19/8. Lieber Freund Ihr ausführlicher Brief v. 17/8. hat mich nach langer Unruhe in volle Beruhigung versetzt. Ich danke Ihnen vielmals dafür u. für all die liebevollen Erledi= gungen meiner peinvollen Fragen. Bevor ich alles beantworte etwas wichtiges: Haben Sie eine Abschrift meines Quartetts ??? Wenn ja, so müssen Sie so gut sein es sofort an den Jatho-Verlag Berlin W50 Rankestr. 36 schicken. Ohne weiteres Kommentar nur meinen Namen nicht vergessen draufzuschreiben. Ich kann mein einziges Exem- plar nicht hergeben, da es Feist braucht u. Schmidts Abschrift ist - noch in Danzig. braucht also Monate bis es nach Berlin käme. Schlagwerk! Reihenfolge ist mir sehr recht. Präludium lassen Sie wie es ist. Xyl und Glockenspiel ziehn Sie also, meinetwegen, nicht ins Schlagwerk ein, ich werde es beim Marsch auch nicht tun: Aber: bitte ziehn Sie beim Präludium u. Reigen Xyl u. Glockenspiel zusammen in eine Stimme, die aber in Dublo (also einmal) abgeschrieben werden muß. Also klar ?! : 1.) Schlagwerkpartitur ohne Xyl u. Glockenspiel. hievon im Ganzen 6 Exemplare, also 5 Dubletten. 2) Xyl u. Glockenspiel zusammenziehn, hievon 1 Abschrift!! Streicher Doubletten stimmen! H u. N muß in die Stimmen hinein! Ist für den Instrumentalisten fast wichtiger als für den Dirigenten, der ein Werk ja schließlich so gut kennen muß, daß er Haupt u Nebenstimme u Begleitg unterscheidet. Ein Vermerk in die Stimmen ist nicht nötig. Am Beginn der Probe hat der Dirigent zu sagen : H = Hptstimme also alles übertönend, N, Nebenstimme, muß also hinter der Hauptstimme zurücktreten, aber doch deutlich sein. Alles andere ist unhör bar! Ich habe das bei der 1. Probe von Schönbergs 5. Orch. Stück, wo dieses H u N zuerst angewandt ist, (bei Mengelberg) mit verplüffenden Erfolg ausprobiert gehört. Dieses schwerste Stück hat sofort ein Gesicht ge - habt !!!! - Jedenfalls für die Abschriften von Reigen= u. Marschpartitur das engste Papier, das ich hier erhalte, als Reserve mit. Übrigens hab ich in Wien noch diverses! Ich habe hier noch immer keinen Kopisten für meine Dubletten, Eventuell schick' ich's dem neuen Kopisten samt dazu= gehörigem Papier. Bitte halten Sie mich nur ja recht im Laufenden ü= ber Ihren u. der 2 Kopisten Fortschritt. Es kann ja ganz kurz sein. Ich will ja nicht, daß Sie sich noch mit Briefschreiben die Zeit verkürzen. Mein Gewissen ist ohnehin tief bedrückt daß ich Ihnen soviel kostbare Zeit raube! Aufschlagkarten nicht angekommen. Roseggers Buch hab' ich dem Heller zurück geschickt, da ich es bevor von einer andern Buchhadlung zugeschickt bekommen hatte. Hat gar keine Kon= sequenzen! Dank für Ihre Vermittlung! Können Sie meine Schrift lesen? In höchster Eile, da ich eine dringende Arbeit für den Verein habe !! Marsch: halte beim 1. Horn. 1000 Dank u Grüße von Ihrem alten Berg Muster für umgebogenen Anstückelteil einer Partiturseite braucht sich keine Sorgen machen Er soll, wenn er so ein Papier nicht bekommt, ganz einfach so viel Zeilen oben anstückeln anpicken u. den hervorstehenden Bogen umbiegen, d.h. einschlagen. Zum Mitlesen genügt das Fl Ob Cl Fg H - 2 - Notenpapier: Ich kann hier so viel ich will haben. Ob 30linig weiß ich nicht; werde nachfragen u. eventuell schicken. Aber der neue Kopist (!! Bitte Namen u. Adresse!!) braucht sich keine Sorgen machen Er soll, wenn er so ein Papier nicht bekommt, ganz einfach so viel Zeilen oben anstückeln anpicken u. den hervorstehenden Bogen umbiegen, d.h. einschlagen. Zum Mitlesen genügt das vollauf!! Ich sagte Ihnen ja: auf Schönheit etc. geb ich nichts, nur daß, die Noten etc. irgend- wie festgelegt sind. Und wenn man sich, um es zu lesen, auf m Kopf stellen muß [wie bei Wagners Taschenpartituren z.Bsp!] - 10 10liniges Stimmenpapier ist mir auch ganz recht! Wenn Sie also Papier brauchen so bestellen Sie es bei mir, ich sende es Ihnen. Ich nehme Herrn Gottfried Kassowitz Wien VIII Express. Josefstädterstr. 58 Berghof am Ossiachersee Post Ossiach, Kärnten