PROFESSOR Dr. ANTON BETTELHEIM WIEN, 9. VIII. 1917. XIX./1., Karl Ludwigstrasse 57 (VILLA GABILLON) Verehrtester! Für die freundliche Mittheilung Ihres neuen Stückes besten Dank. Sie wissen schwerlich, daß im Einödgedanken Anklänge sich finden an L´Arronges´ "Wolthätige Frauen". Die Verflechtung dieser satiri= schen Absichten mit der Zeit=Geschichte, die neo- realistische Ausschöpfung der Kriegsgewinner=Prozesse, die humoristischen Lichter aus unseren tiefdunklen Wirtschafts-Nöten sind Ihr Eigen. Am besten ge- fiel mir der krude erste Act und der tragische Schluß des letzten, wenn gleich der Augenschein zeigt, daß Männer von der Strenge Kellers gegen die eigene Verfehlung nicht zu den All- täglichkeiten der Gegenwart zählen. Immerhin halte ./. ich einen ausgiebigen Bühnen-Erfolg nicht für unmöglich und jedenfalls wünsche ich Ihnen einen solchen für "die Patrioten", die zu Ihren ge[glück]teren dramatischen Arbeiten gehören. Mit besten Empfehlungen Ihr ganz ergebener A. Be(ttelheim)