1. N. 222.321 Wien am 18 August 853 Hochverehrter Herr General Ohne die Ehre zu haben Ihnen persönlich bekannt zu seyn. aber über Aufmunterung des Herrn Feldearschall Beut nautes. Ihres Bruders erlaube ich mir, Ihnen mit einer Bitte beschwerlich zu fallen. Da ich würde es schon früher gethan haben, wenn ich nicht auf einer Bedereise in Ungarn abwesend gewesen wäre, und um über den wahren Stand der Sache unterrichtet zu seyn, nicht vorher eine Antwort das Herre Obersten des ersten Banalregiments v. Ettingshausen hätte abwarten wollen. Die Bitte betrifft meinen Neffen franz Chrisparzer, Kabett- Korporal im ersten Binal. Regenen te, der, wie ich höre, gegenwärtig die Ehre hat, in Ihrer um mittelbaren Nahe in der Rechnungs= Kanzlei zu Petrinia verwendet zu werden. So schwer es mir fällt, so muß ich hier die früheren Verhältniße dieses meines Neffen berühren, die ich auch Seiner Exzellung dem Herrn Banus nicht verschwiegen habe. als er während seines Aufenthaltes in Wien die Güte hatte, den jungen Menschen als Kadett bei einem Gränzregenente aufgenehmen. Mein Neffe ist nämlich ein verniglückter Offizier. Der Sohn meines Bruders, in des nicht ohne einenes Verschulden drnen Mannes, würde er durch meine Dezwischenkunft in einer Reginents= und später in einer Kadetten- Schutz für des Militär erzogen in das er später als Kadet eintrat und sich bis zum Feldwebel sowohl im Frieden, als vorzüglich währen des Krieges im Jahre 848 musterhaft benahm. Zum Unterleutunnt befördert, verfiel er bald in Unordnungen, wie sie bei jenem Übertritt nur zu häufig vorkommen und aus der Umgewohntheit sich selber zu leiter herrühren. Mit der Führung eines Traunsports aus Galizien nach Mainz betraut, zeugten sich Materiat Abgänge, die ihm als Patrer zum Lust 10 Gott mir zu schreiben, der ich die nicht bedeutenden Abgäng nn ich hätte bald gesagt mit Vergnügen- gedeckt hätte, beharrte er und behörrt noch jetzt, auf seiner Unschuld und wurde seiner Affiziersstelle entsetzt. Ich kann an der Gerechtigkeit des Spruches nicht zweifeln, weiß aber aus seiner frühern Dienstleistung günstige, ja edle Züge, die einige Rücksicht wohl verdiert hätten. Es ist aber ein in sich verschloßener und daher nicht angenehmer junger Mensch und solche Leute haben in der Regel einig freunde. Es ist villeicht unvorsichtig, einem so ehrenhaften Offizier, als welcher Euer Hochwohlgeboren bei Jedermann bekannt sind, diese Umstände einzugestehen ich will aber eben nicht täuschen, sondern bitten bitten; daß Euer Hechwahlgeboren, so weit es Ihre hohe Stellung und der ungeheure Abstand erlau ben, dem jungen Menschen ein günstiges Auge und jene Rücksicht zu wenden mögen, die man den Verierungen der Jugend nicht versagt Ich war so glücklich im Jahre 848, wenn auch nur mit der Feder, meinem Vaterlande nützlich zu seyn, und die Armen hat mich versichert daß sie mich 3te der Waligen zähle. Erlauben S. mir einen Theil meines Verdienstes auf meinen Neffen zu übertragen der mir so viele Sorge und so vieles Geld gekostet hat, in daß ich zugleich seinen armen Vater mit seiner übrigend Familie halb erhalten muß, ein Verhältniß das wirklich an der Ruhe meiner Tage und dem Glücke meines Lebens zahrt, Mit der wiederhahlte. Bitte ein Entschuldigung und ui günstige Aufnahern dieser Zeilen Euer Hochwahlgeboren ergebenster Franz Grillparzer Archivs Direktor in bele Finanz Ministerium e 2526221. gruklparzer