30/8.19 Lieber Freund, haben Sie meinen Brief erhalten wo ich die 2 Federn eingelegt hatte. Er war einfach (also nicht rekom, nicht express) Es stand nichts wichtiges drin glaub ich: Ich rekapituliere u. stelle fest: Federn brauch ich keine mehr, die Partituren v. Marsch u. Reigen werd ich nicht abschreiben lassen. Es ist mir zu teuer, das kann ich nicht zahlen. Das würde zusammen (für alle 3 Part. 800 bis 1000K kosten!) Nehmen Sie also das Praludium ab u. zahlen Sie s. Wegen der 2 andern Part. werden Sie ihn schon irgend wie vertrösten: Die Originale sind eben momentan nicht frei od. dgl Nun schaun Sie sich beiliegende Stimme des Villacher Kopisten an. Wie finden Sie sie? Ist sie gut genug?? Besonders gefallen tut sie mir nicht u Fehler hat sie auch wie Sie an den Bleistift Korrekturen sehn. Sind Köhlers besser?!! Hätte er event. noch Zeit einen Teil meiner Dubletten zu übernehmen (eventuell Vcl, CtrBß, Schlagwerk?)* Der Villacher Kopist - ist nämlich unver= schämt u. verlangt 1K 50h per Seite. Nur würde ich ja die ganze Arbeit am liebsten den einen Mann lassen, wenn er * Da müßte er mit dem Reigen schon fertig sein bis 9./9. 1919 (den Tag meiner Abreise-) fertig wird. Schon wegen der Einheitlichkeit. Und trotz dem hohen Preis. Aber ich möchte die Sicherheit haben, daß die Stimmen so wie ich Ihnen das Muster schicke wirklich verwendbar sind, also für den Orchestermusiker brauchbar. Halten Sie sie dafür? fragen Sie ein od. den andern Ihrer Streicherbekannten. Und schreiben Sie es mir umgehend. Indessen schreibt der Kopist weiter und dürfte in einigen Tagen mit Ggn u. Br. fertig sein. - In dem Brief mit den 2 Federn schrieb ich Ihnen auch daß ich hier Noten papier haben kann soviel ich will u legte ein Muster bei, (es rinnt freilich ein bischen in der feuchten Luft hier, wie Sie an der Kopie sehn können.) Man bekommt auch mehrliniges Papier (ich weiß nicht genau aber wahrscheinlich bis 26, 28, vielleicht mehr linig.) Soll ich eins besorgen? - Ich bleibe also bis 10. (Sie brauchen aber davon nichts wissen, da ich die Urlaubs-verlängerung aus Gesundheitsrücksichten erst officiell von d. Vereinsleitung bekomme. Shonberg hat's mir aber schon heimlich zuge sagt. Es werden jetzt baldigst= Vereinssitzungen sein: WollenSie mir darüber be- richten? Ich wäre Ihnen Sehr dankbar. Ich muß in großer Eile schließen. Ja. in den Brief (2 Federn) stand als wichtigstes: Wenn Sie eine Abschrift von meinem Streichquartett in 2 Sätzen haben so senden Sie es bitte umgehend an den Jatho=Verlag Berlin W. 50 Rankestr 36 (meinen Namen nicht vergessen!) Schluß in höchster Eile Ihr Berg H Gottfried Kassowitz Wien VIII Josefstädterstr. 58 Berghof Ossiachersee Post Ossiach Kärnten