^Viensi- 8tsc!i-8ibliotkel<. II399.L - -^ WLSE^LWW zur feierlichen Einweihung der neuerbauten evangelischen Kirche A. C. in der Vorstadt Gumpendorf in Wien am 7. Ia««er L84S. Gedruckt bei Edl. v. Schmidbauer und Holzwarth. I ..... ÄM-s'D- k^- V,s>.»,x>di.^/ Die Herren Prediger, die Herren Vorsteher und die Mitglieder des engeren Ausschusses der evangelischen Gemeinde A. C. versammeln sich in dem, der neuerbauten Kirche in der Vorstadt Gumpendorf gegenüberliegenden Hanse der Herren Gebrüder Hornbostel. Vor 10 Uhr Vormittags beginnt der Zug nach der Kirche in der Richtung zum Hauptthore derselben. Den Zug beginnen mehrere Schüler der 4. und 3. Classe der gemeinschaftlich-protestantischen Hanptschnle mit ihren Lehrern znr Seite; mehrere Mädchen aus der Mädchenklasse der obern Abtheilung. Hieran schließen sich die Herren Prediger. Der Superintendent und erste Prediger A. C. Ernst Pauer trägt die heilige Schrift. Der k. k. Consistorialrath und zweite Prediger Andreas Gunesch trägt den Kelch und die Patene, der dritte Prediger Gustav Porubsky trägt das Crucifix. Unmittelbar nach den Herren Predigern geht der erste Vorsteher Herr Christian Heinrich Edler von Coith, welcher aus einem Polster den Schlüssel der Kirche trägt. Ihm schließen sich die übrigen Herren Vorsteher und Mitglieder des engeren Ausschusses an, welche paarweise in der Richtung zum Hauptthor der Kirche gehen. Wenn der Zug an dem Hauptthore der Kirche ange- langt ist, stellen sich die Schulkinder zur Seite rechts und links, und Herr von Coith tritt mit dem Schlüssel der Kirche vor und das Thor derselben öffnet sich, der Zug geht sodann unter dem Spiele der vollen Orgel durch das Schiff der Kirche bis zu dem Altar, die Herren Prediger legen die heilige Schrift, Kelch und Patene, das Crueifir auf dem Altare nieder und verlassen, Superintendent Pauer ausgenommen, den Altar und begeben sich auf ihre Platze an dem Altar, wo auch die Herren Vorsteher und Mitglieder des engern Ausschusses ihre Plätze eingenommen haben. Wenn der Zng in der Kirche ist, werden die Kirchenthüren geschlossen. Nun wird am Chor der erste Vers des Liedes im Gesangbuche Nr. 1„Allein Gott in der Höh' sei Ehr'" gesungen, und die Gemeinde singt sodann die übrigen Verse desselben Liedes. Wenn die Orgel schweigt, spricht Superintendent Pauer eine kurze Einweihungsrede, aus welche das Gebet und die Einweihung der Kirche selbst folgt. Superintendent verläßt sodann den Altar und nimmt seinen Platz am Altare ein. So wie er den Altar verläßt, beginnt der Chor nach kurzem paffenden Vorspiel das Lied Nr. 628 und singt den ersten Vers. Die Gemeinde singt sodann den 2. Vers, der Chor den 3. und die Gemeinde den 4. Vers des Liedes. Wenn der 4. Vers beginnt, betritt der zweite Prediger Gunesch die Kanzel; nach dem Eingänge der Predigt singt der Chor allein den ersten Vers des Liedes Nr. 181: „Ein' feste Burg ist unser Gott", welches die versammelte Gemeinde mit andächtiger Ruhe anhört. An das Amen der Predigt schließt sich der Gesang des Chors:„Herr Gott dich loben wir" unmittelbar an; die Gemeinde erhebt sich und hört den ganzen Chor stehend an und setzt sich, wenn er vollendet ist, nieder. Hierauf folgt das Gebet, das Vater unser und ein Segensspruch: Der Friede Gottes u. s.w. Nach dem Amen beginnt der Chor den 7. Vers des Liedes Nr. 629, und die Gemeinde singt den 8. Vers desselben Liedes. Während des Gesangs der Gemeinde betritt der dritte Prediger Gustav Porubsky den Altar und hält dieAbendmahls-Nede. Nach den Einseg- nungs-Worten treten die Herren Prediger mit den Herren Vorstehern und Mitgliedern des engern Ausschusses an den Altar, um das heilige Abendmahl zu empfangen. Nach der beendigten Feier des heiligen Abendmahles singt der Chor allein Nr. 520, 1i Vers. Prediger Porubsky verläßt den Altar, und Superintendent Pauer betritt denselben, um eine Taufhandlung zu verrichten. Wenn die Taufhandlung vollendet ist, singt die ganze Gemeinde, welche Zeugniß der feierlichen Aufnahme eines Neugebornen in die Gemeinde Jesu Christi war, den ersten Vers des Liedes Nr. 512. Superintendent Pauer verläßt den Altar und Prediger Gunesch betritt denselben, um ein Brautpaar im Angesichtc der ganzen Gemeinde einzusegnen. Nach vollendeter Einsegnung stimmt die ganze Gemeinde den freudigen Lobgesang mit dem Liede Nr. 303 „Nun danket alle Gott" an, bringt dem allmächtigen Gott und dem Heilande Jesu Christo Preis und Dank für seinen gnadenvollen Beistand und Segen zu dem Bau der neuen Kirche und verläßt sodann mit dem Gefühle seltner Freude und inniger Rührung den geweihten Tempel des Herrn'.