4 UNSERE KAISERIN. Niemals werden die Völker unseres schönen, großen Vaterlandes jenes Tages verder ihnen die entsetzlich erschütternde Kunde brachte von dem Hinscheiden der gessen, Elisabeth, der edlen Gemahlin unseres geliebten Kaisers Franz Joseph I. Kaiserin Am 10. September 1898 wurde Kaiserin Elisabeth von Österreich in Genf ermordet, von einem ruchlosen, wahnwitzigen Verbrecher, der nur deshalb den Mordstahl gegen die edle Fürstin zückte, weil sie eine Krone trug, eine Krone, deren Glanz sie niemals blendete, die sie so gern abgelegt hätte, um nur ganz dem Schönen und Guten zu leben, dem reinen Genusse der Natur, den hehren Freuden, welche die Kunst einer edlen Menschenseele einflösst. Die dahingeschiedene Kaiserin hat von der Macht, mit der sie das Schicksal umkleidete, nie einen anderen Gebrauch gemacht, als den, wohlzuthun und Gutes zu stiften, wo und wie sie nur konnte. Im bayerischen Schlosse Possenhofen am Starnbergersee, welches sich hinter dichten Baumkronen fast ganz verbirgt, erblickte Prinzessin Elisabeth Eugenie als zweitälteste Tochter des Herzogs Maximilian in Bayern und der Herzogin Ludovica am 24. December 1237 das Lit der Welt A heiligenend wurdeiein deWiegeeegt,r der Herzog nannte sie deshalb sein liebes» Christkindel« In lieblicher Anmuth und Heiterkeit blühte sie empor, und als sie mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester Helene, welche sich später mit dem Fürsten von Thurn und Taxis vermählte, im Sommer des Jahres 1853 zum Besuche ihrer erlauchten Tante, der Mutter unseres Kaisers, in Ischl weilte, da machte ihre zarte Schönheit, ihr frisches, munteres Wesen auf das Herz des Kaisers einen tiefen unauslöschlichen Eindruck. »Herr Pfarrer, segnen Sie uns, das ist meine Braut,« sprach der Kaiser, als er Prinzessin Elisabeth in der Frühe des 19. August in die Kirche von Ischl führte. Am 24. April 1854 fand in der Augustiner-Hofkirche in Wien die feierliche Trauung des Kaiserpaares statt. Am Vortage hatte Prinzessin Elisabeth ihren Einzug vom k. k. Theresianum in die Hofburg gehalten. Wien glich einem Blumengarten; die alters grauen Mauern verschwanden hinter den lieblichen Blüten des Frühlings. Die schönste Rose war Elisabeth, aus dem Bayerlande in den Boden unseres Vaterlandes verpflanzt. Und fortan blieb Kaiserin Elisabeth die treueste Tochter ihres neuen Vaterlandes, die hingebendste, liebevollste Gattin, die sorgsamste Mutter, die mit einer Liebe, wie sie nur das Mutterherz kennt, an ihren Kindern hieng. Gottes unerforschlicher Rathschluss ließ sie an diesen viele Freude erleben, aber auch viel, unsäglich viel Leid. Das erste Kind, welches der Himmel am 5. März 1855 dem Kaiserpaare schenkte, Erzherzogin Sophie, verschied schon im zartesten Kindesalter auf einer Reise der Maje stäten in Ungarn, die sich von ihrem Lieblinge nicht trennen wollten. Am 12. Juli 1856 war die zweite Prinzessin, Erzherzogin Gisela, geboren worden, die zur Freude ihrer Eltern heranblühte und sich in dem Jubeljahre 1873, als der Kaiser sein fünfundzwanzigjähriges Herrscherjubiläum feierte, mit dem Prinzen Leopold von Bayern vermählte. Pohfe 24.Dez. 10.September 186 . GEWIDMET VON DER K. K. REICHSHAUPT- UND RESIDENZSTADT WIEN. LAXENg Einladung zu dem feierlichen Leichenbegängnisse weiland Ihrer Majeståt der Kaiserin und Königin ELISABETH Samstag den 17. September 1898. Die Gemeinde-Vertretung versammelt sich zur Theilnahme an dieser Leichenfeierlichkeit spätestens um ½4 Uhr nachmittags in der Augustinerkirche, da wegen des beschränkten Raumes der Zutritt in die Kapuzinerkirche nur dem Bürgermeister und den beiden Vice-Bürgermeistern gestattet ist. Die Theilnehmer erscheinen im Fracke, mit weißer Cravatte, schwarzen Handschuhen und mit Trauerflor auf dem Hute. Wien, am 13. September 1898. Der Bürgermeister: Dr. Karl Lueger. Diese Einladung ist unübertragbar und gilt als Legitimation für Herrn J. B. Wallishnusser's k. u. k. Hlot-Buchdruckerei, Wien. INVITO SACRO. Ifa sottoscritta Prefettura, rendendosi interprete dei sentimenti di tutto il Sodalizio, si onora d'invitare alla Messa solenne di Requiem, la quale verrà celebrata il giorno 26 corrente alle ore 1I antimeridiane nella nostra Chiesa(T., Minoritenplatz No. 3) in suffragio dell' anima di S. M. J. e R. l'augustissima Imperatrice e Regina ELISABETTA. benefattrice generosa ascritta alla nostra Congregazione. Vienna, 23 Settembre 1898. La Prefettura della Congregazione della Chiesa nazionale italiana di Jos. Eberle& Co., Vienna