18. Mai. 17 Herrn Berth. Weiß! Ich bestättige hiemit 6000 sage sechstausend Kronen von Herrn Pirk übernommen zu haben. Ferner theile ich Ihnen mit, daß die "weiße Rose" am Bilde schon figurirt. Wegen Trockenlassen werde ich selber erst nächste Woche abgeben können. Wegen der "Miramar - wäre ich sehr gerne einem Wunsche "des Kahnes wegen" entgegengekommen - aber der Meercharakter der Adria würde verlorengehen u. die Bucht zu einen Binnensee herabsinken. Hochachtungsvoll Hugo Charlemont. H. Charlemont Nussdorf am Attersee 3. Aug. 917 Sehr geehrter Herr Weiss! Ihre so freundlichen Zeilen vom 1. August haben mich hocherfreut, und machen mich ganz stolz! - ich danke Ihnen vom ganzen Herzen für die lieben Worte und Wünsche die mir beweisen, daß Sie nebst dem grossen Interesse für meine Leistungen in der Malerei, auch noch einiges für den Menschen erübrigen, dessen Wirken sich ja unaufhaltsam dem Horizonte nähert in welchen sich der Verschwindungspunkt be- findet. Mit der Arbeit sieht es momentan recht mis aus - diese Gegend ist ja fürs Auge für´s Erholen, recht schön. Die Wälder und der See prachtvoll - aber sie bietet mir nicht jene Anregung die ich, in der uns seit Jahren verschlos= senen Adria und Südtiroler Gegend stets ge- funden habe; die Ausbeute wird diesmal sehr viel zu wünschen über lassen; wass mich veranlassen würde noch im Spätherbst nach Tirol (Brixen) zu gehen: wenn nicht dort auch noch Verpflegungsschwirig- keiten wie jetzt in Salzburg eintreten werden - Momentan bleibt die Idee Ende August nach Wien zurück (ohne Familie) - aufrecht.- Von meiner Frau nebst vielen Dank, bitte ich die besten Empfehlungen entgegen nehmen zu wollen sowie herzliche Grüße von Ihren ganz ergebenen Hugo Charlemont Lieber Herr Pirk. Meine Ankunft in Wien muß ich leider auf unbestimmte Zeit verschieben, da meine Frau erkrankt und in der nächsten Zeit sobald Abreise möglich; in Linz sich einer Operation unterziehen muss.- Von dem Ausgang hängt nun meine Ankunft in W. ab.- Alles ist jetzt schon verdreht.-Wie geht´s Ihnen? Herzliche Grüsse Charlemont 2. Spt. 1917 H. Charlemont Nussdorf..Attersee Herrn Heinr. Pirk VII. Lerchenfelderstr. 23 Wien Samstag 18. Mai 1918 Eu. Hochwolgeboren! Da eine wiederholt versuchte telephon An- sprache nicht zu erreichen war, erlaube ich mir auf diesen Wege, Sie zu verständigen dass ich unsere Verabredung für Sonntag aufrecht halte und ich mir mit meiner Tochter Lilly erlauben werde morgen Nach- mittag nach 4 Uhr daß große Vergnügen zu machen. Hochachtungsvollst H. Charlemont II. Valeriestr. 59 Hern Berthold Weiss XIX. Carl Ludwig- strasse 86 Cottage H. Charlemont