Innsbruck, 3. Dezember 1914. L. Fr! Ich bin wirklich in Besorgnis wegen Deines Befindens, da Du mir gar keine Nachricht zugehen ließest, seit ich Dir geschrieben habe. Sei so gut u. teile mir mit oder lasse mir mitteilen, wie es Dir geht. Ich persönlich komme noch immer nicht recht zu mir selber, so sehr nimmt mich der Zustand meiner Frau in Anspruch. Die Lungenentzündung ist zwar längst behoben, aber die Wiedergenesung macht infolge des Gemütszustandes meiner Frau nur langsame Fortschritte u. meine Geduld wird fort- während auf harte Proben gestellt; daher habe ich Deiner Frau leider noch nicht für ihren Brief danken können. Mit herzlichen Grüßen J E Herrn Dr. Moritz Necker Schriftsteller Wien IX/I Seegasse 4