W E R K S TAT T B E R I C H T E STA DTE NT W I C K LU N G Nr. 79 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 IMPRESSUM Eigentümer und Herausgeber: Magistratsabteilung 18 Stadtentwicklung und Stadtplanung www.wien.at/stadtentwicklung/radwege Inhaltliche Koordination: Ing. Thomas Berger, Magistratsabteilung 18 Inhaltliche Bearbeitung: Snizek+ Partner Verkehrsplanung Technische Koordination: Willibald Böck, Magistratsabteilung 18 Fotos: Magistratsabteilung 18, Snizek+ Partner Verkehrsplanung Grafik Cover: Büro Plansinn Lektorat: Ernst Böck Produktion: MA 21 A, Referat Reprografie Copyright: 2006 – Stadtentwicklung Wien ISBN 3-902015-94-2 Anmerkung: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wurde hinsichtlich der weiblichen und männlichen Wortformen die einheitliche Schreibweise gewählt. Selbstverständlich sind sinngemäß immer beide Geschlechter gemeint. Inhalt INHALT 1 EINLEITUNG....................................................................5 2 2.1 2.2 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.4 2.3 2.3.1 2.3.2 2.3.3 2.3.4 2.4 2.4.1 2.4.2 2.4.3 HÄNDISCHE ZÄHLUNG DES RADVERKEHRS..............9 Einleitung................................................................................................. 9 Händische Radverkehrszählung 2002.................................................... 9 Durchführung der Zählung 2002................................................................ 9 Ergebnisse Kurzzeitzählung Werktag 2002............................................. 10 Ergebnisse 17-Stundenzählung 2002...................................................... 13 Ergebnisse Kurzzeitzählung Sonntag 2002............................................. 16 Händische Radverkehrszählung 2005.................................................. 17 Durchführung der Zählung 2005.............................................................. 17 Ergebnisse Kurzzeitzählung Werktag 2005............................................. 17 Ergebnisse 17-Stundenzählung 2005...................................................... 21 Ergebnisse Kurzzeitzählung Sonntag 2005............................................. 23 Auswertung weiterer Zählungen des Radverkehrs............................. 24 Händische Straßenverkehrszählung Wien............................................... 24 Zählungen der MA 46.............................................................................. 25 Ergebnisse der Auswertung weiterer Zählungen des Radverkehrs.......... 26 3 DAUERZÄHLUNG DES RADVERKEHRS.....................33 3.1 Einrichtung und Funktion..................................................................... 33 3.2 3.2.1 3.2.2 3.2.3 3.2.4 3.2.4.1 3.2.4.2 3.2.4.3 3.2.4.4 3.2.4.5 3.2.4.6 3.2.4.7 3.2.4.8 Ergebnisse der Dauerzählungen.......................................................... 39 Auswertung der Zähldaten....................................................................... 39 Stündliche Werte – Tagesgang................................................................ 40 Tägliche Werte – Wochengang................................................................ 43 Tägliche Werte – Jahresgang.................................................................. 46 Jahresgang Argentinierstraße(Typ 1)................................................................... 48 Jahresgang Opernring(Typ 1)............................................................................... 50 Jahresgang Westbahnhof(Typ 1)......................................................................... 52 Jahresgang Lassallestraße(Typ 2)....................................................................... 54 Jahresgang Kennedybrücke(Typ 1)...................................................................... 56 Jahresgang Liesingbach(Typ 3)........................................................................... 58 Jahresgang Langobardenstraße(Typ 2)............................................................... 60 Jahresgang Donaukanal(Typ 3)........................................................................... 62 3.3 Streiktage 2003...................................................................................... 64 3.4 Radfahren im Winter.............................................................................. 67 3.5 Hochrechnungsmodell.......................................................................... 69 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 3 Inhalt 4 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT......................................... 71 5 AUSBLICK 2006–2010.................................................. 73 5.1 Weiterführung der Dauerzählungen..................................................... 73 5.2 Händische Radverkehrszählungen laufend als„Erfolgskontrolle“... 73 5.3 Radfahrerbefragungen.......................................................................... 74 5.4 Weiterentwicklung des Hochrechnungsmodells................................. 75 5.5 Radverkehrsanteil, Radverkehrspotenzial........................................... 75 6 RESÜMEE..................................................................... 77 6.1 Analyse des Radverkehrs in Wien........................................................ 77 6.2 Verkehrspolitische Konsequenzen....................................................... 79 4 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Einleitung 1 EINLEITUNG Seit dem Jahr 1983 wird der Radverkehr in Wien in regelmäßigen Abständen erhoben. Dies erfolgte bis zum Jahr 2002 mittels punktueller, händischer Kurzzeitzählungen an über das gesamte Stadtgebiet verteilten Zählstellen. Im Rahmen der im Zeitraum Juni 2002 bis Dezember 2005 durchgeführten„Radverkehrserhebung 2002–2005“ wurde nunmehr eine wesentlich erweiterte Erhebung und Auswertung des Radverkehrsaufkommens und-verhaltens in Wien durchgeführt. Diese Erhebung umfasst: turnusmäßige, händische Kurzzeitzählungen in den Jahren 2002 und 2005 automatische Dauerzählung des Radverkehrs an vier, seit Juli 2003 an acht Stellen im hochrangigen Radverkehrsnetz Auswertung der händischen Straßenverkehrszählung 2000 in Wien Auswertung von Verkehrszählungen der MA 46 Mit diesen Daten ist eine Fortschreibung der bisher erfassten Charakteristika und eine langfristige Analyse des Radverkehrs in Wien möglich. Der räumliche und zeitliche Aussageumfang wird durch die Einbeziehung weiterer vorhandener Datenquellen wesentlich ausgeweitet. Die Analyse aller Daten soll Aufschlüsse über die Schwerpunkte des Radverkehrs in Wien geben sowie Aussagen zum Handlungsbedarf im Radverkehr, vor allem hinsichtlich von Infrastrukturverbesserungen, ermöglichen. Durch die erstmalige Einrichtung von Dauerzählstellen ist nunmehr auch die Darstellung von vollständigen Tages-, Wochen- und Jahresganglinien im Radverkehr sowie tiefergehender Analysen über die Charakteristik des Radverkehrs und dessen Witterungsabhängigkeit möglich. Darüber hinaus steht auf Basis des in der Untersuchung gewonnenen Datenmaterials ab Beginn 2006 ein Hochrechnungsmodell für Kurzzeitzählungen zur Verfügung, mit dem von den Ergebnissen von punktuellen Zählungen auf den entsprechenden Tages- bzw. saisondurchschnittlichen Wert geschlossen werden kann. Die Abbildung 1 gibt eine Übersicht über alle Erhebungsstellen der gegenständlichen Untersuchung: Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 5 Einleitung Abbildung 1: Übersicht aller Zählstellen der Radverkehrserhebung 2002–2005 In den Tabellen 1–3 sind die einzelnen Erhebungsorte mit den angrenzenden Radverkehrsanlagen aufgelistet. Die Abkürzungen bedeuten: Typ der Radverkehrsanlage Rw.....Radweg VB...........verkehrsberuhigter Bereich Mzs.......Mehrzweckstreifen Rr......Radroute RfggEb...Radfahren gegen die Einbahn Keine....Mischverkehr mit Kfz 6 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Einleitung Werktagszählungen 7 Stunden(7.00–10.00 Uhr und 15.00–19.00 Uhr) Nummer Lage der Zählstelle 1-1 Opernring- Operngasse 1-2 Burgring- Babenbergerstraße 1-3 Donaukanal und Franz-Josefs-Kai bei Salztorbrücke 2-1 Lassallestraße- Vorgartenstraße 2-2 Prater Hauptallee bei Waldsteingartenstraße 2/3-1 Erdberger Steg 3-1 Marxergasse- Gärtnergasse 5-1 St. Johann-Park 6/7-1 Mariahilfer Straße- Neubaugasse* 7-1 Museumstraße- Burggasse 9-1 Alserbachstraße- Althanstraße 10-1 Ettenreichgasse- Ricarda-Huch-Weg 11-1 Simmeringer Hauptstraße bei Enkplatz 13-1 Dommayergasse- Auhofstraße 13-2 Hietzinger Hauptstraße- Lainzer Straße 15-1 Neubaugürtel- Mariahilfer Straße 15-2 Mariahilfer Straße zw. Dadlergasse und Grimgasse 16-1 Lerchenfelder Gürtel- Hasnerstraße 21-1 Brünner Straße- Hanreitergasse 21-2 Floridsdorfer Hauptstraße- Jedleseer Straße 22-1 23-1 Süßenbrunner Straße- Hirschstettner Straße U6-Begleitweg zw. U6-Station Erlaaer Straße und U6-Station Alterlaa * Zählung 17 Stunden(7.00–24.00 Uhr) Typ der Radverkehrsanlage Rw- Rw Rw- Rw Rw, Rw Rw- Rw VB Rr Rw, Mzs- RfggEb Rw keine- RfggEb Rw- Rr Mzs- Mzs VB- VB Mzs RfggEb- RfggEb keine Rw- keine Mzs Rw- Rr Rw- Rw Rw- Mzs Rw- Rw Rw, Rr Tabelle 1: Zählstellen der händischen Radverkehrserhebung an Werktagen 2002 und 2005 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 7 Einleitung Wochenendzählungen 4 Stunden(14.00–18.00 Uhr) Nummer Lage der Zählstelle 1-2 1-4 2-1 2/22-1 2/22-2 2/22-3 2/22-4 13/14-1 15-1 20-1 21-3 22-2 23-2 Burgring- Babenbergerstraße Kärntner Ring- Canovagasse Lassallestraße- Vorgartenstraße Linkes Donauufer auf Höhe Brigittenauer Bucht Donauinsel, linkes Donauufer auf Höhe Brigittenauer Bucht Donauinsel, rechts Donauufer auf Höhe Brigittenauer Bucht Rechtes Donauufer auf Höhe Brigittenauer Bucht Auhof- Hofjägerstraße bei Autobahnunterführung Neubaugürtel- Mariahilfer Straße Leipziger Straße- Leipziger Platz Floridsdorfer Brücke auf der Donauinsel Saltenstraße- Brockhausengasse Laxenburgradweg- Vorarlberger Allee Typ der Radverkehrsanlage Rw- Rw Rw- Rr Rw- Rw VB VB VB VB VB Rw- keine Rw- VB Rw VB VB- Rw Tabelle 2: Zählstellen der händischen Radverkehrserhebung am Wochenende 2002 und 2005 Dauerzählstellen Nummer Bezirk seit Lage der Zählstelle D1 4. Juni 2002 Argentinierstraße bei ORF D2 1. Juni 2002 Opernring bei Operngasse D3 15. Juni 2002 Neubaugürtel bei Westbahnhof D4 2. Juni 2002 Lassallestraße bei Vorgartenstraße D5 13. Juli 2003 Wientalradweg bei Kennedybrücke D6 23. Juli 2003 Liesingbachradweg bei Alterlaa D7 22. Juli 2003 Langobardenstraße bei SMZ Ost D8 19. Juli 2003 Donaukanal bei Schnellbahnbrücke S45 Tabelle 3: Zählstellen der Radverkehrsdauerzählung 2002–2005 Typ der Radverkehrsanlage Rw Rw Rw Rw Rw Rw Rw Rw 8 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs 2 HÄNDISCHE ZÄHLUNG DES RADVERKEHRS 2.1 Einleitung Die im Rahmen des Projekts in den Jahren 2002 bzw. 2005 durchgeführten punktuellen Kurzzeitzählungen stellen eine Weiterführung der händischen Stichprobenerhebungen im Wiener Radverkehrsnetz dar, welche im Auftrag der MA 18 seit dem Jahr 1983 im dreijährigen Turnus erfolgen. Diese Erhebungen werden an signifikanten Stellen im Radverkehrsnetz – sowohl an Werktagen als auch am Wochenende – durchgeführt und dienen vorrangig dazu, Tendenzen des Radverkehrs abzuleiten. Aussagen über die Verkehrsmittelwahl der Bevölkerung(Modal Split) lassen diese Erhebungen nicht zu. Die Zählungen wurden wie bisher vorwiegend als Kreuzungsstromzählungen durchgeführt, um an den einzelnen Stellen detailliertere Informationen über die Verkehrsströme zu erhalten. 2.2 Händische Radverkehrszählung 2002 2.2.1 Durchführung der Zählung 2002 Die Zählungen erfolgten im Juni 2002, wobei der Zählzeitraum im Wesentlichen mit dem der vorangegangenen Zählungen übereinstimmt. Die Werktagszählungen wurden an einem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag(4.–6. und 11.–13. Juni 2002) in der Zeit von 7.00–10.00 Uhr und 15.00–19.00 Uhr durchgeführt. An zwei Stellen davon wurde analog zu 1999 von 7.00–24.00 Uhr gezählt. Die Wochenendzählungen fanden(bis auf eine Stelle) am Sonntag, dem 16. Juni in der Zeit von 14.00– 18.00 Uhr statt. Die Zählstellen sind so gewählt, dass viele Stadtgebiete abgedeckt sind und verschiedene Typen von Radverkehrsanlagen erhoben werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 9 Händische Zählung des Radverkehrs 2.2.2 Ergebnisse Kurzzeitzählung Werktag 2002 Von den 16 Zählstellen der 7-Stunden-Werktagszählung wurde an neun Stellen auch in früheren Zählungen erhoben, sodass Vergleiche möglich sind. Die Ergebnisse der Zählungen sind in Tabelle 4 dargestellt. Der Zählzeitraum(erste Junihälfte) sowie die Zählzeit wurde so gewählt, dass Vergleiche mit früheren Zählungen möglich sind. Bei der Beurteilung der Zählergebnisse ist zu beachten, dass Stichprobenerhebungen(insbesondere Radverkehrserhebungen) den Gesetzmäßigkeiten des statistischen Zufalls unterliegen und immer im Zusammenhang mit den Erhebungsbedingungen(im Radverkehr vor allem Jahreszeit und Wetter) zu sehen sind. Der Tagesgang der Radverkehrsstärken lässt bei den einzelnen Zählstellen kleine Unterschiede erkennen, ist jedoch vergleichbar. Er hängt vorwiegend von den örtlichen Gegebenheiten der Zählstelle und deren Lage im Radverkehrsnetz ab. Die Morgenspitze liegt im Wesentlichen zwischen 8.00 und 9.00 Uhr, die Nachmittagsspitze meist zwischen 16.00 und 18.00 Uhr. Die höchsten Radfahrerzahlen wurden am Ringradweg ermittelt. An der Kreuzung Opernring/Operngasse wurden in sieben Stunden 3.971 Radfahrer gezählt, an der Kreuzung Burgring/Babenbergerstraße 3.740. Die durchschnittliche stündliche Radverkehrsstärke an diesen Kreuzungen beträgt 567 bzw. 534 Radfahrer, die gleitenden Spitzenstundenwerte liegen bei 777 bzw. 723 Radfahrern. Am Donaukanal bei der Salztorbrücke sind durchschnittlich 389 Radfahrer je Stunde in den erhobenen Stundengruppen unterwegs, in der Spitzenstunde 518. An diesen drei Zählstellen sowie an den Stellen am Gürtel, in der Lassallestraße, in der Prater Hauptallee, in der Mariahilfer Straße, in der Museumstraße und in der Alserbachstraße wurden in sieben Stunden über 1.000 Radfahrer gezählt. Es handelt sich dabei immer um Punkte an hochrangigen Radverkehrsrouten. Alle anderen Zählstellen weisen geringere Radfahrerzahlen auf. Dies sind vorwiegend Stellen in peripherer Lage oder Strecken mit fehlender oder unzureichender Anbindung. Auffallend ist auch die generelle Steigerung des Radverkehrs auf fast allen Zählstellen im Vergleich zur Zählung 1999. Die Steigerungsraten der einzelnen Stellen betragen bis zu rund 40%. Lediglich beim Cafe Dommayer(Zählstelle 13-1) und auf der Süßenbrunner Straße(Zählstelle 22-1) fiel der Wert 2002 niedriger aus als 1999. Die Werte bei der Ettenreichgasse sind 2002 und 1999 fast ident. Sowohl die festgestellten Steigerungen als auch die wenigen Rückgänge unterliegen den Schwankungen einer Stichprobenerhebung, zeigen in Summe jedoch eindeutig einen zum Teil stark ansteigenden Trend in der Entwicklung des Radverkehrs. 10 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs In der Alserbachstraße ist lediglich ein Vergleich mit 1997 möglich, wobei hier die Steigerung über 110% beträgt. Im Querschnitt Alserbachstraße wurden in sieben Stunden 1.072 Radfahrer gezählt. Das sind im Schnitt 153 Radfahrer in der Stunde. Zu beachten ist hierbei, dass im Herbst 1999 auf der Alserbachstraße Mehrzweckstreifen von der Nussdorfer Straße bis zur Rossauer Lände errichtet wurden. An der Zählstelle Museumstraße(„Zweier-Linie“) wurden 1.827 Radfahrer erhoben. Im Querschnitt vor dem Museumsquartier wurden im Zählzeitraum 1.131 Radfahrer (durchschnittlich 162 je Stunde) gezählt. Im Vergleich dazu wurden bei der Straßenverkehrszählung im Jahr 2000 am Messeplatz an einem Werktag(Dienstag, 23. Mai 2000) in sieben Stunden 212 Radfahrer gezählt. Dies entspricht einer Steigerung innerhalb von zwei Jahren von+433%. Hier ist zu beachten, dass im Sommer 2001 auf der sogenannten„Zweier-Linie“ von der Mariahilfer Straße bis zur Alser Straße Radwege errichtet wurden. Die Inanspruchnahme der Radwege geht aus der Zählung klar hervor. An den Zählstellen am Ringradweg wurden ebenfalls deutliche Steigerungen festgestellt, sodass nicht von einer Verlagerung des Radverkehrs vom Ring auf die„Zweier-Linie“ ausgegangen werden kann, sondern vielmehr„neuer Radverkehr“ angezogen wurde. Grundsätzlich zeigen die Zählergebnisse im Jahr 2002 deutliche Steigerungen gegenüber dem Vergleichszeitraum 1999. Auffallend sind die hohen Werte an den zentralen Stellen, vor allem auf den hochrangigen Radverkehrsanlagen. Die peripheren Zählstellen weisen erheblich geringere Radfahrerzahlen auf. Dies liegt einerseits daran, dass das Zentrum ein wichtiges Ziel für viele Relationen im Radverkehr ist. Andererseits ist das Radverkehrsaufkommen in den inneren Bezirken aufgrund der kürzeren Distanzen generell höher. Die Zählstellen in der Alserbachstraße und in der Museumstraße zeigen, dass qualitativ hochwertige Radverkehrsanlagen an hochrangigen Strecken wesentlich zur Attraktivierung und Förderung des Radverkehrs beitragen. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 11 Händische Zählung des Radverkehrs Tabelle 4: Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2002 mit Vergleich zu 1999 12 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Nr. Lage der Zählstelle 1-1 Opernring Operngasse* Anlage Rw Rw Q 7-10 1.423 2002 Q 15-19 2.548 Q Su 3.971 1999 Q Su 2.886 1-2 Burgring Babenbergerstraße Rw Rw 1.296 2.444 3.740 k. Z. 1-3 Donaukanal, Fr.-Josefs-Kai bei Salztorbr. Rw Rw 1.084 1.637 2.721 k. Z. 2-1 Lassallestraße Vorgartenstraße Rw Rw 541 1.153 1.694 k. Z. 2-2 Prater Hauptallee bei Waldsteingartenstr. 6/7-1 Mariahilfer Straße Neubaugasse* VB keine RfggEb 330 1.545 1.875 1.393 15-19 589 915 1.504 1.395 7-2 Museumstraße Burggasse 9-1 Alserbachstraße Althanstraße Rw Rr Mzs Mzs 728 1.099 1.827 511 857 1.368 k. Z. 650 1997 10-1 Ettenreichgasse Ricarda-Huch-Weg VB VB 86 170 256 257 11-1 13-1 13-2 Simmeringer Hauptstraße bei Enkplatz Dommayergasse Auhofstraße Hietzinger Hauptstraße Lainzer Straße Mzs RfggEb RfggEb keine 76 153 229 k. Z. 97 133 230 402 1998 63 104 167 129 1998 15-1 Neubaugürtel Mariahilfer Str.(Westbhf.) Rw keine 461 616 1.077 k. Z. 16-1 Lerchenfelder Gürtel Hasnerstraße Rw Rr 627 950 1.577 895 21-1 Brünner Straße Hanreitergasse Rw Rw 112 151 263 89 21-2 Floridsdorfer Hauptstr. Jedleseer Str. Rw Mzs 111 244 355 k. Z. 22-1 23-1 Süßenbrunner Str. Hirschstettner Str. U6-Begleitweg bei U6-Station Erlaaer Str. Rw Rw Rw Rr 108 145 253 180 15-19 64 146 210 45 7-10 * insgesamt 17 Stunden von 7.00–24.00 Uhr gezählt 1997 ... Händische Radfahrerzählung 1997 k. Z keine Zählung 1998 Zählung aus der Radverkehrsoffensive im 9. und 13. Bezirk 1) Zählung 1999 Brünner Straße im Bereiche Empergergasse kein direkter Vergleich möglich 7-10 Zählung nur 7.00–10.00 Uhr Vergleich nur von 7.00–10.00 Uhr 15-19 Zählung nur 15.00–19.00 Uhr Vergleich nur von 15.00–19.00 Uhr 2002/1999 +37,6% +10,9% +7,8% +110,5% -0,4% -42,8% +29,5% +76,2% 1) -19,4% +42,2% Händische Zählung des Radverkehrs 2.2.3 Ergebnisse 17-Stundenzählung 2002 An zwei Zählstellen wurde der Radverkehr wie bereits 1999 in der Zeit von 7.00–24.00 Uhr(17 Stunden) gezählt. Damit kann der tageszeitliche Verlauf des Radverkehrs beispielhaft erfasst werden. Beide Stellen befinden sich im zentralen Bereich. Die Zählstelle Oper weist mit dem Ringradweg sowie dem Radweg in der Operngasse hochrangige Radverkehrsanlagen auf. Die Zählstelle Mariahilfer Straße hat lediglich in der Neubaugasse eine Radverkehrsanlage, in der Mariahilfer Straße selbst gibt es keine Radverkehrsanlage. An beiden Stellen zeigt sich eine ähnliche Tagesganglinie. Die Morgenspitze fällt in die Zeit von 8.00–9.00 Uhr. Nach einem Abfall am Vormittag folgt eine MittagsZwischenspitze von 12.00–15.00 Uhr. Die Abendspitze fällt bei der Oper in die Zeit von 17.00–19.00 Uhr, bei der Mariahilfer Straße in die Zeit von 16.00–17.00 Uhr. Lage der Zählstelle Opernring 2002 Q 1999 Q Operngasse(Rw Rw) 2002/1999 7.00–10.00 Uhr 10.00–15.00 Uhr 15.00–19.00 Uhr 19.00–24.00 Uhr 7.00–24.00 Uhr 1.423 2.378 2.548 1.725 8.074 877 1.300 2.009 1.140 5.326 +62,3% +82,9% +26,8% +51,3% +51,6% Mariahilfer Straße Neubaugasse(keine RfggEb) 7.00–10.00 Uhr 10.00–15.00 Uhr 15.00–19.00 Uhr 19.00–24.00 Uhr 7.00–24.00 Uhr 589 1.052 915 505 3.061 525 663 870 626 2.684 +12,2% +58,7% +5,2% -19,3% +14,0% Tabelle 5: Ergebnisse der 17-Stunden-Werktagszählung Juni 2002 mit Vergleich zu 1999 An der Zählstelle in der Mariahilfer Straße wurden 3.061 Radfahrer ermittelt. Dies bedeutet gegenüber 1999 eine Steigerung von+14%. Hochgerechnet ergibt sich an der Zählstelle ein 24-Stunden-Wert von rund 3.200, im Querschnitt Mariahilfer Straße von ca. 2.300 Radfahrern. Bei der Straßenverkehrszählung 2000 wurde im gleichen Querschnitt ein DTV w von 11.990 Kfz/Tag erhoben. Die Gegenüberstellung dieser Werte ergibt für die Mariahilfer Straße einen Radverkehrsanteil am Individualverkehr von 16,2%. Das heißt, fast jedes sechste Fahrzeug ist ein Fahrrad! Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 13 Händische Zählung des Radverkehrs An der Zählstelle vor der Oper wurde mit 8.074 Radfahrern(gleitende Spitzenstunde: 777) ein sehr hoher Wert ermittelt. Unter der Annahme eines 5%-Anteils des Tagesverkehrs in der Zeit von 24.00–7.00 Uhr ergibt sich hochgerechnet ein 24Stunden-Wert von rund 8.500 Radfahrern. Dies bedeutet gegenüber 1999 eine Steigerung von+51,6%. Im Querschnitt ergibt sich ein 24-Stunden-Wert von rund 6.000 Radfahrern. Im Vergleich dazu wurde bei der händischen Straßenverkehrszählung 2000 in Wien am Burgring auf der Fahrbahn ein DTV w von 28.827 Kfz/Tag erhoben. Die Gegenüberstellung dieser Werte ergibt für den Ring einen Radverkehrsanteil im Individualverkehr von 17,3%. Die Zählstellen Mariahilfer Straße und Opernring weisen zum Teil starke Steigerungen des Radverkehrs gegenüber 1999 auf. Auffallend ist die starke Zunahme in der Zeit von 10.00–15.00 Uhr. Auch die Steigerungen in den Zeiten der Spitzen des Arbeits- und Ausbildungsverkehrs sind deutlich, fallen aber etwas geringer aus. Die vermehrte Benützung des Fahrrades im Erledigungsverkehr ist eine plausible Erklärung dafür. Bemerkenswert sind auch die hohen Werte in den Spätabendstunden. Bis Mitternacht passieren die Zählstelle vor der Oper stündlich über 200 Radfahrer. Dies ist auf den Freizeitverkehr(v. a. Gastronomiebesuche) zurückzuführen. Beide Zählstellen weisen mit 16% bzw. 17% einen sehr hohen Radverkehrsanteil im Individualverkehr auf. 14 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs Radfahrer je Stunde 800 Gesamt: 8074 Radfahrer 700 1999: 5326 Steigerung:+51,6% 600 500 400 300 200 100 0 Opernring X Operngasse Gleitende Spitzenstunde: 777 17:30–18:30 Uhr 07:00-08:00 08:00-09:00 09:00-10:00 10:00-11:00 11:00-12:00 12:00-13:00 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 15:00-17:00 17:00-18:00 18:00-19:00 19:00-20:00 20:00-21:00 21:00-22:00 22:00-23:00 23:00-24:00 Zählung: 7.00- 24.00 Uhr am Di, 04. 06. 2002 sowie Di, 27. 07. 1999 Stundenwerte 2002 Abbildung 2: Ergebnisse der 17-Stundenzählung 2002 an der Zählstelle Operning/Operngasse Stundenwerte 1999 Radfahrer je Stunde 400 Gesamt: 3061 Radfahrer 350 1999: 2684 Steigerung:+14% 300 250 200 150 100 50 0 Mariahilfer Straße X Neubaugasse Gleitende Spitzenstunde: 255 15:45–16:45 Uhr 07:00-08:00 08:00-09:00 09:00-10:00 10:00-11:00 11:00-12:00 12:00-13:00 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00 18:00-19:00 19:00-20:00 20:00-21:00 21:00-22:00 22:00-23:00 23:00-24:00 Zählung: 7:00- 24:00 Uhr am Di, 04. 06. 2002 sowie Do, 29. 07. 1999 Stundenwerte 2002 Abbildung 3: Ergebnisse der 17-Stundenzählung 2002 an der Zählstelle Mariahilfer Straße/Neubaugasse Stundenwerte 1999 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 15 Händische Zählung des Radverkehrs 2.2.4 Ergebnisse Kurzzeitzählung Sonntag 2002 Unter den neun Wochenend-Zählstellen sind vier neue, sodass an fünf Stellen Vergleiche mit früheren Zählungen möglich sind. Auch bei den Sonntagszählungen ist zu beachten, dass die Ergebnisse den Schwankungen einer Stichprobenerhebung unterliegen. Besonders der Wochenendverkehr, der zum überwiegenden Teil dem Freizeitverkehr zuzurechnen ist, wird von äußeren Faktoren wie Witterung oder Jahreszeit maßgeblich beeinflusst. Die Zählung 2002 fand unter ungünstigen Witterungsverhältnissen statt. Der erste Zählversuch am 9. Juni 2002 musste aufgrund eines plötzlichen gewittrigen Regens abgebrochen werden. Am eigentlichen Zähltag 16. Juni 2002 regnete es am Morgen kurz, den restlichen Tag über war das Wetter sonnig und trocken. Trotzdem fielen alle vergleichbaren Zählergebnisse deutlich geringer aus als 1999. Die Abnahmen betrugen bis zu knapp 60%. Es ist anzunehmen, dass viele Personen eine Freizeitfahrt mit dem Fahrrad unterließen, um einem etwaigen weiteren Regen zu entgehen. Das Potenzial für den Sonntagsverkehr liegt, wie die Zählungen der vergangenen Jahre zeigen, höher. Nummer Lage der Zählstelle 1-2 Burgring Babenbergerstraße 1-4 Kärntner Ring platz Schwarzenberg2-1 Lassallestraße Vorgartenstraße 13/14-1 Auhof – Hofjägerstraße bei Autobahnunterführung 15-1 Neubaugürtel Mariahilfer Straße (Westbahnhof) 20-1 Leipziger Straße – Leipziger Platz 21-3 Floridsdorfer Bücke auf der Donauinsel 22-2 Saltenstraße Brockhausengasse 23-2 Laxenburgradweg Allee Vorarlberger Anlage Rw Rw Rw Rr Rw Rw VB 2002 1999 2002/1999 Q 14-18 Q 14-18 1.199 k. Z. 976 1.439 -32,2% 1.486 k. Z. 280 k. Z. Rw keine Rw VB Rw VB RfggEb Rr VB Rw 441 k. Z. 325 434 556 1.312 221 504 788 1.016 -25,1% -57,6% -56,2% -22,4% Tabelle 6: Ergebnisse der 4-Stunden-Sonntagszählung Juni 2002 und Vergleich mit 1999 Die Wochenendzählung 2002 bestätigt, dass„Freizeitradler“ wesentlich empfindlicher auf Witterungseinflüsse reagieren als„Alltagsradler“. 16 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs 2.3 Händische Radverkehrszählung 2005 2.3.1 Durchführung der Zählung 2005 Die Zählungen erfolgten im Mai und Juni 2005, wobei der Zählzeitraum im Wesentlichen mit dem der vorangegangenen Zählungen übereinstimmt. Die Werktagszählungen wurden am Dienstag, dem 14. Juni 2005 in der Zeit von 7.00–10.00 Uhr und 15.00–19.00 Uhr durchgeführt. An einer Stelle wurde analog zu 1999 und 2002 von 7.00–24.00 Uhr gezählt. Die Wochenendzählung fand am Sonntag, dem 29. Mai in der Zeit von 14.00–18.00 Uhr statt. Die Zählstellen sind so gewählt, dass viele Stadtgebiete abgedeckt sind und verschiedene Typen von Radverkehrsanlagen erhoben werden. Insgesamt wurde an Werktagen an 13 Erhebungsorten gezählt. Am Sonntag wurde an vier Zählstellen der gesamte Donauquerschnitt auf Höhe Brigittenauer Bucht erhoben. 2.3.2 Ergebnisse Kurzzeitzählung Werktag 2005 Von den 13 Zählstellen der 7-Stunden-Werktagszählungen wurde der Radverkehr an neun Stellen auch in früheren Zählungen erhoben, sodass Vergleiche möglich sind. Die Ergebnisse der Zählungen sind in der Tabelle 7 dargestellt. Die am stärksten befahrene Zählstelle liegt wieder am Ringradweg. An der Kreuzung Opernring/Operngasse wurden in sieben Stunden 3.867 Radfahrer gezählt. Die durchschnittliche stündliche Radverkehrsstärke an dieser Kreuzung beträgt 551 Radfahrer, die gleitenden Spitzenstundenwerte liegen bei 718 Radfahrern. Dies ergibt ein leichtes Plus gegenüber 2002, und das, obwohl Ende 2003 die CityDurchfahrt(Route von der Oper bis zum Schottentor) eröffnet wurde, die Verlagerung von Radverkehrsströmen zur Folge hatte. Eine händische Zählung im Juni 2004 ergab deutliche Zunahmen der Radfahrer in der Operngasse Richtung Zentrum(+44,2%) und eine hohe Inanspruchnahme der neuen City-Durchfahrt. Diese Durchfahrt trägt damit zur Entlastung des Ringradwegs bei und bietet zusätzlich die Erschließung neuer Ziele im Stadtzentrum bzw. eine rasche Route von der Oper zum Schottentor. Am Donaukanal bei der Salztorbrücke liegen die Radfahrerzahlen deutlich niedriger als 2002, da durch die baustellenbedingte Sperre des unten gelegenen Radwegs viele Radfahrer auf andere Routen angewiesen sind. In der Prater Hauptallee wurden die hohen Werte der vergangenen Zählungen bestätigt. An diesen drei Zählstellen sowie in der inneren Mariahilfer Straße und in der Alserbachstraße wurden in sieben Stunden jeweils über 1.000 Radfahrer gezählt. Es sind dies Punkte an hochrangigen Radverkehrsrouten. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 17 Händische Zählung des Radverkehrs Am Erdberger Steg wurden knapp 600 Radfahrer gezählt. Dieser im Vergleich mit anderen Stellen niedrigere Wert verdeutlicht die eher untergeordnete zentrale Radialfunktion des Stegs. An der Kreuzung Marxergasse- Gärtnergasse wurden rund 550 Radfahrer gezählt, 200 davon in der Marxergasse zwischen der Gärtnergasse und der Invalidenstraße. Dieser eher niedrige Wert lässt auf einen höheren Anteil an Freizeitverkehr(Route in den Prater) in der Marxergasse schließen. Am Radweg im St. Johann-Park als Teil des Wientalradwegs wurden in den sieben Stunden 535 Radfahrer gezählt. Dieser Wert erscheint im Hinblick auf die Lage und Anlagenform des Radwegs gering, zeigt jedoch die Wichtigkeit von Netzschlüssen im Radverkehrsnetz sowie die Notwendigkeit der Führung von hochrangigen Radialrouten bis ins Zentrum(Anmerkung: Mittlerweile konnte die„Lücke Lobkowitzbrücke“ durch die Realisierung einer Radfahranlage im Sommer 2005 geschlossen werden). In der inneren Mariahilfer Straße und in der Alserbachstraße sowie am Lerchenfelder Gürtel bestätigt sich das hohe Radverkehrsaufkommen in den inneren, dicht bebauten Bezirken aus der Zählung 2002. In der Ettenreichgasse zeigt sich ein relativ niedriger Wert. Dies kann mit der Baustelle im Zuge der Errichtung des Columbus-Centers am Columbusplatz zusammenhängen. Die äußere Mariahilfer Straße weist mit rund 500 Radfahrern einen ähnlichen Wert auf wie der Radweg im St. Johann-Park. Hier zeigt sich das Potenzial der Route trotz fehlender Verbindung bis zum Gürtelradweg. In der Floridsdorfer Hauptstraße zeigt sich die Wirkung eines wichtigen Netzschlusses. Mit der Eröffnung des Radwegs Wasserpark im Frühjahr 2005 entstand eine attraktive, durchgehende Verbindung zur Floridsdorfer Brücke. Dies zeigt sich in der deutlichen Steigerung der Radfahrerzahlen gegenüber 2002. Die Werktagszählung 2005 zeigt, dass an wichtigen Punkten des Wiener Radwegenetzes bis zu 8.000 Radfahrer/Tag fahren. Insgesamt sind deutliche Steigerungen gegenüber den Vorerhebungen festzustellen(+6,3% gegenüber 2002 und+41,2% gegenüber 1999). Der Ausbau von neuen Radwegen führt zu deutlichen Steigerungen, fehlende Lückenschlüsse führen zu vergleichsweise geringeren Nutzerfrequenzen. Auch Straßen ohne eigene Radfahranlagen zeigen einen hohen Radverkehrsanteil. 18 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 19 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Tabelle 7: Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 (korrigiert auf Maximalwert Juni 2005) Nr. Lage der Zählstelle 1-1 Opernring Operngasse Anlage Rw Rw Q 7-10 1.493 2005 Q 15-19 2.615 1-2 2-1 2/3-1 3-1 5-1 Donaukanal, Franz-Josefs-Kai bei Salztorbr. Prater Hauptallee bei Waldsteingartenstraße Erdberger Steg Marxergasse St. Johann-Park Rw, Rw VB Rr Rw, Rr, Mzs, RfggEb Rw 945 1.594 436 1.577 168 442 229 356 213 357 6/7-1 Mariahilfer Straße Neubaugasse* keine RfggEb 674 1.264 9-1 Alserbachstraße Althanstraße Mzs Mzs 552 903 10-1 15-1 Ettenreichgasse Ricarda-Huch-Weg Mariahilfer Straße zw. Dadlerg. und Grimmg. VB VB Mzs 105 147 185 345 16-1 Lerchenfelder Gürtel Hasnerstraße Rw Rr 775 1.138 21-1 Floridsdorfer Hauptstraße Jedleseer Straße Rw Mzs 158 23-1 U6-Begleitweg zw. U6-Station Erlaaer Straße und U6-Station Alterlaa Rw Rr 107 * insgesamt 17 Stunden von 7.00–24.00 Uhr gezählt ** heraus gerechnete Relationen von gesamter Kreuzung k. Z. keine Zählung 7-10 Zählung nur 7.00–10.00 Uhr Vergleich nur von 7.00–10.00 Uhr 15-19 Zählung nur 15.00–19.00 Uhr Vergleich nur von 15.00–9.00 Uhr 341 211 2002 Q Su Q Su 4.109 3.971 2.538 2.721 2.012 1.875 610 k. Z. 585 k. Z. 570 k. Z. 1.939 1.504 1.455 1.368 252 256 530 k. Z. 1.913 1.577 499 355 2005/2002 +3,5% -6,7% +7,3% +28,9% +6,4% -1,4% +21,3% +40,4% 317 134**+136,9% Händische Zählung des Radverkehrs Händische Zählung des Radverkehrs Nr. Lage der Zählstelle 1-1 Opernring Operngasse 2-1 Prater Hauptallee bei Waldsteingartenstr. 6/7-1 Mariahilfer Straße Neubaugasse 9-1 Alserbachstraße Althanstraße 10-1 Ettenreichgasse Ricarda-Huch-Weg 16-1 Lerchenfelder Gürtel Hasnerstraße 21-1 Floridsdorfer Hauptstraße Straße Jedleseer 23-1 U6-Begleitweg zw. U6-Station Erlaaer Straße und U6-Station Alterlaa Σ Vergleich 2005–2002:+6,3% 2005 Q Su 3.857 1.889 1.820 1.366 237 1.796 468 2002 Q Su 3.971 1.875 1.504 1.368 256 1.577 355 1999 Q Su 2.886 1.393 15-19 1.395 650 1997 257 895 k. Z. 298 134* k. Z. 11.731 11.040 Σ Vergleich 2005–1999*:+41,2% 10.556 7.476 *…heraus gerechnete Relationen von gesamter Kreuzung Tabelle 8: Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 und 1999 Nr. Lage der Zählstelle 1-1 Opernring Operngasse 2005 Q Su 4.109 2002 Q Su 3.971 2-1 Prater Hauptallee bei Waldsteingartenstraße 2.012 1.875 6/7-1 Mariahilfer Straße Neubaugasse 1.939 1.504 9-1 Alserbachstraße Althanstraße 1.455 1.368 10-1 Ettenreichgasse Ricarda-Huch-Weg 252 256 16-1 Lerchenfelder Gürtel Hasnerstraße 1.913 1.577 21-1 Floridsdorfer Hauptstraße Jedleseer Straße 499 355 23-1 U6-Begleitweg zw. U6-Station Erlaaer Straße und U6Station Alterlaa 317 134* Σ Vergleich 2005–2002:+13,2% 12.496 11.040 * herausgerechnete Relationen von gesamter Kreuzung Tabelle 9: Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 und 1999(korrigiert auf Maximalwert Juni) 20 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs 2.3.3 Ergebnisse 17-Stundenzählung 2005 In der Mariahilferstraße wurde der Radverkehr wie bereits 1999 und 2002 von 7.00–24.00 Uhr(17 Stunden) gezählt. Damit kann der tageszeitliche Verlauf des Radverkehrs auch abseits von Radwegen beispielhaft erfasst werden. Die Zählstelle befindet sich im zentralen Bereich Kreuzung Mariahilfer Straße/Neubaugasse/ Amerlingstraße und hat lediglich in der Neubaugasse eine Radfahranlage. In der Mariahilfer Straße sowie in der Amerlingstraße selbst besteht keine Radverkehrsanlage. Die Morgenspitze fällt in die Zeit von 8.15–9.15 Uhr. Nach einem Abfall am Vormittag folgt eine kontinuierliche Steigerung bis zur Abendspitze in der Zeit von 17.45– 18.45 Uhr. Insgesamt wurden an der Zählstelle in 17 Stunden 3.521 Radfahrer ermittelt. Dies bedeutet gegenüber 2002 eine Steigerung von+15%, gegenüber 1999 eine Steigerung von+31%. Die gleitende Spitzenstunde ist von 17.30–18.30 Uhr und beträgt 356 Radfahrer. Bemerkenswert sind auch die hohen Werte in den Spätabendstunden. Bis Mitternacht passieren die Zählstelle stündlich über 100 Radfahrer. Dies ist auf den Freizeitverkehr(v. a. Gastronomiebesuche) zurückzuführen. Hochgerechnet ergibt sich an der Zählstelle ein 24-Stunden-Wert von rund 3.700, im Querschnitt Mariahilfer Straße von ca. 2.600(außerhalb Neubaugasse) bzw. 2.500(innerhalb Neubaugasse) Radfahrern. Lage der Zählstelle 2005 Q 2002 Q 1999 Q 2005/2002 2005/1999 Mariahilfer Straße Neubaugasse(keine RfggEb) 7.00–10.00 Uhr 10.00–15.00 Uhr 15.00–19.00 Uhr 19.00–24.00 Uhr 7.00–24.00 Uhr 633 963 1.187 738 3.521 589 1.052 915 505 3.061 525 663 870 626 2.684 +7,5% -8,5% +29,7% +46,1% +15,0% +20,6% +45,2% +36,4% +17,9% +31,2% Tabelle 10: Ergebnisse der 17-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 und 1999 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 21 Händische Zählung des Radverkehrs Bei der Straßenverkehrszählung 2000 wurde im gleichen Querschnitt ein DTV w von 11.990 Kfz/Tag erhoben. Die Gegenüberstellung dieser Werte unter der Annahme eines geringen Anstiegs des Kfz-Verkehrs in der Mariahilfer Straße ergibt einen Radverkehrsanteil am Individualverkehr der Mariahilfer Straße(innerhalb Neubaugasse) von knapp 20%. Das heißt, jedes fünfte Fahrzeug am Erhebungstag war ein Fahrrad. Querschnitt Mariahilfer Str. innerh. Neubaug. Mariahilfer Str. außerh. Neubaug. Neubaugasse Amerlingstraße 07:00– 10:00 393 409 270 194 10:00– 15:00 667 661 322 276 15:00– 19:00– 07:00–10:00 19:00 24:00 15:00–19:00 806 492 1.199 854 519 364 231 350 234 1.263 634 544 07:00– 24:00 2.358 2.443 1.187 1.054 Tabelle 11: Ergebnisse der 17-Stundenzählung Mariahilfer Straße/Neubaugasse Radfahrer je Stunde 400 Gesamt: 3.521 Radfahrer 2002: 3.061 350 1999: 2.684 300 250 200 150 100 Steigerung zu 50 2002:+ 15% 1999:+ 31% 0 Mariahilfer Straße X Neubaugasse Gleitende Spitzenstunde: 356 17:30–18:30 Uhr 07:00-08:00 08:00-09:00 09:00-10:00 10:00-11:00 11:00-12:00 12:00-13:00 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00 18:00-19:00 19:00-20:00 20:00-21:00 21:00-22:00 22:00-23:00 23:00-24:00 Zählung 7:00- 24:00 Uhr am Di., 14.06.2005, Di., 04.06.2002, Do., 29.07.1999 Stundenwerte 2005 Stundenwerte 2002 Stundenwerte 1999 Abbildung 4: Ergebnisse der 17-Stundenzählung 2005 an der Zählstelle Mariahilfer Straße/Neubaugasse Die Zählstelle Mariahilfer Straße weist im tageszeitlichen Verlauf zum Teil starke Steigerungen des Radverkehrs gegenüber 2002 und 1999 auf. Auffallend ist, dass die Steigerungsraten in der Zeit von 17.00–24.00 Uhr am größten sind. Auch die Steigerungen in den Zeiten der Spitzen des Arbeits- und Ausbildungsverkehrs sind deutlich, fallen aber etwas geringer aus. Jedes fünfte Fahrzeug in der Mariahilfer Straße ist ein Fahrrad! 22 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs 2.3.4 Ergebnisse Kurzzeitzählung Sonntag 2005 Bei der Sonntagszählung 2005 wurde erstmals der gesamte Donauquerschnitt erhoben, sodass kein Vergleich mit früheren Zählungen möglich ist. Die Zählstellen liegen auf Höhe der Brigittenauer Bucht und befinden sich an der Alten und der Neuen Donau sowie auf der Donauinsel. Bei Sonntagszählungen ist zu beachten, dass besonders der Wochenendverkehr, der zum überwiegenden Teil dem Freizeitverkehr zuzurechnen ist, von äußeren Faktoren wie Witterung und Jahreszeit maßgeblich beeinflusst wird. Die Zählung 2005 fand unter für die Jahreszeit atypischen Witterungsverhältnissen statt. Am Erhebungstag(Sonntag, 29. Mai 2005) wurden Durchschnittstagestemperaturen von über 30°Celsius gemessen. Die Auswertu ng der Dauerzählstellen hat ergeben, dass aufgrund der an diesem Tag herrschenden Hitze viele Personen eine Freizeitfahrt mit dem Fahrrad unterließen. An einigen Sonn- bzw. Feiertagen im Mai und Juni 2005 wurden deutlich höhere Werte als am Zähltag ermittelt. Am linken Donauufer wurden an diesem Nachmittag insgesamt 960 Radfahrer erfasst, am rechten Donauufer 444 Radfahrer und auf der Donauinsel selbst 1.831 Radfahrer. Am gesamten Donauquerschnitt wurden von 14.00–18.00 Uhr 3.235 Radfahrer gezählt. 52% der Radfahrer fuhren in Richtung Reichsbrücke, 48% in Richtung Brigittenauer Brücke. Nr. 2/22-1 2/22-2 2/22-3 2/22-4 2/22-1–4 Lage der Zählstelle Linkes Donauufer Donauinsel, linkes Donauufer Donauinsel, rechts Donauufer Rechtes Donauufer Gesamter Donauquerschnitt Anlage Rw Rw Rw Rw Rw Tabelle 12: Ergebnisse der 4-Stunden-Sonntagszählung Mai 2005 Q 14-18 960 333 1.498 444 3.235 Für den Wochenendverkehr am Donaukorridor kann hochgerechnet von ca. 8.500 Radfahrern/Tag ausgegangen werden. Aufgrund der großen Hitze am Erhebungstag kann darauf geschlossen werden, dass das Potenzial für den Sonntagsverkehr im Donaukorridor noch höher liegt. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 23 Händische Zählung des Radverkehrs 2.4 Auswertung weiterer Zählungen des Radverkehrs 2.4.1 Händische Straßenverkehrszählung Wien Die„Händische Straßenverkehrszählung auf Autobahnen, Bundesstraßen und Gemeindestraßen“ findet seit 1955 im Intervall von fünf Jahren statt. Abweichend von der bisherigen Praxis wurde für die Straßenverkehrszählung 2005 vereinbart, dass Radfahrer auf der Fahrbahn jedenfalls mit erhoben werden. Befindet sich bei der Erhebungsstelle ein Radweg getrennt von der Fahrbahn, so wurde auch dieser erhoben. Die Zählungen finden jeweils in den Monaten Mai und Juni statt. Nach dem Wiener Zählplan variiert der Stichprobenumfang je nach Bedeutung des Querschnittes für den Individualverkehr: Erhebung Einzeltagzählung„E“ 2005 1) 4+4 Stichprobenumfang[Stunden] 2000 2) 3+4 1995 3) 4+4 Kurzzeitzählung„K“ 1x3+5x4 3x3+3x4 7x4 Langzeitzählung„L“ 2 bis 3 x 16 5 x 16 6 x 16 1) Erhebungszeiträume im Jahr 2005: 4+ 4:..................... 06.00–10.00 Uhr und 15.00–19.00 Uhr an einem Mittwoch oder Donnerstag 1x3+ 5x4: 6.00–10.00 Uhr Montag und Dienstag, 15.00–19.00 Uhr Dienstag, Freitag und Sonntag, 09.00–12.00 Uhr Samstag 2 bis 3 x 16: 06.00–22.00 Uhr Montag, Dienstag, Freitag, Samstag(2 oder 3 Tage davon) 2) Erhebungszeiträume im Jahr 2000: 3+ 4.................. 6.00–9.00 Uhr und 15.00–19.00 Uhr an einem Mittwoch oder Donnerstag 3 x 3+ 3 x 4........ 6.00–9.00 Uhr am Montag, Dienstag und Samstag(9.00–12.00 Uhr) 15.00–19.00 Uhr am Dienstag, Freitag und Sonntag 5 x 16................. 6.00–22.00 Uhr Montag, Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntag 3) Erhebungszeiträume im Jahr 1995: 4+ 4.................. 6.00–10.00 Uhr und 15.00–19.00 Uhr an einem Mittwoch oder Donnerstag 7 x 4................... 6.00–10.00 Uhr am Montag, Mittwoch und Samstag(8.00–12.00 Uhr) 15.00–19.00 Uhr am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag 6 x 16................. 6.00–22.00 Uhr Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag Tabelle 13: Erhebungszeiträume der Händischen Straßenverkehrszählung Wien 24 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs Im Rahmen der„Radverkehrserhebung 2002–2005“ wurde eine Auswertung der in den Händischen Straßenverkehrszählungen 1995, 2000 und 2005 ermittelten Radfahrer vorgenommen. Da der Radverkehr in der Standardauswertung nicht oder nicht gesondert berücksichtigt wurde, musste auf die Rohdaten zurückgegriffen werden. Diese wurden in aufbereiteter Form zur Verfügung gestellt, sodass gezielt eine Auswertung erfolgen konnte. Für den vorliegenden Vergleich der Ergebnisse wurden lediglich die Summen über die Stundengruppen herangezogen. Bei der Betrachtung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass der Radverkehr stark von den Witterungseinflüssen abhängt. Dadurch können deutliche Unterschiede zwischen den Erhebungsjahren entstehen. Der Vergleich der Zählergebnisse aus den Jahren 1995 und 2000 dient daher auch der Bestätigung bzw. Verifizierung des Niveaus der Radverkehrsstärken an den einzelnen Zählstellen. Die Reihung der Zählstellen in der Darstellung der Ergebnisse entspricht der Reihung in der ursprünglichen Auswertung der Händischen Straßenverkehrszählungen und folgt keiner räumlich-geografischen Zuordnung. 2.4.2 Zählungen der MA 46 Die Magistratsabteilung 46 führt aus bestimmten Anlässen punktuelle Verkehrszählungen durch. Häufigster Grund für die Zählungen sind Verkehrsprojekte oder Anfragen aus den Bezirken. Die Zählungen finden in der Regel unabhängig von der Witterung statt. Das heißt, dass auch bei schlechten Witterungsverhältnissen gezählt wird. Ausgenommen davon sind Zählungen, bei denen die Witterung auf den Kfz-Verkehr maßgeblichen Einfluss hat, z. B. der Zustrom zu den Bädern o. Ä.. Die Verkehrszählungen der MA 46 finden im gesamten Stadtgebiet statt und liefern damit auch wichtige Informationen über die flächenhafte Verteilung des Radverkehrs. Für die Auswertung standen Zählungen aus den Jahren 2001–2003 zu Verfügung. Die Ergebnisse können jedoch nur bedingt mit anderen Zählungen verglichen werden. Einerseits nehmen die Zählungen der MA 46 keine Rücksicht auf die vorherrschende Witterung. Andererseits umfasst der Zählzeitraum am Vormittag die Stunden 6.00–9.00 Uhr, wohingegen reine Radfahrerzählungen am Vormittag von 7.00–10.00 Uhr durchgeführt werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 25 Händische Zählung des Radverkehrs 2.4.3 Ergebnisse der Auswertung weiterer Zählungen des Radverkehrs In der Tabelle 14 sind die Ergebnisse der Zählstellen der Straßenverkehrszählung 2005 mit den höchsten Radverkehrswerten aufgelistet. Wenn sich die Zählung über mehrere Tage erstreckte, ist hier der jeweils höchste Wert angeführt. Das heißt, die Zahlen für die Vormittags- und die Nachmittagsstundengruppe müssen nicht vom selben Zähltag stammen und stellen einen potenziellen Wert für einen Tag mit ganztags günstigen Bedingungen dar. Mit den Kfz-Werten ergeben sich die Radfahrer-Anteile. Bezirk Lage der Zählstelle 1 Schotteng. zw. Helferstorferstr. und Teinfaltstr. 3 Landstraßer Hauptstr. bei Wildgansplatz 3 Landstraßer Hauptstr. zw. Neulingg. u. Barichg. 7 Museumsquartier(ehem. Messeplatz) 7 Burggasse vor Neubaugasse 8/9 Alser Straße zw. Lange Gasse und Schlösselg. 9 Währinger Straße vor Boltzmanngasse 17 Hernalser Gürtel, Höhe Thelemangasse 18 Währinger Gürtel vor. O.Nr. 132 bzw. O.Nr. 115 19/20 Brigittenauer bzw. Heiligenstädter Lände unter Döblinger Steg 21 Brünner Straße unter Schnellbahnbrücke 22 Biberhaufenweg bei Asperner Heldenplatz Mai und Juni 2005 Q 7Std. Rad Kfz Radanteil 737 3702 16,6% 596 7.453 7,4% 262 7.193 3,5% 1.453 19.363 7,0% 576 6.262 8,4% 364 8.196 4,3% 902 10.292 8,1% 1.000 34.894 2,8% 811 25.179 3,1% 1.206 38.203 3,1% 316 20.248 397 8.643 1,5% 4,4% Tabelle 14: Ergebnisse der Händischen Straßenverkehrszählung in Wien 2005 mit Radanteil In den Tabelle 15 und 16 sind die Ergebnisse jener Zählstellen aufgelistet, an welchen ein erheblicher Radverkehr gezählt wurde. Die Werte beziehen sich dabei jeweils auf einen bestimmten Erhebungstag, auch wenn an mehreren Tagen gezählt wurde, und zeigen das in sieben Stunden ermittelte Radverkehrsaufkommen. 26 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs Bezirk Lage der Zählstelle (Straßenverkehrszählung) Radfahrer je 7 Std.(Q 7 ) 2005 2000 1995 1 Burgring bei Burgtor und Nebenfahrbahn 1.767 k. A. k. A. 1 Parkring bei Gartenbaukino 995 k. A. k. A. 1 Schottengasse zw. Helferstorferstr. und Teinfaltstr. 775** 2/3 Stadionbrücke 123 234 263 3 Am Heumarkt vor Münzamt 214 60 105 3 Erdberger Lände vor O.-Nr. 36 238 k. A. k. A. 3 Landstraßer Hauptstraße bei Wildgansplatz 596 73 72 3 Landstraßer Hauptstraße zw. Neulingg. u. Barichg. 262 258 264 3 Marxergasse bei Hintere Zollamtsstraße * 75 71 3 Rennweg vor Salesianerkirche 241 127 206 3/10 Arsenalstraße vor O.-Nr. 7 und gegenüber 97 41 55 4 Favoritenstraße bei Taubstummengasse(U-Bahn) * 296* 4 Prinz-Eugen-Straße vor Gürtel 59 103 89 4 Wiedner Hauptstraße vor O.-Nr. 62 und gegenüber 99 332 296 5 Margaretenstraße Nähe Filmcasino * 657 455 5 Schönbrunner Straße vor Pilgramgasse * 236 243 5/6 Linke Wienzeile nach Magdalenenstr., Hamburgerstraße vor Rüdigerstraße * 89 145 5/6 Pilgrambrücke * 434 327 5/12 Margaretengürtel bei Arbeitergasse, Steinbauerg. 272 73 92 6 Gumpendorfer Straße bei Brückengasse * 465 291 6/7 Mariahilfer Straße zw. Kollergerng. und Neubaug. * 596 591 7 Museumsquartier(ehem. Messeplatz) 1.000 212 221 7 Burggasse vor Neubaugasse 424 186 230 7 Neustiftgasse vor Neubaugasse * 120 162 7 Schottenfeldgasse zw. Apollog. und Mariahilfer Str. * 274 214 7 Zieglergasse zw. Apollogasse und Mariahilfer Straße * 158 147 8/9 Alser Straße vor AKH 364 554 608 9 Liechtensteinstraße nach Fürstengasse * 293 256 9 Porzellangasse nach Fürstengasse * 172 199 9 Währinger Straße vor Boltzmanngasse 880 790 791 10 Laxenburger Straße bei Südtiroler Platz(Südbahnunterführung) 500 119 190 10 Laxenburger Straße zw. Raxstr. und Oberlaaerstr. 55 62 18 10 Raxstraße zw. Triester Straße und Laxenburger Str. 82 27 31 10 Triester Straße bei Spinnerin am Kreuz 138 25 30 10/11 Bitterlichstraße über Ostbahn 80 48 55 11 Dreherstraße(Landesgrenze) * 118* 11 Freudenauer Hafenbrücke 243 456 k. A. 11 Simmeringer Hauptstraße bei Enkplatz 112 137 69 11 Simmeringer Hauptstraße bei Zentralfriedhof 1. Tor 192 186 117 11 Zinnergasse, Etrichstr. zw. Margetinstr. und Simmeringer Hauptstraße 82 6 31 12 Längenfeldgasse unter Südbahn 221 91 89 12/15 Linke Wienzeile, Schönbrunner stadtausw. Lobkowitzbrücke Schlossstraße 160 60 93 13 Lainzer Straße vor O.-Nr. 124 und gegenüber * 161 164 13 Stranzenberggasse über Verbindungsbahn 69 77 76 13/14 Hadikgasse, Schönbrunner Schlossstr. Schönbrunner und Kennedybr. zw. 312 178 117 14 Flötzersteig zw. Maroltingergasse und Tinterstraße 74 30 56 14 Hauptstraße- Wienerstraße(Landesgrenze) 61 k. A. k. A. 14 Hütteldorfer Straße zw. Straßgschwandnergasse und * 100 70 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 27 Händische Zählung des Radverkehrs Bezirk Lage der Zählstelle (Straßenverkehrszählung) Radfahrer je 7 Std.(Q 7 ) 2005 2000 1995 Marcusgasse 14 Linzer Straße zw. Flötzersteig und Bahnhofstraße 138 135 46 14 Schlossallee unter Westbahn 153 139 44 14/15 Linzer Straße unter Westbahn 70 78 54 15 Felberstraße bei Tannengasse 142 101 70 15 Hütteldorfer Straße bei Märzpark 302 213 147 15 Schmelzbrücke(Schweglerstraße) 270 113 137 16 Koppstraße bzw. Gablenzgasse bei Hippgasse 301 265 187 16 Ottakringer Straße vor Brauerei 211 201 173 16 Spetterbrücke 72 67 67 16 Thaliastraße vor Panikengasse 99 111 131 16 Wattgasse zw. Thaliastraße und Ottakringer Straße 77 89 70 17 Dornbacher Straße bei St. Anna-Kapelle 85 115 105 17 Hernalser Gürtel Höhe Thelemangasse 963 k. A. k. A. 17 Hernalser Hauptstraße vor O.-Nr. 89 und gegenüber * 285 279 18 Gentzgasse zwischen Gürtel und Semperstraße * 177 122 18 Gersthofer Straße zw. Kreuzgasse und Lidlgasse 3 119 94 18 Währinger Gürtel vor O.-Nr. 132 bzw. O.-Nr. 115 605 98 55 18 Währinger Straße zwischen Gürtel und Canongasse * 229 k. A. 18/19 Peter-Jordan-Straße straße zw. Gr. Mendel-Str. und Dänen87 94 75 19 Grinzinger Allee zw. An den langen Lüssen und Straßergasse 6 102 42 19 Gunoldstraße zw. Heiligenstädter Str. u. Nussdorfer Lände * 61 91 19 Heiligenstädter Straße zw. Gürtelbr. und Gunoldstr. * 120 73 19 Heiligenstädter Straße, Kuchelauer Hafenstraße (Landesgrenze) 118** 19 Krottenbachstraße zw. Flotowgasse und Budinskyg. 46 98 32 19/20 Brigittenauer bzw. Döblinger Steg Heiligenstädter Lände unter 1.087 k. A. k. A. 20 Friedensbrücke 158** 20 Handelskai unter Schnellbahn 306* k. A. 20 Jägerstraße bei Brigittaplatz * 85 103 21 An der oberen Alten Donau bei Drygalskiweg * 198 99 21 Brünner Straße unter Schnellbahnbrücke 161 56 165 21 Brünner Straße zw. Angerer Straße und B 3„Verlängerung Nordbrücke“ 130 92 157 21 Donaufelder Straße bei Alfred-Nobel-Gasse 77 86 72 21 Floridsdorfer Hauptstraße 102 54 131 21 Gerasdorfer Straße zw. Schotterfeldweg und Schippergasse * 129* 21 Gerasdorfer Straße(Landesgrenze) 29 101 k. A. 21 Prager Straße nach Anton-Störck-Gasse 71 27 62 21 Siemensstraße bei Bahnunterführung 89 54 131 21 Stammersdorfer Straße bei Stammersdorfer Zentralfriedhof(Landesgrenze) 4 106* 22 Asperner Siegesplatz 166 23* 22 Biberhaufenweg bei Asperner Heldenplatz 397 82 85 22 Biberhaufenweg Höhe Waldviertler Weg 117** 22 Breitenleer Straße unter Ostbahn(nördliche Linie) 66 84 36 22 Donaustadtstraße zwischen Erzherzog-Karl-Straße und Wagramer Straße 118 1 10 28 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs Bezirk Lage der Zählstelle (Straßenverkehrszählung) Radfahrer je 7 Std.(Q 7 ) 2005 2000 1995 22 Hausfeldstraße bei Ostbahn 134 236 96 22 Raffineriestraße vor Roter Hiasl 214 k. A.* 22 Stadlauer Straße 101 57 52 22 Wagramer Straße über Alte Donau 397 k. A. 284 23 Anton-Baumgartner-Straße unter U6 185 k. A.* 23 Breitenfurter Straße nach Kirchfeldgasse 68 49 36 23 Breitenfurter Straße zw. Rodauner Str. und Willerg. * 61 88 23 Endresstraße zw. Maurer Lange G. und Ruzickag. * 72 118 23 Kaltenleutgebner Straße bei Hochstr.(Landesgrenze) * 97* 23 Ketzergasse auf Höhe Anton-Freunschlag-Gasse 44 95* 23 Perchtoldsdorfer Straße(Landesgrenze) 82 64 k. A. * keine Zählung erfolgt k. A. keine oder offensichtlich unvollständige Zählung des Radverkehrs Tabelle 15: Ergebnisse der Händischen Straßenverkehrszählung in Wien 2005, 2000 und 1995 In den Ergebnissen der Straßenverkehrszählungen Wien stechen einige Zählstellen durch ein besonders hohes Radfahraufkommen heraus. Diese befinden sich an hochrangigen Radialstraßen und liegen vorwiegend in innerstädtischen Bereichen (innerhalb des Gürtels). Berücksichtigt man die Jahreszeit der einzelnen Zählungen (Mai), dann können die Maximalwerte des Radverkehrs an diesen Zählstellen noch höher angesetzt werden. Auffallend ist, dass auch an vielen Straßen mit ungünstigen Bedingungen(keine Radverkehrsanlage, starker motorisierter Verkehr) hohe Radverkehrszahlen ermittelt wurden(z. B. innere Währinger Straße). Dies zeigt deutlich das hohe Potenzial des Radverkehrs an diesen Strecken. Unter günstigeren Voraussetzungen(eigene Radverkehrsanlage) könnten auf diesen Strecken noch wesentlich höhere Werte erzielt werden. Die hohen Werte auf Abschnitten des Gürtelradwegs entsprechen den Ergebnissen der Dauerzählung am Westbahnhof. Der gesamte Gürtelradweg entlang des Westgürtels(Währinger Gürtel bis Neubaugürtel) ist in der Hauptsaison mit rund 800 bis 1.000 Radfahrern in 7 Stunden bzw. bis zu 2.000 Radfahrern in 24 Stunden sehr gut frequentiert. Dies zeigt die Wichtigkeit von durchgehenden, attraktiven und weitreichenden Verbindungen. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 29 Händische Zählung des Radverkehrs Bemerkenswert sind auch die Radfahrzahlen an der Stadtgrenze, obwohl Radfahrer hier wesentlich größere Distanzen zurücklegen müssen, um Ziele zu erreichen. Hier treten die Kaltenleutgebner Straße, Dreherstraße, Heiligenstädter Straße/Kuchelauer Hafenstraße und die Stammersdorfer Straße mit Werten von ca. 100 Radfahrer je 7 Stunden hervor. Bezirk Lage der Zählstelle (MA 46-Zählung) 2 2 2 2 3 3 5 6 6 6 6 6 6 6 7 7 7 7 9 9 11 13/14 14/15 15 15 15 15 15 15 20 22 22 22 22 22 23 Nordbahnstraße- Kleine Stadtgutgasse Salztorbrücke- Hollandstraße Stadionbrücke- Stadionallee Wehlistraße- Rampe A 23 Richtung Süden Landstraßer Hauptstraße- Wasserg.- Neulingg. Stadionbrücke- Schlachthausgasse Ramperstorffergasse- Margaretenstraße Gumpendorfer Straße- Hofmühlg.- Otto-Bauer-G. Gumpendorfer Straße- Kaunitzgasse Mariahilfer Gürtel- Gumpendorfer Gürtel- Gumpendorfer Straße Mariahilfer Straße- Otto-Bauer-Gasse Mariahilfer Straße- Babenbergerstr.- Getreidemarkt Linke Wienzeile- Anilingasse Linke Wienzeile- Köstlergasse Burggasse(inkl. Nebenfahrbahn)- Kirchengasse Neustiftgasse- Kirchengasse- Kellermanngasse Schottenfeldgasse- Lindengasse- Stollgasse Siebensterngasse- Kirchengasse Nussdorfer Straße- Spitalgasse- Währinger Str. Spittelauer Lände- Alserbachstraße Simmeringer Hauptstraße- Hauffgasse – Kopalg. Schönbrunner Schlossbrücke- Linke Wienzeile Hadikgasse Mariahilfer Straße- Winckelmannstraße Mariahilfer Gürtel- Sechshauser Gürtel- Sechshauser Straße Sechshauser Straße- Anschützgasse Sechshauser Straße- Braunhirschengasse Sechshauser Straße- Geibelgasse Sechshauser Straße- Reindorfgasse Sechshauser Straße- Stiegergasse – Ullmannstr. Pappenheimgasse- Raffaelgasse Kirschenallee- Ultzmanngasse Lannesstraße- Grohmanngasse Lannesstraße- Ultzmanngasse- Dittelgasse Lannesstraße- Viktor-Wittner-Gasse Wagramer Straße- Rennbahnweg Rodauner Straße- Rudolf-Waisenhorn-Gasse Datum 20. 11. 2002 02. 09. 2001 19. 09. 2001 18. 01. 2001 30. 10. 2002 19. 09. 2001 01. 10. 2002 17. 06. 2003 12. 02. 2003 Radfahrer je 7 Std.(Q 7 ) 160 266 288 122 160 58 219 660 132 15. 10. 2002 107 07. 05. 2001 861 05. 06. 2003 1.982 16. 10. 2001 10. 10. 2001 05. 11. 2002 05. 11. 2002 03. 04. 2003 05. 11. 2002 22. 11. 2001 22. 05. 2001 01. 10. 2002 276 122 206 170 191 161 156 807 80 22. 11. 2002 197 04. 04. 2001 165 15. 10. 2002 110 16. 10. 2002 16. 10. 2002 04. 12. 2001 16. 10. 2002 04. 12. 2001 23. 05. 2002 08. 05. 2003 08. 05. 2003 08. 05. 2003 08. 05. 2003 25. 04. 2001 30. 05. 2001 94 115 71 121 39 69 87 51 96 79 111 44 Tabelle 16: Ergebnisse der Zählungen der MA 46 2001–2003 30 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Händische Zählung des Radverkehrs Obwohl die Zählungen der MA 46 nur bedingt mit anderen Zählungen des Radverkehrs vergleichbar sind, bestätigen sie die bisher ermittelten Erkenntnisse. Hohe Radfahrerzahlen zeigen sich an den Hauptstraßen in den Bezirken innerhalb des Gürtels. Außerhalb des Gürtels werden erhebliche Werte an den radialen Straßen Richtung Zentrum gezählt. Die flächige Analyse des Radverkehrs in Wien zeigt deutlich, dass auch in Straßen ohne eigene Radverkehrsanlage – insbesondere innerstädtisch – ein hohes Radverkehrsaufkommen auftritt. Außerhalb des Gürtels treten erhebliche Werte an den Radialstraßen auf. Deutlich zeigt sich das hohe Potenzial des Radverkehrs auch an Strecken mit derzeit ungünstigen Voraussetzungen sowie der Bedarf an hochrangigen Radrouten mit qualitativ hoch stehenden Radverkehrsanlagen. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 31 Dauerzählung des Radverkehrs 3 DAUERZÄHLUNG DES RADVERKEHRS 3.1 Einrichtung und Funktion Die automatische Dauerzählung ermöglicht ein repräsentatives Bild über den Wiener Radverkehr und kann diesen in seinem Verlauf und seiner Charakteristik darstellen. Durch die an den ausgewählten Stellen ermittelten absoluten Zahlen kann eine wissenschaftlich abgesicherte Analyse der Radverkehrsmengen erfolgen, die zu einer deutlichen Versachlichung der politischen und fachlichen Diskussionen führen soll. Im Mai 2002 wurden daher in Wien erstmals vier Dauerzählstellen für den Radverkehr eingerichtet, deren Daten seit Anfang Juni 2002 zur Verfügung stehen(„alte“ Zählstellen): Argentinierstraße gegenüber dem ORF-Funkhaus Burgring bei der Einmündung der Babenbergerstraße(nach Verlegung der Zählstelle nunmehr Opernring) Neubaugürtel beim Westbahnhof Lassallestraße kurz vor Reichsbrücke Im Juni 2003 wurde die automatische Radfahrerzählung um vier Zählstellen erweitert, deren Daten seit Anfang Juli 2003 zur Verfügung stehen. Zu den vier bisherigen Zählstellen im innerstädtischen Bereich liefern die vier neuen Zählstellen Daten und Informationen über den Radverkehr in eher peripheren Stadtgebieten: Wientalradweg bei der Kennedybrücke Liesingbachradweg bei Alterlaa Langobardenstraße beim SMZ Ost Donaukanalbegleitweg bei der S45-Schnellbahnbrücke Die Lage der Zählstellen ist in Abbildung 1 dargestellt. Die Dauerzählgeräte arbeiten mit Radartechnologie und erfassen aus einer Höhe von ca. 3 m eine Breite von bis zu 2,5 m(siehe Abbildung 5). Für den Betrieb ist eine Stromversorgung notwendig, die über die Versorgung der Straßenbeleuchtung erfolgt. Die Einrichtung der Messanlagen wurde von der MA 33- Öffentliche Beleuchtung unterstützt. Alle acht Zählstellen stehen mit wenigen Ausnahmen seit ihrer Errichtung ohne Unterbrechung in Betrieb. Die Zählstelle Argentinierstraße musste im Februar 2003 aufgrund einer Baustelle am betreffenden Grundstück abgebaut und in Zusammenarbeit mit dem ORF am benachbarten Gebäude wieder aufgebaut werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 33 Dauerzählung des Radverkehrs Die Zählstelle Burgring musste aufgrund der Verlegung des dortigen Radwegs wegen der Errichtung eines Zugangs zu einem Veranstaltungslokal verlegt werden und befindet sich nunmehr am Opernring nahe der Operngasse. Eine zweite Erhebungspause ergab sich im Sommer 2005 durch die Neuinstallation der Ringstraßenbeleuchtung. An der Zählstelle Donaukanal fiel das Zählgerät vom 4. Jänner bis 20. März 2004 aufgrund eines technischen Defekts aus. Die Zählstellen Westbahnhof, Lassallestraße und Langobardenstraße wurden trotz einer Montagehöhe von ca. 3 m durch anfahrende Fahrzeuge(LKW) beschädigt und fielen dadurch jeweils mehrere Wochen lang aus. Der Radweg an der Zählstelle Liesingbach war aufgrund der Errichtung des Liesinger Stegs von Ende September bis 5. Dezember 2003 gesperrt. An der Zählstelle Lassallestraße führten die Bauarbeiten auf der Reichsbrücke von Juni 2003 bis Juni 2005 zu entsprechenden Verlagerungen von Radverkehrsströmen und damit zu Beeinflussungen der Zählergebnisse. Abbildung 5: Aufbau und Funktion der Radfahrer-Dauerzählstellen Der Radverkehr in Wien wird seit Juni 2002 erstmals auch mittels Dauerzählungen erhoben. Dazu sind insgesamt acht Zählgeräte in Betrieb, die mittels Radartechnologie eine permanente Erfassung der Radfahrer ermöglichen. Der Betrieb verläuft technisch weitgehend störungsfrei. 34 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Abbildung 6: Zählstelle Argentinierstraße Abbildung 7: Zählstelle Opernring nahe der Operngasse Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 35 Dauerzählung des Radverkehrs Abbildung 8: Zählstelle Neubaugürtel beim Westbahnhof Abbildung 9: Zählstelle Lassallestraße kurz vor der Reichsbrücke 36 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Abbildung 10: Zählstelle Wientalradweg bei der Kennedybrücke Abbildung 11: Zählstelle Liesingbachradweg beim Wohnpark Alterlaa Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 37 Dauerzählung des Radverkehrs Abbildung 12: Zählstelle Langobardenstraße beim SMZ Ost Abbildung 13: Zählstelle Donaukanalbegleitweg bei der S45-Schnellbahnbrücke 38 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2 Ergebnisse der Dauerzählungen 3.2.1 Auswertung der Zähldaten Die im Zählgerät gespeicherten Zählergebnisse werden in regelmäßigen Abständen mittels GSM-Verbindung ausgelesen und ausgewertet. Die gewonnenen Daten werden bearbeitet und grafisch aufbereitet. Der Verlauf der täglichen Radverkehrsstärken an den Zählstellen wird monatsweise dargestellt, ebenso die Jahresgrafiken mit dem Verlauf der täglichen Verkehrsstärken. Diese Grafiken werden mit dem Witterungsverlauf(mittlere Tagestemperatur und tägliche Niederschlagssumme) überlagert. In den Wintermonaten werden in den Monatsgrafiken Tage mit Schneefall(mehr als 1 cm Neuschneemenge) eigens gekennzeichnet. Zusätzlich stehen auch Vergleiche über den gesamten Erhebungszeitraum in grafischer und tabellarischer Form zur Verfügung. Diese Grafiken werden im Internet laufend aktualisiert und sind unter folgenden Adressen abrufbar: http://www.snizek.at/radverkehr/dauerzaehlung.htm http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/radwege/erhebung/dauer.htm Für detaillierte Analysen werden für jede Zählstelle folgende Kennzahlen ermittelt: JDTV jahresdurchschnittlicher täglicher Verkehr DTV W durchschnittlicher täglicher Verkehr an Werktagen(Montag bis Freitag) DTV Sa durchschnittlicher täglicher Verkehr an Samstagen DTV SoF durchschnittlicher täglicher Verkehr an Sonn- und Feiertagen TV max maximaler Tagesverkehr mit Datum Tagesganglinie der durchschnittlichen stündlichen Verkehrsstärken, jeweils für Werktag, Samstag sowie Sonn- und Feiertag Wochenganglinie der durchschnittlichen Tagesverkehrsstärken relative Tages-, Wochen- und Jahresganglinie(bezogen auf den JDTV) für Vergleiche der Zählstellen untereinander Die Ergebnisse der Radverkehrserhebungen werden umfangreich ausgewertet, grafisch aufbereitet und monatlich aktualisiert im Internet veröffentlicht. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 39 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.2 Stündliche Werte – Tagesgang Die stündlichen Werte der automatischen Radfahrerzählung werden in Tagesganglinien zusammengefasst. Diese zeigen die funktionelle Bedeutung der untersuchten Radverkehrsanlagen und werden für die Tagesgruppen Werktag(Montag bis Freitag), Samstag sowie Sonn- und Feiertag ermittelt und dargestellt. Nach nunmehr fast vierjähriger durchgehender Zählung lassen sich innerhalb der acht Zählstellen drei Typen unterscheiden. Diese weisen nach dem Tagesverlauf des Radverkehrs eine jeweils typische Zusammensetzung von Alltags- und Freizeitverkehr auf: Bei der ersten Gruppe(Typ 1: Argentinierstraße, Opernring, Westbahnhof und Kennedybrücke) liegen die Werte an Werktagen deutlich höher als am Wochenende. Diese Zählstellen weisen jeweils zwei deutliche Spitzen in der Früh und am späten Nachmittag auf und zeigen damit den hohen Anteil des Alltagsverkehrs – insbesondere des Arbeits- und Ausbildungspendelverkehrs. An den Wochenenden (Samstag, Sonn- und Feiertag) zeigt sich an diesen Stellen bei insgesamt niedrigerem Niveau ein flacher Verlauf mit niedrigen Werten am Vormittag und einem Maximum am Nachmittag. Dies entspricht dem Verkehrsverhalten im Freizeitverkehr. Die zweite Gruppe(Typ 2: Lassallestraße und Langobardenstraße) zeigt eine etwas höhere Bedeutung des Freizeitverkehrs, obwohl auch die Benutzung dieser Routen im Alltagsverkehr deutlich zu erkennen ist. An Werktagen ist die Morgenspitze deutlich kleiner als die Nachmittagsspitze, in der offensichtlich bereits ein erheblicher Anteil an Freizeitverkehr enthalten ist. An Samstagen zeigen sich an beiden Zählstellen die niedrigsten Werte. An Sonn- und Feiertagen liegen die Maximalwerte etwas über jenen an Werktagen. Die dritte Gruppe(Typ 3: Liesingbach und Donaukanal) zeigt eine dominierende Bedeutung des Freizeitverkehrs. Es zeigen sich flachere Verläufe an Werktagen mit einem deutlichen Maximum am späten Nachmittag bzw. frühen Abend. An Sonnund Feiertagen liegen die Radfahrerzahlen rund eineinhalb mal so hoch wie an Werktagen. 40 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 41 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Abbildung 15: Relative Tagesganglinie mit Alltags- und Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Lassallestraße Sonn- und Feiertag Samstag Werktag Gesamt 12,0% 11,0% 10,0% 9,0% 8,0% 7,0% 6,0% 5,0% 4,0% 3,0% 2,0% 1,0% 0,0% Durchschnittliche stündliche Radverkehrsstärke in % vom DTV 00:00-01:00 01:00-02:00 02:00-03:00 03:00-04:00 04:00-05:00 05:00-06:00 06:00-07:00 07:00-08:00 08:00-09:00 09:00-10:00 10:00-11:00 11:00-12:00 12:00-13:00 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00 18:00-19:00 19:00-20:00 20:00-21:00 21:00-22:00 22:00-23:00 23:00-24:00 Lassallestraße, Juni 2002- Dezember 2005 Typ 2: Alltags- und Freizeitverkehr Abbildung 14: Relative Tagesganglinie mit dominierendem Alltagsverkehr – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße Sonn- und Feiertag Samstag W erktag Gesamt 12,0% 11,0% 10,0% 9,0% 8,0% 7,0% 6,0% 5,0% 4,0% 3,0% 2,0% 1,0% 0,0% Durchschnittliche stündliche Radverkehrsstärke in % vom DTV 00:00-01:00 01:00-02:00 02:00-03:00 03:00-04:00 04:00-05:00 05:00-06:00 06:00-07:00 07:00-08:00 08:00-09:00 09:00-10:00 10:00-11:00 11:00-12:00 12:00-13:00 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00 18:00-19:00 19:00-20:00 20:00-21:00 21:00-22:00 22:00-23:00 23:00-24:00 Argentinierstraße, Juni 2002- Dezember 2005 Typ 1: dominierender Alltagsverkehr Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittliche stündliche Radverkehrsstärke in % vom DTV 00:00-01:00 01:00-02:00 02:00-03:00 03:00-04:00 04:00-05:00 05:00-06:00 06:00-07:00 07:00-08:00 08:00-09:00 09:00-10:00 10:00-11:00 11:00-12:00 12:00-13:00 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00 18:00-19:00 19:00-20:00 20:00-21:00 21:00-22:00 22:00-23:00 23:00-24:00 Dauerzählung des Radverkehrs 13,0% 12,0% 11,0% 10,0% 9,0% 8,0% 7,0% 6,0% 5,0% 4,0% 3,0% 2,0% 1,0% 0,0% Donaukanal, Juli 2003- Dezember 2005 Typ 3: dominierender Freizeitverkehr Gesamt Werktag Samstag Sonn- und Feiertag Abbildung 16: Relative Tagesganglinie mit dominierendem Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Donaukanal Aufgrund der Ergebnisse der Tagesganglinien lassen sich folgende drei Typen von Radverkehrsrouten ableiten: dominierender Alltagsverkehr, Alltagsund Freizeitverkehr sowie dominierender Freizeitverkehr. Insgesamt zeigen die Tagesganglinien, dass das Fahrrad im innerstädtischen Bereich vorrangig für alltägliche Wege wie Arbeits-, Ausbildungs- und Erledigungsverkehr genutzt wird. In peripheren Stadtteilen und in der Nähe zu Freizeiteinrichtungen zeigt sich eine erhebliche Alltagsnutzung, momentan dominiert(noch) der Freizeitverkehr. 42 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.3 Tägliche Werte – Wochengang Die Wochenganglinie zeigt den Verlauf des Radverkehrsaufkommens über eine Woche. Der Wochengang zeigt ebenso wie der Tagesgang die funktionelle Bedeutung einer Radwegeverbindung. Die Verteilung des durchschnittlichen Wochenverkehrs auf die Wochentage bestätigt die Bildung von drei Gruppen in den acht Zählstellen mit jeweils charakteristischem Verlauf der Radverkehrsstärken über die Woche. Bei der ersten Gruppe(Typ 1: Zählstellen Argentinierstraße, Opernring, Westbahnhof und Kennedybrücke) liegen die Tageswerte vom Montag bis Freitag am höchsten, wobei das Maximum auf den Dienstag oder Mittwoch fällt. Rund 80% der gesamten Wochensumme an Radfahrern entfällt auf die Tage Montag bis Freitag. Die Tage Samstag und Sonntag zeigen deutlich niedrigere Werte mit einem Minimum am Sonntag(Kennedybrücke am Samstag). An den Zählstellen der zweiten Gruppe(Typ 2: Lassallestraße und Langobardenstraße) ist der Verlauf über die Woche ausgeglichener. Das Maximum fällt in der Lassallestraße auf den Sonntag. In der Langobardenstraße liegt der Sonntagswert etwas unter dem Wochenmaximum. Rund 70–75% der Wochensumme fällt auf die Werktage Montag bis Freitag. Bei der dritten Gruppe(Typ 3: Liesingbach und Donaukanal) ist auch hier die große Bedeutung dieser Routen für den Freizeitverkehr ablesbar. Der Samstagwert liegt in etwa auf dem Niveau der Werktage, der Sonntagswert zeigt ein sehr starkes Wochenmaximum, das rund 50% über dem Werktagsmaximum liegt. Trotzdem entfallen rund zwei Drittel der Wochensumme auf die Werktage Montag bis Freitag, wenn auch stärker als an den anderen Zählstellen auf die Nachmittags- bzw. frühen Abendstunden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 43 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittliche Radfahrer je Tag Westbahnhof Juni 2002- Dezember 2005 1400 1200 1000 1118 16,16% 1114 16,10% 1131 16,35% 800 600 Typ 1: 400 dominierender Alltagsverkehr 200 1113 16,09% 1049 15,16% 768 11,10% 625 9,03% 0 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonn- und Feiertag Abbildung 17: Durchschnittliche Wochenganglinie mit Anteil der Tageswerte an der Wochensumme bei dominierendem Alltagsverkehr – Beispiel Zählstelle Westbahnhof Durchschnittliche Radfahrer je Tag 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 Lassallestraße Juni 2002- Dezember 2005 1510 14,88% 1489 14,67% 1489 14,67% 1426 14,05% 1410 13,89% 1297 12,78% 1528 15,06% Typ 2: Alltags- und Freizeitverkehr Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonn- und Feiertag Abbildung 18: Durchschnittliche Wochenganglinie mit Anteil der Tageswerte an der Wochensumme bei Alltags- und Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Lassallestraße 44 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittliche Radfahrer je Tag Liesingbach Juli 2003- Dezember 2005 700 600 500 393 390 401 400 300 13,23% 13,13% 13,50% 200 Typ 3: dominierender 100 Freizeitverkehr 373 12,55% 383 12,89% 424 14,27% 607 20,43% 0 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonn- und Feiertag Abbildung 19: Durchschnittliche Wochenganglinie mit Anteil der Tageswerte an der Wochensumme bei dominierendem Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Liesingbach Auch die Betrachtung der Wochenganglinien bestätigt, dass das Fahrrad im innerstädtischen Bereich vorwiegend als Alltagsverkehrsmittel genutzt wird. Nur an Strecken, die zu den wichtigen Freizeitrouten zählen oder als Zubringer zu Erholungsgebieten genutzt werden, ist der Freizeitverkehr mit dem Alltagsverkehr vergleichbar oder sogar dominant. Diese Strecken liegen vorrangig in peripheren Stadtteilen. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 45 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4 Tägliche Werte – Jahresgang Die Jahresganglinie zeigt den Verlauf des Radverkehrs über den Zeitraum eines Jahres und gibt die jahreszeitlichen Schwankungen des Radverkehrs wieder, die sich aufgrund der klimatischen Verhältnisse sowie anderer Bedingungen ergeben. Zur Verdeutlichung der Witterungseinflüsse sind in den Ganglinien die Tagesmitteltemperatur sowie die Tagesniederschlagssumme der Wetterstation„Wien Innere Stadt“ eingetragen. An allen Zählstellen sind die Monate Mai und Juni die Spitzenmonate. Der Juni 2003 war aufgrund der anhaltend guten Witterung und des Impulses durch die beiden Streiktage im Mai und Juni 2003 ein Monat mit besonders hohen Zählergebnissen(siehe Kapitel 3.3). Die erste Gruppe(Typ 1: Argentinierstraße, Opernring, Westbahnhof und Kennedybrücke) zeigt relativ stabile Zählergebnisse in der Radfahrsaison mit einem kontinuierlichen Anstieg im Frühjahr und einem stetigen Rückgang im Herbst. Die durchschnittlichen Werte im Dezember liegen bei rund einem Viertel der Werte vom Juni. Von Mitte Dezember bis Mitte Jänner fallen die Werte noch einmal ab. Ab Mitte Jänner zeigt sich nach einem Sprung auf das Dezemberniveau ein kontinuierlicher Anstieg. Im Mai liegen die Werte etwa auf dem Niveau vom Juli. An 170 bis 175 Tagen im Jahr liegen die täglichen Werte über dem Jahresschnitt(JDTV). In acht Monaten im Jahr werden an mehreren Tagen Werte gezählt, die über dem Jahresschnitt liegen. Die Zählstellen der zweiten Gruppe(Typ 2: Lassallestraße und Langobardenstraße) weisen stärkere Schwankungen innerhalb kurzer Perioden auf. Der erhebliche Anteil des Freizeitverkehrs zeigt hier eine größere Abhängigkeit von der Witterung. Es treten an einzelnen Tagen Spitzenwerte auf, die deutlich über dem zu diesem Zeitpunkt üblichen Niveau liegen. An 150 bis 170 Tagen im Jahr liegen die Tagessummen über dem Jahresschnitt. In sieben bis acht Monaten im Jahr werden mehrmals Werte über dem Jahresschnitt gezählt. Bei der dritten Gruppe(Typ 3: Liesingbach und Donaukanal) ist wiederum der dominierende Freizeitverkehr ablesbar. Es zeigen sich die stärksten Schwankungen mit stark herausragenden Maximalwerten. In den warmen Perioden treten einzelne Spitzentage auf, die bis zu doppelt so hoch liegen wie das zu diesem Zeitpunkt übliche Niveau. An 150 bis 170 Tagen im Jahr liegen die Tagessummen über dem Jahresschnitt. In sieben Monaten im Jahr werden an mehreren Tagen Werte gezählt, die über dem Jahresschnitt liegen. Auch die Witterungsabhängigkeit, v. a. der Rückgang der Radfahrerzahlen bei kurzen Schlechtwetterperioden, ist hier am deutlichsten. Bei der Zählstelle Donaukanal treten die Maximalwerte abweichend von den anderen beiden Gruppen auch an den Werktagen im Sommer auf. Dies 46 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs zeigt die Bedeutung dieser Route für den Freizeitverkehr(Abzweigung des Donauradwegs). Generell erweist sich der Radverkehr als sehr umwegempfindlich. Dies zeigt sich in den Ergebnissen der Dauerzählstellen im Einflussbereich von Baustellen, wo der Radverkehr teilweise signifikant zurückging(Langobardenstraße). Die Radfahrsaison wird im Vergleich der täglichen Werte zum Jahresdurchschnitt definiert. In den Monaten April bis Oktober liegen die Tageswerte teilweise deutlich über dem Jahresschnitt. Die Radsaison wird daher für den Zeitraum Anfang April bis Ende Oktober festgelegt. In den Abbildungen 20–35 und den Tabellen 17–24 sind die monatsdurchschnittlichen Radverkehrsstärken an den acht Dauerzählstellen angegeben. Dabei wurden alle Monate, in denen Daten nicht vorhanden waren, anhand aller vorliegenden Ergebnisse hochgerechnet und ergänzt. Insbesondere wurden die erste Jahreshälfte 2002(„alte“ Zählstellen) bzw. 2003(„neue“ Zählstellen) sowie Monate mit Zählstellenausfall ergänzt. Für den langfristigen Vergleich der Ergebnisse werden für jeden Monat folgende Werte dargestellt: durchschnittlich täglicher Verkehr an Werktagen(Montag bis Freitag) DTV w durchschnittlich täglicher Verkehr an Sonn- und Feiertagen DTV SoF Die jährliche Entwicklung ergibt sich aus dem Verhältnis des Werts eines Monats zum entsprechenden Wert des Monats im Vorjahr. Die von der Darstellung der Tages- und Wochenganglinien abgeleiteten drei Zählstellen-Typen bestätigen sich auch in den Jahresganglinien. Die„Alltagszählstellen“ weisen einen stabilen Wert über einen großen Zeitraum des Jahres auf und sind wenig sensibel auf Witterungsschwankungen. Die„Freizeitzählstellen“ zeigen einen raschen Anstieg bzw. Abfall der Werte zum Saisonbeginn oder-ende bzw. starke Einzelereignisse bei guten Wetterbedingungen. Als„Radsaison“ kann der Zeitraum Anfang April bis Ende Oktober angesehen werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 47 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.1 Jahresgang Argentinierstraße(Typ 1) Abbildung 20: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Argentinierstraße Abbildung 21: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Argentinierstraße 48 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF 300 102 305 132 598 317 1.093 563 1.355 1.009 1.559 846 1.365 910 1.131 742 1.324 744 1.063 415 783 343 435 160 943 524 1.270 747 2003 Werktag SoF 288 86 351 168 814 417 1.196 626 1.676 1.279 2.158 1.116 1.572 957 1.541 828 1.468 954 1.054 365 879 291 572 171 1.129 608 1.524 875 2004 Werktag SoF 307 104 424 164 629 355 1.244 532 1.498 977 1.531 864 1.450 1.024 1.473 975 1.357 801 1.173 446 636 251 464 176 1.016 553 1.389 803 2005 Werktag SoF 438 143 262 104 617 275 1.306 693 1.481 1.069 1.868 999 1.467 977 1.389 539 1.547 867 1.376 620 926 284 457 180 1.103 562 1.491 823 Entwicklung 2002–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF –4,1% –15,4% +15,1%+27,1% +36,1%+31,4% +9,5%+11,2% +23,7%+26,7% +38,4%+31,9% +15,2%+5,2% +36,3%+11,6% +10,9%+28,2% –0,8% –12,0% +12,3% –15,2% +31,5%+6,9% +19,7%+16,0% +20,0%+17,1% 2004/2003 Werktag SoF +6,6%+20,9% +20,8% –2,4% –22,7% –14,9% +4,0% –15,0% –10,6% –23,6% –29,1% –22,6% –7,8%+7,0% –4,4%+17,8% –7,6% –16,0% +11,3%+22,2% –27,6% –13,7% –18,9%+2,9% –10,0% –9,0% –8,8% –8,3% 2005/2004 Werktag SoF +42,7%+37,5% –38,2% –36,6% –1,9% –22,5% +5,0%+30,3% –1,1%+9,4% +22,0%+15,6% +1,2% –4,6% –5,7% –44,7% +14,0%+8,2% +17,3%+39,0% +45,6%+13,1% –1,5%+2,3% +8,6%+1,6% +7,3%+2,6% Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF +19,7%+16,0% +20,0%+17,1% 2004/2002 Werktag SoF +7,7%+5,5% +9,4%+7,4% 2005/2002 Werktag SoF +17,0%+7,3% +17,4%+10,2% Tabelle 17: Zählstelle Argentinierstraße – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 Die Zählstelle Argentinierstraße weist über den gesamten Erhebungszeitraum konstante Steigerungen auf, die vor allem an Werktagen beachtlich sind. Im Schnitt ist die Radverkehrsstärke in der Argentinierstraße in der Saison pro Jahr an Werktagen um 5,5% und an Sonn- und Feiertagen um 3,2% gestiegen. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 49 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.2 Jahresgang Opernring(Typ 1) Abbildung 22: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Opernring Abbildung 23: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Opernring 50 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF 706 246 944 335 1.910 961 3.089 1.489 4.273 2.983 4.888 2.588 4.461 2.844 3.655 2.305 3.951 2.151 2.875 1.256 2.009 947 895 366 2.805 1.539 3.885 2.231 2003 Werktag SoF 733 238 1.007 333 2.406 1.062 3.159 1.675 4.856 3.455 6.033 3.165 4.551 2.533 4.513 2.343 3.943 2.644 2.627 1.122 1.867 738 1.308 411 3.079 1.654 4.240 2.420 2004 Werktag SoF 712 277 928 368 1.554 947 3.157 1.438 3.939 2.782 4.170 2.581 3.687 2.826 4.067 2.756 3.694 2.303 3.209 1.383 1.858 778 1.149 481 2.528 1.522 3.703 2.296 2005 Werktag SoF 982 374 583 289 1.484 773 3.298 2.037 3.963 3.068 4.882 2.784 3.739 2.701 3.637 1.675 3.943 2.438 3.422 1.786 2.170 733 1.023 501 2.760 1.597 3.840 2.356 Entwicklung 2002–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF +3,8% –3,3% +6,7% –0,6% +26,0%+10,6% +2,3%+12,5% +13,7%+15,8% +23,4%+22,3% +2,0% –10,9% +23,5%+1,6% –0,2%+22,9% –8,6% –10,7% –7,1% –22,1% +46,1%+12,3% +9,8%+7,5% +9,2%+8,5% 2004/2003 Werktag SoF –2,9%+16,4% –7,8%+10,5% –35,4% –10,8% –0,1% –14,1% –18,9% –19,5% –30,9% –18,5% –19,0%+11,6% –9,9%+17,6% –6,3% –12,9% +22,2%+23,3% –0,5%+5,4% –12,2%+17,0% –17,9% –8,0% –12,7% –5,1% 2005/2004 Werktag SoF +37,9%+35,0% –37,2% –21,5% –4,5% –18,4% +4,5%+41,7% +0,6%+10,3% +17,1%+7,9% +1,4% –4,4% –10,6% –39,2% +6,7%+5,9% +6,6%+29,1% +16,8% –5,8% –11,0%+4,2% +9,2%+4,9% +3,7%+2,6% Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF +9,8%+7,5% +9,2%+8,5% 2004/2002 Werktag SoF –9,9% –1,1% –4,7%+2,9% 2005/2002 Werktag SoF –1,6%+3,7% –1,1%+5,6% Tabelle 18: Zählstelle Opernring – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 An der Zählstelle Opernring zeigt sich deutlich die geplante Entlastung des Ringradwegs durch die City-Durchfahrt(Eröffnung November 2003). Die Zählergebnisse für 2004 liegen unter den vorherigen Werten, mittlerweile ist wieder ein deutlicher Aufwärtstrend feststellbar. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 51 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.3 Jahresgang Westbahnhof(Typ 1) Abbildung 24: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Westbahnhof Abbildung 25: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Westbahnhof 52 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF 280 137 290 150 555 331 1.012 578 1.333 1.000 1.500 932 1.482 985 1.295 842 1.328 752 897 451 639 370 332 181 912 559 1.264 791 2003 Werktag SoF 264 118 391 166 767 414 1.109 610 1.659 1.189 2.076 1.161 1.659 981 1.692 949 1.463 967 967 421 788 343 548 227 1.114 634 1.518 897 2004 Werktag SoF 331 159 443 236 624 373 1.223 580 1.583 1.108 1.627 867 1.511 943 1.622 1.070 1.458 936 1.180 557 753 417 539 303 1.075 629 1.458 866 2005 Werktag SoF 436 200 221 113 649 352 1.390 815 1.670 1.131 1.993 1.136 1.592 1.106 1.588 765 1.679 1.016 1.422 762 895 415 427 247 1.173 667 1.619 962 Entwicklung 2002–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF –5,6% –14,1% +34,7%+10,4% +38,2%+25,2% +9,6%+5,5% +24,5%+18,9% +38,4%+24,6% +11,9% –0,4% +30,7%+12,7% +10,2%+28,6% +7,8% –6,7% +23,3% –7,3% +65,1%+25,4% +22,2%+13,4% +20,1%+13,3% 2004/2003 Werktag SoF +25,4%+34,7% +13,3%+42,2% –18,6% –9,9% +10,3% –4,9% –4,6% –6,8% –21,6% –25,3% –8,9% –3,9% –4,1%+12,8% –0,3% –3,2% +22,0%+32,3% –4,4%+21,6% –1,6%+33,5% –3,5% –0,8% –4,0% –3,5% 2005/2004 Werktag SoF +31,7%+25,8% –50,1% –52,1% +4,0% –5,6% +13,7%+40,5% +5,5%+2,1% +22,5%+31,0% +5,4%+17,3% –2,1% –28,5% +15,2%+8,5% +20,5%+36,8% +18,9% –0,5% –20,8% –18,5% +9,2%+6,0% +11,1%+11,1% Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF +22,2%+13,4% +20,1%+13,3% 2004/2002 Werktag SoF +17,8%+12,5% +15,3%+9,4% 2005/2002 Werktag SoF +28,6%+19,3% +28,1%+21,5% Tabelle 19: Zählstelle Westbahnhof – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 Die Zählstelle Westbahnhof zeigt den höchsten Anstieg an Radfahrzahlen, nämlich an Werktagen um 8,6% bzw. an Sonn- und Feiertagen um 6,7% pro Jahr. Im Jahr 2005 wurde bereits das Niveau des aufgrund der besonders günstigen Witterungsbedingungen herausragenden Jahres 2003 erreicht bzw. übertroffen. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 53 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.4 Jahresgang Lassallestraße(Typ 2) Abbildung 26: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Lassallestraße Abbildung 27: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Lassallestraße 54 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF 291 162 287 196 644 708 1.274 1.504 1.668 3.210 2.655 2.902 2.587 3.401 1.987 2.361 1.642 1.880 836 600 583 520 268 154 1.227 1.466 1.807 2.265 2003 Werktag SoF 223 101 337 225 871 826 1.434 1.594 2.118 3.669 2.968 3.234 2.159 2.489 2.336 2.144 1.475 1.842 734 407 558 265 335 145 1.289 1.448 1.889 2.197 2004 Werktag SoF 189 89 292 160 518 560 1.290 880 1.474 2.338 2.210 2.514 2.796 3.988 3.495 3.769 2.221 2.657 1.400 850 767 462 493 275 1.429 1.545 2.127 2.428 2005 Werktag SoF 613 297 357 204 798 735 1.673 1.993 2.104 3.583 2.690 2.806 2.608 3.217 2.580 1.604 2.366 2.345 1.446 1.141 806 374 385 255 1.536 1.546 2.210 2.384 Entwicklung 2002–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF –23,5% –37,5% +17,6%+14,8% +35,1%+16,7% +12,6%+6,0% +27,0%+14,3% +11,8%+11,4% –16,5% –26,8% +17,6% –9,2% –10,2% –2,0% –12,2% –32,2% –4,3% –49,0% +25,0% –5,8% +5,1% –1,3% +4,5% –3,0% 2004/2003 Werktag SoF –15,2% –11,9% –13,4% –28,9% –40,5% –32,2% –10,0% –44,8% –30,4% –36,3% –25,5% –22,3% +29,5%+60,2% +49,6%+75,8% +50,6%+44,2% +90,7%+108,8% +37,5%+74,3% +47,2%+89,7% +10,8%+6,7% +12,6%+10,5% 2005/2004 Werktag SoF +224,3%+233,7% +22,4%+27,4% +54,1%+31,2% +29,7%+126,5% +42,7%+53,3% +21,7%+11,6% –6,7% –19,3% –26,2% –57,4% +6,5% –11,7% +3,3%+34,2% +5,1% –19,0% –21,9% –7,3% +7,5%+0,1% +3,9% –1,8% Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2003/2002 Werktag SoF +5,1% –1,3% +4,5% –3,0% 2004/2002 Werktag SoF +16,5%+5,4% +17,7%+7,2% 2005/2002 Werktag SoF +25,2%+5,4% +22,3%+5,2% Tabelle 20: Zählstelle Lassallestraße – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 An der Zählstelle Lassallestraße zeigt sich deutlich der Einfluss von Verkehrsbehinderungen auf Grund von Bauarbeiten. Die Geh- und Radwege auf der Reichsbrücke waren von Juni 2003 bis Juni 2005 abschnittsweise gesperrt, was Verlagerungen von Radverkehrsströmen im Umfeld der Brücke zur Folge hatte. Auffällig sind die wesentlich größeren Steigerungsraten im Werktagsverkehr gegenüber dem Wochenendverkehr. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 55 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.5 Jahresgang Kennedybrücke(Typ 1) Abbildung 28: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Kennedybrücke Abbildung 29: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Kennedybrücke 56 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** 2003 Werktag SoF 107 45 89 46 169 115 382 256 456 415 543 401 510 361 531 351 463 425 271 127 226 97 148 50 325 224 451 334 2004 Werktag SoF 83 35 111 62 157 116 368 217 444 447 498 393 456 399 517 410 462 370 358 174 209 101 133 68 317 233 443 344 2005 Werktag SoF 121 59 61 36 166 124 365 316 430 422 542 444 414 389 420 237 433 377 378 261 238 100 106 68 309 233 426 349 Entwicklung 2003–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF –22,5% –22,7% +25,0%+33,4% –6,9%+1,0% –3,8% –15,3% –2,6%+7,7% –8,4% –2,0% –10,6%+10,5% –2,6%+16,8% –0,2% –12,9% +32,1%+37,0% –7,5%+4,1% –10,1%+36,0% –2,3%+3,9% –1,7%+3,2% 2005/2004 Werktag SoF +45,8%+68,6% –45,0% –41,9% +5,7%+6,9% –0,8%+45,6% –3,2% –5,6% +8,8%+13,0% –9,2% –2,5% –18,8% –42,2% –6,3%+1,9% +5,6%+50,0% +13,9% –1,0% –20,3%+0% –2,5%+0% –3,9%+1,5% 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF –2,3%+3,9% –1,7%+3,2% 2005/2003 Werktag SoF –4,8%+3,9% –5,5%+4,7% Tabelle 21: Zählstelle Kennedybrücke – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 Die Zählstelle Kennedybrücke zeigt über den Erhebungszeitraum eine Stagnation des Radverkehrs. Dies könnte auf die in den letzten Jahren entlang der Wientalroute erfolgten Baustellenarbeiten bzw. auf noch fehlende Netzschlüsse zurückzuführen sein. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 57 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.6 Jahresgang Liesingbach(Typ 3) Abbildung 30: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Liesingbach Abbildung 31: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Liesingbach 58 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** 2003 Werktag SoF 89 121 70 98 210 336 512 802 507 1.125 631 892 606 776 653 729 575 1.119 299 252 198 191 127 154 382 553 540 814 2004 Werktag SoF 69 111 133 183 235 446 639 787 538 1.375 669 976 620 1.155 722 1.142 588 1.019 329 339 186 243 125 155 406 663 586 970 2005 Werktag SoF 119 165 20 55 214 341 459 1.046 543 1.241 678 1.080 575 1.143 542 484 553 902 400 530 204 181 65 104 367 611 536 918 Entwicklung 2003–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF –22,3% –8,5% +89,9%+87,0% +11,9%+32,8% +24,8% –1,9% +6,2%+22,2% +6,0%+9,4% +2,3%+48,8% +10,6%+56,7% +2,3% –8,9% +9,9%+34,6% –6,2%+27,2% –1,6%+0,6% +6,3%+20,0% +8,5%+19,3% 2005/2004 Werktag SoF +72,5%+48,6% –85,0% –69,9% –8,9% –23,5% –28,2%+32,9% +0,9% –9,7% +1,3%+10,7% –7,3% –1,0% –24,9% –57,6% –6,0% –11,5% +21,6%+56,3% +9,7% –25,5% –48,0% –32,9% –9,6% –7,8% –8,6% –5,4% 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF +6,3%+20,0% +8,5%+19,3% 2005/2003 Werktag SoF –4,0%+10,5% –0,9%+12,8% Tabelle 22: Zählstelle Liesingbach – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 An der Zählstelle Liesingbach ist der Freizeitverkehr deutlich höher als der Alltagsverkehr. Dementsprechend sind die Radverkehrswerte stärker von den vorherrschenden Witterungsbedingungen abhängig. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 59 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.7 Jahresgang Langobardenstraße(Typ 2) Abbildung 32: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Langobardenstraße Abbildung 33: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Langobardenstraße 60 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** 2003 Werktag 91 84 201 437 504 533 537 643 462 259 199 140 SoF 50 43 182 395 597 441 526 522 507 135 109 60 341 297 482 446 2004 Werktag 60 98 204 469 521 619 575 640 539 352 188 116 SoF 29 50 218 379 669 500 666 675 547 236 141 67 367 346 531 525 2005 Werktag 113 69 191 392 469 440 457 435 446 355 236 80 SoF 78 46 193 494 668 489 576 290 494 318 126 74 307 321 428 476 Entwicklung 2003–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF –34,0% –42,2% +16,6%+17,1% +1,3%+19,5% +7,4% –4,2% +3,4%+12,0% +16,1%+13,3% +7,1%+26,6% –0,5%+29,3% +16,7%+7,9% +35,9%+74,8% –5,5%+29,4% –17,1%+11,7% +7,7%+16,4% +10,1%+17,5% 2005/2004 Werktag SoF +88,3%+169,0% –29,6% –8,0% –6,4% –11,5% –16,4%+30,3% –10,0% –0,1% –28,9% –2,2% –20,5% –13,5% –32,1% –57,1% –17,3% –9,7% +0,9%+34,9% +25,3% –10,8% –30,7%+11,1% –16,4% –7,4% –19,4% –9,3% 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF +7,7%+16,4% +10,1%+17,5% 2005/2003 Werktag SoF –9,9%+7,8% –11,3%+6,6% Tabelle 23: Zählstelle Langobardenstraße – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 An der Zählstelle Langobardenstraße zeigten sich im Jahr 2004 deutliche Steigerungen gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2005 waren die Zählergebnisse durch Bauarbeiten mit teilweiser Sperre der angrenzenden Radfahranlagen beeinflusst und lagen unter den bisherigen Werten. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 61 Dauerzählung des Radverkehrs 3.2.4.8 Jahresgang Donaukanal(Typ 3) Abbildung 34: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Donaukanal Abbildung 35: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Donaukanal 62 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Durchschnittlicher täglicher Verkehr im Monat(DTV W bzw. DTV SoF ) Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** 2003 Werktag 161 186 355 844 1.007 1.334 1.383 1.595 1.089 407 306 174 SoF 222 244 783 1.204 2.088 1.863 1.956 2.022 2.229 476 394 165 833 1.106 1.017 1.575 2004 Werktag 110 212 301 787 857 1.127 1.136 1.372 929 512 241 158 SoF 170 280 901 831 1.736 1.520 1.966 2.071 1.511 588 374 195 771 1.141 882 1.395 2005 Werktag 175 116 327 706 926 1.234 1.185 1.293 964 572 279 127 SoF 223 158 505 1.289 1.964 1.778 2.036 1.199 1.543 886 305 210 668 1.002 922 1.387 Entwicklung 2003–2005 Monat Jänner Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** Monat JAHR Radfahrsaison 2002 Werktag SoF ** ** 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF –31,5% –23,6% +14,1%+14,9% –15,1%+15,1% –6,8% –31,0% –14,9% –16,9% –15,5% –18,4% –17,9%+0,5% –14,0%+2,4% –14,7% –32,2% +25,8%+23,5% –21,2% –5,1% –9,2%+18,2% –7,4%+3,2% –13,3% –11,4% 2005/2004 Werktag SoF +59,0%+31,2% –45,3% –43,6% +8,6% –44,0% –10,3%+55,1% +8,1%+13,1% +9,5%+17,0% +4,3%+3,6% –5,8% –42,1% +3,8%+2,1% +11,7%+50,7% +15,8% –18,4% –19,6%+7,7% –13,4% –12,2% +4,5% –0,6% 2003 Werktag SoF nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. nicht mögl. 2004/2003 Werktag SoF –7,4%+3,2% –13,3% –11,4% 2005/2003 Werktag SoF –19,8% –9,4% –9,4% –11,9% Tabelle 24: Zählstelle Donaukanal – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005 An der Zählstelle Donaukanal liegen die Wochenendwerte deutlich über den Werktagsergebnissen. Die Spitzen liegen an Wochenenden im Mai und September. Die im Trend abnehmenden Zählwerte könnten auf die langjährigen, baustellenbedingten Behinderungen entlang des Donaukanalradwegs zurückzuführen sein. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 63 Dauerzählung des Radverkehrs 3.3 Streiktage 2003 Am Dienstag, den 6. Mai 2003, waren die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien(ausgenommen ÖBB und Schnellbahnlinien) in der Zeit von Betriebsbeginn bis ca. 11.00 Uhr aufgrund eines Streiks nicht in Betrieb. Am Dienstag, den 3. Juni 2003, waren alle öffentlichen Verkehrsmittel in Wien aufgrund eines Streiks ganztägig nicht in Betrieb. Die Ergebnisse der automatischen Dauerzählstellen zeigen, dass am 6. Mai 2003 bis zu dreimal so viele Bürger für ihre Fahrt zur Arbeits- bzw. Ausbildungsstätte oder für sonstige Besorgungen das Fahrrad benützt haben. Am 3. Juni 2003 wurden sogar bis zu viermal so hohe Radverkehrszahlen als zu dieser Jahreszeit üblich gemessen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass an den Streiktagen viele Radfahrer – auch aufgrund der zum Teil stark überlasteten Radverkehrsanlagen – abseits der Radwege fuhren und somit von den Zählgeräten nicht erfasst wurden. Die tatsächlichen Radverkehrszahlen an den Streiktagen liegen also noch höher. An vielen Radverkehrsanlagen – vor allem in Zentrumsnähe – zeigten sich Überlastungen aufgrund der sehr hohen Radverkehrsstärken. Abbildung 36: Radfahrer am Streiktag 3. Juni 2003 64 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs Abbildung 37: Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Argentinierstraße Abbildung 38: Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Opernring(vormals Burgring) Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 65 Dauerzählung des Radverkehrs Abbildung 39: Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Westbahnhof Abbildung 40: Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Lassallestraße Die beiden Streiktage zeigen das große Potenzial für den Radverkehr in Wien. Besonders sichtbar wird die Wichtigkeit von gut ausgebauten und entsprechend breiten Radverkehrsanlagen bzw. leistungsfähigen Knotenpunkten. 66 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs 3.4 Radfahren im Winter Die Ergebnisse der Dauerzählung zeigen, dass der Radverkehr über einen langen Zeitraum im Jahr hohe Werte aufweist. Auch im Winter werden selbst bei ungünstigen Wetterbedingungen nennenswerte Radfahrerzahlen gemessen. Lediglich an wenigen Tagen im Jahr mit schlechtesten Wetterbedingungen(sehr tiefe Temperaturen mit andauernder Schneedecke) sinken die Werte deutlich. Tiefe Temperaturen alleine sind offensichtlich kein Grund für ein völliges Ausfallen des Radverkehrs. Erst das Zusammenwirken von tiefen Temperaturen und Niederschlägen bewirkt eine deutliche Abnahme des Radverkehrs. Am Beispiel Argentinierstraße zeigt sich, dass auch im Winter der Radverkehr aus dem Gesamtverkehrsgeschehen in Wien nicht verschwindet. Die durchschnittlichen Werte im Dezember 2004 von 464 Radfahrern pro Werktag liegen bei rund einem Fünftel der Höchstwerte im Juni 2004. Abbildung 41: Dauerzählung Dezember 2004 – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße Im Jänner 2005 wurde das Niveau vom Dezember 2004 nochmals überschritten. Der Maximalwert von 814 Radfahrern pro Werktag entspricht etwa einem Drittel des Spitzenwertes im Juni 2004. Abbildung 42: Dauerzählung Jänner 2005 – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 67 Dauerzählung des Radverkehrs Im Februar 2005 fallen die Werte noch einmal stark ab. Ursache dafür sind die niedrigen Temperaturen sowie der häufige und intensive Schneefall. Der Maximalwert im Februar liegt bei 380 Radfahrern pro Werktag. Abbildung 43: Dauerzählung Februar 2005 – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße Insgesamt zeigt sich, dass bei„Schönwetter“ der Radverkehr auch im Winter eine beachtliche Höhe aufweist. Abbildung 44: Radfahren im Winter Auch im Winter werden nennenswerte Radfahrerzahlen gemessen. Bei günstiger Wetterlage betragen die Werte ca. 15–20% des Juniverkehrs. Das heißt, dass jeder 5. Radfahrer das Fahrrad innerstädtisch praktisch das ganze Jahr über für alltägliche Wege benutzt. Dies zeigt u. a. die Wichtigkeit einer durchgehenden Befahrbarkeit der Radfahranlagen im Winter(Schneeräumung). 68 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Dauerzählung des Radverkehrs 3.5 Hochrechnungsmodell Mit den nunmehr vorliegenden Daten der„Radverkehrserhebung 2002–2005“ ist erstmals die Entwicklung eines Hochrechnungsmodells für Kurzzeitzählungen möglich. Damit kann von den Ergebnissen punktueller Kurzzeitzählungen auf den entsprechenden Tageswert bzw. auf den durchschnittlichen Wert in der Radfahrsaison geschlossen werden. Das Modell ist für den magistratsinternen Gebrauch gedacht, um die Ergebnisse verschiedener Zählungen des Straßenverkehrs und des Radverkehrs miteinander vergleichen zu können(Standardisierung). Das Hochrechnungsmodell baut auf den umfangreichen statistischen Auswertungen der Dauerzählergebnissen auf und berücksichtigt die maßgeblichen Witterungseinflüsse Temperatur und Niederschlag. Die Analysen haben gezeigt, dass der Wind keinen statistisch eindeutigen Einfluss auf das Radverkehrsaufkommen hat und daher für die Entwicklung des Modells nicht herangezogen wird. Im Hochrechnungsmodell werden die Ergebnisse einer beliebigen, punktuellen Kurzzeitzählung und der maßgeblichen Wetterdaten in einer einfachen Eingabemaske(Abbildung 45) händisch eingetragen. In einem ersten Schritt muss der Anwender unter den acht bestehenden Dauerzählstellen eine Referenzzählstelle auswählen, von der sich die verschiedenen Korrekturfaktoren ableiten. Aus den Kurzzeit-Zählergebnissen wird ein Tagesverkehr ermittelt(Radfahrer je 24 Stunden). In weiteren Schritten erfolgt nach Eingabe der Tagesmitteltemperatur am Zähltag und der Monatsmitteltemperatur die Korrektur des Temperatureinflusses. Der Niederschlag wird als Tagesniederschlagssumme sowie als Anzahl der Tage mit Niederschlag im Monat der Kurzzeitzählung eingegeben und ebenfalls berücksichtigt. Über das Datum der Kurzzeitzählung wird der Wochentag ermittelt, welcher ebenfalls über eine eigene Korrektur berücksichtigt wird. Das Ergebnis der Hochrechnung ist ein durchschnittlicher werktäglicher Saisonverkehr. Die Saison ist dabei abgeleitet aus den Ergebnissen der Dauerzählungen von Anfang April bis Ende Oktober definiert(siehe Kapitel 3.2.4). Mittels Hochrechnungsmodell kann von einer Kurzzeitzählung auf den Tagesverkehr sowie auf den durchschnittlichen werktäglichen SaisonRadverkehr geschlossen werden. Damit können Zählergebnisse verschiedener(Radfahrer-)Zählungen miteinander verglichen werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 69 Dauerzählung des Radverkehrs Hochrechnungsmodell Radverkehr Bitte geben Sie alle rot umrandeten Felder ein. 7 Stunden-Kurzzeitzählung Währinger Straße bei L. Boltzmann-Gasse Zählstelle 14.06.2005 Datum der 7-Stunden-Zählung 1.000 Ergebnis der 7-Stunden-Zählung[Radfahrer 7.00 – 10.00 Uhr und 15.00 – 19.00 Uhr] in der Radfahr-Saison(April bis Oktober) 1. Korrektur: 7 Stunden-Kurzzeitzählung Tagesverkehr Referenzzählstelle Argentinierstraße Beschreibung Radialroute im Zentrumsbereich vorwiegend Alltagsverkehr 1,88 1.881 Korrekturfaktor Tagesverkehr errechneter Tagesverkehr[Radfahrer/24 Std.] 2. Korrektur: Niederschlag nein Niederschlag am Zähltag> 1 mm von 7–19h 0 Tage mit> 1 mm Niederschlag von 7–19h im Monat der 7-Stunden-Zählung 0,71 Korrekturfaktor Niederschlag 1.881 um Niederschlag korrigierter Tagesverkehr[Radfahrer/24 Std.] 3. Korrektur: Temperatur 20 Tagesmitteltemperatur am Zähltag der 7-Stunden-Zählung[°C] 22,1 mittlere Monatstemperatur im Monat der 7-Stunden-Zählung[°C] 83 Korrekturwert Temperatur 1.965 um Temperatur korrigierter Tagesverkehr[Radfahrer/24 Std.] 4. Korrektur: Wochengang Dienstag Wochentag der 7-Stunden-Kurzzeitzählung 0,97 Korrekturfaktor Wochengang 1.898 um Wochenganglinie korrigierter Verkehr[Radfahrer/24 Std.] 5. Korrektur: Jahresgang Juni Monat der 7-Stunden-Kurzzeitzählung 0,81 Korrekturfaktor Jahresgang 1.530 Durchschnittlicher werktäglicher Saisonverkehr[Radfahrer/24 Std.] (Monate April bis Oktober) Abbildung 45: Eingabemaske für das Hochrechnungsmodell(Angaben beispielhaft) 70 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Öffentlichkeitsarbeit 4 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Das Angebot für den Radverkehr in Wien wird ständig verbessert. Das Radverkehrsnetz wird laufend erweitert und umfasst derzeit über 1.000 km, auch die Errichtung von Radabstellanlagen erfolgt laufend. Vielen Bürgern ist jedoch das Angebot für Radfahrer nicht oder nur wenig geläufig. Deshalb ist zur weiteren Förderung des Fahrrades auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit von entscheidender Bedeutung. Auf den Internetseiten der Stadt Wien gibt es daher zahlreiche Informationen rund um das Radfahren: www.wien.gv.at/verkehr/radfahren/ www.wien.gv.at/stadtentwicklung/radwege/index.htm Auch die Ergebnisse der Dauerzählungen stehen monatlich aktualisiert im Internet zur Verfügung: www.snizek.at/radverkehr/dauerzaehlung.htm www.wien.gv.at/stadtentwicklung/radwege/erhebung/dauer.htm Abbildung 46: Webseite mit den Ergebnissen der Dauerzählung(Screenshot) Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 71 Öffentlichkeitsarbeit Zusätzlich wurden die Ergebnisse dieser Bearbeitung in zahlreichen Ausstellungen präsentiert(z. B. ARGUS-Bikefestival am Rathausplatz) bzw. aktuelle Ergebnisse und Trends mittels Pressemitteilungen regelmäßig veröffentlicht. In den nächsten Jahren ist eine Fortsetzung bzw. Erweiterung dieser Aktivitäten vorgesehen. Abbildung 47: Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr in Wien Ein wesentlicher Faktor für eine weitere Förderung des Wiener Radverkehrs ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Dementsprechend wurden und werden die Ergebnisse dieser Studie über verschiedene Medien publiziert. 72 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Ausblick 2006–2010 5 AUSBLICK 2006–2010 In der„Radverkehrserhebung 2002–2005“ hat sich das hohe Potenzial des Radverkehrs in Wien gezeigt. Um eine weitere Verdichtung des Datenmaterials zu erreichen und um die im Masterplan Verkehr gesetzten Zielsetzungen seriös zu evaluieren, wird im Zeitraum 2006–2010 eine weiterführende Erhebung in Form einer umfassenden Analyse des Wiener Radverkehrs durchgeführt. Dabei sind folgende Schritte vorgesehen: 5.1 Weiterführung der Dauerzählungen Die bestehenden acht Dauerzählstellen werden in den nächsten Jahren weiter betrieben und ausgewertet. Die Ergebnisse werden wie bisher laufend im Internet veröffentlicht. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse werden mit den hinzukommenden Daten verdichtet und die getroffenen Aussagen untermauert. Das Hochrechnungsmodell wird mit den neuen Daten weiterentwickelt. Die bisherigen Darstellungen der Gesamtübersicht der Radverkehrsstärken an den Dauerzählstellen wird auf den Zeitraum 2006–2010 erweitert, sodass die Entwicklung über den gesamten Erhebungszeitraum 2002–2010 ersichtlich wird. 5.2 Händische Radverkehrszählungen laufend als „Erfolgskontrolle“ Die händischen Radverkehrszählungen wurden bisher in Form punktueller Kurzzeitzählungen im dreijährigen Intervall durchgeführt. Durch die nunmehr geplante jährliche Durchführung sollen diese Kurzzeitzählungen in Zukunft noch intensiver dazu genutzt werden, Maßnahmen im Radverkehrsnetz zu evaluieren. Quasi als „Erfolgskontrolle“ werden diese Zählungen u. a. an Stellen durchgeführt, an denen aufgrund einer Netzerweiterung eine Steigerung des Radverkehrs zu erwarten ist. Damit kann überprüft werden, ob die bisher gesetzten Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen. Bei Zählergebnissen, die unter den Erwartungen liegen, kann tiefer nach den Ursachen im Umfeld der betreffenden Zählstelle gesucht werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 73 Ausblick 2006–2010 5.3 Radfahrerbefragungen Die bisher ermittelten Aussagen basieren vorwiegend auf Zählergebnissen. Genauere Erhebungen, z. B. mit Angabe von Quell- und Zielort der Radfahrten, wurden nicht durchgeführt. In den nächsten Jahren sollen mehrere derartige Befragungen von Radfahrern stattfinden – vorrangig an den Stellen der Dauerzählungen. Mit den Ergebnissen können folgende Informationen erarbeitet werden, die bisher nicht zur Verfügung standen: Durchschnittliche und maximale Weglänge im Radverkehr Durchschnittliche und maximale Fahrtdauer Benutzte Route mit Quelle und Ziel der Fahrt Fahrtzweck Häufigkeit der Fahrt Alternatives Verkehrsmittel bei Nichtbenützung des Fahrrads Motivation zur Benutzung des Verkehrsmittels Fahrrad Anregungen, Wünsche Die Ergebnisse der Angabe zu den einzelnen Routen können u. a. in Form von Verkehrsspinnen dargestellt werden, die quasi den„Einzugsbereich“ einer Radverkehrsanlage zeigen. Abbildung 48: Ausschnitt aus einer Verkehrsspinne, Beispiel 74 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 Ausblick 2006–2010 5.4 Weiterentwicklung des Hochrechnungsmodells Ein Modell zur Hochrechnung einer punktuellen Kurzzeitzählung des Radverkehrs auf den durchschnittlichen Saisonverkehr liegt im Frühjahr 2006 als erste Version vor. Mit den Daten, die künftig aus den Dauerzählungen gewonnen werden, verbessert sich die statistische Datengrundlage. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen des magistratsinternen Probebetriebs soll das Hochrechnungsmodell bis 2010 laufend weiterentwickelt werden. Die einzelnen Faktoren werden überprüft und gegebenenfalls korrigiert. 5.5 Radverkehrsanteil, Radverkehrspotenzial Die Wiener Linien führen jährlich Haushaltsbefragungen in Form von flächendeckenden Mobilitätserhebungen durch. In den nächsten Jahren sollen diese Erhebungen auf Fragestellungen zum Radverkehr ausgeweitet werden bzw. sollen Sonderauswertungen in Hinblick auf noch offene Radfahrpotenziale erfolgen. Mit Hilfe dieser Erhebungen kann der Radverkehrsanteil an der Gesamtmobilität der Wiener Bevölkerung bestimmt sowie das vorhandene Nachfragepotenzial eingegrenzt werden. Es besteht damit erstmalig die Möglichkeit einer Überprüfung der Ziele aus dem Masterplan Verkehr zum Modal Split – und insbesondere zum Radverkehrsanteil. In den Befragungen erfolgt die Verteilung der Stichprobenziehung über alle Tage des Jahres. Damit ist eine adäquate Abbildung der Radfahrmobilität möglich. Die Ergebnisse zur Fragestellung noch offener Radfahrpotenziale ist Grundlage für die anstehende Marketingoffensive. Es ist vorgesehen, diese Erhebungen in den Jahren 2006 und 2009 durchführen zu lassen, sodass entsprechende Ergebnisse in den Jahren 2007 und 2010 vorliegen werden. In den nächsten Jahren wird zur Evaluierung der Ziele des Masterplan Verkehr die laufende Beobachtung des Wiener Radverkehrs konsequent fortgesetzt. Neben den quantitativen Erhebungen sollen zusätzlich auch qualitativ verwertbare Aussagen ermittelt werden. Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 75 Resümee 6 RESÜMEE Im Rahmen der„Radverkehrserhebung 2002–2005“ wurden umfangreiche Zählungen und Erhebungen durchgeführt, um ein genaueres Bild über den Radverkehr in Wien und seiner Einflussfaktoren zu erhalten. Dazu wurden neben händischen Kurzzeitzählungen erstmals auch Dauerzählungen durchgeführt sowie weitere Straßenverkehrszählungen hinsichtlich des Radverkehrs ausgewertet. 6.1 Analyse des Radverkehrs in Wien Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Radverkehr im gesamten Stadtgebiet unterschiedlich stark entwickelt. Es können deutliche Unterschiede zwischen innerstädtischen Bereichen und peripheren Gebieten festgestellt werden. Insgesamt ist eine Steigerung des Radverkehrsaufkommens eindeutig feststellbar. Generell erweist sich der Radverkehr als sehr umwegempfindlich, wie die Ergebnisse der Dauerzählungen im Einflussbereich von Baustellen zeigen. Dicht bebaute, innerstädtische Bereiche In den dicht bebauten Bezirken, insbesondere innerhalb des Gürtels und in Zentrumsnähe, werden hohe Radverkehrsstärken gemessen. Der Radverkehrsanteil an einzelnen Querschnitten kann dabei Werte bis zu 20% erreichen(z. B. innere Mariahilfer Straße). Die starken Radverkehrsströme konzentrieren sind vorrangig auf direkte Verbindungen. Auch auf Strecken ohne eigene Radverkehrsanlage sind hohe Radverkehrsstärken messbar, was das große Potenzial des Radverkehrs in innerstädtischen Bereichen deutlich macht. Der innerstädtische Radverkehr ist eindeutig vom Alltagsverkehr(Berufsverkehr, Ausbildungsverkehr) dominiert. Darüber hinaus werden auch viele Erledigungswege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der Freizeitverkehr hingegen ist neben den anderen Fahrtzwecken untergeordnet. Die Abhängigkeit des innerstädtischen Radverkehrs von den Witterungsbedingungen ist klar festzustellen, wobei eine Wetterbesserung sofort zu deutlichen Anstiegen der Radfahrerzahlen führt. Niederschlag und Temperatur sind die maßgeblichen Einflussfaktoren, der Wind zeigt keinen eindeutigen Einfluss auf das Radverkehrsaufkommen. Im Winter sind trotz der ungünstigeren Witterung zum Teil erhebliche Radverkehrsstärken messbar. Die Charakteristik des innerstädtischen Radverkehrs im Tagesgang und im Wochengang verläuft analog zum Motorisierten Individualverkehr(MIV). An Werktagen zeigen sich typische Spitzen am Morgen und am späten Nachmittag. Über die Woche gesehen sind Montag bis Freitag die stärksten Tage, das Wochenende liegt Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 77 Resümee deutlich unter den Werktagen. Im Jahresgang ergeben sich stärkere saisonale Schwankungen als im MIV. Periphere Stadtgebiete Die Radverkehrsstärken in peripheren Gebieten(Bezirke außerhalb des Gürtels sowie 21. und 22. Bezirk) sind deutlich geringer als in den innerstädtischen Bereichen. Das kann daran liegen, dass die zurückzulegenden Wege im Durchschnitt länger sind als im Zentrumsbereich. Der Anteil der Freizeitwege am gesamten Radverkehr ist deutlich höher oder – abhängig von der jeweiligen Lage – sogar dominierend. Die Witterungsabhängigkeit zeigt sich stärker als in zentralen Bereichen mit höherem Anteil an Alltagsverkehr. Im Winter ist ein starker Rückgang – insbesondere bei kalten Temperaturen und andauernder Schneedecke – feststellbar. Die Charakteristik des Radverkehrs in peripheren Gebieten ist stärker vom Freizeitverkehr geprägt. Die Tagesspitzen verschieben sich – je nach Anteil des Freizeitverkehrs – auf den späten Nachmittag bzw. in den Abend(„after work activities“), über die Woche kann der Radverkehr am Wochenende zum Teil stark über den Werten der Werktage liegen. Viele Bereiche der Stadt liegen hinsichtlich des Radverkehrs zwischen den beschriebenen Typen(z. B. Wohngebiete im Nahbereich eines Erholungsgebietes). Der Alltagsverkehr und der Freizeitverkehr stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. Der Radverkehr ist innerstädtisch eindeutig höher als in peripheren Bereichen. Der Anteil des Alltagsverkehrs ist in zentrumsnahen Gebieten dominierend, der Freizeitverkehr hat in peripheren Bereichen mehr Bedeutung. Insgesamt ist eine Steigerung des Radverkehrsaufkommens unzweifelhaft feststellbar. Die vermehrte Verwendung des Fahrrades als Alltagsverkehrsmittel ist evident. 78 Radverkehrserhebung Wien 2002 – 2005 Resümee 6.2 Verkehrspolitische Konsequenzen In der Verkehrspolitik der Stadt Wien nimmt der Radverkehr eine wichtige Stellung ein. Es besteht das im Masterplan Verkehr festgeschriebene Ziel, den Radverkehr so zu fördern, dass sich sein Anteil an den Gesamtwegen der Wiener auf 8% erhöht. Die intensiven Analysen des Radverkehrs über die letzten vier Jahre liefern einen wichtigen Beitrag zur verkehrspolitischen Stellung dieser Verkehrsart. Zunächst können damit einige alte Vorurteile über den Wiener Radverkehr endgültig widerlegt werden: weder ist der Radverkehr ein Schönwetter- und Sommerphänomen, noch beschränkt er sich auf Freizeitwege. Die an den Zählstellen festgestellten z. T. beachtlichen Steigerungen gehen zum Großteil auf die immer intensivere Nutzung des Fahrrades im Alltagsverkehr zurück. Und dabei zeigt es sich auch, dass nicht nur bei Schönwetter und angenehmen Temperaturen gefahren wird, sondern die ganze Radfahrsaison über regelmäßig – also von Anfang April bis Ende Oktober – und zu einem hohen Anteil auch noch während der kalten Jahreszeit. Die Zählungen ergaben darüber hinaus, dass die Zunahmen nicht nur auf Routen mit eigenen Radverkehrsanlagen auftraten, sondern sich auch auf Straßen ohne derartige Anlagen stark nachgefragte Relationen bündeln. Deutlich wird, dass fehlende Lückenschlüsse oder baustellenbedingte Unterbrechungen an Radwegen die Weiterentwicklung des Radverkehrs hemmen. Gerade für längere Wege(mehr als 5 km) wirkt sich eine Unterbrechung durch den damit zusammenhängenden zusätzlichen Zeitverlust negativ auf die Fahrradnutzung aus. Weiters zeigten die beiden Streiktage, dass es in Wien sehr hohe Potenziale für die Radbenützung gibt. Drei- bis vierfache Tageswerte an den Zählautomaten mit anhaltender Wirkung in den folgenden Tagen weisen darauf hin und zeigen die Wichtigkeit von leistungsfähigen Anlagen, die auch in Zukunft die zu erwartenden Radverkehrsmengen aufnehmen können. Die Zählungen belegen auch die bereits erlangte hohe Bedeutung des Radverkehrs in vielen Straßenabschnitten. Radverkehrsanteile von 20% am Gesamtverkehr rechtfertigen schon von der Quantität her die besondere Berücksichtigung dieser Verkehrsteilnehmer in der Straßenraumgestaltung. Die verkehrspolitischen Ziele und Maßnahmen des Masterplan Verkehr einerseits und die hier nachgewiesene hohe Bedeutung des Radverkehrs andererseits rechtfertigen jedenfalls, dass diese Verkehrsart in der Anlage und dem Betrieb der städtischen Straßen nicht nachrangig hinter dem Motorisierten Individualverkehr zu behandeln ist. Dies wird auch durch die Prinzipien der StVO unterstützt, die sich auf Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 79 Resümee Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit aller Verkehrsarten und damit auch auf den Radverkehr beziehen. Daraus ergeben sich im Rahmen der bestehenden Radverkehrspolitik für die nächsten Jahre folgende Maßnahmenbereiche: Priorisierung von Lückenschlüssen insbesondere bei weiträumig wirksamen Radrouten Dimensionierung von neuen Radverkehrsanlagen im Hinblick auf eine auch in Zukunft nachfragegerechte Nutzungsqualität Stärkere Berücksichtigung der Ansprüche des Radverkehrs bei temporären Unterbrechungen bestehender Verbindungen(Baustellen, Veranstaltungen, Märkte, etc.) Gewährleistung der durchgehenden Befahrbarkeit der Radfahranlagen insbesondere im Winter Umsetzung von qualitativ hoch stehenden Einzelprojekten zur Steigerung der Radnutzung in peripheren Gebieten, die einen Impuls für eine flächige Verbesserung des lokalen Radverkehrsangebots bewirken sollen Sicherstellung eines ausreichenden Platzangebotes auf Freizeitwegen für eine konfliktfreie Bewältigung der vielfältigen Nutzungsansprüche Diese Maßnahmen bilden wichtige, wenn nicht sogar unverzichtbare Elemente auf dem Weg zu einem Radverkehrsanteil von 8%. Weitere Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs unterstützen den derzeitigen Aufwärtstrend im Radverkehr und fördern die Verwendung des Fahrrads als städtisches Verkehrsmittel dauerhaft. 80 Radverkehrserhebung Wien 2002 – 2005 Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Abbildung 2: Abbildung 3: Abbildung 4: Abbildung 5: Abbildung 6: Abbildung 7: Abbildung 8: Abbildung 9: Abbildung 10: Abbildung 11: Abbildung 12: Abbildung 13: Abbildung 14: Abbildung 15: Abbildung 16: Abbildung 17: Abbildung 18: Abbildung 19: Abbildung 20: Abbildung 21: Abbildung 22: Abbildung 23: Abbildung 24: Abbildung 25: Abbildung 26: Übersicht aller Zählstellen der Radverkehrserhebung 2002–2005............... 6 Ergebnisse der 17-Stundenzählung 2002 an der Zählstelle Operning/Operngasse................................................................................. 15 Ergebnisse der 17-Stundenzählung 2002 an der Zählstelle Mariahilfer Straße/ Neubaugasse.................................................................................. 15 Ergebnisse der 17-Stundenzählung 2005 an der Zählstelle Mariahilfer Straße/Neubaugasse................................................................................... 22 Aufbau und Funktion der Radfahrer-Dauerzählstellen................................ 34 Zählstelle Argentinierstraße......................................................................... 35 Zählstelle Opernring nahe der Operngasse................................................ 35 Zählstelle Neubaugürtel beim Westbahnhof............................................... 36 Zählstelle Lassallestraße kurz vor der Reichsbrücke.................................. 36 Zählstelle Wientalradweg bei der Kennedybrücke...................................... 37 Zählstelle Liesingbachradweg beim Wohnpark Alterlaa............................. 37 Zählstelle Langobardenstraße beim SMZ Ost............................................. 38 Zählstelle Donaukanalbegleitweg bei der S45-Schnellbahnbrücke............ 38 Relative Tagesganglinie mit dominierendem Alltagsverkehr – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße......................................................................... 41 Relative Tagesganglinie mit Alltags- und Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Lassallestraße............................................................................. 41 Relative Tagesganglinie mit dominierendem Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Donaukanal................................................................................. 42 Durchschnittliche Wochenganglinie mit Anteil der Tageswerte an der Wochensumme bei dominierendem Alltagsverkehr – Beispiel Zählstelle Westbahnhof................................................................................................ 44 Durchschnittliche Wochenganglinie mit Anteil der Tageswerte an der Wochensumme bei Alltags- und Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Lassallestraße............................................................................................. 44 Durchschnittliche Wochenganglinie mit Anteil der Tageswerte an der Wochensumme bei dominierendem Freizeitverkehr – Beispiel Zählstelle Liesingbach................................................................................ 45 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Argentinierstraße......................................................................... 48 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Argentinierstraße................................................... 48 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Opernring.................................................................................... 50 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Opernring............................................................... 50 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Westbahnhof............................................................................... 52 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Westbahnhof.......................................................... 52 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Lassallestraße............................................................................. 54 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 81 Abbildungsverzeichnis Abbildung 27: Abbildung 28: Abbildung 29: Abbildung 30: Abbildung 31: Abbildung 32: Abbildung 33: Abbildung 34: Abbildung 35: Abbildung 36: Abbildung 37: Abbildung 38: Abbildung 39: Abbildung 40: Abbildung 41: Abbildung 42: Abbildung 43: Abbildung 44: Abbildung 45: Abbildung 46: Abbildung 47: Abbildung 48: Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Lassallestraße........................................................ 54 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Kennedybrücke........................................................................... 56 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Kennedybrücke...................................................... 56 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Liesingbach................................................................................. 58 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Liesingbach............................................................ 58 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Langobardenstraße..................................................................... 60 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Langobardenstraße................................................ 60 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Werktagen – Zählstelle Donaukanal................................................................................. 62 Entwicklung der monatlichen Durchschnittswerte an Sonn- und Feiertagen – Zählstelle Donaukanal............................................................ 62 Radfahrer am Streiktag................................................................................ 64 Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Argentinierstraße................. 65 Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Opernring(vormals Burgring)...................................................................................................... 65 Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Westbahnhof....................... 66 Auswertung der Streiktage 2003 – Zählstelle Lassallestraße..................... 66 Dauerzählung Dezember 2004 – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße...... 67 Dauerzählung Jänner 2005 – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße........... 67 Dauerzählung Februar 2005 – Beispiel Zählstelle Argentinierstraße.......... 68 Radfahren im Winter.................................................................................... 68 Eingabemaske für das Hochrechnungsmodell(Angaben beispielhaft)....... 70 Webseite mit den Ergebnissen der Dauerzählung(Screenshot)................ 71 Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr in Wien........................................ 72 Ausschnitt aus einer Verkehrsspinne, Beispiel............................................ 74 82 Radverkehrserhebung Wien 2002 – 2005 Tabellenverzeichnis Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Tabelle 2: Tabelle 3: Tabelle 4: Tabelle 5: Tabelle 6: Tabelle 7: Tabelle 8: Tabelle 9: Tabelle 10: Tabelle 11: Tabelle 12: Tabelle 13: Tabelle 14: Tabelle 15: Tabelle 16: Tabelle 17: Tabelle 18: Tabelle 19: Tabelle 20: Tabelle 21: Tabelle 22: Tabelle 23: Tabelle 24: Zählstellen der händischen Radverkehrserhebung an Werktagen............... 7 Zählstellen der händischen Radverkehrserhebung am Wochenende.......... 8 Zählstellen der Radverkehrsdauerzählung 2002–2005................................ 8 Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2002 mit Vergleich zu 1999............................................................................................................. 12 Ergebnisse der 17-Stunden-Werktagszählung Juni 2002 mit Vergleich zu 1999........................................................................................................ 13 Ergebnisse der 4-Stunden-Sonntagszählung Juni 2002 und Vergleich mit 1999....................................................................................................... 16 Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002(korrigiert auf Maximalwert Juni 2005)......................................... 19 Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 und 1999....................................................................................... 20 Ergebnisse der 7-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 und 1999(korrigiert auf Maximalwert Juni).................................. 20 Ergebnisse der 17-Stunden-Werktagszählung Juni 2005 und Vergleich mit 2002 und 1999....................................................................................... 21 Ergebnisse der 17-Stundenzählung Mariahilfer Straße/Neubaugasse....... 22 Ergebnisse der 4-Stunden-Sonntagszählung Mai 2005.............................. 23 Erhebungszeiträume der Händischen Straßenverkehrszählung Wien....... 24 Ergebnisse der Händischen Straßenverkehrszählung in Wien 2005 mit Radanteil...................................................................................................... 26 Ergebnisse der Händischen Straßenverkehrszählung in Wien 2005, 2000 und 1995............................................................................................. 29 Ergebnisse der Zählungen der MA 46 2001–2003..................................... 30 Zählstelle Argentinierstraße – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005........ 49 Zählstelle Opernring – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005.................... 51 Zählstelle Westbahnhof – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005............... 53 Zählstelle Lassallestraße – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005............ 55 Zählstelle Kennedybrücke – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005........... 57 Zählstelle Liesingbach – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005................. 59 Zählstelle Langobardenstraße – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005.... 61 Zählstelle Donaukanal – Ergebnisse und Vergleich 2002–2005................. 63 Radverkehrserhebung Wien 2002–2005 83