmten Jahrmarkt, und war ehemahls um Mauern umgeben, und mit einem festen Schlosse versehen. An der andern Seite derAsda,dem Flecken gegenüber, steht die von weißem Marmor prächtig erdauete Kirche Alla Madonna, znwcl- cher gewallfahrlek wird. Tirconel, s. Dunncgal. (IV. Band.) Tirkemoiit T'i tul 407 Tirlemonk, s. Ti-'ne». Tirnau, s. Tyrnau. Tirol, s. Tyrvl. Tirschenreikh, ein bayerisches Städtchen an einem großen fischreiche» See im Amte gleiches Nahmens in der Oberpfalz. Tirschkiegel, Trziek, eine kleine Stadt an der Odra in der Woiwodschaft Posen in Großpohlcn, welche den Herren von Unruh gehört. Tirutschinapalli, die Hauptstadt im Königreiche Madure iu der Nabobschast Carnatic i» Ostindien. Sie liegt am Flusse Coloran, wo der Fluß Caveri in denselben fällt, und die Insel Chi- ramgam macht, und enthält viele schöne Götzeiiteiupel mit vergoldeten Thürmen. Sie ist der Sitz des Landesherr», und eine starke engländische Festung, die im vorigen Kriege eine große Belagerung ausstand. Seit verschiedenen Jabren haben hier die Engländer eine Mission zu Ausbreitung der christlichen Religion angelegt. Tlschiiowiß, eine Herrschaft und Städtchen an der Schwarz» im Brünuer Kreise iu Mähren. Das Städtchen enthält i,g8 Häuser, und nahe bey demselben liegt das Cistercienser NonurnklosterMa- ria Hiiuuielpfort. Titan oder Lcvalik, eine von den hieri- schen Inseln an der Küste von Provence in Frankreich. Sie ist vier Meilen lang, eine breit, wird aber nicht bewohnt, und hieß ehemahls CabaroS. Tiunanning, s. Dillmaning. Ttlling oder DietlNg, ein Schloß und Obcramt an der Anlauter im untern Hochstifte Aichstett im fränkischen Kreise. Titul, Titel, ei» Marktflecken benmZusammenflüsse der Donau und Thcis in der Bodroge» Gespauschast in Nteder- unaarn, welcher ehemahls seiner Propstey wegen sehr anlehnlich und reich war; jetzt aber ist nicht mehr ein Schatten Fff » 4«3 Tikülae Tivoli- Tlascala Tlsmaez feiner voriqcn Pracht übrig. Er ist der Hauptsitz der Tschaikistcn, deren Stab allezeit hier liegt, und enthält ein Zeughaus, Schiffszimmerwerskri, und Vor- raihshäuser für den Schiffbau. Titular, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wart, welches mit verschiede, nen Hauptwörtern des Ranges, der Würde verbunden wird, solche Würde» zu bezeichnen, von welchen jemand^ mir den Titel führet, ohne das sonst damit verbundene Amt zu bekleiden. Tiverkon, eine, Stadt in Dovonshire in England, welche drey Mahl, und zu- letzt im Jahre l/Zi, das Unglück hatte, durch eine Feurrsbruiist beynahe gänzlich in die Asche gelegt zu werde». Sie ist wieder schön aufgebauet worden, hat viele»nd reiche Einwohner, welches den Wollenmanufac'uren zuzuschreiben ist, eine gute Freylchule, und schickt zwey Depukirte zum Parlamente. Tioiotdale, eine von den zwey Theilen der Grafschaft Roxbourgh in Südschottland. Sie liegt am Flusse Live, ist frucht-, bar an Getreide, und beschäftiget vie- le Menschen mit der Schafzucht. Tivoli, libur, eine schlecht gebauete Stadt am Flusse Teverone in Campa- gna di Roma im Kirchenstaate. Sie liegt auf einem felstchken mir Qeblbäu- wen besetzten Berge, deren Oehl mit unter das beste in Italien gerechnet wird, und man schätzt ihre Einwohner auf i zooo. DaS Merkwürdigste ist hier die im Jahre IL42 mit u,«gemein großen Kosten angelegte Villa Estense, welche jetzt dem Herzoge von Moden« gehört, aberjetzt verfällt. Aufdem Marktplätze stehen zwey große gut gearbeike. le ägyptische Skaiüei, von rothem Granit. Der hiesige Bischof steht unmittelbar unter dein Papste, und die Stadt enthält außer der Kaibedralkirche io Pfarrkirchen, 12 Mönchs- und 2 Nonnenklöster. Außer den Ueberrcste« von einciy alten Tempel gibt es so wohl hier als i» der Gegend der Stadt„och viele Ueberbleibsel und Merkmahle von den Villis der alten römischen Herren, und viele Steinbrüche, aus welchen gute Quadersteine gebrochen werden. Besonders aber ist hier noch der Wafferfall im Flusse Teverone, der ehemahls Ame- nus hieß, zu bemerken, dessen Wasser ganz senkrecht gegen Zv Ellen hoch von de» Felsen herab schießt, und ein ungc- mein großer'Getöse«nacht. Unten neben dein Falle ist ein Hammerwerk angelegt. Zwey italienische Meilen von Tivoli findet man die erstaunlichen Trümmer» der ehemahligen Villa Adrian«, welche am Fuße des Berges oder Hügels von Tivoli liegen. Aus dem Schut. te werde» noch immer alte Sachen hervor gezogen, dergleichen die Villa Al- bani bey Rom viele ausweiset. Tlascala, eine Provinz in der Audiencia Mexico im V:cekönigreiche Alimcxics oder Neuspaniea im spanischen Nordamerika, welche zwischen den Provin- vinzen Mexico, Panuco und Guaxaca liegt. Die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Tlascala oder Pucbla de los Angelas, (Engelsbnrg), liegt am kleinen Flusse de los Dopes, 17 engläudische Meilen von der Hauptstadt Mexico, und ist mit großen Felsen umgeben. Sie ist eine große und reiche Stadt, der Mittelpunct des Kunsifleißes im spanischen Nordamerika, und der Sitz eines Gc- neralpräsidentei!, der alle drey Jahre aus Spanien abgelöset wird. Sie ireibt starken Handel mit Cochenille und andern indischen Waare». Hier befindet sich die einzige Glashütte im spani che» Amerika, und mau verfertigt hier auch Fayence, Gewehre, schöne Tücher, baumwollene Zeuge, gute Treffen und Slickerarbeiten. Tlomacz oder Plouiacze, eine Stadt im Tobak Tobitschan Halilscher Kreise im Kö igreiche Ga- lizicn. Tobak oder Tabak, eine in Amerika einheimische Pst.uze mit fünf Staubfäden und einem Staubwcge, deren getrock. nete Blätter so wohl geschnitten und geraucht, als auch gepulvert und ge. schnupft werden. Der Tobak ward zuerst im Jahre iLZv in Portugal bekannt, u-vrauf«Johann Niest, französischer Gesandter in Portugil, ihn im Jahre iLÜo seinen LandSlenten kennen lehrte. Man pries ihn zuerst als eine Ar. zeney an, brauchte ihn aber sehr bald nach dem Muster der wilden Amerika' ner, den leeren Raum der Gedanken damit auszufüllen. Es ist ein gemeiner Irrthum, daß man den Nahmen die. seS KrautS von der Insel Tabago ableitet; und Labak ließ ihu eben so uu- qegründct von der Stadt Tabasko in Neuspanien abstammen. Bkpde Ableitungen gründen sich auf eine zufällige Aehnlichkeit der Nahmen. Gewisser ist es, daß die Spanier dieses Kraul und dessen Gebrauch schon unter dem Co- lumbuS bet) Entdeckung der Insel Hi. fpagsvla historisch kennen lernten. Die Einwohner auf dieser Insel nannten eS Cobiba; das Gesäß aber, woraus sie denselben rauchten, Tabaco, welches Wort die Spanier auS Uakunde der Landessprache zum Nahmen des Krautes machten. In Brasilien wurde er Petun genannt, welcher Nahme in Frankreich lange üblich blieb, so wie»och jetzt eine Art RauchlobakS unlcr dem Nahme» Per«» bekannt ist. Tobak, ein Städtchen im.keimischcn Antheile von Bessaeobieir-im asiatischen Rußland, welches in der Gegend des Sees Jalpnkch liegt, wo der Fluß Jal< Vag in denselben fällt. Ehemahls lag die Stadt Tiat gerade gegen über, wel- che von den Türken zerstört wurde. Tobilscha», eine Herrschaft und Slädt» Toblach Todolsk 4^9 chen mit einem Schlosse im Olmützer Kreise in Mähren. Toblach, Dobiaco, ein guter Marktsse- cken in der Herrschaft Welfperg im Viertel Pusterthal in Tyrol. Nicht weil von hier entspringt die Dran. Tobol, ein Fluß im asiatischen Rußland, welcher im Lande der KirgiS Kaisake» in der orei-burgischen Provinz auS klei. uen Seen., und Morästen entspringt, und sich etliche Mahl unter der Erde wieder verkriecht, bis er, durch einige Bäche verstärkt, einen ordentlichen Lauf nimmt. Sei» Wasser schmeckt ansang, lich sauer, und ziehet den Mund zusammen, wird aber durch die hinein fallenden Bäche verbessert und gesünder gemacht. Er stießt nach Sibirien, und vereinigt sich bey Todolsk mit dem Jr- tisch. Toboisk, lobolium, die Hauptstadt von ganz Sibirien, und der Sitz des Statthalters der tobolfkischen Statthalter, fchaft, welche am Jrtischstrome nicht weit von der Gegend liegt, wo der Fluß Tobol i» deuselbeii fallt. Sie wird in die ober« und untere Stadt getheilt. Die obere Stadt liegt auf dem hohen östlichen Ufer des JrtischsteomeS, und die untere aufeem Felde, welchcszwi- schen dem hohen Ufer»nd dem Jrtikch befindlich ist Beyde Städte zusammen genommen haben einen großen Um, saug; die Häuser aber sind insgesammt von Holz erbauet. Jn dec obern Stadt, welche die eigentliche Stadt heißt, liegt die von Steinen erbauete Festung. Die EouvcrnemcntSkanz- lley, welche das ansehnlichste Gebäude iu ganz Sibirien ist, der in den Jahren nad 1774 nen erbauete erzbischöfliche Pallas!, das Kaufhaus, in welchem die ftem eu Kaufleute ihre Waare» niederlegen, und zwey Hauplkirchen, stnt lauter i» der Festung befindliche steinerne Gebäude. Außer dreh hölzernen Kirchen und einem Klo» Fff- 4is Tobolsk ster gibt es in der obern Stadt, die auf der östlichen Seite mit einem Erdwalle umgeben ist, nichts Merkwürdiges. An der Südseite der Festung liegt jetzt der Hauptmarktplatz, den steinerne Gebäude einschließen, welche in 2 Stockwerke» Kaufmannsgewölbe enthalten. Die untere Stadt hat ihren eigenen Markt, sieben Kirche» und ein steinernes Kloster, und durch dieselbe flje. ßen einige kleine Bäche in den Fetisch. Die obere Stadt Hat diese Bequemlichkeit, daß sie keiner U-berschwemmuug, so wie die untere Stab', unterivorfeu ist; nur muß alles nöthige Wasser von unten deu Berg heraus gchohlet werden. Die beyden Städte haben durch drey verschiedene Wege eine Gemeinschaft mit einander, und im Jahre 17/Z war schon ungefähr der vierte Theil der Stadt nach dem neuen Plane in geraden und breiten Straßen erbauet. Seit dem Jahre 1621 ist Tobolsk der Sitz eines Metropoliten; und obgleich diese Würde in Rußland nach und nach aufgehört hat, so, daß sie nur noch in Kiew beybehalte» wird, so wird sie doch dem hiesige» Eczbischofe immer ertheilt, damit er bey den sibirischen Völkern nicht sein Ansehen verliere. Tobolsk hat sehr viele Einwohner, unter welchen fast der vierte Theil Tartarn sind. Unter der Regierung der Kaiserinn Elisabeth be- Mlchete sich ein eifriger Metropolit vergebens, sie zur christlichen Religion zu bringen. Die übrigen Einwohner sind Aussen, deren Vorfahren entweder, oder sie selbst, ihrer Verbrechen wegen hierher geschickt wurden. Hier gibt es auch verschiedene Deutsche. Da hier alles un- gemei» wohlfeil ist, so herrscht auch das Laster der Faulheit im höchsten Grade; daher es schwer häll, etwas gearbeitet zu bekommen, ob es hier gleich allerley Handwerker gibt, die fast alles zu machen im Stande sind. Der hiesige Tobschau Tocat Handel ist weitläuftig und wichtig. Mit russischen und auswärtigen europäischen Waaren geschiehet der meiste Handel im Frühjahre, wen» die aus Rußland angekommenen Kaufleute hier die Be> freyung der Flüsse von, Eise erwarten, um ihre Reise nach den übrige» weiter entlegenen sibirischen Städten fonzu- setze». Hingegen kommen aus denselben Städte», besonders von Jrkutzk und von der chinesische» Grenze, die Kauf- sahrdepsahrzeuge am Ende des Soni. mers mit allerley chinesische» Waaren nach Tobolsk zurück, deren weitere Ab. führn.ig nach Rußland meisten Theils erst im Win.-er aus Schlitten zu gesche- H m pflegt. Jin Anfange des Winters finden sich auch die kalmückischen und biicharischcn Karavanen mit ihren Landeswaaren hier ein, und halten sich fast den ganzen Winker des Handels wegen hier auf. Hier ist auch die Niederlage alles in Sibirien für die Krone aufgebrachten Pelzwerkes, welches von hur »ach Moskau in die sibirische Expedi. tion geliefert wird. Für junge Rosse» ist hier eine Schule errichtet, in welcher in allem,«"äs ein Soldat wissn muß, Unterricht ertheilet wird. Diebe» Pnltawa gefangene» schwedischen Dffi- cicre legten hier im Jahre 171Z eine Schule an, die in großen Ruf kam, nach dem nvsiädtischen Frieden aber wieder einging; doch ist nach der Zeit unter kaiserlichem Schutze eine denische Schule wieder errichtet worden. Seit dem Jahre>770 befändet sich hier auch eine deutsche lutherische Gemeinde. Tobschau, s. Dobsau. Total, eine große und volkreiche Stadt am Flusse Kisel-Jrmak im Pascha! k Silvas in der Provinz Amasan in Natolien in der asiatischen Tückey. Sie ist der Sitz eines armenischen Erzbischoss, und alle' Mahl ein Leibgedinge der verwal. rvctr» türkischen Kaiserinn. Die Stadt Toceo Todte»sonnksg Todtes ist zwar offen, hat aber ein Castellzum Schutze, und man findet hier viele Moscheen, Herbergen, Bäder und Gärten. Mit verarbeitetem Kupfer und blauem Saffian wird hier ein starker Handel getrieben; da hingegen der rothe zu Diarbekir. und der gelbe zuOphraam beste» verfertigt wird. Auch wohnen hier viele Griechen und Juden. In der umliegenden Gegend wächst d^ beste Wein in Natolien. Toceo, eine kleine Stadt am Fluffe Pe- scara in Abrnzzo ci«ra in Neapel, welche durch Erdbeben sehr beschädigt worden ist. Tocco, ein Städtchen im Principals ol- tra in Neapel. Tocia, eine große Stadt in einem großen Thale au der Nordseile des Berges Kius, und am Flusse Duris in Nato- lien in der asiatischen Tütkey. Sie hat eine Festung, in welcher ein Pascha re< fidirt, uild wird meistens von griechischen Christen bewohnt. Hier gibt eS auch viele Bäder. Todi, lucisr, luckertum, eine Stadt auf einem Hügel nicht weit von Tiber im Herzogthume Spnleto im Kirchenstaate. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unmittelbar unter dem Papste steht, und enthält außer der Kathedral- kirche 12 Pfarrkirchen, 8 Mönchsklöster und eben so viele Nonnenklöster. Tvdos loS Santos, Allerheiligen-Inseln, vier schlechte Inseln auf Sem Mar del Nort, nicht weit von der antilli. schen Insel Guadeloupe bey Nordamerika. Auf dem Strande stiidrt man große Schncckenhörncr und Perlcnmutter- ansteru. Todkensonntag, im gemeinen Leben einiger Gegenden eine Bcneniiiing des Sonntags Lätarc, weil man an demselben noch an manchen Orten, einem alten Gebrauche zu Folge, den Tod hinonS zu treiben, und in Gestalt eines scheuS' Tölz 41? liche» Bildes in das Wasser zu werfen pflegt; von welchem alten Gebrauche ßik- scher und Zenners akademische Streitschriften mit mehrerm handeln. Todtes Meer, See LothS, Meer So- dum und Binar, l-ncus^lplinltiles, ein See in Palästina in Asten, welcher ungefähr 24 engländische Meilen lang, und 6 bis 7 Meilen breit ist. Gegen Morgen wird er von hohen, rauhen und erschreckendenBerzen eingeschlcffen; gegen Abend aber grenzt er an verschiedene Ebenen und Thäler,»nd gegen Mitternacht liegt die große Ebene um den Jordan. Das Wasser dieses Sees enthält viel Schwefel, Salpeter und Harz; weßwcgen man ehemahls vermuthete, daß kein Geschöpf in demsei he» auSdanern könnte, und nannte ihn das todte Meer. Diese Vermuthung aber ist luigegründet; denn die neuern Rei sebeschreiber versichern, am Ufer dieses Wassers Muschelschalen gefunden z» haben, und reden auch von einer Art von Fischen, die in diesem See lebe. Eine besondere Eigenschaft dieses SeeS ist, daß eb ihm gleich von dem Jordan, Jablek und Kison Wasser genug zufließt, er doch niemahls«»Stritt. Der Grund dieses Ungewöhnlichen liegt nach aller Wahrscheinlichkeit in den Ausdünstungen desselben, die den Gewässern welche hinein fallen, allezeit gleich find. Tödiberg, ein Berg im Canto» GlaruS, welcher unter die höchsten Berge in der Schweiz gehört. Er ist mit ewigem Eise und Schnee bedeckt, und fast»»ersteig- lich; dennoch aber führet ein Paß aus dem großen Thale des CantonS GlaruS nach dem Bünduerlande über denselben. Töllersheini, ein Markt der lambergischeir Herrschaft Otlenflrin im Kreise»b dem MannhartSbrege im Lande unter der EnS in Oesterreich. Tö'z, ein altes Schloß nebst einem Marktflecken und Pfleggcrichre an der Jser, ,)IZ TinnieSst Tipk Iöplitz zwisch-n dem Tcgernfee und Benedict- bayern im Renramre München in Ober- bayern. Töliniesstein, eigentlich S. AntdnUklo« ster, ein Cacmeliterkwster eine Stunde von Mldeenach ii» Eczstifte Eiln, von welchem der dabey befindliche Sauerbrunnen den Nahmen bekommen hat. Lönningen, eine ehemahlige Festung und die vornehmste Stadt im Eydcrstädii. schen im Herzogtbume Schleswig.welche einen Hafen hat, und am Ausflüsse des Eidersirom- in das deutsche Meer liegt. Sie ward im Jahre 171-0 von den Dänen unter dem Prinzen von Wür- temberg belagert, und als die schwe. dischen und lüneburgischen Truppen zum Einsätze ankamen, ward die Belagerung aufgehoben. JmJahre i/iZ ward fie dem schwedischen Genera! Steinbock, der hierher gefluchtet war, eingeräumt, und hierauf von den nordischen Murren block-rt gehalten, mußts aber eine ziemliche Seuche, nebst großem Hunger ausstehen, worauf fie fich endlich den 7ken Februar des Jahres 1714 an die Dänen mit Accord ergab, die die Festung schleiften. Eönsberg, eine Stadt an einem Meerbusen im Skiftsamte Chrifliania oder Aggerhuus in Norwegen, welche die älteste Handelsstadt im ganzen Lande ist. Sie verkauft noch jetzt vieles Holz und Breter an die Engländer, die ihr dafür Getreide, Malz u. s. w. liefern; Luch hat König Christian VI. im Iah. ?e ökh derselben eine Ziegelbren- zrcrey, und anderthalb Meilen von der Stadt auf der Insel Valoe ein Salzwerk anlegen lassen. Löpl, ein Städtchen an einem kleinen Flusse gleiches Nahmens im Pilsner Kreise in Böhmen, wel, ches dem darunter liegenden Prämon- Kcateiiselkloster gehört, dessen Abt ein Tafuainsel L.uidstand ist. Im Jahre 164z eroberten die Schweden diesen Ort mu Sturm. Töpl'h, Lept tz, l epIiciÄ, eine kleine S-adk im L.utmcritzer Kreise in Böhmen, welche gut gebauet und wohl bewohnt, und ihrer warmen Bäder wegen berühmt ist, die schon im Ja-re 0762 entdeckt wurden und theils inner- halb, theils außerhalb der Siadt, wie auch nicht weit von dem Dorfe Schön- aubefindüchstv.d. S,e gehört dem Grafen von Clary, welcher hier nebst dem schönen Schlosse auch vortreffliche Gärte», Fasanerie» und Alleen zum Vergnügen der Badegäste hat anlegen lasse». Nicht weit von diesem Orte fiel bey dem Dorfe Kradrnp im Jahre 1762 e-n hitziges Gefecht zwischen einem österreichischen und einem preussischen Corps Truppen zum Vortheile des erster» vor. Töplitz, ein slavonisches Wort, womit die Böhmen und Krainer ihre warmen Bäder benennen; daher auchverschie- dcne Oerter diesen Nahmen führen. Teplo bedeutet im Slavonischen so viel als warm. Töppliwoda oder Teppclwode, ein adcli- ger Marktflecken am Bache Lau, im Fürstenthume Münsterberg in Schle. steu, welcher ein Schloß und eine evangelische Kirche hat. TöS, ein kleiner Fluß im Clinton Zürch in der Schweiz, welcher nicht weil von Eglisau in den Rhein fällt. Los oder^Tofstciti, eine talkartige sehr poröse Steinart, welche einem verflechten Schwämme gleicht, und gemeiniglich viele Uebcrbleibsel von Schalchie- ren in fich hält. J„ weiterer Bedeutung wird auch wohl eine jede poröse Steinart, auch wenn fie sandartig ist, Tofstein genannt. Tvftrainsel oder Amattafun, eine von den freundschaftliche» Inseln in Australien oder Südindien, welche einen Vulcan hak, den die Einwohner der freund- To g da Toggenbnkg schastlichen Inseln für eine Gottheit halten. Logda, eine Stadt in der Landschaft Se- gelmeffe in Afrika. Sie liegt in einer fruchtbaren Gegend, und hat viele Le- dcrberciter zu Einwohnern. Toggenburg, eine Grafschaft in der Schweiz, welche von der alten Landschaft des Stifts zu S. Gallen. dem Tburgau, dem Canten Zürich, den Land- »ogteyeiiUtznach, Güster und Sargans, der Herrschaft Weroenberg, derLandvog- tey Gambs, und von dem Cankon Ap- penzcll umgebe» ist. Man schätzt ihre Länge fast auf 12,"und die größte Brei. ke auf 5 Stunden. Ihrer natürlichen Beschaffenheit nach ist ste dem Cantsn Appcnzell und andern an Alpen und Vieh reichen Cantons ähnlich. Die Einwohner, unier welchen es viel Kat- «unweber gibt, machen 46 bis 47000 Seelen aus. Zwey Drittel derselben be. kennen sich zur reformirtc»,„nd ein Drittel zur katholischen Religion. Die Katholiken im obern Theile des Landes gehören unter das Bisthum Cbur; im untern Theile aber unter das Bisthum Costanz. Diese Grafschaft hatte ehemahls ih. re eigenen im Jahre ,4^6 ausgestor. denen Grafen, von welchen der letzte, Nahmens Friedrich, seine,, Untertha. »en große Freyheiten ertheilie, lindste beynahe zu ganz freyen Leuten machte; daher sie auch in eben demselben Jahre mit den Cantons Schweiz und Gla. rus ein Landrecht oder Bündmß errichteten, welches in den Jahren 1440 nnd »469 bestätigt wurde Hierauf kam die Grafschaft an die Freyherren von Aa- ron, weiche alles drstätigie», was ste zn ihres Landes Bestem eingerichict bat» ten, sie aber schon im Jahre 1469 an den Abt von S. Galle» verkauften. Dieser errichtete mit den Cauions Schweiz und Gla rus ein ewiges Landrechr, und Toggenburg 41» bewilligte auch das Landrecht, welches die Einwohner der Grasschuft mit eben diesen eidgenössischen Orten vorher errichtet hatten. Als Abr Leodegarlns im Anfange des iZten Jahrhunderts die Toggenhurger nur Anforderungen be-- schwerte, welche ste wider ihre Freyheiten zu seyn erachteten, so suchten ste bey den mir ihnen verbundenen Orten Schweiz nnd GlarnS Schutz nnd Beystand, welche sich auch ihrer annahmen, und im Jahre i/o^erklärten auch Zürch und Bern, daß sie das Land Toggen- burg bey seinen Freyheiten und Gerechtigkeiten wider all- unbillige Gewalt schützen wollten. Hierauf fingen auch die Landleukc an, ihre Gerechtsame auszuüben. Die Unruhe im Lande wur. de immer größer, und brach im Jahre. i/12 in einen ordentlichen Krieg aus. in welchem Znrich und Bern-S mit dem Toggenburgern, Lucern, Uri, Schweiz, Unterwalde« und Zug aber mit dem Adle hielten, und Gtarns neutral blieb. Die ersten bemächtigten sich der ganze» Landschaft des Stiftes, verwahretrn auch alle Pässe in Toggenburg, und der Land. rath der Landlente übernahm in Abwe. senheit des geflüchtet«, Abts und Con- vents die Landesregierung. Dieim Jah. re 1714 zn Roschach gepflogene Frie» densunkerhandlung war vergeblich; endlich aber kam im Jahre 17^ zu Bade» im Argan zwischen dem prnen Abie Joseph, und den Cantons Zürich und Ber» ein Friede zn Stande, in welchem die Freyheiten des Landes beflätlat wurden. Vermöge dieses Friedens ist nnd heißt der ,edeSmahl,ge Abt und Fürst zu S. Gallen des Landes Toggenburg rechtmäßiger Ober-nnd Landesherr, und die Landleuie sollen demselben die gewöhnliche Huldigung„nd Pflicht leisten, aber beständig und ungehindert bey alle» ihren Freyheiten und Gerechtsamen bleibe». Der Hauplort des ganze» Toggenburg ist die kleine Stadt Lich- teniteig. Tohing-ting, eine große Stadt in der Provl.izPei kchc-li in China, welche ein längliches Viereck ausmacht, und mit schönen Mauern umgeben ist, die auf den Seiten»ach einem gewisse» Ver. häluiisse mit Thürmen besetzt sind. Sie liegt au einem Flusse, welcher sich einige Meilen von hier in den See Pai-Hou ergießt, und begreift Z2 Städte unter sich, unter welchen sich F vom zweyten Range, und L/ vom dritten Range befinden. Toilette, ein Nachttisch oder Anziehtisch eines Frauenzimmers mit dem Zugehör. Tvlssey, lolltacus, eine kleine Stadt in einer angenehmen Gegend an den Flüssen Chalaronne und Saune im ehemahligen Fürstenthume DombeS in Frankreich. Bis zur Revolution gab eS hier außer einer Pfarrkirche ein Kloster und ein schönes Collegium. Tvkay, ein ansehnlicher Marktflecken in einer angenehmen Gegend bey dem Zusammenflüsse der TheiS und des BodrogS ln der Sempliner Gespanschaft in Dber- ungarn, welcher ehemahls ein festes Schloß hatte, welches aber im rako- tzischcn Kriege geschleift wurde. Hier haben die Katholiken, Reformirtcu und Griechen ihre Kirchen, und man findet hier auch ein Gymnasium der Piariste» und ein Capiici»erklost--c; am meisten aber ist Tokay seines köstlichen Weins wegen berühmt; welcher an Geschmack und Kraft alle ungarischen Weine übertrifft; doch gilt dieses eigentlich nur von dem Weine, welcher aufdem Ber. ge MezcS-Male wächst. Es gibt vier Hauptarren dcS TakayerweincS, nähmlich die Essenz, welche vor allen den Vorzug hat, eine» besseren und geringeren AuSbruch, und gemeinen Tokayer, wein. Man bereitet auch in der hiesigen Gegend aus so genannttit MuSea, tellertranbcn eine Art MuscatweinS, und a»S den schwarzen Trauben einen rothen Wein. All- Arte» des Tokayer- lvcineS sind nach dem Unterschiede der Lage der Weinberge sehr verschieden, und die Weinberge, welche an der östlichen Seite liegen, liefern dir besten Weine. Durch chymische Versuche weiß man, daß der Tokayrrwein eine viel größere Menge öhlichker, salziger und geistiger Theile in sich enthält, als alle übrigen Weine, nnd daß ihm diese seine Stärke nnd Süßigkeit mittheilen. Im Jahre wurde Tokay oon-dem siebenbirgischcn Fürsten Johann SigiS- mund vergeblich belagert; im Zähre i6o; aber zwang es der Fürst BotS- kay zur Uedergabe, nach dessen Tode aber cS sich wieder zum Kaiser Audolph wendete, der eS dem Grafen Georg Tnrzon schenkte. In den Jahren 1621 und 1624 wurde es dem Beihlcn Gabor abgetreten, kam aber bald wieder in kaiserliche Gewalt. Im Jahre 168t wurde eS vom Tököly, und im Jahre 170Z vom Rakotzy erobert. Tolder, s. Doller. Toledo, lolstum, bie Hauptstadt der Provinz gleiches Nahmens im Königreiche Neucastilien in Spanien. Sie liegt auf einem Felsen am Tajo, welcher fast drey Viertel ber Stadt umgibt, indem er sich zwischen felsichken und hohen Ufer» oder Steinklippen hindurch drängt. An der Norbsrile, wo sich die Stadt gegen eine Ebene öffnet, ist sie mit einer doppelten Mauer und vielen Thürmen umgeben. Ihrer Lage wegen ist sie sehr»neben, so daß man oft auf- und absteige» muß, u»d die Straßeu sind auch enge und krumm, nnd die öffentlichen Plätze übel angelegt. Das Wasser muß a»S dem Fluffe durch Esel in die Stadt hinauf getragen werden, nachdem die alten Wasserleitungen verfallen sind. UebrigenS ist Toledo L o l e ii t i n o Toledo der Sitz eines vornehmste» Erz- brschofs von Spanien, der, ein Jahr ins andere gerechnet, gegen Zooooo Dukaten, das Dowcapirel aber i^ocioo Ducaten Einkünfte hak, von welchen letzter,! der König<>6o-,o bekommt. Hier befindet sich auch ei» Jnquisttiousgericht, verschiedene gure Gebäude, ungefähr 20000 Einwohner, 27 Kirchen, Klöster, 28 Hospitäler, viele Collcgic» und eine Universität, die aber eigentlich nur ein Collegium ist, und im Jahre 1760 zwar 11 Lehrer, aber nur 16 Studenten hatte. Die von Luaderstü- cken ankehnllch und prächtig g: bauete,und (in alten Kunstwerken und Kostbarkeiten reiche Kathedcalkirchc ist 404 Fuß lang, 20L Fuß breit, uud die Höhe ihres höch- stenSchiffes berrägk 160 Fuß, und sie hat einen an Handschriften reiche» Bücher, saal. Den alten Pallas! oder den Alca- zar hat Carl V. erbauet; er ist aber im Jahre 1710 von den Eigläudcrw und Portugiesen angezündet, und nicht wieder hergestellt worden, außer daß man in neuer» Zeiten einige Verbisse- rungen mit demselbcu vornahm, und ihn armen Leinen zur Wohnung anwies. Die Stadt ist schlecht bewohnt, ohne Handel«nd Nahrung; ausgenom- mr», d,ß sich ungefähr 20» Kinder und eiiiigr alte Lcnlc i» cincm vormahligen maurischen Pullaste mit Seidenarbeite» beschäftigen, und ein großer Theil derselben ist verfallen In dieser Stadt find ehemahls viele Kirchcnversammlun- grn gehalten worden, im!) sie war auch der Wohnsitz verschiedener Könige von Spanien. Die Degenklingen, welche ehcmahls hier geschmiedet wurden, wa. reu wegen der Güte des Stahls sehr berühmt. In der Vorstadt, welche«n drr nördlichen Seite der Stadt liegt, sieht man einige Ueberrestc von einem römischen Ämphfthealer, und in der an- imizendenCbciie stich« man noch größere (IV. Band.) Lolkcmit ch!Z Ueberreste von einem Circus, auf welchem eine kleine offene Capelle eebanet ist, in welcher man ehemahls die Messe über die von dem ZnquisilivnSgcrich. te verdammten Personen las, die nahe dab y verbrannt wurden. Toleiitino, eine kleine Stadt auf einem Hügel am Flusse Chienti in der Mark Ancona im Kirchenstaate, welche um des heilige» Nikolaus willen z» bemer. ken ist, dem, wie man sagt, der Arm blutet, wenn ein Unglück über Italien kommen soll. Das hiesige Bisthum ist mit dem zu Macerala vereinigt worden. Außer der Kaihedralkirche gibt es hier noch eine Collegiairirche ,L Mönchs- und 2 Nonnenklöster. Toleranz, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches so viel als Dnl- dung ausdrückt, und insgemein von einer Obrigkeit gebraucht wird, welche in einer Provinz oder Stadt geschehen läßt, daß auch andere Religionsver- wandte die freye Uebung des Privat- gottesdiensteS darin haben mögen. Dergleichen Toleranz der Peoiestireuden, Diffcnters ober Norcousoimisten, welche in vielen Stücken von der cnglän. difchen Kirche abweichen, ist in Eng, land durch eine Parlaiuenisacke verstattet worden. In. den vereinigten Niederlanden, in den königlichen preussische» Staaten, in Schweden und in Rußland ist einft solche Toleranz eingeführt worden, und Kaiser Joseph II befahl dieselbe durch ausdrückliche Verorderungen in allen seinen Erblauden. Tolcrircn, leiden, dulden. Toisa, ein kleiner Ort im Patrimonio Pe. tri im Kirchenstaate, bey welchem zurZeit des Papsts Plus II Alaunwerke angelegt wurden, die nech bis setz- ganz ein« tiaglich sind. Ii, der hiesige» Gegend gibt es warme Bäder, Alabaster, Lapis Lazuli und Eisenarude». Tvitr'Mil, ritte kleine S,adt am frische» G gg Lolosa Tolpasch Tomahawk 416 T 0 lleksee Haff. zwischen dem elbingischen Gebie- chc und Ermeland in Westpreussen. Tollensee, ein großer See in der mecklenburgischen Herrschaft Stargard, na. he bep Ne»bra»denbiirg. Aus demselben entspringt ein Fluß gleiches Nahmens< welcher Reubrandenburg, Tceptowiinb Clempenow vorbey strömt, und sich bey Demmin in die Peene stürzt. Tolmese oder Tolmeso. ein volkreicher Flecken im veneiiauischen Friaul, welcher der Hauptort eines Districis gleiches Nahmens ist. Lvlna, ein Marktflecken an der Donau i» der Tolner Gespanschast in Nieder, uugar», welcher derselben den Nahmen gegeben hat, und ehemahls eche königliche Fecystadt und ein Überaus ansehn- lichet Ort war. Er ist auch noch heul zu Tage in guten Umstanden, und gehört den Grafen von Wallis. In dieser Gegend besiegte Attllla die Römer. Tolner Gespanschaft, eine Landschaft in Niederungarn, welche an der Donau und Sarvitz liegt, und 16 Meilen in der Länge hat; wiewohl ihre Breite in dem obern Theile nur fast 7, i» dem untern aber nicht mehr als 2 Meilen beträgt. Außer einige» Sandfelder» hat sie lauter fruchtbares Erdreich, wo das schönste Getreide, allerhand Garken- und Fcldsrüchte, besonders aber guter Tabak reichlich wächst. Die Sckimon- tocuer, Sexarder und Köleschder Gebirge«ragen die vortrefflichsten rothen und weißen Weine, und versehen über dieß die Provinzen mit Holz und Wildbret. Alle LebenSmittel sind hier sehr woblfeil, und der Hauscufang ist beträchtlich. Die hiesigen Einwohner sind Ungarn, Rachen, einige Deutsche und Böhmen. Der jedesmahlige Bischofvon Fnnskirchen ist Obergcspa» dieser Landschaft. Tolosa oder Ldloseta, ein mit Mauern umgebener Flecken in einem Thale in Gnipuzcoa in Spanien. Er liegt am Flusse Oria, wo sich derselbe mit dem FlnffeAraxis vereinigt, verwahrt das Archiv der Landschaft Guipnzcoa, hat 2 steinerne Brücken, und ist 4 spanische Mei lcn von St. Sebastian entfernt. DerMe, neralcapüai» der Provinz residiert hier; imgleichen werden hier die Versammlungen der Stände gehalten. Ueber dieß gibt eS hier viele Schwertfeger. Tolpqtsch, ein nngarischeS Wort, mit wcl chcm eine Art ungarischer Soldaic» zu Fuße belegt werden. ToinaSzow, eine Stadt in Beizer Krei. se im Nöuigreiche Galizien. TomaSzpol, eine kleine Stadt i» der Woiwodschaft Bratzlaw in Kleinpohlen. Tvlu, eine Stadt in der Provinz Car,Hagen» in Terra firma im V cekönigrei- che Ncugranada im spanischen Süd- amerika, in deren Gegend vortrefflicher Balsam aus einer Banmart fließt, welcher stark nach Europa verführt wird. Tomahawk, bey den Indianern im nördlichen Amerika ein sehr wichtiges Instrument, dessen sie sich vornehmlich bedienen, wenn über einen Krieg berathschlagt wird. Es gleicht dasselbe einer Axt mit einem lange» Handgriffe. Der Kopf, welcher ein runder Knopf von hartem Holze ist, womit man einen Wensche» niederschlagen kau», hat vorn eine Spitze, wie ein Spieß, und auf der Seite zeiat sich die Axt. Wenn vom Krieg die Rede ist, hat der Tomahawk eine rothe Farbe. Während der Beralhschlagnng liegt er aus der Erde; so bald aber der Krieg beschlol- sen ist, wird er von einem jungen Krieger aufgehoben, und von ihm an d>e Stämme nberbrachi. Nehmen ihn diese nebst dem Wampum an, so ist es ein Zeichen, daß ste gleichfalls i» den Kueg willigen; schicken ste aber den Tomahawk, nebst einem andern Wampum, T-msk Sondern Tomar zurück, so bedeutet dieses, daß sse andere Gesinnungen haben. Siehe WaM- p»iu. Toniar, s. Thomar. Toinbet, eine Stadt an dem mex-cani- schcn Meerbusen ii» V eeköniarriche Alt- mexico oder Neuspauie» im spanische» Nordamerika, wo großer Fischhanbel geirieden wird. Tombut, ein Königreich in Nigritien, in Afrika, welches zwischen der Wüste Sarah und dem Flusse Niger liegr, und eine der ansehnlichsten Provinzen dieses Landes ist. Es ist vornehmlich wegen seines Handels mit Goldstaub und Elephan- tenzähnen bekannt, und Hai seinen besondern König. Die Einwohner sind Mn- hammedaner, welche im Kriege schlecht erfahren sind, und wollüstig leben. Sie brauchen in ihrem Handel unge- münzies Geld, und verfertige» viele baumwollene und leinene Zeuge. In der Hanplstadt Tombut, welche am Fluße Niger liegt, suid alle Häuser, außer dem königlichen Pallaste, von Stroh und Kalk gebauet. Tomiswar, Pargala,'isomi, eine Stadt an einem Busen des schwarzen Meeres in der dristischen oder silistrischen Sand- sakschaft in Bulgarien, welche ehemahls die erste Stadt in Kleinscvchicn war, wohin Dvid verwiese» wurde. Tomsk, eine im Jahre 1604 erbaute Stadt am Flusse Tom und einem sich in densel. den ergießende» Bache in der Statthalterschaft Toboisk in Sibirien, welche die Hauptstadt eines Gebieihes gleichesNah- mens ist, und über 2000 Häuser enthält. Anfangs war sie nächst Tobolsk die zweyte Haupistadt in Sibirien, und blieb es auch ziemlich lauge. Ungefähr mitten in der Siadl ist eine erhabene Gegend, auf welcher eine kletne hölzerne Festung siehe», innerhalb welcher eine hölzerne Katdedralkirchc, des Woiwodcn Haus, die Kanzelley und ein Zeughaus befind- 4>7 lich sind. Neben der Festung findet man viele Privakhäuser und eine Pfarrkirche. Der untere Theil der Stadt ist der bewohnteste, und wird von dem Bache in zwey Theile getheilt. In dem linken Theile liegt ein Mönchs-und ein No. netikloster nebst einer Kirche und einer tarlarischen Slobode; in dem rechte» aber sind drey Pfarrkirchen und ein großer Kaufhaus. Im Jahre 17/0 brannte ei» großer Theil der Stadt ab. Der hiesige Handel ist wegen der überaus bequemen Lage der Stadt mit den benach- daeten Kalmücken und Mongolen sehr groß. Der Landweg nach Jeniseisk und allen sibirischen Städten, die weiter nach Dsten und Norden liegen, fuhrt über diese Stadt, und es kommen das ganze Jahr hindurch oft kalmückische und bucharische Karawanen an, von welche» die Stadt großen Vortheil zieht. Hier giebt es zwar allerley Handwerksleure und Arbeiter; aber sie sind linglaublkkh träge uno faul, welches eine Wirkung der wohlfeilen Lebensmitlel, des un- gemeinen Saufens, und der fust in allen Häusern herrschenden geilen Seit» che zu seyn scheint. Das umher liegende Land ist sehr sruchibar, und bringt allerley Getreide hervor. Die Gegend ist auch reich an Pferden und Hornvieh, und die Flüsse liefern mancherley Fische in großer Menge. Tondern oder Lundern, eine nahrhafte Stadt und Amt im Herzogthnme Schleß- wig, welche an der Wildau liegen, die hier eine Änsel macht. Die hiesigen Einwohner treiben guten Korn-und Vieh-- Handel, und es werden auch hier und i» den umliegenden Gegenden viele und sehr feine Spitze verfertigt. Über dieß gibt es hier eine lateinische Schule, ein Con, sisiorialgericht, ein Ho,vital und ei» Waisenhaus. Nicht weit von hier liegt Hoiur, ein artiger Flecken, welcher gleichsam der Hafen der Stadt ist, und Ggg 2 4-8 Tonborf Tong-teheou T-> ng- tchue» Tonne wo gemeiniglich die Austern eingeladen werden, deren Bänke stch vom Nord- strande bis Rttpen erstrecken. Tsudvrf, ein alles Schloß, Flecken und Amt von 12 Dörfern 2,Meilen von Erfurt im Gebiethe der Stadt Erfurt in Thüringen, welche Chnrmaynz gehören. Tonfber, eine kleine Stadt am Ufer der Nordsee, 2 schwedische Meilen von AggcrbuuS im Stiftsamte Agerhuus in Norwegen. Tongatabu, eine von den freundschaftlichen Inseln in Australien oder Süd- indien, welche zwar nicht die größte unter denselben, aber die vornehmste ist. Sie ist der Sitz eines KöiugS, welchem die meisten freuodschaftlichen Inseln unterworfen find, und hat«inen guten Hafen. Tongern, l'ungri,^ävadica lougro- rum, eine kleine Stadt am Fluffe Zecher, in. Hochstifte Lültich, L Meilen von Lültich im wcstphälischen Kreise. Sie erhält das Andenken der alten Tongrer, die anfänglich Eduroncn hießen. Im 4len Jahrhunderte ward sie von den Franken'verwüstet.^Vorzeiten war sie eine große Stadt, und der Sitz eines BiSthumS; welches aber nachLüt- lich verlegt wurde. Tong-gin, eine Handelsstadt in der Provinz Konei.lcheou in China, in deren Nachbarschaft es Gold- und Kupfermi- nen gibt. Tvngreloo, eine schöne Abley Präwon» stratenserordens im Quartiere von Antwerpen, Z Meilen von Aschor im österreichischen Antheile am Herzoglhn- me Brabanc. "Tongkiii, s. Tuiiqnin. Tong-tchcou, eine große Stadt in der Poroinz Chan.loug in China, welche wegen ihrer Handelschakt und Reich, rhümer bekannt ist. Za»hrrm Gebiethe gehören Z Städte vom zweyten, und vom dritte» Range. Tong- kchuru, eine Soldatenstadt in der Provinz Sselchuen in China, deren Em> wohner insgesammt Soldaten sind,„ab sich zum Soldatenleben verpflichtet sieben. Ihr Sold besieht im Gelde ,„id Aeckern, und man findet in China noch mehr dergleichen Städte. Tonnet oder Grafentoi na, einAmt,Fle, cken und Schloß mit einem ttnierconst. stocium,n»d einer Superinlendenturzwi. scheu Gotha nnd Langenlalza im Fürsten- lhume Gokha. Das Amt gehörte ehemahls als eine Herrschaft den Grafen von Gleichen, von welchen sie, vermöge der Erdverbrüderung, an die Schenken von Taittenburg, und von diesen an die Grafen von Waideck gedieh, von weichen sie an den Herzog von Sachseugolha kam, der sie im Zahle 1677 an sich kaufte. Sie begreift, außer dem großen Dorfe Burg- lonna, noch/ Dörfer. Tonnay- Boukonne, rin Städtchen an der Boutonne inUnrersainlonge jnFrank- reich. Tvunay- Charenle, lelem'scum, eine schöne Stadt mit einem Schlosse und einem Hafen am Flnffe dieses Nahmens in Sainronge in Frankreich. Sir gehörte bis zur Revolution als ein Fürstenkhum dem Hanse Rochechonart. Tonne, ein Nahme, welchen in vielen Fällen ein großes Faß, oder ei» Faß, welches mehr als einen Eimer enthält, führet, obgleich auch hier in manchen Faste» das Wort Faß beybehalten wird. Eine Seetonne, oder Bake, ist eine starke Tonne, welche in der Seefahrt auf drm Wasser schwimmend erhalten wird, daS Fahrwasser damit zu bezeichnen. Im besondern Verstände ist die Tonne ein großes Faß, so fern es ein Behäliniß verschiedener Dinge ist, da es dann seine bestimmte Größe hak, welche aber nach Maßgel'img deS Drlesuud der Waare verschieden ist. Ton nein- Tonnere , Eine Tonne Bier ist in Sachsen ei» Viertel, oder 90 Kannen. Im Churfürsten, rhiinie Brandenburg gehen zweyTontien ansei» Faß Bier, und eine Tonne häil da. selbst 96 Quart»der Maß. In West. phalen besteht eine Tonne Bier aus 2/ Vierteln oder Skübchen, oder ic>Z Kannen. Hingegen bält tn Cölu eine Tonne, so fern ste ein Maß eines flüssigen Kör- vers ist, r6o Viertel, oder 640 Maß. Ei- ne Tonne Qehl oder Wein hält in Sach. sen ioc> Kannen. Eine Tonne Häringe besteht aus ivoc> blS 1200 Stück. In viele» niederdeutschen Gegenden ist die Tonne auch ein Gctreidemaß, welches in Qstfricsland zwey Schüssel hält. In der Seefahrt ist die Tonne ein Maß, so wohl des körperlichen Raumes eines Schiffes, als auch der Schwere. Im ersten Falle bezeichnet ste eine» Raum von 42 Qna. dratfuß; im letzten aber eine Last von 2000 Pfund, oder 20 Zentnern. Zwey Tonnen mache» eine Last vderSchiffslast. Eine Tonne Goldes ist eine Summe von looooo Thalern oder Gulden, nach dem nach einer oder der andern Müuzsocte gerechnet wird. Tstiiiciiis, eine Stadt in der Landschaft Agcnois in Guyenne in Frankreich, welche aus zwey Flecke» besteht, wovon einer bis zurRcvol,ilion dem Herzoge vonForce, und der andere dem Herzoge von Vaupu- zon gehörte. Tonncnbcher, in Nied-rdeiuschland ein Bsser, oder eine Art Schiffe, womit im Frühlinge die Baken oder Seeronnen in das Fahrwasser gelegt werde». Tontiengeld, in den Seestädten eine Abgabe von den zur See gehenden Kauf- mannsgütern, die Kosten zur Erhaltung der Bake» oder Scelonnen davon z» be- sireiteii. Tonnere, ss'ornoflorum, eine reinliche mid wchl bcwvhi-re S.ad, an d>n. Fluse Arincncoi, inChampaan. u Frankreich. Ihre Sehenswurdigk!.:st»d: die Lilr- Tonquin Toplicza 419 chen S Pctci und de notre Dame, die Abtey S. Michael, und das prächtige Hotpital. Der vortreffliche Wein aus der umliegenden Gegend wird nach dieses Siadt Bin de Tonnere genannt. Tonquin, s. Tunquili. TvnSderg, eine kleine Stadt nebst einem großen Hafen am Caitegat in der Provinz Aggecbuus in Norwegen. Tonjur,«ine Ceremonie d,er katholischen Kirche, vermöge welcher einem Menschen, der den geistlichen Stand erwählt, bey seinem Einiritte ein Theil der Haare abgenommen, und eine Platte geschoren wird. Es ist dieses Abscheren der Ein» gaiig zu den geistlichen Weihen und Orden in der katholischen Kirche. Topas, ein Edelstein von gelber Farbe, welcher nach dem Sapphlcr der härteste ist, und in den meisten Gegenden der alten und neuen Welt gefunden wird. Der Topas,welcher im Mansseldischen gefunden wird, ist nur ei» Selrnit, so wie der böhmische Afierlopa« oder Rauchtopas zu den Krystallen gehört. Topazos, eine Insel aufdem rothen Meere, welche wegen der Topasen oder Chryso- lite» berühmt ist. Kopfstein,thonartigerStein,oder eigentlich ein mitGlimmer oermischkerSeifenstein, welcher sich schneiden und drehen läßt, und daher in manchen Gegenden häustg zu Töpfen und andern Gesäßen verarbeitet wird, welche aber hernach in blechrr- nen Buchsen in einem Töpferofen gebrannt werbt„müssen; Lavetstein. Mai» muß diese Stciuarl nicht mit dem Tos. steine verwechseln, welcher kalkariig ist. Tvpiuo, Tino, lensas, ein Fluß im Herzoglhume Spolero im Kirchenstaate, welcher im apenninischcii Gebirge entspringt, und flch zu Torciano in dir Tiber ergießt. Toplicza, ein Schloß lind Herrschaft in der Warasdli er Gekpuischaft in Ober» sluvonie», welche-ein Domcapitel zu 420 Topographie Tora Zs r Agraui gehöre». Hier gibt es warme Bäder. Topographie, die Beschreibung eines Orts, wie auch zuweien aanzerLäuder undKcei- se nach den darin b, fiudlichen Oertern. Tvppenank, ein hclläiidisches niederdeutsches, nur in der Seefahrt üdlicherWort, gewisse Taue zu bezeichnen, welche von dem Marskreuze und dem Eselshaupte herunter gehen, an den beyden Enden der Segeistange über Rollen laufen, und dieselbe im Gleichgewichte erhalten. Tvppreif, ein ebenfalls nur i» der Seefahrt übliches Wort, ein starkes Tau zu bezeich- neu, welches an den großen Mast und die Focke befestiget wird, Kanonen, und an. dere schwere Lasten damit in das Schiff zu winde». Tor, eine feste Stadt am Flusse gleiches Nahmens in der Statthalterschaft Jeka- terinoslaw im europäischen Rußland, welche in einerSteppe liegt, in der sich viele Steinfüchse und Murmelthierc aufhalten, und auch ein Salzsee befindlich ist. In dieser Stadt gibt es erne Salzfie- derey, von welcher die Krone die Einkünfte zwhk. Tor, eine Landschaft mit einer Stadt gleiches Nahmens im Lande der Fulier in Scnegambia in Afrika. Sie wird von einrm Fürsten beherrscht, der zu Tor refi- dirt, und dessen Titel Lamp.Tvr ist. Tor, El-Tor, oder Railho, ein geringes Städtchen in der Wüste des Berges Sinai im steinigen Arabien, welches an der Ostseite deswestlichen Arms vom ro» then Meere liegt. Die Häuser find meistens von Lehm und weißen Korallen unförmlich erbauet. Der größte Theil der Einwohner besteht aus Arabern; es woh. nen hier aber auch-akobitische Christen «nd griechische Mönche. Auf der Südseite des OrtS liegt ein verwüstetes Castell r>on Ouaderftücken. In dem hiesigen Haftn laufen Fahrzeuge mit Gewürz und andern indianischen Waaren ein; die Torczycza großen Schiff aber müssen sch,n bey Dschrdda luge» bleiben. Dir hiesige Handlung ist daher nicht geringe, und die- ser Ort gehört nebst Sues z» den besten an der Küste. Tora, der Nahme der Geseßrollen der Juden, aus welchen ste am Sabbath ,n den Synagogen ei» Stück durch ihren Leser vorsingen lassen. Torboh, eine Bay in Devonshire in England, welche von der Stadt Dartmonih g- gen Norden liegt, und wo sich Sie Schis, fe vor Anker legen können. Hier st.eg König Wilhelm im Jahre 1688 das erste Mahl in England aus, a s er den bedrängten Engländern wider König Jakob II. zu Hülse kam. Torbia, lurbia, Villa ftlartis, ein Städtchen in der eigentlichen Grafschaft Nizza in Italien, welches aus ungefähr 200 Häusern besteht, und in einer kleinen Ebene liegt, die von drey Hügeln umgeben ist. In der Nähe desselben stndet man die Ueberreste eines alten römischen Denkmahls, nähmlich eines Triumphbogens, den der römische Rath dem Kaiser August zu Ehren errichte» ließ, als seine Truppen die in der hiesigen Gegend wohnenden Völker bezwungen harten. Es stehet auf der Spitze eines Berges, der über Monaco hervor ragt, und ficht wie ein alter verfallener Wachithurm aus. Tvrcesso, eine kleine Insel mit einem Städtchen gleiches Nahmens im Herzog» tbnme Venedig in Italien, Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Patriarchen von Venedig steht, lind hat eine schöne Kathedralkirche. Torcvin,ein Flecke» im französischen Flandern, in welchem halbseidene Stoffe verfertiget werden. Torcola, eine kleine venetianische Insel ill Dalmatien, welche nahe bey der Insel Curzola liegt. Torczpcza odrr Lorczxka, ein Städtchen Torczyn Torga» in der Woiwodschaft Kiow in Klein, pohlen. Torezyn, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wolbyn in Kleinpoblen Torda oder Torenburg, ein offener aber weitläuftiger und volkreicher Markisse- cken in einem Thale am Flusse Arauyos in der Torenburger Gespanschafl in Sic- bcnbicgen, deren Havplort erist. Er wird von Lutheranern, Reformirlen, Katholiken und Socinianern bewohnt, und ist theils wegen der benachbarten Salzbergwerke, theils wegen der alten römischen Bergwerke merkwürdig. Hier soll die ungarische Sprache sehr rein geredet werden. Die Salzbergwerke befinden sich ungefähr eine halbe Stunde von der Stadt in einem Thonschieferhügel, und die umher liegenden kleinen Hügel find kalkicht. Ron Enged bis Torda, und von hier bis Klausenburg trifft man viele ver. steinerte Körper, und allenthalben Kalk- hügel an, und man grabt auch in dieser Gegend Gips und Alabaster. Tordesillas, ein mit Mauer» umgebener Flecken auf einem Hügel, am Flusse Duero in der Provinz Vulladolid im Königreiche Leon in Spanien. Er hat rin altes königliches Schloß, 6 Pfarrkirchen und 4 Klöster. Tor.liburg, s Torda. Torenburger Gespanschaft, eine Landschaft in Siebenbirgcn, welche Ungarn und Walachei, zu Einwohnern bat, und in die obere und untere abgetheilt wird. Jene enthalt ,u»d diese 7A Oerter. Torss, eine brennbare Erde, welche ge, meiniglich aus den Wurzeln verschiedener Pflanzen bestehet, oft aber auch link einem Erdharze durchdrungen ist. Torgau, eine Siadt und Amt im meißnischen Kreise, im Cburfürstrittbume Sachsen, welche an der Elbe liegt, über welche hier eine künstliche hölzerne de'eckie Brücke führt. Im Jahre '7Z6 ward auf preussische» Befehl um Torgan Torgelaw 421 die ganze Siadt ein Graben angelegt, und dieselbe auch befestigt. Sie ist der Sitz einer Superintendenrur, iind hat zwey Kirchen, eine lateinische Schule, und in der Vorstadt ei» Armen- und Waisenhaus mit einer Kirche; iniglei- chen Sammet, Seiden- und Tuchma- nnfackiiren. Das außerhalb der Stadt gelegene Schloß Hartensels hat eine eigene Kirche,„nd ist im Jahre 1772 zu einem Arbeitshause gewidmet worden. In der so genannte» Stadtkirche findet man verschiedene Begräbnisse fürstlicher Personen, und unter ander» das Grabmahl von Luthers Ehefrau, Im Jahre iLZv wurde» hier dem Chnr fliesten Johann die 17«organischen Artikel der evangelischen Lehre übergeben, und im Jahre 1^76 aus der schwä- bischen Concordie und der manldrun- nischen Formel die torgauische Schrift verfertigt, aus welcher im folgenden Jahre zu Klosterbcrgen die knrmula Loncorckiae gemacht wurde. Im Jahre 174^ gingen hier die Preussen über die Elbe, und im Jahre 17^6 legten ste hier ihr Feldkrirgsdirectorium an. Im Jahre>7^9 wurde ihnen Torgau von de» Kaiserlichen und Kreislruppeu abgenommen, aber von denselben bald wieder beseht, welche auch in dieser Gegend ein feindliches Corps in die Flucht schlugen. Im Jahre 1760 wnr, den die Preussen von den vereinigten österreichischen und Reichstruppen ge. nöthigt, ihre Verschaiiziinae» bey der Stadt zu verlassen, und die Stadt zu übergeben, worauf es in der Gegend derselben zwischen den Preussen und Oesterreichern zu einer Hauptschlacht kam, i» welcher jene im Anfange verloren, endlich aber über diese den Sieg davon trugen, und wieder zum Besitze der Stadt kamen. Torgelaw, ei» Amt, Schloß»nd Flecken an der Uker im anklamschen Kreise im 4sr Torialia Torna preussische» Antheile an Vorpommern, welches vor Alters e-ne F.stniis war. H-er hat der Oberforstmeisier des Her« zoglhums Stettin seine» Sitz, und man findet hier ei» königliches Eisenwerk. Toriglia odc, Turvilia, ein Fürsienthnm in Rioiera di Levante im Gebiethe der Republik Genua, welches ein Lehen des deutschen Reichs ist, und im Jahre 1760 vom Kaiser Franz aus den beyden Reichs'ehcn Tnrrilia und S. Stephans Vallis avanti für Johann Andreas Do. ria Landi, Fürsten zu Mepbi, also errichtet wurde, daß nach Abgänge der männlichen Nachkommenschaft desselben das Reichslehen S. Stephane unter der bisherigen Eigenschaft einer Markgrafschaft dem regierenden Kaiser wieder zur Disposition heim fallen, das FÜrstenthum Tnrrilia aber in dieser beharrlichen Eigenschaft den weibliche» Nachkommen des Hauses Doria verbleiben soll. Tvrigny, eine kleine Stadt am Flusse Vire im Ländchen Bocage in der Nie- dernormandie in Frankreich. Sie ist der Hauptort einer Grafschaft, und hat ein sehr schönes Schloß, 2 Pfarrkirchen und ei» Hospital. Bis zur Revolution gab es hier auch eine Abte» und ein Priorat. Lorino, s. Turin. Tvrmes, ein Fluß in Spanien, welcher am KebirgeAvila in Castilien entspringt, und in den Duero fällt. Torna, ein Marktflecken in der Torner Gespanschaft, in Obernnqarn, welcher in einer sehr schönen Gegend, an dem kleinen Flüßche» gleiches Nahmens liegt, und von dem die ganze Gespanschaft den Nahme» führt. Er hat gute Nahrung, eine katholische Pfarrkirche, und ist der Versammlungsort der Gespan- schaft. Das hiesige Schloß, welches auf einem steilen Felsen lag, und ehemahls sehr fest, ja fast unzugänglich Zorne Tornealappinark war, ward unter Kaiser Leopold I. Regierung geschleift. Die grast che kegle- v-csischc Familie, der dass lde znge- hörrc, hat in dem Fl.cken eu, schönes mit Gärten, Fischreichen und andern Gemächlichkeiten versehenes Lanthans. Tonic, Tornea, ein großer Fluß in Schweden, der aus den, See Torne, an den Grenzen des dänischen LapplandS entspringt, und sich unterhalb der Stadt Torneä in den Kochnischen Meerbusen ergießt. Tornea, Torne, eine kleine Seestadt in Westboihnien!» Nordland in Schweden, welche auf einer angenehmen Insel am Aneflusse des Flusses Torne in den boihnischen Meerbusen, un) zwae am äußersten Ende des gedachten Meerbusens liegt, und die nördlichste Stadt in Europa ist. Sie ist der Sitz eines Blschnms, hat einen guten Hase», und hier wird starke Handlung von Finnen, Russen, und. Lappländern getrieben. Bis hierher ist König Carl XI. im Jahre 169; gereist, und hat den längsten Tag mir angesehen. Hierherschickte auch König Ludwig XV. den Mauper- luiS, nebst einigen Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften zu Paris, wegen der Figur der Erde Beobachtungen anzustellen; sie fanden, nachdem sie sich zu Npsal mit dem Professor der Astronomie, Andreas Celsius, vergesellschaftet hakten, zwischen dem Dorf Pello und der Stadt Torneä,bey Ausmessung der Grade, daß die Erde nicht kugelrund, sonder» gegen die Pole zu platt sep. Dieser Ort ward übrigens im Anfange des letzten Jahrs von den Russen eingenommen, aber im Jahre i/2! im nysiädlischenFricden an Schweden wieder abgeirrte». Tornealappinark, ein Theil vom schwedischen Lappland, welcher in der Gegend des Flusses Torne zwischen Lulalapp- mark und dem dänischen Lappland lügt, Zorne» Tor v Torontalee Tvrner Gespanschaft, eine Landschaft am Fuße des karpalhischen Gebirges in Dbernngarn, welche unter allen ungarischen Gespanschafte» die kleinste ist, indem sie nur 42 bewohnte Oerter zählt, und ungefähr^ Meilen im Umfange, nähmlich 4 in der Länge und kaum Z in der Breite, beträgt. Sie ist fast durchgehends bergig, hat gutes Eise», und nur wenige Thäler, die zum Theil mit Weinstöcken bepflanzt sind. Das flache Land ist größten Theils steinig, und mit scharfem Sand ver- mischt, folglich dem Ackerbaue gar nicht günstig; doch gibt eS hier auch einige Ebenen, wo das Getreide sehr wohl geräth. Die Viehweiden sind vor. trefflich, und daher die Viehzucht in sehr gutem Stande. Die Wälder sind nicht nur mit allerhand nützlichem Holz bedeckt, sondern auch mit vielem Wild versehen. Besonders werden hier eine Menge der fettesten und schmackhaftesten KrammetSvögel gefangen, und in die benachbarten Gcspanschaftcn verführt. Die Flüsse derselben sind die Bodwa, die Jablanza, und dieTscher- nasina, welche mit verschiedenen Arten Fischen reichlich versehen sind. Sie hat auch einige Gesundbrunnen. Diese Ge- spanschafl wird übrigens von Ungarn bewohnt,»liier welche aber Slaven und Russen gemischt sind, und in den obern und untern Distrikt abgetheilt. Die Würde rines DbergespanS gehört der gräflichen keglcvicstschen Familie erblich. TvtNvvo, eine große und angenehm lie. gende Siadt in Thessalien in Griechenland, welche der Sitz eines Bischofs ist, der unter dem Erchischofe von La. riffa stehet. Sie enthält iZ griechische Kirche» und Z türkische Moscheen. Tdw, l'aurus, eine Stadt auf einem hohen Hügel am Flusse Dncro im Kö- nizreiche Leon in Spanien, von wel- (IV. Band.) Torquiren 4-Z Her eine Provinz den Nahmen hat. Sie enthält 22 Pfarrkirchen, eine Col- lcgiatkirche, y Mönchsklöster,§ Nvn- nenklöster, 4 Hospitäler und ein Schloß. Die hiesigen Einwohner nähren sich vom Wein- und Getreidebaue. Hier sind die berühmten Gesetze, welche las LeyeS de Loro genannt werden, im Jahre ILOL auf einem Reichstage verfertigt worden. Tvroiitaler Gespauschaft,ei„e Landschaft im Temeschwarer Banale in Ober»,,, gärn, welche vielesMoräste hat, die je. doch xrößten Theils ausgetrocknet und urbar gemacht worden sind; aber auch schöne fruchtbare Ebenen und ergiebige Wälder begreift. Sie ist in 4 Bezirke abgetheilt, welche zusammen 2 Marktflecken, 112 Dörfer, und 42 Ritter- sitze enthalten. Toropez, eine Stadt am Flusse Torvpa im Kreise gleiches Nahmens in der Statthalterschaft Plcskow oder Pskow in europäischen Rußland, welche starken Handel auf der Düna nach Riga treibt. Torotzkö, ein Bcrgflcckcn in derWeissen- burger oder CarlSburger Gespanschaft in Siebenbirgen, welcher seiner Eisen- und Silbergrubcn wegen berühmt, und daS Haupt einer Baronic gleiches Nah. mens ist. Er gehört dem Torotzischen Geschlechte. Torqnemada, korta^uZulia, ein mit Mauern umgebener Flecken, am Flusse Pisuerga in der Provinz Palenrja im Königreiche Leon in Spanien. Torquiren, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welcher insgemein quälen und ängsten, in den Gerichten aber» einen Uebcllhäter martern und foltern bedeutet, damit er seine Uebelthat bc. kennen soll. Diese» unnütze Mittel hinter die Wahrheit zu kommen ist in verschiedenen Ländern, z. B. in Dester- Lorr»x Torfchok Torkon sse 424 Lorrarica reich, Brandenburg, Sachsen, abgeschafft werde». S. Tortur. Torrarica, eine Stadt in Guiana im holländischen Südamerika. Torrs del Grec», l'urris Oraeci, ehemahls eine schöne Stadt in Terra di Lavoro in Neapel, welche im Jahre i6<-8 von dem ffeuerspepsnden Berge Veluv überschüttet, und sehr beschädigt wurde. Torrs de Moncorvo, ein offener und geringer Flecken und der Hauptort einer Gerichtsbarkeit in der Landschaft Tra; loS Montcs in Poriugal. Er liegt in einer geräumigen Ebene am Fuße des Berges Rovoredo zwischen den Flüssen Duerro und Sabor, und enthält ungefähr iZvo Einwohner, eine wohl gebatikte Pfarrkirche, und einHospital. Das hiesige Schloß ging im Jahre 1762 an die Spanier über. TorreS oder Turris, ein Ort aufder Insel Sardinien, welcher vor Alters eine Stadt und ein bischöflicher Sitz war. Torres Vedras, l'urres e-etsres, ein Flecken in einer sehe fruchtbaren, niedrigen und mit Bergen umgebenen Gegend in der Landschaft Estremadura in Portugal, welcher einer der ältesten Oericr im Reiche ist. Er liegt am kleinen Flusse Sizandro, enthält ungefähr 2200 Einwohner, 4 Pfarrkirchen, ein Armenhaus, ein Hospital und Z Klöster, führt den Titel einer Grafschaft, hat ei» Castell, und ist der Hauptort einer Gerichtsbarkeit. Torriglia, s. Toriglia. Torrington oder Toiv-Ridgc-Town, eine volkreiche ziemlich große und reiche Stadt am Flusse Towridge in Devonshire in England. Sie hat gute Wollenzeugma- ' nufacruren, und treibt starke Handlung mit Irland. Torrox, ein Flecken nicht weit vom mittelländischen Meere und von der Stadt Aliuunnccar im Königreiche Granada in Spanien. In der hiesigen Gegend, in welcher es verschiedene mit Geschütz versehene Caflelle gibt, wird viel Za- ckerrvhc gedauet. Torscho?, eine Stadt am Flusse Twerzr in der Statthalterschaft Twcr im europäischen Rußland, welche der Haupk- ort eines Kreises ist. Sie ist mit Wällen umgebe,!; ihre Mauern hat aber Peter I. abbrechen lassen,»nd sie lreibt große» Handel mir Getreide. Torshella, lorlilia, eine kleine Stadt am Mälarsee in Südermanland, n Meilen von Stockholm in Schweden. Sie hat gute Mühlen und Eisenhämm-r. Tort, ein nur im gemeinen Leben übliches und aus dem Französischen entlehn- tes Wort, Nachtheil zu bezeichnen. Tvrtvla, eine von den Jnngferninseln in Mittelamcrika, welche den Engländern gehört. Tortona, OerloriL, eine mit Mauern und Thürmen umgebene geringe Stadt mit einem auf einer Höhe gelegenen Castelle am Flusse Scrivia in der Landschaft Tocloaese im sardinischen Antheile am Herzogthume Mailand. Sie ist her Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Mailand siebt, und enthält außer der Kathedralkirchi 6 Pfarrkirchen, y Mönchs- und 4 Nonnenklöster. In der Domkirche liegt der Bischof und Märtcrer Mariianus begraben. Der König Friedrich von Scherben, als damahliger Erbprinz vonHes- sencassel, nahm diese Stadt in> Jahre 1706 den Franzosen ab; im Jahre i/Ztz aber ging ste an die Mitten Franzosen uud Savoyarden über. Der mailändi« sche Distrikt Torkönese, worin dieser Ort liegt, grenzt gegärn Osten mit Pavese, gegen S-idcn mit dem genuesischen Gebiethe, gegen Westen mit Aleffandrino, und gegen Norden mit Loinellino. Laut dem Frü- dcneschlnffe vom Jahre i/ZÜ ist derselbe sammt der Festung dem Hause oa- Lortori ei Tortur 42L Lortuga roy?n mit der Bedingung) denselben als ein Relchslehen zu erkennen, auf ewig überlassen worden. Torl0ritt, eine kleine Stadt von 469 Häusern im Bei di Demona in Sicilien. Tortosa, Dertoba, eine befestigte S-adt mit einem Castelle auf einem Berge am Ebro im Zuestentbume Catalonie» in Spanien. welche eine große Vorstadt hat, die Sa» Blas genannt wird. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Tarragona steht,und ,;ooo Orienten jährliche Einkünfte hat, und enthalt 4 Pfarrkirchen, 9 Klöster und ein Hospital. Ehemahls harre Tortosa auch eine im Jahre r.440 gestiftete Uni- versitäk. Im Jahre>647 ward diese Stadt von den Franzosen, im Jahre r6<;o aber wieder vom den Spaniern eingenommen. Die umliegende Gegend enthält Gold, Silber, Jaspiß, Alaun, Alabaster und Salzquellen. Tortosa,^itturuckus, eine ziemlich wüste Stadt im PaschaUk Tarablüs»nd Said in Syrien in der asiatischen Tür. key, welche ander Küste liegt, und vor Alters berühmt war. Derselben gegen über liegt eine kleine Insel gleiches Nahmens, auf welcher die Türken ein Fort wider die Seeräuber angelegt haben. TorkundvS, s- Torluga. Tortur, eine Insel in Mittelamerika nicht weit von der aniillsschni Insel S Do- mingo. Sie ist überall mir hohen Felsen umgeben, daß man nicht anlande» kann; aber auf der südlichen Seile hat sie einen guten Hafen nebst einem Fort, und dabey den Flecken la Boffaberre. Sie hat vortreffliches Zuckerrohr und TE- bak, aber kein Wasser; daher stch die Einwohner mit dem Rcgenwasser behelfe» müssen. Sie gehört den Franzosen, die hier einen Gouverneur haben, und sie heißt auch sonst die Schneckcniiisel. Tottue. s. Canal de Tottue. Lortuga, LortndoS, Lortuc, Inlrüa J^ektuckinis, eine von den earaibischen Inseln Souovento, in Mittelamerika, welche den Spanier» gehört, meisten Theils unfruchtbar und felsig ist, und 4 Meile» im Umkreise hat. Man findet hier etwas Salz. Im Jahre 17LO er. lanbten die Spanier den Engländern hier Salz abzuhohlen. Sie muß mit der antillischen Insel Lorlue nicht verwechselt werden. Tortur, peinliche Frage, Folter, diejenige Marter oder körperliche Schmerzen, womit man einen Verbrecher be- legt, ihn zum Geständnisse oder znr Bestätigung der Wahrheit zu bringen, deren man verschiedene Grade hat, die in den meisten Provinzen verschieden sind. In Deutschland, wo es in verschiedenen Gerichten die Rechte mit sich bringen, daß der Richter nicht zur Execntion schreiten darf, es sey denn, daß das G-ständniß des Verbrechers erfolgt sey, hat man die Daumstöcke, die spanischen Stiefeln oder Beinschrau- be», die Ausdehnung, das Fiedeln mit den Riemen, oder die Schnüre, die Schivefeltropfen, die Pechfakeln, die spanischen Kappen, den dänischen Mantel, die cngläiidische Jungfrau, die braunschweigischen Stiefel», das mecklenburgische Instrument u. s. f. In England ist die Tortur bey Inquisitionen nicht üblich, weil sie der Sclavcrey zu nahe käme, und die Engländer lieber den Tod ausstehen würden; daher die Uebelihater ihres Verbrechens durch Zeuge» überwiesen werden müssen. Es ist auch in der That etwas Gesahrli. chcs und Ungewisses bey der Tortur; den» kann der Verbrecher die Grade ausstehen, so bekennt er nichts; kann er aber dieselben nicht ausstehen, so bekennt er mehr, als er soll und als wahr ist. Diese und»och weit wichtigere Gründe habe» daher veranlasset, daß seit mehrere» Jahre» die Tortur in vrr- Hhh 2 426 Tor-« schiedenen Ländern gänzlich abgeschaffet worden ist. Torys und Wighs, der Nahme beyder großen Factionen oder Parteyen in Eng, land, welche bey ereignenden Staat-, Veränderungen allezeit bi:Oberhand gegen einander zu behaupten suchen, und einen beständige» Haß gegen einander Hägen. Die beyden Nahmen stnd zn König Carls I. und Olivicr CromweÜS Zei» ten aufgekommen, da in England zwey Factionen herrschend waren, in welche sich das ganze Reich abgetheilt hatte, indem diejenigen, welche es mit dem Könige hielten, TorPS, ihre Wider, jacher aber, die auf des Parlament- Seite waren, Wighs genannt wurden. Diese Benennung legten Anfangs beyde Parteyen einander zum Schimpfe bey, nähmlich den Nahmen Torys von einer irländischen Räuberbande, und den Nahmen Wighs von einer Räuberban. de in Schottland; sie stnd aber jetzt so gebräuchlich, daß man dieselben in England ohne Bedenken gebraucht. Es werden also heut zu Tqgc unter den Torys diejenigen verstanden, welche der monarchischen Regierung, wie auch der Lehre und den Ccrimonicn der englän- dischcn Kirche, gänzlich anhängen, und die Presbyterianer nicht dulden wollen. Sie theilen sich wieder ein in Staats- vder harte Torys, die sonst auch High- sticls oder Hochflicgende genannt wer, den, ein; welche behaupten, der König dürfe an keine Gesetze gebunden seyn, sonder» es muffe alles nach seinem Willen ohne Einschränkung geschehen; und in moderake oder Kirchen- toryS, welche zwar die königliche Gc- walt anerkennen, jedoch daß die Frey, heilen des Volks dabey nicht gekränkt werde. Sie theilen sich nach ihren Kircheriabsichken wieder in strenge und gelinde, wovon die erster» die ÄuSrot. kung der Presbyterianer»erlangen, die Tosa Losean ell« «obern aber sind mit der jetzigen Ein, richlung der engländischen Kirche zufrieden. Die Partey der Wighs theilt sich ebenfalls in zwey Factionen, nahm. stich in SraakSwighS, welche aus S!e. publikanern bestehen, und das König, reich gern in eine freye Republik ver. wandeln möchten; daher sie dasjenige, was mit Carl I., Cromwelln und Jakob II. geschah, billigen; und in Kir. chenwighs, welche wollen, daß die königliche Gewalt nur in Schranken blei. ben, und dieNonconformisten alsBrk. der geduldet werden sollen. Unter der Regierung Carls ll. führten dir Torys und Wighs den Nahmen der Addres- seurs und AbhortanS. In unseren Ta. gen haben sich die Nahmen gleichfalls geändert; denn jetzt heißt die Hof-und Miuisterialpartey die Majority; die die. ser entgegen gefetzte aber die Minoritp, oder die Oppositionspartei». Tvsa, eine kleine Stadt nebst einem Hafen in Katalonien in Spanien. Sie liegt auf einem Vorgebirge gleiches Nahmens, zwischen den Grenzen von Tor. der« und PalamoS. Tosa, stVtllilo, ein Fluß in Italien, welcher im Berge de la Fourche, und zwar in eben dem See entspringt, wo die Rhone ihren Anfang nimm«. Zuletzt fällt er in den Logo Maggiore, im Mai- ländischen. Tosa, Ions«, ein kleines Königreich und Stadt aus der südlichen Küste der Insel Chickock in Japan in Asien. Toscana, f. Florenz. Toscanella, Lalumbrona, luscia, luacLniw, eine kleine Sradt auf einem Berge, am kleinen Flusse Marcha im PatriMonio Pein im Kirchenffaale. Von derselben wird der Bischof von Vilerbs mit benannt, nachdem daSehemahlige hiesige BiSthum mit dem zu Vilcrbo verbunden wurde. Hier stndet man drey Klöster. Tos-anis Totrusch romanisches Meer, c^sre lulcum, ^rrkenium, ober ivkerum, ein Theil der mittelländischen Meeres bey Italien, zwischen Toscana, dem Kirchenstaate, dem Königreiche Neapel, und den Inseln Sicilie», Sardinien, und Corsica. roscvlana, eine kleine Stadt am Gar- berste in der Landschaft Beestiano>m Gebiethe der Republik Venedig. Tost, eine kleine und offene Stadt im Kreise gleiches Nahmens im Fürsten« thume Oppeln in Schlesien. Sie enthält ein Schloß mit einer evangelischen Capelle, und eine katholische Pfarrkirche, und gehört den Grafen von Posa- dowsky. In dieser Gegend findet mau Eisenhammer, Glashütten und Papiermühlen. Totalster, gänzlich, durchaus. Totana, einer der besten Flecken im Königreiche Murcia in Spanien. Er ist groß, wohl bewohnt, und eine Commen« thurey des Ritterorden von Sanijago. Tvtma, eine Stadt in der wologdaischen Provinz in der Statthalterschaft Wo- logda im europäischen Rußland, welche der Hauplort eines Kreises ist. Sie treibt wichtigen Handel, enthält 17 Kirchen und Z Klöster, und ihre meisten Einwohner sind Kaufleute. Außerhalb der Stadt befinden sich ig gang» bare Salzkothe, zu welchen drey Salzbrunnen gehören. Tolneß, ein Burgflecken am Flusse Dart i» Devonshire in England, welcher hauptsächlich aus einer langen Straße besteht, und zwey Dcputirte zum Parlamente schickt. Totrulch, Tratusch, ein Städtchen am Flusse gleiches Nahmens im bakowischen Gebiethe in der obern Moldau, in dessen Nachbarschaft es wichtige Salzbergwerke gibt. Von hier aus geht der ge- ränlttigste Weg auS drr Moldau nach Siebrnbirgcn. Tone Loulon 427- Tour, Tone, IkiosZa, ein schiffbarer Fluß in der Landschaft Anja» in Frankreich, welcher unterhalb Sauwur in die Loire fällt. Toni oder Tvulois, eine ehemahlige Graf- schaft in Frankreich, welche ganz vom Herzogthume Lothringen eingeschlossen ist, nnd einen kleinen Umfang hat. Sie kam nebst der Stadt Tonl und den beyden andern Bisthümc»» Metz undVcr- dnn im Jahre ILZ2 unter französischen Schutz, und im Jahre 1648 ganz unter Frankreichs Oderherrschaft. Toul, lullum, die Hauptstadt der eben genannten Grafschaft, liegt an der Mosel, über welche hier eine schöne stei- nerne Brücke führt, und ist eine re- gclmäßige Festung und der Sitz eines Bischofs. Sie war ehemahls eine freye Reichsstadt, und der hiesige Bischof ein Reichsfürst, welchen Titel er sich auch noch nebst dem Titel eines Grafen vo» TouloiS bis zur Revolution beylegte. Sein Metropolit ist der Erzbischof von Trier: sein Kirchsprengel begreift 1700 Pfarren, und er ward am römischen Hofe auf 2Lvo Gulden taxirt. Außer der schöne» Kathedralkirche findet man hier eine Collegiatkirche, 4 Pfarrkirchen und zwey Hospitäler, und bis zur Revolution gab es hier noch Z Ableyen, 2 Prioeate, 7 Klöster, ein Commen- tburcy des JohaiinilerordcnS nnd ein Semiiiarium. Toulon Polonium, lolenium, 1*elo üstsrbius, eine berühmte, und nach dem Anfange des jetzige» Jahrhunderts ansehnlich vergrößerte Stadt am mittelländischen Meere in Unterprovence in Frankreich, welche an der Landseite wohl befestigt ist, nnd eine» schönen Hafen für Kriegsschiffe hat. Sie ist der Sitz einer Admiralität und eines Bi. schofs, welcher unter dem Erzbischofe von Arles steht, einen Kirchsprengel vv„2A Pfarren hat, und am römischen 4-B Toulon Hofe auf 400 Gulden taxirt ward, und zählt 2L0--0 Einwohner. In bemalten Quartiere der Stadt verdienen besonders-ie bischöfliche Kathedralkirche, das Rathhaus und das ehemahlige Collegium der P. P. Oratorli,.worin die Humaniora und Philosophie getrieben wurden, gesehen zu werden. Das neue Quartier der Stadt ist schön gebauet. Hier ist der ansehnliche viereckige mit Bäumen besetzte Platz, das herrliche Haus der vormahligen Jesuiten mu einem Semina. rium für Schiff-geistliche, das große Arsenal, die Slückgießerey u. d. m. Der alte und neue Hafen haben vermittelst eines Canals Gemeinschaft mit einander. Aus beyden kommt man in den großen Vorhafen, der fast Z Stunden im Umfange hat, durch die umliegenden Hügel sehr sicher ist, und im Eingänge durch zwey starke Forts verthci. digt wird. Der neue Hafen, welchen Ludwig XI V. angelegt Hai, ist mit vortrefflichen Batterien versehen, und rund umher mit dem Zeughause bebauet. Ei» jedes Kriegsschiff hat hier sein besonderes Magazin; die Kanonen und Segel aber sind an gewissen Qrten beysammen. Das allgemeine Magazin mit seiner bewundernswürdigen Ordnung und Verrathen, die geräumigen Werkstatt« Der zum Schiffbaue gehörigen Handwerker, und das Z2ans L>nd bringen konnte, es auch darauf«» Lebensrnittel» mangelte, so wurde der Oek wieder verlassen. Nach der Zeit sind nicht allein die beschädigten Werke wieder ausgebessert, sondern auch noch viele Forts auf den benachbarten Höhen, die der Stadt Schaden thun können, angelegt, und also dieser Ort noch mehr befestigt worden. Im Jahre 1721 hat diese Stadt eine grausame Pest ausge- standen, und im Jahre 1744 fiel zwischen ihr und den hiecischcn Inseln ein hitziges Seetreffen zwischen der eiigläa- dischen und combinirte» spanisch-französischen Flotte vor. Im Jabre 179z wurde sie von den Engländern unter Begünstigung ihrer Einwohner erobert, aber denselben bald wieder durch die Franzosen entrissen. Toulouse, lolosn, die Hauptstadt in Lauguedoc in Frankreich, und eine der ältesten Städte dieses Reichs, welche in einer vortrefflichen Ebene an der Garantie liegt. Sie ist der Sitz eines Erzbischofs, einer Admiralität, einer Akademie der Wissenschaften, einer Akade- mie der Mahler- und Bildhauerkunst, und einer Universität, und soll nach Paris die größte Stadt in Frankreich seyn. Ihre Straßen sind meisten Theils breit, und die Häuser von Ziegelsteinen erbauet; sie ist aber nicht sehr volkreich. Sie treibt starke Handlung mit spanischer Wolle, hat gute Wollrumanufac- turen und Ledebgärbereyen» und verfertigt dünne halbseidene und halbwollene Zeuge und bcrgamische Tapeten, welche letzten aber wenig bedenken. Unter dem hiesigen Erzbischofe, drffea Kirchsprengcl 2L0 Pfarren begreift, stehe» siebe» Bischöfe, und er ward Toulsuse Loue 42- «m römischen Hofe auf Lvoo Gulden taxirk. Die Kalk,edralkirche ist alt, und enihalt nichts Merkwürdiges. Ju der Kirche S. Sernin oder S. Saiurnin will man dreyßig heilige Leiber, und unter denselben sieben Apostel habe», wovon einer Jakob der Jüngere seyn soll, dessen Besitzes man sich doch zu S. Jago de Compostella in Spanien auch rühmet. Die Karmelitcrkirche hat eine prächtige Capelle, und die große und schöne Dominicanerkirche enthält das Grabmahl des Thomas von Aquino. In der Franciskanerkirche befindet sich unter dem Chöre eine Gruft, in welcher die Leichname vertrocknen, ohne z» zerfallen. Die ehemahlige hier im Jahre 1F74 gestiftete Gesellschaft der blauen Büßenden war die berühmteste Bruderschaft in ganz Frankreich; denn es befanden sich auch Könige, Prinzen von, Geblüte und vornehme Geistliche in ihren Registern. Die hiesige Universität ist im Jahre 1228 gestiftet worden. Man findet hier auch ein schönes ehe. mahliges Jesuitcrcvllegium, ein Colle- gium der Vater der christlichen Lehre, und außer den oben genannte» Akade. inlkn noch eine Akademie des Jenx sio. reaux, welche 42 Mitglieder hat, die sich vornehmlich in der Dichtkunst üben, und die alle Jahre am dritte» May vier Preise austheilet, die in einer goldenen und drey silbernen Blumen bestehen. Sie versammelt sich auf dem Rathhause, welches große Gebäude Capitolium genannt wird; daher die hiesigen Aachs- herren Capitouls beißen. Im Jahr« 1772 flog dieses öffentliche Gebäude durch die Entzündung einiger Pulverfässer in die Luft, wodurch auch das Kaufhaus mit abbrannte. Das Merkwürdigste in demselben war das Fenster in dem inner» Hofe, aus welche!» der brave Herzog von Mommorency auf die Hinrichtn,,gsdühne geführt würbe, auf welcher er seinen Kopf verlor. Bor der Stadt liegt eine große Mühle von 16 Gängen nur horizontal liegen- den Wasserräder» a» der Garonne, und hier sieht man auch verjchiedene Ueberreste von römischen Amphitheatern und Wasserleitungen. Die stciner. nc Brücke über die Garonne, welche >4L Toisen lang,„nd 12 breit ist, auf 7 Schwibbogen von verschiedener Größe ruhet,»nd welche, die ausgchaue-- uen Steine» verfertigten Winkel aus» genvmme», aus Backsteinen besieht, ist kostbar. Eine Viertelstunde unterhalb der Stadt gehl der berühmte Canal in die Garonne, welche hier schiffbar wird. Im Jahre 1772 regnete es i.-e hiesiger Gegend»ach langer Dürre am i6len September heftig, und am folgende» Tage trat die Garonne, welche länger als einen Monath nicht schiff- bar gewesen war, aus, und richtete einen entsetzlichen Schaden an. Tour(la) oder Tour de Peils, T'urris j?e!iaiia, ein Städtchen am Genfer» scc in den Maischen Landen des CantvnS Bern in der Schweiz. Tour dc Bouc, ein wohl befestigtes Schloß auf einer kleinen und felsigen Insel bey dem Ausflüsse des Sees MartiqneS ins mittelländische Meer in Unterprovence in Frankreich 6 Meilen von Marseille. Tour du Pin(la), eine kleine Siadt in Unlerbaiiphine in Frankreich, welche ehemahls eine freye Baronie war, die mit Danphine vereinigt wurde. Tour la Ville(la) oder de Treme, rill Städtchen in der Landschaft Geyers im Conto» Freydurg in der Schweiz. Tour und LassiS, ein kleines Fürsten, thum in der Gegend von Halle im österreichischen Antheile an der Grafschaft Henncgaii, welches ehemahls die Herr« sch ift Braine le Chateau büß, aber im Jahre>68> zum Besten des Grafen von Eugen Aüxander von Thura 4Z0 Tonraine Lourmalin und Taxis von dem spanischen Könige Carl III. zu einem Fürstenthume er. hoben wurde. Touraine, eine Landschaft in Frankreich welche gegen Nordwesten an Meine, gegen Norden und Nordosten an Or. leanois, gegen Osten an Berry, ge. gen Süden anPoitu, und gegen We. sten an Anjou grenzt. Sie ist non Abend gegen Morgen 22, und von Mittag gegen Mitternacht 24 französische Mei. len groß, hat eine gemäßigte Luft, und ist so angenehm, daß man sie den Gar. ten von Frankreich nennt, enthält aber nicht einerley Erdreich. Die sandige Gegend les VarenneS längs der Loire bringt Rocken, Gerste, Hirsen und Gartengewächse hervor, und man erzeugt hier auch ein Kraut zum Gelb. färben. Der fettere Strich le Vecro» liegt etwas höher, und liefert Getrei. de. Wein, sehr gute Früchte, und vornehmlich gute Pflaumen. Der klei. «e Strich Landes, Nahmens la Cam. pagne, welcher zwischen den Flüssen Eher und Jndre liegt, ist an Getreide, und besonders an Weißen, fruchtbar, und das Ländchcn la Brene ist naß und sumpfig. Die Hügel an der Loire und dem Eher sind mit Weinstöcken bepflanzt; aber la Gastine ist eine dürre schwer zu bearbeitende Gegend. Man findet hier Eise«, Kupfer und einem!- rieralische Oueste, und bey Cande ward im Jahre 176.2 Silber, und Golderz entdeckt. Dieses Land hatte ehemahls seine eigenen Grafen. Im Jahre 1044 w»r. de es von den Grafen von Anjou weg. genommen, im Jahre 1202 mit der Krone vereinigt, und im Jahre ,2-6 zu einem Herzogtbume erhoben; wor. auf es verschiedene Mahl königliche» Kindern gegeben, und endlich wieder Mit der Krone vereinigt ward. ES ent. hält 27 Städte und Flecke». T 0»r 11 a y Tourmasin, ein brauner, glasartiger halb durchsichtiger Stein, wclcherua! ter dir Edelsteine gerechnet wird, u»i durch die Erwärmung elektrisch gemacht werden kann, La er dann einen»». ziehenden und zurück stoßenden Pol hat. Tournan, laurvckunum, eine kleine Stadt auf einem Berge an der Rhone in der Landschaft VivaraiS in Unter, languedoc in Frankreich. Sie enthalt ein Schloß, und ein vormahliges be, rühmte- Jcsuitercollegium und Kloster. Hier ist der bekannte Weltbeschreiber Pierre d' Avi-y, geboren worden. Tournny, Doornik, lornacum, die Hauptstadt der Castellaney Tournaiiis, im österreichischen Aniheilean der Graf-' fchaft Flandern. Sie liegt zu beyde» Seiten der Scheide, 4 starke Meile» von Ath, und Z von Ryssel oder Liste, und ist eine alte große, volkreiche, feste, und wegen ihrer Woll-und Sirumpf- manufacrucen berühmte Siadt. Sie ist auch der S tz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe 00» Cambray steht. In der hiesigen Kaihedralkirche, wie auch in verschiedenen andern Kir. chen und Klöstern, werden schöne Ge» mähldc angetroffen; imgleichen befi». del sich hier ein Costcgium der vormahligen Jesuiten, und eine Schule für junge kaiholischeJclandcr. Die hiesigen Domherren tragen seit dem'Jahre 1754 ein von der Kaiserinn Maria Theresia ihnen verliehenes Ordenskienz, an ei. nein Pioleibande, am Halse. Diese Stadt wurde durch den aachenschen Frieden an Frankreich abgetreten, und damahls aufLudwigs XIV. Befehl mit eiucr starken Citaselle versehen. I.,. Iah. re 170«) wurde sie von den BnndeSge. nosseu erobert, und kam im Jahre 171Z durch den Ilkrechter Frieden au das Hau- Oesterreich,„nv ward auch eine von de» Barriereffädlen. Im Jahre wurde sie von den Franzost» er- Lo u r ncco u p r Tour» u S T o> u r s obert, und bis z»m Jahre 1743 behalten, weiche den Theil der Citadelle, der an der Stadtseite liegt, schleiften, so, daß sie jetzt an dieser Seite offen ist. Tdiirnccoupr, eine kleine Snadt in Unker- armagnac in Gascogne in Frankreich. TdUNieile, der Nahme zweyer besonderen ehemahligen Kammergerichie in Frankreich, unter wi lchen das erste T'ourneüs civile hieß, und eine Kammer des Parle- ments zu Paris war, die der König im Jahre 1669 anlegte. Sie bestand aus einem Präsidenten, und verschiedenen Räthen von der großen Kammer, welche Montags, Donnerstags, Freytags und Sonnabends zusammen kamen, und über Streitigkeiten dasRechl sprachen, die zum wenigstens eineSumme von loooPfinid, oder Loo Pfund Renten betrafen. Die Raihepersonen dieses Collegiums hakten 2LO Pfund außerordentlichen Gehalt, welchen ihnen der Renkmrister des Par. lemenrs auszahlte. Im Jahre 17ZZ er- richlctc der König noch eine Kammer die. ftr Tournelle, welche aus 2 Präsidenten deSHofts,>L Rälhen der großen Kammer, und aus eben so vielen von der Cham- bre des Enqueles bestand, und in bür. zerlichen Sachen, die sich auf Zooo L.vres und darüber beliefen, e>kannte. Das andere hieß l'ournelle crimi- nelle, welches im Jahre ißzö aufkam, in 2 Präsidenten des Raths, 8 Raths- herren der großen Kammer, und»o andern Räthen bestand, und lauter Cri- minalien zu besorgen hatte. Lournus,'lfornucium, eine kleine sehr alte Stadt an der Saone in der Land. schaftMaconois inBvurgogiie in Frank, reich. Sie hat zwey Pfarrkirchen und ein Hpspieal, und enthielt über dieß bis zur Revolution zwey Klöster und ei« C«ll giuni. Die hiesige ehemahlige Benedicnnerabtey, welche vorzeiten ri» Schloß war, ward im Jahre 162L secularisirt, und zu einer Collegiarftr- (IV. Band.) 43 r che gemacht. In der hiesigen Gegend befindet sich ein Steinbruch, der dem schönsten Marmor gleicht; auch wächst hier ganz guter Wein. Tours, luroui, Laelurcxlunum, die Hauptstadt in Tonraine in Frankreich, welche in einer angenehmen Ebene an dem linken Ufer der Loire, und bey dem Flusse Eher liegt, ungefähr ZZvoc» Einwohner enthält, und der Sitz eines Erz. bischoftist.Die Häuser sind hiervon sehr weißen Steinen erbauet, und fallen nebst den ziemlich schönen reinlichen Straße» wohl in die Augen. Die crz- bischöfliche Kathedralkirche mit ihren erhabenen Thürmen, einem sehr künstlichen Uhrwerke und einer vortrefflichen Bibliothek, verdient vor andern bese« hen z» werden. Nach ihr folgt die gro. ßc Kirche S. Martin mit einer künst» lichen Orgel und dem Grabmahle des heiligen Martin. Dieser, und der be- rühmleGeschichtschreiber GregoriusTu- ronensts, waren beyde Erzbischöfe an diesem Orte. Außer den jetzt genannten Kirchen fand man hier noch bis zur Nr. volutio» ,5 Capitel, z Abtcycn, ein Jesuitercollegium, und 12 Klöster. Das hiesige Schloß, welches auf einem Del- sei, gebaner ist, wurde in vorigen Zeilen für unüberwindlich,gehalten; daher man bey den innerlichen Kriegen diekö. nigliche Gemahlinn und Prinzen hier. her i» Sicherheit brachte. Die übrigen Merkwürdigkeiten dieser Stadt sind: der Pallast des Erzbischofs, die Woh. niing des Intendanten, die Mailbah», dir steinerne Brüche über die Loire von 19 Schwibbogen, und die angenehme Promenade auf dem großen Damme. Unter dem hiesigen Erzbischofe stehen il Bischöfe, und er hat einen Kirch. sprenge! von 404 Pfarren, und ward am römischen Hofe auf yLoo Gulden kaxirt. Die Einwohner treiben besonders mit den hier vrrferligie,, Seidktl- Jii 4Z2 Touvrr Trachenberg waaren und Tüchern ansehnlichen Kauf. Handel; dach war er vor Vertreibung der Hugenotten weit stärker als jetzt. Touvre, einer der vornehmsten Flüsse in der Landschaft AngoumoiS in Frankreich, welcher auch hier-entspringt, und in die Charenre fließt. Tou-yun, eine Stadt in der Provinz Kouei> lcheou in China. Sie liegt an den Gebirgen, welche die unabhängigen Mias.se bewohnten, die aber in> Iah. re 17/; fast ganz ausgerottet wurden, und hat zwey Städte vom zweyte-,, und eben so viele voi» dritten Range unter sich. Tolvcejker oder Torcester, ein atlsebnli, cher und volkreicher Marktflecken in Nordhamptonshire in England. Towcr, s. London. Towesend, eine Stadt in der Landschaft Sagadahoc in der Provinz Massach, sctüday in den vereinigten nordameri- kanischen Freystaaten. Towy,'I'obius, ein Fluß In dem Fürflcn- thnme Wales in England, welcher schiffbar ist, und sich in die Bay von Tendy ergießt. Trabant, eine Act Leibwachezn Fuße vornehmer Herren, bewaffnete Bedie-.se zu Fuße, fürstliche Personen zu bewachen und zu begleiten. An manchen Höfen hat man Hoflrabauten, Leibtrabanten, Sch veizertrabouten u. s. f. Figürlich werden in der Astronomie diejenigen Planeten, welche sich zunächst um andere Planeten bewegen, Trabanten der letzter,, genannt. So haben der Jupiter und Saturn ihre Trabanten. Der Trabant der Erde ist unter dem Nahmen des Mondes am bekanntesten, welcher Nahme auch wohl den Trabanten der übrigen Planeten beygelegt wird. Trabt), eine kleine Stadt ltider Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Trachcnberg, eine freye Standeshercschaft »der Fnrstettthnm in Nieder,chlesicn, T rächend Trachselw welche gegen Westen an das Fürsten, thnm Wohlan, gegen Süden an dar Fnrstenthum OelS, gegen Dsten an die freye StandeShereschast Militsch und an die Minderherrschaft Suhlan, ,md gegen Norde» an Pohlen grenzt, und F Meile» lang, und 4 Meilen brejtisi. Ihr Boden ist zum Getreidebaue sehe bequem, und bringt allerley Getreide- arten reichlich hervor. Die Viehzucht ist hier auch gut, und die Wälder und Holzungen sind beträchtlich. Von den hiesigen Teichen sind einige so groß, daß sie kleine Landseen vorstellen,«nd mitten durch das Land fließt der Bansch. Dasselbe war ansänglich ein Theil der Fürsteitthnms Dels, ward aber nach. mahlS als eine freye Standesherrschaft von den Freyherren von Knrzbach besessen, von welchen es nach verschiedenen Besitzern durch eine Schenkung Kaisers Ferdinand!ll, im Jahre,6gi an Melchior Grafen von Hatzfeld und Gleichen kam. Im Jahre 1741 erhob König Friedrich II. den Grafen Frau; Philipp Adrian von Hatzfeld und Gleichen zur fürstlichen Würde,»ud derselbe erhielt auch im Jahre 1748 vom Kaiser Franz!, diercichefürstlichcWürde. UebrigenS stehet diese sreye Stan- drSherrschaft unter der königlichen Dber- amtSregiernng zu BrcSlau, und unter der Kriegs- und Domänenkammer zu Glogau. Trachcnberg, Dracomontiiina, die Hauptstadt der eben beschriebenen Stau- desherrschast, liegt an der Barlsch, und hat ein ansehnliches fürstliches Residenz- schloß, welches von einem Anne ver Barlsch umgeben ist, eine katholische und eine evangelische Kirche. Im Jahre 1702 brannte ungefähr die Hälfte derselben ab. Trachselwald, ein Schloß nnd Landvog. tey in den deutsche» Lande» deS§an< tvnS Bern in der Schweiz an den Lm Trocken bürg Tragisch Traganlh ccrner Grenzen. In derselben liegt das Städtchen Huikweil. Trackenburg, ein Markt, Schloß und Herrschaft im C>llyer Kreise in Unter, steyermaek. Der Markt ist landcssücsi. lich; Schloß und Herrschaft aber gehören den Grafen von Wildeiistein. Tractameni, ein aus dem Lateinischen und Französischen entlehntes, und nur im gemeinen Leben und in den niedrigen Spxecharten übliches Wort, die Begegnung, Behandlung, wie auch einen Schmaus zu bezeichnen. Traclat, ein aus dem Lateinischen aufgenommenes Wort, welches ,) eine ge, druck,eSchrjft oder Abhandlung, ein klei. »es Buch, 2) einen Vertrag oder Vergleich, und Z) Unterhandlungen bezeichnet. Daher Tracliren, behandeln, Unterhandlungen pflege», unterhandeln. Im besondern Verstände, mit einem Schmause bewirthe». Traditionen oder mündliche Ueberlieferungen, in der katholischen Kirche Elau- keiiSwahrheiteii und LebcuSpflichkeii, weiche die Apostel zwar nicht niederge- schrieben, doch aber ihren Nachfolgern mündlich mitgetheilt haben, und welche i» den Kirchcnversammliiiigen, in den Schriften der Kirchenvater,»nd i» der Einförmigkeit des Glaubens allerkalho- lischenKiechen ausgezeichnet worden sind. Im allgemeinen Verstände nennet man «lle mündliche» und ungeschriebenen Nachrichten, die von den Aeltern anf die Kinder u. s. w. gekommen sind, und wovon man bey glaubwürdigen Schriftstellern nichis aufgezeichnet findet, Traditionen. Trafaigar, ein Vorgebirge im Königreiche Sevilla in Spanien, an dem westliche» Eingänge der Meerenge von Gibraltar. Tragants), ei» weißliches Gummi ohne Geruch, von einem süßlichen unkräfti- Trainin chZZ gen Geschmacke, welches zäher und schleimiger ist, als das arabische Gummi, und aus der in dem wärmern Europa eiiiheimischenTraganthstande fließt. Tragisch, Mitleiden und Betrübniß erweckend, traurig. Tragödie, kill aus dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, ein Trauerspiel, zum Unterschiede von einer Komödie oder einem Lustspiele, zu bezeichnen. Im figü-lichen Verstände bedeutet dieses Wort auch IM gemeinen Leben eine traurige Begebenheit. Tragonisi, eine ganz kleine Insel des Archipelagus, welche in der Gegend der europäischen Küste liegt, und ihren Nahmen von der Menge Ziegen hat, die es ehemahls hier gab. Trahona, ritt wohl gebaueter Flecken am Flusse Adda in der Landschaft Vcltlin in der Schweiz, von welchem eine Gegend das Trahonerkhal genannt wird. Trajanopoil, eine kleine schlecht bewohnte Stadr am Flusse Maritz in Noma- iiicli, welche der Sitz eines Erzbischofs griechischer Religion ist. Trajetto, Irajectum, eine kleine und wohl bewohnte Stadt auf einer angenehmen Höbe nebst einem BiSlhume und dem Titel eines Herzogthiims des Hauses Caraffa, in Terra di Lavoro in Neapel. Train, das Gefolge, welches jemand bey steh führt. Traina, eine Stadt von 1^79 Häusern im Val di Demona in Siciljen. Trainircn, eine Sache verzögern. Trakhcnen, ein Amt im litauischen Departement in Ostpreußen, in welchem viele Pferde und Maulthiere gezogen werden. Trolle, ein Marktflecken in der Graf- schaft Kerry in der Provinz Mounstcr in Irland, welcher zwey Depulirtc zum Parlamente schickt. Lramin, Irsnümum, eine Herrschaft Zii r 4Z4 Tranionti Trankeb und Marktflecken im Viertel Etschzwi- scheu Trient und Botzen in Tyrol, welche dem Hochstifle Trient gehören. Hier wachst ein sehr guter Wein, und die Traminex Trauben sind auch an andern Selen in Deutschland bekannt. Tramonki, IrLmontum, eine Stadt im Principal» citra in Neapel, in welcher ein königlicher Gouverneur seinen Sitz hat. Sie enthält Pfarrkirchen und ein Kloster. Lraiurccht, s. Baikenrecht. Lranchee, ein Laufgraben. Tmnchcckugel, ein hölzerner, unten und an den Seilen runder, inwendig hohler, und oben mit einem Deckel verwahrter Körper, welcher mit einem Pulverschla. ge und darauf mit Handgranaten gela- den wird. Den Raum dazwischen erfüllt man mit verdorbenem Pulver, oder Kohlenstaube, Kugeln, Nägeln u. d. m. Der Körper wird zugeschlossen, unten ein Loch bis auf den Schlag gebohrt, ein Brand hinein gefleckt, und übrigens wie eine Carcasse mit Draht und Stricken überwunden, und so ln die Tranchee geworfen. Trancoso, ein Flecken mit L Pfarrkirchen in der Landschaft Beira in Portugal. Lranekiar, ei» Schloss von alter Bauart auf einem hohen Berge auf der dänischen Insel Langland 2 Meilen von Rudkiöping, welches die Grafen vvn Ahlefeld etwas haben verbessern lassen. Vorzeiten ist eS unter die stärkstenFestun- gen des Königreichs gerechnet worden. Trani, Irnnurn, eine kleine Stadt am Meere in Terra di Bari oder in der Provinz Trani in Neapel. Sie ist der Sitz des GerichtS dieser Landschaft, eines königlichen Gouverneurs, und ei, nes ErzbischofS, unter welchem die Bischöfe von Andria und BiSceglia stehen, und enthält 10 bis 12 Klöster und ein Castell. Trankebar, l'rnnyuebar, eine Stadt an der Küste von Coremaiidel, im König- Trankrbar reiche Tanjcor in Sstindien, welche am Flusse Cover» liegt, und der Krone Dänemark gehört. Vor hundert Jahren war sie nur ein schlechter Flecke», um welchen die Dänen nicht»nr eine Mauer führten, sonder» auch das Castell Duisburg, von 24 BesiepLN, mit liefen Graben anlegten, in welchem eine Compagnie zur Garnison liegt, und seit die- ser Zeit>st Trankebar der Hauxkorkder Dänen in Ostindien geworden, welcher j-tzt LOOO Einwohnrr zählt. In der benachbarten Gegend liegen Dörfer, die ei» gewisses Schutzqeld an die Dänen bezahlen müssen. Das größte unter den. selben heißt Pocejar, und ist fast eben so stark bewohnt, als Trankebar. Seit demJahre 1706wurde es vo» dem Könige von Dänemark, Friedrich IV-, zum Sitze einer cvangelisch-lnkherischen Mission gemacht, welche sich viele Mühe gegeben Hut, die Ungläubigen zu bekehren: den» sie hak nicht nur die Bibel und andre Religionsbücher in die ma- labarische Sprache übersetzt, welches die Muttersprache des Landes ist, sondern auch malabaeische Schriften(ehe noch eine Druckerey zu Trankebar errichtet wurde) inDenischland drucken, und mit großen Unkosten hierher bringen lassen. Es sind auch zur Beförderung dieses christlichen Werkes nicht nur aus Dänemark, sondern auch nuS Deutschland und England, starkeGcld- summtn seit dieser Zeit hierher Übermacht worden. Jetzt befinden sich an diesem Srte Z Kirchen, nähmlich eine dänische, welche Sion genannt wirb, eine malabarische für die Bekehrten, welche Neujcrusalem heißt, und eine katholische. Ueber dieß trifft man bier auch einen großen mnhammedanischen Tempel, imgleichen fünf heidnische Tempel an. Im Jahre 1780 belief sich die Anzahl derNeubekehrten aufi6LL6Sce< !en. UebrigenS bestehen die hiessgen Einwohner a»S Enropäern, Mohren und Transferiren Trapani Makaberen; doch machen die letzte«: die größeste Anzahl aus. TranSferiren, überbringen, an einen andern Ort schaffen; imgleichen in eine andere Sprache übersetze». Transport, ei» aus dem Französischen entlehntes Wort, im gen,einen Leben die Forlschaffung eines Dinges von einem Orte zum ander» zu bezeichnen, sie geschehe nun zu Wasser oder zu Lande. In einigen Fällen, zum Beyspiele im Kriegswesen, ist der Transport auch dasjenige, was unter einer Bedeckung forigeschaff« wird, es seyen nun Le- bensmitiel, Kriegsbedürfnisse, Gesa», gene und so weiter. Transporteur, in der Mathematik ein Werkzeug, einen Winkel nicht nur zu messen, sonder» ihn auch auf eine andere Fläche zu übertragen; der Winkelmesser. Er besteht gemeiniglich aus einem halbe» Zirkel, dessen Umkreis in iZo Grade getheilt wird. Transportieren, von einem Orte zum ander» schaffen. Transportschiff, ein Lastschiff, so fern es dazu gebraucht wird, Truppen, Pferde und Kriegsgecäch aus einem Hafen in den andern z» bringe». Transfubstantralion, der Nahme eines Glaubensartikels der katholischen Kirche, nach welchem sie behauptet, daß das Brot in der heiligen Messe durch die von Christo vorgeschriebenen und von einem ihrer Priester hergesagten Worte gänzlich in den Leib Christi verwandelt-wird, und nicht mehr Brot bleibt, wenn auch gleich der sacramen- talische Genuß nicht darauf erfolgt. Trapani, Lrapano, vrepanum, eine wohl gebanete Stadt auf einer Halbinsel im Val di Mazzara in Sicilien. Sie hat einen guten Hafen, der durch ein Fort bedeckt wird, welches aufder nahe gelegenen Insel la Columbara angelegt worden ist, und enthält 4ZL6 Häuser. Lrepano Trarbach 4ZS Man fischet hier viel ante Korallen, und hat auch in dieser Gegend einirag- liche königliche Salzwerke wie auch Marmor- und Aiabast rsabriken. Die Einwohner dieser Stadt und ihrer Gegend haben unter allen Siciliancrn allein den Ruhm, gute Seeleute zu seyn. Hier wird auch Salz aus dem Seewasser durch die Sonnenhitze bei eilet, und die hiesige Thnnfischcrey ist sehr ergiebig. Nahe bey diesem Orte liegt Trepano del Monte, ein Schloß auf dem Berge St. Guilano, welches vor Alters Ervx hieß, und eine Stadt glei- ches Nahmens mit einem berühmten Tempel der Venus hatte. Dieser Berg ist nach dem Aetna der höchste auf der Insel. Trapczunt, s. Tarabosav- Trappe sia), eine ehemahlige Abtey Ci- stercienscrordcns in der Landschaft Per- che in Frankreich. Sie war wegen ihrer strengen Lebensart berühmt; Graf Rotroc III. von Perche hatte sie im Jahre 1140 gestiftet. Trappe, eine Art Sumpfvogel mit kurzem Schnabel, einem langen grauen Halse, einem mit schwarzgrau und roth gesprengten Rücken, einem weißen Bauche, hoben starken Füßen, und buntem Schwänze. Er ist die größte Art unsers Fcldgestüzels, hat die Größe einer Gans, und wird auch Trappgans genannt. Wegen seiner Größe kann er nicht nnr schwer auffliegen, sondern er hat auch einen schweren lauten Gang, wovon er auch den Nahmen hat. Trarbach, l'r-rrbacum, eine Stadt und Oberamt an der Mosel im pfalz-zwey, brückischen Antheile an der Hintern Grafschaft Sponheiui im oberrheinischen Kreise, welche churtriertschcs Lehen sind. Diese Stadt ist der Sitz der Regierung, und eines evangelischen ConsistoriumS, und hat ein evangelisches Gymnasium. Der Pfarrkirche br- 4z6 Trascil Trassiere» Trau dienen sich die Lutheraner und Kathö« liken g uieinschaftlich. Ehemahls war Trarbach w^hl lefesijzt, und wurde auch durch das feste Bergschloß Grä« veuburg bechützt. Im Jahre 170Z wurde die S.a'l, und im Jahre 1704 die S-adt und das Schloß von den Bundesgenossen, im Jahre 17Z4 aber von den Franzosen belagert nad ero» bert, welche letzten so wohl das Schloß, als die Festungswerke der Stadt schleif, ten. Gerade der Stadt gegen über, auf der andern Seite der Mosel, ließ Frankreich nach dem»imwegischen Frieden die Festung Montroyal bauen, welche aber vermöge des rp-wikischen Friedens geschleift wurde. Trasciionba, eine große Stadt mit einer hohen Schule in der Provinz Tzhang in Tibet. Trasmauer, eine Herrschaft, Schloß und Markt am Flusse Trafen, im Kreise ob Lein Wienerivalde, im Lande unter der Ens in Österreich, welche dem Erzstifte Salzburg gehören. Trasp, eine Herrschaft im Thale Enga- dein, nicht weit von der Grenze der gefürsteten Grafschaft Tyrol, zu wel- eher ste auch gerechnet wird. Sie hat den Nahmen von einem Schlosse am Im,, welches eine Paßfestung ist, die eins geringe österreichische Besatzung hat. Außer dem großen Dorfe Fontana gibt es hier nur einige Weiler. Nicht weit von dem Schlosse befindet sich ein Salzwasssr, welches dcm Gedlitzer gleich kommt, und ein Sauerbrunnen. Kaiser Leopold I. schenkte diese kleine Herrschaft im Jahre ,636 dem Fürsten Fer. binaiid Joseph von Dietrichstein mit al. !er Landeshoheit; daher er wegen derselben auf dem Rcichlage in das fürstliche Collegium zu Sitz und Stimme feyer- iich eingeführt wurde. Trassiere», ein nur in der Wechselhand- lung übliches Wort, wo auf jemanden trassieren so viel sagt, als eine» Wech- Trauchburg ftl auf ihn schreiben, daß er denselben auszahle. Daher ist der Traffirrer derjenige, welcher auf einen andern lraffie- rrt oder ziehet; der Trassat derjenige, auf welchen gezogen wird; der Traf, saut, welcher die gezogene Summe von dem Trassaten in Empfang nimm-; die Tratte. der Wechsclbrief selbst. Trau, T'rLAurium, eine befestigte Stadt mit einem Hafen im vcnetianische» Dal. matien, welche auf einer Halbinsel liegt, die von einem durch Kunst verfertigten Canale von, festen Lande abgeschnitten wird. Sie wird in die neue und alte Stadt eingetheilt, von welchen diese mit einer doppelten, jene aber mit einer einfachen Mauer umgeben ist, und hat drey wohl befestigte Thürme. Diese Stadt liegt »»gemein angenehm, hat an der Nordseite schöne Gärte», und auf der Insel Bua eine schöne Vorstadt, mit welcher sie vermittelst einer steinernen Brücke, mit dem festen Lande aber durch drey hölzerne Brücken zusammen hängt. Hier refidirt ein venetianischer Proveditok unter dem Titel eines Grafen; und ein Bischof, welcher unter dem Erzbischo- fe von Spalatro steht. Der hiesige Hafen, welchen ein Meerbusen macht, ist sehr bequem, so daß die größte» Schiffe in demselben liegen können, wird durch zwey Vorgebirge bedeckt, und ist fischreich, indem man in demselben gute Sardellen sangt. Uebrigens ist diese Stadt eine alte römische Colonie des Kaisers Claudius, und suchte schon im Jahre 997 den Schutz der Venetianer, unter welchem ste auch seil dem Jahre 14.-0 beständig stand, in der Zwischenzeit aber vielerley Veränderungen unterworfen war. Trauchblirg, eine Grafschaft mit einem Schlöffe gleicher Nahmens im schwäbischen Kreise, welche an Las fürstliche Stift Kcmplen, an die Grafschaft Eg- loff, a» die österreichischen Herrschaften Hohenegg»»d Bregen;, und a» Traun T r a u tena u Tra uSnitz die obere Landvogtey und Herrschaft Kißlegg grenzt, und einer Linie der Grafen von Waldburg gehört. Traun, Irsunus,»in Fluß im Erzher- zogihume Oesterreich, welcher mit seinen Nebenbachen aus einem salzreichen Gebirge hinter Ausser in Sieyermark von dem so genannten Grnndelsee hervor kommt, durch den Haüstädtec-nnd 8-mundiicr. oder eigenilich so genannten Traunsee läuft, und aus dem letzten »ntec Gmiinde» wieder heraus kommt, verschiedene kleine Flüsse aufnimmt, und sich unterhalb Ebersbcrg mit der Donau vermischt. Traun, ein Schloss und Herrschaft an der Welscrhclde nicht weit von, Flusse Traun im Hau-rncktreis- im Lande ob der EnS in Oesterreich, welche dem gräflichen Hause von AbenSbcrg und Traun gehöre». Das Schloss ist das Etammbaus dieser uralten Familie. Traunktrchen, ein Markt am Traunsee itll Traunkreise im Lande ob derMis in Oe» sterreich, welcher sonst eine Residenz der Jesuiten zu Paffau war. Ehemahls hier eine Benediclinrrabtep. Traunstcin, eine Stadt, Schloß und Pfleggcricht am Flusse Traun im Renl- amie München in Obcrbaycrn gegen die salzburgische Grenze. Hier wird viel Salz gesotten, dessen Sohle man vermittelst besonderer Hebewerke über ei. nige Berge von Reichenhall 4 Meilen weit hierher geleitet hat. Eine Viertelstunde von der Stadt gibt es ein Wildbad, welches stark besucht wird, weil man es besonders wider das Reißen und die Lähmung der Glieder dienlich befunden hat. Trausuitz, ein Schloß an der Pfreimbt oberhalb Pfteimdl in der Oberpsalz im bayerschen Krei,r, auf welchem Friedrich der Schöi.r von» Jahre IZ2L bis ^25 gefangen gesessen haben soll; wiewohl andere das besser verwahrte Schloß Burg TcauSnitz odrr TrcSwitz dasürhal- Trave 4z/ teil. Friedrich hatte bey Mühldoef das Unglück, von Schwepperman», dem Generale seines GegcnkaiserS, Ludwigs von Bayern, geschlagen und gefangen genommen zu werde». Da nach der Schlacht nichts als wenige Eyer zu essen vorhanden waren, so sagte Ludwig: dem Maiurein Ey, demfrommen Schwexper- mann zwey. Traukenau oder Truknow, eine köttiglt. che Lribgedingstad, am Flusse Uppaie im Königikiuzcätzrr Kreiseln Böhmen, welche im Jahre t/F/ganz abbrannte. Der Leiiiwaiidmarkl, welcher hier wöchentlich gehalten wird, ist berühmt, und hier werden auch gute Tücher verfer kigt, die vornehmlich wegen ihrer schönen Farbe bekannt sind. Nicht weit von hier liege,, die Dörfer DeuischbrauSuitz und Gore, bey welchen am Zosten September des Jahres 174^'ein blutige- Treffen zwischen dem österreichischen und preussischen KriegShcere zum Nachtheile des ersten oorsiel, TraukmcuinLdorf, ein Schloß und Herrschaft im Grätzcr Kreise in Unlersteocr« mark, welches das Stammhaus der reichsfürstlichen Familie dieses Nah- mens ist. Lraukmannsdorf, ei» Schloß und fürstliche bathya,tische Herrschaft im Kreise unter dem Wienerivalde im Lande unter der EnS in Oesterreich. Travancor, eine Landschaft auf der Küste von Malabar in Deca» in Ostindien, welche acht Herrschaften enthält, unter denen die Herrschaft der Königs von Travancor die wichtigste ist. Von diesen, Fürsten ist auch Cochiiistna abhängig. In der Haupistadi gleiches Nahmens wird wichtiger Handel getrieben, und sie enthält mehrere katholische Kirchen. Ihre Einwohner sind Heiden, Mu> hamuiedaner und Christen. Tnwe, ein Fluss im Heezogthume Holstein im niedersächsilcheu Kreise, welcher i« Wagcrlande bep Gieselradeent- 4^3 T r« v e i» Traw» ik springt, OldcSloo und Lübeck vorbey fließt, und LMeilcn unter Lübeck bey dem ElädlchcnTravcmünde in dieOstsee fällt. Tkavemünde, ein lübeckischeS Städtchen am Ausflüsse der Trave in die Ostsee, L Meilen vvn Lübeck im niedersächfi- schen Kreise, welches nach der Land- seite zu etwas befestigt ist, und an der Seeseite eine kleine Forterrsse hat, worauf beständig eine lübeckische Besatzung liegt. An dem Ufer steht ein 22 Klaftern hoher Thurm, welcher die Leuchte genannt wird, und von dem mau viele Meilen weit in die Ostsee sehen kann. Hier befindet fich der Hafen der Siadt Lübeck. Die Einwohner find Fischer und Lotsen. Tkavendahl, Traventhal, ein Lustschloß und Amt an der Trave, eine kleine Meile vvn Scgederg im HerzogthumeHol- flei«. Das Schloß ha-t einen schönen Garten, und liegt in einer anmulhigrn Gegend. An diesem Orte ward den. 8tcn August des Jahres 1700 der traventha- lischc Friede zwischen Dänemark und Holstein geschlossen. Traverse, in der Fortification ein erhabenes Werk, welches von Erde, oder in der Eile nur von Sandsäcken, oder anderer Materie auf die Art und in der der Höhe, wie eire Brustwehr, aufgeworfen wird, damit fich die Soldaten dabi.-ter begebe», und wider den Anfall der Feinde länger wehre» können. Man macht ste gemeiniglich auf dem bedeckten Wege über die Ouerc, so daß zwischen der Brustwehr und den Traversen ein Durchgang gelassen wird. Travestieren, verkleiden, einem Schriftsteller eine andere Gestalt gebe». Trawtlik, Teawnuk, eine geringe Stadt und Festung in der sirojischen Sand. schakichalt im-jeder n od r untern Bosnien, zw 0 T gereisen non der Hauptstadt, Weil sie für einen s, hr gc unden Ort gehalten wird, so ist sie der Sitz Traz Tceb! gu 0 deS BegjlerbegjS von BoSnien. Hier wohnen gegen hundert Jndenfainilien. Traz los MonleS- Traz oS Monles, eine Landschaft in Portugal, welche gegen Mitternacht au Gallicien, gegen Morgen an Leon, gegen Mittag ebenfalls an Leon und an die Landschaft Bcica, und gegen Abend theils an Entcr Duero e Minho, theils an Beira grenzt,^ie hak den Nahmen voik" ihrer Lage in Ansehung der Landschaft Euter Duero e Minho. der sie jenseit deS Gebirges Marao liegt. Ihre Größe beträgt von Norden nach Süden gegen ZO, und von Osten nach Westen gegen 20 portugiesische Meilen. Diese Landschaft ist größten Theils bergicht, und daher rauh, dürre und wenig bewohn«; doch find in derselben auch einige schö. ne und fruchtbare Thäler vorhanden, in welchen Rocke», Weihen Wein und andere Früchte wachsen, Außer dem Flusse Duero wird sie noch von den kleinern Flüssen Tamega, Corgo, Tuela und Sabvr bewässert, welche sämml. lich in den Duero fließen. Sie begreift übrigens 2 Städte und 57 Flecken. Trebbia oder Trebia, ein Fluß in Jta. lien, welcher im genuesischen Gebiethe entspringt, und fich oberhalb Piacenza in de» Po ergießt. Trabbin, ei» Städtchen unb Amt an der Nulhe im teltowschen Kreise in der Mittelmark im ChurfürficitlhumeBraii- denburg. Trcbenitz, Trsebenih, eine kleine Stadt im Leuimcntzsr Kreise in Böhmen, welche dem adeligen Frauenfiiftr bey S. Georg zu Prag gehört. Trcbigno, Trcbtgne, 1>ibuni», eine geringe Stadt am Flusse gleiches Nahmens im türkischen Daimntien, welche der Sitz eines katholischen Bischofs ist, der unter dem Erzbischofe von Ragusa stehet, und vor Alters der Hauptort der Provinz Tribuns« war. Trebisonöe Tredagh Lrebisonde, s- Tarabosan. Liebllsch, eine Herischaft und wohl gebatikte Stadt um Flusse Jglawa im Jglauee Kreise in Mähre», welche ei» nem Grafen vo» Waldstein gehören. Die Stadt enthält ZZt Häuser, und hat gute Tuchmanufaeniren. Trebnitz, l'rebnitium, eine offene Stadt im Fürstenlhume DelS in Schlesien, welche der hiesigen fürstliche» jungfräu» lichen Altey Cistercienscrordens gehört, und außer der Klosterkirche eine evangelische Pfarrkirche und Schule enthält. Das hiesige Kloster ist ein vortreffli» cheS Gebäude, und in demselben befindet sich das Begräbniß der heiligen Hedwig, einer Gemahlin» Heinrichs des Bärtigen, Herzogs von Schlesien. Trebscn, ein Städtchen und Rittergut an der Mulde im Leipziger Kreise im Chur- fürstenthume Sachsen. Ttkbur, Iriburinm, ein Flecken im Amte Rüffelheim in der obern Graf- schaft Katzenelcnbogcn im oberrheinischen Kreise. Hier befand sich vor Alters ein berühmter königlicher PaKast, «nd hier wurden zur Zeit der carolin- gischcn Könige Reichstage»nd Kirchen- Versammlungen gehalten. Trecasi, ein Städtchen mit einem Hafen in Terra d'Dlranko in Neapel. Trkchllmirow, ein Städtchen am Dnie- per in der Woiwodschaft Kiow in Klein, pohle». Treckschute, in Niedcrdentschland und Holland eine Art Schiiten oder Fahrzeuge, welche auf den Canälen und Flüssen von Menschen oder Pferden fort- gelrecket oder fortgezogen werden. Die Straße zu beyden Seiten des UferS, aufwelchrr die ziehende» Menschen oder Pferde gehen, wird der Tr-ckweg, das Seil aber, vermittelst dessen dos Iabr- K»g fortgezogen wird, das Treckseih genannt. Tttdagh, s. Drogheda. Band.> Lreffurt Trcmitl 4zp Treffurt, eine Stadt und Amt an der Tberra, in Hessen, welche unter 2 Herrschaften, nähmlich Churmaynz, Chursachsen, und Hessen- Rheinfels- Rofheuburg gehört. Jede von diesen Herrschaften hat hier ihren besondern Amtmann. Die meisten Einwohner sind I'iihcriich. ZhrPrediger fleht untcrdcc chursächstsche» Siipcrinkeiidentur Lau. Kensalza. Es gibt hier auch Reformirte und Katholiken. Nicht weit von diesem Dcle liegt der hohe Berg Hellrrstcm mit seiner tiefen Höhle. Trcsvntane, Trcfonti, drey kleine In. sein an der Küste des Val di Mazzara in Sicilicn. Lrcgony, ein Burgflecken in der Landschaft Cornwall in England, welcher zwey Drpntirte zum Parlamente schickt. Treguirr, Irecorium, eine Stadt an einem Meerbusen in Niederbretagne in Frankreich. Sie liegt auf einer Halbinsel, welche ehemahls Trccor genannt wurde, und ist der Sik eines Bischofs, welcher bis zur Revolution Herr und Graf dieser Stadt war, unter dem Erz. bischofe von Tours stehet, einen Kirch. sprengel von-Zu Pfarren hat, und am römischen Hofe auf 460 Gulden taz-irt ward. In der umliegenden Gegend wächst viel Getreide und Hanf,»nd man treibt in derselben gute Pferdezucht. Trelleborg, ein Marktflecken in Schonen i» Südgothland in Schweden. Er liegt von Astädt gegen Westen an der See» und treibt einen vonheilhaften Getrei» dchandel. Lrcmiki oder Trcmitische Inseln, drey kleine Inseln auf dem adriauschenMeere, welche der neapolitanischen Landschaft Capitanata gegen über liegen. Sie ha. bei, den Nahmen von der Insel Tremiti, welche sonst auch S. Nicolai genannt wird. Hier befindet sich ein Kloster»nd ein Caltell, und der Beiiedictinerocdc» hat hier das Recht, 2L Soldalcn zux K.re Trentsch Trentsin Trepa« 440 Zrcni 0 u Bedeckung derselben und seines Klosters zu unterhallen. Tremouille oder Trimvuille, ein Städtchen mit einem schönen Schlöffe am Flusse Benaise in der Landschaft Poitou ,n Frankreich, welches bis zur Revolution ein Herzogthum und eine Pairie war. Trcmulant, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, einen bebenden Ton, einen langsamen Triller zu bezeichnen. Besonders ist der Trcmulant, oderTre- mulankenzug, in den Orgeln ein Zug, den Pfeifen bey traurigen Musiken einen melancholischen bebenden To» zu geben. Trenboivla, eine Stadt im Lemberger Kreise im Königreiche Galizien. Trendelburg, s. Drengelburg. Trent, ein Fluß in der Provinz Stafford in England, welcher sich in den Hum- der ergießt. Trenton, eine Stadt am Flusse Delawa- ra in der Provinz Neujersey in den Nordamerikanischen Fceystaaten. Trenlschiner Gcspanschaft, eine Landschaft in Niederungarn, welche am Flusse Wag liegt, ihren Nahmen von dem Schlosse und der königlichen freyen Stadt Lrcntsin oder Trentschin erhalten hat, und ander mährische» Grenze bis nach Schlesien fort lauft. Ihre Länge beträgt meisten Theils 12, dieBrei- te aber 2 bis Z Meilen. Der größte Theil derselben ist bergicht, und hat daher nur wenig Ackerland; aber desto mehr nutzbare Waldungen, welche außer verschiedenem Holze auch allerhand Wildbret liefern. Die Viehzucht, und besonders die Schafzucht ist ziemlich ansehnlich, daher sehr viel Butter und Käse ausgeführt werden. Wein wird fast gar nicht gebauet; aber desto mehr Bier gebrauet, welches sehr beliebt ist. An allerhand Baumfrüchten hat diese Gcspanschaft keinen Mangel; die Pstau» men aber wachsen hier besonders gut und häufig, und werden meistens ein, weder gedörret, oder zur'Lativergege. sotten, und sehr stark verführt. Sj, hat auch warme und heilsameBäder, und eine Menge der besten Sauerbrunnen. JhreEinwohner bestehen aus böhmischen Slaven, welche mit ungarische» Edel. leuten vermischt sind. Die obergespan. schaftliche Würde gehört dem gräflichen Hause JllyeShazy erblich. Trenlsin, Trentschin, eure königliche Frey. stadt an der Wag in Niederungarn, und der Hauptoek dec eben beschriebenen Ge> spanschaft gleiches Nahmens. Die eigentliche Stadt ist klein, und besteht nur ans einer langen und breiten Gasse, die an beyden Enden mit einem Thore versehen ist. Die Pfarrkirche steht aa einem etwas erhabenen Oree, und ist ein sehgi altes Gebäude. Die Piaristen besitzen jetzt des Collegium der vormahli, gen Jesuiten, welche auch das Gymnasium versehen. Unter den andern Ge> bänden verdient das Ha»S der Gespan- schaft, und das RalhhauS bemerkt zn werden. In der ziemlich wcitläufiigen Vorstadt habe» die aligSdiirgischenCon- fessionSverwandten eine Kirche und eine kleine Schule. Das hier befindliche Bergschloß ist sehr alt, hat starke Mauern, Gräben und Bollwerke, ist auch noch heut zn Tage in wehrhaftem Stau- de, und mit einer Besatzung versehen, und gehört den Grafen JllyeShazi. In demselben befindet sich ein sehr fester Thurm, der für ein Werk der Römer halten wird, und ein überaus tieferBrnn- nen, welcher von den gefangenen Türken in den Felsen gegraben worden ist. Nicht weit von der Stadt sind vortreffliche warme Bäder anzutreffen. Trepan, ein Bohrer der Wundärzte in Gestalt einer Rennspindel, die Hirnschale in Verwundungen des KopseS»i! demselben zu durchbohren. Lreport Lreuchtlr Treuen Treviso Lttport, ein Flecken an derMündnngder Brösle im LandeCuux in der Oberuor- mandie in Frankreich, welcher einen vortrefflichen Hafen hak, der im Jahre >784 ganz zu Stande kam. Treploiv an der Rega oder Neuireptow, eine Stadt mit einem alten Schlöffe an der Rega im greiffenbsrqischen Kreise in Kmterpommcr». Sie hat gute Manufakturen, und ehemahls machte die schiff, bare Rega eine Meile unterhalb der Siadt einen guten Hafen. der aber jetzt durch Sand verstopft ist; daher der hiesige Handel wenig bedeutet. In der Gegend dieser Stadt fiel im Jahre>761 ein sehr blutiges Scharmützel zwischen russischen und preussischen Truppen vor, in welchem die letzten viel einbüßten, und nicht lange hernach mußte sich in derselben ein preussischer General mit seinem Dctalchement an die Russen ergebe». Das königliche Amt Treptow ist - übrigens aus einem ehemahligen reichen Kloster entstanden. Treplow an der Tollcnsee oder Alttrep. toiv, eine kleine Siadt und Amt im demniinschen Kreise im preussischen Antheile an Vorpommern, welche in KriegS. jenen sehr in Abnahme gerathen ist, und steh meistens vom Ackerbaue nährt. Tresekammer, Treweskammer, nur in einigen Gegenden ein Nahme einer Schatzkammer, imglcichen der Sacri- stey an den Kirchen, oder desjenigen OcteS, wo die Schätze, Geräthschasten der Kirche, verwahret werde», und endlich eines Archives, weil man ehemahls die Urkunden mir dem Schatze an einem Orte, oder als einen Schatz. verwahrte. Tresen, ein Flecken und Hafen an der Ostsee in Sndermanland, in Schweden. Treuchtlingen, ein Amt und großer Markt, flecken mit einem Schlosse an derAltmühl im Oberamte Hobenirüdingen im Für» stenihume Ansbach>m fränkischen Kreise. Hier befindet fick eine evangelische uud eine katholische Kirche. Treuen, s. Dreyen. Trcuenbriezen, s. Briezen. Trcves, ein Städtchen und Schloß an der Loire in der Landschaft Anjou in Frankreich. Trcvi, Irebin, ein Flecken auf einem hohen Hügel am Fuße de» Berges Pe- »ino im Herzoglhume Spolcto im Kie- chrustaate, weicher eine Collegiatkirche, noch eine Pfarrkirche, 6 Mönchsklö. ster und 4 Nonnenklöster enthält. Trevico, oder Dico dclla Laronia, Trevicum, ein Städtchen auf einem Berge im Principal» olira in Neapel. Es führt den Titel einer Markgraf- schaft, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischvfe vonBe- nevento steht. Trevigio, s. Trcviso. Trevinno, rinc Grafschaft in der Provinz BurgoS im Königreiche Altcasti. lie» in Spanien, welche im Umfange der Landschaft Blava liegt. Ihr Haupt» ort, von welchem sie benannt wird, ist ei» mit Mauern unigcbcner Fleckcm auf einem Hügel am Flusse Ayada oder Aya, und enthält ein Lastest und drey Pfarrkirchen. Außer verschiedenen Flecken begreift diese Grafschaft noch viele Dörfer, und gehört dem Hause Por» tocarrero. Trevisano, Marca Trevisano oder Tre- vigiana, eine Provinz im Gebiethe der Republik Venedig, welche gegen Osten an Friaul, gegen Westen an das Vi- centino und Paduano, und gegen Süden an das Hcrzogthum Venedig grenzt. Die Tarviftr Mark ist eine der fruchtbarsten und besten Landschaften in ganz Italien, enthält viele Seen und Ee- fundbädrr, und begreift die Gebiethe von Treviso, Fcilre, Belluno und Ca- dore. Treviso oder Trevigio, larvilluln, eine Kkk 8 442 Teewesk T r e v o u x. sehr alte befestigte Stadt mit einem Schlosse, und die Hauptstadt der Tar» vifer Mark im Gebiethe der Republik Venedig. Sie liegt am Flusse Eile, welcher hier den Fluß Piavcsclla auf. nimmt, nachdem er sich in dkey Arme zertheilt, und durch die Stadt ergossen hat. Sie ist von mittelmäßigerGcöße,e„k« hsilt viele gute Häuser, und hat viele adelige Familien zu Bewohnern. Die Universität, welche sich ehemahls hier befand, ist nach Padua verlegt worden. UebrigcnS gibt es hier zwey Akademien, Nahmens de' Perseveranti und de' Sol. leciti, und einen Bischof, welcher»n. ter dem Erzbischofs von Udine steht. Außer der Kaihedralkirche findet man hier 16 Pfarrkirchen, nMönchS-und 8 Nonnenklöster. Der hiesige prächtige Schauplatz ist im Jahre 1766 unter der Aufsicht des berühmten AcchitectS Cibiano fertig geworden. Im Jahre IZ88 kam diese Stadt unter die Both. Mäßigkeit der Republik, und ist eineder getreuesten derselben, daher sie gütig behandelt wird. Trevoux, Irivultium, eine Stadt in dem ehemahligen Fürstenkhume Dom- beS in Frankreich, welche die Hauptstadt desselben, und der Sitz eines Parlaments war. Sie liegt auf einem Hü. gel an-er Saonc, und ist nur ein kleiner Ort, der aber ehemahls ansehnlicher war, mnd in den Kriegen der Herzoge von Bonrbon mit den Herzogen von Savoyen viel gelitten hat. Man fand hier bis zur Revolution eine Col- lcgiatkirche, Z Klöster, ei» Collegium, und ein Hospital. Die bekannte Mo. uakhsschrifk: IVlemoires ckdrevoux, welche im Jahre 1701 ihren Anfang nahm, führet nur von der hiesigen Buchdruckerey ihren Nahmen, in der sie gedruckt wurde, indem die Verfasser derselben meisten Theils zu Paris lebten. Tribunal Treweskammer, s. Trefekammer. Treysa, eine Stadt auf einem Hügeln» Amte Schönstem, in der ehemahlige» Grafschaft Ziegenhayn in Nicderheffrn. Sie liegt an der Schwalm, über welche eine steinerne Brücke gebauet ist, e,u> hält 4Zv Häuser, und lst die vornehni- sie Stadt in der Grafschaft, und eine von den Legestädten. Hier wurden z» verschiedenen Mahlen Landtage gehal. ten. Im Jahre 1640 wurde sie vo» den Kaiserliche» eingeäschert. Die hie. sigen Einwohner sind grössten Theils Strumpfivebcr, und treiben starke» Handel mit ihrer Arbeit. Triana, s. Sevilla. Triangel, drey niedrige Inseln in der Bay von Campeche im spanischen Nord. amerika, Zü Meilen von der Skndt Campeche, bey welchen man südiväkis eine gute Rhede für die Schiffe findet. Sie haben den Nahmen daher, weil sie mit ihrer Lage eine dreyeckige Gestalt machen. Trianguio, eine von den lucayifche» In, seln in Mittelamecika, welche zwischen den beyden Inseln Samana und St. Salvador liegt. Trianon, s. Versailles. Trlbbefees, eine kleine Stadt und Nmt zwischen den Flüssen Rekenitz und Tee, bel in F'iesienlhume Barch im schwedi- schon Antheile an Vorpommern. Man sieht sie als einen Paß ins Mecklenbur. gsi'che an. Im Jahre-702 brannte sie gänzlich ab. Tribulieren, ein aus dem Italienischen enilehnteS Wort, welches so viel, als durch minöchige und gleichsam zueLast verursachte Beschwerden beunruhigen und plagen, bedeuiet. Tribunal, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, welches einen Gerichtshof bezeichnet; da dann in einigen Pro- vinzen nur die höchsten Gerichtshöfe «der Gerichte diesen Nahmen führen. Tribut Trient Trient Tribut, ein ebenfalls aus dcm Lateinischen entlehnreS Work, eine von einem Höher» aufgelegte Abgabe zu bezeichnen. ES mied so wohl von solchen Abgaben gebraucht, welche man überhaupt den bezwungenen Völkern oder Gesellschaften ohne besondere Bestimmung derjeni. gen Dinge, wovon sie gegeben werden, aufleget, als auch von denjenigen Ab. gaben an den Landesherr», welche theils von den liegende» Gründen, theils auch von den Personen gegeben werden; wofür doch in den meisten Ländern Steuer, Schätzung u. s. w. üblicher sind. Tricarico, eine Stadt am Fuße des apen« nüiifchen Gebirges in Basilicata oder Matera in Neapel, welche den Titel einer Grafschaft führt. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Acerenza oder Matera steht, und hat eine Kaihcdralkirche, 2 Pfarrkirchen»nd 4 Klöster. Tricastin oder Trirastinois, eine Land. schaft in Unterdauphine in Frankreich, welche den Nahmen von ihren alten Bewohner» bar. Triebe!, ein Marktflecken mit einem gräflichen Schlöffe im gubenschen Kreise im niedern Markgraftbume Lausitz. Er ist der Hauplort einer Herrschaft des Grafen von Promnitz, in welchem gutes Töpfer- geschirr verfertigt wird. Trieffenstein, eine Propstey regulirter Chorherren Augustinerordcnf am Mayn unterhalb RoibenfelS imHochstifteWürj- burgtin fränkischen Kreise. Tnenr, ei» BiStbum im südlichen Theile der gefliesteren Grafschaft Tyros, welches an das eigentliche so genannte Tyrol»nd die veneuanischen Länder grenzt. Die große Hitze ist hier im Sommer eben so beschwerlich, als im Winter die strenge Kälte. Uebrigens hat das Land vortrefflichen Weinwachs, aber wenig Feldbau, und man bedient sich hier anstatt der Maulesel und Pferde auf den hohen Ber- 44Z gen der Ochsen und Kühe. Die Erbvoz- tey über dasselbe haben die alten Grafen von Tyrol gehabt, und im Titel geführt. Bischof Albrecht stellte im Jahre izsiz mit Bewilligung des Capitels dem Herzoge Rudolph von Oesterreich und dessen Brudern einen Brief auS, in welchem er sich und sein ganzes Stift auf ewig mit dem Lande Tyrol vereinigte. Dergleichen Verträge sind nachmahls mit verschiedenen Herzogen und Kaisern gemacht worden. JmJahre iLi 1 wurdezwifchen dem Eczhause Oesterreich und dcm Bischöfe von Trient verglichen, daßchaS BiSthnm auf den tyrolischcn Landtagen und andern Zusammenkünften durch Abgeordnete mit erscheine», und über die Wohlfahrt und Sicherheit deS Vaterlandes mit bc. rathschlagen,»nd in dieser Absicht seinen Antheil an Steuern und Auslagen mit beytragen, hingegen aber auch das Erz- hauS Oesterreich, als LandeSfürst znTv- rol, das BiStbum bey den außerordentlichen Aeichssteuern vertreten solle. Oh nun gleich dcrBischofvon Trient von dcm erzherzoglichen österreichischen Hause, aller öfter» Protestationen ungeachtet, als ein Landstand von Tyrol gehalten wird, so hat er dennoch als ein unmittelbarer Reichsfürst Sitz und Stimme auf dem Reichstage im reichSfürstlichen Col- legium, und beschicket auch den Reichstag wirklich. Er ist auch ein Stand deS österreichischen Kreises. Als Bischof steht er unter dem Erzbischofe von Görz. Da- hochwürdige Domcapirel, welches aus iZ Domherren besteht, hak auf den tproli« scheu Landtagen auch seine Stelle. Trient, Trento, l'rickeoturn, die Hauptstadt und Residenz deS Bischofs von Trient, welche in dem eben beschriebenen Lande in einem Lhale an der Elsch liegt. Sie enthält gegen 700 Häuser, welche meiste» Theils neu und wohl aebauer sind, rind unter denen sich auch tchöue Palläste befinde», wiewohl sie keine recht rege!« 444 Trier Trier mäßigen Straßen hat. Das fürstliche bischöfliche Schloß ist zwar weitläuftig,, aber altmodisch, wtewohl reich a» Marmor und guten Frescogemählden. Die von gehauenen Steinen crdaucte Katbe- dralkircheist ein sehenSwürdigeS Gebäude, welches von dein heiligen Vigilius benannt wird,und bat einen kostbaren hohen Altar. Außer derselben gibt es hier noch Z Pfarrkirchen, ein ehemahliger Jesui- tcncolleginm, d,ssen Kirche mit Marmor schön geschmückt ist und in und vor der Stadt 11 Klöster. Den hiesigen Stadt- hanptmann setzet das Haus Oesterreich. Die Kirchenversammlung, welche hier von, Jahre bis zum Jahre iLÜZ gehalten wurde, ist berühmt. Trier, ein ErzbiSlhum im churrheinischen Kreise, welches gegen Abend an das Her- zogrhum Luxemburg, gegen Mittag an das Herzogthum Lothringen, gegen Morgen an einige churpfälzischc Lander des oberrheinischen Kreises, an die Hessen- rhein- felfischen und naffauischen Lande, und gegen Mitternacht an das Erzstift Cöln und verschiedeneHerrschaften grenzt. Die Länge desselben beträgt einige 2r> Meilen, die Breite aber ist sehr verschieden. Es ist ziemlich bergicht und waldicht, wiewohl es gme Viehweiden, und in viele» Gegenden fruchtbare Stecker bat. Der Weinwachs an der Mosel ist sehr vortrefflich und beträchtlich; aber an Getreide braucht das Land Zufuhr. Merkes Wildbret, Fische, einige gute Sauer, brunnen, Steinkohlen, Galmey, Eisen, Kupfer, Bley, Zinn, Silber und Gold werden hier auch angetroffen. Die vor- uehmsten hiesigen Flüsse sind der Rhein, die Mosel und die Lahn, welche dem Erz- stifte so wohl zur Fischerev als zur Schiff- fahrt dienen. Die Einwohner des Landes, welches 2y Städte enthält, bekennen sich.einige wenige evangelische ansgenom- Nie,,, sämmtlich zur katholischen Religion. Die Stiftung des Bisthums Trier und dessen Erhebung znm Erzbisthume fällt in die ältesten Zeilen, so d„ß mau es jür das älteste ,u Deutschland hält. Der Distrikt und die Stadt Trier gehörte den alten Trevier», die bis ins vierte Jahrhundert unter römischer Boibmäßigkeit standen, hierauf unter die Gewalt der Franken kamen, und mit Ludwig dem Deutschen an Deutschland gebracht war. den. Der Erzbischof von Trier hatte schon frühzeitig Antheil an der Krönung und Salbung der deuischen Könige, de. kam hernach das Kanzleramt durch Gallien uud das Arelat, welches jetzt aber nur ein bloßer Titel ist, und endlich den zwey, ten Platz unter den Churfürsten und die erste Stimme bey der Kaiserwahl. Der Titel des Erzbischofs ist: Vs» Gottes Gnaden ErzbnchofzuTrier, des heiligen römischen Reichs durch Gallien und des Königreich Arelar Erzkanzler und Chur« fürst, Administrator zu Pi üm. Der jetzige Churfürst ist Clemens Wenceslaus, Sohn des verstorbenen Königs von Poh» len und Churfürsten von Sachsen, Friedrich Augnft III. Er ist zugleich Bischof zu Augsburg, und Coadjukor der Propste» Elwangen und des Bisthums Negensburg. Das Domcapitel zu Trier besteht ans Z8 Domherren, unier welchen, 6 Capi»» lare»,und22 Domicellaren sind,zu welche» noch 8 Vicarieu kommen. Alle Domherren müssen wenigstens aus alten adeligen Geschlechtern gebürtig seyn, und»6 turuiermäßige Ahnen erweise» können. Diegesammreii churfürstlichen Eii-künste betragen jährlich ungesährZvoooo Gulden. Das Erzstjft, welches aus zwey Theilen nähmlich aus dem obern und untern, besteht, hat regelmäßige Soldaicn und Landmiliz. Jene bestehe,, z„ Friedens« Zeiten gewöhnlicher Weise nur aus den Kreist, tippen, welche Churtricr zu unterhalten bat, und welche ii bis 1200 Mann betragen. Lriek Tritt,^uZukiL l'revirorum, die Hauptstadt des eben beschriebenen ErzstiftS, liegt in einem langen angenehmen Thäte zwischen zwey gleichsam mir Weinstöcken überzogenen Bergen an der Mosel, über welche hier eine uralte und dauerhafte steinerne Brücke gebauet ist. Diese Stadt ist uralt; ihr Alter reichet aber lange so weit nicht hinaus, als cS gemeiniglich gesetzt wird. Indessen war sie lange Zeit vor Christi Geburt eine mächtige Stadt der Trevirer oder Trierer. Nachmahls hatte» hier die alten römischen Kaiser eine Residenz, und ste war auch die Hauptstadt des ersten Belgiens, und schon unter Kaiser Äonstanlin dem Großen die Hauptstadt von ganz Gallien. Im Jahre 4ro ward ste zwey Mahl, und in den Jahren 4>a und chlL abermahls verwüstet. UmS Jahr 4^8 kam ste von den Römern unter die Herrschaft der Franken. Unter den anstrastsche» Königen war hier ein Königshof, in welchem so wohl unter den fränkischen Königen, als noch lauge hernach, Pfalzgrafen wohnten. Von dem ehemahligen römischen Schauplätze bey der alten römischen Pforte ist jetzt wenig Mehr zu sehen. UebrigenS ist die Stadt weder an Häusern,»och an Menschen, zahlreich; ste hat aber doch einen ansehnlichen Umfang, weil ste große Gärte» und auch etwas Ackerland in sich fasset. Den «rzbischöflichen Hof oder Pallastbey der Kathedralkirche hat Churfürst Franz Georg zum Theil neu erbauet; ein Theil desselben aber ist von den Franzosen verwüstet worden. Die Kathedralkirche z» S. Peter steht auf einem Hügel, und ist ei» großes aber unregelmäßiges Gebäude. Die Collegiaikirche zu dem heiligen Simeon ist in Ansehung ihres untern Theils ein vor den Zeiten der Römer von großen Quadersteinen aufgeführtes Gebäude. Außer demselben gibt es hier noch Z Pfarrkirchen, viele kleinere Kirchen, 2Z Mönchs< und Nonnenklöster, ein ahe- Triesch Trieft 445 ligcS regelmäßig und ansehnlich gebautes Collegium, ein schön gebautes HauS des deutschen Ordens, und einen Joüanniter- hof. Zur Errichtung der hiesigen Universität wurden schon im Jahre^^päpstliche Privilegien ertheilt; doch ist sie erst im Jahre t4/z rechtzu Stande gebracht, im Jahre iLijL erneuert, im Jahre 1722 verbessert, und nach der Aufhebung de« Jesuitenordens in daS hiesige schöne Col- legium desselben verlegt worden. Der Wein, welcher um und unter Trier an der Mosel wächst, wird für den edelsten MoSlerwein gehalten. Außerhalb der Stadt liege» vier berühmte Beuedictincr, abteyen, unter welchen die Abtey S. Ma- ximin die vornehmste ist. S. S. Magst- »»in. Triesch, eine Herrschaft und Marktflecken im Jglauer Kreise i» Mähren, welche einem Grafen von Hcrberstcin gehören. Hier befindet sich auch ein uralkesSilber. bergwerk, welches im Jahre 1761 von neuem zu bauen angefangen wurde. Triesdorf, eine ansehnliche landesfürstli- che Meierey mit einem Lustschlosse und Thiergarten im Oberamte AnSbach im Fürstenthume Ansdach im fränkischen Kreise. Trieft, Triefte, T'srZeslum, eine berühmte Handelsstadt mit einem Frey- Hafen im Gouvernement gleiches Nahmens in den österreichischen Küstenländern, welche an einem Theile dcsadri- atischen Meeres liegt, der il Golfo di Triefte genannt wird. Ihre Häuser liegen an der Anhöhe eines Berges, und erstrecke» sich bis an dar Meer; eben auf dem Berge aber befindet sich ein kieincs Tastest, Ehemahls fand man hier nur eine Rhcde; aber im Jahre 1L70 fing man an den kostbaren Hafen anzulegen, dessen Bau viele Jahre gedauert ha«. Die Kaiserinn Maria Theresia ließ auch im Jahre 1769 einen ansehnlichen Lazarcto sporco bauen, welcher znr Auf- 446 Triest nähme der Schiffe dienet, die mit den Pest angesteckt stno, oder von angesteck- teiiQltenkommrn. Seitdemdiese Stadt für einen Freyhafen rcktärk worden ich und man ihr alle dazu erforderlichen Freyheiten und Vorrechte ertheilet hat, sö daß allerley Arten von Waaren zu Waffer und zu Lande ohne alle Abgaben und Steuern eingeführt werden können, ist sie i» große Ausitahme gekommen, und enthalt jetzt Z2676 Einwohner. Es langen hier jährlich von den größten Sch ffen überLoo, und wenn man klei« ue und große zusammen rechnet, gegen 6000 Fahrzeuge an, welche hier ihre Waaren ablegen, und dagegen andere, welche zu Lande auf der Achse aus den österreichische» Erblanden und aus Deutschland gebracht werden, an Bord nehmen. Im Jahre 1767 wurde hier eine Affecuranzgesellschaft errichtet. An der Rocdwestseite der Stadt, wo ehemahls Salzgrnben waren, ist cine schö. ne Vorstadt angelegt, und dadurch die böse Luft, welche ehemahls von den Salzgrnben entstand, verbessert worden. Eine Mauer von Quadersteinen schränkt hier das Ufer des Meeres ein, so daß die Flmh nicht mehr Z bis 4 Fuß hoch wieehemahls in das Land tritt. Man hat auch das Waffer zwey italienische Meilen weit her aus einer frischen Quelle durch Röhren in die Stadt geleitet. Trieft ist dev Sitz eines kaiserlich. kö- niglichen Gouverneurs und eines Bischofs, welcher unter dem Erzbifchofe zu Görz stehet, und den Titel eines Grafen von Trieft führet. Außer der Domkirche, an welcher sich 15z Chorherren befinden^ibt es hier noch^katholische Kirchen, eine ansehnliche griechische Kirche, eine evangelische lutherische Kirche, und sechs Klöster. Das ehemahlige Jesuitercvllegium, zu welchem zwey Kirchen gehören, ist im Jahre>6^8 an- Alegr worden. Im Jahre 1774 kamen Trifcls Triglyph armenische Mönche aus Venedig hierher, und brachten eine B-,ch"i".ickerey mir, in welcher st- Bücher für die Armenier in Aste-- d ticke» lassen. Man fili- K«'k hier Zucke, nedeeryeii, Wachsblei, chen, Qkl- Seifen und Roffoliotabri- ken, eine Potaschesiederey, eine Vitri. olsiederey. Seidenmühle», und Baum, wollen- Sammete Seiden- Segeltuch» Schiffseil. Anker-Zwirn- und Farbenfabriken, und eine Weinstein T algbch. ter- und Lederfabrik. Dar hiesige Schiffbau ist erheblich; der Landhanbel aber ist nicht so wichtig als der Seehandel. Es kommen hier fast drey Drittel der Prvducte von ganz Italien, und auch sonst viele Waaren aus der Levante, Ungarn und andere Ländern des Hau, srs Qsteereich an. Dieser Freyhafen ist für Venedig sehr schädlich. In der um. liegenden Gegend wachsen sehr gute weiße Weine. Hier wir» jährlich eine Messe gehalten- die von, ersten bis zum Listen August dauert. Trifcls, ein zerstörtes Bergschloß nicht weit von Anwciler im Fürstenthume Zweybrücken im oberrheinischen Kreise. Es hat seinen Nahmen von drey Felsen, aus welchen es erbauet ist, und war such ein dreyfaches Schloß; doch führte nur das größte, von welchem die bey, den kleiner» abhängen, diesen Nahmen. Von demselben ist noch ein hoher Thurm von Quadersteinen übrig. Der erste Erbauer dieses Schlosses kann nicht mit völliger Gewißheit angegeben werden. Kaiser Heinrich V. ließ im Jahre vor seinem Tode die Rcichskleinodien zur Verwahrung hierher bringen, bis ein anderer Kaiser an seine Statt erwählet seyn würde, und König Richard von England faß hier gefangen. Über, hanpt war es vor Alters unter den Schlössern des deutschen Reichs vorzüglich berühmt. Triglpph, ein aus dem Griechische» end- Lrigonom Trincutte Zrinits Tripek 447 lehnteS Wort, welches>II derBankiiiist das große Glied in der dorischen Ordnung bezeichnet, welches mit drey Schlitzen geziert ist, und im Deutschen auch der Drepschlitz genannt wird. Trigonometrie, ein aus dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, eine mathematische zunächst zur Geometrie gehörige Wissenschaft zu bezeichnen, welche aus einigen bekannten Theilen eines Triangels die übrigen durch Rechnung finden lehret. Trim, Iruma, der Hauptort der Land. schafiEast-Meathin der Provinz Leinster in Irland. Er liegt am Flusse Lopn, ist ein Flecken, hat das Marktrecht, treibt guten Handel, und schickt zwey Depu- tirte zum Parlamente. Trimberg, ei» Oberamt und Schloß an der Saale im Hochstifte Würzburg im fränkischen Kreise. Trillion, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, in der Rechenkunst eine Zahl von tausend Mahl tausend Billionen oder eine Million Billionen zu bezeichnen.-- Trinconomale, eine Stadt und Festung auf der östlichen Külie der Insel Ceylon in Ostindien, welche besonders wegen ihres vortrefflichen HafenS merkwürdig, ist, der die Süderbay heißt, und von so großem Umfange, und zugleich auch von wlcher Tiefe ist, daß einige too der größten Schiffe sicher darin liegen können. Es könne» auch Schaffe hier ausgebessert werden;nur muff n aö zur AuS- befferui g iw hige Holzwcik, Materialien.Instrumente, und die»öibigenArbeiter mitgebracht, oder von andern Ortea hergehohlt werde» weil es daran im Orte selbstfehli. Die,e Stadt ae. hört den Holländern, welche sie im Iah, re lstyZ von den Portugiesen erobert haben. Trinculke, eine von den nieobarischen In» (lV.Land.) seln in Ostindien, welche eine der merkwürdigsten unter denselben ist. Triinte, eine offene Stadt im Fürstenthu- ine Carignan in Piemont. Trinidad, Insel der Dreyfaltigkeit, der Nahme zweyer verschiedenen Inseln in Mittelamcrika, die zu den antillischew Inseln Svltovento gehören. Die eine liegt auf dem Golfs von Paria, ist reich an Zuckerröhren und Tabak, und hier haben die Spanier dir Colonie St. Joseph, und treiben an den Küsten viele Perlenfischerey. Die andere ist unbewohnt, und auf dem brasilianische» Meere. Trino, Irickinum, Irinum, eine ziemlich wohl gebatikte Stadt im Herzog, thume Monlferrat, die aber wegen der schlechten Luft, welche die umliegenden Moräste verursachen, nicht stark bewohnt ist. Sie liegt an der Nordscite des Po, nicht weit von diesem Flusse, und war ehemahls fest. Im i7len Jahrhunderte wurde sie drey Mahl belagert und erobert, hierauf aber ihre Befestigung größten Theils geschleift. Zu derselben gehört ein Distrikt. Lkiostrvw, eine Insel im weißen Meere im eurepäischen Rußland, welche znr Statt>.allerschafl Archangel gehört, und wegen ihrcr-Kupferbergwerke beeühmk ist. Trio, ein a«S dem Italienischen entlehntes Work, welches in-er Musik ein musikalisches Stück mit drey concerti. rendcil Stimme», und besonders eine Sonate dieser Art bezeichnet. Triprl, eine feine Erde in Gestalt eines Steines, welche von Einigen für glasartig, von Andern aber für einen zar. le» eisenschüssige» Lehm gehalten, und zur Politur fester Körper gebraucht wird. Sie soll den Nahmen von der Stadt Tripolis haben, wo man sie zuerst fand. Tripel, ein nur in einigen Zusammensetzungen übliches, und aus dem Lateinischen entlehntes Wort. Daher die Lil 443 Tripelallianz Tripoli Tripelallianz diejenige Verbindung ist, welche zwischen drey Mächien geschlossen wird, und der Tnpeltact in der Musik einen dreytheili- gen aus drey Theilen bestehenden Tact bezeichnet. Tripoli, Tripolis, eine Art einer freyen Republik in der Barbarey in Afrika, welche zwischen dem mittelländischen Meere und der Landschaft Biledulgerid liegt, und gegen Osten an das Königreich Barcan, und gegen Weste» an die Republik Tunis grenzt. Sie hat außer einigen sandigen Wüsten größten Theils sehr fruchtbaren Boden, und fastdurch- geheudS sehr warme und nur an den Küsten und in den gebirgigen Gegenden gemäßigte Luft. Die vorzüglichsten hie- sigen Producie bestehen in Reis, Getreide, Datteln, Feigen, Wein, Saf- fran, Citronen und ander» Südfrüch. ren, und man findet auch ungemein große Schafe mit Jettschwänzen, vorzüglich gute Pferde, Eses, Strauße, Dromedare, Löwe» und Ticger. Eisen, Bley, Kupfer, Salz, Salpeter und mineralische Wasser werde» auch angetroffen. Dieses Land steht unter dem Schutze des türkischen Kaisers, der hier seinen Bascha hält. Die Regierung besteht aus dem Dey, welcher gleichsam der Doge ist; aus dem großen Divan, welches das mächtigste Collegium ist, und aus den vornehmsten Bürgern. Die Hauptstadt Tripoli, oder Tripolis, liegt am mittelländische» Meere, ist zwar nicht allzu groß, denn sie hat nur 2 Thore, aber sehr volkreich von Mohren, Türken, Juden und Christen. Sie hat eine gute steinerne Mauer, und ein befestigtes Schloß, aber weder Graben noch Außeiiwerke. Die Häuser sind schön, aber ohne Dächer; denn das Licht fällt von oben hinein, weil man, hier keine Fenster hat. Unbequem ist es, daß man Tripoli Tritchinap hier keine Brunnen antrifft, und man sich bloß mit Regenwaffer b>helfen muß. Der hiesige Hafen ist gut. Die meisten europäischen Nationen haben hier ihre - Consiils. Die Einwohner treiben starke Seeräuberey auf dem mittelländischen Meere. Im Jahre 168L wurde dieser Ort von den Franzosen heftig bombar- diri, und im Jahre 1728 kam wieder eine französische Escadre, und warfin- nerhalb L Tagen 1872 Bomben in die Stadt, wodurch die meis. n Häuser in die Asche gelegt wurden, nachdem sich zuvor beynahe alle Einwohner in das Gebirge und in die Wälder geflüchtet hatten. Eine halbe Stunde von hier liegt Mifia oder Neustadt, wo die vornehmsten Einwohner von Tripoli ihre Lusthäuser habe». Hier wüthet zuweilen die Pest, wie denn mir im Jahre l/ZZ gegen 18000 Menschen von derselben hingeraffet wurden. Tripoli di Soria, s Tarablüs. Triptis,ein auitsäffiges uraltes Städtchen im ncustädtischen Kreise im Cburfür- stcnthume Sachsen. Im Jahre ,77z brannten hier die meisten bürgerlichen Häuser nebst der Kirche und Schule und drey andern öffentlichen Gebäuden ab. Tristan de Chunha, zwey kleine Jnsil» des äthiopischen Oceans, in Afrika. Triste, eine kleine niedrige Insel in der Bay von Campeche im spanische» Nordamerika, die durch eine,! Grab» von der Insel Port-Royal abgesondert wnd, der so schmal ist, daß kaum eine Barke durchführen kann. Sie ist an manchem Orte drey Meilen breit, und 4 lang. Der Gvlfo von Triste hat von ihr den Nahmen. Tritchinapoli oder Triischmapolp, eine große Landschaft im nördlichen Caena- kic in Dccan in Ostindien, welche ihren eigenen Nabob hat, welcher unter dem Nabob von Carnalic steht, dem Tritchinap Triumphb Lrivento Trvgkoh 449 sie gegen 10» 000 Pfund Sicrling einträgt. Die Hauptstadt des Landes heißt ebenfalls Trilchinapoli, und ist eine Hauplfcstung,, und die südlichste, welche von den Mu- hammedauern angelegt worden ist. Triierne, bey den Buchdruckern eine Lage von drey in einander gesteckten und mit einer Signatur bezeichneten Bogen. Triktow, ein Dorf, Amt und zugleich ein Paß über die Bille, Z Meilen von Hamburg, und eben so weit von Ratzeburg inStormarn, welche dem Königs von Dänemark gehören. Triumph, ein aus dem Lateinischen entlehntes Wort, eine» hohen Grad frohlockender Freude, einen wichtigen Herr. lichen Sieg, wie auch das fcyerliche Gepränge des Siegers nach einem er- fochtenen Siege, oder einer vollbrachten rühmlichen Handlung, zu bezeich. nen. In der letzter» Bedeutung ist diese Ceremonie zuerst von den Römern gebraucht worden, welche die Gene- rale, wenn sie die Feinde geschlagen halten, mit öffentlichen Glückwünschen und großer Pracht in die Siadt einführten. Einige hallen den Romulus für den Urheber dieser Feyerlichseir; Andere aber legen diese Erfindung dem TarqiuniuS Priscns bey. In unsern Zeiten suchte der russ sche Kaiser Peter I. nach dem im-ahre 1709 bey Pultawa über die schwedische Armee erhaltenen vollkommenen Siege diesen alten römischen Gcvranch nachzuahmen, indem er alle schwedischen Kriegsgefangenen, so wohl Officiere als Gemeine, am 1. Januar drsJ.chreS 1710 mitgro. ßem Gepränge in der Haupistadt Moskau öffentlich in Triumph aufführte. Triumphbogen, ein kostbar aufgerichteter, mit sinnreichen Gemählden und Denk» sprächen anszezierte Ehrenbogen,-oder Ehrenpforte, durch welche der tcium« phirende Sieger seiueu Einzug hält. Trivento, 1>iventurr», eine kleine Stadt mit dem Titel einer Grafschaft des Hanfes Afflitto, in der Grafschaft Molise im Königreiche Neapel. Sie liegt auf einem Hügel, am Flusse Trigino, und ist der Sitz eines Bislhums, welches unmittelbar unter dem Papste steht. Trivialschulen, ein Nahme derjenigen Stadtschule», welche geringer sind als die Gymnasien, und von welchen sich dicScholaren zuweile» erst aufein Gymnasium begeben, ehe sie die akademische» Studie» auf einer Universität antreten. Trivilar, ein kleines Königreich und Stadt in Maladar i» Ostindien. Trivolzo, ein kleiner Ort mit dem Titel eines Fürsteinhnms im Fürstenlhume Pavia im Herzogihume Mailand. Trvchtelfingen, eine Herrschaft mit ei- »er kleinen Stadt gleiches Nahmens, zwischen dem Herzogthume Würtem- berg, der gcfürsieten Grafschaft Ho- bcnzollern und der Abtep Zwiefalten im schwäbischen Kreise, welche dem Fürsten von Furstenbcrg gehört. Troczence, ein Städtchen in der Woiwodschaft Bratzlaw in Kleinpvhlcn. .Trogen, eine Landschaft und Flecke» im Canton Appeuzcll in der Schweiz, in welchen ein starkes Gewerbe mit Leinwand, und auch eine Messe gehalten wird. Hier werden jährlich so wohl durch die hiesigen Kaufleute als durch die Faktoren auswärtiger Kaufleute, viele tausend Stück Leinwand aufge. kaust, und nach Frankreich, Jialicn und Spanien versandt. Eine Viertelstunde unter dem Flecken befindet sich ei» berühmtes Bad, welches Schwefel, Alaun und Kupfer führet. Troglodytcn, ein Nahme, welcher allen den Leuten gegeben wird, die in Höhle» und unter der Erde wohnen. Daher werden auch diejenigen Einwohner von Malcha, welche bcv dem Lustschloß Lll 2 450 Troja Trois Trois Bosqnct ihre Wohnungen in Höhlen errichtet haben, sogenannt. Sie reden die arabische Sprache, bekennen sich zur katholischen Religion, und sind groß und stark, uüd leben lange. DeS Tages über bauen sie das Land, und deS NachtS gehen sie in ihre Höhlen. ES gibt deren auch im Kirchenstaate bey Viterbo; imgleichen in Indien und Afri- ka, welche wenig von diesen unterschieden sind. Troja, Ilium, vor Alters die Hauptstadt der in Kleinasien am Flusse Zhan- thcS gelegenen Landschaft TroaS, und des Königreichs des PriamuS, welche im Jahre der Welt 2870, nach einer zehnjährigen Belagerung, von den Grie- chen zerstört wurde. Einige Meilen hiervon erbaute Alexander der Große ein anderes Troja, welches aber eben so wohl, als das erstere, verwüstet wurde. Von dem ersten oder alten Troja steht man heut zu Tage noch die Ueber, reste, welche der Insel TencdoS gegen über liegen. Troja, eine Stadt in der Provinz Capi- tanata in Neapel, welche den Titel ei- «er Grafschaft hat, den das spanische HauS Guevara führet, und der Sitz eines Bischofs ist, der unmittelbar un. ter dem Papste steht. Außer der Kathe- dralkirche findet man hier Z Pfarrkirchen, L Mönchsklöster und ein Nonnenkloster. Vor Alters stand in dieser Gegend die Stadt Aquilanum. Trojanoiv, eine Stadt in der Woiwodschaft Wolhyn in Kleinpohlen. Trois Fourches, ei» Vorgebirge auf den Küsten des Königreichs Fez in Afrika. Trois Rivieres, Iristuvius, ein großer Fluß im Gouvernement Luebeck oder im britlischen Eanada in Nordamerika, welcher aus Z Flüssen ent- steht, und sich in den Fluß S.Laurenz ergießt. Hier hatten die Franzosen eine Kolonie. Tr 0 itzk 0 i Trois Rlv'eres, eine Stadt am Mor-ß. fluffe im Gouvernement Larbek in Sa> nada in Nordamerika. S e lieg, aufde« halben Wege zwischenQueb. k und Montreal, ist wohl gebanst, und ei» Haupt- marktplatz für die Indianer. Die ehe. mahlige französische Colonie bestand in dieser Gegend aus einer Menge Pflanzungen, die zu beyde» Seiten deS Flus. seS von Quebek bis Montreal lagen, und gleichsam 2 große Dörfer ausmachten, die auf iLO Meilen lang waren. Trvitzkaja, eine neue russische Grenztest»,,g am Flusse Ui in der Provinz Sien. bürg in der Statthalterschaft Ufa na asiatischen Rußland. Hier wird ein Jahrmarkt für sibirische und asiatische Kaufleute gehalten. Troitzkoi Sergiew(der heiligen Drey. saltigkeit Kloster), ei» Kloster in der Statthalterschaft Moskau im europäischen Rußland, welches das größte und prächtigste im ganzen Reiche ist. ES liegt 60 Werste von Moskau, ist viereckig gebauet, und nach alter Gewohnheit mit starken Mauern, Wall und Gra. ben umgeben, und hat eine Besatzung von einer Compagnie Soldaten. Die Klostergebäude find groß, hoch, und von gutem Mauerwerke aufgeführt; und die Hauplkirche ist prächtig, hat einen vortrefflichen Thurm, und sehr kostbare Glocken ,, von welchen die groß!« 48000 Pfund wiegt. Außer derselben befinden sich noch neun andere Kirche», ein Kloster, imgleichen ein Seminariinn für 200 studierende Geistliche, welche in den Wissenschaften unterrichtet wer, den. Die hiesige Bibliothek ist erheblich. Ehemahls waren hier gegen Zoo Mönche, welchen 10600c» Bauern gehörten. Der Stifter des Klosters ist der heilige SergiuS, welcher imJahre IZY2 mit Tode abging, und im Jahre 1427 canvnisirt wurde, liegt in einem silbernen Sarge, und unter einem Bald«- Troki Tr ol lh ätta chin, der auch aus Silber bestehet. Zn diesem Kloster befindet stch auch ein ansehnlicher kaiserlicher Pallast, welcher im Jahre 1742 verbessert und erweitert wurde. Hierher floh Peter l. mit genauer Noth, als ihm von feiner Halbschwester Sophia und den wider ihn aufgebrachten Strelitzen nach dem Leben getrachtet wurde. Die Beherrscher des russischen Aeichs haben von Alters her zu diesem Kloster Wallfahrten angestellt. Man findet in demselben viele todte Körper, die aus natürlichen Ursachen nicht verweset find; und um das Kloster her stehen gegen tausend Höfe, unter welchen es viele wohl gcbauete gibt, und die folglich einen beträchtlichen Ort ausmachen, dessen Einwohner insgesammt dem Kloster gehören. Troki, eine Woiwodschaft im eigentlichen Großherzogthume Litauen zwischen den Woiwodschaften Wilno, Nowogrodcck und Bielsko, wie auch zwischen dem Königreiche Preussen und Samogitien. Sie begreift vier große Gebiethe, Nahmens Troki, Grodno, Lida, Kowno, und Kupiszki. Die Hauptstadt Troki, Irocurn, liegt an einer Erdzunge, welche sich in einen kleinen See erstreckt, und mitten in diesem steht ein festes Schloß. Sie ist wegen des umliegenden Morastes fest, hat ein wundcrtbätigeS Marienbild, enthält außer der Pfarrkirche noch zwey Kirchen, und liegt 4 Meilen von Wilno. Trollhälta, der Nahme des großen Wasserfalls in dem schwedischen Flusse Gö- thaelfwe; welcher aus dem Wenersce fließt, und bey Gothenburg in das Schagerack fällt. Dieser Fall befindet stch unter dem Ausflüsse des gedachten Stroms aus dem genannten Wenersee, wo das Wasser bis 12 Klaftern hoch mit solchem Getöse herab fällt, daß man es auf 2 Meilen weit hören kann. Trompete Trop 4Zr Zuweilen wirb auch der Fluß Vöthaclf- we selbst Trollhälta genannt. Trompete, ein ninstkali^ches Werkzeug zum Blasen, welches mit der Zunge regiert wird, und aus einer lange» drey. fach zusammengelegten Röhre bestehet, welche unten eine weite Oeffniing bat. In den Orgeln ist die Trompete oder das Trompetenwerk ein eigenes Register oder Schnarrwerk, weiches wie eine Trompete klinget. Trompl'a, ein Thal im Gebiethe von BreS- cia im Vcnetianischen, welches von» Flusse Mela bewässert wird, und Eisengruben hat; daher hier auch viel Schieß- und anderes Gewehr verfer. tigt wird. Es enthält Z2 Kirchspiele, und den Ort Gardone, der besonders wegen seiner Gewehrfabriken bekannt ist. Tromsöe, eine Insel in Nordland im Stiftsaime Drontheim in Norwegen. Trsn, s. S. Lron. Tronecken oder Dronecken, eine Herrschaft und Schloß am Bache Tron auf dem Hundrück im oberrheinischen Krei. se, von welcher der rheingraflichcn grumbachischen Linien E,»nd dem fürstlichen salmischen Hause^ gehören. Sie wird sonst auch die Mark oder die Mark Talfang genannt, be- greift 14 Dörfer, und macht ein Amt aus. Zwey Dörfer bekennen stch zur katholischen, die übrigen zwölf aber zur evangelischen Religion. Tronto, ei» kleiner Fluß in Abruzzo ol- tra in Neapel, welcher sich in den Golf» von Venedig ergießt. Trope«, eine Stadt in Calabria olira tu Neapel, welche der Sitz eines Bischofs ist, und zn den königlichen Do, mänci», gehört. Außer der Kathedral- kirche gibt es hier 4 Pfarrkirchen, 8 Mönchs-und Z Nonnenklöster. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzbi- schofe von Reggio. Tboppa« Lropprlrv 4^2 Topfstein Tropfstein, in der Mineralogie eine talkartige Gteinart, welche entstehet, wenn Mit Kalkerde geschwängertes Wasser in die unterirdischen Höhlen herab tropfet, und nach Abdünstung des Wassers die Kalkerde in Gestalt eines Steines zurück laßr. Trophäe, ein aus dem Griechischen entlehntes Wort, ein Siegeszeichen zu bezeichnen; doch nur in der höher» und dichterischen Schreibart. Troppau, ein Fürstenthuin in Oberschle- sien, in welchem das Fürstenthum Ja- gcrndorf liegt, und eins das andre zertheilt; daher die Grenzen eines jeden nicht gut angegeben werden könne». Beyde zusammen werden von den Fur- stenthümern Neyß, Oppelr», Ratibor und Tcschen, von den freyen Minder- herrschaften Freudenthal, Loßlau und Oderberg, und von Mahren umgeben. DaS Fürstenthum Troppau enthält gu. reS Getreideland, gute Wiesen und gute Baumfrnchte, und enthält zehn Städte und einen Flecken. Durch beyde Fürstenthümer fließt dieOppa, und dieselbe ist die Grcnzscheide des preussischen und österreichischen Antheils an demselben, indem der diesseit der Dppa gelegene Theil an beyde» Fürstenthnniern im Jabre 1742 durch den Berliner Frieden an König Friedrich II. abgetreten worden ist. Vor Alters war das -Fürstenthum Troppau ein Stück von Mähren, und das Fürstenthum Jä- gerndorf ein Stück von Troppau, und beyde gehören dem Fürsten yon Liechtenstein. S. Jagerndorf. Troppau,'I'roppaviu, Oppavia, die Hauptstadt von ganz Oberschlesten und von» Fürstenthumr gleiches NahmrnS, welche dem erzherzogkichen HauseOester- reich gehört. Sie liegt in einer fruchtbaren Gegend am Flusse Oppa, ist mit Mauern umgeben, und mit etlichen Bollwerken, Pallisaden und einem Wall- Troßburz' graben versehen, und entkalk ein altes fürstliches Schloß, eine Pfarrkiche, ein eh mavligcs Jesuieercollegium, drey Mönchsklöster, und ein Coinmentburey, Hans des Jobanniterordens. UebcigenS Hai ste schone Gebäude und zwey große Markplätze, und ist der Sitz der Re. gierung üder das österreichische Schle, sien. Hier wird jährlich der Landtag oder so genannte Fürstentag gehalten. Im Jahre»7L8 brannte ste bis auf 94 Häuser ab, ward aber wieder gut ausgebauet. Von hier bis Bielitz über Teichen ist eine gebahnte Landstraße angelegt worden. Troppelwitz, ei» Städtchen im österreichischen Antheile am Fürstenrhume Trop, pau in Oberschlesien. Das Wasser, an welchem es liegt, wird zwar auf den Landkarten die Oppa genannt, wiewohl es im gemeine» Leben dus Trop- pelwitzer Wasser heißt. TropplowiH, ein offenes Städtchen mit einer katholischen Pfarrkirche im preussischen Antheile amFi'irstenibumeTrvp- pau im Oberschlesien, welches einem Grafen von Sedtnitzky gehört. Trvsa, eine kleine Stadt an einem fel- sichten Orte an der Ostsee in Süder- manland in Schweden, welche Fischfang treibt, und den 24sten Januar einen Jahrmarkt hält. Troß, ein Wort, welches eigentlich eine Menge, einen Haufe» uiehrcrer Dinge bedeutet, es mögen nun Sachen oder Personen seyn. Im Hochdeutschen gebraucht man es nur noch von dem schweren Gepäcke der Armee, und den dazu gehörigen Personen, zum Beyspiele Packknechten, Reitknechten, Markeländern u. s. f. Troßburg, Trosburg, ein Marktflecken mit einem vortrefflichen Schlosse und einem Pfleggerichte im Ncntamte Burg- hansen in Oberbayern nahe an der salzburgischen Grenze. Auf dem hieß' Trott» Truchmenen gen Schlosse restbirten die ausgestorbe- nen Grafen von Wartcnberg. krow'Bridge, Tcoubridge, ,ein alte« Städtchen in Wiltshire in England, in welchem jährlich der Gerichtshof des HerzogthumS Lancafier für diese Land. schaft gehalten wird. Hier wird feines Tuch verfertigt. Trvyes,^uzuliomstiL, eine Stadt an der Seine in Niedeschampagne in Frankreich, weiche die Hauptstadt von ganz Champagne ist. Sie ist ziemlich groß, aber lange nicht mehr so volkreich und blühend, als sie ehemahls war. Die hiesigen Kirchen sind schön, besonders die Kathedralkirche, und man zahlt de. ren überhaupt ich, unter welchen sich die gedachte Kathedralkirche und zwey Collegiatkircheu befinden. Bis zur Revolution gab es hier über dieß noch ch Abteyen, tv Klöster, ein Collegium, ein Seminarium und ein Hospital. Troycs ist auch der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Crzbischofe von SenS steht, einen Kirchsprengel von Z72 Pfarren hat, und am römischen Hofe auf 2L«o Gulden taxirt ward. Diese Stadt treibt einen ansehnlichen Handel vornehmlich mit Leinwand, Flachs, Hanf, Baumwolle, Barchend, Kanne» faß, Wachslichter», Talglichtern und Stecknadeln. Hier wird auch zweyer, ley Sarsche und Atlaß verfertigt Die mnliegeude Gegend hak vortreffliche Weide, Getreide, Wein, Früchte und Gartengewächse. Nur an gutem Wasser fehlt es. Trublschewsk, eine Stadt an der Dcsna in dersewskischen Provinz in der Statt. Halterschaft Belgorod im europäischen Rußland. Truchmeuenland oder Terrkennsche Tar. karey, eine Landschaft in der«sialstchea Tartarey, welche sich von dem cxspi. schen M- s bis an die georgische Provinz KaH.-.^erstreckt. Das Stamm- ' Lruchfeß Trüffel 4§Z Volk von diesen Teuchmenen nomadisirt noch in seinen alte« Wohnsitzen an der Dstküste des kaspische» Meeres, und der größere Thei'^dcsselbeu hak in dem jetzigen Fürsten Falali, Chan von Derbcnt, einen gemeinschaftlichen Ober- Herrn: andere stehen unter eigenen Fürsten, und noch andere unter benachbarten. Truchseß, ein altes dunkeles Wort, dessen Abstammung mancherley Meinungen veranlasset hat, wovon aber keine befriedigend ist. Es bedeutet 1) einen Bedienten, dessen Amt eS ist, die Speisen bey feycrlichcn Vorfällen auf die T». fel zu tragen; in welchem Verstände man so wohl an einigen alten Höfen-, als auch bey fcyeclichen bürgerlichen Gastmahlen, gewisse Bedienten mittlerer Art, welche diese Verrichtung auf stch haben, Truchsrssen zu nennen pflegt. 2) Zn engerer und hörerec Bedeutung an fürst« lichen Höfen und bey geistlichen Stifters ein vornehmer Hofbeamter, welcher die Aussicht über die Küche und Tafel seines Lehnsherrn hat, und jetzt gewöhnlich der Oberküchcnmcister ge. nannt wird. Man braucht dieses Wort nur noch von den erblichen Würden die» scr Art an fürstlichen Höfen und bey geistlichen Stiftern, da dann diejenigen, welche damit bekleidet sind, auch bey feyerlichen Gelegenheiten die Speisen auf die Tafel des Lehnsherrn setzen; der Erztruchseß, Erbtruchseß. Im deut. schrn Reiche verwaltete diese Würde der Churfürst von Bayern, nach dessen Tode das Erztruchftssenamc an das Chur. Haus Pfalz gekommen ist. Trüffel, eine Art eßbarer Staubschwäm- nie, welche in runder Gestalt ungefähr in der Größe der größten welschen Nüsse unter der Erde wachsen, übrigens aber, als ein. Pflanze bet»achtet,zugleich Wurzel, Släugcl und Frucht sind, indem ihre iuiicre Substanz von allen Seiten auf« 4L4 Trugillo Lcuxillo Truxillv schwillt, und sich auf diese Art entwickelt. Wenn sie einen gewissen Grad der Reife erlangt haben, so verrathen sie sich durch ihren starken fast^ inhaften Geruch. Man braucht zum Aufsuchen derselben eine Art kleiner abgerichteter Pudelhunde, welche dieTrüffeln an ihrem Gerüche über der Oberfläche der Erde auSzuspü- ren wissen. Die besten Hunde dieser Art kommen auS Piemont. Trugillo, s. TruM». Truppe, ein erst in den neuesten Zeiten unmittelbar aus dem Französischen entlehntes Wort, eine Gesellschaft Schau, fpieler zu bezeichnen, seit dem das Wort Bande für Schauspieler von bessern Sitten und Fähigkeiten zu niedrig ward. Truppen, ein gleichfalls aus dem Franzö. fischen entlehntes Wort, Kriegsvölker zu bezeichnen. Man braucht eS alle Mahl entweder sehr unbestimmt von KriegSvölker überhaupt, oder von der gelammren Kriegsmacht eines Herrn, oder doch von einem beträchtlichen Theile desselben. Kleine Haufen Soldaten bekommen, wenn sie bestimmt bezeichnet werden sollen, den Nahmen der Truppen nicht. Tritt», der vornehmste Ort in der Graf. schuft Cornwall in England, welcher ein Burgstecken ist, der zwey Deputiere zum Parlamente schickt. Er treibt guten Handel zur See, ist gut gebauet, hat das Recht Zinn zu stämpelu, und der Bürgermeister desselben ist allezeit Bü gernie-ster zu Falmouih. Er hat den Nrbmen von seinen drey Straßen. Lrutuow, s. Teaut-nau. Tn.gnllo oder Trugillo, lurris stulü, eine geringe Sradt mit. einem Castelle auf einem Hü-iel in der Landschaft Estre- madura in Spanien. Sie enthält sechs Pfarrkirche», 4 Mönchsklöster»nb 6 Nonnenklöster. Trux llo Trugkillo, eine Landschaft und große Stadt in der Andiene«« Lima im Tsch aikist Vicekönigreiche Peru im spanischen Süd- amerika. Sie liegt in einer sruchtbg, ren Gegend, enthält«-ouo Einwohner hat einen vortrefflichen Hafen, der stark besucht wird, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischo. fe von Lima steht. TruMo, eine kleine befestigte Stadt mit einer Citadelle an derHonduraSbay in der Provinz Honduras in der Andiene!« Guakimala im spanischen Vicekönigreiche Altmexiko in Nordamerika. Tryberg, eine weitlänftige Herrschaft im eigentlichen österreichischen Breisgau, welche das Städtchen Tryberg zum Hauptorte hat, wo ein Obervogt wohnt, und wohin gewallfahrtet wird. Trylisy, ein offenes Städtchen in der Woiwodschaft Kiow in Kleinpohlen. Trysjki, eine kleine Stadt und der Haupt, ort eines Districis im Herzogthume Schamaiten in Litauen. Trzebechowitz, Hohcubruck, ein Markt, flecken der Grafen von Colloccd» im Königinngrätzer Kreise in Böhmen, wel- chcr gute Gariibleichen hat. TrzemeSzno, eine Stadt in der Woiwodschaft Griefen in Großpoblen, in welcher sich eine Abtey regulirker Chorher. ren AugustinecordeiiS befindet. DerAdt ist beständiger CanonicuS bey der Mr> tropolitankirchezu Gneseii,uiid daSKlo> fler bat eine schätzbare Bibliothek, die in einem schönen Saale aufgestellt ist. Trziel. s. Tirschtigel. Tichaikisten, ein Nahme der österreichj. scheu Schiffxsoldaten auf der Dona», welche denselben von dem türkischen Worte T chaika, welches ein Schiff bedeutet, bekommen haben,»nd nach dem vollzähligen Fuße 111Z Siöpft ausmachen. Ihr Stab liegt allezeit zu Titnl in der Bodroger Gespanschaft in Niederungarn. Sie sind mit k nem P llaich, einer kurze» Flinte und zwey kleinen Pistolen bewaffnet, sehr kühne L s ch a k o iv Tscherem Lscherkask Schifflcute, lauter Jlkyricr und Wa- lachen von der griechischen Kirche, und ihr Oberster ist allezeit von der iüyri- schen Nation. Zhr Bezirk erstreckt sich nicht ganz bis an die Römerschanze, sondern von der Donau an, da wo Carlowitz liegt, in einer schrägen Li» nie gegen Nordosten bis an die TheiS^ doch so, daß Sablia mit eingeschlossen ist. Dieser militärische Bezirk ist der einzige in ganz Ungarn. Die Tschaiken oder Saiken sind eine Art Galeeren mit Segeln und Rudern, und führen 4 bis i2 Kanoncy. Tfchalow oder Tschahlow, ein sehr hoher Berg im niamtschischen Gebiethe in der Moldau, welcher nicht wcit vom Ursprünge des FluffeS Tazlow liegt, und der höchste im ganzen Lande ist. S. Moldau. Tschakalhurn, s. Csaka-Tornya. Tschaland, s. Csaland. Tschaslau, s. Czaslau. Tschebaksar, s. Lchcbaksar. Tschcrdin, eine Stadt am Flusse Kolwa in der Statthalterschaft Pcrmien im asiatische» Rußland, welche ehemahls die Hauptstadt von Großpermicn war. Seit dem großen Brande vom Jahre >6Z8, und seit dem der starke Pelzhan- del wegen Abnahme der wilde» Thiere aufgehört hat, ist sie in Verfall gerathen. Von derselben wird rin District benannt. Tscheremi, die Hauptstadt in Kachetien in Georgien in Asien. Tscheremissen, eine Nation im asiatischen Rußland, welche nebst den Tschuwaschen und Wotiaken in der Statthalterschaft Kasan und in der Provinz Astrachan wohnt. Die ersten haben ihreWvhn- platze im Kasanschen, vornehmlich an der Osiseite der Wolga, die zweyte an der Westseite derselben, und die dritte in der Gegend des FlusseS Wiatka. Die vielen Wälder in diesen Gegenden ver- (IV. Band.) 4.5.5 Ursachen, daß alle drey Völker entweder in oder zwischen denselben, und zwar an den Flüssen, Bächen und Seen wohnen. Sie halten sich nicht mit den Aussen zusammen, sondern haben ihre besonderen Dörfer. Die Tscheremissen und Wotiaken verlassen bisweilen die alte Gegend, und bauen sich in einer andern an. Alle drey Völker stehen seit vielen Jahren unter russischer Oberherrschaft, haben aber die Freyheit, aus ihrem eigenen Mittel Richter in ihren Dörfern zu wählen. Aus diesen Völkern werden Rekruten für die Armee genommen. Die Tscheremissen sind größten Theils der muhammedanischen Religion zugethan, und lesen den Koran in ihren Tempeln arabisch, wiewohl sie sonst eine Sprache reden, die mit der finnischen verwandt, und mit tar- tarischen und russischen Wörtern vermischt ist. Ein Theil von ihnen ist heidnisch, und noch ein anderer ist jetzt griechisch. Von den Tschuwaschen und Wotiaken, welche Heiden sind, haben sich viele taufen lassen. Im Heiralhen ist bey ihnen nach dem Beyspiele anderer morgenländischen Völker die Vielweiberei, eingeführt. Die Tschuwaschen nenne» Gott Tor, und opfern demselben Pferde, Kühe und Schafe: die Wotiaken nennen ihn Jumar, und die Tschermiffen Jama. Tschcrkask, eine Stadt am Flusse Don im Lande der dänischen Kosaken in» europäischen Rußland, welche die Hauptstadt derselben ist. Sie ist wegen der oftmahligen Ueberschwemmung des eben genannten FluffeS die meiste Zeit des JahreS mit Wasser umgebe», daher hier die Häuser, deren man gegen Z»oo zählt, meisten Theils auf Pfählen stehen, und bat eine hölzerne Bc- sestignng. Sie treibt einen einträglichen See-und Landhandcl mit den Griechen, Kubanern und Krimern, und Mm m Tschern igrad Tschiau 4Z6 Tscherlitz Tschernig der oberste Befehlshaber oder Atainan der Kosaken hat hier seinen Sitz. Hier wird auch ihr-rode« Geschütz und ihr KriegSvorrath verwahrt, und in Kriegs- zeilen ihr bestes Benutzen in Sicherheit gebracht; imglcichen kommt hier das Volk zusammen, wenn es sich nach der unter ihnen eingeführten demokratischen Staatsvcrsassung über allgemeine Angelegenheiten berathschlagt, oder z„ einer kriegerischen Unternehmung ins Feld ziehen null. Tscherlitz, Eschalens, eine Landvogtey und großer Flecken mit einem Schloß- sein der Schweiz, welche ganz von dem Gebiethe der Stadt Bern umgeben, und mit der Landvogtey Orbe vereinigt sind. Sie gehören den Cantons Bern und Fceybnrg, und auf dem Schlosse wohnt der Landvogt. Die Rcsormirten und Katholiken bedienen sich der hiesigen Kirche gemeinschaftlich. Tschern, eine Stadt in der Statthalterschaft Tula im europäischen Rußland, von welcher ein Kreis den Nahmen hat. Tschern, eine Stadt in der Statthalterschaft Orcl oderOrlow im europäischen Rußland, welche am Bache gleiches Nahmens liegt, der in den Suscha fällt. Tschernahora, eine Herrschaft und kleines Städtchen mit einem Bergschlosse im Brünner Kreise in Mähren, wel- che dem Fürsten von Auersberg gehören. Tschcrnawoda, eine Stadt an der Donau in der dristischen oder silistrischen Sandschakschast in Bulgarien. Lscherncmbl, Zhcrnamcl, eine kleine lan- dcssürstliche Stadt in der windischen Mark inMittelkrain. Sie hat einSchlvß, zu welchem eine Herrschaft gehört, und ^ine Commenthurep des deutschen Ordens, welche der laybachischen Com- mentburey einverleibt ist. Tschcrnichow, s. Czeruichow. Lschernigow, eine Stadt am Flusse DeS- «a im europäischen Rvßland, welche die Hauptstadt einer Statthalterschaft gleiches Nahmens ist, zu welcher ,r Kreise gehören. Sie ist der S>tz eines Erzbischofs, der zugleich der Erzbischof von Nowgorod Gcwerski ist. Tschernigrad, Mauro Castro, ein zer. follenes Schloß auf einer Höhe ander Donau in der Walachey, dessen Steinhaufen mit dicken Gesträuchen umgeben sind. Nahe dabey liegt der Flecke» Tschernetz. Tschernoijar, eine mit Wällen und Pallisade» befestigte Sradt an der Wolga in der Provinz Astrachan in der Statthalterschaft Kaukasien im astatischeu Rußland. Im Jahre 174» brannte sie ab; sie warb aber im Jahre 1742 weiibes- ser aufgebauet. Tschcrnowttz ein Markifleckeu und Schloß im Bechiner Kreise in Böhmen, welche einem Grafen von Sternbeig gehören. Tschiau, bey den Türken so viel als Staats, böthe, ein Herold; daher sie auch in Staats- und Kriegsherolde eingetheilt werden. Erstere dienen im Divan,u»d nehmen die Bittschriften an, die sie dem obersten Tschiau zustellen, der sie dem Großvezier einhändigt. Es sind ihrer gegen 600, deren jeder täglich 12 bis 4<» Aspern Besoldung hat. Da sie mei. steuS Sprache» verstehe«, so werde» sie auch als Abgesandte an fremde Hö- 'fe gebraucht. Die Kriegsherolde diene» als Couriers. Sie ziehen im Kriege vor dem Großsultan zu Pferde her, und wenn er ausreilek, mache» sie ihm aas den Straßen Platz. Ihre Waffen sind ein Säbel, Bogen, Pfeile, und ein kurzer oben mit einem dicken Knopfe versehener Stab, Nahmens Topous. Tschiau- Baschi, der Nahme des Oberhaupts der Tschiaus. Im Divan nimmt er Bittschriften an, und bey der Armee ist er gleichsam der Gcncraladjndant des Sultans. Er vertritt zugleich die Stelle eines Leremonirnmeisters, der die Tschin- ynen TschukIschi Tschuwaschen fremde» Gesandten einsnhr,; auch werden ihm die StaalSgesangenen zur Verwahrung übergeben. Wenn der Groß- sultai, den Kops eines Pascha»erlangt, so wird diese Verrichtung gewöhnlich eil,ein Tfchian aufgetragen. Tschm- p»en, eine Siadt in der Provinz Houeulcheou in China, welche einige Festungen und zwey Slädte vom drit> teu Range unter sich hat. Tschlnie, zwey kleine Flüsse in Schlesien, welche in der Oberlausitz entspringe», sich eine halbe Meile von Sagan vereinigen, und daselbst in den Bober ergießen. Tschirne, s. Großrschirne. Lschongrader Gespanschaft, s. Csongra- der GePanschafr. Tschopa oder Zfchopau, eine kleine amt- säffige Stadt am Flusse gleiches Nahmens im erzgcbirgischen Kreise im Chur. fkestrnlhume Sachsen. Sie hat«in Schloß, und brannte in den Jahren 174z und 17LO ab. Bey derselben be- fiw et sich ein Blaufarbenwerk. Tschvrlu, l^rilos, eine Stadt in der ivizischen Sandschakschaft in Romanicn. Tschudskoja, eine kleine Stadt in der Pro. viiiz Orrnburg in der Statthalterschaft Ufa im asiatischen Rußland, welche ehemahls mit Wall und Graben uwge- den war. Tschilgujew, eine Stadt am Donez in der Provinz Belgorod in der Sratih»lker- schuft Kursk im europäischen Rußland, »elche außer Kosaken und getauften Kalmücken m-isteuS Russen zu Einwohnern hat. I» der hiesigen Gegend wird guter Wein gebauet. Tschuktkchi, eine freye Nation im nordöstlicher» Theile von Sibirien im asiatischen Rußland, welche zwischen den Füssen Auadir und Kolvma wohnet» und die Gewohnheit hat, einen Wall- roßzahn in jedem Backen zu tragen, wozu in der Kindheit die Löcher gemacht werden. Sie werfen sehr geschickt mit Tuam der Schlauder, bedienen sich aber doch im Kit ge meistens dcrBogen um Pseile, u"d haben sich bisher dem russische» Zevier noch nicht unterwarfen, fände« n vielmehr gegcu die Russen alle Feindseligkeiten ausgeübt. Tschuwaschen, s. Tschcremifseu. Lsiampa, ein Königreich auf der Halbin. sel jenseit des Ganges in Ostindien, welches dem Könige von Cambodia oder Camboja gehört, und dem Könige von Cochinsina zinsbar ist. Lsi-nait, die Hauptstadt in der Provinz Chan tong in China, welche einen große» Handel treibt, und groß und Volk. reich ist Etwas weiter als eine Meile von dieser Stadt liegt das große Dorf Lou- keo» am Ufer des Flusses Tsing-Ho. Hier werden alle Waaren gepackt, die auf dem prächtigen in dieser Provinz befindlichen Canale weiter gebracht werden solle». Die Gerichtsbarkeit von Tsi- nan erstreckt sich über 2 Städte von» zweyten, und über 26 vom dritten Range. In den benachbarte» Gebirgen wird viel Eisen gegraben. Tsintcheou, eine Stadt in der Provinz Chan tong in China, welche in einer fruchtbaren Gegend nahe am Meere liegt, sich stark auf den Fischfang legt, und mit den Häuten einiger Fische Handel treibt. Zu ihrem Gebiethe gehören 2 Städte vom zweyten,»nd iZ vom dritten Range. Tsilsikar, eine Provinz im chinesischen Tungusea. oder Amurlande in Asien, welche von Humaren, Solonen und Danren bewohnt wird. Die Solonen sind ein nomadisches Volk; die letzter» aber sind Ackerbauer, und haben feste Wohnungen. Die Hauptstadt des Lau. des heißt ebenfalls Tsttsikar. Tuam oder Toam, lusma, eine kleine Sradt in der Grafschaft Gollwap>n der Provinz Conagbr in Jemand. Sie ist der Sitz eines Erzdischofs,»nd war Mmm 2 4L8 Tubacat Tübingen «hemahls berühmt; jetzt aber ist sie in geringen Umständen. Tubacatum, der Hanptoet im Reiche Bnr- Jalos im Lande der Jalostin Scnegam- bia in Afrika, welcher die Residenz des so genannten großen Jalof ist. Tubai, eine von den SocietätSinseln in Australien oder Südindien, welche nur von drey Familien bewohnt wird, aber wegen der Fischerey wichtig ist. Tllban, ein kleiner Königreich und Stadt an der nördlichen Küste der Insel Java in Asien. Die Stadt hat einen guten Hafen. Tubus, ein Seherohr, ein Fernglas. Tucuman, eine Provinz im spanischen Paraguay im Vicekönigrciche Rio dc la Plata in Südamerika, welche zwischen der Provinz Chili und dem Flusse Plato liegt. Hier haben die Spanier einigeColonien angelegt, unter welchen S. Mignel de Tucuman oder de l'Este- ro, S. Jago de l'Estero oder Cordova dir vornehmsten sind. In dieser Pro- vinz gibt eS gute und einträgliche Bergwerke. Tuczyn, ein Städtchen am Flusse Horyn in der Woiwodschaft Wolhyn in Kleia- pohlen. Tubela, eine Stadt mit einem alten Ca- stell am Ebro im Königreiche Navarra in Spanien. Sie enthält 10 Pfarrkirchen, unter welchen sich eine Collegiat, kirche befindet, 6 Mönchs- und2Non. nenklöster. In der umliegenden Gegend wachsen Wein, Ochl und andere schöne Früchte im Ueberflusse. Tübingen, eine Stadt mit einem Amte im Herzogthume Würtemberg im schwäbischen Kreise, welchediezweyteHaupt, stadt des Landes ist, und anfeinem bergichten Boden zwischen zwey Bergen am Reckar liegt. Einer von de» gedachten Bergen, welche das Neckarthalvon bem Ammerthale scheiden, liegt gegen Osten, und heißt der Ostcrbcrg; der Türingheim andere aber, welcher gegen Abend liegt hat seinen Nahmen von dem darauf befindlichen alten befestigten Schlosse Hohen tübingci!, und wird der Schloßberg genannt. Ueber den Neckar führt eine steinerne Brücke, und die Ammer fließt durch die Stadt in den Neckar. Hier befindet sich das fürstliche Hofgericht, bey welchem die AechtShändel ihre letz. te Entscheidung erlangen, und eine im Jahre 1477 von. Grasen Eberhard dem Aeltern errichtete Universität, die schon von, Papste SixtuS V. und Kaiser Friedrich III. vortreffliche Freyheiten erhielt, und oon ihrem Stifter Eberhardina, vom Herzoge Carl seit dem Jahre 1/70 aber Eberhard!«»- Carolina genannt wird. Der Universität ist das ehemahlige Stift Sindelsingcn einverleibt, und bey derselben befindet sich ein theologisches Stift, in welchem nber.gov Theologen unterhalten, und zu Führung ihres künftigen AmteS geschickt gemacht werden; imgleichen ein Collegium illustre für fürstliche und gräfliche Personen, und eine lateinische Schule von vier Classen. Außer der Stiftskirche, an welcher ein Specialsuperintendent stehet, gibt es in der Stadt noch eine Hospitalkirche und eine Schloßcapclle. Bey der Hospitalkirche findet man die Anatomie, und auf dem Schlosse eine Sternwarte. Hier gibt eS gute Zcpg- manufacturen. Diese Stadt ist so alt, daß man nicht weiß, wenn sie erbauet worden ist, und auf dieselbe ist die Pfalzgrafschaft in Schwaben gegründet. Im dreyßigjährigen Kriege wurde sie oft belagert und erobert, und im Jahre ickzz von den Franzosen beschädigt. Nicht weit von der Stadt befindet sich ein Gesniidbad, welches S. Lla- fiibad genannt wird. Türiligheim oder Türkheim, eine kleine offene Stadt in Oberelsaß. Sie liegt im Eingaygr des ErcaorienthalS, z» Türke Lürkey welchem sie gleichsam die Thür ist, und daher ihren Nahmen haben soll, ist ganz katholisch, hat nur eine Kirche, und war ehemahls die letzte unter den elsas- fischen freyen Reichsstädten^ und mit Mauern verwahrt, welche im Jahre ,6Zi.a»s königlichen Befehl abgetragen wurden. Bey derselben wächst guter weißer»nd rother Wein; auch wird in ihrer Gegend Kalk und GipS gefunden. Türke, ein Nahme derjenigen Nation, welche anfänglich zwischen dem schwarzen und caspischen Meere wohnte, sich aber nachmahls nicht nur des ganzen westlichen Asiens, sondern auch des griechischen Reiches bemächtigte. Er ist alt, und wird am wahrscheinlichsten von dem fast in allen Sprachen befindlichen Worte Tor, Berg, Gebirge abgeleitet, weil diese Nation ursprünglich die gebirgigen Gegenden zwischen den gedachten beyden Meeren bewohnte. Diese Na-, tion läßt sich jetzt nicht mehr Türken nennen, weil die Perser und andere einen Straßenräubcr mit diesem Nahmen belegen. Im gemeinen Leben wird oft ein jeder Muhammedaner ein Türke genannt, weil sich diese unter allen Muhammedaner» den Europäern am furchtbarsten gemacht haben. Türkenfcld, eine Herrschaft in den Lande» der Grafen von Fugger im schwäbischen Kreise, welche dem kirchheimi» schrn Zweige gehört. Türkestan, Turchcstan, eine Landschaft in der asiatischen Tartare^, welche im Osten des Avalsecs von Syrdarja liegt, und unter der Herrschaft eines kirgisischen Prinzen steht. Die Hauptstadt des Landes heißt ebenfalls Türkestan, liegt am Flusse Karasch, ist mittelmäßig, und enthält gegen tausend Häuser. Türkey, Türkisches oder OschmanIscheS Reich, lurcia, eins der weillänf- Tür 2 ep tigsten Reiche in der Welt, welches aus europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern besteht. Die Türkey in Europa ist ei» Theil des ehemahligen morgenländischen römischen Reichs, und grenzt gegen Morgen an die krimmische Tarkarey, das schwarze Meer und den Archipelagus, gegen Mittag an das mittelländische Meer, gegen Abend an das adriaii- sche Meer, und an das ragusanische, venetianische und ungarische Dalma- tien,»nd gegen Mitternacht an das ungarische Croatien, Slavonien, Ungarn, Siebcnbirgen und das pohlni- sche und russische Reich. Seine Größe beträgt r istio deutsche Quadratmeilcn. Die hiesige Luft ist zwar gesund; eS wird aber öfters aus Aegypten die Pest hierher gebracht, welche einige Mahl zu Constantiuopcl den fünften Theil der Menschen aufgerieben hat. Der Lehrsatz der Türken von dem Verhängnisse so wohl, als auch die Gewohnheit, ist die Ursache, daß sie sich nicht viel daraus machen, obgleich verschiedene jetzt die Christen nachahmen, und sich zur Zeit der Pest so viel als wög- - lieh von andern absondern, ohne doch ihre öffentlichen Geschäfte zu verabsäumen. DaS Klima ist hier größten Theils heiß; doch wehen kalte Nordwinde, vornehmlich im Norden der Hain»-. Alle Landschaften der europäischen Türkey haben einen fruchtbare» Boden, welcher in den nördlichen Gegenden größten Theils eben, in Süden hiüge, gen gebirgig ist; doch erstreckt sich diese Fruchtbarkeit auf rinrGegcnd mehr als aufdic andere. Dievoriiehmstcnhiesigen Prodncte sind allerley Arten Getreide, besonders viel Reis, Wein und Vielecke» Südfrüchte, Baumwolle, Seide, Tabak und Holz. Marmor, Siegelerde, eimolische Erde, Alaun, Schwefel, Salpeter, Salz, Eisen, Schleifsteine, 4üc> Türkep Meerschaum und Achate werden auch angetroffen. Au- dem Thierreiche fin. der man vorzüglich Rindvieh, Schaft, Pferde, Esel, Maullhiere, Fische und Bienen. Der Ackerban und die Vieh. zucht sind fthrvortheilhaft und einträglich, und jährlich wird eine ungemein große Menge von allerley vortreffli. chcn Landesfrüchten durch die Schiffe adgehohlt und ausgeführt. Seit der Re. gierung Muhammeds III. ist der Acker, bau, weil er mit zu starken Abgaben beschwert ward, in solchen Verfall gerathen, daß der geringste Mißwachs ei. ne KungerSnoth nach sich zieht. Die Türken legen sich, sehr wenige auSge. riommcn, fast gar nicht darauf, sondern er wird von den Christen betrie. ben. Für den besten Wein in diesem Staate hält man den von Santorin und Malvesia. Die vornehmsten Flüsse desselben sind der Dniestcr und die Donau mit den Flüssen Aluta, Sireth oder Sereth, Pruth, und der Sa»e oder Sa». Zur europäischen Türkey gehöre» Lander, die dem oschmanischcn Reiche völlig unterworfen, und andere, die ihm bloß zinsbar sind. Zu den ersten gehören Romanien oder Rum-Jli, Bulgarien, Macedonien und Albanien, Zanjah oder Thessalien, Livadien, Mo. rca, Servien, Bosnien, ein Theil von Croa'ien und Dalmatien, und der Pa. fchalik des Capudan Pascha, zu wel. chem außer der Sandschakschafr Galli- Poli die Insel Candia und die vielen Inseln des Archipelagus gerechnet werden. Alle diese Länder stehen unter der Verwaltung von vier Paschen, und sind in viei Paschaliks oder Statthalter, schaflen getheilt. Die europäischen zinsbaren Schutzländer des türkischen Kai. fers sind die Fürstenihümer Walachei» -und Molbau. Die Anzahl der Einwohner in den ««geführte,, Länder» beträgt kg,„„ zwölf Türkcy Millionen, ist i„ Ansehung ihrer Größe und Eure viel zu geringe, und ,4,^ immer mehr ab, woran die Pest, die Biel- weiberep, der Krieg, eine Menge der Abgaben, die Belästigung des gerne!- neu Mannes, und die ungefähr feit dem Jahre 1740 gewöhnliche„nd häufige Auswanderung der Grieche;, Ar. meni-r und Walachei, in da- benachbarte russische, pohlnische, ungarische, venetianische ,,„d ragnsanische Gebiech hauptsächlich Schuld sind. Die stärkste Eniblößung dieses Reichs findet man in der Walachep und Moldau; hingegen sind die zunächst um Constantinopel gelegenen europäischen und asiatischen Landschaften am besten angebauet und bewohnt, besonders Romanien. Die Ein. wobner sind von verschiedener Art, und theilen sich i„ Absicht auf Sprache in Türken und Tartarn, Griechen Armenier, slavische Völker(zu welchen die Bulgaren, Servier und Rainen Bosnier, Croaten und Dalmaiier ge^ boren), Walachei,, Arna.uen oder Albaneser, Deutsche und Juden In den türkische» Handelsstädten werden alle Eliropäer Franker, genannt. Die Türken sind zwar linier den Christen als Unmenschen und Barbaren, als faule und ungeschickte Leute verschrien; sie sind aber so schlimm und fürchterlich nicht, als man sie ehemahls schilderte- wenigstens sind die jetzigen Türken nicht so rauh„nd wild, als ihre Vorfahren waren. Es gibt auch ehrliche und auf. richtige, gnlihätige und liebreiche, mä. ß'ge und artige, fleißige und geschickte Leute genug unter ihnen; oder cS sind bey ihnen, so wie bey alle», andern Völkern und Nationen, Gu'e und Böse M,t einander vermischt. Doch hält man d.e asiatischen Türken für besser als die europäischen, weil die letzten«„Seiner Vermischung von ursprnngiichen Tür- »rn und abtrünnige» Christen und Ja. Keil bestehen. Was übrigens die äußere Beschaffenheit der Türken betrifft, s» sind sie meisten Theils starke und ansehnliche Lerne, welche viel vertragen kennen, und sich daher auch gut zum Kriege schicken, wozu sie sich nach ihrer Art von Jugend auf gewöhnen. Sie haben ihre besondere Kleidung, Lebensart und Gewohnheiten. Sie bescheren nicht nur den Kopf, sondern die meisten auch den Bart, lassen aber denKnebclbart sehr lang wachsen. Der Turban oder türkische Bund, welchen die Männer tragen, ist das Unterscheidungszeichen aller Stände der bürgerlichen Gesellschaft, und gibt zu erkennen, wer jemand sey. Die Mitglieder des Divans erscheinen in demselben mit besondern weißen Turbanen, die sonst niemand tragen darf, und die so groß als ei» Schaff sind. Die Emire tragen grüne Turbane, welche Farbe für heilig gehalten wird. Die Kriegsleute haben welche von allerley Farben, und die Seesoldaten gemeiniglich schwarze. Die Kleider sind lang und weit. Sie sitzen, essen und schlafen nach morgen- ländischer Art auf dem Fußboden, und brauche» zu ihrer Bequemlichkeit Pol. ster, Matratzen und Teppiche. Da ihnen der Wein verbothen ist, so wenden sie sehr viel Geld an gute Brunnen; daher auch in ihren Ländern die besten anzutreffen sind, und zwar nicht nur iu den Städten, sonder» auch auf dem Lande und an andern unbewohnten Oer- tern, damit sich die Reisende», und die, welche auf dem Felde arbeiten, bey großer Hitze erfrischen können. Ihre gewöhnliche Begrüßung besteht darin, daß sie das Haupt ein wenig neigen, und die rechte Hand an die Brust legen; vor vornehmen Personen aber bücken sie sich so tief, daß sie den Saum ihrer Kleider berühren und küssen können. Die linke Hand behauptet in Kriegs- Türkey 461 gelte» bey den Soldaten den Rang; bey den Staatsmännern aber hat sie dieses Ansehen in Friedenszeiten nicht. Das weibliche Geschlecht wird unge» mein eingezogen und eingeschränkt gehalten. Zum Adel rechnet man in der Türkey die vornehmen Kriegsbedienlen, Richter und Geistlichen. Die Geburt trägt nichts bey, jemanden zu großen Bedienungen zu verhelfen; sondern eS kommt auf Geschicklichkeiten, Verdienste und Empfehlungen an. Niemand ist den gefährlichen Befehlen der Pforte, wel. che den Kopf fordern, bloß gestellt, als die, welche in kaiserlichen Dienste» oder Aemtern stehen. Das gemeine Volk wird sehr gedrückt. Ein Herr kann seinen Bedienten, die freye Leute sind, wegen geringer Ursachen ungestraft ermorde«, und seine Knechte gar ohne Ursache todt schlagen; obgleich Sclaven und Diener öfter- besser als von den Christrn gehalten werden. Die Sprache der Türken oder die türkische Sprache ist an und vor sich selbst sehr arm, und hak daher viel von der arabischen und griechischen Sprache ange. »ommen. Die Griechen, und auf der Insel Cypern auch Mohammedaner, re« den die neugriechische Sprache, die Servier, Bosnier und Bulgaren die slavonische, und die Wallachen und Moldauer di-walachische, welche mit der türkischen fast einerley ist. Die arabische Sprache ist die Sprache der Gelehrten. Die italienische Sprache wird auch stark ge» redet, besonders von Kaufleuten und am Hofe. An der Küste des schwarzen Meeres, von der Donau an bis an das asowsche Meer, wohnt unter den Türken und Trrtarn eine heidnische Nation, deren Sprache mit der deutschen nahe verwandt ist. Die Griechen, welche die allen Einwohner des Landes sind, leben unter den Türken vermengt, und übertreffen diese fast an allen Orten an 46s Türkey der Zahl, besonders auf dem platten Eande. Auf die Griechen folgen der Menge nach die Armenier, welche den Griechen an verschiedenen Orten, besonders zu Constaiilinopel,«» der Zahl fast gleich kommen. Sie sind durchgehende reicher, als die Griechen, weil sie nicht nur den Handel besser verstehen, sondern auch sparsamer leben. Sie bedienen sich nicht solcher nieder- trächtigen Schmcichelepen gegen die Türken, als die Griechen, und werden daher auch mehr von denselben geachtet. Die vornehmsten Religionen dieses Theils des türkischen Reichs sind die muham- medauische, christliche und jüdische. Von der muhammedanischen Lehre heiße» ihre Anhänger Moslemin,, welche unrichtig Muselmänner genannt werden. Ihre Lehrsätze sind im Koran ent. halten. Ihre Gotteshäuser heißen Tscha- mi oder Moskeen. Außer zwey Hanpt- secte», nähmlich der sunnitischen und schulischen, zählt man mehr als 70 verschiedene moslemische Secten unter ihnen. Unter den Christen gibt es viele morgenländische oder griechische und armenische, und auch katholische; aber weniger lutherische und reformirtc. Die Gelehrsamkeit der Muhammedaner ist eben nicht von Erheblichkeit; indessen haben sie doch ihre Schulen, Eollegie» und Akademien. Sie erlernen zuerst die Grundsätze ihrer Religion. Diejenigen, welche es weit bringen wollen, üben sich, um so wohl in gebundener als ungebundener Rede geschickt zu schreiben. Sie beschreiben ihre Geschichte mit vieler Genauigkeit, und legen sich auf die aristotelische und epikurische Philosophie, wovon sie in ihrer Spra. che Ukbersenungen haben, besonders auch auf die Arzeneykunst und die dahin einschlagenden Wissenschaften. Sie tret. den auch die Geometrie, Astronomie, Geographie und Moral. Unter den Türkey Griechen findet man mehr Gelehrsam. keit, als unter den Türken, wiewohl sie in Vergleichung mit den unsrigen sehr wenig zu achten ist. Die hiesigen Fabriken sind größten Theils in schlech, tem Zustande. Außer den Tuch- Seidenzeug-Baumwollen. Corduan-Saffian. und Chagriiifabrikcn findet man wenige. Griechen, Aimenier und Juden sind fast die einzigen, die sich da, mit abgeben. Die vornehmste Handlung ist in den Händen der Griechen, Armenier und Juden, und die Sachen, welche ausgeführt werden, bestehen in Wein, Baumöhl, Corintheu, Mandeln, Datteln, Mastix, Feigen und andern Früchten, Wachs, roher und gesponnener Seid-, Vieh, Camcloken, Tapeten, tückischem Garn, Corduan, Saffian, Chagrin, Leinwand, türkische» Säbeln, Baumwolle, Gallapfeln, Krapp, Anis, lcmnischer Erdr, Meerschaum und Schleifsteinen. Die asiatische Türkey grenzt gegen Norden an das schwarze Meer und Georgien, gegen Osten an Persien, gegen Suden an den persischen Meerbusen und Arabien, und gegen Westen an das mittelländische Meer, den Archipelagus, den Hellespout, das Mar di Marmor«, und die Straße von Constantinopel, Der Boden dieses Reichs ist zum Theil gebirgig, besonders in den Gegenden, wo die Gebirge Taurus, Libanon und Olymp liegen; aber man findet auch viele Ebenen, und sehr sandige, wie auch morastige Distrikte. Dieser natürliche» Beschaffenheit ungeachtet ist er dennoch hin und wieder außerordentlich fruchtbar. Die Luft ist in einigen Landstrichen sehr heiß, wird aber durch kühle Seewinde an der Küste gemäßigt. UebrigcuS findet man hier fürchterliche Heuichcecken- züge. In einigen Theilen ist der Wind Samum oder Sam-Ieli Einwohnern und Reisenden sehr gefährlich. Auch Erd- Tür? cy bebn, und Pest sind hier sehr gewöhnlich. Die vornehmste» Produete dieses Landes sind allerley Arten Getreide, Reis, Wein, Oehl, Seide, Tabak, Sasse«», Baumwolle, Rhodiferholz, Obst und viele Südfrüchte. Manna wird hier hin und wieder gesammelt; jmgleichcn werden Eicheln zum Garben undGalläpfel aufgesucht. Aus dem Thier- reiche sind die angorischcu Ziegen, die syrischen Schafe und die Purpur,»». schein am merkwürdigsten. Salpeter, Salz, Alaun, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Bley, Walkererde, Meerschaum und mineralische Brunnen findet man in verschiedenen Gegenden, und die Fi- schereyen find hin und wieder auch sehr wichtig. Die vornehmsten hiesigen Flüsse sind der Euphrak und Tiger. Die Theile dieses Reichs, welches der türkische Kaiser durch Pascha'S und BeglerbekS regieren läßt, sind Natolien oder Kleinasien, Soria oder Syrien, Mesopotamien oder Al Dschefira, Türkisch. Geor- gien und Turcomanicn oder Türkisch-Ar« siechen. Die Zahl der hiesigen Einwohner beträgt ungefähr y Millionen, und die vornehmsten Sprachen, welche man hier spricht, sind die türkische, griechische, armenische und arabische. Außer den Türken wohnen hier Griechen. Armenier(die reichsten Kaufleute in West- asien), A-abcr, Juden, Curden, Drusen und Zigeuner. Außer den oben genannten Sprachen hört man hier die syrische in verschiedenen Dialekten; ma- ronitisch spricht man bey den syrischen Christe» um das Gebirge Libanon; na- balhaisch bey den Curden und Nestoria- nern, und wd.ndäisch bey den Johan- ncschristen. Die herrschende Religion ist die muhammedanische; aber es werden auch Juden und Christen geduldet. Unter den letzten sind die von der griechischen Reliaion am zahlreichsten. Ne- -oriancr, Monophpfiten oder Jaeobi- (IV. Band.) ten, Armenier und Maroniten find in mehrere, Gegenden sehr häufig anzutrcf- sen. Dre Fabriken bedeuten ia diesem Theile etwas mehr als im europäischen; denn man verarbeitet Baumwolle, verfertigt seidene Decken, ganze Comelot- te, Tapeten, türkisch Garn, Cattnne, Kupfer- und Skahlarbeitcn. Die Wissenschaften schränken sich hier meistens nur auf Astronomie, Astrologie, etwas Philosophie und Arzeiicywiffenschaft ein. Die Handlung ist beträchtlich, und ge. schieht zu Lande in ganzen Gesellschaf, ten oder Karavanen. Man führt Gc- trride, Tabak, Baumsrüchle, Oehl, Galläpfel, Mastix, Wein, Rosinen, Baumwolle, türkische Teppiche, türkisch Garn, Kamehlhaare, Eamelotte, Seide, Wachs, Corduane, Saffiane, Chagrin, Meerschaumköpfc, Schafwol- le, Hasenfelle, Gummidraganl, Büf- sclshänte, Alaun und seidene Waaren aus. Die afrikanische Tnrkey grenzt ge- gen Norde» an das mittelländische Meer, gegen Osten an den Isthmus von Suez und das rothe Meer, gegen Süden an Unterälhiopien und Nubien, und gegen Westen an die Wüste Sarah und an Barca. Die Theile derselben find Ae- gypken, das Königreich Barca und die Küste von Abex; auch find dem türkischen Kaiser die Republik Algier, Tunis und Tripolis zinsbar.(S. diese Länder). Der Flächenraum der türkischen Besitzungen in Afrika und Asten beträgt gegen ZZöoo deutsche Luadrat- meilen, welche von ungefähr 40 Millio. nen Menschen bewohnt werden. Das türkische Reich wird von seinem Kaiser, welchen man auch Großsultan oder Großherr nennt, fast ganz nach freyer Willkür regiert. Seine Gewalt ist indessen doch durch den Koran, durch das Ansehen des Großvezicrs, durch das Gutachten(Fekfah) des Mufti, und Nun 464 Türke- durch den Diva,, vdcr das erste Sraais- collegium einiger Maßen eingeschränkt. Die Thronfolge ist erblich in der mann. lichen Linie des osmannischeu Hanfes, wiewohl mir Wahl verbunden.-Außer den genannten Großoeziec und Mufti gehören der Tcfkerdar oder Präsident des Finanzcollegiiims, der Nlfandfcha Pascha oder Großsicgelhewahrer, der Kapudan Pascha oder Großadmiral, der Reis Effendi oder Staatssecreiär, und Großkanzler des Reichs, nnd der Tesk> jerrdschi Pascha oder erste Secretär, Dberarchivarius und Kanzelleydirccior zu den vornehmsten Staatshedieitten. Die Statthalter in den Provinzen heißen Pascha's, die kleiner» Sandschaken, und die Aga sind über große und kleine Distrikte gesetzt; die Molla aber befinden sich in einigen große» Städten. Die Kriegsmacht,dieses Reichs erstreckt sich auf LZooo» Mann Landlruppen; doch beließ sich die Zahl derselben zu Anfange des letzten Krieges, t-ie Tartan,„ngerech. net, auf 280000 Köpfe. Die Seemacht beträgt 20 bis 25 Linienschiffe, ohne die Fregatten, Galeeren s. f. Die Staats, einkünfte e-strecken sich auf 2L bis AO Millionen Piaster, oder auf-zo bis^6 Millionen Gulden, ohne was'in die kaiserliche Charoullle fließt, nnd im Durchschnitte jährlich etwüL Millionen Piaster betragen soll. Die Türken sind ein tartarisches Volk, welches sich von seinem alten Heerführer Dschman oder Dsman benennet. Dieser nahm im Zähre iZoo i» der Stadt Kars. hissar den Titel eines Sultan a», und schlug seineResidenz zu Nenghikscheri auf. Er eroberte außer vielen and er» Städten auch im Jahre 1Z26 die bithynischeStadt Prusa, welche in nnsern Zeiten Bursa genannt wird, und wo sein Sohn und Nachfolger Orkban seinen Sitz aufschlug. Dieser, welcher des griechischen Kaisers Kaniskuzenus Tochter Theodors zur Ge- L n rkep mahlinn hatte, schickte seine Söhne Soli. mau und Morad oder Amurad, nach Eu. ropa, von welchen jener die Stadt Galli. polis, dieser aber Tprilos eroberte. Mo< rad I. folgte seinen, Vater in der Regie, rntig; eroberte im Jabre ,§60 Ancyca, Adrianopel und Phjiippolis; errichtete im Jahre 1Z62 die Jauitlcharen; nahm Seevien weg, und fiel auch in Macedo. nie» und Albanien ein. SeniSohn und Nachfolger Bajasied machte in Europa und Asien große Eroberungen, und überwand die Christen im Jayre iZys, bey Nikopolis, wurde aber im Jahre ,402 von dem Tiniur bey Angora geschlagen und gefangen genommen. Seine Söhne zerfielen mit einander; Muhammed l. aber behielt den Platz, dessen Sohn Mo> rad II. verschiedene glückliche Feldzüge verrichtete, und besonders im Jahre 1444 die Ungarn bey Varna besiegle. Muhammed II-, der größte unter allen Sultanen, eroberte im Jahre i4LZ Ton- flaniinopcl, und brachte das ganze mor» gcnläiidische römische oder griechiicheKai- serihum unter seine Bolhmäßigkeu. Die Türken solle« ihr Recht zu drmselbeu aus die Erbfolge gründen,» id beziehen sich vermuthlich darauf, daß Sultan Drihan des Kaisers Kantakuzeiius Tochter zur Gemahlinn hatte. Uebrigens hat Muhammed ll. während seiitkeÄegiertiiig ir Königreiche und 200 Städte erobern Bajastd II.„nd Selim I. vermehrten das türkische Reich in Europa Asien und Afrika, und Soliman 1. hat sich»ich! nur durch seine Siege über die Ungarn, sondern auch durch sei» Gesetzbuch be< rühmt gemacht. Die folgenden Sultane hatten wenig Glück. Muhammed IV. eroberte zwar im Jahre ,669 Candia, und belagerte im Jahre 16ZZ Wien; war aber in Ungarn unglücklich. Uuer der Regierung Solimans II., Achmels II. und Mustafa waren die Ungar» und Venktiuiikr in ihre» Unternehillgiigeii Türkheim Luls wibcr die Türken glücklich; daher Mustafa II. im Jahre 1699 zu Carlowitz Frieden schloß Ach neo III. schloß im Jahre 1718 den Paffarowitzer Frieden, und Muhammed V. brachte durch den Belgrader Fried.cn von, Jahre i/Zy die Hälfte von Scryie» und einen Lbeil der Walachey wieder a» sein Äeich. Ihm folgte sein Bruder Lschman Ibrahim, diesem sein Bruder Mustafa III., diesem Abdirl Hamid, und diesem Se- lim III., welche insgesammt in ihren Kriegen unglücklich waren, und ansehnliche Besitzungen verloren. Türkheim oder Durcheiln an der Hart, ein Städtchen an der Grenze der obern und untern Hart im fürstlichen lenün- gen. dachSbinaischrn Antheile an der Grafschaft Leiuiugc» im oberrheinische« Kreise. Hier befindet sich ei» Residenz- schloß in welchem die fürstliche Kanzel- ley ist. Türkheim, s. Türingheim. Türklß, ei» steinariiges Mineral, welches gemeiniglich unter die Edelsteine gerechnet wird, aber nach des la Brvffe und Reaumur Beobachtungen der versteinerte Zahn eines noch unbekannten SeethiereS ist. Er ist, scineni inner» Gewebe nach, einem Knochen völlig ähnlich, nimmt indessen eine Politur an, und ist van weißer, gelber, grüner und grünblaulicher Farbe. Den deutschen Nahmen hat er von seio/r italienischen Benennung lurctiesa, weil man ihn zuerst aus dem türkischen Gebiethe zu uns gebracht hat. Tllllingen, TÜkliNg, ein Marktflecken und Schloß in der Pfl ge Vilsliofen im Rentamt« Landah,„ in Niederdapern an der Pastanischen Grenze. TmllrneS, s. Paris. Tukum, eilte Oberhauptm.annschaft und Slädtcheti mit einem v.rf llenc» Kchlos se im eigentlichen Hrrzoglhnme Curlaad Tlttg, di» Hauptstadt e.uer aus zwölf Tulcza Tülle- 4^. Kreisen bestehenden Statthalterschaft gleiches Nahmens im europäischen Rußland, welche am Flusse Upa liegt, und zum Theile von Steinen erbauet ist. Ein Theil derselben ist mit Mauern und Thürmen umgeben, und sie enthält ge. gen Zoooo Einwohner, unter welchen stch chuoo zum Theil sehr begüterte Kanf- lente befinde». Die hiesige» Eisenwerke find erheblich, und in der hier befindlichen beträchtlichen Gewehrfabrik, welche der Krone gehört, arbeiten ge. gen 6000 Mensche». Hier wird auch Juchten bereitet. Der Handel der Stadt bestehet in europäischen Waaren, griechischen Weinen und türkischen Waaren, und man verfertigt hier auch Siahl- waaren. welche den engläudischen sehe gleich kommen, Lederarbeiten, Berli- »lerblan und Siegellack. Tulcza, Tullscha, eine Stadt an der Donau in der dristifchen oder sillstcischcn Sandschakschafl i» Bulgarien. Sie wurde im Jahre 1777 von wenige» russischen Truppen angegriffen, welche sie ungeachtet der«on den Türken veranstalteten Befestigung und hinein geleg. ten Besatzung einnahmen, und die Besatzung verjagten, sich aber hierauf wieder über die Donau zurück zogen. Trrlcipn, Tullschin, eine Ktadt in der Woiwodschaft Bratzlaw in Podolien iu Äleinpohlen, in welcher Kutschen, Cn- riole, Wagen, schöne Sattel, messingene Geschirre, aller!«) geschmackvolle Ricmerwaaren, die schönste» geglätteten Juchten, und vortreffliche Schießgewehre verfertigt werden. Die hier wohnende» Franzosen treiben mit diesen Artikeln einen lebhafte» HanbelnaH Cherson. Tul;sk s. Turysk. Luliszkow, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Kalisch in Großpohle». T"l, s.Tcul. Tülles, Lulle, Tuella, l'utela, dir Nun 2 466 Tulmino Tuln Hauptstadt in Unterlimost» in Frankreich, welche am Zusammenflüsse der kleinen Flüsse Correze und Solane liegt, und der Sitz eine- BisthumS ist- Der hiesige Bischof, welcher unter dem Erz- ^ bischofe von BmirgeS stehet, war bis zur Revolution Herr der Stadt, hat einen Kirchsprengcl von 70 Pfarren, und ward am römischen Hofe auf 1400 Gulden taxirt. Man findet hier ein ehemahliges Jcsuitercollegium, 6 aufgehobene Klöster und ein Seminarium, und Papier- und Flintenfabriken. Tulmino oder Tolmeno, eine Hauptmannschaft im österreichischen Friaul, welche ein ansehnlicher aber bergichter Strich Landes ist, in welchem der Fluß Lison- zo, der ehemahls Sontins hieß, entspringt, und ihn durchstießt. Diese Hauptmannschaft fangt an der kärn- thischen Grenze an, und erstreckt sich der Länge nach au der Grenze von Ober- und Jnnerkrain bis an den Jdria» ncr Boden, und an die Grafschaft Görz. Ihr nördlicher Theil heißt der Fliekscher Boden, und fie gehört da» Grafen von Coronini. Tulmino, ein Markt und der Hauptort der eben genannten Hauptmannschaft gleiches Nahmens, unter welchem der Bach Tulmino fließt, der nicht weit von hier in den Fluß Lisonzo fällt, und ein Bergschloß enthält. Tuln, lulna, eine alte Stadt im Kreise ob dem Wicnerwalde im Lande unter der EnS in Oesterreich, bey welcher das Flüßchen gleiches Nahmens in die Donau sällt. Sie ist der gewöhnliche Sitz eines Vicarius des Bischofs von Passau, und enthält außer einer Pfarrkirche Z Klöster. DasMerkwür. digste ist hier ein unbeschädigt gebliebener Tempel der Römer, welchen man in eine christliche Kirche verwandelt hat. Im Jahre i/L2 brannte diese Stadt bis auf 40 Häuser ab, und im Jahre Tulsk Tunbridge >779 ward fie abermahls bis zur Hälfte eingeäschert. Das bey derselben befindliche Tulner Feld ist zum Theil paffauisch. Hier hatte die Armee, welche im Jahre 168Z Wien entsetzte, ihren Sammelplatz. Tulsk, ein Flecken in der Grafschaft RoS- common in der Provinz Conaght inJr- land, welcher Deputirke zum Parlamente schickt. Tumen, Tjumen, eine Stadt und Festung am südlichen hohen Ufer des Tu- rasiusseS im tobolskischen Gebiethe in der Statthalterschaft Tobolsk im asiatischen Rußland. Sie hat eine Vorstadt, welche der Stadt gegen über am nördlichen Ufer des eben genannte» Flusses liegt, und meistens von Tartarn und Bucharcn bewohnt wird. Durch diese Stadt fließt der kleine Fluß Tumenka, der sich an ihrem Ende an den Tura- fluß ergießt. Ueber denselben führt eine Z8 Klaftern lange Brücke, unter welcher sich die innere Festung, und in derselben eine steinerne Hauptkirche befindet, Außerhalb derselben liegen gegen die untere Seite deS Tura hin sechs hölzerne Kirchen, ein Nonnenkloster mit einer Kirche, und Lvo Häuser. Oberhalb dein Tumenka findet man gegen 2L0 Häuser, ein'Mönchskloster, und Z steinerne Kirchen, und iu der tartarischen Vorstadt eine hölzerne Kirche und eine muhammebanische Moschee. Tunbridge oder The Toivn ofBridges, eine kleine Stadt am Flusse Medway im Herzogthuine Ksnt in England, welche ihren Nahmen daher hat, weil sich hier der den genannte Fluß in fünf kleinere Ströme vertheilt, über welche eben so viele Brücken geschlagen find. Das Städtchen an fich selbst liegt an dem kleinen Flusse Tun. Was diesen Ort so berühmt gemacht hat, find.die vier engländischc Meilen von hier gelegenen berühmten mineralischen Was- Tungusen ser, Nahmens Sicllhursi-Wells oder Tunbridge-Wells, bey welchen so viele Häuser angebauet worden sind, daß ein großer Flecken daraus entstanden ist. Er liegt zwischen zwey Hügeln die beyde mit schönen Häusern und Gärten prangen, und so schlecht auch diese Gegend von Natur ist, so schön ist sie durch den Anbau geworden. Im Sommer ist hier ein großer Zusammenfluß von galanten Leute» beyderley Geschlechts, deren Lebensart während ihres hiesigen Aufenthalts eine beständige Komödie ist. Tmigusea, eine große Nation. welche weit und breit zerstreuet in Asien wohnet, und großen Theils nntsd chinesischer Hoheit stehet. Ein anderer Theil derselben hat seine Wohnplätze in der Provigz Jeniseisk und in der Statthalterschaft Jrkutzk in Sibirien. Von den Sinesen wird sie Ssolon, das ist Schützen, von den Dsiiaken Kellem oder Vellem, das ist die Bunten genannt. Die Sprache der Tungusen ist mit der mansurischen nahe verwandt, nüd hak 8 besondere Mundarten. Nach- ^ dem sie unter russische Bochmaßigkeit kamen, theilte mau sie, je nach dem sie mit verschiedenen Thieren herumzogen, i) in Konnie Tungusen, das ist Pferde-Tungusen, welche in Daurien und bey der Stadt Nerschinsk wohnen, und im Jahre 1772 auf 4368 Bogen geschätzt wurden, aufweiche Art sie, wenn sie insgesammt beritten gemacht würden, im Nothfälle wider die Mongolen tapfre und willige leichte Truppen abgeben würden; 2) in Olennie Tungusi, das ist Rcunthier- Tungusen, welche am Lena- Nischnaja- und T»n- guSkastrome wohnen, Kleider von Renn- thieren und Mützen von Fuchsfellen tragen, und von der Jagd und Fischerey leben, nebstbey aber auch Vieh aufziehen; Z) in Sabaischie Tungusi. d. i. Hunde-Tungusen, die ihren Nahmen Tungusen 4S7 haben, weil sie Hundefleisch essen, und sich ihrer bey den Schlitten bedienen, fast alle in der jakutischen Provinz wohnen, und auch Lamuten, d. i. am Meere Wohnende, genannt werden. Hierzu kommen noch die Podkameuie Tun- guft-t, welche zwischen den Flüssen Je. nisei und Lena, oder um Jlimsk herum wohnen, sehr arm, und den benachbar. tcn Ostiaken und Samojedeu in der Lebensart ähnlich sind. B,ffer würde man sie in Wald-und Steppen- Tungusen, die ersten aber wieder in Rennkhiec- und Fisch- Tungusen eintheile». Ihr Wesen, Gesichtsbildung und Sprache zeigen an, daß sie nur Ein Volk ausmachen. Sie sind insgesammt Nomaden, wohnen in beweglichen Jurten, leben, wie gemeldet, von Jagd und Fi- schcrcy, sind nicht so gelb wie die Kalmücken, haben nicht so platte Nase, auch größere Augen als dieselben, sind von mittelmäßiger Leibesgestalt, und die Männer haben wenig, viele gar keinen Bart. Ein Theil derselben, vorzüglich die, welche in den Wäldern herum ziehen, bezeichnen die Gesichter ihrer 6, bis Ljähri« gen KinderausdenBacken, vor derStirn, und auf dem Kinn mit schwarzen oder blauen Figuren. Hierzu nehmen sie schwarze Kreide oder Auß, machen mit Speichel einen Brey daraus, und ziehen einen Zwirnsfaden durch denselben, woraus sie das Gesicht Stich an Stich nähen, und den gefärbten Faden durch die Haut ziehen, ohne auf das Geschse- der Kinder zu achten. Wenn das Gesicht aufläuft, beschmieren sie es mit Fett. In alten Zeiten wurden nur die Sieger unter ihnen mit solche» Figuren am Gesicht und Leibe bezeichnet, welches für eine besondere Ehre und Schönheit galt. Ihre Religion ist fast diirchgebrnds gleich. Den höchsten Gott nenne» sie Boa, und unter diesem stehen alle übrigen Götter, die sie in gu- 46 z TunguSka TimiS te uid böse abtheile», Ihre Götze»beißn, Sckawoki. Z»r Besorgung des Gottesdienstes haben sie Personen von beyde» Geschlechtern, die sie Schmamane nennen. Die beleidigten Götter suchen sie durch Gebeth und Opfer zu versöhnen. Zur christlichen Religion sind bisher sehr wenige übergetreten. Sie haben meistens nur zwey Weiber; doch ist es erlanbr, so viele zu nehmen, als ein Mann kaufen und ernähren kann. Sie sind munter, lebhaft und ruhmbegierig, und lieben die Gerechtigkeit. Jeder Stamm ihrer Nation hat eigcnt. kich seinen Daruga(Aelkesten) oder Tai. scha(Fürsten), und diese haben wieder ihre SaiffanS(Beysitzer), die von der Statthalterschaftskanzelley genehmigt, aber nicht allenthalben mehr gewöhnlich sind, weil der Tributeinnehmer zugleich das Richteramt bekleidet. Der Tribut bestehet in Pelziverk, auch wohl in Geld. Einige schwache Stämme leisten, statt des Tributs, Kosakendiensie. Ueberhaupt ist dieses Volk sehr arm. TunguSka, ein Fluß in Sibirien im asia. tischen Rußland, welcher viele große und gefährliche Wasserfalle hat, und »n manchen Orten eine deutsche Meile breit ist. Er entspringt aus dem baikali- schcn See, und heißt bis an den Ort, wo der Jllimfluß in denselben fällt, Angara, von da er der TnnguSka genannt wird, well sich hier die Wohnplätzc der tunaustschen Tartarn ansauge». Er er- zießk sich endlich in den Zsnisri. TuniS, lunetum, eine Republik in der Barbarey in Afrika, welche zwischen dem mittelländischen Meer und der Landschaft Biledulgerid liegt, so daß sie gegen Westen die Republik Algier, und gegen Osten die von Tripolis hat. Sie ist, einige sandige Gegenden ausgenommen, theils fruchtbar, und hat ei» sehr warmes, wie an den Küsten gemäßig» Klima. Außer allen Arlen von G» Tunis treibe, Datteln, Oliven, Citronen und andern Südfrüchten findet man hier verschiedene Mineralien, und vor. znglich gute Pferde und Schafe. Diese Republik wird durch ein RathScollegium und einen Dry, oder Fürsten regiert, welchen die gesammten Einwobnee erwählen, und der die öffentlichen Geschäfte mit Genchmhalkung des RathS- collegii verwaltet; doch steht sie unter dem Schutze des türkischen Kaisers, welcher einen Bascha in der Hauptstadt Tunis hält, der weiter nichts zu befehlen hat, als daß er das Schutzgelb ein- hebr. Tunis, eine große und reiche Stadt am südlichen Ufer des Meerbusens von Go> telta, und die Hauptstadt der eben genannten Republik gleiches Nahmens, welche eine der mächtigsten Städre in Afrika ist. Sie ist mit starken Mauer» und Thürmen umgeben, hat eine Citadelle und eine deutsche Meile im Umfange, enthält gegen>2000 Häuser, iLOtiou Einwohner, viele Moscheen, Bäoer und mehrere Mannfacluren, und treibt starke Handlung, besonders nach Frankreich,»ach der Levante, und nachAegypten. Ihre Karavanen gehen tief bis nach Afrika. In der Stadt ist kein Wasser, außer was vom Regen gesammelt wird. Ihr Hafen hat vom mittelländischen Meere her einen schmalen Eingang durch den schmalen Ca- nal von Goletta, der aber hernach breiter wird. Fast alle europäische» Nationen halten zu Tunis ihre ConsnlS. Ihre Einwohner sind der Sceräuberep sehr ergeben. Im Jahre 1/28 wurde eine sranzöstscheEscadre hierher geschickt, die Stadt wegen einiger von tnnesisch?» Kapern verübte» Ausschweifungen z» bombardiren; allein sie bequemte sich bald, und ging die FriedenSvorschläge sogleich ein, welche darin bestanden, daß diese Kapers a» den französischen Tunqui n Lupp adl Küsten nicht mehr kreuzen dürfen, die Schuldigen bestraft, und zu Ersetzung des Schadens angehalten wurden, auch eine Gesandtschaft nach Paris kommen, und um Verzeihung birken mußte. Bey der neuesten Empörung in diesem Staate . nahmen die Algierer im Jahre 17^6 TniiiS mit stürmender Hand ein, und plünderten dasselbe, bey welcher Gelegenheit ivooo Mensche» niedergemetzelt worden seyn sollen. Tunquin oder Tongkin, ein Königreich aus der Halbinsel jenseit des Ganges in Ostindien, welches gegen Norden an die Provinzen Kouangsi nnd Juman, gegen Süden an Cvchinchina, gegen Osten a» Cantoii, und gegen Westen an Brama grenzt. Es ist eins der wichtigsten Reiche in diesem Erdtbeile, hat gemäßigle Luft, uud enthält gegen 2000 Städte. Hier gibt cS große und schone Elephanten, und viel Zuckerrohr. Die Einwohner haben fast eben die Religion wie dir Chineser, und verehren zum Theil den Confucius. Sie sind von guter Gemüthsart, sehe,: etwas öhlfärbig «uS,und haben ihren eigenen, aber sehr eingeschränkten König, der zwar das An,ebcn und die äußerliche Pracht eines Königs führt, wiewohl der ReichS- seldmarschall,Nahmens Chona,die größte Gemalt hat. Die Hauptstadt des Reichs heiß, Kacho oder Kecho. Aunguin, eine Stadt iin Königreiche gleiches Nahmens, welche sehr groß und schön ist, und von Alabaster gebaute Thore und Brücken hat. Sie treibt starke Handlung mit Seide und MuscuS. Trin^o, eine Stadt in der Provinz Pe- tcheli tu China, welche groß und wohl bewohi.t ist, und gute Handlung treibt. Hier wird das schönste und beste Porzellan gefniidcn. S>e liegt am Ftuß Tungo, 10 deutsche Meilen von Peking. Tllppadl, ein Schloß und Herrschaft nicht weit von TschaSlan im Tschaslauer Tuppow Turevmaunen 469 Kreise in Böhmen, welche dem Fürsten von Aucrsperg gehören. Hier Hai dee Fürst Johann Adam im Jahre a/6z eine schöne Piqus Laiiqneten-Musselin- Musseltnei- und Baechentmanusac- tue, nebst vielen dazu gehörigen Spin- nereyen errichtet, die mehr als 600» Menschen Nahrung gibt. Zum ewige« Andenke» wird hier noch jener Lau. qnetenstuhl a»fb> wahret, auf welchem Kaiser Joseph II. im Jahre e/Zo auf seiner Durchreise arbeitete. Tuppow, ein Schloß und Marktflecken im Saatzer Kreise in Böhmen, welche dem Grafen von Lützau gehören. Turan, Ttirany, ein Marktflecken in einer fruchtbaren und reizenden Gegend zwischen hohe» Bergen an der Wag in der Tnrotzec Gespanschaft in Nieder, uiigacn. Er gehört der revajschcn Familie, uud hat eine katholische Pfarrkirche. Turano, ein Fluß in Abruzzo oltra in Neapel, welcher unterhalb Rieft in der Landschaft Sabina in den Fluß Velins fließt. Turban, oder nach dem Türkischen Tulban, ei» Kopfputz des männlichen Geschlechtes unter den Türken und ander» Morgenländern, weicher aus einem um eine steife Mütze in gemeiniglich kugeliger Gestalt gewundene« Zeuge bestehet. Turhalion, die Beunruhigung, Empörung. Turbigo, l'urbizum, eine kleine Stadt an einem Canale im österreichischen Antheile am Herzoaihumr Mailand, welche der fürstlichen Familie Doria gehört. Turbiren, verhindern, stören, beunruhigen, imgleiche» einen überlaufen. Turcal, Tourcal, ein türkischer Flecken, nebst einer Festung in Nakvlien, in Aste». Tnrcvmanien, s. Armenien. Tvrcomanuen, ei» gewisses Volk in der Provinz Turcomaiiien in Aste«,welche 47» Tu reges Turin sich zur türkischen Religion bekennen, und Viehhirten abgeben. Sie haben eine große Menge Vieh, ziehe» mit demselben von einem Drte zum andern der Weide nach, und stehen nicht unter dem türkischen Pascha, sondern haben ihren eigenen Aga, der dem Sultan einen gewissen Tribut bezahlt. Turczek, ein Städtchen in der Woiwod. schaft Nowogrodck in Schwarzrußlaud in Litauen. Turcz'nka, eine kleine Stadt in der Wo!» wodichaft Kiow in Kleinpvhlen. Turenna, die älteste und vornehmste Vi- conilL in Frankreich, welche zwischen Auvergue, Pcrigord und Liwosin liegt, von der Stadt Turenne, dir klein ist, und ein Schloß hat, den Nahmen führt, und 8 französische Meilen lang und 7 breit ist. Sie war vorzeiten ein ganz souveraines Land, harte ihre eigenen Vicomtes ,und war ein unmittelbares Lehen v»m Könige, da alle anderen Vieomtes nur Asierlehen wa- rrn. In den neuern Zeiten waren die Herzoge von Bouillon Herren dieser Vicvnus, doch gehörte sie bis zur Revolution dem Könige. Turin, Torino,^u§ukÄ laurinorum, die Hauptstadt des Fürstenthums Pie- rnont, und die Residenz des Königs von Sardinien. Sie liegt in einer sehr ange. nehmen Gegend am Po, in welchen hier der Fluß Doria fällt, und ist eine der schönsten und sehenswürdigsten Städte in Italien. Von den Wällen derselben genießt man die vortrefflichste Aussicht, weil die in der Nähe gelegenen Hügel und Berge gleichsam mit Lusthäuser», Klöstern und anderen Gebäuden bedeckt sind. Sie hat starke, und mit vielem Mauerwerke eingefaßte Wälle, und mit breiten Gräben versehene Bastionen, und ist eine regelmäßige Festung, welche wohl unterhalten wird. Ihr Umfang ist ziemlich groß, denn man braucht Turin anderthalb Stunden, den Wall zu umgehen. Im Jahre 177L betrug die An. zahl ihrer Einwohner 821ZL Seelen, unter welche» sich r4ZZ Juden befanden; jetzt aber zählt man deren nur 77400. Turin ist der Sitz eines Erzbischofs, unter welchem die Bischöfe von Jvrea, Mondovi, Fossano, Pignerolo und Sa- luzzo stehen, und enthält 4Z Kirchen, 28 Klöster, viele prächtige Palläste, 8 Erziehnngscollegien, 7 Hospitäler, 4 Waisenhäuser, eine Universität und ei- «e Akademie der Wissenschaften. Die hiesige Neustadt bat sehr schöne, gerade und breite Straßen, unter welchen die neue Straße und hie Poststraße die ansehnlichsten sind, und in Europa wenige ihres gleichen haben. Jene ist 1700 Schritt lang, ,8 breit, und mit Hau- fern von vier Stockwerken bebauet, und erstreckt sich durch den Platz S. Carl; diese ist 1100 Schritte lang, 2Z breit, und hat nur Häuser von drey Stockwerke» mit hohen gewölbten Gängen, in» tee welchen man bey dem schlimmsten Wetter trocken und gut gehen kann, die aber die Häuser nicht zieren. Der Platz S. Carl, welcher durch die neue Straße mit dem Schloßplätze zusammen hängt, und wo sich auch auf beyden Seiten gewölbte Gänge befinden, ist groß und ansehnlich. Uebrigens sind die Häuser in Turin drey, vier bis fünf Stockwerke hoch, mit vielen BalconS versehen, durchgängig you Ziegelsteine» erbauet, und größten Theils bis in das oberste Stockwerk gewölbt. Von außen find sie mit Kalk und Gips überzogen, welches, so lange es neu ist, ant in die Augen fällt; wenn aber did Tünche mit der Zeit abfällt, so wird dadurch so wohl, als durch die hänstqen papiernen Fenster, ein schlechter Anblick verursacht. Der königliche Pallast ist zwar ein altes und einförmiges Gebäube; aber die Zimmer, Gallerirn und Gänge, welche a„S ciiicmGkmach« in das andere führen, sind mil Gemählden, Marmor, Spiegeln, alten Bildsäulen nnd Brustbildern reichlich ansgezieret. In dem Archive dienet die berühmte«zyprische Tafel der Isis zn einem Tische. Sie bestehet aus Kupfer, ist ein längliche!! Viereck, und hat eingelegte hieroglypbiiche Figuren von Silber und einem vermischten blauen Metalle. In eben diesem Archive werden dreyßig schön geschriebene Folianten verwahrt, welche Pckri Ligorii Anmerkungen»über die griechischen und römischen Alterthümer enthalten. Herzog EuiiUiuel l. kaufte dieselben für 1800 DUcaten. Die königlich» Bibliothek ist sehenswürdig, und bey derselben befindet sich ein Cabinetl von alten Denkmahle», griechischen und lateinischen Handschriften aus den mittler» Zeiten, und ander» Merkwürdigkeiten. Mit dem königlichen Pallaste hangen verschiedene weitläufige Gebäude zusammen, zum Beyspiele dkts prächtige Opernhaus, welches eins der schönsten und größte» in Italien ist, und in seiner Art für ein Meiste» stück gehalten werden kann, das Hofarchiv, nnd die neue königliche Buchdrnckerey. Das Zeughaus ist ganz neu und schon eingerichtet. Im demselben trifft man auch eine Sammlung von Mineralien, ein chymisches Laboratorium, eine kleine bergmännische Biblio. thck, und ein wohl eingerichtetes Gieß- Haus für Kanonen an. Der Pallast des Herzogs von Savoven, welcher am Schloßplätze gegen Abend liegt, ist ein vortreffliches Gebäude von edler Baukunst, und eins der schönste» in Italien. Der Pallast des Prinzen von Carignan Met seinem IM Jahre>7,;2 neu erbauten Theater«st ein- der vorzüglichste» Gebäude l» dieser Stadt. In der alten Stadt sind die Straßen enge und krumm «ngelegt; dennoch aber trifft m,n bin und wieder ouee Gebäude an. D.e ls- (IV. Band.) nigliche Capelle ist an die Metropolitan. kerche gebauet, in welchem prächtigen ganz mit Marmor bekleidete» Gebäude das so genannte heilige Schweißtuch verwahrt wird, welches in einer marmornen Urne über dem schwarzen marmornen Altare liegt. Unter den hiesigen Armenhäusern ist das Johannisi'pital das prächtigste nnd größte. Die im Jahre irsvL von Kaiser Sigismund gestiftete, und vom Könige Victor AmadeuS H. ernefierke und besser eingerichtete Universität bat ein weitläustigrs Gebäude auf der Pvststraße, welches eins von den schönsten in der Stadt ist, und im innern Hofe eine doppelte Reihe gewölbter Gänge über einander enthält, in welche viele alte Denkmahle von halb erhabener Arbeit eingemanert sind, die man meistens aus den Trümmern der allen römischen Colonie Jndustria, eine Meile von Tnrin, hervor gezogen hat. Die Universitätsbibliothek enthält ZO bis 40000 Bände und einen reichen Vorrath von alten Handschriften, dir znr Ergänzung der geistlichen und weltlichen Geschichte sehr dienlich sind. Unter den letzter» befinden sich 169 hebräische, Zvy griechische,»>84 lateinische, 2»o italienische, und 172 französische, welche in einem im Jahre 1749 i» zwey Folivbänsen gedruckte» Verzeichnisse beschriebe» sind. Die Univci sität be. sitzt noch eine beträchtliche Münzensammlung, in welcher auch Naturalien zu finden sind. Die Reinigkeit der Straßen wird durch einen Bach verschafft, der zwischen der Citadelle nnd dem Thore von Gusa aus dem Flusse Doria in die Stadt geleitet worden ist, die Un- reinigkeiten aus den Canälen wegführt, nnd auch bey Feuer»!-,misten sehr nützliche Dienste ieistet. Die SchUusen werden alle Nächte geöffnet. Die Lebensart in dieser Siadt ,st«»Uten Theils pari- stsch. Die hiesige Hansiung ist wichti»,? O 0» Turn hout Turnier .472 Turin sk Turn au vornehmlich der Gegenhandel. Man hat hier Tabak-Papier Tapeten-Porzel« lan-Fayence-und besonders vortreffliche Seidensabriken. Die vornehmste Fabrik, anstalt ist indessen dir, in welcher gegen 600 Kinder Seiden und andere Waaren unter der Anleitung geschickter Mei- ster liefern. Unter die Unbequemlichkei» ten der Stadt gehören die dicke und feuchte Luft, das schlechte Trinkwaffer, und die Übeln Wirthshäuser. Die vortreffliche Citadelle zwischen dem neuen Thore und dem Thore von Susa ist ein starker Schutz für Turin. In derselbe» sind die unterirdischen Gewölbe vierfach über einander von lauter Backsteinen und an den niedrigsten Orten mannshoch gewölbt, und erstrecken sich auch weit ins Feld hinaus. Sie ist ein regelmäßiges Fünfeck, und liegt der ansehnlich befestigten Stadt ganz nahe. Im Jahre>LZü ward Turin von den Franzosen besetzt, 26 Jahre laug behalten, uud von denselben in den Jahren 160g und 1640 abermahlS eingenommen; im Jahre 1706 aber von ihnen viertehalb Monathe lang vergeblich bc- lagert, weil der Herzog und die kaiserliche Armee die Stadt glücklich entsetzten. In der Nachbarschaft von Turin liegen verschiedene königlicheLustschlöffer. Turinsk, eine Stadt am Flusse Tura im tobolskischen Gebiethe in der Statthal- terschaft Tobolsk im asiatische« Rußland. Sie ist im Jahre 1600 angelegt wor. den, und hat eine hölzerne Festung, eine Hauptkirche,6 Pfarrkirchen, und gegen Z-;o Häuser. Die Lebensmittel sind hier außerordentlich reichlich und wohlfeil. Turka, eine kleine Stadt im Samborer Kreise im Königreiche Galizien. Turna, eine kleine Stadt und Festung in der Walachey, welche an der Ostseite des Flusses Alnta liegt, da, wo derselbe in die Donau fallt. Turnau, Lumow, eine offene Stadt nicht Weit von der Jser im Bunzlauer Kreise in Böhmen, welche nebst der nahe gelegenen Herrschaft Swigan den Grafen von Waldstcin gehört. In dieser Stadt gibt es eiiüge hundert Steinschneider, welche alle lry Composilioiicn von unechten Edelsteinen verfertigen, und auS dem Lande schicken. Turnhout, laxanärin, ein Herzogchum im Ouartiere von Ar.twerpen im öjier. reichlichen Antheile am Herzogthuaie Brabant, von welchem ein abgesonderter Theil on der Rnpel liegt. Der Haupiort gleiches Nahmensist eine Frey. heil Mit einer Collegiatkieche, 2 Klöstern und einem Hospitale. Kaiser Carl V. gab diesen Ort mit der dazu gehörigen Herrschaft im Jabre i^4z seiner Schwester Maria von Oesterreich; Kaiser Philipp IV, aber«rat dieselben im Jahre 1648 an die Wittwe des Prin. zen von Oranien ab. Nach Wilhelm III., Königs von Großbritannien und Prinzen von Oranien, Tode bekam sie im Jahre 1708 das Churhaus Brandenburg, welches sie im Jahre 17LZ dem Hause Österreich abtrat, worauf sie mit dem Herzogthume Brabant vereiniget, und z»m Behufe des Herzogs Teiles de Sylva Tarouca zu einem Herzogthume erhoben wurden. Bey dem Orte Turn. hont wurde der spanische General Waras im Jahre 1L97 von dem Prinzen Moritz von Oranien geschlagen. Turnier, ehedem Turnest, eine sehr alte Benennung seyerlicher Aitterspiele, besonders in so fern sie in kriegerischen Uebungen bestanden, wohin besonders das Lanzenbrcchen, Ringrennen». s. f. gehörte, in welcher Bedeutung an den Höfen noch jetzt zuweilen Turniere gc. halten werden. Den Nahmen hat es von dem altdeutschen Worte turnen, d. i. drehen, wenden, erhalten, woraus das französische Work lourner herzu, leiten ist, weil dadurch Ritter und Pser- Turnier he in geschickten Wendungen geübt mürben; koch ist die Erfindung desselben fremd. Ihre vorzüglichste Absicht war, dem Adei Gelegenheit zu geben, i» Zrie- denszeiten die Krieg-übungen fortzusetzen, und seine Körperkräfte zum nö> Ihigen Angriffe der Feinde zu starken. Es verging kein Jahr, worin nicht an verschie enen Gegenden Turniere gehalten wurden, wobey sich jeder die äußerste Mühe gab, seine Gewandtheit den versammelten Edlen der Nation zu zeigen. War weder Krieg noch Fehde im Lande, so zogen die Ritter von einem Hofe zum andern, wo es Turniere gab, um durch Beywohnung bey dcn- ftlben die Kriegskunst zu studieren. Jeder ungeladene Theilnebmer an denselben mußte sich vorher gewissen Prüfn», gen unterwerfe», und die Ritierwürde erlangt haben(s. Ritter). Das öffentliche Turnier wurde gewöhnlich wenigstens einige Monathe vorher ausgcschrie. den, und der Tag, an welchem es gehalten werde» sollte, öffentlich durch Herolde bekannt gemacht, damit fremde turnierfähige Ritter Theil daran neh. men konnten. So schickte z. B. ei» ausschreibender Fürst einem andern durch einen Ehrcnherold ein Turnierschwert, weicheres annahm, und seine Ritterschaft, ihn zum Turniere zu begleiten, aufboth. Der Theil nehmende Kämpfer selbst mußte einige Tage vorher sein Wapen öffentlich ausstell n, und die Waxcnkönige zogen indeß Nachricht von seinem Lebenswandel ein. Eine Dame, welche über den Ritter zu klagen hatte, durfte das Wapen nur mit einem Stäbchen berühren, so ward er solange für»»fähig dazu erklärt, bis er sich gerechtfertigt, ok-er die Strafe ausgestanden haue, welche ihm gewöhnlich zwey R.lter, eine Frau, eine Witwe u») eine Jungfrau, die darüber z» erkennen hauen, auflegte». Auf Rikter- T i'.r n i 4^; und Turnierordnuttg sahen die Gries- wärtel oder Turniervögrr; sie bestimmten die Ersetze-es Spiels, machten die Preisveeotdnung bekannt, zeigte» die erlaubten Waffen und ihre Zahl an, setzten fest, wie viel Lanzen gebrochen, oder wie viel Schwertstreiche geführt werde» sollten, besichtigten die Waffen der Ritter, und m ißten, vermöae ihres Eides, auf jeden Schritt, Streich oder Schlag der Tnrnierenden Achthaben, um den Ueberlreter zur Rechenschaft zu ziehen. Von jeden adeligen Geschlechte durfte nur Einer knrnieren, ausgenommen, wer die Rirtcrwürde erhalten halte; denn dieser durfte für sich selbst einreiten. Wer unter seinen Stand geheirathrt hatte, mußte.vorher eine Strafe leiden. Mir dem Degen durfte nicht gestoßen, nur gehauen werde«. Nach dein Pferde des Gegners durfte nicht gestoßen werden. Nur nach dem Gesicht und der Brust deS Feindes galt der Lanzenstoß; auch durften nicht Mehrere auf Einen loS gehen: hatte der Gegner sein Visier fallen lassen, oder den Helm abgenommen, so galt kein Stoß mehr. Glaubte eine Partey, daß ei« Ritter die Turniergesetze übertreten habe, so wurde ein von den Damen erwählter Friedensrichter abgeschickt, der «ine mit einem Schieyer umwundene Lanze auf den Angeklagten neigte, zum Zeichen, daß ihn niemand vor untersuchter Sache angreifen solle.— Die Stadt ober der Platz, wo ein Turnier gehalten werden sollte, war vier Wochen lang ein Freyplatz für die Turnie- renden: in dieser Zeit galt kein anderes, als Turnicrrecht. Der Turnierplatz selbst war ein Paar Elle» hoch in Schranken eingeschlossen, und hatte nur für die Turiüerrnden einige Eingänge: die Zuschauer harten ihre besondern Gerüste und Bühnen. Ueber den ganzen Platz waren Seile ausgespannt, die ihm Loo 2 4?4 Turnier in zwey Theile theilten. Das Abhauen oder Wegziehen derselben war das Zeichen des Anfangs. Gewöhnlich stritt nur ein Ritter gegen den ander»; doch oft stritten auch ganze Parkepen gegen einander. Nichts war seyeclicher, als wenn sich die Ritter in voller Rüstung mit ernster Würde in die Schranken begaben, laut die Nahmen ihrer Damen und Geliebten ausriefen, und sich ihrer Liebe und Schutze empfahlen. Man hat Beyspiele, daß Ritter von ihren Damen, wie Sclaven an der Kelle, bis in die Schranken geführt wurden. Gemeiniglich hatten sie auch von ihrer Dame einen Schieyer, eine Schärpe, ein Band u. dgl., womit sie Arm, Helm oder Lanze zierten: gingen solche Kleinode verloren, so schickte die Dame, wenn sie recht treu war, ein anderes, um den Muth des Ritters zu entzünden, oder ihn vor andern kenntlich zu machen; hatte der Ritter aber viel Unglück, so geschah es auch wohl, daß die Dame sich vor Ende des Turniers alles Schmuckes beraubt sah. Gewöhn, lich schloß sich das Turnier mit dem Breche» einer Lanze z» Ehre der Damen. Man rennte in vollem Sprengen mit der Lanze auf den Leib des Gegners loS: wer den andern traf, und selbst durch eine geschickte Wendung nicht getroffen wurde, blieb sitzen; der Getroffene hingegen fiel, wen» er nicht sattelfest war. Trafen beyde Lanzen, so sprangen sie in Stücken.— Nach geen- digtem Turniere wurden die Dankender Preise vertheilt, wobey es darauf ankam, wer sich am meisten hervor gethan, die meiste» Lanzen gebrochen, am geschicktesten gestoßen hatte u.s. w., worüber die Turniervög'e, Wüstenkönige und Herolde Bericht abstatteten, die ältesten Ritter aber nach Sammlung der Stimmen erkannten. Die AuSihei- jung der Danke besorgte das Frauen- Turohin, Tusch zimmer. Der Ritter, welcher dergleichen erhielt, hatte die Erlaubniß, die Dame zu küss-i,, und mit ihr an dem nähmlichen Tage zu tanzen: denn dem Turniere folgte immer Schmaus und Tanz. Der siegende Ritter wurde von den Damen unter dem Jubelgeschreye des Volks, den Lobgetangen der Mei> stersäitger und dem Schall der Musik von dem Turnierplätze in den Pallast geführt, wo er seiue Waffen ablegte, prächtig angekleidet, und dem Kaiser oder Könige vorgestellt wurde. Die besiegten Ritter wurden von ihren Damen und Sieger» getröstet, und ihre Ueberwindung nicht dem Mangel an Muth, sondern dem Zufalle und einem besondern Unglücke zugeschrieben. Nach En, digung des Turniers erhielt jeder Theil« nehmer daran einen Turnierbrief, welcher die Fähigkeit des Ritters bezrugte, und ihm den Eintritt bey künftige» Turnieren erleichterte, so wie er für sein edles Geschlecht und seine» Muth zum Beweise diente. Turobin, eine Stadt im Lande Chelm in Kleinpehlen. Torow, ein Städtchen am Przvbiec in der Woiwodschaft Brsesy in Litauen. Tmst, lurlium, eine Stadt in der Landschaft Matern oder Basilicata in Neapel, welche den Titel eines Hv-zogthomt hat, den das Hans Doris führt,«ab der Sitz des Bischofs von Angola tsi, welcher unter den, Erzdischose von Ace- rrnza steht. Sie enthält e>»e Kachedral- kieche, eine Collegiatkirche, und noch eine Pfarrkirche. Turlukni, eine Stadt an der Donau i« der dristischen oder silistrischen Sand- schakschaft in Bulgarien. Turuchansk, s. Mangaseja. Turysk oder Tuüsk, eine Stadt am Flusse gleiches Nahmens im Lande Chelm in Kleinpohlcn. Tusch, eine schwarze feste auS China j» Tweed Tweedale Tusch gekommene schwarze Farbe, welche leicht im Wasser gerieben, mit einem Pinsel aufgclrage» und verwaschen wird. Indessen hat man auch ähnliche Farben» körper von andern Farben, welche auf eben dieselbe Act gebraucht werden. Tusey, s. Vaucouleur. LusiS, Toss-ana, lulcia, ein Marktflecken und Gericht im obern oder grauen Bunde in der Schweiz, welcher seinen Ursprung den Tusciern oder Toscanern zu verdanken hat, die sich hier nieder, ließen. In demselben befindet sich eine starke Niederlage von durchgehenden Kaufmannsgmer».. Im Jahre 1727 brannte er bis auf einige Häuser ab. D-ir neben diesem Orte fließende Nolla geht hier in den Rhein. Tiidpa, eine kleine Stadt am Flüßchen gleiches Nahmens»nd am mixicanischrn Meerbusen in Altmexico oder Neuspa- nie» im spanischem Nordamerika. Tutacorin, Tutccorpn, ein Königreich und schöne Stadt im Lande Tinevelly in Earnatic auf der Halbinsel diesseit des Ganges, in Ostindien. Die Stadt hat weder Thore noch Graben, aber ein Fort, und schöne steinerne Häuser, und am Ufer des Meeres ist eine schö- ne Perlenfischerey. Sie gehörte ehemahls den Portugiesen, wurde aber im Iahte 16^8 von den Holländern ein- genommen, denen sie noch bis jetzt ge. hört. Tuttliuqen, s. Duktlingen. Auy,'I'ucks, l^cks, eine kleine bese. fügte Stadt im Königreiche Gallizie» in Spanien an der portugiesischen Grenze. Sie liegt in einem Tbale am Flusse Minho, welcher sich nicht weit von Heer ins Meer ergießt, Hot 2 Pfarrkirchen, Z Klöster und ei» gutes Hospital, und ist der Sitz eines Bischofs, weicher jährlich tvooo Ducaien Einrnnfle bat. Tweed, knicks, ein Fluß u, Südichokt- land, welcher England und Schottland Twce 47L von einander scheidet, und sich zu Verwirk ins Meer ergießt. Tweedale, oder Pccbled, eine Landschaft in Snbschottland, welche ihren ersten Nahmen vom Flusse Tweed hat. Die Berge derselben enthalten gute Weide, daher man hier viele Schafherden unterhält, deren Wolle sehr gut ist, und ihre Thäler find auch an Getreide und Weide fruchtbar. Die Seen uud Flüsse liefern hier allerley Fische, und dir Flüsse besonders gute Lachse. Twcr, die Hauptstadt einer aus dreyzeh,'! Kreisen bestehende» Slakchalierschaft gleiches Nahmens im europäischen Rußland. Sie liegt auf beyden Seiten der Wolga, in welche hier der Fluß Twerze fällt, und ist groß, regelmäßig, befestig^ und nachS.Peiersburg die fchönsteStadt in Rußland. Sie enthält icroooo Einwohner. gegen 7» Kirchen und Klöster, kostbare Canäle, ein geistliches Sc> minariiim für 600 Studierende, und eine Ritterakadcmie, und ist der Sitz eines Erzbischof«. Die Häuser sind mit Geschmak erbauet, und dic Millw. nenstcaße ist besonders so schön, daß sie mit den besten Straße» in St. Petersburg um den Vorzug streiten kann; überhaupt aber ist der Plan der Bauart der St. Petersburgische. An einem Ende derselbe« ist der kaiserlich« Hof im Per. speise, und in der Mitte der Straße befindet sich ein großer Platz mit einem weiten ausgemauerten Wasserbecken. Die Siadt treibt starken Handel mit Getreide, und ehemahls hielten sich einige Großfürsten und Fürsten in derselben auf. An der westlichen Seile des Flus- ses liegt eine Festung auf einer Höhe, weiche mit einem Erdwalle umgeben ist. Hier fängt der Fang der«vierlede an, w-iche aus dem caspischen Meere in die Wolga bis Twer, aber nicht weiter hinausgehen. Dle Mass.«fahrt, welche von h.er aus in die Lwcrza nach Wjüchncy, 4/ü Lw e r». che Tykotzin Tpliez TpcgnlformoL Wolodschvk und St. Petersburg gehet, ist für den Handel des ganzen Reichs wichtig. Im Jahre 176z brannten hier, die Kirchen und öffentlichen Gebäude ungerechnet, 8L2 Häuser ab; worauf die Kaiserinn Katharina II. die Stadt regelmäßig und von Backsteinen auf. führen ließ. Tnicnkhe, einer von den drey Theilen der Provinz Dberyssel in den vereinigten Niederlanden. welcher zwischen Sslland, dem Stift-Münstcr, und den Grafschaften Zütphen und Bentheim liegt, und morastig ist. Twery, ein Städtchen im Herzogthume Schamaiteu in Litauen. Twickel, s. Delden. Tibein, Duin, vuioum, eine Stadt am adriatifchen Meere in Jnnerkrain, welche auf einer Anhöhe liegt, und ei. nen kleinen Hafen, ei» Kloster und ein Schloß hat, zu welchem letzten eine Herrschaft gehört. Nicht weit von hier wird sehr schöner schwarzer Marmor gebrochen. In dem Felsen am Meere findet man, wenn man Stücke von dem. selben abbricht, lebendige, faustdicke und eßbare Schnecken; der Stein aber, welcher fle einschließt, hat viele kleine Löcher. Die Stadt gehört den Grafen von Thurn und Vaktasstna. Lychow oder Tuchow, eine offene Stadt im Pilsner Kreise im Königreiche Ga« lizien. Ticzyn, eine Stadt am W-sloka im Sam. borcr Kreise im Köniariche Galizien. Thfoc^in, Tifvkschtn, T^Lvcinium, eine kleine aber guie Stadt in einer Ebene am Flusse Narewa in Podlachien i„ Klein- pohlen, gegen die litaui chen Grenzen. Sie hat ein festes Schloß in welchem ehe^ Mals der königliche Schatz, verwahret, und die Münzen geprägt wurde, und ist theils von dem Finsse, theils von den Morästen umgebe». Im Jahre 170- erneuerte hier König August II. «rißen Adlerordetk Tylrcz, eine kleine Stadt im Wlklitschker Kreise im Königreiche Galizien. TyMf oder Tymps, der Nahme einer pohl. niicheii Gilbermünze, welche auch j» Schlesien gangbar ist, und daselbst 6 Silbergroschea oder 18 pohlnische Gro. schen gilt. Sie hat den Nahmen von einem Munzmeister, Nahmens Tympf der sie zuerst geprägt hat. Tyne, ein F^uß j„ Northumberland in England, welcher sich anderthalb Mei. lcn von Neucusile in das deutsche Meer ergießt. Es ist auch ein Fluß Tyne in Sudschottland anzutreffen, welcher sich bey der kleine» Stadt TynninghamM das deutsche Meer ergießt. Tyniec, Linietz, ein Städtchen im Wie. lirschker Kreise im Königreiche Gast. zie». Hier befindet sich eine berühmte Abiey Benediciincrordens welche eins der vornehmsten Klöster im Reiche, und dessen Abt beständiger CaiionicuS in Krakau ist. Der pohlnische König Ca- fimir I. hat dasselbe im Jahre 1046 angelegt, und seine Vorzüge bestehen vor. zugstch in den gelehrten Uebungen der Mönche. Es gehören demselben fünf Städte, und gegen 100 Dörfer. Tyrann, ei» aus dem Griechischen und Lateinischen entlehntes Wort, welches, seinem Ursprünge nach jeden unabhän. gigen Fürsten oder Herrn bezeichnen sollte, jetzt aber nur in figürlichem Ver. stände gebraucht wird, um so wohl einen Regenten, welcher seine Gewalt zur Grausamkeit mißbraucht, oder auch je. den Fühlloscn, jeden Wütherich zu be. zeichnen. Lyreye, eine von den hebridjschen Inseln bey Mitielschottland, welche 8 Meilen lang, und L Meilen breit iti. Sie ist unter allen benachbarten Inseln mit dem, was zur Noihdurse des Lodens gehört, am reichlichste» versehen, hat aber keine recht gesunde Lnft. Ihre Einwohner sind Protestanten. TylgulspriupS, ein Slgvtchcn itu kartiga. TyrkSzlew Tyrnau turischen Gebiethe in der Moldau, welches einen fürstlichen Pallast entkalk. TyrkSzlew eine kleine Stadt im Her- zogthume Schamotte» in Litauen. Tyrnau oder Tirnau, IKnZ)- 8rom- bntk, l^rnavia, eine alte kö rigliche Freystadt am Flusse Tyrna in dcrPreß- burgcc G.spanschast in Nicdecungaen. Sie liegt in einer überaus fruchtbaren aber sehr ungesunden Ebene, und enthalt L;y Häuser, und 7^40 Einwoh. ner. Die ansehnliche, und mit zwey Thürmen gezierte Pfarrkirche ist von dem Cardinal Pazman erweitert und verschönert worden. Das erzbischöfliche Grauer Domkapitel befindet sich, seit dem die Türken den erzbischöfl chen Sitz eroberten, in dieser Stadt. N>chr weit von demselben stehen der erzbischöfliche Pallast, niit einer guten Bibliothek, und die Häuser der Domherren; in ei. ner abseitigen Ecke aber liegt die Kir- cheund das ehcmahligeKloster derClaris- scriiounen. Die Pauliner, Trinitarier, Franciftaner und Ursulinernonnen haben hier gleichfalls Kirchen und Klöster. Die Kirche des heiligen Johannes des Täufers ist ein prächtiges Gebäude. Bey dem akademischen Csllegium befindet sich eine ansehnliche Bibliothek, welche der eben genannte Cardinal Paz- man mit den Ueberresten der korvini- schen Büchersammlung zu vermehren und zu verherrlichen gedachte, indem er für dieselben den Tücken zoooo Gulden anbiethen ließ, wie auch ein berühmtes astronomisches Observatorium. Die von hier«ach Ofen, und dann nach Pest verlegte Universität ist von eben dem Cardinale Pazman im Jahre t6ZL gestiftet, vom Kaiser Ferdinand II. mit Freyheiten versehen, v»n Georg Lippai Mit der juristischen, und im Jahre 1772 von der Kaiserinn Maria Theresia mit der medicinischen Facultät vermehret- im Jahre 1777 aber statt Tyrnau Tyrol 477 derselben hier nur eine so genannte Akademie errichtet worden. Auf dem Platze der Stadt steht eine Säule, welche die heilige Drepfaltigkei« vorstellt, und auf dem bey der ehemahligen Unioerst. tät eine von der unbefleckten Empfä.ig. Hiß Mariä. Die Bürger nähren fich mit der Handlung, den Handwerken, und der Landwirkhschafk. Die hiesigen Jahrmärkte find zu zahlreich,„m stark besucht werden zu können; doch werden hier viel mährische Tücher und Leinwand abgesetzt. Tyrnau hat keine Vorstädte, aber außerhalb den Mauern verschiedene Mayerhöse und Gärten. Im Jahre 1704 wurden die rakotzischen Truppen bey oicser Stadt geschlagen. Tyrnau, eine Herrschaft und Brcgschloß im Olr»ütz?e Kreise in Mähren, wcl- che dem Fürsten von Liechtenstein ge. hören. Tyrol, eine gcfürstete Grafschaft in, österreichische» Kreise, welche gegen Nrdcn anBayern, gegenOste» an Salzburg und Kärnthen, gegen Süden an die Republik Venedig, gegen Westen gleichfalls a» be- nannte Republik, an das Graubünder Land, an die vorarlbergsschen Herr. schaflcu, welche jedoch jetzr dazu gerech. net werden, und an den schwäbischen Kreis grenzt. Sie ist ganz mit aneinander Hangenden Gebirgen umgeben und hat daher lauter enge Passe und Wege, so daß ein eindringender Feind nicht bloß durch Schießgewehr, sondern auch durch große von den Bergen herab ge- wälzte Steine abgehalten werden kann. Vorzüglich aber erheben sich die Berge in der Mille des Landes, wo theils verschiedene Ferner(in der Schweiz Glätscher) das ist: ungeheure und ewige Felshaufen, sind, welche die Quellen vieler Flüsse abgeben, theils auch der Brenner(mons p^renneu«), ein sehr hohes Gebirge zwischen Innsbruck und Slörzing, worüber die Landstraße be- 478 Lyrol Lprol 4 Stimmen lang geht liegt Diese Ber- qx si.id jkdoch dir a» die böcksten mit Schnee bedeckte» Gipfel fen.ytbar so Laß man nickt nur die schoten Wälder, worin es mancherley Wildbret qidt, svndern auch groß« gute Gr treidefeldcr erblickt: i» öden Gegen, den gibt-s mehrcntheils Bergwerke oder Marmorbrüche. Das Getreide kommt an den meisten Orten, vornehmlich»n Vinstqau, im Störzinger Districte und im Pusterthale, gut fort; die Trnff-in sind wohlschmeckend und häufig, une auf den Hügeln wachse» alle Arten der edlen italienischen Früchte und gute Weine. Bey Innsbruck, im Elz- und Achenthale wächst guter Flachs; nn Pusterthale ist gute Hornvieh- und im V.nstgau gute Pferdezucht. Unter den hiesigen wilden Thiere» gibt es Gemse, StcinbLcke, Murmelthiere und Schnee. Hühner, welche ganz weiß find. Inder ganze» Grafschaft findet man anSerle. fene Krauter; so wie man Granate, Rubine, Amethyste, Schmaragde, ei. ne Art von Demanten, Agathe, Sar. neole, Chalcedonier u. s. f. antrifft. An warmen Badern und Sauerbru». »en fehl« es nicht, und bey Hall ist ein ergiebiges Salzbergwerk, so wie auch Silber-Kupfer. Bley-und Eise», hergwerke angetroffen werde», welche -»gleich Quecksilber, allerhand Schwe. selarten, Vitriol, Galmey, Alaun, Kobvlt und die schönsten Bergfarten liefern. Im Zillerthale ist ein Gold- Kergwcrk, welches mit Salzburg gemeinschaftlich bearbeitet wird, aber wenig Ausbeute gibt. Andere Products find: Seide, Fische, türkischer Weizen, Serpeniin, Tors, Stein. und Holzkohlen. Die vornehmsten Flüsse find der J«li, die Etsch,der Lcch, die Drau, die Jser, die Sarca und die Brenia. Ritter den Seen sind der Gardsee»nd der Kardenar r» bemerken. Ein surre Theil der E-iiwohner, die nach ihrer Auiahl auf Z bis 600000 geschätzt werden, sucht seine Nahrung außerhalb Lau es'durch Handlung und Arbeit, und beyde Geschlechter tragen Hüte von allerley Farben. Man zählt In dieser Grafschaft 12 S'ädte, viele Markt, flecken und Dörfer. Mit den Landstän- den bat es hier nicht die nähmliche Be- waildtn ß, wie in den übrigen österrei. chi chcn Landen, weil die Bauern den v eereii Landstaud ausmachen. Auch bat diese Grafschaft besondere alte Rechte und Freyheiten, zum Beyspiel, daß der Laube-Herr ohne ständische Bewilligung keine neuen Auflage» fvrdecn darf, und, im Falle sie bewilliget werden, einen Revers von sich gebe» muß, daß sie den Landcssreyheiten unschädlich seyn solle»; auch darf sie obne Noth nicht mit einquartierten Truppe» besetzt werden. Das landschaftliche Collegium be. stehet aus dem Landeshauptmann, aus den Verordnete», aus dem Prälaten, und Ritterstande, und aus den Abgeordneten, aus den Gerichie», und»am Bauernstände au- 6 Vierteln. Die Hvch- stifie Trier»nd Brixen, nebst den Dom. capiteln, find bey dieser Landschaft rot» födcrirt. Auch ist ein Obereiiinchmer. amt der Landschaft und eine landschast- liche Kanzelley vorband«». Die Ein« wvhner find der römisch- katholische» Kirche zugethan. Im Jahre 1770 bestand das Erträgniß sll-r Abgaben aus Z6F8712 Gulden. Die Luft ist in einigen Distrikten so rauh, wie im Rhein- walde in Helvetien; doch ist es in einigen Thälern höchst anmulhig, in andern aber so heiß, daß die Einwohner>ai Sommer auf den Bergen Erfrischung suche», und ihre Wohnungen verlassen müsse». Auch ist hier der Siroccowind nicht unbekannt. Die Grafschaft leibst besteht aus dem Ober- und Uiitecinntha- te, dem Wixpchale, Pusterrhale, Ei-- Tyrol sack, Etschlande, Burggrsfenairtte, Mltsigau, den welschen Confinien. und seit dem 1782. Jahre den»vrarlbergi- fchen Lande». Uneigcntlich rechnet man hierzu das Brixner und das Trieutiner weltliche Gebieth nebst den Besitzungen des deutschen OrdenS und des gräfliche» diekrichsteinischen Hauses. Tyrol war ehedem ei» Theil von Masten, kam aber im 6ren Jahrhunderte größten Theils an die Herzoge von Bayern, worauf es zu Noricnm gerechnet wurde: des südlichen Theils hingegen maßten sich die Langobarden an. Das weltliche Gebieth der Bischöfe zu Tricnt und Brixen war vor AlierS weit größer, als jetzt, und es gab hier ver. schiedene Graf« und Herrschaften, welche in Kriegsfällen und Erfordernissen für die gemeine Sicherheit unter der Oberaufsicht der Herzoge von Bayern standen: ihre Güter waren aber theils AeichSleben, theils freyes Eigenthum. Die bayerischen Grafen von AndechS und nachmahligen Grafen von Jstrien besaßen die Stadt Innsbruck und noch mehrere Güter im Gebirge und an der Etsch, wo die Stadt Merau liegt. Als sie nach Conrads, des letzte» Grafen von Dachau, Absterben den herzoglichen Titel durch Verleihung Kaisers Friedrichs I. erlangten, nannten sie sich Herzoge zu Meran, obgleich ihre Lande meistens in Bay rn, der heutigen Oberpfalz. in Franke», Vogtland und Jstrien zerstreuet lagen, und Berrhold III. war der Erste, welcher den herzoglichen Titel führte. Durch den Tod seines Enkels Otto im Jahre 12-siska- rne», da keine männliche» Erven vorhanden waren, bey Veeihetlung der Länder die im Gebirge liegende» Stücke an den Grafen Albrecht von Tyrol, welcher vermuthlich mit den Grafen von Görz aus gleichem G schlechte abstammte; und nach dessen im Jahrr iLLZ (lV. Band.) Äyr 0 l- Tyrsne 479 erfolgten Tode kam diese Grasschaft a« seine Schwiegersöhne, Meinhard Hl. Grafen zu Görz, und Gebhard, Gra- fen zu Hirschfeld, welcher Letzte sich aber des Titels eines Grafen von Tyrol nicht bediente, sondern nachmahls sein gegen Bayern und Schwaben gelegenes Eeotheil an Erster» für 4000 Mark Sil. Hers überließ, dessen Söhne Meinhard IV. und Albrechts! sich i„,Jahre 1271 so darein-heilten, daß jener und seine Nachkommen die ganze Grafschaft Tp. rsl, dieser und seine Nachkomme,, aber die Grafschaft Görz bekamen. Ersterer erhielt vorn Kaiser Rudolph I. im Iah. re 1286 nebst dem Herzvglhiime Karn- then den fürstliche» Titel, und so kam von seinem Sohne Heinrich diese ge- fürstcte Grafschaft auf dessen Tochter Margaretha Maultasche, welche im Jahre iZt>Z nach ihres Sohnes Tode Tyrol nebst den Ansprüchen auf Görz ihren Oheime», den drey verbrüderten österreichischen Herzogen Rudolph, Albrecht und Leopold unter Bestätigung Kaisers Larl IV. vermachte, wodurch Bayerns Forderungen hinkerstellig, und kraft des im Jahre 1Z69 zu Schärdin- gen errichteten Vertrags in so fern beygelegt wurde», daß Bayern für seine Ansprüche 116000 Voldgulden bekam. NrchmahlS hat Tyrol manchmahl ejge- ne Fürsten auS dem österreichischen Hause bekommen, von welchen der Letzte, Sigmititd Franz, im Jahre ,66^ starb, worauf Kaiser Leopold I. die Huldi. gung zu Innsbruck persönlich annahm. Seit wenn sich die Herzoge von Oesterreich gcfürstete Grafen von Tyrol neu. nen, läßt sich nicht für gewiß angeben. Tyrol, ein altes in einen Felsen gehauenes Bcrgschloß am linken User der Etsch im Viertel E-sch in Tyrol, von welchem das Land seinen jetzigen Nahmen Hai. Auf demselben wohnet ein Burggraf. Tyrvne oder Tirowen, eine Grafschaft Ppp 480 Tprus in der Provinz Ulster in Irland, welche zwischen den Grafschaften London- dery, Dunnegal, Fermanagh, Mo- naghan und Armaght liegt, und voll Berge ist. Tyrus/ ein geringer Ort im Paschalik TarablüS undjSaid in Syrien, welcher vor Alters eine mächtige, reiche und berühmte Stadt PhönicienS war, diöman in Alt- und NeulpruS eintheilte. Lyszmienica Sie ward von Alexander dem Großen zerstört, und wurde nachmahls der Witz eines ErzbischofS, welcher unter dem Patriarchen von Antiochia stand. Heut zu Tage enthält sie armselige Fischer- wohnungen, und wird von den Türken Sur oder Sor genannt. Tyszmienica oder Lyfzmilnic', eine offene Stadt im Halitscher Kreise im Königreiche Galizien- 4L» - Ubaye Uced« ^!haye, ei» Fluß in Provence in Frankreich, welcher im Thale Bareelonette a» der Grenze von Picmoiil entspringt, und sich fünf Meilen unterhalb An>- brun in die Durauce ergießt lldeda, eine S-adt in einer fruchtbaren Ebene im Königreiche Jaen in Spanien, welche die alle Stadt Betula, Hauptstadt von Berurien, seyn soll. Sie enthält gegen 2600 Einwohner, eilt« Collegiatkirche, 10 Pfarrkirchen, 8 Klöster, und ein auf einem Berge liegende» Schloß. Ubigau oder Uebigatt, eine kleine Stadt mit einem Rittergute im Amte Lieben- werda im Churkreise des Churfürsten- tbnms Sachsen. Ublgau oder Uebigau, ein churfürstliches Kammergut mit einem Lustschlosse und Garten eine halbe Stunde von DreS- den im Churfürstenthunie Sachsen. U'y, eine kleine Insel in Ostindien, ,vel> che zu den molnkklsche» Inseln gehört, und vo,l dem Sulla» von Bachian beherrscht wird, der unter den drey Fürsten Schilolos am wenigsten von den Holländer» abhängt. Hier unterhalten die Holländer allein, Banda ausgenommen, einige Musraikvbaume, um Same» übrig zu haben, wen» Banda durch die seuerspryenden Berge, Erdbeben und aridere Uaglncksfällr zu Grunde gehe» sollte. llttdu, ei,» Herzogthum und Slädkchen U chain Ndine in der Provinz Toledo im Königrei. che Neucastilien in Spanien. Uchuin oder Uchanie, ein Städtchen im Lande Chrlm in Kleinpohlcn. Ucht, ein kleiner Fluß in der alten Mark im Chursnrstenibume Brandenburg, welcher nicht weit von Vinzelberg entspringt, nach Stendal und Osterbuig zu stießt, und beydem zuletzt genannten Orte in die Bise sällt. Uchte, eine kleine Stadt»nd Amt im hcssen-caffelschen Antheile an der Graf- schaft Hoya im westphalischen Kreise. Im Jahre 172Ü brannte sie fast gänz- lich ab. Ucles, ein mit Mauern umgebener Fle. cke» am Fuße eines Hügels in der Provinz Toledo im Königreiche Neucasti- lien in Spanien, welcher in Castilien der H.upkort des Rttterordens von S. Jocob ist. Er enthält Z Klöster. Uddcwalla, eine Stapelstadt in der Provinz Bobus in Westgoihland in Schweden, welche starken Handel mit Holz treibt, und einen gulrn Hasen mit ei. »er Schanze hat, bey dem sich eine Austerdaitk»nd ein Ueberfluß an Hum- mern, Häriiigeii und Schellfischen befindet. Im Jahre i?Z8 litt sie großen Brandschaden. Udrne, s. Udine. Ubiue oder Udene, bltinum, die Hauptstadt im veueliaiii'chcn Frianl in Italien. Sie liegt am Flusse und Canale P?p 2 uebersteiu Uelzcir 482 Udinskoi Ueber^ingen Roja, ist von mittelmäßiger Größe, und der Patriarch, welcher ehemahls seinen Sitz zu Aquileja hatte, restdirtc hier in neuern Zeilen. Die langwierigen Streitigkeiten, welche wegen des Patriarchats zwischen dem Hause Oesterreich und der Republik obwalteten, wurden endlich im Jahre i/Ll berge- stall beygelegt, daß der Papst das Patriarchat unterdrückte, und zwey Erz. biSthümer daraus machte, wovon das eine in dieser Stadt, das andere aber in der österreichischen Stadt Görz sei- neu Sitz bekam. Der Erzbischof von Mine hat alle die Bischöfe im vene- tianischen Gebiethe unter sich, welche ehemahls unter dem Papste standen. UebeigcnS findet man in dieser Stadt viele Kirchen, Klöster und Hospitäler, ein Collegium für Rechtsgclehrte, und eine Nilterakademie. UdinSkoi, eine Stadt in der Statthalter- schaft Jrkutzk in Sibirien im«statische» Rußland, welche am Flusse Uda liegt, der sich nicht weit von hier in den Se- lcnga ergießt, und befestigt ist. Hiev gibt eS viele gute Häuser, wohl bemittelte Kaufleute, c;n Commendanten- hauS, und eine ansehnliche Kirche. Die - Stadt hat um sich her gute Felder und Wiesen, und überflüssige Holzung, liegt über dieß an einem fischreichen Finsse, und der Weg so wohl nach der südlichen als östlichen chinesischen Grenze muß hierdurch genommen werden. An Lebensmitteln ist hier kein Mangel, und Gartensrüchte und Fische hat man im Ueberflusse. Udipnr odcr Cheitor, eine Landschaft mit einer Hauptstadt gleiches Nahmens in Hindostan, deren Rajah oder Beherrscher für den angesehenste» oder dasOberhanpt der Rasputteiifürsten gehalten wird. Ueberkingen, ein Amt und Pfarrdorf an der Fils im Gebiethe der Reichsstadt , Ulm im schwäbischen Kreise, welches einen guten Sauerbrunnen hat. Ueberlingrn, vcherlinZa, eine freye Reichsstadt im schwäbischen Kreise, welche aus einem Felsen an einem von ihr benannten Busen des Bodensees liegt, und Gräben bat, die aus Steinbrüchen bestehen. Sie enthält gegen Zvoo Einwohner, welche sich, wenige Evangelische ausgenommen, znr katholische» Religion bekennen, und besteht aus drey Theilen, nähmlich aus der untern Stadt, der obern Stadt, und aus dem Gallrnberge, auf welchen, Wein wächst. Man findet hier ein Col- legiatstift. Nahmens S. Nicolrns, einJohaiiniterhaus, ein reiches Hospital, drey Klöster, und noch zwey Kirchen. Weinbau, Bearbeitung guter Steinbrüche und starker Getreidebau« bei nach der Schweiz sind hier Hauxt- nahrungszweige. Bey der Stadt entsprangt ein merkwürdiges mineralisches Wasser. Auf dem Reichstage hak sie unter den Reichsstädten der schwäbischen Bank die eilfte; beym schwäbische» Kreise aber unter den Reichsstädten d>r siebente Stelle. Ucberstein, Surpierre, eine Landvogte- mit einem aus einem hohen Felsen liegenden Schlosse im Canton Freyburz in der Schweiz. Ueblgau, s. Ubigau. Uelzcn, Dirs, kll^sses, eine von den drey Hauptstädten des Fürsienthums Lüneburg im medersächsischen Kreise, welche an der Ilmenau liegt, deren zwey Arme sie umschließen. Ehemahls war die Ilmenau von hier aus schiffbar, und eS handelten eugländische Kaufleute hierher; ivie man denn auch »och den ehemahligen Hafen der Stadt, und in der Hauptstadt ein kleines Schiff von den vergoldeten Kupfer zeiget, welches die Engländer hierher geschenkt haken. Ucbrigens enthält die Stadt Zzs Häuser gegen 6000 Einwohner, und eine lateinische Schule. Außer der Haupt» kirche findet man hier noch drey Ho- U^sedom Usische spiialer mit zwey Kirchen, und bor dem GudcSlhore noch eine Kirche. I» der hiesigen Gegend wächst sehr schöner Flachs, und in den umliegenden Dör. fern wird»»gemein viel Leinwand gewebt. Ehemahls hatte die Stadt vorn Handel mit Flachs, Garn, Leinwand, Wolle und Wachs, vom Bierbrau, von der Brannrweinbrenncrey, und von durchgehenden KaufmannSgüteril starke Nahrung, um welche sie aber größten Theils gekommen ist. Uesedom, 5 Usedom. Uclersen, Uterftn, ei» artiger Flecken nnweit Pinneberg im Hcrzogkhume Holstein, welcher ein adeliges Kloster für 4 Priorinnen und lL Fräulein bar. Es gehören demselben rr Dörfer, und die Priorinnen haben einenPropstzurSeite. Ma, s. Adrvbe. Ufa, die Hauptstadt der Provinz und Statthalterschaft gleiches Nahmens im asiatischen Rußland. Sie liegt am AuSfiuffe der Ufa in Belast», ist eine Festung, und enthält ü bis 700 schlecht gebauele Häu. ser und 6 Kirchen. Ufer, der Erdrand eines Wassers aufder Erde, e- sey von welcher Art es wolle. Das rechte und linke Ufer eines Flusses muß man sich auf folgende Art vorstelle». Wenn man bey dem Ursprünge eines Flusses steht, und das Gesicht gegen seinen Ausfluß wendet, so ist das, was zur rechten Hand liegt, das rechte Ufer des FluffeS; das zur linken Hand aber das linke Ufer. Uffelu, s. Salzufle». Uffenheim, eine ansehnliche Stadt und Oberamt im Fürstenthume AnSbach im fränkischen Kreise, welche am Flusse Gollach liegt, und ein landcssürstli- cheS Schloß, ein Decanat, eine prächtige im Jahre i/zi eingeweihete Stadt- kirche, eine Spitalkirche und eine lateinische Schule hat. Usische Tartarn, eine Nation in der Provinz Oreuburg in der Statthalterschaft Ufnan Uglitsch 45z Ufa im asiatischen Rußland, welche sich mit den Baschkiren oder baskirischen Tartarn vermischt hat. Sie stammen von einer nogaischen Horde her, und sind erst dadurch zahlreich geworden, daß sich Leute aus andern barbarischen Hör. den zu ihnen begaben. Sie sind stark und wohl gewachsen, und haben ei» breites bräunliches Gesicht, schwarzes Haar, und einen langen Baet. Ihre Kleidung ist der russischen nicht unähnlich. Sie geben gute Reiter ab, sind streitbar, und wissen mit Pfeilen undBv- gen sehr gut umzugehen. Eigentlich sind sie nur im Sommer, da sie Pferdemilch genug haben, muihig, ja übermüthig und gastfrei-, hingegen im Winter arm und klcinmüthig. Ihrer Religion nach sind sie mehr unter die Heiden als Mu- hammedaner zu rechnen, vo» welche» letzten sie nur die Beschneidung und einige andere Ceremonien angenommen haben. Einige sind zur Annchmung der christlichen Religion gebracht worden. Ufnau oder Auskittn, eine angenehme Insel im Zürichersre im Caniou Schweiz in der Schweiz, welche dem Stifte Einsiedeln gehört. Ugein, eine Landschaft im Marattenlan« de in Dccan in Ostindien, welche sich vom Flusse Toppi bis an die Grenze von Gohud erstreckt, und auch den größten Theil von Malva begreift. Sie gehört einem Najah, der ein Vasall des Paisch« wa, und einer der vornehmsten unter den Marattenfürsten ist Seine Hauptstadt hecht ebenfalls Ugrin. Ugt'Nko, blxenbum, ein Städtchen mit dem Titel einer Grafschaft in Terra d'Otranto in Neapel. Es ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erz- bischofe vo» Otraiito steht. Uglilfch, eine mittelmäßig große Stadt mit einer hölzernen Jellnng an der Wolga in der Statth Uterschast JaroSlawl im europäischen Rußland, welche der /Hauptort eines Kreist-ist. Hier berei- 484 Itgodzkoi Ug»tscher Ugrotz Ukase tet man gute» Juchten und Seife. Bor Alters war diese Stadt das Erbtheil eines großfürstlich-,i Prinzen, unter dem Titel eines FürstenthumS. Hier wurde der Prinz Dimilri, ein Sohn des Czaar Iwan Wasiliewiksch, im Jahre tFy! ermordet, welches der Stadt zu großem Nachtheile gereichte, indem ihre meisten Einwohner„ach Sibirien und anderwärts»erwiesen wurden. Ugodzkoi, Ugodka, ein Städtchen mit einem Eisenwerke am Bache gleiches Nahmens in der Statthalterschaft Ka- lnga im europäischen Rußland. Ehe- mahl« hatten hier die deutschen Ei,iwvh. „er einen lutherischen Prediger, eine Kirche und zwey Schule». Hier ist das erste große Eisenwerk in Rußland,und zwar im i/ien Jahrhunderte, anqeleqt worden, und m,n gießet jetzt Kanonen und viele andere Sachen; auch wird hier viel Stangeneisen geschmiedet, welches aber nicht so gut, als das sibirische,^. Agotscher Gespanschaft, eine Landschaft in Oberungarn, welche nicht über vier Nteileu lang, und fast eben so breit ist, Sie liegt an den beyden Ufern der TheiS, hat ihren Nahmen von der alten Burg Ugots, die jetzt ein Steinhaufen ist, und enthält viele Berge und Felsen, un- ter w.lchen der Hark der größte und vyr. nehmste ist. Ihre Ebenen sind meisten Theils snmpsig, und daher nicht bcso». derS fruchtbar. Der Ackerbau ist nur geringe,-und die Viehzucht eben von keiner Erheblichkeit; doch werden viele Schafe gezogen, die auf den Gebirgen noch ziemlich aure Nah- iuig finden. Wein wird nur sehr wenig gebaner, und auch dieser ist von keiner besonderen Güte. Desto erheblicher aber stuo die starken Wälder, welche eine Menge Holz liefern, und au allerley B-ildoret einen Ueberfluß haben. Die Fischerey, w>l. chr dir Their darbiethet, nährt einen guten Theil der Einwohner, die au- Ungarn, Raffen, Slawen und einige» Walachei, bestehen klebrigen- wird die Gefpanschaik in vier Distrikte abgetheilt. Ugrotz, Sai-Ugrotz, ein altes Schloß mit einem Marktflecken in der Trentschimr Gespanschaft in Niederungaen. Ahyst, ein Dorf mitei,rein schönen Schloff se im budiffinische» Kreise des Mark, graflhumS Obcrlausttz, in welchem die evangelische Brüdergemeinde ei» Erziehn,igSkauS für junge Leute von Stau- de angelegt hat. Ujadz, eine Stadt in der Woiwodschaft Lentschitz in Kroßpohlen. Uj-Arad, s. Arad. U/azdow, ein königliches Lustschloß nicht weit von Warschau in der Woiwodschaft Masuren in Großpohlen, welches in einer angenehmen Gegend liegt, und Bäder hak. Äsest oder Ujesbl, ein offenes Städtchen am Flusse Klodnitz im Taster Kreise des Fürstenihiims Oppel» in Schlesien, welches, nebst einem großen Distrikte gleiches Nahmen-, zum BiSlhume BrrSlan gehört. Es hat ein Schloß, und der Besitzer desselben ist ein Graf von So- deck. Im Jahre ,770 brannte eS fast ganz ab. Ujhely, Snkor-Uihely, ein wohl bewohnter Marktflecken in einer angriiebmen Gegend in der Sempliner Gcspaoschast in Obcrungarn, in welcher vortrefflicher Wein wächst. Uinibst oder Jinst, llmbist-i, eine Herrschaft und Markt im Viertel Dberinu'bak in Tyrol, welche den Grafen von Fer- rara gehören. Hier gibt es guie Bergwerke. Ujoko, eine von den kurilischen o^ee ku« fischen Inseln, welche den Russen gehört. Uj Palanka, s. Neupalanka. Akase, ein aus dem Russischen entlehntes Uker Ukermark Wort, eine» Befehl, eine Verordnung des russischen Monarchen zu bezeichnen; ein Mandat. Uker, ein Fluß in der Ukermark im Chur- sürstenthume Brandenburg, welcher oberhalb dem adeligen Dorfe Sukom einspringt, unter demselben den vor« trefflichen Ukersee macht, oder sich wenigstens in denselben ergießt, von da nach der pommerschen Stadt Ukermün« de fließt, und sich unter derselben in das frische Haff stürzt. Ukermark, eine Landschaft im Churfkr» stenthume Brandenburg, welche gegen Mittag an die Mittelmark, gegen Abend an eben dieselbe und au das Herzog- thum Mecklenburg, und gegen Mitternacht und Morgen an Pommern und an die Neumark grenzt. Ihre Größe be« trägt 67 deutsche Quadratmeilen, und sie hat ihren Nahmen von dem Flusse und See Uker. Die Ukermark hat, ei« neu schmalen sandigen Landstrich ausgenommen, sehr guten Boden, welcher durch die Bearbeitung der fleißigen Einwohner so ergiebig geworden ist, daß sie jährlich viele tausend Mispel allerley Getreides ausführen kann. Die Gegenden an den Flüssen haben guten Wie- ftnwachs; die andern aber nicht: daher auch die Pferde- und Rindviehzucht nicht beträchtlich ist, sondern jährlich viele Pferde, Ochsen und Kühe aus Pommern und Pohlen eingeführt werden; die hiesigen Schafherden hingegen sind ansehnlich und einträglich. Qbst, Hopfen und Honig hat man zur Nothdurst, und guten Tabak in großer Menge. An Brennholz« fehlt es hin und wieder; doch sind auch Gegenden vorhanden, welche gute Eichen, Buchen und Tannen liefern. Eisenerz und gute Thonerde findet man häufig. Das erste wird bey Zehdenick geschmolzen Diese Provinz wird. in zwey Kreise abgetheilt, nähmlich in den»kermarkischen und stol- Ukrrmünbe Ulanen 4g« pischen, und enthalt y Städte und A Flecken mit gewigen Stadtrechten. Ukermünde, eine kleine Stadt am Ausflüsse der Uker in das ftieche Haff im anklamfchen Kreise im preussische» Antheile an Vorpommern. Sie ist der Sitz einer Propstes, und hat einträglichen Fischfang, Wiesenwachs und Holzungen. Im l/ten Jahrhunderte hat sie durch Belagerungen und Eroberungen viel gelitten, und im Jahre ,/i.zwurde sie»0» deu Russen ausgeplündert. Ukersee, ein See in der Ukermark im Churfürstcnthume Brandenburg, wcl. chcr nicht weil von der Quelle des Flusses Uker liegt, Meile» in der Länge und eine Vierielmeile inder Breite hat, und vortreffliche Fische enthält. Ukraine, eine Nahme, welcher einen Theil von Rothrußland oder die pohlnische Provinz Niederwolhyn, die Woiwodschaften Kiow und Bratzlaw, sammt Riederpodolien, und die russische» Stalt- halterschaften Charkow, Kiew, Tscher- nigow und Nowgorod- Sewcrsk bczeich. nct. Ula, ein Städtchen am Flusse Düna in der Woiwodschaft Polock in Weißrußland in Litauen, bey welchem die Russen im Jahre 1L64 geschlagen wurden. Ulanen, eine Art pohlnischer Miliz, die ihren Nahmen von dem Generale Ula- nez hat, welcher sie unter der Regierung des Königs Stephan indem Kriege wider die Raffen am ersten comwan- dicte. Sie sind ursprünglich armenische Tartarn, von welchen der He, zog Vi- told von Liiancn im Jahre 1^96 eine Horde mit sich als Gefangene»ack Hau. se führte, und sie unter der Bedingung wieder los ließ, daß sie ibm bey jedem Kriege dienen sollien. Sie sind meistens der muhammedanischen Religion zugethan, und haben ihre Moscheen, nebst ihrem Moll« oder sdberptiester, vornehmlich zu Vilna. Diejenigen, we.che 486 Ulanow Ullersdorf sich zur katholischen Religion wandten, wurden geadelt, und erhielten das In» digenat von Litauen. Sie sitzen gepanzert zu Pferde, und habe» eine Art von Lanzen mit langen Stangen, woran sich oben ein starkes spitziges Eisen und ein Fähnchen befindet, womit sie den stärkste» Mann vom Pferde stoßen, und alle Säbelhiebe abhalten können. Ihre Mützen sind blau mit schwarzem Pelz ausgeschlaqen, und mit Wolle und Filz so stark gefüttert, daß nicht leicht ein Hieb durchdringen kann. Sie sind Parteygänger, wie die Huffaren, und baden sich in verschiedenen Kriegen mit Ruhme hervor gethan. Ulan»IV, eine Stadt in der Woiwodschaft Kiow in Kleinpohlen. Ulanow, eine offene Stadt am Bug im Beizer Kreise im Königreiche Galizien. Uleä, ein Fluß in der schwedischen Pro. vinz Osterbottn in Finnland, der sich bey der Stadt Uleä in den bothnifchen Meerbusen ergießt. Ulea oder Uleäöorg, bllla, eine große Stadt mit einem Hasen an der Mün» düng des Flusses Uleä in der Provinz Osterbottn in Finnland, welche auf einer Halbinsel liegt. Bis hierher kamen die Russen im Kriege in den Jahren 17,6 und>/4Z. Das hiesige Schloß, welches eigentlich Uleäborg genannt wird, ist ganz verfallen. Uebrigenshat die Stadt lange und gerade Straßen und eine Trivialfchule, und treibt schönen Lachsfang. Dieser Ort litt den 21. Aiunist des Jahres 177Z Brandschaden. Uleä Tresksee, ei» großer See in der Provinz Osterbottn in Finnland, nicht weit von der Stadt Cafanaborq, welcher aus dem Flusse Uleä entspringt. Ulema, ein Nabme, mit welchem in der Türkey die Geistlichkeit belegt wird, deren Oberhaupt der Mufti ist. Mersdorf, eine Herrschaft mit einem schönen Schlosse im Oimützer Kreise Nkm in Mähren, welche einem Grafen von Zierotin gehört. Ulm, vim-t, eine berühmte freye Reichsstadt in Schwaben, welche an der Da- »au liegt, in die hier die Flüsse Jler und Blau fallen. Sie ist groß, schön, und ziemlich befestigt, hat über die Donau eine steinerne Brücke, und zählt gegön iLooo Einwohner, welche sich größten Theils znr evangelischen- lutherischen Religion bekennen. Die peäch> tige gkoße Haiiptkirche, welche das Münster genannt wird, steht mitten in der Stadt, und gehört zu den größten Kirchen in Deutschland. Sie ist, von ihrer Grundsteinlegung an gerechnet, welche im Jahre IZ77 vor sich ging, erst in 110 Jahren vollendet worden. In derselben besieht man besonders die Kanzel, die Orgel, den Tausstein, dieSa- kristcy, imd allerley Gemählde. Der Thurm dieses Münsters ist wegen seiner Bildsäulen, Glvcken, Breite und Höhe ebenfalls betrachtenswürdig. Kaiser Maximilian I. hat die 104 Stufendes- selben im Jahre 1492 bestiegen, welches die lateinische Aufschrift an der Seite gegen Mitternacht bezeugt. Uebrigens sind hier noch die Dreyfalrigkeitskirche, die Barfüßerkirche und das evangelische Jungfernkloster oder so genannte Samm- lungsstift zu bemerken, in welchem letzter» verschiedene P itriiiertöchier unterhalten und unterrichtet werden, die sich hernach verheirathe» können. Das evangelische Gymnasium ist wohl eingerichtet, und bat ein theologisches Semi- narium. Die Katholiken verrichten ihren Gottesdienst in dem S Michaeliskloster, welches mit regnliricn Chorherren AugustiacrordeiiS besetzt ist, und in dem deutschen Ordensbause. Uebri- geus ist Ulm eine von den vier ausschreibenden Reichsstädten^ verwahrt das schwäbische Kre>sarchiv, und hat den Vorsitz»nter drn Reichsstädten m Ulm Ulmen Schwaben. Unter bcn hiesigen weltliche» Gebäuden bemerkt ma» das Rath. Haus, den neuen Bau, worin die schwäbischen KreiScoiivenke gehalten werben, das Zeughaus, die Waffecsiube, die Proviankhäuser, und das Schwörhaus mit der kostbaren Stadibibliolhek. Der Stadlrath, welcher ganz aus evange. lische» Glaubensgenossen bestehet, macht 4, Personen aus, nähmlich 24 Pa- tricier, und 17 von der Gemeinde oder den Zünste». Die hiesigen Leinwand- lvebereycn und Gärbereyen sind vornehmlich beträchtlich. Das Gebieth dieser Stadt ist zwar anjehnlich, indem es L Meilen in der Länge und Breite beirägt; es hafte» aber auch auf demselben große Schulden. Es gehören zu demselben unter andern das durch seine Beindrechslerarbeiten bekannte Städtchen GciSlingen, und der große Marktflecken Langenau, wo sehr viele Lein. weder wohne». Die Handlung Ulms steht wegen der auswärts sehr beliebten hiesigen Barchente und seinen schwäbischen Leinwand in gutem Flor; doch ist sie das nickt mehr, was sie im iLten und> Gen Jahrhunderte war. Die hie. sigen Papiermühlen liefern schönes Papier, und vom Neckar, Bodensee, Vrltlin und dem Rhein wird vietWein hierher gebracht, und aus der Donau weiter geführt. In den bayerischen Unruhen hat die Stadt viel erlitten; denn der Churfürst nahm sie im Jahre 1702 durch eine Kriegslist ein, belegte sie mit Besatzung, entwaffnete die Bürger- schüft, forderte vieles Geld,»nd»er. ließ sie nicht eher, als»ach der Hock» siädier Schlacht vomZahre 1704. Da der kaiserliche Generalfeldmarschaü, Freyherr von Thnnge»» von dem darin liege« den chnrbanerische» Comwendanten, Freyherr» von Br>ten>orf, nach einer scharfen Belagerung d,e Uebergube erhielt. (lV. Band.) UlricsLal 437 Ulmen oder Thalulmen, ein Flecken»nd Amt im obern Erzstifte Trier in» chur- rheinischen Kreise. Der Flecken liegt an einem See, der das Ulmenermeer genannt wird. Ulinerfeld, ein Markt, Schloß und Herrschaft an der Jvs im Kreise ob dem Wienerwalde im Lande inner der Eiis in Oesterreich, welche dem Bischöfe zu Freystngcn gehören. Ulricähaiii, s. Bongcülnd. Ulnchskirch, ein ansehnliches Schloß, Herrschaft und Markt im Kreise unter dem Mannhartsberge im Lande unter der EnS in Oesterreich, welche fürstlich Dieltichstcuiisch sind. Uirichsiein. ein Amt»nd Bergschloß mit einem offenen Städtchen in Oberhessen zwey Meilen von Giessen. In dem Schlosse wurde im Jahre i/Ly eine französische Besatzung von einem preussischen Corps belagert, und noch einer Gegenwehr von einigen Stunden zur Ueberaabe desselben genöthigt. Im I ihre 1762 nahmen es die Franzosen den alliieteii Truppen ab, welche es besetzt hielte». Im Jahre 176Z erlitt das durch den Krieg sehr beschädigte Städtchen großen Brandschaden. UlricsHal, ein Lustschloß des KönigS von Schweden, anderthalb Stunden von Stockholm, welches der Königinn Ul- rica Eleonora. KönigS Carl XI. Gemahlinn, zu Ehren erbauet, und nach ihrem Nahmen genannt wurde. Es ist nach alter Art gebauet, aber im Jahre 1774 bequemer und moderner eingerichtet, wie auch mit einem ansehnlichen neuen Gebäude vermehrt worden, uk>d enthält einige schöne Gemählde. In dem einen Zimmer steh« die theologische Bibliothek der im Jahre 174t verstorbenen Königinn Ulrica Eleonora. Eben daselbst befindet sich anck ein Schrank mit allerhand feinen lind künstliche» Sachen, welche der bekannte Magnur von Lqq 488 Ulster Ulster Stsenbock in seiner Gefangenschaft aus Holz und Elfenbein gedrechselt hqr, dergleichen Arbeiten von ihm auch auf der Bibliothek zu Uvsa!, und in der Kunst- kammer zu Kopenhagen angetroffen w r- den. Die Naturaliensammlung zu Ul. ricsdai füllet L mäßige Zimmer, die von Linne besonders beschrieben, und von dem Hoskanzlcc von Dalln gezeichnet sind. Einige anatomische Präparate, verschiedene eingespritzte Sache», nebst einer Reihe von Embrionen und Mißgeburten, füllenden zur Natnrhistorie dcS Menschen bestimmten Raum aus. Zu den hiesigen Merkwürdigkeiten gehört noch eine große goldene mit wohl geschnittenen Edelsteinen besetzte Schale, die ehemahls von einem gemiffen Dalekarl, vermittelst Erbrechnng der Thüre, entwendet, aber zu Lübeck noch glücklich auf- getrieben wurde. Die Schloßkirche hat nichts Besonderes. Der Garten am Schlosse endigt sich mit einer Grotte, die aber schon etwas verfallen ist. In einer Nische hat man eine» Lehnstuhl angebracht, aus dessen Armen, wenn man sich in denselben setzt, Federn hervor springen, wobey der Sitzende aus den von ihm selbst durch den Druck eröffneten Wasserröhren der gegen über liegenden Nische naß gemacht wird. Hinter der Grotte liegt außerhalb dein Garten ein kleiner Fels, in welchem sich von der Erde hinan bis oben hinauf ein Durchgang befindet. Die Fasanerie enthält außer Fasanen auch verschiede- denc seltene Vögel. Das Opernhaus liegt ganz von, Schlosse entfernt: nahe daran steht eine Eremitage. Auf dem Wasser hinter dem Schlosse pflegen sich die königlichen Herrschaften zuweilen mit dem Fischfänge zu ergötzen. Ulster, bUtoriia, eine von den vier Provinzen, in welchr das Königreich Irland eingetheilt wird, und welche gegen Süden an Connaught und Leinster, gegen Ulnssu Osten an das irländische Meer, gegen Norden und Westen aber an den Ocean grenzt. Sie begreift Zc> deutsche Mei. len in die Länge, und etwas mehr ia die Breite, hat gesunde Luft, schließt große Seen ein, die mit dicken Wäldern umgeben sind,»nd ist übrigens fruchtbar. Sie war ehemahls ein besonderes Königreich, und besteht jetzt aus 9 kleinen Landschaften oder Grafschaften, weiche sind: Dow», Aittrim, London, dcrry, Dunncgall, Tyrone, Aerma- nagh, Cavan, Monaghaii und Armagh. Ulster, ei» District in der Provinz Neu. York in den vereinigten Freyst««!.-» van Nordamerika, welcher an Albanp stößt, und von dem Hudson durchstoßen wird. Gegen Norden erstreckt er sich bis an SawyerS Rill, und gegen Osten und Westen sind Delawarc und Hudson seine Grenzen. Die Einwohner bestehen auS Holländern, Franzosen, Engländern, Schott- und Jrlandern; die ersten und letzten aber sind die zahlreichsten. Hier gibt es sehr reiche Einwohner,»nd die ganze Gegen» ist wegen des feinen Mehls, des Biers, und der guten Art von Zng. Pferden berühmt. Da, wo sich die Kette der Apalachianbügrl ansängt, ist ein unerschöpflicher Bruch von Mühlstei- nen, wilche zu den besten in der Welt gezahlt werden. Die beträchtlichste Stadt in diesem Districkc ist Kingston. Ullen, eine Herrschaft im Viertel btsch in Tyrol, welche sich über drey Meilen weit erstreckt, und ehemahls ihre eigenen Grafen hatte. Sie gehört jetzt den Grafen von Trapp. Ultramarin, der Nahme einer sehr kostbaren blauen Farbe, welchr aus dem Lasursteine verfertigt wird. Sie hat ihren uns dem Italienischen entlehnten Nahmen daher, weil sie ehemahls a»S Asten zu uns gebracht, wurde. Ullissii-Mudan, eine Stadt und Festung im chinesischen Tunguscn- oder Aurlan- Umago U m m a n z de in Asien, welche der äußerste Grenzposten der Chtneser gegen Rußland ist. Umaqoodcr Humago.vmLZum, Oma- Zum, eine kleine Stadt an der Küste kcs venelianischeN ZstrienS. Sie hat ei. ncn große» Hafen, liegt 7 Meilen von Lnest gegen Mittag, und ist wegen der ungesunden Luft schlecht bewohnt. Nmbria, Ombria, eine italienische Landschaft im Kirchenstaate zwischen dem Herzoglhume Ucbino ,dem sloreMinischen Gebiethe, dem Pakcimonio Petri und der Marca d'Ancona. Ein ge verstehen unter diesem Nahtge» nur allein dasHer- zogthum Spoleio; andere aber begreifen zugleich darunter die Landschaft Pe« ruqino und die Grafschaft Citta di Ca- stell». Umbnatico, Ilmbriaticum, eine kleine Stadt auf einem steilen Felsen in Cala- hria cilra in Neapel. Sie ist der Sitz eines Bistbums, welches unter dem Erz- hischote von S. Severino steht. Nmeä, Oma, eine schöne und znr Handlung wohl gelegene Handelsstadt mit einem b.qaeme» Hafen in Westerbottn i» Nordland in Schweden. Sie hat gerade Gaffen, hält Z Jahrmärkte, und wurde im Jahre 1714 von den Russen eingenommen und abgebrannt. Der Sitz des hiesigen HauptmannS beißt Gran. Umea, Huma, ein Fluß in Nocdland in Schweden welcher im norwegische» Gebirge entspringt, und sich beyder Stadt Uiiiä in den bvünischeit Meerbusen ergießt. Umea Lappmark. eine Landschaft in dem schwedi'chen Lappland, durch welche der Fluß Umeä fließt. Sie liegt zwischen Puhea- Lappmark, Jrmtland und den norm.zischen Grenzen. Umegninaiba, eine Stadt in der P ovinz Cuis im Königreiche Fez, in Afrika. Ununanz, eine kleine Jniel an der Westseite von Rüge», im schwedischen Vorpommern. Ummerstadt Ungarn 489 / Ummerstadk, eine kleine Stadt am Fünf. se Nodach im Fürstetiihume Cobucg, Z Stunden von der Stadt Coburg im oberfächsischen Kreise. Umnak oder Umniak, eine von den Fnchs- iiifelt!, welche eine der größten»nler deiiftlbc» ist, indem stc ungefähr 1L0 Wersts in der Länge beträgt. An ibrem westliche» Ende liegt die kleine Insel Adugach, und am südlichen die kleine Insel Schemglga. Umstadl oder Großiimstadt, ein Oberamt und sehr altes Städtchen im Odenwal- de in der Pfalz am Rhein, welche Cbur, Pfalz und Hessen- Darmstadl gemein, sch.rftlich besitzen. Das Oberarm begreift 20 Oerier, und das Städtchen war ehe- inahls weit ansehnlicher. Unalaschka oderAgiin-AIaschka, eine von den Fuchsinscln, welche zu denansehn« lichsten unter denselben gehört, über Loo Werste lang ist. und 20 Meiste weit von der Intel Umnak liegt. Auf derselben gibt eS einige taufend Menschen und verschiedene Dörfer. Uucaste!^), ei» mit Mauern umgebener Flecke» auf einem Hügel im Königreiche Arragonien in Spanftu, welcher ein Fort hat. Ungarisch Alistadt, Fekete Banya, ein Biirgflccken zwischen Metallreiche» Hügeln in der Sarhmarer Gespanschaft in Obe«u»garn. Ungarisch Brod, eine Herrschaft mit einer kleinen Stadt gleiches Nahmens iin Hradischcr Kreise in Mähren, weiche dem Fürsten von Keniutz gehört. DaS Stauchen enthält 20L Häuser, und hat rinen Sauerbrunne». Ungarisch-Neustadt, s Nagy-Banpa. Ungarn, Hungarn, Magyar Orszag, liunZuria, ein Köntgreich i» Europa, dessen Umfang bald in ci gerrm, bald in weiterem Verstände genommen wird. , Nimmt man ihn in jenem, so grenzt, es gegen Mittag an den Fius Drau, der Qqq s Ungar» Ungarn 490 er von Slavonien absondert, und an Servien; gegen Morgen an die Wala- chcy und Siebcnbirgen; gegen Mitternacht an das karparhische Gebirge, durch welches es von Gaiizien und Lodome- rien getrennt wird, und gegen Abend an Mähren, Oesterreich und Skeyec- mark. In dieser Bedeutung begreift Ungarn 2790 deutsche Quadratmeilen. Einige nehmen das Wort Ungarn im weitläuftigen Verstände, und rechne» Slavonien, Dalmatien, Bosnien, Serviert und Siebenbirge», ja auch wohl die Moldau, die Walachey und Bulgarien dazu. In diesem letzten Verstände ist es ungefähr 1087L geographische Quadratmeilen groß. Der jetzige Antheil des österreichischen Hauses an die- sen Landern betragt etwa 4760 Quadratmeilen; der türkische aber L94S Qnadratmeilen. Ungarn liegt in dem nördlichen gemäßigten Erdgürtcl. Der obere oder mitternächtliche Theil desselben ist ge. birgig und waldig, folglich rauh, kalk, und zum Theile unfruchtbar, aber gesund; der mittlere Theil hingegen ist ebener, und hat gelindere Luft, und in den sandigen Gegenden zuweilen sehr beschwerliche Hitze. Der untere oder südliche Theil erhält von den vielen Strömen, Sümpfen und Morästen dicke und feuchte Luft, und ist eben, fruchtbar, und viel wärmer als die vorigen. Ungarn ist mit allem, was zur Nothdurft und Bequemlichkeit des Lebens gehört, sehr reichlich versehen, und bringt allerley Acten Getreide, vortrefflichen Wein, Tabak, Saffran, Spargels Melonen, Hopfen, gesunde Kräuter, Hülsenfrüchte, Hirsen, Bnch- weitzeu, verschiedene Arten von Baumund Gartenfrüchte», Maulbeerbäume, Kastanien und Holz im Ueberflusse hervor. Mit Mineralien ist dieses Land sehr gesegnet; den eS hat Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Bley, Quecksilber, Zinnober, Spießglas, Auripiz. meut, Schwefel, Vitriol, Markes», Steinsalz und gekochtes Salz, Salpeter, Magnete, Asbest, Steinkohlen, Marmor von verschiedenen Farben, Alabaster und Edelsteine, welche l-tz- tern aber sehr von den morgenländi- schen verschieden sind. Die hiesigen Thiere bestehen in guten Pferden, Qchsen, Büffeln, Esel», Mauleseln, Schafen, Zogen, Schweinen, und mancherley Ganuiigen von wilden Thieren, Vögeln und Fischen, unter welchen sich Hirsche, Damhirsche, Gemsen, Laren, Luchse, Biber, Trappen, Rcpphlihmr, Birkhühner, Haselhühner, Fasanen, Bienen und Hausen befinden. Ungar« ist reich an Sauerbrunnen, kalten und warmen Bädern, indem die meisten Gespanschasten mit denselben versehe» sind. Hier gibt es auch Quellen von anderer Art, nähmlich solche, welche Zcmentwasser mit sich führen, töd. tende Quellen, versteinernde Quelle» und Eisqncllen. Die vornehmsten hiesi. gen Gebirge sind die karpathischen, und dir vorzüglichsten Flüsse sind die Donau, Morawa, Waag, Gran, Lheis, Te« mes, Dran oder Drawe, Raab oder Arabo und Leitha. Unter den vielen ungarische» Seen gibt es drey große, nähmlich den Neusiedlcrfee, den Plattensee, und den Palitschersee. Ungarn hat viele Städte, und eine große Anzahl privilcgirter Marktflecken; es bestnden sich aber unter denselben nur einige wenige schöne. Viele geringe Dörfer, die nicht viel über Zo Häuser enthalten, sind mit Markt- gerechtigkeit versehen; daher man sich nicht wundern darf, wenn in einer Gespanschaft loo und mehrere Marktflecken anzutreffen sind. Dieses Königreich ist jetzt nicht hinlänglich bevölkert, indem man in demselben nur^,170000 8 lk g a r n Ungar« Einwohncr zählt, ob es gleich zwey bis drey Mahl so viel ernähren könn. te. In neuer» Zeilen hatiuan sich Muhe gegeben, schlecht bewohnte Gespan« schafien besser zu bevölkern, und besser anzubauen. Die Einwohner Ungarns kann man in vier Hauptnationen lhci- len; denn man redet hier vier Haupt« sprachen, nähmlich die ungarische, sla« nische, wallachische und deutsche. Auch Lateinisch hört man von Vornehmen und Geringen sprechen. Außer den genannten Hauptvölkern gibt es hier auch Griechen Juden, Armenier, Raitzen, Uskoche», Morlachcn, Türken und Zigeuner. Die herrschende Religion des Landes ist die katholische, obgleich die Lutheraner und Reformiric» gleichfalls sehr zahlreich sind. Zur griechischen Re- ligion bekennen sich die Raitzen, Russen, Walachei,, Armenier und eigentli. chen Griechen. Der hiesige Adelist sehr zahlreich, genießt mancherley große Vorrechte und Freyheiten, und es gibt unter demselben viele, welche ein Handwerk treiben. Die Bauern sind von viercrley Art, nähmlich ganz leibeigene, deren Anzahl nicht sehr groß ist; halb freye; solche, die gewisse Hcrrendienste verrichten, aber dennoch das Recht haben, ihren Wohnort zu verändern, und ganz freye, deren es aber nicht viele gibt. In den Gegenden« in welchen es am Holze zum Bauen mangelt, wohnen die Bauern, und vornehmlich die Raitzen, in der Erde, in Höhlen oder Kellern, welche sie zur Wohnung eingerichtet haben, und zwar so, daß entweder nichts, oder der Rauchfang oder das Dach, hervor raget und zu sehen ist. Was die Gelehrsamkeit an- betrifft, so hat Ungarn verschiedene große Männer in allen Theilen gelehrter Kenntnisse auszuweisen, die aber ge- wöhnlich dieselben auswärts erhalten haben. Die Bürger befleißigen sich der 49 r Handwerke, Künste und Handlung; die letzte aber haben dir Griechen im untern Theile des Reichs größten Theils an sich gezogen, und es treiben auch die Juden starken Handel. Aus Umgarn werden Weine, Getreide« allerley Metalle, Pferde, Hornvieh, Schweine, Leder, rohe und gegärbtc Häute, Hausenblasen, Hasenbälge und andere Pelz- werke, Pottasche, Wolle, Taback, Talg, Wachs, Honig, Butter, Käse, Schmalz, frische und geräucherte Fische, Hanf,- Flachs,Süffran,Oebl, Waid, Krapp, Heu und Stroh ausgeführt. Die Ungarn, welche ursprünglich von den Hunnen abstammen, und folglich ihre Wohnsitze in Asien hattr», finge» im Jahre y/Z an, die christliche Reli- gion anzunehmen, wozu ihnen ihr Fürst Geysa den Weg bahnte, dessen Sah» Stephan vermuthlich im Jahre<-ZZ getauft wurde, dieser ward im Jahre nach seines Vaters Tode der erste einheimlsche König der Ungarn, wiewohl er den königlichen Titel erst im Jahre iooo zu führen anfing. Er breitere die christliche Religion in seinem Lande vollends aus, errichtete BiSthü« mcr, Abtcycn und Kirchen, und wurde nach seinem Tode iiiitee die Zahl der Heiligen versetzt. Ihm folgten noch zwanzig einheimische Könige, von welchen der zweyte, Nahmens Peter, sich und sein Reich, wiewohl ohne Ein. willigung der Stände, in des Kaisers Heinrich III. Schutz begab, der dritte, Andreas I. das Reich in drey Theile theilte, und einen seinem Bruder Bela unter dem Nahmen eines Herzogthums gab; der achte, Ladisiaus der Heilige, Croalien und Dalmaiicn an das Reich brachte, und in großer Hochachtung bey seinem Volke stand; der zwölfte, Geysa II., die Sachsen»ach Siebenbir« gen rief; der siebzebnte, Andreas II., dem Adel große Freyheiten ertheilte. 4Y2 Ungarn unter welchen auch diese war, baß bcr. selbe die Macht haben sollte, sich den Königen zu widersetze», wenn sie etwas wider die Reichsgcsetze unternahmen, welche erst im Jahre 1637 auf. gehoben und abgefchaft wurden; der neunzehnte, Stephan, sich Bulgarien zinsbar machte, und der letzte, Andreas III., im Jahre iZo, starb. Hier. auf folgten zwölf auswärtige Könige, unter welchen Ludwig I. das von den Venetianern so oft angegriffene Dal- matien endlich im Jahre iZLÜ ganz wieder mit dem Reiche vereinigte; Sig. mund die Moldau und Walachey im Jahre ,Zyc» zur Abtragung eines Tri. bnts nöthigte, aber hingegen drcpzebn S-adte der Zipscr Gespanschaft nebst den Schlössern Podolin und Lublpo und den dazu gehörigen zwey Städten und etlichen Dörfern an Pohlen verpfändete; Matthias Schlesien, Mähren und die Lausitz von den Böhmen erhielt, und Ludwig II., der letzte von diesen Kö. uigen, im Jahre 1^26 in einer Unglück, lichen Schlacht wider die Türken bey Mohats blieb. Hierauf kam das Reich an das österreichische Hans, bey wel- chem es bis auf gegenwärtige Zeiten geblieben ist. Der erste König aus die. fein Hause, Ferdinand I., Carls V. Bruder, hatte mit seinem Nebenbuhler Johann von Zabolya viel zu schaffen, und mußte ihm Sicbek-birgen nebst einigen Stücken von Ungarn abtreten- welche Abtretung sein Sohn und Nachfolger Maximilian II bestätigte. An. dolph II. mußte das Reich bey seinen Lebzeiten seinem Bruder Mauhiasüber- laffen, wozu die U aarn halfen. Diesem folgte Ferdinand II., Ferdinand I. Enkel, dim der siebenbirqischx Fürst Beihlen Gabor das Reich in, Jgh„ 1620 entriß welches er aber im fol. genden Jahre wieder abtreten mußte. Ferdinand III. wurde in einen Kaieg Mit dem Furstr» von Slehe.ihilKrn, Ungarn Georg Rakotzp, verwickelt; und obgleich sein Sohn, Ferdinand I V., zum Könige von Ungarn erwählt und gekrönt wurde, so starb er doch noch vor seinem Vater, und sein Bruder Leopold wurde im Jahre 16^4 König, unter dessen Regierung die wcgen der Religion und anderer Ursachen entstandenen Unruhen in einen innerlichen blutigen Krieg ausbrach n, in weichen der Graf Tököly die Türken init hinein zog, die aber keine» Vortheil davon hatten. Siebenbirgen wurde wieder a» das Reich gebracht. Die mißvergnügten Ungarn fanden hierauf an Franz Rakotzy ein Haupt, unter welchem ste nach dem Tode des Kaisers Leopold I. dessen Nach. foiger Joseph I. zu bekiegen fortfuhren, bis ste im Jahre.711 wieder zum Gehorsam gebracht wurden. In eben diesem Jahre starb Joseph I., und sein Bruder Carl VI., welcher den Thron bestieg, brachteim Jahre 1718 durch den Passarowitzer Frieden das ganze Te- luesch,rarer Ban-rat, ei» Stück von der Walachcy, den größten Theil des Königreichs Servie,, mit der Hauptstadt Belgrad, ein Stück von Croatien und Bosnien, und den übrigen kleinern Theil von Slavonien an sich; im Iah. *7öi9 lcker ging Belgrad nebst ganz Scrvien, die österreichische Walachey, die Jniel und Festung Drsova, das Aort S Elisabeth, und der erworbene nördliche Theil von Bosnien, welcher an der Sau liegt, wieder verloren, und gcrieth den Türken in die Hä»>>e. Im Jabre 1722 wurde auf dem Reichstage zu Preßonrg dem österreichischen Hanke die Erbfolge dergestalt versichert, daß, in Ermangelung männlicher Nachkommenschaft, die weibliche der könig. lichen Würde fähig s.y» solle Als daher Kaiser Ewi VI. im Jabre 1740 M l T e abging, bestieg ferne älteste Prinzessinn, Maria Tder-si.', K mab- imn he- nachmahlige« röm.fchen Kai» Unghwar Ungarschitz Ungher sers, Franz I-, den ungarischen Thron, «nd wurde im Jahre>741 gekrönt: im nähmlichen Jahre trugen die Rcichs- siände ihrem Gemahle die Mitr-ge»- tenschaft an, und eben dieses thaten sie auch im Jahrs 176L seinem Sohne, dem Kaiser Joseph II. Im Jabre 1772 wurden die an Pohlen verpfändet gewesenen ,Z Marktflecken wieder an Ungarn gebracht. Die RegierungSverfassnng in Ungarn ist eine Monarchie, die dem österreichischen Hause, sowohl!» männlicher als weiblicher Linie(jetzt Franz II.) zugehört, und gegenwärtig weniger, als ehemahls, von den Reichsständen eingeschränkt. Die Ncichsstände bestehen ,)auS den Prälaten: den 2 Erzbischöfen von Gran und Kolotza, einigen Bischöfen, Aebten, und einigen vornehmen Pröpsten. 2) Aus den Magnaten und Neichs- haronen, wozu der Palatin, der Reichsund Hofrichler, die Baue oder Stadthalter von Croalien,' Dalmatien und Slavonien, der königliche Schatzmeister, u. a. m. gehören. Z) Aus Nit. Lern und Edelleuten. 4) AuS den königlichen Freystädten, welche Vorrechte eines Magnaten haben, und nicht unter einem Obergespan stehen. Ungarn wird gewöhnlich in Ober- und Niederuiigarn getheilt, welche wieder aus Gespanschasten bestehen. Nach der neuesten Verfassung aber ist dieses Königreich i» 10 Gebiethe getheilt, von denen jedes eine bestimmte Anzahl Ge- spanschaften enthält. Doch ist Croalien bey dieser Einrichtung ein besonderes Königreich geblieben. Ungärschitz, eine Herrschaft von 2Z2 Häusern, sammt einem Schlosse im Znay- mer Kreise im Markgrasthnme Mähren, welche einem Grafen Häusler gehört. Ungher G-'spanschaft, eine Landschaft in Oberuiigarn, welche t2 bis 14 Meilen lang, und 4 bis 6 Meile» breit ist, Unigcnitus 49Z und ihren Nahmen von dem Schlosse Unghwar hat. Der mittlere Theil derselben wird von dem karpathischen Gebirge eingenommen, und ist daher etwas rauh und unfruchtbar; der südliche Theil aber gibt a» Güte des Bodens keiner der benachbarten Provinzen etwas nach. Die Bergs sind mit dicken Wäldern und allerley Wildbret reichlich versehen; die Hügel bringen gute und gesunde Weine hervor, und das flache Land erzeugt allerley Gekreidcar- len im Ueberfluffe. UebcigenS wird hier die Viehzucht mit gutem Erfolge getrieben. Die E nwohnec bestehen anS Ungarn und Russen, und die Landschaft wird in vier Distrikte getheilt. Unghwar, eine.starke Burg am Flusse Ungh mit einem Marktflecken in der Ungher Gespanschaft in Obcrungarn, worin die ehemahligenJesuiten ein Gymnasium hatten. Im Jahre 1L64 wehrte sie sich gegen den König Johann sehr tapfer. Unhost oder Aninhost, ein Städtchen im Rakownitzer Kreise im Königreiche Böhmen, welches dem Fürsten von Fürsten- berg gehört. Uniejow, eine Stadt am Flusse Warta in der Woiwodschaft Sicrak-z in Groß- pohlen, welche dem Erzbi chose von Gne» sei, gehört. Im Jahre iZZ i brannte sie ab. Im I ihre 1Z76 war hier eine Versammlung der pohlnischen Geistlichkeit. Uliigenikus, der N.hme einer päpstlichen Bulle, welche Papst Clemens XI. im Jahre 171z zu Rom publicirte, und in welcher derselbe die über das neue Testament gemachten moralischen Anmerkungen des im Jahre 17,9 zu Amsterdam verstorbenen Pater Quesnel, worin toi theils anstößige, theils glau- benswürdige Sätze einhalten waren, verdammte. Diese Bulle, welche von ih en A-ikangsiporten! Huißevitus Dei I^iliun, insgemein die Bulle UuigennuS genau», wird, weigerte» stck Verschiedene in Frankreich, unter welchen auch 494 Un»a UnigenikuS der Erzbischof zu Paris, Cardinal von NoailleS, war, als ein entscheidendes Urtheil der Kirche anzunehmen. Weil nun der Papst»nd der König Ludwig XIV. auf die Annehmung der Bulle drangen, so entstanden in der französischen Kirche große Unruhen, um so mehr, da nach dem Tode des Königs im Jahre 17,7 gedachter Erzbischok zu Paris und 16 andere Bischöfe sich aufeine allgemeine Kirchenversammlung beriefe». Um die Sache beyzulegen, versammelte sich die französische Kirche zwölf Mahl, sie ging aber fast allezeit fruchtlos aus einander, und die Strei, tigkeiten vermehrten sich. Inzwischen wurde in Frankreich zu Vermeidung weiterer Unruhen am/ten October des Jahres 1717 ein königliches Edict pu- blicict, nach weichem alle bisherigen Streitigkeiten wegen dieser Bulle sus- Pendirt bleiben, hierüber ein gänzliches Stillschweigen beobachtet, auch von niemand eiwas geschrieben oder durch den Druck bekannt gemacht werden sollte, bis daß der päpstliche Stuhl ein Mittel gefunden haben würde,-lese Irrungen aus dem Grunde zu beben; auch sollten alle dawider Handelnden, als Nebellen und S-örer der allaemeinen Ruhe angesehen werden. Dessen ungeachtet ging es auf der Provinzialver» fammlung zu Emirun in Dauphins noch sehr unruhig zu. Der Cardinal von Noaiües, Erzbifchofzu Paris, starb endlich, nachdem er si<1> zuvor mit der entgegen gcsetzren Partey wieder ausgesöhnt baue. Unter der R-gieruug Ludwigs XV, bekam diese Bulle eine günstigere Wendung, ind.m im Iah« e>7ZA jene Appellanten, welche sich auf eine künftige Kirche,.Versammlung beriefen, sämmtlich aus Frankreich verwiesen wurden. Auch jene, welche sich weigerten. Las heilige Abendmahl denen zu reichen, welche die Bulle nicht annehme» woll« Unitari ken, wurden zu wiedeehohltsn Mahlen des Landes verwiesen, und ein gleiches Schicksal begegnete auch dem Erzbischo- fc zu Paris, Christoph von Beanmont. Im Jahre ,7^6 schickte der Papst Be- »edict XIV. z» Erörterung der Streit, frage wegen Aitslheiluag der Sakramente ein Circulurschreiben»ach Frankreich, in welchem er befahl, dcnjeni. gen, die sich weigern würden, auch am Ende ihres Lebens die Bulle U.-iigeni- tus anzunehmen. als offenbare,, Ländern, die Absolution und IrtzreD-hluag zu versagen. Der König geboth aber den streitigen Theilen aufs neue das Stillschweigen; die vertriebene Geistlichkeit kehrte zurück, und die Sorbon. ne mußte sich„ach dem Willen des Königs bequemen. Unitarier, s. Socinianer. Uililcn, ein Nahme derjenigen Griechen, die den Papst für ihr Oberhaupt erkennen,«nd doch die griechischen Kirchen- gebrauche beobachten. Unitschau,s. Mähnschneustadt. Universität, eine mit verschiedenen Frey- heilen begabte hohe Schule, auf welcher alle A-ten freyer Künste und hö- hcrer Wissenschaften gelehrct werden, weiche man zuweilen auch wohl eine Akademie zu nennen pflegt, obgleich die. ses Wort in engerer Bedeutung noch Anstalten anderer Ar» bezeichnet. Unkel, ein S'ädtchen am Rhein im obern Erzchfke Cöln. UüNtt, eine kleine Stadt und Amt in der Grafschaft Mark in Westpdalen. Sielst ehemahls eine Hanseeff.dt gewesen, hat Mauern und Grabe», auch Kirchen f»r aste drey in Deutschland geduldeten Religionen. Nabe dadey ist ein eintiägl-ches könialiches Salziverk zu Brockbauten Uuna, ein Fluß in Croatien. welcher sich unierhaib Dndcha i» die Sau e-oießk. Dreier Fluß wap, vermöge des Pajsaro- ;l n e i ch s t'a d t Unterkam Untertrat wiyischen FriedcnS, die Grenze zwi- schen den kaiserlichen und türkischen Landen. Uneichstadt, s Kargowo. Unser liebe Frau im Lichkenthale, ein Cistercienserkloster nahe bey der Stadt Zwettl im Kreise ob dem MannhartS- beege in Unlerösterreich, welches im Jabre i>Z8 gestiftet wurde. Der Nah. mc kommt von der Stadt Zwettl her, welcher von dem slavonischen Worte Swieklo, Licht, hergeleitet wird. Unser Frauen Saal, s. Schlierbach. Unser lieben Frau Berg, s. Marienchal. Unser lieben Frau Brrgstadt!> ei» Städtchen im Prachiner Kreise im Königreiche Böhmen. Unser lieben Frau Schlag, f. Schlögl. Unstrut, Onelirus, klniirutus, ein Fluß in Thüringen, der auf dem EickSfelde entspringt, und sich unterhalb Raum» bürg in die Saale ergießt. Unterart, s. Art. Uukerbrait, s. Breit. Unterbezezan, ein Schloß und Herrschaft im Kaurzimer Kreise im Königreiche Böhmen, welche dem Erzbischvfe von Prag gehören. Uliterbercgnitz, ein Marktflecken ün Be- chiner Kreise im Königreiche Böhmen, welcher dem Erzbischvfe von Prag gehört. Unlerhaliau, ei» großer und volkreicher Flecken im Conto» Schafhausen in der Schweiz. Er hat zwey Kirchen, von weichen eine im Flecken, und die andere auf einem Berge steht. Unterhaus, die Versammlung der Gemeinden in dem Parlamente i» Eng. land, und der Del, wo sie sich versammln. Unlerjhkgenthal. ein Marktflecken im Leut- meriyer Kreise im Königreiche Böhmen, welcher dem Grasen von Waldflein gehört. Ume.kämm-rer, der zweyte Kämmerer (IV. Band.) Unterwald dem Range nach, welcher den?'Ober- kämmerer untergeordnet ist. Unlerkralowitz, ein Marktflecken imTschaS- lauer Kreise im Königreiche Böhme«, welcher dem Johaiiniterritterorden gehört. Uiikermeister, auf den Schiffen der U»- terdarbier oder Wundarzt. Unlerofficier, bey den Truppen der unterste oder niedrigste Befehlshaber, welcher zwischen den Oderoff cieren, oder denOfficiercn»» engsten Verstände, und den Gemeinen in der Mille siebt, und oft auch zu diese» aerechnet wird. Uttkerfeen, eine La idvvgtey IN den deutsche» Landen des CautonS Bern in der Schweiz. Sie gehörte ehemahls der Abtey Juterlachen, wurde aber im Jahre i LyZ an den Kaiser Albrecht verkauft, der sie dem Hause Oesterreich hinter« lassen bat, von welchem sie verschiedene Mahle verpfändet, im Jahre izZ/ aber von den Berncrn eingenommen wurde. Uuterscwen oder Untersten, ein Städtchen an dem Flusse Aar zwischen dem Thiiner und Brieuzer See i» eben genannter Landvogley. Im Jahre 1770 brannte es ganz ab. Untertraaburg, s. Draaburg. Unterivolden, er» Canton in der Schweiz, welcher einer von den so genannten vier Waldstädten, ober besser zu sagen, Wald- landen ist. Er grenzt gegen Mitternacht an den Vier-Waldsiädtersce und an den Canton Lncern, gegen Morgen an den CaiitonUri, gegen Mittag an ebendenselben und an den Canton Bern, und gegen Abend an den Canton Lucer». Seine größte Ausdehnung in die Länge und Breite beträgt y Stunde». Von Mittag gegen Mitternacht erstreckt sich ein Wald durchs Land, welcher der Kernnald genannt wird, und das Land in zwey Theile oder Thäler abtheilet. Dieser Canlon ist zwar klein, aber reich Rrr Unterwist Unzmark 496 Unter walöen an Obst und Vieh. Die Berge haben gute Weide, und die schöne» Thäler sind voll von den fruchtbarsten Wiesen/welche in einem Jahre vielfältigen Nutzen bringen; denn im Frühlinge, wen» der Schnee weg ist, werden sie von dem Vieh überall abgeweidet: hernach, wenn das Vieh auf die Alpen getrieben wird, wächst das Gras wieder, und wird während der Sommerszeit zwey Mahl abgeschnitten. Wenn das Dich im Herbste von den Alpen zurück kommt, findet es auf diesen Wiese» so lange sein Futter, bis sich der Schnee einstellet. Obst wächst hier häufig und schön. Den größte» Ue- beeflufi bat das Land an Holz, von welchem noch manches ohne Schaden ausgerottet, und in Wiesen verwandelt werden könnte. Getreide wächst hier entweder gar nicht, oder doch nur sehr wenig; Wein auch nicht. Uebrigens ist das Land ziemlich reich an Marmor, welcher eine Halde Stunde von Stanz und im Melchthale gebrochen wird. Es hat Z Schwefelbrunnen, welche nahe bep einander liegen, nähmlich zwischen SkanSstad und Alpnach am Alpuacher- see, der ein Arm des Vier- Waldstädtcr- sees ist, und in welchen sich die in diesem Canton entstehende An ergießt. Die kleinen Landseen find der Lungern, G-ßweiler und Sarnersee, nebst noch vielen kleinern. DaS Land enthält keine Städte, sondern nur Flecke» und Dörfer, und zer. streut liegende Häuser. Die Einwohner, welche etwa 2000c» Personen ausmachen, sind in ihrer Kleidung noch sehe nach der alten Weise. Sie bekennen sich insgesammt zu der katholischen Kirche, uno gehören unter den Kirchsprengel des Bischofs zu Costanz. Dieser Canton ist unter den Eidgenossen der Ordnung nach der sechste, unter den so genannten Ländern oder 6 kleine» Clintons aber der dritte. Die RegierungSverfassulig ist ganz demokratisch; denn die oberste Gewalt stehet bey der Landesgcmeinde, zu wel. cher alle Mannspersonen, die 16 Zähre alt sind, Zugang haben. Weil aber das Land aus zwey Thälern bestehet, deren jedes seine eigene und besondere republikanische Verfassung hat, so hat auch ein jedes seine eigene LandeSgc- nieindr, welche die höchste Gewalt in ihrem Bezirke ausübt, und seinen eigenen Rath, der, den Landaiumann«ab Statthalter mit darunter begriffen, aus 60 Gliedern besteht: einer versammelt sich zu Sarnen, der andere zu Stanz. Wenn eine gemeine Bcraihschlagung nöthig ist, so schickt die von Sarnen Abgeordnete nach Stanz, AufdieZnsam- menkünsie der Eidgenossenschaft schickt das Thal ob dem Walde zwey, und das Thal unter dem Walde einen Gesandten; weil aber beyde nur einen Conto» ausmachen, so haben auch diese Gesandten nur Eine Stimme. Uliterwisterriß, ein Marktflecken ander Taya im Brünner Kreise in Mähren, welcher dem Fürsten von Dietrichstei» gehört. Unze, ein Wort, welches so wohl ein bestimmtes Maß, als auch ein bestimmtes Gewicht bedeutet. 1) Als ein Längenmaß, wo es ehedem einen Zoll oder den zwölften Theil eines Fußes bedeutete, und in einigen Gegenden vielleicht noch bedeutet. 2) Als ein körperliches Maß ist es noch im Würtembergische» üblich, wo ein Simri Getreide vier Unzen oder Vierlinge, eine Unze aber vier Achtel hat. Die Unze ist alsdann der Z2ste Theil eines Scheffels. Z)2lis ein Gewicht wird es, besonders in den Apotheken, häusig für 2 Loth oder den zwölfte» Theil eines Pfundes,zu 24 Loth, gebraucht. Ulijmark, ein Markt im Judenburgkr Upland Upsal Ups-tl 497 Kreise i» Oberstrvcrmark, welcher dem Fürsten von Schwarzenb.rg gehört. Upland, eine Provinz im eigentlichen Schweden, welche gegen Westen an Gistnkland und Westmanland, gegen Süden a» den Mälarsee, und gegen Norde» und Osten an die Ostsee grenzt. Dieses Land begreift Upland an stch selbst, Roslage» oder den Theil an der Leeseite, und Fierdhnndra, oder den Theil an der Dalelfwe. Es bat 18 Meilen in der Länge, und iL Meilen in der Brei. te,»nb wird in drey Landeshauptmann- schasten getheilt. Uppingham, ein neuer wohl gebauter Marktflecken in der Grafschaft Rud- landshire iu England. Er hat ein Hospital und eine Freyfchulc. Upsal, Upsala, Ispln'iia, eine sehr alte und ziemlich große Sladt am Flusse Gala in der Provinz Upland im eigentlichen Schwede». Sie hat weder Mauern»och Walle, und liegt in einer angenehmen und fruchtbaren Gegend. Ihre Hauptstraße» find insgesammt regelmäßig, jedoch miiunter sehr uneben und schlecht, und in manche» Gegenden nur halb oder gar nicht gepflastert. Aus der Mitte des einen Markts kann man nach 4 Thoren sehen. Die meiste» Häufer sind von Holz, roth angestrichen, und mit Birkenrinden bc, deckt, über welche man Rasen gelegt hat. Hier befinden stch Z Kirchen, nähmlich die Dom- die Bauern- und die Hoipi- talkirche. Der Dom oder die crzbischöfli- che Kathedralkirche ist ein ansehnliches Gebäude mit 2 Thürmen, welches im Jahre r/02 zum fünften Mahle abbrannte, und nachmahls sehr schon wieder ausgebauet wurde. Es enthält eine Menge sehenswnrdiger Denkmahle und Grabichristen; auch werden noch die Ueberreste und Gebeine des heilig gesprochenen Königs Erich Xl. I» einer silbernen Lade vorgezeigt. Hinter drm Altare südwärts unter dem Pfeiler im Pfl-ster zeigt sich ein seltner Rnna- stein. Uurer dem großen Steine unweit dem königlichen Stuhle sollen die Gebeine der ältesten Bischöfe, welche man ausGamla Upsala hierher gebracht hatte, verwahrt liegen. Die Schätz? in der Sacristey, der.große stlbernc Kro. nenlenchter, die Bibliothek, die Klei- derkammer der Kirche u. s. w., find insgesammt sehenswerth. Die Könige von Schwede» pflegen stch meisten Theils in diesem Dome kröne» zu lassen; wie denn auch hier der Sitz des einzige» Erzbischofs im ganzen Reiche ist. In der Nachbarschaft steht die St ErichS- kapclle, welche man nach der Reformation neu erbauet, und der hiesige» Universität gewidmet hak. Letztere ist a»S einer im Jahre 1246 angelegten Schule auf Bitten des damahligen Erzbischofs, Jakob Ulba, weicher von dem Papste Sixtus IV. mit Einwilligung des Königs Steno ihr akademische Privilegien auswirkte, im Jahre 1476 in eine Akademie verwandelt worden. Carl IX. hat dieselben im Jahre>Ly,§ erneuert- und von Gustav Adolph ward sie mit „eilen Freyheiten und Stipendien begnadigt; auch wurde sie nach und nach mit reichlichen Einkünften versehen. Erich Ecichson Bergström, eine reiche Privatperson i» Wermeland, stiftete im Jahre i/Ly eine practischc ökonomische Profession, und schenkte ein Capital von 10000» Reichsthalern Kupfermünze dazu, wcßwcge» sie die königliche bcrgströmische Profession genannt wird. Auch ist hier eine kosmographische Gesellschaft errichtet worden. Das vornehmste Gebäude der Universität ist die so genannte XcuciemiL OufluvisnL von Z Stockwerke», welche das fchön eingerichtete anatomische Theater, nebst der vortresslichen Universitätsbibliothek enthält, in der Zvoo» Bücher, bey* Are L 498 Upsal Upfala Uralische nahe 10000 Manuscripte, der berühmte Codex mit goldenen und silbernen Buchstaben, welcher für deS UiphilaS gothische Übersetzung der vier Evangelisten gehalten wird, die Edda, und das Manuscript vorn Euklide-, die Hauptmcrkwürdigkcilen ausmachen. Das Münzcabinelt der Universität gehört unter die größten in ganz Schweden, und heißt nach seinem Stifter das ehrcn- preißische Museum. D«S Kunstcabinctt soll eine Tonne Goldes werth seyn. Man findet darin unter andern viele kostbare Sachen, welche dem Könige Gustav Adolph ehemahls von der Stadt Augsburg verehrt wurden. Der botanische Garten und das akademische Na- turallcncablnctt habe» ihre vortrefflichen Einrichtungen dem berühmte» Leibarzte, Ritter Carl von Linus, zu danken. Die Sternwarte hat der berühmte Profes. sor Andreas Celsius eingerichtet. Mehrere akademische Sehenswürdigkeiten sind: die rudbeckischen Zeichnungen, die Sammlung der Thiere, das ökonomische Theater mit seinen Seltenheiten, dar Cabinett der physikalischen Jnstru- mente, und das nützlich eingerichtete akademische Krankenhaus oder^oso- comium. Die Professoren haben theils eigene Wohnungen, theils wohnen sie in den mit ihren Aemter» verbundenen akademischen Gebäuden frey, z. B. der Professor der Astronomie im Dbserva- torio. Die hiesige königliche Societät der Wissenschaften ist im Jahre 172z gestiftet worden. Außer ihr bemerkt man noch die Kathedxalschule, das nach dem Brands im Jahre 1702 einiger Maßen wieder hergestellte königliche Schloß sammt dem dabey befindlichen Garten, die Wohnungen des Erzbi- schofsuud deS upländischen Landeshauptmanns, den Garten und das Nalura- liciicabitiett des Ritters von Linus, und das königliche Gehäge vor der Stadt. Ihr Erzbischof führt den Titel cine- Prim.'.S von Schweden^ weicher den König, tauft, krauet und salbt. Upsal litt den Zosten April! deS Jahres ,76h großen Brandschaden. Eine halbe Meile von hier liegt Upsala, Gamla oder Mupsal, welches jetzt nur ein Dorf, vorzeiten aber die Residenz der Könige gewesen ist. Hier sind viele alte Grabhügel und- andere Seltenheiten z» sehe». Upkvn, ei» Marktflecken am Flusse Se> veru in der Grafschaft Worcestershire in England. Urach, eine kleine Stadt und Amt an der Alb in einem Tbale bey der Ecms im Herzogthume Würtemberg, in welcher ein fürstliches Schloß und eine Speci- alsuperintendentur ist; vormahls war auch ein Stift und eine Carthause daselbst. Die Damast, und übrige Leinwand, welche hierin großer Menge verfertiget wird, führt die hiesige Handlungsgesellschaft aus. Diese Stadt war der Hauplort der ehemahligen Grafschaft Urach. Ural, ehemahls Talk, vor Alters Ud)-m- ous, ein Fluß im asiatischen Rußland, welcher a»S dem Gebirge Ural aus der sibirischen Straße in der orenburgischen Provinz aus einem Berge entspringt. Nachdem er einen Lauf von ungefähr Zooo Wersten zurück gelegt bat, fällt er unter Gurjew durch einige Mündungen in das kaspische Meer. Er ist unge- mein reich a» guten Fischen, fließt schnell und hat hin und wieder seichte Gegenden. Uralisches Gebirge, ein sehr hohes Gebirge in der Provinz Orenburg in der Statthalterschaft Ufa im asiatischen Rußland, welches sich als Grenzgebirge unter dem Nahmen des werchoturischen Gebirges zwischen Europa und Asten bis an daS Eismeer erstreckt. Es besteht ganz aus u r a k i sch e Quarz, bat zwar viele höbe und sicile Felle«; die meisie» dazu gehörigen Berge aber sind mit schöne» Zeder» nnd andcrnBäumen und mit heilsamen Kräuter» bewachsen, und die angenehmen Flächen und Thaler enthalten die beste Weide fürs Vieh. Zwischen den Flüssen Belaja und Ural befinden sich viele Kupfer-und andere Erze. Nicht weil van Wercho Jaizkaja Peisiaa ist ein reicher Bruch von rothen Steinen, dem Po» phyr ähnlich. Man findet auch daselbst feine» weißen Marmor, Steine von seltsamer Bildung, und kostbare Steine. Das Gebirge theilet sich folgender Massen. Ein Theil geht zwischen den Flüssen Ural, Samara und Belaja nach der Wolga und an die Quellen der Flüffe Salmysch, Kargala und Kitschni, und wird Qbschtschei Syrt genannt. Der andere Theil zertheilet sich wieder in zwey Theile; Auro Uruk geht»ach Sü. den zwischen den Flüssen Sr und Emba, bis zum See Karakal nahe bey derkaspi- schcn See; und Kitysch erstreckt sich vom Ursprünge des Ural und Torgai nach dem See vor Saison am Jrtisch. Dir höchsten und merkwürdigsten Berge auf dem Ural sind: ,) Allatau, der bunte Berg am Belaja. 2) Karakoi, jenseit der Belaja, welcher seiner sehr steilen Klippen wegen fast unzugänglich ist, da. her auch im Jahre 174« die Baschkiren, welche dahin geflüchtet waren, den Aus- sei, viel zu schaffen machten. Z) Besch- tyn, Pscheidak, und Kiräl, welche hoch sind. 4) Jama» Tau, der schlimme Berg, welcher allezeit mit Schnee bedeckt ist, und den Flüssen Jnftr und Ercsen den Ursprung gibt, von welchen jener in die Belaja, und dieser in die Ufa fließt. -) Dschigala am Eeesen, und Dschil- mersack zwischen den Flüsse» Jlina und Jnser, welche beständig m>t Schnee bedeckt stnd. 6) Ecemüi und Kalkan,von welchen jener der Belaja, und dieser Uralsk Urbania 499 -emJaik seinen Ursprung gibt. 7) Biabi in der isetilchen Provinz, auf welchem Marienglas ist. 8) Jarak Tau oder Herz- berg, auf welchem ein großer See«st. y) Der Tschirkai, welcher ein einziger Klumpen Eisenerz ist. Uralsk, die Hauptstadt im Lande dernral- schen Kosaken in der Provinz Occnbnrg im asiatische» Rußland. Sie liegt am Flusse Ural, ist mit einer unregelmäßigen Beustwehre, und einem Graben umgeben, zählt über Z»r,o Häuser, und wird von den streitbarsten Kosaken bewohnt, deren Oberhaupt hier seinen Sitz bat. Urania, s. Uri. Uramcnborg, ehemahls ein Schloß aufdrr kleinen Insel Hue», oder Ween, auf dem Sund, in Dänemark, welches der König Friedrich ll. dem berühmten Sternkundiger Tycho von Brabe mit großen Unkosten erbauen ließ: jetzt aber sieht man von diesem Schlosse nicht- mehr, als einige Steinhaufen. Uranlschia oder Uranzia, ein District im Fürstenthume Moldau, an der Grenze der Walachey, der ganz von rauhen Bergen umgeben ist. Er hat republikanische Freyheiten, 12 Dörfer und 2ovo Höfe, zahlt dem Fürsten einen gewissen fest gesetzte» Tribut, wird aber übrigens»ach seinen eigenen Gesetzen regiert, und nimmt weder dc- Fürste» Befehle noch Richter an. Am Fuße dieses bergige» Districtcs nicht weit von dem Kloster Mira findet mair Überbleibsel einer uralten Stadt, welche Kratschnna genannt wird. Urb,s. Orb. Urbania, ehemahls Castel Durante, eine Stadt am Flusse Mctauro, im Herzog, tbume Urbino im Kirchenstaate in Italien. Ihren jetzigen Nabme« Hai sie im Jahre r6zL dem Papste Urban Vlll. zu Ehre» angenommen, von welchem da- hiesige Bisrhum errichtet wurde. Loo U rbe ch U r i U ri welche- mit dem zu St. Angel» in Vabo vereiniget ist, und unter dem Eczbischo- fe zu Urbino steht. Außer der Käthe, dralkirche sind hier L Mönchs, und 2 Nonnenklöster. Urbech»der Orbeco, ein Schloß und Grafschaft im florentinifchen Gebiethe im Großherzogihume Toscana in Jta- lien. Urbino, ein Herzogthum im Kirchenstaa. te in Italien. ES hatte vormahls seine eigenen Herzoge auS dem Geschlechte-es PapstS Julius II., der es mit demsel» ben belehnt hakte; als aber der letzte, FranciscuS Maria von Rovcre, im Iah. re 16Z1 ohne männliche Erben starb, wurde das Land an die päpstliche Kam- mer gezogen. Die Hauptstadt heißt ebenfalls Urbino, vorzeiten Elrbinum kortenle. Sie liegt auf einem Berge, ist der Sitz eine- CardinalS s I^Ldsrs und Erzbi- schofS, unter welchem die Bischöfe zu Eagli, Foffanbrone, Monte Feltro, Pesaro. Sinigaglia, S. Angelo in Vado und Urbania stehen, hat die älteste Akademie in Italien, welche-äcackemia oblurstel'centäunr oder^llurclitorum genannt wird, den Gerichtshof für das Herzogihunr Urbino, ein Collegium No- bilium, 12 Mönchs-und 6 Nonnenklöster. Der ehemahlige herzogliche Pallas) ist schön. Urchnp, s. Procnpia. Urüingen, s. Ordingcn. Urfu. s. Orfa. Nrgel, oder Seo de Urgel, eine klei- »ne Stadt zwischen Berge» am Flusse Segerim Fnrstenthume E talonien in Spanien. Sie Hai ei» festes Tastest, 2 P-arrkuchen und Z Klöster, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher jährlich c-ooc» Ducaien Einkünfte hat. Vsi, ein-r von den ,z Camons in der Schweiz, welcher einer von den so genannten Vier. Waldstädten, oder besser zn sagen, Waldländer» ist. Er grenzt gegen Westen an die CantonS Bern und Uniecwalden, au die Herrschaft Engel- berg und an die Republik Wall-S, gegen Norden an die CantonS Schweiz und GlaruS, gegen Osten an den Can- tvn GlaruS, an Graudünden, und an die Landvogley Bostenz, und gegen Süden an die Landoogiep Rioiera. Er ist 20 Stunde» lang, und 7 bis 8 Stunden breit. Dieser Canton bestebr aus lauter hohen Bergen und tiefen Tbälern. Die Berge sind oben beständig mit Schnee und Eis bedeckt. Der höchste unter denselben ist der S. GottharbSberg. Auf den Alpen dieses CantonS werden des Sommers viele r«oo Stück Vieh geweidet. Die Thäler zwischen de» hohen Bergen sind im Sommer sehr beiß und fruchtbar, wenn sie dem Nordwinde nicht offen stehen. In den Bergen findet man viele und schöne Krystalle; die beruh,nieste Kryftallgrube aber ist das Sandbalm, in einem Berge, welcher eine und eine halbe Stunde von Ge- stinen gegen Abend liegt. Es werden aber die Krystalle größten Theils nach Italien verkauft, und daselbst verarbeitet. In diesem Caiitan find keine Städte, sondern nur Flecken, Dörfer und zerstreute Häuser. Die Einwohner mögen 2^600 Menschen ausmachen. Fast ein jeder versteht und redet die italienische Sprache. Sie sind an eine rauhe und harte Lebensart gewöhnt, auch arbeitsam und streitbar. Die große Straße, welche in diesem Canton über den Gotthard geht, verschafft gute Nahrung. Ehemahls war dieser Canton der erste unter den Eidgenossen; jetzt aber hat rr den vierten Platz: unter den 6 kleinen Orte» oder so genannten Ländern ist cr der erste. Die bürgerliche Regierung ist demokratisch; denn die oberherrliche Gewalt steht Urk Urselerth Ursperg zvr Ursel Ley der LanbeSgemeinbe, zu welcher jede Mannsperson von 14 Jabrc» Zutritt hat; die gewöhnlicheNegieruiig aber, in welcher ein Landaminann den Vorsitz hat, besteht aus dem Landralhe von 60 Gliedern, welche aus jedem der 10 Theile, oder so genannten Genossenen, in welche das ganze Land vertheilt ist, in gleicher Anzahl genommen, und nöthigen Falls ein oder zwev Mahl.vermehrt werde». Aus diesem Rache nimmt man die nöthigen Beamten. Das Sieb- ncr- und Funfzehnergericht besorgt die Sachen von geringerer Wichtigkeit. Der Kcicgsrath heißt auch der Geheim- rath. Urk, eine kleine Insel an der Sndcrsee in Westsricslrnd oder Nordholland. Sie gehört in Ansehung der Gerichtsbarkeit unter die Stadt Amsterdam, welche sie im Jahre 1Ü60 gekauft hatte. Urkunde, s. Documrnt. Urnasch, eine von den 28 innern und äußern Rooden oder Gemeinden, in welche der Canton Appenzell in der Schweiz getheilt ist. Sie hat die erste Stimme, weil sie ehemahls unter den 6 äußern Rooden die erste war, und die schönsten, fruchtbarsten und meisten Alpen. Den Nahmen hat sie von Urnasch, Ulrnacum, einem großen Dorfe am Flusse Urnäsch in einem schönen und fruchtbaren Thale. Hier ist eine Pfarrkirche und ein RalhhauS. ES war ehemahls eine Vogley des Reichs, oder ein RctchSländchen, und hatte seinen eigenen Amman», Gericht, Wapen und Siegel. Im Jahre 1034 wurde es von den Zabringern eingeäschert, und im Jahre 1641 brannte eS abcrmahlS ab. Urnerland, s. Uri. Ursel, Obernrscl, lssrlnÜL, eine kleine Stadt in der Grafschaft Königstcin im oberrheinischen Kreise, welche zum Erz- stifte Mainz gehört. Urseler- oder Urserenthal, ein Thal im Canton Uri in der Schweiz, welche- auf dem GotthardSbeege l egr, fast 4 Stunden lang, und eine halbe breit, sonst aber angenehm und mit gute» Weiden versehen ist. Auf beyden Seiten stehe» sehr hohe Berge, wie Pyramiden und einige sind von unten bis oben so steil, daß sie nicht bestiegen werden sönnen, auch so kahl, laß kein GeäSche« darauf wächst. In diesem Tbale und auf den daselbst stehenden Bergen wachsen weder Bäume»och Stauden; außer daß bey dem Dorfe an der Malt, an der Nordkeite eines Berges, ei» kleines Tannemväldchen steht, welches zur Abhaltung der Schneesälle sorgfältigst unterhalten wird: die Einwohner mns. sei, also alles Bauholz mit Mühe und Kosten von Gestinrn und von noch tiefer liegenden Orten herauf hohlen; zum Brennen aber brauchen sie die Alprosen und Breusch, welches eine Art von Erica ist. Frühling und Herbst sind in diesem Thale unbekannt: der Sommer dau. rrk Z, selten 4Monathe, und dee Winter ist wegen des angeführten Holzmangels beschwerlich. Die Einwohner sind Abkömmlinge der alten Leponiier, die vormahls zu der rhätischen Provinz gehört haben,»nd stehe» auch noch heut zu Tage unter dem Bischöfe zu Chur. Sie haben sich im Jahre>4,0 in eine Verbindung und ewige Gemeinschaft mit dem Canton Uci, und in seinen Schutz begeben. Sie erwählen sich ihren eig> neu Landammann und Landraih, welchen aber der Canton Uri bestätiget, der auch 2 Räthe ihrem Blutgerichte zuordnet. In die- sem Thale liegen nur 4 Dörfer. Urseksche, Urzeczc, eine Stadt in der Woiwodschaft Nowgorodek in Schwarzruß- land i» Litouen. Ursin, s. Irsee. Ursperg. eine Prämonstratcnler Abte» zwischen den Flüssen Kamblach und Mindek Los ururi U selb« n g en Usiatyn im augsburgischcn Gebiethe im schwäbi- schen Kreise. Sie wurde im Jahre 112L gestiftet, und war anfänglich nur eine Propstcy; ist aber im Jahre iZchy zu einer Abtey gemacht wurden. Ihr Abt ist ein Reichsstand, unter dessen Gebieth Z Dörfer gehören. Ururi, eine kleine Stadt in der Grafschaft Melissa im Königreiche Neapel. Nkzeridolv, Ursendow, eine weitläuftige Stadt an einem See in der Woiwodschaft Lublin in Kleinpohlen. Uscilug oder Ustilug, eine Stadt an der Mündung des Flusses Lug in der Woiwodschaft Wolhpn in Kleinpohlen. Usedom oder Uesedom, eine Insel in dem preussischen Ancheile an Vorpommern. Sie ist gegen Norden von der Ostsee, gegen Süden von dem frischen Hoff, gegen Westen von der Peene und dem überaus fischreichen Uchker Wasser, und gegeniOsten von der Swine»maeben, »nd ist ungefähr sieben demsche Lua« dratmeilcn groß. Der Hauptort, von welchem dieses Land den Nahmen hat, heißt gleichfalls Usedom welcher sKirchen enthält. Es war schon hier znr Zeit des Herzogs Swan- libor I. ein fürstliches und festes Schloß, welches noch im Jahre 1207 wider dänische und pohlnische Truppen tapfer vertheidiget wurde; und die bey demselben erbauetc Stadt war damahls schon ein beträchtlicher Ort. Der erste pom- mersche Bischof, Albrecht oder Adal- berk, nahm seinen ersten Sitz in derselben. Im I ihre i4?Z ist sie fast ganz abgebrannt, und Im dreißigjährigen Kriege hak sie viel gelitten. Uscldingen oder Useldange, eine Herrschaft am Flusse Altert rm österreichischen Antdeile an dem Hcrzrgthnme Luxemburg, in welcher ein Priorak ist, welches den eheinahlige» Jesuiten zu Luxemburg gehörte. Usselbn,. Usiatyn, eine Stadt am Sebrawce im Ha- litscher Kreise im Königreiche Galizien. Usingen, eine Stadt und Grafschaft an dem Flusse Usbach in der Wetierau in dem fürstlichen naussau- saarbrück usia» gischen Landen im oberrheinische» Kreise. Diese Stadt hat ein wohl gebautes Schloß, welches ehemahls die Residenz der Fürsten zu Naffan-Usingen war. Es sind hier gute Strumpfmauufackuren. Außer der lutherischen Kirche ist hier auch eine reformirte. I» dieser Stadt ist im Jahre 17^1 ein großer Thiergarten angeleak worden. Usitza, ein festes Schloß in der«owiba. sarischen Sandschakschaft in Servien, welches die kaiserlichen Truppen im Jahre 17Z7 einnahmen. Uslar, eine kleine Stadt und Amt im Fürstenthume Calenberg im niedersäch- sifchen Kreise. Erstere liegt in einem Thäte mitten im Solingcrwalde, hat 24z Häuser, und eine Pfarrkirche. In den Jahren 1476 und 164» brannte sie ab. Der Rath hat nur die Civilgerichte; die peinlichen Sachen aber gehören unter das Amt. Unweit der Stadt sind Eisenhütten und ein Kupferhammer. Uspenskoi Dolmatorv Monastyr, ein ansehnliches Mönchskloster am Jset oberhalb Schadrinsk in der Provinz Oren- burg in der Statthalterschaft Ufa im asiatischen Rußland. Hier wird am 9. May»nd 6. December ein beträchtlicher Jahrmarkt gehalten. Usscl, eine kleine Stadt im Herzogtbume Vendatour in linke« limosin in Frankreich. Sie war der Hauptort»nd der Sitz des Gerichrs dieses Hcrzogthums. Usseldün, eine kleine Stadt auf einem Berge an der Dordoque in der Landschaft Onercy in Guiennc in Frankreich, welche allem Ansehe»»ach die Stadt Uxrllodunum war, welcher I»' lius Cäsar gedenket. Usson Usurpier» USwiat llfson, eine kleine schlecht bewohnte Stadt in Unlecauvergne in Frankreich, welche auf einem steilen Berge liegt. Ustiano, eine kleine,Stadt und Mark- grafschaft am Flusse Ogliv im Herzog, thume Mantua in Italien. ststlca, eine von den liparifche» Inseln auf dem toscanische» Meere in Italien. Sie ist vermuthlich als ein seucrspeyen- der Berg aus dem Meere hervor ge. kommen. Auf derselben sind zwey Uei- ne Forts. Ustilug s.Usciliig. Ustjiig iveltki, die Hauptstadt der Pro. vi»z Ustjug in der Statthalterschaft Wo. logda im europäischen Rußland. Sie liegt am Flusse Snchoua, der sich nahe dabey mit dem Flusse Zug vereiniget, an dessen Mnndullg sie ehemahls stand, und davon den Nahmen bekam. Sie ist der Sitz eines Erzbischofs, enthalt 1262 Häuser, 22 Kirchen und 2 Klöster, und hat auch einträgliche Seifeiisiede- reyen, Gärbereyen, Talgbereitungcn, und eine Fabrik von Email und getriebenem Silber. An Fische» findet man hier einen großen Uebcrfluß. Ustljuschna Schelesopolskaja, eine Stadt am Flusse Mologa in der Statthalterschaft Nowgorod im europäischen Rußland. Hier wird viel Eisen geschmolzen. Die Mologa ist van hier aus schiffbar und fließt in die Wolga. Ustkamcnogorskaja, eine kleine Festung am Flusse Jrtisch in der Statthalterschaft Kolywan im«statischen Rußland. Sie ist nach neuer Art mit einem starken Werft und Graben umgeben, liegt auf einer ziemlich großen und fruchtbaren Ebene, und wurde im Jahre 1720 angelegt. An wilden Thieren ist in hiesiger Gegend ei» Ueberfluß; Brennholz hingegen ist in dieser Gegend schon selten. Uslirpircn, sich eines fremden Gutes anmaßen, und dasselbe dem rechtmäßigen Herrn eigenmächtig entziehen. (IV. Band.) Utrecht Zoz Uswiat, eine Stadt in der Statthalterschaft Polozk im europäischen Rußland. Sie liegt an einem See gleiches Nahmens, aus welchem der Fluß Dswiat kommt, der sich mit der Düna vereinigt. uszcza oder Uyscie, eine kleine Stadt an der Weichsel im Wielitschker Kreise im Königreiche Galizien. USzccczka, Uschtschetschka, eine Stadt im Halitscher Kreise im Königreiche Galt- zien. uspole, Uschpole, eine Stadt IN der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. uszymicz oder Uzymir, ein Städtchen in der Woiwodschaft Kiow in Kleinpohlen. Utcester, UlvLeter, kltocstum, ein Marktflecken in Stass'rdshire in England, in dessen Nachbarschaft viele Eisenwerke sind. Utphe, ein großes Dorf und Amt an der Horlof in der Grafschaft SolmS in der Wetteran iin oberrheinischen Kreise, welches ein Restdenzschloß hat. Utrecht, eine von den sieben Provinzen der vereinigten Niederlande, welche vd» Holland und Geldern fast ganz eingeschlossen ist, außer daß ein kleiner Strich derselben gegen Nord?» an die Snder- see grenzt. Sie hat gute Luft, und der Boden ist in den meisten Gegrnden sehr fruchtbar. An derDstseite ,an der Grenze der Beluwe zu, ist der Boden hoch und dürre. An der Südseite zwischen dieser bergichten Gegend und an dem Leckstrome findet man gutes Ackerland; und grgrn Westen ist der Boden dem holländischen gleich, so, daß er meisten Theils aus fettem Weidelande, jedoch auch in mancher Gegend aus Torflan- de bestehet. In dieser Provinz sind A Städte und t)L Flecken und Dörfer. Zm Jahre tL7y ward dieses Land durch seine Vereinigung mit den übrigen niederländischen Provinzen, welche sich in Freyheit setzten, ein Frevstagk. Ander Sss Utrecht Ut rera .5o4 Verkammlung der Generalstaaten ftn« del diese Provinz Z Deputirtr, nähmlich aus jeder Classe ihrer Skaaten einen. Die holländischen reformirten Gemeinde» dieser Provinz sind in Z Classen vertheilt, nähmlich in die von Utrecht, von Amersfoord und von Rhe- nen und Wyk. Die Römischkatholischcn haben über Zo Kirchen, die Lutheraner 2 Gemeinden, und die Remvnstranten und Wiedertäufer ebenfalls zn>ey. Die Hauptstadt heißt, wie die Provinz Utrecht, Irajectum sei Ustsnum, und liegt in einer kornreichen und angenehmen Gegend am alten Rhein, der sich hier in zwey Arme theilt» welche die Stadt in ihrer Länge durchstieße», und sich hierauf wieder vereinigen. Sir ist ziemlich groß; denn sie hat ungefähr eine und eine halbe Stunde im Umfange, und enthält viele Einwohner, ist aber nicht befestiget. Am alten Graben wohnen fast nur Kaufleute und Handwerker; am neuen Graben aber, welcher später, und zwar auf Kosten der Geistlichkeit und deS Adels angelegt wurde, stehen viele schöne und ansehnliche Häuser, welche von den vornehm- sten Einwohnern bewohnt werden. Unter den 7 holländischen reformirten Kir- chen, die sich hier befinden^ ist die dem heiligen Martin gewidmete Domkirche, welche mitten in der Stadt steht, die vornehmste; sie ist aber nur der Chor der alten Kirche, von welcher im Iah- re 1674 der größte Theil durch einen schrecklichen Windstnrm verwüst wurde: daher auch der Thnrin seit dieser Zeit von der Kirche abgesondert ist, den man auf Z80 Stufen besteiget, und alsdann eine schöne Aussicht über die Stadt und Gegend hat. Das Donica- pitel be'iebt aus 40 Personen. Die übrigen Capiielkirchen in dieser Stadt sind, der alte Münster oder die Kirche zu S. Salvaior, S. Marie, S. Peter und S. Johann. Im Chöre der letzten sieht die Bibliothek der Universität. Einen abgesonderte» Theil der Marienkirche gebrauchen die hier wohnenden Engländer zu ihren gottesdicnstliche» Versammlungen. Die Peteeskirche ist der fron- zöstschen Gemeinde eingeräumt. Die Lutheraner haben eine Kirche, die Re- moustranren eine; die Katholiken aber haben verschiedene Häuser, in welchen sie ihren Gottesdienst verrichten. I» dieser Stadt versammeln sich die Staaten der Provinz Utrecht, und zwar in einem Gebäude, welches dieStaatenkam- nier genannt wird; auch die übrige» Kollegien der Provinz habe» hier ihren Sitz. Das deutsche Haus ist der Sitz des Land- commcnthnrs der Balley des deutschen Ritterordens. Die hiesige berühmte Universität ist anS einem Gymnasium entstanden, und am i6ten März des Jahres i6Z6 eingeweihet worden. Sie sieht nicht unter der ganzen Provinz, sondern allein unter dem Skadtmagistrat. Zur Er- getzung der Studierenden ist an derDsi- feite der Stadt die schöne und angenehme Maliebahn angelegt worden,welche aus 7 geraden»nd über 2000 Schritte langen Alleen von großen Lindenbäumen bestehet. Hier ist auch eine Seidenma- nufactur, in welcher die rohe Seide zum Gebrauche zubereitet wird. Unweit der Stadt befindet sich eine Svitzcnma- Mlfactnr. Es gibt auch hier Gcwehrfa- briken. Im Jahre i;7y ist hier die berühmte Vereinigung der sieben niederländischen Provinzen gestiftet worden. Im Jahre 1772 nahmen die Franzosen von der Stadt ohne,Widerstand Besitz. Im Jahre 1712 wurde hier eine berühmte Friedenszusammenkunft eröffnet, wovon der Erfolg die bekannten Friedensschlüsse von den Jahren^iZ und i/i-t waren. Ukrera, ein mit Mauern umgebener Flecken im Königreiche Sevilla in Spanien. utte» he> m U tz n a ch Uzerche Er hat ein Castell, eine ergiebige Salzquelle, 2 Pfarrkirchen, 8 Klöster und 4 Hospitäler. Uttenheim, eine Herrschaft im Viertel Pusterthal in Zyrol, welche eine Psar. rc, 7 Kirchen, 2 Dörfer und r Schlösser begreift. Sie gehört dem Grafen Troyer. Ußbrrg oder Ohberg, ein Dberamr und Dorf mit einem Bergschlosse im.Odcn- walde im Cl-nrfi'irstenthume Pfalz, zwischen dem hcffendarmstädlischen und,er- bachische» Gebiethe, im churrheinischen Kreise. Auf dem Schlosse, welches be- ständig Staatsgefangenen zum Aufenthalte dient, befindet fich ein Cvmmeu. dant. Uhnach, eine Landvogtey und Städtchen mit einem Schlosse in der Schweiz, welche unter den CantonS Schweiz und GlaruS stehen. Das Städtchen ist in den Jahre» 144.;, I49Z und 1762 abgebrannt. Uzwidy LüA Uzerche, Ulsrca, eine kleine Stadt in Unterlimasin in Frankreich. Sie ent. hält Z Pfarrkirchen, und hatte auch bis zur Revolution eine Abtey. Uzez, l'Uzege,OcetiL, eine kleine Stadt zwischen Bergen am Flusse Eisenk in Untcrlanguedoc in Frankreich, welche den Titel eines HerzogthumS hatte. Der hiefige Bischof steht unter dem Erzbi« schofe von Narbonne, hat einen Kirch- sprenget von iZl Pfarren, und ward am römischen Hofe auf 1000 Gulden taxirt. Das herzogliche Schloss ist ein grosses Gebäude. Uzniata, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wilno im eigentlichen Litauen. Uzon, ein Marktflecken im haranszckischen Stuhle im Lande der Zekler in Sieben- birgen, welcher den Grafen von MikeS gehört. Uzwidy oder Uzwienta, ein Städtchen und der Hauptort einet DistrictS im Herzogthume Schamailen in Litauen. L0ö VabcrS Badz abers, Vubriuculn, ritte geringe Stadt am Flusse Dourdan in der Landschaft Rouergue in Giiyenne in Frankreich. Sie ist der Sitz eines Bischofs der unter dem Erzbischofe von Alby steht, einen Kirchsprengel von iLc> Pfarren hat, und am römischen Hofe auf looo Gulden taxirt ward. Vach oder Fach, eine kleine Stadt und Amt an der Werra in Niederhessen. Sie hat ZLy Häuser, und liegt ander großen Landstraße zwischen Leipzig und Frankfurt am Mayn; daher auch hier ein einträglicher Zoll ist. Vacz, Waihen, Varrovia, eine wohl bewohnte bischöfliche Stadt an dcrDo. nau in der Pester Gespanfchaft in Nie- decungarn. Sie hat eine angenehme Lage und fruchtbare Aecker. Das hiesige Bisthum hat Geysa der Große im Jahre 1074 angelegt. Außer den Häusern der Domherren, sind hier Z Klöster, darunter auch eines den Piaristen sammt einem Gymnasium gehört. Das Colle- gium Lheresianum hat die Kaiserinn Königinn Maria Theresia zur Erziehung junger ungarischer Edelleute, anlegen, und im Jahre 1768 einweihen lassen. Die Stadt hat ihre Aufnahme vornehmlich den ansehnlichsten Jahrmärkten, und insonderheit den Dchsenmäckten zu danken. Sie ist durch oftmahlige Feucrs- brüuste verwüstet, und auch vielmahls Vadi Vaiss» erobert worden. Im Jahre 1 wurde hier ein Friede zwischen den Königen Johannes und Ferdinand geschloffen. Im Jahre IA4Z ward sie von den Türken eingenommen, und bis zum Jahre ,Lyz behalten. Im Jahre 1^97 wurde ßr von den kaiserlichen Truppen in Brand gesteckt und verlassen, gleich darausabcr wieder besetzt und befestiget. Im Jahre 1Ü19 gcrieth sie den Türken wieder in die Hände; und ob sie sich gleich im Jahre 16^4 den Kaiserlichen ergebe» mußten, so verließen doch diese die Stadt von selbst, und bekamen sie erst im Jahre 168L wieder, als sie von den Türken in Brand gesteckt war. Vadi oder Dada, ein Flecken im Gebiethe der Republik Genua in Italien. Er liegt an einem Meerbusen, der eine» guten Hafen macht, welcher durch eine Festung sehr beschützt wird. Vaduß, eine freye Acichsherrschaft inib Schloß in Schwaben, welche der Fürsi von Liechtenstein, Carolinischec Linie, im Jahre 1699 dem Grafen von Hohen- embs abkaufte, und im Jahre 1719;» dem Reichssürstenthume Liechtenstein geschlagen wurde. S. Liechtenstein. Vaeua, s. Ban«. Vagabunde, ein Landstreicher, der von allen Gerichten, wo er angetroffen wird, belangt werden kann. Vaison, Valco, Vollooliorum,eiiieklci- V a l Val Valence L07 uc Stadt und Schloß auf einem Verae in der Herrschaft Venaiffin i» Frankreich. Die alte Stadt, welche schon seit vielen Jahrhunderte» zerstört ist, lag auf einer Ebene. Hier befindet fich ein Bischof. ValDemone, eine Landschaft oder Thal iw Königreiche Sicilien. Sie erstreckt fich von Lago di Faro bis an den Fluß Termini. Es hat dieser Theil der Insel seinen Nahmen der abergläubischen Meinung von bösen Geistern, welche den Aetna bewohnen sollen, zu danken. Ue- brigenS ist fie mit Bergen angefüllt, die mit Holzungen bewachsen find, und enthält iffo Städte und Herrschaften. Val de Ruih, Ruz oder RudolphSthal, eines der schönsten und am meisten be. wohnten Thäler in der Grafschaft Val» langin in der Schweiz. Es ist 4 Stunden lang, und fast eine Stunde breit, und begreift 24 Dörfer. Val de Travers, ein Thal und Castella» »cy in dem Fnrstenlhume Neufchatel in der Schweiz. Im Jahre 176z zählte man in diesem Thale 82 Uhrmacher, Kaufleute nnd Fabrikanten und Svitzniacheriunen. Val di Comvare, eine Insel des mittelländischen Meeres an den-Küsten von Llvadien in Griechenland. Dieß ist der jetzige Nahme der Insel Jtbaka, welche da- Vaterland des Ulysses war. Val di Mazzara, eine Landschaft oder Thal im Königreiche Sicilien, welches 117 Städte und Herrschaften in sich begreift. Val di Non, s. Nonsberq. Val di Nako, eine Landschaft oder Thal im Königreiche Sicilien, welches LL Städte und Herrschaften enthält. Val di Sefia, eine Landschaft im Her- zogthume Mailand, welche durch den Turnier Vertrag vsm Jahre 170.; dem Hanse Savoyen überlassen wurde. Val di Sol, s. Sulzberg. Val Maggia, f. Mcynkbal. Val Sngana, Valli8 LugÄnew, ein Thal am Flusse Brenia in dem so ge. nannten welschen Brcuta in den so genannten welschen Confinien in der ge- fürsteten Grafschaft Tyrol, welches seit den Zeiten der Römer eine ordentliche Heerstraße ist. Valdegast, Wadgasscn, eineAbtev Pcä- monstratenser Ordens an der Saar im Herzvgthume Lothringen, welche zur Herrschaft Saarbrück und zum icut- fchen Reiche gehörte; im Jahre 176z aber, vermöge eines zwischen Frankreich und dem„assau-saarbrückischen Hause getroffen, nnd vom Kaiser und dem Reiche bestätigten Vergleichs an Frankreich überlassen wurde. Vaidegennas, ein großer Flecken in der Provinz la Manch« in Neucastilien in Spanien. Er bat eine Kirche und ein Kloster. Der Saffra», welcher bey diesem Orte wächst, ist der beste in la Manch«, und die hiesigen Weinberge find auch sehr berühmt; indem der Wein, welchen fie erzeugen, für den besten in der Provinz gehalten wird, und so wohl am Geschmacke, als an der Far- be dem Boucgogner Weine ähnlich ist. - Der umliegende fette Erdboden trägt auch vortrefflichen Weitzen. Valencai oder Valence, ein Städtchen und Schloß am Flusse Nahon in Uu- terberry in Frankreich. Valence, Valentin, die Hauptstadt der Landschaft Valentinois in Untecdauphi- ns in Frankreich. Sie liegt an der Rhone, ist ziemlich wohl gebauet, von mit- relmäßiger Größe, nnd eine der älteste» Städte in Frankreich, indem sie schon eine römische Colonie war. Der 'hiesige Bischof steht unter dem Erzbi- schsfe von Vienne, hat einen Krrch- sprengel von>4» Pfarren, und ward am römischen Hofe auf 2Z8y Gulden taxirt. Dj§ bischöfliche Wohnung ist L08 Valencia Valencieni Valencia schön. Außer der Kathcdralkirche gibt es hier noch eine Collegiatkirche, und bis zier Revolution fand man hier»och L Abckpen, 6 Klöster, ein Semina- rium, ein Collegium und eine Unrver- sttät, die zuerst im Jahre iZZy zu Ere- noble gestiftet, von Ludwig XI. aber hierher verlegt wurde. Es sind hier Z Kircheiiveesammlungen gehalten worden; nähmlich in den Jahren Z74.L84 und 8LL- Mit Wolle und Häuten wird ein staiker Handel getrieben. Valencia, ein Königreich in Spanien, welches gegen Abend an Aragonien und Cuenca, gegen Mitternacht an Lala» luniia, gegen Morgen an das Mittel, ländische Meer, welches hier zwey Busen macht, und gegen Mittag an Mur- cia grenzt. Seine Länge betragt 60, die größte Breite 17, und die kleinste ,6 spanische Meilen. Auf der Küste dieses Königreichs stnd über LO Thürme zur Beobachtung der Seeräuber. Diese Küste hat einen Mangel an Hafen, und ist den Windstürmen ausgesetzt. Das Land ist größte» Theils bergigt, und die Berge sind ftlsigt und unfruchtbar; außer daß sie Kräuter tragen, » eiche gute Viehlöcide geben; sie öffnen sich aber, besonders nach der Sceküsie zu, in angenehme„„d fruchtbare Thäler. Das Reich hat einen Ueberflnß an nöthigen und nützlichen Sachen; doch ist der Seidenbau die Hauptsache in demselben. ES ist stark bewohnt, und macht nebst Galicien die volkreichsten Provinzen in Spanien aus: die Ein- wobiier rede» eine besondere Mundart. Von, J.chre 788 an ist diese Landschaft ein arabisches Königreich gewesen; im Jahre 12Z8 aber vo», Könige Jakob von Aragon rrobert worden. Valencia, die Haupistadt des erst ge. nannten Königreichs, liegt in einer angenehmen und fruchtbaren Ebene am Flnffe Onadalabiar, der sich unterhalb der Stadt in das Meer ergießt, und über welchen Z kostbare Brücken gc. bauet sind. Sie ist groß, volkreich, mit Mauern und an einigen Orten auch mit Graben umgeben, und hat auch jenseit des Flusses eine Citadelle. Ihre Häuser sind hoch; aber die Gassen enge und krumm. Sie ist der Sitz eines Erzbischofs, der jährlich 40000 Ducaten Einkünfte hat, und unter wel- chem die Bischöfe von Segorbe, Ori- thuela und Mallorca stehen; einer im Jahre 1410 errichteten Universität, welche allezeit für eine der vornehm, sten in Spanien gehalten wurde; einer Akademie der schönen Wissenschaften, welche im Jahre 1768 gestiftet, aber erst im Jahre 177Z eröffnet ward, ei, nesJnquisitionsgerichtS, und einer Au- diencia. Hier befindet sich eine Seiden, «lanufactur, und man trifft auch viele alte römische Inschriften an. Die Mc- tropolika»kirchc ist eine der reichsten in Spanien. Uebrigens ist diese Stadt sehr alt, und zuerst im 6,6ken Jahre der Stadt Rom von den alten Soldaten, die unter dem Viriatus gedient hatten, erbauet worden. Pompejus zerstörte sie; sie wurde aber nachmahls wieder aufgebauet. Im Jahre F24 wurde hier eine Kirchenversammlung gehakten. Die Araber besaßen sie bis zum Jahre i2,z8; von hier aus werden besonders Mandeln ausgeführt. Valencia de Sllcantara, ein befestigter Flecken im Disirrcte Alcankara in der Landschaft Esiremadura in Spanien an der portugiesischen Grenze. Valenciciines, Valencyn, Vglenti- rnavae, eine große, wohl bewohnte, aber sehr unordentlich gebauetc und befestigte Stadt mit einer guten Citadelle an der Scheide im französischen Antheile an der Grafschaft Hennegau, welche 7 französische Meilen von Mons liegt. Sie enthält gegen 4000 Häuser, V L l e!I s i e II n e V a l e i! g i ir Valetta L09 weichc verschiedene hölzerne ausgenommen größten Theils groß und gut von Steinen erbauet sind,' aber enge und kruHme Straßen hat. Die Zahl der Einwohner beträgt, die Besatzung ungerechnet, ungefähr 2,gooo Seelen, welche sich vorzüglich von der Handlung und von Fabriken und Manufacrnren nähren, indem man hier berühmte Wollen-und Batlistmanufacturen unterhält, und die schiffbare Scheide den Handel ungemein befördert. Hier werden auch viele vortreffliche Spitzen verfertigt. Zu den vorzüglichsten Merkwürdigkeiten dieser Stadt gehört die Kirche unserer lieben Frauen, die S. Johanneskirche, die S. Franciscikirchr, in welcher sich die Monumente einiger Grafen von Henuegau befinden, der ehemahls mit der aus weißem Marmor verfertigten Fnßbildsäule Ludwigs XIV. gezierte schöne und große Platz, das ansehnliche RathhauS mit einem Wacht- «hurm, auf welchem sich ein künstliches mit einem Glockenspiele versehenes Uhrwerk befindet, der Pallast der ehemahligen Grafen von Hennegau, das Ar- tilleriebans und verschiedene Brücken. Die Scheide, welche die Stadt in verschiedenen Armen durchströmt, thei. let ste eigentlich in zwey Theile,»nb verschafft ihr schon an sich eine natür. liche Befestigung, welche noch durch gute Schleusen vermehrt wird, indem dieselbe» einen großen Theil der umliegenden Gegend unter Wasser seyen können. ValencienneS war aber auch schon von alten Zeiten her durch Kunst gut be« festiget; und als diese Stadt den Franzosen im Jahre 1677 in die Hände ge- rieib, so ließ Ludwig XIV. ihre Festungswerke duich den berühmten Ingenieur V wban stark vermehre» und verbessern. Ja, Jahre 179Z wuede-sievonde»Oestcr- reichern errobert; aber im folgenden Jahre den Franzosen wieder überlasse». Valcngin, s. Vallangin. Valentin, ein königliches Lustschloß am Po im eigentlichen Fücsteiuhunie Pie- mont eine halbe Viertelstunde von Turin. Bey demselben hat die Universität zu Turin einen botanischen Garten, welcher an seltenen Pflanzen und Ge, wächst» sehr reich, auch zur Erziehung derselben gut eingerichtet ist. Valentine, ein Städtchen in Qberlan- guedoc in Frankreich, über welches ein Weg nach Spanien geht. Valelitinois, eine ehemahlige Grafschaft in Unterdsuphine in Frankreich. Valenza, ein fester Flecken am Flusse Minho der spanischen Festung Tuy gegen über in der Landschaft Entre Dur. ro e Minho in Portugal. Er liegt auf einer Höhe, hak 8 bis 900 Einwohner, 2 Pfarrkirchen, worunter eine Collegiatkirche ist, r Armenhaus, ein Hospital und 2 Klöster, und führte ehemahls den Titel eines Marqnisats. Valenza,. eine fest- Stadt am Po im sardinischen Antheile am Heezogthume Mailand in Italien, welche oft belagert und erobert wurde. Valera be Aktiva, Valeria, ein Flecken in der Provinz Cnenca im König, reiche Nencastilieit in Spanien. Er war ehemahls eine ansehnliche Siadt, und bis zum Jahre t,8g der Sitz des nach Cuenca verlegten Bislhums. Valetta oder Citta uuova, die wohlge. baute Hauptstadt der Insel Malta in Italien welche im Jahre 1L66 von dem Großmeister, Friedrich Johann dc Valetta, auf einem als eine Erdzuuge sich in das Meer erstreckenden Berge an. gelegt, und mit seinem Nabmen benannt wurde. Jbre starken Mauern sind van großen Quaderstücken, u»d zum Theil aus dem Felsen gehauen, und mit Kanonen reicküch besetzt. Vorn ant der Svitzr der See zu liegt das Castell S. ElMo, welches nach neuer Art best. F-o Valctte Valkenburg Nallaba Valet fflgt ist, und die Eingänge zu den bey> dc» Häfen beschützet. Der eine Hafen liegt rechts, wird Mars« Muscietto genannt, und schließt eine kleine Insel ein, auf welcher sich ein Fort und ein Lazarekh befinden. Der andere ist links wird Mars«, oder auch der große Hafen genannt, ist der größte.sicherste und brqueuiste auf dieser Insel, und bat einige Busen. Hier ist der ansehnliche Pallast, in--u>elcheni der Großmeister feinen Sitz hat, und vor demselben ein geräumiger Platz zu den rit. kerlichen Uebungen. Eine jede der sieben Nationen oder Zungen dieses DrdcnS hat hier ihr öffentliches Haus. In dein Stadthaus«: ist eine wohl erhaltene putsche Inschrift. Die prächtige Haupt- kirche ist Johann dem Täufer gewidmet, und hat sehr viele Kostbarkeiten. Die Pfarrkirche in der Altstadt ist von schöner Baukunst. Die ehemahligen Jesuiten hakte» hier ein Collegium. ES gibt hier noch andere Klöster, ein großes Hospital, und ein Gebäude, in welchem die türkischen Sclaven verwahrt werden. Die Sladt hat unge. fähr 20000 Einwohner. Vaielle, ein Flecken in der Gegend von Toulv» in Uiilerprovence in Frankreich, dessen Einwohner im Jahre 1461 fast insgesammt an der Pest aussiarben. Valelte, ein Städtchen in der Landschaft Angouinois in Frankreich. Es hatte ei- ,nen Disirict von iZ Pfarren und 40 Lehen, und war ehemahls ein Herzog- thum und Pairie. Dalß, Vullum, ein mit Mauer» umgebener Flecken in der Provinz Viva- rais in Unterlanguedoc in Frankreich. Er liegt nahe bey dem Backe Vo- kane in einem Tbale, bey welchem.; berühmte kalte mineralische Duellen angetroffen werden. Valkenburg, ein Städtchen in der Graf- schaft gleiches Nahmens im Herzog- thume Limburg, welches den Holländern gehört. Sie liegt in einem Thale am Flusse Gcul,»nd hat ungefähr lio Häuser. Das ehemahlige gräfliche Schloß und die Festungswerke sind geschleift. Das Städtchen hat seine eigene Regierung und einen Gerichts, district. Vallada, ein Flecken im Königreiche Valencia in Spanien, in dessen Gebiethe eine Salzquelle befindlich ist. Valladolid, eine große und wohlgebaute Stadt am Flusse Pisnerga im Königreiche Leon in Spanien. Sie h l iiovo Häuser, r6 Kirchspiele, chü Klöster, und ,Z Hospitäler. Hier bestndet sich auch ein königlicher Pallast, eine königliche Kanzelley, ein JnqnisitionSge- richt, eine im Jahre iZgst gestiftete Universität und eine geographische Akademie. Uebrigens ist Valladolid der Sitz eines Bischofs dessen jährliche Einkünfte auf iLooo Ducaten geschätzt werden. Valladolid, eine Stadt an der Honduras- bay in der Provinz Honduras i» der Audiencia Guatimala im spanischen Mcrkönigreichc Altmexiko i» Nordamerika, in welchep ei» Bischof»nb der Gouverneur der Provinz ihre» Sitz haben. Vallanqiii oder Valengin, eine Gras schafr in der Schweiz, welche mit dem Fürstenlhumc Nensschatel ganz genau verbunden ist, und»ach dem Tode der Herzoginn von Nemours im Jahre 1707 den König von Preussen zu ihren Ober- herrn annahm. Der Hauptort derselbe» heißt ebenfalls. Vallangin, und ist ein Flecken in einem Thale am Flüßchen Sepon. Volle di Calci, der Nahme der angenehmsten Gegend um Pjsa im Großbcrzog- lhume Toskana, welche ini» Oehldän- me» und Lustschlössern angefüllt ist. Valet, ei» auSdem lateinischen entlehntes Wort, welches ehemahls mit cini- Valee s Valona zen Zeitwörtern üblich wir, und eS j,„ gemeinen Leben wohl«och jetzt ist. z. B- Jemanden Valet geben oder sagen, Abschied von ihm nehmen. Valees dc Revers, s. Vaux. Vallendar, eine Herrschaft in der Graf. schast Wikgenstei» im oberrheinischen Kreise, über welche aber das Erzstift Trier die Landeshoheit ausübt. Valmsnkvne, ein Herzogthum in der Cawpagna di Roma im Kirchenstaate. Valöe oder Wallöe, eine Halbinsel im Stiftsamte Christiania im Königreiche Norwegen, auf welcher aus dem See- wasser Salz gesotten wird. Vakvglic, Vsloviae, eine Stadt in der Niedernormandie in Frankreich. Sie liegt in einem Zhale bey den Trum. Mrrn der alten Stadt Alonnc am Flusse Mcrderet, zählt gegen rnooo Einwohner, bat 2 Pfarrkitchen, unter welchen eine Collegiatkirche ist, und enthielt bis zur Revolution noch Z Klöster, ein Seiniiiarinm und L Hospitäler. Es werden hier Tücher gcwebet, welche unter dem Nahmen DrapS de Valogne bekannt sind. DaS hiesige ehemahlige feste Schloss ist im Jahre 1689 abgetragen worden. Der Districk, in wel- chem diese Stadt liegt, heisst Hague, und ist eine Halbinsel.^ Valvis, Ducntus Vastsulis, ein ehemahliges Herzogthum in der Jsle de France in Frankreich, welches in den spätern Zeiten die Grafschaft Crespy hieß, und dem Herzoge von DrleanS gehörte. Valvna, Awlon, eine Landschaft und Ktadt in Albanien in Griechenland. Sie liegt an einem Meerbusen, und hat einen sehr geräumigen, aber nicht gar sichern Hase». Hier hat ein Sandschak seine» Sitz. Im Jahre 1464 nahmen sie die Türken ein, und im Jahre 1690 bemächtigten sich ihrer die Venetianer, (IV. Band.) Valparaiso V a m p y r Ali die sie aber im folgenden Jahre den Türken wider überliste» musste». Valparaiso, eine Stadt in der Aiidiencia di Chiii im Vicekönjgreichc Per» im spanischen Südamerika. Sie har einen vortreffliche,, Hasen, und ist der Haupt- sitz des Handels mit Spanien und Peru. Valpo, eine Herrschaft in der werowiti. tzer Gespanschaft in Slavonien, in wel. eher sich ein Marktflecken gleiches Nah. mens sammt einem Franciscanerklofler befindet. Valva, ein Städtchen in Aöruzzo eitra in Neapel, in welchem sich ein BiSkhum befindet, das mit dem zu Sulmona per. einiget ist. In dieser Gegend stand vor Alrers die Stadt Cvlifinium. Vnmppr, ein ausländisches Wort, einen ausländische» Aberglauben zu brzeich. ncn, wodurch man eine Leiche versteht, welche so lange an ihrem Leibe sauget oder naget, als sie etwas davon erlangen kann, und während dieser Zeit ihre Verwandten, Feinde, oder andere ehemahls in Gemeinschaft befindlich gewesenen Personen umbringet, welche alsdann gleichfalls Vampyren werden müssen. Im Deutschen pflegt man solche Leiche» Blutsauger oder Menschensau» ger zu nennen. Wort und Sache wurden vornehmlich um das Jahr 17Z2 bekannt, da die Vampyren im Königreiche Servien unter den dasigen Hcyduckcn viele Bewegung machte». Db nun gleich erweislich ist, dass die Beschaffenheit des Erdbodens an manchen Drten die Lei- chcn unverweslich erhält, so glaubt doch der grosse Haufe in Servien, Ungarn, und den einverleibten Ländern noch immer Vampyren, und hält besonders diejenigen dafür, welche im Kirchenbannc, Zauberen u. f. s. sterben. Übrigens wirh in der Naturgeschichte der Neuern auch eine Art amerikanischer Fledermäuse, welche den Menschen»n» Thieren in» Ttt 5-2 Vanille Varßelp Schlafe das Blut snssauget, mit diesem Rahme» belegt. Vanille, die balsamische» gewürzhaften Samenkörner einer in beyden Indien einheimisch--,i kletternden Pflanze, welche einer Winde gleicht, und daher auch Vanillen- Winde genannt wird. Das Mark des Samens welcher in Schoten wächst, wird wegen seines feinen fluchtigen und balsamischen Dhls unter andern auch zur Chocolate gebraucht. Vannes oder Vennes, vsriorigum, eine Stadt an einem Meerbusen in Niederbretagne in Frankreich. Sie hat ihren Nahmen von den Venetern, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Tours steht, einen Kirchsprengel von rZy Pfarren h»t, am römischen Hofe auf ZLo(Stil- den taxirt ward, und vor der Revolution Herr eines Theils der Stadt war. Hier gibt es noch verschiedene Kirchen und Klöster, und ein ehemahliges Jesui. tcncollegimn. Der Hafen in dem Meerbusen Morbihan ist einer der größte» und sichersten im Reiche. Varasdin, s. Warasdin. Varfalva, eiu Marktflecken und Gastest am Flusse Aranyos im aranyischen Stuh. le im Lande der Zekler in Siebenbir- gen. Vargula ober Vargel, ein Marktflecken und Amt im Gebiethe der Stadt Erfurt. Varhely, der Nahme einer ehemahligen Stadt oder eines Schlosses in der Hu- nyader Gefpanschaft in Siebenbirgen, mit welchem auch die Ueberbleibsel der ehemahligen dacischen Haupt-und Rest. denzstadt Sarmitz oder Sarmizcgethufa, wohin Trojan eine römische Colonie führte, und sie vlpi» trujal,» nannte, belegt werden. Man hat hier un. tsr den Steinhaufen viele alte goldene und silberne Münzen und andere Alter- EÄmee gesundet,. D ariati on Vase Nariation, die Veränderung., Variircn, verändern, auf eine ander! Meise machen. Varilles oder BarilleS, eiu Flecken nm einem alten Schlosse an der Arriege i» Niederfoix in Frankreich. Varinas, der Nahme eines amerikanische Tabakes, welcher schmale, rauhe, und zugespi^re Blatter hat, welche aber nur 9 Zoll lang sind; daher der daraus re.tcte Rauchtabak gleichfalls diesen Nahmen führet. Varo, ehemahls Varus, ein Fluß im Für. stenthume Piemont in Italien, welcher im Contado di Nizza enisprinat, Italien von Frankreich trennt,„ndsich jns ini!.' tellandische Meer stürzt. Varsfeld, s. Vorsfeld. Vary, ei» beträchtlicher Martkflecken in der Bereghcr Gespanschaft j„ Dhecun- gärn. Vasall, ein Lehensmann, welcher von ei. nem ander» ein Gut in Lehen hat, und ihm dafür zur Treue und Gewissen verpflichtet ist. In engerer Bedeutung werden von Einigen nur diejenigen Le- henslente Vasallen genannt, welche zur Mannschaft, das ist, zu Kriegsdiensten, verpflichtet waren. In weiterem Ver. stände wird oft ein jeder Unterthan, selbst zuweilen ein bloßer Gerichtsunterthan, eiu Vasall genannt. Vasarhclp, ein Marktflecken am Suilipfe Hod in der Tschongrader Gefpanschaft in Dbermigarn, welcher reich am Er. treide und Vieh ist, und den Grafen Äa- roly gehört. Vaschon, ein wohl bewohnter Marktflecken mit einet» alten Schlosse in der Wesprimer Gespanschaft in Niederm- gar», welcher dem Grafen Zichv von Vasonkö gehört. Vase, in den bildenden Künsten, ein gemahlter oder aus erhabener Arbeit verfertigter Blumentopf zur Zierde, nach alter griechischer oder römischer Art. Vassp Baude in ont Bauleras Beere 2>assy, V^ssiacurn, eine alte aber kleine Stadt, an den, kleinen Flusse Blaise in der Landschaft Lallage in Champagne in Frankreich, in welcher sich 2 ehemahlige Klöster,ein Hospital, und eine Dro- guetmanuftctnr befinden. Hier wurde im Jahre 1L62 mit der blutigen Verfolg-ng der Reformirten der Anfang ge. macht. Bastan oder Basten, ein Städtchen mit einem Schlosse in Unterbreit) in Frankreich. Vasto, oder Huasto di Amone, Hisso- nium, ei» Städtchen nahe beym Meere mn dem Titel eines HcrzoglhumS in Abnizzo cikra in Neapel, in welchem sich 2 Collegiatkirchen, 8 Mönchsklöster und ein Nonnenkloster befinden. Barsche, s. Watsch. Vaiuluse, ein kleiner Drt in der Graf- schaft Venaissin in Frankreich, in welchem Petrarcha und seine Laura wohnten. Hier entspringt die Sorgue, deren Quelle so stark ist, daß sie sich gleich beym Ursprünge von hohen Felsen gleich einem Strome herunter stürzt, alsdann aber ein starker Bach wird, der schiffbar ist Petrarcha macht von dieser viel Ruh- mens. Paueouleur, VaUiscolor, eine kleine Stadt an der Meuse in der Landschaft Baffigny in Champagne in Frankreich. Sie hat eine Collegiatkirche und 2 Klöster, und gehörte ehemahls zu Lochrin. gen. Unweit dieser Stadt liegt das Schloß Tusey,in welchem eine berühmte Kirchenversammlung gehalten wurde. Im Jahre 1299 ließen hier Kaiser Albrecht und König Philip der Schöne Grenzsteine ihrer Staaten errichten. Vaudemoiik, eine ehemahlige Grafschaft und Städtchen im Herzogthumc Lothringen in Frankreich. Das Städtchen, welches ehemahls der Hauptort dieser Graf- schaft war, und im Jahre 169^ abbrause, hat eine Collegiatkirche. L'Z Aanlekas oderValras, eine kleine Stadt in der Grafschaft Venaissin in Frank, reich. Sie liegt in den Gebirgen von Dauphine. Vaumarcus, eine Frepherrschaft am Neu- enburger See im Fücstcntdume Neuf. chatcl in der Schweiz. Nicht weit von hier wurde Herzog Carl von Burgund im Jahre 1476 von den Eidgenossen geschlagen. Vaugt, oder Vallccs de Revers, ein an Weinen, Getreide, Holz und Weide fruchtbarer Bezirk in der Landschaft Ni- vernois in Frankreich. Vaux leVillnres, ein ehemahliges Her. zogthum mit einem schönen Landhause in der Landschaft Hurepoix in der Jslc dc Francs in Frankreich. Vayhingei,, eine Stadt mit einem Amte am Flusse Enz in dem alten Enzga» im Herzogthume Wüetemberg im schwäbi- fchen Kreise. Sie hat ein Bergschloß, welches im Jahre>7^4 befestiget wurde, und ist der Sitz einer Specialsuper« intendentur. Ehemahls hatte sie ihre' eigenen Grafen. In den Jahren 1617, 1618, und 169Z hat sie großen Brandschaden gelitten. Vecht, ein Fluß in der Provinz Holland in den vereinigten Niederlanden, welcher von Utrecht her kommt, bey Mui. den in die Südersee fällt,„nd die gc. wöhnlicheFahrt der Schiffe ist, die vom Dberrhei» nach Amsterdam befrachtet werden. Veenendal oder t'Vecn, ein sehr volk. reiches Dorf in der Provinz Utrecht in den vereinigten Niederlanden, welches zum Theile zum Geldcrlande gehört. Die hiesigen Einwohner ernähren sich von Kämmen und Spinnen der Wolle. Die reformirle Gemeinde ist sehr zahl. reich. Auf dem umliegenden Torflande wird guter Torf gestochen. Beere oder Ter Beer, Kampveer, Lsnu- xoveria, eine Stadt in der ProvinjSee- Ttt s VeitShöchh Velez L>4 Vegae land in den vereinigten Niederlanden, welche dem Range nach die sechste und letzte unter den Stimme habende» Städten der eben genannten Provinz ist. Sie liegt nicht weit von der Mündung der Osteeschelde, welche in dieser Gegend' verschiedene Sandbänke hat. Ihre Befestigung besteht bloß in einem Walle mit sechs Bollwerken. ES haben hier nur die Aeformicten gotteSdienstliche Uebung, welche 2 Kirchen besitzen. Die Einwohner treiben ziemlich starken Handel, besonders nach Schottland; wie sich denn auch verschiedene schottländi« sche Familien hier niederließen, welche eine eigene Kirche haben. Vegar de la Frontera, ein Flecken am Flusse Barbate nicht weit von cinerMeer- enge im Königreiche Seviila in Spanien. Er hat ein Castell, 2 Pfarrkirchen und Z Klöster, und gehört dem Herzoge von Medina Celi. Man hat hier die schönste Aussicht über die Meerenge nach Afrika und in das Weltmeer. Nicht weit von hier ist das Vorgebirge Trafalgar, welches vor Alters kro- rnontorium 7urionis genannt wurde. Vegesack oder Fegesack, ein Dorf ander Weser im Herzogthume Bremen im niedersächsischen Kreise, welches einen bequemen Hafen hat, der aber der Stadt Bremen gehört, die auch die Civilge- richtSbarkeit über das Dorf hak. Degla, Vegia, VeZla, eine Insel in der Nachbarschaft von Dalmatie», welche durch einen schmalen Canal vorn festen Lande geschieden ist. Die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Veglia, Vegig, Luricum, liegt auf dem westlichen Theile der Insel, hat einen Hafen und ein feste» Schloß, worauf der venetianische Gouverneur residier, und ist der Sitz eine» Bischofs, der unter dem Erzdischvfe von Zarq steht. VeitShöchheim, ein Dorf eine Stunde unterhalb Würzburg im Hochstifte Würz- Velay kurz im fränkischen Kreise, in welche« Heinrich, Landgraf zu Thüringen, j« Jahre 1246 zum deutschen Könige erwählt wurde. Hier ist ej» bischöflich» Sommerpallast. Velay, eine Landschaft in Unterlangue- doc in Frankreich, welche sehr fruchtbar an Getreide ist, wiewohl sie viele und hohe Berge enthalt, die ein halbes Jahr mit Schnee bedeckt sind. Velberg,, eine Stadt und Amt im Gebiethe der Aeichssiadt Hall im schwäbischen Kreise. Bey der Stadt befindet sich eine alte Burg, und zu dem Amte gehöre» 47 Oerter. Neiden, ei» Pflegamt, kleines Städtchen und Schloß im Gebiethe der Reichsstadt Nürnberg im fränkische» Kreise. Im Jahre 1L04 hat es Nürnberg imbaprr- schen Kriege eingenommen. Veldenz, ein Fürstenthum an der Mosel im oberrheinischen Kreise, welche» fast ganz von dem Fürstenthume Trier umgeben ist, aber dem Churfürsten vo» Pfalz-Bayern gehört. Der Hauptort desselben heißt ebenfalls Vkldeuz, und liegt an der Mosel, von welchem das Schloß gleiches Nahmen» eine halbe Stunde weit entfernt ist. Veldes, eine Herrschaft und Schloß im Herzogthume Krain, welche dem M- thume Brixeu gehören. DaS Schloß liegt auf einem sehr hohen Felsen am Veldeser- oder Frauensce, in welchem sich die Insel Wech sawmt einer Kirche und Propste» befinden. Velcn, eine Grafschaft, Schloß«ndFle- ckcn im obern Tbeile des BisthumsMnn- ster zwischen Coesfeld und RacSfelbiM westpbälischcn Kreise, welche den im Jahre t^ZZ aiiSpesiorbcncn Reichsgea- fen von Äelen gehörte. Velez, Velin, eine kleine Stadt in der Provinz Neuaranada in Terra flrmo im Viceköniqreiche N-'ugranada im spanischen Südameiikn. Velez Velare» Velare Veltli» Velez, s. Pensa de Velez. VeleA de Gomcra, eine Stadt mit einem Hafen»iid Fort im Königreiche Fez in Afrika, welche den Spaniern gehört. Velez Malaga, eine Stadt am Flusse Velez, eine kleine spanische Meile vom mittelländischen Meere im Königreiche Granada in Spanien. Sie hat ein Ca- stell, welches auf einem hohe» Hügel liegt, 2 Pfarrkirchen und Z Klöster. Die Altstadt enthält die ßauptkirche, ist aber sehr verfallen, weil sich die Einwohner meistens in die Neustadt gezogen haben. An Früchten hat die Stadt jährlich eine wichtige Ernte. JhreWein« berge liefern die meisten und besten Rosinen zum malagischen Handel. Velilla, s Viliika. Velins, Vvlinus, ein kleiner Fluß in Abruzzo in Neapel, weicher drey se- henSwürdige Wasserfalle hat, und sich i» den Fluß Narva ergießt. Velleja, s. Maciuesss. Vellctri, Velitras, eine kleine Stadt in in Campagna di Roma im Kirchenstaate, deren Lage am Abhänge eines Berges sehr angenehm ist. Das hiesige BiS- thnm ist mit dem zu Ostia vereiniget, und stehet unmittelbar unter dem Papste. Der Bischof ist Herr der Stadt. Nächst der Kathedralkirche ist die Kirche zu S. Maria dclla Piazza die vornehmste. Man findet hier y Mönchsund 2 Nonnenklöster. Der Pallast dcS Prinzen Lancelloti ist schön und merkwürdig. Auf dem nahe dabey gelegenen Markte steht die Bildsäule Papst Ur- bans Vlll. von Erz. Es gibt hier noch einige ansehnliche Gebäude. Ehemahls hat hier das Geschlecht des Kaisers August seinen Sitz gehabt. Obgleich dieser Kaiser zu Rom geboren wurde, so ist er doch auf einem Landhause nahe bey dieser Stadt erzogen worden. Velmez, ei» Flecken zwischen den Flüssen OuadajoS und Quadalquivtr»IN Köttig- LiL reiche Cordova in Spanien, welcher eine Commenthurey des Ritterordens von Calatrava ist. Velare, eine Stadt am Flusse Paliar in der eigentlichen Nabobschaft Caniaüc ober Arcot aufder Halbinsel di^seikdeS Ganges in Ostindien. Veltlin oder Valtelin, VuIIis eine Landschaft im Graubündnerlaniie in der Schweiz, welche zwischen dem Bunde des Hauses Gottes, der Landschaft WormS, dem Venelianer Gebiethe, dem Herzothume Mailand nnb der Landschaft Cläven liegt, und über 8 geographische Meilen lang, und 2 bis L Meilen breit ist. Sie ist ein über. aus fruchtbares Thal, welches die Ad. da seiner Länge nach durchströmt, alle Wal-wasser, welche hier fließen, auf. nimmt, und alsdann in den Comcrsee geht. Die Sonnenstrahlen durchdrin, gen eS ihrer Länge nach, und vor dem kalten Nsrdwinde ist es durch hohe Ber. ge verwahrt. In einigen Gegenden ist es sehr warm, in andern etwas gemä- ßigtcr, in den meisten Nebenthälcr» unb aus den Bergen meisten Theils kühl. Nach diesem Unterschiede unter den Gegenden sind auch die vielen Früchte, welche er hervor bringt, unterschieden. Die Ebene dieses Thals, durch welche die Abda stießt, und die in einigen Gc. genden wohl eine Stunde breit ist, enthält eine bellistigr.-che Abwechselung der Saatfelder, Wiesen, Weinberge, und mit Kastanien und andern Bäumen bewachsenen Anhöhen; und-er Boden trägt in einem Jahre zwey- drey- bis viererlei) Früchte hinter einander. An den an der Nordftite gelegenen Bergen findet man Weinberge, welche den edelsten Wein dcS Landes geben, und über welchen an den meisten Orten noch Ac- cker, Wiesen und gute Weiden liegen; und die auf der südlichen Seile liegenden Berge, habe» viele Kustauienwäl- Veiiafrs Zi6 Veltliu walder, Saatfelder/ Wiesen und Vieh- w.iden, Am rcichesteu ist diese Landschaft an vortrefflichem rothem Wein, welcher zugleich stark und lieblich ist, ein ganzes Jahrhundert hindurch liegen kann, und je länger er liegt, je lieblicher und gesunder und zugleich blasser wird, so, daß er zuletzt seine rothe Farbe ganz verliert. Es wird eine große Menge davon ausgeführt. Die Birne» und Aepfel werden an den meisten Orten eben nicht schmackhaft; hingegen hat man desto mehrere und bessere Pfirsichen, Morellen, Feigen, Maronen, Kastanien und Melonen, wie auch keinen Mangel an Citronen, Mandeln, Granaten und andern edel» Baumsrüch- ten. Das Erdreich tragt zwar alle Arten des Getreides und der Hülsenfrüchte; weil aber hin und wieder sumpfige und morastige Gegenden vorhanden find, und der Weinbau hier stärker getrieben wird, als der Ackerbau, so wird nicht so viel Getreide gebauet, als die zahlreiche« Einwohner nöthig haben; daher fie Zu. fuhr brauchen. Hanf wird auch erzeuget. So wohl in den ebenen Gegenden, als vornehmlich auf den Höhen und auf den Bergen, gibt es schöne Weiden und Wiesen; doch ist die Viehzucht nur mäßig, weil nicht Fleiß genug darauf gewendet wird. Es werden auch viele Bienen und Scidenwürmcr unterhalten. Das Wildbret Hai sehr abgenommen. DieAdda ist fischreich, und hat inson- dcrheit eine Act großer, fetter und wohl schmeckender Forellen, welche man Tritten nennet, und wovon die größten LO bis 6v Pfund wiegen. Den Bergbau treibt man nicht, außer daß einige Ei« senbeegwerke vorhanden find. Diese Landschaft hat keine Städte, aber ansehnliche Flecken, eine gute Anzahl Dörfer, und im Jahre 1779 hatte fie 66766 Menschen. Die gemeine Sprache der Veltliner ist eine VelviS ziemlich schlechte italienische Mundart, und ihre Religion ist die katholische. Vor dem Jahre 1620 gab eS hier auch einige resormirie Gemeinden; in drin eben genannten Jahre aber kündigten die Einwohner her Landschaften Bell, liir und Worms den drey Bünden den Gehorsam auf, ermordeten alle evan, gelischen Einwohner, und errichteten eine eigene Regierung. Hierauf wurden die Lande Veitlin, Eleven und Worin- der Schauplatz langwieriger Kriegsunruhen, und die drey Blinde kamen erst im Jahre 16^7 wieder zum ruhigen Besitze derselben. Das Haupr der Beamte», weiche die drey Bünde alle zwey Jahre diese», Lande vorsetzen, ist der Landeshauptmann, welcher seinen Sitz zu Sonder» hat. UebrigenS wird die Landschaft Veltlin in den obern, mittlern und untern Theil abgetheilt. Velvis oder Belbis de Monroy, ein Flecken mit einem Castell am Tajo im Distrikte Piasencia in der Landschaft Estreinadura n> Spanien. Er enthält eine Pfarrkirche und drey Klöster. Veluive oder Arnheimisches Quartier, eine von den drey Landschaften, in welche die Provinz Geldern in den vereinigten Niederlanden eingetheilt, und welche von der Grafschaft Zulphen oder von, zulpheitschei. Quartiere durch die Assel geschieden wird. Sie ist nicht dnechgeheiidS so fruchtbar, alS daS nim- megische Quartier, besonders in der Mitte, wo das Land wegen seiner Gebüsche, Sandberge und Heiden fast ei- ner Wildniß ähnlich sieht; hingegen gibt fie an den Flüssen keinem andern Theile der Niederlande etwas nach. Venafro, Vennkrum, eine Stadt in Terra di Lavoro im Königreiche Neapel. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Capiiil steht, hat den Titel eines FürstenihumS, weichen das Haus Gabellt führet, und Vena issin Veüasque Vendom A! 7 enchrlt ausser der Kstl-ebralkirche 6 Pfarkirchen und Z Mönchsklöster-. Venaissin, eine ehemahlige Grafschaft in Lberprovence in Frankreich, welche an der Grenze von Dauphins liegt, und durch die Rhone von Languedoo abgesondert wird. Sie ist sehr frucht. Lar an Getreide, Wein und Safsran, und darf mit dem Gebiethe von Avi- gnon nicht vermischt werden. Vom i itcu Jahrhunderte an wurde sie von den Grafen von Toulouse besessen, im iZten Jahrhunderte aber von dem Grafen Raymond dem Aeltern in Besitz genommen. Die Päpste behaupteten, dass sie von der Zeit des Grafen Raymond von Saint Gilles an die Gouveraini- tät über dieselbe gehabt hätten» ob es gleich gewiss ist, daß die Kaiser, als Könige von ArleS, dieselbe gehabt und ausgeübt haben. Der Kaiser Friedrich Ik. schenkte im Jahre 12^4 Raymond dem Jüngern die Gerechtsame des Reichs in den Städten Jsle und CarpentraS, und in den übrigen Oertcrn der Graf. schaft Venaissin, und der Papst sah sich genöthigt, sie demselben zu überlassen, welcher sie seiner Tochter Johanna und derselben Gemahl Alphousus zukommen ließ. Von diesem erbte sie Philipp der Kühne, König von Frankreich, der sie im Jahre 127z dem Papst Gre- gorius X. als ein Eigenthum der rö. mischen Kirche wieder cinräumle. Von dieser Zeit an liessen die Päpste diese Grafschaft durch Rectoren regieren. Drey Mahl, nähmlich in den Jahren 1662, 1688 und 176g, zogen die Könige von Frankreich, um sich an den Päpsten zu rächen, diese Landschaft als eine alte Domäne der Grafschaft Provence ein, und verknüpften sie mit der Krone, und drey Mahl ward sie drm römischen Stuhle zurück gegrbem D>c neuere Geschichte derselben ssrhe rimer dem Artikel Avignon. Venasqne, Vinstauscs, ein Städtchen auf einem Berge bey dem Flusse Nes- que oder Venasqne in der Grafschaft Venaissin. Es war ehemahls die Hauptstadt der Grafschaft, welche den Nah- men von ihr hat, und der Sitz eines Bisthums, welches nach CarpentraS verlegt wurde. Venasque, ein befestigter Flecken mit einem Castelle in der Grafschaft Riba- gorza im Königreiche Aragonien in Spanien. Er liegt in einem angeneh- wen Thäte an den pyrenäischr» Gebirgen, durch welches derselbe der vornehmste Platz ist, und hat die Stapel, gcrechtigkeit von der Wolle, welche aus Spanien nach Langnedoc gebracht wird. Vence, Vincium, eine alte Stadt in Unterprovence in Frankreich an der Grenze von Italien. Sie war ehemahls eine Grafschaft, und ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erz. bischofe von Ambrun steht, einen Kirch- sprenge! von 2Z Pfarren hat, und am römischen Hofe auf 200 Gulden taxirl ward. Derselbe war bis zur Revolution Herr von einem Theile der Stadt; der zweyte aber gehörte dem Hause von Villencuve. Vendelo, s. Venulo. Bendome, Virickosinum, die Haupt, stadt der Landschaft Vendomois inDc- leanois in Frankreich. Sie liegt an der Loire, hat ein Schloß, eine Coi. legiatkirche, in welcher hie Grafen und Prinzen von Venbome begraben liegen, n»d L Pfarrkirchen, und enthielt über dieß bis zur Revolution eine Abtcy» ein Kollegium, Klöster und ein Hospital. Vendomois, eine Landschaft iiiDrleanoick in Frankreich, welche zwischen den Land- schaften Perche, Maine, Touraine und BlaisoiS liegt, an Getreide sebr fruchtbar»st, in zwey Theile abgetheilt wird. Venedig LiZ VeudkeS und ehemahls eine Grafschaft, nachmahls aber ein Herzogthnm und eine Pairie war. VcndrcS, ein Städtchen an der Mündung des Flusses Aude in Unteclangue- doc iu Frankreich, welches nebe» einem See gleiches Nahmens liegt. Hier findet man mineralische Wasser. Venedig, eine N pttblik, deren Gebieth sich, so weit eS zu Italien gehört, vom Flusse Adda, welcher anS dem Corner« see kommt, bis an das Herzogthum Krain von Morgen gegen Abend in einem Zusammenhange erstreckt. Hierauf wird dessen Beugung um das adriati- schc Meer etwas durch österreichische Lande unterbrochen, erstreckt sich alsdann längs der Küste deS adriaiischen Meeres von Mitternacht nach Mittag, und endigt sich mit dem Histerreich. Die G'öße dieses Landstriches kann auf6Z0 deutsche Quadratmeilrn geschätzt werben. Nimmt man die der Republik gehörigen Lande in Dalmakien, Albanien und in der Levante hinzu, welche «uf^84 deutsche Quabraiuieile» angegeben werden, so beträgt der ganze Umfang derselben 914 Quadralmeilen. Dieser Freystaat ist auf folgende Act entstanden und angewachsen. Die Ve- „eter, ein altes Volk, kamen, nachdem sie eine lange Zeit unabhängig ge. Wesen waren, vermuthlich durch frey. willige Unterwerfung, unter die Both« Mäßigkeit der Römer, und blieben dem römischen Reiche bis auf den Verfall desselben ei/verleibt. Die Eiafälle der Eschen und Hunnen in Italien be- wegien viele Veneter, vom festen Lande auf die Insel» im adriatischen Meer. busen, welche nicht weit vom feste» Lande liegen, zu fliehen, besonders «uf die Insel Rialto, welche schon von den Paduanern des Hand-lS wegen etwas angebauet war. Hier ließe» sie sich häuslich nieder, und ihre kleinen Venedig Derter oder Städte wurden Anfangs durch Bürgermeister, nachmahls ober Lurch Tribunen rrgierk, so daß sie eine Art von Republik ausmachten, deren Rath diese Magistratepersouen vorstellten. Diese Insel» wurden noch stär. !er angebauet, als die Bandalen, He. rulcc und Longobarden»ach Italien kamen, und sich daselbst ausbreiteten; denn zu dieser Zeit floh das Volk hau- flg a»S Rom und andern große» Städten hierher, und dieser Staat wurde so ansehnlich, daß er gegen die frei», den eindringenden Völker»ützlicheDien, sie leisten konnte. Die obrigkeitlichen Personen dieser Insel» verglichen sich endlich mit den Longobarden, und wuc. den vo» denselben in ihrer Verfassung ungestört gelnssc,,. Dieses ist der Anfang der Stadt Venedig und ihres SraatS. Um das Jahr 6c,/ ward Pau- lnrcius AnafestuS, ein Bürger von Heraklea, zum Herzoge der Republik erwählet. Das Volk behielt seine Rechte; die Tribunen auf den verschiedenen Inseln stellten den Adel vor, und der Herzog war das Haupt der Republik. Die Stände der Nation behielten die gesetzgebende Macht, die Tribunen die richterliche Gewalt, und dem Herzoge ward die ausführende Macht aufgetragen. Die Herzoge versuchten eS, ihre Macht zu erweitern, und setzten sich dadurch der Wurh des Pöbels auS; doch mußte ihnen daS Volk huldigen. Unter den Herzogen wurde der Staat schon merklich erweitert; daS Volk aber gab durch seine mörderische Wuth, welche eS im Jahre 1172 an den, Doge Vital Michieli II. ausübte, die Veranlassung, daß die RegierungSvcrfas- fiing geändert, zwar die Frechheit deS Volks gedämpft, aber auch die willkürliche Macht des Fürsten eingeschränkt, und die höchste Gewalt einer zahlreichen Versammlung von Edel« Venedig Venedig mitgetheilt wurde, welchen man wieder durch feste Gesetze Grenzen und Ziel setzte Herzog Z:anj nahm sich deS P.ipstS Ai>x>»der III. wider den Kai- sec Friedrich I. an, und erhicli auch Über den Letzten eine» wichtigen Sieg zur See; daher ihm der Papst einen R.ug geschenkt baden soll,»IN ihn ins adriarische Meer zu werfe», sich dadurch mit demselben zu vermählen, und die Herrschaft über dasselbe zu bekommen, die doch der Papst nicht hatte. Und also auch nicht verschenken konnte. Die Fryerlichteit, sich die Oberberr» schüft«der den adciaiischen Meerbusen durch den symbolischen Ring zuzueig. neu, bat vielmehr ihren Grund in der ersten Eroberung von Jstrien und Dal-- matien; die Ve-mähiuiigSceremonie aber ist viel älter, als Papst Alexanders Ver. vrdnung. Dieser bar die Fryerlichkeit Mit seiner Gegenwart beehrt, Anlaß zu dem symbolische» Ringe gegeben, und die Herrschaft gesegnet. Die N publik Hai allezeit den Päpsten widersprochen, wenn sie vorgaben, daß Venedig die Herrschaft über das adrialische Meer durch ihre Gnade erhalten habe. Die Veneiiancr, weiche schon in Jstrien, Dalmatien, Syrien, in der Loinbardey und an andern Orten ihee Herrschaft ausgebreitet hatten, wurde»»och mächtiger, als sie im Anfange des iZten Jahrhunderts Herren der ansehnlichsten Inseln des Archipelagus und des Mittelländische» Meeres, besonders aber des Königreichs Candia wurden, von welcher Zeit an sie allein den»ngemcin einträglichen Handel mit vstrndilcheit Waaren triebe», welche sie aus Alexan- dria in Aegvpten abhohlien, wohl» sie a»f dem roihe» Meere und über Snc; gebracht wnrden. Unter dem Herzoge Marjro Mnrostni einstand theils die noch übliche Arr der Eciväklung des Da. ge, theils der eise:süchtige K,e>eg Mit (lV. Land.) Genua, welcher nach rincr Dauer von IZO Jahren im Jahre iA8t durch einen Frieden geendigt wurde. Wahrend desselben verordnete Herzog PcierG-a- donigo. daß nur die Adeligen der Stelle» im große» Rathe fähig seyn sollten, so, daß die Negiernngsv.rfassung aristokratisch ward. Im 14,e„„>id iLien Jibrhiiiiderte breitete,, die Veneiiancr ihre»Herrschaft nach und nach in der Lombardei) aus, und der letzte König von Cvpern vermachte ihnen ,m Jahre ,4/Z sein Reich, Allein gegen das Ende des iLien Jahrhunderts fing ihre Macht schon an sich zu neige», als die Portugiese,, den Weg»ach Ostindien ciildcckien, und dadurch den osti«drschei, Handel der Vcireiioner schwächten, Im i6icn Jahrhunderte kamen sie nicht nnr wegen des BnndeS, weicher von dem Papste demKailer, Frankreich und Spa-^ nie,ii wider sie gemacht wurde, in großes Gedränge, indem sie die im Königreiche Neapel, den, Kirchenstaate und im Mailändischen gehabten Slädtc verloren, sondern ihnen die Türken auch das Königreich Cypern wegnahmen. Im i/tcn Jahrhuiiderte hatte dieser Staat theils Händel, mit den Geistlichen und Päp. ste», die zu seinem Vortheile auSschiu- gen; theils führte er schwere Kriege milden Türken, in welche» Candiaverloren ging, hingeqe» ein Theil von Dal- matien und ganz Morea gewonnen ivard; welches letzte aber im gegenwärtigen iZten Jahrhunderte nebst andern Oer- tern und Distrikten wieder in der Türke» Gewalt gerieth. Die Republik Venedig dauert alko schon über lAvo Jahre, und hat sich aus allen schweren Kriege» und verworrenen Staarshändelii glücklich heraus gewunden. Ihre Aufnahme ist vornehmlich durch den Handel und ihre RegierunaS- ari befördert worden. Nachdem ober jener durch d,e Schiffsahrt um das Vorgebrr- Uuu Venedi- V e nedi- Z2S ge der guten Hoffnung, und durch das Gesetz, daß der Adel nicht handeln darf, sehr gefallen ist, so hat auch ihre Macht merklich abgenommen. Die Regier,ingS- verfaffnng dieses Frepstaatcs ist ganz aristokratisch; denn die Gewalt ist in den Handen des AdclS, oder eines großen SenakS von mehr als 2000 Nobili, an dessen Spitze das Oberhaupt oder der Doge steht. Hier ist die katholischoReli- gi«n die herrschende; es haben aber auch die Griechen, Armenier und Juden freye und öffentliche Religionsübung, und die Protestanten, welche ihren Gottesdienst zu Venedig iu der Stille halten, werde» nicht gestört. Das hiesige geistliche JnquisnionSgericht ist sehr eingeschränkt, muß alle wichtigen Sachen vorher der Republik kund thu», und hat nur in den Hauptstädten Inquisitoren. Die Juden, Griechen, und die Sachen, welche Gotteslästerung, vorgegebene Zaubercy und Hcxerey betreffen, imgleichen die Büchercensur, gehören gar nicht vor dieses Gericht, sondern vor die weltliche Obrigkeit. Die Länder der Republik werden durch gewisse aus dem Adel erwählte obrigkeitliche Personen regiert, welche diese Aemter nur auf gewiffeJahre bekleiden, nach deren Verfließung andere an ihre Stelle kommen. Die Bevölkerung des venetianischen StaateS ist sehr ansehn. lich; denn man rechnet auf die italie. nischcn Lande desselben 2,460,00c» Seelen, wozu noch 400,00c» Einwohner in den auswärtigen Ländern kommen. Die Staatseinkünfte betragen ungefähr 12 Millionen Gulden. Zur Zeit des Krieges tragen die Nobili so wohl, als die übrigen Unterthanen der Republik, sogar auch der Doge, nach dem Ber- haltniffe ihrer Einkünfte, das Ihrige zur Bestreitung der allgemeinen Kosten bey. Zum Kriegswesen gewöhnt-ie Re. publik ihre Unterthanen wenig. Ge- wohnlich sind außer ber LandmMz Mann enrollir», aber zu FriedenSzei. ten nur Looo Mann auf den Beinen welche in den Grenzfestungen liegen. In Kriegszeiten«»terhäit man Zoooo Mann, die leicht bis auf 70,>00 vermehrt werben können. Zum Oberbefehlshaber über die Truppen wird allezeit ein auswärtiger berühmter General erwählt, dem aber noch 2 aus dem Eenare an die Seite gesetzt sind, ohne deren Zuziehung er nichts thun darf. Die Seemacht der Repnblikist nicht un> beträchtlich, und begreift Zo Kriegsschiffe verschiedenen Ranges. Im Iah- re 1766 zählte mau in dem Arsenale zu Venedig ebenfalls ungefähr zo Schiffe. Die Flotte hat einen General, Ca- pitän zum Oberbefehlshaber, welcher al> le Mahl aus dem vornehmsten Adel ist. Die Matrosen sind meistens Italiener. Die Hauptstadt der Republik heißt eben- falls Venedig, Venezia, Venetiae, ist der Sitz derRepublik, und gewährt von fern einen prächtigen Anblick, weil sie wegen ihrer Lage auf einer Menge zerstreuet» In- feln auf dem Meere zu schwimmen, oder mit ihren Thürmen und Gebäuden aus demselben herauf zu steigen scheint. Weil die zwischen der Stadt und dem festen Lande befindliche z italienische Meilen breite morastige See für große Schiffe zu seicht ist, aber doch durch bis vorsichtige Verhüthung der Republikzukei. nem festen Lande wird, auch niemahls so zufriert, baß ein Kriegsherr darüber weg gehen könnte, und an der Mcerseite der Zugang auch schwer ist, und weil aus dem reichlich versehenen Zeughaufe gar bald eine beträchtliche Anzahl Galeeren und Kriegsschiffe zum Auslaufen im fertigen Stande gesetzt werden kann, so ist eS klar, baß die Stadt weder zu Lande noch zu Wasser angegriffen werden könne, und ohne alle BefestigungSwer« Bcnebig ke sehr fest sey. Gegen den Hunger wären die Fische, die selbst vor den Thüre» gefangen werden können, ein ziemlicher Hülsr- und VerwahrungSmiktel; denn das Meer ist den Venedig unge- niein reich an Fischen verschiedener Art. Die schiffbaren Canäle, welche zwischen de» Sandbänken den Weg zu der Stadt öffnen, werden mit großen Unkosten von dem Schlamme, welchen die Fluch mit sich bringt, gereiniget und offen gehn!« ten. Die eben gedachte Fluch deS Mee- reS wechselt hier mit der Ebbe etwas später, als alle 6 Stunden, ab. Der große Canal, welcher sich schlangenwei- se durch die Stadt schlingt, theilet die- selbe in ü Haupttheile, und ist iZoo Schritte lang. Die Schiffsabrt auf den lCanalen ist das beste Mittel, in der Stadt «llenthalben hin zu kommen; zu welchem Ende man sich der Gondeln bedient, welche Fahrzeuge ein trauriges Ansehen haben, weil sie insgesammt mit schwarzem Tuche und Sarsche beschlagen, oder schwarz angestrichen sind, und daher dem Leichenwagen nicht unähnlich sehen. Ü ber die Canäle führen uiigiefähr 4L0 kleinere und größere, größten Theils steinerne Brücken; die höchste und längste aber ist der Ponte Pilato. Sie besteht aus einem einzigen Bogen, dessen Grund 90 Fuß hält, ruhet auf t2voo Pfählen von Ulmen, bestehet gang au« großen Quadralstücken, und soll die Republik 2L0oc»c> Ducatcn gekostet Habs». Oben ist sie Z7 gemeine Schritte breit, und mit Reihen vonKram- buden besetzt, die gleichsam Z Gaffe» ausmachen, wovon die mitreiste die drei. teste ist. Auf jeder von den äußersten Seiten sindLst Stufen zu steige». Man kann zwar in der Stadt fast olle»,halbe» auch zu Fuße gehen; allein die Gassen sind sehr schmal, und die Quadersteine, mit weichen sie gepflastert wurden, bey nassem Wetter schlüpfrig. Venedig auch die vielen kleinen Brücken mit ih- ren Treppe» beschwerlich. Der Umfang der ganzen Stadt«>ird auf 6 italienische Meilen geschätzt; und man braucht ungefähr 2 Stunden, um sie völlig mit einer Gondel zu umfahren. Man zädlt in derselben, außer der Parriarchalkir- che. 71 Pfarrkirchen, viele«,idere Kir. ehe», Ädteyen und Priorate, Mönchsklöster, 29 Nonnenklöster, 2^ Hospitäler, 18 Bethhäuser, 40 geist. liche Bruderschaften mit ihren Capellcn, worunter 6 sind, welche Scnole gran- di genannt werden, Plätze, i§6 marmorne und Lz merallene Bildsäu- len. Die Griechen haben hier öffenili- chc Aeligioni-iidnng in ihrer eigenen Kir. che, und eine,, Erzb-schof; die Arme- nier haben auch eine Kirche»nd einen Erzbischof. Die Gebäude find zwar insgesammt von Steinen, und ein kleiner Theil aus Ziegelsteinen, aber größten Theils von schlechter Baukunst. Indessen ist der Platz dcS heiligen MarcuS doch recht schön, und an dem großen Ca. nalc besonders stehe» verschiedene Gebäude von Marmor, wovon aber die meisten von gothischer Bauart sind. Die Kirchen und Klöster thun sich hanptsäch. lich durch die Mahlerey von großen Meistern hervor; denn Venedig ist der rech- te Sitz und Sammelplatz vortrefflicher Gemählde. ES sind hier auch 2 Mäh. kerakadcmien. Die Zahl der hiesigen Einwohner beträgt>49476 Seelen, und sie sind theils Edelleute, theils Civadini oder Bürger, wozu die Advocaten, Se, cretäre, Aerzte, reichen Kaufleute, Glasmacher von Mirrano und Künstler gerechnet werden; theils Habikanti, wohin die Handwerker aebören: dazu kom. wen»och die Schiffleute und Gondoliere. Alles, was zum Unterhalte de- LcbenS gehört, ist hier wegen der starken und bequemen Zufuhr reichlich anzutreffen. Weil das Qncllwasser an we- Uuu 2 Venedi- Z2L nig Orten gut ist, so hat fast ein jedes Haus seine lüsterne, in welche das Re> genwaffervon den Dächern geleitet, und durch Sand geeeiniget wird. Es wird auch aus dem Flusse Brenta Wasser gehöhlt, und in den Cisternen aufbewahret. Unter den hiesigen Lustbarkeiten wird gemeiniglich das Carneval oben angesetzt, welches ordentlicher Weise am 2ten Weibnachtstage anfangt, bis Fast- nachtSdienstag dauert, nnd vornehmlich in Masken und Redouten besteht. Wahrend des Carnevals ist der Marcusplatz der allgemeine Versammlungsort. Die Masken find auch noch bey andern Gelegenheiten erlaubt; besonders um die Zeit des Hiwmelfahrtfeskrs, daauchauf dem Marcusplatze ein Jahrmarkt gehalten wird, der am Sonntage vor Himmelfahrt anfängt, und bis Pfing. ste» dauert. Er ist in Ansehung der Einrichtung und Ordnung der Buden ganz artig; von Maaren aber findet man hier nichts Besonderes. Unter die unschuldigsten und angenehmsten Ersetzungen in dieser Stadt gehöre» die vortreffliche» Musiken, welche wöchentlich in den Kirchen der Hospitäler degl'Jncurabili und della Pieta gehalten werden; jene ist an Stimmen, diese an Instrumenten die stärkste; an beyden Orten aber sind die Vocalifien und Jnstrumentisten lauter geschickte arme Mädchen. In den Kirchen der Hospitäler S. Giovanni e Paolo, und S. Lazaro di Medicanti werden auch dergleichen Musiken aufgeführt. Hier sind wenig große Handelshäuser» welche aus grbornen Bene- tianern bestehe»; vielmehr find die meisten und vornehmsten jüdische, gciechi- sche, geniicstsche, und besonders deutsche Häuser. Die deutschen, nebst einigen Griechen und Juden, erhalten den Ruhm der Bank. Der Handel, welchen die Stadt mit Tüchern, scharlachfarbigcn seidene» Waaren und Spiegelglas treibt, Venedig ist noch ganz ansehnlich. Es werben auch hier goldene nnd silberne Stoffe verfertiget. Die hiesigen Brocatelle, eure Art Zeug wie Brocar von grober Seide, werden zu Tapeten häufig gebraucht. Die höchst nützliche Banco- Erfindung hat man den Venetianrrn zu danken; denn die ihrige ist das Muster von allen, die man in andern europäischen Ländern errichtet hat. Ei« gehört der Republik, und gibt von den darin stehenden Capitalien keine Zinsen. Diese Stadt wird in 6 große Theile sSestirri) abgetheilt, wovon die Z er- sten an der Ost- und Nordseite, die z andern aber an der West. und Südseite des großen CanalS liegen, welcher sie in 2 Haupltheile absondert, i) Testiere S. Marco, enthält vornehmlich den Marcusplatz mit den daran stehen- den Gebäuden. Dieser Platz ist die schönste Zierde der Stadt, und hat die Gestalt eines Winkelmaßes. Der Theil des herzoglichen PallastcS, wel- cher nach dem Wasser und Marcusplatze zn liegt, ist vollkommen gothisch; aber auf der Seite nach dem kleinen Canal zu, und inwendig im Hofe,»och ziemlich nach neuer Art gebauet, und durchgehends von Marmor aufgeführt. In diesem Pallastc wohnt nicht nur der Doge; sondern eS werden auch in demselben die hohen Rathsversammlungen gehalten. Die besten Zierde» der Ver- samniluiigssäle und anderer Zimmer bestehen in Gemählden von alten berühmten Meistern. Vor den Sälen und auf den Treppen ist die Unreinigkeit unge, mein groß, und der Gestank des Urins kaum zu ertragen. In dem Pallaste ist auch ein kleines Zeughaus, in welchem eine große AnzqKl geladener Flinten unaufhörlich bereit gehalten wird, damit der Doge und der Adel im Noth- falle, wenn das Volk einen Ausstand erregte, sich wehren können; daher Venedig Venedig auch unmittelbar au; diesem Wasser- behältnisse eine Thür in den Saal des großen Raths acht. Das Gewehr wird alle A Monathe von neuem geladen. I» dem Hofe des Pallastes stehen an der Haupttreppe 2 marmorne Bildsäulen, welche den Mars nnd Neptun vorstellen. Nach der Marcuskicche zu erblickt man cine andere, welche den Herzog von Utbino, Franz Maria, vorstellt, und an der Kirche 2 andere, die Adam und Eva abbilde». Von der einen Sei. te des PaüastS, gegen den Canal Rio di Palazz» zn, sind finstre und mit eisernen Gittern wohl verwahrte Gefängnisse. Die unterste Gallerte, oder der gewölbte Gang an der Seite des Mar- cusplatzes, nebst der gegenüber befindlichen Halle, wird Broglio genannt; und hier gehen die Nvbili zu gewissen Stunden des Tages spazieren, zu welcher Zeit sich kein Venetianer, der nicht zu dem Adel gehört, dahin begeben darf; doch jagt man einen Fremden, der diese Gewohnheit nicht weist, nicht von diesem Orte weg. Den Marcus- platz, welcher zwischen diesen beydrn Gebäuden und Gallerien befindlich ist, zieren nach dem Canal dclla Giudeea zu 2 Säulrn von orientalischem Granit, auf deren eine der Marcuslüwe von Erz, auf der andern aber die Bildsäule des heilige» Theodor von Marmor steht. Zwischen denselben ist der Ort, wo die öffentlichen Hinrichtungen der Missethäter geschehe», und der Doge Falieri enthauptet worden ist, daher kein Nobile zwischen diesen Sän- le» durchgeht. Bey den Broglio liegt beständig eine bewaffnet« Galeere, um den Pallas! nölhigen Falls zu vertheidigen. Unmittelbar an den herzoglichen Pallast stößt gegen Norden die Mar- cuskirche, welche auch die Capelle des Doge genannt wird. Sie kann den Materialien nach prächtig heißen, weil sie inwendig nnd auswendig mit Marmor reichlich bekleidet ist; die Bauart aber ist vollkommen gothisch. Das Beste an derselben sind die mosaischen G.niähl- de, und die über der großen Pforte stehenden 4 alten metallenen und vergoldet gewesene» Pferde, welche iln Jahre 1206 von Constaiitiuopel hierher gebracht wurden, und an Kunst wenige ihres gleichen haben, aber hier am unrechtem Orte stehen. Der Schatz der Kirche ist zwar durchgehrndS alt, aber an Silber, Gold und Juwelen wichtig. In demselben wird auch dicke, rühmte Handschrift, nähmlich das Evangelium des heiligen Marcus, verwahrt, welches von ihm eigenhändig»nterschrie- den seyn soll; allein die Feuchtigkeit des Orts, woselbst es liegt, hat diese Handschrift so verdorben, daß sie gleich, fam in eine Masse verwandelt worden ist, die sich nicht mehr entblättern läßt; daher auch nichts LeslicheS mehr daran ist, und man also nicht rinmahl mit Gewißheit weiß, ob sie in lateinischer oder griechischer Sprache abgefaßt sey. Vor der Kirche stehen drey große Mastdäume, von welchen an Festtagen seidene Standarten wehen. Dem herzoglichen Pallaste gegen über liegt das schöne nach neuer Art erbaue« te Gebäude, Nahmens Procurakic nuo- ve, welches die ganze eine Seile des Marcusplatzes einnimmt, und worin sich die öffentliche Bibliothek, und das Alterthümercabinett befinden. I» jener ist der Verrath der gedruckten Bücher nicht wichtig; das Hauptwerk machen die von dem Cardinal Beffarion gesammelten und der Republik vermachten griechische» Handschriften aus: in diesem ist ein ganz»euer Vorralh von den schönsten griechische» marmorne» Bildsäulen zu finden, deren aber keine in Lebensgröße ist. An diese Prornra» sie nuove stoße» die Procuratie vecchic. Venedig L«4 welche die andere Seite der MarcuS» platze- bis an die Kirche S. Grminiaao einnehmen. Diese Procuratie haben daher den Nahmen, weil die Prokuratoren der Marcuskirche darin wohnen. Gegen über, wo die neue Procuralion eine Ecke machen, ist ein frey stehender und viereckiger Z,8 Fuß hoher Glo. ckenlhurm aufgeführt, dessen Treppe fo eingerichtet ist, daß man hinauf und herab reiten ckann. Zu-er gedachten Höhe kommt»och ein in-er Spitze stehender ichFuß hoher hölzerner und vergoldeter Engel. Die Aussicht von diesem Thurme über die Siadt, in das Meer und nach dem festen Lande ist ganz vortrefflich. Unter diesem Thür. me ist ein kleines steinernes Gebäude angelegt, worin einige Procuratoren von S. MarcuS mit einer bewaffneten Mannschaft, so lange der große Rath versammelt ist, die Wachen halten. Hinter der Procuratie nouve bestnbet stch die Münze, bey deren Eingänge die Bildsäulen zweyer Riese» stehen. Ei. ner der vornehmsten Palläste am gro. ßen Canal ist der Pallast-eS Pesaro. Dieser Theil der Stadt hängt durch die oben beschriebene Brücke Rialto mit dem Theile von S. Paolo zusammen. In der Nachbarschaft derselben ist daS deutsche Haus, welches ehemahls die Niederlage allerKaufmannswaaren war, die so wohl aus deutschland kamen, als dahin gingen. Jetzt haben einige Kaufleute ihre Buden dariu, und es ist auch die Börse der Kaufleute. 2) Testiere di Castello enthält nicht nur die schö- neu und merkwürdigen Kirchen S.Zac- caria, S. Giovanni e Paolo, an welcher eine medallenc Bildsäule zu Pferde stehet, die den General Colleone von Bergamo»orilrllt, nebli dem dabey be- findlichen Dominicanerklolker, Scnola di S Marco, das Hospital li Meadi- «ant» mit seiner Kirche, S. Giustina, Venedig S. Francisco Lella Vigna, S. Pietr» dl Castello, welches das Patriarchat genannt wird, und das herzogliche Sr- minarium; sondern auch das welche, rühmte Zeughaus, welches 2^ italieni. sche Meilen im Umkreise hat, ganz mit Wasser, Mauern und 12 Thürmen umgeben ist, und einen weielänftigen Bezirk von Gebäude» enthält, worin alles, was zur Ausrüstung einer Flotte und Landarmee nöthig ist, zubereitet uud aufgehoben wird. Man findet hier, also ein GewehrhauS, in welchem die'" Rüstkammern anzutreffen find, Maqa. zine für Eisenwaaren, Ruder. Stricke oder Taue, Kugeln, Pech, Hanf, Segeltuch, Kanonen, eine Wcrkfiätte für Taue oder Stricke, eine Salpeter- fiederey, eine Schmiede. ein Gi.ßbauS, eine Schiffrwerste, und andere Dinge mehr. Es liegen auch im Umfange des. selben die Kriegsschiffe, Fregatten, Ga. leeren, Galeazzen und Galeonen der Republik, und der Bucentaurus wird hier auch verwahrt. Der beständige» Arbeiter in demselben find über 1000, und sie werdcnArsenalotten genannt. Ein Theil von diesen hält die Wache, wenn der große Rath versammelt ist, der ein großes Vertrauen auf fie setzt, und fie bedienen auch den Doge bey allen fep. erlichen Gelegenheiten. Drey Nobili, welche Patron! del Arsenale genannt werden, haben die Aufsicht darüber. Die Unterhaltung-kosten find sehr an. sehnlich: denn sie sollen sich jährlich auf Hoo^oo Ducaten belaufen, welches ohne Zweifel von Ducati d'Ar- gento zu verstehen ist. Vor dem Tho. re des Zeughauses stehen 2 merkwürdige Löwe» von verschiedener Größe, welche aus Griechenland hierher gebracht werden. Der größte vv» ko, loffenmäßiqer Größe ist von dem schön, sten parischen Marmor verfertigt.^Testiere dr Canaie Sieg,'» enthält verschie- dene Kirchen, wovon die, welche ehemahls den Jesuiten gehörte, und S. Mari,! in Nazarcth, vornehmlich zu beiuei ken sind. Hier ist auch der Schauplatz, und die Jude» wohuen auch in diesem Äuarliere. Sie haben/ Synagogen. und müssen sich mittels eines rochen Zeichens, welches sie auf dem Hute tragen, von den Christen unterscheiden. 4) Testiere della Croce enthalt keine merkwürdigen Gebäude.;) Testiere di S.Palo begreift die Börse, die Bank, die FranciSeanerkirche mit der schönen Capelle des heiligen AntonS, die Scuola di S. Rocco, welche unter allen mit dem Nahmen Scuole belegten Bruderschaften die wichtigste ist, und jährlich über 400V Thaler Einkünfte von Stiftungen hat. 6) Testiere di Dorf» duro, worin die schönen Kirchen S. CoSmo e Damiano, S. Maria de Earmini, S. Maria Mag- giore, S. Maria delle Salute mit einem Kloster und einer zahlreichen und kostbaren Bibliothek, il Redentore, und S. Sebastians, welche letzte an Gemählden von Paolo Veroneso die reichste ist, der auch hier begraben liegt. Die übrigen Inseln, welche bey Venedig liegen, und mit zu dieser Stadt gerechnet werden, stehe unter ihren eigenthümlichen Nahmen. UebrigenS verdient hier»och angemerkt zu werden, daß in einem großen Findelhause Knaben bis zur Volljährigkeit, und Mädchen ebenfalls lebenslänglich, doch mit einträglicher Beschäftigung, unterhalten werden. Gewöhnlich versorgt diese Anstalt 4»oo Kinder, von welchen Zooo auf dem Lande leben. Außer den eben genannten Fabriken und Manufakturen gibt es hier auch Korallenfabriken, einträgliche Wachsbleichen, Zuckersiedereyen und eine Porzellanfabrik, welche letztere aber schlechtere Waaren, als dir flo» Neikrtra Venetianifch L2Z rentinischen und neapolitanische» Fabriken liefert. Vcnekia(la), das vornehmste königliche Lustschloß des Königs von Sardinien, welches eine Stunde Weges von Turin im eigentlichen Fürstenthume Piemonk liegt, und ganz neu und schön ist. Das Beste und Sehenswürdigste ist hier der große Garten, der an Heckenwerke schwerlich seines gleichen haben wird, und die schöne Schloßcapelle. Neben dem Schlosse befindet sich ein Drt, wel. cher aus einer geraden Straße von 2 Stockwerk hohen steinernen Gebäude» besteht, worin die königliche Leibwache «inquartirt wurde. Bey diesem schönen Gebäude trifft man ebenfalls einen weit» lauftigen Garten an. Venetianischer Adel, Nobili lii Vene- 21a, im»enetianischcn Staate diejenigen, welche die höchste G-walt in den Handen haben, und, so viel die Tracht betrifft, gleich bekleidet gehen müssen, und keine Diener in Livree halten, kei. ae Nachtreter haben, keine großen Gast. mahle anstellen, und nicht aus silbernen Geschirren speisen dürfen. Ihre Klei. düng ist ein weiter langer Rock von schwarzem Tuche, welcher im Sommer mit Hermelin, im Winter aber mir andern, Pclzwcrke gefüttert ist, und bi- auf die Füße herab reichet. Die Aermel find oben eine halbe Elle breit, und unten an der Hand schließen sie sich kurz zusammen. An dem Rocke ist ein Kra. gen von Tuch, wie auch am WammeS: und über dieses ein weißer Kragen von Leinwand angebracht. Um den Leib tragen sie einen etwa drey Finger breite» mit silbernen Platten beschlagenen Gürtel. Sie haben anstatt der Hüte lange Mützen, welche sie wegen-er großen Perücken mit dem Talar bedeckt unter dem Arme tragen; und diese dienen den armen Edelleuten öfters an- §26 Ve n el l an i sch er Adel statt der Brotsäcke und Eßkörbe, in welchen stc ihre Nihruiigsmittcl„ach Hause tragen, welche sieaufdem Marl- le selbst gehaust haben. Der veneiiani- fche Adel theilet sich j„ drey Classe». Der erste ist Nobilikü stj>snturs,, oder der gleichsam natürliche Adel, welcher mit der Republik zugleich entsprungen, oder. besser zu reden, die Republik von demselben ihre Herkunft hat, weil sie durch dessen Klugheit, Lugend und Tapferkeit gleichsam anfänglich erzeuget, und hernach in Aufnahme ge bracht wurde. Von diesem sind ungefähr noch 24 Familie» übrig, welche zu hohe» Ai intern befördert werden. Die an- dcre Classe, hlobilitä cki msrito, o vs- rc> clrkraroAntiva, der Ehren- oder V-rdienstadel, besteht aus solchen Familien, die sich um das gemeine Wesen wohl verdient gemacht, und demselben zu Kriegs- und Frieden-zeilen getreue Dienste geleistet haben, weswegen ste zur Vergeltung in den Adelstand erhoben worden sind. Sie enthält noch über 80 Häuser, die mit dem Senate del Con- figlio, der von ihr bestellet wird, gleiches Alter haben; imgleiche» gehören noch andere ,zo Geschlechter dazu. welche 6, Jahre darnach, nähmlich im Jahre i,g8o, in den Adelstand erhoben worden sind. Weil auch auswärtige Könige und Fürsten Nubili cli Vene2in werden, so gehöre» unter diese Classe die fremden fürstliche» Familien, als Braun- fchwe-g, Bonrbon, Medici u. s. f., im- gleichcn die Familien der Päpste, welche eine gu.'eZe t her den römischen Stuhl besessen haben, die man insgesammt zu besonderen Ehren in den veueiiinj. schen Adel aufgenommen bar, ,u,d es dürste die Anzahl dieses Adels sich auf 280 Geschlechter belaufen. Die dritte oder letzte Classe wird insge,peilt r^o- IrrltlL cotri^nrutn^>sr il^>02220, Denetianifcher wie auch IKobiliät 61 nscsst'itn, oder dee erkaufte oöerNothadel genannt; weil »äbmlich im Jahre 1699 die Stepu- bltk wegen des in Canoia wider die Tücken geführten schweren Krieges, um die Unterthanen nicht gar zu sehr mit Auflage» zu beschwere», gezwiig. gen ward, unter andern auch dieses Geldmittel zu ergreifen, daß man ei- »igcn Familien, die über dieß in großem Ansehen waren,»ms Geld und gegen Erlegung von 20000 Doppie», deren Hälfte dem Hergeber des Jahres mit§ Proccnt auf sein Lebenszeit verzinset wurde, den Adelstand verlieh. Mit diesem erkauften Del hat man im Jakre itachü den Anfang gemacht; nachmahls ist die Summe, denselben zu erlangen, bas aus 100000 Zechinen gestie. gen, und dergleichen Familien werden jetzt gegen gerechnet. Diese letzte Art hat keinen Theil an der Regierung, und keine Wurden, sonder» nur den Titel ohne Wirklichkeit. Die übrigen -^oknli cii V«as2in können nicht eher, als in dem erstenaaee, sondern wird sehr eiugeschränkt, und auch zu keine» Anne gezogen, itnd »tust z:i Vriiedig auch dem geringsten Ediln ai.ue, als seiner Oorigkeit, alle gezir iiei.de Achtung eriveiseu. Veuelianlfcher Meerbusen, s. Ahriatl- fchrP Acer. Venezuela Denk» V e n l o Z-7 Venezuela(Kleinvencdig), Venetiola, eine Provinz in Terra sirma im Vice. köniareiche Neugcanada i»i spanische» Südamerika, welche zwischen dem Mar del Nort und Neuandalusien liegt, und sich längs der Küste der Nordsee gegen 4oc> engländische Meilen und übecZoc» in das Innere des Landes erstreckt. Das hiesige Klima ist ziemlich gemäßigt. und der Boden so fruchtbar, daß man jährlich zwey Mahl erntet, und auch große Horuoirhherden imierhält. Der berühmte See Maracaibo, welcher Seemeilen i»> Umfange hat, und dessen Wasser zwar getrunken wird, aber so, wie die Flüsse, die aus demselben entstehen, salzig und ungesund ist, ver. mehrt die Schönheit dieses Landes. Venezuela oder Cara, die Hauptstadt der eben beschriebenen Provinz. Sie liegt an der nordöstlichen Seite der Halbinsel an der Küste der Nordsee, und ist die Residenz des Statthalters und eines Bischofs, wie auch der Sitz der Tri. bunalien. Sie bat weder Handlung noch merkwürdige Gebäude, und liegt mit- ten im Wasser, weßwegen man ihr den Nahmen Venezuela oder Klcinvenedig gab. Venezuela(GoA> di), der Nahme eines Theils des Mar-el Nort zwischen den Landschaften Venezuela und der Provinz Rio de la Hacha, welche sich ge- gen 27 Meilenweit in das Land hinein erstreckt, und durch einen Canal mit dem See Maracaibo vereinigt ist. Denlo, Vendelo, eine ziemlich wohl befestigte Stobt an der Maas im bollän» bischen Geldern. Sie hat acht bis neun hundert Häuser, abrr von innen nicht viel Ansehen. Die meisten Einwohner sind Schiffer, Fuhrleute, Träger und dergleichen Leute, welche sich davon ernähren, daß die Kaufmannswaaren, die aus dem Herzogthume Jülick kommen, hier eingeladen, und nach den (IV. Band.) stehen Provinzen eingeschiffet, auch über die Maas mittels einer fliegenden Brücke, welche beyder Stadt ist, nach Brabant versendet werden. Es sind auch die meisten Einwohner der römisch-ka- »holischen Kirche zugethan, und besitzen die Hanptkirche, zwey Mönchs- und drey Nonnenklöster mit ihren Kirche», welche unter dem Bischöfe von Rocr- mund stehe». Die reformirte Gemeinde ist klein. Diese Stadt ist der Sitz des Gerichtshofes, von welchem alle Civil- und Criminalsachen im Anrheiledcr Ge- neralstaate» am Dberquaniere von Gel. der» völlig abgethan werde». Die Mit. gliedcr des Gerichtshofes ffnd, wie die Regenten derStadt, den Vorsitzer aus- genommen, insgesammt römisch, katho. lisch. Aus der Maas wird hier ein Zoll erlegt. In dieser Stadt hat Herzog Wilhelm von Eleve den Kaiser Carl V. fußfällig um Vergebung gebethen, und seinen Rechte», welche ee am Gelderlan- de und Züiphcn behauptet hatte, entsagt. Der Canal, welche» die Spanier im Jahre 1627 bey Rhcinbergrn aus dem Rheins bis Vcnlo ii, dir Maas führen wollten, um den Handel zu verderben, welchen die Holländer auf dem Rhein mit Deutschland führten, rind welcher der neue Rhein oder auch der eugenianische Canal genannt wurde, istbald ins Stecken gerathen. Venlo har im Jahre IZ4Z Mauern und Stadtrccht erhallen, und ist oft erobert worden. Im Jahre 1702 bemächtigten sich jh. rer die Alliirten; damahls machte Ge. neral Koehorn den ersten Versuch sei- ner Kunst, durch ein stärkeres Feuer aus Kanonen und Mörsern, als sonst gewödn- lich war, einen Ort zur geschwinden tte« bergabe zu zwingen. Gegen der Stadt über ist in der Maas eine Insel. wel. che-er Waard genannt wird, auf welcher ein Bollwerk angelegt wurde nm dir Stadt von dieser S ite zu bcfchü» Xkk Ventil N e»t i k a t o r Vers Frz Venner tzen. Gegen dieser Insel über, anf der andern Seile der Maus. liegt die Schanze S. Michel. Das Gedieib der Siadt, welches auch unter der Boibmäsirgkeik -er Grneralstaale» steht, hat gegenm spani- scheii Nordamerika. Sie haiZ Mönchsklöster und eine Kirche. Vera Cruz de Macapa oder Mocapa, eine im Jahr« l/;2 neu angelegte Diadt in Guiana im Vieekönigreiche Neuzra- vada im spanische» Südamerika, mit einem schon vorder erdaueten Fort am linken oder nördlichen Ufer des Amazo. ncnflusses 8 deutsche Meilen von dessen Ergieß,,,,g in das Nordmeer Sie gehört den Portugiesen«ach dem in dem utrech- ter Frieden im Jahre l/iZ die Spanier nnd Franzosen auf diese Gegend feyerlich Verzicht thaten. Vera de Plasencia, 5 S. Justo. Veragua, eine Provinz in der Andiencia Guatimala in Altmexiko oder Neuspa- nien im spanischen Nordamerika, welche sehr gebirgig und waldig ist. Verapaz. Vera knx, eine Provinz in der AuSiencia Guatimala im Vicekönig- rciche Altmexiko oder Neuspanien im spanischen Nordamerika. Sie ist gebirgig, aber dennoch fruchibar. Der Haupiort beißt gleichfalls Verapaz, und liegt am Flusse Dace. Er ist der S tz eines Bischofs, der unter dem Erzbischofe von Mx.ko steht, und des spanische» Alcaidc Mayor. Dtrbkrie, ein S. ädlchen an der Oise in dem ehemahligen Herzogtbume Valois in der Jsle de Arance in Frankreich, in welchem verschiedene Kirchenversanim- lungen gehalten wurden Nahe dabey ist eine mineralische Quelle, deren Was. ser kalt und unschmcckbaft ist. Sie hat klwas von rinem Salze, welches dem gemeinen ähnlich ist. Derbosania, eine große Stadt in Bosnien in der europäische» Lürkey, in welcher viele türkische Kausleuie und Ha idiverksleutc wohnen, üercelli, eine Herrschaft und ziemlich große und schöne Sradk nahe hrp dem Flusse Berchr« Verben F2y Sosta in einer von kleinen Flüssen, davon einer durch die Stadt fli-ßr, häufig zertheilten fruchtbaren Gegend im eigentliche» Herzogtbume Piemont in Jralien. Ehemahls war ste eine gute Festung, welche die Spanier im Jahre >6,8 eroberten, und 22 Jahre lang behielte» Als aber die Franzosen sich derselben bemächtigten, verwüsteten sie die Citadelle und alle Festungswerke. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Mailand steht, und bat zwey Kachedralkirchen, welche mit einander um den Rang streiten,>r Pfarrkirchen, 2 Ablcve», ,2 Mönchsklöster, Z Propsteycn, 2 Priorate, 7 Nonnenklöster, Z Armenhäuser,L Hospitäler, und ungefähr 20000 Einwohner, worunter sich 200 Jude» befinden. Vrrchen, ein Amt, adeliges F'äuleinklo» ster und Dorf am kiimmrrowschen Sre im demminscheii Kreise in dem preussischen Antheile an Vorpommern. Berde, Vclverde, eine reiche und wohl grbaucte Stadt i» einem sruchibarcn und weiurcicheii Thale im Vicetöiiigrei» che Peru im spanische» Südamerika. Sie ist der Sitz eines spanischen Gouverneurs, und bat gesunde Leute. Verve, Capo Verve, s. Inseln des grünen Vorgebirges- Verdeck, ein»ur noch in dem Schiffsbaue übliches Wort, den Boden eines Schiff S, der dasselbe horizontal in zwey Raume abibcilet, zu bezeichnen. In wei. lerem Verstände bezeichnet es bey den Schiffen das, was man a» Gebäuden auf dem festen Lande einen Stock oder ein Stockwerk zu nennen pflegt. Verben, ein Fürstenrhum an der Weser, Aller und Wümme im westpbäiischen Kreise, welches gegen Süden an die Grafschaft Hoya, gegen Weste» an das He zogibum Bremen, gegen Norden und Osten aber an das Lünebiirgische grenzt. Vormahls war es ein BiSlhum, Lxx 2 Verb»» Drrbun Vergär« FZv Berbea welches aber im westfälischen Frieden secularisirt, und an die Krone Schweden adgrlrcten wurde. Dieses ganze Für- stenihum ist in dem nordischen Kriege, gegen Bejahin»» einer großen Summr Geldes, dem Churfürsten von Braun- schweig- Luneburg eingeräumet, und vei möge eines TraciatS im Jahre 1719 auf ewig abgetreten worden. Im Jab- re>7L7 wurde es von den Franzose» besitz«, aber bald darauf wieder»erlassen. D>e Hauptstadt Verben, Verchis, liegt an der Aller, die sich bier in zwey Arme theilt, und in die Weser fäll!, enthält 4 Kirchen, eine lateinische Schule»nd 470 Häuser, und liii im Jahre-747 großen Brandschaden. Verblei-, eine kleine Stadt in der Landschaft Alby in Doerlanguedoc in Frankreich. Derbvn, ein Fluß in Provence in Frankreich, welcher in bin Alpen entspringt und sich in die Dnronce ergießt. Verbvn, Ve-roclutium, die Hauptstadt einer Landschaft gleiches Nahmens>m ehemahligen Gouvernement von Metz in Frankreich. Sie liegt an der Maas, ist der Sitz eines BiSthnmS, da, einen großen Umfang, ist ziemlich volkreich, vnd bestehet aus drey Theile», nähmlich auS der obern, untern und nruen Siadk, uns bat über dieß noch eine schöne Citadelle zur Beschützung. Der Hiesige Bllckof war vor der Vereinigung dieser Stadt und ihres Distrikts mit dem französtsche» Reiche ein Reichst,'irst, und nannte sich b,S zur Revolution auch noch so. ungleichen einen Grafen von Verdun Er bat den Erzbischos von Trier zum Metropoliten, sein K.rchsprc„«el begreift ZLO Pfarre»,»nd er ward am römische» Hose auf 4466 Gulden taxier. Außer der Katbedralkirchc aibt e- Hier»och eine Coücaiatkirche und y Pfarrkirchen, und bis zur Revolution zählte man noch 6 Abteyen,»ersjie- denk Klöster, ein Collegium und ei» Gene-raiho'pilal. Diele Siadr, welche sich im Jahre ILL2 unter französi, scheu Schutz begab, war ebemahls eine Reichsstadt. und ward im Jahre ist:Z ganz an Frankreich adaeirclen. Vrrdun, Ve-iiciunum Lulirum, eiiie kleine Stadt und> heiuadliae Gralichast am Zusamiuknstuffc der Dvnx und Sao- ne tu der Landschaft DijonviS in Beur« goane in Fiaikrech. Ihre Vorstadt, NabmenS S. Iran, ist größer und schöner, als sie selbst. Verbun, eine Neu,e^ volkreiche Stadt an der Garantie in Gascogne in Frankreich, welche der Haupiorl einer i-e vn- dern Herrschaft war, zu der auch das Städtchen Grauada gehörte. Verdun, ein IIUI Mauern umgebener Flecke» im Königreiche Aragon»» i» Spanien, bey welchem sich die kleine» Flüsse Aragon und Veral verriniae». VerbnnvkS, eine Landschaft im ebkMib- ligeu Gouvei nement voi Aietz n, Fiank, reich, welche sich länas der Maas erstreckt, und volkreich, und m» aroße» Flechen und Dörfern angesüü- ist; oder nur die einziae oben deschrubene Siadt Verdun kblhält, von welcher sie de» Nahmen dar. Im münsterscheii Friede» vom Jahre 1648 trat d«S h> ut-chr R>ii. Beringe». s. Vorlügen. Verkleidung,>m Schiffbaue die Planke», welche die Wand am Bord« deS Schiffes ausmachen. Verlang«, s. Bert Inga. Beruiaudois. ki»e Landschaft in der Pi- cardte in Frankreich. S e bat den Nahmen von den Vermandiircr» bekomme», die ehemahls hier gewohnt hatten. Venngrlou, eine kleine Siadt in der ehemahligen K, afschaft l'Anxerois n, Bonc- gogne in Frankreich, von welcher schon in einer U künde auS dem Jahre e>am ipanilchcn No-danierika. Verinöaeuasteuer, eine Abgabe an die Obrigkeit,»veiche lemand von seinem Vermont Verona FZr Vermögen, besonders von barem rnt- richiet. Vermont, eine kleine Landschaft in dem Freystaate Neuyork voi, Nordamerika, welche unter dem Nahme» Green Moun- tain Boys noch bekannter ist, eine Zeit lang die vierzehnte Provinz dieses Frey- staatS war, und von wohlhabenden Einwohner» bewohnt wird. Vernageln, feine Kanone), durch ringe- fchlagene Nagel oder Bolzen in das Zünd» loch dieselbe unbrauchbar machen. Vernek, ein Oo-s in der ehemahligen Grafschaft Rnnffillon in Frankreich, welches seiner nützlichen warmen Bäder wegen merkwürdig ist. Vernein!, Vernolium, eine Stadt und ehemabliqes Maeq aisat an der Auer in der Obernormandie in Frankreich. Sie hat ei» Collegium, 2 Klöster und einige Kirchen. Vormahls war hier ein festes Schloß. Dnnon. eine Stadt an der Seine in ei» neu» schönen Tbale in der Obernorman- die in Frankreich, Sie enthält 2 Pfarr» kirche». eine Collegiatkicche, 6 Klöster und ein Colleginm. Berocza oder Veroviticza, eine Herrschaft und Markiffeck'n in der Wcrowi- tiyer Gespanschast in Slavoi-ien in welchem stich ei» Franciseanerklostcr befindet. Ehemahls war er ein fester Ort. Verölt, Veruiae, eine Siadt in Cam- paq>a di Roma im ltirchenstaatr Sie Hai ein Bislbiim, welches iimnittelbar «iikrr dem Papste stehet, eine Käthe, -ralkirche, 7 Pfarrkirche« und g Klöster. Verona, eine sehr große»nd nach alter Art befestigte Slidt im vcranestschen Gebieihe in der Republik Venedig Sie hat Z Castelle, deren Lauf einem Berge liege», das dritte aber steh in der Ebene am Flusse Eifch oder Asige befindet Dieser Fluß fließ, mit'en durch dir Stadt. und über densrlbe» find 4 steinerne Brücke» grbauet, von welchen Verona -5ZS Verona die vornehmste z48 Fuß lang ist. Die Stakt fällt in ihrer angenehmen Gegend von einer benachbarten mit Gärten besetzten Höhe besser in die Augen, als man sie wirklich findet, wenn man hinein kommt; denn ihre meiste» Gassen find enge, krumm, kothig. und mit Häusern ohne Ansehen bebauet; doch hat fie auch einige breite Gassen, ansehnliche Plätze, gute Kirchen und wohl gebauete Pallä- sle. Die meisten Gebäude, Brücken, und das Pflaster der bedeckten Gänge auf den Seiten der Gassen find von Marmor, der in der Nachbarschaft der Stadt in der Menge gebrochen wird. Die Anzahl ihrer Einwohner wird auf L77L9 geschätzt. Das hiesige BiSthnm, welches unter dem Erzbischvfe von Udi- »e steht, trägt jährlich 4 bis Lose, Scudi ein, und der Bischof ist Graf von Bodolone und Monte Forte, welches 2 Schlösser sind. Die Domkirche ist ein altes Gebäude, in welchem Papst Urban III. begraben liegt. Außer derselben sind hier 48 Pfarrkirchen, 2Z Mönchs- und i§ Nonnenklöster,>8 Hospitäler und 4z andere Kirche». Di- Kirche di G. Giorgio ist eine der schönsten in der Stadt, und gehört den Belieb clinern. Auf dem Piazza d' Mar- eanti steht der Pallast de« gelehrten, berühmten, und um sein Vaterland in Ansehung der Alterthümer sehr verdienten Scipio Maffei, und ist unter den Privalpallästen der schönste in dieser Stadt Der Pallast, in welchem sich die hiesige 8c>cietäs oder däcLcisraiiL klailnrmonica, und die Gesellschaft der s'fiiloti, welche die Aufnahme der ritterlichen Uebungen zu befördern sucht, versammelt, ist auch merkwürdig, zumahl, da hier in eine Mauer alle die alten Inschriften und Denkmable in earu> frischer, panischer, ägyptischer, griechischer und lateiuischerSprache gesetzt wurden, welche man seit vielen Jahren theil- in hiesiger Gegend ansgegraben, theils sollst zusammen gebracht hatte. Der-roß, te Play der Stadt ist Pinzza d'Armi, auf welchem eine marmorne Bildsäule steht, welche die Republik Venedig vorstellet. Auf dem Palazzo dclla ragione oder Sttldkbause steh« man die Bildsäule« berühmter Männer, die Verona und ihr Gebieth hervorgebracht bat, nähmlich des CatnlluS, Aemilins MacruS, Cornelius NcvoS, des ältern PliniuS, und DitruviuS; wozu noch die unter einem hohen Bogen stehende Bildsäule des HieronymuS Fraeastor kommt. Da« merkwürdigste»nd wichtigste hiesige Al- tertbum ist das berühmte römische Am- phikheatcr auf dem wcitläuftigen Piche Wen, welches sich von allen andern noch vorhandenen darin»»tcrscheidet, daß die Stufen oder Bänke, auf welchen das Volk saß, noch ganz da sind; doch ist das Wenigste davon alt. Es hotten 22>84 Zuschauer darin Platz. ES fehlt daran die äußerste Mauer nndoaS oberste Stockwerk. Nahe au der Stadt liegt eine schöner Platz, der ehemahls Gumpus^stnrlüus-genannt wurde, jetzt zum Jahrmärkte gebraucht wird, und gleich einer kleine» Siadk inS Ge. vierte mit 4 Thoren so angelegt ist, daß man aus der Mitte durch die in gerader Linie angelegte» Kaufläden nach allen Thorrn hinaus sehen kann. Die Handlung der Stadt ist noch erheblich; den» die Einwohner sind fleißig, und arbeiten stark in Seid, und Wolle: auch wird hier viel Leder bereitet, und znm Theile zu Handschiibe» verarbeitet. Man führt auch medicinische Kräuter, welche aus dem Monte Baldo gesammelt werden, Oliven, Oehl, etwas Wein, welcher recht gut ist, und Leinwan» aus. Ob die Hltrurie,^ oder Eiiqanerr die Stadt erbauet haben, ist nicht entschieden Rom ertheilte ihr das Bürger, recht. In den mittlern Zeiten war fie Derrue Beeonesis Verreg eine freye Republik. Die Sealigcri wa. reu 170 Jahre lang Herren dieser Stadt, und einer derselben hat zu seiner meh. reren Sicherheit, um die Stadt im Zaum zu halten, das oben gedachte dritte Castell anlegen, auch die große steinerne Brücke bauen lassen. Im Jahre 1^87 verjagte der erste Herzog von Mailand, Galeazzo Maria, die Sca» äigeri, und bemächtigte sich der Herrschaft dieser Stadt; im Jahr« 140Z aber ward ste von den Venetianern erobert. Der Adel dieser Stadt ist meistens unter den Veuetianischen aufge. nommen worden. Veronesisches Gebieth, il Veronese, ein Sn'ick der Lvmbardey im Gebiethe der Republik Venedig, welches ei» schönes und fruchtbares Land ist, d«S gute Pfirsichen, Melonen, Feigen, Erdbeeren, Trüffeln, sehr große Art!, schocken, Spargel, Kastanie», Aepfel, Birnen, Pflaumen, Wein, Olioen, vielerlei) Kräuter und Getreide hervor bringt. Man findet auch in demselben vielerlei» Pelrefacta, und guten Marmor. Unter den Berge» ist der Monie Baldo ivegcn seiner seltenen Pflanzen, seines gelben violetgefleckten Marmors, und wegen seiner grünen Farbcncrde, welche unweit Brontonico gegraben wird, der Monle Bolea aber wegen der viele» Versteinerungen und der vielen Abdrücke von Fischen vornehmlich zu bemerke». Das veronefische Gebieth bringt der Republik Venedig jährlich L60000 Ducati riri. Veroviticza, s. Verve;«,. Berpallisadieren, einen Drt mit Pallisa. den versehen, daß der Feind nicht einbrechen kann. Derpilliere, ein Städtchen an der Bour- be im Unterdauphiue in Frankreich. Vcrrez, Vitriol um, ei» Flecken am Fuße eines Hügels mit einem feste» Kergschloffe, und einem Kloster regn- Verfall Fzz kirter Chorherren im Herzogihnme Ao- sta in Italien. Verrua, Verruca, ein kleines Städtchen auf einem Berge am Flusse Po im Hcrzogthume Montferrat>in Italien, welches ehemahls eine starke Festung war, im Jahre 1625 von den Spa. niern drey Monathe belagert, im Jahre ,6Zy aber eingenommen war- de. Die Savoyarde» nahmen fie im Jahre 1662 wieder weg; sie ward aber den Franzosen zur Besatzung ringe, räumt, und cilf Jahre von ihnen besessen. Herzog Emanuel H. ließ die Festungswerke vermehren. Im Jahre i/OL wurde fie nach einer langen Bela- gerung von den Franzosen eingenommen, und die Festungswerke geschleift. Verrncola, eine alte Festung auf einem sehr hohen und steilen Felsen im Ter- rilorio Pisano im Großherjoglhume Toskana. Versailles, vorder Revolution das größte und merkwürdigste königliche Lust. schloß in der Jsle de Franc- in Frank- reich. Der Drt kommt schon in Urkunden des 11. Jahrhunderts vor. Lud. wig XIII. kaufte ihn, und ließ hier ein noch vorhandenes Jagdschloß bauen; Ludwig XlV. aber führte einen prächtigen und weitläuftigen Pallast auf, der regelmäßig gebauet, inwendig mit den schönsten Mahlereyen und andern kostbaren Zicrathen geschmückt ist, und Zoo Millionen LivreS gekostet huben soll. Er hat auch eine schöne Capelle. Die Gärten theilen sich j„ den großen und kleinen Lustwald. Der ungemcin angenehme kleine Lustwaid ist mit den schönste» Bildsäulen, Springwäffern, Wasserfalle» und BosquelS geziert. Der große Lanal i» dem großen Lustwald, welcher das Wasser des Flusses Eure hierher führt, ist Z2 Loisen breit, und 800 lang. Er wird in der Mitte von einem ander» durchschnitten,-cr un» gesahr Lo» Toisen lang ist, und von dessen L Armen einer bis nach Tria« non, und der andere bis»ach der Menagerie geht. Die kostbaren Wasser, werke sind mit besondern Gittern verschlossen, und sprangen nur bey außerordentliche» Gelegenheiten; die unser, schloffenen aber sprangen im Sommer beständig. Die Menagerie war zwar hauptsächlich zur Ausbehaltung seltener Thiere gewidmet; sie enthält aber auch ein sehr bequeme» und schönes Wohn- gebaude mit sehr wohl eingetheilten kleinen Sommer-und Winterzimmern, welche durch einen achteckigen Saal von einander abgesondert werden, um welchen 7 Hose her liege», worin sel- tenc und merkwürdige Thiere waren. Der schöne Pallast Trianon gehört auch hierher, der zwar nur ein Stockwerk hoch ist, aber durch den von außen häufig angebrachten bunten Marmor ein angenehmes und prächtiges Ansehen bekommt. Weil Versailles vor der Revolution der gewöhnliche Aufenthalt des königliche» Hofes war, so hat srl. bes zur Anlegung einer Stadt Gelegenheit gegeben, deren Straßen schnurgerade, und mit einer großen Anzahl Pallästen bebauet sind. Sie wird durch drn großen Zugang zum Schlosse, der aus Z Alleen besteht, in Alk. uiidNeu- Versailles abgetheilet: jenes hat viele Palläste, dieses aber ist noch schöner gedankt. In der alten Stadt ist ein Kloster, und in der neuen eine Pfarr. kirche, nebst einem großen Hause, wel- ches für die Missionarien-es heiligen Lazarus, bestimmt war, die der Kirche vorstanden. Vor der Revolution hatte Versailles seinen besondern Gouverneur, der unmittelbar unter drm Könige stand. Versetz, Wersitz, ein Marktflecken im Temeschwarer Bannat, von welchem der umliegende Distrikt benannt wird. Er liegt am Fluß« des gleichnahmigen Berges, und in der Gegend desselben wird guter Wein gebauet. Hier wohnt der griechische Bischof von Karansebes. Verteil, Werkesch, das berühmteste Ge. birg« in Ungarn, welches in der Stuhl, weissenbueger Gespanschafl liegt, ganz mit Eichenwaldung bedeckt ist, und sich durch viele Gespanschaften erstreckt. Verteilst oder S. Me,ird de Vertrust, eine kleine Stadt an der Charente in der Landschaft Angonmois in Frankreich. Vertüs, VrrUickum csliellum, eine kleine Stadt und ehemahlige Grafschaft in Dberchampagne i» Frankreich. Die Stadt liegt am Fuße eines Berges, aufwelchem ziemlich guter Wein wächst, und hat eine Collegialkirch« und zwk- Abtcyen. Verviers, eine kleine Stadt im Hochstifte Lüttich im wcstpbalischen Kreise, in welcher gute Tuchmaiiufacrure» sind. VervinS, eine kleine Stadt auf einer Höhe in der Picarbie in Frankreich, welche den Titel eines Marquisats führte, und wegen des Friedens bekannt ist, der hier im Jahre>L8y zwischen Frankreich und Spanien geschloffen wurde. Verzasca, ein Thal in der Landvogttp Luggarus in der Schweiz, welches z geographische Meilen lang ist, den Rahmen von einem Flusse bat, der sich unweit Laggarus bey Gondola in den Langensee ergießt, und in welchem sich 7 Pfarren befinden. Verzicht, s. Ceffion. Vesvll!, Velolium, eine kleine Stadt auf einem Berge, an dessen Fuß der Fluß Durgcon fließt, i» der Fran- che Comte in Fraukreich. Ma» findet hier eine Eollegialkirche, Z Klöster und ein ehemahliges Jesuiten- Colle-ium. Diese Stadt hat in den Kriegen virl gelitte». Vesuv, ein wegen seiner Fcu-ranFivürfe Vesuv berühmter Berg in Terra diLavoro im Königreiche Neapel. Er liegt 8 Italic- „ische Meilen von der Stadt Neapel, und hangt nicht mit dem apenninjschen Gebirge zusammen. Die untere Hälfte desselben ist mit fruchtbaren Bäumen und Weinstöcke.-!-besetzt, und ganz unten ist er nicht weniger fruchtbar; das flache Land um ihn herum ist auch reißend, und die Luft ist daselbst gesund und rein. Der kbst.iche Wein, welcher unten in dem Tbale zwischen ihm und den Bergen Sonrma und Ottajan» wächst, ist von dreyerley Art, nähmlich Vmo grcco, gelber Muscateller- ivcin, und ein rother Wein, welcher durch einen Mißbrauch iä-ucr^mLs Liiriüi genannt wird. Von dem letzten wächst nur wenig, und ist nur in den Kellern des Königs vorhanden. Wenn man den Vesuv aus dem Tbale, welches zwischen ihm und den Spitzen der Berge Samma und Dtkajano ist, besteiget, findet man nichts, als tiefe schwarze Asche, Schlacken und Steine. Wegen der gedachten schwarzen Asche, Mit welcher der obere Theil des Berges bedeckt ist, verursacht seine Besteigung große Beschwerlichkeit; denn man braucht 2 Stunden, um den Gipfel desselben z» erreichen. Die Bauern, welche in der Nähe wohnen, leisten den Fremden, welche ihn besteigen, darin zwar nützliche Dienste, daß sie voran gehen oder kriechen,»nd den Fremden, die stch an die über ihrs Leiber befestigten ledernen Riemen ha ren, die Mühe im Steigen erleichtern; sie werden ihnen aber durch ihre Mrnge und Zudringlichkeit beschwerlich. Je höher man den Berg hinan kommt, je heißer findet man seine» Boden. Man hört auch in demselben ei» oftmahlige- Knällen oder anderes starkes Griöse, lind hin und wieder sind Rauchlöcher, aus welche» beständig einiger Rauch (IV. Band.) Befprim FZ ss aufsteigt, der aber nicht beschwerlich ist, zumahl wenn der Wind wehet und ihn zerstreuet. Seine Bocca oder Oeff- »ung verändert ihre Gestalt bey einem jede» heftigen Ausbruche;»nd manch, mahl ist ihre Tiefe so gering gewesen, daß neugierige und dreiste Leute es gewagt haben, weit in dieselbe hinab zu steigen. Wann der Berg wüthet, macht er zuerst ein erschreckliches Getöse, davon alle umliegenden Drke erschüttern, hernach streuet er Asche und wirft Stet. ne aus, unter welchen manchmahl einige 4 bis L Zentner schwer sind. Zu verschiedenen Mahlen, als in den Jahren 1694,>7^7, 17.-1,^7^4, 1755, 17-9, 1760, 1766. ,767 n. s. w. sind ganze Feuer-ströme von geschmolzenem Schwefel, Metallen, und Mineralien von demselben herabgrstoffeii, worin große Steine schwammen, und dadurch wurde die ganze Gegend, die dieser Strom durchstrich, verwüstet. Wenn diese flüssige Materie kalt wird, bekommt ste die Härte eines Steins. Man hat bey angestellter Untersuchung ge. funden, daß die ausgeworfene» Slci. ne allerhand Mineralien, selbst Gold, Silber, Kupfer, Zinn und Bley enthalten haben. Eine jährliche mäßige Unruhe dieses Berges sehe» die Einwohner der benachbarten Gegenden nicht ungern; weil das Land alsdann weui- gern und gelindere» Erdbeben»nker- worfei» ist. Man hat bemerkt, daß der Vesuv und Aetna vielmahl zn gleicher Zeit Danipf und Feuer ausgestoßeir haben. Vesprim, eine Stadt in der Vesprimer Gespanschaft i» Niederunzar», welche auf einer Höhe liegt, und der Gttz eines Bischofs und eines Domrapitcls ist. Seit dem Jahre 1702, da die Fe. stungswerke geschleift wurden, ist sie ein offener Oet. Nach dein Tode des Matthias Coroinus im Jabre i4e,o ivardo Zz6 VeHch Via»« Vian» Vianna sie von den Deutschen eingenommen. Im Jahre iFFi von den Türke» belagert»»- eingenommen. Im Jahre>L<)L demächrigte» sich ihrer die Christe», im Jahre igyZ abermahls die Türken und im Jahre>LY3 wieder die Christen. J-n Jahre>6;; wurde sie von den Türken vergebens angegriffen, welche im Jahre ,66Z die Stadt plünderten und anzündeten, von der Besatzung des Schlosses aber geschlagen wurden. Vctzch, ein schöner Marktflecken mit einem Lastest in der Torenburgcr Ge« fpanschast im Großherzoglhiime Sie- beiidirge», welcher den Grafen von Kemeny gehört. Veurne, s. Fnrnes. Veoay, Divis, eine Stadt und Landvog- lep in den welschen Landen des CantonS Bern in der Schweiz. Die Stadt liegt am Genfer-See, und hat im Jahre großen Brandschaden erlitten. Seit dem Jahre ,/ZZ hat hier der Landvogt seinen Sitz. Es ist auch hier eine beträchtliche Gärberep. Berit, Normand, eine Landschaft in der Öbernormandic in Frankreich, in welcher ehemahls die Velocaffer oder Bel- locaffrr wohnten, und sehr fruchtbar ist. Vezelay/ eine kleine Stadt auf einem hohen Berge, nahe bey dem Flusse Eure in der Landschaft Nivernois in Frankreich. Sie hat eine Collegigrkirche, ein Kloster und eine Abrey. Vezelisc, ein Städtchen am Flusse Bre- non im Herzogkhume Lschringen in Frankreich, welches eine Pfarrkirche enthält, und bis zur Aevalution der der Sitz einer Vogtey, und der panpt- occ der vormahligen Grafschaft Baude« mont war, auch Z Klöster hatte. Viana, eine Siadt auf einem Berge nicht weit von Ebro mit einem Lastest im Kö- maweiche Nararra in Spanien. Sie hat 2 Pfarrkirche», ein Kloster, und ein reiches Hospital. Im Jahre 16^0 würbe sie vom Könige Philipp zu cincr Stadt erhoben. Von derselben sind ehemahls die erst gebornen Prinzen von Navar- ra benannt worden. Viana ho Bolo, ein Flecken auf einem Hügel am Flusse Bibcp oder Bibsy im Königreiche Galizien in Spanien. Er ist der Hauptort einer Markgraffchast. Vianden, Vienne, eine Grafschaft von ansehnlicher Größe und vielen großen und kleinen Dörfern, in dem österlei. chischci, Antheile am Hcrzogthnme Lu- zembnrg, welche dem Erbstaübalter der der vereinigten Niederlande gehört. Vianden, eine kleine Stadt mit einem Bcrgschloffe am Flusse Onren in eben benannter Grafschaft, weiche ganz van Bergen eingeschlossen ist, und worin sich viele Luchmanufacturen befinden. Dianen, eine kleine Stadt lind Herrschaft am Leck in Sndhostand. Sie gehörte vor Alters dem Hanse Brederode; darauf kam sie durch Hriralh an das burggräf- liche Haus Dohua, und endlich an das gräfliche HanS von der Lippe. Die Generalstaaten kaufte» dieselbe für unge- führ Z^oooci Gulden dem regierenden Grafen zu Detmold ab, und ließen das Städtchen im Jahre 17,^0 auch etwas befestigen. Bey diesem Orte ist der viaa- sche Bosch, eine angenehme Holzung mit dem Lusihause Ameliestein, welches Heinrich von Brederode crbauete, und nach seiner Gemahlinn so nannte. Vianna, ein Flecken nicht weit vom Ausflüsse des Flusses Lima ins Meer in-er Landschaft Entre Ducro r Minho in Portugal. Er ist groß, wohl gebaue, und fest, indem er besonders durch das Lastest S Jago deschi'itzt irird. Er enthält ungefähr 700» Einwohner, uPfarr- kirchen, ei» Armenhaus mit einem Hospital»öd 7 Klöster, er hat auch einen Hafen, der jetzt versandet, undiiurfür kleine Schiff-brauchbar ist. Seine städtische Einrichtung hat er dein Könize Vianna Vi car AlphonS III. zu danken, dei-stc im Jahre>2LZ gemacht hat. Ehemahls gehörte er unter dem Titel einer Grafschaft verschiedenen Herren, jetzt aber der Krone. Dieser Flecken ist der Hauprort des Correicao, und der Sttz eines Cor- regidor, Provedor und Juiz de Fora. ES bat auch hier ein Mestre de Camps General seine» Sitz. Viaima, ein Flecken in der Landschaft Alentejo in Portugal, welcher 14 bis rzoo Eiltlvohner hak. Viaieggio, ein Dorf am Meere mit einem kleinen Hasen und einem festen Thurme in der Republik Lucca. Vialicum, heißt dasjenige, was man jemanden zum Zehrpfcnnige mit auf den Weg gibt. Vibrais, ei» großer Flecken und ehemahliges Marquisat am Flusse BraiS in Niederniaine in Frankreich. Vic, eine kleine Stadt in Unterarmagnac in GaScogne in Frankreich. Dic, ein großer Flecke» in Dberauvergr.e in Frankreich, in welchem man eine mineralische Duelle antrifft, deren Wasser vitriolisch ist. Vic, eine Stadt an der Seille im Distric- te von Metz in Frankreich. Vic de Fczenzac, f Fczenzac. Vic lc Conüs, eine kleine Stadtin Qber- auvergne in Frankreich, welche der Sitz der letzten Grafen von Auvcigue war, »itd in deren Nachbarschaft 4ininerali- sche Quellen find. Dicar, der Nahme desjenigen, welcher die Stelle eines Qbern in gewissen Verrichtungen vertritt. Diese Benennung wird meistens bey Geistlichen gebraucht. Der Papst hat einen GroßvicsriuS, welcher ein Cardinal ist. Dieser hat die Gerichtsbarkeit über alle Priester, so wohl in- als außerhalb den Klöstern, ja sogar über weltliche Personen»Ild Fremde, wenn sie in einer Bruderschaft smd. Diese Gerichirbalkeit erstreckt sich Viceadmiral Viccnza LZ? auch über die Juden zu Rom, über die Witwe», Waisen und andere elende Personen. Viceadmiral, der nächste„ach dem Admiral, welcher in dessen Abwesenheit seine Stelle vertritt. In England werden sie nach dem Unterschiede der Flagge» benannt; z. B. der Viceadmiral von der blauen, rothen Flagge u. s. f. Vicekanzler, derjenige, welcher in Abwesenheit des Kanzlers dessen Amt verwaltet. Viccköitlg, der Verwalter eines König. reichS. in welchem er im Nahmen seines KönigS mit vollkommener Gewalt und mit vielem äußern Pompe regierr. Viceli'gat, der Nahme eines Beamten, welchen der Papst in eine gewisse Stadt schickt, das Amt eines geistlichen oder weltlichen Statthalters zu verwalten, wenn sich kein Legat oder Cardinal, der so!ch-S verrichtet daselbst befindet. Vicenlino(il), oder das Gebieth von Vi- cenza, ein Stück von der Lombardey, und eine so fruchtbare und angenehme Landschaft im Gebiethe der Republik Venedig, daß man sie den Garte» und das Schlachthaus von Venedig nannte. Sie hak auch guten Weinwuchs, und der Seidenbau ist so erheblich, Laß erjähr- lich ungefähr 200000 italienische Pfund Seide dringt, dic meistens in Viceuza verarbeitet wird. Za Aicovaro, einige Meilen von Viceuza, ist ein heilsames mineralisches Wasser, welches Vitriol mit sich führt, und zu S. Pongrazio di Barbarona gibt es warme Schwefelbäder. AuS der.weiße» Thonerde in der Gegend von Vicenza wird zu Venedig Porzellan verfertigt. Die Hauptstadt dieser Provinz beißt Viceuza, Vicsr-Nn, eine ziemlich groß« Stadt, drrr» Umfang 4 italienische Meilen beträar. Die Flüsse Bachigliour und R«co„e fließen durch dieselbe, und sie hat eine sehr angenehme Lage zwischen Yyy 2 §58 Vicenza Vi e» zwey Bergen in einer weitlänftiqen Eöe- «re. Da der berühmte Bai-meister, Andrea Palladio, hier gebore» wurde, auch hier wohnte, so fehlte es nicht an verschiedenen wohl und regelmäßig er. boucten Palläste», und an andern guten Gebäude»; besonders ist der Platz vor dem schönen Ratbhause wohl gebanst, und auch mit 2 hoben Säulen geziert, auf deren einer sich der geflügelte MarcuSIöwc, und auf der andern die Bildsäule des Heilands befindet. An diesem Platze steht unter andern das Leihhaus, oder Mvnte di Pieta, in welchem schönen Gebäude die ansehnliche öffentliche Bibliothek anzutreffen ist. Man findet hier iZ Pfarrkirchen, 17 Mönchs-»iid 14 Nonnenklöster, a r reiche Hospitäler und ungefähr Zo'ioo Einwohner. Die Kaihedralkirche des hiesigen Bischofs, welcher unter dem Erzbischvfe von Udine steht, hak nichts Besonderes. Die Dominicancrkirche ist wegen ihres HauptaltarS merkwürdig, der vorhin gedachte Palladio hat auch das schöne und bequeme Theater in dem Gebäude, worin sich die^caclemia Ol^mpicorum versammelt, gebauet, und Vincenzio Scamozzi hat es auSge- zieret. Diese Akademie ist eine Gesellschaft gelehrter Leute, die sich besonders aus die Verbesserung der italienischen Sprache legen. Die Stadt hat die Freyheit, dass sie von ihrem eigenen Adel regiert wird, welcher aus dem Cvllegjy d'Doltori und dem Corifig'.rv besteht. Aus diesen werden die Richter und Mit. glieder des Raths erwählt, welche al. le Sachen entscheiden, ohne daß weiter' eine Appellation Statt findet Den Vorsitz in allen RathSversammlunge» hat der von Venedig ernannte Podesta. Von Palladio kommt auch die Zeichnung des außerhalb der Stadt auf dem Camp» Martin befindlichen Triumphbogens her, welcher zur Auszierung dieses öffentli- Vi ch chcn SpazierorlS aufgerichtet wurde. Die außerhalb der Stadt auf einem Berg« liegende Kirche della Madonna de Mimte, zu welcher viele Wallfahrten geschehen, hat eine» schönen Vordergie. bei, und ein Kloster. Von diesem Berge ist die Aussicht über die Stadt»,,d ganze Gegend ungenieiu angenehm. Hier ist auch eine Ackerbangesell chaft, welch« die ganze Landwirchschaft und den Seidenbau zum Gegenstände hat. Diese Stadt ist wahrscheinlich schon vor Chrj. sti Geburt von den fcnonischen Galliern erbauet worden. Von den Römern kam sie unter die Herrschaft der Langobarden, und i» den mittlern Zeiten war sie eine freye Republik. Nachher gehör- te sie bald der Familie Cacara zu Pa< dua, bald den Scaligcri und endlich unterwarf sie sich der Republik Venedig mit der Bedingniß, daß ihr ihre RrgieruiigSform, Gesetze und Privilegien gelassen werden sollten. Attila hat sie geplündert und verwüstet, und Kai- ser Friedrich II. hat sie im Jahre 124» verbrennen lassen. Vieh, s. Vique. Vichy, eine kleine Stadt am Flusse Allier in der Landschaft Bourbonnois in Frank, reich, welche ihrer mineralischen Wasser wegen berühmt ist. Vico, ein Flecken auf der Insel Corsica, welcher die Kachedralkirche des Bischofs von Sagona und ein Kloster enthält. Vico, ein Dorf am Lago di Vico in der Grafichafl Ronciglione im Kirchenstaate. Dieser eben genannte See hieß vor Alters Giinmus, und ist zwar nur klein, überfein Wasser ist zu gewissen Zahrszciten sehr ungestüm. Vico Hella Bavonia, s. Trevico. Vico Equense, Vicus Lcluenüs, eine kleine Stadt am Meere in Terra di La- voro in Neapel, in welcher cia B-schof seinen Sitz bat, der unter dem E Bischöfe v»„ Sarerilo steht. Da sie von Bieo Vieland den Gothen zerstört wurde, hat sie König Carl II. um das Jahr iZvv wieder aufbauen lassen. Vico Pisano, ein halb zerstörtes und wüstes Städtchen im Territorio Pisano im Großherzogthume Toscaua, welches auf einem Hügel liegt, n»d ehemahls ei» fester Ort war. Vlcomte, vor der Revolution in Frankreich ein Ehrentitel ohne Gerichtsbarkeit, welcher demjenigen gebühret, dessen Güter oder Herrschaft zu einer Vi- comtä erhoben wurden. Ju England sind die Vicomtcs alle Mahl Pairs, welche im Parlamente ihren Sitz nach den Grafen iiud vor den Baronen haben. Victoria, ein Castell auf der moluckischen Jnfel Amboina in Ostindien in Asien, in welchem die Holländer ein Hauptcom- toir haben. Dicloria, ein Vorgebirge am Eingänge der magella,tische» Meerenge im spani- schen Südamerika. Victualien, ein nur im gemeinen Leben übliches Wort, die Lebensmittel zu bc. zeichnen. Vidigueria, ein Flecken in der Landschaft Alentejo in Portugal, welcher den Titel einer Grafschaft führt, und -Zoo Einwohner enthält. Viechlach, ein Markist cken mit einrm Psteggerichte an dem Regen im Rent- amte Stranbiiigen in Niederbaycrn. Viechlensteiti, ein Schloß und Herrschaft an der Donau im Aeutamte Bueghau- srn in Oberbayern, welche dem Hochstifte Paffau gehören. Vieiand, eine Amtsvogtey im Hcrzogthu- me Bremen im uiedcrsächsischen Kreise, welche ein sumpsiges und morastiges Land ist, und zwischen der W-scr, Gerste und Rohre liegt; aber doch eine gute Weide, und besonders an Horiivuh ei- ü^derstiiß hat. Es war ehemahls 'in Stück der Grafschcht Lesmoae, und kam mit derselben au das E,zst,fl Breiten»e Biennois men. Zu diesem Amte gehören 7 Dörfer. Vicnue, ein Fluß in der Landschaft Polten in Frankreich. Er entspringt an der Grenze von Lnnoustn, wird einige Meilen über Chatellerault schiffbar, nimmt die Creuse, Gartcwpe„nd den Clain auf, und fällt in die Loire. Vienne, s. Vianden. Vienne, Vienna^IlobroZum, eine sehr alte Stadt an der Rhone in Uuter- dauphins in Frankreich, welche ziemlich groß ist; aber sehr enge und überaus schlecht gepflasterte Straßen hat. Der hiesige Erzbischof hat den Titel des Oberprimas von Gallien. Zu seinem Kirchfprengcl gehören Z6L Pfarre», und er ward am römischen Hofe -8L4 Gulden kaxirt. Die Kachedral- kirche ist ein schönes Gebäude, außer welcher sich hier bis zur Revolution noch 9 Klöster, ein Seminarium«üb ein ehemahliges Zesuitencollegium befanden. Die Kirche notre Dame de la vie soll ein römisches Prätorinm gewesen scvn. Es werden hier Anker, Degen, klingen,„nd andere Eisen und Stahl- arbeiten, imglcichen Papier verfertigt. Im Jahre iZii ward hier die r^ie allgemeine Kirchenversamiiilniig gehalten. Einige hundert Schritte von der Stadt steht ein merkwürdiges römisches Denkmahl, welches aller Vermuthung nach ein Grabmahl ist. Das Gebäude ist unten ein Viereck, und hat auf jeder Seite eine rund gewölbte Oeffunug, daß man üders Kreuz durchgeh, u kaun; auf diesem Viereck aber steht eine star. kc und hohe Pvramide. Das Ganze ist von Oiiadeestückei- gcbauek. ViennoiS, ein Gebieth IN lluterdanphine in Frankreich, welches gegen Süden die Landschaft Valentinois und g>gen Westen die Rhone zu Grenzen bat. Es hatte ehemahls seine eigene» Grafen, welche im eilficn Jahrhunderte Vierhin g Vierraden den Nahmen der Dauphin- von Vien- nois annahmen. Vierdittg, ein nur noch in einigen Gegenden übliche-Wort, eine Art Münze z» bezeichne», welche der vierte Theil einer größer» ist. In diesem Verstände ist in Schlesien ein Bischof-- Vier- ding eine Silbermünze, welche der vierte Theil eines Gulden- ist, lindes Sil- becgroschen gilt. Vier Lande, oder das Marschland, eine Landschaft an der Elbe unweit Hamburg im niedersächsischen Kreise, welche zwischen den Armen liegt, die der eben genannte Fluß macht. Sie gehöret gemeinschaftlich den beyde» Städten Hamburg»nd Lübeck, welche dieselbe von dem Hcrzogthume Gachsen- lauenburg erobert, und im perlebcrgi- schen Vertrage behalten hatten und ist wegen ihrer Fruchtbarkeit überaus angenehm. Der vornehmste Ort in denselben ist Vargedorf. S. Bargedorf. Merling I) Ein Ganze-, welche- aus vier Einheiten bestehet. So wild eine Scheidemünze, welche 4 Pfennige gilt im gemeinen Leben häusig sowohl ein Vierer, als ei» Vierling genannt. 2) Der Vierte Theil eine- Ganzen, in welcher Bedeutung diese- Wort im gemeinen Leben sehr üblich ist, den vierten Theil einer Münze, eines Maße- r-.ne- Gewichte- n. s w. zu bezeichnen. Vienisberg, eine Commentburey des deut. scheu Orden-, welche von dem Unter, lande der Fürstenthum- Culmbach, und vom Fürsteiithnme AnSbach umgeben ist, und auf dem brandenburgischen Gebiethe liegt. Bierruhen, ein Städtchen in einer fruchtbaren Gegend im stoipischen Kreise in der Ulermark im Churfürstenthume Brandenburg, bey welchem dir Welse in die Oder fällt. ES hat den Nahmen von einer hier an der Welse angelegten Mühle von vier Rädern, Viertel Vigevano Viertel, in vielen Gegenden ei» Maß sowohl flüssiger als trockner Dinge, wo es aber doch allemahl der vierte Theil eine- größer« ist. Viertel Cilly, s. Cilly. Viertel Eisack, s. Eisack. Viertel Eti8 findet, welche die Hauptstadt die Vidncasser de- PlmiuS»nd Ptolomäu- war. Vigevancsco, eine Landschaft mit dttt! Titel einer Grafschaft, im Herzogiha- me Mailand, welche im Jahre i/4si durch den Woemser Tractat an den König von Sardinien gekommen ist. Vigevano, Vjs>Ievsnum, eine etwas befestigte Stadt am Flusse Teffiliv in der eben gedachten Landschaft. Sie iß der Sitz eine- Bischof-, der unter da» Erzbischvfe zu Mailand stcbl, und den rriinöge päpstlicher Entscheidung brr »e-. Vigili en Bigo Vihers Villa L4t König von Sardinien ernennt. Außer der Karhedralkirche sind hier 2 Pfarrkirche», z Mönchsklöster und 2 Nonnenklöster- Vigilicn, ein in der katholischen Kirche eidliches Wort, sowohl den Gottesdienst am Abende vor einem großen Feste als auch die Seelenmessen, welche bey der Beerdigung eines Verstorbenen gehalten werden, das Todtenamt zu bezeichnen; da dann auch wohl eine jede Seelenmesse, besonders von feyerlicher Art, diesen Nahmen bekommt. Digilieren, wachsam auf etwas Acht haben. Vigna de Madame Reale, oder Vigne de la Reine, Virren Montana, ein königliches Lustschloß jenseit des Po an der Mitte eines Berges bey Turin im Hcr- zogthume Piemont, aus welchem man in die Ebene eine vortreffliche Ansstcht hat. Der Saal in dem untern Stockwerke ist en fresco gemahlt, und die Zimmer neben demselben sind auch sehr prächtig geziert. Vignette, ei» kleiner in Kupfer gestochener Zierrath zn Anfange ober Ende ei. neS Buchs, oder einer Abtheilung desselben. Vignvla, eine Markgrafschaft»nb kleine Stadt am Flusse Panaro im Her- zogthnme Moden». Sie ist der Geburtsort des großen Gelehrten, Ludwig Anton Muratori. Vignory, ein Städtchen und ehemahlige Grafschaft an der Marne in Obercham- pagnc in Frankreich. Vignot, ein mit Mauern umgebener Flecken an der Maas im Heezogthume Lo. thringen. Vigo, ein mit Mauern umgebener Flecken am M ece mit einem ante» Hafen im KZ. niqreiche Galizicu in Spanien. Er ha,Z Pfarrkirchen, worunter eine Collegiak- kirche und 2 Klöster sind. I.» Jahre 1702 wurde hier die spanische Silberflotte von den Engländern und Holländern angegriffen. Im Jahre 17-9 bemächtigten sich die Engländer und Holländer dieses Lrts. Vlhers, eine Stadt und ehemahlige Graf- schaft an einem See in der Landschaft Anjou in Frankreich. Hier befinden sich 4 Pfarrkirchen und ein Schloß. Vichnyc, s. E-ftnach. Blichen,-ine große Handelsstadt in der chinesischen Provinz Tchekiang st, Asten, woher sehr viele Seide kommt. Bilbao, f. Bilbao. Billa bella, ein Flecken in dem Gonvcc- RLL7"»"------- Villa boa. der Hanp.-ort des Gouvernements Gopaz im portugiesische» Süd- amerika. Villa de Conde, ein mittelmäßiger Flecken ant einem befestigten Hafen am Meere in der Provinz Entre Dnero e Minho in Portugal. Villa de Reyna, s. Repna. Villa de Belas, ein Flecken und der Hauptort der azorischeu Insel S Jörge. Er hat eine Pfarrkirche,«st, Kloster und estien Hafen. Villa d'Jglesias, eine kleine Stadt mit einer ehemahligen Kaihedralkirche und A Klöstern im Königreiche Sardinien. Hier hat ein Generalvicar des Erzbi- fchofs zn Cagliari seiiie» Sih. Villa do Lopo, ein Flecken anf der az». rlschen Insel S. J-rge, welcher der älteste Oet auf dieser Insel und mit einem hohen Felsen umgeben ist. Villa Fallet, ein Städtchen an der Mai- ra lm Fürsteiikbume Picmonr in Italien Villa Ferdinand«, s. Artimmo. Villa Flor, eil, Flecken am Tejo in der Landschaft Alenlejo in Portugal, wel- «her den Titel einer Grafschaft führ,. -illa ftanca, der älteste Flecken anf der azorischcn J„sel S. Miguel, welcker een Nahmen daher bekam, weil er an. L42 Villa Villa fänglrch keine Abgaben bezahlte. Bor seinem Hafen liegt eine Insel, welche etwa eine Meile im Umfange hat, und an der Seeseite wird er Lurch ein Fort und einige andere Werke beschützt. Er hat 2 Pfarrkirchen und 2 Klöster, und zu seinem Gebiethe gehören 9 Oerter und Dörfer. Villa franca, ein mit Mauern umgebener Flecken in einem Thäte am Flusse Oria in der Landschaft Guipuzcoa in Spanien. Villa franca oder Cavannas de DrpeS, ein großer Flecke» in der Provinz Toledo im Königreiche Nencastilien in Spanien, in welchem sich eine Commen- thurep des Ordens S. Jago befindet. Villa franca, eine kleine und feste Stadt in der Grafschaft Nizza im Fürsten- thume Piemont in Italien. Sie liegt unter dem Berge Alda, der fie von der Statt Nizza trennt, und hat«inen freye» Hafen, der durch ein Fort geschützt wird, auf dessen linken Seite sich ein Hafen für die königlichen Galeeren, und eine Docke, in welcher fie gebauet und ausgebessert werden, befinden. Sie ist in den Jahren 1690, 1744 und i/yZ von den Franzosen eingenommen worden. Villa franca de PcnadeS, ein guter mit Mauern umgebener Flecke» im Für- stenkhume Caralonien in Spanien. Villa Hermofa, ein Herzogthum und Flecken iin KöiiigreicheValencla in Spanien. Villa Jesus, eine kleine Stadt auf der philippinische,! Insel Cebu in Asten., in welcher sich ei» Bisihum befindet, welche» unter dem Erzbischofe von Ma» utlla steht. V ll» joyoso, ein königlicher befestigter Flecken am Meere aus dem Hügel ei. „es Berges im königceiche Valencia in Spanien. Villa maurrique, eine Grafschaft in. der Provinz Toledo im Königreiche Neucs- stilie» in Spanien. Villa Nova, eine befestigte Stadt im Für, stenlbnme Piemont i» Italien, welche die Einwobiier von Asti ans den Trümmern verschiedener Dörfer aufgeführt haben. Sie enthält 2 Kirchen und 2 Klöster. Villa nova dr Ccrveira- ein Flecke» am Flusse Minho in der Landschaft Entre Dueio e Minho in Portugal. Er liegt au einem niedern mit Höben umgebenen Orte, ist wohl befestigt, hat gegen Valenz» zn das Fort Azevedo, und enthält eine Pfarrkirche, ein Armenhaus, ein Hospital, und ein nahe dabey auf einem Berge liegendes Kloster. Er führt den Titel einer Grafschaft. Villa nova de Portimao, ei» befestigter Flecken im Königreiche Alzarvc i, Portugal. Er liegt an einem Flusse, der eine» großen und sichern Hafen macht, welcher eine halbe Meile groß, und z Klafter tief ist, und durch 2 Schau- ze» beschützt wird. Der Flecken wurde im Jahre 146z erbauet, zählt ungefähr i6c»c> Einwohner, und hat eine Pfarrkirche, ein Hospital, ein Armenhaus, und ein Kloster. In einer der beyden Vorstädte war ehemahls ei» Jesuitercollegiiim. König Emmanuel hat ihn zu einer Grafschaft erhoben. Villa nova de Porto, ein Flecken am südlichen Ufer des Flusses Duro in der Landschaft Entre Duero e Minho in Portugal. Er ist im Jahre i2LL vom Könige Aiphons errichtet worden, und hat ungefähr 290c» Einwobiier, eine Pfarrkirche, ein Armenhaus, ein Hospital; und ein Kloster. Nahe bey diesem Flecken befinden sich„och 2 Klöster. Villa nova de Principe, eine Stadt in dem Gouvernement Bahia im portugiesischen Südamerika. Villa nueva del Rio, ein Flecken und Haupiort eines Marquisats a>» Gna, Villa Villach Billafames ialquivir im Königreiche Sevilla in Kpanie». Villa ricca oder Mariana, eine Stadt im Gouvernement Mina« Gcraes im portugiesischen Südamerika. Villa ricca, eine Stadt in der Audis», cia de Chili im Vicekönigreiche Peru im spanischen Südamerika. Villa ricca, eine wohlhabende Handels, statt mit einem gute» Hafen am mexi. konischen Meerbusen in der Provinz Tlascala im Vicekönigreiche Aliniexic» im spanischen Nordamerika. Villa ricca, eine Stadt am Flosse G»i- bai in Brasilien im portugiesischen Süd. amerika. In dieser Gegend sind 2 reiche Goldbergwerke. Villa viciosa, ein altes königliches Lustschloß 2 Meilen von Madrid im Königreiche Ncucastilicn, in welchem König Ferdinand VI. im Jahre i/Fe- an einer Raserey starb. Villa viciosa, ein Flecken mit einem gute» Hafen im Fürstcnlhume Asturieu in Spanien. Er liegt an einem Meerbusen, in welchen der Fluß Asta fällt. Villa vicosa, eine Stadt in einer sehr fruchtbaren und angenehmen Gegend in der Landschaft Alentejo in Portugal. Sie ist wohl gehaltet, enthält einen schönen und großen Pallast, den die Kö- nige jährlich eine Zeit lang bewohnen, ist mittelmäßig befestigt, und hat ei» altes Castel zu ihrer Beschükung. Sie zählt.ungefähr Z/oc» Einwohner, zwey Pfarrkirchen, 1 Armenhaus, 1 Hospital und 7 Klöster. Ehemahls war sie die Residenz der Herzoge von Bra- janza, deren Pallast im Jahre 166L von den Spaniern belagert wurde. Zwey Meilen von hier ist ei» schöner Tiiicrgarken. Rillach, eine alte Stadt in Dbcikärn, lhen, welche im Jahre lvo6 dem Bis- Ibume Bamberg geschenkt wurde. Im 3chre ivjZ ward sie durch ein Erd» (I^.'Aqnd.) V'lle beben übel zugerichtet, und sie ist auch oft, besonders im Jahre>L2Z, abge. brannt. Hier bcsindet sich ein Mönchskloster. Dtllafames, eine Eommenthnrey dcs Rit- terordenS, unser lirben Fran vo» Mon- tesa im Königreiche Valencia in Spanien. Villalobos, ein mit Mauern umgebener Flecken in der Provinz Valadvlid im Königreiche Leon in Spanien, welcher Z Pfarrkirchen und ein Kloster enthält, und der Hauptvrt einer Grafschaft ist. Dlllar hon Pardo, ein Flecke» im Königreiche Jaen in Spanien, welcher den Titel einer Grafschaft führt. Dillarral, der beste und größte Flecken in der Landschaft Tras los Montes in Portugal, welcher zwischen 2 kleinen Flüssen liegt, die sich in den Duen» ergießen. Die meisten Häuser desselben stehen außerhalb den Mauer», die wenigen aber, welche von den Mauern eingeschlossen sind, werden die Altstadt genannt. Er hat 2 Pfarrkirchen, 1 Armenhaus, 1 Hospital und Z Klöster. Dieser Flecken ist vom Könige Diany» stus angelegt worden. Aipbvns V. machte ihn zu einer Graffchaik, Johann II. zu einem Margnisat, und Philipp II. zu einem Hcrzog'hnms; unter dem Könige Johann IV. aber fiel er wieder an die Krone^ und ward den Infame» zu Theil. Dlllars, ein kleiner Dktiii Uaterprovcn. cc in Frankreich, welcher bis zur Revolution ei» Herzogth.iM und eine Pai- rie war. Dills Die», ein großer und reicher Flecken in der Niedernorniandie in Frank» " reich, in welchem eine Coniuiemhurey des Johanniteeordens war. Dills Franche, ein Städichen zwischen^ Gebirgen am Tel i„ der Geailcharl R us»' sillori in Frankreich welches der Haupt, ort in Coustans ist, und eine schöuL Lzr. Z44 Ville Villeneuve Villeneuve Villingen Pfarrkirche hat. Ludwig XIV. ließ nebe» demselben ein festes Schloß bauen. Ville Franche, Vraucopolis, die vor. nehmste Stadt am Flusse Aveyron in der Landschaft Rouergue in Gnyenne in Frankreich. Sie hat eine Collegiatkirchc, ein Collegium, A ehemahlige Klöster, und außerhalb der Mauern befand sich eine Carlhaufe. Hier wird starker Handel mit Leinwand getrieben und viel Kupfer verarbeitet. Bisse Franche de Lauraguais /ein Städtchen in dem Lande Lauraguais in Ober- langnedoe in Frankreich. Villefranche, ein Städtchen an der Meu- sc in Dberchampague in Frankreich, welches ehemahls befestiget war. Villefranche, Villa, Vrnncn, die Hauptstadt der Landschaft Beaujolois iii Lyo»- «ois in Frankreich. Sie liegt am Fluß- chen Morgon, und hat eine Collrgiat- kirche und eine Akademie der schönen Wissenschaften, welche letztere im Jahre 1679 gestiftet, und im Jahre r6yZ bestätiget wurde. Villemur, eine kleine Stadt am Flusse Tarn in Obcrlangnrdoc in Frankreich. Vissena,-ärbncnln, eine Stadt im Königreiche Mnreia in Spanien, welche zwey Pfarrkirchen und 2 Klöster bat, und den Titel eines MarqnisatS fuhrt. Villeneuve, eine kleine Stadt in dem ehemahligen Fürstenthume DomdeS in Frankreich, welche vorzeiten ein Schloß hatte. Visseneuve, ein Städtchen in der Landschaft Rouergue in Guyenne in Frankreich. Vissrneuve d'Agrnois, ein Städtchen i» einer fruchtbaren Ebene am Flusse Drot in der Provinz AgenoiS in Gu> . yenne in Frankreich. Villeneuve d'Avignon, eine klein-Stadt auf einem Hügel an-er Rhone in Un. rerlangueboc in Frankreich, in welcher eine Benedictinerabrcp, und eine schj, ne Carthause lag. Visseneuve de Berg, eine kleine Stadt an der Rhone in Unterliuiguedoc in Frankreich. Villeneuve l'Archeveqne, eine kleine Stadt an der Vanne in der Landschaft Seno< uois in Oberchampagne in Fraiikreich. Visseneuve le Roi, eine kleine Stadt an der Nonne in der Landschaft SenonoiS in Oberchampagnc in Frankreich. Visseneuve lcs Clermout, ein kleiner Drt eine halbe Meile von Clermout in tlu- tcrlanguedoc in Frankreich, in welchem sich eine vortreffliche Tuchmanufactur befindet, die die meisten Tücher liefert, welche nachher Levante geschickt werden. Villeneuve les Maguelvnne, eine Stadt in der Landschaft Montpellier in Un- teclanguedoe in Frankreich. Visseneuve S. George, eine kleine Stadt an der Seine in der Jsle de France in Frankreich. Auf der andern Seite deS Flusses liegt daS Dorf Villeneuve le Roi, in welchem ein schönes Landhaus ist. Vissegiuke, ein Städtchen in Dbcrlangu» doc in Frankreich. Villers Cottercls, Villaris nck collum Ulretiae, eine kleine Stadt bey dem Eingänge des Waldes NetS in der Jsle de France in Frankreich. Hier ist ein schöner Pallast, welcher dem Herzoge von DrleanS gehörte, eine Pfarrkirche und eine ehemahlige Abtey. Visscrs la monkague, im Herzogthuine Bar in Frankreich, in dessen benachbartem Walde, Nahmens Selomont, Trümmer einer alten Stadt gefunden werde». Vissingen, eine Siadt an der Brirge i« österreichischen Brcisga». Sie liegt in einer fruchtbaren Gegend, hat regelmäßig angelegte und wohl gebauete Gassen, ist wegen der umliegenden Bergt und engen Zugänge wohl verwahrt, und war ehemahls befestigt; dabrr ji- in bei, Jahren i6^Z und i<>Z4vergeb- Vils Vilshofe>r Vilvord en Vinicza F4F «ich belagert, und im Jahre 1704»o» den Franzosen fruchtlos beschossen, aber vorher im Jahre 1688 von denselben eingenommen wurde. Sie hm den Qesterrei- chern jederzeit zu einem Magazin in hiess, ger Gegend sowohl für Lebensmittel als Kriegsbedürfnisse gedient. Es befindet sich hier eine Reichsabtey Bcnedictiner Ordens, und in der Nachbarschaft ein gu. ,c- Bad. Diese Stab! gehörte ehemahls den Herzogen von Zähriugcn, nach deren Abgang sie an die Grafen von Für. stenberg, und nachher an das Lsierrei. chifche Haus kam. Vils, ein mittelmäßiger Fluß i» Nieder, kapern, der eigentlich aus der großen und kleinen Vils entstehet. Erstere nimmt ihren Anfang aus vielen Quellen die sich hinter dem Flecken Taufkircheu ver- einigen; letztere entspringt Z Stunden von Mosburg, und unweit dem Schlosse Ruting machen beyde eine« Fluß aus, der»ach einem Laufe von>4 Meilen bis Vilshofen in die Donau fällt. Vils, ein kleiner Fluß in der Oberpfalz, der im bambcrgischen Amte Vilseck ftl- neu Ursprung hat, und bey Kaluiünz in die Nabe fällt. Vils, eine kleine Stadt und Gericht im Oberinulhal in Tyrol. Vilsbibnrg, ein schöner Marktflecken nebst einem Pfleggcrichie am Flusse Vils km Rentamte Landshut in Niederbayern. Viiscck, eine kleine Stadt»ebst einem Schlosse und Amte in der Ob-rpfalz Z Stunden von Sulzdach. Das Antt scheidet das Sulzbachische in zwey Theile, und gehört dem Hochstifte Bamberg. In dieser Gegend g-bt es gute Eisenhammer. Das Schloß wurde in den Jahren 1604 und 1641 von feindlichen Kriegsvölkern verwüstet, aber wieder heize. stellt. Vilshofen. eine kleine wobl arbanete Stadt nebst einem Land und Pfftagelichte an der Donau im Nenlamie Landshut in Niederbayern, in welcher sich eine Col. legiatkirche befindet. Im Jahre ,70.-; wurde sie von den österreichischen Trup. pcn zwey Mahl eingenommen, und im Jahre 1745 bemächtigten sie sich ihrer mit S:nrm. Viloorden, riiie Stadt beym Zusammenflüsse der Senne und Woluwe an dem brüssclschen Canale im Quartiere Brüssel im österreichischen Brabant. Sie hat ein altes Schloß, welches zum Staats- gesängniffe gebraucht, und worin das brabantische Archiv verwahrt wurde. Ueber dieß befinden sich hier eine Pfarrkirche, 2 Mönchs-und L Frauenklöstcr. Vimieiro, ein Flecken auf einem Berge in der Landschaft Alentejo in Portugal, weicher über>6oo Seelen enthält, und den Titel einer Grafschaft führt. Vimivso, ein befestigter Flecken nahe bey dem Flusse Mazas in der Landschaft Tras los Moittes in Portugal, welcher den Titel einer Grafschaft führt. Vinra, ein Städtchen am Tet, in der Grafschaft Roussillon in Frankreich. Viceftnes, ein altes mit Mauern umgebenes Schloß ein« französtsche Mrile von Paris, welches Philipp von Va- lois im Jahre 1ZZ7 zu baue» anfing, und ssgrl V. gcenbiget hat. Ludwig XIII. lies! einen Theil davon nieder reissen. und ein neues Gebäude aufführen, welches Ludwig XIV. zu Stande brachte. Die alten Thür me desselben dienten zum Siaatsgesängnisse. Hier befindet sich ei. „e gute Porcellanfabrik, und bis;»r Revolution gab es hier auch einen Thiergarten. Vincrnzo di Volturno, ei» berühmtes Kloster beym Ursprünge des Flusses Vol. tnrno in Terra di Lavnrv i» Neapel, welches im Jahre 70Z gestiftet, und bald so ansehnlich wurde, daß es dem von Monie Eassino fast gleich kommt. Vinicza, eine ehemahlige Burg mit einem Zzz 2 L46 BiiiiHa Viola Marktflecken in der Warasdiner Gespan schüft in Oberslavon-en. Vincha, s. Weinitz. Winjtgau oder Bilttfchgau, VsIIiz vsnu- Üs, eines von den nneigeiulich so genannten sechs Vierteln,» aus welchen die gesürstele Grafschaft Tyrol besteht, und worin ehemahls die Vcnostes, ein von den Vennonen abgesondertes Volk wohnten. Vinflittgen, s. Filiflingen. Vinlttiriglia, Iinimilium, eine kleine Stadt mit einem festen Schlosse am Meere im Gebiethe der Republik Genua in Italien. Sie ist der Sitz ei. nes Bischofs, der unter dem Bischöfe von Mailand steht, und hat außer der Äathedralkirche Z Mönchsklöster. Diese Stadt suchte steh im Anfange des iZten Jahrhunderts der Herrschaft der Republik zu entziehen, und bequemte sich erst im Jahre 122z nach langem Widerstände zum Gehorsame. Im Jahre 1746 ward das hiesige Schloß von Sar- dinischen Völkern nach einer harten Belagerung erobert, und im Jahre 1747 bekamen es die Genueser durch Hülfe der Franzosen wieder. Diese Stadt und ihr District ist ein Reichslehen. Vinlfchgau, s. Vinstgau. Viola, 1) der Nahme desjenigen musikalischen Saiteninstruments, welches man im deutschen eine Geige nennt. Ehedem wurde jedes Instrument dieser Art, es mochte zu einer Stimme gehören, zu welcher eS«volle, die Viole genannt; allein mit der Zeit hat jede ihre eigene» Nahmen bekommen. Besonders ist die Discantviole jetzt unter dem Nahmen Violine am bekanntesten: Viole d'Amour, und Viole de Gambe sind noch aus dem Französischen beybehaltene Nahmen; jene, welche mit vier stählernen oder mes-' singenen Saiten und einer Darmfelle bezogen ist, hat eine» silbernen, über, aus angenehmen Klang; diese, welche Violett Vique wegen ihrer Größe zwischen den Beinen gehalten wird, heißt im Deutschen auch die Kniegeige. 2) der Nahme ei. nes länglich runden gläsernen Gefäßes, besonders in der Chymie, wo es zmn Destillieren gebraucht wird. Z) der Nah. me einer Blume und des Gewächses, welches dieselbe trägt; besonders der kleinen wohl riechenden Blume dieser Art, welche in Deutschland in den Wäldern wild wächst, und im Hoch» deutschen unter dem Nahmen des Veilchens am bekanntesten ist. Violett, der Nahme einer in das rokhe spielenden blauen Farbe. Violine, f. Viola. Violon, dee Nahme einer großen Baß. geige. Vioioiicell, der Nahme einer kleinen Baßgeige. Vipacco, s. Wipach. Viper, dee Nahme jeder Art kleiner sehr^ giftiger Schlangen, welche man auch Nattern und Ottern zu nennen pflegt. Allein im eigentlichsten Verstände ist die Viper eine Art Schlangen mit Schil. den am Bauche und Schuppen unter dcm Schwänze, welche lebendiae Jungen gebiert. Ihr Biß ist sehr gefährlich, ob sie gleich nicht leicht über eine Elle groß wird. Vippach, ein Schloß und Amt im Gebic. thr der Stadt Erfnet in Thüringen, Vique oder Vich; Vicus^ulom'tiL, ei. „c Stadt am Flusse Guere im Fürsten, thiimc Catalvnien in Spanien, welche nur eine Pfarrkirche, aber 10 Klöster luid ein gutes Hospital enthält. Der hiesige Bischof hat jährlich 6o»o Du- caten Einkünfte. Zwey spanische Meilen von hier liegt Montfenny, einer der höchsten Berge in diesem Füesten- lhume, dessen Gipfel die meiste Zeit des Jahres mit Schnee bedeckt ist,»nd auf welchem man Amethyste und Topase» stndct.^ Vier Virgitnen Vire, die Hauptstadt des Läudchens Bo- cage am Flusse gleiches Nahmens in der Niederiiormandie iu Frankreich. Hier wird feine Leinwand verfertiget, und bis zur Revolution zählte man hier L Klöster. Virgan, eine kleine Stadt auf der Philip' pinischen Insel Ferdinands in Ostindien in Assen, welche den Spaniern gehört. Virginicn, einer der iZ vereinigten Frey- staaten i» Nordamerika, welcher gegen Norden an Marpland; gegen Osten an das Nordmeec, gegen Süden au Caro- lina und gegen Westen an die allcgani- schcn Gebirge grenzt, und dessen Flächeninhalt gegen AZvc> Ouadratmeilen beträgt. Das hiesige Clima hängt bloss von den Winden ab. Im Winter ist die Luft trocken und klar; doch fällt Schnee in Menge, wie wohl er kaum zwey Tage liegen bleibt. Die Fröste sind schnell und scharf; aber nicht anhaltend. Der Frühling kommt früher als in England, und die Hitze wird durch kühlende Winde sehr gemäßigt; im Julius und August hingegen ist sie außerordentlich; denn die Luft steht gleichsam stille, welches fürchterliche Gewitter hervor bringt. Die Witterung des Herbstes ist sehr veränderlich, und der Gesundheit der Einwohner, welche uns 60000 Seele» geschätzt werden, sehr nachtheilig. Das Land wird von einer Menge schiffbarer Flüsse durchströmt, welche eine» Ueberfluß an Fischen liefern. Es fehlt nicht an grossen Waldungen, welche außer Eichen, Eschen, Fichten und Buchen, auch mit den grössten Ccdern und Ei-pressen prangen. Der Boden ist unnemein fruchtbar, und liefert nebst Zuckerrohr und Reis alle europäischen Getreideartcn, Obst und Baumwolle; doch die Einwohner beschäftige» sich mehr mit dem Tabaksbaue, indem jährlich viele grosse Schiffe mit Tabak befrachtet werden. An Früchten Viril enb Visegrad F47 Und Küchengewächsen ist gleichfalls ein Ueberfluß, so wie auch an zahmen und wilden Thiere». Die Pferde, welche in den Wäldern wild gefangen werden, sind sehr schön, und man trifft auch viele Hirsche, große Herden von Schafen und Schweinen au. Unter den hier befindliche» Zusectcn und kriechenden Thieren ist vornehmlich die fürchterliche Klapperschlange bekannt. Die hiesige Handlung ist sehr beträchtlich, und ausser dem Tabak wird noch viel Holz, Baumwolle, Obst, Sassafras, Felle, Eisen, Bley, Kupfer, Steinkohlen, Salpeter, Amethyste, Crystalle unguter Marmor ausgeführt. Die Hauptstadt des Landes heisst Nichmond. Virncnburg, eine Grafschaft zwischen den Erzsiiften Trier und Cölln im westphä- üischen Kreise, welche den Grafen von Löwenstcin Werthcim gemeinschaftlich gehört. Virugruttd, ein 7 Meilen langer Waltn Schwaben, dessen Länge sich vom Schlosse Baldern bis au das Schloß Tanuenvcrg, die Breite aber von Din- kelsbühl bis au den Harzwald erstreckt. Virton, eins kleine Stadt und Amt im österreichischen Antheile am Herzogchu- me Luxemburg, in welcher im Jahre >7Zy ei» Eollegium erbauet wurde, worin die schönen Wissenschaften geleh- ret werden. Visnaponr oder Blsnaporc, ein Länd- chen im Königreiche Bengale» in Ostindien in Asien. Vlsnapur oder Bejapour, eine Stadt im Staate des Paischwa im Marattenlai!- de in Deca» in Ostindien. Visheck, eine Vogtep und Fleck.» sammt einem rcformirken adeligen Fräulein- stiste an der West! in der Grafschaft Schaucnbiirg j» Wesiphalen, welche Hesscucassel gehören. Vischamund, s. Kischameiit. Visegrad, Plindenburg,-älwin La- Visi eren Visierschuß Viterbg §48 Viset lirum, ei» ehemahls festes Schloß auf einem hohen Berge iu den vereinigte» Gespanschafte» Pest, Pillch und Scholth in Niederungaru, in welchem die ungarische Krone verwahret wurde. Unter demselben lag eine Stadt an der Donau von mehr als Z§o Häusern, in welcher sich die Könige wegen der ge. funden Luft, schönen Gärten und andern Annehmlichkeiten aufhielten. Es dauerte aber das Glück dieses Drts nur bis zum Tode des Königs Matthias; denn jetzt ist das Schloß ein Steinhaufen, und die Stadt ei» geringer Flecken. Visek, eine kleine Stadt an der Maas im Hochstifte Lültich im westphälischen Kcei. se 2 Stunden von Mastricht. Visen, eine Stadt in einer angenehmen Ebene zwischen den Flüsse» Mondego und Bouga in der Landschaft Beira in Portugal. Sie enthält Z Pfarrkirchen, worunter sich auch eine bischöfliche Ka« »hedralkirche befindet, ei» Armenhaus, ein Hospital und Z Klöster. Der hiesige Bischof steht unter dem Erzbischofe von Braga. In der Pfarrkirche S. Miguel do Fetal, die außer den Mauer» liegt, liegt der König Rodrigo begraben. König Johann I. gab der Stadt den Titel eines Herzoglhums. Hier findet man noch 2 alte römische Thürme. Visier, der Nahme des Gitters an einem Heime, welches das Gesicht bedeckt, oder überhaupt der vordere Theil desselben vor dem Gesichte, wodurch man sieht. In der Machcmatik sind die Visiere oder Diopter» diejenigen Theile an den Instrumente», wodurch man auf etwas zielet; das Absehen. Visieret», ein Wort, welches i) eigentlich genau sehe», doch nur in engerm Verstands bedeutet, und für zielen gebraucht'wird. In dieser Bedeutung ist es»och im gemeine» Leben üblich. 2) Den körperlichen Inhalt eines Dinges durch Messung der äußern Fläche» und durch darnach angestellieBerechuunq, be. sonders eines Gefäßes flüssiger Dinge zu finde», es geschieht solches so wohl vermittelst eines eigenen VifierstabeS, welcher in das Gesäß gestoßen wird, als auch vermittelst der Vifierschnur, womit der äußere Umfang ausgemeffen, und darnach der Inhalt berechnet wird. Z) Iu noch weiterer Bedeutung braucht man es nur noch in der Wapenkunst, die Theile und Figuren cinrs Wapens nach der Regel der Kunst zu beschreiben und auszusprechen. Visierschuß, i» der Artillerie ein Schuß, wobey die Kanone bis in den ersten Grad erhöhet wird, welches der höchste Bogenschuß ist, welchen man aus einer Kanone zu macheu pflegt. Vlsiersiab, eil, Nahme eine» Maßstabes, nach welchem der Inhalt der Fässer visieret wird. Tu der Artillerie wird er auch der Caliberstab genannt, worauf der Durchmesser der Kugeln mit ihrer Schwere verzeichnet ist. Visltator, INI gemeinen Leben ei» beeideter obrigkeitlicher Bedienter, welcher die zur Stadt kommende» Güter besichtiget, damit der Zoll davon gegeben werde. Visitation, 1) eine Besichtigung, Untersuchung. 2) Eine gerichtliche Haussuchung. Z) Die Untersuchung der Kirchcn- rechnungen und des übrige» kirchlichen Zustandes einer Gemeinde von einem Kirchenvorgesetztcn; die Kircheiiv>sua> tio». Visikc, im gemeine» Leben der Besuch. Visitieren, besichtigen, untersuchen, durchsuchen. Viso, s. Piemouk. Viterbo, Vitsrbium, eine Stadt im Pa- trimoni» Perri>m Kirchenstaate, und die Hanpkiladt des durch die Schenkn»- der Gräfinn Mathilde an den päpstliche» Stnhl gekommenen Landes. Sie liegt in einem schönen angenehme» Tb»' Vitolan» Vitry le, hat meisten Theils gerade, breite und wohl gepflasterte Gaffen und schaue Häuser, zählt aber kaum rooo Einwohner. Der hiesige Bischof steht unmittelbar unter dem Papste. In der Domkieche liegen verschiedene Päpste begraben. Es befinden sich hier i6 Pfarrkirchen, und viele Klöster Nicht weit von der Stadt gibt es warme mineralische Wasser. Eine italienische Meile von hier liegt eine ansehnliche Kirche der heiligen Juugfau, Nahmens della Q'irrcia, zu welcher viele Wallfahr. 4Zt eine Stadt, und hieß zuerst Bizancio. Ditrs, eine kleine Stadt an der Vilainc in Dberbretagne in Frankreich. Ditring, Victoriacum, eine Abtey Ci- stercienserocdeus am Wördtsee in Un- terkärnthen, welche im Jahre 1117 ge- stiftet wurde. Vitriol, der Nahme eines styptischen Salzes, welches aus einem von einem sauern Salze aufgelösten Metalle entsteht, und einen sauern, herben und zusammen ziehenden Geschmack hat. Vitry le Francois, Viclomncum IHan- oisoi, eine Stadt an der Marne in der Landschaft Pertois in Frankreich. Bis zur Revolution befand sich hier eine Collegiatkirche, ein Collegium, Z Klöster und 2 Hospitäler. Die Stadt treibt einen starken Getceidhanbel. Eine französische Meile von hier liegt dar Bitteai Vivoanr F4y Dorf Vitry le Brulö, welche- ehe- mahlt eine Stadt war, welche im Iah- re iL44 die Truppen Kaisers Carl V. verwüsteten, worauf Franz I. die eben gedachte neue Stadt anlegte. Vittenz, Chrelnitscha, ein Marktflecken in der Neutraer Gespanschaft in Nieder- ungarn, welcher sich vorn Äckerbaue und Weinbauc ernährt» und zum joköischen Gebiethe der Grafen Crdödy und Zso- bor gehört. Vioarais, ein Landschaft in Unterlan- guedoc in Frankreich, welche durch den Fluß Eyrieu in Dber-und Unter- vivaraiS abgetheilt wird, das erstere ist bergig aber doch wohl angebauet; das letztere trägt auch viel Getreide. hat so viel Wein als es braucht, und verfertigt viel Seide. Vivcro, ein mit Mauern umgebener Fle. cken an einem Meerbusen mit einem Hafen im Königreiche Galizien in Spanien. Er liegt an einem Berge beym Flusse Landrose, der sich in den hieß- gen Meerbusen ergießt, und hat zwey Pfarrkirchen, 2 Klöster und 2 Hospi- tälcr, Viviers, Vivarium, die Hauptstadt der Landschaft BivaraiS in Untcrlanguedoe in Frankreich. Sie ist sehr klein, und liegt an der Rhone zwischen Felsen, auf deren Höhe die Kathcdralkirche erbauet ist. Der hiesige Bischof steht unter dem Eczbischofe von Vienne, hat einen Kirchsprengel von Z14 Pfarren, führte bis zur Revolution den Titel ei- »es Fürsten von Donzere, und ward am römischen Hofe auf 440« Gulden taxirt. Es befand sich hier auch einKloflcr. Vivis, s. Vevay. Vivonne, eine kleine Stadt mit einem Schlosse an dem Flusse Elain in Ober- poitou in Frankreich, welche bis zur Revolution den Titel einer Grafschaft führte, und dem Herzoge von Roche- chouart gehörte. L,?o Vizeaya Vlissingcn Vizcaya, s. Biscapa. Vizdom oder Bizthum, der Nahme ei. «eü Statthalters oder Stellvertreters ki-icS regierende» Herrn, welcher in manchen Gegenden noch üblich ist, wo der Vizdom bald ein Statthalter über einen großen, bald aber nur über einen geringelt Bezirk ist. J„ den»litt- lern Zeiten, da die Landeshoheit größten Theils mit in der Handhabung des AechtS bestand, hatten solche Vizdome zugleich die Gerichte, besonders die Lbergerichte über alle peinliche Sa- chen, welche daher Dizthumhändel genannt wurden. Nlaardingm, ein ansehnlicher Flecken an der Maas in Sudholland in den vereinigten Niederlanden, dessen Einwohner sich stark auf die Häringsfischerep legen; denn aus diesem einzigen Drte laufen gemeiniglich j„ einem Jahre mehr Häringsbuise» j„ die See, als aus allen niederländische» Hafen zusammen genommen. Vlieland, eine Insel über der Sübcrfee und Friesland in Nordholland in den vereinigten Niederlanden. Wierbeck, eine Benedictincrabtey nähr bey Loeven in dem österreichischen Antheile an dem HerzsglhnmeBrabant. Vlissingei!, Vließingen, dem Range nach die fünfte Stadt der Provinz Zecland in den vereinigten Niederlanden. Sie liegt an der Mündung der Hont oder Westerschelde, ist wohl befestigt, und hat mehr Bequemlichkeit zur Sch fffahrt und Handlung als irgend eine Stadt in den Niederlanden Ihre im Jahre 1633 auf Koste» der allgemeinen Staaten angelegte Docke, oder ihr Hase», welcher 1700' rhein- ländische Ruthen lang und 2vo breit ist, kann eine Kriegsflotte von,so große,, Schiffen einnehmen; da aber im Jahre 1744 durch Einstürzn«« der Sec- Wieitsc« der Etng.-ng verstopft wurde Vlissingeu so hat man im Jahre 17^0 den Anfang gemacht, die Schleusen wieder herzustellen. Ungefähr in der Mitte deS Hafens, ist die sogenannte trockene Docke zur Ausbesserung der Schiffe. Ander rechten Seite deS neuen Hafens, durch weiche,, ,na„ j» des Landes Docke fährt, befindet sich ein großer Schiff- zimmerwerft, und mehr westwärts ist der Eingang zum allen Hafen, welcher sich in zwey Busen theilt, und für die Kaufsabideyschlffe dienet.§z sind hier Z holländische reformirle Kirchen, eine französische, und eine men- nonitische, und eine im Jahre 176L errichtete Gesellschaft der Wissenschaften, welche seit dem Jahre 176z) die Aeeländische genannt wird. BlS zum Jahre 1400 sah man hier nur eine Fahre zur Ueberfahrt nach Flandern, bey welcher nur einige wenige Häuser standen, welchen Drt man Auffingen oder Flissinge» nannte; j.tzk h ißt er Alt- Vliffittgen, und macht eine Vorstadt an der westlichen Seite der Stadt aus. Dieselbe war damahls ein Dorf, welches zu einer Stadt erwuchs, die erst recht zu blühen anßng, als sie sich im Jahre 1L72 der spanische» Herrschaft entzog, und sich den Staaten srcpwillig unterwarf, daher sie i» eben diesem Jahre zur Belohnung unter die Stimme führendrn Siädte in Zeeland aufgenommen, wohl befestigt, mit guten öffentliche» Gebäude» geziert, und mit vielen Vorrechten begünstiget wurde. Im Jahre iFZ; wurde sie nebst Briel und RammekenS au die Königinn Elisabeth von England uinerpfand- lich eingeräumt, und mit rnglä-dischc» Truppen besetzt. König Jakob VI. übergab sie im Jahre 16-6 wieder an die Slaaren, nachdem das Darlehen vergäret worden war. Im Jahre r/siy brannte die Dstcrkirche, dce Prinze«- hos, und das Land. Seimag-zinab- Vloths VShr Vöklabr Die Kirche wurde bald hernach wieder erbauet. Diese Stadt gehört dem Hause Orauien. Wlolho, ein nahrhaftes Städtchen und Amt au der Weser in der Grafschaft Navensberg in Wefiphalen. Das hiesige aus einem hohen Berge liegende Schloß ist in schlechtem Stande. Ausser einer erangelischen Kirche gibt eS hier auch eine katholische. Im Jahre 174Z ent. stand bey diesem Orte ein Sauerbrunnen/ und nicht weit ron demselben ward im Jahre>7LZ zu Dresbcrg ein beträchtliches Salzwerk angelegt. Voburg»Dohburg, ein altes wüstes Bergschloß nebst einemMarkrstecken„udPflrg- gerichte an der Donau im Aentamte München in Oberbapern. Aus dem hiesigen Schlöffe haben vorzeiten die Grasen von Voburg Hof gehalten. Vocal, ein Wort, um einen einfachen organischen Laut zu bezeichnen, welcher mit der bloßen Oeffnung des Mundes hervor gebracht, und auch ein Selbst, laut genannt wird. Vokalmusik, eine Musik, ko fern sie in menschlichen Stimmen besteht, zum Unterschiede von der Instrumentalmusik. Vocativ, der Nahme der fünften Endung der Nennwörter in der Sprachkunst, welche einige Sprachlehrer die Rufend»»-, andere mit mehreren: Beyfall, die fünfte Endung nennen. In der vertraulichen Sprechan pflegt man einen leichtfertigen Mensche» ciaenVocativus zu nenne». Vockstcdt oder Voigtstadt, ein Schloß und Am» an der kleinen Helme im chnr- sächsifchcn Antheile an der Grafschaft Maiinsield im obersächsischeu Kreise, welches die von Burgesdorf wieder käuflich besitzen. Dcdablc,«in Städtchen in Uulerauver- a»e in Frankreich. Vöhl, ein Marktflecken am Bache Asel oder Esel im beffendarmliäbiifchen An- lheile an Obrrbessen, welcher der Sitz (lV. Band.) Vor in gen H;r des Amtes Jtler und eines Mekropoli. tans ist. Landgraf Georg der Mittlere hat auf dem hier im Jahre t6ÜL er- bauele» Schlosse gewohnt. Vvklabrück oder Föcklabrück, Veclue. poabum, eine wohl gebaueic Stadt in einer ebene,, angenehmen Gegend am am Flusse Vökl im Lande ob der E„S in Oesterreich. Sie hat das Privilegium alle Leibeigene,, in Schutz zu nehmen, und ihre Bürger und Handelsleute find Mit ihren Waaren i„ den ganzen öfter, reichlichen Länder» zollfrei). Sir ist viele Jahre lang zu erst an Churbanerii, und nachmahls an die Grafen von Sal- bürg verpfände, gewesen; ist aber wieder ausgelöset worden, und har im Jahre 1718 wieder Sitz und Stimm?bep der Landschaft bekommet!, vo» welcher sie während ihrer Pfandfchaft ausgeschlossen war. Im Jahre ,626 wurden bey derselben d,e ausrührerischenBauern geschlagn,. Völkeltiurrlt oder Völkcmarkt, Ovniifo- rnm, eine kleine landkssürffliche Siadt an der Dran in ttnterkärnihen, in welcher sich eine Coüegialkirchr oder Drop. stcy befindet. Völkerrecht, der Inbegriff der Rechte und Obliegenheiten der Völker und Skaa. ten gegen ciiiander. Das allgemeine Völkerrecht, so fern sich diese Rechte und Obliegenheiten aus dem bloss,,, Natur, rechte herleiten lassen. Da-willkürliche, so fern sie sich aus hergebrachte Gewöhn, heilen und Verträge gründen. Voerden, eine kleine Stadt im Stifte Osnabrück in Westphalen, welche zwey Mahl abbrannte: Vvrinqrn, eine kleine Stadt auf der Alb am Flusse Lanchert in, schwäbischen Oe. stcrreich, welche ehemahls der Haupr. orl einer Grafschaft war, die nach dem Abgänge ihrer alten Grasen an die Gra. sen von Werdenberg- und nach derselben Erlösch«»-an das Hans Ocsterreich- A a a« Vogtes ,ZZ8 Böröskö Vogt und an die Grafen von Zollern kam, doch so, daß sich Oesterreich die Hoheit über die ganze vöriagische Herrschaft zueignete. Dies« Stadt gehört dem Hause Oesterreich; das Dorf Vorlagen aber mit andern Dörfern unter österrei« chischer Hoheit dem Haus« Hoheazollern- Sigmaringen, welche- den gräflichen Titel von Vöringen führt. Vörüskö oder Bibersbnrg, ein Schloß auf einem hohe» Hügel des karpathi- schen Gebirges in der Preßburger Ge- sxanschafi in Niederungarn, welches den Trafen von Palfy gehört. Vöikau, Bikow, eine Herrschaft und Marktflecken von 148 Häusern sammt einem Bergschlosse im Znaymer Kreise im Markgrafthume Mähren, welche einem Grafen von Wloschin gehören. Bogelfrey, ungeschützt, wie ein Vogel in der Luft, welchen jedermann fangen oder tödte» kann. Man braucht dieses Wort nur von geächteten Personen, welche je, der sangen, oder auch todten kann, der da will oder kann. Vogelsberg, ein bergiger Distrikt ander Wettern», der sich in Hessen nach dem FürstenthumeHersfeld erstreckt. Es fängt dieses Gebirge beyNidda in Obcrhcssen an, und dehnt sich bis nach Niederhes» sen aus. Vogelinsel, s. Wes. Vogesische Gebirge, s. Wasgau. Voghera, eine geringe Stadt am Flusse Stasfora in der Landschaft Pavele im sardiuischcn Antheile am Herzogthnme Mailand. Vogogna oder Ugogna, ein Städtchen am Flusse Tosa in der Landschaft An- ghiera, im sardinischen Antheile am Her- zoglhume Mailand. Vogt, 1) ein Beschützer, so wohl über. Haupt, als auch in engerer Bedeutung, derjenige, der eines Unfähigen Bestes wahrnimmt. In dieser Bedeutung wurden ehemahls nicht allein die Beschützer der Stifte und Kloster, welche sie»ich, allein beschützten, sondern sie auch in weltlichen Sachen vertraten, und die Gerichte in ihrem Nahmen bandhabe- ten, die Advocaten, im Deutschen Vögte, Klostcrvögie, Stiftsvögte genannt; sondern der Nahme Vogt war ehemahls auch die gewöhnliche Benennung, si wohl eines Vormundes Unmündiger als auch eines Curators weiblicher Per^ ssn en. Ja auch ei« Advocat, das ist, ei» gerichtlicher Fürsprecher, Sachwalter, wurde ehemahls häufig Vogt genannt. 2) In einer andern aber nahe verwand, ten Bedeutung, ein Vorgesetzter über» Haupt; z. B. ein Statthalter einer Pro. vinz, als auch derjenige, welcher eines Höher» Bestes iu einem gewissen Bezirke, oder auch in einem Orte verwaltet, ein Amtmann. Vizdom u. s. f. hieß ehemahls sehr häufig ei» Vogt, und führt diesen Nahmen in manchen Gegenden noch. Der Richter, der Präsident eines Gerichts, der das Recht im Nahmen eines Höhern handhabet; in welchem Verstände Vogt ehedem oft einen Rich, ter überhaupt bedeutete. I« einigen Ge- genden ist der Vogt aufden Landgütern so viel als ein Hofmeister oder Verwalter, welcher die Aufsicht über die Feldwirthschaft und das geringere Gesinde führet. In noch geringerer Be> Leutung ist der Vogt in manchen Gegenden ein Unierbedienter, welcher den srohnbaren Unterthanen die Arbeit ansaget, und die Aufsicht bey derselbe» über sie führet. An noch andernOclen ist er ei» Gerichrsbedienter, der die Parteyen vorladet, in Verhaft»inmft u. s. f. Auch derjenige Unterbedienit, welcher die Feldgüter vor den Dickt» und andern frevelhaften Beschädign" gen bewacht. Die Bettelvögte sind gerin» ge Bedienten der Pvlizey, frevelhafte» Bettlern zu steuern u. s. f. Dvgrcy, 1) her Nahme einer Ekhikl^, VogtlänhZsch Vogtland eines Bezirks des Vogtes, das ist, eines StatlhaUers, Amtmanns u. s. f. In geringerer Bedeutung werden an manchen Orten auch die Wohnung eines Vogtes, das ist Kerkermeisters oder Stockmci. sters, und die seiner Aufflchr anvertrauten Gefängnisse die Vogtey genannt. 2) Die Würde, das Amt, die Gewalt ei. --es B- gtes; in welchem Verstände denn auch die Gerichtsbarkeit eines Vogtes höherer Art, ja sein Gericht selbst,diesen Nahmen führte. Z) Die Einkünfte eines Vogts, das ist Schutzberrn. Nogtläildjscher Kreis, ei» Stück von Vogtland und ein Theil des Churfür. stenihuins Sachsen, welcher an den erz- gebirgischen Kreis, a» Böhmen, an das Fürstentbiim Bayreiiih und an den gräflichen reuffiiche» Antheil am Vogtlande grenzt. Er treibt mäßigen Ackerbau, aber bessern Flachsbau, hat einträgli. che Viehzucht, und liefert Kupfer,Ei- sen, Alaun, Topase, Amethyste und Perlen. Er enthält 15 StädteundZ2Z Dörfer. Dieser Kreis wurde nebst andern Landen durch Johann Georgs I. Vermächtnis! seinem jüngsten Sohne, Herzog Moritz, zugetheilt; welcher der Stifter der Zeitzischen Nebenlinie deS Churhauses war; er kam aber im Jahre 1718 nach dem Tode des Herzogs mit den übrigen Landen wieder anChur- sachseu. Vogtland, lerru^stvocutorum, eine Landschaft im obcrsächstschen Kreise, welche gegen Osten an Böhmen und den erzgrbirgischen Kreis, gegen Norden an das Fürstenthum Altenburg und das Osterland, und gegen Westen a» Thüringen und Franken grenzt. Sie gehörte den alten Reichsvögten oder den Vorfahren der jetzigen Fürsten und der Grafen von Reussen, und darf mit Vsri- lcis, einer von dem Vogtlande ganz unterschieden gewesenen Provinz, die in den ältesten Zeiten einen Theil des Boigr Volkach 5^ Osterlandes ausmachte, nicht verwechselt werden. Der Fürst„,,d die Grafen Reussen besitze» jetzt nur einen Theil deS. selben; Chursachsen hingegen hat den größten davon inue. Z„m Fürsten thu. me Bayreuth gehört die Herrschaft Hof, und Sachsengoiha besitzt die Herrschaft Ronneburg, Void, NomLotus. ei» Flecken mit einem Schlosse in der Grafschaft Toulois in Frankreich. Das hiesige Schloß wur. de ehemahls für fest gehalten. Voiglsberg oder Voiglsburg, ein Berg- schloß und Amt im vogtländischen Krrj. sr, welcher Chursachsen gehört. Noisttsdalum, ein landesherrliches Amt im Fürsteiilhiime Wolfenbüttel, welches vorzeiten den Vögten z» Braunschweig gehörte, dir sich von Wenden und Da- lum schrieben, und am Ende des tüten Jahrhunderts ausstarben. Voitiitza, eine kleine Festung an einem Meerbusen in Albanien, welche den Ve- nctianern gehört. Voitsberg, ein landcsfürstliches Städtchen an dem Flüßchen Kainach in Untersteyer. mark, welches von Einigen für die älteste Stadt in Steycrmark gehalten wird. Außerhalb der Stadt liegt ein Carme- literkloster. Die Herrschaft Voitsberg gehört den Grafen von Wagensdcrg. Volcano oder Bolcano,Borcano, Vul- curiia, eine von den liparischen Insel» auf dem toscanifchen Meere, welche 2 beständig brennende Schlünde bat, von welchen der größte gegen Mittag liegt. Von denselben sieht man allezeit Rauch und vielmahls Feuer aufsteigen. Volca. nello liegt gleich daneben, nnd raucht . onch beständig. Von hier wird vielSchwe- fel ausgeführt. Volhynien, s. Wolhyn. Dolkach, ein Amt und kleine Stadt am Maon im Hochstifte Würzbnrg, welche die Grafen von Castell an das BiSkbum verpfändet haben. Von hier wird guter Aaaa 2 FL4 Volk«rote Vollenhov Wein ausgeführt. Der Stadt gegen über liegt auf der ander» Seile des Mayns eine Carthaufe, Nahmen-Astheim. Volkerode, ein Amtim FürstentbumeGo- tha im obersächsische.'! Kreise, welches zwischen dem schwarzburgischen Amte Keula und der Reichsstadt Mühlhauscn liegt. Dieses Amt entstand au« den Gü- lern eine« Cistercienscrmöiichskloster«, und begreift einen Flecken, 7 Dörfer, und a Vorwerke. Nolkersberg, ein BergimHochstisteFul- da im oberrheinischen Kreise, auf wel. chem ein Francissanerkloster liegt. Volkmarsen oder Volkmarshein, ein Amt und S aKchen im Erzstifte Tolln im west- phälische» Kreise, welche« von Waldeck, Padecborn und Hessen umgeben ist, und ehemahls der Abtep Corsa? gehörte, welche die Hälft- desselben dem Erz. stifte übergab, und die nähere Halste verpfändete.... Vollbürtig, ein Wort, welche« noch,a den Rechten am üblichsten ist; z. B. vollbüc- tige Geschwister, leibliche Geschwister, welche von einem und eben demselben Vater, und eurer und eben derselben Mutter herkommen, und ehemahls auch ebenbürtige genannt wurden. Vollenhoven, eine kleine Stadt, und der Hauptort des Quartiers gleiche« Nahmen« in der Provinz Oberyffel in den vereinigten Niederlanden. Sie hegt an der Südersee, auf welcher die Einwoh» ner Schifffabck und Handel treiben. In der umliegenden Gegend wohnen viele Edelleute, durch welche die Stadt kein geringe« Ansehen hak. Bischof Gottfried von Nehmen ließ hier im Zähre 1078 ein Castell bauen, um die beuachbarten Friesen im Zaume zu halten, und seine Nachfolger hielten sich oft auf demselben auf, wenn ihre Gegenwart im Qber- stifi« nöthig war. Z» den bürgerlichen Kriegsunruhen, unter dem Bischöfe Heinrich von Bayern ist dieses Schloß V 0 lljäbr V 0 lt« rar« ganz verwüstet worden. Der spanische König Philipp II. errichtete hier einen Gerichtshof zur höchsten Entscheidung der Rechtssachen dieser Provinz. Volljährig, ein Wort, welche« man nur in engerer Bedeutung, besonder« in den Rechten braucht, so wie großjährig, für mündig, die zur eigenen Verwaltung seiner Angelegenheiten in den Gesetzen bestimmte Anzahl von Zshren erreicht habend. Volontär, ein Freywilligerein beso». ders im Kriege von solchen Personen übliches Work, w^che freywillig, und eigentlich auch ohne Sold, Kriegsdienste thun; zuweilen aber anch von besoldeten Soldaten und Qfficier«, wen» sie freywillig zu einer oder der ander» Unternehmung gebraucht werde». Volts, ein Fluß an der Goldküste im eigentlichen Guinea in Afrika. Vvltagqio, eine Stadt in dem Gebiethe der Republik Venedig, welche voa den Savoyardca, als ste dieselbe im Jahre ist^Z crobrrten, übel zugerichtet wurde. Volterra, Voluterras, eine von den alten»2 etrurischen Städten im Territo- rio Pisano im Großherzoglhnme Tos- cana, welche auf einem Berge liegt, und jetzt verödet und schlecht ist, ob sie gleich viele Kirchen, Capellea, Beth- häuser und Klöster enthält. Sie hat eine ungesunde Luft, welche« unter andern daher kommt, weil in der umliegenden Gegend ganze Docfschaftea verwüstet find, deren Einwohner sich verloren haben, so daß da« Land mit Buschwerk bewachsen und verwikdert ist. Der hiesig« Bischof steht unmittelbar unter dem Papste. Die reichen Kupfererze dieser Gegend werden nicht genutzct, wohl aber die reichen Salzquellen. In den spätern Zeiten wurde diese Stadt»om Kaiser Qkto I. zu einem kaiserlichen Si?e gemacht. Voltvrara oder Vollurara, VulturariL, Volturno Borbernb ein Städtchen in der Landschaft Capi- tanaka in Neapel, welches den Titel einer Marsgrafschaft führt, und der Sitz eines Bisthums ist, welches unter dem Eezdischofc von Beaevcnro steht. Volkurno, ein Fluß im Königreiche Neapel, welcher im apenninischen Gebirge entspringt, und stch in den Golfs di Gaeta ergießt. Vomitiv, eine Arzeney, welche ein Erbrechen wirket. Vomura, eine Stadt und großer Hafen auf der Insel Tim» in Japan in Asten. Vorbescheid, ei» nur noch in den Gerichten übliches Wort, der Bescheid, d. i. der Befehl eines Gerichtes oder Richters, stch vor demselben zu stellen, wo rs besonders in manchen Fasten, und von manchen Acten von Gerichten oder obrigkeitlichen Aemtern gebraucht wird. Von dem Befehle, stch vor Gericht zn stellen, ist Citation in den meisten Fällen am üblichsten. Vorbramsegel, in der Schifffahrt das oberste Segel an dem Fockemaste; welches sich aufber Borbramstänge befindet. Vorbramstange, s. Bramstänge. Voorn oder Ost- Voorn, eine Insel in Südholland, welche von der Insel Püt- ten durch das Wasser Bornisse geschieden ist, und ihren Nahmen von dem Dorfe Ost-Voorn hat, in dessen Nachbarschaft noch Ueberbleibssl von dem Schlosse Voorn zu finden find. Vorarlbergische Herrschaften, der Nahme von 6 Herrschaften in Borderöstcr- reich, welche der Arlberg von Tprol «rennet, jetzt aber doch wieder dazu gerechnet werden. S. Arlberg. Voran, ein Marktflecken und Stift in Un- terstcyermark, welches den rcgulirten Chorherren Augustinerordens gehört. Vorcheim s. Forchheim. Vordernberg, ein landessürstlichcr Markt in Obersteycrmark, welcher wegen sei- «er Eiseabergwerke berühmt, und der Borbrröster Vormund Sitz eines landessürstlichen Domänen» amtS ist. Es ist das einzige in ganz Steycrmark, und die Gefalle desselben bestehen meistens in Stahl unb Eisen. Vorderösterreich oder Vordcrösterreichi» sche Lande, der Nahme jener österreichischen Landschaften, welche im schwäbischen Kreise liegen»ob in drey Hanpt- theile gctheilet sind, nähmlich in das BreiSgau mit den Walbstädten, in das schwäbische Oesterreich, und in die vor« arlbergischeu Herrschaften Vorgebirge, s. Cap. Vorgebirge der guten Hoffnung, s. Cap de bomie Esperance. Dorgraben, ein Graben von einem Dinge; besondres im Festungsbaue, der Graben vor dem Glacis. Vsrmann, r) der Zeit noch derjenige, welcher vor uns in einem Amte oder in einer Verbindung war, wie Vorfahr. 2) Dem Orte und der Ordnung»ach ist der Vormann eines Andern derjeni. ge,der in der Reihe vor ihm steht. Der im ersten Gliede stehende Soldat, ist der Vormann des im zweyten Gliede stehenden, oder seines Hintermannes. In der Seefahrt wird das vor einem andern Schiffe segelnde Schiff dessen Vormann, so wie dieses jenes Hintermann genannt. Vormars, in der Seefahrt, der Mars oder Mastkorb am Fockenmaste oder vordersten Mastbaume nach dem Bugspriete. Daher das Voemarssegel, das zweyte Segel von unten an, ober dem Vor» marse. Vormiscle, ein Dorf und Herrschaft in dem Distrikte Aper» im österreichische» Antheile an der Grafschaft Flandern, in welchem stch ein Collegium regulir- ter Chorherren befindet. Vormund, a) der Nahme einer Person, welche für eitler andern Bestes und Sicherheit sorget, es sey nun durch Vertheidigung mi« Worten, durch Fürspra« FL6 Vorpom Vorsteher Vorstenze che, oder durch Verwaltung ihrer Angelegenheiten, oder endlich auch durch Gewährung thätigen Schutzes; in wel. cher sehr weile» Bedeutung dieses Wort ehemahls besonders in solchen Fällen gebraucht wurde, wo die andere Person, oder als eine Person betrachtete Sache, solches selbst zu leisten, unfähig war. 2) Zu engerer Bedeutung ist der Vor. mund eine Person, welche nach dem Tode der Aeitern das Beste unmi'indi. ger Kinder besorgt, so wohl durch ihre Erziehung, als durch ihre Vertretung un Beschiitzuiig, als endlich auch durch die Verwaltung ihres Vermögens. Die unmündige Person heißt n Rücksicht ihres Vormunds, dessen Mündel. Vorpommern, s. Pommern. VorSfeld eheniabis VarSfeld, ein landesherrliches Amt und Flecken an der Aller im Fürstentbume Wolfenbüitcl. Das Amt besteht aus dem vormahligen adeligen Gerichte Wolfsburg oder aus dem so genannten wolssburgischen Werder, der an der Abeudseite des mora. stigcn Waldes Drömling liegt, von wel- chem auch ein Stück diesem Amte gehört. Es schließt den großen Wipper- teich in sich, welcher eine halbe Meile lang und sehr fischreich ist. Der hiesige Boden ist größten Tbetls sandig; daher man vo-nebmlich Buchweitzen erntet. In dem Flecke» ist eine Superiutenden» tue. Uebrigens gehören noch iz Dörfer zu diesem Amte. Vorffelmr, eine alte Herrschaft in dem Quartiere Antwerpen in dem österreichischen Antheile an dem Hcrzogthume Brabant. Borst ein Schloß an der Etsch im Vier. tel Unreriuitihal in Lyrol, welches den Grafen von Brandts gehört. Vorsteher, der Nahme einer Person, welcher der Verwaltung der Güter eines ander» vorstehe». Daher sind die Kir, cheiivorsteher verpflichtete Personen in Vrornhove der Gemeinde, welche den KirchenaÜ. tcrn vorgesetzt sind. Dorstenae, indem Schiffsbaue, der vor. dere Stenge, das ist die Stenge oder der erste Aufsatz des Fockemastes, wel- cher auch die Fockestenge heißt. Vossem, ein Dorf im Quartiere Brüssel im österreichischen Antheile am Herzog, thume Bravant, in welchem im Zober iü/Z zwischen Frankreich und Cburbran« denburg ei» Friede geschloffen wurde. Vosumi, eine Stadt auf der Insel Ximo in Japan in Asien. Votiere», seine Stimme zu etwas gehen, Volltin, i) die Stimme und das Wort, welches man in Versammlunaen und Umfrage« gibt. 2) Ein Gelübde. Vaujour, vor der Revolution ein Her« zogtbum und Pairie in der Landschaft Anjou in Frankreich. Voncheu, eine Stadt in der Provinz Klangst in Cbini in Asien. Voulke(la), ein Städtchen an der Rho. ne in der Landschaft Unteroivarais in Unterlanquedoc in Frankreich. VvM, eine Grad» auf der Insel N-phon in Japan in Asien. Vranovo, ein Marktflecken mit 2 Castel- le» in der Sempliner Gespanschaft in Qberungarn. Vrccsivick oder de Vaart, ein Dorf am Leck i» der Provinz Utrecht in den verei« niqten Niederlanden, welches der Stadt Utrecht als eine Herrlichkeit gehöet. Hier ist die so genannte vaarlsche Schleuse, durch welche alle Schiffe geben und Zoll geben, die nach Utrecht und Amsterdam fahren. ckoenhove, eine Grafschaft im holländischen Brabant in den vereinigten Niederlanden, welche den Genecalstaaten, als Herzogen von Brabant gebort. Sie liegt der S'adr Mastricht gegen Westen, und ist meisten Theilt von dem Btsthnm» Lüttich umgeben. Vuchang Vulean Vuchang, eine Stadt in der Provinz Hou- Kvuang in China in Asien. Vukooar, ein- Herrschaftinder Syrmier Gespanschafk in Slavonien. JndemOr. te gleiches Nahmens werden dir Gespanschaftsgerichte gehalten. Vnlcan, in der römischen und griechischen Götterlchre der Gott des Feuers und der Schmide. Er war ei» Sohn des Jupiters und der Juno, und der Ge« mahl der Venus. Er ward seiner Häß. lichkeit wegen voin Himmel gestossen, und fiel auf die Insel Lemnos, seine nachherige» Werkstätte, durch welchen Fall er lahm wurde. Er war der Schmid der Götter, indem er für sie alles, Waste brauchten, zum Beyspiel« Waffen, Donnerkeile, u. f w. durch seine Knechte,welcheCpkloprn hießen, schmieden ließ. Vulkan ins Dyssitz^ Ihm weiheke man die Waffen nnd Spo- lie» der Feinde. Vultaniiisel, eine von den Cba, lottenin- scln in Australien oder Siidindien. Vulgaka, der Nahme der lateinischen Uc. berseyung der Bibel, welcher sich die katholische Kirche bedient. Vust, eine der angenehmsten und fruchtbarsten unter den hetländische» Inseln in dem nördlichen Ocean. Sie hat z Kirchen und verschiedene Hafen, und von hier kommen auch gute Falken. Vuring, eine Stadt in der Provinz Jun- »an in China. Vyffitz oder Jpsts, ein Markt und Herrschaft im Kreise ob dem Wienerwalde im Lande unter der E»n« in Oesterreich, welch« dem Stift« Seitenstadtea gehören. Waag Wacrt aag, ein Fluß in Ungarn, welcher aus dem karpachischen Gebirge in der Liptauer Gespanschaft nicht weit von Wasetz aus zwey Quellen entspringt, und in die Donau fließt. Waas, eine Landschaft in dem Diflricte von Gent im österreichischen Antheile an der Grafschaft Flanaern. Sie hak in einigen Gegenden einen selten in andern aber einen magern Boden; wcl. che letztere aber durch den Fleiß der Einwohner sehr verbessert wird. Der Flachs ist die vornehmste Landesfrucht. Waasinünstcr, ein ansehnliches Dorf an der Dueme mit einer Nonnenabkey Augustinerordens in eben genanntem Lande. Waal oder Wadt, 6omitaUis V^Isten- 6s, eine Landschaft in den wälsche» Lan. den des CautonS Bern in der Schweiz, welche der Genfersee von helvetischer Seite einschließt. Diese Landschaft ist mit den letzten burauudischen Reiche, von welchem sie ei» Stück war, an das deutsche Reich gekommen, und hierauf hatten die Grafen von Burgund und Genf das größte Ansehen in derselben. Nach»nd nach kam fle großen Theils unter die Herrschaft dec Grase» und nachmahligen Herzoge von Savoyen; im Jahre>FZ6 aber wurde fle von der Stadt Bern erobert, und Savoyen that in den Jahren 1^46 und 1617 Verzicht darauf. Wabern Wachmek Wabern, ein Dorf in Niederhessen, welches dem Landgrafen von Hessencaffel gehört, und in welchen» sich ein fürstliches Lustschloß befindet, welches Land- gras Carl gebauet hat. Wachenhelm, ein Städtchen in der Pfalz, bey welchem guter Wein wächst. Im Jahre 147» belagerte es Herzog Ludwig der Schwarze von Zweybrücken. eroberte dasselbe, ließ die Feste schleifen, und die Thürme und Mauern der Stadt niederreißen. Wachenroih, ein Amt und Marktflecken, im Hochstifte Bamberg, im fränkischen Kreise. Wachbolder, der Nahme einer Art Na. delholzes, welches gemeiniglich als ein Strauch, zuweilen aber auch als ein Baum wächst, und gewürzartige Beeren trägt. Wachlkieister, der Nahme desjenigen, welcher die nächste Aussicht über die Wachen und Posten hat, wohin dec Wachmeistcr bey denStadtwächtern oder Stadtsoldaten gehört. Bey den Feld- truppen ist dieses Work nur»och bey der Reiterey üblich, wo der Wachmei- ster ein Unterofficier ist. Der Oberst- wach,ncister(bey dem Fußvvlke der Major) hat die Aufsicht über die Re- gimentSwachen, so wie der General- Wachmeister über die Wache» einte Armee»der eines Corps. W achpar Wälsche Wäxenb Wätzgis Wachparade, bey den Truppen, der fry- erliche Auszug der Wache. Wachsenburg, ein Amt und altes Schloß auf einem hohen Berge im Fürsten, thume Golha im vbersächstschcu Kreise, welches Herzog Ernst im Jahre 1660 mit bequemen Gebäuden versehen ließ, um daselbst ein Zuchthaus und Wai. senhaus anzulegen, zu welchem Ende auch eine Kirche angelegt wurde; eS kam aber nichts davon zu Stande. Wachkendonk, eine kleine befestigte Stadt nebst einem festen Schlosse am Flusse Niers in Obergeldern, welche im Iah. re 1714 im badenschen Frieden dem Könige von Preussen zufiel. Wacquen, eine Baronie mit dem Titel einer Grasschaft am Flusse Mandel, in dem Distrikte von Gent in dem öster. reichische» Antheile an der Grafschaft Flandern. Wadgaffen, s. Valdegast. Wadowice, ein Städtchen in Wielitscher Kreise im Königreiche Galizien. Wadsteua, Wadstein, eine kleine Stadt in einer angenehmen Gegend an der Ostseite des Wattersees, nahe am Flusse Motala in Ostgothland in Schweden. Das hiesige Schloß ist befestigt. In der Stadt ist noch die Kirche von dem vormahls so berühmten Brigittenkloster übrig, welche für die größte und prächtigste in ganz Schweden gehalten wird, und in welcher verschiedene königliche Personen begraben liegen; das Kloster ist aber nach der Reformation in ein JnvalidenhnuS verwandelt worden. Im Jahre 17L2 ward das hiesige wenige Jahre vorher errichtet« Fräuleinstift nach Stockholm verlegt. Ueber dieß trifft man hier auch eine Kammertuch- manusactur an. Wächlersbach, ein Städtchen mit einem Residrnz-'chlosse im gräflich wächters- bichisch.'n Aiubeilr an Oder- Jscnbnrg. Wagnis ober Weggis, eine Landvogley (lV. Band.) in Conto» Lucern in der Schweiz. Sie liegt an dem Rigiberg in einer fruchtbaren, besonders an Kastanien reichen Gegend. Das Dorf gleiches Nahmens aber liegt nahe bey dem Vier-Walstäd- tersee. Maische Confinieu, der Nahme derjcni. gen Stücke Landes in Tprol, welche an der Grenze von Italien liegen, und zu keinem der Landesoierkel gehören, folglich auch unter de» Landständen weder Sitz noch Stimme haben. 28alsche Laube, der Nahme desjenigen Theils des Cantons Bern, in welchem französisch gesprochen wird. Walschland. s. Italien. Wälsch-Metz, eine Herrschaft, Schloß und Dorf am Flusse Nos im Viertel Viastgau in Tyrol. Wallersberg, s. Weltersburg. Warincland, VVermelnuciin, eine Pro. vinz in Wesigoihland in Schweden, welche gegen Norden an Thailand, ge. gen Osten an Westmanland und Ne. rike, gegen Süden an den See We. »er, und gegen Westen an das nor. wegische Gebirge grenzt. Sie ist voll Seen und Moräste und auch nicht Volk» reich hat aber beträchtliche Eisen, und Kupferbergwerke. Wasserndorf, ein Flecken und Schloß in der Herrschaft Seinsheim im fränkischen Kreise. Wacstcn oder Warnest»», ein festes Städtchen in dem Distrikte von Brügge im österreichischen Antheile an der Graf. fchaft Flandern, welches auf der ei- ne» Seite von der Ley und von der andern von der Dopie umgeben wird. Es hat eine Abtep regulirter Chorherren Aiigustincrorden-, und qebörr nebst sei. nem Gebiethe dem fürstlichen Hause Oranirn. Wästmanland, s. Westmanland. Wagenburg, ein Schloß auf einem hohen Berge mit einer dazu gehörigen» Bbdd Wagen Wagenm Wahkp A<>v Waffenp Grafschaft im Mühlkreise im Lande ob derz8r vom Abte Eberhard von Stein an das Stift gebracht wurde. Wagenburg, ein in der Kriegskunst der Alten sehr übliches Wort, eine Burg, das ist, eine Derschrnzung der Wagen zu bezeichnen, wenn man die Wagen der Arme« zusammen führen ließ, und sich hinter denselben vertheidigte. Wagendrüssel, Boralsvd, ein Bcrgfle- cken in einem Tbale am Flusse Gölnitz in der Zipfergespa» schüft in Oberungarn, welcher den Grafen Mariasi qe- hört. Hier wird viel Kupfer gegraben. Wngeningen, Vscko, die dritte Stadt des-an'hemischcn Quartiers in der Provinz Geld-ern in den vereinigten Nie. Heilanden. Si- liegt nicht weit VSM Meine, mit welchem sie mittelst eines bequemen Hafens, welcher die Schiffe bis an die Stadt bringt, Gemeinschaft hat. Sie ist klein, und befestigt. Das alte Schloß, welches an der Ostseite der Stadt stand, ist abgebrochen. In der umliegenden Gegend wird viel Tabak gebäret. Wagenmeister, der Nahme desjenigen, welcher die Aufsicht über mehrere beladen«! Wagen und die dazu gehörigen Personen hat. Dergleichen Wagenmei- ster gibt es sowohl auf großen Postämtern, als bey dem Troß der Armen, bey der Jagd- Equipage u. s. ft An den Höfen ist es ein Brauner, des Kut, schenstalles, welcher die Schirrmeister und Wagenbatter unter sich hat. Wagowiec, Wagonftrtz, einckleine Stadt in der Woiwodschaft Posen in Groß. pohlen. Wagrain, ein Markt im Kreise ob dem Wiener Walde im Lande unter dcr Ens in Oesterreich, welches den Grasen von Engel gehört. Wagrain, ein Schloß»nd Majoratgut der Grase» von Engel im Hansruck. kreise im Lande ob der EnS in Oesterreich. Wagriru, eine Landschaft zwischen der Ostsee, dem eigentlichen so genannten Holstein, SkoemarN,»lid denHeezogthü- mrrn Lauenburg und Mecklenburg. Sie gehört dem Könige von Dänemark. Wagstadt oder Wvgstadt eine kleine mit Mauern umgebene Stadt im österreichischen Antheile am Fürstbnrhume Treppn» in Oberschlesisn, weiche ein Schloß hat, und einem Baroii von Sedlutzky gehört. Im Iahte 162z brannte sie größten Theils ab. Wahl-Eapirülation, eine Capiiulation, oder gewisse Bedingung! zu welch'tt sich ei» Gewählter iü manchen Fällen nee, kindlich mache« muß Dergleichen C«> pitukstiontN sind bey dbn^WkhleiN dtt Kaiser»nd Bischöfe üblich. Wahlplatz, i) der Ort, worin Trefft» oder Gefecht vorgefallen ist, die Wahl statt, und von einer Schlacht, d« Schlachtfeld. 2)-Ein Platz ober O> Mahls« Waidhofe» Waidhof Wal achcp^6i «o eine Wahl gehalten oder angestellt wird. Wahistadt, ein großes Dorf im Für. stenlhume Liegnitz in Schlesien, welches dem Prälaten zu Bräunn» in Böhmen gehöre, und bey welchem Herzog Heinrich II. den Tackarn im Jahre 1241 eine sehr blutige Schlacht lieferte, in welcher die Tartarn siegten, und der Herzog umkam. Zum Andenke» der. selben Schlacht, wurde dieses Dorf erbauet, und diese Geschichte wird noch jährlich in der hiesigen schönen evangelischen Kirche der Gemeinde von der Kanzel vorgelesen. Hier ist auch eine Propstey BenediclinerordenS. I Waldungen, ein Amt und kleine Stadt an der RemS im Herzogthume Wörtern- bccg, welche letztere schon im Jahre 12ZZ den Grafen»on Würtembcrg gc. hörte. Im dreißigjährigen Kriege ist sie größten Theils zerstört worden. Hier ist eine Suprrintendcniur. Das Amt zu welchem 8 Dörfer gehören, hat an den meisten Orten guten WcinivachS und Ackerbau. t Waida Hitilyad, rine alte verfallene Burg in der Hnnyader Gespanschafr im Großsi'irsienihume Siebenbirgcn, von welcher der Woiwode Johann von Hunyad den Nahmen hat. Unter derselben liegt ein Marklfl.ckei,, und in dieser Gegend gibt es gute Eisenberz. werkr. Waidersfelden, ein Markt im Trauakcei- se im Lande ob der Sun« im Oesterreich welcher den Grafen von Sprinzenstciii gehört. Waidhofeir oder Bayrisch-Waidhov?«, eine Stadt am Flusse Jps im Kreise ob dem wiener Walde im Lande nn. ier der Ens in Oesterreich welche dein Bischöfe von Freysinge» gehört. Im Jahre yyg schenkte sie Kaiser Otto lll. diesem BiStbume, Im Jahre 1 wurde auf der davep gelegenen s»-«»»»»> tcn schwarzen Wiese eine Anzahl Tür. ken, welche eS wagten, sich hier zu la- gern, von den Einwohnern erschlagen. Im Jahre ,L/o brannte diese Stadt größten Theils ab. Waidhofcn, oder Böhmisch- Waidhoven, eine Stadt und Schloß an der deut. schrn Zeya im Kreise ob dem Mann. hartSberge im Lande unter der EuS in Österreich. Hier befindet sich-in Capu. cincrkloster, und das Schloß gehört dem Freyherr« von Gude-»is. Wai», eine Herrschaft zwischen den Flks. sen Zier undWesterlich im schwäbischen Kreise, welche der Reichsstadt Ulm gehört und schöne Waldungen hak. Waitabu oder S. Christina, eine von den MarkesatSinseln in Australien oder Südindien, welche hoch und steil ist, und eine« Hafen hat. Wachen., f. Vacz. Wachendorf, ein Amt und Schloß im Fnrstenthnme AnSbach im fränkischen Kreise. Waizenkirchen, ei» Mark« im HauSruek- krrise im Lande ob der E11S in Oestcr. reich, welcher den Grafen von Kiief. stein gehört. Wakefield, eine reiche Siadt am Fluss« Ealder in Aorkshire in England, wo viel Tuch gcmachi wird, und bey wel- chrr Richard Herzog von Kork, umS Leben kam. Wakom, s. Wiegstndlcl. Waiachcy, ei» Fürstenthiim, welches ge- gen Osten an die Molda», gegen Westen an Siebeildirgen und Ungarn, und gegen Suden an die Donau grenzt, durch welche es v»n S-roien und Bulgarien abgesondert wird, und von. Abend ge, gen Morgen ungefähr 4L Meilen lang, und von Mittag gegen Mitternacht an einigen Orten fast 40 an andern aber kaum 14 Mrilen breit ist. Den Nahmen Walach,,'hekam diese« Land»ach seinen Etuwohuern, den, Bdbb 2 W a l tzche- Wlachen, welche Nachkommen der al- tcn Thracier waren. Als sie unter die Herrschaft der Römer gcriethen, nahmen sie die Sprache und Sitten derselben an, und nachdem Caracalla ihnen das Bürgerrecht ertheilt hatte, nann. tcn sie sich auch Römer, und das Land Romulien. Durch den Uröerfall der Vandaken, Gothen, Hunnen, Gepiden, Slaven, Avaren und Bulgaren wurden sie veranlaßt, zu ihre Sicherheit auf die Ge- birge zu fliehen, und auf denselben ein nomadisches Leben zu führen; daher sie von den unter ihnen wohnenden türkischen Pckschenegen und Kumanen den Nahmen Tjubau bekamen. Von ihrer ehemahligen Verbindung mit den Römern zeugen ihre Speisearten, ihre gro. ße Liebe zu der italienischen Sprache und zu den Italienern, und ihre Sprache, in welcher sich viele lateinische und unmittelbar aus dem Lateinischen gebildeten Wörter befinden. Die Anzahl der Einwohner in diesem Lande nimmt ungefähr seit der Mitte deS jetzigen Jahrhunderts sehr ab, und das fruchlbareLand wird wüste, indem der Fürst dem türkischen Reiche einen schweren Tribut zu erlegen hat, und folglich seine Unter, thauen mit starken Auflagen beschweren muß, die daher häufig aus dem Lande gehen. Die Luft ist gemäßigt, der Erdboden kehr fruchtbar, besonders an Getreide, Wein und Melonen, und die Viehzucht ansehnlich, vornehmlich aber zieht man vortreffliche Pferde. Im nördlichen Theile des Landes hat man Bergsalz, ein Schwefelbergwerk, und in der Nachbarschaft desselben zwischen den Flüsse« Dlanich und Retzel ein heißes Bad. Das Land wird von einer großen Anzahl kleiner und großer Flüsse gewassert, die fast alle von Mitternacht gegen Mittag fließen, und sich Theils W alach e- mittelbar, Theils unmittelbar in die Donau ergießen. Die vornehmsten find die Aluta, der ArgiS,die Proava, linder Sereth. D»e Walachei» sind der morgenlandi- schen griechischen Kirche zugethan, und kommen mit den Russen in allen Kir. chengebräuchen überei». Die Unwissen. heit ist unter den gemeinen Leuten sehe groß, und selbst ihre Geistlichen ermer- bei, sich selten größere Geschicklichkeit, als die Gabe, gut zu lese» und zu sin. gen. Die Anzahl der Klöster ist groß. Die italienische Sprache ist bey den vornehmen Walachei, sehr beliebt, und man legt sich mit größerem Fleiße darauf, als auf die Muttersprache. Ihre Söhne schicken sie gemeiniglich auf die Univer. sität nach Padua. Unter den Walachcn halten sich viele Muhammed«,,er auf. WaS die Geschichte der Walache- betrifft, so hat sie so wohl als die Mol. dau, vor Alters zu Dacien gehört, und die Römer haben sich, nach gänzlicher Ueberwindung des dacischcn KönigS De- ccbaluS seines Reichs bemächtiget Kaiser Traja» schickte römische Colonien dahin, welche das Land anbaneten, und ansehnliche Gebäude und Städte aufführten; allein seine Nachfolger auf dem kaiserlichen Throne, besonders Aurelian, versetzten dieselben größten Theils nach Mösien und Theorien, da sie sich denn mit den dasigcn Einwohnern vermischten. Diese an der Donau gelegenen Reiche kamen hernach an die morgenländi- schen Kaiser. In der folgenden Zeit zogen sich die Walachen wieder nach Norden an diepodolische und russische Grenzen, und legten sich daselbst auf Ackerbau und Viehzucht. Ungefähr im Anfange der zwölften Jahrhunderts verließ eine starke Colonie Walachen, unter Anführung eines Nigers oder Ni- grouot, um der Viehweide, Religion «ad anderer Ursachen willen, das Bar- Walheck zeland und andere fiebenbirgifche Gebenden, ging über die Gebirge, welche das Burzeland gegen Mittag umgeben, ließ sich in der jetzigen Walachey nieder, und legre die Städte Tergrvisto, Bukarest, Lanzenau und Pitesto S. Giorgi an. Sie erwählten sich einen Fürsten, den sie einen Wsiwoden oder Despoten nannten. Als die ungarischen Könige mächtig wurden, erfuhr die Walachei, manchen Angriff, besonders im vier- zkhnten Jahrhundert, da sie von denselben zinsbar gemacht, aber im Jahre tZyi und iZ«4 von den Türken sehr mitgenommen wurde. Im Jahre ichiL verwüsteten die Türken das Land durch Feuer und Schwert, und nöthigte» den Woiwodeir Dan zum jährlichen Tribut. Die Walachcn konnten sich der türki. scheu Bothmässigkeit nicht eher entziehen, als im Jahre 1688, da sie sich in den Schutz des römischen Kaisers begaben; allein im Karlswitzer Frieden kamen sie wieder unter türkische Ho- heit. Im Anfange des gegeuwartigea Jahrhunderts erfuhren sie, außer der Pest; den schädlichen Krieg, und mancherley Abwechslungen in Ansehung ih. rer Fürsten. Im paffarowitzer Frieden vom Jahre 1718 wurde dem römischen Kaiser das westliche Stück der Walachey bis an den Fluß Aluta abgetreten; es ging aber im Jahr« 17Z9 wider verloren. Im Jahre 1769 nahmen die Russen, so wie im Jahre 1789 die mit den Russen vereinigten Oesterreicher diese Provinz ein. Uebrigens wird die Walachey von einem Woiwoben oder Fürsien, den man auch Hospodar nennt, und der ein Vasall-es türkischen Reichs, und im ähnlichen Zustande mit den Fürsien der Moldau ist, regieret. Waldcck, Walpke, ein Flecken beym Aus- flusse der Walbecke in die Aller im Für- flenthume Halberstadt, im niedersächsi- schea Kreise an den braunschweigifchea Wakchen Walbai L6z Grenzen. Nahe dabey liegt das lutherische Stift S. Pancraz und Sylvester, welches aus einem Propste und 6 adeligen und 6 bürgerlichen Canonicis besteht. Molchen, ein Schloß und Herrschaft nicht weit vom Flusse Vökla im Hausruckkreise im Lande ob der Ens in Oesterreich, welche nebst der Herrschaft Wildenhaz den Grafen von Schallender- gehören. Walcheren, ein« Insel in der Provinz Seeland in den vereinigten Niederlanden. Sie ist zwar nicht die größte, aber die beste und volkreichste unter allen sceländischen Inseln, und wird durch das Wasser Sloe von Süd-Beveland getrennt. Wolcourt, Vollocuria, eine kleine Stadt nahe bey dem Flüßchen Hcrre in der Grafschaft Namur, welche eine Colle- giatkirche hat, und der dabey liegenden Abtey Tardinet gehört. Im Jahre 1639 wurden die Franzosen in hiesiger Gegend von den Niederländern geschlagen. Wald, 8ilva belieckicto, ein adeliges Eisiercienser-Nonnrnstift in der Graf. schaft Jürstenberg imschwabischenÖstrr- reich. Waldai, der Hauptort eines Kreises in der Statthalterschaft Nowgorod im europäischen Rußland, welchem Czaar Alexei Michailowitsch mit gefangenen Pohlen und Finnen besetzte. Nahe dabey ist ein angenehmer»L Werste langer See» Nahmens Waldaiskoe Osero, und in demselben auf einer Insel das Mönchskloster Jwcrskoi, welches der Patriarch Nikon im Jahre isizZ bauen ließ. Der See hängt mit dem Flusse Mista zusam. men, und hat überhaupt 4 Inseln, welche meistens mit Holz bewachten sind, und eine vortreffliche Aussicht vcr- schaffen. In den waldalschrn Bergen,? eigentlich eine Reihe von s-» Hügeln sind, die vornehmlich Walde ck §6.1 Makdau und Kalk bestehen, man hat im Jahre a/68 Steinkohlen, Alaun- und Vitriolkiese, Kupfer- und Eisenerz entdeckt. Waldau, eines der größten Dörfer im Fürstentbiiinc Liegnitz in Niederschießen, welches eine evangelische Kirche hat, und wo die Liegnitzer im Jahre ,4L2 den Herzog Johann in die Flucht schlugen. Als Herzog Georg III. zu Bcieg im Jahre»664 bey eben diesem Dorfe von seiner einzigen Tochter Dorothea Elisabeth, welche a« Heinrich, Fürsten »0» Nassau- Diüenl'urg, vermählt wurde, mit vielen Thränen Abschied nahm, ließ er auf der Stelle, da solches ge, schah, eine ansehnliche steinerne Pyramide mit einer Inschrift errichten, welcher Del Thranenthal genannt wird. Waldbeck, ein Amt im chucsächfischeu Antheile a» der Grafschaft Mannsfeld im obersächsischen Kreise, welches ein Herr von dem Busch besitzt, und jährlich gegen Zooo Reich-thaler einträgt. Das ehemahlige Kloster Walbeck haben die aufrührerischen Bauern imJahre IF2L ganz verwüstet, das Dorf Walbeck nebst s andern machen das Amt aus. Waldburg, eine Herrschaft und Berg. schloß zwischen der Donau und Jlcr im schwäbisches. Kreise, welche den Grafen und Erbkruchfessen von Walddurg gehören. Die Herrschaft ist von der Landvogtey Aktors umgeben. Waldeck, eine Grafschaft im oberrheinischen Kreise, welche gegen Norden an das BiSihum Paderborn, gegen Dsten an Hessen und an das churmainzische Amt Fritzlar, gegen Süden auch an Hessen, und gegen Westen an das Her. zoglhum Westphalen grenzt. Ihre Länge wird ungefähr auf 6 Meilen, und ihre Breite aufF Meilen geschätzt. Mit Getreide und Viehzucht ist ste reichlich »ersehen Dir Wälder sind ansehnlich. Die Berge enthalten Eisen, Bley, Kupfer und etwas Gold, welches dem un- W» ldvck garischen gleich geschätzt wird. Aus dem Golde, welches anS der Eder i» ziemlicher Menge gesammelt wird, hat die Landesherrschaft Münzen und Taselge- schirr verfertigen lassen. Hin und wie. der findet sich Marmor, Alabaster und Schiefer, und man hat auch etwas Torf. In der Gegend der, Stadt Wildungen, bey ReinerShausen, Acizenbage» und Kleinern find heilsame mineralischeDuel- len. Diese Grafschaft emhält iZ Städie, und ihre meisten Einwohner sind der evangelisch«, lurheeilchen, die übrigen aber theils der rcsormirten, theils der katholischen Kirche zugethan. In den Lau- desmannfackuren werden grobes Tuch, Boie, Barrakan, Kalniank, Etamin, verschiedene andere Zeuge und Papier verfertiget. ES wird auch viel Eisen verarbeitet und ausgeführt.. ImJahre 176a litt diese Grasschaft sehr viel, als das ganze französische und vereinigte Kriegsherr in derselben stand. Das Haus Waldeck ist sehr alt, und stammt von den Grafen von Schwelen, berg ab. Es theilte sich ehemahls in die tviidungische und eisenbergische Linie; diese wurde im Jahre 1632 vom Kaiser in den Reichsfürsteiistand erhöbe», gelangte auch im Jahre»636 zu Sitz und Stimme im Fürstenraihe; es erlosch aber diese Würde mit dem Fürsten Georg Friedrich, welcher im Jahee 1692 ohne Erben starb. ImJahre>716 wurde ste vom Kaiser dem Grafen Friedrich Anton Ulrich von der wildungischen Linie ertheilt, dessen Geschwister aber im gräflichen Stande geblieben find. Der jetzige Landesherr heißt Friedrich, Fürst von Waldeck. Del'e Grafschaft bringt ihrem Lan- beSfürsten jährlich über iovoo.» llcichS- thaler ein, und gehört, ich- allein unter die ansehnlichsten Reichsgra-chaften, sonder» hat vor verschiedenen R-ichSsür- stenihümern ejnen Vorzug. Zum LleiS- Wal-eck Waldenhur- Waldenb eontingente stellt der Fürst Compagnien Soldaten, außer welchen er grmeinig- lich noch Z Compagnien erhält. Waldeck, eine kleine Stadt und Amt in rben gedachter Grafschaft. Sie liegt auf einem Berge, der ein kleines Thal von einem Felsen trennt, aus welchem das alte Schloß Waldeck steht, welches in neuern Zeiten wieder wohnbar gemacht wurde, eine Besatzung hatte, und auf welchem auch eil! Theil des Archivs aufbehalten, und Gefangene verwahrt und zur Arbeit angehalten wurde». Im Jahre 1762 wurde es den Franzosen, von welchen es zwey Jahre lang besetzt war, sdt> den Allurten durch eine kurze Belagerung eingenommen, und zugleich verwüstet. Das Amt Waldeck aber ent- hält hohe Berge, unter welchen sich der Weißenstei», ein hoher Felsen, vor- nehmlich hervor that, und begreift 6 Kirchspiele. Waiden, ein Flecken in der Landschaft Effex in England, welcher gemeiniglich Gaffern, Waiden, von dee großen Menge Gaffran, den man hier zuerst in England andauere, genannt wurde. Vor Eduards III. Zeiten ist dieser Bau noch nicht bekannt gewesen; jetzt aber hat er aufgehört. Waldenburg oder Wellenberg. ein Städtchen an der Polsnitz im Fürstenthume Schweidnitz in Niederschlesien, welches eine katholische und eine evangelische Kirche hat. Die hiesigen Bleichen sind vorzüglich berühmt. Waldenburg, s. Wallenburg. Waldenburg, ein Amt, Herrschaft und Schloß im Herzogthume Wrstphale», welches dem Erzstifte Cölln gehört. W aldenburg, eine kleine Stadt mit einem alten Schlöffe im Fürstenthume Ho- hrnlohe im fränkischen Kreise, welche auf einem Berge in einer waldigen Gegend liegt. Das Trinkwaffer muß hier einige hundert Stufen hoch getragen Walbenser «erden. Hier ist eine Superintendentur, die fürstliche Regierung und einDberamt. Waldenburg, eine Herrschaft und Stadt an der Mulde in der Grafschaft Echön- burg im obersächstschen Kreise. Siehst Zvo Häufte, ein gräfliches Residenz, schloß, eine Superintendentur, unter welcher ri Kirchen stehen, und ein gräfliches Amt. Im Jahre 1717 hat sie großen Brandschaden gelitten. Der Theil der Stadt, welcher dte Mittelstadt genannt wird, liegt zwischen 2 Armen der Mulde. Die Altstadt Waldenburg liegt gerade gegen über auf der andern Seite dee Mulde, und ist ein Dorf mit-iner Kirche. Die hier verfertigten braunen und weißen thoncrnen Gefäße sind weit und breit bekannt. Waldcnfels, ein Schloß im Machland« kreise im Lande ob der EnS in Dcster. reich, welches den Grafen von Grunde- mann gehört. Waldenfcls oder Wallenfcls, ei» Marktflecken und Stammort der ehemahligen Herren von Waldenfcls im Hochstifte Bainbcrg im fränkischen Kreise. Waldcnftr, der Nahme jener Leute, welche vornehmlich in den piemontesischen Thälern wohnten und noch wohnen, von dem zwölften Jahrhundcle an bekannt wurden, und sich in vielen Glücke» von der herrschenden Kirche absonderten. Gemeiniglich leitet man denselben von einem ihrer bekanntesten Lehrer, dem Petrus Waldus her, welcher um das I. 1170 als ein reicher Kaufmann zu L»o» in Frank- reich lebte, und beynahe alles dar lehrte, was nachmahls Johann Calvin behauptete. Allein da dieser Nahme schon früher vorkommt, so leitet man ihn sich. tiger von den, lateinischen Worte Vul- Icnlitz ab. Die brüte latcranische Kir- chknversammlung belegte die Walbenser im Jahre 117c» mit dem Kirchenbanne, und sie wurden von allen weülichenMäch- Waldgras Waldhau sei, W alds Hut L66 teu aus verschiedene» Provinzen Euro» pens nach einem gegen sie gepredigten Krcuzkriege, indem man sie nebst den Albigensecn großer hin und wieder verübter Verwüstungen beschuldigte, mit Feuer und Schwert verfolgt. Dessen ungeachtet blieben noch viele von ihnen in Savoyen, in der Schweiz und in Böhmen zurück, welche nachher die Lehre des Calvins annahmen. Diejenigen, welche sich noch in den Thälern von Savoyen erhielten, pflichteten endlich einer ganz ander»,und von ihren ersten Grundsätzen sehr verschiedenen Glaubenslehre bey. Als der König von Frankreich im Jahre 1686 die Hngonollen zu verfolgen anfing, verjagte der Herzog von Savoyen die Waldenser ebenfalls aus ihren Thälern; rüste sie aber im Jahre 1694 wieder zurück, da er mit den Alliirten in Bündniß trat. Im Jahre ,698 wurden sie wieder auf Anstiften Frankreichs verjagt. Hierauf wandten sie sich nach Holland und England, wie auch nach Deutschland, wo ihnen im Brandenburgischen undDarmflädkischrn, wie auch im Würtembergischen einige Plätze zu bauen angewiesen wurden; je. doch haben sieaufVermittelung der Holländer und Engländer im damahligen Kriege wider Frankreich von dem Herzoge abermahls die Freyheit erhalten, in ihren Thälern sicher zu wohne». Sie wurden auch von einigen zum Spotte Albiaenfer, von der französischen Stadt Albi, genannt, wo sich im eilften Jahrhunderte eine Secte hervor that, die eigentlich aus Manichäern bestand, und und auch in der Kirchenversammlung vom Jahre l>79 für ketzerisch erklärt wurde. W-ildgraf,>) der Nahme eines Richters in einem Waldgcrichte; imgleichen der Grundherr einer Holzmark, wenn er zugleich diese Gerichtsbarkeit besitzt. 2) Im höher» Verstände sind die Wald- grafen gewisse Grafen in den ehemahligen waldigen Gegenden an dem Rhein, welche zu den Zeiten der fränkischen Könige und ihrer nächsten Nachfolger die höchste Aufsicht über die Jagden in diesen Gegenden hatte», und auch Wild- Aau- und Rheingrafen genannt wurden. Waidhausen, ein Markt am Flusse Ayst im Machlandkreise im Lande ob der Ens in Oesterreich, welcher dem dabey liegenden Kloster der regulirten Chorherren AugustinerordenS gehört. Waldheim, eine kleine Stadt an der Zscho- pa, und der Sitz einer Superintendent»« im Leipziger Kreise im Churfürstenthu- me Sachsen. Ueber den ebeu genannten Fluß ist hier eine bedeckte steinerneBrücke gebauet. Im Jahre 1716 wurde hier ein Zucht- Armen- und Waisenhaus errichtet. Es gibt hier auch einige Manufakturen, und besonder-eine Ilanelldru- ckerey. Im Jahre 1634 brannte dies« Stadt ab. Waldkappel, s. Cappel. Waldkirch, eine kleine Stadt im österreichischen Brei-gau, die sich hauptsächlich von Granaten- und Krystallschleifen ernährt. Da- hiesige Collegiatstist war ehemahls ein berühmtes FranciScaner« kloster. Waldmünchen, eine kleine Stadt an der Schwarz« am Böhmer- Walde im Rent- amte Ambrrg in der Oberpfalz. Waldsachftn, Waldsaffen, ein Markt, flecken im Rentamte Ambcrg in der Ober- pfalz, wo sich ein reiches und wohl ge- baueteS Cistercicnser- Mönchskloster befindet. Waldsee, eine Herrschaftim schwäbischen Kreise, welche zwischen der Herrschaft Wolffegg, der Landvogtry Altvrf,und der Abtey Schussenried liegt, und den Grafen und Erbtruchseffen von Waldburg gehört. Das Schloß liegt beydem Städtchen gleiche- Nahmen-, welche- letztere Oesterreich gehöre. Waldshut, eine kleine Stadt im öster- Mal-bistLdtr MaleS rrichifthen Breisgau. welche am Rhein liegt, und ju den vier Waldstadten gehört. Die Grafen.von HabSburg haben fie erbauet, und beständig im Besitze gehabt. Im Jahre lststij ward sie von den Schweizern vergebenS-belogecl; im Jab- re tsiZL aber von dem Herzoge Bern. Hard von Weimar erobert. Im Jabre i/Zv bat sie eine sehr schädliche FeuerS- brunst erlitten. Waldfiadte.Vier. Waldstädle, ein Nah. me jener vier am Schwarzwelde liegen, den Städte, welche am Rhein im öfter reichischen BreiSgau liegen, nähmlich Rheinfelden, Seckm-en, Lansendurg und Waldsbnt. Walegast, s. Wolgast. Walenstad. s. Wallenstadt. Wales, Wallis, Lsmiaris^ ein Fürsten, thum in England, welches die Westseite desselben ausmacht, an der irländische» See liegt, und von Mittag gegen Mitternacht ungefähr Zv Meilen,und vonAbend gegen Morgen aber 8 bis,14..gemeine deutsche Meilen groß ist. Dieses Fürsten, thum ist sehr bergig; reich« aber doch seinen Einwohnern da» Nothwendigste znm Unterhalte des Lebens dar, und hat einige ganz fruchtbare Gegenden. Das Vieh ist hier klein. Zur Feuerung hat man Holz, Sirinkohien und Torf. Die Anzahl der Einwohner wird auf Avoouo Srelcn geschätzt. Sie nennen sich Cymri, Cumri, Eumcri, und sind Abkömmlinge der alten Britten, so wie diese von den Celten abstammen; sie sind aber mit fremden Völkern vermischt worden, daher auch ihre Sprache, wel- che die alte keltische oder gallische ist, viele Veränderungen erlitten hat. Diese suchte man von laugen Zeiten her auszurotten, er war aber zum Glücke Nicht möglich. Die Einwohner sind größten TbeilS arm; indrssrn brträgl doch ihre Landtaxe 4Z/L2 Pfund Sterlinge. Eduard I. machte dieses Laub.im Jsh- (IV. Band.) Wake Wakt-entur- LS7 «e>282 der cnykäadifche» Krone mn. terwnrfig' und Heinrich VIII. hat es England einverleibt. ES schickt 24 De- 4>utirl« zum Parlamente, mkd besteht au» zwey Hanptiheilen, welche in»2 .Landschaften abgetheilt werde«. Wale SlriNtba, ein merkwürdiger Drt am Flusse Pruih im faltschischrn Gebiethe in der unlern Blaldau. Hier wurde Konizki,.Hetulan der Kosaken von den Tartarn geschlagen, und drr.Pvhl» nischc König, Johann Sobieski mußte diesen Srl zwey Mahl mit großem Verluste verlassen. Im Jahr« 1711 schlug sich Czaar Peter I. hier vier Tage lang herum, und mußte endltch Frieden ina- chen. Walhaufen, ein Marktflecken mit einem Schloss« und Rittergut« im Thüringer Kreise im Cbnrsüvsteiubume Sachsen. EheniahlS war er«ine kaiserliche Pflanz, stobt, welche im Jabre 11>A zerstört, und nachher z„«ü,em Marktflecken wurde. Walk, eine gering« Stadt beym Ausflüsse der Pöddel in dir obere Einbach im Herzog,hume Liestand oder der Siatl- chalterschasiRiga, imeuropäischcn Ruß. land, welche ungefähr aus 100 kleinen hölzerne».Häusern besteht, und einen eigene» Magistrat hat. Walkeiiried,«in Stift, Amt und Fle» cken an der Zorge in der Grafschaft Hobcustci« im odersächsischen Kreise, welche dein Herzoge von Braunschweig- Wvlsendüttel gehören. In dieftr Er« gend findet man gute Achate. Wall, der Nahme einer jeden Erhöhung von Erbe, ein Hansen Erde. I» der Schifffahct wird die Küste häufig ein Wall genannt. Im Festnngrbane der Neuer» ist dieser Nahme am übilchftrn, wo»ine regelmäßige E> höduaa von Erde «meinen Drt, ein Wall genannt wird. Walleitberg, s. WaldenbtnH. Wallenburg oder Waldeichurg, ein Amt und Städtchen im Eanton Baiel in der Cecc § Waller« Waller stei« z68 Wallend Walliserl Schweiz. Er liegt am Gebirge Hauea- strin, welches eine Strecke des Gebirges Jura.«»bin hiesiger Gegend dnrch- gehauen ist, um einen Weg z» eröffnen, der erst im Jahre 1740 bequem und sicher gemacht wurde. Das Schloß liegt über der Stadt auf einem Felsen Mallendorf, Vills Italien, ein Marktflecken in der Provinz der sechzehn Zipser Städte inOberungar», welcher ehemahls eine italienische oder lateinische Colonie war; jetzt aber von lauter Deutschen bewohnt wird, das umher liegende Feld ist fruchtbar und angenehm. Wallknfels, s. Waldcnfels. Wallensen oder Wallhausen, ein Flecken im Amte Laucnstein im Furstenlhume Calenberg im niedersächsischen Kreise, welcher eine Pfarrkirche, und seinen Magistrat hat; aber ehemahls eine mit Mauern, Gräben und Wällen umgebene Stadt war. Hier bekommt die Saale erst ihren Nahmen, weil sie die am Wey- herge aus einem Moor entspringenden Salzquellen aufnimmt. Wallenstadk oderWalenstadt, kiva Villa, eine kleine Stadt unweit von dem davon benannten See in der Landvogtry Sargans in der Schweiz, durch welche viele Kanfmannsgütcr nach und aus Venedig gehen. Hier halten die Eidgenossen und Granbündtner ihren Reichstag, wenn ein Theil Anforderung an den andern macht. Wallenstädker See, l-acus rivanus, ein See in der Schweiz, welcher sich von Abend gegen Morgen auf 4 Stunden erstreckt, aber krine Stunde breit ist. Seine Tiefe beträgt 8o,iou,i2L Klafter, auch«och wohl darüber. Gegen Abend und Morgen ist er ganz offen,gegen Mittag und Mitternacht aber von sehr hohen und steilen Felsen eingeschlossen. Waller», rin Marktflecken iin Prachiner Kreise in Böhmen, welcher den Für- sir« vo» Schwärzender- gehört. Wallerstein, ein Oberamt und Markts!«, cken mit einem Aesidenzschlosse in de» Landen des fürstlichen Hauses Oeitin. gen- Wallerstein im schwäbischen Kreise. Wallfahrt, 1) eine Benennung einer Reise in die Ferne, besonders einer Reise zu Fuße. 2) In engerem Verstände, ist es eine Andachtsreise zu einem heiligen Orte, welche in der katholischen Kir. che noch zu geschehe» pflegt.' Wallfisch, eine Art sehr großer Fische, welche Lungen und warmes Blut haben, und daher die obere Lust nicht cntbrh. reu könne». Sie find in den nordischen Meeren am häufigsten anzutreffen. Wallhausen, s. Wallensen. Wallingsort, 6aleua /Vttrebatum, ehe. mahls eine ansehnliche, jetzt aber nur eine geringe Stadt in Berkshire in England, welche 2 Deputirte zum Parlamente sendet. Walliserland oder Wallls, Valelia, eine Landschaft in der Schweiz, welch« gegen Mitternacht an den Canloa Bern und an den Genfersee, gegen Abend an Savoyen, gegen Mittag an Piemont und Mailand, und gegen Morgen an die eidgenössische Landvogtry Mayenthal, und an das Liviner Thal des Lanlons Uri grenzt. Dieses Land ist ein großes Thal, welches sich von Morgen gegen Abend erstreckt, und gegen Mitternacht und Mittag von hohen Bergen eingeschlossen ist. Seine Länge beträgt ZZ bis ,z4 Stunden, und seine Breit« in einige» Gegenden gegen 10 Stunden. Unter den hiesigen hohe» Gebirgen besuchen sich der große S. Bernhardt- berg, der Grimselbcrg, die Furke und andere, welche zu jeder Jahreszeit mit Schnee bedeckt sind. Uebrigens ssi das Walliserland ein sehr warmes und sehr fruchtbares Thal, in welchem die Ernte im May anfängt und sich im Dcw- ber endiget. Das untere Land hat mehr Winterfrüchte, als das obere; dich« ' Walliserlanb über mehr Sommerfrüchke als jenes. Außer den besten Getreidearten, alsWei- tzen, Roggen, und Gerste, hat das Land einen Ueberfluß au gutem Wein, z» welchem auch ein edler Muscatellerwcm gehört. Viele gute Baumfrüchte, als Aepfel, Birnen, Pflaume», Kirschen, Kastanie», Maulbeere, Nüsse u. s. f. werden auch angetroffen, und um Sitten, Gebers und Grundis findet man auch Mandel», Feigen, Grana. tcn und andere edle Früchte, imglei» chen so wohl aus den Bergen, als in den Thäler» einen großen Ueberfluß an zahmem und wildem Viehe. Es soll hier zwar Silber- Kupfer- und Bleperz geben; es muß aber nicht so reichhaltig und gut seyn, weil man die Aufsuchung desselben nicht der Mühc^ind Kosten werth achtet. Steinkohlen gibt es auch. Mitten durch das ganze Land fließt die Rhone, die gleich bey ihrem Ursprünge zwischen hohen Felsen herab stürzt, und bis in die Ebene des Thals als ein einziger Wasserfall von Verschiedenen Absätzen anzusehen ist. Im ganzen Lande ist nur eine Stadt. In DberwalliS redet mau Deutsch, und in Unterwallis schlecht französisch. Das ganze Land ist der katholischen Religion zugethan. Vor Alters war das Walliserland ein Theil des zweyten burgundischen Königreichs, und kam im Jahre I0Z2 unter Kaiser Conrad II. an das deutsche Reich. Der eben genannte Kaiser übergab im Jahre»VZF das Unterwallis an den Grasen Kunibert von Savoycn. Im Jahre I47A ficl der Bischof zu Genf, Bruder des Herzogs von Savoyen mit iLuoo Mann Niedcrwallisern und Sa, »oyardcn in das Dberwallis ein; allein die Dberwalliser erhielten von ihren Bundesgenossen Hülfe, schlugen das bischöfliche Heer, und eroberten das untere Wallis. Sie errichteten auch in demselben Jahre ein ewiges Büadniß Wa-llisinsel Waksule§6^ mit Bern, welches im Jahrs t 64z er. aeueri wurde, verbanden sich auch im Jahre 1^29 mi? der ganzen Eidgenossenschaft, besonders aber im Jahre 1500 mit den 7 katholischen Städten aiif ewig.' Die eigentliche Republik Wallis oder das obere Wallis besteht aus 7 Lhej. len, welche Sehenden genannt werden, «sechs dieser Zehenden haben eine demokratische, der siebente aber, nahm, k.ch die Stadt Sitten, hat eine aristo. Irakische Regierung,Verfassung. Die U„. teripane» derselben find die Einwohner >»>»„lern oder nieder» Wallis. Die streitbare Mannschaft beträgt 17 bis 1L000 Mann. Wallisinsel, eine kleine Insel an einem Meerbusen in Neubrilaiittien, j„ Au. stralien oder Südiudien, auf welcher viele Cocosbaume wachsen. Walloe, ein prächtiges königliches Schloß ... Dänemark,welches einen unvergleich- l,chen Garten und Stift hat, dessenAbüs. fiun alle Mahl eine deutsche Prinzess,,»,. «1,0 die Priorinn eine gräfliche Person ist. Bon den 16 Conventualinnen qe- n.eßt iede jährlich Z bis 400 Reichs, thalcr, haben gleichen Rang mit den Geueralniaiorsfraue", und tragen ei» rothes Band von der rechten zur li„. z""lchcm ein Kreuz mit dim Bildnisse der Jungfrau Maria und Kinde Jesus hanget. Gallonen, der Nahme aller jener Völker m den Niederlanden deren Muttersprache alifrai.kisch ist; nähmlich Artois, Hennegau, Namur, Luxemburg ,„,h m einem Theile vonFlandern und Bra. ba,.t; auch die Lütlicher werde» zuweilen darunter verstanden. Walsale, ein schönes auf einer Höhe lie. Sende- Städtchen in Staffordsbire j» England, welches starken Handel mit E-ie.t.reibt, indem hier und in der Nage gute Eisenwerke anz»,reffen stutz.. C ccc s A7o Walsmüh Malisch Walstnnhlen, ein bekannter Dorf, Amt und Paß zwischen Schwerin und Mit. renberg; im Herzogchum« Mecklenburg in Niedersachft», durch welcher ein großer Steinweg, und in der Mitte eine Brücke über den vorbey laufenden Fluß führt. Wals rode', eine kleine Stadt mit einem adelig evangelischen Fräuleinkloster im Fürstenihnme Lnneburg im niedersäch. irsche» Kreise. Dar Kloster ist im Jahre<>8« von einem sächsische« Grase» Nahmens Walo gestiftet worden, un d hüt jetzt eine Äbtissinn, eine Pciorinn und r> Conventiialinnen. Walswavre, s. Wavrc. Walkenbuch, ein Städtchen mit einem Schlosse, im Hcrzogthume Würlemberg im schwäbischen Kreise; Hier pflegen sich die Herzoge, wenn sie im Schändlich jagen wollen, snfzuhalten. Walter Nienburg, ein Dorf und Amt an der Nute im fürstlichen zerbsttschea Antheile am Füestenlhume Anhalt, im obersächsischen Kreise, welches ein chur- sächsitches Lehen ist. Wültershansen, eine Stadt am Körfel- fliisse im Amte Teniieberg, im Herzog, thume Goiha Im obersächstsche» Kreise, in welcher sich eine Siiperintcndentur, ein geistliches Untergericht, und eine lateinische Schule befinden. Hier gibt es auch gute Webereyen. WalterSkirchcn, ein Schloß im Kreise ob dem wiener-Walde im Lande unter- her Ens in Oesterreich, welches dem Grasen von Hohenfeld gehört. Waltham- Abby, ein Flecken in der Landschaft Sssex in England. Er liegt am Flusse Lee, der hier verschiedene Inseln macht, und seinen Nahmen von einer ehemahligen Lblcy hat, welche jetzt ein adeliger Sitz ist. Waltsch, ein Marktflecken und Schloß in, Saatzerkerise in Böhmen, welcher dem Grafen»vn Limbnrg-Styrum»ehort. Waluwf» Wünge» Waluwka, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Nowogrodeck in Schwärzn,ß- la„d in Litauen. Wamberg, ein Marktflecken im Königinn, gratzer Kreise in Böhmen, welcher dem Grafen Liebsteynkp von Kvlowrat ge> hört. Wan, ein Paschalik in Turkomanirn ob» im türkischen Anneniea in Kleinasien. Die Hauptstadt gleiches Nahmens liegt an einem See, und ist der Sitz des Pascha. WanSbeck, ein Flecken in Stormarn im Herzothlline Holstein im Riedersächst- schen Kreise, in welchem die Grafen von Aamzow im Jah-e ,,;ü4 ein schä- ncs Schloß, Nahmens WanSburg, er. baute». Die Zahl der hiesige» Einwoh- ibohiier belauft stch aus yoo Seelen. Hier befinden sich eine Büchdruckerep, A Kattnnmunufaeturen, eine Wachsbleiche, Band- und Strumpfwebeeevra und Kor». Holz- Loh- Papier- und Ta> baksmühlcn. Uiber dieß hat dieser Ort große Freyheiten; daher sich die Ban. keronlier aue Hamburg öfters hierher zu begeben pfleg«,,. Im Jahre i/Zy kaufte ihn der König von Dänemark «m LyLoo Rrichsthaler; nachher aber wurde er wieder an den geheimen Raih Grafen von Schimmelmann käuflich überlassen. Wanfried, ein Amt und kleine Stadt an dep Verra in Niedrrhessein Das Städtchen enthält 249 Häuser»»d rin fürst- lichesSchloß, und gehört der Linie 00a Hessen- Rheinsfrls. Hier ergießt sich d,r Fluß Frieda, welcher von Eichsftst kommt, in die Wer.«. Wangen, eine Herrschaft im vlnstgancr Viertel in Tyrol, welche den Grasn von Gondol gebort.- Wangen, VimAniL, eine kleine fte» Reichsstadt am Flusse Argen, zw sb-- der Laudvogtep Alldorf,«nd den Kett- schasten Leltnang und Eglossim sch>^- Wanze« Man t leb bischen Kreise. Sie ist der katholische« kehre zugethan, hat eine Pfarrkirche, ein Hospital, und ein Capuciner- Mönchskloster. Das Gebieth der Stadt beträgt eine Meile im Umkreise. Wangen, eine Landvogtry und Städtchen mit einem Schlosse am Flusse Aren in den deutschen Lande» des Canton« Bern in der Schweiz. Wangerinn, ei» Städtchen!m borkschen Kreise in Hintcrpommern, welche« sich von der Tuchwebercy und vom Ackerbaus ernährt. Wangerorg, eine Insel auf der Nordsee in DstsrieSland eine Meile von Jeoer»/ wohin sich die Schiffe bey entstehendem Uugewittrr zu retiriren pflegen. Wanghe, eine Herrschaft in der Graf- schaft Namur im burgnndischen Kreise, welche den Grafen von Lirimont gehört. Mausen, ein Städtchen an der Ohlau im Furstenthumc Neisse in Nicderschle- sien, welches eine katholische Pfarrkirche hat, und vier Mahl abbrannte. Bey demselben wird viel Taback gehaltet. Der von diesem Städtchen benannte Wansener Haldt liegt zwischen dem strehlischen und ohlauischen Kreise des FürstenlhumS Brieg. Wanlage, eine alte Stadt in Brekshlre in England, in welcher der berühmte König Alfred, der vielmahls die Dänen schlug, da« Licht der Welt erblickte. Eine Meile von hier ist auf einem Hügel ein sehr großes, viereckige« und wohl befestigtes Lager der alten Römer zu sehen. Wanzenau, ein offener Flecken»nd Amt in Unterelsa-, welche bis zur Revolution'zum Bisibume Steaßburg gehör- len. Der Flecken liegt Theils auf einer Insel zwischen der Jll nnd dem Rhein, Theils aicherhalb derselben. Waiizleben, eine kleine Stadt im Herzog, chumv Magdeburg im nirdersachsischen Wapen A..57« Kreise. Sie ist im Jahre ILFV, und im siebzehnten Jahrhunderte einige Mahl abgebrannt. Wapen, ein mit Figuren bemahlter Schild- so fern derselbe ein Unterscheidungszeichen einzelner Personen, Familie« oder'Gesellschaften Ist, und in engerer Bedeutung diejenige Figur, welche d«, Haupkthcil eine« solchen Schilde« ausmacht. Die Wörter Wapen und Waffen find einerley, und»ur in der Mundart verschieden. Die Ursache, daß beyde nur ein und eben dasselbe Wort sind, liegt ohne Zweifel in der ehemahligen weiter» Bedeutung des Worte« Waffen, nach welchem auch der Schild mit darunter begriffen, und vielleicht»r. sprünglich, und zunächst damit belegt wurde, welche« sich doch-bey dem Mangel hinlänglicher Entscheidung-gründe nur vermuthen läßt. Indessen muß das Wort Wapen auch sehr zeitig von der Wapenfigur allein seyn gebraucht worden, indem Schild und Wapen in den mittlern Zeiten mehrmahls mit einan. der verbunden werden, klebrigen« unterscheidet sich ein Wapen von einem Sinnbilde Theil« dadurch, daß indem letzter» die körperliche Figur alle Mahl an eine»»»körperliche Vorstellung erinnert, und um dieser Willen da ist, welche- bey dem Wapen nicht Statt findet, Theils aber auch durch mancherley mit dem Wipen verbundene Vorzüge. Jede« Reich, Republik, Fürsten» thnm, Nation, Herrschaft, Stadt und vornehme Familie haben in unsern Zei. ten ihre besonderen Wapen; daher die wichtigsten, um dar Nachschlagen bequemer z» mache», in folgende aipha- berhische Ordnung gebrach« worden find. A. Aachen, diese Reichsstadt führt im filber. ne« Felde einen schwarzen Adler mit einer goldenen Krone: L7? Wapen A. Aalen, diese Reichsstadt hat im rothen Felde einen silbernen etliche Mahl ge- krümmten Aal. Abyssynieii, der Kaiser von Abyssinien in Afrika, führt in seinem Wapen einen Löwen. mit derBeyschrift: Es.hat überwun. den der Löwe aus dem Stamme Jnda. Anhalts die Fürsten von Anhalt führen mitten in ihrem Wapen einen gespalte. nen Schild, worin znr Rechten ein halber rother Adler im silbernen, und znr linken 4 schwarze Balken mit dem Rautenkrauze, im goldenen Felde erscheinen; zum Andenken, daß die vormahligen Churfürsten von Sachsen und Brandenburg aus diesem Hause waren. Ueber dieß führen sie einen goldgekrön- ten Bär mit' einem goldenen Halsbande im silberne» Felde auf einer rothen schräg stehenden Mauer, mit einer goldenen Pforte, in die Höhe fliegend, welches den Ursprung dieser Familie von den ältern Beringern anzeigt; ferner F goldene und F schwarze Balken, wegen der Grafschaft Ballenstädt; ein Schachbret mit 12 Steinen, wegen Asea- nien; ein quadrirtes Feld von roth und Gold, wegen der Herrschaft Waldersee; 2 schräg gehende goldne Straßen im blauen Felde, wegen der Grafschaft Waens- dorf; einen silbernen Adler mit golde- nen Füßen, wegen der Grafschaft Müh- lingen; einen Bär mit einem silbernen Halsbande, wegen Bernburg; und end. lich ein rothes leeres Regalienfeld. Der mittclste Helm bedeutet Anhalt, und zeigt 2 über einander geschränkte Arme mit einem Pfanwedel in jeder Hand; der andre ist der beringische, und zeigt einen schwarz und goldgckröntcn Bär mit einem goldenen Halsbande; der dritte bat 12 schwarz und weiß gestreifte Fähnchen an goldenen Stangen, wegen Ascanien. Die Wapenhalter sind 2 goldene Löwen, und die Helniendo- cken führen schwarz, roth und Gold. Wape» A. Anhallzerbst aber hat zuWapenhaltern zur Rechten einen schwarzen gekrönten Bär, zur Linke» einen goldenen Löwen, und führt über dieß auch, wegen der Herrschaft Jever», einen goldenen ge. krönten Löwen im goldene» Felde; wegen der Anwartschaft auf Kniphau- sei, einen schwarzen gekrönten Löwen in goldenem Felde, und zwey kreuz» weis gelegte silberne Palmenzeige mit einem dazwischen hervor ragenden silber». nen Hundskopfe, und goldenen Halsbande, wegen Walthernienburg: der jeverische Helm aber zeigt 2 silberne und eine goldene Straußfeder. Wegen des Hcrzogthums Lauenburg haben einige anhaltische Fürsten den sächsischen Aautenkrauz, den goldenen Adler wegen der Pfalz Sachsen, und die drey Schröterhörner, wegen des Fürsten« thums Engern, ihren Wapen bepgcfügt- Ansbach, s. Brandenburg. Akljou, dieses Wapen ist ein blauer Schild mit einer rothen Einfassung, in welchem sich Z goldene Lilien befinden. Appenzell, dieser Kanton führt einen schwarze» zum Raube geschickten Bär im weißen Felde. Arembcrg, dieses fürstliche Haus hat ein oicrfeldigeS Wapen, in dessen erster und vierter FcldnngZ gelbe Mifpelbäumeim rothe» Grunde wegen Arembcrg zu sehen sind; hingegen ein im goldenen Felde rothes und weißes Schachbret, wegen der Grafschaft Mark, Das Mit- telschild hat auch 4 Felder, durch de- re» ersten und vierten eine breite rohe Straße schrägrechtS geht, wegen des Fürstenthiims Ligne; und im zweyten und dritten Quartier erscheinen Z rothe mit Gold gekrönte Löwe», im weißen Grunde, wegen der Herrschaft Bar, bancon. Auf diesem Wapen sind Z mit Gold gekrönte Helme, der Mittel,ie als arembergische, ist ei» dreyfacher Pfauen, schwänz; der zur Rechte» ist der mär- Wapen B. Wapen K. tische, und zeigt 2 Hörner, deren rech. te« mit roth und Silber gewürfelt, das andere aber golden ist. Der linke Helm »st eine Tafel von 8 roth und gelbe» Schindeln, und bedeutet das Fürstcn- rhum Ligne. Die Schildhalter stnd ein Löwe und ein Greif; die Helmvecken aber von roth und Silber. Auersberg, die Fürsten von Anersberg ha. ben in ihrem Wapen einen halben schwär, zeit»nd rothen Adler, auf dessen Brust sich ein halber Mond von Silber, wc. gen Münsterberg befindet; imgleichen einen weißen doppelt geschwänzten und gekrönten Löwen, wegen Frankenstein; ein durch eine blaue und wellenweise gehende Straße getheiltes Schild, auf welchem in der obersten rothen Hälfte ein weißer Löwe geht; in der untersten goldenen Hälfte aber ein schwarzer Adler mit einem silbernen Monde auf der Brust, wegen der Grafschaft Thengern anzutreffen sind: eine» auf einem grü. nen Hügel gehenden Auerochsen, wegen Auersberg; einen schwarzen Adler auf einer schwarzen Bank stehend, welche- die frcyherrliche Würde anzeigt: und in der Mitte einen rothen gekrönten Löwen in Silber, als das Zeichen der gräflichen Würde. Diese- ganze Wapen bedeckt ein Fürstenhut. Augsburg, dieses HochstiftS Wapen ist ein in die Länge gespaltener Schild, dessen rechter Theil roth, und der lin. ke weiß ist. Das auzsburgische Stadt, wapen ist auch ein dergleichen mit roth undSilber in die Länge getheiltes Schild, in dessen Mitte aber ein grüner Tann» zapfen auf einem Postumente ruht. B. Baaden, die Markgrafen von Baabrn führen wegen Baaden eine breite schräg gehende rothe Straße im gelben Felde; wegen der Hintern Grafschaft Spon. keim ein weiß und rothes Schachspiel L/.3 von 16 Abtheilungungen; wegen Breis, gau einen rothen gekrönten Löwen im silbernen Felde; wegen der Grafschaft Eberstein ein getheiltes Schildchen, in dessen obern weißem Felde eine Rose. in dem untern gelben Theile aber ei» schwarzer Eber auf einem grünen Ra» sen erscheint, wegen Badenweilcr einen goldenen Balken tm rothen Felde mit Z schwarze« Sparrenwegen der Herr. schaft ttsenbecg einen silbernen Flügel mit einem halben goldene» Zirkel, im blauen Felde; wegen der Herrschaft Röteln ein quer getheiltes Schild, in dessen oberstem Theile ein rother auf. steigender Löwe, in dem untersten aber L wellenweise gehende Straßen erlchei. nen; wegen der Herrschaft Lahr unv Mahlberg ein die Länge getheiltes gel- des Schild; in dessen erstem Theil eine rothe Zwangfiraße, in dem andern aber ein schwarzer gekrönter Löwe anzutref. fen sind; und endlich wegen dervordern Grafschaft Sponheim ein 16 selbiges blau und grünes Schachspiel. Die zu diesem Hanptschilde gehörigen Helme stnd ein gekrönter Helm, aus welchem 2 gebundene Bockshörner hervorsteigen, wegen Baaden: ein gekrönter Helm mit einem dreyfachen Pfaucnschwanze, we» gen der Hintern Grafschaft Sponheim; zwey Helme wegen der Grafschaft Eberstein, von welchen einer zwey silberne Elepbantenrüssel, jeden mit drey wei. ßen Stäbchen und drey grünen Blät« kern geziert, hat, in deren Mitte sich eine Rose befindet; der andere aber zeigt einen MannSleib von Golde mit einer Bischofsmütze, auf dessen Brust ein Eber ruhet; ein gekrönter Helm mit einem über sich steigenden Löwen wegen Brei-gau; ein Helm mit dem Leibe eine- Jüngling-, wegen Baben- weiler; ein Helm mit einer Mann-per. son in blauer Kleidung und Polaken, mütze, wegen der Herrschaft llfenderg» Wappen B. Wapen B S74 ein Helm mit einer rochen und Holde» „en BischofemkHe, wegen Röteln; ein Helm mit einer runde» Scheide, worin ein schwarzer Löwe, wegen.Mabiberg; «nd cln Helm mit dem Obcr.leibe eine- Jünglings, mit zwey anstatt der Arme eingesetzten Hörnern, wegen Lahr. Damberg, dieses BiSlhuin führt einen schwarzen Löwen in goldenem Felde, über welchen ein silberner rechter.Schrägbal- ken durch den ganze» Schild läuft. Basel, der Bischof von Basel bat im sil. bernen Felde einen schwarzen eisernen Fischcrangel, oder wie andere meinen, «inen Beschlag vo» einem PilgrimSsta- be; welches Wapc» auch der Canton Bafel in der Schweiz führt. Bayern, diese auSgestorbenen Chursnr» sten führten in einem Mittelschilde den goldene» Reichsapfel, als Eeztruchfeff« des heiligen römischen Reichs; dann weiße»nd blaue schief gehende Raulen- feider oder Wecken wegen des Herzog. lhumS Bayern, und eiirrn goldenen und roth gekrönten Löwen im schwarzen Felde.wegen Pfalz. Van den beyden ge. krönten Helmen aufd.ieftm Schilde zeigte einer s Elephantenrüffel, auf dessen jeder Seite 4 goldene, und mit goldenen Blättern behangene Stäbchen hervor ragten; in dessen Mitte aber ein goldener Löwe mit einer rothen Krone anzutreffen war. Dieser Helm unterschied das churbavrische Wapen von den übrigen pfälzischen Wgpenschildcrn. Der andere Helm war ein mit den bayerschen Rauten, und am Ende mit goldenen Blättern gezierter Flügel, worin sich ein goldener Löwe befand. DieHclmcn- decken waren roth und schwarz, und die Wapenhalter bestanden in zwey goldenen Löwen. Lay euch, s. Brandenburg. Lrntheim-Lecklenlmrg, die Rerchsgraftn «0» Beuth, im- Tccklcnburg führenzehn gtzldeire Pfennige im rothen Felde, wegen der Grafschaft Beniheim; dreye». Ihr Herzen iw silbernen Felde, wegen der Herrschaft Lingen, und eine» goldenen Anker im blauen Grunde wegen Trcklendurg; einen rothen Schwan im goldenen Felde, wegen der Grafschaft Steinfurl, und eine» reiben Löwen mit einer blauen Krone im si1belr.cn Felde, wegen der Grafschaft Limburg iuWest- pdalen. Aus dem scchsfeldigcn Mittel- schilde erscheinen zwey weiße Straßen im rothe» Felde, wegen Weseliughofrn; »in schwarzer Löwe mit Z Ringe», mit einer Rose am Schweife, wegen Rhe« den; zwey Bärentatzen wegen Hopa; »in silberner Löwe im rothen Felde, wegen Alpen; ein roth und weiß getheiltes Schild mit einem Löwen, wegen Hklsenstcin; fünf goldene Straßen im rothen Felde, wegen der Erbvogtey Cölln. Der bentheimifche Helm zeigt einen Mohren, in rother Kleidung mit den zehn goldene» Pfennige» und ein,r Polakeiimütze; der teckienbui zische einen sitzenden weißen Pfau; der,steinfurti- sche einen rothe» Schwan; und der limburgische einen rothen Löwen zwischen zwey Pfauenschwänzeii. BerchtvldSgaden, diese gefürstetc Peop- stey hat ein rothes Schild, worin zwey silberne Schlüssel kreuzweise gestellt sind. Bergen, die Grafen von Bergen haben einen rothen Löwen im silbernen Felde, welches mit einem schwarzen Rande, worauf t 1»goldene Pfennige erscheinen, eingefaßt ist. Das Schild bedeckt eine Grafcukrone. Bern, dieser schweizerische Canton führt ein rothes Schild mit einem schwaezen Bär, welcher auf einem gelben rechten Schrägbalken gebt. Bcsancon, Bisanz, dieses Erzbistum hat einen goldenen Adler im rothe» Felde zum Wapen, oben mit der erzdi- schöflichen Mütze bedeckt, und die Krim- decket! stob roth K»d Gold. » Wapen B. Wapen B. Blbroch, diese Reichsstadt führt IM blauen Felde einen aiifgeeichieic» geklönten Biber in natürlicher Fache. Böhmen, das eigentliche Wapen dieses Königreichs ist ein silberner Löwe mit doppeltem Schweife im rothen Felde, ein schwarzer gekrönter Adler, mit einem silbernen halben Mond auf der Brust, wegen Schlesien; ein silberner und roth gewürfelter Adler im blauen Felde, wegen Mähren, und ei» gespaltener Schild, der zur Rechten eine goldene Mauer im blauen, und zur Unken einen rothen Ochsen im silbernen Del- de darstellt, wegen Ober- und Rieder- lausitz. Bvpfingen, dieser Reichsstadt Wapen ist im silbernen Felde ein schwarzer Adler. Brandenburg, s. Preussen. Brandenburg, so wohl das ehemahlige brandcnburg.baycciitbjsche, als branden- bürg anspachische Wapen Hut zum Mit. telschilde einen rochen Adler mit golde. nen Klecstängeln auf den Flügeln, und goldenem Schnabel und Füßen wegen der Markgrafschaft Brandenburg. Im ersten silberne» Felde, ist ein schwär, zer goldgekrönter Adler, mit goldenen Kleesiängelir auf den Flügeln, wegen Preussen angebracht. Zm andern best», dct sich ein mit roch und Silber quer getheilter Schild, wegen des Herzog, lhuiiis Magdeburg. Im dritten blauen Feld ist ein rother goldgekrönter Greif, dessen goldene vordere Füße gleich den Ablerfüßen, die Hintern aber wie Löwensüße beschaffen sind, wegen deS Her- zogkhums Stetin. Im vierten silbernen ein roider Greif mit goldenen Füßen, wegen Pommern. Im fünften goldenen ein schwarzer Greis, bissen»ordere Füße weiß sind, wegen C»ss>iben. Zm sechsten sichersten ein etliche Mahl roih und grün oesireisier Greif, wegen des Heezogtdums Wende». Im^len goldenen ein vor sich gekehlter schwarzer (lV. Band.) S-'F und roth gekrönter Büffesske>pf mit sil- bernen Hörnern»Nd Ringen durch die Nase, wegen Mecklenburg. Zm tzten goldenen der schlesische Adler, wegen Crossen. Im ylen goldenen ein schwarzer Adler mit einem silbernen Jagdhorn auf der Brust, wegen JLgerndsrf. Im roten goldenen und von roth und Sik- bcrstücke» eingefaßten, ein schwarzer roth gekrönter Löwe Mit rothen Klauen an den Füßen, wegen des Burggraf, thnms Nürnberg. Das rite von Sil- ber und roth, die Länge herab getheilt, wegen des Fürstenthums Halbcrstabt. Im i2ten rothen 2 als ein buegundi» schcs Kreuz gelegte silberne Schlüssel, wegen des Fürsteulhiims Minden. Im lZten rothen ein silbernes Ankerkreuz, wegen des Fürsteuthiims Camin. Zm achten silberne» ein von grün und roth quer gestreifier Greis, wegen des Landes Stargard. Im 1 Hirn quer getheilten Felde befindet sich in der obern blauen Hälfte er» goldener Greif; die untere Hälfte aber ist grün, und mit einer silbernen Einfaffnnq versehe», wegen des Fürstenthums Schwerin. Im i6le» rothe» ist ein schwebendes silbernes Kreuz, wegen des Fürsteuthiims Ratzcbueg. DaS i/te ist von Silber und schwarz quadrier, wegen Hohen. zollern. Im iZlen rothen ist ein aus einer silbernen Wolke gehender, und einen goldenen Ring mit einem eingefaßten Steine haltender silberner Arm, wegen der Grafschaft Schwerin. Im lykc» goldenen ein nach der rechten Seite stehender schwarzer roth gekrönter Büffelskopf, mit silberne» Hörnern, wegen der Herrschaft Rostock. Das 20str ist ei» mit Roth und Gold gespaltener Schild wegen der Herrschaft Stargard, Das 2«sie besteht in einem ganz ,oihe„ Sckilbfl.isft- wegen der R-'qalien. Ueber dem Schilde stehen y Helme; 1) der hrandrnburgische. 2) der preussisch?, D ddd Wapen B. Wapen B. Z) der wagdcburgische, 4) der pom- nierifche, 2) ver mecklenburgische« 6) der nürni'ergtscye burggräfliche. 7) der halderstad!»Äe, 8) der miudische, A) der hoyenzollecischc, mit seinem von Silber schwarz quadrirteu Brackenko. pfe und Halse. Braunschwelg, der Churfürst von Brami- schweig, Lüneburg führ! zwey über cin- ander stehende goldene Leoparden im rothen Felde, wegen des Herzogthums Braunschweig; ei» weißes Pferd im reihen Felde, als das alte niedersächsische Wapen; einen blauen Löwe» mit rothen Herzen bestreut, im goldenen F.lde. wegen Lüneburg; einen silbernen gekrönten Löwen im blaue» Felde, wegen der Grafschaft Eberstein; einen goldenen im rothen Felde, mit einem blau und meiste» Rande eingefaßt, we- gen Homburg; einen silbernen Löwen im blanen, uad gleich darunter einen blauen Adler im silbernen Felde, wc. gen Diepholt; einen goldene» Löwen im rothen Felde, und darunter ein Feld sechs Mahl von Gold und roth gestreift, wegen der Grafschaft Lau. tervcrg; einen schwarzen Hirsch im silbernen Felde, wegen der Grafschaft Klctkcnberg; einen getheilten Schild, worin oben 2 schwarze Bärentatzen im goldenen Felde erscheine», der unterste Theil aber wieder getheilt ist, der oben vier rothe und silberne Balken ha«, und unten von Silber und blau kreuzweise durchschnitten ist, wegen der Grafschaft Hvya; ein silbernes und roth gewürfeltes Feld, wegen Hohen« stein; ein rothes Hirschhorn im silbernen Felde, wegen der Grafschaft Rhein- stein; ein schwarzes aber wegen der Grafschaft Blankenburg; und endlich in einem rothen Mitteischilde die kaiserliche Krone, wegen des Erzschatz, meisteramles, womit der Churfürst im Jahre-710 von dem Kaiser belehnt wurde, und rmn, seit dem Cburpfoiz, Nach dem Aussterben des Ed»rha»scS Bayern, das Erztriichsest nanu erhalten, i» die völligen Rechte desselben eingetreten ist. Dieses Wapen l>M H gekrönte Heime:-er erste zeigt einen Psauenschwanz zwischen zwey Hirschhörnern wegen Hohensteiiilaut-rbukg; der zweyte ein Paar schwarze Bärc'n- klauen, wegen Hopa; der dritte eine weiffe und mit Gold gekrönte Säule zwischen 2 silbernen, und mit Ps«»iN- federn gezierten Sicheln, wegen Brnun- schweig; der vierte ein Paar Büffels, Hörner, dazwischen 6 rothe und meiste Fäh, chen stecken, wegen Bruchhausc» und der fünfte ein Paar silberne Büf- selshörnec zwischen 2 Hirschhörnern, wegen Reinstem, Blankenburg. Ueber dieß führen die übrigen Herzöge von Braunschweig eben dergleichen Wapen Mit dem Cdurhause, nur daß die Felder verschieden rangirt sind, und daS Mittelschild wegbleibt. Bremen, die Reichsstadt Bremen führt einen silbernen und aufwärts gekehrten Schlüssel im rothen Felde. Brixen, dieses Hochstist bat ein in die Länge herab getheiltes Schild, worauf im rothen Felde ein weiffes Osierlawm mit einer meisten Fahne, auf welcher ein rothes Kreuz, und in der andern weissen Fcldung ein rother Adler mit dem Bischofsstäbe erscheint. Broglio, das Wapen dieses Reichsfür- stet» und ehemahligen französischen Mar-^ schalls und Herzogs besteht in einem runden goldenen und mit einer herzoglichen Krone bedeckten Schilde, in welchem 2 in Form eines Andreaskreuzes gelegte blaue Todtenbeine als das Ge- schlechtswapen derer von Broglio erscheine». Um den Schild hängen die französischen Orden, und hinter demselben sicheu die mit Lilien besetzten Marschallsstabe in Form eines Andre«-' Wape» C. Wapen L 577 krcnzeS. Dieses Wape» liegt auf her Brust k-es kaiserlichen gekl önien Reichsadlers, welche» ein Fürsteuhuk bedeckt, und ei» mit Hermelin gefütterter Wa- penmantel wegen der reichsfürstlichcn Würbe umgibt. Bronchorst undGronsfcld, diese Grafen führen in ihrem Wapen einen silberne» Löwen mit einer goldenen Krone im rothe» Felde, als das Stammwa- pen von Bronchorst; ein goldenes Andreaskreuz mit goldenen Tuchschercn umgeben, im rothen Felde, wegen der Herrschaft Batenburg; auf einem klei. ncn Mittelschilde Z rothe Kugeln im goldenen Felde, wegen der Herrschaft Borkelo; einen schwarzen Eber auf einem goldenen Hügel im goldenen Felde, und endlich eine rothe Rose im silbernen Felde, wegen der Grafschaft Eberstein. Dieses Wapen wird von einer Grafenkrone bedeckt. Buchhorn, dieser Reichsstadt Wapen ist die Länge herab getheilt, und hat vorn im goldenen Felde, eine grüne ansgeris- sene Buche; hinten im rothen Felde ein schwarzes Jagdhorn mit goldenem 'Beschlag und Bande. C. Lastest, die Grafen von Castell führen ein Wapen von vier Feldern, von welchen ohne einigen Figuren zwey roth, und die andern zwey weiß sind. Dbe» aus dem Helme steht ein dergleichen guadcirker hoher Hut mir einem halb silbernen und halb rothen Ausschlage, welchen eine goldene Krone bedeckt, aus der ein Pfauenschwanz in die Höhe steigt. Chiemsee, dieser bischöfliche Wapen ist in die Länge herab getheilt, und hat zur Rechten eine» schwarzen Adler im silbernen, und zur Linken einen silbernen Bischofsstab im rothen Felde. China oder Sina, der Kaiser dieses Reichs führt in seinem Wapen einen Drachen mit Z Klauen, welches von den Chinesern Lom genannt wird. Chur, das Wapen dieses Bisihums ist im silbernen Felde ein schwarzer springe», der Steinbock. Den Schild bedeckt der Bischofshut, hinter welchem Schwert und Bischofsstab in Form eines Andreaskreuzes zu sehen sind. Lötn, das Wapen des Churfürsten von Cöln, so wie es mit dem bischöflichen münsterischcn vereinigt ist, ist quer ge- theilt, mit einem gekrönt-,, Miktelschil- de, der von Gold roth schräg geweckt ist. Der quer getheilte Hauptschild ent. hält in der obern Hälfte das churcölnj. sche und in der untern das bischöfliche münsterische Wapen: jede Hälfte ist quadrirt. In der obern quadrirten Hälfte ist im erste» silberne» Felde ein schwarzes Kreuz, wegen des Erzstifts Cöln; im zweyte» rothen ist ein silbernes spri». gendcs' Roß, wegen des HerzogthumS Westphalen; im dritten rothen sind drey goldrne Herzen, wegen des HerzogthumS Engern; und im vierten blaue» ist ein silberner Abler, wegen der Grafschaft Arcnsb-.rg. Die untere gleichfalls qna, drille Hälfte des HauptschildeS enthält im erste» blauen Felde einen goldenen Querbalken, wegen des BiSlhumS Mü„. sier; im zweyten von Silber und roth quer getheilten drey schwarze»cbenein. der stehende Vögel auf den» Silber, wegen der Burggrafschaft Stromberg im dritten rothe» drey goldene Münzen, wegen der Herrschaft Borkelo, und im vierten Z rothe Andreaskrcuzchen. Den Hanptschild umgibt ein fürstlicher Wa. penmantel, welchen der Chnrbut oben bedeckt. In der Mille ragt oben das hinter dem Schilde stehende erzbischöf. lichc Kreuz, wie auch zur Rechte» und Linke» das Schwert und der Bischof- stab, in Form eines Andreaskreuzes gestellt, hervor. Das Wave» der Reichs« Ddbd 2 5/8 Wapen C. Wapen D. stadtCöln besteht in drey nebe» einander gesetzten goldenen Kronen im rothen Felde. Cdjsanz, dar Wapen dieses Bischofs ist ein quadrier rundes Schild, nur einem Miuelschilde, unter einer unten eilige« xfrofte» Spitze. Der Mitkelschild, wel. chee im silberne» Felde ein rvihes schwa. leS Kreuz enthält, ist-aS Wapen des BiSthums Eostauz. Im iken und-ften ebenfalls silbernen Quartiere des Hanpt- schilder ist ein rothes Kreuz, wegen der Abcep Reichen«» angebracht; im 2ien und Zte» von Gold»nd roth in die Länge getheilten Quartier hat die Hintere Hälfte einen silbernen Querbalken, als das frryherrliche rothische Fami- licnwaprn. In der goldenen einpfropften Spitze ist das Wapen von Qchningen, nähmlich 2 aus natürlichen Wolken hervor gehende Hände, die einen Schlüs- sel mit doppeltem Barte empor halten. Hinter dem Schilde, welchen 2 Löwen halten, und ein mit Hermelin gefütterter, und mit einem Fürsteiihitte bedeckter Mantel umgibt, sind ein Bischofsstab und Schwert in Form eines Andreaskreuzes gestellt. Torvey, der gesürstete Akt zn Corvey hat einen in die Breite getheilten Schild dessen obere Hälfte golden, und die un- tere roth ist. Croi), die Herzoge von Croy haben ein virrfeldigeS Schild, und darin Z rothe Balken im silbernen Felde, als das ungarische Wapen, von dessen Königen dieses Geschlecht seinen Ursprung herleitet; drey rothe Acxte im silbernen Felde, als das Siammwapen der von Aentp; in der Mitte aber besindet sich daS lothringische Wapen i» y Feldern bestehend. Der offene gekrönte Helm trägt einen schwarzen Hundrkopf mit einem goldenen Halsbande, zwischen einem rothen und einem silbernen Flügel. Zurlgud, das Woven dieses Herzogrhunis, welche- mit einem Fürsteuhute bedeckt ist, besteht aus einem qurdririen Schilde mit einem Mittelschilde. Im ersten und vierten silbernen Quartier ist ein ro> ther goldgekröiiter Löwe wegen Lurland. Zm zweyten und dritten blauen ein hast bce aus dem Schildesrande hervor gehender mit einer geschlossenen Krone gezierter Hirsch, in natürlicher Farbe, wegen Semgallcn. Der Mitkelschild der Herzoge aus dem reichsgcäfüchea Hause von Biron ist in die Lange getheilt, und hat in der vorder« quer getheilten Hälfte oben im goldenen Felde den russische» gedoppelten Adler, als ein kaiserliches russisches Guadenzeichen; linken im rothen aber einen verdorreten und abgehauenen Baum, aus welchem oben zne linken Seite ein einzigesZwei. gelche i hervor treibt; auf dem Stocke selbst aber steht ei» links gekehrter,„nd gegen die rechte Seite zurück sehender schwarzer Rabe, der ein Zweigelchen mit drey Eicheln im Schnabel hält, und an der Mitte des Stocks liegt ein gol, dener großer Schlüssel quer. Die linke Haste des Schilds enthält im grünen Felde die silbernen Buchstaben III. welche den Nabme» des verstorbenen KönigS von Pohlen, August 1H., vorstelle», unter welchem der Graf zum Besitze des HerzogthumS Curland gelangte. D. Dänemark, der König von Dänemark hat ein in vier Theile durch das baue. brogische Ritterordciiskrruz getheiltes Wapen, in welchem sich drey über einander gesetzte blaue Leoparden im goldenen und mit rothen Herzen bestreuten Felde, wegen Dänemark; ein gekrönter goldener Löwe mit einer gekrönten silbernen Streitaxt im rothe» Felde, wegen Norwegen; drey goldene Kronen im blauen Felde, wegen der Wapen D. Wapen E. ehemahligen Vereinigung der drey nordischen Kronen; ein blauer Lome, der y rothe Herzen unter sich hat, im goldenen Felde(weiche- da- Wapen der alten Golhen ist), und endlich unten zwey über einander gehende blaue Löwen im goldenen Felde, wegen Schieß, tvig, und ein gekrönter und goldener Lindwurm, al- das Wapen der alten Wende», zeigen. Auf dcm Miktelschilde erscheint ein dreyfache- Ncjselblatk im rothen Felde, mit einem silber- und roth getheilten Schildchen in der Mitte, wegen Holstein; ein silberner Schwan mit einer goldene» Krone um den Hals, im rothen Felde, wegen Stormarn; ei» silberner Reiter im rothen Felde, wegen Ditmacsen. Hierauf folgt noch ein kleiner Mittelschild, worauf zur Rechten zwey roth« Balken im goldenen, und zur Linken ein goldene- Kreuz, im blauen Felde, wegen Oldenburg und Delmenhocst zu sehen sind. Diese- ganze Schild steht unter einem königlichem Baldachin, oben mit der königlichen Krone» und de- jetzigen König- Wahl- spruche kruäeniia etLonlilium. Die Schildhalter sind zwey wilde mit Keu- ien bewaffnete Männer, und um da- Wapen hängen die beyden großen Orden-ketten von Daaebrog und dem Elephanten. Deutschmeister, da- Wapen des Oberhaupte- de- deutschen Ritterordens bestehet in einem stehende» schwarze» Kreuze im silbernen Felde, welche- Papst Cölestin III. diesem Orden verlieh. In demselben befindet sich noch ein goldene- Kreuz, welche-König Heinrich von Jcrusal-e»i ertheilt hat, und in dessen Mitte man den vom Kaiser Friedrich H. verliehenen Reichsadler, an jeder »on den vier Ecken aber eine goldene Lilie, womit der französische König Ludwig der Heilige da- Wapen vermehrt hat, erblickt. Z7Y Dietnchstrin, die Fürsteil von Dietrichstein habe» ein durchschnittene- halb rothes und halb silberne- Schild, wo. rin zwey mit dem Rücken zusammen gekehrte eifenfarbige Winzermesser erscheinen. Auf diesem Wapen stehen drey gekrönte Helme: der mittelst- zeigt zwey blaue Flügel mit Herzen und Ziegel» späiien bestreut, wegen Decnbach; der zur Rechten ist ei» schwarzer Adler» wegen der von Wahlen; und der dritte hat zwey blaue Hörner, woraus sich cinc weissc Strasse mit Z Zirkeln, wegen der von Echter« befindet. Bisweilen ist dies«- Wapen anstatt der Helme mit einem Fürstenhute bedeckt. Dortmund, diese Reichsstadt, führt im silbernen Felde einen schwarze» Adler. Dünkelspicl, diese Reichsstadt, hat im rothen Felde Z goldene Kornähren auf einem dreyfache» silberne» Hügel. E. Eichstett, der Bischof zu Eichsiett führt einen silbernen Bischofsstab im rothe» Felde. Da- Schild bedeckt eine Bischofsmütze, und hinter demselben erblickt ma» einen Degen und eine» Bischofsstab. Elmangen, diese fürstliche Propstey hat ein quadrirte- Wapen mit einer nute« eingepfropften Spitze und einem silbernen Mittelschilde, in welchem eine gol- dcne Prälateninful, als da- Wapea der Propstes, zu sehen ist. England, s. Großbritanien. Ei dach, die Grasen von Erbach haben ein geviertes Schild, welche- oben roth mit zwey silbernen Sternen, und unken Silber mit einem rothen Stern, al- da- Skammwapen der Grafen von Erbach ist; hernach zwey rothe Balken im silbernen Felde, wegen der Herr« schüft Breubrrg. Oben auf dem offenen Helme stehen zwey rothe und weiss« Büffel-Hörner, zwischen welchen sich zwey krenzwei- gesteckte goldrne Lanze» Z8o Wapen F. »nit silberne» und roch gestreiften Fähnchen zeigen. Die Helmdecke ist Silber und roth. Eßlingen, diese Reichsstadt führt im goldenen Felde einen schwarzen Adler. Esterhazy, Fürst Esterhazy von Galaliths, hat ei» qnadrirteS Wapen mit einem Miltclschilde. Im ite» nnd 4ten blauen Felde des Hauptschildes ist ein goldener Greif, mit einer Krone anf dem Kopfe, und einem bloßen Säbel in der vorder» Pranke, mit den Hintern Füßen aber eine Krone haltend» angebracht. Im Ltcn und Zten rothen Felde ist ein wachsender gekrönter, gol. dcner Greif, ohne Flügel, der mit der vorder» Pranke Z fünfblätterige Blumen mit langen Stiehlen empor hält, zu sehen. Im blauen und mit einer königlichen Krone bedeckten Mittelschilde findet man den goldenen lateinischen Buchstaben I,. das ist Leopold, von welchem Kaiser Paul Esterhazy zur fürstlichen Würde erhoben wurde. Den Hauptschlld bedeckt ein Fürstenhut. F. Falkenstcin, die Grafen von Falkenstcin im Westreiche führen ei» quadrirles Schild, und darin ein dreyfaches rothes Gitter im goldenen Felde, wegen der daunischen Herkunft, und ein silbernes Nad im blauen Felde, als das falkcnsteinische Geschlechtswapen. Oben auf stehen zwey HUme, wovon der rechte mit einer schwarzen weiß aufgeschlagenen Mütze bedeckt ist, welche oben eine we>sse Kugel mit drey schwär- zen Feldern hat; der linke aber stellt das falkensteinische Rad dar. Flrckinsteiil, diese Freyherren haben im ersten nnd vierten Felde 6 grüne und silberne Balken, als das Slammwapen derer von Fleckenstein; im zweyten und dritten Quartiere aber ein goldenes Land im blauen Felde, sammt einem Wapen F. silbernen viereckigtcn Platz in der linken Ecke, wegen der windeckischen Erbschaft. Oben stehen zwey Helme: der zur Rechten ist gekrönt, und zeigt ei. ne goldene und gekrönte Junfrau, mit fliegenden Haaren, welche an Statt der Arme grün und weiffe Büffrlshörner hat; der zur linken aber trägt eine blaue Jungfrau mit aufgewickelten Haaren und einer Krone. Florenz, f. Toskana. Frankfurt am May», diese Reichsstadt führt einen silbernen und mit Gold gekrönten Adler im rothen Felde. Frankreich, führte bis zur Revolution zwey zusammen gefügte Schilde. Im ersten erschienen drey goldene Lilien im blauen Felde, wegen des Königreichs Frankreich, nnd im andern eine goldene kreuzweis geschlungene und in der Mitte mit einem Smaragd besetzte Ket. te im rothen Felde, wegen Navarra. Dieses Wapen war mit dem Ordens- zeichen des heiligen Geistes und des heiligen Michael umgeben, und hatte oben einen ganz offene» goldenen Helm, mit der französische!, Lil-enkrone. Die Wapenhalier bestanden in zwey Engeln in Waprnröcken, Fähnchen in der Hand haltend» deren Röcke so wohl als die Fahnen mit dem Wapen von Frankreich und Navarra geziert waren. Dieses ganze Schild stand unter einem blauen und mit Lilien bestreuten Baldachin, inwendig mit Hermelin gefüttert, und oben mit goldenen Strahle» geziert. Oben auf stand wieder die königliche Krone und das heilige Fähnchen, mit den Losungsworten: öcko» 8aint Oen^s. DerDauvhin führte ein q»ad> rirtes Wapen, worin die drey französische» Lilien, und ein blauer gekrümmter Delphin mit rothe» Obern und Floßsedern im goldenen Felde, wegen des Delpbinats erschiene». Oben war er Milder französischenLilic»krone bedeck. Wapen F. Wapen G. Areyburg, das Wapen dieser schweizerischen Cantons ist ein gespalieucr Schild, dessen obere Hälfie schwarz, die unlece aber voll Silber ist. Freysingri'., der Bischof zu Frcysingen hat in seinem Wapen ein roch gekleidetes und mil Gold gekröntes Brustbild eines Mohren im silbernen Felde. Friedberg, diese Reichsstadt fuhrt im goldenen Felde einen schwarze» Adler, auf dessen Brnst in einem rothen Schilde ein silbernes Castell mit Z Thürmen erscheint. Friesland, diese holländische Provinz führt zwey goldene Leoparden über einander im blauen und mil silbernen Schindeln bestreueten Felde. Fugger, die Grafen von Fugger haben>) ein gespaltenes Schild, worin zur Rechten eine blaue Lilie im goldene» Felde, und zur Linken eine goldene Lilie im blauen Felde als das Stammwape» der Fugger anzutreffen sind 2) Eine schwarz gekleidete und gekrönte Mohrinn mit eitler Bischofsmütze i» der Hand im blanen Aclde, wegen der Grafschaft Kirchbcrg. Z) Drey Jägerhörncr über ciiranderim rothen Felde, wegen der Grafschaft Weiffenhorn. Auf diesem Wapen ruhen zwey Helme, von welchen der fuggeri- sche gekrönt ist, und ein blaues und ein goldenes Bnffelshorn hat, zwischen de. nen eine blaue und goldene Lilie steht; der kirchbergische aber trägt eine schwarz gekleidete Mohrinn ebne Arme, mit ei- »er Bischofsmütze auf dem Kopfe, und mit hinterwärts Hangenden cingeflochie- nen Haare». Fürstenberg, die Grafen und Für steil dieses Rahmens führe» einen rochen Adler mit einem blauen Schnabel und Füße», als das Srammwape». Auf der ' rechten Brust des Adlers ist ein oierfcl- diges Schild, worauf eine silberne Kir- chenfahne im rothen Felde, wegen der Grafschaft Weedenberg,«»d einschkan- gcnweisc gezogenes Band im silbernen Felde, wegen der Grafschaft Heiligen« berg angebracht sind. Auf diesem Wa- pcn stehen drey offene Helme. Der mitielste unser denselben ist der finsten- bergische, und trägt eine silberne Kugel aufeinem rothen und mit goldenen Quasten gezierten Küssen, der zur Rechieu ist der werdeiibergische, ist gekrönt, und hat eine röche aufgeschlagene Bischofsmütze; und der zur Linken ist der hei. ligcndergische, welcher gekrönt ist, und einen weißen Hniidskopf mit dem Halse hat, auf dessen Ohr ein schwarzes Band zu sehe» ist. Fulda, der gefürstete Abt zu Fnlda hat ei» schwarzes Kreuz im silbernen Felde. G. Geldern, das Wapen dieser holländischen Provinz ist getheilt, und im obern Theile desselben zeigt sich zur Rechten ein goldener gekrönter Löwe im goldenen Felde; i» dem untern Theile aber erscheint ein blauer Löwe im goldenen Felde, wegen der Grafschaft Zülphen. Gemünd, diese Reichsstadt führt im rothen Felde ein springendes silbernes Eichhorn. Genf, in dem Wapen dieses freyen Staates erscheint zur Rechten ei» halber schwarzer Adler mit einer rothe» Krone im goldenen Felde, und zur Linken rin silberner Schlüssel im rothe» Felde. Oben auf steht eine offene Krone. Gengcnbach, diese Reichsstadt hat im rothen Felde einen silberne» mit Maul und Schwanz gegen die rechte Seite ge. krümmten Fisch. Genua, das Wapen dieser Republik besteht aus einem rothen Kreuze im silbernen Felde. Auf dem Schilde ruhet eine geschlossene königliche Krone. GeyrrSberg, die Grafen von Geyersberg haben ein qnadrirtes Schild. Im lien und 4>en goldenenFeldestehiei» schwär- Wapen G. Wapen H. Ls- zer links gekehrter Geyer. Im 2ten und Zken blauen Felde aber befinden sich Z rothe Hügel, deren mittlerer mit einem goldenen Sterne besetzt ist. Auf dein Schilde ruhen 2 offene Helme, von welchen der erste mit einer aeschloffenen roth gefütterten Krone gekrönt ist, aufwek- cher der schwarze Geyer des iten und 4»eu Feldes steht; der 2te aber ist mit einer gewöhnlichen Krone bedeckt, und trägt auf Z silbernen Hügeln ein Paar von schwarz und Gold quadriere Büf- felshörner, zwischen welche» auf dem niittelsten Hügel ein goldener Stern stehet. Die Helmdeckc deS iten HelmeS ist Gold und schwarz, und des Ltca Gold und blau. Gierigen, diese Reichsstadt führt km blauen Felde ein springendes goldener Eichhorn. Glarus, der schweizerische Conto» Gla- ruS führt einen silberfarbigen Pilger, welcher den heiligen Friedlin, einen Be- uedictinerabt vorstellen soll, der mit einem goldenen Scheine um das Haupt versehen ist, und in der rechten Hand einen goldenen Pilgerstab, in der linken aber ein goldenes Buch hält, im rothen Felde. Goßlar, diese Reichsstadt hat im silbernen Felde eine» schwarzen gekrönten Adler. Gröningen, führt einen doppelten schwarze» Adler mit dem österreichischeil Schilde auf der Brust im goldenen Felde. Großbritannien, dieses Wapen besteht unter der Regierung des jetzigen Königs und Churfürsten von Hannover in 4 Quartiere». Im ersten sind Z goldene Leoparden im roihenFelde, wegen England; und der rothe Löwe mit doppeltem rothen Bande eingefaßt, im goldenen Felde, wegen Schottland. Im zweyten si d z goldene Lilien im blauen Felde, wegen der An'p üche auf Frankreich; im drillen aber eine Harfe im rothen Felde. wegen land angebracht. Im vierten Felde erbl.ckr man zur Rechten die 2 brannschweigischen goldenen Leoparden, zur Linken den blauen lüinburgi, schen Löwen mit rothe« Herzen umgeben, unten das niedersächsiiche Roß, und in der Mitte die goldene Reichskro- »e, als das Zeichen der Erzschatzmci- fierwürde im römische» Reiche. Um dieses Wapen gehl dec blaue Hosenbands« orden mit den Worten: Hoom loit, lzui mal)-penle, und unten steht das Losungswort: Dieu et nion Oroit. Dben steht man eine geschlossene königliche Krone, und die Wapenhalter sind zur Rechten ein goldener Leopard, und zur Linken ein silbernes Einhorn mit einer Krone um den Hals, woran eine goldene Kette herab hängt. H. Halle in Schwaben, diese Reichsstadt führt im silberne» Felde einen schwarzen zwcyköpfigenAdler,aufdessrn Brust ein Schild mit dem österreichische» Wapen, nähmlich einem silbernen Querbalken im rothen Felde erscheint. Hamburg, diese Reichsstadt führt in»r»- rhen Felde eine silberne Mauer mit A Thürmen. In der Mauer ist ein schwarzes Thor, und auf demselben ein weiffes Schild mit einem grüne« in drey Tbeile getheilten Ncffelblatre, zwischen dessen Theilen drey eisenfärbige Nägcl in Form eines Schächerkreuzes mir den Spitzen gegen einander gekehrt zu finden sind. Hanau, das Wapen dieser Geaischaft, so wie es jetzt mit dem hessencaffelische» vereinigt ist. ist zwey Mahl in die Länge, und drey Mabl in die Quere ge, theilt, nebst zwey Mittel,chileen Dee obere Mttrellchild auf der Heezstelle ist blau mit einem von Silber und ro h zehnfach quer gest, eckte» Löwen mit»ol- dener Krone und Klauen, wegen der Landschaft Hissen. Der untere Mittelschild auf der Nabclstellr ist quadritt, Wapen H. and noch dazu mit einem Herzschildchr» vertheil. Dar erste und vierte goldene Feld des MittelfchildeS hat drey reihe Sparren, wegen der Grafschaft Hanau; das zweyte und dritte aber ist von Gol» vud rv,b ach, Mahl quer gestreift, wegen der Grafschaft Neineck. DaS Herz. fchildcheu ist von roth und Gold quer Seih-.,ft, wegen der Herrschaft Mün- zenberg. DaS erste silderne Feld des HaupkschildeS hat ein rothes Patriar- che,.kreuz, wegen des FürstenihumS Hirschfeld; das zweyte ist von schwarz und Gol» quer getheilt, mit einem stl. beeilen Sterne auf dem Schwarzen, we. gen der Grafschaft Ziegenhayn; das drille goldene hat einen rothen Löwen mit blauer Krone, blauer Zunge und Schwänze, wegen der Graftchaf, Catzen- elnbogen: im werten rochen sind zwey über einander gehende goldene Löwen, wegen der Grafschaft Dietz angebracht: das fünfte ist von Schwarz und Gold quer getheilt, mit zwey silbernen sechseckigen(sonst achteckigen) Sternen auf dem Schwarzen, wegen der Grafschaft Nidda: im sechste» rochen ist ei» von Silber und roth quer getheiltes Schild, chen, um welches man ein in^ Tbeile zcrichiiilteneS silbernes Neffelblait, mit drey in Form eines SchächerkreuzeS dazwischen gesetzi» silbernen Nageln sieht, wegen der Grafschaft Schaumburg. Die. se» Haupischild bedeckt eine Fürsteukro- nc. Die Schildhalter sind zwey silberne Mit Fürsteichüten g krönte Löwe». Hannover, s. Lraunschivkig und Groß. britannien. Harrach, d s gräfliche Wapen von Har- rach besteht in einem rothe» Schilde, worin eine goldene Kugel mit Z weißen Siraußfederii bedeckt ist. Di-en sind 2 grkröiiie Helme, wovon der rechte ei- neu rothe» Flügel mitZ weißen Strauß- federn; der linke aber zwey schwarze (lV. Band.)- Wapen H. Büffesshörner, mit weißen Straußfedern besteckt, trägt. Hahfrid, das Wapen der Fürsten zu Hag, feld ist ein siebeneckiger uulen zugespitzter Schild nebst einem Miitelschilde. Der Hauprschild ist drey Mahl in die Länge und eben so viel Mahl in die Quere getheilt; Hai aber doch nur 7 Felder, weil das mittlere Feld der mftr. lern Reibe durch den Mittel-'chüb be. deckt, die iii.ierc Reihe aber nur zwey Mahl die Länge herab, getheilt ist. J>» Mittlern silbernen Felde der cbern Reihe ist ein schwarzer doppelier gvldgc- rrönker Adler, indem zur Rechten ebenfalls silbernen Felde der preussische gold. gek> önre Adler; in dem zur Lücke« blauen aber ein silberner Löwe mit roth anSge- shlagcner Zunge, erhobenem doppeltem Schwänze, und einer goldenen Krone aiifdem Kopfe, aus welcher Z Straußfedern, wovon die mittelst«: von Silber, die 2 ander» aber blau sind, entspringen. Der mittlern Reihe vorderes goldenes Feld, stellt den schlcsischen schwarzen Adler mit den gewöhnlichen Zeichen auf der Brust; das Hintere sil- ferne aber Z röche grün besamte Rosen vor. In der untersten Reihe befindet sich zur Rechten im silberne» Feld« eine rothe grün besänne Rose; zur Linken aber von Silber und roth fünf Mahl in die Länge, und ein Mahl quer§e. theilt, mit abwechselnden Tincturen. Im goldene» und mit einem Fürsteichu. tc bedeckten Mittclschilde besindel sich ein schwarzer doppelter Hausanfer. Auf dem Schilde ruhen 7 gvidgefrönre Hel. nie, mi« anhangenden goldene» Kleino. dien.. Auf dem ersten sitzt ern vorwärts gekehrter silberner Löwe ,»n einer goldene» Krone, au« welcher Z Straußre. der», nähmlich eine silberne zwischen 2 blauen entspringe». Auf dein zweyteir, der im Schilde schon beschriebene dop- Eeer Wape« H. Wapen H. pelte schwarze Adler. Aufdem driitt» der ebenfalls angezeigte schlesische schwarze Adler. Auf dem vierten eine halbcManns- Person ohne Arme, mit einem grauen Bart und Haaren, in einem engen schwarzen Leibrocke mit goldenen Knöpfen und gleichmäßigem Kragen, und auf dem Haupte eine breite schwarze mit Gold ausgeschlagene, mit Z schwär, zen neben einander stehenden Muscheln versehene Mütze aufhabend. Auf dem fünften 2 von Silber und roth wech- selswcise quer getheilte Büffelshörner, mit einer zwischen denselben befindliche» rothen grün besamten Rose. Auf dem sechsten ein goldener zu beyden Seilen mit einem doppelten schwarzen Haus- anker besetzter Flug. Auf dem siebenten ein silberner Flügel, von einer rothen Rose begleitet. Das mit einem Fürstenhute bedeckte, und mit der Qrdenskctte des königlichen preussischen schwarzen Adlerordens umfaßte Wape», umgibt ein rother mit Hermelin gefütterter Wa- penmantel. Die Schildhalter find 2 silberne Löwen, mit goldener Krone, und Z daraus hervor gehenden Straußfedern, nähmlich einer silbernen zwischen 2 blauen, wie auch mit ausgeschlagener rother Zunge, und zwischen den Beinen erhobenem doppelten Schwänze, von denen jeder eine schwarze mit Gold eingefaßte Fahne in den Pranken hält, unter welchen die vordere mit den goldenen Buchstaben Ik. die Hintere aber mit I. bezeichnet ist. Den untern Theil des Schildes umschlingt ein breites Band mit dem Sinnspruche: Virtus et iionos. Heilbrun», diese schwäbische Reichsstadt führt im silbernen Felde einen schwarzen Adler. Herforden, das Wapen dieser fürstlichen Abtev-st ein rother Querbalken im silbernen Felde. Hessen, diese Landgrafen führen wegen der Landgrafschaft Hessen a»f eine», Mittelschilde einen roth und weiß ge, streiften Löwen im blauen Felde; ein rothes Patciarchenkrcuz im silbernen Felde, wegen des FürstenthumS HerS- feld; in einem getheilte» Quartiere oben einen goldenen Stern im schwarzen Felde, und utiten Gold wegen der Graf, schaft Ziegenhayn; einen aufgerichtete» rothen und blau gekrönten Leopard im goldenen Felde, wegen der Grafschaft Catzenelubogcii; zwey goldene Löwen im rothen Felde, wegen der Herrschaft Dietz; einen getheilte» Schild,»ntcii Gold, oben aber 2 goldene Sterne im schwarze» Grunde, wegen der Graf- schaft Ntdda,»»d ein silbernes dreyfaches Nesselbiatt mit ,z silbernen Nageln, und ein roth und weißes Mütelschild- chen, wegen der Grafschaft Schanm- i»rg. Die darmstädtische Lücke führt über dieses noch 2 schwarze Balken im silbernen Felde wegen der Grafschaft Isrnburg. Dieses Wapen HaiL Helme: der erste hat 2 silberne Büff-lshörner mit grüne» Zweigen bedeckt, als der hessische; der andere ist der hersfeldi« sche, und bar eine» Pfanenschwanz: der dritte als der-iegenhayicksche< hat einen schwarzen Ziegenbvck mit schwarz und Gold getheilten Flügeln; der vierte als der catzenelnbozische, zeigt zwey schwarze Flügel mir Gold eingefaßt, worauf ein blau gekrönter Leopard steht, und der fünfte ist der schalimbnrgssche, und trägt zwischen zwey weißen, oben mit Pfauenfedern gezierten Stäben, ei» Fähnchen mit dem Nisslblakkc. Die Haupldcckc» sind zur Rechte» golden und roth, und zur Linken roth und Silber. Hilvesheim, dieses Hochstiftes Wapen iß von oben herab in die Länge von Silber»»d roth getheilt. Hohenems, die Grafen von Hohenewt Wapen H. Wapen H. haben einen goldenen springenden Bock im blauen Felde, welcher sich halb oben auf dem Helme zeiget. Hohenlohe, das fürstliche hohenlohe- schil- luigsfürstliche Wapen ist quadrirt. Im ersten und vierten Felde sind 2 über einander gehende schwarze Leoparden wegen der Grafschaft Hohenlohe angebracht. Das zweyte und dritte quer getheilte, hat in der obern schwarzen Hälfte einen gehenden goldenen gekrönten Löwen; in der untern goldenen aber 8 schwarze Rauten, wegen der Herrschaft Langenburg Den Schild bedeckt ein Helm, welcher mit einem auf einem ro- theil Kliffe» mit herab hängenden Qna- sten liegenden Fürstenhute geziert ist. Die Schlldhalter find zwey zurück sehende und mit Fürsten hüten gekrönte goldene Löwen, wovon der zur rechten Seite eine mit Z Feuerflamme» bezeichnete Fahne führt, und der zur linken eine Fahne mit einem gekrönten Löwen hält. Unter dem Schilde ist ein Zettel, worauf die Worte: LiX OKIOK, stehen. Das ganze Wapen umgibt ein mit Hermelin gefütterter und mit einem Fürstenhute bedeckter W pen- mantel. Auf den Siegeln ist weder der Helm noch die Devise z» sehen; auch haben die Löwe» die Fahne zwischen den vorder» Füßen nicht aufrecht, sonder» auswärts gelehnt. Das fürstliche hohenlohische Wapen der bartensteini- schen und psadclbachischen Linie, ist qna- drirt. Im ersten und vierten silberne» Felde sind 2 über einander gehende schwarze Leoparden, wegen der Graf- schaft Hohenlohe. Das zweyte und dritte quer getheilte hat in der obern schwarze» Hälfte einen sehenden goldenen gekrönten Löwe»; in der untern goldenen ader8 schwarze Rauten weqc» der Herrschaft Langenburg. Auf dem Schilde ruhen L Helme Der erste lst mit einem auf einem ralhcnKüssen Mit herab hängenden Lua- L8L sten liegenden Fürstenhute bedeckt. Auf dem zweyten gekrönte» befinden sich 2 silberne, auf jeder Seite von außen mit 6 grünen Zweigen gezierte Büffelshör- ner. Auf dem dritten gleichfalls gekrön- ten sind Z mit einer goldenen Flamme besetzte Straußfedern. Auf dem vierten gekrönten ist ein wachsender silberner Phönix; und auf dem fünften ebenfalls gekrönten ein wachsender goldener gekrönter Löwe zwischen 2 schwarzen Büf, fclshörnern. Die Schildhalter bestehen in 2 zurück«sehenden Löwen, wovon der zur Rechten von Gold und mit einem Fürstenhute bedeckt, der zur Linken aber schwarz und mit einer Krone geziert ist. Beyde Löwen ballen mit den vorder» Pranken eine Fahne in die Höhe, wovon die rechte mit Z goldenen Flammen, die linke aber mit 2 über einander gehende» goldenen gekrönten Löwen bezeichnet ist. Unter dem Schilde befindet sich ein Zettel mit der Inschrift: LX OKIOK. Da« ganze Äapen umgibt ein Fürsten- mantel. Hohenzollern, die Fürsten von Hobenzol- lern führen einen Mittelschild, und darin 2 kreuzweise gelegte Zepter, wegen des Ecbkäwmereramies im römischen Reiche, welches dieses Haus besitzt; ein schwarz und weiß quadkirtks Feld, als das Stammwape» derer von Zoller»; und endlich einen goldenen Hirsch auf einem grünen Hügel, im blauen Felde, wegen Sigmarinaen. Dieses Wa- pc» hat Z gekrönte Helme; der Mittel« str mit dem goldenen Zepter bedeutet die Erbkämmererwürde; der rechte ist der zollerische, und trägt eine» schwarzen und silbernen Hundskopf; der linke aber ist der st-maringische» und hat 2 rorhe Hirschhörner. Holland, eine jede von den 7 Provinzen der vereinigten Niederlande bat ihr besonderes Wapen; zusammen aber sich« Eeee 2 Wapen I. Wapen K. L86 ren sie einen goldenen in die HLHestei. genden Löiven im rochen Felde, der in der einen Pfote ei» Schwert, und in der andern ein Bündelchcn von sieben Pfeilen hält. Unter dem mit einer lang» lichen Krone gezierten Schilde steht der Wahtspruch: Loncorckia rss xarvas erstaunt. Holstein, die Herzoge von Holstein Haben einen goldenen gekrönten Löwen mit einer gekrümmte» Streitaxt im rothen Felde, wegenNorwegen; s blaueLöwen über einander im goldenen Felde, wegen Schleswig; ein dreyfaches Nesselblatt von Sil. ber mit Z Nageln, und ein halb roth- und halb silbernes Mitkelschildchen im rothen Felde, wegen Holstein-, einen silbernen Schwan mit einer goldenen Krone»m den Hals, im rothen Felde, wegen Stormarn; einen silbernen Reiter wegen Ditmarsen; in einem quadrir- ten Mittelschilde, 2 rothe Balken im goldenen Felde, wegen Oldenburg; und ein goldener Kreuz im blauen Felde, wegen Drlmenhorst. Dieses Wapen hat Z offene Helme, wovon der mittelste den goldenen Löwen wegen Norwegen trägt; der rechte aber hat Z silberne Stäbe, vbe» mit goldenen Kugeln und Pfauen- federn geziert, wegen Schleswig, und der dritte als der holsteinische Helm, ist mit/ Fähnchen geziert, worauf sich das silberne Neffelblatt, wegen Holstein befindet. Die Helmdecken sind zur Rech- ten blau und Gold, und zur Linken roth «nd Silber. Holsteiiigouorp, s. Rußland- Hungarn, s. Ungarn. I. Zablonowsky, tiefes Fürsten Wapen ist quadrier, mit einem silbernen Mittel» schilde, i» welchem sich ein schwarzer gekrönter Adler mit rothem Schnabel, Zunge und Füssen, mit einem roth und Silber gefchachreu Herjschildchen best». det. Im isten rothen Felde des Haupt- schildes ist das silberne ungarische Kreuz; woran«ber die rechte Hälfte des untern Querbalkens mangelt, mit welcher Figur die Alten die Zahl X V. abzubilden pfleg, ten. Im 2ten rechts rothen, und links blauen Felde steht eben dieses Kreuz auf einem silbernen Hufeisen. JiN Zl-u rothen stehen 2 mit den Schneiden einwärts, und mit den Spitzen über ein- ander gelegte Senfen; und rm4ten blauen ist ein quer liegender geharnischter Schenkel und Fuß zu sehen. DasWa. pen ist mit einem Fürstenbute bedeckt, und von dem heiligen Geist.weißen Ab, ler-und S. Hubertusorden umgeben. Johannilermeisier des deutschen Ritterordens, das Wapen besteht in einem silbernen Kreuze im rothen Felde welches an den Ecken wie ein Anker ge- krümmt ist, und nicht allein der Großmeister, sondern auch jeder Ritter, jedoch auf verschiedene Art, zu trage» pflegt. Auf der Brust, oder auf ihre» schwarzen Mäntrln, haben sie ein acht. eckiges Kreuz, und um ihre Stamm- wapen pflegen sie auch bisweilen einen Rosenkranz zu führen, woran unten dasQedenSkreuz mit den Worten: kro 6cks, hängt. Jftndurg, s. Iftnbukg. K. Kaiser, s. Römischer Kaiser. Kaufbcuern, das Wapen dieser Reichs- stadt ist die Länge herab getheilt, und hat zur Rechte» im goldenen Felde ei- neu halben schwarzen Adler; zur lin. ken im blauen Felde aber einen rothe« rechte» Schragbalken, von zwey silbernen Sterne» begleitet. Komplett, der gefürsiete Abt von Kein», ten führt ein Brustbild eines Weibes im schwarzen Habite und weiffcn Schleyer, mit einer goldenen Krone auf dem Kopf Wspen r. Wapen K. iü einem halb roth und halb blauen Fette. KkMplen, die Reichsstadt Kcwpten hat im goldenen Felde einen schwarzen Adler mit zwey Köpfen, auf dessen Brust ein blauer Schild mit einem silbernen ruht. Kinskl), dieses fürstliche Wapen besteht in einem rothen Schilde mit Z aus dem linken SchildeSrandc hervor gehenden, und mit den Spitzen niederlväels gelegenen silbernen Wolfszähnen. Den Schild deckt ein Fürstenhut. Kirchberg, die Burggrafen von Äirch- berg führen Z silberne Pfähle im sil. bernen Felde, wegen der Grafschaft Kirchbprg; einen schwarzen aufgerichteten Löwen im silbernen Felde, we. gen des BurggrafthumS; eine» vorwärts stehenden goldenen Löwen im rothen Felde, wegen Sayn; zwey schwär. ;e Pfähle in Silber, wegen Wilgcnstein; eine silberne Straße mit 2 Schweinsköpfen, wegen der Herrschaft Freisburg, und ein silbernes Castell mit 2 Thürmen im rothen Felde, wegen Homburg. Oben auf diesem Schilde stehen L offene Helme. Der i ste zeigt einen von schwarz und Silber gewundenen türkischen Bund mit einem runden Schilde von Pfauenfeder» besteckt, worin sich ein Ring mit A ausgebreiteten Pfauenfedern brfi"drt. Der 2te hat A schwarze Pfähle mit einem dergleichen türkischen Bunde auf welchem zwey Reihen Pfauenfedern angebracht sind, wegen Kirchberg. Der dritte ist gekrönt, und hat ein goldenes gewundener Horn, wegen Sayn. Der vierte hat einen schwarzen mit Silber aufgeschlagenen Hut, worauf L weiss« und schwarze Straußfedern stecken, wegen Witgenstein; und endlich zeigt der fünft« das silberne Castell wegen Homburg. -KinigSeck, diese Grafen führen in ihrem Wapen s r rothe und goldene schief gehende Rauten. Oben ist ein offener gekrönter Helm mit sieben Straußfedern befindlich. L. Lamberg, das fürstliche lambergifche Wa« pen ist quadrirt, mit einem Mitteischil- de. Das erste und vierte Onanier ist quer getheilt, und dessen rechte Hälfte von Silber und blau vier Mahl quer gestreift; die linke aber roth wegen des Hauses Lambcrg. Im zweyten und dritten goldenen ist ein aufgerichteter schwarzer Hund mit einem goldenen "Halsbande, wegen der Erbschaft des Hanfes Potwein zu sehen. Auf dem rothen Miktclschilde wird eine golden« Leiter von 2 silbernen aufgerichteten Hunden mit goldenen Halsbändern auf einem grünen Hügel aufrecht gehalten, wegen der Erbschaft der Hauses Scala. Das Wapen ist übrigens mit einem Fnrstenhute bedeckt, und liegt auf der Brust des kaiserlichen gekrönten Reichsadlers. Lavant, dieses StiftS Wapen ist schräg, links durchschnitten, und vorn her ist in demselben ein schwarzer Löwe im goldenen Felde, hinten aber ei» silberner Schrägbalken im rothen Felde zu sehen. Den Schild bedecke» Jnful, Schwert, und Stab. Lciningen-Dachsburg, diese Grafen führen drey silberne Adler im blauen Felde, nebst einem darüber stehenden Turnierkragen, als das leiningische Stamm- wapen; ferner einen schwarzen mit acht Lilienstäben überzogenen Löwen, wegen Dachsburg, und im Mittelschilde ei» silbernes Kreuz im rothen Felde, wegen der Grafschaft Aspermont. Die Grafen aber von Lciningr»- Wester- burg, führen neben dem leiningischen Srammwapen ein goldenes Kreuz im rothen Felde, dessen jede Ecke mit L goldenen Kreuzchen ausgefüllt ist, we- Wapen L. Wapen L. L8S gen der Herrschaft Wesierburg, und aus dem Mittelschilde ei» blaues Kreuz im goldene» Felde. Diese Wapen ha. ben drey Helme: der erste zeigt einen grünen Baum mit silberne» Blumen wegen Leinigeii; der andere hak drey schwarze wir silbernen Herzen bestreu, te Flügel, wegen Dachsburg, und der dritte ist gekrönt, hat ein sechseckiges mit Pfauenfedern geziertes Schirnibret, wegen Aspermont, an dessen Stelle die wcsicrburgische» eine» Pfauenschwanz führen. Lcutkircheu, diese schwäbische Reichsstadt führt eine Kirche, in deren Mitte sich ein Thurm befindet. Liechtenstein, die Fürstenvon Liechtenstein führen den schlesischen schwarzen Adler mit dem silbernen Monde auf der Brust im goldenen Felde; ferner den sächsischen Rautenkranz in einem acht Mahl gelb und schwarz gestreiften Felde; ein Don Silber und roth in die länge ge. spaltenes Feld, wegen Troppau; einen gekrönten schwarzen Adler mit einem Juugfcrnangesichte im goldenen Felde, wegen Schellenberg; ei» Jägerhorn im blauen Felde, wegen Jägerndorf, und einen gelb und rothen in die Quere getheilten Mittelschild, als dar liechtensteinische Siammwapen. Diesen ganzen Schild bedeckt ein Fürstcnhuk. Lindau, die gefürstete Aebtissinn von Lindau führt ein in 4 Felder getheiltes Wapen. Im isten blauen steht das Bild dyr Mutter Gottes mit dem Kinde. Im 2ten goldenen ein wachsender gekrönter rothe Löwe. Im Zten weis- sen 2 rother Querbalken; und im chten rothen eine ausgebreitete Hand. Den Schild deckt ein Fürstenhut. Lippe, die Grafen von der Lippe führen «ine rothe Rose im silbernen Felde, als ihr Stammwapen, und eine silberne Schwalbe, auf einem Sterne sitzend, im rothen Felde, wegen der Grafschaft Schwalenburg und Sternberg. Auf diesem Schilde steht ein offener gekrönter Helm mit 2 silbernen Flügeln zwischen welchen eine Rose erscheint. Lobkvwttz, dieses fürstliche HauS führt einen schwarzen Büffel-kopf mit einem schwarzen Ringe in der Nase, im gvl. denen Felde, als das Wapen derer von Bernstein, einen halben goldenen Engel >m rothen Felde, wegen des Fürsten, thumS Saga»; einen dreyfachen Fel. sen, über welchen drey goldene Ster, ne, im blauen Felde, wegen der Graf» schaft Sterilstem erschienen; einen goldenen gekrönten Löwe» im blauen, und Z schwarze Pfähle im goldenen Felde, als kaiserliche Begnadigung; den schlesischen schwarzen Adler im goldenen Felde, wegen des Fürstenthnmk Saga», und auf dem Mittelschilde ein roth und Silber getheiltes Feld, und einen schwarzen gekrönten schwebende» Adler mit dem Silbermonde auf der Brust, im goldene» Felde, als das lobkowitzische und zierotinischc Stamin- wapen. Oben sind 4 offene gekrönte Helme: der iste hat eine» umgekehrten rothen Kegel, mit einer wcissri, StrauK- feder, wegen Lobkowltz; der Lte ist der schwarze bernsteinische Büffelskopf; der Zte trägt 6 silberne Fahnen au rothen Stangen, und dcr4:e hat ein dreyeckiges Schachbret mit silbernen und rothen Steinen, und oben mit einem Busche Pfauenfedern, beydes als kaiserliche Gnadenzcichen. Löwcnstein»nd WerkbeilN, dicke Fürsten führen einen rothen gekrönte» Löwen auf drey Felsenspitzei, stehend, als das löwensteinische Stammwapen; einen rothe» Adler im Silber, wegen der Grafschakl Montaigu; einen halben schwarzen Adler im Golde wegen der Grafschaft Werthcim; eine aolde- ne Spange oder Schnalle im Silber, wegen Rochefort: eine» Mittelschilö Wa-en L. Wapen L. von si weiß und blauen Wecken, wegen des bayerischen Herkommens; drey goldene Rosen im blauen Felde, wegen der Grafschaft Wertheim; 2 rothe Balken im Silber, wegen der Herrschaft Breubcrg; 7 rothe Rauten im Golde wegen der Grafschaft Virncburg; und endlich eine» silbernen und gekrönten Löwen, im rothen Felde, wegen der Herrschaft Scharfcneck. Auf diesem Schilde siehe» vier offene Helme: der erste ist wegen der Grafschaft Monkaigu gekrönt, und hat einen halben silber. neu Adler mit Golde gekrönt und rothe» Flügel»; der löwensteinische Helm hat den rothen Löwen auf Z FelscnspiHen stehend; der wertheim- breubcrgischc ist gekrönt, und bat einen halben goldenen Adler, mir vier roih-und weissen Fähnchen bedeckt; der virneburgische aber trägt 2 schwarze Büffelshörncr mit Z silbernen Knöpfen an jeder Seite, zwischen welche» eine goldene Tafel mit 7 rothen Rauten zu sehen ist. Die ro> chefortifche Linie dieser Fürsten führt anstatt der virneburgische» Rauten ein silbernes und rothes Schachbret im goldenen Felde, wegen der Grafschaft Mark; bedient sich aber des vierten Helms nicht, sondern hat Leren nur drey. Lothringen, die Herzoge von Lothringen führen in einem Miktclschilde ein rothes Schrägband mit Z silbernen Adlern besetzt, im goldenen Felde, wegen Loth- ringen; ein silbernes Feld mit vier Querstraßen, wegen der Ansprüche auf Ungarn; ein blaues Feld mit goldenen Lilien besäet, als das alte Wape» von Anjou; ein goldenes großes Krücken- kreuz, nebst vier kleinen in Silber, wegen der Ansprüche auf Jerusalem; 4 roth« schmale Straßen im silberne» Felde, wegen Aragonien; ein blaneS Feld mit den französischen Lilirn und rother Einfassung als das jetzige anjoui- 589 sche Wapen; einen goldenen und gekrönten Löwen im blauen Felde, wegen Geldern; einen schwarzen Löwen im goldenen Felde, wegen Jülrch; und endlich 2 goldene Balken im blauen Felde, wegen des Fürstenlhums Bar. auf dem Helme liegt ein von Gold und rother Seide gewirktes Diadem, auf welchem eine goldene Krone ruhet, und über derselben siehet ein wciffer gekrönter Adler. Um dieses Wapen geht der herzogliche Mantel, mit schwarz geflecktem Hermelin gefüttert, und die Wapenhalter sind zwey Adler, welchem kater noffsr unken mit dem loch ringischen Kreuze am Halse hange» haben. Llicca, diese Republik führt ein blaues Schild und in demselben einen mit Gold eingefaßten Querbalken, auf welchem das Wort l-ibsrtLL mit goldenen Buchstabe» steht. Der Schild ist mit einer Strahleukrone bedeckt. Lucern, dieser schwiezerische Canton hat ei» gespaltenes silbernes und blaues Schild zur Wapen. Lübeck, das Wapen des jetzigen Bischofs ist zwey Mahl in dir Länge, und drey Mahl in die Quere getheilt, und mit einer unten eingepfropften Spitze, und einen länglich rnnden Mittelschilde versehen, enthält ein schwebendes auSgerundeleS goldenes Kreuz, oben mit einer Bischofsmütze, als das Wapen des BiSthumr Lübeck. Auf dem Hauptschilde ruht wegen Herkunft des Bischofs aus dem fürst, lichen holstcin.gottorpischrn Hause, dir königliche schwedische Krone; doch mit dem Unterschiede, daß oben auf der Kugel kein Kreuz steht. Lüneburg, s. Vraunschweig. Lüllich, dieses Hochstifk hat zum Wapen eine silberne Säule auf einem silbernen Fuß im rothen Felde; einen silbernen Querbalken im rothen Felde, wegen de< HerzogrhumS Bouillon; Z grüne Wapen M. Wapen M. Lyo Löwen im silbernen Felde, wegen Fran- chimont, und vier rothe Querbalken im goldenen Felde, wegen der Graf- schaft Looz. M. M-in;, s. Mai)nz. Malt!), ser„der Zohunni'kerritker, das Wa, p.n des Givßuieisiers dieses Ordens besieht in einem silbernen achüpitzigenKcen- ze im rothe» Felde, auf welchem oben eine goldene herzogliche Krone liegt, aus welcher ein Ao'eukcanz um daSgan ze Schild geht. und unten«in kleines Kreuz daran hangt, mit den Worten r ?ro 6cks. Manderfcheid, die auSgesiorbenen Gra, fe» von Manderfcheid führten einen schlänge,nveise geschobenen rothen Balke» im goldenenFelde als ihr Geschlechts, wapen; einen schwarzen Löwen mit einem Turnierkragen bedeckt, im goldenen Felde, wegen Llankeiiheim; einen ro. rhe» Löwen im goldenen Felde, wegen Ronsso und Rntch; einen rothen Adler im Silber, wegen der Herrschaft«ro- nenburg, und ein blaues Band mi, 6 kleinen rothen Sternen umgeben im silbernen Felde, wegen der Herrschaft Dann. Auf diesem Schilde erscheinen Z offene Helme: der erste bedeutet Man- dcrichcid, und isi mit einem rothen unh mit Gold aufgeschlagenen Hute bedeckt, welcher 2 Psauenschwänze trägt; der andere zeigt einen sitzende» schwarzen Hund, mit zwey goldene» Flügeln, und auf dem dritten sieht man auf einem rothen mit Gold aufgeschlagenen Hure ein goldenes Schirmbrei mir einem schwarzen Löwen, zwischen zwey Pfaucuschwän- zen, wegen Blankeitbeini. Mansfeld, diese auSqesiorbenen Fürsien führten in einem Quartiere 6 silberne und rothe Balken, als das quers»«,- sche Skammwapeii, und 6tothr Raii. te«, wegen Mansfeld: ferner einen silbernen Adler im schwarzen Felde, wegen Aenstein; und endlich einen gölte, nen gekrönte» Löwen, mi, einem rothen und weißen Schachbande überzogen. im blauen Felde, wegen Heldrnngen. Auf diesem Schilde ruheten 2 offene gekrönte H-lme, unter welchen der r.chte die 8 querfurtischc Fähnchen; der linke aber ei en goldenen gekrönten Löwe» zwischen einem silbernen und schwa zen Flü- gil, wegen Arnsie!« und Heldrungeit «rüg. Mai lua, die auSgesiot benen Herzoge von Manina und Montferrgt führten ein geviertes aind weilläiiftig.S Wapen. In der ersten„nd vierte» Fcldung, welche silbern isi, sieh, ein in der Mitte schmal zulaufendes roihe-S Kreuz, in dessen jedem Winkel ein schwarzer Adler mit rother Zunge, Schnabel und Klauen, wegen des HcrzoatbumS Mantua befindlich isi. Auf diesem-Kreuze erscheint ein kleiner Mitielschilv, aufwelchem im ro. then Felde ein gekrönter geiber Adler, wegen drS orientalischen Reichs, und des Kaisers Palaolo-en zu sehen isi, von welchem Herzog Friedrichs zu Mantua Gemahlinn entsprossen war; ferner ein goldgelber Löwe, im rothen Felde, wegen derLombardey; drey ichivarzcQuer- balken im goldenen Felde, mit 4 griechischen k, wegen des Kaiser.humS zu Cvnstaniiiiopel; 4 rothe Pfähle im gkl. den Felde, wegen Aragonie»; ein halb roch»nd halb weißes Feld, wegen Monl- fcrrat; der sächsische Raulenkranz wegen Abstammung aus dem witiekindi. fchen Stamme; 2 goldgelbe gekrönte Barmen mit goldenen Krenzchen iin blauen Felde, wegen Jerusalem Die dritte und vierte Feidung isi in die Q»e- re getheilt.»nd in denselben befinden sich die clevischen Lilienstabr im reiben Felde; ein Schachbret ,m reihen Felde, wegen der Grafschaft Mark; ein blaues Feld mit den französischen Lilien L9' Wapen M. und einem Turnierkragen; ein gelber Löwe im schwarzen Felde, wegen Bra- banl; ein roth und weiss eingefaßtes blaues Feld mit Lilien, wegen Burgund; Z gelbe Kämme im rochen Felde, wegen deS HerzogthumS Rechrl, und ein in 4 Quartiere getheiltes Feld, worin die 4 französische» Lilien im blauen Fcl> de, wegen der Verwandtschaft mit dem Hause d'AlbrSt Qrval, und ein rothe- Feld mit weißer Einfassung. Endlich folgt ein blauer Miurischild mit den französischen Lilien und einem rotden Rande eingefaßt, worauf 3 silberne Pfennige geprägt sind, als das Wapen von Alenson. Oben auf dem Wapen sieht ritt Berg, auf welchem sich ein Adler mit der Ucbersckrifl: dickes zeigt, und LaS Schild ist mit der QrdcnSkette deS heiligen Sakraments umgeben. Die Wa- p-nhalter sind zur Rechten der mantna- nifche schwarze Adler, und zur Linken Lee am Halse gekrönte clcvischc Schwan. Mark, die Grafen von der Mark führen einen roth und weißen Schachbalkcn rm goldenen Felde, wegen der Graf. schaft Mark, und einen weißen Löwen im blauen Felde, wegen der Herrschaft Schlcida. Den ganzen Schild bedeckt «ine ordentliche Grafenkrone. Massa, der Herzoge von Massa und Für- sie» zu Carrara Mapen ist quadrirt mit einem Mittelschilde. Im istcn vndchten dreyfach quer getheilten Quartiere ist z» oberst der Reichsadler mit einem silbernen Zettel und dem Worte: l,iksr- tar, angebracht; welches Wapen Kai« see Audolph II. im Jahre>F83 Albert I. zum Zeichen der Oberherrschaft von Massa verlieh. I» der Mitte befindet sich im silbernen Frlde rin rotheS Krruz, «ls das Wapen von Genua, welches die Republik dem Wilhelm Cibo im Iah» re>Zr6 gab. Zu unteest ist im rothen Felde ei» von Silber und blau in drey Reiben gefchachtcr rechter Schräzbalken» (lV. Band.) Wapen M. als LaS Stammwapen des Hanfes Cibs. Im 2lr» Quartiere, welches ebenfalls quadrier ist, befindet sich im isien und 4len blauen Felde ein silberner gekeön. ler Adler wegen des fürstlichen Hanfes Este; im»ten und Ztrn gleichfalls blaue» aber sind Z goldene Lilien mit einer von roth und Gold gespitzten Einfassung wegen des HerzogthumS Frrrara ange- bracht. Das Zte Quartier hat in einem von Gold und roth quer getheilten Fel. de einen grünen Dornenstrauch mit L silbernen Blumen, von welche» q aus dem Golde und 2 auf dem rothe,, befindlich find, wegen des Hauses Ma- lafpina. Der rautenförmige goldene Mik- lelichild enthält F rothe in den Kreis gestellte Kugel», über welchen oben ei» rundes blaues Schildche» mit q goldenen Lilien schwebt, wegen des Hanfes Mrdices. Der ganze Schild ist mit ei. nein Fittstenhule bedeckt. MvLelrain< die abgestorbenen Grafen von Maxelrain führten einen schwarz nnd weißen auf Wellenart laufenden Fluß als das GeschlechtSwapeu; eine» gelben Greif im schwarzen Felde; ein goldenes Kreuz, welches querüber dasWa« pen geht, nebst einem Mittelschilde, woraufsich ein rother ausgebreiteter Vogel, unter dessen Füßen 2 kreuzweise ge. legte Hölzer befinden, wegen der Graf- schaft Hohcnwaldeck angebracht ist. Auf diesem Wapen ruhen Z offene gekrönte Helme. Der mittelstc hat einen schwarzen Hügel, auf weichem ei» goldener gekrönter Vogel mit auSgebreiteien§Iü. geln ruht; die andern beyde» aber tra» gen«inen halben goldene» Löwen zwr- fchen zwey Flügeln. Mailand, das Wapen dieses Herzogthums ist eine blaue drey Mahl gekrüwmte Schlange mit einem roibe« Kinde im Rachen, welches Burggraf Otto von Mailand im Jahre i ioo vo» einem rie- fenmäßigen Saracenen, Nahmens Pol- Fftt W2 Wapen M. Wapen M. lux, der dergleichen Schlang.« auf sei» nein Helme geführt, und den er erschlagen angenommen haben soll. Mapnz, der Churfürst von Maynz führt einen quadrinca Schild, i» dessen ersten und vierte» rothen Felde ein silbernes Rad mit 6 Speiche», wegen deS Erzstiftes Mapnz; im zweyten und dritten Felde aber das Skammwapen, woraus der jedesmahlige Churfürst entsprossen ist, sich befinden. Auf den Schilden ruhen drey Helme. Aufdem inittelstru erscheint eine rothe erzbischofltche Mühe auf einem rothen an den Ecken mit goldenen Quasten gezierten Küssen, wegen der erzbifchvflichen Würde; zur rechten auf den« zweyten Helme aber ein Chur- but, und auf demselben ein silbernes Rad mit 6 Speichen, wegen des Cbur- fürstenkhnms Maynz, und aufdem dritten Helme istabcrmahls das Geschlechts- wapen wicderhohlt. Hinter dem Schilde steht zur Rechten ein Schwert, und zur Linken der erzbischösiiche Stab. Mecklenburg, diese Herzoge führen eine» schwarzen roth gekrönten Büffelskopf mit silberne» Hörner» und einem Ringe durch die Nase, im goldenen Felde, wrgen Mecklenburg; einen goldenen Greif im blauen Felde, wegen des Für- stenkhums Wenden; einen getheilten Schild, welcher unken Silber, oben aber einen goldenen Greif im blauen Felde hat, wegen des Fürstenthums Schwerin; ein silbernes Kreuz im rothen Felde, wegen Ratzeburg; einen silbernen Arm in den Wolken mit einem goldenen Ringe i» der Hand, wegen der Grafschaft Schwerin; einen schwarzen zur Seite stehende» Büffelskopf im Golde, wegen Rostock;»nd endlich ein rothes und goldenes getheiltes Mittel- schild, wegen Gtargard. Auf diesem Hauptschilde stehen fünf gekrönte Helme. Der mecklenburgische Hai rinen schwarze» roth gekrönten Büffelskopf mit silbernen Hörnern auf L spitzigen PfZh. lcn, hinter welchem ein Pfauciischwanj zusehen ist; der wendische hat einen blauen und einen goldenen Flügel; der stargardische trägt zwey rothe und goldene getheilte BüffrlShörner; der schiveri- „ischc zeigt einen halben Greif,«nd der ratzeburgische ist mit sieben silbernen Fähnchen besteckt. Die Wapenhaliec sind zur Rechten ein Büffel,»nd zur Linken ein Greif; die Hclmdeckrn aber sind zue Rechten blau, und zur Linken roch. Mcmmingen, dieser Reichsstadt Wapen ist in die Länge getheilt. Zur Rechten desselben zeigt sich im goldenen Felde ein halber schwarzer Adler; zur Linke» aber im silbernen Felde ein rothes schmales Kreuz. Merftburg, s. Sachsen. Meklernich, die Grafen van Metlernich führen ein blaues fchlangciiweise gehendes Band im rothe» Felde mit z goldenen Keeuzchcn auf jeder Seile, und Z silberne Jägcrhörner im rothe» Felde, als das Gtammwapcn derer von Win- neberg und Beilstein; ferner auf einem weißen Mittelschildc Z schwarze Muschel», als das Geschlechtswapr» derer von Metternich. Der eine Helm ist gekrönt, und hat einen silbernen Echirr- nenkopf mit einem schwarzen Schnabel; der andere aber trägt rinen Halden schwarz und weiße» Stcinbockskopf. Die Helmdecken sind Silbcp und schwarz. Mirandola, der Herzog von Mieandola führt den kaiserlichen L köpsigcn schwarzen Adler mit der Krone im goldenen Felds, aus kaiserlicher Brgnadigung; ein silbernes und blaues Schacht zum Mittelfthüdc als das Stammwapea; einen schwarzen gvldgekcvnten Adler im goldenen Frloc, wegen Mieandola; 6 silberne und blaue Balken, über welchen sich ein rother Löwe befindet, welches sie als Herzoqe von Concordia führen; Mine« durch das Wapen aber geht Wapen M. ein rotster Balke. Der Helm ist gekrönt, und trägt eine» goldenen wachsenden Greif. Moden», der Herzog von Modena hat in seinem Wape» einen rothe», der Länge nach steh erstreckenden Pfahl, auf welchem sich in einem blauen Mittel- schilde ei» silberner und mit Gold gekrönter Adler als das Geschlechtswapen -er Familie von Este zeigt Ueber dem letzte» befinden sich ein Paar kreuzweise liegende S chlüssel mit der päpstlichen Äro- ne, wegen Ferrara, welches allein der regierende Herzog führt; ferner ei» doppelter schwarzer Adler im«»idencnFel- de, aus kaiserlicher Gnade, und drey goldene Lilien im Klanen Felde mit rothen und goldenen Zacken etiigefassk, womit die Herzoge von den Könige» in Frankreich beschenkt wurden. Auf dein offene» gekrönten Helme steht der Adler der Familie von Este. Monaco, der Fürst von Monaco hat ein- aus lauter silbernen und rothen Rauten bestehendes Wapen, und oben auf dem Helme erscheint zwischen einem qrü- neu Palm- und Oehlzweige eine goldene Lilie. Die Wapenhalter find 2 Auausti- »ermönche in ihrem schwarzen Habite und IN blossem Haupte, die mit einer Hand das Wapen, milder andern aber einen blossen Degen über dem Kopfe empor halten. Moulfort, die Grafen von Momfort führe» im silbernen Felde eine rothe Kir- chenfabiie mit Z goldenen Ringen, und oben auf dein Helme eine rothe Bischofsmütze. Mnhltzansen, dieser Reichsstadt Map u ist gn.r getheilt, und hat oben im silbernen Felde einen wachsenden schwarzen A ler; nute» iai rothen Felde abkt ein halbes'silbernes Mühlrad, Wmsier,, s. Cöin. Wapen N. N. Nassau, die Fürsten von Nassau-Siegen, Dillenburg, Dictz und Hadamar führen riue» goldenen Löwen im blauen Felde, mir goldeiienZicgclspähnen brstreuet, als ihr Stanilnwapen; einen rothen Löwe» im Golde, wegen Catzknelnbvgen; eine» silbernen Balken im rothen Felde, we- gen der Grafschaft Vianen, zwey goldene Löwen im rothen Felde, wegen Dietz; in einem genierten Mittelschilde »ine» roihe» gekrönten Löwe», wegen der Grafschaft Limburg; einen silbernen gekrönten Löwen im rothen Felde, wegen der Grafschaft Bronchorst; zwey roihe Löwe» über einander im Golde» wegem der Grafschaft Wisch; und endlich Z goldene Pfennige im rochen Felde, wegen der Grafschaft Borkrlo. Dieses Wapen hat 6 offene Helme. Aus dem erster» sind 2 schwarze Flügel angebracht, auf welchen sich 2 goldene Löwen, wegen Dietz befinden;-der andere ist ge. krönt,»nd hat einen halbe».röche» Löwen, hinter welchem ein Psaiienschwanz kiegi, wegen Limburg; der drille bat einen ausgrbreiteicii schwarzen Flüge», auf welchem ein roiher Löwe zn sehen ist, wegen Catzenrlnbogei!; der werte ist gekrönt, und trägt einen rothen und goldenen Pferdefuß. wegen Wisch; der fünfte ha, ein-La«r schwarze Flügel, worauf eine silberne Snasse n»l; goldene» B änern angebracht ist, und der sechste ist gekrönt, und bat ein Paar schwarze Bärensüsse, deren jeder eine Kugel, hält, wegen Bl vnchorst. Nassau. die Fürsten und Grafen von Naffan- Saarbrnck. Zbstein und Weil- bnra, haben den»affau,scheu goldenen Löwen mit goldenen Schiichel» umgeben. im Mitielichiide ei««» weiße,,Lö- w>» im blauen Frlde, und mit silbernen, Krruzchrn bestreu«, wegen Saardrüe- Ffff- cken;«inen silbernen zweykspstgelr Ad- lcr im schwarzen Felde, wegen Sägewerken; eine» schwarze,, Balken nn gol. denen Felde, wegen Mors,' 2 röche Leoparden im goldenen Felde, wegen der Grafschaft Weilnan; ein goldenes Andreaskreuz im grünen Felde, mit 12 kleinen Kceuzchen, wegen der Herrschaft Mohrcnderg; eft-en schwarzen Löwen im Golde, wegen der Herrschaft Mahl- berg, und einen rothen Balken nufGol- de, wegen der Herrschaft Lahr. Dieses Wapen enthalt 7 offene Helme. Der mobrenbergische hat eine rothe und goldene Wulst, w» sich ein viereckiges grünes Schirmbret mit einem goldenen Andreaskreuze befändet; der saarwcrd-mör- sische ist gekröut, und trägt einen goldenen Wolfskopf mit einem stachliche» Halsbande; der saarbrückische bat 2 von Silber und schwarz geiheiltc Flüge!; der naffauische einen goldenen Löwen zwischen 2 BüsfelShörncrn; der weil- nauische 2 schwarze Flügel, auf welchen 2 rothe Leoparden in einer goldene» Rundung sind; der lahrische einen halben Mann in goldener Kleidung, und mit 2 goldenen»nd rolh gestreiften Büf. felshvrnern anstatt der Arme, und der Mühlbrrglsche zeigt ein goldenes Schirm- bret mil schwarzen Quasten, worauf ei» schwarzer Löwezn sehen ist. Neapel, s. Steiften. Nördlingen, diese Reichsstadt führt i», schwarzen Felde einen goldenen gekrönten Adler. Nsrbhausen, diese freye Reichsstadt hat im goldene» Feld« einen schwarzen ungekrönten Adler. Nostih, die Grafen von Nostitz führen 2 silberne und roch gewürfelte Bus- selshöener nebst einem darunter stehenden halben Monde im blauen Felde, als dar nostisische Slammwaoen, und «inen schwarzen Flügel mit einer weiße« Bind«»herzogen, im silhernen Felde. Mitte» über das Schild ist pfähl, weife ein silberner Anker gelegt, best,» rechter Arm ,m silbernen Feld« blau, der linke aber im blauen Felde golft» ist. Auf diesem Schilde ruhen zwey geklönte Helme. Der erstezcigt den schwarzen Flügel mit der weiße» Binde, und der andere trägt zwey silberne und roch gewürfelte Büffclshörner, zwischen welche» Z Siraußscdcrn erscheinen. Nürnberg, dieser Reichsstadt Wapen ist die Länge herab gespalten, und hat zur Rechlen im goldenen Felde einen halben schwarzen Adler; znr Linken aber ist er von roth und Silber und sechs- fach schrägrrchts getheilt. Ueber dieß führt sie»och 2 Wapen, nähmlich im goldenen Felde eine» schwarzen Adler, welcher einen gekrönten Juiizftauenkopf mit gelben Haaren bat,(oder eine goldene gekrönte Harpye im blauen F lde), welches eigentlich das Wapen bei-Burg ist. Das dritte Wapen ist ein schwärzte Adler im goldenen Felde» Wenn alle z Schilde zugleich ausgedruckt werden, w,e es besonders auf Medaille» zu ge. schchen pstegt, alsdann steht der schwarze Adler oben, unter demselben zur Rechten die Harpye, und zur Linken der getheilte erst« Schild. O. Dberysscl, diese holländische Provinz hat einen rothe,, Löwen im goldenen Felde, über welchen ein schmaler blauer Querbalken welleiitvrise gezogen ist. Oesterreich, s. römischer Kaiser und Ungarn. Ortungen, das Wapen der Fürsten»ist Grafen von Ortungen, ist durch ein weißes Andreaskreuz quadrirk, und bat oben ein rothes Ferschel oder Eisenhüt- chen im goldenen, unten ein unierwärlt gekehrtes goldene- Ferschel im roibe», und zu beyden Seiten ein halbes rothes Ferschel im goldenen, und ein halbrk Wapen P. Wapen P. goldenes im rothen Felde. Oben auf dem Helme ragt ein goldener Hunds, köpf hervor, dessen Ohr roth, und mit einem weißen Kreuze bezeichnet ist. Bisweilen bedeckt auch dieses Wapen ein Herzogshut. Osseuburg, diese Reichsstadt führt im stl. derueu Felde eine rothe Burg mit zwey Tdürme» an jeder Seite, und in der Mitte ein offenes Thor mit 2 goldenen Flügeln. Oranien, dieses Fürstenthum führt 2 über einander stehende blaue Jagdhörner im goldenen, und eine goldene Straße im rotbc» Felde, als das alte chalonische Stammlvape». Orlcans, die Herzoge von Orleans führen die Z goldenen französischen Lilien mit einem silbernen Turnierkraqen von Z Lanzen, und auf dem Schilde steht eine Lilienkrone. Orteiiburg, diese Grafen führen ein silbernes Band mit Zinnen im rothen Felde, wegen der Grafen Orlenburg, in Bayern; rin«, rothen Triangel im silbernen Felde, mit Z rothen und silbernen Flügeln, wegen der Grafschaft Or» renbura in Kärnlhkn. Auf diesem Schilde erscheinen Z gekrönte offene Helme. Der eine trägt ein Paar schwarze zusammen gefügte Flügel mit goldenen Blättern bestreuet; der zweyte einen Pfauen; und der dritte einen goldenen Stern zwischen einem silbernen und ei- ncm rothen Flügel. Osnabrück, dieses Hochstift hat ein rothes Rad im silbernen Felde. Ostfriesland, s. Preussen. P- Paderborn, der Bischvf zu Paderborn führt ein goldenes Kreuz im rothen Felde, wegen des Stifts Paderborn; und rin rothes Ankerkrenz im silbernen Felde, wegen der Grafschaft Pyrmont. PavpcnhkilN, dir Grafen von Pappen« L9L heim habe» den schwarzen doppelten gekrönten Reichsadler aus kaiserlicher Ver. günstiguag; 2 rothe über einander gelegte«Schwerte im schwarzen und silbernen Felde, wegen des Erbmarschallam- kes im römische» Reiche; Z Reihen blaue und silberne Eisenhütchen, alsdaspap- penheimische Stammwapen. Oben befinden sich 2 gekrönte Helme: der eine führt kreuzweise gesteckte Fahnen, auf welchen das Srbmarschallamt bemerkt ist; auf dem andern ruht ri„c halbe Moh, rinn in goldener Kleidung und Krone, ohne Arme, wegen Pappcnheim. Papst, das päpstliche Wapen besteht aus einem purpurfarbigen Schilde, in wcl. chem 2 Schlüssel, einer von Golde,,rnd der andere von Silber auf S. Andreas Keeuzart geschränkt erscheinen. Ueber denselben schwebt die dreyfache goldene mit blauen, grünen und purpnrsärbige» Zieraihcn, wie auch von vielen Edelsteinen brsetzle Krone. Ein jeder rczie. rendcr Papst pflegt sein Skammwapeu damit zu vereinigen. Die eine Krone soll Clodvveus vom Kaiser Anastasius em- pfangcn, und solche„ach Rom geschickt Bonifacins VIII. aber die ander«,»nd Beneblet XIII. die dritte dazu gethan haben, ein dreyfaches Reich anznzei, gen; gleichwie auch die Schlüssel ein Sinnbild der Gewalt das Himmelreich zu eröffnen und zu verschließen, und zu binde» und zu lösen vorstellen solle». Parma, der Herzog von Parma hat 6 blaue Lilien im goldenen Felde, als das sarnesische Siammwapcn; im rochen Felde zur Rechten einen silbernen Balken als das österreichische, und zur Lin. ken ei» Bandsechstel von Golde und blau gestreift, als das biirgundische Wa. pen; aus einem rothen Felde oder Psah. le, der dj« Länge durch das Wapen geht, die beyden päpstliche» Schlüssel nebst der päpstlichen Standarte in der Mitte, wrlches die Mürbe eines Goa« Wapcn P. Wapen P. Ly6 faioniere della Cbiesa anzkiqt^uni» endlich«uf einem Mitteltchilde das Wa- pe» von Portugal. Au» dem offenen gek öate« Helme steig! ein holdes meisten Einhorn mit verdrehtem Kopfe, gol. deeen Mäbuen, Borte, Hörne, und stldernem Halsbande hervor. Possau, das Hochstift Pussau hat eilicit rothen springenden Wolf im silbernem Felde Pfalz, das Wape» des jetzigen Churfürsten und Pfalzgrafcn bey Rhein be. sieht aus drey zusammen gebundenen vvalrunden Schilden. Der erste ist quadrier, mir einem Mirrelschilde, welcher im schwarzen Felde einen goldenen Löwe» mit einer rothen Krone hat, wegen der Psalzgrasfchast bep Rhein. Das erste Quartier des HaupUchildeS ist von Silber und blau schräg geweckt, wegen des HerzogthumS Bayer»; im zweyten goldenen ist ein schwarzer ge. krönter Löwe wegen des HerzogthumS Jülich befindlich; im dritten blauen ein silbernes Schtldchen; aus welchem 8 goldene Lilieustäbe, in Form eines gemeinen und AiidreaSkreuzes hervorgehen, wegen dcS HerzogthumS Eleve, und im vierte» silbernen ein rother Löwe mit einer blauen Krone, wegen des HerzogthumS Bayern. Der zweyte Hauprschild ist quer getheilt. In der oder» in die Länge getheilte» Hälfte ist vorn im goldenen Felde ein schwarzer Querbalken, lvrgeirdrr Grasschaft MörS angebracht; hinten aber im blauen sind Z goldene Kreuzchen über einem drey. fache» Hügel, wegen der Markgrafschaft Bergen op Zoom befindlich. Die untere Hälfte ist drey Mahl in die Länge getheilt Im vordersten silbernen Felde ist ein blauer Löwe mit goldener Krone, wegen der Grafschaft Del- benz. Zm mittlern goldenen ein von Silber und roth in vier Rechen qe. schachter-Querbalken, wegen-er Graf. schuft Mark. Im hintersten silbernen siiio Z rothe Sparer,>, wegen der Graf. schaft Ravensbcrg. Der dritte ro he Haupischlld enthält nach erfolg»,m Au«. ste> den der Churfürsten von Bayern, drn gol enen R>ichsapfel, wegen dran Churpfalz zurück gefallenen Erj- truchsesse»a»ueS. Diese drey Haupt, schilde werde» vo» dem Ehurhuie be. deckt, von der Kette des goldene» Vließ- ordenS umgeb, ,,, und von 2 Löwen mit niederwärts zwischen die Beine gr» senkten Schwänz-n gehalten. Das ptalz. gräfliche zweybnicktsche Wapen ist in die Länge getheilt. Die vordere Hälft te ist quadrier. Zm erste» und vierten schwarzen Felde ist ei» goldener roth gekrönter Löwe mit ausgeschlagener rother Zunge, wegen der Rhrinpfalz,»ab das zweyte und drille ist von Silber und blau schragrecht« gewrcki wegen deS HerzogthumS Bayern. Die hinterste Hälfte ist ebenfalls quadrirt. Im ersten silbernen Felde befindet sich ein blauer gekrönter Löwe, wegen der Gratschaft Vcldenz; das zweyte ist von roch und Silber geschachk, wegen der Gratschaft Spottheim; im drillen silbernen such Z kleine rothe Schilde, wegen der Graf. schaft Rappvlkstein, und im vierten sil. bcrnen Z schwarze gekrönte Rabrukö. pse wegen der Herrschaft Hvhencck. Der Schild ist mit einem Fürsteichiite bedeckt. Die Schildbalier sind 2 mit Fürsteichütcn gekrönte zurück sehende Löwen. Pfullcndorf, diese schwäbische Reichsstadt führt einrn schwarzen Adler mit gol. denen Küeestängcln auf den Flügel» im goldenen Felde. Piccoloiniitk, die Fürsten von Piccolo. mini haben 4 rothe Pfähle im goldenen Felde als da-aragonische, 4 rothe Balken im silbernen Felde, als da» ungarische; einen blauen Schild mir 18 gol. denen Lilien bestreut,, oben mit einem. Wapeu P. Wape» P. rothen Turnieckragcn, als das ncapo- Manische, und ei» silbernes Krücken, kreuz mit kleinen Kreuzen umgeben, als das jerusalemische Wapen: ferner ein rothes Kreuz mit 4 goldenen halben Monden besetzt, als das GeschlechtSwa- pen dieserFürssen. Dieser ganze Schild wird von einem Fürstenhute bedeckt. Hohlen, dieses Königreich hat einen silbernen goldgekrönten Adler im rothen Felde, wegen Pohlen, und einen geharnischten silbernen Reiter im rothen Felde, wegen Litauen. PoniatovSki, dieses Wapen ist ein auf einem grünen Boden gehender rother Qchie im weißen Felde. Auf dem Schilde steht ein offener gekrönter Helm, und die Helmdccke» sind roih und Silber. Porria, der Fürst von Ponja hat im blauen Felde 6 goldene Lilien mit ei. nem goldenen Schildeshaupte, und auf dem Wapen liegt ein Fürstenhut. Portugal, dieses Königreich führt ein sil, berneS Schild mit fünf silbernen Pfennigen bezeichnet, zum Gedächtnisse der fünf Wunden Jesu und der Ze> Sil, berlinge. Der Schild ist mit einem rothe» Rande eingefaßt, auf welchem sieben goldene Casteste zu sehen sind, wegen der Vcrwandschaft mit dem Könige von Castilieu. Dieses Wapen ist mit dem Ordenszeichen Jesu Christi umgeben, und oben auf dem ganz offe. ncn und gekrönten Helme erscheint ein halber goldener und geflügelter Drache. Die Wapenhalier sind dergleichen Drachen, deren jeder eine Fahne bey sich liegen hat. In der rechten erscheine» die Z blauen Schildchen mit den silbernen Pfennigen, wegen Portugal, und in der linken Fahne stehen die 7 goldenen Castelle, wegen Castilieu. Preussen, dieses königliche und churbran- denbnrgische Wapen ist sechs Mahl in die Länge Ulld eben s» viel Mahl quer getheilt, und mit 4 Mittelschllden, und einem SchildeSfluffe versehen. Der oberste mit dem Churhule bedeckte blaue Mittelschild hat einen goldenen Zep. ter wegen derCburwürde und deSErz- kammereramtS; der zweyte mit der königlichen Krone bedeckte im silbernen Felde einen schwarzen Adler mit einer Krone um den Hals nebst den golde, neu Buchstaben sh auf der Brust, wegen des Königreichs Preussen; ,„>t der dritte mit einem Fürstenhute bedeckte ist qnadrirt, mit einem Herz- schildchen. Im istcn rothen Quartiere erscheint ein goldener rechter Scheäa- balken, wegen der Familie von Cha- lons; im Lten und ,ztcn goldenen ein blaues links gekehrtes Jagdhorn mit rothem Bande und Zierrathen, wegen des FürstenthmiiS Qeanien; und im 4tcn goldenen Quartiere erscheint ein rother mit Z silbernen Sparren besetzter Pfahl, wegen des FürstcnlhumS Neufchatel. Das Hcrzschildchcn hat von blau und Gold geschacht y Felder wegen des Hcrzogthums Genf. Der 4kc Mittelschild enthält das ostfricsländi- schc Wapeu, und ist zwey Mahl in die Länge, und Z Mahl quer getheilt. Im ersten schwarzen Felde ist ein goldener gekrönter Adler mit einem Jungfrauen- kopfe, und von 4 goldenen Sternen begleitet, wegen Qstfricslaiid; im Lten rothe» ist ein goldener auf dem Haupte und beyden Flügeln gekrönter Adler, wegen der Grafschaft Rietberz, nnd im Ztcn silbernen rin rother mit 6 silbrr. nen und goldenen Rautrn wrchselsweise besetzter und von drey blauen Monden begleiteter Querbalken, wegen der Herr, schaff Manschlacht. Das 41c blaue hat einen silbernen Löwen, mit rinrr nie- derwärtS gekehrten goldenen Krone um bei, Halse wegen der Herrschaft Jcoern. Das Fle goldene enthält einen aufge. richteten schwarzen Bär mit einem, goldenen Halsbande, wegen der Herrschaft- 598 Wape» P. Wapen P. Esens. Im 6ten blauen besinben sich 2 in Focm eines Andreaskreuzes gestellte goldene Fähnchen, wegen der Herrschaft Witmund. Das r sie silberne Feld des Hauptschildcs hat einen schwarzen Adler mit goldenen Kleestangeln auf den Flügeln, welcher in der rechten Klaue den Zepter, und in der linken den Reichsapfel, wegen des Königreichs Preussen halt. Im 8>en blauen ist ein silberner Greif wegen des Herzogthums Pommern zu sehen. Das Zte ist von roth und Silber quer getheilt, wegen des Herzogthums Magdeburg. Im chten rothen ist ein silbernes Schildchen, aus welchem 8 goldene Lilienstäbe in Form eines Andreaskreuzes vorher gehen, wegen des Herzogthums Eleve. Im Zten goldenen befindet sich ein schwarzer Löwe wegen des HerzogthumsJülich. I», 6te» silbernen sieht man einen rothen Löwen mit einer blauen Krone wegen des Her, zogthums Bergen; im yten blaue» ei. neu rothen gekrönten Greif, wegen des Herzogthums Stettin: im Lte» silbernen gegen über zur linken einen rothen gekrönten Greif, wegen Pommern; im yten goldenen einen blauen oder schwarzen Greif, wegen des Herzogthums Caffuben; im loten silbernen einen etliche Mahl roth und grün quer gestreiften Greif, wegen des Herzogthums Wenden; im Uten goldenen einen vorwärts gekehrten abgerissenen schwarzen Lüsselskopf mit einem silbernen Ringe durch die Nase, rother Krone»nd sicher, neu Hörnern, wegen des Herzogthums Mecklenburg; im l2ken goldenen einen schwarze» gekrönten Adler mit einem silbernen halben Monde auf der Brust, zwischen dessen aufwärts gehenden Spitzen ein silbernes Kreuzchen sich befindet, wegen Schlesien; im>Zten silbernen einen rothe» Adler mit goldenen Kleestengeln aus den Flügkln, wegen der Markgrasschasl Brandeudurg, und i-sten goldenen einen schwarzen roth grkrönsen Löwen mit einer aus roth und silbernen Stücken bestehenden Einfassung, wegen des Burggrafthums Nürnberg. Das iLke ist von Silber und roth in die Länge getheilt, wegen des Fürstenthums Halberstadt. Im i6ten rothen sind 2 in Form eines Andreaskreuzes gelegte silberne Schlüssel wegen des Fürstenthums Minden«»gebracht. Im i/ten rothen ist ein silbernes Ankerkreuz, wegen des Fürsteiikhum- Camniin. Im töten blauen befindet sich ein goldener Greif wegen des Fürstenthums Wenden. Das ic-te ist quer getheilt, oben blau mit einem goldenen Greif; unten aber roth mit einem silbernen Schildeshaupte, wegen des Fürstenthums Schwerin. Im Lösten rothen istcin schwebende« silderncsKreuz, wegen des Fürstenthums Natzebura, und im 2>sten goldene» ei» schwarzer Querbalken, wegen des Fürstenthums Mörs. Das 22ste ist von Silber»ich schwarz geviertet, wegen der Grafschaft Hohen- zoller». Zm 2Zsten rothe» sieht man einen silbernen Adler, wegen derLraf- schaft Ruppin; im 24ste» goldenen einen von rolh und Silber in Z Reihen geschachtet! Querbalken, wegen der Graf- schaft Mark, und im 2Lstcn silbernen Z rotheSpairen, wegen der Grafschaft Ravensberg. Das 26stcist von roth und Silber in 4 Reihe» gescheckt, wegen der Grafschaft Hvhenstein. Das 2/fle ist in die Länge getheilt, und hat in der »ordern silbernen Hälfte Z rothe Herzen, wegen der Grafschaft Tecklenburg; in der Hintern blauen aber einen goldenen Anker, wegen der Grafschaft Lingen. Im 2§sten rothen ist ein aus dem lii!> kcn Schildrande aus einer natürlichen Wolke hervorgehender i» Silber gekleideter Arm, welcher einen goldenen mit einem Edelsteine versetzten Ring in der Hand hält, wegen der Grafschaft Schwerin. Im 29sten silbernen isi ein rothes F99 Wapen P. Hirschhorn, wegen der Grafschaft Re- genfleiit. Im ZOsten rothen befinde! sich ein silberner Querbalken mit zu beyden Geilen abwechselnden Zinnen, wegen der Grafschaft Buren. Im Zisten silbernen sieht man 2 rothe Querbalken mit zu beyden Seiten abgewechselten Zinnen, wegen der Grafschaft Leerdam; imZ2ckci, blauen ciucn silbernen Schräg- balken, worauf ein Papagcy mit einem silbernen Pfennige im Schnabel wahr genommen wird, und im Zysten goldenen eine» schwarzen Büffelskopfmit rs- kher Krone,«uagesckiagencr rother Zunge und sillerneu Hörnern, wegen der Herrschaft Rostock. Das Zchsie ist von roth und Gold quer getheilt, wegen der Herrschaft Stargard. Das Z^ste silberne hat 2 rothe rechte Schrägbal- kcn. Das Zcksie rothe enthält Z silberne Aitdreaskceuzchen, wegen der Herrschaft Breda. Der Schildesfuß ist ganz roth, wegen der Regalien. Auf dem Schilde ruht ein offener, mit dem preussischen Adler gezierter und mit einer königlichen Krone bedeckter Helm. Um den Schild hängt die OrdenSkclle des schwarzen Adlers. Die Schildhalter sind 2 mit Laub gekrönte, mit dem Gesichte gegen ein- ander gekehrte wilde Männer, welche den einen Arm auf den Schild lehnen, mit dein andern aber eine silberne Fah, ne halten, wovon die rechte mit dem königlichen preussischen schwarze», die linke aber mit dem rothen brandenburgi- schen Adler, und mitten, auf die Brust gelegten blauen Schildchcn desErzkäm« mereramls bezeichnet ist. Ueber diesem allen steht ein aufwärts purpurfarbenes und mit schwarzen Adlern und königli. chen Kronen wechselweise bestreuetes, inwendig aber mit Hermelin gefuttertes Wapenzclt. Qben ist es mit einem goldenen Reife, auf welchem viele goldene Adler vorwärts gekehrt siyen, eingefaßt. Der mit schwarzen Adlern be« (lV. Band.) Wapen Q. R. stceueke Gipfel ist mit einer königlichen Krone bedeckt, und auf derselben wehet die Fahne des Königreichs, welche mit dem königlichen gekrönten und in den Klauen den Zepter und Reichsapfel haltenden Adler bezeichnet ist. An einem jeden Ende der Querstange ist eine kö. kiigliche Krone, und oben darauf steht „och ein königlicher preussischer Adler mit niedergeschlagenen Flügeln. Der Fuß des WapenS ist an der Seite mit Laubwerk, und darauf sitzenden Adlern geziert, worüber der Wahlspruch des Königs Friedrich I. Gott mit uns, zu lesen ist. Prüm, das Wapen dieser fürstlichen und mit dem Erzstifle Trier vereinigten Ab. ten ist im rothen Felde ein silbernes zurück sehendes Qsterlamm mit einem gol. denen Scheine auf dem Kopfe, auf einem grünen Hügel. L. Quedlinburg, dieses Stiftes Wapen hat 2 silberne Credcnzmcffer mit goldenen Häf- ten, die in Form eines Andreaskreuzes gelegt sind, im rothen Felde. Der Schild ist mit einem Fürstenhute bedeckt, und hinter demselben steht ein Aebtissinnstab. R. Rtigusa, diese Republik führt einen silbernen Schild mit Z schrägrcchlS durchgehenden blauen Schrägbalkc» mit dem Worte Ickbsrtus, welches mit golbe. nen Buchstaben quer darüber geschrieben steht. Ueber dem Schilde befindet sich eine offene Krone. Ranzau, die Grafen von Ranzail haben ei» roth und weiß getheiltes Feld, als ihr Stainmwape»; eine schwarze Straße auf jeder Seite mit 6 Rauken bekleidet, im goldenen Felde, und auf dem blauen Mittelschilde einen goldenen gekrönten Löwe», als das Wapen der Burggrafen von Lcißnick. Auf diesem Eggg Wapen A. Wapen R. Koo Schilde stehen Z offene gekrönle Helme. Der mittclsic ist der ranzauische, und hat ein silbernes und ein rothes Büf- felshorn, oben mit einer goldenen Krone zusammengezogen; der zweyte trägt zwey schwarze geschlossene Flügel; der dritte«der hat ein rothes Schirmbret, mit einer schwarzen Strafe und schwarzen Rauten bezeichnet, und auswendig mit Pfauenfedern bedeckt. Ravenspurgv diese Reichsstadt führt im silbernen Felde eine blaue Burg mit 2 Thürmen, offenem Thore, und schwarz aufgezogenem Schutzgatter. Die Burg und Thürme sind oben gesinnt. Rechbcrg, die Grafen von Rechbcrg führen 2 rothe mit dem Rücken zusammen gekehrte Löwen, deren Schwänze in einander verwickelt sind, im goldene» Felde. Lben flehen Z Helme, von welchen der eine gekrönt ist, und einen rothen gekrönten Löwen hat; der andere aber einen halben Hirsch mit rothem Ge- weihe zeigt, und der dritte auch gekrönt ist, und einen rothen goldgekrönten Adlerskopf hat^ Hinter dem Schilde ragen 2 silberne Lanzen mit rothen Fahnen hervor, welche kreuzweise gesteckt sind, in deren einer sich drey rothe Löwen, in der andern aber ein halber silberner Adler, und darneben 2 silberne Balken im rothen Felde zeigen. Rcckhcim, die Grafen von Rcckhcim und Aspremont haben ein goldenes Kreuz im rothen Felde, wegen der Grafschaft Aspremont; einen rothen Löwen im goldenen Felde, wegen der Grafschaft Rcckheim; und in einem blaue» Mittel- schilde einen silbernen Adler, als das Geschlechtswapen derer von Este in Italien, von welche» diese Grafen herstam- men. Auf diesem Wapen flehen Z ge- krönte Helme. Auf dem einen sitzt ein schwarzer Hund mit rincm goldenen Halsbande, wegen der Grafschaft Linden; der estischc aber hat einen halben silbernen Adler, n»b der reckhciinische einen halben rothen Löwen. Regenöblirg, dieses Bisthnm hat ein silbernes Band im rothen Felde. Die Stadt Regensburg aber, führt im rothen Feldes in Form eines Andreaskreuzes gelegte sil- berne Schlüssel mit unter sich gekehrten Schliessbärteu, welche an den Ringen mit einem goldenen Bande zusammen gebnnden sind. Reuffeil, der Fürst uud die Grafen von Neusten führen einen quadriere» Schild. In dem i sirn und chten schwarzen Felde steht ein goldener gekrönter Löwe mit aus- geschlagener Zunge,als ihr Geschlechts, wapen, und im 2>en und Zten silbernen Felde sieht man einen goldenen Kranich, wegen der Herrschaft Kranichftld. Auf diesem Wapen befinden sich 2 offene Helme. Der eine zeigt einen schwarz und weifen Hnndskopf; d«r ander« aber hat«inen Kranich von Gold, Silber und roth bandweise gestreift. DieHelm- decken sind znr Rechten Silber»i>d schwarz, zur Linken aber Gold und roch Reuklingen, dieser Reichsstadt Wapen ist von blau, roth und Silber dreyfach quer getheilt. Römischer Kaiser, das Wapen Sr. jetzt regierenden kaiserlichen Majestät Franz II. ist ein schwarzer zwepköpfi-cr Adler mit goldenen Scheinen, welcher oben mit der kaiserliche» Krone bedeckt ist. Dir rechte Adlersklaue hält das Schwert, und die linke den Zepter. Auf der Brust des Adlers liegt der oben init der königlichen böhmischen und ungarischen Krone bedeckte nnd mit den Lrdensketien des goldenen Vliesses nnd S. Sktphans- vcdens umgebene Wapenschild. Derselbe ist vierfach in die Länge, und eben so oft in die Liiere getheilt, und nnl einem Mittelschilde versehen. Diesecist Mit einem erzherzotzlichen Hute bedeckt, und nach der Länge getheilt. Auf der rechten quer getheilten Seite befindet sich Wapen R. Wapen N. oben ein silberner Querbalken im rothen Felde, wegen Oesterreich; das untere Feld aber ist von blau und Gold, 6 Mahl schräg getheilt, wegen Burgund. Die linke Seite hat in der Mitte einen rothen mit drey gestümineltrn silbernen Adlern belegten Schrägbalken im goldenen Felde. wegen Lothringen. Die erste Reihe des HauptschildeS in der Mitte ist quer getheilt. Zur Rechten oben steht man ein goldenes Castell mit drey Zinnen im rothen Felde, wegen Casti- lien; unten aber 4 rothe Pfähle, wegen Aragonicn. Zur Linken quer getheilt oben befindet sich ein rother gekrönter Löwe im stlbernrit Felde, wegen Leon, und unken 4 rothe Pfähle in einem schräg, rechts geviertelt goldenen nebst schwarzem Adler im silbernen Felde, wegen Sicilicn. Rechts am Rande»ach der Länge getheilt sieht man das ungarische Wapen, dessen vordere Hälfte von Silber und roth 8 Mahl quer gestreift ist; dir Hintere aber enthält ein aus einer goldenen auf einem grünen Hügel liegenden Krone hervor gehendes silbernes Patriarchenkreuz. Links am Rande erblickt man im rothen Felde einen gekrönten silbernen Löwen, wegen des Königreichs Böhmen. In der zweyten Rei. he des HauptschildeS rechts in der Mit- 1e befindet sich das von Silber und roth geschachtc Wapen des Königreichs Croa- kicn, und links in der Mitte das Wapen der Grafschaften Eternberg und Cilly. Am Rande zur rechten Seite siebt man im blauen Felde Z goldene gekrönte Lev- pardcnköpfe, wegen Dalmaiien; zur linken Seite aber ein von 4 kleinen rothen Kreuzchcn begleitetes Krückenkreuz, wegen der Königreichs Jerusalem In der dritte» Reihe, rechts in der Mitte, befindet sich ein durch einen rothen Quer- bolkea getheiltes Feld. Oben im blauen Abschnitte zeigt sich ein schwarzer wachsender Adler von einer Sonne und Mon- üo« ke in den obersten Winkeln begleitet, unten aber in, goldenen Felde 7 rothe Tbüemc, als dar Wapen von Sikben- birzen. Links im silbernen Felde sieht man eine aufgerichtete blaue gcköiile Schlange, mit einem rothen Kinde im Rachen; wegen Mayland. Am Rande zur rechten Seite sind 6 rothe Kugel,, im goldenen Felde, wegen Toscana; znr linken Seite aber 6 blaue Lilien im goldenen Felde, als das farnesische Stammwapen, wegen Parma. In der vierten und letzter» Reihe, und zwar rechts in der Mitte zeigt sich der rothe und gekrönte Löwe im goldenen Felde, wegen Habsburz; links aber im silbernen Felde der mit einer goldenen Krone und Kleestänzelnaufden Flügelnge- zierte rothe Adler, wegen der Graf- schaft Tyrol. Am Rand» zur rechten Seite befindet sich ein gekrönter schwär, zer Löwe im goldenen Felde, wegen Jü- lich; links aber sieht man ein schräg getheiltes Feld, wo sich oben im blaue» ein aufsteigender goldener Löwe; unken aber im silbernen zwey rothe Schras- balken, wegen der Grafschaft Görz ztt- gen. Die Schildhalter sind zwey goldene auswärts sehende Greife mit schwarzen Flügeln und Hälsen. Notenburg,dicse Reichsstadt führt im silbernen Felde einen schwarzen Adler mit einem silberncnSchildchen anfderBrnss in welchem eine rothe Burg mit 2 gezimikeii Thürmen und blauem Thore erscheint. Nvlweil, dieser Reichsstadt Wapen ist ein schwarzer Adler im goldenen Felde. Rußland, die jetzige Kaiserinn von Rußland führt zum Wapen eine» zweukö- pfigen gekrönten schwarzen Adler, einen Zepter und Reichsapfel in den Klaue» haltend, im goldenen Felde, wegen des griechischen Kaiserlbums, welche« Iwan Bastliovitz I in, Jahre 1^40 zuerst an- nahm. Auf dem rothen Mittclschildc ist »in silberner Ritter S. Georg, der den. G 88 g 2 6on Wayei, R. Wapen S. Lindwurm erlegt, wegen Rußland angebracht. Auf dem rechten Adlersflügel ist ein blaues Schildchen mit einer goldenen geschlossenen Krone zu sehen, unter welchem ein silberner Säbel liegt, wegen des Königreichs Bstracai,; ferner ein goldenes Schildchen worin 2 aufge. richtete schwarze Bären sind, welche mit den innern Tatzen einen rothen Stuhl, und mit den äußern zwey goldene Zepter halten, wegen des Großfürsten- / ihumS Novogrod; und ein blaues Schildchen, worin man einen silbernen stehenden Engel mit goldenen Waffen erblickt, wegen Ciooien. Auf dem linken Adlersflügel befindet sich ei» blaues Schildchen, worin man 2 silberne auf. gerichtete Wölfe sieht, die ein Paar silberne als ei» Andreaskreuz geschränkte und unter sich gekehrte Pfeile halten, wegen des Königreichs Sibirien; ferner ein silbernes Schildchen mit einem schwarzen gekrönten Lindwurme, wegen des Königreichs Cafa», und endlich ein rothes Schildchen mit einem goldenen gekrönten aufgerichteten Löwen ei» silbernes Kreuz haltend, wegen des Für-, stenrhums Wolodimir. Dieses ganze Waren umgibt das QrdenSzeichen deS S. AndrcaSordens, und oben darauf ruht eine geschlossene königliche Krone. Rußland, der Großfürst führt zumWa- pen einen doppelten schwarzen mit der kaiserlichen Krone gezierten Adler. Auf deS Adlers Brust liegen 2 nebeneinander gelehnte und mit der kaiserliche« Krone bedeckte Schilde. In dem rechten goldenen ist der russische Reichsadler mit dem S. Georg auf der Brust; im linken aber das holsteinische Wapc»,wel, ches Z Mahl in die Länge, und 2 Mahl quer getheilt ist, und einen Mittelschild hat. Im isten Quartiere ist der norme, zische Löwe, im Ltcn das holsteinische Neffelblatt., im Zten der stormarische Schwan, im chten der dilmarfische Reiter, im Lte» die olbcnburgischen Quer, balken, und im 6ten das delmenhorsti, sche Kreuz. Der Mittelschild enthält die schleßmigischcn Löwen. Um die beyden Schilde hangt der S. AndreaSvrden. S. Sachsen, der Churfürst von Sachsen führt einen roth und weiß gestreiften Löwen im goldenen Felde, wegen Thüringen; ein Feld acht Mahl von Golde und schwarz ballenweise gestreift, mit ei- nem darüber gehenden Rantenkranze, wegen Sachsen; einen schwarzen Löwen im goldenen Felde, wegen Meissen Lilien dergleichen Löwen ebenfalls im Bolde, wegen Jnlich; 8 goldene Lilie,>- stäbe im goldenen Felde, wegen Eleve; einen rothen Löwen mit goldener Krone im Silber, wegen der Ansprüche auf das eben genannte Land; einen goldenen gekrönten Adler im blauen, und ,z Schröterhörnec im silbernen Felde, wegen Engern und Westphalc»; einen schwarz und Silber getheilten Mittel- schild, auswelchem sich die beyden Ehnr- schwerter befinden, als Erzniarschall des römischen ReichS; einen goldene» gekrönten Adler im blauen Felde, wegen der Pfalz Sachsen; einen goldenen Adler im schwarzen Felde, wegen der Pfalz Thüringen; einen rothe» Qch- sen mit weißlichem Bauche im silberne», und eine goldene Mauer im rothen Fel. de, wegen der Qber- und Niederlausitz; 2 blaue Pfähle im Golde, wegen der Herrschaft LandSberg; einen halb silbernen und halb goldenen Löwen im blaue» Felde, wegen der Herrschaft Plciffen; einen schwarzen Löwen mit rothe» Herzen bestreut im goldenen Felde wegen der Grafschaft Orlamünde; ein gespaltenes Feld, worin zur Rechten ein silberner Adler im rothen, und z»r Linken 4 rothe Balken im silbernen Feldrzu sehen sind, wegen Magdebur: W»pe» G. Aape» S. drey rothe Schrökerhörner im Silber, wegen der Grafschaft Brenc; eine rothe Rose im Silber mit etlichen grünen Blättern, wegen Alkenburg; L blaue Balken im Silber, wegen der Graf» schaff Eisesberg; A röche Sparren im Silber, wegen RavenSbcrg; einen sil- Hcruen und rothen SKachbirlke» im Gol, Lr, wegen der Grafschaft Mark; ein leeres rothes Regaüenfeld; eine schwarze Henne auf einem grünen Hügel im goldenen Felde, weg«» Henneberg, und endlich L goldene Barben im blauen Felde, wegen Barby. Dieses Wapen ist mit io offenen Helmen geziert. Derer, sie ist gekrönt,»ud trägt 2 blaue Flügel mit einer goldene» Mauer, wegen der Dberiausitz; der zweyte ist auch ge« krönt, und hat einen goldenen gekrönten Adler, wegen dcr.Pfalz Sachsen;der dritte ist der clevischc und märkische, und zeigt einen rothen Dchsenkopf mit silbernen Hörner», und einer goldenen Krane und einem silberne» Ringe in der Nase habend; der vierte ist gekrönt, und hat ein Paar silberne Büffelshörner mit goldenen Blättern besteckt, wegen Thüringen, der fünfte ist gekrönt, hat eine mit den sächsischen Rauten gezierte,»bett gekrönte und mitPsauenfedern geschmückte Säule, wegen Chursachsen; der sechs- m goldenen, und zur Linken ein Werner Querbalken im rothen Felde zu sehen sind. Hinter dem Schilde stecken der Bischofsstab und das Schwert zum Zeichen der geistlichen und welt- lichen Gewalt, und die Helmdeckru sind zur Rechten schwarz und Gold, zur Linken aber Silber und roth. Sardinien, Las Wapen des Königreichs Sardinien, wie dasselbe mit dem herzoglichen savoyischc» vereinigt ist, be. siebt in 4 großen Quartieren mit einer Spitz- und einem Mittelschilde über welchem sich noch ein Herzschjldchen Wapen S. befindet. Auf diesem Herzschildchea er scheint ein silberne? Kreuz im rothem Felde, als das eigentliche Waprn von Savoye». Der Mittclschild ist silbern, und durch ein rothes Kreuz quadrier, mit einem Mobrenkopfs und weißer Binde i» der Ecke, wegen des KönigSrcichs Sardinien. Der Hauptschild ist wieder in 4 große Quartiere eingetheilt. Das erste große Quartier ist vicrfcldig, und zeigt ein großes Krückcnkrruz ron4klei neu Krückenkeeuzen begleitet im silbernen Felde, wegen des Königreichs Jerusalem; ferner einen rothen Löwen in einem von Silber und blau gestreiften Fel- be, wegen des Königreichs Eypcrn; ei» nen rothen gekrönten Löwen im silbernen Felde, wegen des Königreichs Armenien oder Cypcri,, und einen der- gleichen rothen Löwen im silbernen§el> be, wegen des HerzogthumS Luxemburg. Das andere große Quartier ist drepfel. big, und zeigt das weiße Pferd im rothen Felde, wegen Niedersächsen; den grünen über schwarze und goldene Balken gezo. genrn Ramrukranz, wegen QLersach- scn, und die drey rothen Secblumeu» blaktcr wegen Engern und dem angeblichen Ursprünge aus dem Alten witke- kindischen sächsischen Geschlechte. Das dritte große Qaurlicr ist in die Länge getheilt. Zur Rechten besiudet sich ei» schwarzer Löwe im silbernen mit schwarzen Schindeln bestreuten Felde, wegen des Fürstenthums Chablais, am Gen. fcrsee; znr Linken aber ein silberner Löwe im schwarzen Felde, wegen des Fürstenthnms Aosia. Das vierte große Quartier ist wieder in die Länge gespalten, und hat znr Rechten ein blau und golSeiieS Schachbrett, wegen Genese; znr Linke» aber ein silbernes Feld mit einem rothe» Schildeshanpte wegen Montferat, und in einem goldenen Schil- dcsfuße einen schwarzen Adler, wegen der Grafschaft Manrienne. Auf dicsenr. Wapen S. ganzen Schilde siebt jetzt anstatt Lee sonst gewöhnlich gewesenen Z Helme eine königliche Krone, und anstatt der ehe. wohligen Schildhalker,(welches 2 goldene Löwen sind) ist dieses Wapen"mit einem königlichen Purpur und mit Hermelin gefütterten Mantel umhänge». Zuweilen wird dieser Schild mit der Orden-kette deÜ'Annonciada umgeben; an welcher unten das Krcutz von dem Ritterorden St. Manriiii und St. La. zari hangt. Savoyr», dieses Herzog,hum führt ein silbernes Kreuz auf einem Mittelschilde, als das eigentliche savoyische Wapen; ein goldenes Krüclciikrcnz mitchNeben- krcuzchen im Silber, als das Wapen von Jerusalem; einen rothe» Löwen?m silbernen und blau gestreiften Felde als das lnsignanische Geschlechl-wopei,, ei- nen rothe» Löwen im silbernen Felde, »vcgen Cppern;«inen rothen Löwen im goldenen Felde, wegen Armenien; ein wrisieS Pferd im purpurfarbigen Felde, wegen Weflphalcu; den sächsischen Ran. tciikranz; drey roihe Sceblätter, als das rngcrische Wapen; einen schwarzen Löwe» im silbernen, und einen silbernen Löwe» im schwarzen Felde, wegen Cha. klais und Aosta; ein blaues Kreuz im goldenen Felde wegen Gencvc,„nd ein silbernes Feld mit einem rothen Schil, dcShanxle, wegrn Monifcrat. Auf die. scm Wape» stehen Z ganz offene Helme. Der mittclste trägt eine königliche geschlossene Krone, wegen des Königreichs Lppern, auS welcher ein goldener Leo-, pardcnkopf hcrvorsieigk, mit Z Flügeln, wegen Savopen. Der zur Rechten ist gekrönt, und hat 2 silberne und goldge- krönle Säulen; der zur Linken aber ist der sächsische mit dem Rautenkranze gezierte Türkenhut. S. Sardinien. Sayn und Witgensicin, diese Grafen führen 2 große Pfähle in, Silber, wegen Witsenstein; ein silbernes Castrll»ist 2 Wapen S. 60z Thürmen im rothen Felde, wegen Homburg; eine silberne Strasse, und auf derselben Z Schwel,isköpfe im schwarzen Felde, wegen der Herrschaft FrepS. bürg, und auf einem schwarzen Mit- telschilde einen aufgerichteten Leopar. den, wegen Sayn. Dieses Wapen hat Z offene Helme: der saynische ist gekrönt, und hat ein goldenes Horn; der wikgcnfleinische ist mir einer schwarzen und weiss anSgeschlazoucn Mütze bedeckt, worauf^ Srranssscdern steh»', nnddcr homburzische hat ein zwcplhürwigrs sil- berneS Castcll. Schashause», dieser schweizerische Can. Ion hat einen schwarzen springenden Bock mit goldenen Hörnern und Krone im silbernen Felde. Schlick, die Grafen von Schlick führen i» einen, silbernen Miitelschilde zwey rothe aufgerichtete Löwen, welche eine Säule halten, im silbernen Felde; srr, ncr einen silberne» spitzigen Triangel, mit einem rothen Ringe im rothen Fel. de worin sich auch 2 silberne Ringe wr- gen der Grafschaft Lasan in der Tor. visermark befinden; einen goldenen Löwen i», blauen Felde, der ein silbernes Kirchlein trägt, wegen der Grus. schaf, Weiscnkirchen in Ungarn. Dieser Schild hat offene gekrönte Helme: der basanischc trägt 2 geschlossene rothe Finget; der schlickische einen rochen Löwen, und der weiffcrckirchischc eine» goldenen Löwen zwischen 2 blauen Flügeln mit gcldenrn Flammen. Schön! orn, die Grasen von Schönkorn führe»§ silberne Schildche» ohne Fj. gnr im rothen Felde, wegrn der Herrschaft Acichelsberg; eine silberneL, erschösse mit silbernen Ranken im blauen Mde als das GcschlechtSwapcn derer von Heppenhcim; im schwarzen Felde Z silberne Garben wegen der Grafschaft Buchheim; im goldene« Felde eine» schwarze» Mols, wegen der Grafschaft 6oü Wapen G. Wapen S. Wolfsthal; ini Hermelinenfelbedeitgol- denen Reichsapfel aus einem Küssen we- gen des österreichischen Erzkruchseffen- amrs, und im silbernen Felde eine» blauen aufgerichteten goldenen Löwen, über welchem sich 2 rothe Querbalken befinden wegen Pommersfelden. Im Schildeshauptc ist der kaiserliche Reichsadler; im Schildesfuße aber das öster. reichische Wapen, als besondere Gnadenreichen zu sehen, und auf einem rothen Mittclschilde ein goldener gekrönter Löwe auf Z silbernen Felftnspitzen, als das schönbornische Stammwapen. Qbcn zieren diesen Schild siebe» offene gekrönte Helme: der schönbornische hat 2 rothe und silberne Büffelshörner, aus jeder Seite mit 2 silbernen Blümchen, zwischen welchen ein goldener gekrönter Löwe sitzt; dec reichelsbergische führt eine halb weiß und halb roth gekleidete Jungfer, in jeder Hand einen silbernen Fisch haltend; der beppenhei- mifche tragt 2 blaue Büffelshörner mit einer silbernen Straße, und 2 silberne Rauten; der buchheimische hat eine silberne Garbe: der wolfsthalische einen schwarzen Wolf; der sechste trägt den Reichsapfel, wegen des österreichischen Truchscffenamts, und der siebente hat einen blaue» Löwen wegen Pommersfelden. Die Schildhalter sind 2 goldene Löwen, von welchen der zur Rechten ei» Fähnchen mit dem Reichsadler, der zur Linken aber ein Fähnchen mit dem österreichischen Wapen halt. Schöilburg, die Grafen von Schönburg haben ein rothes»nd silbernes bandweise gestreiftes Schild, und oben auf dem Helme befinden sich 2 eben so gestreifte Flügel. Schottland, s. Großbritanien. Schwarzburg, die Fürsten von Schwarz, bnrg führen ein goldenes blau gestreiftes Kreuz, welches das ganze Schild in 4 Quartiere theilt, und auf den Titel der 4 Grafen des Reichs zielen soll. Auf dem goldenen Mitkelschilde best», det sich der zweyköpsige schwarze Reichs, adlcr mit einem goldenen Schiidcheu auf der Brust, worin man einen Für- sienhut wegen der fürstlichen Würde sieh». In dem rechte» Mitkelschilde er- scheint ein goldener Löwe, wegen der Grafschaft Schwarzburg; in dem linken Mitkelschilde aber ein schwarzer Hirsch im Silber, wegen der Herrschaft Klck- tenderg. In dem Kauptschilde welches aus Z Feldern besteht, sieht man eine» schwarzen Adler im goldenen Felde, wegen Arnstadt; ein rothes Hirschgeweih im Silber, wegen Sondersbau- sen, und ein rothes und silbernes Schach, wegen Hohensieiu. I» einem getheilten Quartiere erblickt man oben einen goldene» Löwen im rothen Felde; unten aber von Golde und roth balkenweise Streifen, wegen Lcuchtenberg, und in dem Fuße des Wapens eine rothe Slren- gabel und einen goldenen Kamm, als das Stammwapen der Grase» von Kä- scrnburg. Auf diesem Schilde stchd» 6 offene Helme. Der fchwarzburgifche hat einen goldenen sitzenden uud gekrönten Löwen; der arnflädt. sondershausi- sche einen schwarzen Adler zwischen einem rothen Hirschgeweihe.; der hohen- stcinische einen Pfaucnschwanz zwischen einem silbernen und rothen Hirschhorn und die übrigen 2, als der Reichsad. Irr und Fürsteiihut, st.i d kaiserliche Gna. denzeiche»; auf dem sechsten aber befindet sich ein gekrönter geharnischter Man» mit einem Schwert. Die Wa- pcnhaltcr sind zur Rechten ein wildec Man» und zur linke» eine wilde Frau, welche beyde ein roch und weisses Fähnchen tragen. Schwarzenberg, der Fürst von Schwär« zenberg führt-z blaue Pfähle im silbernen Felde als das Stammwapen derer vo» Seinsheim; einen Türkenkopf, auf welchem ein schwarzer Rabe fitzt, und dir Augen aushackt, im goldene» Felde als ei» Andenken der vom Grafen Adolph wider die Türken erwiesenen Tapferkeit vor der Festung Raab; drey aufsteigende rothe Spitzen im silbernen Felde, wegen der ererbte» Grafschaft Sulz und Älettgau, und einen schwarzen knvrrichten schrägrcchis liegenden Ast, auf welchem sich oben eine rothe Flamme befindet, wegen Brandcis. In dem getheilten Mittelschilde zeigt sich zur Rechten ein silberner Thurm aufei- nem schwarzen dreyfschcn Hügel, wegen Schwaezcnderg, und zur LulkenZ Korngarben im silbernen Felde, wegen Postelberg. Diese? ganze Wapcnschil» bedeckt anstatt der sonst gewöhnlichen Helme ein Fürstenhut. Schweden, dieses Königreich führt Zg»b- deue Kronen im blauen Felde, als das alte schwedische Wapen; drey blaue Füße im goldenen Felde, über welchen ein roih geklönter Löwe hergeht, als daS alre gothische W- pen, und auf dein ge- vieeten Miuelschildr zeigt sich das her. zogliche holsteinische Wapen als daS Stanuuwapeu des jetzige» Königs^welches oben unter Dänemark beschrieben worden ist. Dieses Wapen ist mit einer goldenen königlichen geschlossenen Krone geziert, und die Wape,«Halter sind 2 Löwen. Schwcinsurth, dicke Reichsstadt führt im silbernen Felde einen schwarzen Adler. Schweiz, ein jeder von den iZ CantonS derselben hak fein besonderes Wapen; Der Canto» Schweiz aber führt ein rothes S child mir einem silbernen Kreuz- chen obe n in dem Unke» Winkel. Schau, das Wapen dieses BisthnmS bc- sieht in einem rothen Schilde mit einem silbernen Arme. Seeland, das Wapen dieser holländischen Pcoo-,,z ist getheilt. Oben erscheint in (bV. Band.) den,selben ein halber rother Löwe im goldenen Felde; unten aber befinden sich sechsfach v»n Silber und blau gestreifte Wellen. Stellten, Las Wapen des jetzigen Königs von beyden Sicilicn ist ein dreyfach div Länge herab getheilter Schild.mit einem Mittelschilds. Der erste und miuleie Pfahl enthält in der obern Haisie das Wapen von Castilien und Leon, und in der untern ein dlaueS mir goldenen Lilien bcstreucteS Feld,»lil einem reihen Tiirinerkragcn von L Lanzen, der aber vom Mittelschilde ganz bedeckt ist, als das Wapen von Neapel. Der zweyte Pfahl zur Rechten ist quer getheilt,„uii enthalt im obern goldene» Felde 6 blaue Lilien, wegen des Hauses Far- ncse, und in dem unter» das Wapen von Portugal, welches die Herzoge von Parma angenommen haben; und also ist derselbe Pfahl wegen des Herzog. thnmS Parma, gleichwie der dritte zur Linken mit dem mediceischen Wapen des Großherzogthiims Tascana bedeckt. Der blaue Miticischild mit einer rothen Einfassung und Z goldenen Lilien ist das Wa- pen von Anjou. Sicbcnbirljen, dieses Großfür stenih.un führt ein durch einen reihen Streif die Quere getheiltes Wapen. Oberhalb ist in demselbe» ein anfwachscndcr schwarzer Adler im blauen Felde Und auf den Seiten Sonne und Mond; unterhalb aber sieben rothe Castclle aus eben so viele» Hügeln im goldenen Felde anac. bracht. Siiizrndors, diese Grafen haben in einem gelheilicn Mittelschilde oben die kaiserliche goldene Krone im rothen Felde-, wegen der Ecbschatzweisterwürde imrö. mischen Reiche; unten aber Z silberne längliche Gchachseldrr, vo» welchen eines im blauen, die andern beyde« aber im rochen Felde sind, als das siozen- dörfische EeschlcchiSwapr»; ferner ejft> HHHK k»c>8 Wapen S. Wapen S. von Gold und roth gestreiftes Feld, wegen der Burggraffchaft Aheincck, und ein getheiltes Feld, worin sich oben ein schwarzer Adler im silbernen Felde, un. ten aber eine silberne goldgekrönte Gans in einer goldenen Krone sitzend, im rochen Felde befindet, dessen unterste Hälfte Z Mahl von Silber und roch gestreift ist. Auf diesem Schilde stehen L offene gekrönte Helme, außer dem miitelsten. Der erste hat auf einem rothen Küssen die kaiserliche Krone; der andere trägt einen goldenen Pokal zwischen 2 roch und blau getheilten Büffelshörnern; der drille hat eine sitzende silberne GanS mit Gold gekrönt; der vierte zeigt einen schwarzen und gekrönte» Adler und der fünfte hak 2 roth und silberne quadrierte Flügel. SolmS, der Fürst und die Grafen von Solms führen einen blauen Löwen mit rother Zunge im goldenen Felde, als das svlmische Geschlechts!»ipen; ein von roth und Gold getheiltes Schild, wegen der Herrschaft Müuzenberg; eine schwarze Rose im goldenen Felde, nie. gen Wildenfels, und einen silbernen Löwen im schwarzen Felde, wegen der Herrschaft Eonnenwalde. Dieses Wa< penschild wird von 4 Helme» geziert. Der münzenbergischc hat eine rothe und mit Hermelin aufgeschlagene Mütze mit einem Pfauenschwanze zwischen 2 Fah. nen; auf bcm solmischc» sitzt ein blauer Löwe zwischen 2 roth und weiß getheilten Flügeln; der sonnenwaldische ist ge. krönt, und trägt einen halben silbernen Löwen; ber wildeufelsifche aber bar eine schwarze Rose. Sdlolburn, dieser schweizerische Canton führt ein getheiltes Schild, welches öden roth und unten Silber ist. Sondershausen, f. Schwarzburg. Spanien, diefts Königreich führt ein goldenes Lastest mit Z Thürmen, blauer Thüre und Fenstern im rothen Felde, wegen Castilien; einen rothen goldge- krölitcn Löwen im silbernen Felde, wegen Leon; 4 rothe Pfähle mit einem Andreaskreuze durchgeschnitten und mit einem schwarze» Adler zu beyden Seiten im silbernen Felde, wegen Neapel und Gicilie»; in dem Miltelschildchen das portugiesische Wapen; einen grünen rolh geöffneten Granalapfel, wegen Granada; einen silbernen Balken im rothen Felde, wegen Oesterreich; ein sechs Mahl von Golde»nd blau gestreiftes Feld, wegen Alkburgund; ein blaues Feld mit goldenen Lilien, und einem roth und weißen Rande, wegen Neuburgund; einen goldenen Löwen im schwarzen Felde, wegen Brabaut»> d ein gespaltenes Schildchea, welches zur Rechten einen schwarzen Löwe» im gol« deuen, und zur Linken eine» rothen Ad. ler mit goldener Krone und Küssen im silbernen Felde hat, wegen Flandern und Tyrol. Dieses Wapen ist mit einer königlichen geschlossenen Krone bedeckt, und mit dem Orden-zeichen des goldenen Vließes umgeben. Das kleine und gewöhnliche königliche Wapen besteht bloß aus einem in vier Felder abgetheilten Schilde, Hessen oberes rechtes und unteres linkes Feld ei» goldenes Lastest mit drey Thürmen wegen Castilien; da- obere linke und das untere rechte einen rothen Löwen wegen Leo», und der Mitielschild drrp Lilien wegen Anjou enthält. Speyer, das Wapen des Bischofs von Speyer ist quadrier mit einem Mittel- schilde. Im tsten und chken blauen Felde des Hauptschilbes besindet sich ein silbernes Kreuz, wegen des Hochssiftes Speyer. Im Llcn und Ztcn rothen ein silbernes zweythürmiges Lastest mit einem schrägrechis durchaesteckien Präla- tklifiade, über welchem cinegoldeneKro- ne liegt, wegen der incorporirtc» Propste» Weissendiirg. Im Mittelschtlde ist Wapen S. Wapen S. Las Familienwape» des jedesmahligen Bischofs angebracht. Der Hauplfckttd ist mit einem Fürsteich,ite bedeck,. Ei» Bischofsstab und Schwert stehen hinter demselben in Gestalt einesAndreas- kreuzes, und das ganze Wapen umgibt ei» fürstlicher Wapeamantel. Ssseyer, führt im silbernen Felde eine rothe Kirche mir drey Thürmen, und einem blauen Drachen. Slablo, des Abts und Fürsten von Sta- blo Wapen ist von oben herab getheilt. Zur rechten steht ein weißes Lamm mit einem rothen Bischofsstäbe und grünem Baume auf einem grünen Nasen im grünen Felde, wegen der Abtei- Slablo; und ein Lindwurm auf einem grüne» Nasen im silbernen Felde, wegen der Abtey Malmedy. Oben auf diesem Schilde lügt eine Bischofsmütze mit einem hinter derselben steckende» Bischofsstäbe und Schwerte. Slvlberg, der Fürst von Stolberg-Gen« been führt ein fünf Mahl in die Länge getheiltes Schild. Der ist« Pfahl hat ein goldenes Haupt mit einem schwarzen gehenden Hirsche, wegen der Graf- schaft Stolberg. Darunter sind im sil» Lernen Felde 2 rothe mit Maul und Schwänze gegen einander gekehrte Forellen zu sehen, wegen Wernigcrode. Der 2ke Pfahl ist quer getheilt. In dcv obern gleichfalls q»er getheilten Hälfte ist im, ste» goldenen Felde ein schwarzer Löwe, wegen der Grafschaft Kö- nigstein, und im 2ten silbernen sind Z rothe Sparren, wegen Epstein. Die untere Hälfte ist von roth und Gold qnee getheilt, wegen der Herrschaft Münzenberg. Der Zte Pfuhl ist gleichfalls quer getheilt. Die obere ebenfalls quer getheilte Hälfte desselben enthält im asten goldenen Felde einen rothen Adler, wegen Rochefort, und das 2te goldene einen vo» roth und Silber in Z Rechen geschafften Querbalken, wegen 6c>e> Mark. Die untere Hälfte ist von Gold und roth, 10 Mahl quer getheilt, we, gen AigulMont. Die 2 letztern Pfähle machen ein quadcirtes Feld mir einem Mittelfchilde. Das iste und ffte Feld ist von Silber und roth in vier Reihen, geschacht, wegen Hohciistri». Das 2te und und Zte Feld ist quer getheilt, und hat oben im rothen Felde einen goldenen Löwen; unten aber sind sie von Gold und roch 8 Mahl quer getheilt, wegen Lauterberg. Im silbernen Mittelschilde ist ein schwarzer gehender Hirsch, wegen der Grafschaft Klettenberg. Den Schild bedeckt ein Fürstenhut. Stolberg, die Grafen von Stolberg haben einen schwarzen Hirsch im goldenen Felde, als das siolbcrgischs Ge- schlechtswaven; einen schwarzen Löwen im Golde, wegen der Herrschaft Kö- riigstcin, einen rothe» Adler mit blauem Schnabel und Füßen im goldenen Felde, wegen Rochefort; 2 rothe Fische im silberne» Felde, wegen Weenigero- de; Z rothe Sparren im silbernen Fcl- de, wegen Epstein; ein roth»nd silbernes Schach im goldenen Felde, we. gen Mal k; ein roth und gold getheiltes Feld, wegen Münzenberg; zehn wcch- selsweisegvldei-.c uiidrolhe Balken,wegen der Herrschaft Aiguemont, und ein roth und silbernes Schach, wegen Ho- hei,stein. In einem getheilte» Quartiere befindet sich oben ein goldener Löwe im rothen Felde, unten aber ist dasselbe vom Golde und roth gestreift, wegen Lauterberg, und endlich auf einem Miitelschildcheu ein schw:rzer Hirsch im silbernen Felde, wegen Klettcuderg» Dieses Wapen hat Z offene Helme. Der stvlbergischc ist gekrönt, und trägt ei. nen Pfa^iischwanz mit zwey silbernen Straußfedern. Den holieustetnischen bedeckt eine rothe mit Hermelin aosge. schlagene Mütze, aus welcher ein rothes und silbernes Hirschhorn, zwischen ei- Hhhh« Wapen Z. Wapen T. 6>o ner goldenen Kugel und einem Pfau« eafchwanze steht; der rocheforlische ist gekrönt, und zeigt einen Pfauen- schivanz, auf welchem sich ein rother Adler befindet. Straßburg, das Wapen des Bischofs von Skraßburz besteht i» einem filberuen Bands im rothen Felde, wegen des Stiftes Straßburg, und in einem silbernen Bande mit silbernen Zacken an der Seile, wegen der Landgrafschaft Elsas. Das in 8 Arider getheilte Mik- ielschild ist des jetzigen Bischofs und Tardinals von Rshan GeschlechkSwape». Im ersten Felde, welches blau ist, be- findeil. sich drey goldene französische Li. lien, und über demselben ein von Silber und roth gewürfelter Schrägbalken, wegen Eyecugt; in dem zweyten Feld ist das Wapen von Navaera; im dritten das von Aeagonien; im vierte» das von Schottland; das fünfte Hermelinfeld bedenket Bretagne; das sechste Mai. lanh; das siebente ist silbern nilt blau eingefaßt, und führt eine rothe Binde wegen Sanseverino, und das achte ist das lothringische Wapen. Das gespalt« ne Herzschilbchen enthält zur Rechte» «) goldene Rauten lm rothen Felde, wegen Rohan, und zur Linken das herzogliche Wape» von Bretagne. Dieses Schild bedeckt ein Fürsteichut, über welchem sich ein erzbischöpflischcS Kren; und Kardinakshut darstellt. T. Täzsts, der Fürst von Thuen und Taxis führt einen weißen Dachs im blauen Mittelfchilde als das Stammwapen des Hanfes Taxis. In dem Haupkfchiide und zwar im erste» und vierten silber« ' neu Felde sieht man einB? rothen hohen Tburm, hinter welchem sich 2 als ein Andreaskreuz gelegte blaue Lilien« zepkcr, als das Stammwapen des Hauses Thürii befinden. Im zweyte» und dritten goldenen Felde erblickt man ei« nen rothen blau gekrönte» Löwe«, wegen der Grafschaft Valsaffina. Oben auf diesem Schilde liegt ein Fürstenhut. Tagsts und Thuen, die Grafen von Thuen und Taxis haben ein quadrirkes Feld zum Wapen, und zwar im i sten und chken silbernen einen rothen Thurm mit einem Dache von 4 Zinnen; das Thor und die 2 an dem Thurme bestichst, chen nebst den Mauerstrichcn aber sind schwarz. Hinter dem Thneme befinden sich 2 in Form eines Andreaskreuzes gestellte Lilienstäbe. Das 2te und Zke' Feld ist von Gold und blau quer ge« theilt, und führt in der obern Hälft« einen schwarz gekrönten Adler;- in der untern aber einen silbernen Dachs. Auf dem Schilde ruhen 2 offene gekrönte Helme. Auf dem isten ist der rothe Thurm mit den Lilirnstabeu drS isten und stkcn Feldes z» sehe»; auf dem 2te» hingegen ein links gekehrtes schwarzes Hüfthoru mit einem silbernen Mundstücke, Ringen und Schnur auf einem vierfache» Pfauenwedel. Die Schild- halter sind 2 vorwärts sehende Löwen. Teckkenburg, s. Denkheim-Tecklenburg. Traun, die Grafen von Tran» führen ein in die Länge getheiltes halb weiße- und halb schwarzes Schild, welche- oben auf dem offenen gekrönten Helme mit einem schwarzen und weißen Flügel geziert ist. Traulmannsdorf, diese Grafen führen ein sechs Mahl von Silber und roch gestreifte- Feld, als das Geschlcchis- wapen der castelakifcheu Familie von Tyrol, mit welcher sich diese Grafen verhrirathct haben; Z rothe Hüte über einander, als das GcschlechkSwapen der Holzler in Oesterreich, mit denen sich diese Grafen gleichfalls verheiraihetc»; ein getheilte- Feld, unten Gold, oben aber von roth und Silber gespalten, als Las kirchbergische Stammwapen« Wapen T. Wapen§. und in dem roth und silbernen Mittck- schilde eine halb rothe und halb weise Rose, als das trautmannsborsische Stamm- wapen. Auf diesem Schildchen ruhen Z offene aekrönie Helme. Der castelatische hat von roth und Silber gewürfelte Büffelshörner, zwischen welchen sich ein Mann ohne Arme befindet; der trautmannsdorfische führt einen von roth und Silber gespaltenen Busch mir Hahnenfeder» und einer Rose bedeckt, und der kirchbergische zeigt einen hak- den silberne» Mann mit langen spitzigen Ohren, zwischen 2 BüffelShörner». Trautsori von Falkenstein, dieses fürstliche Haus führt in einem blauen Mittel- schilde ein silbernes Hufeisen, als dar Skairimwapen. Im ersten Quartiere befindet sich der schwarze Reichsadler mit dem Buchstaben k auf der Brust als ein Gnadengeschenk vom Kaiser Ru« dolpb, der dieses Geschlecht in den Gra- senstand erhob; im andern Quartiere eine silberne Binde im rothen Felde, und über demselben ein Falke auf der Spitze eines dreyfach grünen Hügels, wegen der Grasschaft Falkenstein; im dritten Quartiere ein schwarzer Hahn im silbernen Felde, mit einem Fuße auf -er Spitze eines schwarzen dreyfachen Hügels stehend, wegen der Herrschaft Sprechenstein, und im vierten Quartiere, ein halber schwarzer Steiubock mit rothen Feuerstammen in; goldenen Felde, wegen der Herrschaft Schrofen- siei». Auf diesem Wapen stehen L ge. krönte Helme. Der mittclste tragt den schwarzen Reichsadler, als das kaiserliche Gnadengeschenk; der z»r Rechten ist der schwarze Hahn auf dem dreyfachen schwarzen Hügel, wegen Sprechen- stein der zur Linken ist der faikensteini- sche Falke auf dem dreyfachen grünen Hügel; der äußerste zur rechten Seite istei» schwarzes Küsten anfcinem Büsch- chen schwarzer Straußfedern an einem silbernen Stängek, als der lrautsoitk- sche Geschlcchtshelm, und der äußere zur linken Seite ist der schrofensieini- sehe halbe Steinbock mit rothen Feun- flammcn. Trient, das Wapen des Bischofs von Trient ist ein schwarzer Adler mir gold- nem Schnabel und Füßen, und mit goldenen halben Zirkeln auf den Flügeln im silbernen Felde. Trier, das Wapen des jetzigen Churfürsten zu Trier ist qnadrirt mit einem Mittel- schilde. Im 1 stcn und-steil silbern-» Felde des Hanptschildes ist ein rokbes Kreuz, wegen des Erzsiiftes Trier; im zweyten Felde hingegen befindet sich Las vom roth und Silber getheilte Wapen des BiSthums Augsburg, und im dril tcn rothen ist ein silbernes zurück sehendes Qsicrlanun mit einem goldener- Scheine um den Kopf, auf einem grünen Hügel, wegen der mit dem Erzstifle Trier vereinigten Abtey Prüm. Der von einer königlichen Krone bedeckte Mittelfchild ist gleichfalls quadrier, und enthalt>m erste» und vierten Quartiere rinen silbernen gekrönten Adler wegen des Königreichs Polen; hingegen im zweyten und dritten gleichfalls rothen einen silberne» Reiter im Harnische mit bloßem Schwerte, wegen Litauen. Der Mittelfchild ist in die Lange getheilt, und enthält das churfächfische Wapen, als dar Stammwapen Sr. königlichen Hoheit. Den Haupkschild selbst, der von dem polnischen weißen Adlcrorden umgeben ist, bedeckt der Cbnrhuk, und hin- ter demselben sind Schwert und Bischofsstab in Gestalt eines Andreaskreuzes gesetzt. Die Schildhalter sind 2 ge. krönte Löwen. Truchseß von Waldburg(der), führt einen goldenen Reichsapfel wegen der T-nchkessenwürde im römischen Reiche; Z schwarze Löwen im goldenen Felde, welche Peter, König von Aragvniea, 6l.A, Wapcn V. Wapcn B. »incm Truchsessen, dem der letzte und «olhaupteie schwäbische Herzog Conrad einen Ring mit seinem Wapen übergab, znm Andenken zu führen zueigneie; eine goldene Sonne im blauen Felde über einem dreyfachen Hügel, wegen der Grafschaft Sonnenberg, und Z golde- ne Tannenzapfen im blauen Felde als das alle GcschlechtSwapen der Truch- fefsen. Auf diesem Wapen stehen 4 offene Helme. Wegen des TruchsessenamtS tragt der eine auf einem rothen Küssen den goldenen Reichsapfel; der Wald. burgische hat ein rothes Küssen, nebst einem Pfauenschwanze, hinter welchem eine Lanze mit einem getheilten Fähnchen steckt, in welchem der goldene Reichsapfel und Z Löwen im goldnen Felde z» sehen sind; der thannische ist gekrönt, und hat einen grünen Tan- nenbaummit goldenen Tannäpfeln, und der sonnenbcrgische ist auch gekrönt, und trögt«ine goldene Sonne. Zur linken Seite diese« Wapens steht eine weiß gekleidete Jungfrau, mit geflochtenen Haaren, und in der linken Hand die Fahne des Herzogthums Schwaben hallend. Türkischer Kaiser, das Wapen desselben besteht in einem halben silbernen Mon. Le im grünen Schilde, und ist mit einer Löwenhaut umgeben. Oben darauf liegt ei» Turban mir einer Reiherfrdcr, und auf jede Seite ist ein Roßschiveiß gesteckt. V. Venedig, diese Republik führt einen geflügelten goldenen Löwen im himmelblauen Felde welcher ei» offenes silbernes Buch i» den Klauen hält. in welchem die Worte stehen: kn» tibi Icksrce, Luan^elistn meu«, weil sie den Evangelisten Marcus zum Patron hat; im Krieg-zeiten aber hat die Republik einen aufgerichteten geflügelten Löwen mit dem zugeschlossenen Buche, und einem Schwerte in der Tatze mit den Worte,,: Lud vmbra slnrum tuarurn. Dieses ist das eigentliche ve, netianische Wapen, welches oben mit einer königlichen Krone bedeck« ist^ weil sich die Republik den Königen gleich achtet. Da« große und vollständige Ma- pen ist au« den Wapen der Länder der Ripublik zusammen gesetzt; und hat z Mittelschtide und 16 Felder. Die ersten sind ins Kreuz, gesetzt, und da« mittclste und oben gemekdte Wapen ist das venetianische; da« darüber gesetzte ist das cyxrische; das zur rechten^and wegen Candia; das zur linken wegen Dalmatien, Sclavonie» und Albanien, »nb das unterste wegen Jstrien. Die übrigen>6 Felder werden wegen der andern Provinzen geführt, als: der Adler, wegen Friaul; das Kreuzwegen Padua; das Kreuz mit den Sternen, wegen der Larviser Mark; das Kreuz mit den Vogelköpfcn wegen Bei- lunese; das folgende goldene Kreuz wegen Verona; ein Löwe wegen Brescia- no; das silberne Kreuz wegen Vicen- tino; ein Thurm wegen Feltri; ei» von Gold und Silbeogespaltcner Schild wegen Bergamo; ein von roth und Silber getheilter Schild wegen Crtnia; ein halbes Schiff wegen der Insel Cor- sn; ein silberner Hyacinth im silbernen Felde, wegen der Insel Zanlc-; ei» Thurm wegen des abriatischen Gebieth«; ein Castcll, und über demselben der venetianische Löwe wegen Polesino; ein rothes St Gcvrgenkrcuz, wegen der Insel Cefalonia; und ein Pseid und silbernes Kreuz im rothen Felde, wegen der Insel,» Chcrso und Dsero. Dieses Wapen bedeckt ein königlicher Pavillon, und oben darauf liegt die herzogliche Mütze. Wapen U. U. slebeklingen, diese schwäbische Reichs« st.idk führt im goldenen Felde einen schwarzen Adler, auf dessen Brust ein roih-s Schildchen mit einem silbernen Löwen ruht. U!lN, diese schwäbische Reichsstadt hat ein in die Quere getheiltes Schild, dessen Qbertheil schwarz, das untere aber sil, bern ist. Ungakli, das Waven dieses Königreichs, vereinigt mit den Wapen aller österreichische» Staaten, hat einen qnaddirtcn Hauptschild, mit L in Form eines Andreaskreuzes gestellten Mitielschilden, wovon der mittlere mit dem erzhcrzog- lichen Hute bedeckte im rothen Felde einen silbernen Querbalken hat, wegen Qesterreich.^er Mittelschild des erste» Hanpiqu-iriiertz ist in die Länge getheilt, und dessen»ordere Hälfte von Silber und roth acht Mahl quer gestreift, wegen des.Königreichs Ungarn; der Hintere rothe aber enthält ei» aus einer goldenen und auf einem grüne» Hügel liegenden Krone hervor gehendes silbernes Patriarchciikrcuz, auch wegen Ungarn. Das erste Hauptquartier selbst ist drey Mahl in die Länge, und zwey Mahl quer getheilt. Im ersten rothen Felde ist ein silberner zweygeschwänz,er Löwe, wegen des Königreichs Böhmen. Im zweyten blauen sind Z goldene gekrönte Leopardciiköpfe. wegen Dalmatien. Das dritte ist von Silber und roth qeschackt, wegen des Königreichs Croaiien. Im vierten goldenen gebt ein rolber Arm mit einem silbernen Säbel aus der Mitte des linken Seitenrandes hervor, wegen Rascien oder Bosnien. Im fünften ei» von 4 kleinen rothen Kreuzen begleitetes goldenes Krückenkreuz, wegen deS Königreichs Jerusalem. Im sechsten blauen ein silberner Löwe mit einem silbernen Äreujchrn i» der»ordern Pran- Wapen U. 6rz ke, wegen Indien. Der Mittelschild des zweyte» Hauptquartiers ist von blau und Gold sechs Mahl schrägrechis gestreift, mit einer rothen Einfassung, wegen Burgund. Das zweyte Hauptquartier ist quadrirt, und hak im ersten rothen Felde ein goldenes Castrll n.it-z Zinnen, wegen Castiüe»; im zweyten silbernen einen rothen gekrönten Löwen wegen Leon; im dritten goldenen 4 rothe Pfähle, wegen des Königreichs Aragonie,1; und im vierten schragrechts geviertelt oben und unten im goldenen Felde 4 rothe Pfähle, und auf den Seiten im silbernen einen schwarzen Adler» wegen des Königreichs Sicilien Der Mittelschild des dritte» Hauptquartiers ist-n die Lange getheilt, und hat in der vordren goldenen Hälfte einen rothen, und mit drey silbernen gestümmelten Adlern besetzten rechten Schrägbalkcn, wegen Lothringen; in der Hintern gol» denen aber.5 rothe in den Kreis gestillte Kugeln, über welchen oben ein runder Schild mit dem französischen Wapen schwebt, wegen Zoscana. Das dritte Hanp-quarlier selbst ist drey Mabl in die Lauge, und zwey Mahl in die Quere getheilt. Im ersten schwarzen Felde befindet sich ein goldener Löwe, wegen Brabant. Im zweyten silbernen eine oufgerichlete blaue gekrümmte Schlange mit einem rothen Kinde im Rachen, wegen Mayland. Im dritten grünen ein silberner mit Gold gekrönter Greif mit doppeltem Schwänze, aus bissen Rachen und Obren Feuer gebt, wegen Steyer- mark. Im vierten goldene» Z übereinander gehende schwarze Löwen, wrgen Kärnthen. Im fünften silberne,: ein blauer Adler, mit einem auf derBensk liegenden, von Silber und Gold gewürfelten und mit den Hörnern auswärts gekehrten Monde, wegen Krain. Im sechsten durch einen schmalen rothen Querbalken quer getheilten Felde ist öden Wape» ll. §1^4 Wapen U. i,n blauen ein schwarzer wachsender Ad- ler, von einer goldenen Sonne und Monde in den obern Winkeln begleitet; »inien im goldene» aber sind 7 rothe Thürme, wegen Siebenbirgcn anzutreffen. Der Mittelfchilddes viertyn Hauptquartiers hat im goldene» Felde einen rochen gekrönten Löwe», wegen Habsburg. Das vierte Hauptquartier selbst ist acht Mahl in die Lange, und zwey Mahl in die Quere getheilt. Im erste» goldene» Felde sind 2 schwarze über einander gehende Leoparden, wegen Schwaben angebracht. Im zweyten blauen Felde ein von roth und Silber gepachteter und gekrönter Adler, wegen Schlesien. Zm dritten silberne» ein rother Adler mit goldener Krone und Klecstän- geln auf den Flügeln, wegen Tyrol. Im vierten blauen 2 goldene auswärts gekrümmte Barben, oben und unten, rvie auch zu beyden Seite» mit 4 goldenen Wiedcrkreuzcheu begleitet, wegen Les HerzogthumS Bar. Im fünften gol- Denen ein gekrönter schwarzer Löwe, wegen Zülich. 3», sechsten schrägrechtS ge- theilten, ist oben im blauen ein goldener aufwärts klettender Löwe, unken aber sind im silbernen 2 röche linse Schragbalken, wegen der Grafschaft Eöez zu sehen. Das ganze Wapen bedeckt eine königliche Krone, über welcher r fliegende Engel noch die ungarische Krone empor halten. Die Schild- halter sind zwey goldene auswärts ft- hende Greift»lit schwarzen Flügeln und Hälsen. Unttrwalden, dieser schweizerische Can. ton hat ei» halb rothes und halb silbernes Schild, worin ein doppelter Schlüssel aufgerichtet steht, der oben weist und nuten roth ist. Ur>, dieser schweizerische Canton führt ei. neu schwarzen Büffelskops mit rothen Hörnern, und einem rothen Ringe in her Nase, im goldiien Felde. Utrecht, diese hokändische Provinz führt einen aus dem rechten Wuikel bandweise durchschnittenen roth und sicher- uen Schild. W. Wal^eck, die Fürsten und Grafen von Waldeck führen einen achteckige» schwarzen Stern im goldenen Mittelschilde als ihr Stammwape», und ein rothes An- kerkrenz im Silber, wegen Pyrmont; ferner Z rothe Schilde im Silber, wegen Rappoltstein; drey schwarze goldge- krönte Raben-oder AdlerSköpft im Silber, wegen Hohencck, und einen rothen gekrönte» Löwe« im silbernen Felde, weicher mit blauen Kegeln oder Schindel» bestreut ist, wegen der Herrschaft Gervldseck. Auf diesem Schilde stehen L offene Helme. Der hoheneckische ist gekrönt, und har 2 schwarze Flügel mit Z silbernen Pilgerstäbe»; der pyr- monkische ist gekrönt, und trägt einen hohen goldenen und gekrönten Hut, oben mit Pfauenfedern besteckt, und mit einem rothen Arme des Ankcrkreu- zeS durchgezogen; der waldeckische ist gekrönt, nnd führt 2 goldrne Flügel mit schwarzen Sternen; der rappoll- steinische hat einen halben Mann ohne Arme, in silberner Kleidung; auf welcher sich Z rothe Schildchen befinden, und der gcroldscckische ist mit einer roth und weiß auSzeschlagenenMütze bedeckt und mit einem Pfaiicnschwanze geziert. Waldboten, diese Grasen haben einen von Silber und roth 12 Mahl gestän- derien Schild, auf dessen cfftnem Helme sich ein wachsender silberner Schwan mit rothem Schnabel und ausgebreite- ten Flügel» befindet. Auf jedem Flügel liegt ein kleines von Silber und roth 12 Mahl geständertes Schildchen Die Helmdecke ist Silber und roth und zwev silberne rückwärts sehende Schwalle mit rothen Schnäbeln und Füßen, Wapen W. Wapen W. und niederhangenden Flügeln, halle» den Schild. Waldstein, die Grafen von Waldftein führe» ein qnadcirtes Schild, in dessen Mitte i» einer goldenen mit einem Lorberkranzc umgebenen Rundung der schwarze zweyköpsiqe RcichSadlec liegt, welcher in der rechten Klaue einen silbernen Anker, und in der Linke» eilten Palmenzweig hält. In dem rstcn, undchc» golceuenFelde sieht ein blauer gekrönter Löwe mit doppeltem Schwan, ze und rother. Zunge, und im 2ten und Z«en blauen Felde ei» goldener. Diese 4 Löwen hallen mit der einen Pratze den die mittlere Rundung umgebenden Lorberkranz, und mir der andern so wohl über als unter denselben eine silberne, in Form eines Zirkels gekrümmte Eidechse, welche ihren Schwanz in dem Mnnde hat. Der innere Raum dieser beyden Zirkel isi von Gold und schwarz nach der Länge getheilt. Zwey goldene gekrönte doppelt geschwänzte Löwen mit rothen Zungen halten den Schild, welchen ei» rother mit Hermelin gefütterter Mantel umgibt- auf dessen Mitte eine alle königliche Krone steht, und auf dieser sowohl als auf den beyden zur Seite befindlichen Knoten des Mantels ruhen Z offene gekrönte Helme. Der mittlere trägt einen dop. pelten ausgebreiteten Flug; der vordere aber ist zur Rechten blau- zur Linke» schwarz, und mir silbernen Herzen versehen, und der Hintere isi golden. Aus dem zweyten Helme sieht ein wachsender blaner gekrönter Löwe mit doppeltem Schwänze; auf dem dritten aber in einem pnepuesarbene» Böthe ein wachsender Mann mir einer silbernen Mütze,„nd einer mit Gold und schwarz nach der Länge getheilten Kleidung wcl- cher ein schrägrechtS gelehntes Ruder in den Händen hält. Wange», diele schwäbische Reichsstadrchat: (IV. Band.) 6r^ im silbernen Felde einem schwarzen Adler auf dessen Brust ein rothes S-child- chen mit einem silbernen VV ruhet. Warkeiiberg, die Grafen von Warten- berg führe» einen weiffen Schild, in wcl. eben, sich Z rotöeKngeln mit einem rollten Querbalken in der Mitte befinden, der mit doppelten Leinen eingefaßt ist,„nd woran sich ein goldenes Posthorn zeigt. Um das Wapen hängt die QrdenSkekto des schwarzen Adlers. Qbc» isi das Schild mit einer Grafenkrone bedeckt, und die Wapenhallcr sind 2 Kiiabiu in ungarischen Mützen und mit Kolben in der Hand. Weiffenburg im Nordgau, diese fränkische Reichsstadt führt im rothen Felde eine silberne Burg mit 2 gezinnte» Thür- men, schwarzen Mauer-strichen und einem schwarzen Thore, welche unten, wie auch zu beyden Seiten an den SchildeSrand stößt. Qbeii schwebt ein Schildchen wildem kaiserliche» Wapen. Weifftnwolf, diese Grase» haben einen silbernen Wolf im rothen Felde, als das GeschlechkSwaven derer von Weis. senwvlf; eine goldene Mauer mir Zinnen im blauen Felde, als ein An. dünke» ConradS von Weiffenwols, der zuerst die Mauern zu Dämchens in Syrien erstieg, und 2 silberne mit den Rücken zusammen gekehrte und an ei», ander gekuppelte Hunde im rothen Felde. Aus diesem Waren ruhen Z offene gekrönte Helme. Der eine trägt den silberne» Wolf; der andere hat zwey Büffelshöriier, hinter welchen sich 2 blaue und goldgetheilte Flügel befinden, auf de» dritten aber sitzen die bep-den silbernen Hunde. Werth«im, s. Löwenstein. Wetzlar, diese oberrheinische Reichsstadt fuhrt im goldenen Felde einen schwarze» Adler. Wird, die Grafen haben eine» Pfau ü, einem rothen und goldenen bandtvelfs. 3> 6.6 Wapen W. Wapen W. gestreiften Felde» als da- Stamuiwa« pen der Grafen von Wird; zwey röche Pfähle im silbernen Felde mit einer kleinen Klanen Eröffnung im obern rech, t«n Winkel, wegen der Herrschaft Run» kel» und zwey rothe Balken iin silbernen Felde, wegen der Herrschaft Nie» dereisenburg. Oben befinden sich 2 offc. „e Helme. Der wiedische hat einen Pfau und hinter demselben 2 rothe und silberne gestreifte Flügel; der run- kelifche aber trägt einen silbernen Thurm. Wild-»nd Rheingrafen, s. Salm. Wimpfen, diese schwäbische Aeich-stadt führt im goldenen Felde einen schwarzen Adler mit einem silbernen nieder, wärt- gekehrten Schlüssel im Schnabel. Windischgratz, diese Grafen führen ein geviertelt Schild mit einem Mittelschil- de und Herzschildchcn. Da- Herzkchild. chen bat im rothen Felde einen ichräglinks liegenden goldene» Zweig. Der Mittel, schild ist qua'w-rt, und bat im i sten und 4ten rotbcn Felde eine silberne Kirchen« sahne mit Z Nmqen, und im 2ten und Zte» eine» schwarzen linken Schrägbal- ken. Im 1 lrn und 4ten Felde des Rucken. schildeZ ist ein silberner Rehkopf nist einem Theile des Halses. Das 2te schwarze Feld ist mit Z goldenen Münzen belegt. ' DaS Zte schwarze hat ein schmales sil- bcrnes Schildeshanvt, mit einer aus demselben herab steigenden silbernen Slüye. Dieser Schild führt Z offene gekrönte Helme. Der iste trägt Z rothe Straußfedern, über welche ein goldener Zweig gegen die rechte Seite nach der Quere liegt; der 2te aber hak den silbernen Rebkovs, und der Zte eine schwarze hohe»oben runde Müye, welche mit 6 goldenen Münzen belegt ist. WinbShcu»' diese fränkische Reichsstadt tübr, im silbernen Felde einen schwarzen Adler. Woikensteiti und Eberstein, dieses Wa- pen ist ein mit einer Grafenkronr bedeckter quadririer Schild mit einem Mittelschllbr. Das lte und chte Feld des HanptschildeS ist von roth und sil« ber durch Wolken schrägrechis getheilt, als das Geschl'chlswapeii derer von Woikenstei». Das 2te und zte blaue Feld hat eine» rothen Schildessuß, anS welchem Z silberne oben abgekürzte und zugespitz e Pfähle in dir Höhe steigen, wegen d.r Familie der Vilander und Peadrll, d ren einer. Nahmens Rudolph im Jahre>291 das Schloß Welkenstei» in Tyrol von den Edlen Maulruppen kaufte. Der Mittetschild ist von Silber und Gold gner getheilt, und har in der obern Hälfte eine rothe Rose und in der untern einen schwa zen stehenden Eber aus grünem Boden, wegen der Grafschaft Eberstcin deren sich dir von Woikenstei» nach den: To^e Oua von Edelstein anmaßten, dessen Toch« ter Maria, Graf Christoph Franz von Woikenstei» zur Ehe hakte. WormS, dieses Bisihum führt einen sil. bernen Schlüssel im schwarzen und mit goldenen Kreuzen bestrnicten Felde. Worms, diese Reichsstadt führt im ro. then Felde einen silbernen schragrechts liegenden Schlüssel mit niederwärts gekehrtem Ringe»nd Schließblaite. Wlirkeinberg. die Herzoge von Wnrtem- berg haben Z schwarze Hirschböruer über einander im goldenen Felde, welches eigentlich das alte urachjschr Wapen ist, indem die Grafen von U> a d des Her» zoglhnms Schwaben und des römischen Reichs Jägermeister waren, und die Heerogc von Würrembcrg diele Graf- schafl im iZten Jahrhunderte kurz vor dem Zvischenreichc an sich brachte»; ferner ein Feld voll schwarzer»nd goldener Rauten, wegen Trck; eine goldene Fahne mit dein schwarze» Reichsadler im blauen Felde, wegen der Pan« nierwürde im heiligen römischen Reiche; 2 aoldene mit dem Rücke» zusammen gekehrte Fische im rotben Felde, wegen Möinpelgard, und einen Mann-kops mit « Wapen Z. Wapenbinb e W a p e i, b r rother Mütze im goldenen Felde, wegen Hcidenhcim. Die Herzoge o»« der schlesisch-olsiiischen Linie führen in ihrem Mittelschilde den schwarzen fehle, fischen Adler im goldenen Felde. Die. fes Maxen bedecken L offene Helme. Der urachische ist gekrönt, und hat ein rothe- Jägerhorn, aus dessen Mundstücke einige weiße, rothe und blaue Federn hervor gehen; der teckische aber hat ei. nen Hundskopsmit goldenen und schwarzen Raute« bezeichnet, und der möm- pclgsrdischc ist gekrönt, und zeigt eine halbe roth gekleidete gekrönte Jungfer, welche ansttatt der Arme 2 goldene Fische hat, Der wegen dc« Reichspan- nieramte« trägt einen schwarzen Adler, und der heidenheimische einen Mann;, köpf mit rother Mütze. Die Helmdrcke» find golden und schwarz. Würzburg, der Bischof von Würzburg hat ein rothes und silberne« getheilte« Schild in welchem au« dem untersten silbernen Z silberne Spitzen in das oberste rothe Feld empor steigen, wegen de« Herzogthum«,Franken; ei« rothes und silberne« quadrirte« Fähnchen an einer langen Lanze, wegen de« Hochstifres Würzburg. Z. Zell, diese Reichsstadt führt im silbernen Felde einen schwarzen Adler. Zug, dieser schweizerische Canlon führt einen blauen Onerbalkeu im silbernen Felde. ZÜrch, dieser schweizerische Canton hat ein silbernes und blaue« schrägrechkS getheilte« Schild. * »» Wapenbild, diejenige Figur, welche den Hanpnheil eine« Wapen« ausmacht, die Wapenfigur, zum Unterschiede von dem Schilde oder Wapenschilde. Wüpenbiude, der Nahme einer Wapen» Warasdi» 6,^ figur, welche au« einem Streife be. siebt, lind sich von einem Balken bloß durch die geringere Breite iinteescbeideo. Wapenbrief, eine Urkunde, vermittelst deren jemanden von einem Obern ein Wapen ertheilet wird. Wapendecke, eine gemeiniglich von Rauch, werk bestehende Decke, welche den Schild einesWapen« umgibt; der Waprnmante!. Wapensigur, s. Wapenbild. Wapenhalter, eine menschliche oder khic. rischc Figur, welche den Wapenschild hält, welche häufiger ein Schildhalter genannt wird. Wapenkönig, in einigen Landern, zum Beyspiele in England, und ehemahls auch in Frankreich verpflichtete Perso. nen, welche die Wapenku«st verstehen, Wapen entwerfen, und zugleich die adeligen Grschlechtrregister in manchen Fäl. len zu untersuchen habe«. In andern Ländern werden sie Herolde genannt. Wapenkuode, die Kunde oder Kenntniß der Wapen nnd ihrer Theile. Wapenkunst, der Jnbe-riffaster zur Wa- penkunde gehörige« Regeln; zuweilen auch die Herold«sunst, und mit einem ausländischen Worte, die Heraldik. Wapcnmahlcr, bey dem Ncichshofraihc zu Wien ein Mahler, welcher zugleich die Wapenkunst verstehet, und zum Mahlen der Wapen gebraucht wird. Wapenmanrel, s. Wapendecke. Wapenschild, die Figur eines Schildes, so fern c« die eigentlich«, Wapensigu- ren enthält, ivelche auch mir der Schild schlechthin genannt Wird. Warasdin, Varasdin, Vnrgckimim, eine königliche Frepstadl und Festung an der Drave in Croakien, und dir Haupt- stabt der Gespanschafk gleiches Nahmens, welche zwischen Niederiingari, und Step, rrmark liegt. Die Stadt an sich selbst ist klein; aber die Vorstädte sind groß. Zwischen derselben und dem Gebirge befindet fich rin warme« Gesundbad^ JiU 2 6r8 Warberg Warburgisch Ward Wareham welches Ilrermse LouliantinianLö, genannt wurde. Im Apriü des JahrcS <7/6 Hai diese Stadt große« Brandschaden erlitten, und in eben diesem Jahre ward sie im JnuiuS durch ein erschrecklichen Ungewitter, heftige,! Sturm und.entsetzlichen Hagel und Arge» übel ^-ugecichtet. Marbecg, Wardberg, VsrtiurAum, eine Siadt in der schwedifchei, Pcooiuz Mocdbolland, und 6 Meilen von Go- theuburg, welche ein festes auf einer Klippe liegendes Schloß hat, welches den hiesigen Hafen vertheidiget, der nur für kleine Fahrzeuge dient. Warberg, ein Amt und Schloß im Hochstifte Bttmberz im fränkische,. Kreise. Warberg, ein Amt im schcniiigischrn Di- stricte des FürsteiithumS Wolfenbuttel im niedersächsischen Kreise, welches vor. zeilen eine Herrschaft war, die den edlen Herren von Warberg gehörte. Warbosania, eine offene Stadt am Flusse Melictzka im obern BoSaien. Als die Herzoge von Obcrbosnien aufgehört hatten, wurde diese Stadt der Sitz des türkischen Befehlshabers. Marburg, VardurAum, eine gute mit Mauern und Graben»ingebene Stadt an der Dymcl, im Hochstifte Patzer- born in Wcstpbalen, welche in die alte und neue Stadt eingetheilt wird, und vorzeiten eigene Herren hatte, die ste im Jahre i c>L i dem Bisthnme schenkten. Ehemahls gehörte ste zu dem hanseatischen Bunde.^ ES geschehen nach der hiesige» S. Erasmi Capelle jährlich am Trinitatisfeste zahlreiche Wallfahrten. Den Listen Julius des Jahres r/6o schlug der Erbprinz von Braunscvwrig in hiesiger Gegend ein CorpS Franz», sen. Die umliegende Warburqi che Börde, bringt schönen Hanf und Flachs hervor, und hat auch Ei« sen-Stein-und Bleyerze. Die hiesigen Einwohner reden die gröbste west- phalischc Sprache.^ Ward, Varcla, eine kleine Insel in Läpp- land, auf welcher die Festung Ward- huuS liegt. Wurde, Vnrcia, Varinia, eine kleine Stadt in Jütlgnd, welche zum Stifte Rnpe» gehört, welche 6 Meilen von Aype» liegt. Die hiesigen Einwohner leben meisten Theils von, Ackerbaue, Dchftnhaiidel und Lachsfange. AlleZah. re wird hier der geistliche Synodus dieses Stiftes gehallen. Den Zten Jn- »ius des Jahres 1776 litt dieser Dct eine» großen Brandschaden. Wurdein, ein verpflichteter Beamter, welcher den Gehalt der Metalle und Mineralien zu untersuchen hat. Würdöe, eine kleine Insel anfder äußerlichen Küste von Findmarken in Norwegen. Sie liegt eine Viertelmeile von» festen Lande, und hatZ Meilen im Umfange. Aus derselben befindet sich Wardöchuus, ein starkes lind wohl versehenes Castrll an einem sichern Haken. Hier wird starker Handel mit Stockfischen getrieben, die man in der hiesi« gen Gegend häufig sängt, und man kann diesen Ort mit Recht die äußerste Festung i» der Well gegen Norden nennen. Den Ltcn JuuiuS des Jahres 1769 wurde hier von den beyden berühmten Astronomen P. Maximilian Hell nud P. Johann Sainowicz der merkwürdigste Durchgang der Venus durch die Sonne beobachtet. Ware, ein Flecken am Flusse Lee in Hec- fordsbire in England, welcher starken Handel mit Getreide inid Malz treibt. Von hier aus geht ein Canak nach London, welcher einen Theil dieser Stadt mit gutem Wasser versorgt. Warccz, eine offene Stadt im Beizer Kreise im Königreiche Galizien. Wareham, ein geringer Flecken in Dorftt- shire in England, welcher vormahls Waren W a r m b runn eine große Seestadt mit einem festen Schlosse und gutem Hafen war. Db- gleich sein Hafen durch den angetriebenen Sand unbrauchbar geworden ist, und er im Zähre 1762 abbrannte, so schickt er dennoch 2 Deputirte zum Parlamente. Waren, Varonuni, eine kleine Stadt am See Müritz im FürstenihumrWenden in Mecklenburg, welche z Meilen von Güsirow liegt. Warendorf, Varendorf, Varenckor- pium, eine mittelmäßige etwas befestigte Stadt, nebst einem Franciscaner- kloster, am Flusse Ems im Hochstifte Münster im westphälischen Kreise. Sie enthält ungefähr.§70 Häuser, zählt Lvo Einwohner, und bat einträgliches Leiinvandgewetbe»nd Baumseidenfa- briken. Marin, Bärin, eine kleine Stadt und Amt im Mecklenburgischen, 2 Meilen von Vißmar. Warinburg, eine kleine dänische Stadt aus der Insel Seeland, an der Ostsee, der Insel Falster gegen über. Sie bat eine» Hafen und ein königliches Schloß, welches aber meistens verfallen ist. Warla, eine kleine Stadt am Flnsse Pil- cza im Lande Czerska in der Woiwodschaft Masurcn in Großpvhlcn, welche der Haupkort eines Districts ist. Wartowice, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wolhyn in Kleinpshlen. Warnibruiin, ein berühmter Marktflecken im Fürstenthume Janey i» Niederschle- stcn. Er liegt in einer bergigen ober angenehmen Gegend am Flusse Zacke» l Meile von Hirschberg, und es befänden sich hier 2 vortreffliche warme Bäder, von welchen eines das schafgothische genannt wird, weil es diesem gräflichen Hanse gehört; das andere aber das Propstbad heißt, weil es die hiesige Ci- stercienserpropsiey, welche unter dem Stifte Grissau steht, zur Herrschaft Warmünst Warnen» 619 hat. Beyde werben auch die hirschbcr- gischcn Bäder genannt, und sind mit besonderen Gebäuden eingefaßt. Das hiestge Quellwasser ist so heiß, als das Carlsbadcr und Aachner. Hier befindet sich eine evangelische Kirche, und der Herrschaftlicht Ba ken ist angenehm. Uc- beigcns ist Warnbrnnn der vornehmste Lnstort für d e Einwohnar Hirsebbergs. Warmünstcr, ein sehr altes Städtchen in Wiltsbire in England, welches viele Vorrechte bat, und wegen der großen Menge Getreides merkwürdig ist, welches hier wöchentlich des Sonnabends, als an ordentliche,! Marktage,»erkauft wird. Nabe bey demselben befindet sich der berühmte Waid Selwood, welcher engländische Meilen lang ist. Wnnnsdorf, ein Amt und fürstliches Schloß i»> fürstlichen cölhenschen Antheile am Fürstenthume Anhalt im ober- sächsische» Kreile, In der Capelle des Schlosses hat Fürst Georg zu verschie- denen Mahlen gepredigt. Warna, eine Stadt am schwarzen Meere in der dristischen oder silistrischen Sandschab'chaft in Bulgarien, welche der größte Handelsplatz des eben genannten Landes ist, iLvoo Einwoh. „er zahlt, und der Sitz eines griechi- schen Metropoliten ist. Der hiesige gute Hafen ist auf der europäischen Seite des schwarzen MccreS der einzige, wel. cher Schiffe einnehmen kann. Uebri. gens ist Warna durch die Niederlage berühmt geworden, welche der ungarische König Wladislaw I. in der hie. sägen Gegend im Jahre 1444 vorn Sul- ta» Bmurat erlitt. Warnau, ein Fluß im Mecklenburgischen der zwischen Sternberg und Bnzow, nicht weit von dem Dorfe Warnau ent. springt, zu Rostock einen großen See macht, und zu Warnemünde in die Ostsee fällt. Warnemünde, Varne-niuncka, ein Ha- 6ro Warueco» Warschau fen, nebst einen dabey gelegenen kleinen Ort ini Mecklenburgischen, welche der Stadt Rostock gehören. Die Krone Schweden hebt hier einen Zoll von den Schiffen, welcher ehemahls gegen 8oooa Thaler, jetzt aber nur 6c»oc> Thaler tragen soll. Dieser Zoll ward von Schweden im^»jährigen Krie. ge angelegt, und diese Krone ist allezeit in dem Besitze desselben ungeachtet de.g Widerspruchs von Mecklenburg, ge, blieben. Warneron, s. Wülsten. Wurnhem, ein alles Kloster in der schwedischen Provinz Westgothland, eine Meile von Skara, in welchem/ alte schwedische Könige begraben liegen. Waniitz, Varnitza, ein kleiner Ort in Bessarabien, nicht weit von Bruder, wo der König von Schweden CarlXIl. im Jahre 1709 sein Lager aufschlug, und bis zum Jahre 171Z daselbst ver. blieb, da er von den Türken mit Gewalt heraus getrieben wurde. Warringkon, ein volkreicher Marktflecken am Fusse Mersep in Lancashire in England, welcher ansehnliche Fabriken von Segeltuch, Sackleinwand, und eine Nadclmanufactur hat, und guten Schuhhandel treibt. Warschau, WarSzawa, Vurlovin, die Hauptstadt der Woiwodschaft Masuren und die Residenz des König in Pohlen, in welcher gemeiniglich die Reichstage gehalten werden, und die auch der Sitz der Woiwoden von der Masau, eines kleinern CastcllanS, eines Starosteo, eines Landgerichts und des Landtags ist. Sie liegt fast mitten in Pohlen in einer großen und sandichtcn Ebene an der Weichsel, und ist seit SigiHiimid III. Zeiten eine große, schöne und volkreiche Stadt, die 40 Meilen von Po, sen, und 44 von Cracau entfernt ist. Sie besteht aus der Stadt selbst, und aus den Vorstädten Neustadt, Stolec, Warschau Biekino, Lcschno, Grzybsw, Wielg, pole, Nowy-Sw-at(Neue Welt), Alcxandria und Cracow. Im Jahre >787 Zählte man hier mit Inbegriff der Garnison und der Juden 8«448 Einwohner, unter welchen sich gegen 8ooo evangelische lutherische befanden. Die Stadt selbst, oder die Altstadt, besteht aus einer laugen, engen und unreinen Hauptstraße und verschiedene» Nebenstraßen; dir Vorstädte aber sind schön, und haöen breite und reine Straßen, viele steinerne Gebäude, ansehnliche und schöne Palläste, Kirchen und Kloster. Im Jahre 1767 waren hier in wenig Jahren einige zwanzig neue Straßen und über 200 neue Häuser erbauet worden. In der so genau», ten Altstadt steht die Haupt-oder Colle. giaikirche zu St. Johann, das Colle- gium des aufgehobenen JesuiterordenS im Jahre(welches 1781 in ein schönes Arsenal ist verwandelt worden), und ein Aiigiistinermönchskloster. Der Umfang der Gräben von einem Ende der Weichsel bis znm andern, wird anf i979Z pvhlnischen Ellen angegeben, innerhalb welchen 4 Ausfahrten sind. Uebrigens zahlt man in Warschau 199 ansehnliche Straßen, die alle a» der Ecke mit kleinen Täfelchcn genannt und seit dem Jahre 1772 zum Theil des RachtS erleuchtet sind, 7 Marktplätze, 17 Brunnen,§4 Kirchen, 8 Hospitäler, 1 Zuchthaus, Z Collegien, 2 große und 4 kleine Schulen, 6 der Republik gehörige Palläste, das Schloß mit dazu gerechnet, und 67 Herrschaft, kiche Palläste, worunter Marieville, und dir zaluskische Bibliothek mit gehören. Die letztere besteht aus mehr als Looooo Wände», und ist ftjt dem Jahre 1746 zu täglichem Gebrauche eröffnet worden. In der Neustadt sind außer den vielen Kirchen, Klöstern und Capellca, vor andern die Kirche des Warschau Warschau Warst«» 62! heiligen Benno. welche den Deutschen zum Gottesdienste dient, und das adelige Tbeatiner- und das Piaristencolle- gium anzumerken. Eben daselbst findet man das Zeughaus, den Pallast des päpstlichen Nuncius, den zaluskisch'N, den razivilischen, und verschiedene an» dere schöne Pallästs. In Leschno ist das Karmeliterkloster mit seiner Kirche, das vornehmste Gebäude, vor dein cracaui- schen Thore steht das metallene goldene Bild, Kön'gS Siqismund III. auf ei. Ntk marmornen Säule. Das nicht weit davon entfernte kömgücbe Schloß ist ein altes weitiäufkiaes Gebäude; welches aber unter der jetzige» Regierung immer besser eingerichtet und mcubli- ret worden ist. Außer den königlichen Gemächern besteht man in demselben hauptsächlich die Kunst, und Antike», sammln»», den Senaiorensaal, die Landdorbenstube, die Behältnisse des AeichsarchivS, unk- verich-edene alte Gemabide von dem italienischen Mahler Th. Dolabella, der sich zu König Giqis- mnnd III. Zeiten in Pvhlen anthielt. Dw 2 nächst vorder gehende-! Könige residieren nicht auf dem Schlosse, son. der» in dem von ihnen genannten fach. fischen Palais. Unter den Collegicn zu Erziehung junger Leute, find dieGym« nasicn der vormahligen Jesuiten und -er Piaristen, die vornehmste»; es hat «der dieß der jetzige König für 6c, jun. ge pohlnische Edelleute im Jahre 1766 in den cafimirischen Cascrnen eine Rit- tekakademie und Cadelteucorps errichtet, und dieselbe» mit geschickten Lehrern versehen. Zu den übrigen hiesigen Merk. würdiakeite» gehören der so genannte marmorne Königssaal mit den Bild. Nissen aller Könige von Podien von Ula- dislao Lokietek a», nach Originalen ge. zeichnet, der gräfliche rzenauskischc Garten auf der neuen Welt, das neu erbaute wasilewskische Haus auf der eracauer Vorstadt, nebst der Fayan. cenicderlage, das Adreßcomtoir und Leihhaus in dem fürstlichen siilkowski. scheu Notes cks keussen auf der neuen Well, wo in den Karnevalszeiten, wie auch in den radzivilischen zugleich Re. doulen gehalten werden, und dir Münze. Hier befindet sich auch eine physikalische Gc ellschaft, und gute Leder-und Tabakfabriken, und es fehlt auch nicht a» angesehenen Handelshäusern; doch haben die Juden noch große,, Theil am hiesigen Handel. Zar Zeit eines Reichstags ist Warschau doppelt lebhaft, und man lebt überhaupt in dieser Stadt sehr angenehm. Der dritte Theil der Einwohner besteht in Ausländern, besonders Deutschen. Die Evangelischen, welche ehemahls in einem Berhhause zusammen kamen, besitzen jetzt seit dem Jahre 1773 unter königlichem preussischem und dänischem Schutze eine schöne Kirche, welche im Jabre 17z, eingerichtet wurde. Welt» ein N ichsra- in dieser Soldr gehalten wird, vermehrt sich in derselben die Anzahl der Menschen dergestalt» daß sich ein großer Theil der Volksmenge vor den Thoren unter Zelten aufhalten muß Warschau ist öfters belagert und erobert worden. I» den Jabren 16^ und>6^6 eroberte sie König Carl Gustav von Schweden; im Iahe« 1702 aber König Carl Xll. und imJahre 1794 ward sie von den Russe» eingenommen. Im Jahre ,708 wurden hier durch die Pest gegen 17000 Menschen aufgerieben, und im Jabre 1710 betraf sie ein gleiches U glück. Am iytcn Junliis des Jahres ,767 litt sie heftige» Brandschaden. Die Stadt Praga, welche Warschau gerade gegen über jenseit der Weichsel liegt, wird gemeiniglich als eine Vorstadt derselben» angesehen, und enthält 66yL Einwohner. Warsten, eine kleine Stadt auf einem 622 War« a War t b War t c Wart env Berg, am Bach Werster im rübensche» Ouartiere im Herzogthume Mestphalcn, welche im Zahre 17Z7 fast ganz abbrannte. Warta, eine mäßige Stadt am Flusse gleiches Nahmens in der Woiwodschaft Sieradz, in Großpohlen, welche im Aprill des Jahres 17^7 bis auf L^Kirche« und Z Klöster abbrannte. Wartn, VurlL, ein Fluß in Pshlen, welcher in der Woiwodschaft Cracau entspringt, bey Nenlandsberg die Neumark berührt, ein schwärzliches Wasser bat, bm Kola schiffbar wird, nach Pommern fließt, und sich zu Cüstri» in die Oder ergießt. Wartau, eine Herrschaft und Flecken in der Landvogley SarganS in der Schweiz, deren Einwohner der reformirten Religion zugethan sind. Warlberg, Lreucr, Lsmptr, ein weit. läustiger uud gut bewohnter Marktflecken in der Prcsburger Gefpanschaft in Niederungarn, welcher der gräfliche» eflerbazyschen Familie gehört. Er hat gute Viebmärkte, und seine Einwohner näbren sich von allerhand Handwerken, und von Feld-nnd Weinbau. Im Iah. re 176Z ward hier ein königliches Stift errichtet, in welchem die Jugend un. tcr Aufsicht der Piaeisten erzogen,„,id in den nützlichen W ssenfchaften unterrichtet wurde; welches aber nach der im Jahre 17/6 entstandenen heftigen FeuerSbrnnst, die den größten Theil dieses Orts verzehrte nach Dotis, einem Marktflecken i» der Comorr.er Ge- spanschafl verlegtwurde. Das vor meh. rern Jahren biet erbaute ziemlich ge. räilm-ge Zuchthaus isivondcn Flammen verschont worden. U hliqenS ist Wart- herg der Geburtsort des berühmten, und um die ungarische Sprache so verdienten Albrecht Molnar. Wartburg oder Wartenburg, ein altes' Bergschloß bey Eisenach im Fürsten- thume Sisenach im obersächstschcii.Kreise, welches der thüringische Landgraf Ludwig II.. erbanctc, und geraume Zeit ein landgräfiicher Sitz war. Hier wird das fürstliche Archiv verwahrt. Im Jahre 1.721 wurde Docker Luther hierher in Sicherheit gebracht, und blieb hier 1 l Monathe. Warte, ein erhabener Ort, von welchem man eins freye Aussicht hat,„in sich her zu sehe», und zu beobachten; da. her d-e Sternwarte. In engerer Bedeutung ist die Maete ei» Thurm, von welchem man zur Zeit des Faustrech. tes die umliegende Gegend übersehe» konnte, die Ankunft eines Feindes zu entdecke». Wartcuberg, eine Grafschaft im oberrheinischen Kreise, welche zwischen dem Rhein liegt, und an die Unterpfalz, die Grafschaft Falkenstein und das Westreich grenzt, aber nicht zusammen hängt. Johann Casimir von Waetenberg wurde im Jahre i6yy vom Kaiser zum Reichs, grafen gemacht, und im Jahre 1707 wurden seine Güter»on der Verbi», düng, in welcher sie mit der Reichs, riltrrschaft standen, beftcpet, und als eine Allodialherrschaft zu einer unmittelbaren freye» Neichsgraffchast erhoben, in welcher das Recht der Erstgeburt eingeführt ist. Der regierende Graf von Wartenberg hat Siy und Stimme beym oberrheinischen Kreise; ist aber im Jahre t7A8 von dem wet. terauische» Rrichsgrafencollegium aus- "get'chloffen worden. Das Städtchen und Stammhaus Wattenberg liegt in der Gegend der churpfalzischen Stadt Kaiserslautern; der Graf aber residier zu Metteicheirn. Wartenberg, eine freye Standesherrschaft im preussischen Schlesien, welche von den Füestentbümern Orts und Bresla», von der freyen St-mdesherr» schuft Goschiö und von Pohlen mn-zr- Wartenberg ! b-n ist. Ihre größte Länge beträgt L, u,»i chee«röfisez Breite über Z geogra- phifche Meilen. Unter den freyen Stan- desherrschafken i» Niederschleste» ist sie die größte,»nd unter allen freyen Gtandesherrschaften in Schlesien dem Range nach die erste. Sie enthält 2 Städte und ZZ Güter»nd Dörfer. Vor Alters gehörte Wartenberg zum Für. stenthume Glogau,»nd nachmahls zu dem Fürstenthume SekS; im Jahre ,490 aber ward cS als eine Herrschaft von dem letzten getrennt. Im Jahre 1719 wurde diese Standesherrschaft nach Abgänge der fchlcsischen burggräf. lichen Linie von Dohna durch kaiserlichen Ausspruch der preussischen Linie zuerkannt. Burggraf Albrecht verkauf, te sie im Jahre 17.^4 an den nackmah. lügen Herzog von Curland, Ernst von Biron, für 4^0000 Thaler. Nach dem Falle des Herzogs schenkte sie im Jahre i/cho dir Großfürstinn Anna dem Feldmarschall Grafen von Münnich. Nach dessen im Jahre 1741 gleichfalls erfolg, tem Falle wurde sie von dem Könige von Preussen eingezogen; im Jahre 17ÜF aber dem Hause Biron wieder eingeräumt. Die Hauptstadt Wartenberg, liegt am Fluß Weidn 2 Meilen von Dels, mild enthält ungefähr iLe, Häuser; war aber vor Alters weit größer, indem sie im Ihre 1444 i» einer Feurrsbrunst L80 Häuser verlor. Sie ist mit einer Mauer, einem Walle und Graden versehen, und hat ein neues herrschaftliches Schloß, mit einer Ittiherischeii Kirche, ein reformir. te« Bethhaus»nd eine katholische Psarr» kirche. Wärter borg, ein offenes Städtchen am Wasser D bel, im qr ünbergischen Krei» se des Fünde»tduinr Glogau in Schieße», welches den vormahlige» Jesuiten j» Großglogau gehörte, und den Zkrn November des Jahres«742 abbrannte. (lV. Band.) Wartend Warwicksh 62Z' Wartenberg, ein Marktflecken an, Wasser Strang im Reniamte Laiidshut in Niederbayer». Wartenberg, ein Bcrgschloß in der für. stenbergischen Laudgrasschaft Baar im schwäbischen Kreise, welches vor Alters eigene Freyherren hatte. Wartenburg, ein Städtchen und Schloß am Flusse Pise in Wermeland i» West. Preussen. Warkinburg, s. Wartburg. Warlha, ein offenes Städche» zivifchen hohen Bergen an der Nciffe im Für- stcnlhume Müiisterberg in Schlesien. Zu der hiesigen Pfarrkirche und der auf dem anliegenden Berge befindlichen Ca- pellc wird jährlich um Pfingsten eine Wallfahrt angestellt. Dieser Drt gebärt Theils dem Stifte Camcuz, welches hier eine Propste» hat, Theils dem Magistrale der Stadt Fraykensteii,. Hier befindet sich eine Schanze. Warlfchanze, im Festungsbaue ein klei- ues Bollwerk außer der Gleichung an einem ein-oder ausspringendc» Winkel, den Feind daraus zu beobachten. Warwick, eine Stadt in der Landschaft gleiches Nahmens in England, welche die Hauptstadt derselben ist, und am Flusse Avon liegt, über welchen hier eine große steinerne Brücke führt. Sie ist wohl gebauck, hat 2 Kirchen, ein schönes Schloß, eine Fceyschule und ein Hospital für arme Edelleute, und schickt zwey Deputirte z»m Parlamente Warwick, ei» geringes Städchen an der Ley im österreichischen Antheile an Flau. dern. Warwick, eine Stadt in der Provinz Rhvdcisland in den vereinigten nord« amerikanischcn Freysiaaten. Warwickfhire, eine Provinz i» England, welche fast mitten im Königreiche liegt, und gegen Norde» an Stafford, gegen Westen an Worcesier, gegen Süden au Gioucester und Dxford, gegen Dstew Kkkk 624 Warzi» s w W a sM u aber an Nordhamton und Leisester grenzt. Sie ist 4c» Meilen lang, und 7 Meilen breit, und gegen Mittag fruchtbar; gegen Narben aber waldichk. In den Bergen findet man Eiseugru, ben, uitd der hiesige Käsehandel ist ansehnlich. Übrigens enthält diese Land- schüft 17 Städte und Marktflecken, und schickt sechs Deputirte zum Parlamente. Warzinow, eine Stadt in der Woiwod. schüft Brsestz in Kujavien in Großpo- le». Wasa, Vafa, eine kleine Stadt mit ei. uem Hasen in der schwedische» Provinz Cajanien, in Finnland, welche an der Ostseite des boltnischrn Meerbusens liegt. Sie hat eine Lrivialschule, und halt am,-zcisien August einen Jahrmarkt; ihr Hafen aber ist wegen des schweren Einkaufs nicht besonders gut. Man handelt hier mit Fischwaren. Bey der Stadt wohnt der ostbottnische Landeshauptmann. Hier wurden die Schwede» im Jahre 171Z von den Russen geschlagen. Wasgau, Wasgauisches oder Vogesi- schcs Gebirge, ein hohes Gebirge, welches zwischen den lothringischen Landen, dem Sundgau, Elsas und Burgund liegt. Es nimmt seinen Anfang in der Grgcnd der Stadt Lrngrcs, erstreckt sich anfänglich von Abend nach Morgen bis in die Gegend von Belfort, schneidet Burgund und Lothringen, wendet sich gegen Mitternacht, trennet Lothringen vom Elsaß, und wendet sich nach dem Trierschcn hin. Seine Länge erstreckt sich von Süden nach Norde», und seine Breite von Westen nach Osten. Von Belfort bis an den Qneich gehört rS auf dieser Seite zum Elsas, und aus jener zu Lothringen. Es entspringen viele Flüsse und Bäche aus demselben, und es ist fruchtbar an guter Weide, sielen hundert Arien vonÄräuter» und WssMzSk Wässerb Bäumen, und an gutem rochen-,„z weißen Weine. Über dieß enthält Silber, Kupfer, Eisen und Bley. S« höchster Gipfel ist der Berg Belch. Wafiligorod, Basiligorod, Luliiox». lis, eine kleine Stadt in der flmbieski. scheu Statthalterschaft im asiatisch» Rußland. Sie liegt am Wolga, w» der Fluß Sura hinein fasst,„nd ist im Jahre 1669 gegen die Anfälle der Dar, tarn erbauet worden. Wasilkow, eine Stadt in der Statchal, terschaft Kiew im europäischen Auf, land. Wasluy, eine Stadt und der HanptvN eines Gebietbs gleiches Nahmens i» der Moldau. Sie lieal zwölf Smuim von Jaffij auf dem Wege nach der Donau, da, wo sich der Bach Barbad mit dem Bache WaSlny vereinet. Wassklshcim, ein Schloß und Flecke» i« Unterelsas, welche vor Alters ein« Reichsberrfchaft waren. Wassenaer, eine sehr alte Frenderrschaft, anderthalb holländische Meilen von Leiden, von welcher das Geschlecht der Grafen von Wassenaer den Nahme» sübrt. Wasserbillich oder Dillich, eine kleiur Stadt a» dec Motel, wo die Sauer iii dieselbe fällt, im österreichischen Antheile am Hcrzogthume Luxemburg. Wasserbord. aus den Schiffen eil, Boti längs dem Verdecke inwendig um das Schiff, mit Öffnungen und Spevgat- lea, das Wasser von dem Verdecke abzuleiten. i Wasscrbruch, in der Seefahrt eine steril fe im Meere, wo sich die Wrlst» brechen und schäumen, dergleichen euch eine Brandung genannt wird. Wasserburg, WssserliurAUM, eine wohl gebaute und nahrhafte Stadt am W, welche zwar in Bayern liegt; aber»»> aer salzbnrgische Hoheit gehört, fikc sind s mit Gewehr für die Landfahne» ^ WafferS WatLerf ,!»ttseö-n- Zeughauftc; imzleichen fitt. tl, ij bet mau hier ein? einträgliche Salznie, S« l Leckage, u»d ziemliche Handlung mit !». i Getreide. Wenn der Erzbischof von op„.! Salzburg Kreisdirector ist, so wird der ic-ki. I bayrrsche Kreistag hier gehalten, isch-e! Mffcrhssc-: ein« Lufterscheiuaug, da ein ,-,r» j Wirbelwind die Theile einer Wolke so ist jy- nahe an einander preßt, daß sie schnell Zar, t» Wasser verwandelt wird, welches plötzlich herunter fällt, und im Herun- tchal,' lerfallrn von dem Wirbelwinde in einem Auß, Kreise herum getrieben wird. ! Wafferschiff, s. Kamehl. pt-rt Wasscrkrüchingci,, Wafferlruhendingen, Is>«. ssrulinZa inferior, eine Stadt, ,odm, Schloß und Obrramt au der Weruitz k D»-! im Furstemhume Ansbach in, fränkischen d M Kreise. Die hiesige Stadtkicche ist»eu i gebaut, und der Decanus hat2g Psar- m i« I reu unter sich. eine I Wasiingen, eine kleine Stadt, Schloß und Amt im fränkischen Kreise, welche haft, I an der Werra, im heuirebergischcn Ge- a Lki- biethe liegen, und dem Herzoge z» Sach- , der! senmeinungen gehöre». Hier befindet sich hmi,. eins geringe lateinische Schule, und um die Gegend dieser Stadt wird vieler kleine Tabak gebauet. leriii Watchet, eine mäßige Seestadt nebst ei- A,l-- nrm guten Hasen in Sommerfetshire g., i» England. Hier wird ein guter Koh. Borb i lenhandel getrieben, i dnt n Wsterfvrd, eine Grafschaft in her Pro. «gat.! visz Munster in Irland, welche zwi. s ab,! scheu d.em irländischen. Meere und den. Grafschaften Wexford, Kilkcuny, Ti. - lli>.»cracH, und Cork liegt. Die Hauptstadt ehe» derselben heisst ebenfalls »ich Baierfsrd, und ist»ach Dublin und Li- merick die beste Stadt und Festung im a>B^»eiche. Sie liegt nicht an-er See, ;«i>, sondern am Kusse Ghure, und ihr Ha. ,»» I sin, welcher gut ist, befindet sich also Kitt i nicht nahe bey derselben. Nichts desto hnr»»*^>iAer ist fie eine reiche und wichtige MatrrksiS Watsch 6LZ Handelsstadt, welche Zuckersiedrrchen, Salzstedereycn, und eine Eisenfadrik hat, zwey Deputirte z»m Parlamente schickt, und drr Sitz eines Bischofs ist, der uilter dem Erzbischofe von Cashel steht. Der Hauptmangel des LrlS ist,, dass die Luft nicht allzu gesund sehn soll. Walenng, eine Herrlichkeit unweit Hsoudslaerdyk, in Südholland, in den vereinigten Niederlanden, welche dem Könige von Preussen aus der„ramschen Erbschaft gehörte, aber durch den Traktat von, Jahre 17^4 wieder an das Haus Oranicn kam. Waterland, eine kleine Landschaft zwk. schen der Südersee, dcm Flusse oder Meerbusen Je, dem Kennemerlande und dem eigentlich so genannten West. sriesslande in Nördholland in den ver. einigten Niederlanden. Sie Hai den Nah. men von vielen Morästen, womit das Land vormahls angefüllt war; die aber nunmehr ausgetrocknet, und in schöne Viehweiden verwandelt worden find. Weiterleben, ein lutherisches Fräulein, stift am Fluss Jls, zwischen Ssterwick und Mernigecodc, j„ der Grafschaft Wcnigsrode, im vbersächsischen Kreise. Watford, ein Marktflecken in Heriford. shire in England, welcher am Flusse Colne liegt, und eine Freyschule und einige Armenhäuser hak. Wakju, eine Insel nicht weit von Lee Insel Mandschia und den Socjetätsin- seln in Australien oder Südindien, welche PisangS, CocoSnüffe und Brot. fruchte hervor bringt, und auch Schwel, ne und Hunde hat. Sie wird von ungefähr 2000 Menschen bewohnt. Watsch, Nalsche, ein Markt auf einem hohenBerge in Lberkrain, welcher nn. ter dir Herrschaft Libeck gehört. Be„ demselben befindet sich ein harter Stein, bruch, in welchem die Steine voll Schalen von Meermuschel» und Schucckei» find. Kkkk L O'chjei 6'.-6 Watt schiff W a y Wattschiff, in der Schifffahrt ein bewaff- „cies Schiff, die Schiffe ans den Watte«, das ist Untiefen zu decke». Wattvn, ei« großer und volkreicher Flecken i» dec Landschaft.Norfolk in England. Watweiler, eine Vogtey nnd Sktidchen auf eiueii, kleinen Berge am Fuße des lvaSganische» Gebirges in Lberelsar, wo sich ein heilsames mineralisches Lad befindet. Wausnre, eine Benedietinerabtey an der Maas in der Grafschaft Namur, mit welcher die Abtey zu Hasti-rS vereinigt ist. Sir ha« seit langer Zeit eine berühmte Schule. Waner, Weoern, eine holländische Co- lonie auf der südlichen Küste der Kaisern in Afrika, welche seit dem Jahre ,701 angelegt wurde, und schöne Vieh. weiden hat. Wavre, eine Freyheit und Städtchen an der Dyle im Quartiere von Löwen im österreichischen Antheile am Herzog, thume Brabant. Dieser Qrt nährt sich van Ackerbau, Viehzucht und Bicrbrau- «n, und treibt anch guten Wollhandel. Nicht weit von demselben liegt die Vene, dicunarabtey Basse Wavre. Wawau, eine von den vorzüglichsten un. ter den freundschaftlichen Inseln in Australien oder Südindien. Wawikck, eine kleine Stadt in der Wo,'. Ivodschaft Wilno im eigentliche» Li. thauen. Wawolnica, ein Städtchen in der Woi. wodschaft Lublin in Kleinpohlen. Waxholm, Maxen, eine Insel beynahe Z Meilen von Stockholm in Schweden. Sie enthält ein Stäbchen mit einer kleinen Festung, welche den Haftn zu Stockholm auf der Seite gegen Finn. land bedeckt. Die Schiffe müssen hier eine» gewissen Zoll entrichten, May, Pulo Wal), eine Insel auf dem indischen Meere 4 Meilen von der Nord, Westseite der^nstl Sumatra in Asien, w-lche unter die Regierung von Achem gehört. Es befinden sich auf derselbe» lauter Criminalgefangcne, welche zu beständgwr Arbeit angehalten wrrdeii. Man trifft hier viele Gewürzittlftv und Sagustandev au, welche letztem,, wenn sie die Haut eines Menschen berühren, Entzündung verursachen. Übn- genS brauchen sie die Einwohner zu«ie- len ökonomischen Bedürfnissen. Wayes, eine von den orcadlschen Insel», welche einige gute Hafen hak, und ft'nchibar und wohl bewohnt ist. Wedel, ein im hochdeutsche» für sich> veraltetes, und nur noch in der Zusammensetzung Feldwebel übliches Work. Im Oberdeutschen hingegen, wo eS Waibek oder Weibcl lautet, ist rS noch völlig gangbar, und bedeutet daselbst den GecichtSdiener. In der Schweiz ist der Freyweibel eine obrigkeitliche Person unter dem Amtmanne. Weblry, ein Marktflecken in Hereforb- shire in England, welcher wegen seines süßen Bieres bekannt ist. und zwey Depuiirte znm Parlamente schick». Wcchmar, ein großer Flecken in der Graf- schaft Gleichen un obcrsächstschen Kreise. Wechsel oder Wechselbrief, in der Hand. lnnq ein Wort, welches von einer doppelten Art Verschreib unzen gebraucht wird. i) Ist der Wechsel, oder bestimmter, der eigen- Wechsel. eine Sch'.lb- verschreibung, welche>m Falle derMiLt- zahlung zur Versal-zeit den Verbast des Schuldners nach sich ziehet. 2) Eme A,.Weisung, welche, wenn s-r ruumM angenominen worden ist, die c- vorireu Wechsels bat, und daher in der Handlung statt barem Gelde wen wird. Sie wird znm linier,^- von der vorigen ein lraffrrier Weckst, oder eine Tratte genannt. Z> Srach^ ner noch wciieru Figur w>cd" gcmeiu-ir Leben, besonders aus>1''"^ Wechsel- Wechsele fügte», auch Wahl übermachtes bares Geld der Wechsel stenamü. Wechselbank, eine öffentliche gemeine Caffe, welcheWechsel annimmt und ausstellet; iwKleiche» die Bank, das ist der Tisch eines Wechslers, und in wci, lerer^ku.ung dessen Bude, Laden »der Gewölbe. Wechsel- Cours- in der Handlang der Cours. das ist der Werth der Wechsel gegen bares Geld, in Ansehung der Zeit und des Ortes. Wechsclburg, eine Herrschaft, Amt und Städtchen von i l/ Häusern, an der Mulde, in der Grafschaft Schsnburg im obersächsischen Kreise. Das Städtchen liegt auf einem Berge, hak ein gräfliches Aestdcnzschloß mit einem vor. trefflichen Garte», und hieß ehemahls Zschillen oder Schllleii, welches ein Kloster, hernach ein Counnenturbofwar. Mach der Reformation ist dieses Kloster nebst Penig im Jahre>L4Z von dem Churfürsten Moritz gegen das Amt Ho- hcnstcin an die Herrn von Schönburg »erlauscht worden, von welchem Tausche es Wechselbnrg genannt wurde. Ubri« gens begreift die Herrschaft noch 26 Dörfer. Wechseigericbt, ein Gericht, welches vor. ncbmuch wegen der Streitigkeiten in Wechselsachen nieder gesetzt, und an den meisten Orte» mit dem Handelsgerichte verbunden ist. Wechselrechnung, die Art und Weise, den Wechsel-Cours, iwgleiche» das Verhältniß einer Münzsorte gegen die andere zu berechnen. Wechseltest)!, dasjenige Recht, welches Wechselbciefc vor andern Schiildver. schreibnngrn genießen; imqleichen ein Recht oder Gesetz in Ansehung solcher Wechsel, wie auch der Inbegriff dieser Rechte und Gesetze. Wechselreiterei-, in der Handlung derje- „ige Kunstgriff eines dem Banguerouk Wechlerslt) Wedle 627 nahen Kouftnrnnes, da er sich durch «»affine Wechsel noch eine Zeit lang von dem Falle rettet, denselben aber dadurch nur noch größer macht. Wechiersrvinktl, ei» ipürzburgisches Amt von 7 Drkern, t Stunde von Melier, siadt in Franken. Es ist gns einem ehemahligen Cistei cicnserkloster entstan. den, und Hai alle Mahl einen Dom. Herrn zum Propste. Weddinghairfen, eine Propstes Prämo«. stratenftcordeiis nahe bey der Stadt Arensberg i,n Herzogthmrie Westpha- len, welche im Jahre iiüz) gestiftet wurde, und ein Gvmnasium Hai. Wedehagen, eine kleine Stadt im Her- zogthume Mestlent-nrg. Wedekindstein. Wedigenstein, ei» Bor» werk am so genannten Weidenderge im Amte Hausberg in Westobalen, welches dem Domkapitel z» Minden gehört, und ehemahls ein Schloß Wiitekmds des Große» gewesen sey» soll. Aufdem Berge steht die St. Margarekhencapelle, wohin die Katholiken jährlich wallfahrten. Wedel, ein großer und nahrhafter Fle- steil in Stormarn, Z Meile» von Hamburg, welcher dem Könige von Dänemark gehört. Hier befindet sich eine Ro- landssänlc, welche alle übrige» Rolands, faulen übertreffen, und Carl des Große» Bildniß genau vorstellen soll. Ue- brigens wird hier alle Jahre im Frühlinge ein starker Dchsenhandel gehalten, und man findet hier auch eine Elbfäh- rr, bey welcher der Amtsbos Halte-, bürg liegt. Den Liste» Julius des Iah. res 17L7 brannie der Firste» ab. Model, s. Wedle. Wodelsl'tttg, ein schönes gräfliches Schloß auf der Insel FüneN in Dänemark, wel. ches gegen den Bett zu liegt. Wedle, Wedel, Weile, Vestelia, ei» kleines Städtchen im Sufteamie Rn- pen in Nsrdjütland in Dänemark. ES liegt in einer angenehme» Gegend, zwi- 62? Wees Weferlingktt schen zwey sehr hohen und mit Holz ke- wachsenen Berge», und der große Meerbusen Weilefiord hat von demselben seinen Nahmen. Der Lachsfang, imglei. chen der Hopfen, der auf den dabey liegenden Bergen wächst, verschafft hier gute Nahrung. I» den alte» Zeiten sind hier verschiedene Concilien gehalten worden. D-r berühmte dänische Geschichtschreiber Andreas Vellejus ist hier i-n Jahre lApL begraben, und dem Unglück- Uchen, Könige Christian II. im Jahre iL2Z von dem gesammteu nordjütlän- dischen Adel durch den Ritter MvgcnS Monk aller Gehorsam aufgekündigt worden. Ween, s. Hurn. Weerdk, einekleine Stadt und Herrschaft nebst einem alten Schlosse Nahmens Werdenbroich an der Zssel im Hochstjf. te Münster inWestphaftn, welche ehe- mahIS den Grasen von Cuplenbnrg, »achmahls aber den Grafen von Wal. deck gehörten, welche sie an das Stift verkauften. Beyde protestantische Re. ligionSparteyen haben hier ihren öffentlichen Gottesdienst. Weert, eine kleine Stadt am Flusse Bley, und der Hauptort der Grafschaft Hoor» im Hochstiftc Lüttich. Man findet hier ein Augnftinercollegium und 2 Klöster. Das hiefige feste Schloß ward im Jahre«7,0 eingenommen und verwüstet. Wersp, s. Wezep. Weferlingen, ei» Amt im niedersachfi- schen Kreise, welches zum Fürstenthn. me Halberstabt gehört, wiewohl es von demselben abgesondert im so genannten Holzlande an der Aller liegt, und von dem Fürfirittbume Wolfeiibüt.'e!, der alten Mark Brandenburg und dem Ser- zoglhume Magdeburg umgeben ist. Der Erdboden desselben ist schlecht, und die Holzung mittelmäßig. Vor Alters gehör, te es denen von Honlage, von welchen es «ndasBiSthiiiu HalbcrstaLtkam. Ehur- WeferkinK WegekryK fürst Friedrich Wilhelm verkaufte cZ 1.1au den Grafen vokr Köttsgsmark^ welcher es im Jahre 1662 den Lünd- grafci! Friedrich von Hessen- H am dazukommen ließ. Dieser trat es im re»701 an den König ,Friedrich l. gegen 40000 Thaler ab, welcher cs.stn Jahre-706 dem Markgrafen Christian Heinrich von Cnlmbach einräumte. JiN Jahrs!/! 6 wurde-S wieder eingezogen, und ist feit d-sseir Zeit von köuigücheu Beamten verwaltet worden. Dec SL::Kt- vrt dieses Amtes heißt ebenfalls" N>cftrlingeli, und ist ei» Städtchen an der Aller, in welchem sich eine geisi.'j. ^nlpe""n befindet. MarkgrafFried- rich Christian, regierender Fürst zu Cnlmbach, hat sich um diesen Drl sehr verdient gemacht; denn er hat vom Jahre 17^6 an bis zu seinem im Jahre 176a. -rfoigrcn Tode.Z^oL Thaler Hier. her geschenkt. Seine Haupkstjfrung von 100000 Thalern hat die Bestimmung, daß von den Zinsen dieses Capitalsjähr- l-ch an seinem Geburtstage aoo der ärmsten Einwohner des Dcls jeder io Thaler zum Geschenke erhält. Im Jab- re»76st kaufte er das hiesige so genau«- te neue wchloß, und ließ hier mit großen Kosten ein Erbbegräbniß erbauen. Wegeleben, ein Städtchen, Schloß und Amt an der Goldbeck in. Fürstenthume Halberstadt ,„>„eedcrsachsischen Kreise, welches ehemahls znr Grafschaft Afta. «,cn gehörte. Die zerfallene Burg Wc- gelcbcn haben die von Hop,» lange gehabt; seit dem Jahre 171^ aber ward sie e.n landesherrliches Kammergnt im Amte Grnningen, und an einem Beamten verpachtet. Im Jahre.762 schemte es der König Friedrich II. ftj, nein Bruder, dem Prinzen Heinrich. Wegclnburg, eine Vogrey im Fürstenthn« meZweybrücken im oberrheinischen Krej. se, zu welcher 4 Dörfer gehören Da» chemahlige Schloß Wegelnburg ist i-u WrgglS Weich se lb Jahre läflo von den Franzosen verwn. stet worden. Weggis, s. WaggiS. ÄLehlen oder Wchlau, ein amtsaßigeS Städtchen an LerElbe imWlarkgrastbnme Meissen im Churfürstenthume Sachsen. Wehrstnie, im Fesiungsbaue die Linie, welche aus dem Streichwinkcl zum Best. Werkswinkel gezogen wird, weil die Gegenwehr anS dem kleinen Gewehre darnach gerichtet ist. Die streichende Wehr- linie ist, wenn sie in gleicher Richtung mit der Stirnseite gehet; zum Unterschied« von der bohrenden, wenn sie davon abweicht. Weibel, s. Webel. Weibstadt, eine Schldt im Craichgau im Hochstifte Spevec im oberrheinischen Kreise, welche Kaiser Lndwig ausBay. ern dem Hochstiste ai- eine Reichspfandschaft überlassen hat» und die durch ei. neu bischöfliche!» Leamleir verfthenwerd. Werch, f. Wirk. Weichbild, ein großen Theils veraltetes, und nur noch in den Urkunde» und Kan- zelleyen übliches Wort, i) eine Stadt mit ihrem unmittelbaren Gebiethe, besonders die Stadtflnr außerhalb der R ngmanern, 2) eine Stadt, und Z> dc» Inbegriff der Siadtgcsetzeoder Rechte zu bezeichnen. In den beyden letzten Bedeutungen ist es jetzt am seltensten. Wcichenstephali, eine Benedictinerabkey an der Stadt Freysinge« in Oberbayern. Wechsel, Vikuls, ein großer Fluß in Pohleu, welcher in den bohrn Gebirgen des Fürstesthums Tesche» an den schlestschrn Grenze» aus dMy Ouclie» entspringt, durch Groß- und Kleiupoh- len fließt, und sich unter Danzig in die Ostsee ergießt Weichselburg, Dischnagora, ein landes- fürstliches Städtchen in Untcrkrain, welches in einem fruchtbaren Thale auf einem angenehmen Hügel birgt, und -über sich auf einem hohe« Berge ein Weichsel», Weihr-sse! 629 Schloß bat, welches eigentlich Weich, selberg beißt, und nebst der dazu gehörigen Herrschaft, und dem großen Landgerichte, dem Fürsten von Auersbrrg gehört. Hier ist eine Stablfabrik, und auf den hiesigen Hämmern wird auch viel Eilen verarbeitet. Weichsrlmükide, eine Festung in West- Preussen, welche am Ausflüsse derWeichfek in die Ostsee eine deutsche Meile von Lcr Stadt Danzig liegt, welcher ste gehört, und deren Hafen sie bedeckt. Sie.mußte sich im Jabre»7Z,g an die Sachsen und Russen ergeben, ward ab. r der Stadt Danzig wieder abgnreten. Weickardschlag, ein Schloß und Markt im Kreise ob dem Mannbartsberge im Lande unter der Ens in Oesterreich. Weickendorf, ein Schloß ,lud ansehnlicher Markt im Kreis« unter dem Mannhorts« berge im Lande unter der Ens>n Oesterreich, welche dem Stifte Molk gebären. Weickersdorf oder Groß- Weickersdorf, ei» Markt im Kreise unter dem Mann« hartsberge im Lande unter der EnS in Oesterreich, welcher zu der Herrschaft Geafeneck gehört. Weickershelin, eine kleine Stadt mit einem Schlosse an der Tauber im Fürsten- tknme Hoheulohe im fränkischen Kreise. Sie ist der Sitz eines AniteS und einer Superintendontur. Weibenau, eine kleine und offene Stadt im österreichische» Antheile an dem Für- stenlhume Neiffc in Schlesien, in u cl- chcm sich ein Spiegelfabrik befindet. In den Jahren 1574 und>6^2 brannte diese» Städtchen ganz ab. Wrihblschof, in der kalholischt» Kirche ei» geweideter Bischof, der aber sein eigenes BiSlhum bat, sondern mir Äi- earius eines ordentlichen Bischofs ist, und auch Chorbischof genaitut w-rb. Wkihkcffcl, in dcr katholische»Kirche las- Weile Wein, a v 6^o Weihnacht Weilbueg jenige Pef^ß, in mrlchrm das Weihwasser aufbehalten wird. Weihnächte»/ dasjenige Fest, welches in der christlichen Kirche zum Andenken der Geburt Christ, gesexert wird. Es har den Nahneen von den geweihete», das ist heiligen Nächrcn,,,!>. welche» es noch jetzt in der katholischen Kirche gcfeyrrk wird. Weihrauch, i) ein ßrwribrkev, das ist heilige, Rauch,ein wohl rirchenderRauch, welcher in der katholischen Kirche bey manchen Theilen des Gottesdienstes gemacht wird. 2) Der Nahme eines gewissen wohlriechenden Harzes, welches vornehmlich zu diesen und andern Arten des Rauchwerkes gebraucht wird, und von einige» ausländischen Arten deS Wachholders kommt. Weil, Will, Weilerstadt, eine freye Reichsstadt am Flusse Wurm im Her- zogehume Würtemberg im schwäbischen Kreise. Sie ist der katholischen Lehre zugethan, hat eine Pfarrkirche, ein Augustiner- und Cupueincr. Mönchsklo. sier, ein reiches Hospital, und zählt 1L00 Einwohner. Weil vdcr Wyl, ein Amt und kleine Stadt im Stifte S. Gallen in der Schweiz, weiche große Freyheiten hat, und der Sitz des Landeshauptmanns der vier Schirmstadte dieses Stiftes ist. Beyder Stadt ist so wohl ein Capiiciner-Mönchs- kloster, als ein Dominikaner- Fraucn- kloster. Im Jahre ,7,2 wurde die Stadt von den Städten Zürich und Bern erobert. Der Abt hat hier einrn Hos, welcher die Pfalz genannt wird. Weilburg, ein Amt und wohl gebauete Stadt auf einem Berge an der Lahn, über welche eine steinerne Brücke gehärtet ist, in den fürstliche» nassau- weilburgischen Landen im oberrheinischen Kreise. Das fürstliche Residenzschloß ist zierlich gebauet, bat schöne Zimmer und eine» schöne» Garten, und in demselben eine schöne Kirche. UedrigenS sind alle Wege umdie Stadt in gerader Linie angelegt, und an den Seiten mit Bau- wen besetzt. In der Nachbarschaft der Stadt ist ein großer Thiergarten mit einem Lusthause, und jenseit der Lahn liegt das fürstliche Schloß Wehrholz. Weile, ft Wedle. Weilerkhai oder AlbrechtSlhal, eine Herrschaft in Uiikerelsas, welche 7 französische Meilen lang, und 4 Meilen breit ist, und auch an Quellen, Wiese», Hol. znngrii, Weinbergen und fruchtbaren Weckern eine» Ueberfluß hat. I» diesem Thale entspringen die Flüsse Breusch, und Eher, und es enthält ZO Dörfer »nd 4zerstörte Schlösser. Der vornehmste Qrt darin ist Weiler, welcher ehemahls Graben und Mauern hatte. Welkheit«, eine Stadt mit einem tiefen Graben und einem alten Schlosse im Rcntamte München nicht weit vvm Ammersee zwischen Schongau und Beyr« heg in Qberbapcrn. Es ist auch ein Pfleg« gericht und ein Franciscancrkloster daselbst. Weilhciin, ein mit Mauern umgebenes Städtchen im Herzogthume Würrem- berg. Weilmnristcr, ein Amt und Flecken an der Weilbach in den fürstlichen naffau- weilburgischen Landen im oberrheinische,1 Kreise. In dessen Gegend ist nicht allein viel Eisenstein, sondern.auch ein Silber-»nd Kupferbergwerk. Wcillingen, ei» Marktflecken und Schloß an der Wernitz nicht weit von Dinkels- bühl im Herzogthume Würtemberg. Es war ehemahls die Residenz der herzoglichen Linie von Würtemberg.Weillingen, welche aber im Jahre 170L mit Friedrich Ferdinand abstarb. Weimar, ein Herzogihum in Thüringen im vbersächstsche» Kreise, welches gegen Westen an das Fürstenidum Eisenach»nd an da« Erfurter Gebieth, gegen Sü- den an das Erfurter Gebieth und an Weimar da« Fürsteitthum Altenbiirg, gegen Osten ebenfalls an das Fürstenrhum Alte»- barg,»nd gegen Norden an das Stift Naumbnrg- Zriz grenzt. Der Boden dieses Furstenlbums ist bergig, aber doch fruchtbar a» Getreide, Obst und Wein, und hat gute Waldung, einträg. liche Schafzucht, Steinbruche und auch starke» Meerrettigba». Es gehört dein Herzoge von Sachsen- Weimar. Die Haupt- und fürstliche Residenzstadt heißt ebenfalls Weimar, Vimaris,.liegt am Flusse Alm, Z Meilen von Erfurt und 2 Meilen vou Jena, hat ein Amt und 2 Schlösser, von welchen eins die Wilhelnisburg, »der das neue Schloß genannt wird, und im Jahre 1774 größten Theils abbrannte; doch wurden noch das Haupt. und gemeinschaftliche Archiv, die berühmte Bibliothek, nebst dem vortrefflichen Münz und Mcdaillencabinette in dem so genannten französischen Schlößchen, das Meiste von der Gewehrkammer und der Schloßthurm, nebst dem schönen 'Gebäude gerettet, hingegen verbrannten das Bildercabinekt, die Musikkam. wer, viele Gemählde, Tapeten und Meubel». Das zweyte heißt das alte oder rothe Schloß, worin im Jahre 1774 die Kunst- und Nitaralienkam- rner unversehrt blieb. An der Haupt- und Stadlkirche befinden sich die älter» fürstlichen sächsischen Erbbegräbnisse. Ue- brigenS sind das Semiitarium, das Gym- riasiüm, das Waisenhaus, die aiimulhig« mit Bäumen bepflanzte Aue, der Stern genannt, und das eine halbe Stunde von..der Stadt liegende Lustschloß Bel- vederc. mit seiner Orangerie und Eremitage, sehenswürdig. Ehemahls gehörte Weimar rinem Stamme der Grafen von Oelamnnde, welche aus der jenseit der Jl-.n auf einem Berge liegen, den allen Burg oder dein so genannten Hornsteinc rcsidirt habe». Dtn SAsten (IV. Band.) Weinb Weinsberg 6zl May imJahre t6,Z führte dieso genannte große thüringische Wasserst»!b, die damahlige steinerne Brücke übee die Jlm weg, wobey auch viele Menschen und Vieh umkamen. Im Jahre 17L» ward hier eine Zeichnungs. und Militärakademie gestiftet. Weinberg, ritt Schloß mit einer Herrschaft am Bache Faistriy im Trann- krcise im Lande ob der Ens in Oester- reich, welches den Grafen von Thür- Heu» gehört. Weilifelden, eine Vogtkp, Schloß Iiud Flecken in der Landoogrey Thurgau in der Schweiz, welche dem Canlvn Zürich- gehören. Weingarten, ein Städtchen an der baa- densche» Grenze im Oberamie Brette» in der Pfalz am Rhein im churrh.eini- fchen Kreise. Weingarten, IVinZLrts, eineAbieyBe- nedictineevcdens an dem Marktflecken Aktors im schwäbischen Kreise, deren Abt ein unmitteibarcr Stand des Reichs ist. Weinheim, ehemahls Wirineuheii», eine Stadt im Oberamt« Heidelberg in der Pfalz am Rhein im churrheinischen Krei- se. Sie liegt in der schönsten Gegend der Bergstraße, wo guter Wein wächst, der dem Churfürsten gegen 22000 Aeichsihalcr an Abgaben einbringt. Es ist hier eine katholische, reformiere und lutherische Kirche. Rahe bey der Stadt liegt das Brrgschloß Windeck. Weinitz, Vlnißa, ei» mit Mauern umgebener Markt«,ii einem Schlosse auf einer steinigten Anhöhe an der Cup in der ehemahligen windischc» Mark in Mittkikrain. Nahe dabey ist auf einem Berge eine Kirche,, zu unserer lieben Frau im Sessel genannt, wohin viele Wallfahrten geschehen. Weinsbrrg, ein Amt und Stadt im ehemahligen Gulmanagau oder Sninigan im Herzogthume Würiembrrg. Sie liegt Heils a» rinem runden Berge, aufwU. Ltli 6Z2 Weischenf Weisenb Weissenb Wrissens chem ein ziemlich verfallenes Schlaf steht, Theils in einem Thale, und ist der Sitz einer Specialsuperintendentur. In dem Bauernkriege wurde ste, weil sie es mit den aufrührischen Bauern hielt, von dem schwäbischen Bunds gänzlich eingeäschert. Im Jahre 1707 brannte sie auch größten Theils ab. Im Weins- hergex Thale ist ein vortrefflicher Weinwachs. Weischknfeld, ein Amt und Städtchen an der Wisent im Hochstifte Bamberg im fränkischen Kreise, welches im Jahre ,^47 nach Absterben der Grafen von Schlüsselberg an das Hochstift kam. Weisford, s. Wegfford. Weismayn, ein Amt und kleine Stadtim Hochstifte Bamberg im fränkischen Kreise, welche im Jahre 1248 an das Bis- thum kamen. Meissenau, oder Minderau, INI- nor, eine Prämonstratcnserabtep am Flusse Schuf zwischen der Landvogtcy Altdorf, der Reichsstadt Ravenspurg, und der Herrschaft Tetnang im schwä- bischen Kreise, deren Abt ein unmittelbarer Reichsstand ist. Wcisseubach, ein Markt im Machland- Kreise im Lande ob der EnS in Oesterreich, welcher den Grafen von Sala- burg gehört. Weiffenberg, ein Frcystädtchen auf einem Berge gleiches Nahmens unter welchem das löbauische Wasser fließt, im Mark- graftbame Oherlausttz. Weiffenberg, ein Schlaf und Herrschaft am Kremsflnss»: im" Traun. Kreise im Lande ob der EnS in Oesterreich, welche den Freyherr» von und zu Weichs ge- gehörcn. Weiffe Meer, iVInre nlbum, ein gro. fer Meerbusen v»m Eismeere in Rußland, zwischen den Provinzen Dwina, Kargapol und dem russischen Lapplaub. Weiffenburg, Kronwessscnburg, eine Stadt am Fuße-es wasgauischcn Gebirges und am Flusse Lauter, der hin, durch fließt, im Unterelsas. Hier befinden sich zwey protestantische Pfarrkirchen, wovon aber eine den Katholiken gemeinschaftlich gehört; ferner ei» , Benedictinerkloster, ein deutsches Haut, seit dem Jahre 1746 neu angelegten Festungswerke, und die bis nach Lauter- berg sich erstreckende Linie. Der Boden in dieser Gegend hat schönen Weilt, wachs, und besonders viele Kastanie». Ehemals war Weiffenburg eine freye Reichsstadt. Nahe dabey liegt die gefliestste Propstcy gleiches Nahmens, welche dem Hochstifte Speyer einverleibt ist. Weiffenburg am Nvrdgau, Vilenbm. Zum, eine freye Reichsstadt in der Nachbarschaft der Grafschaft Pappe», heim und des Fürstenthums Ansbach im fränkischen Kreise. Sie ist der evangelischen Lehre zugethan, und hat 2 Kirchen und eine lateinische Schule. Ihr Rath theilt sich in den innern, und größer»; jener besteht aus>Z, dieser aus 21 Personen. Hier ist auch ein Wildbad. Im Jahre 1262 wurde sie vom Herzoge Ludwig von Bayern belagert, verbrannt, und dem Erdboden gleich gemacht. Im Jahre 1Z14 verpfändete ste Kaiser Ludwig an das Bisthum Eichstetk, und im Jahre>Z2L an die Burggrafen zu Ni'icn. berg; sie lösete sich aber wieder selbst, und erhielt hierauf von den Kaisern Karl IV, und Wenzel in den Jahren iZvo und IZ87 die Versicherung, daß sie nicht wieder verpfändet, sondern beym Reiche erhalten werden sollte. Weissenburger, oder CarlSburger At< spanschaft, eine Landschaft in Siede»- birge», welche Ungarn, Deutsche n»d Walachei, zu Einwohner» hat, und in die obere und untere abgetheilt mied. Jene enthält 170 und diese 67 Oerter. WeiffenfelS, ein Markt in Obcr-Keain, «der welchem auf einem hohen Liege Weissenf Wcissenh ein zerstörtes Schloß liegt; ein anderes > bewohntes Schloß aber stecht neben dem Markte am Fuge der Berges. Die ^ Herrschaft dieses Orts hak nicht nur ein großes Landgericht sondern auch ein Scraßengerichk, welches sich weit nach Kärntben erstrecket. Weiffeiifels.^.sucopstrm, eine wohl gebaute Stadt an der Saale im thü« ringer Kreise im Churfi'irsienthume Sachsen. Sie hat ein schönes Schloß, welches oberhalb der Stadt auf einem weißen Felsen sieht, der ordentliche Wohnsiy der Herzoge zu Sachsen- Weis- ftnfels war, und von seinem Erbauer, dem ersten Herzoge, AugustuSburg ge. nannt wird, ein Zeughaus, welches die Preussen im Jahre 17LÜ an-zeleert haben, eine Stadtkircke, eine andere Kirche bey dem ehemahligen St. Clären. ' klosier, ein Hospital mit einer kleinen Kirche, eine Superintendentur, unter welcher 82 Kirchen stehen, ein aus dem eben gedachten Nonnenkioster errichtetes illustre, welches-^u- xusteum genannt wird, eine lateinische Stadtschule, und eine Sammet-und Eeidenzeuzmanufactur. Im Jahre 177L erlitt sie großen Brandschaden. Das Amt gleiches Rahmens besteht aus 17t Dörfern. Weisscnhorn, eine Grafschaft an der Jler und Donau im schwäbischen Oesterreich, l Im Jahr- 1,504 sie! sie nebst der Grasschaft Kirchbsrg' dem Kaiser Maximi. l lian l. als ReichSobernchrcr zu, nnd er verpfändete sie im Jahre 1507 an, die damahligen Herren von Fugger. Nach. her aber lösrke zwar das HauS Oesier. reich bcyde wieder ein; überließ sie aber doch gegen L-5000 Gulden vo» neuem an die.Grafen von Fngger als ein Mannsleben, und die RaiinuiidSlinie ist »och jetzt im Besitze derselben. DaS Städtchen und Schloß Weissenhorn liegt 2 Meilen von Ulm am Flusse Roth. Weissenk Weissenst 6z tz Wcissenkirchen, ein Markt in dem Thale und der Hcrrschaft Wachau im Kreise ob dem Mannharrsbrege im Lande unter der E»S in Oesterreich, welcher dem Grafen von Stahrenbccg gehört. Weiffenohe,^uZia slbn, eine Bene- dictinrrabrey bey Gräsenberg, im Gebiethe der Stadt Nürnberg im fränkischen Kreise. Weiffensee, eine klein- Stadt und Ami mitten in Thüringen im Churfürsten, thume Sachsen, wovon ein Theil im Jahre 170L in Aecker Und Wiesen verwandelt wurde. Die Stadt hat ein al. «es verfallenes Schloß, und eine Supe. rintendentur. Den vormahligen hiesigen Csmmenthurhof der deutschen Ordens hat der Magistrat schon im Jahre 15^4 ganz an sich gebracht; die ehemahlige Commenlhurey des MallheftrordenS aber ist im Jahre 1777 iviederhergrstcllk, und dem Orden eingeräumt worden. Weissenstadt, eine kleine Stadt in der AmkShauptmannschaft Wunsiedcl im Fürstcnihume Bavreukh im fränkische,, Kreise, welche i Meile vom Fichrrlberge, in einer rauhen Gegend an der linken Seite des Flusses Eger liegt, über welchen sie eine Brücke hat, deren Schwibbogen aus^inem einzigen Steine gehauen ist. Weissenstri», ei» landgräflicheS Lustschloß rine halbe Stunde von'Caffel in Nie- derheffen im oberrheinischen KreisS. Es liegt auf einer felsigen Anhöhe am Fuße des so genannten Winterkästen. Der Weg von der Stadt bis„ach dem Schlosse-st eine schöne, schnurgerade, auf !>c>,den Seiten mir Bäumen besetzte Kunststraße, an weicher von Jahr zu Jahr immer neue Häuser entstehen', wodurch Stadt und Schloß im Kurzen mit einander zusammen hängen werden. Das Schloß selbst fallt nicht sonderlich inS Auae; aber der vortreffliche engläu- bische Garten, weicher hinter demselbtn Llll 2 6Z4 Weiss««st ei« anhebt, schon jetzt«ine« großen Theil -es breiten und hohen Berges bedeckt, und immer weiter ausgedehnt wird, ist um so viel sehenswürdiger. Etwas Schöneres, Prachtvolleres und Kühneres wird wohl kaum in Deutschland zu sehen seyn. Fast alle Theile dieses Gar- tenbergcs stellen irgend etwas aus dein fabelhafte» Reiche der Schatten, oder aus der alten Feemvelt, hier und da auch aus der wirklichen Geschichte vor. Da sieht man die so genannten Höllenflüffe Styx, Cocytus und Acheron, die Insel der Calyps», den Pallast und den Garten der Circe, welche die Gefährten des Ulysses in Schweine verwandelte, die elisäischen Felder, die Höhle der Sybille, die alten Philosophen, Demo- kritns, welcher über die Thorheiten der Menschen lacht, Heraklylus, welcher darüber weint, den Anaxagoras und Pythagsras, deren jeder in einer besondern Abtheilung des Gartens in einem ihm angemessenen Häuschen und in einer täuschenden Figur in Lebensgröße dargestellt ist; ferner den Diogenes in seinem Faß«, und den Sokrate« in sei- nem Gefängniße, wo er über die Un. sterblichkeitder Seele nachdenkt. Man erblickt ferner neben einem Bassin die Grotte des Neptuns und seiner Begleiter, und weiter hin die Höllengrolte, welche vielleicht das Sehenswürdigste«on allen» ist. Diese Grotte ist gleichfalls neben einem Springbrunnen, und einem Wasserbehälter angelegt. Außerhalb derselben erblickt man die Furie» und ähnliche mythologische Fratzen fürchterlich, schön in Stein gehauen. Die Fenster und Fensterthüren der Grotte bestehe» aus gelbem Glase, wodurch das Tageslicht auf eine so sonderbare Weise fäll», haß man beym Eintritt« in dieselbe nicht umhin kann, zu glauben, daß sie durch Flammen erhellet werbe, und die Täuschung ist so stark, daß man sich wirk- Weisssttstetil lich nach dem Orte des Flammelifeuers umsteht. Das Inwendige derselben ist mit lauter schön gearbeiteten Figuren und Gruppen aus weißem Marmor geziert, welche irgend eine mythologische Person oder Geschichte aus dem Hollen. reiche vorstellen. Gleich beym Eingänge streckt einem der HöÜenhund Cerberut drey gräuliche Aachen entgegen, und gegen ihm über steht mit aufgehobener Keule Herkules, um ihm die drey Kö, pfe einzuschlagen. In der Mitte sitzen auf einem erhabenen Throne der Hil- lengotk Pluto und seine Gemahlinn Pro- serpina; neben ihnen halten die drig Höllenrichler MinoS, Rhadamantus md Aeakus Gericht über die abgcschiedeim Geister, und weiter hin erblickt man die Parken, welche das mcnschlicheLe« bcn spinnen: die eine zieht den Faden aus, die andere läßt ihn fortlaufe», und die dritte, mit einer Schere be, waffnrt, schneidet ihn ab. A» einer an, Hern Seite sieht man den Orpheus, der die Erlaubniß erhalten bat, seine Frau Euridice wieder ins Leben zurück zu führen; doch nur unter der Bedingung, daß er sich nicht eher nach ihr umsehen soll, bis er das Reich der Schalten verlassen, und das Licht der Oberwelt wieder erreicht haben wird. Ab» der unglückliche Gatte kann dem Der. langen, sei» liebes Weib schon jetzig sehen, nicht länger Widerstand thun, er sieht sich um, und— Euridice ist verschwunden. Hernach sieht man den Tantalus, der bis an den Hals im Flusse steht, und gleichwohl, weil er sich nicht bücken kann, von brennendem Durste»»' aufhörlich gequält wird; ferner den Sy- siphns, der einen großen Stein einen steilen Berg hinan wälzen muß,»der nie damit zu Stande kommt, weilst»! derselbe, so oft er beynahe den Gipfel des Berges erreicht hat, jedes Mahl wieder aus den Hände« schlüpft, Weisseufftek« Herunter rollt; endlich den Jvisn, der auf ein Rad gebunden ist, welches ohne still zugehe», unaufhörlich herum gedrehet wird. Ein bey diesen Gequälten hingestellter Satyr lacht, als' wenn er berste«, wollte, und man kann ihn nicht ansehe» ohne mit zu lachen. Die schönste Gruppe, die«nan in dieser Grotte steht, stellt die ewige Höllenarbeit der neun und vierzig Töchter des DanauSvor, welche ihre nenn und vierzig Gatte» allein einer Nackt ermordete», und dafür von den Höllenrjchter» zu der endlosen Arbeit vecurlheilt wurde»- ein durchlöchertes Faß mit Wasser anzufüllen. Der Ausdruck des Gesichies, mit welchem die eine Wasser schöpft, die andere den Krug einpor hebt, und eine dritte verzweif- lungsvoll in das leere Faß hinab bleckt, scheint meisterhaft zu seyn. Indem mau so von einer Sehenswürdigkeit zur ander» fort schreitet, bat man nach und nach ci»e solch« Habe erstiegen, daß man beynahe den Gipfel des Berge- schon erreicht zu haben glaubt. Aber wehe dem, dessen Kräfte nun schon erschöpft sind, und der gleichwohl daS Sehenswürdigste von allen, den berühmten Waffersall, und dann das Felsenge- bäude auf dem Gipfel des Berges bis in die cvlossalische Figur des Herkules hinauf noch in Augenschein zu nehmen wünscht! den» von hier bis dahin muß man sich gefallen lassen nicht weniger als 392 Stufen auf einer breiten Trep. ve aus Fels gehauen zu ersteigen. Das ganze hohe Gebäude ist aus lauter großen Felsenstücken zusammen gesetzt. De» Gipfel desselben ziert die ungeheure kupferne Bildsäule des Herkules, in dessen Keule, welche nicht dicker als seine Schenkel ist, vier bis fünf stehende Menschen Platz haben; doch erscheint dieser Coloß, von der Spitze des Berges gesehen, in gewöhnlicher Menschen- -röße, und am Fuße des Berges nicht Weiss««st Weißkirch 6ZZ viel größer, als eine Marionektenpup» pe. Wenn man de» Waffersall und die damit verbundenen viele» Wasserkünste spielen läßt, gibt es beym Hinabsteigen des Berges wieder vie« zu sehen und zu hören. Hier strömt Wasser aus der Urne eines so genannten Waffergottes herab; dort speiet ein ungeheurer Aie- senkopf einen ganzen Strom in die Luft; hier, und da durchkreuzen stch hun- dert kleine Vexierfontänen, und benetzen die Zuschauer, die nicht wissen, wohin fic flüchten sollen, um davor gesichert zu seyn. Innerhalb eines Felsens, aus welchem Wasser strömt, hört man ein Orgelspiel, und weiter unten bla ea 2 Tritonen oder Waffergötter aufihre» Hörner» auf eine so starke Weise, daß man es eine halbe Meile weil höre» kann. Der Waffersall selbst hat 2L Absätze. In dem letzten Bassin am Fuße des Berges erhebt sich ein Springbrunnen zu einer Höhe, dergleichen man fast noch nie gesehen hat. Nicht etwa ei» dünner Wasserstrahl, wie bey den ge« wöbnilchcil Fontänen< sonder» eine ganze dicke Wassersäule steigt nicht weniger als 180 Fuß hoch, und macht, vnm Winde bewegt und von der Sonne beschienen, eine unbeschreiblich schöne Wirkung. Weifsenstein oder Wittenstein, eine ehe« mahlige Stadt und nunmehriger Flecken am Flusse Paida in der Statthalterschaft Reval im Herzogtbume Esthland im europäischen Rußland, welcher etwa 40 geringe Häuser enthält, und dessen zerstörtes Schloß im Jahre 127« erbauet wurde, und im täten und l^teu Jahrhunderte viele Betungerun- ge» und Eroberungen ausstand. Weißkirch, eine Herrschaft und kleine Stadtam Flusse Betschwa im Olmützer Kreise im Mahren, welche 2Häuser enthält, und dem Fürsten von Dietrich- stei» gehört. 6z6 Weißwas Weleßrab Weißmasser, ein Dorf und Schloß an der Grenze des preussischen Amhcils am Für- stentbume Ueiffe in Schießen, welches dem Bischöfe zu Olmüiz gehört. Es ist hier ein Piaristenklostee, wohin zu einem Marie,,bilde große Wallfahrten geschehen. Weiß vasser, ein Mark-flecken und Schloß i m Banzlauar Kreise in Böhmen, welche den Grafen von Waldflei» gehören. Hier ward im Jahre 1767 ein Arbeitshaus zum Behufe armer Waisen angelegt. W ißweiler ein gräflich hahfeldifcheS Rest. denzschloß bey Eschweilec im Jnlichschea. Weitn, s. Woyla. Weiten, ein Markt bey dem Schlosse Mollenburg im Kreise ob dein Mann. hartsberge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welcher denen von Lindeck. gehört. Weilra, oder Weitrach, eine Stadt und Schloß am Flüßche» Lainsttz im Kreise ob dun MannhoktSberge im Land- u». tcr der Ens in Oesterreich, welche dem Fürsten von Fürstenberg gehören. Gleich darneben liegt alt Weitrach. ein Dorf. Weitz, ein Markt in Untersteyermark, welcher den Grafen von Stubenbrrg gehört. -Wetz. ein bayerisches Schloß, mit einem ' Pfleggerichte an der Donau, eine Viertelstunde unter Regensburg. Es ist das Stammhaus der noch blühenden frey- herrliche,, Familie gleiches Nahmens. Wela», eine Stadt mit einem verwüste, trn Schloße, am Einflüsse der Alle in den Pregcl in Ostpreußen in welcher ein beträchtlicher Lcinwandmarkt gehalten wird. Welchbirken. ein Marktflecken und Schloß im Prachiner Kreise in Böhmen, welche den Fürsten von Dietrichstei» gehören. Welehrad, ein Cistcecienserkloster im Hra» bischer Kreise im Markqrafihume Mähren, dessen Abt auf den Landtagen untre den regulirteii Prälaten der Erste Welhartitz Welse ist,„nd welches an dem Orte stehet wo ehemahls die berühmte SiaLt We^ lehrad oder Wrlcgrod stand. Wclhartitz, ein Marktflecken und Schloß im Peachiner Kreise in Böhmen, welche den Grafen von Tours gehören. Welichoweck, ein Marktflecken, iu, Chru. dimcr Kreise ln Böhmen, welcher den Grafen von Tschernin gehört. Welle, ein Städtchen am See gleiches Nahmens in der Statthalterschaft Ple. skow im europäischen Rußland. Welikie, Luki, eine Stadt am Flusse Lo. wat,in der Statthalterschaft Pleskow im europäischen Rußland, welche der Erzbi- schofvon Nowgorod im Titel führt. Sie ist im Jahre 1,66 verbrannt worden. Welifch,e,ne Stadt an der Düna in der Statthalterschaft Polozk im europäi. sitzen Rußland. Welkapolpa, Hochwcis, ein kleiner wohl bewohnter Merktflecken in einem äuge. nehmen TSale in der Barscher Gespan- schaft in Niederungart!. Welleschiti, ein Marktflecken im Bcchinec Kreise in Böhmen, welcher dem Grafen von Bnguop gehört. Welmich, ein Amt und Städcheira», Rhein im Erzflifte Trier iin churrheinischea Kreise. Welpe oder WNpe, ein Amt und Herr. schafr im Fürstei'.thumc Calrnberg im ni-dsrsLchfischein Kreise, welches ungefähr Z Meilen lang und breit ist, viel Moor und gute Holzungen hat. Die Einwohner ernähren sich fast allein von der Viehzucht. Wels, eine wohl gebaute Stadt am Flusse Traun im Hausruckkrrife im Lande ob der Ens iu Oesterreich, ,'n welcher man euie fürstliche ouei fpergische Burg, die ehemahls laudrssürstlich wae, und zu welcher die Grafschaft Wels gehöret, das alte Schloß Psihaim, welches das Stammhaus der uralte,1 Familie dieses Rahmens ist, aber seyk der Stadt ge- Welfperg Wells W r i» sch e a Hört, eine Pfarrkirche, ei» Minvriten- »nd ein Capiicinerkioster, und ein Spital mit einer Kirche findet. Hier wird ei» großer Holzhandel getrieben. Sie hatte ehemals ihre eigenen Grafen, von welchen sie an die würzburgische Kirche überlassen, nachmahls aber von dem Herzoge Leopold wieder eingelöset wurde. Von dieser Stadt hat eine große Heide den Nahmen. Welfchhillig, ctü Amt und Städchen im Erzstifte Trier im churrhe-nischsn Krei. se, bey welchem letzten ei» Kloster der Krciizbrnder ist. Kaiser Nudolph I. hat diesem Orte Skadtfreyhciten verliehen. Das Amt enthält 22 Oerter. Weise, ein kleiner Flnß in der Uckermark im Churft'irstenthnme Brandenburg,der bey Gimnitz in der Millelmark aus ei. nem See entspringt, und bey Vier- raden in die Ober fällt. Welfperg, eine Herrschaft im ViertelPu. sterthal in Tyrol, welche den Nahmen von einem Schlaffe hat, und den Gra- fen von Künigl gehört. Weltenbnrg, Valentin, das älteste Be. »edictinerkloster und Abtcy an der Donau, zwischen Kehlheim und Neustadt in Bayern. Weltersburg, oder Wältersberg ein mit Mauern umgebener Flecken und 2 ade- ligen Burghäiisecn in der Grafschaft Le-nitiacii, im oberrheinischen Kreise. Das Schloß ist verwüstet: übrigens hat der Ort besondere Freyheiten, und gehört beyden westerburgischcn Linien. Wclwarn, eine kleine im Jahre YLÜ er- bauete Stadt im Rakowitzer Kreise in Böhmen, welche unter dem Schutze des obersten Burggrafen zu Prag steht. Wells, Hieockorockunum, eine wohl gebaute„nd volkreiche Stadt in der Landschaft Gommersetshire in England. Sie ist ein Bischofssttz, und bat den Nahmen von den vielen Quellen und Ge- sulldheitsbkunnen, die darin und um Wenden 6Z7 dieselbe sind. Sie liegt am Fuß- der Berge MendiphillS, die sie von Osten und Norde» umgeben, und in welchen viele Bleyminen sind. Sie schickt zwei, Deputierte zum Parlamente. Das hie- stgc Bisth-.uii ist mit dem von Bath vereiniget, und die Kothedpaikirche ist eine der schönste» in England. Nicht weil von hier ist die berühmte-Woksy, Höhle, am Fuße der eben gedachten Berge, in wel- cher das herabkräufelnde versteinernde Wasser allerhand Figuren verursachet, so wie die Baumannshöhle am Harz. Weizheim, eine Herrschaft am Flusse Leim im Hcrzoglhume Würtemberg im schwäbischen Kreift.Der Hauptor, Welz» heiin oder Weizen ist ein Markisteckem Wemscheu, s. Mscheno. Wemmelioftc, Wimmeltoste, ein anderthalb Meile,, von Copenhagen in Däne. mark unweit CLge gelegenes schönes Schloß, welches der im Jahre 1755 vcr. storbeaen Prinzessinn Hedwig gehörte, nach deren Tode es zu einem Fräuleinstifte gemacht wurde, welches eine Pri- vriiiii und 7 Fräulein enthalt. Wcndecirkcl, oder Wendekreis, ein Kreis oder Cirkel am Himmel, wo sich die Son- ne in ihrem jährlichen Laufe zu wenden, das ist, nach Norden oder Süden zu drehen pflegt. Wendelstein, ein wohl gebauter Marktflecken mit einem Schlosse und Richter- amte, an der Schwarzach im Fürsten- thume Ansbach im fränkischen Kreise, wo die Reichsstadt Nürnberg die Mit- berrschaft hat. Burggraf Friedrich III. hak schon im Jahre 1282 an diesem Orte, welcher damahls ein Reichsdvrf war, Güter besessen. Wendelstein, ein Amt mit einem verfallenen Schlosse^aus einem Berge, nahe an der Unstrul j„ Thüringen im Chnr. sürstentdume Sachsen, in welchem eine schöne Sluterev angelegt ist. Wenden, ein großes Herzogthum in Hin- Wendlng W e kd li rrz Wenersee 6Z8 Wende»» terpommern, welche« gegen Norden an die Ostsee, gegen Süden a» die Wüste Waldsw, gegen Westen an Caffuben, und gegen Osten an Lanenburg und Bütow grenzt, und dem Könige von Preussen gehört, Es besteht au« drey Landen, Rügcnwalde, Schlawe, und Stclpe, wozu auch die Herrschaften Lanenburg und Bütow gehören. Wenden, v>ncks,ei»e kleine Siadk eine halbe Merke vom Floße Aa, in der Statihalterschast Aiga oder im Herzoz- thume Liefland im europäischen Rußland, welche im Jahre 1708 von den Russen geplündert und abgebrannt wur, dc. Der Ort gehörte dem russischen Großkanzler von Bestucheff, bevor er im Jahre 17^8 in Ungnade fiel. Das umliegende Gebieth wird der wendische Kreis genannt. Wenden, der Nahme eines slavischen Volkes welcher sich ehemahls in Deutsch, land, an der Ostsee, in Pommern, Mecklenburg, Brandenburg, Meissen, Lausty und Böhmen niedergelassen hatte, da besonders die Vandalcn, Sue. ven und andere Völker im Leen Jahrhunderte ihre Sitze veränderten. Sie wa- reo in verschiedene Völkerschaften getheilt, und man findet im niedersächsi- schrn, vornehmlich aber in der Laufitz, noch Uebereeste derfilben. Sie bewohnen einen Strich Landes um Lvbau und Bantzen, und ihre Sprache ist die sklr- vonische, wie wohl ein anderer Dialect derselben. Sie behalten»och ihre alten Gewohnheiten bey. und find, da sie unter deutsche Herrschaft kamen, ehemahls so verächtlich geworden, daß niemand zu einer Zunft genommen wurde, der nicht eidlich betheuerte, daß er kein Wende sey: W>»ding. Weridbilig, eine baicrftbe wohl gebaueie Siadrund Pfleggerichr imAicß, am Fluße Wernitz, bey welcher ein berühmtes Bad ist. Sie liegt nur eine halbe Meile von Nördlingen an den schwäbische» Grenzen; gehört aber unter das Rentamt München Weudlingen, eine kleine Stadt an der Lauter, welche unterhalb derselben in den Neckar fließt, in dem Herzogthu- me Würtembcrg in Schwaben. Wcndsyssrl oder Wensüsscl, VVenliU-i, eine Halbinsel in Dänemark, welche zum uordjütländischeii StiftSamte Aalborg gehört, und 8 Meilen lang und etwa 8 Meile» breit ist. Sie liefert viel Getreide, Ochse» und Pferde, und hat auch vortreffliche F-scherey, imgleicheu Waldungen und sehr viel Wildbret. Wrnersborg, Verisriburßum, eine neue artige Stadt in der schwedischen Provinz Westgothland, welche in der Gegend liegt, wo der Fluß Gothaclfire aus dem Wenersee herauskommt. Sie treibt mit Eisen und Theer gute Handlung nach Golhenburg, und ist der Sitz eines Landeshauptmanns. Die Bürger von Brette legten sie im Jahre 1642 an. An diesem Orte hat im Jahre N774 der königliche schwedische V celandes» Hauptmann Patrik von Altströmer auf feine Kosten eine Biichdrnckercy anlegen lassen. Dcn 2Lsten September des Jahres 1777 wurde der ganze östliche Theil desselben durch eine Feuertbruilst eingeäschert. Wenersee, I-ncus Vensrus, ein See in Schweden, der zwischen Westgothland, Zhaüaud nnd Mermeland liegt, und nicht nur 20 Meilen laug, sondern auch a» etlichen Orten ic- Meilen breit ist. Er nimmt ab und zu, und ob sich gleich ' 24 Flüsse in denselben ergießen, sobi» er doch nur riiien Ausbaus durch den Strom Eokhaetfwe ins Meer. klebrigen«» ltegrii viele Inseln auf derselbe». Wenewq Werchskmrie Wenema,«ine Stadt am Flusse Oftty>» der Sranhailerschafl Lula im enropäi- scheu Rußland. Wengrow, eine kleine Stadt am Flusse Liimetz in der Woiwodschaft Podiachien in Kleinpahlcn, in> welcher die Lnlhe. raner und Aeformirten eine gemeinschaftliche Kirche haben. Sie gehört dem Grasen Krafinski, und liegt io Meilen van Warschau. Wknings, ein Städtchen in dem fürstliche» ysenburg- birsteinschen Antheile au der Grafschaft Dberysenburg im oberrheinischen Kreise. Dar hiesige Schloß Moriystein ist der ordentliche Wittmcn- sitz der Gräfinnen von Usenburg> Bir- stein. Werben, eine kleine Stadt am Ausflüsse der Havel in die Elbe in der alte» Mark Brandenburg, in welcher die Johanni. terrilter eine Commenthurey haben. Die hiestgenEinwohner nähren sich vomAcker- bau und Viehzucht. Ein Theil von dem Gebiethe der Stadt liegt jenseit der Elbe in der Prigniy. Auf dem Werder, da die Havel in die Elbe fließt, erbaue- ten die Schwede» im Jahre 16^1 eine Schanze, welche aber im Jahre 1642 wieder niedergerissen wurde. Werben, ein Flecke» in einer an Weitze» sehr fruchtbaren Gegend in Hinterpom- mern. Hier ist eine Propstey. Werchotllrie, die ersto-Sradt in der Statthalterschaft Töbolsk in Sibirien an der Grenze von Rußland. Sie wurde im Jahre erbauet, liegt am Flusse Turn, und Hai den Nahmen daher, wcil sie mit ihrem Gebiethe die obersten Gegenden dieses Flusses einnimmt. Auf dem so genannten Drcyfaliigkeitsfelsen liegt eine steinerne Festung, worin sich eine Hanptkirche, die Staalskanzelle», das Haus des Woiwoden, und einige andere Mnerne und hölzerne Gebäude (IV.Band.) . Werd Werden Hzy, befinden. Vor der Festung bey ber jpaupt- kirche ist ein Marftplay, und an dem- selben ein Kaufhaus z»r Niederlage der Waaren fremder Kaufleute, auf dessen beyden Ecken zive» Kirchen stehen. Uc her dieß gibt es in der Stadt ein Mönchs- und ein Nonnenkloster, 4 Kirchen, eine Capellr, und uiigcfäbr 2Lv Wohnhäuser. Die Lage der Stadt ist angenehm. Korn wächst in ihrer Nähe nicht viel; aber die Nüsse der Cedern, welche in hiesiger Gegend sehr häufig wachsen, werden gesammelt, und nach, Nußlans geschickt. In dieser Gegend fange» auch die großen fibirifchcn Gebirge an, welche Rußland von Sibirien trennen. Werd, s. Werder. Werdau, ein amtsäßiges Städtchen!M Amte Zwickau im erzgebirgische» Kreise im Churfürstenthume Sachsen, welches Tuch. und Zeugmanufacturcli enthält. Im Jahre 17^6 brannte es fast ganz ab. Werden, Verckn, ein Schloß und Stadt aurFlusse Röhr oder Rubr in der Graf- schaft Mark im westphälische» Kreise. Der hiesige gefürsteke Abt, der ei» unmittelbarer RcichSstand ist, schreibt sich Abt zu Werden und Helmlkädt, und Direclor der rheinischen Prälatenbank. Das Kloster selbst ist Benrdictineror- drns, und die Einwohner der Stadt bekenne» sich zur lutherische» Religion, der König von Preussen hat nicht nur als Graf von drr Mark die Kastenvogtey über dieses Stift, sondcrm zieht es auch unter seine Landeshoheit. Im Jahre *777 wurden die zwischen dem Abte und den Beerbten undEiiigesessenen des Stiftes und der Stadt Werden seit vielen Jabren obarwaltete» großen und weit- läuftigen Streitigkeiten beygelegt und abgethan. In der hiesigen Gegend, gib! es gute Steinkohlen und Kalksteins: M m m m 640 Werdenb Werber Werber Werk auch kämmen die besten wellphälischen Schinken und geräucherten Würste au« tecselben. Werdenberg, eine Grafschaft am Rhein im Caiuon Glaru« in der Schweiz an den graubündische» Grenzen. Sie ist eine Meile lang und breit, und hatgu- kek Ackerbau, viel Obst, etwa« Wein und gute Viehzucht. Sie gehörte bis in da« iLle Jahrhundert den von ihr be. nannten Grafen, und kam nachmahls durch Kauf an den Tanton Glarus. Ihre Einwohner, deren man ungefähr 4000 zählt, bekennen sich insgesammt zurre, formirten Kirche. Der Hauplort dieser Grafschaft heißt ebenfalls Werdcnberg, und ist ein kleines Städtchen, welches am Fuße eine« Berge« liegt, auf welchem ein Schloß stehet, worin man grobes Geschütz und Waffen verwahret. Bey dem Städtchen befindet sich ein kleiner fischreicher See, wel. eher dem jedeOnahligen Landoogte ge. hört. Werdenbroich, eine Herrschaft und Schloß im Heczogthume Eleve im westphälischen Kreise, welche nach Absterben der Grafen von Culcnburg im Jahre 164t an die Grafen von Waldeck kam. Sie liegen an den geldrischen Grenzen; daher sie einige dahin rechnen, und find ein clevisckes Lehen. Werdenfels, eine Grafschaft in Bayern, ganz südlich an den lyrolifchen Grenzen, welche zum BiSthume Frryfingcn gehört. Werder, ein wehr in dem gesellschaftlichen Umgänge vieler Provinzen, besonder« Ober- und Niederdeutfchland«, als in Schriften übliche« Wort, welches eine Insel in einem Flusse bezeichnet. Werder, eine kleine Stadt in der Mittel- mark im Cburfürsteiuhume Brandenburg.welche zwischen Berlin und Brandenburg auf einer Insel liegt, die die Havel macht. Ihre Einwohner nähren fich vom Obstbaue und von der Fischer«-, und haben euch etwas Wrinwach«. Werder, ein Flecke am Flusse Nette, Z Meilen von der Stadt Hildesheim, gegen vüdssten im Hochstifte Hildeshe im. Werdoel, ein Städtchen oder Flecken in der Grafschaft Mark im westphälisch en Kreise.« Msrdt, Weerdt, ein Städtchen nebst ei. nein alten Schlosse an der Jffel im Amte Bocholt im Hochstiste Münster im m stphälischen Kreise. Die Evangelischen beyder Bekenntnisse haben hier ihren öffentlichen Gottesdienst. Ehemahlsge- hörte dieser Ort nebst der Herrschaft Werdenbroich den Grafen von Cnlen- burg, und nachher den Grafen von Waldeck, al« ein müllstecische« Lehen; er wurde aber dueÄ den Bischof Franz Adam käuflich an das Hochstift gebracht. Were, ein Fluß im Bisthume Duehani in England, welcher fich in das deutsche Meer ergießt. Mereja, eine Stadt am Flusse Protwa in der Statthalterschaft Moskau im europäischen Rußland. Werfen, äVerka, kerüs, eine kleine befestigte Stadt und feste« Bergschloß am Flusse Salza im Erzstiftr Salzburg, 8 bis y Meilen von der Stadt Salzburg gegen Süden. Werft, diejenige Anstalt an einem schiff- reichen Wasser, wo Schiffs gcbaustund ausgebessert werden, und welche auch das Schiffswerft genannt wird. Werheiin, s. Mehrheit«. Wering oder Woringen, ein Städtchen am Rhein im untern Erzstifte Cölln im churrheiurschen Kreise, bey welchem im Jahre i 288 eine sehr blutige Schlacht zwischen dem gelderschen und brabanti- fchcn Kriegsheere vorfiel. Werk, Werl», Vsrls, ein Amt, Sladt und Schloß am kleinen Flusse Siske im Herzogthume Wcstpdalen. Hier findet man ei» Capucinerkloster und Salzft' Wermel Werniger ten. Im Jahre 17Z7 litte die Stadt Brandschaden, und vor Alters gehörte sie tu den Hansestädte». Das Dff-cialat, oder da« geistliche Gericht über das Amt, hat hier seinen Sitz. Mermeland, Ermeland, Wermiei!, Vsr- MIL, ein Gebieth in Westpceuffci!, welches von dem Königreiche Preussen ganz umgeben ist, und unter einem Bischöfe steht, der Präsident und vornehmster Landstand in Westpreuffen ist, uamit. telbar unter den Pabst gehört, und zu ' Heilsburg residirt. Wermsdorf, ein Flecken mit einem Schlosse und Jagdhause im meißnischen Amte Mutschen, L Meilen von Leipzig, im Churfdrstenthume Sachsen. Der vormahlige chursächsische Statthalter, Fürst Anton Egon von Fürstenbecg, bekam das Schloß im Jahre>702 auf Lebenszeit eingeräumt, und ist auch in demselben im Jahre 1716 gestorben. Wcruderg, ein wohl gebautes Schloß in Uiilerkärnthen, welches demGrafen von Khevenhüller gehört. Wrrnberg, eil» Berzschloß und Amt an der Nad in der Landzrafschafk Lcuch- tenberg im bayerschen Kreise, von welchem sich die Grafen von Nothaft schreiben. Werne, eine kleine Stadt und Amt Mit einem schöne» Capuciiierklosier,»ich! weit von der Lippe im Hochstifte Münster im westpbälischei, Kreise. Werne, v/srn», ein kleiner Fluß im Hohstiste Paderborn inWestphalen, welcher sich im Ravensberaischen bey Ne- me» in die Weser ergießt. Wcrneck, ein Amt und schönes Schloß am Flusse Weeen im Ho'chsiifte Würz- burg im fränkischen Kreise. Wernigerode, eine Grasschaft im ober- sächsischen Kreise, welche an das Fnr- stenihum Halberstadt, an die Herrschaften Schauen nnd Dererzburg, an das Fnrstenthum Biankeuburg, a» das chur- Wernigerode 041 brauiischweigische Wmr Elbuigerobr, an den chur-und herzoglichen draiinschwei. zischen gemeinschaftlichen Forst, an-as Hcrzogibum Braunschweig und das Bis- thum HildeSheim grenzt. Sie liegt zum Theile auf demHarze, welcher hier durch den Brocken in den Ober- und Nn«ers>a> z geihcilet wird, zu welchem letzter» sie vornehmlich, einem kleinen Theile nach aber auch zum Dberharze gehört, und ist über drey Meilen laug, und et. was über zwey Meilen breit. Ihr Bo. den hat theils Gebirge, theils ebenes Land, und liefert allerley Arten Geirei. de, Hülsenfrüchte, Flach«, Nübefamen, Gartensrüchie, Obst, schöne Kräuter und andere Gewächse im Ueberflnffe. Die Viehzucht und Holzungen sind nicht minder ansehnlich; auch gibt e« h.er vieles Wildbret und Fische. Die hiesigen Bergwerke lieferten ehemals Kupfer, Bley und Silber, welche heutiges Tages nicht mehr gesucht werden; hingegen hat man viel Eisen, Kalkstein, Torf, Thon, Kobold nnd Mergelerde. Die Einwohner sind zahlreich, bekennen sich zur lutherischen Religion und reden plattdeutsch. Die ganze Grafschaft steht unter churbrandenburgischcr ke, heusbarkeit und Landeshoheit. Durch den Vergleich vorn Jahre>714 sind jedoch dem Grafen die obere nud untere Gerichtsbarkeit i» Civil> Criminal- und Kirchensachen, ungleichen das Berg- Jagd- Zoll. und Münzregak nebst andern Gerechtsame» verblieben; daher er seine Regierung, Consistorium, Kammer, Forst, und Bergamt hält. In gewissen Fällen gehn die Appellazionen von der gräflichen Regierung an das Kam- mergericht nach Berlin. Vor Alters hatte dir Grafschaft eigene von ibe benannte Grase». Im Jahre 1208 trug konrad, Graf zu Wernigerode, sein Schloß und seine Siadt Wernkger-vdr den Markgrafen zu Brandenburg, Jo Minium 2 642 Wer nigerode haun, Otto und Eonrad, und ihren Nachkommen zu Lehen auf. AIs Graf Heinrich, der letzte seines Nahmens, im Jahre»429 ohne Erbe» starb, kam die Grafschaft vermöge der vorher errichtete» Verträge a» Grafen Bodo VI. zu Srollberg. Der Hauplorl derselben heißt ebenfalls Wcrnigerode, und ist eine Stadt mit ei» ncm Schlöffe, und die Residenz der Grafen von Stollberg- Wenigerodr. IDie erste liegt nicht weil von der Holz- enime, welche den durch die Stadt fließenden Zillerbach aufnimmt, und besteht aus drey Theilen, nähmlich aus der Aiistadt, der Neustadt, und der Vor» stadt Nöschenrode. In der Altstadt zählt man 4zo bürgerliche Häuser, 2 Pfarrkirchen und 2 Hospitäler, und findet auch ein von Quadersteinen erbauekes gräfliches Haus, ein gräfliches Vorwerk, das gräfliche Kauzelleygebäüde, das gräfliche Stadtvogtepgebäude, das Rath. Haus, auf welchem auch die königlichen preussischen Acoise-und Steuerämter find,.und has königliche und gräfliche Baudirectokimi! seine Zusammenkünfte hält, eine wohl eingerichtete lateinische Schule von§ Classen,»nd verschiedene adelige und freye Höfe. Die Neustadt enthält lyi bürgerliche Häuser- eine Pfarrkirche und ein Hospital, und die Vorstadt Nöschenrode ungefähr iZo Häuser, eine Kirche, und für die Hof, gemeinde eine Schule. Vor der Siadt liegt das St Georgenbospital mit einer Kirche. Nach dem letzten Brande vom Jahre i/L», welcher große» Schaden anrichtete, sind die eingeäscherten Häuser größten Theils von Stein aufer- bauet worden. Aus der Vorstadt kann die ganze Stadt vermittelst des Ziller- bachs unter Wasser gesetzt werden. Die Nahrung der Einwohner besteht vornehmlich in Ackerbau, Bierbrau„nd Vrantweinbrennerey, wozu T»ch-imd Mecnigersbe Wecs Woflonzeugmannfackttren und andere Gewerbe.kommen. Uebrigens befindet sich hier auch ein königliches preussisches Commissariak und Postamt. In und bey der Stadt gibt es am Zillicherbache und an der Holzemme viele Mehl-Qehl- Papier- Walk. Schleif- Säge- Lohe- und andere Mühlen, wie auch einen Kupferhammer. Das Schloß Wernigerodc liegt über der Stadt auf einem hohen Berge,und ist von dem Grafen Christian Ernst sehr verbessert und durch neue Gebäude vergrößert worden, so daß auf dem gan. zcn Berge kein unbebancter Platz zu finden ist. Eben derselbe hat hier auch einen großen unb kostbare» Büchersaal angelegt, dessen Bibelsammluiig sehr beträchtlich ist, und hier wird auch das gräflich« Archiv verwahrt. An der Hof- capelle steht ein Hofprebiger, welcher zugleich Superintendent der Grafschaft ist. Um das Schloß her trifft man zwey Thiergärten an, welche nicht allein mit wilden, sondern auch mit Qbstbäumen bepflanzt sind. Hier trifft man zunächst vor drin Schloßthorc eine Reih« Häuser, worin gräfliche Bediente wohnen, ein wohl eingerichtetes Waisenhaus, einen Marstall, und noch andere hin und wieder stehende Gebäude für gräfliche Bedienten; vornehmlich aber enthält der Thiergarten drey gräfliche Lusthäuser. Nicht weit vom Thiergarten befindet sich der schöne gräfliche Lustgarten mit einem schönen Qrangeriehanse, dessen großer Saal keine Säule» hat. Nahe beym Lustgarten steht noch ein schönes Gebäude. Aies dem Thiergarten führt eine Allee von Liiidenbäumrn nack> dem großen gräflichen Küchen« «nd Banmaarle», welcher nahe bey der Sladt liegt. Die»ach dem Schlosse führenden Fahrwege und Fußsteige sind Alleen. Wfsy, eine kleine dänische Insel im Cat- W er r c. Wkfkl Wesel legst Misch-'-- der Ivsel Gamsocund Syroe. Werra, f. Weser. Werft, Wersa, eis Fltkß im Hochstifte Münster in Westphalcn, welcher sich unweit Tcllizk in die EmS ergießt. Werstalt, eil! schöner mit einem Graben umzebcnsr Flecken, 6 Stunden van Maynz, welcher einen berühmten Zahr- mae-, und gesunde Wasser hak. Werst, kir russisches Mcileninaaß, deren i6o an deutschen Meilen 2Z ausmachen. Wert, s. Weerr. Werkach, V^ortscftiur V'Iuviur, ein Fluß in Schwaben, welcher sich unterhalb Angspurg in den Loch ergießt. Werth, ein Schloß, Marktflecken und Herrschaft nicht weit von dcr Donau im Rentamie Straubinge», 4Stunden vor, Regeusburg in Niederbayeru, welche dem Hochstifte Regensburg gehören. Werthen», eine Grafschaft zwischen dem Erzstifte Mainz und dem Bisthume Würzburg im fränkische-» Kreise, welche den Fürsten und Grate,, von Wert. heim gehör», und Nebersiuß a» Holz und Wein hak. Auf dem Reichstage habt, die Fürsten und Grasen zu Löwen- stein- Wertbbcim wegen dieser Graf- schaft im fränkischen Krafencolleginm zwey Stimme». Die Hauptstadt Wcrkheim, liegt am Mann, der hier die Tauber aufnimmt Es fi-d hier zwey löwenstein-wertheimische Aestdenzschlös- ser, eine Pfarrkirche, bey welcher im Jahre»4,9 ein Chorstift errichtet wurde, und deren stch so wohl die Luther«, ncr als Katholiken gemeinschaftlich be. dienen, und eine lateinische Schule. Der Magistrat ist ganz evangelisch. Wesel, oder Niedetweftl, eine großennd schöne Stadt am Au-flnsse der Lippe in den Rhein ii» Hei zogthmne Eleve im westpdälischcn Kreise, welche über 7000 Einwohner und verschiedene Fabriken enthält, und mit einer starke» Citadelle Weser 64z versehen ist. Sie liegt 4 Meilen von Meve, und war sonst eine Reichs, und Hanftestadt. Im Jahre r^L7 wurde sie vo» den Franzosen besetzt, und erst im Jahre i^Z nach erfolgten, Frieden ge. räumt. In eben diesem Jahr sind ihre Werke geschleift worden. Sie hat 2 re- formirtc Hauptkirchen, i resormirteS Gymnasium, r lutherische uud> ka- tholische Kirche, Z katholische Mönchsklöster ,eine Johaiinitiercommenthnrey, eine starke Garnison, und wegen der bequemen Lage eine gute Handelfchaft. Von hier bis zu dem Städtchen Laut gehn schöne Alleen. Wesel, s. Oberweftl. Wesen, Ouelcfta, ei» großer Flecken am Wallenstädler See in der Landvog« tey Güster in der Schweiz, welcher ehemahls eine Stadt war, und Z Kirchen, und ein Bernhardiner Nonnenkloster hak. Wesenberg, ein ehemahliges Städtchen mit einem Bergschlossc in der Statthal. terschaft Reval, oder im Herzogkbume Esthland, welches jetzt nur ein Landgut der Familie von Tiesenhausen ist. Wesenberg, ein Städtchen und Amt an einem fischreichen See in der mecklen. burgischcn Landschaft Stargrad,Mei- ken von Strelitz. In den Jahren>706 und 17^7 brannte der Drt bis auf wenige Häuser ab. Weser- Visur^i», einer von den größten Flüssen in Deutschland, welcher aus den beyden Flüsse» Werra und Fulda ent- stehk,wovon jener ii» Fürsteulhume Hildburgshausen, dieser aber im Fuida- ischen entspringt. Beyde vereinigen sich bey Münde» j»i Catendergischen, und heissen alsdann die Weser, welches aber kein neuer Nahme, sonder» mit Werra einerley fti. Da sie im Fürstentbume Berden die Aller, und im Herzogikume Bremen die Wümme aufnimmt erweitert sie sich ansehnlich, und fällt in die <44 Weseritz Weste« Westera, Wcsterburg Nordsee. Die großen Schiffe könne» mit ihrer Ladung nicht bis Bremen kom. men, sondern müssen bey Brake oder biSfleth, drey bis 4 Meilen unterhalb der Siadt ausgeladen werden, und alle Anschläge zur Vertiefung der Weser find bisher vergeblich gewesen. Sie ist auch reich an Fischen. Wkscritz, ein Marktflecken und Schloß im Pilsner Kreise in Böhmen, welche den Fürsten von Löwrnstein- Werthrim gehören. Weßlingsburen, ei» wohl gebauter Fle. cken nebst dazu gehörigem Kirchspiele in Norderditmarsen. Er liegt nicht weit von Heydr, und die dasige Pfarrkirche ist die beste im Lande. Wessclttschko, eine Herrschaft im Dlmü« tzer Kreise in Mähren, welche au« r» Dörfern besteht, und dem Grasen von Podstazky gehört. Wessely, ein Marktflecken im Bcchiner Kreis« in Böhmen, welcher den Für» sten von Schwärzender- gehört. Wessely, ein geringes Städtchen ans ei« ner Insel im Flusse March im Hradi» scher Kreise in Mähren. Wessen, ein Flecken und Herrschaft an der Maas in der Grafschaft Horn, im Hochfiifte Lüttich. Wessenbrunn, ein schönes Bencdictiner- kloster nebst einer geschlossenen Hofmark zwischen Schonheim und Weilhcim im Rentamte München in Dberbayern, welches im Jahre 17LZ sein tausendjähri« ges Judiläun, beging. Messingen, ein Amt in Schwaben, welches nach Hechingcn und dem Fürsten »o„ Hobrnzollern gehört. Wesprim, s. Vesprim. Westbury, ein kleiner Burgstecken in Wilt- shirr in England, welcher am Flusse Browke liegt, der nicht weil von hier in den Fluß Avon fällt, und zwey Dr« putirte ins Parlament schickt. Weste«,«in Amt an der Weser und Aller in der obern Grafschaft Hoya in West. phalen, welches vor Zeiten zu Verben gehörte, und mit demselben an die Kro» ne Schweden kam, die es aber im Iah« re 1679 durch einen Vergleich an das Haus Braunschweig. Lünedurg abtrat. Es bestehet aus 2 Dogieyen. Wt'steras oder Akstra-Arvs,^rosta, eine sehr alie Stadt am Ausflüsse der Swarra in den Mälarsee in Westman. land in Schweden, welche eine neue Citadelle hat, und 17 Meilen von Stock- holm liegt. Der hiesige Bischof, der zu Dingihuma, l Meile von hier restdirt, steht unter dem Erzbi chvse zu Upsal. In der große« und prächtigen Dvmkir- che, welche einen künstiichen und schö- neu Thurm hat, liegt König Emrich XIV. begraben. Ueber dieß findet man hier ein seit dem Jahre 1628 errichtetes Gymnasium, eine Landeshauptmann' schaft, und an dem Wasser viele Eisenhütten; auch wird hirr mit Eisen großer Handel getrieben. Ja der Geschichte hat Westeräs ein immer währendes Andenke», weil hier die Schweden im Jahre 1^44 zu König Gustav I. Zeiten au« einem Wablkönigreiche in ein Erbkönigreich verwandelt wurden. Westerburg, eine Herrschaft auf dem Westerwalde zwischen den launischen, trierschen und nassauischen Landen im oberrheinischen Kreise, welche nur»n- ung efähr 2 Stunden im Um lange einnimmt. Sie Hai vortreffliche Weide und Viehzucht, und bringt auch allerley Arten Getreide, Hülsensrüchte, eine große Menge Kartoffeln und allerley Obst hervor. Es ist auch hierein reiches Holzkohleitwerkvorhanden, dessen Kohlen durch ihre Farbe, Fasern und Aeste zeigen, daß sie wirkliches Holz sind, und in einer Höhe von 20 Schichtn unter der Erde fort streichen. Wildbret finde« man auch, und dieBä- che find reich a» Forellen und Krebsen, Westerbur, Westeeg» so wie dir Teiche an Karpfen, Hechte» und andern Fischen. Diese Herrschaft wurde in den Jahren 1226, ,270 und 1288 von der Herrschaft Runkel abge. theilt. Die Herren von Runkel, die diesen Theil bekamen, nannten sich nach» her Herren von Westerburg. Einer von denselben vermählte sich mit einer Erbgcäsinn von Leitungen; daher das jetzige gräfliche Haus Leiningen. Wr- sterbnrg entstanden ist. Der Hauptort dieser Herrschaft heißt ebenfalls Westerburg, und ist ein Städtchen, welches auf einem Berge liegt. An dem- selben besitzt die christophische Linie^, und die georgische H; die letzte hat auch das uralte Schloß allein, da hingegen jene an Statt ihres an demselben ge. habten Antheils den in dem Städtchen befindlichen Hof bekommen hat. Hier ist auch noch ein adeliger Burgsitz vorhan» den. Unten im Thale liegt eine große Vorstadt, welche die Lehrgasse heißt. Westerburg, ein Schloß und Amt in der Grafichaft Aegenstein im Fürstenkhume Halberstadt, welches der König von Preussen Friedrich I. nach Absterben der Herren von Steinberg, westerburgischer Linie, denen eS gehörte, im Jahre,701 seinem Bruder Markgraf Albrecht Friedrich übergab. Nach dem Tode des Soh. «eS desselben ist es dem Prinzen Hei», rich geschenkt worden. Westercappel, ein Vorgebieg nebst ei. «er Sandbank auf der Insel Laaland in Dänemark, welche sich gegen We» stra in die Ostsee erstrecken. Westergo, 1'rsctus occickelltnli», eines von den drey Quartieren, in welche die Provinz Friesland in den vereinigten Niederlanden eingetheilt ist. Es hat Dostergo und Zevenwolden gegen Osten, und grenzt gegen Norden und Westen an die Nordsee und den Fliestest«, und gegen Süden zum Theil an die Süderfee. Westerhanf Western»« 645 Uebrigrn« ist eS wieder in 9 Thrile g». theilt. Wesierhausen, ein Amt und Flecke« in der Grafschaft Regenstei» im Fürsten- thume! Halberstal». Dieser Flecken war sonst der Sitz der Regierung«der die» selbe, die im Jahre 167.; mit der hsl. der städtischen ocrl'iindeii wurde. Zudem Anne gehören Z Dörfer, und man sticht in der hiesigen Gegend Torf. Westerhosen, ein Ami mit 9 Dörfern im Fuesielithumc Calenbeeg, nicht weit von der Stadt Nordheim im»iedersächsischen Kreise. Es hat gut« Holzungen und Fi. scheeeyen. Westerloo, ein Flecken an der großen Bete im Quartiere oou Antwerpen im öster. reichlichen Antheile am Herzoglhume Brabant, welcher im Jahre 1626 zu einem Maeguisate erhoben wurde, und dem Geschlechte Mceode gehört, dessen Stammhaus Merobe nahe bey Wrsier» loo liegt. Westermanland, Westmanland, Wasser»" tnnnnis, äVelimLnuiL, eine Provinz in dem eigentlich so genannten Schweden, welche zwischen Südermanland, Gastrikland, Renke und Upland liegt, und 24 Meilen lang und 20 Meilen breit ist. Sie hat Aecker, hinlängliche Wiesen, Viehweiden und Wälder, und eS sind hier auch etliche ergiebig« Silber. Kupfer. Stahl- Eisen. Bley. und Schwefelgruben, wie auch Messings- Hammerwerke vorhanden. Westernes, Hebridifche obre Westliche Inseln, Lbuckes, llebrickes, der Nahme derjenigen Insel» auf dem caledo» Nischen Meere, welche nicht weit von den westschottländischcn Küsten liegen. ES werden derselben 44 gerechnet, unter welchen Jsla oder Jla, Jura.LiS. morr, Staffa, LewiS, Skie, Mull, Soll und Bitte die vornehmsten, übrigen aber sehr klein sind. Sir gehö- ren zu Schottland, sind durchgehends Wkstßothl Westkappel 646 Westsrquar Weffgoth fruchtbar und wohl bewohnt, und dir Einwohner erreichen eiu hohes Alter. Wesserqiiartier, eine kleine Gegend im ommrländischen Theile der Provinz Groningen in den vereinigten Niederlanden, welche zwischen der Grafschaft Emde», und dem BiSthume Münster liegt. Sie ist wegen des Morastes nicht fruchtbar, und hat nur Dörfer, und einige Forts zu Bedeckung der Pässe. Westerrclch, s. Westrcich. Wcsterriedt, ein Schloß und Herrschaft in der fürstlichen Abtep Kempten im schwäbischen Kreise. Messerscheibe, s. Hont. Wesserwald, im allgemeinen Verstände ein Distrikt, welcher gegen Westen a« den Rhein, gegen Norden an die Her- zogthümer Bergen und Westphalcn, gegen Osten«der an Oberheffen, und ge. gen Suden an die eigentlich so genannte Wetterau grenz«. Er begreift einen Theil-er kölnische» und tricrschen Lande, die Grafschaft Isenbnrg, Sayn, Mied, Siegen, Dillenburg, Bülstein und Hadamar. Im enge» Verstand« ist der Westerwald ein großes hohes und rauhe- Gebirge, welches hinter Her- born anfängt. Man bringt eine Stunde Wegs zu, ehe man den Gipfel er, reicht; hierauf trifft man eine Ebene von großen Steinen und Pfützen an; auch steht man nichts als Himmel und Vrde, und selten einen Baum. Dieser rauhe Strich dauert über 6 Stunden, bis man ihn verliert. Wesserrplck, Meürovicum, eine kleine Stadt mit einem Hafen und Schiffswerft an der Ostsee in der schwedischen Provinz Smaland. Man findet hier eine Tuchmanufactnr, und treibt starken Handel mit Holz und andern zum Schiffbaue gehörigen Materialien. Westfriesland, s. Frirsland und Holland. Westgoihifches Thallasd, s. Dallaad Wessgt>1hland,^VeltetZoti,iA, der westliche Theil von Gvthlaad im Königreiche Schwede»/welcher drey Provinzen, nähmlich das eigentlich so genannte West. gochlaud, Thaüand oder Dastand, das seinen Nahmen von den vielen Thälern erhallen hat, Wermelünd und Bahus oder Bohuslehn begreift. Das letzte liegt an der Nordsee, und ist eigentlich ein Stück von Norwegen, welches aber im rolbschildischk» Frieden vom Jahre 16L8 an Schweden überlassen wurde. Die Norweger nennen es die Mika. Das eigentlich so genannte West- gothland grenzt gegen Norden, an den See Wenec und an Wermeland, gegen Süden an Smaland und Halland, gegen Westen aber an den Caitcgar und an den Fluß Trolheite wodurch es von Thalland und der Provinz Bahus abgesondert wird. In Westgothland trifft man treffliche Viehzucht an, und die westgothischen Käse gebendem parmesa, nischen nicht viel nach. Wssshvfen, eine kleine Stadt und Amt in der Herrschaft Lichtenberg in Untere!- sas, bey welcher d,as alte Schloß Ro- senburg liegt. Wesshofkli, ein Städtchen im Amte Odern- heim i» der Pfalz am Rhein. Westhvvcn, eine Freyheit und Rcichshvf unweit Schwerte beyder RuhrinWest- phalen, welche eine reformiere Kirche hat. Westilldien, s. Aivenka. Westkappel, eine kleine Stadt in der Provinz Seeland in den vereinigten Niederlande». Sir liegt auf der westlichen Gegend der Insel Walcheren, welche durch einen kostbaren Deich verwahret wird,»ud hat keine Mauern. Uulee Wilhelm H., Grafen von Holland und Seeländ, fiel im Jahre tSLZ in dieser Gegend zwischen dessen Kriegsvölkerit und den Truppen der Gräfinn.Marga- rclha von Flandern, welche sich der zanzca Insel zu bemächtigen gedachte, Westlicher eine sehr blutige Schlucht zum Nach. theile der Letzten vor. Westlicher Heran oder Amerikanischer Heran, eins von den vier Hauptmeeren, welches den scondinavischen oder Nordocean, den atlandische» Ocean und den südlichen atlandische» Ocean begreift. Der scandinavische oder Nordocean besteht i) aus der Nordsee mit dem Norwegische» und deutschen Meere; 2) aus der Ostsee nebst dem Catlegat, dem grasten und kleinen Belte, dem Oresunde, dem bvlbnischen, finnischen und lieflän. dischen Busen, dem großen und curi- scheu Hoff; Z) aus der Westsee nebst der Hudsons. Cumbcrlands- Baffins- «nd Davidsstraße, und der Hudsons» James. und^«ffiiisbay. Der atlandische Ocean bestehet 1) auS dem nordatlandischen Meere mit dem Cauale dc la Manche, aus dem britische» und biscajischen Meere,und aus dem S. LorenzbUscn; 2) aus dem ost< atlandische,, oder mittelländische» Meere, wozu das schwarze Meer»ebst der Straße von Costa, das afowsche Meer, die Meerenge von Constautinopel,-aS Mar di Marmor« und die Meerenge der Dardanellen gehört. Der Archipel bey Griechenland, das syrische, das adriatische, das tyrrhenische Meer und der syriische Busc» sind gleichfalls Tbei. le davon. ,g) Das westailandische Meer enthält außer dem niexicanischen Meer- bnse» den von HondniaS, und dem an- tillikche» oder westindischen. 4) Das süd- atlandische Meer begreif« den neuschottischen und amazouilchcn Meerbusen. Der südlichere atlandische Ocean bat jwev H'.«pttheüe, nähmlich 1) das äthiopische Meer nebst dein Go-fo von Guinea, dem Capmeere, dem braslluchen Meere»edst der Allerbeilig,„bay und dem paiagonischen Meere swv sich die magethaensche Ssraße d, findet),»nd 2) das südlichst„ilandische M»er. (IV. Band.) Westlooe Westphälisch 64/ Westi'ooe, ein Burgflecken in Cornwall in England, welcher von dein Flecken Eajilooe nur durch einen schmalen Fluß getrennt wird. Jeder schickt zwey Dr- putirte znm Parlamente. Westmanland, f. Westermanland. West- Meath, eine Landschaft in der Provinz Lcinstcr im Königreiche Jrlgnd, welche zwischen East- Meath. Kings- Longford, und dem Flusse Shannon liegt. Sielst>7 Meilen lang, und 8 Meilen breit, und ihre Hauptstadt heißt Miillingar. Sie hak schöne Weide, und ihre vieleil Seen find fischreich. Westminster, s. London. Westmorelatid, eine Grafschaft in Eng. land, welche zwischen Cnmberland, Aorkshire und Lancashire liegt. Sie ist ein bergichtes und morastiges Land, welches doch aber bin und wieder eine gute Gegend hat, besonders gegen Mit. tag, und enthält 8 Städte und Fle. cken, und schickt 4 Deputirlr zum Par. lamente. Wcstphältsther-Friede, ein Friedensschluß welcher ein Fniitamentalgefttz des deut. scheu Reichs enthält, und im Jahre 1Ü2F zu Münster mit Frankreich,„nd zu Osnabrück mit Schwede,, zu Stande kam. Durch denselben wurde nicht al. lein der dreyßig jährige Krieg geendigt, sondern auch dir AeligionSsreyheit auf festen Fuß gesetzt, und die zwischen dem Kaiser und den Ständen wegen jheer Geiechisamc», wie auch zwischen den Katholiken und den Protestanten wegen der geistliche» Güter entstandenen Sireitigkciten zu Deutschlands größtem Glücke gehoben. G dröhßr^M>Hgcr Krieg.'' Westvhälischer oder Nttden'stjkiisch-west- pdalncher Kreis, einer' von den zcbn Kreisen DenrschlaiibS, welcher gegen Milternachl an die Nordsee„nd an den niedersäck si'ch?,, Kr«,s. argen Morgen ebeiisaüs' än hen nlederlächüsche,, Kreis,. 8i n n n 648 Wcstrcich Westyhalen gegen Miltag an den ober-und chur- rheinischen Kreis, und gegen Abend an den churveiiiischen Kreis und die Nie. Verlande grenzt. Seine Größe beträgt 1250 geographische Oaudratmcilea, und die vornehmsten Flüsse, welche denselben durchströmen, sind, die MaaS, der Rhein, die Weser, die Lippe, EmS, Ruhr, Dimel, Emser, Hamel und Werra. Es gehören zu denselben die Hochstifker Münster, Paderborn, Lüt- lich und Osnabrück; die Abteye» Coc- vey, Stablo und Malmedy, Werde», St. Cornelismnnstec, Essen, Thor» und Hervorden; die Herzvgihnmer West. phalen, Eleve, Jülich, Bergen und Oldenburg; die Fürstenthnmer OsiftieS- land, Minden, Verdci!,MörS und die fürstliche» nassauischen Lande dieses KreiseS; die Grafschaften Mark, Ra- vensberg, Mied, Sapn, Schauenburg, Lippe, Sternberg, Benthheii», Stein, furth, Tecklenburg, Hoya, Birnen, bürg, Diephol;, Spiegelberg, Riet. berg, Pyrmvnt, GconSfeld, Reckhcim, Holzapfel, Blankenheii» und Ecrold- stein, Karpen und Lommersum, Schlei- den und Hallermund, die Herrschaften Anhalt, Winnenburg und Beilstein, Mitten, Gehinen, G-mborn, Wicke, rad, Mylendonk und Rcichenstein, und die drey kaiserlichen freyen Reichsstädte Cöln, Aachen und Dortmund. Die a»S, schreibenden Fürsten und Directorcn dieses KreiseS sind der Bischof zu Münster, und die Churfürsten von Brandenburg und Pfalzbaycrn als Herzoge von Wepe pich Zülich. Die Kreistage werden in Cöln gehalten. Westphaien, ein Hcrzogthum im wcst- phälischen Kreise, welches gegen Morgen an dar BiSthum Paderborn, an die Grafschaft Waldeck»nd an die Land. grafschaft Hessen, gegen Mittag an die Grafschafte» Witgcnstein und Nassau, und an das Herzogthum Bergen, gegen Wcstphaken Abend an eben dasselbe»nd an die Graf. schuft Mark, und gegen Mitternacht an das BiSthum Münster und an die Graf- schaft Lippe grenzt. Seine Größe wirb von Mittag gegen Mitternacht auf zehrn, und von Morgen gegen Abend auf acht Meilen gerechnet. Der natürlichen Lage»ach wird es in drey Theile abgetheilt. Der erste ist der Hrüwcg, welcher niedrig liegt, sich an der bey der Lippe aufhörenden Landstraße befindet, und einen Ueberflnß an Getreide,„nd ander» z»r Nahrung der Menschen nöthige» Dingen, hinlängliche Viehzucht »nd auch Salzquellen ha«. Der zweyte ist der Haarstrank, welcher etwas höher zwischen dem Hellwcge und Sauer, lande liegt, und zwar gute, aber nicht so fruchtbare Aecker, als sich jm Hcll- wcge befinden, hat. Der dritte ist das Sauerland oder Sndcrland, welches suS Bergen und Thälern besteht, und weder hinlängliche noch gute Aecker, aber gute Waldungen und Weiden, gute Viehzucht, Wildbret, Fische, vieles Eisenerz, Galmey, Bley, Kupfer, Sil. her und Gold hat. Die vornehmsten hiesigen Flüsse sind die Ruhr, Lcnne» und Diemel, welche in diesem Lande entipringri!. Dieses Herzog,h„m, wel. cheS zum Erzstifie Cöln gehört, enthält LL Städte, und>0 Freyheiten vdce Flecke», bat eine zahlreiche Ritterschaft »nd LZ Stifter und Klöster, und besteht der politischen Einlhciluiig nach aus vier Quartieren. Westprcussen, f. Preussen. Westra, eine von den orcadischcn oder nördlichen Inseln Schottlands, welche 8 Meilen lang, und an eitrigen Ortenz, an ander» aber Z Meilen breit ist. Sie hat viele Einwohner, ein festes Schloß und eine» Haftn, und ist reich an Getreide, Vieh, Fischen und Kaninchen. Wcstrrich. Wefierreich,^.ulirnlin, ein Strich Landes in Deutschland, welcher Westretford Wette nh gegen Mittag an Lothringen, gegen Abend an Luxenburg, gegen Norden an Limburg, und gegen Morgen an die Pfalz grenze. Er begreift dasWasgau, den Hundsrück, die Eifel, die Fürsten» thümer Zweybrückc», Birkenfeld und Salm, und die Grafschafte» Veldenz, Spvnhcim Lützelstein, Leiningen, Saar» brück, Nassau und Bitsch. Das West- reich ist übrigens ein fruchtbares Land, hat gute Viehzucht und viele Seen, und ist ein Stück von dem alte» Königreiche Austrasien. Westrclford, ein Marktflecken au der Westseite des Flusses Jsle in Notting- hamshire in England, welcher ein gutes Hospital hat. Westsex, 8nxonin occickentLlis, einer von den sieben Theilen Englands, welcher der westlichste unter allen ist, und die Landschaften Berkshire, Hampshire, Devonshire, Sommerselshire, Wilt- shire und Dorsetshire, nebst der Insel Wight, oder überhaupt alles, was am Canaie bis an das irländische Meer liegt, begreift. Welischivcil oder Wadenschweil, eine Landvogtey, Schloß und Flecken, im Canton Zürich in der Schweiz, welche am Zürichersee liegen, und ehemahls eine Herrschaft ausmachte», die die davon benannkenFceyherren zu Hesitzern hatte, nach deren Abgänge sie an den Johaiiniterorden kam, der sie im Jahre iA4y der Stadt Zürich verkaufte. Weikenhausen, eine Peopflep regulirtcr Chorherren Augustineeoedens im schwäbische» Kreise, welche mit ihrem Ge» biethe zwischen und au den Flüssen Gü-iz, Kamblach und Mindel liegt, nnd von der österreichischen Matkgrafschaft Bur» gau umgeben ist. Sie gehör« zum augs- burgischen Kirchchrengel, und ih> Pivpst ist ein»n ittelbarer Stand des Reichs. Das Kloster selbst>>eg> am Flusse Kam- blach, und iu dcmfelden ist Heinrich, Wetter Wetters» 64^ letzter Markgraf von Burga», welcher im Jahre 128Z ohne Leben starb, begraben. Wetter, ein Amt und kleine Stadt in Obeihessen im oberrheinischen Kreise, welche dem Landgrafen von Hessen. Cas fel gehören. In Lein Städtchen befand sich vormahls ein Zungfrauenkloster, welches jetzt ein adeliges Stift ist, dessen Einkünfte Landgraf Philipp der Großmüthige zur Aussteuer der Loch- «er alter adeligen hessischen Familien widmete. Es hat zugleich mit dem Stifte Kauffuugen vier adelige Obervorsteher. Wetter, ein offener Ort und Amt auf einer Höhe bey der Ruhr in der Graf- schaft Mark im wesiphälischen Kreise. Hier befindet sich eine resorwirte Kirche. Wetter, s. Welteran. Wettern»,^VetterÄviu, Veckoravim, eine große Landschaft in dem oberrheinischen Kreise, welche vom kleinen Flusse Wetter, der nicht weit von Lande ch, bey dem Dorfe Wclterfeld entspringt, den Nahme,, hak. Sie erstreckt sich von Süden gegen Norden, von Franken und dem Ursprünge des Flusses Kiuzing bis an das Herzogthum Bergen, so daß sie die Erzstifter am Rhein gegen Westen, und Hessen nnd die Abtey Fulba gegen Osten hat. Sie wird durch den Fluß Löhn in 2 Theile abgesondert. Der füd. -liche, welcher die eigentlich sogenannte Weueeau ist, begreift die niedere Graf- schaft Catzenelnbogen, die Grafschaf, ten Nassau in engerem Verstände, ferner Dietz, Jdstei», Wisbaden, Wciiduig, Salms, Obcryseiiviirg, Anhingen und Hauan, nebst den Reichsstädte» Frankfurt, Wctziar, Friedberg und Geln- bausen. Die nördliche Wetterau ist der Westerwatd. und die darauf liegenden Provinzen find tvestphälischr Kreislande; da hingegen das, was nach dem Mayn und Frankenlaude zu liegt, zum oberrheinischen Kreise gehört. Nyiin 2 Wettingeir Wettreitn en ÜL0 Wetterh Wetterhorn, ein hoher Eisberg im Thale Grindelwald in der Landvogtey Jnter- lachen in den dentschei, Lande» des Can. tous Bern iu der Schweiz, auf welchem es stark sausen soll, wenn bald darauf ein Gewitter einstehet; daher er seinen Nahmen bekommen hat. Wettersee, ein großer See an den off- und wkstgothlandischen und smaländi« scheu Grenzen in Schweden, welcher über 2» deutsche Meile» lang, und 7 bis 8 breit ist. Wettin, Vottinum, ein Amt, Städtchen und Schloß im Saulkreise dcS Herzog, thums Magdeburg in Niedcrsachscn, in dessen Gegend viele Steinkohlen gegra« ben werde». Es war voz Zeiten eine berühmte Grafschaft dieses Nahmens, deren Besitzer im Jahre 1290>»it Otto III. ausstarben, welcher sie dem Erz. stifte Magdeburg schenkte Heutiges Tages ist sie getheilt; denn dir eine Hälfte macht ein königliches Amt aus, die andre hingegen gehört der adeligen Fa» mitte aus dem Winkel, welche sie im Jadre 1446 käuflich an sich brachte. Ueber das Städtchen Wetkin, bey welchem eine Fahre über die Saale geht, und auch eine Schleuse für die Schiffe angelegt ist, üben der König und die Herren aus dem Winkel die Ober. und Niedergerichte gemeinschaftlich aus. Ue. der Ließ befindet sich hier ein Bergamt, und das hiesige gute Bier, Nahmens K-uterling, ist berühmt. Die aufcinem hohen Felsen an der Abendseitc desSkädk- chcnS gelegrneBurg gehört nebst ,7 Dör- fern zum königlichen Amte; hingegen begreift der vorn Winkel Eigenthum an der ehemahligen Grasschaft Wettin, das alte gräfliche Bcrgschloß nicht weit von der gleich vorher erwähnten Burg, die 2 Wetliner Vorstädte und 6 Dörfer. Wettingen, eine schöne Abtey BeneLic- tinerordens am Flusse Limat, eine halbe Stunde»on Baden in der Schweiz, Wctzlar welche Graf Heinrich von Rappersch. weil im Jahre 1227 stiftete. Wettrennen, eine besondere Unterhaltung der Engländer, welches ste mit ihren schnellen Pferden an einem bestimmten Orte gegen groß- Wetten anzustellen pflege». Diejeuigen Personen, welche Wettrennen wollen, werden gewogen, und der Leichtere muß so viel Bley z„ sich stecke», daß er eben so schwer als der Andere wird. Wenn nun die Welten und das Ziel eingerichtet find, gibt einer von den Schiedsleuten ein Zst. chen, woraus ste die Pferde laufen las. f-u, und wer zum ersten das Ziel erlangt, der hat gewonnen. Wettschwyl, eine Obervogtey und Schloß im Conto» Zürich in der Schweiz. Wetzlar, Wetrlnriu, eine freye Reichs, stadt an einem von hohen Berge» ein- geschlossenen Berge an den Ausflüssen der Wetzbach und Dill an den Lahn in der Wetterau im oberrheinische» Kreise. Sie ist der Sitz des Kaiserlichen Reichskammergerichts, enthält gegen 70c, Häuser, und ihr Magistrat und die meisten Bürger bekennen sich zue evangelischen lutherischen Religion. Sie ist ziemlich volkreich, aber nicht nur abhängig, sondern auch unregelmäßig und schlecht gebanst, und hat zwey Vor- flädt«, welch- die Langgaffe und Neu. gaffe genannt werden. Die hiesigen Ka- tholiken besitzen die Domkirchc mit den Lutheranern gemeinschaftlich, und ha> ben auch ein Franciscanerkloster mit einer Kirche, und ein ehemahliges Jesiii- tercoüezium. Den Lutheranern gehört noch eine Capelle und eine lateinische Schule. Die Hospitalkicche zum heiti. gen Geiste, welche auch ein Eigentham der Lutheraner ist, hat man zwar abgebrochen; der neue Bau derselben aber ist nicht zu Stande gekommen. Die Reformisten besitzen auch eine Kirche. Diese Stadt ist am berühmtesten durch da/ Wetzlar im Jahre i6yZ von Spcyer hierher ver- legte Rcichskanimergericht, welches sich auf dem Rathhause versammelt, und vermöge des im Jahre 1719 errichteten Reichsschlusses, aus einem Kammerrich- rer, einem evangelischen und kalholi- scheu Präsidenten, und 2L theils protestantischen theils katholischen Beysitzern der Churfürsten und ReichSkrriss bestehen soll; gemeiniglich ober nur 17 oder>8 Assessoren hat. Die Kanzclley- s^lltcrneii setzt Churmaynz, und der Aovocaten und Procuratoren sind über Lv. Die von den Reichsständen zu Unterhaltung dieses Gerichts zu bezahlenden Gelder oder Kommerzieller, sollen alle halbe Jahre»ach Frankfurt am Mayn an den ReichSpfennigmeister eingeliefert werden, der sie hernach aus- theilt und berechnet; eS bleiben aber immer große Rückstände. Im Jahre 1714 fand der Vorschlag von Versetzung des KammcrgcrichtS von Wetzlar an einen andern Ort großen Widerspruch; im Jahre>7Ll aber legte dasselbe selbst der Reichsversammliing zu AegcnSburg Gründe vor, weßwcgen cS nicht länger hier bleiben könnte, und gab zugleich zu erkennen, daß die sich äußernden Mängel am besten gehoben werden könnten, wenn der Sitz deS KammergerichtS nach Frankfurt am Mayn verlegt würde, weiches aber noch nicht geschehen ist. Das hiesige deutsche HauS gehört zur Balley Hessen. Diese Stadt, welche schon zur Zeit Kaisers Friedrich I. eine Reichsstadt war, steht unter hes. sen-darmstadtischem Schutze. Der land- gräfliche hier residiccnde Vogt wohnt allen Execukioneu in bürgerlichen und peinlichen Sachen bey, worüber es schon öfters z« allerley Streitigkeiten kam. Die hiesige Propstcy gehört dem Churfürsten von Trier, der sie von einem Schultheißen verwalten läßt. UebrigeuS bar diese Stadt, welche im Jahre 1779 MctzleS Wexi» 6L» Brandschaden litt, auf den Reichstagen unter den Reichsstädten der rheinischen Bank die breyzehnte Stelle, wie auch Sitz und Stimme auf den oberrheinischen Kreistagen, und ihr G.bieih erstreckt sich bis an das adelige Prämon- stratenserkloster Alcenburg, welches an der Lahn auf einem Berge liegt. Wetzles, ein zur'Herrschaft Dobra gehöriges Schloß im Kreise ob dem Man- bartsberge im Lande unter der EnS in Oesterreich, welches dem Freyherr» Ehrmann von Schlug gehört, der hier eine Sternwarte angelegt hat. Wcvelinghvvcit, eine Herrschaft an der Erst im untern Erzstifte Cöln, welche dem Grafen von Rheda gehört. Hicc befindet sich ein Riltersitz, eine katholische und eine reformirte Kirche. Wsoelsburg, ein sehr altes und festet Schloß im Hochstifte Paderborn in West- phalen, welches am Flusse Alm liegt, und im dreyßig jährigen Kriege im Jahre 1646 von den Schweden ganz verwüstet, aber von dem Bischöfe zu Pa- dcrborn, Theodor Adolph, sehr herrlich wieder erbauet wurde. Wcxford oder Weisford, eine Grafschaft in der Provinz Leinster in Irland, welche gegen Osten und Süden an das irländische Meer, gegen Westen und Norden aber an Waterford, Kilkenny, Ca- thcrlagh und Wicklow grenzt, und in acht Waronien abgetheilt wirb. Die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Wezssord oder Weisford, liegt an der Mündung des FiusseS Slaney oderU-rin, ist ziemlich groß und wohl gkbauct, hält öffentlichen Markt, hat eine Citadelle und einen weiten bequemen Hafen,unh schickt zwey Deputirte zum Parlamente. Megtiö, Vexonis, eine mittelmäßige Landstadt in Smaland in Ostgoiblanh in Schweden, welche zwölstebalb Meilen von Lalmar, und 4 von Stockholm liegt. Sir ist der Sitz einer Bischofs 652 Wepda Wepers Wep er b ar g und Landeshauptmanns über Krono. bergsleheii, und enthält außer einem Gymnasium, eine Bnchdriickerey, gu. te Hutfabrikcn- und zu beyde» Seiten der Straße» Alleen von Bäumen. Die hiesige Domkirche, welche von dem darin begrabenen heiligen Siegfried erbauet, und mithin über 900 Jahr alt geworden war, brannte im Jahre 1740 Mit ihre» schönen Glocken^Oegelwerke und der Bibliothek des Gymnasiums»»- glücklicher Weise ab. Man zeigt hier noch die.Quelle, bey welcher der heilt- ge Siegfried viele neue Christen getauft hat. Diese Stadt litt im Jahr- 17-4 adermahls Fenersschadcn. Wepda, eine Stadt und Amt im ncusiädti. scheu Kreise im Cburfürstenthumc Sach. sen, welche der Sitz einer Superinten- beniur ist, und nicht weit von der Elster am Wasser Wepda liegt, welches Mitten durch den Ort fließt. Man ver. fertigt hier Kalamanke und Kamlotte, und es befindet sich auch noch auf dem Schlosse eine besonders privilegirte Wol- lenzeugmanufactuc und eine Schönfär- de»y. Im Jahr- 17^6 brannte die Skadt ganz ab. Wcydcnberg, ein ziemlich großer Markt, flecken mit einem fürstlichen Kastcnamke und zwey adeligen Schlössern im Oberland- des Fürstenihums Bayrcuth im fränkischen Kreise. Weycr, ein ansehnliches Dorf anf dem Westerwalde in der Grasschaft Mied, rine Stunde von dem Teller Sauerbrunnen im westphalischen Kreise, wel. ches wegen der dafigen Silber-„nd Bleybergwei ke und angrlcgten Bergwas. serkünste berühmt ist. Weyer, s. Wihr. Meyer, ein Schloß und Herrschaft im Brucker Kreise in Obersteyermark, wel, che denen von Hardeck gehören. Weyerburg, ei« Schloß, Herrschaft und Markt im Kreise unter demMannharis- W h it ch u rch berge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welche dem Grafen von Schön. born.Puchheini gehören. Meyers, ei» Fleck.-I und Amt im Bis. thnme Fulda im oberrheinischen Kreise, an welchen die Herren von Meyers An- theil haben. Weymouih und Melcoinb Regls, zwey kleine Flecken aus beyden Seiten des kleinen Flusses they Wey i» Dorsetshi- re in England, welche durch eine Brücke mit einander verbunden sinh^Der erste hak weder Raihhau«»och Mchr, und bedient sich also der Obrigkeit und der Kirche des zweyten. Dennoch schickt jener so wohl als dieser zwey Depulir- ke zum Parlamente, das ist so viel als die große Hauptstadt von England. Na- bc dabey liegt ein festes Schloß. Weypert, eine königliche freye Bergstadt im Saatzer Kreise i» Böhmen, in weicher man viele Spitze» und Schirßge, wehre verfertiget, Wezcp oder Wersp, rine Stadt an der V.cht in Südholland in den vereinigten Niederlande», welche a„ der Ostseite wohl befestiget ist,»nd beynahe^oo Häuser Hai. Aus der Vcch, wird von hier in besonders dazu eingerichteten Schiffen süßes Wasser nach Amsierdam zum Bierbrauc» und ander», Gebrauche gefnhrt. Im Jahre iZHÜ ward die Stadt von den Utrechtes» geplündert und in Brand gesteckt, und im Jahre i;o6 von dem Herzoge von Geldern eingenommen. Whilby, ein ansehnlicher Marktflecken am Meere bey der Mündung des Flusses Esk in Aorksdire j« England, welcher einen vortrefflichen Hafen hat, in wel. chem viele Schiffe erbauet werden. Hier find auch berühmte Alaunwerke, und man treibt starken Handel ,w, Butter. Whitchurch, ein geringer Flecken in Hamp- fhire in England; welcher aber doch L Deputiere zum Parlamente schickt. Whitchurch Wiborg Wbitchurch, ein großer Marktflecken in Shropfhirc in England. Whitehall, s. London. Whitehaven, eine kleine Stadt am Meere in der Landschaft Cumbcrland in Eng» land, aus deren Hafen sehr viele Steinkohlen ausgeführt werden. Es wird auch hier starker Handel mit Salz getrieben. Dieser Drt ist in Zeit von hundert Jahren aus einem Bauernhöfe zu einerSladt erwachsen. Miasma- eine weitläuftige Stadt am Flusse gleiches Nahmens in der Statt, halterschaft Smolensk im europäischen Rußland. Wiatskaja, eine Provinz in der Statthalterschaft Kasan im asiatische» Rußland. Mißlingen, eine Benedictinermönchsab- tey in Schwaben, nicht weit von Ulm am Ausflusse der Zier in die Donau- welche mit ihren Flecken und Dörfern ehemahls zur Grafschaft Kirchberg gehörte; seit dem Jahre 1700 aber als eine eigene Herrschaft unmittelbar unter der vvrdcrösterreichischen Regierung ficht. Wiborg, ein Sliftsamt und die Hauptstadt in ganz Jütland in Dänemark. Sie hat beynahe eine halbe Meile im Umfange, und enthalt Z Pfarrkirchen, Z Märkte, 6 Thore und 28 große und kleine Straßen; auch ist sie der Sitz eines StiflsamtmannS und Bischofs. Nach dem großen Brande vom Jahr« 1726 hat sie verschiedene gute Gebäude erhalten; besonders fällt das Hans- wor. in alle Monathe das Landgericht über Nordjütland gehalten, und das Archiv verwahret wird, i» die Augen. In der bischöflichen Domkirche liegt König Erich Elipping in einem blechernen Sarge begraben. Der hiesige jährliche berühmte Ollermarkt, Nahmens Schnapsting, fängt sich am Lüsten Apeill an, und dauert 14 Tage, während welcher Zeit W> burg WiS- nsen 6^ der jütländische Adel feine Geldnegotien und andere Augelegenheitcn in R.chlig- keit bringt. Die hiesige große Dvmschu- le ist bekannt, und im Jahre tL7Z von König Friedrich ll. mit reichen Einkünften versehen worden. Das Zuchthaus ist wegen der Luch- und Wollenmanufae- kuren sehenswcrlh. Wiburg, Vibui-Aum, eine Handclssiadr und Hauptstadt der Statlbaitcrschafi gleiches Nahmens im Europäischen Rußland, welche ehemahls zum schwedischen Finnlande gehörte. Sie liegt an einem See, der sich in den finnische-, Meer» bnsen ergießt, und ist eine vortreffliche Festung, mit einem fast unüberwindli chen Schlosse und einem geräumige» Hafen. Sie treibt gute Handlung mit Brekern, Theer und Pech. Die Russen haben diesen festen Platz mehr als ein Mahl vergebens belagert; aber den LLsten Juniiis im Jahre ,710 ward er vou ihnen mit Aecord eingenommen, und im npstädiische» Frieden im Jahre 1721 nebst dem dazu gehörigen Distrikt« Wibnrgslehn völlig an Rußland abgetreten. Er ist der Sitz einer Bischofs. Die Kaiserinn Anna gab einigen Privatpersonen im Jahre 17ZZ ei» Privl- legitim, die in hiesiger Gegend befindlichen Eisenbecgwerke wieder in guten Stand zu setzen. Im Jahre ,7^8 warb die Stadt durch eine Feuersdrnnst sehr mitgenommen. Wick oder Weich, die Hauptstadt»nd ein königlicher Flecken mit einem guten Hafen i» Cathnefhire in Nordschoitlaiid. Wickensen, ei» Amt im Fürstenrhiime Wolfenbütkel im niedersächsischen Kreise, welches das größte im Weserdisirie- te ist. Das Amthaus liegt unter dein Berge, auf welchem das Schloß Homburg stand, und H von dessen Steinen erbauet wordkn. Der Amtsbezirk wird in die Ober,"ünd Unterbörbe getheilt. Jene begreift»4 Dörfer nebst dem Ile» W i ckham ,Wicd ckeu EscherShaufln au der Lsnne; diese aber ZZ Dörfer. Wickham, ein Marktflecken in Bucking- hanishirein England, welcher 2 Deputiere z»m Parlamente schickt. Wicklow, die Hauptstadt der Grafschaft gleiche- Nahmens in der Provinz Lein« ster in Irland. Sie liegt am Meere, hat einen kleine» Haftn, das Recht einen öffentliches Wurkt zu halten, und schickt 2 Depu.tirte zum Parlamente. Widawa, eins Stadt s» einem Bache, der in die Warta fließt in der Woiwodschaft Si'cradz in Eroßpvhlen. Widderflcdt, s. Wicderstedt. Widdin oder Bodou, VimillLciim, eine große befestigte Stadt an der Dona» in der Sandschakschaft gleiches Nahmens in Bulgarien. Sie ist der Sitz riiieS griechischen Metropoliten. Im Jahre ward fle vergeblich belagert. Wldcriage, in den Rechten dasjenige, was der Frau in Ansehung ihre-Braut- schatzeS n»d zu dessen Sicherheit von dem Manne ausgesetzt wird. Widukle, ein Städtchen»nd der Haupt, ort eines DistrictS im Hrrzogthume Schamaike» in Litauen. Wtdzy, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Wilno, im Großherzoglhume Litauen. Mied, Weck», Weda, LomitLtu5 HVe- Uns, eine Grafschaft zwischeu den chur- trierische», chnreLlnischenssapitische» und Pfettburgischen Landen, welche an der rechten Seile des Rheins liegt, wo der Fluß Wled in denselben fallt, und zu drin westphälischen Kreise und der west- phälischen Grasenbank gehört. Sie theilt sich seil dem Jahre igyL in die obere und untere Grafschaft. Jene, welche auch viiM^eiu Nahmen Wicd- runkel vorkomiiz/^lP^oht au« den Herrschaften Runk^l,^erdFrs, Nftndurg, nebst den wiedsschFthjAcchspiele,, Ursache Pt,rrrbach.zMgs„dach Dreiß, Wieherst Wiehert Raubach und Fecyrachdorf,„nd gehör! dem Grafen von Wiedriiiikcl. Diese, welche Wiedneuwied genannt wird, stößt an den Rhein, und zu derselben gehört Schloß und Stadt Neuwied, Schloß, Flecken und Kirchspiel Alten- wied, Schloß BraunSberg, Schloß Fciedrichstein, Schloß MontcepsS, die Kirchspiele HcdderSdorf, Feldkirchen, Bieder, Honnefeld, Rengsdorf, Anhäufln, Grenzbauseii, Alsbach, Nord- hofti!, Selters, und Rückerod, und gehört dem Fürsten von Neuwied. Uebel« genS enthält diese Grafschaft viele Eisen-und Kupferbergwerke. Wiedcrstädt, oder Widdei fladt, ein ehemahliges Kloster in der Grafschaft ManSfeld im obersächflschen Kreise, wcl- ches jetzt ein unter chursürstlichcr sächsischer Landeshoheit stehendes Am« ist, welches ein Herr von Hardenbrrg besitzt. Wiedertäufer, Slnabapliflen, Leute, die sich besonder- im ,6tcn Jabrbundrrkc znr Zeit der Reformation hervor thaten, und die Kindertaufe verwarfen; hingegen die Wiedertanfe derjenigen verlangen welche von der katholischen Religion zu ihnen übertreten. Sie lehren, Christus habe sein Fleisch im Mutter- leibe von ihrem Wesen nicht angenommen, lassen keine Eidschwnre zu, verwerfen die Obrigkeiten, und halten viel von der Vielweiberei) und von der Gemeinschaft der Güter. In Holland werden sie Mennonistc» genannt, wo stein ihrem heraus gegebenen Glaubensbekenntnisse endlich den obrigkeitlichen Stand für eine Ordnung GotteS, und die Vielweibcrey für mizuläßtg erkennen, auch ihre eigene Güier besitzest und Handlung treiben. Die General« staalen erhielten im Jahre 1711 durch ihren Minister bey der Regierung z't» Been in der Schweiz eine Generalam- nestie für alle in dem Cainon gefange» Wiegansth WieUczkr tie» und»»terdkück-en Anabaptiste«, ti»d es wurde denselde»»on orr eben genannte» Regierung verstattet, ih-e Güter zu verkailfcn, und sich in andere Länder zu begrben, mit der Bedingung, daß sie nimmermehr in das bernische Gebieth wieder kommen sollten. W eqanöthal, ein Marktflecken im b», diffinschrn Kreise im Markgrafrbume Oderlausitz, welcher den Herr» von Gersdorfgedört. Er hat im Zabrc 176/ Berg-und Marktrecht erhalte«. Wikgstadlel, ei» offene» Städtchen im österreichischen Antheile am Fürsten- thume Troppau in Schlesien, welches Einem von Wippler gehört, und viele Tuch' Rasch- und Leinweber zn Einwohnern hat. Wiche, ein Stäbchen, Schloß und Herr. schaft im thüringischen Kreise eine halbe Stunde von der Unstrut im Chorfür- sieiuhume Sachsen, welche den Freyherren und Grafen von Werthern ge. hören. Wielichow, eine kleine Stadt an der Obra in der Woiwodschaft Posen r» Großpoleu. Wieliczka, eine Stadt mit einem berühmten Salzbergwerke in einem Tbale im hochiiischen Kreise im Königreiche Ga- lizien, welche eine Meile von Cracan liegt. Sie ist nicht nur ganz»iitrrgra- hen, sondern es reichen auch die Gruben auf jeder Seite noch ein Mahl so weit hinaus, als sie groß ist. Sie erstrecken sich von Morgen gegen Abend a»f üou, von M.ttag gegen Muter. nacht auf 200, und in der größten Tiefe anf 8» Lachter, die Lachtcr, zu zehrn Fuß gerechnet. Das Salz hört aber noch nicht auf, sondern geht noch immer in der Tiefe und Länge nach Morgen und Abend fort; in der Breite aber hat es seine Grenzen. Das ganze Salzgebicge ist inwendig durchaus ohne Quellen, und seine Gänge unter der (kV. Band.) Wiclki« Wien 6^6° Erde sind sehr geräumig. In vielen befinden sich hin und wieder Altäre und Cap-llen die in das Salz gehauen sind, und I, weicht,, besiäiidig ein brennendes Licht nutet halten wird, welche, zniiiabl wenn viele Lichter an dergleichen Oeriern brennen, einen sehe schönen Anblick gebe». Einige von dcn O r- tcr» wo Salz ausgehanen wordtN ist, sind so groß, daß füalich eine große Kirche darin stehe« könnte; andere aber sind Magazine und Siälle.Jn denJah« ren 1644 und ,6r-6 kam durch Versehen Feuer i» die G übe», welches lange Zeit brannte. In der Siaoi befindet sich ein Gymnasium. Wielkie, Wieiice, ein Städtchen in der Woiwodschaft Brtestz in Lilaneii. Wiclkisze, ei» Siädchen am Flnffe Teufe im lemberger Kreise im Königreiche Galizien. Wieikomirz, XVükomiriUL, eine Stadt am Fiuffe Swieula in der Woiwodschaft Wilno in Litauen, welche die Hanpt. stadt eines Distrikts, Sitz des Landtags, Grods und Starosien desselben ist, und ein Piaristencollegium hat. Ehemahls fand man hier auf einem Felsen ein Schloß. Wiclvna, eine Stadt am Flusse Riemen im Herzvgtbume Schamaiten in Litauen, welche der Hauplorr eines Distrikts ist. Wielopole, eine kleine Stadt im Pilsner Kreise im Königreiche Galizien. Melun, oder Wielunsches Land, eine Landschaft in Großpohlen, welche aus zwey Distrikten besteht, und deren Hauptstadt ebenfalls Wielu» heißt,„nd der Sitz eines kleinern Castellans, eines S'arosten, der Landtags und Landgerichts und eines Piaristenc llegiuniS ist Wien, Viuckobona, Viennn, die Haupt, stadt von ganz Oesterreich und von allen österreichischen Lande», welche im Lande unter der Ens an einem Ar»!»«' O 0» 0 cher Donau liegt, der die Vorstadt Lco- poidstavk von der Stadt selbst abi'onsert, und den kleinen Fluß Wien aufnimmt, welcher zwischen der Stadt und den Vorstädten durchstießt. Sie hat eine sehr angenehme Lage; denn gegen Morgen und Mitternacht ist die»inliegende Gegend eben, gegen Abend und Mittag zu aber sieht man ein mir Bäumen und Wcinstöckeii besetztes Gebirge, und -die breite Donau theilet sich in der Gegend der Stadt in verschiedene Arme, welche mit Holz bewachsene Inseln einschließen. Diese Stadt ist von je her die Residenz der Kaiser aus dem österreichischen Hause gewesen, so wie sie auch der Sitz des jetzige» Kaisers, eines Erz- bischoss und der höchsten LandeScollegicn ist. Sie macht allein den halben Tbeil des vierten oder BürgerstandeS im Lau. de unter der EnS aus, so wie die übri- gen 2 t landessürstlicheii Städte und Märkte den andern halben Theil, das ist, sie bezahlt monathlich so viel Contri- Lution, als alle übrigen landesfürstli- chen Derter zusammen. Die Stadt selbst, welche gegen Dsten an Sie Landstraße, gegen Süden an die Mieden, gegen Südwcst an die Leimgrube, gegen Westnord an die Rossau, und gegen Norde» an die Leopoldstadt grenzt, ist nur von mittelmäßiger G> ö. ße; denn ihr Umkreis außer dem Walle belräqt nur 2944, und um die Pallisaden Zy66 geometrische Schritte, und sie enthalt nur 1Z24 Häuser; die Zahl ihrer Bewohner aber erstreckt sich überLAvoo. Sir kann ihrer Lage nach eine gute Festung abgeben, und ist auch wirklich wobl befestiget; denn sie hat einen starken Wall, t 2 starke Basieyen,»l Navcli- ue, sehr breite und tiefe gefütterte Graben und die nöthigen Außenwerke. Sie kntbält 8 Thore, 108 große und kleine Straßen, 20 Hauptplätze, 9 Pfarrkir. chrn- iF andere Kirchen, 2 protestantische neue Bethhäuser, ein griechisches BechhauS, 9 Klöster, unter welchen sich ein Nonnenkloster befindet, und eine Synagoge. Die hiesigen Häuser sind gemeiniglich zwey, drey, vier und mehr Stockwerke hoch, und größten Theils von gehauene» und gebackenei, Steinen wohl gebauet, und mir großen uiid guten Kellern versehen. ÜebrigenS findet man sehr viele ansehnliche und prächtige Pallästc unter denselben. Die Straßen sind, wenige ausgenommen, krumm und enge, und bey feuchtem und regenhafkem Wetter unrein; hingegen wenn eS tro. cken ist, mit beschwerlichem Staube be. deckt. Des Nachts werden sie seil dem Jahre 1704 insgesammt durch Laternen erleuchtet. Die Stadt wird gewöhnlich in vier Viertel, nähmlich in das Stu> den- Käriuhiicr- Wiedner- und Schot« tenvierkel getheilt. Unter den 20 Hauptplätzen sind besonders zu bemerken: i) der Hof, welcher der größte und schönst-unter allen ist, und aufweichen, zwi. schen zwey steinernen Brunnen ein prächtiges metallenes Denkmahl stehet, welches Kaiser Leopold l. im Jahre ,667 zum Gedächtniß der unbefleckten Em- pfängniß der Jungfrau Maria errichten ließ. 2) Der Burgplatz oder äußerste Schloßhos der kaiserlichen Burg. Z) der neue Markt, auf welchem sich ei» mit Bildsäulen von Bley gezierterBrnn» »cn befindet. 4) Die Frcyuug, welcher Platz ganz unregelmäßig ist. L) Der Graben, auf welchem außer zwey schöne» Springbrunnen die im Jahre 169z vollendete marmorne DrenfaltigkeikSta»- le stehet, welche 66 Schuh hoch ist. 6) Der hohe Markt, auf welchem die marmorne Säule der Vermählung Maria und Josephs stehet, die im Jahre l/Z2 aufgerichtet wurde, und zwey Brunnen zu sehen sind. Der wilden Skis- tungen gibt rS hier nicht wenige, und irnter denselben ist das Bürgerspital, Wien W i e n in welchem gegen zooo Personen ini- tcrhalken wurden, vornehmlich zu be. merken. Diese- größten Theils vier Stock hohe und große Gebäude hat zwey Abtheilungen, unter welchen die vordere ihre Lage in der Kärnthuerstraße, und die b-inere auf dem Spitalplatz hat, und vormahi- von verarmten Bürger», Waisen und Aindeikindern bewohnt wurde; jetzt aber sind die Bewohner desselben zu St.M>rx östlich amEnde des Rennwegcs dicht an der Linie euiquartirr, wo ihr dortiger Wohnort den Nahmen Bürgerho- spital führet. Ueberhaupt werden hier in den Spitälern und Verpflegung-Häusern gegen yoooArme und Kranke verpflegt. Die kaiserliche Burg, welche an dem südwestlichen Ende der Stadt bey dem von ihr benannten Thore liegt, ist ein alteel, aber nicht unansehnliches Gebäude, welche-drey Höfe, und mitJn- begriffdes so genannten Controleurgau- gcs vier Stockwerke hat. Da- ganze Gebäude wird in die neue und alte Burg, und in den Amalienhof eingetheilt. Die neue Burg liegt unmittelbar südwest. dich, und wird von dem Monarchen bewohnt Die alte Burg liegt anderDst- scite, und der Amalicnbof an der West. feite. Die Nordseite nimmt da- prachtvolle Reichsbofrath-gebäude ei». Die innern vier Haupt seilen dieser Gebäude geben einen sehr ansehnlichen und großen viereckigen Raum, der de« Nachts mit Lg Laterne» beleuchtet wird, und der oben genannte Bnrgplatz ist. Inder kaiserlichen Burg find vornehmlich die Schatzkammer, da- mechanische physikalische Kunsteabinett, das Naturalien, rabinett, die Münz'- und Medaillen- sammlung und die Bildergallerie fthens- würdig, welche Sammlungen unter die reichsten und vortrefflichsten in Europa gehören. Die bedeckte Reitschule ist rin neumodisches schöne- Gebäude. Der sehr große und prächtige kaiserliche Bi'ichre- 6L- sank, dessen Gebäude zwischen der Bürg und dem Äugustiiierkiostcr stehet, und südwärts a» den Wall stößt, kann in Ansehung der Menge und Wichtigkeit der gedruckten Bücher, Handschriften und römischen Alterthümer, der vatikanischen und französische» an die Seite gesetzt wecde», welche er so gar in Ansehung der gedruckten Bücher übertrifft. Da- Schauspielhaus auf dem Michaeli-platze, welche- mir der Burg Gemeinschaft hat, ist gut ausgeziceet, und hat vier Stöcke und zwey Pore leere, In demselben wird wcchsel-wei. s- von den deutschen Hofschauspielcrit und italienischen Dpertsten gespielt. Da- Schauspielhaus am Kärnihner,höre hat fünf Stöcke und zwip Parterre, und in demselben spiele» ebenfalls die Mitglieder de- Hoftheatecs. Die hiess, ge Universität besitzt ein schöne- Gebäude am Platze gleicher Nahmens, welche-im Jahre 1746 cingeweihel wurde, ei» Quadrat ausmacht, ganz und gar frey stehet, und ohne die Erdgeschosse drr» Stöcke hoch ist. Vor der Haupt, fronte desselben befinde« sich 2 Springbrunnen, und es hat drey Thore und drey Haupttreppen. Die Hallen sind sehr geräumig, ,,„d da-Gewölbe ruhet auf 2v Säulen. Im ersten Geschosse trifft man einen herrlichen und sehe«-- würdigen Saal an, an der D> st feile aber kommt man in den physikalischen und mechanischen Hörsaal, in welchem viele künstliche Maschinen zum Gebrauche der Vorlesungen zu sehen sind. Im ersten Stocke an der Westseite bcfi„drn sich die Säle für die Vorlesungen der Rechte, drr politischen Wissenschaften,„nd der Universalgeschichte. Am Erdgeschosse an der Westseite sind Säle für die medieinische» Vorlesungen, und an der Dstseiir am Eingänge rechts ist da- chi- mische Laboratorium. Ja, deinen Stocke steht man das vortreffliche anatomischer Wie» , e» 658 Theater mit seinen Präparaten,„„h oberhalb dieses Theaters eine wohl«er. sehene Sternwarte. Die Stifter die« ser Uiiiversnäl lind eigeollch Skudolph IV. lind Albrecht III; denn ob gleich scho, Kaiser Friedrich II. hierin. Iah. re>2-j7 eine Schule gestifte, Hai, s» ist doch erst im Jahre iZ6; vom Papste U.ban V. auf Beelange,, Herzogs A„. dolph IV. ein Privilegium zu Err-ch, tung einer Universt-är ertheilet morden, und Papst Urban I V. bestätigte und verwehrte dieselbe im Jahre 1Z84 auf Anhalten Herzogs Albrechts III. mit der theologischen Faeultat Kaiser Ferdinand II. übergab sie im Jahre 1622 den Jesuiten. Ihr Recror hat einen sehr ho- hen Rang, und gehet bey seyerlichen Umgängen unmittelbar vor dem Kaiser her. Die Universität bestehet aus vier Nationen, nähmlich aus der österrei- chischen, rheinischen, ungarischen und sächsischen. Die akademische Bibliothek befindet sich aufdem Dominicanerplatze, und ist des Morgens von 10 bis 12 Uhr,„nh Nachmittags von z bis L Ubr off-n Die medi'ciiiische chirurgische Bibliothek trifft man in der Akademie gleiches Nahmens. Außer den genannte» öffentlichen Bibliotheken gibt es noch verschiedene Privaibibliotheken in Wien, nähmlich die kürstlicheLiechtensteinische in der Schenkenstraße. die fürstliche Kaunitzsche, die fürstliche Harc-.chi- fche oufder Freyung, die Bibliothek des BcnedictinerstiftS im Schottenbofe an der Frevnng, die der Augustiner auf der Landstraße, und die der Franscisconer auf dem Platze gleiches Nahmens Unter den hiesigen Kirchen zeichnet sich besän- ders die erzdischöfliche Hauptkirche zn St Stepban aus, da sie an Höbe und Stöße alle übrigen Gebäude Wiens übertrifft. Sie ist ein gothisches sehr »u.ikles Gebäude, welches von außen Mit allerley künstlicher Arbeit von Bildnisse» geziert ist, unö man berechnet seine Lauge auf Z42, die größte Brei. te auf 222 und die Höbe b-s zu dem Gewö.de auf 78^ Schuh. Das Gewölbe ruhet auf-8 frey stehenden Psei« lefn, die so wie das Tanze von gehauenen Quadersteinen aufgeführt sind. Um das ganze Gebäude führe« von außen ein Gang herum, welcher von einem durchbrochenen ausgehaltenen Geländer eingefaßt ist. Der größte Thurm dieser Kirche, welcher achteckig ist, hat 74 Klafter und 4 Schuhe in der Höhe, und ist ebenfalls von großen Luaderffücke« erbauet. In demselben hängt eine große Glocke, welche Kaiser Joseph!. ,m Jahre 17t- aus vielen von den Türken -loderten Suicken gi-ßen ließ, lind die über 10 Schnbe hoch ist, im Umkreise z2 Schnbe und 2 Zolle, u„d am Gewichte, ohne den Schwänge!, Z-4 Zentner hat; der Schwänget aber ist iz Zentner und 28 Pfund schwer. Die meiste» Altäre dieser Kirche, deren-z8 gezählt werde», bestehen aus gutem Marmor. Der Hochaltar, welcher 25487 Gulden gekostet bat, ist von schwarzem Marmor. Man findet hier viele Hei- ligthüm-r und Kostbarkeiten, die alte erzherzogliche Begräbnißgriifi, j» welche seit Ferdinand IV. Zeit die Eingeweide der verstorbenen Personen aus dem erzherzogliche» Hause beygesetzt werden, das prächtige marmorn-Grabmahl Kaisers Friedrich IV., welches 40lioc> Ducaien gekostet haben soll, das nicht weniger prächtige Grabmahl, wel- chcs Herzogs Emariuel Thomas von Sa- voyen Wittwe dem Kriegshelden Eugen, Piinze» vonSavoven.mit 2ooooTnldea Kosten errichten ließ, das Grabmahl des Cardinals Kolonitsch, die Grabmahle anderer Cacdinäle und Bischöfe. und an- dere Merkwürdigkeiten. Gleich nebe» der Domkirche liegt die crjbftchöflich« Wohnung. Am Jahre 1480 wuchs das Wie« Wie» hiesige BiSthum gestiftet, und im Jahre>722 z» einem Erzbisthume erho- den. Der Erzbischsf hat ungefahrZoocio Gulden jährliche Einkünfte, und das Don-capitel, welches aus fünf Prälaten lind z hn Domhecre» bestehet, ist ebenfalls sehr reich. Die Schelten- kirche an der Frcyun, hat ein ftyer- licheS Ansehen, und enthält außer dem Hochaltare»och sechs Altäre, deren Al. tarbläner größte» Theils oonAliomon- te dem Aeltern gemahlt sind. Die Kir. che zu St. Michael auf dem Platze gleiches Nahmens hatAltäre, uns das Hochaltarblatt, welches den heilig, n Michael und den Fall der ersten Engel vorstellt, ist von Marmor ausgearbeitet. Die St. Pelerskicche auf dem Platze gleiches Nahmens, z„ welcher der Grund im Jahre 1702 gelegt wurde, ist oval- rund gebauet, die Kuppel mit Kupfer gedeckt, und mit vortrefflichen Gemählden auSgeziert. Die Kirche unserer Frau am Gestade in der Paffauergasse, wel- che sonst auch im gemeinen Leben Ma- ria Stiegen genannt wird, und dem Bis- tbume Passau gehört. ist ein altes go- thiiches Gebäude, dessen Erbauung»an in das Jahr 882 setzen will, und hat Mit Inbegriff des Hochaltars fünf Altä. re. An der Hofkriegskanzelleykirche am Hofe ist besonders der Fronron merkwürdig, welchen die Kaiserinn Eleonore im Jahre 1662 erbauen ließ. Das Altai klart am Hochaltare, welches der Jesuit Pozzo gemahlt hat, stellt die Jungfrau Maria als Königinn der En. fiel vor. Diese Kirche enthält 8 Altäre. Die Hoskirchc zum heiligen Kreuz in der Burg ist sehr einfach, aber dennoch herrlich, und man findet in derselben drey Altäre, und Gemählde von Fetti und Titian. Die Hgfpfarrkirche zu St. Augaistjn am Jvfephsplatze erhielt ihr jetziae« prachtvolles Ansehen in den Iah. «n-,78S und 1786, und hat vier Al- 6L9 täre und viele ftheiiswürdige Gemählde. Hier werden die Herzen der hohen Personen der erzherzozüchcn Häuser ver. wahrt. Diese Kirche hat mir der Hof. bürg dir Communication über den steinernen Gang, der rückwärts der Hof- bibliothek auf dem Walle erbauet wurde, welcher von den Hofzimmern in gerader Linie nach der Kirche führt. Die UniverstlätSkirche am Platze gleiches Nahmens besteht aus einem einzigen gro> ßen Gewölbe, welches auf tü marmor- »en Stillen ruhet, und hat sechs Ca- pelle», von welchen jede aus einem marmornen Altare und zwey Beichtstühlen besteht. Die Mahlerey dieser Kirche hat der Jesuit Pnzzo besorgt. Die Kirchezu St. Anna in der Gaffe gleiches Nahmens bar gleichen Bau mit der Univer- fitalsktrche, nur daß ste etwas kleiner ist, und enthält Gemählde von Gran und Schmid dem Aeltern. Die Kirche zu St. Ruprecht am Platze gleiches Nahmens ist die älteste in Wien, liegt sehr tief, und ist nach Act aller alten Kir- chrn sehr dunkel angelegt. Ihre Er- baunngszrir fällt in das Jahr 784,und fie ward im Jahre 170z erneuert Die Kirchen St. Mari, Aotnnda, St. Hieronvmns. St Salvalor, St.Joo, S,. El-sabeib, St. Johann Baptist, St. Ursula und die Eapclle zu Sr. Philipp und Jacob enthalten sehr viele guten Gemählde; unter welchen sich einige von sehr berühmten Meistern be- finden. Die Kirche zu St Maria der Königinn der Engel am neuen Markte ist nieckwürdig. w il b er die Begräbnisse des erzherzogiick.u Ha» es ai,gr> «reffe» weedrn. Ja, I b e>748 ist hier «in. neues prächtiges Begräbnis hinzu gefugt worden, weiches in einem auf drey marmornen Stufen ruhenden Grab. mahle bestehet, deff» Cvmpoktio» Zrnn ist, lind in welchem Kaise F-a zi Maria Theresia ruhen Außer birst«? 66o Wie« prachtvollen Grabmahle find hier noch die Grabmähler des Erzherzogs Carl, der Erzherzoginn Tb-weste u. s. f. zn sehen. Man nennt Liese Gruft die neue. Zn der alte» ist ein sehenFwüe- diger Altar vorhanden, zu welchem Freyherr von Strudel dir marmornen Statuen verfertigt bat. D,e Kirche der Italien! chcn Nation auf dem Mi- no iienplaye war vormahls ein Eigenthum des Klosters der Convemualen St. Franz, und sie erhielt ihr jetziges herrliches Ansehen im Jahre 178Ü. Unter den zwanzig Pfarrkirchen in den Vorstädten ist die Kirche zu St. Carl aufder Mieden die merkwürdigste. Der Grundstein zu diesem herrlichen Gebäude wurde vom Kaiser Carl Vl. im Jahre t/,6 gelegt, und der ganze Bau ward im Jahre 17Z7 vollendet. Sie hat eine 2 Schuh hohe ovalrnnde Kuppel, und 2 kleine Glockenthürme neben sich. Das Portal, zu welchem man über eilfgro. ßc steinerne Stufen kommt, ruhet auf 6 korinthischen Säule». Der Giebel stellet in künstlicher halb erhobener Arbeit auf weißem Marmor die Siadt Wien mit den traurigen Folgen der Pest vor. Auf beyden Seiten des Portales befln- den sich zwey frey stehende Säulen dorischer Ordnung welche tZ Schi-heim Durchschnitte enthalten, und inwendig hohl und mit Schm ckenliiegen versehen sind. Auf der cinrn Säule steht man von unken auf geschlungen in halb erhobener Arbeit auf weiß m Marmor das Leben und den Tod, und auf der andern die Thaten des heiligen Carls. Ueber den Capiiälen zeigen sich auf jeder vier von Erz gegossene stark vergoldete mit den Flügeln zusammen stoßen, de Adler, welche den Altanen zum Geländer dienen. Z» deü sebenswürdigstcn Gebäuden in der Stadt gebären, außer der oben beschriebenen Domkirche zu St. Stephan, dir Hofrritschulc, die Rcichs- W ie n Kanzelley, die Kofhlbiiothe?, das fürstliche liechtensteinische Majorachaus in der obern Schcnkenstraße, das Prinz eugenische Gebäude oder jetzige Müiij- haus in der Himmelpfortgaffe, daskai. scrliche königliche Zeughaus, das fürst, liche liechtensteinische Gebäude in der Herreneasse, das gräfliche schönborni- sche in der Re,,«gaffe, das gräfliche har- rachische an der Frepung, die geheimr Staatskanzellcy auf dem Ballbansplatze, das gräfliche friesische Gebäude am Josephsplatze, wo die Statue Kaiser Josephs II. zu Pferde errichtet w:rdea wird, der von Tratknerische Kreyhof am Graben, und das Hofralh kollern sche Gebäude an dem eben genannten Orte. In dieser Hauptstadt befinden sich außer der Universität mehrere berühmte Schulen, unter welchen auch eine Lehranstalt für Taub- und Slummge- horne gehört, und eine Akademie der Mahler- Bildhauer- und Baukunst. Die Vorstädte Wiens find weit grö> ßer als die Stadt selbst, und enthalten 428z Häuser, welche Anzahl von Zeit zu Zeit wächst. Im Jahre 178F zählte man in den sämmtlichen Vorstädten, das Militär und die Fremden ungerechnet, t 6^,002 Einwohner, so, daß wenn man dieF2,y6L Seelen, welche die eigentliche Stadt bewohnen, dazu rechnet, die Bevölkerung 217 967 Personen beträgt. Mit dem Militär und den Fremden mag sich die Volksmenge Wiens leicht auf»68 ouo Seelen belaufen. Die Vorstädte liegen rund um dieGiadt her, sind aber mit Ausnahme der^co- poldstadt und der Zagerzeile L bis stoo Schritte von den Festungswerke» entfernt. Der Linicngraben, welcher dieselben einschließt, und sich von der 8t. Marxerlinie bis zur Rußdorftrlinie an die Donau zieht, ist im Jahre 1704 wider die ungarischen Aufrührer anze- legt, und nachmahls mit Backsteine« gefüttert worden- und die Thore und ; Eingänge sind mir ordentliche» Wachen besetzt. Der ganze Umfang dieser Linien seträgt über vier gemeine deutsche Meilen. Die sämmtlichen Vorstädte, deren itt«« z6 zählet, find die Leopoldstadt, Jagerzeile, Weißgärber, Erdbcer, Landstraße, Rennweg, Mieden, Hungei- Lrnnn, Lorcnzengrnnd, Mazldors, Ni- rolsdors, Reinprechttdorf, Margarethen, Hundsthurm, Gumpendorf, Mag- dalenengrund» Windmühle, Leimzru- br, Wien, Mariahüls, Obernevstifk, Neubau, Neustift, Spitalbcrg, Platzl, Lerchenfrld, Strotzischer Grund, Josephsstadt, Alstcrgaffe, Wäringcrgasse, Himnielpfortgrund. Thury, Lichienthal, Althanischec Grund, Rossau und Oberwerd, und werden in die eigentlichen , Vorstädte, in Freygründe oder Landgüter und in Dörfer eingetheilt. Zu den eigentlichen Vorstädten rechnet man die keopoldstadt, die Weißgärber, die Landstraße, den Rennweg, die Mieden, die Wien an der Ostseitc des Flusses, die Leimgrnbe, die Alstergasse, und die Wä« ringergasse, Die Häuser der Vorstädte sind insgesammt von Steinen, und größte» Theils gut gebauet. Nicht bloß Beamte vom Range, sondern auch viele andere Personen von Unterscheidung und großem Vermögen wohnen durch das ganze Jahr in diesen angenehmen Orten. Vorzüglich zeichnen sich die Leopoldstadt, die Landstraße, die Mieden, Mariahüls und die Josephsstadt an Einwohnern von Unterscheidung und großem Vermögen au«. Dir Hauptstraßen in jeder Vorstadt find in der Nacht mit Laternen erleuchtet. Die Levpoldstadt, welche ihrem Umfange nach eine der größten Vorstädte ist; ja die Stadt selbst an der Größe übertrifft, liegt derselben am nächsten auf einer Jnselder Dona» in dem Burg- . frieden der Stadt, und grenzt gegen Osten an die Jägerzeilc, gegen Ror- den an die Donau, gegen Westen an die Brigiklenau, und gegen Süden an den Donaucanal, der sich von Westen nach Osten zieht. Diese Vorstadt wird durch die so genannte Schlachtbrücke mit der Stadt verbunden, und ihre Länge beträgt van der Westseite bis zum Pra. ter nicht ganz eine Meile, und die Breite»on Norden bis Süden etwa« mehr als eine Halde Meile. Ein Theil derselben war bis zum Jahre 1670 mit Lnoo Juden bevölkert, die auf Befehl Kaiser Leopold« I. den Ort»erlasse« mußten, von welchem er nachmahls den Nahmen bekam. Die Leopoldstadt zählt gegen dreyßig Straßen und Gassen, und 4^8 Häuser, die größten Theil« zwey Stöcke hoch, und ansehnlich und fest gebauet find. Sie hak zwey Pfarrkirchen, nähmlich zu St. Leopold und zu St. Therrsc. Die erste ward im Jahre 1622 zugleich mit dem daran stoßen- den Karmelilerkioster gebauet, nnd hak außer dem Hochaltäre sieben Seitenal- täre. In der Pfarre zu St. Therese haben die barmherzigen Bruder ei» Kloster und eine Kirche. Auf der so genannten Heide stehet das Zuchthaus, welches im Jahee 167z erbauet ward, und i« ein Krankenhaus für Verbrecher beyderlei) Geschlechts umgeändert worden ist Die merkwürdigste» Gebäude in dir- ser Vorstadt sind die Reitercascrne an dem nördliche» User der Dona», welche ohne das Erdgeschoß ein Stockwerk hoch ist, und y6 Klaftern in der Länge und 46 in der Breite hat. Hinter derselben liegt das kaiserliche Fourage- Magazin, und bor dem kaiserlichen Ober- schiffamte ein Schiffswerft Die übrigen sehenSwürdigen Gebäude sind das an der Taborstraße gelegene Haus Nrq. 282, in welchem sich eine türkische Garnfär- berep, eine Selde»b,„dman»factur mit einem Filatorium befindet; ferner das / W i e« 662 azerninische Gebäude und das marinel- lischk SchauspieidauS. Gegen das nörd. liche U er der Dona» liegt das kaiserliche Banco- und Wafferbauamt, und an dieses Gebäude stößt das kaiserliche Wa'chhaus. Uehcigens befinden stch so wobl hier als in mehrern Vorstädten a-n der Dona» öffentliche Bäder, und d>e Anzahl der Einwohner dieses OnS drläuf» sich über 17000 Seele». Der vortreff. che weitlänftige Augartrn, welcher unter Ferdinand lll. angelegt, unter Leopold I. erweitert, und unter Joseph I. verschönert ward; dem aber Joseph!l. sei» heutiges Ansehen gab, liegt nordwestlich in der Leopoldstadt, und ward im Jahre 177L von dem zuletzt genannten Monarchen zu einem öffentlichen Ergetzungsarte für Jedermann bestimmt. Der Praker oder kaiserliche Thiergarten, zu welchem der Weg durch die Lcoxoldstadt und Jägerzeile führt, ist eine ziemlich große mit Holz bewach, sene und mit Alleen versehene landes- sürstliche Insel in der Donau, deren oberer Bezirk an Sonn- und Feyertä- gc» ganz mit Menschen besäet ist, indem sich ihre Anzahl immer über2L0on Seelen beläuft. Das Skadgur, ein Wald r>m Ende der Leopoldstadt gegen Nord- ost ist nur durch einen schmalen Graben davon abgesondert. Beyde sind mit verschiedenen Arten von W.ld besetzt, und machen seit dem Jahre 1764, in welchem Kaiser Joseph II. den Eingang zum Prater allen Leuten ohne Unter- schied, sie mögen zu Fuße, in Wegen, oder zu Pferde kommen, eröffne, hat, den vornehmsten Lustort bey Wien aus. D e Jägerzeile besteht aus einer einzigen langen Straße, und ist eiuFrcy- grnnd, dessen Eigenthümer-er Herr Non Zorn ist. Dieser Ort zählt 26 Käu-. srr, welche von r»00 Menschen beivodnt werden, und bat seit dem Jahre>786 fims eigen« Pfarre und eine Tripial- W i e n schule. Demselben gegen, über, liegt gegen Norden dieLeopoldstadt, undbe-de Oerker durchschneidet eiye Allee, die mit Lindenbäumen bepflanzt ist, und nach dem Prater führt. Die Vorstadt Weißgärber, welche!« Burgfrieden der Stadt von dem There- sienihore jeuseir der Wien an dem tödlichen User der Donau liegt, wird an der Westseite von Erdbecr und von der Landstraße begrenzt, und zählt 84 pän- ser. Die hiesige Kirche ist eine Fiiial von der Pfarrkirche an der Landstraße, und die Grnndberrlichkeit der Drts gehört dem Magistrate. Hier wohnten vor mehr als 200Jahren viele Gärbcr.die dem Orte den Nahmen gäbe,,. Zwischen der Stadt und den Weißgärber« liegt das große Hetzamphithearer, welches viele tausend Zuschauer fassen kann, und wo an Sonn> und Feyertagen Löwen, Bären, Wölfe, Büffel und andere Thiere theils unter sich kämpfen, theils mir Hunden gehetzt werden. Die Vorstadt Erdbeer ist eigentlich ein Dorf, welches seine Lage gegen Osten bat, zoz Häuser und gegen LOvoEinwohi,er zählt. Die hier lebenden Menschen find größten Theils Küchengärtner, und man findet hier auch Stahl- Knopf. Wachs- Leinwand- und Blevstjfifabrike». Der Pfarrkirche zu St. Peter und P«ulstebk ein Weltpriester vor, und der Grundherr des Orts ist der Herr von Hagen- müll r. In dieser Vorstadt ward König Richard von England im Jahre ityr in einem Wirthshaus« erkannt und gefangen genommen. Die Landstraße liegt der Leopoldßadt gerade gegen über, westlich von Wien, jenseit des Wienflusses, und wird von der Donau, von Erdbecr, und von der Vorstadt Sir»uweg begrenzt. Sg- ffM die ansehiifichen Häuser n-,d die vortrefflichen Straßen- und Gassen, die diese Vorstadt hqt, als auch die WohIhabkN- Wien Wie» heit ihrer Einwohner machen sie zu einer der ersten Vorstädte WicnS. Sie zählt 28L Häuser, welche von 7600 Seelen bewohnt werden. Hier wird wöchentlich ein sehr beträchtlicher Handel mit ungarischem Viehe getrieben, welcher jährlich einen Umsatz von zwey Millionen macht. Die Pfarrkirche der Landstraße liegt an der Hauptstraße, und führt den Nahme» St. Sebastian «nd Rochus. Der Pfarrer derselben ist ein Weltpriester; seine Cooperatoren hingegen sind aus dem Augustinerere- mileuorden, der hier ein Äloster besitzt. Die Kirche ha» zwey mit Kupfer gedeckte Thürme, und eine ansehnliche Fronte. Zu den merkwürdigste» Gebäuden dieser Vorstadt gehören das Jnvaliben- haus, der freyherrliche harruckische Pallas! in der Ungargasse, der fürstliche lobkowitzische, und der fürstliche paa- rische Pallas! i» eben dieser Gasse, das Haus Nro 299 an der Hauptstraße, und das Haus des Hofkciegsraihs-Sc- erctärS von Zwercns. An der Hauptstraße liegt das Elisabethinec Krankenhospital für das weibliche Geschlecht, und dasReeonvalescentenhaus der barmherzigen Brüder. Die Ungargasse, die ihre Lage gegen den Nennweg hat, liegt sehr hoch, und öffnet von hier aus vortreffliche Aussichten. Die Landstraße steht unter dem Magistrate, und dar verschiedene Lederfabriken und Seidenmanu« facturen. Die Vorstadt Rennweg grenzt an die Landstraße, an die Ma xerlinie, an die Mieden und an die Wien, und nimmt den dem fürstlichen schwarzenbergischen Pallaste ihren Anfang. Sie zählt 7^ Häuser, welche von 2776 Seele» bewohnt werde»/ und hat ihre eigene Pfarrkirche. Der Rennweg ist wegen verschiedenen Kirchen, Klöstern, Pal- kästen und ansehnlichen Häusern merkwürdig, mit denen er prange«. Unter (lV. Band.) Wie» 66^ denselben sind das prachtvolle Bclvedere und der herrliche fürstliche schwarzen- bcrgischr Pallas! mit seinem ungemein schönen Garten die merkwürdigsten. Das Belvedere wird in das obere und»nte. re Gebäude abgetheilt. Der obere Theil besteht in einem majestätische» Pallaste, der seine Lag« gegen Süden hat, und in welchem die Bildergallerie, welche vormahls in der Hofburg war, aufge. stellt worden ist. Dir Aussicht aus den Fenstern dieses Pallastes ist die Herr- lichste von ganz Wien. Der untere Theil besteht in einem niedlich angelegten Gartenhanse. Die Seite rechts wird von der deutschen Leibgarde bewohnt, und linker Hand stoßt die kostbar gebaue» te Kirche und das ansehnliche Kloster der Salcsiaiierinnen an das Gebäude. Der Garten, der mit sehr künstlichen Springbrunnen prangt, hat sehr angenehme Spaziergänge, und wird deS Abends in den Sommermonathe» häufig besucht. Die Bildergallerie des prachtvolle» BelocdereS, welches Prinz Eugen von Savoyc» anlegte, und in der Folge an den kaiserlichen Hof kam, steht für jedermann offen. An dem vormahlige» parhammerischen Waifenhan« se befindet sich jetzt die Militärökoiio- mie. Hauptcommiffion. Die Mieden liegt in dem Burgfrieden der Stadt vor dem Karnchnerthoee gegen Süden jenseit der Wien, über welche eine steinerne Brücke von sieben Pfeiler» gebauet ist. Diese Vorstadt hat zwey Pfarrkirche», nähmlich die Pfarrkirche zu St. Franz de Paula, und zu St Carl; imgleichen haben hier die Piaristen eine Kirche, ein Kloster, und eine Hanpkfchnle. Sie enthält /f,z Hau. ser, und über IL1 us Einwohner, und d:e Grunbherrllchkeit aehört, mit AuS. nalune der Frevqri'uide, dem Stadrma- gistrate Das Erzbisthum W en und der Jphalmiterorden sind vier ebenfalls br» Pppp Wien 664 Wien gittert. Dse herrlichen GebänLe, Leren diese Vorstadt viele zählt, u-iddieMen- ge rhrer Einwohner, unter«>e!chrn viele vom Range und großem Vermöge« sind,«rächen sie zu einer der aniebulich- str» Vorstädte Wiens. Zu den sehenS- würdigsten Gebäude« gehören die oben beschriebene Carlekirche, die Ingenieur» aküdemi« oder ehemahlige thrresianische Rtttrrakademie, und das stahreinbergi- scheFreyhaus. Der hier befindlich« Trödelmarkt, und die viele» mit Lebens- Mitteln beladenen Wagen, die an den Wochenmärkten durch diese Vorstadt nach der Stadt fahren, machen dieselbe ungemein lebhaft. Übrigens enthält die Mieden sünfHanpistraßen, gegen zwar,- zig Seitengaffe», und viele Seidenwaa. renfabriken; imgleicheu gibt es hier Sie- gellacksabrikc», eine Knvpsfabrik, Kat- tuumauufaciur und Seifengeistfabkik. Die Leinwanddrucker find hier größten Theils zu Hause. Die Vorstadt Hungelbrunu ist ei. gentlich ein Dorf, welches vor dem Kärnthnerihore links am Ende der Hauptstraße der Mieden liegt, nnd 10 Häuser enthält, welche gegen 16c» Fa. Milieu bewohnen. Sie bat keine Pfar, re, sondern ihre Häuser sind der Pfarre an der Mieden und der Pfarre zu Ma» tzelsdorf zugetheilt. DerLvreiizengrund liegt an derHaiipt. straße der Mieden, grenzt an Hungel- brn»», Matzelsdorf»nd Mieden, nnd zahlt gegen i<-c> Familien. Er geborte ehemahls dem Nonnenkloster zu St Lo« renz, seit dessen Erlöschung er laudeS- fürstlich und nach Matzelsdorf ringe- pfarri ist. Die Vorstadt Matzelsdorf, welche eZ Häuser enthält, unl gegen 24»o Einwohner zählt, grenzt an den Lörenzen- gründ, Nieolsdorf und Margarethen, und wird von der Wicnerbergerlinie umschlossen. Sie ist ein dem Stadium- gissrate gehöriges Landgut, und hat seit LemJabre 178z eine Pfarrkirche, Nahmens St. Florian. Die Einwohner leben größten Theils vom Gartenbaue und der Viehzucht. Nieolsdorf, welches am Ende her Hauptstraße der alten Mieden liegt, und von Matzelsdorf, Lorcnzengrund und Margarethen begreuzt wird, enthält4g Häuser und yoo Einwohner, die in die Kirche zu Matzelsdorf eingepfarrt find. Zu den ansehnlichsten Häusern dieses Lris, von welchem der Magistrat dir Grnndherrlichkeit besitzt, gehört das gräfliche Esterhazysche Gebäude. Aeiuprechtsdorf ist ein kleiner mibe» beulender Freygriind von ilg Häuser», die von 484 Seelen bewohnt werde». Er wird im gemeinen Lebe» RamperS« dorf genannt, und wird von Hunds« thurm. Margarethen, Nieolsdorf und der Wien begrenzt. Die Grundobeig» keit dieses OrtS ist, so wie von Hunds-, thnrm, ein Herr von Stegner, und er ist mit diesem nach Margarethe» ein- gepfarrt. Seine Einwohner leben vom Gartenbaue und der Viehzucht. Margarethen, ei» Dorf mit einem Schlosse am östlichen Ufer der Wien, grenzt an Nieolsdorf. Reinprechtsdorf, Neuwieden und den Wieiistnß, uiid cnk. hält i l2 Häuser, welche von 4000See. len bewohnt werden. Die hiesige Kirche z» St. Margarethen wurde im Iah» re 1788-u einer Pfarrkirche erklärt. Hier gibt es zwey Seidenzevgmanufa> cluren und eincSeidenbaitdmanufactnr; die meisten Einwohner leben aber 00m Gartenbaue und von der Viehzucht. Dir schwarzleitnrrische Draihzugfavrik, welche hier vormahls ihren Sitz hatte, befindet sich jetzt zu Mqiinersdors Übrigens gehört dieser Dri dem Magist'M. Hiinkschiirm, ein Freygriind mit einem Schlosse, liegt am östlich.» Ufer der Wir» ,-Ugd zähll Häuser,, wü- Wien W i r»r che über änoo Bewohner haben, wovon der größere Theil von der Vieh. zncht und vorn Gartenbaue lebt. Hier gibt es verschiedene Geidenmannfactu- ren. Dieser Ort, welcher sein eigenes Hospital besser, hak mit Reinprechis. tors e,»esse» Herrn, und ist nach Margarethen einzepfarrt. Gumpendorf, ein Landgut, welches von der Wien, dem Mogdalenengrun- de, Mariahülf und der Windmühle begrenzt wird, und an dem westlichen Ufer des WienfiuffeS liegt, seit dem Jahre t/ZZ eine Pfarrkirche hat, die das Bcnedictinerstift Schotten besitzt, und- i§l Häuser, und über-Zoo Seelen zählt. Die Grundherrlichkeit dieses DrtS hat der Graf von Maraviglia. In dem ehemahligen Miliiächvspitale sind einige Arkillericrompaanien einquartiert. Hier findet man verschiedene Seidcn- zeugmanttfactucen, eine Äakiuafadrik und vier Mühlen. Der Magdalenengrund, welcher im gemeinen Leben auch das Aatzenstädtel genannt wird, liegt am westlichen Ufer der Wien, wird von der Leimgrube und Giimpendvrf begrenzt, und zählt Zto Häuser und rtroo Einwohner, die in die Pfarre zu Mariahülf geboren. Dieser Orr, der linier dem Gtadtmagistra- te steht, und eine Seidenzeugmanufa- ciur hat, wurde im Jahre 1^85 von der ausgetretenen Wien sehr stark beschädigt. Winbmühl, ein Dorf, welches an die Leimgiube, an Mariahülf und au den Magdolencugruiid grenzt, und A9 Häuser und über 2»no Seelen enihält. Dieser Ort hat seine eigene Pfarrkirche, und die Griindherrlichkeit desselben besitzt der Magistrat. Die Vorstadt Leimgrube wird von den Vorstädten Spitalberg, Mariahülf, WiadMÜHI,Magdalk»engriiud undGum- pend-rf begrenzt,»ab grhstt zum Burs- "6L frieden der Stadt. Sie enthalt tLg Häuier, welche von üstoo Seelen de. woh-it werden, und liegt sehr hoch, tveßwegeii sie öfters Mangel an Was. ser hat. Die Grundherrlichkeit dieser Ortes besitzt der Stadtmrgistrat. Die Straße, welche von hier in gerader Richluitgnach deeMariahülferlinie führt, macht denselben»»gemein lebhaft. Die merkwürdigste» Häuser dieser Vorstadt sind die ehemahlige savopische Ritter, akademie und die Grenadiercaseriie, und man findet i» derselben verschiedene Seiden- und Wollenmanufacturen. Ehemahls war fie nach Mariahülf ringe» pfarrt; seit dem Jahre 178z aber ist 6r der Pfarre zu St. Joseph an der Wind- mühl zugetheilt worden. Wien, eine Vorstadt gegen Süden vor dem Käriithnerihore und im Burgfrieden der Stadt. Die Häuser, welche ihre Lage am westlichen Ufer des Flusses Wien haben, sind der Pfarre an der Windmühle zugetheilt, und die am östlichen Ufer theils der Pfarre St. Carl, theils der Pfarre St. Franz de Paula auf der Mieden. Die Grund- Herrlichkeit dieser Vorstadt ist zwischen dem Magistrate und dem ErzbiSlhume Wien getheilt. Mariahülf, ein Freygrund, welcher von dem Magdalenengrunde, Gumpen- dorf, der Leimgrube, Windmübl, dem Neubau, Obcrneustift und Spitalber« ge„mgebeu ist, und dem Domcapitel zu St. Stephan gehört, zählt>Z9 Häv- ser und 10800 Einwohner. Da diese Vorstadt sehr hoch liegt, s» ist sie dem Mangel a» M sser sehr ausgesetzt; doch hat man verschiedene öffentliche Brunnen angelegt, in welche das Wasser ung den Gebirgen geleitet wird.- UebrigcuS gibt es hier sehr ansebnl-iche Gebäude, unter welchen der Pallas! des Fürsten von Kaunitz- Rietberg das fehenSwür- blgste»st. Drp hier befindlich, Gartrw Ppp? 2 t''- I ps «66 Wir» und die auserlesene Sammlung vo« seltenen Gemählden und Kupferstichen verdienen in Betrachtung gejvgeu zu werden. Dir Kirche zu Mariahülf ist seit dem Jahre 178z eine Pfarrkirche. Hier gibte-verschiedene Fabriken. Die Haupt, straffe ist immer voll Menschen und Wägen, und vorzüglich machen im Sommer das in der Nähe liegende Schön- brunn und die Ortschaften Hüteldacf, Marienbrnnn und Burkersdocs, wohin viele Spatzierfahrten angestellt werde«, diese Vorstadt sehr lebhaft. Die Vorstadt Oberneustifk ist ei» Frey, gründ, welcher von dem alten Lerchen» selbe, dem Neustifte und Mariahülf begrenzt wird, und 226 Häuser undLLoo Einwohner enthalt. Die Grundherclich« keit dieses Ortes besitzt das Stift Schot- «dn, welchem zugleich die hier neu er- baucte Pfarrkirche gehört. Diese Vorstadt ist unter allen die einzige, in wel. cher die Volksmenge und die Häuser am stärksten zunehmen. Die hiesigen Häuser sind gewöhnlich ohne die Erdgeschosse zwep Stockwerke hoch, und ansehnlich gcbauet, und werde» größten Theils von Seidrnwaarenfabrikan- len bewohnt, deren man Hier gcgen 20c» zahlt. Der Neubau ist ebenfalls ein Frey. gründ, welcher vom Platzl, von Ma- riahnlf, dem Ncustifte und Oberncu- stifte umgeben ist, und Zl Häuser zählt. Die Grundherrlichkeit dieses Orts besitzt das Stift Schotten, und ein Theil desselben ist der Pfarre am Oberneu- stifte, und der andere der Pfarre am Platzl zugetheilt. Beyde Pfarren gehö- ren dem Stifte Schoite». Hier befindet sich dir zollerikchc Aemenfchule. Die Vorstadt Nrustift gehört eben- falls unter die Freygründe, und wird vom Platzl, dem Neubau, Mariahülf und Oberneustist umschlossen. Sie zählt 78 Häuser, welche unter die Pfarre Wien »m Platzl gehören, und dieGrunbherr- lichkeit derselben ist zwischen dem Stifte Schotten, und dem Hochstifte Passau getheilt. Hier gibt es viele Zeugma. cher, Dünntuchmacher, Weder, Band- macher, und Spitzenkkepplerinnen. Die Vorstadt Spitalbcrg enihKt iZg Häuser, welche von F202 Seelen bewohnt werden, und ist zu St. Ulrich «m Platzl eingcpfarrt. Zwischen derselben und der Lcimgrube liegt der kaiserliche Marstall. Dieses prachtvvlle Gebäude ward vom Kaiser Carl VI. j,n Jahre 172^ erbauet, und Haltübrr6cio Zuß in der Länge. Es ist ohne das Erdgeschoß zwey Stockwerke hoch, und hat für 40» Pferde Raum. Die itt diesem Gebäude vorhandenen Wasserbchaltniffe sind fthenswücdig. Das Platzl ist ein Freyzrnnd, welcher an Mariahülf, den Spitalberg, die Josephsstadt, das Neustist und an den strotzischen Grund grenzt,„nd dessen Gruudobrigkeik das Stift Schotte» ist. Dieser Ort zählt 108 Häuser, wel« chc ungefähr 6cno Seelen bewohne», die Theils zu St. Ulrich oder Maria- teeu, Theils zu St. Lorcuz am Ober« neustifte cingepfarrt sind. Hier wohnen viele Posamcnlirer, Draihzieher und Dünntuchmacher, und man findet hier aucheineLederfabrik, rine Wollenzcug- und eine Blondenspitzenmaiiufacknr. Das Lerchenseld wird von der Jo- . scphsstadt, dem strotzischen Grunde und von dem Obcrnenstifte begrenzt,»ud im gemeinen Lebrn das alte Lerchrufelb, zum Unterschiede des vorder Linie gleiches Nahmens gelegenen Dorfs N-u- lerchenfeld, genannt. Dieser Ort enthält iyZ Hätiser, und 6200 Einwohner, und hat seine eigene Pfarrkirche, welche z» den sieben Zufluchtcn genannt wird. Unter den hiesigen Gebäuden ist das von traklnernsche das merkwürdigste. Der Ort hat sein eigenes Hospitäl, und BüM» W i e n die Grundobrigkeit desselben istbcr Herr von Hagenmüller. Der Strotzische Grund grenzt an die JosephSstadt, das alte Lerchenfeld und an das Platze!, und besteht eigentlich a»S einer einzigen langen Gasse, die nach der JosephSstadt führet. Die Hän- ser dieses DrtS, deren man Z6 zählt, und welche von i/FZ Seelen bewohnt werden, sind der Kirche in derJosephS- stadt zugetheilt. Unter die merkwürdig« sten hiesigen Gebäude gehört das gräfliche chvtekische, welches eben der Pal- last ist, den Graf Strozzi gegen das Ende des vorigen Jahrhundertsbanete. Die Grundhcrrlichkcit dieses OrtS bc. sitzt der Magistrat der Stadt Wien. Die JosephSstadt, welche westlich vor dem Burgthore liegt, ist sehr regelmäßig angelegt, hat durchgehends lange Straßen, zählt-46 Häuser und 7600 Einwohner, und ist dem Magistrate unterworfen. Zu den merkwürdigsten Gebäuden dieser Vorstadt gehört der fürst- liche anerSbergische Pallast am TlaciS, die große an der Kaiserstraße liegende Reikcrcaserne, das Klostorgebäude der Piaristen, und das löwenburgische Con« vict, in welchem adelige Jugend in den Wissenschaften von den Piaristen unterrichtet wird. Man findet hier auch eine sehenSwürdige Seidenmanufactur, und eine Fabrik von falschen Geschmuck- waaren. Von hier führt der Weg durch eine Allee in die Alstrrgasse. Die Vorstadt Alstergasse wird aufder südlichen Seite von der JosephSstadt, und aus der nördlichen von der Wärin- gergaffe. begrenzt, und liegt im Burgfrieden der Stadt. Sie enthält 180 Häuser, und 9400 Einwohner, und Hat seit einige» Jahren eine ganz neue asse, die.den Nahmen Blümegen führt, ie Pfarrkirche zur heilige» Dreyeinigkeit liegt an der Hauptstraße, und dar Minoritenkloster, welches an dieselbe Wie« 667 stößt, hat den Gottesdienst zu besorgen; 8er Pfarrer hingegen ist ein Wcltprie« ster. Die seheNSwürdigsten Gebäude dieser Vorstadt sind da- allgemeine Krankenhaus, der Narrenthurm und die Ca- ferne. Uebkigens befindet sich hier noch eine Nähnadelfabrik, eine Sammetfa- brik und ein SiechenhauS. Die Wäringcrgasse grenzt an die Al- stergaffe, an den Himmelpfvrtgrulid, an Thnry, die Rossau und den Schot- «enberg, und enthält 40 Häuser, welche in die Alstergasse und Rossau ringe- pfarrt sind. Diese Vorstadt, deren Grundherrlichkrit der Magistrat besitzt., war ehemahls wegen des Pesthofs, Bä- ckenhauselS und spanischen Spitals oder jetzigen Waisenhauses merkwürdig, und die hier befindliche Kirche zu St. Johann Baptist ist eine der ältesten Kirchen in Wien. Heut zu Tage macht das prachtvolle Medicin!sche chirurgische akademische Gebäude, welches Joseph II. ausführen ließ, dieselbe merkwürdig. Dieses ist ohne das Erdgeschoß drey Stockwerke hoch, und macht von der vorder» Seite ein offenes Viereck, welches von einem große» eisernen Gitter mit drey Thoren umschlossen wird. Im ersten Stocke befinden sich der Büchersaal, die pathologischen und anatomischen Cabinette und der Hörsaal, in welchem alle Vorlesungen,gehalten werden. Dieser Saal ist ganz in die Rundung gebauct, und acht durch beyde Geschosse. Alles übertreffen hier die in fünf anatomische» Cabinetten vorhandenen Wachs- präparaten, welcheJoseph ll. sürZciooo Gulden kaufte, und die in Schränke» von Rosenholz, welche mit venetiani- schen Spiegelgläsern besetzt sind, aufbewahrt werden. Die ganze Mcubliriing dieser Z mmer ist prachtvoll. Im zweyte» Stocke befinden sich die Zimmer der Professoren. Gegen die Wesiseitegrenzt das Militärhospital dicht an das akadr- 668 Wie«, W i e u Mische Gebäude, welches ein offenes Viereck macht, und für ,200 Mann Asum hält. In diesem Gebäude wohne» auch d.e akademischen Zöglinge, mit welchen die bey den Regimentern erle- digten Wundarzistellsn ersetzt werde». Zu den in dieser Vorstadt merk,»ürdi« gen Gebäude» gehört auch die kaiserliche Gewehrsabrik. UebrigenS liegt die Wäriiigergaffe sehr hoch, und ist eine der gesundesten Vorstädte WienS. Der Himmelpsorlgrund wird von der Wäringerlinie, dem ffchtenihole, und vo,, Thury begrenzt, enthält 6g Häu- ser, welche von Z2oo Seelen bewohnt werden, und ist seit der Erlöfchung des Nonnenklosters Himmelpforte ein lan- desfütstlichcr Freygrund, der in die Kirche im Lichtenthalc eingrpfacrt ist. Die Vorstadt Thury, welche an die Stoff»,, an das Lichtenthal, an den Hmimelpfortgrund, an die Wäringcr- gaffe und an den Alstcrbach grenzt, ist ein Freygrund des Stiftes Klosterneuburg, welcher Ko Häuser und 26t;> Einwohner zählt, die der Pfarre im Lichkentbale zugetheilt stud DoS hier über den Alstcr- bach gespannte Brückche» iiuterhäll die Eouimunicatio» mir der Noffa,,. Lichtenthal oder die Carlstadt wird vo» dem Himmelpfortgrniide, Thury, der Nußdorferliuie, der Donau, dem alt- h-nischen Grunde und vom Alstcrbachc umgebe», ist ein fürstlicher liechtensteinischer Freygrund, bestehetaus ,o Stra. fen,„üb zählt mit Inbegriff der Spi. talau LoZ Häuser, die»0,17200 Mensche» bewohnt werden. Diese Vorstadt hat ihre eigene Pfarrkirche, welche we« gen ihrer ausgezeichnete,, Architektur fthe.iswürdig ist, und enthält einige Seiden- lind Wollenmauufaciuren. Sie ist übrigens f» wohl wegen ihrer Lage an der D II-III, als auch wegen desa«. grenzenden Alsterbaches,, vielen Ueder- schwemmungri» ausgesetzt. Der Mthanische Grund, welcher am nördlichen User des Älsterbüches liegt, und gegen Weste» an das Lichtenthal grenzt, enthält iL Häuser und,549 Ein. wohnec, welche nach Lichtenthal ein- gepfarrl stnd, und unter denen stch vie. le Wäscher befinden. Der Banquier Pu. »hon hat hier ein ansehnliches Garien. gebäude und ein Bleichhaus. In dem so genannten altha,tischen Garten wird das Donauwaffer zum Baden warm gemacht. In den Sommermonatben stnd die Spa- ziergänge in der Gegend dieses Drles, welcher unter dein Magistrate steht, sehr angenehm. Die Vorstadt Rossau ist eigentlich ein , welches zwischen der Wärrnger« gaffe, Thury, dem Aisterbach«, altha- nischen Grunde und der Donau liegt, und nebst dem Dberwerd»28 Häuser enthält, die von Looo Seelen bewohnt werden. Der Holzhandel und der Garten- ban stnd die wesenlüchstenNahruiigszwcj- g-diesesOrtes;imgleichcn gibt die hiesige vortreffliche kais-rltchePorzellanfabrik ge. gen Zoo Personen U nkerhalt. Das Wir. »er Porzellan übertrifft das Meißner an innerer Gute und Dauer, und hält das stärkste Feuer aus. Eben so vortrefflich ist seine Weiße, Die Mannigfaltigkeit der Formen, die geschmackvollen Des. seius und Vergoldungen, die dasselbe so sehr auszeichnen, machen die hiesige Fabrik zu einer der ersten Europcns. Der Thon zu demselben wird an vielen Orten in den österreichische,! Erblonden mühsam gefummelt. Die Rossau hat jähe. lich einen Töpfer- und Holzmarkt, und wöcheiulich am Freytage einen KrebS- maikl. Seitdem Jahre./Hz hat sie eine eigene Pfarre, welcher ein Welt. Priester vorstehet. Unter den hiesigen Gebäuden ist der von dem Fürsten Adam von Liechtenstein erbaucte prachtvolle Pallast mit seinem Garten, das seheaS- würdigste. Der Orden der Diener Ma- Wie» na hat hier ei» Kloster, unb in der so g-»a,rote» Judengosse befindet sich das Jiideilhospital. Die Grundherrlichkeit dieses Ortes gehört dem Stadtmaai. strate. Der Werd oder Wörth hat feine Lage am südlichen Ufer der Donau, dehnt fich von dem Schanzelchore bis z„ der neuen Brücke, die über die Donau ge. schlagen ist,!viLd in den obern und»u. lern eingetheilt, und enthält nur L Häuser, von welchen Z der Pfarre z„ St. Stephan»nd 2 der Pfarre in der Roffau zugetheilt sind. Die Einwohner Wiens find Deut. fche, Ungarn, Italiener, Franzofen, Spanier, Niederländer, Lothringer, Schweizer, Aaitzcn, Griechen, Armenier, Türken und Juden. Aus Ober. österrcich, andern an der Donau gelege. nen Reichsländcrn, Böhmen, Mähren, Ungarn, Steyermark, Tyrol und Italien, werden allerley Lebensmittel, und nöthige, nützliche und angenehme Sache» hierher gebracht. Alles, was zum Essen und Trinken gehört, ist hier wohl. feil; die Miethen aber find wegen der Volksmenge theuer. I» den Vorstädten eichtet sich der Preis der Miethe„ach der Lage der Häuser; denn je näher diese an die Stadt grenzen, desto höher steigt ihre Miethe. Unter den hiesige» vielen einträglichen Fabriken und Ma- nufacturen, weiche im Jahre 1784 über Zoooo Menschen beschäftigten, sind die Seidenmanufaoturen vorzüglich in g„. tem Stande. Hier werden außer ver. schieden«, Seiden. und Sainmetwaa- rru aiich seidener Flor und Dünntuch, lyo,»scher Draih, türkisches Garn, gol. dene und silberne Borten, Tapeten, Spiegel, das oben beschriebene echte Porzellan, Bänder, künstliche Blumen, -feine lederne Handschuhe, feine Stahl, arbeiten, Waldhörner, Geigen, Flöten Wienerische 66- und andere musikalische Instrumente, Zinnober, Wienerlack„nd andere Far. be», Galanleriewaare» und mehrere andere Waaren verfertigt. Wien unter, halt eine,, lebhaften Handel nach Un- garn, Italien, nach verschiedenen deutschen Landern, und„ach der Lürkey D.e mancherley hohen Collcglcn unh Gerichte, welche hier ihren Sitz haben, und die vielen lausend Fremden, welche sich hier aufhalten, vermehren die Leb. hastigkeit der Stadt. Außer den oben genannten Schauspielhäusern gibt es hier noch einige, nähmlich auf der Wie. den, in der Josephsstadt und auf der Landstraße. Die öffentliche Ruhe unh Sicherheit wird bey Tage durch die Po. lizeywache, und des Nachts so wohl durch die Nacht-als Reitenvache, un. «er der Oberaufsicht eines CollegiumS erhalten. Die Stadt, deren ältester Theil der so genannte Berghof neben dem hohen Markte ist, hat ihre erste Ein. richtung dem österreichischen Herzoge Heinrich l. zu verdanken, welcher sie um das Jahr 1142 zu seinem Wohnsitze machte. Ob sie nun gleich schon damahls eine Stadt genannt wird, und um das Jahr i,L8 schon Mauern hatte, so erhielt sie dock erst im Jahre ,,98 vom Herzoge Leopold Vlll ihre rechte bürgerliche Einrichtung, und eine b.ssrre Befestigung. Im Jahre ,2^7 wurde sie vom Kaiser Friedrich ll. z» einer freyen Reichsstadt erklärt, weiches sie aber nur vier Jahre blieb. Im Jahre 1477 ward sie vo» den Ungarn, und in den Jahre»>629 und 1684 von den Türken vergeblich belagert; hingegen wur. de sie im Jahre 1241 von dein österreichische» Herzoge Friedrich ll. ,im Zah. re 1277°o» dem Kaiser Rudvlph l., und im Jahre i48L von dem ungarischen Könige Malidias erobert. Wienerische Neustadt. s. Neustadt, 670 Wier» W ie sea ste ig Wiera, eine von den orcadifchen Inseln in Nordschottland, welche klein aber fruchtbar a» Getreide ist. Wieringcn, eine Insel in der Südersee in Nordholland, welche ziemlich gntesAcker- »>nd Weideland hat, und auf welcher die Einwohner viele Schafe ziehen. WierSzchownice, Wierschchownitz, ein Städtchen in der Landschaft Podleste oder Woiwodschaft Brzese im litauischen Rußland. Wicruszow, Wieruschow, eine Stadt in der Provinz Wielun in Großpohlcn. Wiese, ein Marktflecken im Jglauer Kreise in Mähren, welcher dem Grafen von Colalto gehört. Wieselburg, ein offener Markt in einer fruchtbare« Gegend in der Wieselbur- ger Gespanschafk in Niederungarn. Wieftlburger Gespanschaft, Gomiwtus Molonisoffs, eine Landschaft in Nie- dcrungar», welche von Ungarn, Deutschen und einigen Croaten bewohnt wird. Ihre Länge beträgt fast L, die Breite aber Z bis 4 Meilen. Sie ist durchge. hends eben, und an Getreide fruchtbar, und bat beträchtliche Viehzucht und WeinwachS. Nebst dem Neustedlersee wird sie von der Donau und Leilha bewässert, welche ihr allerhand gute Fische verschaffen; besonders aber sind die Krebse, welche in der Leitha gefangen werden, überaus schmackhaft. Wiescnberg, eine Herrschaft im Olmü- tzee Kreise in Mähren, welche aus 9 Dörfern besteht, und dem Grafen von Zierotin gehört. Wreseuburg, ein Schloß und Amt-an der Mulde imer-gebirgische» Kreise imChur- fürstenthume Sachsen. Ehemahls gehör, te es einer herzoglichen holsteinische» Linie; ward aber im Jahre r/2L an Chursachsen verkauft. Wiesensteig oder Wesenstaig, eine Herrschaft zwischen dem Gebiethe der Stadt Ulm und dem Herzogthume Würtem- Wiescn steig Wigandsthal berg im schwäbischen Kreise. Sie gehörte rbrmahls bcn Grase» von Helfen, stei», kam aber nach deren Absterben im Jahre 1627 an Bayern und Fürstenberg. Im Jabr« 17LZ kaufte Bayern auch den sürstcnbergischen Antbeil, und als das ChurhauS erlosch, wurde die ganze Herrschaft als ein eröffnetes ReichS- lehen an Churpfalz verliehe». Die kleine Sradt Wiesensteig, liegt am Flusse Fils zwischen hohen Bergen in einem Thale, und hat ein Schloß, ein Chorherren- stift und einFrauciScanernounenkloster. Im Jahre>643 brannte ste fast ganz ab. Wiesent, ein kleiner Fluß in Franken, welcher bey Holseld uns einem Brun« neu entspringt, und sich in die Pcgiütz ergießt. Wiesenlheid, eine Herrschaft, Schloß und Dorf zwischen dem Hochstifte Würz- burg, der Grafschaft Castell» und den anSbachischen Aemtern Brixenstein und Kleinerlankheim im fränkischen Kreise. Diese Herrschaft gehört den Grafen von Schönborn- Wiesentheid, welche auch wegen derselbe» Sitz und Stimme auf dem Reichstage im fränkischen Grafen- eollegium und bey dem fränkischen Kreise haben. Wieklisbach, ein Städtchen in der Land- vogtcy Bipp in den deutschen Landen des Cantons Bern in der Schweiz. Wiewaszow, ein Städtchen in der Woiwodschaft Wilno im Großherzogthnm» Litauen.» Wifflisburg, s. Avenches. Wigail. ei» geringer Burgflecken in Lan- eashire in England, welcher zwey De> putirte zum Parlamente schickt, 11»! wo viel Bettzeug und Cisenarbeil verfertiget wird. Bey demselben werden die so genannten Lichtkoblen in Menge gefunden, und nicht weit»on hier ist auch eine mineralische Duelle. Wigandsthal, ein Städtchen im budissi-- W'ght Wildbad Nischen Kreise in dem Markgrafthume Dberlansitz. Wight, Vectl«, eine Insel in Hamp- shirc in England. Sie liegt nahe beym festen Lande, mit welchem sie ehemahls durch«ine Erdzunge verbunden war, enthält 60 englä-ldische Meilen im Umfange, ist angenehm und fruchtbar, und hat besonders einen Utberfluß an Getreide, zahmem Drehe, Hasen, Kaninchen, Fischen u, s. iv. Die Luftistbier -gelinde, so daß auch die Granstüpfel reif werde». Die hiesige Schafwolle ist nächst der von CoiSivold die feinste. Zur Zeit Heinrichs VI. hat diese Insel ein Paar Jahre lang, de« Titel eines Königreichs geführt, da er seilten Vertrauten, den Heinrich Beauchamp, Grase» von Warnxck, zum Könige von Wighl, Jersey und Gnernsey krönen ließ. UebrigenS enthält sie 4 Marktflecken ,Z6 Kirchspiele und ungefähr 2/000 Eiuwohuer. Wigloun, ein königlicher Flecken mit ei- »ein Hafen in der Landschaft Galloway i» Südschottland. Wihitz oder Mchatz, Lüirrckium,«ine Siadk am Fuße des Berges Plissiewitz und an einem See, welchen der Fluß Unna macht in dem Paschalik Boschna- hili im türkischen Kroatien. Sie war im Jahre 1 zy2, da sie von den Türken zum ersten Mahle erobert wurde, ein fester Platz. Wild- und Rheingraken, der Nahme ei. piaec reichSgräfljche» Familien am Rheins, vermu-blich, weil sie wilde, waldige«nd uitgebaurte gebirgige Gegen, den zu bevölker» und urbar zu mache» bekamen, daher sie auch Aauhgrafen ge. nannt wurden S. Rauhgras. Witda, s. W'l-ia. Wilddad, ei» Städtchen in einem ticken Thäte am F üßch.» E»z Herzog.du- nie Würiembi rg, welches wegen seines vorkr fflichea warm.'» Bares berühmt, (.IV. Banp) Wild bahn Witdenbr tz/i und der Sitz einer Gekicralsnperinten. dentiir rst. I« den Jahren»4Z7, IL2L, rü4L und ,742 ist es ganz abgebrannt; nach der letztenFeuersbriiiist aber größten Theils besser als vorher erbauet, und für die Badgaste bequemer eingerichtet worden. Wildbahn, i) ein geackerter oder«lifge- grabcner Weg in einem Jagdbezirke, damit man das hin und her wechselnde Wild darauf verspüren möge. 2) Im Fuhrwesen, der ungebahnke Weg„eben dem ordentlichen Fahrwege. Wen» man drey Pferde vor einen, Wagen neben einander spannet, so gehet das dritte auf der Wildbahn. Wlldbavn, i) das Befugniß, dieJaad- gerechtigkeil Anderer einzuschränken. sie von gewissen Jagdbezirken abzuhalten. 2) Ei» solcher in seine Grenze» ei»ge- schloffkurr Jagdbezirk, der, wenn er ein Wald ist. ehedem ein Bannforst genannt wurde« Wildberg, eime Stadt und Amt am Flusse Nngold im ehemahligen Nagoldgau im Herzogrhume Würiemberg, wo eine Specialsupcriiitcndentur ist. Im Jahre 1464 brannte die Stadt ganz ab. Unweit derselbe» steht das ehemahlige Nonnenkloster Reulhin.» Wildeman, eine ehemahlige Bergsiadt auf dem Harze im Fürsienihume Gruben. Hagen im nieder-sächsische» Kreise, welche im Jahre tzuerst angelegt wurde. Wildrnbruch, ein Schloß, Flecken und Amt in Hiiikerpommern an den neu. märkische» Grenzen. Das Amt gehör, te ehemahls de» Tempelherren, und nachmahls zu drsJohanniterordenS Her. renmeiftrrthuaie. Nach dem wesiphäli- schen Frieden wurde es eingrzose», und der Krone Schweden überlasse», von welcher rS im Jahre>6/y an Bran- dei'bnrg kam, iinb in ei» könialiches Ami verhandelt wurde.Das Schloß und der Flecken Wildenbriich liegen an einem Lq.qq 672 Wilbenfek- Wildsau- See. Auf dem Schlosse starb im Zähre 1771 Markgraf Friedrich Wilhelm. WlldenfelS, eine kleine Stadt, Schloß und Herrschaft an der Mulda im crz. gebirgischen Kreise im Cburfürsteiiihu- me Sachsen, welche den Grafen von Solms-Laubach gehören. Wildenschwcrt, ein Marktflecken im Chru. dinier Kreise In Böhmen, welcher dem Fürsten von Liechtenstein gehört. Wildenstein, ein Schloß und Amt am Speßhart in der Grafschaft Erbach im fränkischen Kreise. ' WildeShausen, eiuAmt und Stadt ander Hunte im Herzogihume Bremen im nie. dersächstschen Kreise. DieSladtist mitri« ncm verfallenen Walle umgeben, und ih-e Einwohner sind theils Katholiken, theils Lutheraner. A» der lutherischen Pfarrkirche steht ein Superintendent, welcher die Aufsicht über drey Kirchspiele hat. Diese Kirche hat zuerst des Herzogs der Sachsen Wirikriids S»hn Wig- bert erbauet, dessen Sohn Watberg im Jahre 872 ein LvileZium Lnnorii- -corum stiftete, und sie mit den Ke- deine» des heiligen Alexanders»ersah. Im drepzehntcn Jahrhunderte wurde diese Cvllegiatkirche von neuem gebauet. Im Jahre-Z2Z ließ der Bischof zu Munster die Stadt ihrer Mauern und Thürme beraubrn. Im Jahre iFZZ wurde sie von dem Grafen von Oldenburg eingenommen, und das Schloß in die Asche gelegt und völlig verwüstet. Wl'ldfang, heißt 1) ein jedes wild gefan. -ene Thier oder Ding, welches daher erst gezähmt, ober cultivirk werden muß. So werden in der Wildniß aufzewach. sen«, noch ungebändigte Pferde Wild. fange genannt, s) In einigen Gegen- den ein Fremder, Ausländer, beson- dcrS in der Pfalz, ein herrenloser Ausländer, über welche dem Churfürsten son der Pfalz ein gewisses Recht zuste- Wildon Wilhelms» hct, welches da- WüdfangSrecht genannt wird,»ach welchem ervonihnen den so genannten Fahcgnldeft bekommt, auch, ii» Falle sie sterben, ihr Vermögen einziehet. Z) Ei» wilder, unbrsen- ncner Mensch. Wildon, ein Markt mit einer alten Feste und Herrschaft an der Mur in Unirr- steyermark. Diese Herrschaft besitzt ei. nen Gericht-bezirk von 10 Meilen im der Runde, übt über alle darin gele- gen«» adeligen und anderen Güter da- Landgericht oder den Blulbann aus, und gehört den Grafen von Stampfer. WildSruf, Wilsdorf, ein altes Städtchen und Rittergut der von Schönberg im meißnische» Kreise im Churfürstenkhume Sachsen. Es hat oft, und besonders im Jahre> 744 großen Brandschaden ge. litten; ist aber wieder gut erbauet worden. Wilduvgen, s. Niederwildungen. Wileyka oder Wylika, ein Städtchen m der Woiwodschaft Wilna im Großher- zogthume Litauen. Wilhelmiiirnrokh,»in Schloß und Amt im Fürstenthume OelS in Niederschl». steil. Wilbclmebad, ein Flecken in der Graf- schaft Hanau. Münzberg im obrrrbei. Nischen Kreise, in welchem sich ein Gesundbrunnen befindet. Wilhelm-burg, ein Markt am Flusse Trafen im Kreise ob dem Wicnerwaldr im Lande unter der Ens in Oesterreich, welcher dem Kloster Lilirnfeld gehört. Wilhelm-burg, ein Amt im Fürstentb». me Lüneburg im niedersächstschen Kreise. Es liegt in der Elbe zwischen dem Süder- und Nordcrstrome derselben, und ist ungefähr eine Meile lang und eben so breit. Der Boden ist Marschland, aber von verschiedener Güte. Die Einwohner bauen zwar Weizen, Rogggg^ Hafer, etwas Gerste und Feldbohnen; habe«» aber ihre vornrhwstr Rahrnng Wilhelm-b Wilhklm-th von der Milch ihrer Kühe und vvn den vielen Gartengewächsen, welche sie nach Hamburg bringen. Hier ist auch ein Schiffezimmerwerst, auf welchem grüße nach Grönland auf den Wallfischfang gebende Schiffe gedauet werden. Das AnuhanS WilhtlmSbnrg liegt eine Vierielmeike von Haacburg. WilhelmShof, ein fürstliche- Hans und Vorwerk in einem Walde nicht weit von Hatzxerade im beroburgischen Antheile am Fürstenthume Anhalt im odersächsi. scheu Kreise, welches so wohl«m der Gebäude, als vornehmlich um der Lage willen ei» angenehmer Dit ist. Der Ban ist im Jahre 168- vollendet woc. den, und das HauS besteht aus zwey Stockwerken. Etwas tiefer in den Wald hinein findet man auf einem hohen steilen Berge, die mit Busch- und Strauchwerk bewachsenen hohen Steinhaufen her alten Schlosses Anhalt, von wel- chem das Land und hochfürstüche Haus den Nahmen führt. Wrlhelmsstadt, eine der schönsten und reinlichsten Städte auf den Mittelamerikanischen Juseln. Sie liegt in der holländischen Insel Cnraffao, ist der Sitz eines Gouverneurs, hat viele prächtig« Gebäude, eine schöne Judensynagogr, und einen sehr guten Hafen. Wilhelmstein, eine Insel und Festung im Strinbitdermeere in der Grafschaft Schauenbnrg im westphälifcheo Kreise. Wiihelmsthul oder Neufiädri, ein off«, lies Städtchen an der Viele in der Graf- schaft Glay in Schlesien, bey welchem Ehemahls ein Silderbergweek war. Den ersten Nahmen bekam es von sei„em Stifter, Wilhelm von OpperSdorf; den Zweyten aber Hai cS seit den, Jahre da es zu einem Bergstävtchen gemacht wurde. EZ gehört einem Grafen von MalliS. Wilhdfmskhol, ein vortreffliches fürstliches Lustschloß zwey Stunden»an Las- Wilhelmsth Willemst 67z srl in Nirderhesscn, welches im Jahre i/LZ von, Landgrafen Wilhelm Vtll. neu erbauet und so genannt wurde, da es vorhin Amalienthal und in ältern Zeiten Amelgozzen hieß. ES ist rund umher von Bergen und Wäldern umgeben, und besteht aus einem Hauptgebäude und zwey Nebengebäuden. Wilhelmslhal, ein fürstliches Lustschloß in einem Thiergarten im Fürstenthume Eisenach im obersächsischen Kreise. Wilhcrüig, ein Cistercienserklostrr im HanSruckkrcise im Lande ob der EnS in Destcrrcich. Es liegt in einer Tiefe unweit der Stadt Linz, und hat an der einen Seite die Donau, an der ander» aber den so genannten Kiernberg. Im Jahre 1146 wurde eS den Cistekcien- sern verliehen. WUHelinsdorf oder Wilmersdorf, ein sehr schöner Flecke» und Schloß mit ei- »er schönen evangelischen Kirche am Flusse Zenn zwischen WindSheim und Nürnberg im fränkischen Kreise. Wilkomiz, s. Wielkomirz Wtlia, ei» Fluß im Grvßherzogthnmr Litauen, welcher bey Wiliia vorbey fließt, und sich zu Kowuo in den Fluß Riemen ergießt. Willanow, ein prächtiges Schloß in der Woiwodschaft Masuren in Großpohlen, welches König Johann 1H> oder So- bieski erbauete, der auch im Jahre 1696 hier starb. Jetzt gehört es dem Fürsten Czatoriski. Im Jahre 1732 errichtete König August H. hier ein Lager von den auf deurschen Fuß eingerichteten Truppen, und ließ dieselben verschiedene Kricgsübungen machen. Wistcmstadt, ei» stark befestigtes Städtchen von los Häusern am Hollands- diep im holländischen Antheile am Her- zogthume Brabant, welches dem Erhi fiarlhaltpr der vereinigte» Niederlünde gehör». Die Mündung des Hafens derselben hefindkt sich zwischen zwey Dsi- Lqqq L ^74 Willenb Willmanst Wilming to« Wilna chen, auf deren einem eine Rebouke liegt. Willenberg, ein Städtchen im niederbur. glschen Kreise in Ostpreußen. In der hiesigen Gegend gibt es viele Eisenhammer. Williamsburg, die ehemahlige Hauptstadt»o» Virgiiiien in den vereinigten Freystaaien von Nordamerika. Sie enthält LZU Häuser, hat ein schönes Col- legium für höhere Wissenschaften und zur Erziehung für Indianer, und auch einige Festungswerke. Das eben genann. 1e Collegium, welches König Wilhelm stiftete, besieht aus einen, Präsidenten und 6 Professoren. Wegen der wichtigen Schenkungen, welche es bekam, ist es eines der reichsten Eoilegien in ganz Nordamerika. Willibaldsburg, s. S. Willibaldsburg. Willisa», eine Landvogkey und kleine Stadt mit einem Schlosse an der Wig- ger im Canton Lncern in der Schweiz. Sie hatte ehemahls eigene Grasen, von welchen sie an die Grafen von Baien- dyss, und endlich im Jahre 1407 käuflich an die Siadt Lncer» kam. I» den Jahren 147, und iL/r brannte sie säst ganz, und im Jahre 1704 größten Theils ab. Wlümansirand, eine Stadt auf einem kletiie» Berge au, See Saima in der Statthalterschaft Wiburg j,n europäischen Rußland. Sie hieß vorZcilea kapp. strand, und war ein Marktflecken und der Sitz eines schwedischen Landeshauptmanns. Im Jahre 174, am Listen August fiel eine Biertelmeile von der Stadt ein scharfes Treffen zwischen den Schweden und Russen vor. Der Ort, welcher vorher mit einem Graden und Erdwalle befestigt war, wurde hieraiifabgcbraiint, ist aber wieoer ausgebauet worden, doch hat er nur geringe Gebäude. Er ist ein längliches Mit Pallisaden umgebenes Viereck, und hat§n>cy Thore, und eine kleine Besatzung. Wiimington, eine ansehnliche Stadt in der Provinz Delawarc l» den vereinigten Frepstaaren von Nordamerika, welche 400 Hanser zählt. Wilna oder Wilno,ei!ie Woiwodschaft im eigentliche» Großherzogihume Liiauen zwischen Bratzlaw, Minsk», Nevogrobek, Lrok,, Samogitien und Semgallr,,. Sie begreift fünf Gebiethe, Nahmens Wii- »a, Lida, Ozmiana, Beasluv und Wil- komirz. Die Hauptstadt des Grossher. zogihlims Wilna, Wilda, Wilno liegt an dem schiffbaren FlnsseWilia, wo die Wilska in denselben sällt, steht in einer bergigen Gegend auf vielen Hügeln, ist sehr gross, und ziemlich volkreich, und hat zwey großcBorstädie, Nahmens Antvkolla und Rudaischka. Sie ist der Sitz eines Woi« woden und grösser» CastellanS, und des Landtags und Grads des Distriktes Wilna. In dem alten verfallenen königli. chen Schlosse befinde, sich das Zeughaus und der Tribunalsaal, und gegen»der die im Jahre IZZ6 erbauet- kvfiba-e Schloßkirche, die einen großen Schatz verwahrt, nud die prächtige marmorne Capclle des heiligen Cafimirs. In die. scr S-adt gibt es LZ Kirchen und Klöster, unter welchen eine lutherische, eine rcformirte, eine miibammedanische, eine Judcnsynagoge, drey griechische und die übrigen katholische find. Slnßerden ölieru Verwüstungen, welche sie in den Jahren»610 und 16LL von den Aas- sen erlitt, und im Jahre 17^7 00a einem Brande erfuhr, ha, sie i'm Jahre 1743 durch eine erschreckliche Fe„,rs< bruiist ,Z Kirchen, die jüdüche Hy»L> goge,^ Palläste, 469 steinerne Häuser, Hoipitäler, Höfe, Badstuben, Klöster, Mühle», 146 Kranibudkii und Apotheke», und sehr viele Speicher und Waareudehältiiisse,»ndimZahre,749 WilSöorf Wilshut Koch 6 Kirchen, dar Nachhalls, 8 Pal. käste, und 277 andere steinerne Gebäude durch schrecklichen Brand verloren. An der Capelle des heiligen Casimirs sind allein ganze Millionen verloren gegangen. In den Zähren»760 und 177L haben neue heftige Feucrsdrüiiste viele Kirchen, Klöster und Häuser in die Asche gelegt. Das hiesige katholische Bisthum wurde im Jahre 1387 gestiftet, und hier befindet sich auch das Domcapitel. Die im Jahre 1^70 vom Bischöfe Va. lerian Schuskowski Protaftwitz gestiftete, und im Jahre 1^79 pom Königr Stephan bestätigt« Universität befindet sich in dem ehemahligen Jesiiileiicolle- giiim. Der hiesige Bischof ist ihr be. ständiger Kanzler, und mit devftlhen ist ein LollsZium l^obilium vereiniget. Hier gibt es auch ei» physikalisches und anatomisches Collegium, eine botanische Geiell'chaft, ein Observatorium, ein Piaristenci'llegiiim und ein griechisches Studium DiieoloZins speculativns. Das Tribunaleericht, welches hier ge. halten wird, sängt in der zweyten Wo- che nach Ostern an, und dauert 20 Wochen; alsdann begeben sich die Richter entweder nach Novogrodck oder Minsk. Hier ist auch der Sitz eines griechischen Mctropoliicn. Der hiesi- ge Magistrat ist im Jahre ,;6Z durch ein Privilegium vom Könige Sigismund August dem Adel gleich gemacht worden; daher die Kinder der Mazistratsperso- ne» Landgüter besitzen können. Weil sich hier viele Juden und Mubamnieda. »er aufhallen, so werden wöchenilich drey Sabbathe grfryrrt. klebrige,>s treibt Wilna starken Handel. WüSdorf, f. Wildsruf. Wilüdut, Wildshut, ein Pfleggericht, Schloß und Herrschaft an der Salza in Oberbayern, welche zu demjenigen Tbei- le von Bayern gehören, welcher dem «rzherzoglichen Hause Oesterreich durch Wilsnack Wiltonhouse t>7§ den Tefchner Frieden vom Jahre 1779 zufiel. Wilsnack, ein« kleine Stadt sm Flusse Karthin in dem haveldergischen Kreise iuderPrignitz 2 Meilen von der Stadt Havelberg im Churfürstrnlhume Brandenburg. Im Jahre 1690 brannte dieses Städtchen fast ganz ab. Wüster, Welster, eine Stadt unweit drr Elbe im Herzogthume Holstein eine Meile vo» Jtzchoe und zwey Meilen vo« Glückstavt in dem so genannten Wüster- marsch, welche dem Könige von Dänemark gehört. Der Fluß Wüster, entspringt aus dem Cudenfte, stießt in die Störe, und fällt hieraus mit derselbe» in die Elbe. Wüten, Wütan, VViltma, ein Stift der Prämonsteatenser- Chorherren, im Viertel Unterinnthal i» Tyrol. Es liegt eine Viertelstunde voii Juspruckan den« Orte, wo ehemahls die Stadt Vcldi- dsna stand. Der Prälat dieses Stiftes, welches viele Alterthümer nebst einem guten Büchersaale ausweisen kann, ist ein Landstand. Unter andern zeigt man hier eine» merkwürdigen alten silbernen Coinmunioiirkelch, der vormahls, ehe drr Wein im Abendmahle des Herrn den so genannten Layen entzogen wurde, zum Cvuimuiiionskelche diente. Er ist im Jahre IZ04 nahe bey dem Stifte»n. trr der Erde gefunden worden, und ward nachmahls von dem Bischöfe zu Fünfkiicheii, Georg von Draskowitz, auf die Kirche,»Versammlung zu Trient, als ein Beweis des ehemahlige» Ge. brüuchs des Weines im Abendmahle auch in be» österreichischen Ländern, gebracht. WÜtvn, eine Siadt in Wiltshire in England, welche 2 Depiiliri» zum Part«. Mtlile schickt, und«ine schöne Tapeten« maniifactur hat. Dieser Ort war rhe. niabls die Hanpistadk dieser Landschaft und der Sitz eines Biskhiims. Wiitvnhyuse, ein schöner Landsitz des Dra« 676 Wiklshire Wilzhueg fen von Pembrockei» Wiltshice in England Z engländische Meilen von SaliS- hury, Man trifft hier einen der ansehnlichsten Schätze von Alterthümern und Kunstsachen an, wozu viele aus den Sammlungen der Cardinäle Richelieu und Mazarin, wie auch des Grafen von Arundel gekommen sind. Wülshire, eine gesunde, angenehme und fruchtbare Landschaft in England, welche zwischen den Provinzen Hampshirc- Berks- Giocester- Gommerset. und Dorsetshire liegt, und viele Schafe, Wolle, Holz und gute Steinkohlen hat. Die nördlichen Gegenden sind etwas bergig und waldig; die südlichen aber ziemlich eben, und in der Mitte ist die Salisburp. Plain, auf welcher großen Ebene viele Schafherden weiden. Eben dieselbe ist wegen des Skonehenge berühmt, welches auf einem Hügel be« ßndliche Alterthum in rund über einander gesetzten sehr großen Steinen be. stehet, die von einigen Gelehrten für Ueberbleibsel eines Tempels der britischen Druiden gehalten werden. Diese Landschaft enthält ungefähr 2A Städte tind Marktstecken, yLO Dörfer und 108170 Einwohner, und schicktZesDe- putirte zum Parlamente, nähmlich die ganze Landschaft zwey, und zwey aus jedem der 16 Oerter, welche das Recht haben, Depntirte zu wählen Die vornehmsten Tuchmanufacturen sind zu Äalmshury, Lastleiomb..Chippenham, ^alye, Devizes, Bradford, Trswbrid- ge, Westbury, Warminster und Mere. Wilz oder Mills, eine Grafschaft im österreichischen Antheile am Herzog- thume Luxemburg, welche dem Grafen vor. Milz gehört, Der Hauplorl glei- ches Nahmens mit einem Schlosse liegt am WiltSdack. Wiljburg oder Wälzburg, eine Festung jm Fürstenthume Ansbach im fränkischen Greife. Sie ließt auf einem ho- Wimberg Wimmekb hen Berge nicht weit von der Reichsstadt Weissenburg, hat A Bastionen, einen tiefen Graben und verschiedene Außen- werke, und war ehemahls eine anfeha. liche Benedictiaecinannsabtey, weiche im Jahre IL88>11 eine Festung verwandelt wurde. Im Jahre nag, bekamen dieselbe die Kaiserlichen durch Vergleich. Wimbrrg, Winterberg, eine Stadt im Prachliier Kreise in Böhme», in welcher die besten Kreidengläser gemacht werden, und dem Fürsten von Schwär« zenberg gehört. Wimblckon, ein Dorfs englische Mei- len südwest von London mit einem altfränkischen sehr großen Schlosse der Herzoge von Marlborough in der Landschaft Siirrcy in England. Nahe dabey ist die alle Schanze Ben» schury, welche die Angelsachsen auf. warfen, da ste unter sich selbst uaejns wurden, und hier die erste Feldschlacht lieferten, in welcher die Westsachfen hie aus Kent besiegten. Es ist auch die hier liegende Heide Nahmens Wim- bleton Commons zu merke«, weil auf derselben jährlich die Reiterey und zuweilen auch das Fußvolk gemustert wird, Wimbornminster, s. Wimburn. Wimbritseradcel, eine Landschaft iu We- stergo in der Provinz Friesland in den vereinigten Niederlanden, welche Lh Dörfer enthält. Wimbsbach, ein Markt mit einem Schloss, se zwischen dem,Traun-und Atiustusse im Traunkreise im Lande ob der Ens in Oesterreich, welcher den Grafen voa Stahrcmberg gebort. Wimburn oder Wimbornminster, eine, alte wohl bewohnte Stadt in einem großen fruchtbaren Tbale zwischen sischreichen Flüssen u» Dorsetshire ,U) England, in weicher viele Snickna- dein verfertigt werden,. Wimmelbnkg, ein Amt im Hursachsischen Wi Minis Wimpffe.» Antheile an der Grafschaft ManSfeld im»bersächsiechen Kreise. Dieses Amt entstand ans den Gütern des ehemahligen Klosters gleiches Nahmens u„. weit EiSlebcn, welches im Jahre>L2L von den aufrührerischen Bauern gänzlich zerstört und nachmahls mit seinen Gü. lern säcularisirt wurde. MiMMls, ein ehemahliges Städtchen und nunmehriger Flecken im Simmenthal in den deutschen Landen des CantouS Bern in der Schweiz- Er liegt gleich vorn im Tbale, und über demselben steht das Schloß, auf welche», der Castellan wohnt. Unweit davon sind die hohen Berge Stockhorn und Niesenberg. Wimpel, auf den Schiffen, lange schmale Fahne», sowohl bey feyerlichen Gele» genheiten zum Staate, als auch Si. gnale und Befehle damit zu geben; wo. durch ste sich von den Flaggen unterscheiden. Wimpffen, LoroeNa, eine freye Reichs, fiadt im Ccaichgau am Neckar im schwä- bischen Kreise, welche eigentlich aus zwey Städten besteht, von welchen die vornehmste Wimpffen auf dem Berge, und die andere Wimpffen im Tha. le genannt wird. In jener ist einc evan- gelischePfarrkirche, eine lateinischeSchu- le, und ein katholisches Hospital oder Haus von, Orden des heiligen GeisteS; in dieser aber ist ein katholisches Stift Zu St. Peter, und ei» Dominieaner- MönchSkloster. Sir zählt iZchoEinwoh. ner, und derMagistrat ist ganz evange. lisch. Auf dem Reichstage ist sie unter den Reichsstädten die neun- und zwanzigste; beym schwäbischen Kreise aber bat sie unter den Reichsstädten dir zwey und zwanzigste Stelle. Im Jahre ,626sicl bey derselben ein« große Schlacht zwischen dem Grafen Tilly und dem Markgrafen von Baaden.-Durlach vor. Im Jahre 164z nnd lüzz wurde diese Sla-t von den Franzosen eingenommen. Winchclsea Winchester 677 Winchelsea, jetzt ein geringer Flecken in der Landschaft Snffex j» England, welche» Eduard I.„ach einer viel ältern Stadt dieses Nahmens, die>8 Kirchen hatte, und von der See verschlungen wurde, 2 bis Z Meilen von derselben in einer Ecke zwischen Kent und Süf. sex anlegen, und mit einem starken Walle umgeben ließ; von den Franzosen und Spaniern aber, weil er zu offen lag, wurde er stark heimgesucht. Dieses, nebst der darauf erfolgten Zurücktrr- tnng der See, und dem Verluste der Handlung, benahm den Einwohner» den Muth, daß sie ihn größten Theil, »erließen. Er hat Z Kirchen, von wel. chen nur ein« gebraucht wird, und schickt 2 Deputirte zum Parlamente. Im Jahre 1764 wurde» hier ansehnli. che Kammertuch. und Batlistmanufactu» ren angelegt. Winchester, Vinta LelZnrurn, ein« sehr alte Stadt in Hampshire in Eng. land, welche 2 Deputirte zum Parlamente schickt. Sie steht in einem Tha- ie beym Zusammenflüsse zweyer Flüsse, und war ehemahls ansehnlich, und ei» königlicher Sitz der westlichen Sachsen; hat aber unter den Dänen und unter Stephans Regierung viel gelitten, und ist so herab gekommen, daß von ihre» Z2 Kirchen nur noch 6 übrig blieben. Indessen ist sie doch mit den wcitläusti» gen Vorstädten von Morgen gegen Abend »och eine rngländische Meilr lang, hat breite und reine Straßen, nnd rS woh. neu hier noch viele Vornehme und Adelige: sie ist auch noch der Sitz eine-Bis» rhums, welches eines der einträglichsten in England ist, da ihr Bischof, der unter dem Erzbischofe von Canterbnry stkbt, ZAo Pfund Sterling jährlicher Einkünfte hat. Außer der Katbedralkir- che, in welcher verschiedene sächsische, st dänische,„nd 2 nörmännische Könige begrabe» liegen, sind hier L Pfarrki» 67L Wiudau Wild esh chen,n»d in der südlichen Vocßadt gibt es ei» schönes Colleginm mit einer öffent. lichen Schule, worin-70 Schüler frey unterrichtet und unterhalten,»nd hierauf nach Oxford in das neue Colleginm geschickt rverde». Mau findet hier noch ein altes.Kloster, worin Benediktiner. Mönchs leben, und welches die vornehmste katholische Schule in England ist. Dieses Gebäude wird Hidehonse ae- nannt. Aus dem Platze, wo das Castell stand, in welchem die alten sächsische» Kö- nige wohnten, hat König Carl i l-einen Pallast;n bauen angefangen, und ei. «en Thiergarten von t u Meilen im Um- kreise zum Vergnügen des Hofes a». legen luffe-,; der Pallast aber ist nie ausgebauet worden. Windäu,»ine Stadt am Ausflüsse des Flusses gleiches Nahmens in die Ostsee im Herzogthume Kurland, welche von mittelmäßiger Größe ist, und einen Ha. fen hat. Sie macht Mit Goldingen die ältesten Städte des Landes aus. Ihr Schloß war der Sitz eines Commen. thurS. Außer der Sradlkirche ist hier auch eine Schloßkirche. Windau, ein Fluß in Litauen, welcher in Schamaiten entspringt, und bey der Stadt Winda» in die Ostsee fällt. Windbcrg, ein Stift und Kloster Prämon. stratenserordens, im Reiitaime Etran- biugen und Pfleggerichtc Mltterfcls, eine Stunde von dem Marktflecken Bo. gen, und eben so weit von der Donau in Ricderbayerii. Windecken, ein Amt, Städtchen und Schloß am Flnsse Nidder in der Graf- schaft Hanaumünzenberg im oberrheinischen Kreise. Wiideshcim. ein großer Flecken an dem Gültenbache zwischenBinge» und Crentz. nach im Oderamte Kyrbnrg in de» Landen der Wild. und Rdeingrafen im sderrhcinischen Kreise. Salm- Salm hat daran ein Viertel als churpfälti- Wind Hag Winds beim sches Lehen, und das übrige ist chnririer» fcheS Leh-n. Wiudstag, einSchloß und Markt im Mach- landkrrise im Lande ob der Ens 1» Ö sterreich. in welche» sich ein Flauen, klostrr DomiilicaiierorbcnS befindet. Windig JcukaU, ein Schloß und Herrschaft im Tschaslauerkreii'e in Böhmen, welche dem italienischen Hospitale zu Prag gehören. Windische Mark, s. Krain. Mindisch-Feistnj, s- Feijiriz. Windischgrätz, 8lÄVoZrasLium, ei» landcsfürstliches Släbichen in Unter, stevecmark, 8 Meilen von C>lly, von welchem die Grase» von WiitSischgrätz ihren Ursprung haben. Windischmalray, ein seiner Ort im Erz. stist Salzburg, gleich unter Mittecstel, an den Grenzen des Bislhums Brixen. Gleich dnbey ist das Teffereggcrthal. Windisch-Landsberg, ein Schloß und Markt auf einem Berge in Untersteyer. mark. welcher nebst der Herrschaft dem Grafen von Attcms gehört. Wilidlich-Ntißdorf, oder Uiiternußdorf, ci» Flecken in der Preßburger Gesya». schast in Niederungarn, welcher in ki- ner schönen Gegend liegt, die so wohl vortreffliche weiße Weine, als allerhand Feldsriichle hervor bringt, und geholt den Grafen von Palsy. Windisch. Proben, Loth. Prona. ei» Marktflecken in der Lhurotzer Gespan, schau i» Niederungarn, welcher sich vom Ackerbaue nährt. Windsbach, eine Stadt, Schloß und Oberamt an der Rcdnitz im Fürsteiithu» me Ansbach im fränkischen Kreise. Windsheim, eine freye Reichsstadt im Fürstentdume AnSbach. Sie liegt an der Aisch, worüber eine steinerne Brücke gebt, ist uralt, brarrist mit den Wällen, Stadtgraben und der diesen Ringmauer, dje zwanzig Tbürm.e bat, über drey Viertelstunden im Unssange Windrose Win nenkurg hat Z Thore und Z Kirchen, ein wohl. bestelltes Gymnasium, ein schönes Rath. Haus, und ein gutes Hospital, zwey Armenhäuser, und ei» wohl versehenes Zeughaus. Der Rath besteht aus2LP-r. soncn: unter welchen 12 zum innern und> 2 zum außer» Rathe gehören. In dem ersten hat der Oberrichter den Vor. sitz. Die Stadt hat zwey Wälder, da- von der eine Schlußbach, der andere der Tiessencrwald genannt wird. Die Religion ist lutherisch. Im Jahre l7Zo gingen in dieser Stadt chie beste Kirche, St. Kilian genannt, imgleichen das Aathhaus und etliche Bürgerhäuser im Rauche auf; welches man aber alles in kurzer Zeit wieder aufgebauet hat. Die. se Stadt hat auf dem Reichstage im reichsstädtischen Cvlleginm auf der schwa. bischen Baut die ein und zwanzigste, und beym fränkischen Kreise auf der Reichsstadtebank die dritte Stimme. Windrose, der Nahme der nach den Wind- strichen eingetheilten Scheibe des Com- passes, und der Abbildung derselben auf den Landkarten. Wiiidsor, s. Neuwindsor. Winkel, eine churmaynzischc Stadt am Rhein im Rhingau, Bingeii gegen über. Winkelharken, bey den Buchdruckern ein mcffinoencs Lineal mikzwey rechtwinkeligen Wänden, worin die Zeilen rechtwinkelig eingesetzt werden. Bey den Schrift- gießern ein langes Lineal mit einem rechtwinkeligen Ausschnitte, die gegossenen Schriften darin zu justiern. Willilenburg, eine Herrschaft im Chur- fücstenthume Trier. Die vormahligen Herren von Winnenburg und der Herr- schaft Beilstein starben zu Anfange des t7te» Jahrbuttderts aus, woraufChur. fürst Lolharius aus dem Hause Meüer- nicht sie als ein churtrierisches Lehen seinem Hause verlieb, welches deßwegen unter die westphälischen Kicisstände und Grafen aufgenommen wurde. DaS (IV. Band.) Minuenden Windschot 6/y Schloß Winnenburg liegt nahe bey Bal» deneck. Minuenden, ein Stäbchen und Amt im Herzogthume Würtemberg. Es liegt zwischen den Städten und Aemtern Back- nag und Waiblingcn, und hat ein schö. nes Schloß, Nahmens Winnenthal, welches vor diesem die im Jahre 1742 ausgcstorbenen Herzoge von der neu- städtische» Linie zu ihrer Residenz brauch, ten. Jiü Jahre 169Z ward die Stadt von den Franzosen eingeäschert. Wlnncnhcim, s. Weinheim. Winnicn oder Winicza, die Hauptstadt eines Districts am Flusse Bog in der Woiwodschaft Bratzlaw in Kleinpohlen. Sie ist der Sitz des Landtages, Grod« und der Starostey der ganze« Woi. wodschaft, ist mit einem Walle umge. den, und hat ein ehemahliges Jrsuiler- colleginm. Im Jahre 16^0 wurdenbep derselben die Tartarn geschlagen. Winuiugen, ein schönes Allodialgüt und Amt im Fürstenihume Halberstadt im niedersächsische,, Kreise, welches die Landgrafen von Hessenhomburg von den Grafen von Königsmark gekauft haben, und auch noch besitzen. Wlnorz, ein Schloß im Kaurzimer Kreise in Böhmen, welches den Grafen von Tschcrniii gehört. Winoxbcrgen.oder Bergue, eine schlecht gebauete, aber wohl befestigte Stadt mit zwey Forts am Flusse Colme im französischen Flandern. Die umliegende Gegend kann vom Dorfe Suisse bis an den Canal von Dünkirchen unter Wasser gesetzt werden. Hier besindet sich eine Benedictinerabtey und ei» ehemah- liges Jesuitercollegium. Eine französi- sche Meile von hier ist das Fort St. Francois, welches am Canal von Drin» kirchen liegt, und von Bereue abhängt. Winschoten, ein wohl befestigtes Städtchen an der Reuse! in der Provinz GrL- uingen in den vereinigten Nicderkandeir Arrr <-8o Winsen Ehemahls war es ein großes und schölte- Dorf; im Jahre 1L9Z aber wurde es auf Befehl der Genera.staatcn bemauert, und mit gute» Festungswerken umge, ben, damit es diese Provinz, imgleichen Friesland und Drcnthe, gegen die Streifercyen der Spanier decken möchte. Winse», ei» Anst an der Luhe in. Für. stcnrhume Lüneburg im niedersächsischc» Kreise. Es liegt zwischen der Elbe und Mumme, welche hier beym Dorfe Dber- haverbeck entspringt, und dieß Amt von dein Fürstenlhnme Verben scheidet. Seine größte Länge beträgt sechs, und seine größte Breite vier Meilen. Ein ansehnlicher Theil desselben gehört z» der so genannten lünehurgischen Heide; es hat aber auch Marschgegenden, in welchen der Ackerbau und die Viehzucht beträchtlich sind. In den Heiden machen die Schafzucht, Bienenzucht und der Handel mit Holz die Hauptnahrung aus. Flachs und Hanfwerden zwar auch, aber nur zur Nothdurft der Einwohner gedauet. Eine besondere Nahrung der Einwohner dieses AmteS ist, daß in den nach der Elbe zu und an derselben gelegenen Dörfern, und in der Stadt Winsen das ganze Jahr hindurch Kälber von i«,>2 bis>.; Wochen gemä- stet, und nach Hamburg zum Verkaufe gebracht werden, wo jedes Stück gemeiniglich für so viele Thaler verkauft wird, als es Wochen alt ist. An der Elbe,»nd vornehmlich in der Vog- tcy Neuland wird auch viel weißes und großes Federvieh das ganze Jahr hin» durch gezogen, und zu Hamburg theuer verkauft, und in eben diesen Gegenden ist auch der Fischfang in der Elbe erheblich. Im Walde Rattbruch befindet sich eine landesherrschaftliche Stuterey, worin für die königlichen Marställe Zugpferde und Maulthiere gezogen werden. Das Amt enthält eine Stadt, einen Fle. Sei«, 140 ganze Dörfer, und tL einjel- Winsen ne Höfe, und im Jahre 17FL konnte man die Anzahl der Menschen in demselben auf iZooo und darüber schätzen. ES ist in 7 Amtsvogteyen abgetheilt. Die kleine Stadt Winsen, liegt an der Luhe, welche sich hier in zwey Theile khielk, deren einer durch die Stadt, der andere aber um dieselbe herum geht, und sich mit jenem auf der andern Seite der Stadt beym Walle wieder vereinigt. Ueber je« den Arm ist eine steinerne Brücke ge- hanet. Man schiffet von hier aus auf der Lnhe in die Elmenan, und aus die« ser in die Elbe. Die Stadt ist mit Wall »nd Graben umgeben, war ehemahls noch mehr befestiget, und hak ein nahe daran liegendes Schloß, welches von den ersten Beamten bewohnt wird. Durch die Stadt gehen viele Kauf- mannsgnler von und nach Hamburg. Im Jahre 1627 wurde sie von dänischen Völkern angezündet, und zum Theile eingeäschert. Winsen, eine Amtsvogtey an der Aller in der Großvoglep Celle im Fürstenthume Lüneburg, welche 2 Meilen lang und anderthalb Meilers breit ist. Der Boden derselben ist Heide und Sand, und trägt vornehmlich Roggen und Bnch- weitzcn. Man hat auch Schafwolle, Honig und Wachs. Zu dieser AmtSvogtey gehören i L Dörfer, zwey einzelne Rittergüter, ein einzelner Hof und ein Forsthaus. Im Jahre iZZ8 verloren die Sachsen und Lünebucger Bürger bey diesem Dorfe eine Schlacht wider die Herzoge Friedrich und Heinrich; behielten aber doch das Dorf, worin die Lüneburger im Jahre IZL9 ei» Schloß baueien, welches die Herzoge im Jahre tZyä abbrannten. Bey Wolthaufei» ist in der Derze ein landesheprschaft- licher Lachsfang. Bey dem Dorfe Wetze am Flusse gleiches Nahmens sticket matt Lheeeader» in einem ganz saicki- Winterb Winzig Winzenburg gen Boden; wen» der Sand oben Iveg geschafft ist, stehi man sie in der Dicke eines MannSarmeS in dem sandigen Boden weg laufen; man reiniget den Theer vom Sande, und thut ihn hicr- auf in Fässer. Wiiikerberg, s. Wimberg. W:ntcrberg, eine kleine Stadt auf einem Berge im Herzogihume Westphulen, welche znm Amte Medebach gehört. Im Jahre 17A9 brannte sie ganz ab, W-Itterburg, ein Amt, Schloß und Dorf in der Hintern Grafschaft Spvnheim im oberrheinischen Kreise. Winterquartier, bey den Armeen ein Quartier, welches einer kriegführenden Armee für den Winter in den Städten und Dörfern angewiesen wird. WlNlerstetten, ei» Gericht, Schloß und Flecken am Flusse Riß in den Graf. schatten der Erbtruchsesse von Waldburg im schwäbischen Kreise, welche der gräflichen Linie von Wolfcgg- Wald- see gehöre». Wittterlhur, eine kleine Stadt in einer fruchtbaren und angenehmen Ebene an der Eulach in der Grafschaft Kyburg in der Schweiz, welche unter der Sber- bcrrlichkeit des CankonS Zürch stehet. Im Jahre iZ,Z brannte der obere Theil der Stadt ab. In derselben sind zwey Gesundbäscr. Auf dem Limberge, unweit der Stadt sind, im Jahre 1709 in einem Grabe verschiedene merkwürdige Alterthümer gefunden worden. Winz. Alvinz, ein offener Qrt mit einem Schlosse am Marvfchfluffe in der Weiffenburger Gespanschaf» in Sieben- biegen, aufweiche,» der Cardinal Georg MortinusinS starb. Wiuweiler, ein Städtchen und Schloß, nicht weit von einem großen Landser in der Grafschaft Fakkenstein im oberrhei- irischen Kreise, in welchem der Sitz eines QbcranttS ist. Miizrnburg, eine ehemahlige Grafschaft Wipp er tüiL Schloß in dem BiSthmne Hildes» heim im niedersächsischen Kreise, wcl- che jetzt ei« Qberamt sind. Die Grafen sind im zwölfte» Jahrhunderte mit Hermann V. anSgestorbcn. Winzig, Wincium, eine kleine Stadt im Fürstenihnmc Wohlan in Nieder, schlesien, lvelche in einer sandige» Ge. gend liegt, eine evangelische Stadckir- chc und Schule, und eine katholische Kirche hat. Im Sommer fehlt es hier oft an Wasser, so daß sich die Einwohner, welche sich auf den Ackerbau und auf die Tuchweberey legen, mit gesammeltem Regen Wasser behelfen müssen. Im Jahre 1626 wurde fievondenDa- nen und Sachsen eingenommen;im Joh- re 16ZZ aber von den Croalen geplündert, und in den Jahren 1642 iindssZ von den Schweben sehr übel behandelt. Wipach, Dipacco, Vipavn, kin Markt mit einer Burg am Flusse gleiches Nahmens in Jnnerkeain. In der hiesigen Gegend wächst köstlicher Wein, und der Qrt gehört den Grafen von Lanthier. Wipper, ein fischreicher Fluß im Her. zogthnmc Pommern, welcher in der Herrschaft Lütow anS dem See Gc- wipplsche, von welchem er auch den Nahmen hat, entsteht, unter Rngenwal- de die aus einem See bey Guymin kom- inende See Grabow aufnimmt, alsdann schiffbar wird, und sich endlich»» die Ostsee ergießt. Wipper, ein Fluß in der Grafttbaft Schwarzburg, welcher auf dem Eichs- selde seinen Anfang nimmt, auf So». dcrSbausen zu stießt, und unter dem Dorfe Hachclbüch einen Arm von sich aus gehen läßt, der zwischen Rinkleben und Auern sich mit der Unstrut vermischt; der Hauptstcom aber ergießt sich zwischen Gorschlebe» und Sachsenburg in die Unstrut. Wipper, ei» Fluß in der Grafschaft ManS- ftkd, welcher in der Grafschaft SkoS- Rrrr 2 MiSbab W i-brach Wisch 68'^ Wipfel fürt bertz-»«springt, und sich oberhalb Bernburg in die Saale ergießt. Wipperfurt, eis- Städtchen am Flusse Wtpper im Herzogthume Westphalen, welcher eine reformite Kirche hat. Wippingen, eine Landvogtey und Stadt, chen mit einem Schlosse im Canton Freyburgin der Schweiz, auf welchem der Landvogt wohnt. Wippra, ein Städtchen mit einem ver. fallenen Schlosse an der Wipp-r in der Grafschaft Mansfeld, welches zum Am- le Rammclburg gehört, und unter chur- sächsischer Landeshoheit stehet. Wirbenkhai oder Würbenthal, ein offene« Städtchen in der Mindcrherrfchaft Freudenthsl im Fürstenthume Troppau im österreichischen Oberschlesien. Wirchc-Teich, ein großer Teich im Für- steuthume Liegnitz in Niedcrschlesien, welcher eine starke Meile im Umfange hat, und einer der größten in Schlesien ist. Wirksworlh, ein großer und wohl be. wvhnter Marktflecken in Derbyshire in England, in dessen Gegend beträchtliche Erzgruben sind, und wo besonders ein starker Handel mit Bley getrieben wird. Wirmsee, s. Würmsee. Wirsberg, ein Marktflecken und Vogteyamt indcrAmtShauptmannschafl Culm- dach im Oberland« de« Fürstenthumes Layreuth im fränkische» Kreise, in welchem guter grüner Vitriol verfertiget wird. Mrszbnik, ein Städtchen in der Woi- wodschaft Sondomirz in Kleinpohle». Wir; oder Würz-Jcrw, ein großer See in der Statthalterschaft Riga oder im Herzogthume Liefland im europäischen Rußland, welcher in der größten Ausdehnung L Meilen lang und über 2 Mei. le» breit, und durch die Embach mildem Pcipussee verbunden ist. Wsbaden, ein Oheramk, Herrschaft und wohl gcbanete Stadt in den uassau. saarbrück- usingischen Landen im vber- rheiiiischcn Kreise. Diese Stadt ist der Sitz der fürstlichen Regierung, des Hof- geeicht«, der Hofkammer, des Consi- storinms und des Oberamts, und wegen ihrer warmen Bäder, wie auch wegen ihres kalten Schwefelwaffers, ein volkreicher und nahrhafter Ort. Da« fürstliche Schloß ist im Anfange deS iZten Jahrhunderts gedankt worden. Die so genannte heidnische Mauer, welche die heutige Stadt WiSbade» burch- fchneidet, und sich noch bis auf den so genannten heidnischen Berg erstreckt, scheint ein römisches Alterthum zu seyn. Zu der Zeit der fränkischen Könige war hier ei» Königshof, oder so genannter Saal, von welchem noch die Saalgasse den Nahmen führt. Im Jahre iZ>8 ist die Stadt vom KönigeLnd- wig aus Bayern» und Baldnin Erzbi- schofe von Trier belagert, aber nicht erobert worden. JmJahre iL-s/brann- te fle ab, und in den Kriegen des i7tcn Jahrhunderts, besonders im Jahre 1644 ward sie übel zugerichtet. Wisbeach, ein wohl gedaucter Marktflecken in Cambridgrshire in England, welcher sehr viel Oehl, Butterund Hafer »ach London schickt, und wegen der bequemen Gelegenheit alles zu Wasser dahin zu führen, eine sehr beträchtliche Handlung hak. WiSby, Vispis, eine große Stadt mit einem großen Hafen auf der Insel Gottland an der Ostseite in Schweden. Da« hiesige Schloß LandSkro» ist im Jahre 1679 von den Dänen verwüstet worden. Ehemahls war fle eine große Handelsstadt, von welcher aber die See vieles verschlang. Sie ist der Siß eines Landeshauptmanns und eine« Superintendenten. Wisch, eine unmittelbare Reichsherrschast im mecklenburgische» Kirchspiel« Prüfe- Wisch a>» Wis m ü r ken im nicdersachsischc» Kreise, welche ei» Eigenthum des Fürsten von Hessen« stein ist. Wischau, eine Herrschaft und kleine Stadt >m Brünner Kreise in Mähren, welche unter dem Schutze des Erzbischvfs von Olmütz stehet. Im Jahre l/AZ brannte zuerst das erzbischöfliche Schloß nebst vielen Häusern ab, und nachher zünde, te der Blitz die Stadt an, so daß sie fast ganz eingeäschert ward. Außerhalb derselben liegt ein im Jahre rül6 ge, stistetes Capucincrkloster. Wischegorod, ein Dorf am hohen Ufer des Protwa in der Statthalterschaft Wo- lodimer im europäischen Rußland, wel. ches Z Kirchen hat, und ehemahls eine große Stadt war. Wischgrudcck oder Wischogrod, eine Stadt in der Woiwodschaft Wvlhpn in Klein« pohlen. Wisingsö, eine Insel in der Weltersec in Smaland in Schwede», auf welcher das vormahls prächtige und feste SchloßBra« helund liegt, welches im I.>718 von den gefangenen Russen abgebrannt wurde. Wislica, die Hauptstadt eines DistrictS am Flusse Nida in der Woiwodschaft Sondomirz in Kleinpohlen. Sie ist be- mauert, mit Morästen umgebe», und der Sitz eines kleinen Eastellans. Wisloch, ein Städtchen in der Pfalz am Rhein im churrhcinischen Kreise, in welchem Rudolph I. wohnte. Im Jahre 1639 wurde es von den Franzosen angezündet. Im Jahre i/Z8 legte man den Grundstein zu der hiesigen lutherischen Kirche. Wismar, eine wohl gebaucte Stadt mit einem sichern Hafen an einem kleinen Meerbusen der Ostsee im schwedischen Antheile am Herzsgtbume Mecklenburg. Sie liegt sieben Meile» von Lübeck und 4 Meile» von Schwerin, ist der Sitz des königlichen schwedischen Tribunals / WiSticwiec Wisse k- 68z für die deutschen Provinzen, enthält Z Hanptkirche», ein schönes Rathhaus und einen mecklenburgischen Pall st, zählt gegen 1000 Häuser aber kaum 600c» Einwohner, hat eine Zuckerste erkund treibt einen Getreidebanbel. Die. se Stadt, welche ehemahls zn Meck« lendiirg gehörte, kam im Jahre ,6sZ durch den wcstphälifchen Friedensschluß nebst dem Neuklostee und der Halbinsel Pocl an die Krone Schweden. Im Jahre ,6^7 ward sie von Christian V., Könige von Dänemark, eingenommen, im nimwrgischen Frieden aber der Krone Schweden wieder eingeräumt. In den folgende» Zeiten wurde sie nebst dem Seecastcllc Walisisch, welches in der Mündung des Hafens lag, stark befe. stigt. Nichts desto weniger ward sieden i4ien Aprill des Jahres 1716, nach. dem sie durch eine langwierige Blocade ausgehungert worden war, von den nor» dischen Allürten zur Uebergabe gezwungen, worauf man die schönen Festnngs. werke nebst dem unvergleichlichen Sce- castelle gänzlich schleifte. Die Stadt aber, welche bloß die Ringmauern behielt, ist im Jahre 1721 der Krone Schweden mit der Bedingniß übergeben worden, daß dieselbe niemahls wieder befestigt werden solle. WiSncwiec, WiSnewicH, eine kleine Stadt auf der Nordseite des Flusses Horyn in der Woiwodschaft Wolhpn in Kleinpohlen, weiche der Hauptort eines Herzogthums ist. Auf der Süd. seile des Flusses liegt die Neustadt. Winsliiowczpk, Wisniowlschik, cineof. fene Stadt im Haiitschec Kreise im KL. nigrciche Galizien. Wisse!, ein Flecken im HerzogthumcCle« ve im westphälischen Kreise, welcher unter das Aml Gcirt gehört, und inwel- chcm sich eine Collegiatkirche befindet. Wissoky meyto, Hvhcmaut, eine königliche Leibgedingstadk im Chrndimer Ken« 684 Wissowitz Witg enst Wilgenst sein Böhmen, z» welcher einize Dörfer gehören. Im Jahre>774 brannte sie fast ganz ab, W ssaw A, eine kleine Stadt im Hradl- schsr Kreise in Mahren. Wijtern'H, ein Makklfl cken am Flüßchen 'Feistritz im Dlmützcr Kreise in. Mähren, welcher dem Domcapilel zu Dl- mütz gehört. W özititl'ec, Wi'chtiniatz, eilt Städtchen an einem See in der Woiwodschaft Teo- ki!M»roßherzogthnme Litauen. Wilepsk, eine Provincialstadt eines Kreises gleiches Nahmens am Ausflüsse des BaHeS Wischba in die Düua in der Statthalterschaft Polotzk im europäischen Rußland. Diese S'adt erstreckt sich von einem Berge herab bis au den Fluß, und hat ein ehemahliges Jesnitercolle- gium. Wilgenstein, eine Grafschaft an der Lahn und Eöer aus dem Westerwalde im oberrheinische» Kreise, welche an die Hessen- darmstädtischin Aemter Battenburg, Biedcnkopf und den Grund Breiden- bach, an dar Fü-estenihum Naffaudil- lenburg, und a» das Herzogtbnm West. phale» grenze. Sie ist znm Theile sehr bergig, und hat überflüssige Holzungen wie auch allerley Metalle, als Silber, Kupfer und Eisen. Die bteflge Viehzucht ist gut, aber nicht der Getreidebau, welcher hauptsächlich in Hafer besteht. Die Flusse Lahn und Eber, welche nicht weit von der witgensteinischen Grenze im Fürsteiithume Nassaubillenburg entspringen, ergießen sich durch diese Graf- schaft in die oben genannten hessische» Aemter. Die Länge dieser Grafschaft wird ungefähr 4^ Meile, und die größte Breite über Z Meilen betragen Seit dem Jahre t6s6 ist sie unier zwey gräfliche Linien vertheilt, nähmlich unter Sav»- Witgenflein zn Mitgenflein, und Sayii. Witgenflein zu Lerleburg. Jedes gräfliche Haus hat so w»hl im Mitta u lvetterauischen Reichsarafencollesiiim, als auch auf den oberrheinische» Kreistagen eine eigene Stimme- Das gras. liche Restdenzschloß Wikg^nsteili, liegt auf einem hoben Berge, und ist das Stammhaus der alten Grafen von Witgenflein. Wilham, ein wohl gelegener Marktflecken in der Grafschaft Esscx in England, in dessen Gegend viele adelige Landgüter liegen. Wikhney, ein Flecken in Dxfordfhire in England, in welchem viel Bettzeug verfertiget wird, und auch viele Kürschner wohnen. Hier befindet sich eine gute Freyschule mit einer Bibliothek. Wilkowo, eine offene Stadt in der Woiwodschaft Gueseii iu Großpohlen. Willichen, s. Wittichcn. Witow, eine Prämonstrateiiscrabtey nahe bey der Stadt Petrikauin der Woiwodschaft Sicradz in Großpohlen. Wllschein, ein Schloß und Herrschaft in Uiltersteyermaek, welche dem Domflif- te Seckau gehören. Witstock, eine Stadt in dem Kreise gleiches Nahmens in der Priegnitz im Cb»c- fürflenlhume Brandenburg. Sie liegt in einem sumpfigen Grunde, und wird von einem Arme der Doffe durchfloffen; der rechte Fluß aber geht durch die Skadt, und nimmt unterhalb derselben die Glinzs auf, diese Stadt zählt 4 bis Locio Menschen, 2 Kirchen, und hat eine lutherische geistliche Jnspection von 11 Pfarren. JbrcvornehmstrNah- ruug war die Tuchweberey; welche aber sehr abgenommen bat. Sie gehörte ehemahls den Bischöfen z» Havelberg- welche auf dem jetzt meisten Theils verfallenen Schlosse wohnten. Im Jahre ißzö gewannen die Schweden bey dieser Stahl einen Sieg über die Kaiserlichen und Sachsen.'';-»? Wlltau, eine Halbinsel im Fürstenthume Rügen iw. schwedischen Vorpommern. Wittcnberg Witlelsbach Will e n Witteltibach, ein wüstes Bergschloß eine kleine Stunde von Aicha in Oberbapern. Der Berg, worauf es stand, ist jetzt mit Holz bewachsen, und von den, Schlaf, se sind kaum einige Ucberreste mehr zu sehem Otto III., Graf von Scheyern, erbauete es im Jahre r>2o; daher sich seine Nachkommen nicht mehr Grafen von Scheyern, sondern von Mittels» dach nannten. Als Otto VIl., Graf von Witkelsback im Jahre r 208 zu Bam-" berg den römischen König Philipp nmS Leben brachte, wurde dieses Schloß im Jahre»209 auf kaiserlichen Befehl ge- schleift. Indessen ist es in der Geschieh- te berühmt, weil es das Stammhaus der Grafen von Wittelsbach war, von denen die bisherigen Herzoge und Chur- surften von Bayern herstammen. Mittel», eine Herrschaft im wcstphäli- schen Kreise, welche ganz von dem Her- zoglhume Limburg umgeben ist, und ungefähr Z Stunden von Aachen gegen Westen liegt. Sie war ehemahls ein brabantischeS Lehen; ist aber jetzt asto. dial, und wurde im Jahre 1720 von ihren letzter» Besitzern, den Grafen von Siech, an das gräfliche Haus Pletten- berg verkauft. Das Schloß Wittern liegt am Flusse Geul. Die Grafen von Plet- tenberg besitzen auch die in der Nahegelegene» Herrschaften Eyß und Schle- nacken. Witte», ein großes Dorf und Freygericht an der Ruhr in der Grafschaft Mark in Westphalen. Witte», ei» nur im niedersächsischen üblicher Nahme einer Scheidemünze, welche in den meisten Gegenden Pfc». nige gilt, so daß zwey Witte» eine» Dreyer, acht aber eine» Groschen machen. In manchen Gegenden, zum Beyspiele in Stettin, gilt ein Witte» zwey Pfennige. Im Lüneburgischen, in Steal- fund gilt ein Witren drey Pfennige, so daß deren 96 auf eine» Thaler gehen. 6SL In Ostfricsland ist der Mitten die kleinste Scheidemünze, indem deren daselbst L40 auf einen Thaler gehen. Wlttcriherg, k-eucorea, die Hauptstadt des Ehnrkeeiscs im Churfürstenthnme SachscnXSie liegt an der Elbe, über welche hier eine Fähre führt, und ist der Sitz einer Kreisanus, eines Hof. gcrichts, eines Conststsriums, des Ge, neralsuperimendenten des Chuckreises, einer geistlichen Jiispection, und einer im Jahre IL02 gestifteten berühmten Universität, aufwelchcr imJahre IL17 durch Doctor Martin Luther die Kir- chcnrcformation ihren ersten Anfang nahm. Ihr Büchersaal befindet sich in dem ehemahligen Augustincrkloster, Diese Universität hat in dem Augustiner- kloster eine besondere Stiftung für pro- iestantischc Ungarn, wo dieselben auch eine eigene Bibliothek haben. Das alte Schloß, welches ehemahls die churfürst. kiche Residenz war, ist im Jahre 1760 in der Belagerung, welche die Stadt von den Oesierrcichee» und NeichStrup. pe» erlitt, bis auf die Mauer» abge- brannt. Die Schloßkirche oder die Sliftkirche Allerheiligen ist die Unioer. fiiatskirche, und enthält Luthers Grabmahl. Ehemahls fand man in derselben noch verschiedene andere Merkwürdig, keiten, welche aber in der eben gedach. ten Belagerung so verwüstet 4vurden, daß außer den Mauern nur der Altar- tisch nebst den beyden unweit davon am Fenster befindliche» ehernen Statuen stehen blieb. Indessen ist sie neu er. bauet, und im Jahre 1770 eingeweihet worden. In dem dabey befindlichen große» runden Thurme wird das chur- fürstliche und fürstliche sächsische ge. mcinschaftliche Archiv verwahrt. Die hiesige lateinische Stadtschule hat 6 Lehrer. Der wegen verschiedener an. derer zur Aufnahme nützlicher Wissen« js»asten gemachten Anstalten berühmte Wittenburg Wittmund 6z6 Wittenberge Witte nöurg Freyherr Peter vonHohenthal hat hier im Jahre 17^ eine Realschulen- und Weisenhansanstalt gestiftet. Im Jabre wurde diese Stadt vom Kaiser Carl V. eingenommen. JmJahre»640 litt ste großen Brandschaden. Im Jahre t7Lä wurde ste von den Preussen besitzt, welche auch eine Oeffniing in den Wall machten: im Jahre 17FY wurde ste ihnen zwar von den Oester- reichern und Kreistruppcn abgenommen, aber bey-er Annäherung derselben zündete die prenff sche Besatzung die Vorstadt an, in welcher auch das Gebäude der vorhin gerühmten hohenthalischen Anstalt eingeäschert wurde, und ste ge. riech auch sehr bald wieder in ihre Gewalt. Im darauf folgenden Jahre wurde diese Stadt den Preussen wieder durch österreichische und Reichstrupxe» nach einer scharfen Belagerung abgenommen, wobey ste durch Bomben und Kanonenkugeln sehr verwüstet wurde; denn in der Stadt brannten 1,^2 Häuser, und außerhalb derselben über 200 Häuser ab, und iZi Häuser wurden stark beschädigt. Die Preussen nahmen sie gleich darauf wieder ei». Wittenberge, ein Städtchen in der Prig- nitz in dem Cbncfürsteiiihume Brandenburg. Sie liegt an der so genannten alten Elbe, welche nicht weit von hier die Steyenitz und Kautar aufnimmt, und sich alsdenn wieder mit der rechten Elbe vereinigt. Die Freyherr» von Put- litz haben hier auf der Elbe eine» Zoll. Das S-ädtchen hat beynahe 100 Bürger zu Einwohnern. Nahe bey demselben befinden sich»och zwey frcyherrli- che Häuser auf zwey Bergen, welche die sreyberrlichen Berge, oder Frey- bz»rg genannt werden, Wittenburg, ein Amt kn hcm Fürsten- thumr Calenberg im nicdersächsischen Kreise, welches unweit der bischöflichen hildesheimifchen Stadt Elpe liegt, und aus einem ehemahligen Kloster entstand. Wittenburg, eine kleine nahrhafte Stadt, Schloß und Amt in der meckienburgt- scheu Grasschaft Schwerin, A Meilen von der Stadt Schwerin im nieder- sächsischen Kreise. Dieser Ort hat viele» Feuerschaden erlitten. Wittcnstcin, s. Werssensiein. Wilkgenan, Wittingau, eine kleine Stadt i» einer morastigen Gegend, im Be- chincrkreise in Böhmen, welche ein Schloß hat, das ehemahls für fest gehalten wurde, und den Fürsten von Schwarzeuberg gehört. Es befindet sich hier eine Abtey regulirter Chorherren. Unweit der Stadt liegt der Rvsenber- ger-Deich, durch welchen der goldene Bach fließt, und welcher der größte Landsee in Böhmen ist. Die Fischhandlung ist hier das stärkste Gewerbe. WillhltM ein Nahme jener Schlösser, Städte oder Aemter einer fürstlichen, gräflichen oder andern Witwe hohen Standes, welche entweder bey Lebzeiten ihres Gemahls ausgesetzt, und zu ihrem Unterhalte angewiesen, oder»ach dessen Tode zu ihrer Residenz nnd Wohnung, so lange sie lebt oder unvrrhei- rathet bleibt, eingeräumt werden. Witkichcn oder Witlichen, eine Frauen, abtey des Clarisscr Ordens in der für- stenbergischen Herrschaft Hausen im schwäbischen Kreise, welche zum Kirch- sprenget von Costa»; gehört. Wltticheiiau oder Wlttgnit'.u, ei« Slädt- chen an der Elster im budissinischen Krebse im Markgrafthnnie Oberlansttz, welches 2 Kirche» hat, und oft großen Brandschaden erlitt. Witlingau, s, Wittgenau. Wittmund, ein ansehnlicher großer Marktflecken und Amt iu OstfrieSlaud imwcst- pbälischen Kreise, in welchem sich eine Schule befindet. Wittmund, einr Stadt in der Grafschaft Wittow Wob nanp Emden, i« Westpbalen an der vlden- burgischen Grenze. Wittow, eine Halbinsel an der Nordseite des Fürstentdums Rage» im schwedischen Vorpommern, welche Lurch einen schmaien Landstrich mit der Halbinsel Jasmund zusammen hängt und sehr fruchtbar anWeitzen ist. Im Jahre I I,d4 wurde sie von dem dänischen Könige Erich III. feindlich angegriffen welcher die Rüzier zur A»nähme der christlichen Religion«öihigte. Im Jahre ti6Z eroberte der dänische König Waldemar die hier gelegene Festung Arkona, und zerstörte mit ihr den Dienst und Tempel des Götzen Svantevit. Wißenhausrn, eine kleine Stadt an der Werra l» Niedcrhessen im oberrheiui- schen Kreise. Wisnn oder Wysalny, ei» Städtchen an einem See in der Woiwodschaft Troki im Großhcrzogchunie Litauen. Wize, Bpzia, eine gering'-Stadt in der wizischeu Sandschakschaft in Rnma. nie», welche ehemahls der Sitz der thcacischen Könige war, und in wel- cher jetzt ei» griechischer Metropolit wohnt. Wijka oder Wiznia, die Hauptstadt des Landes und der Distriktes gleiches Nahmens in her Woiwodschaft Masuren oder Masau in Großpohlen. Sie liegt am Flusse Narew, und ist der Sitz eines kleinern Castellansnud einesSta- rosten. Hier wird auch das Landgericht der Provinz gehalten. Wigdislaw, eine Siadt an der Weichsel in der Woiwodschaft Jnowrotzlaw in Großpohlen, welche der Sitz des kujavischen Bisthnms ist. Wlodzimirs-, Wlostwirsch, eine Stadt am Ausflüsse des Flusses Lug in hei, Bug in der Woiwodschaft Wolhyn in . Kixlupvhie», welche der Sitz eines unirteii Bischofs ist. Wvdnnuy, Wodnian, eine königliche '(IV. Band) Wöhrid Wölzr 6Z7 - Stadt am Flusse Blanitz im Prachincr Kreise in Böhmen, welche in den Jahre«>486 und 1620 von feindlichen Kricgevö.k r„ viel ausstehen mußte; doch aber noch mehr durch den Zrey- kans in Verfall aeciech. Wöhrid, ein Marklflrcke» und Pflegamt an der Pegiütz im Gebiethe der Stadt Nürnberg ,m sränkischen Kreise. Dieser Flecken wird auch als eine Vorstadt von Nürnberg ungesehen, und enthält eine schöne Pfarrkirche. Wöifershcim, ein Städtchen und Amt in der Weneran im oberrheinische» Kreise, aus dessen alter Burg im Jabre 174, die prächtigste Kirche in der Wct- terau ausgebauet wurde. Sie gehören dem Fürsten von Solnis- Brauiifeks. Wöllciiburg, eine Herrschaftzwischen den Flüssen Wertach und Schmnlter in den Landen der Grafen von Fuager im schwäbischen Kreise. Das Schloß Wöllenburg liegt aus einem Berge unweit der Jlcr. Wölnitz, ein Dorf im Fürstenthnme Weimar im obcrsächstschen Kreise, den welchem sich ein Thal anfängt, welches von beyden Seiten mit ziemlich hohen Bergen eingeschlossen ist. In demselben befindet sich ein Brunnen, der aus einem Berge quillt, und von dem Churfürsten Johann Friedrich, der sich hier nach einer Jagd vor Müdigkeit nieder setzte, der Fürstenbrniinen genannt wird. Sein Wasser ist helle und klar, und führt bey seinem Ausflüsse aus der Duelle noch nicht die geringste topfsteinartige Materie mit sich; aber einige Büchsenschüsse weiter hin, nachdem es über einen Boden von festem Topssteiiic geflossen ist, überzieht es Holz, Wurzeln, Kräuter, Steine, Schnecke» und andere hinein qelegte Sachen»ügesäbr innerhalb drer,-Monathe» mit einem weißlichen Toxssteine.^ nrun Wölz,'s. Oberkvels. Wölze, f. Wclze. Ssss 6tz8 Woerden Wohlau Woerden, ein Ämt unb Städtchen in Unterelsaß, welches von den Flüssen Sorr und Sulzbach durchströmt wird, und zu der heffcndarmstädtischen Herrschaft Lichtenberg gehört. Es war ehemahls die vornehmste Stadt im Wasgau. Ein alter im Jahre 1L77 ausgegrabcner Altar beweiset, daß dieser Ort schon zur Zeit der Römer bewohnt gewesen sey. Seine Mauern wurde» in den ehemahligen Kriegen zerstört. Woerden, ein Amt in Südholland in den vereinigten Niederlanden. Es hat gute Weiden, und die Einwohner ernähren sich meisten Theils von» Käsemachen. An beyden Ufern des Rheins, welcher hier durchlauft, gibt es viele Stein- und Pfannenöfen, vornehmlich an der Westseite. Die kleine Stadt Woerden, liegt mitten am alten Rhein, enthält ein altes Schloß, und ist gut befestiget, besonders an der Ostseite, In den Jahren 16LZ und 1672 hat sie von den Franzosen viel gelitten. Eine halbe Stunde von hier liegt am linken Ufer des Rheins die Wiericker Schanze, welche im Jahre 167z errichtet wurde. Wörlih, ein Städtchen, Amt und Vorwerk im fürstlichen dessauischen Antheile am Fürstcnthume Anhalt im obersächsischen Kreise. Hier wurde ein fürst, liches Jagdhaus angelegt, und bei- der Pfarrkirche ist eine Propstep. Der Ort hat im Jahre»72L großen Brandschaden gelitten. Wönh, eine freye Reichshcrrschaft in NieÜerbayern, welche zum Hochstifte Regensburg gehört. Wogstadt, s. Wagstadt. Wohia», ein Fürstenthum in Niederschle- sien, welches gegen Mittag an die Für- stenthümer Breslau undLiegnitz. gegen Abend an die Jürstenthümer Liegnitz und Glogau, gegen Mitternacht auch än das Fürstenlhum Glogau, und gegen Morgen an Pohlen und an dir Für- Wohlan flenthümer OelS und Breslan grenzt Der Boden desselben ist zwar znmThe entweder dürre, oder morastig, oder mit Holz und Buschwerk bewachsen; aber enthält doch in den meisten Gegen, den fruchtbares Ackerland. Fischreiche Deiche sind- häufig vorhanden. Die Oder durchströmt dieses Fürstsnih»», von Mittag gegen Mitternacht, und nimint an der liegnitzischen Grenze die Katzbach und viele andere kleinere Flüsse auf. Man findet hier 6 Städte. Dieses Land war ehemahls kein besonderes Fürstenlhum, sondern die Städte und Landschaften, aus welchen das nachmahlige Fürstenlhum bestand, waren unter andere Jürstenthümer vertheilt. Jetzt steht es so wohl unter der königlichen preussischen Oberamtsregierung, als Kriegs> und Domäuenkammer z» Glogau. Die Hauptstadt und in,mediale Kreisstadt dieses Fürstenthums heißt ebenfalls Wohlau, und ist mit Morästen undDei. chen umgeben, welche ihr bey nasse, Witterung gewisser Maßen eine natürliche Festigkeit verschaffen. Sie hat zwey Vorstädte, nähmlich die breslauische und steinauische, und es werden auch wohl zu ihren Vorstädten die Dörfer Krummen-Wohlau und Pohlnischdorf gerechnet, vvn welchem jenes adelig ist, und dieses der Stadt gehört. Sie hat ein schönes Schloß, in dessen Ca- pelle die Katholiken ihren Gottesdienst verrichte«, ein Karmcliteukloster, und eine evangelische Stadtkirche nndSchu- le. Im Jahre»640 wurde sie von deti Schweden erobert; im Jahre 1642 zwar von den Kaiserlichen überrumpelt, aber bald darauf von den Schwer den wieder eingenommen; jedoch im. Jahre 1644 von den Kaiserlichen wieder erobert. I», Jahre ,78, branttie sie ab, König Friedrich II. aber schenkte zu ihrer Aufbauuno 72000 Thut«. Woikotz Wolfenbüttel Woikotz, ei» Flecken in der Zipser Ge- spanschaft in Oberungarn; welcher sei. lies Sauerbrunnens wegen bekannt ist. Wskitig. ein Mark-flecken am Flusse Wey in der Landschaft Snrrey in Eng. land, in welchem ehemahls die alte Eräfinnvsn Aichmond, Mutter des Kö« nigS Heinrich Vssl., wohnte. Wola, ei» Dorf in der Woiwodschaft Masnren oder Masau in Großpohle», eine halbe Meile von Warschau, in welchem vermöge der Constitution vom Jahre 1^8/ die Könige von Pohlen aus einem viereklgen Platze unter freyem Himmel gewählt werden. Woibeck, ein Gebieth und grosses Amt und Schloß im Höchst,ste Münster im wefiphäuschen Kreise, zwischen den Gebiethe» Werne, Hosimar, Bever. gern und Sassenderg, und den Graf. fchafien Mark, Steinfnrt und Teckle». bürg. Wolchow, e>» ziemlicher Fluß im europäisch n Rußland der aus demJlm». see ,.usläuft, u-id sich in die ladog.i- sche See ergießt. Unten an diesem Strome bey der Stadt Nova Ladoga sängt sich der ladogaifchc Canal an. Woldeck, ein Städtchen uad Amt in der Herrschaft Siaegard, an den märki- scheu Grenzen. Woidenberg eine kleine Sradt auf einem Berge, in der Neu,na, k im Churfürsten, thume Brandenburg. Nach dem Brande vom Jahre 17,2 ,st sie regelmäßig wieder aufgebauet, und i» ihrer Gegend befinden sich 2v große und kleine Seen. Woidenberg, vormahls eine Grafschaft, jetzt aber rin zu dem Stifte Hildes, heim gehöriges Drostenamc und Schloß. Wolderkiim. s. Work»in. WolskiiblMel- ein Herzogihum im nie- derfäcksischen Kreise, welches durch das Bislhum Hildesheim und Fürsienkhuni Halberstadt in zw y Theile abgesondert «wdr Der nördliche Theil ifl vo» dem Wolfenbüttel 6gy Fürflenthume Lüneburg, der Mark Brandenburg, dem Herzogthume Magdeburg, dem Fürstenthiime Halberstadt und BiSihume Hildesheim umgeben. Der südliche Theil ist auch vo» den zuletzt genannten beyden Ländern» imgleichen von der Grafschaft Wernigerode, dem Fürstenthümern Grnbenhage» und Ca- lenberg, der Abley Corvey und der Grafschaft Lippe eingeschlossen. Die östliche Hälfte des südlichen Theiles, welche zwischen der Leine und Ocker- oder der Grafschaft Weenigervde, liegt begreift ein Stück vom Harze, dessen Berg. und Salzwerke das fürstliche Haus mit dem Churhaufe Braunschweig und Lüneburg gemeinschaftlich besitzt. Die westliche Seite dieses südlichen Theiles, welche zwischen der Leine und We'er liegt, besteht theils aus dem Svlüngerwalde. theils aus dem Laiien- steincr Berge. Der ganze südliche Theil dieses Fürstenihums besteht also niei. fieus aus Bergen und Wäldern, und bat mir in den an der Leine und Weser liegenden Gegenden ein zum Acker- baue recht bequemes Land; hingegen einträgliche Holzungen, Eisenhütte», Glashütten, in welchen man sehr schö- nes Glas und Spiegel verfertigt, eine schöne Porjellaainaiilifaclur, und wichtige Berg- und Salzwerke. Der nördliche Theil ist ebener und hat rin- Iräglichen Getreide- Flachs- und Hanfbau, allerley Hülsenfrüchte, und gute Gartkufrüchte. gute Viehzucht und zwey Salzwerke. Man legt sich auch auf den«Seidenbau, welchen der Landes. Herr durch Belohnung zu befördern sucht. Die Weser und Leine sind die Hanpkflnsse im südlichen Theile des Fkr» stenihums. Auf dem Harz entstehen bie Innerste und die Ocker, welche letztere Herzog Carl zwischen Wolfe,ibüt» tel und Braiinschwcig schiffbar machen, auch zwischen Lierum und'Glissenrodk Sss« L 6y» Wolfenbüttel, den Schunler Canal anlegen, und zum Behufe der Schiff und Floßfahrt mit einer Schleuse versehen ließ, welche im Jahre i/LO eröffnet wurde. In die- scm Füisteiuhumc zählt man 10 Städte, L Flecken, fast 400 Dörfer, und I? Stifte und Klöster. Die evangeli. sche Kirche ist die herrschende im Lande. Außer den Garnspinncreyen und Lein- wcbercycn, gibt es hier auch Wollen- und Seidenmanufacturen. Man bleicht Wachs, und bereitet den Tabak auf man« checley Weise z». Es sind auch Saffian und andere Lederbereitungen im Gan- ge. Die Porzellan< Bleyweis- Eise», uud Stahlfabriken liefern gute und schöne Waaren. Der Handel des Landes wird mit diesen Manufaktur- und Fabrikwaaren, mit den Mineralien, welche von dem gemeinschaftlichen Harze kommen, mit den brannschweigischen Tischler- und Drechslerarbriten von Nuß. banmhokz, mit der berühmten braun- schweigischen Mumme, und dem königs- lutterschen Viere, Nahmens Duchstein, mit Hopfen und andern einheimischen Gütern und Waaren getrieben. Die Kriegsmacht, welche der Herzog auf den Beinen hat, besteht jetzt aus Z Regi- mentern zu Fuße, jedes von 4 Bataillonen, einemRegimenleCarabinierS, 2 Ba. taillonen Landntilitz, einem Jngenieur- und Artilleriecorps, und einem Garnison- oder Jnvalidenregimrnie. Die ehemahlige fürstliche Residenzstadt Wolfenbüttel, ist eine an der Ocker in einer niedrigen und morastigen Gegend liegende feste Stadt. Sie hat viele schöne Häuser, und ist ein angenehmer Ort, und der Sitz einiger fürstlichen Collc. gie» nähmlich der Justizkauzclley, des Hofgerichts und deS ConststoriumS, im- gleichen eines Amts, und einer Gene- ralsuverinlendeatur. Das hiesige fürstliche Schloß war ehemahls der herzogliche Wohnsitz. Auf dem Schloßplätze Wolfersdyck Wolffegg steht ein altes Zeughaus. Der herzogliche Büchsrsaal, welcher einer der ansehnlichsten und wichtigsten in Deutschland und Europa, und dem die wichtige Bibelsammliing der Herzoginn Elisabeth Sophie Marie ejnverliedl ist, hat ein eigenes im Jahre 172Z zu Stande gebrachtes Gebäude. In einem besonderen Zimmer steht die eben genannte kostbare-Sammlung von seltenen und merkwürdigen Bibeln, welche Herzog Augusts Wittwe veranstaltete. Das wohl eingerichtete Gymnasium wird die herzogliche große Schule genannt. I» der Hauptkirche zu unserer lieben Frau befindet sich ein altes und neues fürstliches Begräbniß. In der Auguststadt ist eine besondere Pfarrkirche. Im Jahre i/L7 wurde diese Stadt von den Franzosen besetzt, aber im folgenden Jahre wieder verlassen. Im Jahre 1761 wurde sie von den Franzosen drey Stunden lang bombardirt, aber nicht eingenommen; bald hernach aber von einem andern französischen CorpS durch glühende Kugeln und Bomben geängstigct, und zur Üebergabe gebracht, aber bald wieder verlassen. Wolfersdyck, eine Insel zwischen Süd- und Nordbeveland in der Provinz See- land in den vereinigten Niederlanden. Sie ist klein, und enthält nur ein Dorf, Nahmens Oosterland, indem die übrigen Dörfer i»> Wasser untergegangen sind. Gleich darneben liegt noch eine kleinere Insel, Nahmens Oostbcvelaud, auf welcher nur einige zerstreute Häuser stehen. Wolffach, ein Städtchen und Schloß mit einem Obervoglcyamre ain Flusse Ki»- jing in der sürstenbergischen Herrschaft Hausen im schwäbisch«» Kreise. Wolffegg, ein Dorf, Schloß und Graf- schaft im schwäbischen Kreise, welche zwischen den Herrschaften Waldstr, Wurzach und Kißlegg, und der L»ud- Wolga Wolfhagen Wolf stein vogtey Aktors liegen, und durch die Gräfin» Clara zu Neusten an die Grase» und Reichserbtruchseffe zu Waldburg gekommen sind. Wolfhagen, cin Stadt und Amt auf einem Hügel in Niederhessen im oberrhci- nischen Kreise, welche oft durchs Feuer verwüstet wurde. Woisishcim, ein Amt und großes Dorf eine französische Meile von Slraßburg in Uiitcrelsaß. Wolfpäfslng, ein Schloß und Markt im Kreise unter dem Manichartsberge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welche den Grafen von Hardeck gehören. Wolfrathshausen, Velipitorndulium, ein Flecken nebst einem in der Höhe liegenden Schlöffe am Ausflüsse des Flüß- chcns Loysa in die Jser in Oberbayern. Wvlfsberg, eine landesfürstlichc Stadt ü am Flusse Lavant mir einem aus einem Hügel gelegenen Schlosse in Unterkärn- thc». Diese Stadt gehörte ehemahls dem Bistbume Bamberg. Im Jahre I2ZZ fiel bey derselben eine Schlacht zwischen Herzogs Bernhard und des damdrrgischen Bischofs Kriegsvölkern vor. Wcstfsbcrg, ein Amt und Schloß im Hoch. stifte Bamberg im fränkischen Kreise, welches Kaiser Heinrich II im Jahre ioo6 dem BiSthume schenk-e. WvlfSrck, cin Markt und Schloß im Hauscuckkreise im Lande ob der Ens in Oesterreich. Das Schloß liegt am Hausruckwalde auf einer»»gemeinen Höhe, so daß man von demselben einen großen Strich Landes übersieht, und es auch an weit entlegenen Orten sehen kann. Im Jahre 1727 kam es durch Kauf an die Grafen von Tige. Wolfstein, ein Unteramt und Städtchen am Flusse Lauter» im Fürstenthume Lau- tern im oberrheinischen Kreise. Wolfstcin, eine Herrschaft im Hochstifte . Passau in Nicderbayern 6yr Wolga, einer der größten Flüsse in der Welt, welcher aus einem See im wol» chonskischen Walde in der Statthalterschaft Nowogro» im europäischen Rußland entspringt, vorzeiten Rha un» AraxiS hieß, von den Speiet» Atelgenannt wurde, und bey den Arabern den Nahmen Etel führt. Er legt einen Weg von 4 bis L»o geographischen Meilen zurück, ebe er in die kaspische See fällt. Das Wasser desselben ist sehr hel- je, besondersindcr Mitte des Stromes, welche bey der Stadt Saraiow ist Die Ufer desselben sind durchaus fruchtbar; und obgleich die untere Gegend desselben wegen der öfkcrn Streifereprn der Tactarn nicht oft bebauet wurde, so hat man doch bemerkt, daß die Natur von selbst allerley nützliche Küchenkräuter, und unter andern Spargel von außerordentlicher Größe und besonderer Güte hervor bringt. Dos meiste Eichenholz, welches in Rußland befindlich ist, trifft man in den Gegenden an, die dieser Strom benetzet. Bry der Stadt Twer, etwa 20 Meilen von seinem Ursprünge, trägt er schon große Lastschif. fc. Am Ende des Frühlinges schwillt er von geschmolzenem Eise und Schnee der, gestalt auf, daß er weit und breit aus- tritt, und die größte Ueberschrmmung ist im May und Junius. Diese Zeit nehmen die Schiffer, welche die Wolga hinunter nach Astrachan fahre», wohl in Acht, weil stenlsdaiin nicht nur über die flachen Gründe, sondern auch über die niedrige» Insel», welche tief unter Wasser gesetzt werden, sicher hinfahren können. Unter den Fischen, welche dieser Strom hat, befinden sich Sterlcde, vou welchen die größte» eine gute Elle lang sind, Sevrugen oder Offeirinen, Sorn oder Welse von außerordentlicher Größe, Sudak, Sasan oder Karpfen von 20 bis Z« Pfunden, Hechte u. a. m. Der vornchmsie Fisch aber ist der Wo Hin 69- Wolgaff Befug» oder Hausen, der einen bis zwiy Jaden laug gefangen wird. Der Rogen desselben, so wie der Dffetri. e», gibt den Kaviar, und aus der Schwimmblase jenes und seiner Ge< schlechlsverwandten, wird der F-schteim oder die so genannte Hausenblase ver- fertiget. Die meisten Fische find in der Gegend von Astrachan, von deren Menge ihr Wasser ehemahls oft verdorben ward, und einen irahnigen Geschmack bekam. In den Mündungen dieses Flusses werden Seehunde gefangen. Er nimmt auch verschiedene nahmhafte Flüsse, und unter andern die Okka undKa- ma auf. Die Slerkcde, welche die Ok- ka führet, sind fetter und gelber als diejenigen, welche man in der Wolga findet. klebrige,is ergießt sich die Wolga ,2 geographische Meilen unter Astrachan, durch mehr als 70 Ausflüsse in das kaspische Meer, und in der Mündung befinden sich viele Inseln. Wolgast ehemahls Walegast, Walogass, eine Herrschaft und Stadt an der Per- nc im schwedischen Antheile an Vorpom. mern. Sie war ehemahls eine starke Festung, und die pommerschen Herzoge von der wolgastischcn Linie hatten hier ihre» Wohnsitz und ihre Landesregierung. Bas fürstliche Aesidenzschloß lag unweit der Stadt auf einer Insel, und in der hiesigen Pfarrkirche liegen viele Herzoge begraben. Diese Stadt, welche über Z62Z Einwohner zählt, hat durch Belagerungen und Feuersbrünste viel von ihrem ehemahligen Ansehe» ver- lore«; doch hat sie sich durch Hülfe ihres guten Handels ziemlich wieder crhohlt. Vermöge des Stockholmer Friedens vom Jahre ,720 erlegen die Schiffe, wel- He»ach Stettin gehen oder von daher kommen, hier nur allein den alten Für- ffenzoÜ; diejenigen ober, welche aus der See in die Flüsse Peene, Trebel und «ödere gehen, ohne Stettin zu beruh. Molhyn reu, außer dem F'irsieuzolle»och den Lizent, welch-r hier vermöge des west- phälischen Friedens eingeführt wurde, Wolhyu oder Wolyynien, eine große Landschaft in Kieinpohlen, welche viele Wälder und einen klebest ß>,» Getreide hat. I» de« Wäldern findet mau Rosmarin, Spargel und andere Ge. wachse, welche von den gcbaueten fast nicht unterschieden werden können, und die Seen sind reich an F.scheu. Dieses Land bat einige Mahle große Verwüstungen erfahren; besonders im Jahre 1618, da die Tartan, Zoooo Meirichen nebst anderer Bente bsra, S weg führten. Die Einwohner sind Russen. Der größri Theil dieser Landschaft gebort zu der Oed-natton Dsirog, der übrige ist in deey Distrikte vertheilt, deren jeder seinen Grob hat. Wolin, s. Wvlynie. Wolkenstein, eine kleine Stadt, Amt und Schloß auf einem Felsen an der Z-chopa im erzgebirgischen Kreise im Cviirsnr- stenthume Sachsen. Das Wolkensteiner warme Bad, oder das Bad zu unserer lieben Fra» auf dem Sande, ist unge- säbr eine halbe Stunde von diesem Städtchen entfernt, und liegt in c-ncr angenehmen Aue, welche rings herum mit Felder», Wäldern und Berzwer- ken umgeben ist. WolkerSborf, ein Markt, Schloß und Herrschaft im Kreise unter dem Mann- hartsderge im Lande unter der Eos in Destcrreich, welche au der Hvchlenrhen, einem große» landrsfüefllichen Walde, liegen, und dem großen Unioersalfpila. le z» Wien gehöre,,. Wolkvwisk, eine S-adr in der Worwod- schaf Nowvzrodek in Schwarzrußland in Litauen, welche die Hauptstadt eines Distrikts,»nd der Sitz des Landtags, Grads und Starosten desselben ist. Wollt», eine Insel in dem preussischen- Antheile an Vorpommern, welche he-, Woll!» Wo lmiestadt sonders von der Swine, von dem großen Haff, dem wollinschen Wasser, von dem großen und kleinen kamminschen Boden und von der Divcnau und Ostsee gemacht wird, nnd füiifthalb deutsche Quadeatmeilen groß ist. Sie hat gute Viehzucht, Jagd und Fischerey, besonders aber werden auf der nördlichen Spitze derselben viele Aale gefangen. Der Hauptort, von welchem dieses Land den Nahme» hat, heißt gleich, falls Wollin, welcher an dem davon benann. te« Wasser liegt, über welches eine Brü. cke nach Hinterpommern führt, auf welcher ein Zoll erlegt wird. Diese Stadt zählt ungefähr Zoov Menschen, und z Kirche». Hier war schon im Jahre, 124 eine fürstliche Burg, welche im Jahre 1640 nach dem Tode Herzogs Franz ein Wittwensitz ward» und jetzt der Sitz des Amtes ist, welches 7 Vorwerke und 20 Dörfer enthält. Wollishofen, eine Obervogtey an der Westseite des Züricher Sees im Caniou Zürich in der Schweiz, in welcher die im Jahre ,26z zerstörte Festung Wäldern lag. Wolmar, Woläsmaria, eine ehemahls mit Mauern umgebene Stadt am Flus- se Aa in der Provinz Lettland in der Statthalterschaft Riga oder im Herzog- thume Liefland im europäischen Rußland. Sie hat ihren Nahmen von dem dänischen Könige Waldemar II., welcher>m Jahre 1220 bey diesem Orte die heidnischen Liesländer überwand. Wolmirstadt, ei» Amt, Städtchen und Schloß an der Ohre im Herzogthume Magdeburg im nicdersächsischen Kreise. Hier befindet sich ein lutherisches Jungfer,istist, welchem der König im Jahre r/ZÄ ein OrdenSkieuz an einem,Bande, und im Jahre ,76,) dieses Kreuz auf der linken Seite des Kleides eingestickt zu irägrn erlaubt hat. Im Jahre 1642 Wolodimer Wologda 69Z wurde dieser Ort von kaiserlichen Soldaten abgebrannt. Wolodimer, eine Statthalterschaft im europäischen Rußland, welche sehr frucht, bar an Getreide ist, vielen Honig hat, und in 14 Kreise getheilt wird. Die Hauptstadt derselben heißt ebenfalls Wolodimer, hat ein auf einem Hügel befindliches Schloß, und liegt am Flusse KliaSma, welcher an der südlichen Seite derselben fließt. Sie enthält 2L theils steinerne,«Heils hölzerne Kirchen, ein Mönchs- und ein Nonnenkloster, aber kaum 200 hölzern« Häuser, und ist der Sitz eines Erzbischofs. Die vielen Gär. tr„, mit welchen sie umgeben ist, find aufs häufigste mikKirschbäumen bepflanzt, welche sehe gut besorgt, und deren Früchte so wohl, als auch eine Art kleiner einge- salzener Gurken, nach Moskau in großer Menge geführt werden. Uebcrhaupt gibt der Gartenbau den hiesigen Einwohnern die meiste Nahrung; denn die hier befindliche Juchketimaiiusactur bedeutet nicht viel. Wologda, eine Statthalterschaft im europäischen Rußland, welche seit dem Jahre 1780 a»S dem wcitläuftigen Gouvernement Archangel nnd einigen Stücken der nowgorodischen und kostromi- sche» Statthalterschaft besteht, und sehe gutes Getreide hervor bringt. Sie ist in zwey Provinzen, nähmlich in dir wo- logdaische und in die weliko- ustjngsche, abgetheilt, und enthält ,2 Kreis«. Die Hauptstadt dieser Statthalterschaft heißt ebenfalls Wologda, liegt am Flusse gleiches Nah. me»S, enthält fast 2000 größten Theils von Holz grbanete Häuser, L2 Kirche», ein Manns- und ein Fraueiiklostrr, und ein bischöfliches Seminärimn oder eine lateinische Schule, und ist der Sitz bis »es Bischofs. In dem diesigen Sa'zma^ aszine weden jährlich gegen ic>oooo' Pud Salz zum Vortheile der Krone ver- Woobstock 6^4 Wo los Wonchock kauft, welche in der einem wolvgdaischen Bürger gehörigen Slederey z» Seraga das Pud für i.gz Kopeken eingekauft, und wieder für LO Kop.ken verkauft werden. Hier werden Hu hren Talgiichter, Perl» graupen, Terpentinöbl, Papier, Siegellack, Bleyweiß, Minium, Berli- nerblau, Flittergold, seidene Schnupf» lücher, Gürtel und Bänder verfrrli» get und bereitet, und mit diese» Waaren und verschiedenen Lebensmitteln wird ein einträglicher Handel in verschiedene Provinzen des rnfsiicheu Reiches getrieben. Einige hiesige Kaufleute handeln auch mit den Cbinefern an der Grenze z» Kiächta, welcher Handel zugleich ein Handel mit Sibtric» ist. Zu Wologda ist auch die Niederlage der Waaren, die aus andern Landschaften Rußlands zu Wasser nach Archangel, und von hier aus zurück in das Innerste des Reichs geführt werden. Zm Jahre l/zy litt die Stadt beträchtlichen Brandschaden. Wdlvf Lamskoi, eine S'adt an den Ba- che» Lama und Sestr in der Statthat, «erschuft Moskau im europäischen Rußland. Woloyezyce, eine offene Stadt im Sam- bocer Kreise im Königreiche Galizien. Wolsingham, ein Flecken am Flusse Werk im Bisihume Durham in England. Wolsztyn, ein adeliges Städtchen in der Woiwodschaft Posen in Großpohle». Waiutkl, eine Sradt am Flusse Oskol in her Statthalterschaft Belgorod im eu- rvpä'schen Rußland. Woiverdampton, eine kleine wohl geb I»e. te Stadt auf riiiem Hügel>n Stafford- shire m England. Sie hat eine Colle- giatkirche, und hier werde» die schön sten Schlösser gemacht, und mit denselben ei» starker Handel getrieben. Wonchock» Wouchozk, ein Städtchen in der Woiwodschaft Sondomirz in Kiein- xohle», in welchem sich eine Abley Ci- Wongrowiec stercienserordenS besindet. Hier gibt eS gute Steinbrüche und Eisenwerke. Wongroiviec, eine kleine Siadk Ntil einer Abtey CistercieiiserordcnS i» der Wol. wodschafk Gnesen in Großpeblen. Wonsees, ein Marktflecken mit einem Bog. tcyamle unterhalb Sanspareil im Ober- lande des FürsteitthumS Baprenlh im fränkischen Kreise. Wvnsicdel, s. Wunstedel. Wousosz, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Mastiren in Großpahlen, welche der Hauptorl eines DistricleS ist. Wovburn oder Wobnrn, ein Flecken in Bedsordshire in England, welcher groß. ten Theils dem Herzoge von Bei), ford gkhört, und nicht weit von London liegt. AIS derselbe abbrannte, ließ ihn der eben genannte Herr schön wieder ausbauen, und einen überaus prächtigen Pallast, Nahmens Wooburn Ab- by, aufführen, vor welchem sich ci» großer und breiter Canal befindet, der so tirf ist, daß man auf demselben eine Lustjagd von ZO bis 40 Tonnen nebst verschiedenen andern kleinen Lust^ölhen stehet Woobridge, ein Marktflecken in der Landschaft Sitffolk in England. Er liegt am Flusse Deben, welcher ziemlich schwer beladene Schiffe tragen kann; daber dieser Ort ziemlich guten Handel nach Holland, Newkastle und London treibt. Woodsiock»der New- Woodstock, ei» Flecken in Oxforvshire in England, in welchem feine stählerne ULrketien, Schnal- l-n»»d andere Dinge von polirtem Stahle gemach, werden, und welcher zwey Depuiirtc zum Parlamente schickt. Er war ehemahls ritt Domanenstück der Krone, und hatte ein königliches Haus; als aber der Herzog Johann vo» Marl- borougb im Jahre 170L bey Blrndheim im bayerschcn Kreise den berühmten und wichltgen Sieg über die vereinigten Franzosen und Bayern erfocht, ließ Wooler Worcester bis König!»» Anya oder das Parlament bey Woodstock einen Paüast auf, bauen, welcher Blenhetm- Houfe genannt ward, und schenkte denselben nebst dem Flecken und der umliegenden Gegend dem Herzoge und feinen Erben zur Erkenntlichkeit für die Tapferkeit, welche er bey dieser Gelegenheit bewiesen hatte. Dieser Pallast ist prächtig, und inwendig mit vortrefflichen Ge- mählden von berühmte» Meistern ge- ziert; wie denn auch auf den Tapete» die berühmten Thaten dcS Herzoges vor- gestillt find. Das'Parlament hat hier über einen kleinen Bach, welcher durch eine benachbarte Ebene fließt, eine sehr kostbare Brücke, welche 2000» Pfund Sterling kostete, aufführen lassen, die, ihrer Länge iiugeachrcr, nur eitlen Bo- gen bat. M-tten auf der Ebene hat die Herzoginn, deren E findn,iq der ganze Pallast seine Einrichtung zu verdanken hat, einen Obelisk errichtet, auf des. sen Spitze die Bildsäule des Herzoges steht, dessen Thaten a» den vier Seite» deS FußeS in cngländsscher Spräche wciiläuskiz erzählt werden. Wooler ein Südichen in Norihiimbee- ' land in England. Wvolwich, eine, Stadt an der Themse im Herzogthume Kent in England, welche q engländische Meilen unterhalb Greeu- wich liegt. Der hiesige Hafen ist wegen seiner Breite»»d Tiefe in neuere,, Zeiten sehr verbessert worden, so wie die Srqdt sehe zugenommen hak. Hier werden Kriegsschiffe grbauet, und man trifft hier auch Magazine von Bvmbe.-r, Lackaffen, Mörser» und andern zur Artillerie gehörige» Sachen an. Nahe bey Woolwich ist ein alkeS römisches Lager zu seh n,. Worcester, Brulloviurir, IViAorniu, die Hauptstadt der Landschaft Worce- stershire in England, welche eine sehr, angenehme Lage an» Flusse Troern hat, (IV. Land.) Worcester Wvrksop^ über den hier eine alte steinerne Brücke führt. Sie ist der Sitz eines Bischofs, welcher unter dem Erzbischofe von Ca». terbury steht, und enthält außer der Kaihedralkirche, in welcher König Jo- hann begraben liegt, noch»0 Pfarrkirchen, A lateinische Schulen, 7 Armenhäuser, ein öffentliches WerkhauS, ein Hospital, sehr gute Tuchmanufa. ctueen, und schickt zwey Deputirte zum Parlamente. Unter den Mauern dieser Stadt, welche ziemlich volkreich ist, fiel im Jahre ,6§» die für den König Carl II.»»glückliche Schlacht vor. Worcestersnire, eine Landschaft in Eng. land, welche zwischen Gloccstcr. War. wick- Stafford. Shrvp. nud Hcrcford- shire liegt und an Getreide, Weide, Bd Amt am Wolfs- oder Groensnnde auf der dänischen Insel Seeland, wcl. che in einer angenehmen Gegend der In, sei Fulster gegen über liegen. Diese Stadt hat ei« Schloß, welches Prinz Georg, GeMahl der Königin,, Anna von England haue» ließ, und ist auch deßwegen merkwürdig, weil hier auf dem großen Reichstage im Jahre 1240 der berühmte Oockex l,sßum lutics- rum gemacht und heraus gegeben wur. de. UebeigcgS befindet sich hier eine Ue- bcrfährt nach de» Inseln Laaland und Faster. Woringcn, s. Wering. Workington, ei» Marktflecken nahe bey der Mündung des FluffeS Derwrnl in Cnmbet laud i„ England, welcher größten Theils von Fischern brwohnt wird. Worksop oder Wirksop, ein sehr altrr Markistccken in Nottinghamshiee in Eng- Tttt Worms Worms 696 Workum land, welcher in einer Gegend liegt, wo viel süße- Holz wächst. Workuitt, ein Städtchen in der Provinz Feiesland in den vereinigten Nieder, landen, welches eine Viertelstunde von der Südcrfee liegt, und auch von»er- schiedenen fischreichen Landseen uwzui- gelt wird. Es ist nur mit einem Wassergraben umgeben, und besteht auch nur aus einer langen Straße, welche i» der Mitte durch das Waffer geschie. den wird. An der Südersee hat es einen langen und schmalen Hafen, welcher für große Schiffe nicht recht bequem ist, und in der Nachbarschaft des Ortes wird viel Kalk aus Secmuschelschalen gebrannt. Workum oder Woudrichem, ein wohl befestigtes Städtchen in Südhoüand in den vereinigte» Niederlanden, welches an der Mecwe liegt, und 1L8 Häuser enthält. Wormdil, eine Stadt und Schloß am Flusse Paffange im Ermlaride in West- preussen. Wonner, ein großes Dorf an der Ostsei- 689000 den Franzosen verwüstet, erhohlie sich aber alle Mahle wieder. In dem gegen- wärligcn Kriege fiel fie zwey Mahle in die Hände der Franzosen. Der Magi, strat ist evangelisch, und die Katholiken haben öffentliche Uebung des Gottesdienstes. Zu der neuen lutherischen Kirche ist im Jahre»709 der Grundstein gelegt worden: nebst dieser haben die Lutheraner auch die z»m Gottesdienste hergestellte St. Magnuskirche, und in dce Speyervorstadt die St. Mainhards» buche. An kaiholische» Kirchen findet man hier nicht nur die Kathedealkirchc -es Bisthums Worms, sondern es gibt auch in und bey der Stadt vier Colle- giatkirchcn, eine Pfarrkirche, ein ehe. mahligesJcsnitercollcgium und einGym- nasium, Z Mönchs- und Nonnenklöster. Der Johanniklcrorden hat hier in der Kammergaffe das Haus zum weißen Kreuze nebst einer Capelle, oder einem Oratorium, aber keinen öffentlichen Gottesdienst. Diese Stadt, welche jetzt 700 Häuser und 6000 Einwohner enthält, war von ihrer Entstehung an eine freye Reichsstadt, und hat bis auf diesen Tag auf dem Reichstage unter den Reichsständrn der rheinischen Bank die viert« Stelle und Stimme; wechselt aber darin mit der Stadt Lübeck ah; wir / W ormr auch Sitz und Stimme auf den oberrhei« uncheu Kreistagen. Kaum find an einem Orte mehrere fürstliche Versammlungen, königliche und kaiserliche VcrniLh. lungen, und andere feperliche» Zusan!- menkünfre gehalten worden, als hier. In den Jahren>4yz, ,L2«, und»578 sind hier Reichstage gehalien worden. J.n Jahre 1L4Z wurde hier zwischen dem Könige v»u Großbritannien, der Königinn von Ungarn, und dem Könige von Sardinien ei» Traccat geschlossen. Bey dieser Stadt wächst der angeneb- me Rheinwein, welcher unserer lirben Frauen Milch genannt wird. Uebrigens hat die Sradt außer ihrer Feldmark we. der Dörfer noch Höfe; gleich über dem Rhein aber, der Sladt gegen über, gehört ihr noch ein ansehnliches. umstein- »es. und mit Weckern und Wiese» versehenes Land, das Bürgcrfcld genannt, welches beynahe 2 Stunden im Umkrej, se Hai; und im Rhein besitzt sie eine Insel, Nahmens Sponswörth. Worms, eine Landschaft im Gcanbünd- nerlaiide in der Schweiz, welche von dem Botleshausbuude, Fee gesüestete» G üsschast Tyrol, dem»enetianische» Gekürhe UIIN Veltelin umgebe« wird, und 10 Stunden laeg, und fest ebenso drei, ist. Rings umher ist sie von hohen, sie i>n ii-id fast immer mil Schnee bedeckte» Gebirgen eingeichlvssc«,„»bist auch gu-cn Theils mit eben solchen Bergen ting, füllet. Die engen Pässe, welche ins Enischla.-ib Münsterthal»ab tLnzadin ftthien, sind wegen des häufi- ßen Schnee?»>4>t das ganze Jahr durch wandelbar. Ins Belteti» führt, ein enaer W-g. der z rar beständig gangbar, aber doch seiner Wb'chüssgkeit wegen im Nachfülle leicht z» beschützen ist. Die -hiesige Hust istzivar mehr ka>, als warm, aber reiiz und,gesund. Wein wächst hier nicht, aker etwas L>hst,-uuh mehr Gr. Worm« Woronefch 697 treibe, als die Einwohner verzehren. Die hiesigen Weide» find so gut, daß die Einwohner wohl 6 bis 7000 Kühe,»nd viele Schafe und Ziegen halten. Die Bienenzucht gibt sehr lieblichen Honig. Eisenerz ist häufig Vorhänden; andere Metalle und Mineralien aber find nicht beträchtlich. Die Adba ha« hier ihren Ursprung, theils aus einem Wasser, welches im Thale Frre! oderFraole von einem Felsen herab fällt, auf welchem uulvkik davon ein See ist, theils aus verschiedenen von den Berge» herab fließenden Bächen. Die Einwohner machen ungefähr ,4000 Personen aus, sind katholisch, und das ganze Land ge- höit zu dem Kirchsprrugel des Bi'chöfS zu Como. Der Hauptflccken des Laa. des heißt gleichfalls Wsrms, Lormium, und liegt am Ba. che Fradolf, welcher nicht weit von hier in die Adda geht. Hier bar drr Po. destat seinen Sitz, und es befindet fich hier auch ein Erzpriester nebst io Chor Herren, und ein ehemahliges Jes„j,cr- collegium, Das ehemahlige feste Schloß isi i.n Jahre rüZy geschleift worden. Wormsoö oder Worms, eine Insel in der S.aithalterschaft Reval oder im Herzogthume Esthland im europäischen Rußland, welche 2 Meile» lang, und fast, Meile drei, ist. ,„,d schwedisch« Bauern zu Einwohnern bar. Wornie vier Mieduift, tine kicine Stadt im Herzogthume Schaingileu in Litauen, welche der Sitz eines Bischofs ist. Woroiicsch, eine Statthalterschaft j,n c«. ropäischen Rußland, welche am Don- ström,- und am Flusse Woronefch liegt. Der letztere ist so tief, daß er,m Frühlinge bey hohem Wasser Kriegsschiff« von 7« Kanonen«ragen kann, aber schmal, ,i„d bat niedrige Ufer; daher fei» Wasser im Frühlinge aus,rill, und olles überfchwemwt. I», Sommer hin- hegen ist sein Wasser so niedrig, daß Tttt 2 6y8 Wsronrsch Woschnick keine flachen Fahrzeuge darauf fortkomme« können. I« dieser Gegend sind ansehnliche Wälder, in welchen die Ei- chen für den Schiffbau aufgehoben werden. Jnderschatzkischen Provinz wächst guter wilder Spargel. Die Hauptstadt dieser Statthalterschaft heißt ebenfalls WSrvncsch, und liegt auf einem Hügel am Ausflüsse des FlnsseS gleiches Nahmens in den obern Don. Sie ist groß, volkreich, mit Walle und Pallisaden umgeben, und besteht aus Z Theilen, In der obern Stadt hat der Erzbischof von WoroNefch und Jelctz seine» Sitz. Hier befindet fich atich die Hauptkirchc, das weitläufige steinerne Gebäude, wel. ches der Statthalter bewohnt, und nc- -be» demselben die hölzerne Kanzelley, die Kaufbuden und das Aathhaus- In der untern Stadt ist nichts merkwürdiges. Den dritten Theil macht die große Vorstadt aus, welche ehemahls Akatowa hieß, bey»4 Wersten davon liegt, mei- steil Theils von Kaufleuten und Manu- facturisten bewohnt wirb, und viele steinerne Häuser hat. I» der Stadt befinden sich Z Tuchmanufacturen, und einc Vitriolsieöercy. Peter I. legte hier im Jahre iSy/ einen kostbaren Schiffbau an, welcher im Jahre 1701 nach Ustja, wo die Woronrsch in den Don fallt, im Jahre 1708 aber nach Taw- row verlegt wurde. Der Boden um Wo- ronesch ist vortrefflich. Der Winter fängt hier im December a», und endet sich in der Mitte des MärzmonaiheS. Woroiietsch, ein Städtchen am Flusse So- rod in der Statthalterschaft Pleskow im europäischen Rußland. Worvtinsk, eine Kreisstadt an der Dcka in der Stattballerschaft Koluga im europäische» Rußland. Woschnick«der Woiscbuick, ein offenes Städtchen unweit der pohlnischen Gre». ze im Fürstenihumr Dppeln im prenffi. Woskrcsenfkoi Wrbitza scheu Dberschlesten, welches eine katho- lisch« Pfarrkirche hat. Woskrcstnskoi, s. Neu-Jerusalem. Wotitz, ein Marktflecken nud Schloß im Becanner Kreise in Böhmen, weiche den Grafen von Wrtby gehöre». Hier befindet sich ein Kran-iscanerklöster. Wotkon under edge, ein Marktflecken in Gloucestersbire in England, welcher wegen seiner Tuchmattusackurrn berühmt ist, und. eine Frcyschule hat. Wstyta oder Wcila, ein Fluß in der Grafschaft Mannefcld im obersächstschen Kreise, welcher in> chursächsifthen Am- te Duersnrt entspringt, und sich in den salzigen See ergießt. Woywode vdcrWoiwo-e, eilt eigentlich slavonisches Wort, weiches in Pohlen üb-ich ist, die Vornehmste» unter den weltlichen Senatoren zu bezeichnen, von welche» jeder i» seiner Woiwodschaft oder Statthalterschaft das Com- mando über die Truppen, und die Aufsicht über das Kriegswesen hat, die Landtage ausschreibt, darin peästdirt, und Sorge für das Polizcpweseu trägt. I» Rußland ist die Regierung eines Bezirks in den.Statthallecschaftcu einem Woiwobeu sammt etlichen Beysitzern und Negierungsrälhen anvertraut. Wrack, ei» nur im niedcrsächsischen übliches Wsrt, wo eS so wohl das Untaugliche i» seiner Art, den Ausschuß, als auch den Körper eines gescheiterten oder untauglich gewordenen Sch'ffeS bebrütet. Wrbau, Wrbowo, Vsrbovia, ein wohl gebaueter und bewohnter Flecken in einem angenehmen und fruchtbaren Thäte in der Neuiraer Geshanschaft in Nic- derungar». Die Einwohner desselben legen sich theils auf den Acker. und Weinbau, theils auf Handwerke. Wrbitza, Wrbitzr, ein Marktflecken in der Liptauer Grspanschaft in Niederun- garn, in welchem sich ei» ehemahliges -MLz Wrebenh Wülzburg Wülfiil ghaus Jesuitercollegium befinde/. Im Jahre 17/Z brannte dieser Ort fast ganz ab. Wredenhagen, ein Flecken und Amt in dem mecklenburgischen Fürstenihume Wenden an den märkische» Grenzen im uieheesächstsche» Kreise, 2 Meilen von Wi-t,stock. WreFham, eine Stadt in Derbighshire in Nordwales in England. Sie ist wohl gebanet, volkreich, und die größte in Nordwales. Hier wird starker Handel mit Flanell getrieben. Weichen, s. Brichen. WriShergholsen, ein Dorf im Beschäme HildeSheim im niederiächfischcn Kreise, in welchem sich eine Fayencesabrik befindet. Wrouki, eine Stadt in der Woiwodschaft Posen in Großpohlen, welche im Jahre 1768 größten Theils abbrannte. Wschcrnaby, ei« Städtchen im Pilsner Kreise in Böhmen, welches den Freyherren von Kispersky gehört. Wsckvwa, s. Fraustadk. Wühle, ein Fluß in der Mittelmark im Churfürsteiithume Brandenburg, welcher zwischen Ahrensfeldeund Eiche aus verschiedene» Feldgrabcn entspringt, bey Eiche und Carlsdorfweg in die Köpc- i'icker Heide, und daselbst in die Spree geht. Wülftrstorf, ein Schloß und Markt an der Zaya im Kreise unter dem Mann- hartsbecge im Lande unter der Ens in Oesterreich, welche das ansehnlichste Majorat des regierenden Fürsten von Liechtenstein find, und den Nahmen ei- nes Obcrawts sichren, weil das dazu gehörige Gebieth aus verschiedenen Gü. lern besteht. Wülfinghausen, ein evangelisches adeliges Feäuleinkloster im Fürstenthume Ca- lenberg im niedersächstschen Kreise, welches im Jahre>2ZF für eine Aebtissinn und lt Conventuaiinnen gestiftet wurde nn-d ein Landstand ist. Mürtemb 69A Wülzburg, s. Mlzbmg. Wünschklburg, eine mit Mauer» umgebene Stadt in der Grafschaft Giatz, i» welcher Tücher und Zeuge verfertiget werde», und ein starker Handel mit Garn getrieben wirb. Sie hat in Kriegszei- ten viel gelitte», und ist einige Mahle abgebrannt. I» dieser Gegend liegt der Berg Henscheune, welcher in der Mitte wie geborsten aufsteht, und eine große Kluft zeigt. Wüuscheirmhe, eine unter gewissen aber, gläubigen Umständen verfertigte Ruthe von Holz oder Meffmgdrath, deren Neigung den Ort verborgener Schaue in.der Erde anzeigen soll, und welche ehemahls häufig im Lergbane gebraucht wurde, Erzgänge damit zu entdecken. Würbenchal, s Wirbenthal. Würmsee, ein großer See inObeebayern, an welchem das schön« churbayerischc Lnfischlvß Sternberg lag. Wüncmbcrg, ein Herzog!b„IN!M schwäbischen Kreise, welches gegen Miiter- nacht an das Bisthum Speyer, an das Chursi'rrsteiirhiim Pfalz, an das Ereich- gau, die Grasschaft Hohenlohe, und das Gebieth der Reichsstadt Schwäbisch- Hall, gegen Morgen an die Grafschaft Limburg, dir Gebiethe der Reichsstädte Gmünd und Ulm, und an die Grafschaften A-chberg und Wiesensteig, wie auch in Ansehung der Herrschaft Hey- denb-im an die Propstey Ellwangen, Grafschaft Oettingcn, und einen Strich vom Herzogthnme Pfalz. Neuburg, gegen Südofien an das österreichische Ge. bieth, gegen Mittag auch an das österreichische, fürstenbccgischc, zwiesalten- sche, zollcrische, rothweilische und andere kleinere Gebiethe, imgleichen an das Breiszau, gegen Abend an das snr- stenbergische Gebieth, an die bischöfli- chcn stcaßburgischen Aemter Obcrkirch und Oppenau, und an die Markgraf- schaften Baadcn nnd Baaden-Durlach 7 mberg BzikSe, kristalkeiiuiaßige Kieselssrine, w iche Glas schneide,,, bey Bulach; schwaizen Beenstck»«uf der Alb, bey Kiichhei», unter dem Teckbeege, und dey Voll; gute Mühlsteine bey Dber- Eustugen u. a. m. iinter de« würiem- bergische» Bädern ist Las Wildbad das berühmteste. Die bekannten Sauerbrunnen stnd der GLxpinger, der Berger bey Kannstadt, der Klein. Engstinger bep Pfullingen, und der Gcuiminger. Der vornehmste Fluß in diesem Herzogthu- me ist der Neckar. Die Anzahl der Ein- wohnec desselben weiß man genau, indem ste jährlich von deu Specialsuper. i-ttendenken erforscht und auf dem jährlichen Synod bekannt gemacht wird. Im Jahre«774 zahlte man^14^7^ Seelen. Das Hcrzogthum enthält ckZ Städte und Städtchen, das herzogliche An- theil an Widdern ungerechnet, und ungefähr 1200 Marktflecken, Flecken, Dörfer und Weyler. Die herrschende Kirche ist hier die evangelische; der Herzog aber bekennet sich zur katholischen. Die Neformirteu werden auch geduldet. Waldenser sind im Lande zerstreuet, welche theils in den so genannten wel. scheu Dörfer» wohnen, theils sich als Hut und Strumpfmacher in den Städten niederlassen, und ihren öffentlichen Gottesdienst haben. Die Jude» werden vermöge eines vorhandenen Gcfrycs nicht geduldet, außer daß zu Stuttgard unter dem besondern Schutze des Hofes zwey oder drey Familien leben, und daß in den neu erworbenen Länder» jene»och verbleiben, die schon daselbst ansässig sind. Zum Unterrichte der studierenden Jugend, und besonders derjenigen, welche sich der Theologie wid. nie», sind in diesem Herzogthume ausnehmende Anstalten, dergleichen man in andern Ländern nicht findet. Man zählt über Lo lateinische Trivialschule». Zu Stuttgard ist eine Universität und Nürtcmb Würzb 701 «n 6^mvastum illustre, und i» ^...b,»gen ebenfalls eine Universität und ei» eolleZium illustre. Man fiadet auch verschiedene gnie und be. rrachtliche Fabriken und Manufacturen «m Lande; denn ma» verfertigt schönes Topsergeschirr, schönes Porzellan, sehr schöne Spiegel und andere Glasarbeit, Gold und bunte Papiere, guteLeinwand, Damastlei,.wand, Kattun, Tuch, gute Hute, seidene Waaren und Strümpfe. Von diesen Manufacturen sowohl, als von seinen natürlichen Gütern führt das Herzog,hum etwa- Beträchtliche« aus. Zu Calw und Urach gibt es Hand. lungsgesellschaften, unter welchen jene die älteste und erheblichste ist. Der Stammvater des jetzigen herzoglichen Hauses Würtcmberg ist Herzog Friedrich, der vom Jahre»LyZ bis zi„n Jahre 1608 regierte. Er hinterlüß bey seinem Absterben drey Söhne, nährn, lich Johann Friedrich, Ludwig Fried, rich, und Julius Friedrich. Diese stif. tcte» die stnttgardische, die mömpel- gardische, und die Slsische Nebelinie. Die mömpclgardische ist im Jahre 172z ausgestorben, die andere beyden bestehen noch. Die stnttgardische ist die noch jetzt regierende Hanptlinie.— Der Herzog hat Sitz und Stimme im Reichs» sürstenrathe, ist deS schwäbischen Krci- ses mitauSschrcibendcr Fürst und Di- rector, und gehört unter die sogenannten alternirende» Fürsien, welche sich wegen der Abwechslung des Ranges unter einander im Jahre 1L76 verglichen haben. Das Stammschloß Würtcmberg, liegt auf einem Berge im AmteKannstadt, war bis zum Jahre iZ2cr die Residenz der Grafen von Wiiriem» berg, und wurde einige Mahl zerstört. Würzburg, ein Hochstift im fräukischen Kreise, welche« gegen Dsien an da« BiSthum Bamberg, an da« Fürsten- «hum Schwärzender-, an die Graf« 702 WürrbIIrg schaft CastN, an die limburgisch« Herr- schaft Speckfeld, an das Fürstentbum A.sbach, und an die Herrschaft Ro. thenburg, gegen Süden an die Traft schaft Hohenlobe, gegen Westen an deS deutschen Ordens Meisterlhum Mer- Aemhenn, an die Grafschaft Wertheim und das Eczstift Mainz, an die Graf. schaft Rieneck und an dasHochstistFul- da, und gegen Norden an die gefür. stete Grafschaft Henueberg»>nd an das Fücstenrhilm Cobnrg grenzt. Seuie größte Ausdehunng in die Länge betragt rmgesähr Ll Meilen, und die größte Ausdehnung in die Breite>6 Meilen. Dieses Land ist an Getreide, Weide, Obst, mancherley Früchte» und Ge> wachse», und an Wein fruchtbar; ja es wachsen in demselben die besten Fran- kenireine, vornehmlich bey Würzburg und Klingenberg. Es hat auch viel Holz, Salzwerke und Marmorbrnche stnd zu Kissinqen und Boklei findet man Gesunbbrunue» Und Bäder. Der May», -velcher aus dem Fürstciithiime Bam- berg kommt, durchströmt einen großen Theil des Landes, und die Tauber und Jaxt fließen durch die südliche Gegend desselben. Man finde, in diesem MStbuMe KZ Städte uisd>> Markt, ki cken. Die herrschende Religion ist die katholische; eS find aber auch 2F evangelische Pfarre», und verschiedene rrsormicte GcMeidc» im würzburgischen Rirchfpreiigcl und Gebiethe. Die Bi- Mst von Würzburg laffen sich ein bloßes Schwort vortrage», und Papst Benedict XlV. stand ihnen im Jahre 17Z2 die Tragung des erzbischöfltchen Pälllums und Kbenzes zu. Itebrigens ffnd sie Suffragauen der Erzbifchöfe zu Mainz. Auf dem Reichstage hat ein Kürst lind Bischof zu Würzburg in, -dsichsfürstem'Uibe auf der geistliche« Bank die fünfte Stelle; bet) dein fränkische« treffe aber Hai er wegen ddS Würzburg BiSthnms die erste Stimme. Das Dom- capiu-l besteht aus 24 Capitularberrea »ud Z0 Domicellaren. Der Fürst»ud Bisck of unterhält L Regimenter zu Fuß und Pferde, und die KriegSsachcn stehen unter demHofkriezsrathe. Die Haupt und Residenzstadt Wsrrzburg, lberbipolis, liegt am Mayn, ist wohl befestiget, und wird durch die außerhalb derselben auf einem hohen und felsigen Berge liegende Festung Marienderg oder Fraueuberg unterstützt, in welcher sich ein bischöfliches Schloß, ein wohl versehenes Zeughaus und eine Kirche befinden, von weicher der Berg und das Schloß den Nahmen hat. Die Stadt selbst wird in ccht Thei- le getheilt, nähmlich i» 4VierteI, und in 4 Vorstädte, und enthält istvorr Einwohner, das neue fürstliche Rest, dcnzschloß, zu welchem sehr anfthnli- chen Gebäude Bischof Johann Philipp Franz, Graf von Sckötiborn, im Jahre 1720 den Grundstein legte, Bischof Friedrich Carl, Graf von Schönborn, aber dasselbe vollführte, und Bischof Adam Friedrich durch Gallcrien und Säulen, weiche auf beyden Seite», angebracht wurden, doch mehr verschönerte; die ansehnliche Katheöralkir- che zu St. Kilian, und bey derselben die Collegialkirche z» St. Johann dem Evangelisten; die Collegialkirche zu St. Johann; die Pfarrkirche und das adelige Rilterstift zum heiligen Bnrckacd p die Pfarrkirchen zu St. Peter und zu St. Gertrud; das adelige FraiiM- stjft zu St. Anna, welches aus einer Acbtissinn nnd acht Fräulein besteht; die Lenedictiüer Mönchsabicyen zu Ät. Stephan und St. Jakob; ein Haus und eine Kirche des deutschen O.deuS; eine im Jahre a4oz zuerst errichtete, wie wohl Nachmahls wieder eingegangen«, aber im Jah-e IL.82 vom Bischof Julius wieder hergestellte, und Wüste Wunfredel im Jahre itz^l eingeweihte Universität mit einer Kirche, und einem dem hei. ligen Äilian gewidmeten Collegium oder Seminarivm; das große Jnlier-Hospital; das iheodorische Hospital, und das Bürgerspital. In dem Zucht-und Arbeitshaus« werden wollene Tücher, Kieset, und Fnttcrboy verfertigt. Der Stadt ist ein Vizdom vorgesetzt, unter welchem der Stadtrach und das Pfandhaus, das Steuer- und Umgeld- amt, nebst dem Bürgerhospital sieben. ES ist hier auch eine Stuck»und Glo- ckengießerep. Im Jahre 1631 wurden Siadt und Schloß vv» den Schweden erobert. See' ist eine von den 4 Haupt- münzstädten des fränkischen Kreises. Der Steinwcin, welcher um Würzburg auf dem Berge, welcher der Stein genannt wird, wächst, gehört unter die allerbeste» Feankenivrine. Außerhalb der Stadt findet man am Mahn ein Mönchs- und Nonnenkloster. Wüste Walkersdorf, ei» siadtiiiaßig gebatiktes Dorkim Fnrsicnthume Schwerd- nitz in Niederschlesien, in welchem viel Gewerbe getrieben wird. Wülsten, ein Dorf und Amt>in fürst, lichen cötbensche» Antheile am Fürsten- thums Anhalt im obersächsischen Kreise. Wunstedel, Wonsiedel, die vierte von den sechs so gtnauiiken Ha>.pisiädken des Fürstenthums Bayrenth, im fränkischen Kreise, welche auf dem Fich- telberge an der Nößlau liegt, und ihre Erbauung den Zinnbergwerken, wcl» che ch uahls hier waren, zu danken hat. Sie war schon im Jahre>Z2Ü eine Stadt, und Kaiser Ludwig gab ihr damahls gleiche F-eyheiien mit der Stadt Eher, welches Kaiser Carl IV. im Jahre i LtZ bestätigte. Sie ist der Sitz einer Amishauptmau,»schift, eines Bergau-kS, und einer Supreintra- deitiür. Hre, befindet sich auch eine lateinische Schule. Im Jahre 1462 (IV. Bund.) Wukstorf Wurste« 70F trieb die Stadt die Hussiten durch tapfern Widerstand ab. In den Jahre« i4Z4, tA4r und 1607 hat sie großen Brandschaden gelitten, und im Jahre 17z 1 ist sie fast ganz abae- brannt, aber bester wieder ausgebauet worden. Die hiesige» Einwohner handeln mit Blech, und mit gefärbte« wollenen und leinenen Zeuge», welche hier verfertigt werden. In dem Wun- siedler Amisdorfe Sichersreuth bcsin. bet sich ein Sauerbrunnen, welcher dem rgerschen ähnlich ist. Wunstorf ehemahls Wunendorp, Vill» LincieuilLtis, eine kleine Stadt im Fürstenchuiiie Calenbcrg im niebersäch. fischen Kreise. Sie liegt zwischen der Süd und Casp Aue, welche sich unterhalb derselben vereinigen, und hinter Blume»»» in die Leine gehe». Hier befindet sich ein adeliges Fräi-.Ieinsiift, besten Stiftskirche auch die Pfarrkirche der Slüdi ist, und eine andere Kirche. Im Jahre 16LL wurde sie von kaiserlichen Soldaten i„ Brand gesteckt, geplündert, und fast ganz zu Grunde gerichtet. Ehemahls war Wuiistorf eine Grafschaft, deren Besitzer schon im Jahre iFZZ mit Grafen George ausstarben. Wursten oder Wursterlanh, ein Distrikt au der Weser im Herzogthume Bremen im nieder sächsische» Kreise, welcher seine» Nahmen von den Worthe» oder aufgeworfenen Hügeln bekam, auf welch^ sich zur Zeit der Fluch Menschen und Vieh begaben, ehe das Land ei«, grdeichl ivard; daher man dir Einwöh. ncr, welche friesischer Herkunft waren, auch in mittler» Zeiten. Worthsalen nannte. Der Boden dieser Landschaft ist Marschland, und also zum Acker baue»nd zur Viehzucht sehr bequem Die Produkte derselben werden zu Was- ser„nd zu Lande häufig ausgeführt UebrizeiiS gehört dieses Land de,»Chl»r> U» u u Wustrow 704 Wurzach Wusierh Hause Hannover, und wird in drey Bogleyen eingelhcilt. Wurzach, eine Herrschaft und Städtchen am Flüßchen Autrach im Algau im schwäbischen Kreise, welche zwischen der Herrschaft Kißlegg, der Herrschaft Wolffegg, der Herrschaft Waldburg, und den Abtcyen Ochsenhausen und Roth liegen, und durch die Gräfinn Clara z» Neusten an die Grafen und Reichsecbtruchsesse zuWaldburg gekom. inen sind. Wurzel, in der Arithmetik eine Größe, welche, wenn sie einige Mahl mit sich selbst multipliciert wird, eine höhere Potenz hervor bringt. In der Etyma- logie ist die Wurzel eines Wortes die. jenige Sylbe, welche den Grund des ganzen Worts und dessen Hauptbedeutung enthält. Würzen, eine Stadt, Schloß lind Amt an der Mulde, im Leipziger Kreise im Churfürstenihume Sachsen, Z Meilen von Leipzig, in welcher sich ein Stift, eine churfürstliche Stiftsregierung und ein Csnsistorium befindet. Die Stadt an sich ist ganz klein; die Vorstädte aber sind weit größer, und enthalten das alte Schloß, die Domkirche, an welcher der Sristssuperintendent steht, die S. Wen- zelskirchc, die Hospital- oder Gottes- ackerkirche, und die lateinische Schule. Das hiesige Bier wird unter das beste in Sachsen gerechnet, und auch stark und weit ausgeführt. Man findet hier sine starke Färberey, und viele gute Leinwandbleichen, und die Einwohner legen sich auch stark auf die Strickerey. Die Domherren des Visthums Meisten halten liier jährlich ihren Convent. Im Jahre 1704 litt diese Stadt großen Brandschaden., Wusterhauftn. eine Herrschaft in der Mittelmark im Churfürstcnthume Brandenburg, welche ehemahls nebst derHrrc- Wyk schüft Teupitz den Baronen Schenken von Landsbcrg gehörte. S. Teupitz. Wusterhausen, eine Stadt an der Doste im ruppinschen Kreise in der Mittel- mark im Churfücstenthume Brandenburg. Sie ist nach Neu-Nuppin die beste Stadt dieses Landes; aber an sich ein geringer Ort, dessen Einwohner bloß von der Viehzucht und vom Acker- baue leben müssen. Hier war ehemahls ein festes Schloß, welches den edlen Herren von Plolho gehörte. Wtistrvlv, ein Amt au der Jetze und Dumme im Fürstenthume Lüneburg im niedersächsischen Kreise, welches ei- neu sehr morastigen Boden, aber gute Holzungen hat. Die Einwohner stammen von den Wenden her, und ernähren sich vom Ackerbaue, Flachsbaue, und von der Viehzucht. Ueber dieß wird hier auch viel Leinwand gewebt, und nach Hamburg gebracht. Ehemahls ge. hörte dieses Amt dem uralten Geschlechte von Wustrow, von welchem der Letz. te, Michael Victor, im Jahre 161L in der Belagerung von Braunschweig blieb. Das kleine Städtchen Wustrow, durch welches die Jetze und Dumme fließen, und sich alsdann vereinigen» steht unter dem Amte. Das hiesige Schloß war ehemahls befestiget. I» den Jahren 164^ und 1691 ist der Ort abgebrannt, aber ganz regelmäßig wieder aufgebauet worden. Wyck oder Weich, die Hauptstadt in Cathncßshire in Nordschottland, welche einen guten Hafen hat, und ein königlicher Flecken ist. Wye, ein Fluß im Fürstenthume Wales in England, welcher in der Landschaft Montgomery entspringt, und sich in die Saverne ergießt. Wyk, s. Beverwyk. Wyk, mit dem Zunahmen ke oder by Diiurstcde, die vierte Stadt der Provinz Utrecht in den vereinigten Wykrr« Wpsche- Niederlanden. Sie liegt am Rhein, von welchem sich der Leck absondert, ist jetzt in einem geringen Zustande, und geräkh täglich in größer» Verfall. Vor Zeiten stand hier die Stadt Lntn- voclurum. Ganz nahe bey der Stadt sieht man das verfallene Schloß Duur- siede, von welchem die Stadt Wyk ihren Zunahmen bekam. Zwischen demselben und der Stadt floß ehemahls der Rhein mit vollem Strome nach Utrecht; jetzt aber ist nur ein schmales Wasser davon übrig geblieben, welches hier durch eine Schleuse aus dem Leck kommt, und der krumme Rhein genannt wird. Wykermeer, der Nahme eines Theiles des Meeres bey Beverwvk in der Provinz Holland. Hier findet man viele Schildkröte», die ihrer Größe wegen beträchtlich find. Wyl, s. Weil. Wylre, eine unmittelbare Reichsberr- schüft im Herzoglhume Limburg im burgnudischen Kreise, welche dem Herrn von Bodden gehört. Wyneghem, ein Dorf, Schloß und Herrschaft im Quartiere von Antwerpen im österreichischen Antheile am Herzog- thume Brabant, welche im Jahre r6y8 unter den Nahmen Haudion zu einer Grafschaft erhoben wurde. Wpnendaal, ein Schloß und eine ansehnliche Herrschaft im österreichischen Antheile an der Grafschaft Flandern, welche dem Churfürsten von der Pfalz gehören. Im Jahre ,708 fiel hier ein Treffen zwischen den Franzosen und den Bundesgenossen, zum Nachtheile der ersten vor. Wyschnei Wytegra 70F Wpschegorod, ein Städtchen am Bache Lada in der Stadlhalterschaft Archan- gel im europäischen Rußland. Hier be. kam der Großfürst Mstiflaw im Jahre 1026 seinen Sitz und herrschte über den östlichen Theil von Rußland. Im Jahre 1194 besiegle Mstiflaw Mstisla. wilsch, Fürst zu Nowgorod, bey dieser Stadt die tschernigowischcn Truppe«. Wyschneiz, Wolotfchok, ein wohl gebau- ter und großer Flecken am Flusse Lwerza in der Statthalterschaft Twer im europäischen Rußland, welchen die Schiff, fahrt lebhaft macht. Er ist in den Jahren 1743 und 17LZ abgebrannt. Hier sind unter Peters des Großen Regierung von dem Kaufmann Serdukow die Flüsse Twcrza und Msta durch einen Canal vereinigt worden, der Z Werste lang ist, und 2 Schleusen hat, und deßwegen erheblich ist, weil durch demselben die Schifffahct aus der Qstsee in den caspifchen See möglich gemacht wurde. WySzogrod, Wischogrod, eine Stadt mir einem auf einem Hügel liegenden Schlosse an der Weichsel in der Woiwodschaft Masuren oder Masau in Grvßpohlen 12 Meilen von Warschau. Sie ist der Hauptort eines Distrikts, i» welchem das Landgericht desselben gehalten wird, wie auch der Sitz eines kleinen CastcllanS und eines Starostcn. Im Jahre 1747 brannte sie halb ab. Wplegra, eine neue Stadt und der Haupt- ort eines Kreises in der Statthalter- schaft Nowgorod im europäischen Rußland. d- 706 RainteS Rerez ainles. s. Sainies. Falappa, Falappa de la vera Cruz, eilt« kleine Stadt i» der Provinz Tla- feala in der Andirncia. Mexico i»i spanischen Nordamerika. Sie wird etwa von 2000 Einwohner», die»Heils In. dianer, theils Spanier sind, bewohnt, und ist der S tz eine« Bisthums, wel. ches 100000 Ducatea jährliches Ein« kommen hat. Fante, XÄNtkus, Lcamanäer, ein kleiner Fluß in Asien, welcher aus dem Berge Jda in Natolien entspringt, und sich in der Archipelagus ergießt. Favicres, ein kleiner Ort im Königreiche Naparra in Spanien, in welchem der hoch berühmte Franz Raver geboren ward. Fcrcz de!a Frontrra, eine große Stadt in einer Ebene, eine Meile von Flusse Gixrdalete im Königreiche Scvilla in Spanien. Sie hat ein Schloß, ansehnliche Häuser, 9 Pfarrkirchen, unter welchen eine Collegiatkirche ist, Mönchsklöster, 8 Nonnenklöster, und 4 Hvspiiäler. Im Jahre 712 fiel in Meser Gegend die berühmte Schlacht zwischen den Gothen und Arabern vor, worin jene geschlagen wurden. Weizen, Oehl und Wein, mache» den Reichthum der Stadt aus. Der hiesige Wein ist berühmt, und wird«Heils Pajaret« Rerez Ruear theils Vin» seco genannt: der erste ist süß. der ander« aber bitter, und dem Magen nützlich. Fcrez de los CavalleroS, elnr Stadt eine halbe spanische Meile vom Flusse Ardila in der Provinz Estermadnra in Spanien, welche 4 Pfarrkirchen, Z Mönchs-und 6 Nonnenklöster hat, im Jahre 1229 angelegt wurde, ansang« lich Rerez de Badajoz hieß, und vom Kaiser Carl V. zu einer Stadt gemacht wurde. Xicoko, s. Sikvkf. Fimo oder Saikok, eine große Insel im Kvnisireiche Japan in Asien. Fionz, Ksions, eine Stadt in der Woi« wodschafk Krakow, 7 Meilen von Krakow in Kleinpohlen« Sie ist der Hauptort des davon benannten Di. stricts, in welchem das Landgericht ge. halten wird. Ftzona oder Gijvna, eine kleine Stadt zwischen Bergen im Königreiche Valen. cia in Spanien, welch« durch ein Ca« stell beschützt wird. In hiesiger Ge» genb wächst vortrefflicher Wein. Fucar»der Jncar, ein großer Fluß im Königreiche Valencia in Spanien, welcher aus Cuenca kommt, die Flüsse Cabriel, Jativa und Sietragnas aufnimmt, und sich bey Erster in da- Meer ergießt. Aaln Jarmouth E^/>lu, ein Fluß in China, welcher aus einem der höchsten Berge entspringt, ungemei» tief ist, aber nicht schnell fließt, ein schönes Wasser hat, und zwischen der Landschaft Leaotnng und der Halbinsel Korea, in einen Meerbusen fällt. Dang> lchrou, eine Handel-stadt in der Provinz Kiang-nan in China, welche wegen deS Salze-, welche- in dersel. ben ausgetheilt wird, volkreich ist. Sie hat zwey Meilen im Umfang«, soll 2 Millionen Einwohner zahlen, und ih. re Kaufleute handeln mit Salz bi« in da- Innerste de- Reichs, und in solche Gegenden, die am weitesten v»M Meere entfernt sind. Aare, ein Fluß in Norfolk in England, welcher stch bey Jarmouth in da- deut- sche Meer ergießt. Darmouth, eine wohl-ebauete Stadt mit einem Schloss« auf der Insel Mght in Hampshire in England, welche zwey Deputirte zum Parlamente schickt. Aarmvukss, eine gut gebaucte und wohl bewohnte Stadt auf einer Halbinsel bey der Mündung d«S Flusse- Aare in North- solk in England. Sie hat«inen guten Hafen, ist befestigt, und enthält eine alte und neue Kirche. Der Thurm der allen Kirche ist so hoch, daß die Spitze desselben den Schiffern in der See zum Zeichen dienet. Da- hiefi-r Zoll- und Nachhall« find schön« Gebäude. Diese Stadt hat ein besondere- Borrecht, daß Idria Nen-tchrou sie verurtheilen und verdammen kann, ohne Berufung auf einen höheren Richter. Sie schicke zwey Deputirte zum Parlamente. Die Heringsfischerey, welche am Michael-tage angeht, und bi- an da- Ende des Oktober- dauert, ist in der Gegend dieser Stakt sehr wichtig. ES werden dazu iLo Sch ffr gebraucht, und 48 bis Lv führen sie au« nach Genua, Livorn», Neapel, Mcssina, Venedig, Spanien und Portugal Ueber dieß werden auch allerley Schiffe, die zu Norwich und i» andern benachbarten Orte» verfertiget werden, ausgeführt. Nach Holland wird von hier ein starker Handel mit wollenen Waaren getrieben, und aus der Ostsee und Norwegen höhlet man Hanf, Flachs, Theer, Pech, Zimmerholz und andere Dinge. Ddria, s. Jdria. Je, D, Da, ein Fluß ober vielmehr ein Meerbusen in der Südsee, welcher Südhvllanb fast ganz von Norbholland absondert. Er geht von PampuS an in da« Land hinein bis nach Beverwick. Die Barken schiffen au- dem Je»ermittelst deS kleinen FluffrS Spar in da- Harlemer Meer. Dell ober Zeal, ein« von den shetländi- schen Inseln im nördlichen Ocean, welche l8 Meilen lang und 9 Meilen breit ist, und drey Kirchen Und verschiedene Caprllen hat. Den-tche-u, eine Stadt in der Provinz 708 Nent-cheo« Jork Klangst in China, aus welcher viel Alaun und Vitriol verführt wird. Dentchevu,«ane große Stadt^in der Provinz Chantong in China. Acovil oder Jvil, ein schönes Städtchen am Fluffe Zvel in Sommersetshire in England, welches Manufakturen hat, und Handel, besonders mit Handschuhen, treibt. Zlepes, ein Flecken in der Provinz Toledo im Königreiche Neucastilicn in Spanien, welcher eine Pfarrkirche, zwey Mönchs, und 2 Nonnenklöster enthalt. Derack- Agemi»der Hierack- Agemi, eine Provinz in Westpersten in Asien, wel. che gegen Westen an Erzermn, gegen Norden an Aderbidschan, Ghilan, und Tabarestan, gegen Osten an Chvrafan und Kermau, und gegen Süden an FarS und Chuststan grenzt. Sie ist eine der größten, volkreichsten und frucht, barsten Provinzen in Persten. Jarkim, die Hauptstadt der kleinen Bu. charcy in Asten, welche an dem Fluffe Mclescha liegt. Aesd, Jcssed, eine Stadt in der Pro. vinz Yerack. Agemi in Westpersten, in welcher die schönsten Tapeten gemacht werden. Aeu, ä)t>a< eine Insel in Nieder-Polten in Frankreich, welche eine Meile lang ist, und einen Flecken und ein kleines Dorf mit einem Hafen enthält. Ais! oder Drilsi, ein Städtchen in der Provinz Friesland in den vereinigten Niederlanden, welches nur mit einem Wassergraben umgeben ist,aus zwey Reihe» Häusern besteht, zwischen welchen der Lange nach noch ein Wasser fließt, und worin viele Schiffe gebauet werden. Donne, ein Fluß in Nivernois in Frank» reich, wclcher auf der Grenze dieser Landschaft 2 französische Meilen von Chaieauchinon entspringt, und in die Seine fließt. Sork, Lboracum, die Hauptstadt der Korkfort Norkf Landschaft Jorkshire in England, welche an der Ouse liegt, und der Sitz des zweyten Erzbischofs des Reichs ist. Sie war ehemahls sehr ansehnlich und volkreich, als sie Manufakturen und Handel hatte, indem sie zur Zeit Heinrichs V. 4, Pfarrkirchen, 17 Capel. leu, 16 Hospiiäler, 9 Ableyen und die Kalhedralkirche enthielt, da jetzt nur 17 Kirchen gebraucht werden, und die Anzahl ihrer Einwohner kaum halb so groß als ehemahls ist, und eS an Ma- nufacturen und Handel fehlt, ungeachtet die Schiffe mit Hülfe der Fluch bis an die Stadt kommen können. Ihr Major bekommt so, wir der zu London, den Titel eines Lords; wie denn auch die 2 D-putirlen, welche diese Stadt zum Parlamente schickt, im Unterhaus« ihren Platz nach den Depuiirtcn der Stadt London haben. Die Kachedral. kirche ist ein altes prächtiges gothisches Gebäude, von»»gemeiner Größe, und hat ihres Gleichen im ganzen Königreiche nicht. Da, wo der Fluß Foß in die Ouse fällt, steht ein festes Schloß. Zu den Zeiten der Römer haben die Kaiser Scverus und ConstantinusChlo« rus, Cvnstantins des Großen Vater, hier residiert, und auch ihr Leben hier geendigct. Ivrkfvrt, der wichtigste Ort der cnglan« dischen Handliingsgesellschaft auf der Hayesinsel in der Hudsoiisbap in Nordamerika., Jorkshire, eine Landschaft in England, welche gegen Norden an das BiSlhum Durham, gegen Westen an die Provinzen Westmvreland und Laneaster, gegen Süden an Darbp, Nottingham und Lincoln«, und gegen Osten andaS deutsche Meer grenzt. Sie ist die größte unter allen Landschaften in England, und man kann sie überhaupt sehr fruchtbar nennen: denn sie hat einen Ueber- fiuß an Getreide, Vieh, Wildbret«ab Uoughall Aper» Fischen, und besonders auch viele gute Pferde. Sie enthalt 49 Städte und Marktflecken, und schickt zc, Deputirte zum Parlamente. Alle Wollen- und andere Waaren, welche diese Landschaft liefert, gehen nach Hüll, wo sie ringe- schifft, nnd weit und breit ausgeführt werden. Joughall, ein wohl bewohnter Flecken mit einem bequemen Hafen in der Graf- schaft Cork in der Provinz Münflcr in Irland, welche 2 Deputirte zum Parlamente schickt. Jouset, ein Dorf in Unterlanguedoc in Frankreich, bey welchen berühmte schwe- felhalte mineralische Quellen anzutref- sen sind. Igcrler, ein kleiner Fluß im österreichischen Flandern, welcher nicht weit von der Stadt Ipern entsteht, durch die Stadt fließt, und von zwey Landseen, deren einer bey Dickebuich, und der zweyte bey Sillebecke befindlich ist, mit Wasser verstärkt wird, nnd Z Meilen von der Stadt in die Jser fällt. Ipern, lprskum, eine befestigte Stadt an eben gedachtem Flüßchcn in dem österreichischen Antheile an der Graf. schaft Flandern. Sie ist der Sitz eines im Jahre iLLy gestifteten BiSthumS, dessen Kathedralkirche dem heiligenMar- tin gewidmet ist. Außer derselben gibt es hier noch L Pfarrkirche», ein ehemahliges Jesuitercollegium, 6 MannS- klöster, ein bischöfliches Seminarium, 8 Fraucnklöster, einige Armenhäuser und Hospitäler. Diese Stadt hat in Ansehung der Wollenmanufacturen einen alten Ruhm, aber auch viele Unglücksfälle, besonders durch Brandschaden, erlitten. Im Anfange der niederländischen Unruhen schlug sie fich im Jahre zu den Bundesgenossen; ward aber im Jahre ,L84 von den Spaniern erobert. Die Franzose» haben fie inden Jahren»648, 16.58 und 1678 wegzr. Ars-- Nfs-k 70A klommen. und von dem letzten Jahre an bis zum Jahre 17 behalten. Im Jahre 1744 bemächtigten sie sich derselben so wie im gegenwärtigen Kriege abermahlr Irfee oder Jrsmgcn, Irliogum, cine Be. uedictinermannsabtey im schwäbischen Kreise. Sie liegt am Flusse Wertach zwischen her Abkey Kemptcn, der Stadt Kaufbayern, der Herrschaft Mindek- heim, und einigen kleineren Gebiethen, und wurde im Jahre ngs gestiftet. Auf dem Reichstage hat der Prälat auf der schwäbischen Prälaienbauk zwischen Dchsenhauscn und PcterSbiusen, bey dem schwäbischen Kreise aber auf der Prälatenbauk zwischen Elchingen uud Ursperg Sitz und Stimme. Isendpk, ein Amt und kleine wohl befestigte Stadt im holländischen Flandern, welche in einer niedrige» Gegend am Wasser Blik liegen, welches ein Busen der Wcsterschelde ist. Sie kann von allen Seilen unter Wasser gesetzt werden. Die Anzahl ihrer Häuser beträgt hundert und etliche fünfzig. Gleich an der Stadt gegen Süden liegt eine Schanze, welche die Juffer. SchanS genannt wird. Asm oder Jsny, eine freye Reichsstadt am Flusse Jsna im Algau im schwäbischen Kreise. Sie liegt zwischen den Grafschaften Hohcncck und Trauchburg, und der Herrschaft Eglof. Ihr Magistrat und der größte Theil der Bürger- schaft find evangelisch. Hier befindet fich eine Benedictincr. Mannsabtey. Lein- wcbercy und Leiiiwandhandel ist das Hauptgewerbe der Einwohner. Auf dein Reichstage hat die Stadt unter den Reichsstädten der schwäbischen Bank die fünfund zwanzigste, bey dem schwäbi- schen Kreise aber unter den Reichsstädten die zwanzigste Stelle. Assel, ein Fluß in Sudholland, welcher sein Wasser auS dem so genannten rheinischen Caaal zwischen VrceSwyk Au eatgn Nviz» 7ro Zfffelmonbe Z-ftad und Utrecht empfängt, bey Affelstem, Montfoort, Dudewater und Gouta vorbey läuft, und gegen den Flecke» Uffelmonde über in die Maas oder Mer» v« fällt. Das lehmigte Wasser biese- FluffeS ist ungesund. Nffelmonde, eine Insel zwischen der Maas und alten Maas in Südholland, welche ihren Nahmen von dem Dorfe Affelmonde hat, welches in Dst-und Westysselmoiide abgetheilt wird, und dessen Einwohner sich meisten Theils auf dem Schiffbau legen. Nffelsteiti, eine Herrschaft und kleine Stadt beynahe beym Ursprünge der Nstrl in Südhollaad. Unweit davon liegt'sHerrendyk. ein ansehnliches Ge. bände, welches die vereinigten evangelischen Brüder im Jahre r/ZF anlegten. Nstad, eine kleine aber wohl gebauete Stapetstadt an der See in Schone» L Meilen von Malmöe in Sndgochland in Schweden. Der hiesige Hafen ist weder groß noch sicher; weßwegeu sich auch die Schiffer zur Nachtszeit, oder bey neblichtcm Wetter, nicht hinan wagen dürfen. Bey finstern Nächten wird eine hohe Fcuerdacke oder Later. ne unterhalten, um die aus dem Snn- de kommenden Schiffe, zu warnen, daß sie nicht zn nahe heran fahren. Hfer befindet sich eine schöne Hauptkirche, welche nach Art der ander« schottischen Kirchen mit Bley bedeck, ist; unweit von ihr steht die St. Peterskirche, und über dieß ist hier auch eine Trivial, schule. Yucatan, f. Zueatan. Iverdon, s. Jverken. Ivetot, ein großer Flecken mit einem Schlöffe und einer Collcgiaikirche in der Dbernormandie in Frankreich. Yviza oder Jbiza, eine der pithyuffsche» Insel ein Königreiche Majorca in Spa- nien, welche ungefähr L Meilen lang und 4 Meilen breit ist. Der Erdboden ist ziemlich fruchtbar, wird aber we. nig gebauet, weil die Einwohner sich am meisten aus den Salzhandel legen. WeisseS Salz und Wein sind die vor. nehmsten Güter dieser bergigen Insel, welche aber auch an Fichten und Frucht, bäumen einen Ueberfluß ha». D»e Haupt, stadt Ivlja, lLbulus, ist nach neuer Art befestigt; aber lange nicht mehr so ansehnlich. als sie zur Zeit der Kanba. ginenser und Römer war. Der Statthalter hat hier seinen Sitz. "7 Zaandam Zacatecas b^andam oder Sondam, ein großer tuld reicher Flecken an dcr.Zaa» inNord- Holland, in welchem viele und ansehnliche Kaufleute wobnen, hie mit Holz, Getreide, Wallfischtbra» und andern Waaren bandeln. Es werden hier auch viele Schiffe gebauet, der russische Kaiser Peter l. ließ sich hier im Schiffsbaue unterrichten, und legte s.ldst mit Hand an. Die Anzahl der manigfalti. gen und sehr hoch von Steinen erbauc- ten Windmühlen, als Säge Erbfen- Dehl Fa-ben- Walk-Papier Schnupftabak Senf-und andere Mühlen ist überaus groß. Die seltenste unter denselben ist diejenige auf welcher Kaffeh gebrannt und gemahlen wird. Ueber dieß gibt es hier auch Buchdrucker.yen, Bnchiaden, und was man sonst in Städten antrifft. denn der Dri übertrifft wirklich viele holländische Städte. Die Reinlichkeit der Straßen ist größer, als in andern Länder» in Wohnstädten; man darf aber in derselben weder fahren noch reiten. Die Häuser stob mit Farben angestrichen, aber ohne allen Geschmack Zabern, s. Elsaßzabern. Z iborowa. Sabrow>, ein adeliges Städtchen in der Woiwodschaft Pose» in Großpokle», in welchem sich eine evangelische Kirche befindet. Zucaleeas. eine Landschaft in der Au- diencia Gnadalaxora im Bicekönigrei. che Alkmexico im spanischen Nvrdame- (IV. Sand,) Zachaf Zagraber rika, welche zwischen den Provinzen Cbaiiiailan, Guadalaxara, M-xicvund Nendiscaja liegt. Unter den Cotonien, welche die Spanier hier anlegten, sind MiueS di Zacateca und Muies»'Elle- rena wegen ihrer ergiebigen Silder- gruben merkwürdig. Das Land selbst ist ungeaiei» fruchtbar, und wurde schon im Jahie»LZl von den Spaniern in Besiy genommen. Zachaf, ein See indem Königreiche Mo. nvmotapa in Afrika an den Grenzen von Congo, aus welchem der Fluß d» S. Esprit entspringt. Zachan oder Sochan, ein nahrhaftes Städtchen in Hinlerpommer» im ober- fächsischen Kreise. Zacvnlhus, s. Zante. Zahnngen, ein Dorf mit einem wüsten Schlosse, eine halbe Meile von Frep- burg im österreichische» Breisgatt, von welchem die ehemahligen Herzoge von Zähringen den Nahmen führten. Zasra, ein großer Flecken mit einem Castel in der Landschaft Estremodnra in Spanien, welcher über 2000 Ein- wohnrr zählt, und eine Pfarrkirche^ eine Cvllegiaikieche, und 7 Klöster in sich enthält. Zagorow, eine mit Mauern umgebene. Stadt in der Woiwodschaft KuUsch in Großpohle». Z'grab, s. Agram Zagraber Gespanschaft, eine Landschaft in Ccoalien,«eiche stck»0» demIlnssr ZbkkL 7,s Zahara Zake» konja bis an das adriatische Meer er. ' streck», Und in sieben Distrikte getheilt wird. Zahara, ein mit Mauern umgebener Flecken auf einer Höhe mit einem Castel am Flusse Guadalete im Königreiche Sevilla in Spanien. Er hat den Titel eines MarqnisatS, welchen die Erstgebornen des herzoglichen Hauses Arcos führen. Zahn-oder Elfenöeinküste, eine Küste im eigentlichen Guinea in Afrika, welche sich bis an das Vorgebirge Apollo»»» erstreckt, wo das Reich Jffini liegt. Zahua-, eine kleine amesfäffige Stadt im ghurfürstenthume Sachsen eiste Meile von Wittenderg, welche auf den Land- tagen Giß und Stimme, und eine Su» prrintendentur hat. Im Jahre t/iy litt sie-durch ein Donnerwetter großen Brandschaden. Zaire oder Zambre, ein großer See in Abyffinirn in Afrika, aus welchem der Fluß gleiches Rühmens entspringt, der durch das Land der Giagues und AnzieainS, wie auch durch Eongo fließt, viele große und wohl bewohnte Inseln macht- und sich mit einem sehr breiten Ausflüsse In das Meer von Eongo ergießt. Zaisenhausen, ein Flecken im Amre de- KlostcrS Maulbrunn an den pfälzischen Grenzen,-reicher dem Herzoge von Wurteinberg gehört, und wegen des im Fahre 171,^ entdeckten Sauerbrunnens sehr bekannt ist, indem er zur Be. quemlichkeit der Brunnrngäste mit viele» schölte» Gebäuden versehe» wurde. Zaken, ein Fluß im Fürstenihume Jauer i» Dberschleflen, welcher auf dein Rie- fengebirgr entspringt, und aus dren Bächen entsteht, nähmlich 1) aus dem Zakala, welcher vom Zakelberge kpnimt, von wtlche», er aufioo Elle» tiefhre. sd stürzt: 2) aus dem großen Zaken, weicher nicht weit vom Kayrnsteiii den der Pumpelwiese entspring,und Z) Za.kroeztm Zalatna aus dem kleinen Zak-n- welcher von der greissenstx.inische,, Grenze her kommt, durch der, MÜnchwacd geht, und bey Dberpe»ersdokf ia den graßen Zaken fällt. Der vereinigte Fluß geht über Warenbrunu«ach Hirschberg, und nahe dabey in den Bvber, Es ist nüerk. Würdig, daß dieser Fluß schon zwey Mahl zu fließen aufgehört hak, davon die Ursache i!?ch nicht entdeckt ist; nach einem Stillstände von einige,, Tage» aber hat er wieder zu laufen angefangen, ohne daß er etwa vorn Rcg,n wasser, reicher geworden wäre. In eben diesen Fluß ergießt sich auch die vgn tzem Riesengebirge kommende Lonznitz. Zakroezsm, Sakrvkschin,, eine StadtM einem unfeinem Hügel stehende». Schloss se an der Weichsel, in der Woiwodschaft Mafnren ober Mafau in Geoßpohlen. Sie ist der Hauptort eines Lande« und Distrikte« dieses Nahmen«, und der Giß eines kleine» CastellanS»,„d eines Sia- rasten. Hier wird auch das Landgericht gehalten. Zalainea dc!a Srrena, luljpL,»in Flecken anf einem Berge mit einemgu. ten Castelle in der Landschaft Estre- mgdura in Spanien. Er enthält eine Pfarrkirche, 2 Klöster, und 2 Hoh>i- »äler, und ist eine Commenihnrey bet Ritterorden« von Alcaniara. Zalatna, Zlatna oder Kleinschlattkn, ^ursris pnrvs, ein Bergstcchcn in der Weisscnburger oder CarlSb„xger Ecspaiischatl in Siebenbirgeu, Erliegt i» einem angenehmen Tbale, durch wcl- cheS der Fluß Anipol läuft, i»,d iv«r>a sich reiche Gold- und Huecksilbeeget» be» befinde», die schon zur Zeit der Dacicr und Römer bekannt, und ebeZ mahlS beträchtlicher waren, als sie jesti sind. Die Walachcn scben diele» Hit als die Hauptstadt ihrer Nation in Sie- benbirgen an, und besuchen ihn gn den Markttqzen sehr fleißig, Er,jsi,K«s Sitz -V- MV k Zamo ra Zänöm eines Oberbergamts, welcher unter der stebenbirgische» Kammer zu Hermann- stadt steht; und die viele» Aufschriften, welche man hier findet, machen ihn für «inenAlkerthumsforscher sehr mcrkivür- hiq.— Etwa eine halbe Stunde gegen Mitternacht van Zalatna liegt der§a- oebajerderg, auf welchem ein Gold- bergwerk ist, dessen qoldreiche Kiese 2 tis>0, ja Z0 bis 4» und oft mehr Loth Gold im Centner haben. Es sind auch bey diesem Orte 2 Quecksilberbeegwer- ke, und in der Brennhütte zu Zalatna «erden jährlich rlwaün Centner Oueck« süder ausgebrannt. Zamvra, Leskics, eine befestigte Grabt am Duero, im Königreiche Leon in Spanien, von welcher eine Provinz den Nahmen führt. Sie enthält 24 Pfarrkirchen, 6 Mönchs- und Nonnenklöster, und verwahrt und verehrt den Leichnam des heiligen ZldefonS, Erz- '- bischoss von Toledo. Das hiesige Bis. thum ist entweder im Jahre ,119 oder I»S4 gestiftet worden, und der Bi- schof hat jährlich sstovo Ducaten Einkünfte. Zanguebar, eine große Landschaft in Nie- deräthiopien in Afrika, welche sich längs dem äthiopischen Meere sehr weit erstreckt, und an welches sie gegen Osten stößt; gegen Norden aber grenzt sie an die Küsten von Ajan, gegen Süden an die Küsten der Koffern, und gegen Weste» an das Reich Monoemngi, Dieses mo- -rastigc und ungesunde Land begreift verschiedene Königreiche, und wird von Schwarze» bewohnt. Die Portugiesen besitze» darin Mel nde und Manbaza, nebst verschiedenen Forts und Cvlonien. Zanhaga, eine große Landschaft in der Wüste Sarah in Afrika, welche sich längs dem Flüsse Cavalos vom Königreiche JiiieiiAiga bis an das atlantische Meer erstreckt. Zülnow oder Zazina, eine kleine unmit. Zanke telbare Stadt in Hinke-pomittern im vbersächsischen Kreise, welche gerade hinter dem Choüenbesge liegt, und ehemahls ansehnlicher und mit einem Schlosse versehen war. Auf diesem Schlosse befand sich der Herzog BogiS- laf X., als der Pöbel aus Cöslio ein!» ge seiner Bedienten dahin verfolgte, welche etliche Kaufleute a»S CLslin geplündert halten. Der rasende Pöbel drang in das Schloß, verwundete den Herzog, und führte ihn auf eincmLei- terwagea gefangen nach Cöslj«. Doch die Stadt mußte für diese Frechheit des Pöbels büßen. Zgn.ie, Xar^ntkiuZ, eine ansehnliche Insel im mittelländischen Meere im vear- tianischen Dalmatiea, welche an starkem Weine, Rosinen, Oehl, Feigen und andern Dingen sehr fruchtbar, abrr den Erdbeben sehr ausgesetzt ist. An ih. rer Mittags- und Abendseite befindet sich«in großes Gebirge; und da noch über dieß ein Berg gegen Mvrgen und einer gegen Mittag liegt, so ist sie von Bergen fast ganz eingeschlossen. In der Mitte ist eine schöne Ebene. Bey dem Hafen Chier!,, auf einer Seite des Gebirges, 200 Schritte vom Meere, trifft man eine Prchqiiclle an, und man führt auch Salz aus. Flecken und Dörfer gibt es hier eine große Menge, und die meisten Einwohner sind Griechen, welche über 40 Kirchen, verschiedene Klöster und einen Bischof haben. Die Katholiken besttzen Z Kloster und einen Bischof. Es befinden sich hier auch In- den. Die Republik Venedig hält hier einen Provrdftor und zwey Räthe; und läßt die Insel mit vieler Gelindigkeit regieren, um ihre Zuneigung nicht zu verliere». Der vvruehinstr Ort anfder Insel ist Zanke, eine große und volkreiche S/adt, mit einer Festung, dir auf einrp Höhe« unter derselben aber der Flecken Bacolü Xkkk 2 Zara Zara Aarizin 714 Zanzibsr liegt. Den hiesigen Hafen macht der Molo di S. Nicols, an dessen Ende ein Thurm steh!. Zanzibar, eine Insel an der Küste von Zanguebar im Küffrr»la»de in Afrika. Zupfenburg- s. Sabbaburg. Zapfenstreich, da« Zeichen, welches Abends für die Soldaten mit der Trom- mel gegeben wird, stch aus den Bier. Häusern in ihre Quartiere zu begeben; vielleicht weil babnrch der Japftngle-ch. sam geschlossen wird. Zara. eine Herrschaft im vcnetianischen Dalmaticn, welche ehemahls Herzoge zu Landesherren halte. Im Jahre 1200 wurde ste von den Venetiancrn erobert, welche sie aber wieder verloren, und im Zähre>409 vom neapolitanische» Könige Ladislaus kauften, von welcher Zeit an sie beständig in ihrer Gewalt blieb. In dieser Grafschaft ist Zara, ssnciera, die vornehmst« Stadt, und die Hauptstadt im venetianischen Dalmatje». Sie ist ganz vom Meere umgeben, und hangt auf der Dstseite mit dem festen Lande mittels einer Zugbrücke zusammen, welche durch eine Schanze verwahrt wird,. Sie wird für eine der stärksten Festungen in Dal. manen geachtet. Zwischen der Citadelle und der Sladt ist ein sehr tiefer Grabe» in den Felsen gchauen. Der Hafen liegt gegen Norden, ist gut, groß und wohl verwahrt. Daes hier am frischen Wasser sehit, so wird da- Regenwasser aus Clsteruen gesammelt. Der Gouverneur oder Provisor von Dalmarien, welcher alle drey Jahre abgewechselt wird, wohnt auf dem Schlosse. Ehemahls war hier ein Bisihnm, seit dem Jahre t i,-;4 aber befindet stch hier ei» rrzbischösttcher Sitz. Unter dem Erzbi- schose stehen die Bischöfe von Arbc, Veggia und Dserv Der heilige Simon ist Patron der Stadt, und sein Leich. nam wird i» der ihm gewidmeten Kirche in einem mit Kristall bedeckten Kasten verwahrt. Ueber dieß findet man Hirt »och einige römische Alterthümer. Zara Vecchia oder Alt- Zara- ein geringer Flecken im venetianischen Dalma- tien, welcher von den Schiff-rn so genannt wird, und vor Alterseine Stadt, Nahmens Blandona, war, die in den mittlern Zeiten Belgrad, oder-älba marin, hieß. Hier befand sich auch ein Eislhum, welches nach Zerstörung der Stadt nach Seardona verlegt wurde. Jetzt liegt der Del wüste, und wirb von einigen Bauer» bewohnt. Zaragoza, s. Saragossa. Zarand, s. Sa»ander Äespanschaft. Zaraiig, eine Stadt in der Provinz Seh» shestan oder Sigistan in Dstpersicn in Asien. Zarew Borissom, eine Stadt am Donez in der Statthalterschaft Belgorod im europäischen Rußland, welche im Jahre iFyy erbauet wurde. Zarew Santschursk, eine Stadt auiMuffe Bolschaga Kokschaja in der Statthalterschaft Kasan»n asiatischen Rußland, welche im Jahre>F8o erbauet wurde. Zarizin, eine befestigte Stadt an der Wolga in der Statthalterschaft Astrachan im asiatischen Rußland. Von der Wolga bis an den Don ist hier eine starke mit hinlänglicher Besatzung von donische» Kosaken versehene Linie angelegt, welche dir zarizinschc Linie ge- nannt wird. Da, wo die Linie ist, wollt« Peter der Große einen Canal graben lassen, um die Wolga und den Don zu verbinden, welcher aber»tcht zu Stande kam. Hier befindet sich seit bei» Jahre 1774 eine Woiwodkti- Kanzelley— Oberhalb der Stadt, zwischen den Bachen obere»nd untere Metichetna, gegen die Wolga zu, sind Uederdleidsel einer zerstörten lariarischen Stadt zu sehen,„nd besonders die Mauern einer viereckigen Festung... Zarow Zbaraz Zarow, f. Sorau.^ Zaslaw, eine Stadt, und der Hanptort eines HrrzogthumS am Flusse Horyn in der Woiwodschaft Wolhyn in Klein, pohlen. Zasmuky, ein Marktflecken im Kancrzi- mer Kreise in Böhmen, welcher den Grafen von Skcrnbrrg gehört. Bey demselben liegt ei» Franciscanerklosler. Die Kaiserinn Königinn Maria There. fia hüt bey diesem Orte jum Andenken des im Jahre 17^7 über die Preussen bey Chotzemitz ersochienen Sieges eine schöne Kirche erbaue» lassen. Zaketz, s. Saatz. Lauditz, ei» offenes Städtchen mit einer katholischen Pfarrkirche in dem preii.si. schen Antheile an dem Fürflenthume Iazerndorf in Obcrschlesien, bey wel- chem man ein fettes Ackerland an» trifft. Zaue, eine Stadt in der Provinz Dahi. stan in Ostperfien in Asien. Zavelstei», ein Städtchen auf einem Ber. gc im Amte Calw im Kerzogthmne Wurtemberg im schwäbische» Kreise. Zu demselben gehört der darunter in einem engen Lhale liegende Weiler Dey. nach, durch welche» das Flüßchen Dey. nach fl>«ßt, und welcher wegen seines guten und lieblichen Sauerbrunnens be- rühmt ist. Zawichost, Sawichost, eine kleine Stadt mit einem Schlosse an der Weichsel in der Woiwodschaft Sandomirz in Klein, hohlen, in welcher sich ein kleiner Ca. stell»" und ein Nonnenkloster befinde». Im Jahre r20L wurden hier die Aus- s-n geschlagen. Zamskezyn»der Zaskezy".--»e Land. schasi i» der Woiwodichasl Plotzk m - Großvohlen, welche auS drey Distrikt ereil deiieh«. i-Gdz'na, s- Zauow. ^Zharaz eine Sradt und der Hauplort eines HerzoglhümS im Lemberger Krei- Zdieow Je blitz 71L fe im Königreiche Kalizien. Zm Jahr» 1649 hatten hier die Pohlen ei» Lager, in welchem fie von den Kosaken und Tariern eingeschlossen wurden, und große Noth ausstanden. Zbirow, ein Mark flecken im Beraunce Kreise in Böhmen, nebe» welchem ein Schloß liegt, welches auf einem Berge von schönem Jaspis steht. Es ist eine königliche Herrschaft, in welcher sich »4 hohe Otfen befinde». Das hiesige Glaswerk ist eines der berühmtesten im Lande. Zborow, eine Stadt im Lemberger Kreise im Königreiche Galiziea, bry welcher im Jahre 1649 zwischen den Pohlen auf einer, und zwischen den vereinigten Kosaken und Tarlarn auf der andern Seite ein scharfe- Gefecht zu« Nachtheile der Letzten vorfiel, wel. che 10000 Mann einbüßten, den Tag darauf aber ein Vergleich getroffen wurde. Zduny, eine mit Maner» umgcbene ade- lige Stadt in der Woiwodschaft Kalisch in Großpohlen, in welcher sich eine evangelische Kirche befindet. Zeal, f. Ycll... Zcdcn, Libimum majus, eine königlich« Frrystadt am Flusse Tarifs in der Scha- röscher Gcspari-chaft in Oberungarn, welche sich im Jahre 1604 an die Bot«, kayfchcn»nd ii» Jahre ,66^ an die Türken ergeben mußte. Zedid, eine Siadt»n glückliche» Arabien in Asien, welche der Sitz einer muhammedanischrn Akodenne ist. Zechine, der Nahme einer veneiianischeri Goldmünze, welche 22 venctian'sche Lwe,»der 2^ Reichethaler Convcniious- g-ld hält... Zechlin, ein königliche« Amt uii. ,^ercken ,» der Prignitz in der Ehue mark Braa. drnburg>m oversächfischen Krrife. Z-dlitz,«in Dorf im Fürstenih>m« Schwridnitz in Niedrrschlesien, in des. Z«« k«» t fen Gegend bey dem Mannbusche im Jahre 1)76» die preussischen Feldjäger i» einem Ueberfalle der Oesterreich» viel« Leute einbüßten. Zeelmkd, oder Seeland, eine von den stehen Provinzen jn den vereinigten Niederlanden, welche aus lauter Inseln besteht, die von den Armen und Ausflüssen der Scheide gemacht, und de zeuwsche Strömen genannt werden. Gegen Norden hat st« Holland, gegen Osten Brabant, gegen Süden Flandern, und gegen Westen die Nordsee zu Grenzen- Wider das ungestümme Meer werde» dje Insel» Walcheren und Schon- wen an ihrer westlichen Seite durch Dünen oder Sandhügel, an der andern Seite aber. so wie alle übrigen Inseln, durch große Deiche verwahrt, welche unten wohl 2L Ellen, oben aber so breit find« daß zwey Wagen neben einander fahren können; und dennoch gehen die Wellen bey hohen Fluchen und starken Sturmwinden an manchen Oe. ten darüber weg. Ihre Anlage ist sehr kostbar gewesen, und ihre Unterhaltung ist eS gleichfalls. Obgleich die Einwohner der andern Provinzei,, und andere Fremdlinge, die hiesige Luft beschwerlich und ungesund finden, so genießen doch die Einwohner, welche darin ge. »oren»nd erzogen sind, eine gute Ge. fundheit. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist groß. Unter den Getkeidearten, welche hier wachsen, ist der Weizen von vorzüglicher Güte. Die hiesige Färbevrö. ihe, oder der Krapp, welcher häusig .Fkbanek wird, ist berühmt. Ausder Insel Schouwen allein bauet man jährlich rtipa 200000c» Pfund, und zu Zirkzee die beste. An guten Baumfrüchten feh- ^ der guten Weide A d>« Viehzucht sehr gut, vornehmlich ^er ,st die Schafzucht ansehnlich. Die Strome. weiche diese Insel umgeben, stnd rrrch an Zischen, Austern, Kreb- ,2 e H Le« 3 ehd 1 n ick fen, auch großen und blanken Muscheln; man hat also einen Urbeistuß an Lc. benSmittel«. Hingegen fehlt es an Brennmateriei,, und besonders am Torfe, welcher a»S andern Provinzen zugeführt, und theuer bezahlt werden muß. Man brennet auch viele ciiglgndifche Steinkohlen.— In dieser Provinz sind n Szädte und t,o Flechen und Dörfer. Man zählt die hiesigen Einwohner unter die reichsten in den vereinigten Niederlanden. Der starke Sechandel, welchen sie treiben, und z» welchem sie alle erwünschte Bequemlichkeiten haben, hat vieles zn ihrem Vermögen beygetragen. Man hält auch dafür, daß die starke« Kapereien, welche sie zu KrirgS. Zeiten triebe», ihnen sehe Vortheilhast gewesen sind. Vor Alters war diese Provinz eine Grafschaft, halt« aber niemahls besondere Grafen, sondarn die' Grasen vo« Holland waren auch zugleich Grafen von Zeeland. Beyde Provinzen find auch j,„ Jahre tchgö zu- gleich an das burgundische Hang gekommen. Die Versammlung der Staa- ten von Zccland besteht aus 7 Mitglieder». Die übrigen Mitglieder der Staaten dieser Provinz sind die Deputirten der Stimme habenden Städte. Z„ der Dersqinmlung der Grneralstantcn sendet sie 4 Abgeordnete ab. Der rechte Arm der Scheide, welcher die Oostrr- Vchelde genannt wird, theilet dies« Provinz in zwey so genannte Quartiere ab, nähmlich in das Quartier an der Scheide Wester- Zehden, ein Amt und kleine Stadt an der Mnglitz i„ der Neumark in, Chur- furstenthume Brandenburg. Auf dem Berge vor der Stadt stand ehemahls rm Cistercirttsernonnenkioster. Zehdenick. ein Amt und Stadt an der Havel in der Ukermark im Churfürsteik- DMe Llra»d«>d«i, Außer-er Sradt- Zehent Aehnergrricht kirche befindet sich hier noch eine Klo, sterkirche„nd ei» adeliges Stift. Zu der hiesigen lutherischen geistlichen Juipe. «lion gehören zwölf Pfarrkirchen, Das adelige Seist besieht aus einer Domina und 6 Fräulein. Das Eisenerz, welches »Echicsiger Gegend auf einige. Meilen nm die Stadt her gesammelt wird, führe» dir Bauersleute zur hiesigen Schmclz- Hütten in welcher Bomben, Granaten, Kugeln, Mörser, Gewichie und andere Dinge gegossen werden. Zehent, ein Wort, welches besonders von solchen Abgaben üblich ist, welche von Feld und Garteiifküchre», dem zah- Nie» Viehe, der Wolle, dem Weine u. s. f. in Natura gegeben werden; da denn diese Abgabe von Alters her„nd noch jeSt am häufigsten in dem zehnten Individuum bestehet. Zehner, l) Eine Zahl, welche so viel Mahl zehn Einheiteu bezeichnet, als ihre Figur anSeutet, folglich eine jede Zahl, weiche in zusammen gesetzten Zahlen die zweyte Sülle von der rech» ten Hand zur linken bedeuler; im Gegensatz« der Einer, Hunderter u. s. f. L) Eine Zahl von 10 Einheiten als ein Ganzes betrachtet. So sind die Zehner -in einigen ein Grrichtscollegium von zehn Personen, welches auch das Zehaerge- richr genau»» wird. Auch der Kaiscrgro- schcn wird, so fern er zehn Pfennige gilt, und eine Münze von zehn Kreuzern an einigen Orten ei» Zehner ge- uai-nt. Z) Ein Individuum aus einem solche» Collegium von zehn Personen. Zcbncrgrricht, Consiglio di Dieki, ein hohes peinliches Grrich.'scollegium in Venedig, welches anszbhn Räthen, dem Doge. Und seinen ü Räthen bestehet. Der Doge hak darin den Vorsitz; doch habe» die Zehner auch ohne seine Gegenwart alle Gewalt. Sie halten bericht über alle öffentlichen Verbrechen, Aizfrnhr, übles Verhalten in öffrniki- « s l* h s-.^ Lekngep Zehr, ckm Acmtrrn, falsche Münfer, Mr». chclmoro, Ketzereyu. s. f. Alle Mona- lhe werden drey neue Präsidenten die- fes Gerichts erwählt, und es kann von demselben nicht appellier werden; da. her es wegen seiner Grrrnae grfürch. tet wir-. Die Werkzeuge dieses hohen Ger.chtS sind die z großen Staaisinqui- siloren, nähmlich 2 Räthe des Gerichts und rin Aa,h der Doge. Diese-rcp ha. ben eine so unumschränkte Gri»alt,da§ sie auch den Doge aus dem Wege ran- men können. Sie sind auf alles auf. merkiam, was den Staat angehet; da» her man in Venedig in Reden und Hand. lungen sehr vorsichtig seyn muß. Diese Inquisitoren haben auch überall ihre Spione, und die Schlüssel zu den«äst, cheu, in welche durch die offen,,, Rache» der Löwenköpfe im herz»,,l'chea Pallaste die geheimen Anzeigen geworfen werden. Das ganze Collegium ver» sammelt sich wöchentlich nur ein Mahl; die Präsidenten aber kommen öfters zusammen. Zehngrrichke oder Bund der Zehngerich. te, einer von den drey Bünden der Graubündner in der Schweiz, welcher gegen Morgen und Mittag amdrn Bund des Hauses Gottes, gegen Abend an eben denselben und an die Grafschaft Sqrgan«, gegen Mitternacht an eben dieselbe, an das Fürsienthnni Neuliech. tcnstein und an Tyrvl grenzt. Er ist der kleinste unter den drey Bünden. und besieht aus 7 Hochgerichten. Das Haupt desselben wird der Bundeslandaminaa genannt.. Zehre, ein Fluß in der Altmark im Ebne. sürstenthnme Brandenburg welcher zu Cossebau aus einem Bruche entspringt, sich bey Bomerzin mit dem Sandgra. be«, der in Biribaum enrsieb« und durch den aulonschen See fließt, vereinigt', »nd bey dem lüneburgische« Städtcher Gartow in die Elbe fällt. Zell Zemlis 718 Zeibo Zeit» Zcibo, eine Stadt an der südlichen Küfle der Insel St. Domii'go in Westin. dien, welcher von Spanien bewohnt wird. Zeit, ein Amt und Städtchen am Mayn iin Hochstifte Bamberq im fränkischen Kreise, welche- im Jahre 107t an dar Blsthum kam. Zeüern, Zeidlsrn, ein Markt und Schloß in» Kreise ob dem Wiener Walde im Lande unter der En- in Oesterreich. Er wird schon vom Kaiser Ludwig I. im Jahre 8-tZ angeführt, und harte damahls schon ein Bisthnm. Zeyihayn, ein Pfarrdorf im AmteGro. ßenhayn im meißnischen K> eise im Chur- fürsteiithume Sachse», welches zu dem Ritlergnie Grödel gehört, und wegen des Lustlagers berühmt ist, welches König August ll. im Jahre 17^0 hier an. stellte, und L Millionen Reichsihaler gekostet haben soll. Zum Andenken desselben sind Schaumünze» geschlagen, und eine prächtige Vorstellung davon und die dabey vorgefallenen Uebungen der Truppen in Kupfer gestochen worden. Auf dem Playe, welcher zu diesem Lager und zu dru Bewegungen des Kriegsheers gebraucht wurde, sind sehr große Pyramiden errichtet. .l uvn, eine Stadt am Meerbusen gleiches Nahmens in Thessalien«n Grie. chenlanö. 'ritz, ein fürstliches Lustschloß im fürstliche» bernburgischa-, Aiuhrile am Für. stenthuine Anhalt im obcrsächsischni Kreise. ZesH, Lira,«in Amt und schrisk-'Wge Siadt an der Elster im Stisie Raum- bürg- Zeitz in, thüringische,, Kreise im SHUfsüestensbume Sach-«n. Hier best,,- der sich ei» Schloß,«vel-ches Mor-tz- burg genannt wird, eine Kirche, der S-? dex Grisks-egte-img, d«e Kammer »i-td das Eonsistormm, eine Superin. teitdentur, außer der Stifiskrrche noch brey andere Kirchen, und eine Fery- schule. Ueber Ließ trifft mau hier auch eine Tuchmanufaciur an. Nicht weit von der Siadr stand das BeneLickiner» Kloster Bosan. Zell am Hammcrbach, eine kleine freye Reichsstadt i» der Ortrnau im schwäbischen Kreise, welche der katholischen kcbre zugethan ist. Zoll im Hamin, ein Amt und eine kleine Stadr an der Mosel im Erzstifte Trier im churrhcinischen Kreise, in weicher sich ei» Decamit b-siuSit. Zell, eine kleine Stadt im Zillenihale im Erzstifle Salzburg, b y welcher sich ein Goldbcrgwerk befindet, welches aber nicht reich ist. Zell. s. Cell. Zdü, ei» Benebictiner- Nonnenkloster, im EichSfelde welches Cburmaiiiz ge. hört, und eine Aebtiffinn nebst einem Propste hat. Zell, s. Liebenzell. Zettenberg, ein Amr und Städtchen mit einem verfallenen Schlosse in Ober. elsaß. Z llersee, ein See an den schwäbischen und schweizerische» Grenzen längs dem Rhein unke» halb dem Constanzersee. Ze-lin, ei» Marktflecken, und königliches Amt aus beyde» Seiten der Oder in der Nenmark im Churfürsteiuhume Brandenburg. Zemlln, Scmltn, ein Marktflecken beym Aii-fluff- der Save in die Donau u-- wistk Belgrad in Slavonien. Er war ehemahls ein geringer Ort; da aber Belgrad unter iurkischer Borbmäßig. keir gerieih. haben die meisten christli. chru Familien diese Stadt»ach iia- nach verlass n und sich hierher zu wvh. nen begeben. Weil diesen Ort alles berühre» muß. was so wohlauf der Donau, als auch zu Lande a»s der Tür. key und Levante über Belgrad nach Wien geht, so ist ein Gesuudheilsralh Zrmpli» Zepitsch verqrdnct worden, um zu verbuchen, daß d-e Pest„ichr aus der Levance nach Ungar» u»d Oesterreich gebracht werde. Dieser Gesundheit-rath läßt alle türkischen und morgeuländischrn Waare», ja sogar alle Handbriefe öff- u>n, beräuchern,»nd etliche Tage an die frische Luft^legcn; alsdann wird sei» Siegel aufgedrückt, und die Sachen werde» weiter versendet. Hier müssen auch alle Reisenden die Hälfte der Quarantäne halten; die zweyte Hälsre muss Z Stünden von hier, zu Panorka, gehalten werden. Zemplin, s. Srmpfner Gespanschuft. Zklionberg, ein Schieß im Viertel Eisch oder Eiichland in Tyrol, auf welchem die alte» Lande-fürsten von Tyrol gewohnt haben. Zeiit, ein nur noch in Franken und Ober- deutschland übliches Wort, so ivohl die Gerichtsbarkeit als auch den Gericht-, bezirk zu bezeichnen. In Ansehung der Gerichtsbarkeit aber kommt es vornehmlich in folgenden Fällen vor: i) Eine jede Gerichtsbarkeit; daher man selbige an einigen Orten in die hohe und niedere Zent abtheilet. L) Am üblichsten ist eS von der höher» oder p.inlichen Gerichtsbarkeit, welche vermuthlich zu verstehen ist, so fern die Zent absolute und allein gebraucht wird. Z) In, engsten Verstände wird in manchen Gegenden noch ein Unterschied gemacht unter den Hals« oder FraiSgerichlen und der hohen Zent; da denn die Letz. lere nur die vier Fälle, Mord, Dieb- stahl, Brand und Nothzucht unter sich begreift Zentha, ein Marktflecken in der Bodroger Gespanschaft i» Niederimgarn bey welchem die Türken im Jahre 1697 eine große Niederlage erlitten. Zepitsch, ein Schloß und eine Herrschaft am Zrpilschersce und am Flusse Ars« im österreichische» Antheile an Hi- (IV. Band.) Zepterlehen Zernotz 7^ flerreich, wo eine ungesunde Lust herrscht.° Zepkcriehen, in dem deutschen Staat-, rechte ei» Reiche-lehen, welches von dem Kaiser veiniittlst des Zepters verliehen wird; dergleichen denn alle geistlichen fürstlichen Lehen sind; dageaendie wcMichei, fürstliche» Lehen vccmitrelst einer Fahne verliehe» werden. S. Fah- ncnlchen. Zrrbst, 8srvekL, ein Amt und die Haupt, und Residenzstadt im fürstliche^ zerbsti. schc» Antheile am Fürstenthnme Anhalt im vbersächsischeu Kreise. Die Stadt liegt an der Nute auf einem ebenen und etwa- sandigen Boden, ist die größte n»d ansehnlichste im Fürstenth»- me Anhalt, und zählt über 6o»c» Einwohner. Das fürstlich- Restdenzfchloß ist sehr ansehnlich, und vomJahre»üz, bis zum Jahre ,696 erbauet worden. Hier gibt e- zwey lutherische Kirchen, eine reformirte Kirche, ein dem ganzen hochsürftlichen anhaltischen Haufe gc. meinschaftlicheS Gymnastnm, noch eine lutherische und eine reförmirte Schule, und ein Waisenhaus. ES befindet fich hier auch eine Gold- mid S-lbermanu. faetur, und es wird auch unechte- Porzellan verfertiget; sonst aber har die Stadt vom Bicrbraue beträchtliche Nahrung. Der Stadtraih besteht aus Mitgliedern beyder evangelischen Kirchen. Der ehemahlige Schöppenstuhl ist im Jahre 1^72 mit dem Rathe vereiniget, und z» gleicher Zeit da-Nehm» oder Criminalgericht aufgehoben worden. Diese Stadt ist sehr alt. Im Jahre IL06 brannte fast der dc»ke Theil derselben ab. Zernotz, Zernowitz, ein Marktflecken in einer bequeme» und fruchibaren Gegend am Flusse Gra» in Niedernngarn, welcher besonder- wegen seine- guten Brote- bekannt ist, welches drn benachbarten Orten verkauft wird. Yyyy Zeyi 72s Zcs französischen Kriegsherr«« rine Convention geschlossen, welche aber nicht zu Stande kam. Zcvenwoldcn, eines von den drey Quartieren, in welches die Provinz Fries- land in den vereinigten Niederlanden eingetheilt ist. Es grenzet gegen Westen an Westergo, gegen Norden an Oostergv, gegen Osten an die Landschaft Drenihe, und gegen Süden an die Provinz Overnssel und an die Sü- dersee. Ucbrigens tst es wieder in ro Theile getheilt. Zeyl, ein Marktflecken, Schloß und Graf- schaft am Flüstchen Aitrach im AIgöw i« Zeyst Z i« schwäbischen Kreise, welche zwischen der Grafschaft Wurzgch und der Le»t- kirchec Heide liegen. Diese Herrschaft hatte vor Alters ihre eigenen Grase», welche im dcepzchnten Jahrhunderte onsstacbeiz, worauf ste vom Kaiser Ludwig aus Bayer» an Johann Truch- ftß von Woftburg verpfändet,»om Kaiser Carl!V. aber diesem Hause als ein MannSlehen überlassen wurde. Zeyfi, ein in einer angenehmen Gegend liegendes Dorf in der Provinz Utrecht i« den vereinigten Niederlanden, bey welchem ei» Castell steht. Es gehörte dem gräfliche» Hanse Nassau; ist aber von demselben im Jahre 1746 an ei. nen Amsterdamer Kaufmann, Nahmens Schelliuger, verkauft worden, welcher es den vereinigten evangelischen Brudern einräumte. Das Castell besteht aus einem Hauptgebäude und 2 Flügeln. Von demselben geht eine Allee auS, an welcher für evangelische Bruder und Schwestern zwey große viereckige Höfe angelegt, und mit schönen Ge- bänden von Backsteinen gebanet wurden. Die Handwerksleute, welche darin wohnen, machen allerley gute und schöne Arbeiten zum Verkaufe, und die gewirklen, genährten und gestickten Arbeiten des Frauenzimmers sind nicht weniger schön. JiN Dorfe selbst wohnen auch evangelische Bruder. Zhorname!, s- Tfcherneml. Zia, Cia, Cea, Geoa, eine ihrer Frucht, darkeit, Weide und Feigen wegen bey den Alten berühmte Insel des Archipelagus. Die Stadt Zia, welche der Insel den Nahmen gibt, liegt au einer Anhöhe, und in der Ge- geud der ehemahligen Stadt Karlhäa, v von welcher sowohl, als von der alten Stadt Julius, die Trümmer noch übrig find; welche lehren einen ganzen Berg » emüeb neu. Rahe bey diesem Drie sind die Uebcrreste eines prächtigen TcmpelS ZiegcnhalS Zie^enzig 72t zu sehen. Ucbrigens ist Z,a der Sitz eines griechischen Bischofs, und hat er. neu Hafen, welcher an der»ordwestli. chen Seile der Stadt liegt, und die größten Schiffe einnahmen kann.' Aigenhals, eine kleine Stadt am Flusse Bielau, im Fürstenthume Neyß im preussischen Dberschlessen, welche eine katholische Pfarrkirche hat, und wegen des schönen Glases, das daselbst verfertigt wird, bekannt ist. Im Iah. re 1428 wurde ste von Le» Hussiicn, und im Jahre ,44; von Wilhelm, Herzog zu Tcoppau, verwüstet; im Jahre 1^60 aber brannte ste ganz ab. Bey derselben befinden sich Eiseuhäm- wer. Ziegeuhayn, ein Amt und die Residenz, stade der ehemahligen Grafschaft glei- ches Nahmens in Niederheffen im ober- rheinische» Kreise. Sie liegt in einem Moraste, ist ganz von der Schwalm umgeben, enthält ungefähr Zoo Häufte, ist wohl befestigt, und hat zu einer regelmäßigen Festung gemacht wer. den sollen, welches aber unterblieben ist. Das alte Schloß hat Landgraf Mo- ritz verbessert mid vergrößert. Hier befindet sich das gemeinschaftliche Archiv des fürstlichen Hauses Hesse», und eine fürstliche Stutercy. Im Jahre 17L7 wurde die Festung den Franzosen ein. geräumt; im Jahre 17Ü0 aber von denselben belagert und eingenommen. Im folgende« Jahre darauf belagerieir sie die Alliirlcn vergeblich, wobey die Stadt sehr beschädiget ward. Zirgenrück, ein klein« Stadt und Amt an der Saale im»eustädtischeu Kreise im Chiirfürstenthuiue Sachsen, wel. che Sitz und Stimme auf den Landtagen hat. Zftgesar, s. Zirsar. Zieienjig, eine kleine Stadt an Lcr Poffe in der Neumark im Cdursürstenlhuuue- Brilndkiihurg, i» welcher sich Tuch-» Dphh-r« ZillertSal Zimmer« Zinnwald Zirrrnb niamifac«ure» befinde». Sir kam im Jahre 1244 an die Tempelherren, nach. mahls aber, nebst andern Gütern der. selbe» an den Johanniterorden. Zierenberg, ein Amt und Stadt in Nie. derheffe» im oberrheinischen Kreise. Die Stadt liegt zwischen dem Dorn. berge und Behrenberge auf einem Hü. gel an der Warne, über wrlche eine steincne Brücke führt, und ist sehr oft durch das Feuer verwüstet worden. Das Amt enthalt fünf hohe Berge, nähm. lich den Dörnberg, Behrenberg, Schreck, lcnbcrg, Gudenbcrg und Valkcnberg. Zicsar, Ziegesar, ein königliches Amt, Städtchen und Schloß im Kreise gleiches Nahmens im Herzogthume Magdeburg in Niedcrsachsen. Auf dem ley. ten wohnten ehemahls die Bischöfe zu Brandenburg, welchen dieser Ort gleich bey der Stiftung des Bisthums ge> schenkt wurde. Hier gibt es eine re- formirte und eine lutherische Kirche. Zigeuner, der Nahme eines herum strei. senden ausländischen Gestndels, wel. ches bald nach dem Anfange des drey. zehnten Jahrhunderts in Deutschland und in dem westlichen Europa bekannt ward, aus den östliche» Gegenden kam, und aus Aegypte» herstammen wollte; daher sie in manchen europäischen Sprachen auch Aegyptier genannt werden. Einigen neueren Entdeckungen zu Folge soll dieses Volk von der indosta- nischen Grenze herstammen. In Un. gärn bat man die Zigeuner jetzt ge. nöthiget, sich an bestimmten Orten auf. zuhalten, den Acker zu bauen, und den Grundherre» eben das z» leisten, wozu andere Unterthanen und Bauern verpflichtet sind. Zillerthal, VnIIis Lil-rrinm, ein Thal im Viertel Unierinnihal in Tyrol, welches aber mit der salzburgischcn Ge. richlsbarkcit sehr vermischt ist, und in welchem sich gute Eisenhütten befinden. Zimmrrwerst, der Ort, wo Schiffe ge- baner werden. S. Werft. Zlkigst, eine Insel im Fürstenthume Barlh im schwedischen Antheile a» Vorpsm« mern. Sie liegt zwischen der Ostsee, und deut barthtschen Binneuwasser, und wird durch den Prervtver Strom von dem Dar; abgesondert. Ehemahls wurde sie»och durch einen ander» Strom, Nahmens Straniake, durchschnitten, dessen Mündung gegen die See aber im Jahre>62^ in einer großen Was- ferflulb durch Sand verstopft wurde, worauf sein eigenes Wasser in dem bar, thischcn Binnensee versiegle, und beyde vormahligen Inseln mit einandee ver» einiget wurde». Zinna, ein königliches Amt und Kloster, im Lnckenwaldischen Kreise im Chur» fürstcnlhitme Brandenburg, welche sonst auch zum Herzogkbume Magde» bürg gerechnet werde». Im Jahre 1664 verabredete,1 sich hier dw Churfürsten zu Brandenburg und Sachsen, daß sie die Mark Silber z» 104 Reich-thaler, oder z»>L Gulden 4L Kreuzer ausmünzen, nnk> den Thaler auf 1 Gulden 4L Kreuzer erhöhen wollten; welches der zinuaische Münzfuß genannt wurde. Zinna, eine neu angelegte Stadt bey dem erst gedachte» Kloster, welche im Jahre 1778 schon 64L Seelen zahlte. Zinnwalst, ein Beeaflrckru an der schlefi. scheu Grenze im Leutmeritzer Kreise in Böhmen. Er kann in den böhmischen und sächsischen Ztunwald abgetheilt werden. Jeder theilt sich wieder in den vorder»»»!> Hintern, und an beyden Seite» haben jetzt der Fürst von Lob- kowitz in Bilin, der Graf Clari von Töplitz, und der Rath zu Graupen Theil. Der vierte Tbeil des ZinnwaldeS steht unter adelig r-bünauischer Herrschaft zu Lanenstti.'i und Weesenstei« im chursächsischen Amlc Ptrna; und der Zipfer- fünfte gehört unter dem Nahmen S. Georgenfeld in das chursächsifche Amt Altcnberg. Das hiesige Zinnbergwerk ist sehr ergiebig. Zipser Gespanschaft, eine Landschaft in Oberungsrn, welche ,0 geometrische kNrilcn lang, und 6 Meilen breit ist, und ungefähr 2g Meile» im Umkreis« hat. Sie ist fast ganz bergig und waldig; doch gibt es hin und wieder, besonders in der Mitte, eine angenehme Ebene, fruchttragende Aecker, Wiesen, und fischreiche Flüsse. Das karpathischc Ge, birge ist hier am höchsten: außer demselben sind noch verschiedene Berge merkwürdig, nähmlich der Ochsenberg, der Königsberg, welcher seinen Nahmen vom Könige Matthias CorvinnS bekam, der im Jahre 1474 auf demselben speiste, derMagura, der Ihm, der Rederg oder Ränbcrberq und der Bransko. Die Luft ist hier zwar kalt, aber gesund. Wein wachst hier nicht, wohl aber Getreide, Weizen, und bc. sonders gute Gerste, welche die beste in diesem Theile von Ungarn ist. Erbsen wachsn hier auch sehe gut; und auf den Flachsbau legt mau sich gleichfalls stark. Die Viehzucht ist auch gut. Von wilden Thieren findet man Bären, Luchse, wilde Schweine, Damhirsche, Wölfe, Füchse, Miirmelchiere, Hase» und vornehmlich Gemsen, welch« aber schwer z» fangen sind. Hirsche, Marder, und Biber gibt es hier nicht. Auf die Bergwerke legen sich die Ein- wohner nicht viel, weil ihnen der Acker, bau bequemer ist; indessen wird doch Kupfer und Eisen gegraben. Die Ei», wohner sind deutsche und böhmische Slave», die Edelleute aber Ungarn. Die Grafschaft ZipS kam unter Ferdinand III. an die Csaky, und kurz vor dem Jahre 1671 theilten sich die Bruder Franz- und Stephan in dieselbe. Der Autheil des Erst n ward im Jahre 167, Zipserhaus Zirksee 72^ an die königliche Kammer gezogen, weil er an den lökLlischen Unruhen, Theil nabm, und dem andern Grafen ward im Jahre 1690 seines Bruders ehe,nah«, ger Theil der Grafschaft überlasten; er trat aber an die königliche Kammer fein Recht a»f dir Hälfte des schmöl. tiiyer Bergwerkes, nebst den Oertern Schmölnitz und Siroß, und seine Hälfte des Marktes Schwedler ab. Man theilt diese Gespanschaft in den größern oder untern, und in den obern Sitz. Die Obergespanswürde besitzt das gräfliche Hans Ciaky erblich. Das Schloß Zipserhans, ehemahls Scepus, 8cs- pultenfir srx, von welchem bie Ge- fpanschaft den Nahmen führte, liegt auf einem steilen Felsen, und ist von Natur und durch Kunst fest; die Mauern aber sind dem Einfalle nahe. Johannes von Zapolva ward auf demselben gebore». Im borikaischen Kriege im Jahre 1604 hielt es eine Belagerung aus. Im Jahre 170z würbe es von den Ra. kotzianern erobert; im Jahre i7ioabcr ihnen wieder entristen. Es gehört jetzt den Grafen Csaky. Unter demselben liegt der Marktflecken SzeprS Varallja, und nahe dabey auf einem Hügel das Capitel dcr Domkirchc des heiligen Martins von Szepus, welches seiner Gebäude wegen einem Städtchen ähnlich siebt, und wo auch die Jesuiten ein Gymnasium hatten. Nicht weit von hier befindet sich eine versteinernde Duelle, und in einem Berge nebe» dem Schlosse eine Höhle, in welcher das Wasser im Winter flüßig ist, im Soin- mer aber gefriert, so daß man daraus Eis hohlft, um das Getränke zu er- frischem Ziklfdin, Ainaiisirifdi», die Hinwirkt des FürsteiilhiiinesOman im glückliche» Arabien in Asien, welche am Ur'pru». ge des Flusses Peim liegt. Zirksee, die vornehmste Stadt auf der 724 Ziel ZisterSdorf Insel Schouwrn in der Provinz Zee- la>- in den vereinigten Niederlanden. Sie ist unter den zeeländifchen stimmehabenden Städten dem Range nach die zweyte, und zum Seebaadcl wohl gelegen; weil sie, mittelst des neuen Hafens, mit der Ostcrschelde Gemeinschaft hat, daher auch der Handel hier noch gut blühet. ES gibt hier zwey holländische reformirte Kirchen, eine französische, eine lutherische, eine mennonitische, und eine katholische. Hier wird viel Salz gesotten, und viel Meth gebrauet. In der Stadt findet man verschiedene Brunnen, in welchen Austern aufbehalten werden, und man hat auch hier Bänke, auf welchen sie sich fortpflanzen, und nach Holland und andern Ländern verschickt werden. Uebrigeus wird Zirksee für die älteste Stadt in Zeeland gehalten, und hat viele UnglückSfäÜe erlitten. Zirl oder Cirle, Lireola, ein Dorf am Flusse In» im Viertel Oberinnthal iu Tyrol, zwischen welchem und dem Mar. tinsbcrge sich der steile Felsen Martinswald befindet. auf welchem sich Maximilian I. bey allzu hitziger Verfolgung einer Gemse dergestalt verstiegen ha- bei, soll, dass er nicht anders, als durch Hülfe und Führung eines Engels, aus der augenscheinlichen Todesgefahr habe befreyei werden können; daher er auch an dem gefährlichen Orte, wo er stand, ein hölzerne- Kreuz errichten ließ, welche« 4» Fuß hoch ist, und neben welchem die Bilder Johannes und Maria in Lebensgröße stehen; wiewohl das Kreutz der Höhe des Felsen wegen von unten auf kaum 2 Schuhe hoch zn seyn scheint. Aistersdorf, ei« Städtchen mit einem Schlosse im Kreise unter dcm Mann« hartSberge im Lande unter-er EnS Oesterreich- welches den Grase« Zither Zlabing-s von Althan gehört. Im Jahre 1704 wurde eS vou den aufrührerischen Ungarn sehr verwüstet, und im Jahre 1774 brannte es ab. Zither, ein musikalisches Saiteninstrument, gemeiniglich mit vier Chören Saiten, welche« eigentlich eine unvollkommene Laute ist. Zittau, Zittawa, die dritte unter den Sechsstädken des MarkgrafthumS Ober» lauf.tz. Sie ist nach Leipzig die beste Handelsstadt i» den chnrsächsischeu Lande»,»nd nach alter Art befestigt, zählt 1 tooo Einwohner, treibt betracht, lichen Handel mit Tüchern, Leinwand und blauem Papiere, und enthält innerhalb den Mauern 2 Hauptkircheu, ein Hospital, einen Rathsdüchersaal, ein gute« Gymnasium und Waisenhaus, außerhalb aber Z Kirchen, ein Hospital mit einer Capelle, und noch zwey Hospitäler. Im Jahre brannte sie größten Theils ab, und nachher hat sie noch manche« widrige Schicksal erlitten. In den Jahre» 17^6 und 17L7 litte sie und die darin gelegenen Preussen von den Orsierreicherii viele Anfechtung, und wurde auch im letzt gedachten Jahre den Preussen abgenommen. Dnrch die viele» von denOester- rcichern hinein geworfenen Feuerkugeln und Pechkräuze wurden L<>4 Häuser eingeäschert, wobey auch viele Einwohner umkamen, und nur iZg Häuser stehen blieben. Unter den abgebrannten Gebäuden waren dir zwey Hanplkiechen, da« Waisenhaus, das Gymnasium, daSRath- hauS, und die Wage; die böhmische Kirche und die Aathsbidliothek aber verschonte das Feuer. Ziwilsk, eine Stadt am Flusse Ziwil in der Skatthallerschaft Kasan im asiaii- scheu Rußland. ZlabingS, Slawyuitz, eine sehr alle- Stadt im Jglauer Kreise ,'n Mähern, wklchr»0« den Slayen eibaüdi Zlatiia Zobt.cn Z^atna, s. Zalatna. Znapm, eine königliche Stadt im Kreise gleiches Rahmens in Mahre«. Sie liegt in einer angenehmen Gegend auf einem Berge, an dessen Fuße die Taya fließt, ist wohl gebauet, und enthält außer 4 Klöstern ein Schloß, welches den Freyherren von Debli», als ein böhmisches Lehen, gehört, und wovon sich der älteste des Hauses einen Burggrafen nennt. Im Jahre 14^7 starb hier Kaiser Sigismund. Znio, ein Schioß in der Thurotzer Ge, spanschaft in Niederungarn, welches ehemahls Thuroy hieß, und im Jahre »2L2 der Sitz einer Pcopstey der heiligen Jungfrau Maria ward, welche von Ferdinand II. nnd III. den Jesuiten zu Tpryau eingeräumt wurde, die ein Collegiiim daraus machten. Unter dem Schlosse liegt der Marktflecken. Znio-Varallja, welchen die Slaven von dem ehemahligen Jesuiten-Collegium, welches in demselben war, Klaschtor, Kloster nennen. Zobel, der Nahme einer Art Felle, welche aus den nördlichsten Gegenden zu uns komme», und nächst dem Hermeline das kostbarstePelywerk sind. Zobelberg, eine Herrschaft mit zwey Schlössern in Mittelkrain, welche von den Mardern, welche hier häufig gefangen werden, und den Zobeln ähnlich find, den Nahmen bekam, und den Grafen von Auersberg gehört. Zobteit oder der Zotten, 2c>btenÄ, ei- ne Stadt am Fuße des ZoblenbergeS im Fnrstenthume Schweidnitz in Nie. dcrlchlesten. Sie war schon im rüsten Jahrhunderte eine Stadt, gehört so wie die nah« dabey liegende Propstey Zlorkau den regultrten Chorherren Augustinerordens auf dem Sande zuBreS- lau, und hat eine katholische Pfarrkirche. Sie erlitt verschiedene Feuersbrün« sie, besvuderS im Jahre 174» da sie Zodzj-.zki Zörbig 72z.. ein paar tausend Tolpatschen nnd Pan, dnren, welche der Oberste Treuf an. fiihrie, nachdem sie bey diesem Slädt. chen von ein Paar preussischen Grena- diercompagnicn geschlagen wurden, plünderten und anzündeten, so daß eS fast ganz abbrannte. Zodziszkl oder Sodziski, eine Stadt am Flusse Wilia in der Woiwodschaft Wil- no im Großherzogthume Litauen. Zoblih, ein amtsässiges Städtchen im erz- gebirgischen Kreise im Chnrsürstcuthu- me Sachse», welches Sitz und Stimme auf den Landtagen hat, und dessen Einwohner sich vornehmlich von der Verarbeitung des hiesigen Serpentinsteins zu Krugen, Schalen, Thee-und Kaffehgeschirren, Mörsern, Becher«, Schreibzeiigen, BüchSchea, Pfeifen, Schmuckkästchen, Leuchtern, Lichlpu- Hen, Tadaksköpfen, Dosen, Spiel, und Nachttischen, und andern künstlichen Sachen, über dieß auch vom Handel mit Spitzen, Garn, Leinwand, und ander« gewöhnlichern Handihierungen, ernähren. Im Jahre 1774 brannte der größte Theil dieses Städtchens ab. Der Serpeiuinstrin wird gleich über dem Städtchen, und weiter gegen Morgen zu, gebrochen. Man hat rothen, welcher einer der allerschönsten ist, und daher auch von dem Landesherr» als ein Regale angesehen wird, gelben, grünen, braunen, grauen, und schwarzen. In dem chnrfürstlichcn rothen Bruche gibt es auch Asbest von verschiedenen Farben, und Granate». Zörbig, im gemeinen Leben Kleinzerbs! und Zippcljerbst, ein Amt und schrif- säffige Stadt im Leipziger Kreise im Churfi'irstenthnme Sachsen. An der Südseite steht ein Schloß, welches durch einen Graben von der Stadt abgesondert ist, eine eigene Capcll« hat, und welches Herzog August vom Jahre 169s bis zum Jahre 171^, nachher Zori ta /r6 Zoffingrn Aollikofen aber nach seine hinterlassene Mttwe u-r- Töchter bewohnte». Hier war i» alten Zeiten eine Burggrasschaft, und Graf Dietrich, an« den, Stamme Bulle,, welcher bis zum Jahre 982 lebte, hakte das Burzwerk Zurbiei oder Zör» big von seinen Aelter» her inne ge> habt. Diese Stadt hat oft großen Brandschaden erlitte». Zoffikitzen, lHuium, eine Stadt am Fiuffe Wigger im Argau in den deutschen Landen des CantonS Bern in der Schweiz- Sie hat ihre eigene Regie- ruug, welche aus dem kleinen und großen Rathe besteht, und dessen Haupt der regierende Schultheiß ist. Hier gibt es Manufakturen von Caltun und Nesseltuch, Cadrille, Scidenbaud und Flore«. Im Jahre 1296 brannte ste ab; in den Jahren 142Z und 1462 aber litt die obere, und im Jahre 1473 die untere Stadt großen Brandschaden. Zolkiew oder Zulki'ew, eine Stadt im Lemberger Kreise im Königreiche Ga- liziea. Zoll, ,) ein Längenmaß, welches unge. sähe der Breite eines starken Daumen gleich ist, und den zwölften Theil eines rheiuländischcn Fußes ausmacht. 2) Eine Abgabe für die Freyheit, durch «inen Ort, oder ein Gebieth zu reifen; da denn der Zoll so wohl von Person«», als Sachen, gegeben wird. Zvll-Engers, ein Städtchen am Rhein mit einem prächtigen churfurstlichea Schlosse iw untern Erzstiste Trier im chu? rdeimschr» Kreise. Zolükofeu,«in Landgericht im Eautsn Bern in der Schweiz-, unter welches die Psarrdörsrr Hiiidclbank, Brem- gaklrn an der Aren mit einem Schlosse, Krauchchal, Jegistorf, Grafenried, An,dach^ RayperSweil, Schöpfen-, Wolen, und Kilchlindach gehören. In der Kirche zu Kiadelbach sieht man von Lee kunstreichen Hand des geschickten Z 0 l n a Bildhauers Nrel oder Naht, theils das Grabmahl des Schulcheiße» von Erlach, theils das Denkmahl einer schönen und tilge,idhastea Frau, die im Wochenbette starb. Das letzte stelle von fern ein Grabmahl vor, welches um einem schlechten Stritte bedeckt ist; wenn mau aber näher tritt, erstaunt man über den Anblick einer Vorstellung der Auferstehung der Todten. Der Stein, welcher da- Grab bedeckt, ist durch ein Erdbeben geborsten, und duech die Oessüung siebt man die darunter begraben gewesene, und wieder lebendig gewordene Frau, welch« die Seligkeit, der sie entgegen eilt, voraus empfindet, ihr auch lebendig gewordenes Kind auf dem linken Arme trägt, mit dem rechten aber den geborstenen Grabstein i» die Höhe stößt, um au» dem Grabe heraus zu steigen. Zolna, Stieln, Zilina, ein Marktflecken in einer fruchtbaren Gegend in der Trenlschiucr Gespaaschast in Nicderuii- garu, in welchem die Jesuiten ein Cvl» legitim und eine Schule hatten. Zone, ein von Morgen gegen Abend ge. Header Streif auf der Erdkugel, so fern er durch die größere Wärm« oder Kälte bestimmt wird; das Ciima, der Erdgürtel. Die heiffe Zone ist der Erdstrich zwischen den zwey Wendekreisen; die gemäßigte Zone aber der Theil zwischen den Wendekreisen nach dem Po- larzirkekn. ZonS, Lonnnum, ein, Städtchen, mit , einem Schlosse am Rhein im Erzsti-st« Cötu im churrheiuifchen Kreise, bey welchem ei» Rheinzoll erlegt wird. Zoologie, derjenige Theil der Nalurge- schichte, welcher das Thierreich abhandelt. Zvrany, ein Städtchen und der Haupt»» ort eines Distriktes im Hcrzogchume, Schaniaiten i» Litauen. Zorika oder Zurita, ein großer. Flecks» Z uecra Zorndorf Zuck mantel unweit des Tajo im Königreiche Ncu- caftilien in Spanien, in weichem sich ein Peroral des Ordens von Calatrava befindet. Zorudptf, ein Dorf eine Meile von Küste»!, in der N uimark iiu Churfürsten- lhums Brandenburg, bey welchem im Jahre 17F8 zwischen den Preussen und Aussen eine sehr blutige Schlacht vorfiel, in welcher dir Russen den Sieg davon trugen. Zossen, ei» Amt und Stadt mit einem Schlosse an der Rotte im keltowfchen Kreise in der Mittelniark im Churfür- stenthnwe Brandenburg. Zokenbcrg, der höchste und vornehmste Berg im Fürstenihumc Schweidnitz i» Nicderfchltsien. Z'cheipütz, ein Rittergut und Dorf im Amte Freybrirq im thüringische» Kreise im Ck'iirfürsteuthnme Sachsen. Auf dem hiefigenBerge stand ehemahls das Schloß Weiff-ndurg, auf welchem der Pfalz- graf Friedrich von Sachsen rrstdirte, welcher im Jahre»oöL vom Landgrafen Ludwig dem Springer erstochen wurde, der nachher ein Kloster daraus machen ließ, aus welchem wieder ein adeliges Schloß wurde. Zschongrader Gespanschaft, f. Cfon- grader Gespanschaft. Zschopa», s. Lschvva. Zucarcllo, ein Flecken mit einem festen Schlosse und dem Titel einer Mark- grafschaft im Gebiethe der Republik Genua in Italien. Zuchthaus, eine Anstalt, in welcher la. strrhaftc Glieder der Gesellschaft durch Arbeit und Schärfe zu einem Pflicht- mäßigen Verhalten gewöhnet werden. Zuckinaniel, eine kleine offene bischöfliche Stadt im österreichischen Antheile am Furflentbume Reiß in Schlesien, bey welcher sich ein Bergwerk befindet, welches noch jetzt üti Kupfer, Silber (IV. Band) Zürich 727 Gold und guten Bergfarben ergiebig ist; allein man scheuet die Koste«, und die bischöflichen Einkünfte reichen nicht mehr zu, dasselbe zu bauen. Zurren, s. Giudccoa. Züllichuu, ein königliches Amt und Kreis, stadt in der Neumatk im Churfürsten, thunie Brandenburg. Hier ist der Sitz einer geistlichen Jnspection von r 1 Pfac- rsn. Uebrigcns enthält Züllichau nur LL0 Häuser, eine lutherische Pfarrkirche, eine lateinische Schule, nud eine im Jahre 1768 eingeweihete re» formirte Kirche; aber 4 große Vorstädte. Außer der Stadtmauer liegt ein königliches Schloß, welches mit Wall, Mauern und Grabe» umgeben ist, und von dem Amtskastner bewohnt wird. Ueber dieß gibt eS hier auch gute Manufakturen. Diese Stadt hat oft großen Brandschaden gelitten. Zülz oder Zülch. Liliciu> eine klein« mit Mauern umgebene Stadt, im Fürstenthume Oppeli, im preussische» Oberschlesten, welche eine katholische Pfarrkirche hat, und von vielen Ju. den bewohnt wird. Zucnzigu, eine Landschaft in der Wüste Sarah in Afrika, welche sich von Norden gegen Süden, von Biledul. gerid bis an das Land der Neger er. 'streckt; gegen Westen aber an dir Landschaft Zanhaga, und gegen Osten an die Landschaft von Terga grenzt. Züera, ein mit Mauern umgebener Flecken am Flusse Gallego im Königreiche Aragonieu im Spanien. Zürich, einer von den iZ Cantonen in der Schweiz, welcher gegen Norden an Schwaden, und an den Conto» Schafhausen, gegen Osten an dar Thür« gau, Toggenburg und Utz-iach, gegen Süden an die Stadt RapperschweU und an die Cantvne Schweiz und Zug Zrn Zürich 72z Zürich und grgcn Westen an dir freye» Äem- ier und an die Grafschaft Bade» grenzt. Dieser Canton enthält Berge, Thäler, ebene Ländereyen, Accker, Weinberge, Seen, Flüsse, und allerley Gewässer, und hat alles, was zum Unterhalte des Menschen dienen kann. Durch das ganze Land wird Getreide qcbauet; es wird aber in bergigen und also kälteren Gegenden später reif, als in ebenen Feldern oder sonnenrcichea Thälern. In den bergige» Gegenden, welche an der östliche», südliche» und westlichen Grenze liegen, hat man ei- neu Varschmack von den fetten Alpen, und also einen Uebcrfluß an Vieh, Milch, Butter und Käsen. Nach dem Schafhauser Gebiethe und Thurgau zu gibt es viclenWein.welcher zwar anfäng. lich etwas rauh ist, aber nach dem Unterschiede eines Alters vvn mehrere» oder wenigeren Jahren milder, lieblicher und gesunder wird. Allenthalben findet man hier vieles und gutes Obst. Die merkwür- digsten hiesigen Mineralien sind: weiße Kreide, sehr guter Thon, fnchsrothe Erde, welche zur Glasur des irdenen Geschirres angewandt wird; eine nsch. farbene rauhe Erde, welche statt des Trip- pcls gebraucht wird,- eine Porzellanerde, aus welcher Fayance gemacht wird, und andere brauchbare Erdarten. Man hat ferner Steinkohlen. und Torf. Oberhalb Rüschlikoy und Kölch. hecg am Zürchersee ist ein Schwefelbrunnen, und an einige» andern Orten find periodische Quellen, welche die Hnngerbrunncn genannt werden. Der Rhein fließt auf der Rordseite des Can- tons, und nimmt hier vornehmlich die Flüsse Thür, Töß und Glat auf. Die Zabl der Einwohner in diesem Cantone, welche sich zur reformirten Religion bekennen, kann auf i/aooo geschätzt werden; dran er ist nach Bern der größte und mächtigste. Dw Regierung«, form ist aristokratisch. Du- Hauptstadt dieses Cantones heißt ebknfalls Zürich, liiurieurn, und liegt am Ausflusse des Zürichersees in einer lehr bequemen, angenehmen und fruchtbaren Geg.nd. Der Ausfluß des eben genannten Sees, welcher von seinem Anfange oben in der Stadt an, bis nicht weit unter derselben geht, und wo sich der Fluß Stll hinein ergießt, theilet die Siadt in zwey Theile, nähmlich i» die größere und kleinere Stadt, beyde aber stehe» vermittelst zweyer Brucken in Gemeinschaft. Sie enthält ungefähr izoo Häuser, gute Festungswerke, A wohl versehene Zeughäuser, und ungefähr eilf lausend und einige hundert Einwohner. Die hiesige» Kirchen sind: das große Münster, bey welchem steh ein Chorherren- fiifk befindet; die Pfarrkirche Frauen- müuster, welche die größte ist, und bey welcher vor der Reformation eine fürstliche Abkep für das weibliche Geschlecht war; die St. Petcrskirche, und die Predigerkirche. Die hiesige so genannte Akademie, oder das akademische Gymnasium, hat Professoren nnd 2 Collegien. Der sehr ansehnliche Stadibüchersaal und die öffentliche Münz- Kunst- und Naturalienkammer find in der so genannten Waffeckirche. Der Chorherrenbüchersaal hat viele seltene Handschriften. Ueber dieß ist hier auch eine physikalisch-ökonomische Gesellschaft, und ein chirurgisch-me- dicinisches Institut. Das anschenliche Aakhhaus ist im Jahr«>6yp völlig fertig geworden. Der so genannte Platz vor der Stadt, welcher mit einer langen Allee von Lindcnbaumen besetzt ist, und der erhabene Lindenhof in der Stadt, von welchem man eine anze- nebmr Aussicht hat, sind schöne und angenehme Spaziervrter. Dir Bürger- schuft ist in iZ Zünfte eingetheilt. A»S Liesen Zünfte» wird der große und kleine Rath besetzt. Hier gibt es auch grtte Manufacruren und Fabriken; denn man macht wollene Zeuge«nd Kreppe, Calamanke, halbseidene und halbwollene Erepon, halb- und ganz- seidene Schnupftücher, Jndienne, halbseidene Neuste, Tram- Orgaiizju-Florer.Stepp- inid Nähseide, Trrcenel, Tsffcnt, Sam- Met, seidene Strümpfe, Flor, baumwollene Sttümpsc Nesselt!,ch,«über und Golbdrath, nud Borten. Man gießt bibr auch Glocken, Kanonen und ander- Sachen. Die alte Stadt Hiuri- cum, welche vermntblich in dieser Ke. geud stand, ist durch dieAlemanrn zcr- stört worden. Züricher See. l-Zcu- lizurinus, einer der größten See» im oben ge- dach'-n Canlore und in der ganzen Schweiz, welcher gegen 10 Stunden lang, aber nur eine Stunde breit ist, und dessen östlicher Theil der Dbersec genannt wird. Auf demselben hat man eine»»gemein scheue Aussicht; denn vor sich erblickt man kleine Hügel, welche mit Äecker» und Weinbergen versehe» sind, und über dieselben erbe. bei, sich andere größere Berge, welche sich dem Äuge nach»nd nach entziehen, und zuletzt sieht man die böch. sten Glarnec Schweizer-und Bünhner Berge. welche beständig mit Schnee und Ms beleckt sind. Zwischen.«>» Städtchen an dem kleinen Äluße Eibe in der Grafschaft Waldeck im oberrheinisch-.» Kreike. in weichem die R> formirtcn ihre stärkste Gemeinde im hiesigen Lande habe». ZÜlphen, oder has Zülphen.che Quav- kier, eine ehemahlige Grafschaft, wel- - ehe jetzt ein Theil der Provinz Geldern i» den vereinigten Nnderlanben ist, - Mb gegen- Westen an die Betau und Velau, gegen Norden an Oberpsscl, gegen Dsten an das Stift Müustpr, und gegen Süden an das Hrrzoghu:n Eleve grenzt. An der westlichen und südlichen Seite, und zwar an heeAsscl und alten Assel, ist der Boden so gut, als irgendwo im Gelderlandc; aber ostwärts nach den münsterischen Grenzen zu besteht er bloß aus Moräste», Heide» und Gebüschen. Die Hauptstadt. Zttxlhen, 2utpiinnis, liegt am rechten Ufer der Assel, über welche hier eine Schiffbrücke geschlagen ist, und die auch hier die aus dem BiSlhume Münster kommende Borket oder Berkel auf. nimmt, welche die Stadt in zwey Theile abgetheilet, nähmlich i» die alte und neue Stadt. Jene ist weit größer al§ diese;;>i beyden aber kommt noch eine große Vorstadt, welche nach und nach auch mit i» die Ringmauer eingeschlossen worden ist, aber fast bloß aus L»st- bänsern bestehet. Die Stobt ist mit guten Festungswerken umgebe»; hie Werke der Vorstadt aber sind nicht so stark, weiches auch»ich« nöthig ist, weit das Land durch die Bsekel unter Wasser gesetzt werden kann. Der hiesige Wall ist größten Theils mit Bäumen besetzt, und also zum Spazieren bequem und angenehm, wozu hier«nch einige an- dcre mit Bäumen besetzkcn Plätze dienen. Vor Alters war die Stadt eine Hansestadt, und reicher als sie jetzt ist. Die Staate» diese« Quartiers versammeln sich in der so genannten gr. depuleerde Kammer, welche nahe am Stadihanse liegt. Der Hof der alten Grafen von Züiphen ist abgebrochen Die niederländischen Reformirten haben hier zwey Kirchen, außer welchen man hier noch wallonische, lutherische, katholische, nnd mrnnonitische Gemeinden antrifft. Da« hiesige Gpinnasivm wurde im Zähre-.570 gestiftet, und Zzrr 2 7Z0. Zug Zugebe-.'. Hot 6 Lehrer, Im Zähre 1.570 wurde die Siadt V0ii den vereinigten Nieter, länderii eingensnimen. Im Zähre IL72 ward sie von den Spaniern» und als sie wieder an die Niederländer kam, i,» Jahre iL8Z von denselben abermahlS rrobert.'Jn den folgenden Jahren wurde sie von den Niederländern vergeblich belagert; aber doch im Jahre 1.591 ein« genommen. Im Jahre 1672 bemächtig, ten sich ihrer die Franzose» nach einer fünftägigen Belagerung, und behielten sie bis zum Jahre 1674. Zug, einer der kleinsten lZ Cantone in der Schweiz, welcher gegen Mitternacht «a den Conto» Zürich, gegen Morgen an eben denselben und an den Canton Schweiz, gegen Mittag an die Cantone Schweiz und Lucern, und gegen Abend . an die freye» Aemter und an ein Stück des CautoueS Lucern grenzt, und etwa , F Stunden lang, und Z Stunden breit ist. DaS Land hat fette Weiden, ziem- lich viel Getreide, sehr viel Obst und etwas Wein, und am Zugersee gibt es «ine große Menge Kastanienbäume, deren Früchte die Einwvhncr in die be- »achbarten Lande mit großem Vorthej. le verkaufen. Dieses Land hat ungefähr 20000 Seelen zu Bewohner», ist ganz katholisch» und gebärt zu dem Äirch- sprengel des Bischofs von Costa»;. Die Regierungsverfassuiig desselben ist ganz demokratisch. Die Hauptstadt Zug,'luZium, liegt am Fuße des Zu. gcrbcrzes und am Zugersee» ist wohl gebauek, hat eine außerhalb der Trabt auf einer Höhe stehende Pfarrkirche und zwey Klöster, und wird für eine der ältesten Städte in der Schweiz gehalten. Zugersee,«in See im Cantone Zug in der Schweiz, welcher ungefähr 4 Stunden lang, aber schmal ist. In demselben fängt Man Karpfen von 50 bis 90 Pfunden, Hechte vonLo Pfunden, und über Zuid-Level Zur a wo dieß»och viele Brachsmen und Räthsel welche letzte» eine sehr schmackhafte Ärr von Stcinforellen sind, und in der Länge i bis anderthalb Spannen, am Per Wichte aber höchstens 6 Pfund haben. Zuid-Beoeland, Levelsuckia LusirsIiL, die größte und angenehmste Insel in der Provinz Zeeland in den vereinigten Niederlanden. Ehemahls war sie»och größer als jetzt, indem sie bis in dieOster. scheide reichte. Hier stand die Stadt Ro» merSwaal, in welcher sich im Jahre iL49 König Philipp H. als Grafen von Ae>land huldigen ließ. Im Jahre >L74 ward sie von den Spaniern eingeäschert, und hierauf nach und nach weggefpühlt. Zuid-Voorn, s. Overflacque. Zulauf, Suhlau. Zulpich vder Zulch, eine kleine Stadt im Erzstifte Cöln im chnrrbeiiiifchen Kreise. Sie ist dar alle lolbiucum, von welchem Tacitus Meldung thut, und bey welchem der Frankenkönig Clod- ivig im Jahre 496 die ö>llema»«eii überwand. Hier befinden sich drey Pfarrkirchen und verschiedene Klöster. Zumaya, ein kleiner Flecken am Meere bey der Mündung des Flusses Ucola in Landschaft Gnipuzcoa in Spanien. Zumberk, Scnstenberg, ein Mark« sie- cke» im Köttiziilngräper Kreise in BLH. mc», weicher den Grafen vvn Bubna und Litlitz gehört. Zumpango, eine Siadt in der Provinz Guaxaca in der Audiencia Mexico im spanischrn Nordamerika. Sie hat reiche Einwohner, welche mit Baumwolle, Zucker, Cochenille, Wachs und Honig handeln. Zllppa, ein District im venetianischen Dal. matien, welcher sich von Montenegro bis an das Meer erstreckt. Znramo, Zuran, eine offene Stadt im Ha. l'tscher Kreise im Königreiche Galizie». Z IIr e II b Zwenka Zurend, eine Stadt in der Provinz Ker» nian in Ostxersien in Asten, in welcher sehk schönes Geschirr verfertiget wird. Zurita, s. Zorita. Zurzach,(Üsrtiucrim, eine Obcrvogtey und großer wohl gebaueter Marktfle. cke» am Rhein in der Grafschaft und Landvogtey Baden in der Schweiz, dessen zwey Jahrmärkte nicht nur von den schweizerischen, sondern auch vvn deutschen und französischen Kaufleuten besucht werden. Die hiesige Pfarrkirche war ehemahls den Reformieteii und Katholiken gemein; jetzt aber haben die Ar- formirten eine eigene neu erbauet«. Hier befindet sich auch ein Collegiatstift, und nicht weit von dem Flecke» stand vor Alters das k'orum Hberü, wovon noch Ueberbleibsel zu sehen sind,»nd wo man römische Münzen in der Erde gr. funden hat. > ZnSiiicrshausen, ein Pflegamt und Markt, flecken mit einem Schlosse am Ausflüsse des Flusses Zufam in die Donau im Hochstiste Augsburg im schwäbischen Kreise. ZwabiSzki, ein Städtchen in der Woi- " wodschaft Troki im Großherzogthume Litauen. Awätzen, s. Zwchcn. Zwaniec, SwanieH, eine Stadt am Dniester im Halitscher Kreise im Kö. nigreiche Galizien, welche Choczim in der Meldau gegen über liegt. Awarlc Sluis, eine Schanze beym AuS- stusse der Aa in das schwarze Wasser im Quartiere VoÜenbovcn in der Provinz Qveryffel in den vereinigten Nieder- ' landen. Zmenka» ein Amt und kleine schriftsaßige Stadt mit einem Schlosse an der Elster im Stifte Merseburg im Churfür- stenthume Sachsen. Im Jahre>42-7 wurde sie von den Huffitrn größte» ^ ThrAs eingeäschert. Zwerni- Zwey brück /Zi ZwerniH, s. Sanspareil. Zwetl oder Zwetkhal, eine kleine Stadt im Kreise ob dem Mannhartsberge im Lande unter der Ens in Oesterreich. Sie liegt an dem Flußchen gleiches Nah. mcns, welches gleich unterhalb dersel. den sich mik dem Flnssc Kamp vermischt. Im Jahre 1772 brannte sie größten Theils ab. Im Jahre ,422 wurde sie von den Hnffiten belagert; und als der Erzherzog Albrecht zum Einsätze herbey eilte, kam eS zu einem Treffen. Zweien oder Zwätzen, eine Commenthn» rep des deutschen Ordens im Thüringer Kreise im Churfürstenthume Sachsen. Das Dorf ZweHen, liegt auf einem Berge an der Saale in der Nachbarschaft von Je. na, ist der Hauptort der Balley, und der hiesige Comthurhofist dem Statthalter zum Sitze bestimmt. Im Jahre 1722 litt es großen Brandschaden. Zwcybnicken, ein Fürstenthum im oberrheinischen Kreise, welches im Westeeich. Wasgau, Nahgau und Spcyergau liegt, und an die Unterpfalz, Elsaß, Lothrin- gen und an das Hochsiift Trier grenzt. Es ist ein sehr bergiges Land, und kommt der nahe anliegenden Unterpfalz nicht gleich; ernährt aber doch seine Einwohner. An Holz hat es Ucberflnß, und an Getreide keinen Mangel; doch kann an einigen Orten, des sandigen Bodens wegen, fast nur Haber gcbauet werde». Im Nencasteller Amte am Klan hinunter, an einigen Orten des Amtes Meisenheim, und zu Eisenhrim.gibt eS Weinwachs. Zur Viehzucht ist ziemlich gute Bequemlichkeit vorhanden. Im Nohfelder Amte sind Kupferbergwerke. Im Meisenhcimrr Oberamiq findet man Quecksilber und Amethysten, Die Quecksildergruben haben»am Jahre 176; bis zum Jahre 1768 jährlich 4,^000 Zwicka» -AL Zweybrücken bis Zoooo Pfund Quecksilber geliefert. Sleinfohleubergwerke sind auch vorhanden. Zu Zwepbrücke» sind Stahlhäm- mrr angelegt worden. Die Flüsse i» diesem Fürsienthume sind, die Lauter, die Erlbach, dieLoisebach, dieQueich,die Horabach, die Glan und die Alsenz. Das jetzige Fürsseiithum Zweybrückcn ist theils aus der ehemahligen Graf. schaft Zweybrücken, theils aus einigen Stücken der alten Grafschaft Veldenz entstanden, welche letzten fast F des Fürstenthums ausmachen. Seit dem Jahre 17-zZ iss das pfalzgräfliche dir. kenfeldische Haus im Besitze der zwey- brückische» Lande. Der Herzog zu Pfalz. Zweybrücken hat Setz und Stimme in dem Reichsfürstciiralhe und auf den oberrheinische» Kreistagen. Zjvkybnlckcn, Lipontum, die Haupt, stadt des eben deschri-denen Fnrsten- thums, ist zwar nicht groß, aber wohl angelegt, hat ein im Jahre 172Z er. bauetes prächtiges Residenzschloss, und ist der Sitz der Regierung, des Hofgerichts, der Reitlkammer, der beyden Qberconsistorien der Lutheraner»nd Reformisten, des Oberamts und der Klo. sterschassaerey Weesweiler. Von der grossen Stadtkirche besitzen die Katholiken das Chor und die Reformirten das Schiff. Die Lutheraner haben auch ei- »eKirche, und die französischen Aefor- micten eine in der Vorstadt. Das hiesige Gymnasium war vorher zu Hornbach. Im Jahre 1740 hat die Stadt grossen Brandschaden, und im dreyßig- jähcigen Kriege sehr viel erlitten; sie wurde auch im Jahre 1677 von den Franzosen sehr verwüstet. Nicht weit von der Stadt liegt Schuhstick, ein grösste» Theils ringegängenec Qrt in einem Thal«, welchen der pohlnifche König Skanisia»« angelegt haue, da «n sich hier aufhielt, Zweyer Zweyer, im gemeinen Leben eine Schei- demknze, welch- zwey Pfennige gilt. Zwlckcm,, ein Amt und schrift. sässigc Siadl an der Mulde im-rzge. birgischen Kreise im Churfürstenthume Sachsen. Sie ist-inc der größte» im Lande, bat ein Schloss, welches von der Stadt durch einen Graben geschie. den ist,»nd Osierstein genannt wird, eine Kirche im ober» Theile der Stadt, eine im untern Theile, eine in der untern Vorstadt, eine gute lateinische Schule, deren Büch-rsaal über 20000 Stücke enthält, und eine Superiiiteiidcn. lnr. Hier befindet sich auch eine Tuch- manufacinr, und man verfertiget viele Kardätsche«,(ein für viele Handwerker und Manufacluriste», welche mit Wol- le, Haare», Baumwolle und Flockseide umgehen, unentbkhrliches Werk. zeug), und gutes Sohllcder. Mit die» sei, Tüchern, Kardätschen und Sohl. lsdec, wie auch mit Brelcrn, Eisen, Steinkohlen, Sandsteinen, Marmor, Schiefer und Getreide wird beträchtlicher Handel getrieben. Diese Stadt war vor Alters eine Reichsstadt; nahm»der >m Jahre iZOst den Land^ und Markgrafen Friedrich mit dem gebissenen Backen zum Schutzherri, an, und kam hierauf ganz nntcr markgräfliche Lan» deshoheit. Im Jahre iLZO wurde hier eine Münze angelegt, adcc im Jahre iLZch nach Schneeberg. und von hier aus nach Dresden versetzt. Im Jahre ,602 wurde hier ei» Consistorivm er« richtet, welches mau so wohl das zwi» ckauische als vogtländische nannte; nach sechs Jahren aber ward es wieder aufgehoben,»nd zum Leipziger Coasisto- rium geschlagen. Richt weit po» hier fiel auf der Anhöhe von Nieder-Mulzci,7 iw, Zabre 1760 ein Scharmützel zwi. scheu Reichs- und preussische» Truppen zum Nachtheile depiLetziarn vor. Zwickow Zwi t tau Zwickvw, ei» Morkistecken im Bnnz- loiter Kreise in Böhmen, wacher den Fürstc»»du Schwarzeiiderg gebörk. Zwicfalkcn, eine Benediciinerabtey am Fnste der Alb zwischen dem Hcrzogthnme Würteniberg und der Dnuao im schwäbische!! Kreise, welche auch a» das für- ste.ibergische und österreichische Gebieth grenzt. Sie wurde im Jahre ic>89 von dem Grafen von Achalm gestiftet, und bekam im Jahre 109: den ersten Abt. Auf dem Reichstage sitzt derselbe auf der schwäbischen Prälatenbank zwischen dem Propste zu Wetlerhansen und Abte zu Gengenbach, und bey dem schwäbischen Kreise hat er im Jahre ,7^0 ebeit dieselbe Stelle eingenommen. Das Kloster Ztvifaltcn selbst liegt in einem Thale am Fuße der Alb a» zwey Bächen Nahmens Ach. Zwingen, ein Qberamt im Hochstifte Ba. sei im oberrheinischenKreise, welches von dem Schlosse Zwingen den Nahmen hat. Zwlngenberg, ein Amt und Stadt an der Bergstraße in der obern Grafschaft KatzeneÜabogen im oberrheinischen Kreise. Anfangs stand hier nur eine Barg, bey welcher im dreyzehnten Jahrhunderte eine Kirche, und hierauf eine von Kaiser Audolph I im Jahre 127Z pri- rilegirte Stadt gcbauet wurde. In, Jahre>6yZ ward sie von den Franzosen größten Theils eingeäschert, aber bcs. ser wieder aufgebauet. In diesem Amte liegt der Berg Molches, welcher einer der höchsten in Deutschland ist. Man hält dafür, daß aus den Nahmen dieses Berges und der Kalten, welche an demselben wohnten, durch eine nach und»ach verdorbene Aussprache, der Nahme Katzenellnbogen entstanden sey. Zwinogrod, die Hauptstadt eines Distrikts in der Woiwodschaft Bratzlaw in Klein- pohlen. Zivitlau, eine Stadt und Herrschaft im Zwönitz Zwoll ÜZZ Dlmützer Kreise in Mahren, welche dem Erzbischofe zu Qlmütz gehörst!. ZwötilH, eine kleine amtsaßige Stadt im Anne Grni.hay» im erzgebirgischenKrei- se im Chursürfl-nthume Sachsen, wel- chc Sitz und Stimme auf den Landtagen hat, und ehemahls ter Abtcy zu Gri'inhayn gehörte. Im Jahre 1708 brannte sie fast ganz ab. Zwoll oder Zwolle, eine Stadt im Quartiere Salland, in der Provinz Qvcr- yssel in den vereinigten Niederlanden. Sie liegt in einer angenehmen Gegend an der Aa, welche hier den Nahmen des schwarzen Wassers annimmt, ist ungefähr eine halbe Stunde von der Assel, und etwas weiter von der Becher entfernt, und hat mit der Letzten ver. mittelst eines CanalS, welcher die neue Vecht genannt wird, Gemeinschaft. D« das schwarzeWasser für große und schwer beladene Schiffe lief genug ist, so steht die Stadt vermittelst desselben auch mit der Sndersee in Verbindung. Sie ist die schönste und reichste Stadt in ganz Over- ysscl, wird von den Einwohnern Klcin- amstcrdam genannt, und cS läuft nicht nur die Aaa durch den nördlichen Theil derselben, sondern diese ist auch noch von zwey andern Canälcn durchschnitten. Vor dem Kamper- Sassen, und Diescrlhore hat sie schöne Vorstädte, und fielst auch eine ansehnlich«'Festung, weil sie mit einem Walle, cilf großen und guten Bollwerken, und auch mit guten Außenwerken umgeben ist, und gegen Südwesten nach der Assel zu, z Schanzen hat, welche vermittelst starker Linien in Gemeinschaft unter einander und mit der Stadt stehen, und deßwegen aufgeführt wurden, damit die Stadt zur Zeit einer Belagerung allei- M und ungehindert vvn der Qberselke der Assel aus Gclderland Verstärkung und Zufuhr erhalten könne. Die hollän» Zydaezen» Zymiki Zyzemsk 754 Zwolen bischen Reformirte» halten hier ihre» Gottesdienst in drey Kirchen; und über dieß ist hier auch eine französische Gemeinde. Die Katholiken haben vier Kicchhäuser, und es werde» auch viele Mennoniten und Lutheraner geduldet. Ehemahls war Zwoll eine freye Reichs» und Hansestadt. Diese Stadt hat auch das Münzrecht. Im Jahre 1672 wirr» de sie von dem Bischöfe von Münster erobert, und bis zum Jahre 1674 im Besitze behalten. Nicht weit von hier stau» ehemahls auf d«m S. Agnesen- berge ein Augustinermönchskloster. Die umliegende Gegend ist durch den Anbau sehe schön; denn sie zeigt augenehme Landhäuser und Alleen. Zwolen oder Zwolin, ein Städtchen in der Woiwodschaft SvndomirS in Klein» pohlen. Zwornik ober Swornik, ehemahls Ste- bernik,-4rAelltikis, eine geringe Stadt am Flusse Drin in der obrachischen Sandschakschast im niedern oder untern Bosnien, welche ihren alten Nahmen vot« den hiesige» Silberbergwecken hat. Zyczin, Sikschin, ein Städtchen in der Woiwodschaft Minsk in Weißrußland in Litauen. Zydacjeno, Sidatschenv, eine Stadtmit einem aus einem hohen Hügel liegenden Schlosse im Samborer Kreise im Königreiche Galizien, welche am Flusse Skip liegt, welche sich unterhalb derselben mit dem Dnirster vereinigt. Zymiki, eine mit Mauern umgebene Stadt am Flusse Pcosna in der Woi«»d;chast Kalisch in Großpohlen. Apnkow,, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Podol i» Kleinpohlen. Zype, ei» großer Werder in Nordholland, welcher ehemahls ei« schlammiger Sandgrund war, nachmahls aber bedeicht und zn gutem Weidelande gemacht wurde. Die Wege, welche hier einander allenthalben kreuzweise durch, schneiden, sind mir Häusern bebauet, deren reformirte Einwohner zn zwey besonderen Pfarren gehören, von welchen eine Nsrdzype, die andere Zuidzy- pe genannt wird. Ayrmuny oder Zermonp, ei» Städtchen in der Woiwodschaft Wiluo im Groß- herzogthnme Litauen. Zyrony, s. Sohrau. Zyrvwice oder Zurowice, ein Städtchen in der Woiwodschaft Nowsgrodek i« Schwarzrußland in Litauen. Zytomirz oder Zykvmirsj, die Haupt- stadt eine» Distrikts am Flusse Lerow in der Woiwodschaft Kiow i» Kleinpohlen. Sie ist der Sitz eines Grods und Starosteu, und hier wird auch der Landtag der Woiwodschaft gehalten. Zywiec, Siwieh, ein Stäbchen im Wie» litschker Kreise im Königreiche Galizien. Zywolvtv, eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Bratzlaw in Kleinpohlen. Zyzemsk, eiu Städtchen in der Woiwodschaft Wilno im Großherzogthume Litauen. Ende des vierten Bandes- 11/ >- * ' D p E E A - 0 D D G Ä b- - s o - v G 0 G G H --'.>-S! '» »« V G G G Ä - G Ä a G K ,'^' .^ Ä S -^ s? o ' W E S /». o V ' o K Ä ^> ^- >»> >>V ? VA'7-7.^/./"' r,,"/" 7. 7 7''-'. F»,»."''-7^'.'--- 7-„«^.. H-'. V '-U 7/'--'^'?- /;/?'.^' "E f'/ s?-7i» 7^ s 1- ^^; '-V V^ G 'v 7 c k^--» Q '""' 7. '-. ,----. !- 77 E LK--.> p".'' <. I«:'''7^ ^ ,'-j^'. 7-'.,^-» D-^^' 7 ... »v, H^ G -5 SA L Zh Z Ä «- F 7? G G G G G S * s 'S- S S O s» - O 2 -O- - S 'G O' D D G O V d E- O D G « » O B V EV 6» --