Feld-MarschM Fürst Karl», Schwaycabrrg bei der nächtlichen Heerschau auf de« Schkachlfeköe vs« Leipzig. . ßskegenheit^-Zedichl zur feierlichen Enthüllung des Fürst Schwarzenberg-Monumentes am 21>. Oktober 1867, versaßt von F. Allmamr. Der halbe Ertrag ist nach Abzug der Kosten für die k- k. Invaliden bestimmt. Zwölf war cs, die Mittcrnachtsstnnde, Die vom Kirchthnrm in Leipzig erscholl, Da öffnen sich in der Runde, Die Gräber, von Helden so voll. Die Tambours begannen zu schlagen, Mit rühriger Hand den Appell, Und so, wie in früheren Tagen, Erheben die Krieger sich schnell. richten sich," ohnT Zu wanken, Die damals getrunken ihr Blut, Der Unüberwindlichkeit Schranken, Erlahmten an Deutschlands Math. So harrten sie gerüstet, schlagfertig, Des Machtworts, das sie hat geruft, Zur geistigen, neuen Berklärnug, Aus ihrer unsterblichen Gruft. Sie reih'n sich um ihre Fahnen, Radetzky, d'Aspre, die Tupfern, voran, Auf blutig ruhmvollen Bahnen, Wo damals ihr Heldenblut rann. Unter den Hufen zittert die Erde, Die Trommeln, die werden gerührt, Freude zeigt im Gesicht die Geberde, s'Kommandowort erschallt: Präseutirt! Da sprengt auf feurigem Rosse, Fürst Schwarzenberg, der Sieger, heran, Und rings um ihn so mancher Genosse Des Kampfes, der siegreichen Bahn! Er reitet die Front auf und nieder, Und grüßt die Geführten der Schlacht, Ein Vivat erschallt durch die Glieder, Ertönet in sternheller Nacht! Man schwingt die Fahnen und Waffen, Es schmettern die Trompeten darein, Kanonendonner, zum Schlachtruf geschaffen, Feldmusik stimmt melodisch mit ein. Sie haben den Helden ja wieder, Hier auf dem ruhmreichen Feld, Wo er im Kampf mit der Hyder, Errungen den Lorbeer der Welt! Er winkt und laullose Stille, Tritt ein ans das leise Gebot, Stets heilig war ihnen sein Wille, Im Leben, ja selbst noch im Tod! Ich dank' Euch, so sprach er zu den Schaaren, Ihr Helden von Leipzig, es wird Das Vaterland ewig bewahren, Den Dank, der Euch Allen gebührt. Wenn wir wieder den Jahrestag feiern/ Hier halten alljährlich Revue, Soll sich die Parole erneuern, Geändert wird sie ja wohl nie! Heil Oesterreichs tapferen Schaaren, Und gilt's einst, vor feindlichen Reih'n, Den Ruhm unserer Zeit zu bewahren, Soll Leipzig das Losungswort sein! Und setzt uns die Nachwelt ein Denkmal, - Des Sieges bei Leipzig, von Stein, So soll cs nicht nur für den Marschall, Es soll ein Denkmal für die Mitkämpfer sein! Amze Miimjihie weiland Fürsten Karl v. Schwarzenberg, k. k. Feld-A^arschall. Fürst Karl Philipp v. Schwarzenberg, Herzog von Kruman, wurde zu Wien am 15. April 1771 geboren, trat 1787 als Lieutenant in ein k. k. Infanterie-Regiment und folgte dem Feld-Marschall Lach nach Slavonien, wo ihn Kaiser Josef II. schon im Jahre 1788 zum Hauptmann, und bald darauf, als er unter dem Commando des Feld-Marschalls Laudon sland, zum Major beförderte- — In den Wer Jahren focht Fürst Karl Schwarzenberg gegen die Franzosen am Rhein und avancirte zum Oberst-Lieutenant und Regiments- Kommandanten in Folge eines, von ihm mit glänzender Bravour ausgeführten Kavallerie-Angriffes bei Chateau und Cambresis', wo er einen französischenTruppcnkörpervon 27,000 Mann zersprengte und zum Rückzüge zwang. In den Feldzügen von 1795 D an machte er alle Schlachten unter der Führung des rnhmgekrönten Feld- Marschalls Erzherzog Karl bei Ambcrg und Würzbnrg mit und wurde wegen eines glücklichen Gefechtes zum General- Major ernannt. Im Jahre 1799 befehligte Fürst Karl von Schwarzenberg als Feld Marschall-Licutcnant eine Division und rettete in der Schlacht bei Hohenlinden, wo auch Graf Radetzky als Oberst kommandirte, die ganze Division vor der Gefangenschaft. 1802 wurde der selige Fürst von Kaiser Franz 1. als außerordentlicher Gesandter nach Petersburg gesendet, um den Kaiser Alexander von Rußland zu seiner Thronbesteigung Glück zu wünschen. 1804 erhielt Fürst Karl von Schwarzenberg von dem Generalissimus Erzherzog Karl über ein zu- sammengezogcnes Korps bei Linz den Befehl, den Rückzug zu decken, welchen Auftrag der Fürst zur größten Zufriedenheit ausführte. 1805 wurde er zum Vice-Prüsidenten des Hvfkriegs- rathes ernannt, kommandirte gegen Kaiser Napoleon I. eine Division und schlug denselben vor Ulm. — Nach der Schlacht bei Austerlitz, welche für Oesterreich und besonders für die Russen sehr unglücklich ausfiel, nahm der Fürst bei der Errichtung der Wiener Landwehr großen Antheil. 1808 wurde Fürst von Schwarzenberg abermals als Gesandter nach Petersburg gesendet, um den Krieg gegen Oesterreich zu verhindern, und als ihm dies gelang, kehrte er zwei Tage vor der Schlacht bei Aspern nach Wien zurück und leistete mit der Reserve, die er kommandirte, den Franzosen tapfern Widerstand. -Der Fürst wurde deshalb zum General der Kavallerie ernannt. Nach dem Frieden von Wien kam er als Gesandter nach Paris, und als der Krieg gegen Napoleon auf's Neue ausbrach und der Erzherzog Karl Kränklichkeit halber das Kommando niederlcgte, wurde Fürst Schwarzenberg vom Kaiser Franz nach Wien berufen, zum Feldmarschall und Ober Kommandanten sümmtlicher öftere. Krieger ernannt, wo er bei der Schlacht bei Leipzig den allerhöchsten Alliirten den Sieg meldete und sich nicht nur das Großkreuz des Maria Theresien-Ordens. sondern auch als tapferer Held den Siegeskranz errang Am 13. Jänner 1817 wurde Fürst Karl von Schwarzenberg vom Schlagfluß gerührt, woran er auch am 15. Oktober 1820 in Wien starb. Sein Leichnam ruht in der fürstlichen Familiengruft zu Krumau in Böhmen. Kaiser Franz Josef ließ zum Andenken dieses tapfern Helden ein Monument setzen, welches am 20 Oktober 1867 feierlich mit militärischen Ehrenbezeugungen enthüllt wurde. Druck und Verlag Kon L>. Iacobi, -°!u.',ustinersiraße Nr. 12 — Z N- Lt. G