Dr. STEFAN HOCK XIX/4 HUSCHKAGASSE 22 Wien, 19. März 1918. Sehr verehrter Herr, Ich habe Ihre schönen, gedankenschweren Gedichte mit Genuss durchlesen und danke Ihnen nochmals für die freundliche Gabe. Die geschlossene, männlich resignierte Welt- anschauung, die in einfacher, aber nie kunstloser Form ausge- sprochen wird, die Fähigkeit, Natur und Menschenwerk seelisch zu durchdringen, sind dem nichts Neues, der Ihre früheren Arbeiten kennt, aber sie sind immer willkommen und erfreulich. Am höchsten möchte ich, ohne gegen die andern unbillig zu sein, etwa folgende Gedichte stellen: Stefansthurm am Abend, Die Flöte, Feindlicher Flieger, Im goldnen Rahmen, Wiesensonntag. Ich freu mich unsrer gestrigen Begegnung und bedaure nur, dass ich so selten Gelegenheit habe, Sie zu sprechen. Ihr aufrichtig ergebener Stefan Hock.