Endbericht Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien nach Beschäftigungsform Eine quantitative Analyse Raphaela Hyee Sandra Müllbacher Gerlinde Titelbach Endbericht Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien nach Beschäftigungsform Eine quantitative Analyse Endbericht Raphaela Hyee Sandra Müllbacher Gerlinde Titelbach IT: Georg Fochler Unter Mitarbeit von Phillipp Poyntner Studie im Auftrag der Gemeinde Wien, Magistratsabteilung 23. 17. Juni 2014 Institut für Höhere Studien(IHS), Wien Institute for Advanced Studies, Vienna Kontakt: Raphaela Hyee, PhD � :+43/1/599 91-252 email: hyee@ihs.ac.at Mag. a Sandra Müllbacher � :+43/1/599 91-234 email: sandra.müllbacher@ihs.ac.at Inhaltsverzeichnis 1 Studienvorhaben und Fragestellungen 1 2 Datengrundlage 3 2.1 Grundgesamtheit....................................... 3 2.1.1 Definition Erwerbstätigkeit.............................. 3 2.1.2 Definition temporär abwesende Erwerbstätigkeit.................. 4 2.1.3 Regionale Zuordnung................................. 4 2.1.4 Lohnzetteldaten des BMF.............................. 5 2.1.5 Verkettung von Episoden............................... 5 2.2 Gewichtung und Durchschnittsbildung............................ 6 2.3 Definitionen.......................................... 7 2.3.1 Arbeitsplatzperspektive(Themenbereich 1)..................... 7 2.3.2 Arbeitsplatzperspektive(Themenbereich 2)..................... 9 2.3.3 Personenperspektive(Themenbereich 3)....................... 9 2.3.4 Unternehmensperspektive(Themenbereich 4).................... 11 2.4 Vergleich mit anderen Datenquellen............................. 13 2.5 Zuordnung der Arbeitszeitinformation............................ 15 2.6 Imputation der Ausbildungsinformation........................... 18 3 Analyse der Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien 23 3.1 Überblick........................................... 23 3.2 Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien von 2004-2012................. 24 3.2.1 Erwerbsverhältnisse................................. 24 3.2.2 Erwerbstätige..................................... 39 3.2.3 Unternehmen..................................... 47 3.3 Detailanalyse für 2012.................................... 51 4 Anhang 57 5 Literaturverzeichnis 61 Tabellenverzeichnis 2.1 Vergleich Anzahl Unternehmen im Kalenderjahr....................... 13 2.2 Vergleich Anzahl unselbständiger Beschäftigungsverhältnisse im Jahresdurchschnitt.... 14 2.3 Vergleich Anzahl Unternehmen................................ 16 2.4 Nicht imputierte Information zu Arbeitszeit......................... 17 2.5 Vergleich Ausbildungsinformation aus Administrativ- und Erhebungsdaten........ 20 3.1 Überblick........................................... 23 3.2 Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf................................ 25 3.3 Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach Geschlecht............... 27 3.4 Selbständige Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Geschlecht............... 28 3.5 Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach Arbeitszeit............... 29 3.6 Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Altersgruppen..................... 29 3.7 Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Ausbildung...................... 31 3.8 Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Verweildauer..................... 33 3.9 Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Berufsgruppen..................... 34 3.10 Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Staatsbürgerschaft................... 34 3.11 Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach Branchen................ 36 3.12 Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach sozialer Stellung............ 38 3.13 Befristete Beschäftigungsverhältnisse im Zeitverlauf.................... 39 3.14 Erwerbstätige im Zeitverlauf................................. 40 3.15 Personen mit und ohne sich überschneidende Erwerbsepisoden............... 42 3.16 Personen ohne überschneidende Erwerbsepisoden nach Anzahl der Erwerbsepisoden... 43 3.17 Personen mit sich überlappenden Erwerbsepisoden nach Erwerbsform und Geschlecht.. 45 3.18 Kombinationen von Beschäftigungsformen für Personen mit sich überlappenden Beschäf­ tigungsverhältnissen..................................... 46 3.19 Überblick Betriebe und Beschäftigungsform......................... 48 3.20 Betriebe mit und ohne freie Dienstnehmer/innen nach Betriebsgröße............ 49 3.21 Fluktuation in Betrieben mit und ohne freie Dienstnehmer/innen.............. 50 3.22 Zeitarbeit nach Branche.................................... 51 3.23 Höchste abgeschlossene Ausbildung nach Beschäftigungsform............... 52 3.24 Erwerbsform nach Geschlecht und Alter........................... 3.25 Arbeitszeit nach Alter..................................... 3.26 Soziale Stellung nach Beschäftigungsausmaß........................ 3.27 Staatsbürgerschaft nach Beschäftigungsausmaß....................... 53 53 54 55 4.1 Zuordnung der HV Codes................................... 57 Abkürzungsverzeichnis AMDB AMS bmask BMF BVA EU HV IHS ISCO KBG SILC ÖBB ÖNACE NA Arbeitsmarktdatenbank Arbeitsmarktservice Österreich Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz(Sozialministerium) Bundesministerium für Finanzen Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter Europäische Union Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Institut für Höhere Studien Internationale Standardklassifikation der Berufe Kinderbetreuungsgeld Statistics on Income and Living Conditions Österreichische Bundesbahnen Statistische Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft für Österreich Not Available 1 Studienvorhaben und Fragestellungen Ziel der Studie ist es, einen kohärenten Datensatz aufzubauen, der die Entwicklung der Erwerbsformen am Arbeitsort Wien umfassend abbildet und als Ausgangspunkt für fundierte weitere Analysen zur Entwick­ lung der Erwerbstätigkeit in Wien herangezogen werden kann. Zu diesem Zweck wird die Entwicklung der Erwerbstätigkeit aus arbeitsplatz-, personen- und unternehmensbezogener Perspektive dargestellt. Ei­ ne Aufschlüsselung der Daten erfolgt daher nach der Anzahl der Erwerbsverhältnisse, nach der Anzahl der Erwerbstätigen sowie nach der Anzahl der Unternehmen. Die Auswertungen erfolgen für die Jahre 2004­ 2012, für das letzte verfügbare Beobachtungsjahr(2012) erfolgen weitere Aufgliederungen interessanter Merkmale. Die Hauptquelle der Studie ist die Arbeitsmarktdatenbank(AMDB), die aus Administrativdaten des Haupt­ verbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger(HV) sowie des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) gespeist wird und vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz(bmask) wissenschaftlichen Institutionen in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt wird. In der AMDB sind alle Beschäftigungs-, Arbeitslosigkeits- und out of labour force Episoden tagegenau erfasst. Weiters sind die Einkommen der unselbständig Beschäftigten 1 bis zur Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversiche­ rung sowie Informationen über persönliche Charakteristika(Geschlecht, Alter, Staatsbürgerschaft, Wohn­ ort etc.) enthalten. Zusätzlich zur Abbildung der Versicherungsverhältnisse auf Personenebene enthält die AMDB Informationen zu Dienstgeber/inne/n(Betriebsnummern), auf deren Grundlage eine betriebliche Betrachtung durchgeführt werden kann. Diese Informationen zu Dienstgeber/inne/n ermöglichen zudem die regionale Zuordnung des Arbeitsortes sowie die Zuordnung zu Branchen nach ÖNACE. Einige der Merkmale von Interesse sind in der AMDB nicht enthalten. So wird etwa für die Unterschei­ dung nach Beschäftigungsausmaß(Vollzeit und Teilzeit) auf Lohnzetteldaten des Bundesministeriums für Finanzen(BMF) zurückgegriffen, die für diese Studie soweit als möglich mit der AMDB verknüpft wurden(siehe Abschnitt 2.1.4); diese zusätzliche Datenquelle ermöglicht auch eine genauere Unterschei­ dung der sozialen Stellung der Beschäftigungsepisode. Auch Ausbildungsinformation ist in der AMDB nur lückenhaft vorhanden, Information zur wöchentlichen Arbeitszeit(Stundenanzahl) fehlt vollkommen. Diese Merkmale werden aus dem Mikrozensus(Arbeitskräfteerhebung) statistisch imputiert(siehe die Abschnitte 2.6 und 2.5). 1 Die Einkommensinformation für Beamtinnen und Beamte sowie für selbständig Erwerbstätige in der AMDB sind, vor allem für weiter zurückliegende Jahre, von geringerer Qualität(Vollständigkeit). 2— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Der Tabellensatz ist in vier Abschnitte gegliedert: 1. Unselbständige Beschäftigungsverhältnisse und selbständige Erwerbstätigkeit: In diesem Abschnitt werden(unselbständige) Beschäftigungs- und(selbständige) Erwerbsepisoden, getrennt nach Ge­ schlecht und Art des Beschäftigungsverhältnisses bzw. der Erwerbsform, sowie bei Unselbstän­ digen nach Beschäftigungsausmaß, dargestellt(Arbeitsplatzperspektive). Zusätzlich zu diesen Be­ trachtungsebenen werden einzelne Merkmale(Alter, Staatsbürgerschaft, höchste abgeschlossene Ausbildung, Branche, etc.) betrachtet. 2. Für das letzte Berichtsjahr(2012) werden einige der Merkmale aus Abschnitt 1 miteinander ver­ kreuzt. 3. Personen mit überschneidungsfreien bzw. mit sich überschneidenden Erwerbsverhältnissen(Per­ sonenperspektive): Personen mit ausschließlich einem gleichzeitigen Erwerbsverhältnis nach Ge­ schlecht, Dauer der Episode(n) im Jahr, Art und Ausmaß der Erwerbstätigkeit; Personen mit sich überschneidenden Erwerbsepisoden nach Geschlecht, Dauer der Episoden, Dauer der Überschnei­ dungen, Art und Ausmaß der Erwerbstätigkeit der dominanten Erwerbsepisode sowie die häufigsten Kombinationen von sich überschneidenden Episoden. 4. Unternehmen in Wien nach Beschäftigungsform(Unternehmensperspektive): Hier werden die Un­ ternehmen unterschieden, die sich ausschließlich“klassisch” Beschäftigter bedienen und Unter­ nehmen, die auch freie Dienstnehmer/innen beschäftigen. Die Darstellung erfolgt nach Branche, Unternehmensgröße sowie Fluktuation der Beschäftigten. Dieser Bericht enthält zunächst eine detaillierte Beschreibung der Datengrundlage, der Bildung der Grund­ gesamtheit und der Ausgestaltung und Definition der einzelnen Merkmale(Kapitel 2). Ebenfalls in diesem Abschnitt enthalten ist ein Abgleich der Ergebnisse mit anderen Publikationen(HV, Statistik Austria etc.) (Abschnitt 2.4) sowie eine Beschreibung der der Imputation zusätzlicher Merkmale aus der Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung zugrundliegenden Methodik(Abschnitte 2.6 und 2.5). Neben dieser technischen Berichterstattung zur durchgeführten Analyse enthält ein zweiter Teil eine deskriptive Beschreibung der wichtigsten Ergebnisse(Kapitel 3). Dabei erfolgt zunächst ein kurzer Überblick zu den wichtigsten Zah­ len(3.1), gefolgt von einer Analyse der Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien im zeitlichen Verlauf zwischen 2004 und 2012(3.2). Abschnitt 3.3 analysiert schließlich für das letzte verfügbare Jahr 2012 einige Merkmale und Ausprägungen genauer. Dem Bericht zugehörig ist der umfangreiche Tabellensatz. Dieser enthält eine Excel-Arbeitsmappe für jedes Betrachtungsjahr 2004-2012 und jeden Themenbereich 1, 3 und 4 2 . Für Themenbereich 2 wird eine Arbeitsmappe für das Jahr 2012 geliefert. Da einige Merkmale weder in der AMDB enthalten sind, noch in diese imputiert werden können, enthalten neun weitere Arbeitsmappen(für die Jahre 2004-2012) Auswertungen aus der Mikrozensus Arbeiskräfteerhebung zu diesen Merkmalen. 2 Für Themenbereich 4 werden zwei unterschiedliche Arbeitsmappen abhängig von der Unternehmensdefinition, siehe Abschnitt 2.3.4, geliefert. Nach der auch in der Analyse verwendeten Definition stehen die Daten allerdings nur von 2004-2007 zur Verfügung. 2 Datengrundlage 2.1 Grundgesamtheit Die Grundgesamtheit der Rohdaten für die Datensätze der Jahre 2004 1 bis 2012 bilden alle Erwerbse­ pisoden von Personen über 14 Jahren(Alter im jeweiligen Jahr) ab, die im Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember des jeweiligen Jahres bei einem Betrieb in Wien beschäftigt waren(dessen Betriebsstandort und/oder Krankenversicherungsträger sich laut AMDB in Wien befindet), sowie jene Personen, die im jeweiligen Jahr in Wien wohnhaft waren und im selben Jahr(selbständig oder unselbständig) erwerbstätig waren, egal in welchem Bundesland. 2.1.1 Definition Erwerbstätigkeit Als Erwerbsepisoden gelten alle aktiven Erwerbsepisoden, die laut HV-Codes in die folgenden Kategorien fallen 2 : - Beamte und Beamtinnen - Arbeiter/innen und Angestellte - Freie Dienstnehmer/innen - Landwirte und Landwirtinnen, inklusive Mithelfende - Selbständige - Sonstige Beschäftigung(z.B. Politiker/innen, Notariatskandidat/inn/en etc.) - Lehrlinge - Geringfügige Beschäftigung 1 Eine Betrachtung von Jahren vor 2004 ist aus zwei Gründen nicht zielführend. Einerseits würden aufgrund einer Neuaufstellung der Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung mit 2004 einige Merkmale einen Zeitreihenumbruch aufweisen. Zudem enthält die AMDB vor 2004 keine Information über den Wohnort. Weder die Grundgesamtheit der Rohdaten noch die regionale Zuordnung könnte in gleicher Weise getroffen werden wie ab 2004, die Beobachtungen über die Jahre wären nicht vergleichbar. 2 Eine Auflistung der als Erwerbsepisoden gezählten HV-Codes findet sich im Anhang(4) 4— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien 2.1.2 Definition temporär abwesende Erwerbstätigkeit Wir betrachten Präsenz- und Zivildiener/innen ebenso wie Frauen im Mutterschutz und Kinderbetreu­ ungsgeldbezieher/innen(KBG) 3 nicht als erwerbstätig; diese Episoden werden daher in der Analyse nicht berücksichtigt. Dies trifft auch auf Personen mit aufrechtem Dienstverhältnis, die sich in Mutterschutz befinden bzw. Kinderbetreuungsgeld beziehen, zu; wir betrachten sie als inaktiv bzw. temporär abwesend und lassen Versicherungsepisoden mit diesen Status bei der Analyse außen vor. 4 Während inaktive Erwerbsepisoden von der Analyse ausgeschlossen sind, weisen wir als Zusatzinforma­ tion die Anzahl der Personen aus, die in jedem Jahr im Durchschnitt Präsenz- oder Zivildienst geleis­ tet haben, Kinderbetreuungsgeld bezogen haben oder im Mutterschutz waren. Als temporär abwesende Erwerbstätige werden nur jene KBG-Bezieher/innen klassifiziert, die zuvor erwerbstätig waren und po­ tenziell wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könnten. Anhand eines Algorithmus wurde für jede KBG-Episode überprüft, ob sie maximal 24 Monate andauerte und ob der/die Bezieher/in im Zeitraum von drei Monaten vor dem Beginn der KBG-Episode mindestens einen Tag über der Geringfügigkeits­ grenze unselbständig erwerbstätig war oder Wochengeld bezog. 5 Für Personen mit Kinderbetreuungs­ geldbezug werden überdies noch Episoden der aktiven Erwerbstätigkeit im betreffenden Jahr, die sich mit dem Kinderbetreuungsgeldbezug überschneiden, gesucht und gesondert ausgewertet. Diese Episoden be­ ziehen sich ausschließlich auf Zeiten des gleichzeitigen Kinderbetreuungsgeldbezugs, Episoden vor oder nach Ende des Bezugs werden beschnitten. Dabei ist zu beachten, dass diese Episoden als aktive Erwerb­ sepisoden im Hauptteil der Analyse miteinbezogen werden. 2.1.3 Regionale Zuordnung Für die Betrachtung aus Arbeitsplatz- und Personenperspektive(Abschnitt 1 bis 3) zählen wir eine Erw­ erbsepisode aus den Rohdaten der AMDB in den folgenden Fällen räumlich zu Wien. - Der Arbeitsort entsprechend dem Krankenversicherungsträger ist Wien. - Der Betriebsstandort ist in Wien und der Krankenversicherungsträger kann zu keinem anderen Bun­ desland zugeordnet werden(z.B. Krankenversicherungsträger ist die BVA). - Der Betriebsstandort und der Krankenversicherungsträger der Episode enthält keine regionale In­ formation(z.B. Betriebsstandort ÖBB und BVA als Krankenversicherungsträger) und die Person ist in Wien wohnhaft. 6 3 Frauen im Mutterschutz ist es gesetzlich verboten zu arbeiten, sie stehen dem Arbeitsmarkt daher nicht zur Verfügung. Auch KBG-Bezieher/innen gelten nach Labour Force - Konzept nicht als aktive, sondern als temporär abwesende Erwerbstätige. 4 Wir definieren noch einige andere Status, die kleinere Personengruppen betreffen, als inaktiv. So gehen wir etwa davon aus, dass das Ausbildungselement bei Krankenpflegeschüler/inne/n überwiegt, und berücksichtigen diese nicht, genauso wenig wie Personen, die bei Beitragszahlung vom öffentlichen Dienst karenziert sind. 5 Episoden über 24 Monate werden bei 24 Monaten beschnitten. 6 2005 enthält die AMDB eine Änderung in der Erfassung der ÖBB. Bis 2004 wird bei diesem Unternehmen Wien als Betriebs­ standort und BVA als Versicherungsträger geführt, ab 2005 wird als Betriebsstandort“ÖBB” geführt. Nach obiger Definition würde die ÖBB somit 2004 zur Gänze Wien zugerechnet werden, ab 2005 nur mit jenen Beschäftigten, die in Wien wohnhaft sind. Um die­ Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 5 Erwerbsepisoden, für die anhand der drei oben genannten Kriterien keine Zuordnung möglich ist(z.B. fehlende Einträge), werden nicht berücksichtigt. Für die Analyse aus Unternehmensperspektive(Abschnitt 4) betrachten wir nur Episoden der unselbstän­ digen Beschäftigung. Zudem werden nur über den Wohnort der Beschäftigten zuordenbare“Betriebe” wie der Bund oder die ÖBB nicht berücksichtigt. Zu Wien zählen wir daher ausschließlich Betriebe de­ ren Krankenversicherungsträger Wien ist oder(mit nur sehr geringen Fallzahlen) deren Krankenversiche­ rungsträger eine der sechs für uns identifizierbaren Betriebskrankenkassen ist, wenn der Unternehmens­ standort Wien ist. 7 2.1.4 Lohnzetteldaten des BMF Die Lohnzetteldaten des BMF enthalten Informationen zur Ausbildung(akademische Titel sowie den Titel “HTL-Ingenieur”, der auf eine Matura hinweist), zur Arbeitszeit(Abgrenzung Vollzeit/ Teilzeit) sowie zur sozialen Stellung“Vertragsbedienstete”, die in der AMDB als Angestellte geführt werden. Leider enthalten die Lohnzettel keine Betriebsnummern, was die Zuordnung der Lohnzettel zu Erwerbsepisoden erschwert, vor allem für Personen mit mehreren Erwerbsepisoden. Hier kann es vorkommen, dass mehrere Lohnzettel für den Zeitraum einer Erwerbsepisode in der AMDB vorhanden sind, bzw. umgekehrt, meh­ rere Erwerbsepisoden in den Gültigkeitszeitraum eines Lohnzettels fallen. Haben diese Episoden in der AMDB unterschiedliche HV-Qualifikationen bzw. verschiedene Betriebsnummern, ist nicht ersichtlich, welcher Episode der Lohnzettel zuzuordnen ist. Die Zuordnung erfolgt dermaßen, dass wir nur Lohnzet­ tel zu Episoden zuordnen, die erstens keine soziale Stellung haben, die in direktem Widerspruch zu der Information aus der AMDB steht(z.B AMDB-Status Angestellte und Lohnzettelstatus Pensionistin) und deren Anfangs- sowie Enddaten zweitens mit den Lohnzetteldaten in Einklang gebracht werden können. 8 Dies hat zur Folge, dass wir manche Vertragsbedienstete als Angestellte zählen könnten, wenn wir die Lohnzettelinformation, die das Merkmal Vertragsbedienstete/r enthält, nicht eindeutig zuordnen können. Das Merkmal akademischer Titel/ Berufstitel, welches die Person und nicht die Episode betrifft, ordnen wir hingegen jeder Person zu, für die wir innerhalb des Betrachtungsjahres mindestens einen Lohnzettel finden, der dieses Merkmal enthält. 2.1.5 Verkettung von Episoden Zeiten mit Krankengeldbezug, Urlaubsentschädigung oder Kündigungsentschädigung haben jeweils einen eigenen Status in der AMDB. Diese Episoden werden dann mit davor liegenden Beschäftigungsepiso­ sen Datenumbruch zu vermeiden weichen wir schon in 2004 von der angegebenen Definition ab und ordnen die Erwerbsverhältnisse auch 2004 nur dann Wien zu, wenn die Personen in Wien wohnen. 7 Eine genauere Erläuterung zur Definition von“Betrieben” aus der AMDB und zu unserem Umgang damit folgt in Abschnitt 2.3.4. 8 Für rund die Hälfte der Episoden können Lohnzettel gefunden werden, deren Anfangs- und Enddatum übereinstimmen. Darüber hinaus werden noch Lohnzettel zugeordnet, die zu Episodenketten passen, z.B. ein Lohnzettel für den Zeitraum 1. bis 31 März wird zwei Episoden, einer von 1. bis 7. März und einer von 23. bis 31. März, zugeordnet. 6— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien den verkettet, wenn diese derselben Betriebsnummer zugeordnet sind, denselben Sozialversicherungssta­ tus(HV-Qualifikation) haben und maximal fünf Tage vor Beginn der Krankenstandsepisode(oder der Urlaubsentschädigungs- oder Kündigungsepisode) enden. 9 Wenn innerhalb von fünf Tagen nach dem En­ de einer Krankenstandsepisode eine Beschäftigungsepisode mit demselben Sozialversicherungsstatus be­ ginnt, die derselben Betriebsnummer zugeordnet ist, wird diese Episode ebenfalls mit der Krankenstand­ sepisode verkettet, sodass eine durchgehende Beschäftigungsepisode entsteht. Wenn auf eine Kranken­ standsepisode eine Episode der Urlaubs- oder Kündigungsentschädigung folgt, wird diese ebenfalls mit der davor liegenden Beschäftigungsepisode verkettet. Krankenstands- oder Urlaubs- bzw. Kündigungsent­ schädigungsepisoden, denen keine Beschäftigungsepisoden auf demselben Betriebskonto innerhalb von fünf Tagen vorausgehen, werden in der Untersuchung nicht berücksichtigt. 2.2 Gewichtung und Durchschnittsbildung Da unser Datensatz tagegenaue Informationen zu Erwerbsepisoden enthält, sind wir nicht auf die Betrach­ tung von Stichtagen angewiesen— wir berechnen die Dauer jeder Episode in Tagen und bilden dann das Gewicht für diese Episode als Anteil der Dauer an einem Jahr. 10 Ein sechsmonatiges Beschäftigungs­ verhältnis zählt daher im Jahresdurchschnitt als ein halbes Beschäftigungsverhältnis; eine Person mit zwei durchgängigen Beschäftigungsverhältnissen zählt als zwei Beschäftigungsverhältnisse. Diese Berechnung ist äquivalent zur Bildung eines Durchschnitts der Beschäftigungsverhältnisse(nicht Personen) über 365 Stichtage. Für die Personenbetrachtung(Abschnitt 3 des Datensatzes) erfolgt die Gewichtung folgendermaßen: Für Personen mit ausschließlich einem Erwerbsverhältnis ist die Personenbetrachtung ident mit der Episoden­ betrachung. Personen mit mehreren Erwerbsepisoden werden pro Tag nur einmal gezählt, d.h. wir fassen überlappende Episoden jeweils zusammen— eine Person mit zwei Erwerbsverhältnissen, die beide von Jänner bis Juli dauern, wäre somit im Jahresdurchschnitt eine halbe Person. Dies entspricht der Auszäh­ lung aller Erwerbspersonen auf Basis von 365 Stichtagen. Bei der Auswertung der Erwerbspersonen mit mehreren Erwerbsverhältnissen ist zu beachten, dass jeweils alle Erwerbstage einer Person zusammenge­ zählt werden: So werden etwa einer Person mit Episoden als Angestellte und freie Dienstnehmerin, deren dominante Erwerbsepisode eine Episode als freie Dienstnehmerin in Vollzeit ist, auch Tage als Angestellte als Erwerbstage zugeschlagen, auch wenn sie an den betreffenden Tagen nicht als freie Dienstnehmerin tätig war. Für die Darstellung der Personen mit überschneidenden Erwerbsepisoden sowie der häufigsten Kombina­ tion von Erwerbsepisoden weichen wir von der Durchschnittsbildung ab und zählen absolute Häufigkeiten (Summe aller betroffenen Personen im jeweiligen Beobachtungsjahr, ungeachtet der Dauer der Erwerbs­ tätigkeit, siehe auch Abschnitt 2.3.1). 9 Das bmask und das AMS gehen bei der Glättung der Episoden ähnlich vor, da es zu Verzögerungen bei der An- bzw. Abmeldung vom Krankengeld kommen kann, die sich in Meldelücken niederschlagen würden. 10 Ein Jahr— jedes Jahr— hat in diesem Fall 365 Tage. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 7 2.3 Definitionen 2.3.1 Arbeitsplatzperspektive(Themenbereich 1) Wir unterscheiden die Erwerbsepisoden der unselbständig Beschäftigten nach drei Beschäftigungsformen: -“klassisches” Beschäftigungsverhältnis - Freier Dienstvertrag - Leiharbeit Selbständige Erwerbsepisoden werden getrennt in - Selbständigkeit - Neue Selbständigkeit Diese Zuordnung ist in Tabelle 4.1 im Anhang auf Basis der HV-Codes angeführt. Leiharbeit ist keine so­ zialversicherungsrechtliche Definition und kann daher nicht aufgrund der HV-Codes identifiziert werden. Wir grenzen Beschäftigungsepisoden in Leiharbeit über die Branche, welcher der Betrieb zugeordnet ist, ab. Wir ordnen die Beschäftigten der Branchen N78.2— Befristete Überlassung von Arbeitskräften— und N78.3— Sonstige Überlassung von Arbeitskräften— der Beschäftigungsform Leiharbeit zu. 11 In einer zweiten Ebene unterscheiden wir bei den unselbständig Beschäftigten nach dem Beschäftigungs­ ausmaß(Vollzeit, Teilzeit, geringfügige Beschäftigung). Aus der AMDB ist direkt abzulesen, ob eine Epi­ sode geringfügig ist oder nicht, zudem konnten wir einem Großteil der Episoden aus den Lohnzetteldaten des BMF die Qualifikation Vollzeit oder Teilzeit zuordnen. Über alle Jahre gerechnet bleibt die Arbeitszeit somit nur für rund 17% aller Erwerbsepisoden unbestimmt. Diesen Erwerbsepisoden wird mit Hilfe der Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung eine Arbeitszeitinformation zugeordnet, siehe Abschnitt(2.5). Zusätzlich zu den Betrachtungsebenen werden die Daten nach einzelnen Merkmalen ausgewertet. Bei den unselbständig Beschäftigten unterscheiden wir nach - Alter, - Staatsbürgerschaft, - höchster abgeschlossener Ausbildung, - sozialer Stellung, - Arbeitszeit, - Beschäftigungsdauer beim selben Dienstgeber/ bei der selben Dienstgeberin und - Branche. 11 Dabei können die Beschäftigten beim Leiharbeitsunternehmen selbst, etwa in der Verwaltung desselben, nicht von den an andere Unternehmen verliehenen Beschäftigten unterschieden werden. 8— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Bei den selbständig Erwerbstätigen unterscheiden wir nach - Alter, - Staatsbürgerschaft, - höchster abgeschlossener Ausbildung, - Dauer der selbständigen Erwerbsepisode und - Branche. Das Merkmal Alter unterscheiden wir nach 11 Altersgruppen(15-19, 20-24, 25-29, 30-34, 35-39, 40­ 44, 45-49, 50-54, 55-59, 60-64, 65+), das Merkmal Staatsbürgerschaft nach Österreich, EU14/EFTA, EU 2004-07 12 , Türkei, Südost- und Osteuropa 13 und sonstige Drittstaaten. Das Merkmal höchste abgeschlos­ sene Ausbildung(Pflichtschule, Lehre und Berufsbildende Mittlere Schule, Höhere Schule, Hochschule) lässt sich nur für einen Teil der Untersuchungsgruppe der AMDB entnehmen, für einige weitere enthalten die Lohnzetteldaten des BMF Informationen zu akademischen Abschlüssen. Für Personen, deren Ausbil­ dung unbestimmt bleibt, wird dieses Merkmal aus der Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung(Frauen alle Jahre und Männer im Jahr 2012) bzw. aus dem EU-SILC(Männer 2004-2011) imputiert(siehe 2.6). Bei der sozialen Stellung unterscheiden wir nach Angestellte/r, Arbeiter/in, Beamter/Beamtin und Vertrags­ bedienstete/r 14 . Die genauere Aufgliederung der Kategorie Teilzeit in weniger als 20 Stunden und 20-35 Stunden(Vollzeit definieren wir ab 35 Stunden) wird aus dem Mikrozensus imputiert(siehe Abschnitt 2.5). Die Beschäftigungsdauer beim selben Dienstgeber/ bei der selben Dienstgeberin beziehungswei­ se die Dauer der selbständigen Erwerbsepisode wird in die Kategorien weniger als ein Jahr, 1-5 Jahre, 6-10 Jahre und mehr als 10 Jahre eingeteilt. Für unselbständige Beschäftigungsepisoden weisen wir die Aufteilung in Branchen sowohl nach ÖNACE-2008 Abschnitten, Zweistellern und Vierstellern aus. Auf­ grund der geringeren Fallzahlen wird für selbständige Erwerbsepisoden die Branche nur nach Abschnitten dargestellt. 15 Zwei im Leistungsverzeichnis geforderte Merkmale— Beruf und Befristung— können nicht aus der AMDB entnommen werden. Zudem ist eine Imputation dieser Information aus dem Mikrozensus aufgrund geringer Fallzahlen und aufgrund eines Mangels an erklärenden Variablen nicht möglich. Um die Themen dennoch abdecken zu können werten wir diese Merkmale direkt aus dem Mikrozensus aus. Grundsätzlich gilt es bei dieser Auswertung zu beachten, dass die Grundgesamtheit der Untersuchungsgruppe in den ein­ zelnen Ebenen nicht mit unserer sonstigen Grundgesamtheit in diesem Abschnitt übereinstimmen muss. Während wir aus dem Mikrozensus die Anzahl der erwerbstätigen Personen berechnen, berechnen wir auf Grundlage der AMDB die Anzahl der Erwerbsverhältnisse. Auch die regionale Zuordnung kann divergie­ ren: Im Mikrozensus wird der Arbeitsort direkt abgefragt. Bei Personen, die bei einer Gebietskrankenkasse 12 Diese Kategorie enthält die in diesen Jahren der EU beigetretenen Mitgliedstaaten. 13 Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Russische Föderation, Serbien 14 Vertragsbedienstete sind aus der AMDB nicht von Angestellten zu unterscheiden, für einen Großteil der Beobachtungen kann diese Information aber den Lohnzetteldaten entnommen werden 15 Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass in der AMDB für etwa 25% der selbständigen Erwerbsepisoden keine Brancheninfor­ mation vorhanden ist. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 9 versichert sind sollte dies zwar mit unserer regionalen Zuordnung anhand des Versicherungsträgers Wie­ ner Gebietskrankenkasse übereinstimmen. Bei Personen mit einer anderen Versicherung, die wir über den Betriebs- oder Wohnort zugeordnet haben, kann es aber zu Abweichungen kommen. 16 Wir werten den Beruf nach den zehn ISCO-Hauptgruppen aus. Hier gilt es zu beachten, dass ab dem Jahr 2011 die Daten nach ISCO-08 codiert sind, zuvor nach ISCO-88. Im Mikrozensus ist im Gegensatz zur Branchenkenn­ zeichnung NACE keine Doppelzählung mit beiden Klassifikationen enthalten, Datensätze der Statistik Austria(etwa im StatCube oder in den Publikationen zur Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung) enthalten immer einen Zeitreihenbruch. Um eine durchgehende Zeitreihe zu erhalten haben wir die Umklassifizie­ rung anhand der von der International Labour Organization zur Verfügung gestellten Überführungstabelle vorgenommen. Da die Angaben zu Beruf im Mikrozensus allerdings nur auf 3-Steller-Ebene enthalten sind, mussten wir dazu einige Annahmen treffen: Ist die Zuordnung zu ISCO-08 anhand der 3-Steller nicht eindeutig, wird diejenige ISCO-08 Gruppe gewählt, auf welche die meisten ISCO-88-4-Steller entfallen würden; bei gleicher Anzahl wird die gleiche Gruppe gewählt wie in ISCO-88. Beim Merkmal Befristung unterscheiden wir(nur für unselbständige Beschäftigung) befristete und unbefristete Erwerbsverhältnisse. 2.3.2 Arbeitsplatzperspektive(Themenbereich 2) In Themenbereich 2 werden für das letzte verfügbare Jahr 2012 verschiedene der zuvor erwähnten Merk­ male für unselbständige und selbständige Erwerbsepisoden miteinander verschränkt, so dass diese Er­ werbsverhältnisse genauer analysiert werden können. Allerdings gilt es zu beachten, dass durch weitere Verkreuzungen die Fallzahlen in manchen Tabellen und Ebenen so gering werden, dass sie aus Gründen des Datenschutzes nicht mehr ausgewiesen werden können. 2.3.3 Personenperspektive(Themenbereich 3) Für die Betrachtung aus Personenperspektive definieren wir für Personen, die mehrere Erwerbsepisoden innerhalb eines Jahres aufweisen, eine dominante Erwerbsepisode. Dabei bedienen wir uns folgender Hierarchie: Wenn verlässliche Informationen über das Einkommen für alle Erwerbsepisoden einer Person vorliegen, wählen wir die Erwerbsepisode mit dem höchsten Einkommen. Dies ist in rund einem Drit­ tel der Episoden der Fall. Einkommen wird in der AMDB bis zur Höchstbeitragsgrundlage erfasst, wobei pro Beschäftigter/Beschäftigtem maximal ein Einkommen pro Betrieb und Monat verzeichnet wird. Wenn eine Person mehrere Beschäftigungsverhältnisse bei einem Betrieb hat(z.B. meherere kürzere Episoden oder Episoden mit unterschiedlichem Erwerbsstatus) können wir das Einkommen nicht eindeutig einer Episode zuordnen; in diesen Fällen werten wir die Einkommensinformation als nicht verlässlich. Zudem gibt es über alle Jahre gerechnet rund 200.000 Episoden(fast ausschließlich freie Dienstnehmer/innen), 16 Insgesamt betragen die Abweichungen im Durchschnitt über die Jahre 2,0%, wobei wir im Mikrozensus eine höhere Anzahl an Erwerbstätigen beobachten. Die Abweichung ist größer für selbständige Erwerbsverhältnisse, wobei vor allem die Neuen Selbstän­ digen im Mikrozensus im Vergleich zur AMDB übererfasst sind. Große Abweichungen gibt es auch bei der Anzahl der Leiharbei­ ter/innen, welche im Mikrozensus deutlich höher geschätzt wird. 10— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien die ein Einkommen von 0 Euro zugewiesen bekommen— auch bei diesen Episoden gehen wir davon aus, dass wir über keine verlässliche Einkommensinformation verfügen. Wenn für zumindest eine Erwerbse­ pisode keine verlässlichen Informationen zum Einkommen vorliegen, wählen wir die Episode, die(im Beobachtungsjahr) länger war. Wenn beide Episoden gleich lang sind— z.B. da beide das ganze Jahr über andauern— wählen wir diejenige Episode, die insgesamt am längsten andauert(am frühesten begonnen hat). In jenen Fällen, die nach dieser Vorgehensweise nicht zugeordnet werden können(keine verläss­ lichen Einkommen, mindestens zwei Beschäftigungsverhältnisse die gleichzeitig begannen), wählen wir eine dieser Episoden zufällig aus, dies betrifft aber nur wenige Personen. Episoden der Geringfügigkeit werden immer als nicht dominant definiert, es sei denn, die betreffende Person hatte im betrachteten Jahr ausschließlich Episoden der Geringfügigkeit. Um das Phänomen der Mehrfachbeschäftigungen erfassen zu können suchen wir für Personen, die im Beobachtungsjahr mehr als eine Erwerbsepisode hatten, nach weiteren Episoden, die sich mit der do­ minanten Erwerbsepisode überschneiden. Wir zählen Erwerbsepisoden ab dem ersten Tag, an dem sie parallel laufen, als überschneidend— dies hat den Nachteil, dass es bei einem Stellungswechsel zu Über­ schneidungen kommen kann, die durch Meldeverzögerungen oder verbleibende Urlaubsansprüche etc. entstehen, obwohl tatsächlich nicht beide Erwerbsverhältnisse gleichzeitig ausgeübt wurden. Wir haben uns zu dieser Vorgehensweise entschlossen, da viele Erwerbsverhältnisse nur einen Tag lang andauern— diese doppelten Erwerbsverhältnisse, die echte Überschneidungen darstellen, würden wir verlieren, wenn wir eine Mindestüberschneidungsdauer definieren würden. Im Tabellenteil wird jedoch für ganzjährig Erwerbstätige zwischen dauerhafter(sechs Monate und länger) und kurzfristiger Überlappung unterschie­ den. Wir unterscheiden des Weiteren für Personen, die keine sich überschneidenden Erwerbsepisoden aufwei­ sen, ob im Betrachtungsjahr nur eine oder mehrere(überschneidungsfreie) Episode(n) vorhanden sind. Außerdem wird bei Personen mit nur einer Episode unterschieden, ob die Episode das ganze Jahr an­ dauerte oder unterjährig war. Bei Personen mit mehreren Episoden unterscheiden wir zwischen Personen mit zwei oder mehr als zwei Episoden im Betrachtungsjahr. Als Merkmale weisen wir die Erwerbsform (“klassisch”, freier Dienstvertrag, Leiharbeit, Selbständigkeit, Neue Selbständigkeit) und(bei unselbstän­ diger Beschäftigung) das Beschäftigungsausmaß(Vollzeit, Teilzeit, geringfügig) aus. Bei Personen mit mehreren Erwerbsverhältnissen beziehen sich alle diese Merkmale jeweils auf die dominante Erwerbsepi­ sode. Für Personen, die im Betrachtungsjahr sich überschneidende Erwerbsepisoden aufweisen, unterscheiden wir zunächst ebenfalls, ob die Person ganzjährig oder unterjährig erwerbstätig war— hierbei werden alle Beschäftigungstage einer Person im Beobachtungsjahr zusammengezählt(unter Zuhilfenahme des Perso­ nengewichts, siehe Abschnitt 2.2). Für unterjährig Erwerbstätige zählen wir hier absolute Häufigkeiten; die Zahl der unterjährig Erwerbstätigen Personen mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen stellt also die Gesamtzahl der Personen, die weniger als 360 Tage beschäftigt waren und überlappende Erwerbsepisoden hatten, dar(keine Durchschnittsberechnung). Bei den ganzjährig Erwerbstätigen wird des Weiteren unter­ schieden, ob die Person länger oder kürzer als sechs Monate zumindest zwei Erwerbsepisoden aufwies Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 11 (kurzfristige bzw. dauerhafte Überlappung). 17 Hierbei ist es nicht notwendig, dass die zweite, mit dem dominanten Erwerbsverhältnis überlappende Erwerbsepisode mindestens sechs Monate lang andauerte, sondern nur, dass die Person sechs Monate oder länger eine zweite Episode parallel zur dominanten Epi­ sode aufwies. Eine Person, deren dominantes Beschäftigungsverhältnis beispielsweise das ganze Jahr über andauert, und die von Jänner bis März, und dann wieder von August bis Dezember eine zweite Erwerbse­ pisode aufweist, wäre dieser Definition nach dauerhaft mehrfach erwerbstätig. Als Merkmale werden auch hier Erwerbsform und-ausmaß anhand der dominanten Episode ausgewiesen. Zusätzlich stellen wir die häufigsten Kombinationen von sich überlappenden Erwerbsverhältnissen dar. Hierbei zählen wir die abso­ lute Häufigkeit(keine Durchschnittsberechnung) der jeweiligen Kombinationen; z.B. waren im Jahr 2012 11.736 Männer, deren dominantes Beschäftigungsverhältnis klassische Beschäftigung in Vollzeit war, zu irgendeinem Zeitpunkt auch“klassisch” geringfügig beschäftigt. 2.3.4 Unternehmensperspektive(Themenbereich 4) In 2.1.3 wurde bereits erwähnt, dass in die Unternehmensbetrachtung weniger Erwerbsepisoden als in die Betrachtung der Beschäftigungsverhältnisse einfließen. Dies liegt einerseits daran, dass für die Betrach­ tung der Unternehmen nur unselbständige Beschäftigungsverhältnisse relevant sind; andererseits werden Betriebe, die zuvor nur über den Wohnort der Beschäftigten Wien zugeordnet wurden, in der Unterneh­ mensperspektive nicht berücksichtigt. Grundsätzlich werden Unternehmen in der AMDB über die Be­ triebskonten der Sozialversicherung erfasst: Jede Erwerbsepisode ist mit einem Dienstgeberkonto ver­ knüpft, aus diesem Dienstgeberkonto entnehmen wir etwa die Branche, den Betriebsort oder den Versi­ cherungsträger. Allerdings kann eine rechtliche Einheit“Unternehmen” mehrere Dienstgeberkonten bei der Sozialversicherung haben. Dies ist einerseits der regional dezentralisierten Struktur der Sozialversi­ cherung geschuldet. So richtet sich die örtliche Zuständigkeit der Gebietskrankenkassen nach§30 ASVG nach dem Beschäftigungsort des/der Versicherten, wobei der Beschäftigungsort der Ort ist, an dem die Be­ schäftigung ausgeübt wird. 18 Zudem kann auch ein Unternehmen mit nur einem Standort mehrere Dienst­ geberkonten haben, wenn diese nach sozialrechtlichen Kriterien differenziert werden können(Statistik Austria, 2009). Letzteres ist etwa dann der Fall, wenn ein Unternehmen zugleich“klassisch” Beschäftig­ te und freie Dienstnehmer/innen beschäftigt. Da die Gebietskrankenkasse die fälligen Beiträge für freie Dienstnehmer/innen anders berechnet, muss ein eigenes Konto geführt werden. Dieser Umstand bedingt, dass wir die im Leistungsverzeichnis gewünschte Auflistung der Unternehmen mit ausschließlich“klassisch” Beschäftigten und Unternehmen, die“klassische” und freie Dienstneh­ mer/innen beschäftigen, anhand der AMDB nicht durchführen können. Allerdings wurde dem IHS Mitte 2008 vom bmask eine Tabelle übermittelt, welche einerseits die mit der AMDB anonymisiert verknüpf­ te Unternehmenskennzahl aus dem Unternehmensregister der Statistik Austria enthält, andererseits eine 17 Bei den ganzjährig Erwerbstätigen ist das Personengewicht nahe Eins oder Eins, i.e. es gibt keinen Unterschied zwischen absoluten Häufigkeiten und der Jahresdurchschnittsbetrachtung. 18 Allerdings kann ein Unternehmen mit Standorten in mehreren Bundesländern auch eine zentrale Datenlieferung an einen zu­ ständigen Sozialversicherungsträger vereinbaren. 12— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Kennzahl aus der Zentralen Partnerverwaltung des Hauptverbands. Dieses 2008 von der Sozialversiche­ rung eingeführte Datenbanksystem sieht eine Zusammenführung auf Unternehmensebene vor. Leider sind diese Kennziffern, inklusive jener aus der Zentralen Partnerverwaltung, nicht in die AMDB eingelagert, sodass diese Informationen nur für die Jahre 2004-2007 zur Verfügung stehen. In der Datenlieferung werden beide Versionen der Auswertung übermittelt: Anhand der AMDB von 2004-2012 19 , und anhand der Kennziffer der Zentralen Partnerverwaltung beziehungsweise des Unternehmensregisters von 2004­ 2007 20 . Tabelle 2.1 stellt die Anzahl der Unternehmen nach beiden Berechnungsweisen für die Jahre 2004-2007 dar, wobei hier für beide Berechnungen die oben beschriebene regionale Zuordnung angewandt wurde. Grundsätzlich ist— auch wenn man die Anzahl der Betriebe mit freien Dienstnehmer/inne/n von der An­ zahl der Betriebe mit“klassisch” Beschäftigten abzieht 21 — die Anzahl der Betriebe basierend auf den Betriebskonten der AMDB in allen Jahren höher als jene basierend auf der Zentralen Partnerverwaltung/ dem Unternehmensregister der Statistik Austria. Dies lässt sich dadurch erklären, dass mit der Unterneh­ menskennziffer nicht nur die unterschiedlichen Dienstgeberkonten für unterschiedliche Erwerbsformen in einem Unternehmen zusammengeführt, sondern auch weitere Aufspaltungen in mehrere Dienstgeber­ konten bereinigt werden. Für die Jahre 2004-2007 weicht die Anzahl der Unternehmen mit freien Dienstnehmer/inne/n um etwa 1,5% von der um die Unternehmenskennziffer bereinigten Rechnung ab— die Unternehmen mit freien Dienstnehmer/inne/n werden für diese Jahre also gut erfasst. Stark abweichend ist in der Analyse anhand der Betriebskonten allerdings die Anzahl der Unternehmen, die im Jahr 2004 15% über der bereinigten Anzahl liegt. Der Unterschied nimmt im Zeitverlauf etwas ab, und liegt 2007 bei 10%. In Abschnitt 3.2.3 werden die Ergebnisse von 2004-2007 anhand der die Unternehmen besser erfassenden Kennziffer ausgewiesen. Neben der Aufspaltung in Ebenen werden die Unternehmen nach drei Merkmalen analysiert: - Branche - Anzahl der Beschäftigten - Fluktuation der Beschäftigten Die Branche wird sowohl nach ÖNACE-Abschnitten als auch nach Zweistellern ausgewertet. Hinsichtlich der Anzahl der Beschäftigten werden die Unternehmen in 6 Gruppen unterteilt: bis zu 9 Beschäftigte, 10­ 19 Wir weisen in Abschnitt 4 des Datensatzes anhand der Betriebskonten definierte Einheiten aus, wobei alle Einheiten mit freien Dienstnehmer/inne/n gesondert dargestellt werden. Unter der Annahme, dass es kein Unternehmen gibt, das ausschließlich freie Dienstnehmer/innen beschäftigt, können wir aus dieser Auswertung schließen, wie viele Unternehmen freie Dienstnehmer/innen beschäftigen und wie viele ausschließlich“klassisch” Beschäftigte. Die weiterführenden Tabellen werten wir dann für diese beiden Gruppierungen aus. Betriebe mit sowohl“klassisch” Erwerbstätigen als auch freien Dienstnehmer/inne/n werden dabei aber in beiden Kategorien gezählt. 20 In dieser Auswertung werden auch jene Betriebsnummern berücksichtigt, deren Dienstgeberkonto eine Gebietskrankenkasse in den Bundesländern verzeichnet, wenn der Betriebsstandort in Wien ist, vgl. 2.1.3. 21 Für die weitere Analyse treffen wir die Annahme, dass in der Berechnung aufgrund der Dienstgeberkonten jeder Betrieb, der ein Dienstgeberkonto für freie Dienstnehmer/innen unterhält, auch ein Konto für“klassisch” Beschäftigte führt und daher in beiden Gruppen enthalten ist. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 13 2004 2005 2006 2007 Tabelle 2.1: Vergleich Anzahl Unternehmen im Kalenderjahr Betriebskonten* ZPV/ Statistik Austria** mit“klassisch” mit freien mit“klassisch” mit freien Erwerbstätigen Dienst- Erwerbstätigen Dienstnehmer/inne/n nehmer/inne/n 79.993 5.408 64.288 5.322 79.146 5.622 64.637 5.540 78.614 5.684 64.607 5.607 78.460 5.672 65.543 5.585 * AMDB, eigene Berechnungen: Unternehmen werden über die Nummer des Dienstgeberkontos beim Sozialversicherungsträger zugeordnet. ** AMDB, eigene Berechnungen: Unternehmen werden über die von Hauptverband(dominant) und Statistik Austria zusätzlich übermittelte Unternehmenskennzahl zugeordnet 19, 20-49, 50-99, 100-249 und 250 und mehr Beschäftigte. Die Fluktuation definieren wir als die Anzahl an Abmeldungen im Verhältnis zum Beschäftigtenstand im Jahresdurchschnitt. Eine Fluktuation von 20% bedeutet, dass 20% der Mitarbeiter/innen in diesem Jahr neu angemeldet wurden. Wir unterscheiden die Betriebe nach 4 Kategorien: keine Fluktuation(in diesem Jahr wurde niemand neu angemeldet), geringe Fluktuation(bis zu 20%), mittlere Fluktuation(mehr als 20% bis zu 100%) und hohe Fluktuation(mehr als 100%; in einem Unternehmen mit hoher Fluktuation wurden gegenüber dem Beschäftigtenstand mehr als 100% der Beschäftigten neu angemeldet). Mit dieser Definition unterscheiden wir nicht, ob dieselbe Person im gleichen Jahr schon einmal bei dem Unternehmen beschäftigt war oder ob es sich bei der Neuanmeldung um eine andere Person handelt. Hohe Fluktuation kann weiters auch durch generell nur kurze Existenz eines Unternehmens bedingt sein: Hat ein Unternehmen einen Beschäftigtenstand von weniger als einer Person— ist also weniger als eine Person ein ganzes Jahr lang bei dem Unternehmen tätig— so weist das Unternehmen, auch wenn in dieser Zeit immer dieselbe Person tätig ist, per Definition eine hohe Fluktuation auf. 2.4 Vergleich mit anderen Datenquellen In diesem Abschnitt gehen wir der Frage nach, inwieweit und weshalb sich Unterschiede zu anderen publizierten Daten zur Erwerbstätigkeit ergeben können. Deshalb haben wir in einem ersten Schritt für alle Jahre 2004 bis 2012 einen Datenabgleich mit anderen wichtigen Publikationen zur Erwerbstätigkeit in Wien vorgenommen, soweit diese verfügbar sind. 22 Wie in Tabelle 2.2 veranschaulicht, beträgt die Abweichung der aktiven und temporär abwesenden unselb­ 22 Vonseiten des AMS und des Sozialministeriums(bmask) sind ab dem Jahr 2008 Zahlen zu unselbständigen Beschäftigungsver­ hältnissen im Jahresdurchschnitt für Wien verfügbar. Vonseiten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger reichen die Zeitreihen zwar wesentlich weiter zurück, allerdings hat der HV im Jahr 2008 die Berechnung umgestellt, weshalb ein Zeitreihenumbruch besteht. 14— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 2.2: Vergleich Anzahl unselbständiger Beschäftigungsverhältnisse im Jahresdurchschnitt 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 IHS* exkl. Inaktive 733.133 723.861 733.415 743.664 758.441 750.365 758.647 768.710 781.604 IHS** 763.848 753.899 763.235 773.146 788.196 779.440 786.804 795.071 803.543 HV*** 753,516 756,506 763,607 774,137 771,158 762,891 764,310 777,174 786,384 Differenz in% HV=100 1% 0% 0% 0% 2% 2% 3% 2% 2% bmask**** 771.157 762.891 764.308 777.173 786.382 Differenz bmask=100 2% 2% 3% 2% 2% *AMDB, eigene Berechnungen: Unselbständige Beschäftigungsverhältnisse über der Geringfügigkeit exkl. KBG, Wochen­ geld, Präsenz- und Zivildiener/innen. ** AMDB, eigene Berechnungen: Vergleichswert Unselbständige Beschäftigungsverhältnisse über der Geringfügigkeit. *** Statistisches Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2013: Unselbständige Beschäftigungsverhältnisse über der Geringfügigkeit inkl. KBG, Wochengeld, Präsenz-/Zivildiener, ab 2008 neue Berechnung und inkl. Freie Dienstverträge. **** BALI DWH-Abfrage, Feb. 2014: Unselbständige Beschäftigungsverhältnisse über der Geringfügigkeit inkl. KBG, Wochengeld,Präsenz- und Zivildiener/innen. ständigen Erwerbsepisoden(über der Geringfügigkeit) pro Jahr zwischen Null und zwei Prozent. Dieser marginale Unterschied zu den Berechnungen des Sozialministeriums(bmask), des AMS und des HV, die ebenso auf den HV-Daten beruhen, kann prinzipiell folgende Ursachen haben: - Zeitpunkt der Datenabfrage - Art der Berechnung des Jahresdurchschnitts - Regionale Zuordnung - Definition von Erwerbstätigkeit Die Rohdaten der AMDB werden regelmäßig aktualisiert, erweitert und verändert, weshalb sich die Daten­ quelle— sofern die Abfrage nicht eingefroren wurde— laufend verändert und der Zeitpunkt der Abfrage die Ergebnisse beeinflusst. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass die Abweichung einige wenige Prozentpunkte nicht übersteigt. Da wir im Unterschied zu bmask, AMS und HV den Jahresdurchschnitt tagegenau auswerten(siehe auch Abschnitt 2.2), haben wir diesen zusätzlich anhand von 12 Stichtagen(jeweils zum Monatsletzten) be­ rechnet; die Abweichungen sind zu vernachlässigen. Eine weitere Erklärung für die geringen Unterschiede ist die regionale Zuordnung der Erwerbsepisoden zu Wien. Allerdings dürfte laut den Dokumentationen der drei Institutionen dieser Punkt eine geringe Rolle Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 15 spielen, da unsere Definition der regionalen Zuordnung im Prinzip mit der dieser Institutionen überein­ stimmt. Der wichtigste Unterschied zwischen unseren Ergebnissen und jenen des bmask, des AMS und des HV ist die Definition von Erwerbstätigkeit. Wir berücksichtigen ausschließlich aktive Erwerbsepisoden und schließen Personen, die aufgrund von Kinder- oder Wochengeldbezug temporär abwesend sind, sowie Präsenz- und Zivildiener /innen aus. In der Vergleichstabelle 2.2 sind diese inaktiven Erwerbsepiso­ den bei den IHS-Berechnungen bereits berücksichtigt, allerdings weicht unsere Aufbereitung der KBGBezieher /innen mit aufrechtem Dienstverhältis wahrscheinlich von jener des bmask, des AMS sowie des HV ab. Bei den selbständigen Erwerbsepisoden liegt unser Ergebnis über jenem des bmask und des AMS. Das liegt daran, dass diese Institutionen jene selbständige Erwerbsepisoden nicht berücksichtigen, die parallel zu einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis laufen, wenn die betreffende Person ausschließlich unselbständig krankenversichert ist. In Tabelle 2.3 vergleichen wir die Anzahl der Unternehmen in Wien nach beiden Definitionen(siehe 2.3.4) mit der Anzahl an Unternehmen laut Leistungs- und Strukturerhebung der Statistik Austria(hier kommt es zu einem Datenumbruch im Jahr 2008). Die Definition der Unternehmen über die Dienstge­ berkonten bei der Sozialversicherung führt in den früheren Jahren zu einer erheblich höheren Anzahl an Unternehmen im Vergleich zu Statistik Austria. Diese Abweichung sinkt, im Jahr 2010 führt die Defini­ tion über Betriebskonten sogar zu einer geringen Anzahl. Die Definition über die Unternehmenskennzahl des Hauptverbands beziehungsweise über die Kennziffer aus dem Unternehmensregister 23 führt 2004 und 2005 zu einer höheren Anzahl an Unternehmen, 2006 und 2007 zu einer geringeren. Die Ursachen hierfür sind ähnlich wie für Beschäftigungsverhältnisse, wobei insbesondere die Definition von Unternehmen, wie schon in 2.3.4 ausgeführt, einen starken Abweichungsgrund darstellen kann. Aber auch die regionale Zuordnung zu Wien beinhaltet hier ein noch größeres Abweichungspotential: In unse­ ren Auswertungen beziehen wir uns vor allem auf den Krankenversicherungsträger(zum Teil auch auf den Standort). Ersteres fokussiert vor allem auf den Beschäftigungsort der Beschäftigten, aber auch zweiteres kann je nach Unternehmensstruktur für einzelne(Teil-)Betriebe im Unternehmen unterschiedlich sein und muss nicht mit dem Unternehmenssitz— nach dem die Statistik Austria differenziert— übereinstimmen. 2.5 Zuordnung der Arbeitszeitinformation Die Arbeitszeitinformation in dieser Studie stammt aus drei verschiedenen Quellen: In der AMDB können geringfügige und nicht geringfügige Beschäftigungsepisoden direkt unterschieden werden; in den Lohn­ zetteldaten gibt es das Merkmal Vollzeit bzw. Teilzeit; für Beschäftigungsepisoden, denen auf diese Weise 23 Unter Verwendung einer anderen regionalen Zuordnung: Hier werden auch Betriebe mit anderem Krankenversicherungsträger als WGKK, wenn Betriebsstandort in Wien, gezählt. 16— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Tabelle 2.3: Vergleich Anzahl Unternehmen Betriebskonten* ZPV/ Statistik LeistungsAustria** und Struktur­ erhebung*** 79.993 66.484 62.517 79.146 66.643 65.785 78.614 66.368 68.176 78.460 67.519 68.474 78.424- 70.660 72.186- 69.396 72.334- 73.111 73.227- 73.198 * AMDB, eigene Berechnungen: Unternehmen werden über die Num­ mer des Dienstgeberkontos beim Sozialversicherungsträger zugeordnet; in dieser Zahl ist keine Doppelzählung enthalten ** AMDB, eigene Berechnungen: Unternehmen werden über die von Hauptverband(dominant) und Statistik Austria zusätzlich übermittelte Unternehmenskennzahl zugeordnet *** Statistik Austria Leistungs- und Strukturerhebung 2002-2007 bzw. ab 2008—- Unternehmensdaten keine Arbeitszeitinformation zugewiesen werden kann, wird diese aus der Mikrozensus Arbeitskräfteer­ hebung imputiert. 24 Wie bereits erwähnt ist der Anteil der Episoden, die imputiert werden müssen, mit insgesamt(über al­ le Jahre gerechnet) rund 18% der Episoden sehr gering. Der Mikrozensus enthält keine Information zu Geringfügigkeit, sondern nur die Wochenarbeitszeit. Für das Merkmal Wochenarbeitszeit definieren wir geringfügige Beschäftigungsverhältnisse als Beschäftigungsverhältnisse mit einer Wochenarbeitszeit von unter 20 Stunden. Beschäftigungsverhältnissen, die in den Lohnzetteldaten als“Vollzeit” gekennzeichnet sind, ordnen wir eine Arbeitszeit von über 36 Stunden zu. 25 Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Mikrozensus und unseren Administrativdaten ist, dass der Mikrozensus auf Personenebene abstellt, während uns das Beschäftigungsmaß der Episode interessiert. Personen mit mehreren, parallelen geringfügigen Beschäftigungen können demnach im Mikrozensus über oder auch unter 20 Stunden arbeiten, während wir nur zwei geringfügige Episoden beobachten. Genauso werden Mehrfachbeschäftigungen, die eine Gesamtarbeitszeit von 36 Stunden oder mehr ergeben, nur mit der Gesamtstundenanzahl erfasst, eine Aufteilung auf Episoden unterbleibt jedoch. Im ersten Schritt der Imputation der Arbeitszeitinformation wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein Be­ schäftigungsverhältnis Vollzeit ist, mit einem multivariaten Probit-Modell ermittelt, wobei die Schätzun­ 24 Da die Arbeitszeitinformation keinen Einfluß auf die Abgabenbelastung hat, während die Kategorie geringfügig sozialversiche­ rungsrechtlich sehr wohl Relevanz besitzt, wird bei widersprüchlicher Information die Lohnzettelinformation überschrieben. 25 Im Mikrozensus ist Vollzeit als zumindest 36 Stunden definiert, wir übernehmen diese Definition. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 17 gen getrennt für Männer und Frauen, sowie für die Altersgruppen“unter 24”,“25-34”,“35-44”,“45-54” sowie“55+” durchgeführt werden. Die erklärenden Variablen sind Alter, Alter zum Quadrat sowie das Alter höherer Ordnung, die soziale Stellung, Ausbildung(das Ergebnis der Ausbildungsimputation bzw. die Daten aus der AMDB), die Staatsbürgerschaft sowie die Branche(ÖNACE Abschnitte). Bei den Frau­ en wird zusätzlich noch die Anzahl der Kinder mit Hilfe von Dummy-Variablen für die Alterskategorien “0-3 Jahre”,“3-6 Jahre”,“6-15 Jahre” sowie“15-17 Jahre” in die Schätzung miteinbezogen. 26 Die Be­ schäftigungsverhältnisse werden dann in der Reihenfolge der geschätzten Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein Vollzeitbeschäftigungsverhältnis handelt, geordnet und als Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse mar­ kiert bis die Randverteilung laut Mikrozensus erreicht ist. Im nächsten Schritt wird die Wahrscheinlichkeit der Stundenabgrenzung unter/ über 20 Stunden für diejenigen Episoden, die als Teilzeit markiert wurden, nach demselben Verfahren ermittelt. Tabelle 2.4 stellt die Verteilungen der Arbeitszeitinformation in den Administrativdaten(Quellen: Gering­ fügigkeit aus der AMDB, Vollzeit/Teilzeit aus den Lohnzetteln) mit jenen aus dem Mikrozensus gegen­ über, wobei in beiden Fällen alle Jahre 2004 bis 2012 zusammengefasst wurden. Die Mikrozensusdaten sind mit den Mikrozensus-Stichprobengewichten gewichtet, während die AMDB-Daten mit den Episo­ dengewichten gewichtet wurden. Diese Tabelle zeigt, dass, wenn längeren Episoden mehr Gewicht gege­ ben wird, der Anteil der Episoden ohne Arbeitszeitinformation in der AMDB weiter sinkt— von rund 18% auf rund 12%. Dies liegt daran, dass Episoden, denen kein Lohnzettel eindeutig zugewiesen wer­ den kann, eher kürzer(unter einem Monat) sind. In der Tabelle ist auch sofort erkennbar, dass der Anteil der geringfügigen Beschäftigungsepisoden von Frauen in der AMDB genau dem der Frauen mit einer Wochenarbeitszeit unter 20 Stunden im Mikrozensus entspricht; bei den Episoden der Männer sind in der AMDB von vornherein etwas mehr Teilzeitepisoden(Geringfügigkeit sowie Teilzeit laut Lohnzettel) vorhanden. Diese gute Übereinstimmung ist über alle Altersgruppen hinweg gegeben. Tabelle 2.4: Nicht imputierte Information zu Arbeitszeit AMDB Mikrozensus Frauen Männer Frauen Männer %%%% Vollzeit 55 74 62 89 36+ Stunden Teilzeit 23 8 27 7 20-35 Stunden Geringfügigkeit 10 7 10 4 <20 Stunden unbestimmt 12 12 Nicht imputierte Information über Arbeitszeit nach Geschlecht über den gesamten Berichtszeitraum(2004­ 2012), sowie Arbeitszeitinformation aus dem Mikrozensus(Arbeitskräfteerhebung, 2004-2012). Gewichte­ te Erwerbsepisoden(Stichprobengewichte im Mikrozensus, Episodengewichte in der AMDB). 26 Im Mikrozensus sind nur mit ihren Eltern lebende Kinder unter 18 Jahren konsistent erfasst.“Kinder” über 19 werden nicht erfasst, wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern leben oder wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. In der AMDB sind Lebend­ geburten für Frauen ab 1984 erfasst. Um maximale Konsistenz der Datenquellen zu erreichen berücksichtigen wir nur Kinder unter 18, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie mit ihren Müttern in einem Haushalt leben. 18— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Dies führt dazu, dass die vom Mikrozensus vorgegebenen Randverteilungen nach Geschlecht, Altersgrup­ pe und Jahr nicht mehr viel Freiraum für die Imputation der Arbeitszeit lassen— nur 12% der Episoden können imputiert werden, und die Zellen mit der niedrigsten Stundenkategorie werden bereits von gering­ fügigen Beschäftigungsepisoden besetzt. Die Episoden, für die eine Vollzeitbeschäftigung aufgrund des Schätzverfahrens am wahrscheinlichsten ist, werden als Vollzeitepisoden gekennzeichnet, während die verbleibenden Episoden als Teilzeit mit 20-35 Stunden gekennzeichnet werden. Dies führt dazu, dass es keine nicht geringfügigen Episoden gibt, denen wir eine Arbeitszeit von weniger als 20 Stunden zuordnen. Dies ist eine direkte Folge der Tatsache, dass erstens für einen großen Teil der Beschäftigungsepisoden Informationen auf der Ebene der Administrativdaten vorliegen, und zweitens der Mikrozensus Auskunft über die Arbeitszeit von Personen und nicht von Episoden gibt. 2.6 Imputation der Ausbildungsinformation Die Ausbildungsinformation in dieser Studie speist sich aus vier Quellen: - Ausbildungsinformation aus einer Sonderlieferung des AMS, die mit der AMDB verknüpft wurde. - Information über akademische Titel(bzw. der Berufstitel HTL-Ingenieur/in, der darauf hinweist, dass der Träger/ die Trägerin maturiert hat) aus den Lohnzetteldaten - Imputation mittels ordered-probit-Verfahren aus dem Mikrozensus für Frauen, Männer über 65 Jah­ ren und Männern für das Jahr 2012 - Imputation aus dem EU-SILC für Männer unter 65 Jahren in den Jahren 2004-2011 Die Ausbildungstabelle des AMS, die in die AMDB eingelagert wurde, enthält Informationen zur höchs­ ten abgeschlossenen Ausbildung für Personen, die mit dem AMS Kontakt hatten, und reicht bis ins Jahr 2009. Die Tabelle enthält für jedes Jahr die jeweils aktuellste Information des AMS. Für unsere Grund­ gesamtheit ist(über alle Jahre gerechnet) rund 35% der Frauen und rund 39% der Männer eine Ausbil­ dungsinformation zugeordnet. Diese Tabelle wird vom AMS jedoch nicht laufend aktualisiert, sondern nur, wenn die Person erneut arbeitslos wird. Dies hat zur Folge, dass die Information teilweise veraltet und, vor allem für jüngere Kohorten, unzuverlässig ist. Wir tragen deshalb diese Information nur ein, wenn sie jünger als zwei Jahre ist(d.h. wenn die letzte Arbeitslosenepisode nicht mehr als zwei Jahre vor dem Berichtsjahr liegt). Eine Ausnahme in dieser Zuordnungsregel stellen Personen dar, die laut AMDBInformation Akademiker/innen sind. In den anderen Fällen— wenn wir dieser Ausbildungsinformation also nicht“vertrauen”— stellen wir sicher, dass keiner Person, für die wir über Ausbildungsinformation verfügen, im Zuge der Imputation eine geringere Ausbildung zugeordnet wird. Das bedeutet, dass wir, mit Ausnahme der aktuellsten Information, bzw. wenn von der AMDB der Person der höchstmögliche Abschluss zugewiesen wird, die Information aus der AMS-Tabelle als Mindestinformation betrachten In den Lohnzetteldaten ist teilweise ein akademischer Titel vorhanden. Da diese Information auf Persone­ nebene relevant ist, können wir einen größeren Anteil der vorhandenen Information verwenden als bei der Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 19 Zuordnung auf Episodenebene. Über alle Jahre gerechnet wird durchschnittlich 11% aller Personen ein akademischer Titel zugeordnet. Zusätzlich haben wir aus der AMDB Informationen über Tage in Lehre, aus denen indirekt auf einen Lehrabschluss geschlossen werden kann. Da teilweise Personen über für einen Lehrabschluss ausreichen­ de Lehrzeiten verfügen(die häufigste Dauer von Lehrverhältnissen in der AMDB ist 1.090 Tage oder knapp drei Jahre), der AMS Ausbildungstabelle zufolge jedoch eine höhere Ausbildung haben, tragen wir “Lehre” nur dann als Ausbildung ein, wenn eine Person aufgrund der AMDB-Information über höchs­ tens einen Pflichtschulabschluss verfügt; sonst stellen wir sicher, dass eine Person mit Lehrverhältnissen von über 1.090 Tagen keine niedrigere Ausbildung als BHS/Lehre zugewiesen bekommt. Personen mit AMDB-Status Lehrling ordnen wir die Ausbildungsstufe“maximal Pflichtschulabschluss” zu, es sei denn, wir haben aus den Lohnzetteln oder der AMS-Tabelle Informationen über einen höheren Abschluss. In den Randverteilungen über den Mikrozensus werden Lehrlinge nicht berücksichtigt. Über alle Jahre zusammengenommen verfügen wir nach dieser stufenweisen Zuordnung für rund 44% aller Personen in unserer Grundgesamtheit(rund 39% der Frauen und 48% der Männer) über eine verläss­ liche Ausbildungsinformation. Aufgrund des hohen Deckungsgrades der Lohnzetteldaten(sie enthalten ca. die Hälfte aller Akademiker/innen laut Mikrozensus im Beobachtungszeitraum), und der Tatsache, dass Personen mit niedrigem Ausbildungsstand öfter von Arbeitslosigkeit betroffen sind, erfassen wir im Vergleich zu den Personen mit BHS/Lehrabschluss bzw. Matura einen höheren Anteil der Personen in der niedrigsten und höchsten Ausbildungsstufe. Auffallend ist jedoch, dass wir, trotz unserer vorsichti­ gen Umgangsweise mit der Information aus der AMS-Tabelle, vor Beginn der Imputation bereits(über alle Jahre gerechnet) mehr Männer mit Pflichtschulabschluss erfassen, als der Mikrozensus, siehe Tabel­ le 2.5. Es ist daher davon auszugehen, dass unsere Grundgesamtheit einen wesentlich höheren Anteil an Pflichtschulabsolventen enthält als vom Mikrozensus ausgewiesen wird. Das Bildungsstandsregister der Statistik Austria weist für die Jahre 2009 bis 2011 den Anteil der Pflichtschulabsolvent/inn/en(Männer und Frauen) an der Wiener Erwerbsbevölkerung mit rund 18% aus, ein wesentlicher Unterschied zum Mikrozensus. Leider ist diese Information nur für die Jahre 2009 bis 2011 verfügbar, weswegen wir uns für die Randverteilungen auf den Mikrozensus als einzige konsistente Datenquelle stützen. Abweichun­ gen von dieser Randverteilung erklären sich durch die teilweise starke“Überbesetzung” der niedrigsten Ausbildungskategorie aufgrund der administrativen Ausbildungsinformation, vor allem für Männer im Haupterwerbsalter. Für Frauen erfolgt die Imputation über den Mikrozensus. Eine Imputation unter Zuhilfenahme der Ein­ kommensinformation aus dem SILC ist nicht möglich, da wir in der AMDB über keine verlässliche Ar­ beitszeitinformation verfügen und der Teilzeitanteil bei Frauen zu hoch ist, um von dem Monatseinkom­ men auf den Stundenlohn(und dadurch auf die Ausbildung) schließen zu können. Die Imputation erfolgt auf Basis eines ordered-probit -Verfahrens, das die Wahrscheinlichkeit, in eine be­ stimmte Ausbildungskategorie zu fallen, anhand von Variablen berechnet, die sowohl im Mikrozensus als auch in der AMDB zur Verfügung stehen. Die Schätzung erfolgt getrennt nach Altersgruppen(bis 25 Jah­ re, 26 bis 35, 46 bis 55, 56 bis 65 und 65+). Erklärende Variablen sind das Alter, das Alter zum Quadrat, 20— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 2.5: Vergleich Ausbildungsinformation aus Administrativ- und Erhebungsdaten AMDB Mikrozensus Frauen Männer Frauen Männer %%%% Maximal Pflichtschule 10 11 14 11 Lehre/BHS 10 17 36 43 Matura 6 7 26 23 Universität 13 13 24 23 Unbestimmt 61 52 AMDB, eigene Berechnungen: Personen, ungewichtet; Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung, Ge­ wichtung mittels der Stichprobengewichte. die Staatsbürgerschaft, die soziale Stellung sowie die Anzahl der Kinder in denselben Alterskategorien wie bei der Imputation der Arbeitszeit()2.5). Für Männer können wir Einkommensinformation aus der AMDB und aus dem EU-SILC verwerten, da 91% der(erwerbstätigen) Männer laut EU-SILC Vollzeit berufstätig sind. 27 Für die Männer erfolgt die Imputation daher unter Berücksichtigung des logarithmierten Monatseinkommens sowie der Monate in Beschäftigung im jeweiligen Jahr. 28 Die Miteinbeziehung dieser Information erhöht die Variation, die durch das Modell erklärt wird. Die Imputation mit dem SILC ist für das Jahr 2012 nicht möglich, da sich die Einkommensinformation aus dem SILC stets auf das davor liegende Jahr bezieht, und der SILC 2012 der aktuellste derzeit verfügbare Datensatz ist. Daher erfolgt die Imputation für die Männer im Jahr 2012 mit dem Mikrozensus, wobei abgesehen von den Monaten in Beschäftigung und dem Monatseinkommen dieselben Variablen wie für die früheren Jahre verwendet werden. Die Imputation erfolgt für Frauen und Männer nach demselben Algorithmus. In einem ersten Schritt wird die Randverteilung für die Altersgruppen der einzelnen Jahre— also der Anteil der Personen jeder Alters­ gruppe, die im jeweiligen Beobachtungsjahr eine bestimmte Ausbildung hatten— ermittelt. Diese Zahl wird mit der Anzahl der Personen in der jeweiligen Gruppe, denen bereits eine Ausbildung aus den Admi­ nistrativdaten zugeordnet wurde, verglichen. Wenn noch weniger Personen dieser Kategorie zugeordnet wurden, als die Randverteilung nahelegen würde, wird im nächsten Schritt die Ausbildungskategorie ge­ wählt, die laut Schätzung im Durchschnitt am wahrscheinlichsten ist. Die Personen, für die diese Kategorie am wahrscheinlichsten ist, werden dieser Kategorie zugeordnet, bis entweder die Randverteilung erreicht ist, oder bis die nächste Person, die zugeordnet würde, nicht mehr diese Ausbildungsstufe als wahrschein­ lichste Ausbildungsstufe hat. In diesem Fall wird die Ausbildungsstufe ausgewählt, die im Durchschnitt am zweit-wahrscheinlichsten ist, und so fort, bis die Randverteilung laut Mikrozensus erreicht ist. 27 Da wir die Ausbildung für Personen, und nicht Episoden, auswerten, und Einkommen aus der AMDB auf Personenebene zur Verfügung steht, stellt der höhere Anteil der Teilzeit-Beschäftigungsverhältnisse in der AMDB kein Problem dar. 28 Auch diese Information ist im Mikrozensus nicht enthalten. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 21 Dieser Algorithmus imitiert ein lineares Optimierungsverfahren: Nicht alle Ausbildungskategorien sind im Durchschnitt gleich wahrscheinlich, das ordered probit -Verfahren bedingt beispielsweise eine Nei­ gung zu Extremen(d.h. dass Wahrscheinlichkeiten für den höchsten bzw. niedrigsten Wert immer höher sind). Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass Personen, deren Wahrscheinlichkeit, einer gewissen Ausbil­ dungskategorie anzugehöhren, nahe bei eins liegt, zuerst in die Kategorien zugeteilt werden, in denen nur noch wenige Personen fehlen, um die Randverteilung zu erreichen— Universität und vor allem maximal Pflichtschulabschluss—, während Personen, für die ein Universitätsabschluss nur wenig wahrscheinlicher als der Abschluss einer höheren Schule ist, eher diesen Kategorien zugeordnet werden. 3 Analyse der Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien 3.1 Überblick Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen hinsichtlich der Erwerbs­ tätigkeit in Wien im Zeitraum 2004 bis 2012. Tabelle 3.1 beinhaltet die Zahl der Erwerbsverhältnisse im Jahresdurchschnitt, der Erwerbstätigen und der Unternehmen in Wien. Zwischen 2004 und 2012 stieg die Anzahl der Erwerbsverhältnisse insgesamt um 10,8% und die der Erwerbstätigen um 11,5%. Die Zahl der Unternehmen nach der in 2.3.4 getroffenen Definition 1 stieg zwischen 2004 und 2007 mit 1,7% leicht an. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.1: Überblick Erwerbsverhältnisse Erwerbstätige 862.426 818.143 865.168 821.379 878.419 834.746 893.184 849.392 917.373 871.614 913.799 868.910 926.209 881.741 940.673 896.141 955.803 912.299 Unternehmen 72.241 72.574 72.304 73.454 AMDB, eigene Berechnungen: Unternehmen werden über die Kennziffern des Hauptverbands und der Statistik Austria zugeordnet(nur bis 2007 verfügbar). 1 Wir definieren Unternehmen über die Kennziffern aus der Zentralen Partnerverwaltung des Hauptverbands und aus dem Un­ ternehmensregister der Statistik Austria. Diese Information steht uns nur von 2004-2007 zur Verfügung. Im Tabellensatz werden die Analysen auch mittels einer Definition von Unternehmen über das Dienstgeberkonto bei der Sozialversicherung für die Jahre 2004-2012 ausgewiesen. Überregional tätige aber auch größere Unternehmen verfügen möglicherweise über mehrere Dienstgeber­ konten, die wir in dieser Auswertung nicht zusammenführen können. Da ein Unternehmen für unselbständig Beschäftigte und freie Dienstnehmer/innen getrennte Konten bei der Sozialversicherung führen muss, können wir auch diese Unternehmen nicht bündeln. Für diese Auswertungen im Tabellensatz treffen wir die Annahme, dass kein Unternehmen ausschließlich freie Dienstnehmer/innen beschäftigt. 24— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate der Erwerbsverhältnisse betrug 1,3%, wobei auch einmal ein Rückgang der Erwerbstätigkeit zu verzeichnen war: Von 2008 auf 2009 sank die Erwerbstätigkeit um 0,4%. Auf der anderen Seite verzeichnete insbesondere das Jahr 2008 mit 2,7% einen starken Anstieg der Erwerbstätigkeit. Ganz ähnliche Entwicklungen gab es hinsichtlich der Zahl der Erwerbstätigen: Durch­ schnittlich stieg deren Anzahl um 1,4% pro Jahr, auch hier ist im Jahr 2009 ein Rückgang um 0,3% zu verzeichnen. Die Zahl stieg zunächst von 2004 auf 2005 leicht an(+0,5%), sank dann wieder ab(-0,4%) um schließlich von 2006 auf 2007 um 1,6% anzusteigen. 3.2 Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien von 2004-2012 3.2.1 Erwerbsverhältnisse Tabelle 3.2 stellt die absoluten Zahlen der Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt in Wien dar, getrennt nach unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit sowie nach Erwerbsform. Von den etwa 956.000 Erwerbsverhältnissen, die wir im Jahresdurchschnitt für Wien identifizieren, entfallen 90,3% auf unselb­ ständige und 9,7% auf selbständige Erwerbstätigkeit. Die unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse trennen sich weiter auf in 95,8%“klassische” Beschäftigungsverhältnisse, 2,2% freie Dienstverhältnis­ se und 1,9% Leiharbeitsverhältnisse. Bei den Selbständigen entsprechen 17,0% den Neuen Selbständigen. Wie bereits erwähnt wuchs zwischen 2004 und 2012 die Anzahl der Erwerbsverhältnisse um knapp 10,8%, wobei der Anstieg der selbständigen Erwerbsverhältnisse mit 20,6% den der unselbständigen Beschäfti­ gungsverhältnisse mit 9,9% deutlich überstieg. Dementsprechend verschob sich auch das Verhältnis zwi­ schen unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit von 91,1% zu 8,9% in 2004 auf die bereits erwähnten 90,3% zu 9,7% in 2012, wobei selbständige Erwerbsverhältnisse in den Jahren 2009-2011 10,0% der gesamten Erwerbstätigkeit ausmachten. Betrachtet man die Verteilung der unselbständigen Be­ schäftigungsverhältnisse erkennt man, dass der Anteil der freien Dienstverträge an der unselbständigen Beschäftigung von 2004 bis 2012 zurückging, der Anteil der Leiharbeitsverhältnisse hingegen stieg. Wie die freien Dienstverträge ging auch die Neuen Selbständigen zugerechnete Erwerbstätigkeit zurück, ihr Anteil an der gesamten selbständigen Erwerbstätigkeit sank von 22,0% in 2004 auf 17,0% in 2012. Betrachtet man die jährlichen Wachstumsraten der Erwerbsverhältnisse für unselbständige und selbständi­ ge Erwerbstätigkeit getrennt erkennt man, dass die Entwicklungen meist nicht parallel verlaufen. Während die Anzahl der unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse von 2004 auf 2005 ein Minus von 0,1% auf­ weisen, stieg die Anzahl der selbständigen Erwerbsverhältnisse um 4,4% an. Ähnliches zeigt sich von 2008 auf 2009: Die Zahl der unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse sank um 0,8%, die Zahl der selbständigen Erwerbsverhältnisse stieg um 3,1%. Eine gegenteilige Entwicklung ergab sich zwischen 2011 und 2012: Die Zahl der unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse stieg um 2,0% an, die Zahl der selbständigen Erwerbsverhältnisse sank um 1,5%. Innerhalb der unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse wurde bereits der Rückgang der freien Dienst­ 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.2: Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf unselbständige Beschäftigung selbständige Erwerbstätigkeit “klassische” Beschäftigung Freie Dienstverträge Leiharbeit Gesamt Selbständige Neue Selbständige Gesamt 752.532 24.018 9.142 785.692 59.824 16.909 76.733 750.195 24.454 10.444 785.093 62.764 17.313 80.077 759.934 23.333 12.064 795.331 65.044 18.046 83.090 772.303 22.619 13.278 808.200 66.546 18.437 84.983 792.333 21.959 14.244 828.536 69.712 19.125 88.837 788.007 20.842 13.379 822.228 72.277 19.293 91.570 797.317 20.774 15.171 833.262 73.864 19.081 92.945 810.657 19.545 16.521 846.723 75.637 18.313 93.950 827.226 19.406 16.648 863.280 76.772 15.751 92.523 * AMDB, eigene Berechnungen. Gesamt 862.426 865.168 878.419 893.184 917.373 913.799 926.209 940.673 955.803 26— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien verhältnisse erwähnt. Dieser vollzog sich nicht gleichmäßig über die Jahre, hingegen weist die Entwick­ lung dieser Beschäftigungsform große Änderungen über die Zeit auf: Während von 2004 auf 2005 die Anzahl der freien Dienstverträge noch um 1,8% stieg, sank deren Anzahl im darauffolgenden Jahr um 4,6%. Einen starken Rückgäng verzeichnen das“Krisenjahr” 2009 mit-5,1% und 2011 mit-5,9%. In den Jahren 2010 und 2012 hingegen blieb der Rückgang moderat. Bei den Leiharbeitsverhältnissen sehen wir insgesamt ein sehr starkes Wachstum mit durchschnittlich jährlich 7,8%. Insbesondere zu Beginn des Beobachtungszeitraums sehen wir sehr hohe Wachstumsraten, so stieg die Anzahl der Leiharbeitsverhält­ nissen von 2005 auf 2006 um 15,5%, im Jahr davor nur gerinfügig schwächer. Einen starken Einbruch sehen wir im Jahr 2009: Die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse sank um 6,1%. Bereits im Jahr 2010 wurde mit einem sehr starken Anstieg aber bereits wieder das Vorkrisenniveau übertroffen. Interessant ist die un­ terschiedliche Verteilung eines Rückgangs der Beschäftigung in 2005 und 2009: Während 2005 bei einem Rückgang der unselbständigen Beschäftigung insgesamt die Anzahl an freien Dienstverträgen und Leihar­ beitsverhältnissen anstieg, war bei diesen Erwerbsarten der Rückgang im Jahr 2009 besonders prominent, neben einem vergleichsweise geringen prozentuellen Rückgang der“klassischen” Beschäftigungsverhält­ nisse. “Klassische” selbständige Erwerbsverhältnisse stiegen jährlich durchschnittlich um 3,2%, wobei wir hier jedes Jahr ein positives Wachstum wahrnehmen, auch wenn die Höhe der Wachstumsrate von 4,9% im Jahr 2005 auf 1,5% im Jahr 2012 absinkt. Bei den Neuen Selbständigen sehen wir hingegen insgesamt eine negative durchschnittliche Wachstumsrate von-0.9%, die sich allerdings vor allem aus einem sehr starken Abfall im Jahr 2012 um-14.0% ergibt(ohne dem Wert von 2012 würde das durchschnittliche jährliche Wachstum 1,1% betragen). Aber auch wenn der Abfall in 2012 überraschend hoch ausfallen mag, so erkennt man dennoch auch bereits in den Jahren zuvor einen Rückgang dieser Form der Erwerbstätigkeit. In absoluten Zahlen teilt sich der Anstieg um etwas mehr als 93.000 Erwerbsverhältnisse zwischen 2004 und 2012 auf gut 77.000 zusätzliche unselbständige und knapp 16.000 zusätzliche selbständige Erwerbs­ verhältnisse auf.“Klassische” unselbständige Beschäftigung stieg um knapp 75.000 an, Leiharbeit um 7.500, während freie Dienstverträge um 4.500 abnahmen. Bei den Selbständigen konnte ein Zuwachs um knapp 17.000“klassische” selbständige Erwerbsverhältnisse und ein Rückgang um gut 1.000 Erwerbsver­ hältnisse, die den Neuen Selbständigen zuzurechnen sind, beobachtet werden. Von den knapp 956.000 Erwerbsverhältnissen in Wien 2012 entfallen 51,8% auf Männer und 48,2% auf Frauen(siehe Tabellen 3.3 und 3.4). Betrachtet man die Entwicklung der Jahre 2004-2012 erkennt man ein stärkeres Wachstum der Beschäftigung bei Frauen(+12,9%) als bei Männern(+9,0%). Eine genaue­ re Analyse der einzelnen Jahre ergibt, dass Frauen bei einem durschnittlichen jährlichen Wachstum der Erwerbstätigkeit um 1,5% in jedem der betrachteten Jahre positive Wachstumsraten verzeichneten(mit ei­ nem Maximum von 3,0% in 2008 und einem Minimum von 0,3% in 2009). Die Erwerbsverhältnisse von Männern hingegen sanken von 2008 auf 2009(-1,1%). Abgesehen vom Jahr 2010 war die Wachstumsrate bei den Frauen stets höher als bei den Männern. Dementsprechend erhöhte sich der Anteil weiblicher Er­ werbstätigkeit an der gesamten Erwerbstätigkeit auch um fast einen Prozentpunkt von 47,3% in 2004 auf die schon erwähnten 48,2% in 2012. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.3: Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach Geschlecht Unselbständige Beschäftigung Männer Frauen “klassische” Beschäftigung Freie Dienstverträge Leiharbeit “klassische” Beschäftigung Freie Dienstverträge 384.655 11.135 6.366 367.876 12.883 381.636 11.320 7.461 368.559 13.134 385.967 10.608 8.536 373.968 12.724 391.703 10.256 9.315 380.599 12.364 402.147 9.794 9.633 390.186 12.165 398.150 9.201 8.825 389.857 11.641 404.853 9.209 9.821 392.464 11.565 409.724 8.645 10.521 400.933 10.900 418.323 8.651 10.307 408.903 10.755 AMDB, eigene Berechnungen. Leiharbeit 2.776 2.983 3.527 3.964 4.611 4.554 5.350 6.000 6.341 28— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 3.4: Selbständige Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Geschlecht Selbständige Erwerbstätigkeit Männer Frauen Selbständige Neue Selbständige Selbständige Neue Selbständige 2004 42.053 10.171 17.771 6.739 2005 44.387 10.257 18.377 7.055 2006 46.110 10.619 18.934 7.427 2007 47.028 10.721 19.518 7.716 2008 47.980 11.013 21.733 8.112 2009 48.259 11.029 24.017 8.264 2010 48.418 10.766 25.446 8.315 2011 49.044 10.191 26.593 8.122 2012 49.425 8.518 27.347 7.233 AMDB, eigene Berechnungen. Die Verteilung von unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit unterscheidet sich deutlich zwi­ schen den Geschlechtern: Während im Jahr 2012 11,7% der Erwerbsepisoden der Männer selbständige Erwerbstätigkeit darstellten, galt dies nur für 7,5% bei den Frauen. Innerhalb der unselbständigen Er­ werbstätigkeit ist der Anteil über“klassische” Beschäftigung, freie Dienstverträge und Leiharbeit gering­ fügig anders verteilt: Der Anteil von freien Dienstverträgen an der unselbständigen Beschäftigung ist bei Frauen etwas höher, für beide Geschlechter sinkt die Anzahl dieser Beschäftigungsverhältnisse, wobei die Verringerung bei den Männern mit durchschnittlich-3,1% pro Jahr stärker ausfällt als bei den Frauen (-2,2%). Hingegen ist der Anteil der Leiharbeitsverhältnisse bei den Männern in allen Jahren etwas höher (im Durchschnitt über die Jahre um gut einen Prozentpunkt). Für beide Geschlechter steigt die Bedeutung dieser Beschäftigungsform, wobei der durchschnittliche Anstieg pro Jahr bei den Frauen mit 10,9% hö­ her ausgeprägt ist als bei den Männern(+6,2%). Die Schwankung der Wachstumsraten über die Jahre ist hier noch stärker ausgeprägt als bei den freien Dienstverträgen, so reicht die Spannweite bei den Män­ nern von 17,2% im Jahr 2005 zu-8,4% im Jahr 2009. Innerhalb der selbständigen Erwerbsverhältnisse ist die neue Selbständigkeit von größerer Bedeutung für die Frauen(im Jahr 2012 20,9% der selbständi­ gen Erwerbsverhältnisse gegenüber 14,7% bei den Männern). Bei beiden Geschlechtern verzeichnet diese Erwerbsform zuletzt negative Wachstumsraten, besonders ausgeprägt im Jahr 2012. Für unselbständige Beschäftigung kann die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse auch nach dem Er­ werbsausmaß unterteilt werden, siehe Tabelle 3.5. 2 . Für Männer verteilten sich die Beschäftigungsverhält­ nisse im Jahr 2012 zu 82,9% auf Vollzeit-, zu 9,2% auf Teilzeit- und zu 7,9% auf geringfügige Beschäf­ tigungsverhältnisse. Bei den Frauen nehmen Teilzeit mit 26,1% und Geringfügigkeit mit 11,1% einen hö­ heren Stellenwert ein. Bei den Männern verteilte sich der Zuwachs der Beschäftigungsverhältnisse relativ gleichmäßig über die drei Kategorien des Beschäftigungsausmaßes, was bedeutet, dass Teilzeit- und ge­ 2 Abgesehen von der Unterscheidung geringfügig/ nicht geringfügig gibt es keine Information zur Arbeitszeit in der AMDB. Konnte eine AMDB Episode eindeutig einem Lohnzettel zugeordnet werden, verwenden wir die Arbeitsinformation aus dem Lohn­ zettel. Für die verbleibenden Episoden wurde eine Imputation aus dem Mikrozensus durchgeführt, siehe Abschnitt 2.5 Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 29 Tabelle 3.5: Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach Arbeitszeit Männer Frauen Vollzeit Teilzeit geringfügig Vollzeit Teilzeit geringfügig 2004 350.437 28.329 23.390 262.749 84.737 36.049 2005 346.718 29.504 24.195 260.303 87.335 37.037 2006 349.612 31.182 24.318 261.576 91.046 37.597 2007 353.628 32.191 25.455 263.825 94.019 39.083 2008 360.853 32.553 28.167 269.267 95.768 41.927 2009 353.031 33.690 29.455 262.804 100.839 42.408 2010 357.702 35.144 31.039 265.022 100.779 43.578 2011 358.269 37.925 32.697 264.385 108.130 45.317 2012 362.354 40.430 34.497 267.717 111.102 47.180 AMDB, eigene Berechnungen. ringfügige Beschäftigung mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 4,5% und 5,0% prozen­ tuell viel stärker anstiegen als Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse(jährlich+0,4%). Interessant ist dabei auch die Entwicklung über die Zeit: Während Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse bei den Männern von 2004 auf 2005 und von 2008 auf 2009 zurückgingen(-1,1% und-2,2%) stiegen in beiden Jahren Teilzeitund geringfügige Beschäftigungsverhältnisse stark an. Auch bei den Frauen ist ein stärkeres Wachstum der Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigung erkennbar(durchschnittlich um 3,4% pro Jahr gegenüber +0,2% bei Vollzeitbeschäftigung). Hier verteilt sich auch in absoluten Zahlen der Beschäftigungsanstieg zwischen 2004 und 2012(mehr als 42.000 Beschäftigungsverhältnisse) vorrangig auf Teilzeit(62%), ge­ folgt von Geringfügigkeit(26%). Somit hat sich auch bei Frauen die Teilzeit- und Geringfügigkeitsquote von 2004 an stetig erhöht. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.6: Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Altersgruppen Männer Frauen 15-24 25-49 50-64 65+ 15-24 25-49 50-64 42.923 310.444 96.800 4.213 47.991 278.845 78.069 42.896 310.401 96.916 4.848 48.080 278.866 79.676 43.454 313.985 99.063 5.338 48.089 282.180 82.602 44.919 316.167 102.104 5.833 48.857 285.610 85.706 47.015 321.304 105.653 6.596 50.773 291.614 89.954 45.520 316.078 106.636 7.234 49.160 290.828 93.423 46.575 318.216 110.790 7.492 49.828 290.765 97.466 48.179 317.454 114.580 7.913 51.630 293.344 102.224 49.018 318.265 119.396 8.545 52.988 294.726 107.036 AMDB, eigene Berechnungen. 65+ 3.142 3.487 3.708 3.987 4.467 4.924 5.084 5.350 5.830 Betrachtet man die Erwerbsverhältnisse(unselbständig und selbständig) getrennt nach Altersgruppen 3 3 Für den Bericht wurden die 11 Altersgruppen im Tabellensatz zu vier Gruppen zusammengefasst. 30— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien sieht man unterschiedliche Entwicklungen der Erwerbstätigkeit: Während im Haupterwerbsalter 25-49 die Erwerbsverhältnisse im Durchschnitt jährlich um nur 0,1%(Männer) beziehungsweise 0,7%(Frauen) ansteigen, ist in der Altersgruppe der 50-64-Jährigen ein weit höheres jährliches Wachstum erkennbar (2,5% bei Männern und 4,0% bei Frauen). 4 Inbesondere bei jungen Erwerbstätigen ging die Beschäftigung im Jahr 2009 stark zurück(-3,1% für beide Geschlechter gegenüber einem insgesamten Rückgang von ­ 0,8%), erst im Jahr 2011 wurde das Vorkrisenniveau in der Anzahl der Erwerbsverhältnisse wieder erreicht beziehungsweise auch übertroffen. Der Anstieg der Erwerbsverhältnisse zwischen 2004 und 2012 stellt zu einem großen Teil einen Anstieg der Erwerbsverhältnisse für höher qualifizierte Erwerbstätige dar(siehe Tabelle 3.7. 5 Einen Anstieg um knapp 24.000 Erwerbsverhältnisse verzeichnen männliche Akademiker, bei den Frauen ist der Anstieg unter den Akademikerinnen mit knapp 37.000 Erwerbsverhältnissen noch höher. Für beide Geschlechter gab es hier entgegen der allgemeinen Entwicklung einen Anstieg bei der Erwerbsform Neue Selbstän­ digkeit(welche allgemein zum größten Teil für Akademiker/innen von Relevanz ist). Prozentuell stiegen auch Leiharbeit und Selbständigkeit bei Akademiker/inne/n stark an, freie Dienstverträge sanken wie in der allgemeinen Tendenz auch für diese Gruppe ab. Der in absoluten Werten höchste Anstieg entfiel für beide Geschlechter aber auf“klassisch” unselbständige Beschäftigungsverhältnisse. Auch für Personen, die eine höhere Schule absolviert haben, stieg die Beschäftigung an:+11,7% bei den Männern und+25,5% bei den Frauen. Auch hier stieg die Leiharbeit prozentuell stark an. Bei den Frauen steigen auch die Erwerbsformen Selbständigkeit und Neue Selbständigkeit, die bei den Männern absan­ ken. Der Gesamtanstieg ist aber getrieben durch“klassische” Beschäftigungsverhältnisse. Bei Personen mit Lehrabschluss oder Abschluss einer mittleren Schule hingegen nahm die Anzahl der Erwerbsverhält­ nisse von 2004 auf 2012 ab. Für beide Geschlechter können in allen Erwerbsformen mit Ausnahme der Leiharbeitsverhältnisse, die deutlich anstiegen, Rückgänge verzeichnet werden(Ausnahme sind auch die “klassischen” Beschäftigungsverhältnisse bei den Männern, die geringfügig anstiegen). Bei Personen mit keinem Abschluss oder mit Pflichtschulabschluss gab es bei den Männern einen Anstieg um 14,0%, wobei dieser Anstieg vor allem auf einen Anstieg bei“klassischen” unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen (+17,5%) zurückzuführen ist(abgesehen von der gering ausgeprägten Neuen Selbständigkeit nahmen alle anderen Erwerbsformen ab). Bei den Frauen nahmen Erwerbsverhältnisse von nur gering ausgebildeten Personen ab(insgesamt um 8,5%), wobei hier vor allem die“klassisch” unselbständigen Beschäftigungs­ verhältnisse zurückgingen(-7,8%; Rückgang auch bei den freien Dienstverträgen und bei selbständigen Erwerbsverhältnissen). Nur für unselbständige Beschäftigung kann weiters auch das Erwerbsausmaß betrachtet werden. Von den zusätzlichen 10.000 unselbständigen Erwerbsverhältnissen von männlichen Akademikern entfielen 43% auf Teilzeit-, 52% auf Vollzeit- und 4% auf geringfügige Beschäftigung. Bei den Frauen hingegen entfiel ein Großteil der zusätzlichen Beschäftigung für Akademikerinnen auf Vollzeit(68%), 33% auf Teilzeit 4 Noch höher ist die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate mit 9,2% und 8,0% bei den über 64-Jährigen, auf die allerdings nur ein kleiner Anteil der Erwerbsverhältnisse entfällt. Dieser Anstieg ist vor allem auch auf einen überdurchschnittlich hohen Anstieg in den selbständigen Erwerbsverhältnissen zurückzuführen, welchen in dieser Altersgruppe eine größere Bedeutung zukommt. 5 Die Information zur höchsten abgeschlossenen Ausbildung ist teilweise imputiert, siehe Abschnitt 2.6. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Pflichtschule 50.489 50.347 50.207 55.653 58.525 58.525 46.684 51.210 57.571 Tabelle 3.7: Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Ausbildung Männer Frauen Lehre/BMS Höhere Schule Hochschule Pflichtschule Lehre/BMS Höhere Schule 193.403 103.859 106.630 64.160 154.353 96.437 196.817 103.117 104.780 67.270 153.988 95.125 203.795 93.529 114.311 65.132 149.171 104.793 198.156 104.414 110.799 70.933 152.548 106.756 202.874 107.583 111.581 65.010 157.184 115.080 202.874 107.583 111.581 65.010 157.184 115.080 198.001 110.419 127.963 60.408 146.477 123.423 190.281 120.537 126.097 59.412 150.178 130.179 191.258 116.022 130.373 58.735 151.227 121.059 Hochschule 93.097 93.725 97.482 93.924 99.532 99.532 112.834 112.779 129.557 AMDB, eigene Berechnungen. 32— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien während geringfügige Beschäftigungsverhältnisse abnahmen. Bei Personen mit Matura hingegen entfiel für Frauen der Großteil auf Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse(55% der zusätzlichen Beschäftigung), 25% auf Geringfügigkeit und 20% auf Teilzeit, bei den Männern ist der Anteil der Vollzeitbeschäftigungsver­ hältnisse am Anstieg am höchsten(40%), gefolgt von Teilzeit(35%) und Geringfügigkeit(25%). Der Rückgang in der Beschäftigung von Personen mit Lehr- oder BMS-Abschluss ist vor allem ein Rückgang an Vollzeitbeschäftigung, während Teilzeit- und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse bei beiden Ge­ schlechtern anstiegen. Bei Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss bezieht sich der Anstieg bei den Männern fast ausschließlich(93%) auf Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse, bei den Frauen entfallen 60% des Anstiegs auf diese. Betrachtet man unselbständige und selbständige Erwerbsverhältnisse nach der Verweildauer beim glei­ chen Betrieb(beziehungsweise im Fall von Selbständigen nach der Dauer der selbständigen Erwerbse­ pisode) erkennt man zunächst, dass im Jahr 2012 19% der unselbständigen und 29% der selbständigen Erwerbsverhältnisse länger als 10 Jahre andauerten. 21% der unselbständigen und 9% der selbständigen Erwerbsverhältnisse dauerten bis zum Beobachtungszeitpunkt hingegen weniger als ein Jahr. Während bei den selbständigen Erwerbsverhältnissen in allen Kategorien ein Wachstum über die Jahre insgesamt zu verzeichnen ist(mit dem stärksten Wachstum bei sehr langen Erwerbsepisoden), sinkt bei den un­ selbständig Erwerbstätigen die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse, die 1-5 Jahre andauern. Betrachtet man den Verlauf der langen unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse über die einzelnen Jahre sieht man, dass diese von 2004 auf 2005 zunächst zurückgehen um dann stetig anzusteigen. Auch 2009 ist hier kein Rückgang sondern eine Steigerung um 2,4% zu verzeichnen, der Anstieg in den darauffolgenden Jah­ ren ist dann noch höher. Im Gegensatz dazu sieht man bei den kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen zunächst auch einen Rückgang von 2004 auf 2005 und danach eine Steigerung. 2009 verzeichnen diese Beschäftigungsverhältnisse mit-7,2% einen erheblichen Rückgang— die Krise schien somit vermehrt kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse betroffen zu haben(beziehungsweise wurden wohl auch weniger Personen neu in Betriebe aufgenommen). Das Wachstum in den Jahren 2010 und 2011 ist dann beträcht­ lich, bevor es 2012 wieder zu einem(geringeren) Rückgang kommt. Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit nach Beruf wird direkt der Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung entnommen. Tabelle 3.9 zeigt die Entwicklung der unselbständigen und selbständigen Erwerbstätigkeit in Wien laut Mikrozensus getrennt nach Berufsgruppen. 6 Im Jahr 2012 waren 25% der Erwerbstätigen in Wi­ en in ISCO 2(Akademische Berufe) beschäftigt, gefolgt von ISCO 3(Techniker/innen und gleichrangige nichttechnische Berufe; 20%) und ISCO 5(Dienstleistungsberufe und Verkäufer/innen in Geschäften und auf Märkten; 17%). Getrennt nach Geschlecht gibt es keine Unterschiede bezüglich der ersten und zweiten Berufsgruppe. Allerdings liegt bei den Männern ISCO 8(Bediener/innen von Anlagen und Maschinen und Montageberufe) mit 16% an dritter Stelle, während Berufe dieser Berufsgruppe nur 1% der erwerbstätigen Frauen ausüben. Zwischen 2004 und 2011 verzeichneten vor allem die Berufsgruppen“Dienstleistungs­ berufe und Verkäufer/innen in Geschäften und auf Märkten”(ISCO 5),“Akademische Berufe(ISCO 2)”, “Bürokräfte und verwandte Berufe”(ISCO 4) und“Handwerks- und verwandte Berufe”(ISCO 7) starke Zuwächse. Der Anstieg in ISCO 7 ist vor allem ein Anstieg bei den Männern(bei den Frauen ist ein Rück­ 6 2.3.1 erläutert den Umgang mit dem Zeitreihenumbruch zwischen 2010 und 2011 durch Umstellung von ISCO88 auf ISCO08. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.8: Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Verweildauer unselbständige Beschäftigung selbständige Erwerbstätigkeit < 1 Jahr 1-5 Jahre 6-10 Jahre 10+ Jahre < 1 Jahr 1-5 Jahre 6-10 Jahre 10+ Jahre 149.725 441.759 85.194 109.014 6.457 39.502 13.177 17.598 148.032 438.224 91.519 107.316 6.951 40.629 15.029 17.466 153.638 432.161 105.571 103.960 6.807 40.318 17.336 18.628 159.976 398.826 140.818 108.580 6.847 41.212 16.438 20.486 170.390 397.539 147.869 112.739 8.197 43.243 16.027 21.371 158.179 396.130 152.516 115.404 8.208 44.990 16.291 22.080 167.089 396.588 144.736 124.850 8.716 44.546 14.848 24.836 178.171 398.142 115.485 154.926 8.814 44.300 15.194 25.641 175.988 414.606 108.524 164.162 8.633 42.089 15.167 26.635 AMDB, eigene Berechnungen. 34— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 3.9: Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Berufsgruppen 01 2 3 4 5 678 2004(x) 78.292 156.929 210.833 95.859 105.499(5.926) 73.405 33.627 2005(x) 82.229 156.685 213.613 95.855 109.797(6.841) 80.584 31.680 2006(x) 77.867 163.600 212.020 108.503 114.557(7.213) 92.002 38.162 2007(x) 69.838 169.507 205.411 121.622 135.035(5.054) 87.246 38.713 2008(x) 71.058 175.667 209.751 140.195 139.450(5.660) 80.683 37.531 2009(x) 74.356 192.259 216.613 132.416 143.674(4.737) 80.692 31.616 2010(x) 74.078 190.481 216.302 131.069 139.634(6.516) 81.824 32.495 2011(x) 57.447 203.968 200.502 117.246 173.149(4.230) 84.283 37.674 2012(x) 49.340 238.735 194.449 121.199 169.208(x) 86.535 35.117 Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung; 2004-2010 ISCO88 auf ISCO08 umklassifiziert. () Werte mit weniger als hochgerechnet 9.000 Personen für Wien sind sehr stark zufallsbehaftet. (x) Werte mit weniger als 4.000 Personen für Wien sind statistisch nicht interpretierbar 9 80.454 80.480 83.700 86.799 84.424 86.478 89.983 71.473 74.686 gang erkennbar). Bei den Frauen ist ein Anstieg in ISCO 8(Bediener/innen von Anlagen und Maschinen und Montageberufe) zu beobachten. Allerdings üben, wie erwähnt, insgesamt nur sehr wenige Frauen Berufe dieser Berufsgruppe aus. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.10: Erwerbstätigkeit im Zeitverlauf nach Staatsbürgerschaft Österreich EU14/EFTA EU 2004-07 Türkei Südost- und Osteuropa sonstige Drittstaaten 715.452 20.081 23.002 16.917 69.375 17.598 712.353 22.072 26.370 16.826 69.182 18.365 718.357 24.192 29.160 17.086 70.130 19.493 725.635 26.499 31.547 17.430 71.355 20.715 738.334 29.480 35.899 18.058 73.107 22.492 731.258 30.823 39.285 17.941 71.176 23.315 736.985 32.856 42.792 18.418 70.721 24.436 738.880 35.166 50.650 18.681 71.197 26.100 740.196 37.019 61.275 18.687 71.238 27.388 AMDB, eigene Berechnungen. Von 2004 bis 2012 stieg die Anzahl der Erwerbsverhältnisse von Personen mit österreichischer Staatsbür­ gerschaft um 3,5%. Viel stärkere Zuwächse(+166,4%) verzeichneten Erwerbsverhältnisse von Personen aus den neuen Mitgliedstaaten, gefolgt von Personen aus den alten Mitgliedstaaten und EFTA-Ländern (+84,3%). Ebenfalls ein hohes Wachstum verzeichneten Erwerbsverhältnisse von Personen aus sonstigen Drittstaaten(+55,6%), geringeres Wachstum konnte bei Türk/inn/en und Personen aus Südost- und Ost­ europa beobachtet werden, wobei bei letzteren der Ausgangswert im Jahr 2004 höher als bei den anderen nicht-österreichischen Nationengruppen war. Der hohe Anstieg um mehr als 18,4% bei den Erwerbsver­ hältnissen von Menschen aus den neuen Mitgliedstaaten im Jahr 2011 mag auf die Öffnung der Arbeits­ märkte für einen Teil dieser Länder zurückzuführen sein. Interessant ist aber, dass es schon zuvor durchaus Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 35 hohe Steigerungsraten in der Erwerbstätigkeit von Menschen aus dieser Ländergruppe zu beobachten gibt. Die Information zur Branche ist für selbständige Erwerbsverhältnisse nicht sonderlich gut erfasst(bei et­ wa einem Viertel der Erwerbsverhältnisse ist keine Branche verzeichnet), deshalb enthält Tabelle 3.11 die Zahlen für unselbständige Beschäftigungsverhältnisse. 7 Am meisten zusätzliche Beschäftigungsverhält­ nisse wurden in den Branchen Beherbergung und Gastronomie(I,+18.200), Erbringung von freiberufli­ chen technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen(M,+17.500) und Erziehung und Unterricht(P, +12.900) geschaffen. Den stärksten Rückgang an Beschäftigungsverhältnissen in absoluten Zahlen wei­ sen die Branchen Herstellung von Waren(C,-12.300), Grundstücks- und Wohnungswesen(L,-4.200) und Verkehr und Lagerei(H,-4.100) auf. Auch relativ waren Wachstum beziehungsweise Rückgang in den er­ wähnten ÖNACE-Abschnitten hoch. Einen starken relativen Rückgang verzeichnete auch die Branche Energieversorgung(D,-16%), allerdings entfallen nur etwa 1% der unselbständigen Beschäftigungsver­ hältnisse auf diese Branche. Die meisten unselbständigen Erwerbsverhältnisse finden sich anteilsmäßig 2012 zwar wie 2004 in der Öf­ fentlichen Verwaltung(O; 14,5%) und im Handel(G; 14,3%), 2012 lagen die entsprechenden Anteile aber noch bei 16,0% und 14,7%. 2004 nahm Abschnitt C(Herstellung von Waren) mit 8,8% noch den dritten Platz ein. Bis 2012 kam es hier aber zu einem deutliche Rückgang, sodass 2012 Abschnitt M(Erbringung von freiberuflichen technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen) mit 8,6% der Erwerbsverhält­ nisse diesen Platz einnimmt. Aus dem Tabellensatz im Anhang sind genauere Informationen zur Entwicklung der Branchen zu entneh­ men, etwa nach Geschlecht oder nach Beschäftigungsverhältnis. In den erwähnten Abschnitten I und M ist das Beschäftigungswachstum gleichmäßig auf Frauen und Männer verteilt. 60% des Zuwachses in Ab­ schnitt P entfallen auf Frauen, währenddessen bei Männern auch Abschnitt N“Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen” mit knapp 7.300 zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen ein starkes Wachstum aufweist. In dieser Branche ist das Wachstum bei den Frauen zwar auch ausgeprägt, allerdings etwas weniger stark. Hinsichtlich des Beschäftigungsverhältnisses ist zu erkennen, dass in den oben er­ wähnten Branchen mit starken Zuwächsen(I, M und P) der Anstieg fast ausschließlich auf“klassische” Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen ist, teilweise nahmen freie Dienstverträge in diesen Branchen im Beobachtungszeitraum parallel dazu ab. Bei freien Dienstverträgen gab es nur in den Branchen L(bei einem Rückgang der gesamten Beschäftigung in dieser Branche) und T(Privathaushalte) einen(geringen) Anstieg. 8 Aufgeteilt nach Beschäftigungsausmaß sieht man, dass in der Branche P ein sehr großer Anteil der Zu­ wächse(52%) auf Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse entfällt, 10% der Zuwächse stellen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse dar, der Rest entfällt auf Vollzeit. Anders ist die Verteilung in den anderen 7 Im Tabellensatz werden die Branchen nach ÖNACE-Abschnitten auch für selbständige Erwerbsverhältnisse ausgewiesen. Auch nicht jedes unselbständige Beschäftigungsverhältnis enthält eine Information zur Branche, deshalb summieren sich die Zahlen nicht immer auf die Zahlen in der Überblicksdarstellung. 8 Wir definieren Leiharbeit durch die Branche, der Arbeitskräfteüberlasser/innen zugeteilt sind, und haben keine Informationen darüber, in welche Branchen Leiharbeiter/innen“verliehen” werden. Insofern können wir hier keine Entwicklung über Branchen darstellen. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.11: Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach Branchen ABC D EF G H I JK 707 630 69.332 6.946 869 45.773 115.391 43.499 36.686 36.444 42.703 649 195 66.798 6.888 795 45.557 115.473 41.947 38.513 36.087 42.946 569 170 66.063 6.861 852 46.740 115.367 41.149 40.720 37.390 43.314 617 188 65.471 6.900 969 46.722 116.737 40.696 43.404 41.552 44.071 636 217 64.583 7.007 916 48.185 120.286 40.956 46.405 43.264 45.306 645 234 61.495 7.040 936 47.096 118.103 40.380 46.713 42.489 44.741 683 243 59.435 7.086 947 45.992 117.377 45.289 48.499 41.987 43.682 773 245 57.734 5.721 975 47.286 121.223 40.282 51.490 43.585 42.597 810 250 57.042 5.849 978 48.209 123.545 39.356 54.918 45.365 42.805 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 L 28.238 28.001 27.237 26.836 25.785 25.102 24.599 24.102 24.080 M 56.555 57.499 58.848 60.600 63.969 63.964 66.162 71.826 74.101 N 52.075 53.227 56.050 56.435 58.906 57.261 59.372 62.952 64.593 AMDB, eigene Berechnungen. O 125.368 123.233 123.533 122.818 123.083 123.223 123.875 124.139 124.951 P 27.466 29.010 29.631 31.237 33.195 35.389 37.644 38.821 40.350 Q 50.352 51.590 53.261 54.537 55.746 57.190 59.387 60.789 61.932 R 15.656 15.819 16.388 16.930 17.617 17.638 17.885 18.164 18.713 S 26.923 26.981 27.138 27.252 28.027 27.922 28.391 29.031 29.613 T 1.172 1.166 1.304 1.486 1.710 1.826 1.865 2.052 2.430 U 2.702 2.717 2.745 2.739 2.709 2.673 2.657 2.642 2.650 Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 37 Branchen mit hohen Zuwächsen: In ÖNACE-Abschnitt M entfällt der Großteil des Zuwachses(60%) auf Vollzeitbeschäftigung, 25% auf Teilzeit und 15% auf geringfügige Beschäftigung. In Abschnitt I steigt mit dem Anstieg der Beschäftigung vor allem die Anzahl der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse, deren Anzahl sich in diesem Branchenabschnitt beinahe verdreifacht. Starke Zuwächse bei Teilzeitarbeit verzeichnen des Weiteren der Handel(Abschnitt G), während hier Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse zu­ rückgehen. Auch im Bau(Abschnitt F) übersteigt der Zuwachs der Teilzeitbeschäftigung bei weitem den nur sehr geringen Zuwachs von Vollzeitbeschäftigung. Nach wie vor ist der Vollzeitanteil im Bau mit 87% im Jahr 2012 aber vergleichsweise hoch. Der Rückgang der Beschäftigung in der Fertigung von Waren (Abschnitt C) betrifft fast ausschließlich Vollzeitarbeitsplätze. Der insgesamte Zuwachs an Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen(50% der zusätzlichen unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse sind Teilzeitarbeitsplätze, 29% geringfügig und 22% Vollzeit) setzt sich einer­ seits aus einer Verschiebung der Branchen zusammen: Diejenigen Branchen, in denen starke Zuwächse zu verzeichnen sind, sind auch diejenigen, in denen bereits zu Beginn der Analyseperiode 2004 ein stärkerer Anteil an Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung zu beobachten war, vor allem in der Beherbergung und Gastronomie(Abschnitt I), aber auch in den Abschnitten M und P. Zudem kam es auch innerhalb dieser Branchen zu einer Verschiebung weg von Vollzeit und hin zu Teilzeit und Geringfügigkeit: Lag der Vollzeitanteil in Branchenabschnitt M 2004 noch bei 68%, so lag er 2012 nur noch bei 59%. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse blieb konstant bei 19%, der Anteil der geringfügigen Be­ schäftigungsverhältnisse hingegen erhöhte sich von 12% auf 23%. Ähnliches, wenn auch etwas weniger stark ausgeprägt, ist auch in den anderen Branchen mit starken Zuwächsen zu verzeichnen. Der Anteil der Vollzeitarbeitsplätze ging aber in allen Branchen zurück, neben der Gastronomie und Beherbergung besonders stark auch in Branche R(Kunst, Unterhaltung und Erholung) sowie im Unterrichts-(Abschnitt P) und Gesundheits- und Sozialwesen(Abschnitt Q) Nur für unselbständig Beschäftigte kann man des Weiteren die Entwicklung der Beschäftigungsverhält­ nisse nach sozialer Stellung und Befristung 9 beobachtet werden. Teilt man den Anstieg der unselbständigen Erwerbstätigkeit(+35.000 bei den Männern und+43.000 bei den Frauen) auf die soziale Stellung auf, erkennt man bei beiden Geschlechtern den deutlichen Anstieg bei Angestellten(+15,3% bei Männern und 18,2% bei Frauen). Einen deutlichen Anstieg verzeichneten auch Beschäftigungsverhältnisse für Arbeiter(+11,3%), weniger groß der Anstieg bei Arbeiterinnen(4,1%). Analysiert man die Entwicklung über die Jahre genauer ist zu erkennen, dass die Wachstumsraten bei den Arbeiter/inne/n 2008 und 2011 besonders hoch waren, wohingegen insbesondere die Beschäftigungsver­ hältnisse männlicher Arbeiter im Krisenjahr mit-3.0% stark zurückgingen. Die Beschäftigungsverhält­ nisse von Beamten gingen durchschnittlich jährlich um 4,4%(-3,5% bei Beamtinnen) zurück, insgesamt gab es 2012 24.500 Beschäftigungsverhältnisse weniger in diesem Status. Der gleichzeitige Anstieg bei den Vertragsbediensteten(jährlich um 2,8% beziehungsweise 2,4% für Männer und Frauen) war nicht ganz so hoch, so dass 2012 insgesamt gut 13.000 weniger Beschäftigungsepisoden als Beamter/Beamtin 9 Diese Information ist in der AMDB nicht vorhanden und kann auch mangels Fallzahlen und erklärender Variablen nicht aus dem Mikrozensus imputiert werden. Um das Thema abzudecken wurde daher eine Auswertung aus dem Mikrozensus durchgeführt. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Angestellte/r 201.636 202.877 204.858 209.982 216.377 215.578 217.378 222.178 232.511 Tabelle 3.12: Unselbständige Beschäftigung im Zeitverlauf nach sozialer Stellung Männer Frauen Arbeiter/in Beamter/Beamtin Vertragsbedienstete Angestellte/r Arbeiter/in Beamter/Beamtin 134.015 49.891 16.614 228.305 84.028 37.969 133.995 45.792 17.752 231.810 82.773 35.668 135.812 43.962 20.481 236.113 82.279 34.881 138.231 42.026 21.034 242.712 82.865 33.892 143.190 40.433 21.574 250.452 85.121 32.840 138.895 38.662 23.041 249.616 83.390 31.739 140.837 41.691 23.978 252.612 83.451 30.672 146.003 36.097 24.613 259.394 85.336 29.547 149.098 34.873 20.799 269.892 87.505 28.530 AMDB, eigene Berechnungen. Vertragsbedienstete 33.233 34.424 36.945 37.456 38.549 41.306 42.643 43.556 40.072 Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 39 beziehungsweise Vertragsbedienstete/r im Vergleich zu 2004 zu verzeichnen sind. 10 Tabelle 3.13: Befristete Beschäftigungsverhältnisse im Zeitverlauf Männer Frauen unbefristet befristet unbefristet befristet 2004 365.938 31.814 339.986 25.971 2005 372.279 28.488 350.909 23.596 2006 389.907 29.845 357.271 26.823 2007 400.873 30.700 368.080 27.878 2008 400.774 31.547 385.672 33.435 2009 409.085 33.459 389.808 31.917 2010 408.730 38.195 386.469 32.770 2011 407.169 36.238 388.789 30.381 2012 412.858 32.901 399.816 34.271 Mikrozensus, Arbeitskräfteerhebung. Der Anteil der befristeten Beschäftigungsverhältnisse an allen Beschäftigungsverhältnissen lag 2004 bei 8,0% bei Männern und 7,1% bei Frauen. In den ersten Jahren des Beobachtungszeitraums nahm dieser Anteil für beide Geschlechter zunächst ab um dann ab etwa 2008 wieder anzusteigen. Bei den Männern nahm der Anteil nach dem“Höhepunkt” im Jahr 2010(8,5% der unselbständigen Beschäftigungsver­ hältnisse waren befristet) in den darauffolgenden Jahren wieder ab. Bei den Frauen ist die Entwicklung weniger deutlich in eine Richtung. Der Anteil der befristeten Dienstverhältnisse war 2008 mit 8,0% am höchsten, danach sank er, um dann 2012 wieder anzusteigen. 3.2.2 Erwerbstätige Bislang erfolgte die Analyse der Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien anhand der Anzahl der Er­ werbsverhältnisse. In diesem Abschnitt wechseln wir zur Personenperspektive, wir betrachten also Er­ werbstätige und nicht mehr Erwerbsverhältnisse . 10 Wie im Abschnitt 2.1.4 erwähnt entnehmen wir die soziale Stellung“Vertragsbedienstete/r” den Lohnzetteldaten des BMF und nicht direkt der AMDB. Dies führt allerdings zu keinen Verzerrungen: Über den Beobachtungszeitraum 2004-2012 gibt der Mikrozensus der Statistik Austria den Anteil der Vertragsbediensteten an der Wiener Erwerbsbevölkerung mit 5% an, dies bezieht sich auf die Haupttätigkeit. In unserer Untersuchungsgruppe beträgt der Anteil der Personen, deren dominante Erwerbsepisode den Status“Vertragsbedienstete/r” hat 6,8%(Gewichtung mittels Personengewicht). 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 “klassische” Beschäftigung Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit 592.224 105.997 26.185 586.011 109.669 27.184 589.567 115.012 27.657 596.436 119.094 28.926 609.462 122.018 31.143 596.826 128.589 32.956 603.356 130.797 34.218 603.863 140.863 36.338 612.484 146.513 38.859 AMDB, eigene Berechnungen. Tabelle 3.14: Erwerbstätige im Zeitverlauf unselbständige Beschäftigung Freie Dienstverträge Leiharbeit Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit 9.816 1.301 6.053 6.977 1.306 588 10.052 1.249 6.054 7.988 1.485 611 9.949 1.130 5.731 9.010 2.096 640 9.517 1.141 5.697 9.624 2.358 817 9.549 927 5.461 10.567 2.002 1.013 9.041 1.015 5.257 9.755 1.993 1.042 9.294 836 5.197 11.369 1.904 1.185 8.376 1.020 4.925 12.635 2.064 1.232 8.641 911 4.872 12.240 2.562 1.300 selbständige Erwerbstätigkeit Selbständige Neue Selbständige 54.868 57.804 59.944 61.336 64.460 67.168 68.438 70.132 70.977 12.828 13.272 14.010 14.446 15.012 15.268 15.147 14.693 12.940 Gesamt 818.143 821.379 834.746 849.392 871.614 868.910 881.741 896.141 912.299 Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 41 Tabelle 3.14 gibt einen ersten Überblick über die Anzahl der Erwerbstätigen. Die Zuordnung zur Erwerbs­ form sowie zur Arbeitszeit erfolgte über die dominante Erwerbsepisode(siehe 2.3.3). Insgesamt gab es in Wien im Jahr 2012 durchschnittlich rund 912.000 Erwerbstätige, wobei bei 90,8% der Personen ei­ ne unselbständige Beschäftigung und bei 9,2% eine selbständige Erwerbstätigkeit als dominante Episode gezählt wurden. Auch die Verhältnisse innerhalb der unselbständigen sowie der selbständigen Erwerbs­ formen sind ähnlich der Betrachtung über Erwerbsverhältnisse in 3.2.1, einzig die Neue Selbständigkeit verliert bei der Personenbetrachtung an Bedeutung, während“klassische” Beschäftigungsverhältnisse et­ was stärker vertreten sind. Dies gilt auch für die Betrachtung über die Jahre: Wir sehen insgesamt einen Anstieg der Erwerbstätigkeit, wobei der Anstieg der selbständig Erwerbstätigen den der unselbständig Be­ schäftigten übersteigt(+24,0% gegenüber+10,4%). Innerhalb der unselbständig Beschäftigten sehen wir einen Rückgang bei den freien Dienstnehmer/inne/n und einen deutlichen Anstieg bei Leiharbeiter/inne/n, die sich von 2004 auf 2012 fast verdoppelten; besonders auffällig ist hier der Anstieg der Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Auch bei den“klassisch” Beschäftigten zeigt sich, dass der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen zu einem großen Teil auf Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte ent­ fällt. Die Zahl der Neuen Selbständigen ist 2012 etwa so hoch wie 2004, wobei wir zunächst einen starken Anstieg und in den letzten Jahren einen starken Rückgang beobachten. Somit entfällt der Anstieg der selbständig Erwerbstätigen fast ausschließlich auf“klassisch” Selbständige. Betrachtet man den Anteil der einzelnen Erwerbsformen an der gesamten Erwerbstätigkeit, zeigt sich, dass “klassische” Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse an Bedeutung verlieren— hatten 2004 noch 72,4% aller Erwerbstätigen ein solches Beschäftigungsverhältnis als dominantes Beschäftigungsverhältnis, waren dies 2012 nur mehr 67,1%. Während Leiharbeit und selbständige Erwerbstätigkeit anteilig über den Zeitverlauf an Bedeutung gewannen, nahm vor allem der Anteil der“klassischen” Beschäftigten in Teilzeit zu, von 13,0% aller Erwerbstätigen im Jahr 2004 auf 16,1% im Jahr 2012. Die Parallelität von Beschäftigungsverhältnissen— inwiefern Erwerbstätige mehreren Tätigkeiten gleich­ zeitig nachgehen— war in dieser Studie von besonderem Interesse. Tabelle 3.15 stellt die Entwicklung der durchschnittlichen Anzahl von Personen mit und ohne parallelen Erwerbsepisoden dar; hierbei wird eine Person in die zweite Gruppe gezählt, sobald sie im Beobachtungsjahr mindestens einen Tag lang zwei Erwerbsverhältnisse hatte, siehe Abschnitt 2.3.3. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir, anders als im Tabellensatz, für diese Tabelle auch Personen mit sich überschneidenden Erwerbsepisoden mit dem Perso­ nengewicht gewichtet, i.e. diese Tabelle stellt den Jahresdurchschnitt an Personen mit und ohne parallele Erwerbsepisoden im Zeitverlauf dar. Tabelle 3.15 ist zu entnehmen, dass der Anteil der Personen mit parallelen Episoden an allen Erwerbstäti­ gen relativ gering ist. Bei den unselbständig Beschäftigten ist dieser Anteil im Zeitverlauf auch stabil bei rund 8% aller unselbständig Beschäftigten, wobei ein Anstieg 2008 zu verzeichnen ist, der im Jahr darauf wieder zurückgeht. Bei den Selbständigen ist der Anteil an Überschneidungen höher, 2012 lag er bei rund 14%. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Selbständige auch unselbständig beschäftigt sind(siehe auch weiter unten). Auffällig ist die Veränderung über die Zeit: Im Jahr 2004 war der Anteil der Selb­ ständigen mit sich überlappenden Erwerbsepisoden an allen Selbständigen mit rund 18% deutlich höher. Während die Zahl der mehrfach erwerbstätigen Selbständigen über den Beobachtungszeitraum um rund 42— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 3.15: Personen mit und ohne sich überschneidende Erwerbsepisoden 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Keine Überschneidungen von Erwerbsepisoden Unselbständige Selbständige 688.029 55.796 687.626 59.108 697.330 61.870 708.917 63.714 721.452 66.988 721.690 69.877 731.827 71.597 743.151 72.562 760.182 72.530 Überschneidungen von Erwerbsepisoden Unselbständige Selbständige 62.418 11.900 62.677 11.968 63.462 12.084 64.693 12.068 70.690 12.484 64.784 12.559 66.329 11.988 68.165 12.263 68.200 11.387 AMDB, eigene Berechnungen. Anm.: Es handelt sich hierbei um Jahresdurchschnitte, i.e. die Gewichtung erfolgte mittels Personengewicht. 4% zurückging, nahm die Zahl der Selbständigen, die zu jedem Zeitpunkt nur eine Erwerbsepisode hatten, um 30% zu. Beschränkt man die Definition von parallelen Episoden auf Episoden, die mindestens sechs Tage lang andauern— um Meldeverzögerungen beim Stellungswechsel, sowie An- und Abmeldungen am selben Tag ausszuschließen— sinkt der Anteil der Unselbständigen mit überlappenden Episoden auf rund 7%, bei den Selbständigen auf 13%. Betrachtet man nur Personen mit sich nicht überschneidenden Erwerbsepisoden(Tabelle 3.16), ist zu er­ kennen, dass die Zahl der Personen mit mehreren Erwerbsepisoden in einem Jahr bei den“klassischen” Beschäftigungsverhältnissen stärker anstieg als die Zahl der Personen mit nur einer Erwerbsepisode. Be­ sonders stark war hier der Zuwachs bei Personen mit“klassischen” geringfügigen Beschäftigungsverhält­ nissen. Bei der Gruppe der Freien Dienstnehmer/innen war der allgemein zu beobachtende Rückgang bei Personen mit nur einer Erwerbsepisode stärker als bei Personen mit mehreren Erwerbsepisoden. Leiharbeit verzeichnet einen sehr starken Zuwachs bei Personen in Vollzeit mit nur einem Beschäftigungs­ verhältnis— dieser Personenkreis verdoppelte sich zwischen 2004 und 2012, während die Anzahl der Personen mit einem Vollzeit-Leiharbeitsverhältnis als dominanter Erwerbsepisode, die auch noch andere Erwerbsepisoden im Jahr zu verzeichnen hatten, mit rund 43% vergleichsweise langsam wuchs. Tabelle 3.16: Personen ohne überschneidende Erwerbsepisoden nach Anzahl der Erwerbsepisoden 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden Eine Erwerbsepisode 2 oder mehr Erwerbsepisoden “klassische” Beschäftigung Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit 486.401 84.137 21.614 60.510 10.620 3.099 481.547 87.348 22.357 59.376 10.877 3.218 482.666 90.640 22.908 61.933 12.050 3.145 486.523 92.771 23.701 64.458 13.391 3.431 490.995 94.062 24.988 68.549 14.034 4.082 487.380 100.053 26.375 65.016 14.552 4.361 491.857 101.349 27.128 66.048 15.257 4.743 489.154 109.066 28.606 68.832 16.467 5.125 498.975 114.702 30.461 67.699 16.493 5.671 AMDB, eigene Berechnungen. Anm: Gewichtung mit Personengewicht. Unselbständige Freie Dienstverträge Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit 4.041 472 4.244 3.408 481 1.244 4.049 448 4.060 3.647 483 1.402 3.987 410 3.940 3.645 425 1.236 3.982 386 3.872 3.392 468 1.250 3.941 307 3.679 3.391 372 1.206 4.007 379 3.644 3.095 395 1.101 4.110 304 3.670 3.239 325 1.036 3.659 371 3.410 2.948 408 1.033 3.863 294 3.397 2.934 384 1.011 Vollzeit 3.733 2.408 4.575 2.457 5.408 2.608 5.872 2.696 6.286 2.981 5.638 3.076 6.156 3.943 7.846 3.412 7,606 3.445 Leiharbeit Teilzeit Geringfügigkeit 747 372 343 155 828 359 401 194 1.195 401 554 179 1.335 475 637 277 1.051 616 607 305 1.160 664 508 286 1.137 677 463 385 1.230 779 475 330 1,444 779 619 405 Selbständige Selbständige Neue Selbständige 45.484 1.888 48.128 2.079 50.144 2.063 51.347 2.215 54.001 2.357 56.456 2.483 57.969 2.598 58.887 2.881 60,151 2.720 8.040 384 8.470 431 9.187 476 9.683 469 10.148 482 10.457 481 10.535 495 10.306 488 9,263 396 44— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Betrachtet man die Entwicklung der(absoluten) Anzahl an Personen mit mehreren, parallelen Erwerbsver­ hältnissen(Tabelle 3.17), fällt auf, dass in dieser Gruppe Frauen und Männer beinahe gleich stark vertreten sind(der Anteil der Frauen liegt über die Jahre sehr stabil bei rund 50%), während über alle Erwerbstä­ tigen gerechnet Frauen nur um die 40% aller Erwerbstätigen ausmachen. Umgekehrt ist die Teilzeitquote bei Männern in dieser Untergruppe höher: Im Jahr 2012 waren rund ein Drittel der“klassisch” Teilzeitbe­ schäftigten Männer, über alle Erwerbstätigen gerechnet betrug dieser Anteil nur rund 14%. 11 Im Zeitverlauf stieg die Zahl der Frauen und Männer mit mehreren gleichzeitigen geringfügigen Beschäf­ tigungsverhältnissen stark an(wir definieren nie ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis als dominant, wenn eine Person auch ein nicht geringfügiges Beschäftigungsverhältnis aufweist, siehe Abschnitt 2.3.3), vor allem bei den Männern(+89% gegenüber+50%). Bei den teilzeitbeschäftigten Männern und Frauen ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Allerdings ist zu beachten, dass der Anteil der geringfügig Beschäf­ tigten, die überlappende Erwerbsverhältnisse aufweisen, relativ gering ist: Vergleicht man die(absolute) Anzahl der geringfügig beschäftigten Personen mit überschneidenden Episoden mit allen Personen, die im Jahresdurchschnitt eine geringfügige Beschäftigung als dominante Episode hatten, kommt man auf einen Anteil von rund 8%(konstant im Zeitverlauf). Tabelle 3.18 stellt für Personen mit überlappenden Erwerbsverhältnissen die Anzahl der Kombinationen von Erwerbsverhältnissen nach der Selbständigkeit der dominanten Erwerbsepisode im Zeitverlauf dar; bei unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen unterscheiden wir zudem zwischen Vollzeit/Teilzeit und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. In dieser Tabelle ist die Selbständigkeit bzw. das Beschäf­ tigungsausmaß der dominanten Erwerbsepisode in den Zeilen aufgetragen, während die Spalten zählen, wie viele Personen— hier handelt es sich wiederum um absolute Häufigkeiten— im jeweiligen Beob­ achtungsjahr zusätzlich zumindest zeitweise auch noch ein zweites oder drittes Erwerbsverhältnis mit den Erwerbsformen“klassische” Beschäftigungsverhältnisse, freie Dienstverträge, Leiharbeit, Selbständigkeit bzw. neue Selbständigkeit hatten. Da eine Person mehrere, mit der dominanten Erwerbsepisode überlap­ pende Erwerbsverhältnisse haben kann summieren sich diese Kombinationen nicht auf die Gesamtzahl der Personen mit überschneidenden Erwerbsepisoden(Tabelle 3.17). Die absolut gesehen wichtigste Gruppe sind hier Unselbständige in Vollzeit oder Teilzeit, die noch ein zusätzliches“klassisches” Beschäftigungsverhältnis in Vollzeit haben— 53,4% aller nicht geringfügigen Unselbständigen mit mehreren parallelen Episoden im Jahr 2012 12 , gefolgt von geringfügigen“klassi­ schen” Beschäftigungsverhältnissen mit 47%. 15% dieser Personengruppe waren zusätzlich selbständig erwerbstätig. Betrachtet man Selbständige, bei denen Doppel- und Mehrfachbeschäftigungen anteilsmäßig wichtiger sind, sieht man, dass Mehrfach-Selbständigkeit relativ selten ist— nur rund 2% der mehrfach beschäftigten Selbständigen hatten gleichzeitig noch andere Episoden der Selbständigkeit. Die meisten sind zusätzlich“klassisch” Vollzeit beschäftigt— im Jahr 2012 81%, gefolgt von Teilzeit mit 37%. Im Zeitverlauf beobachten wir auch hier einen Rückgang der“klassischen” Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit: Im Jahr 2004 waren 67% der Unselbständigen mit überlappenden Erwerbsepisoden zusätzlich zu 11 Hier ist jedoch zu beachten, dass die Berechnung für Männer auf absoluten Häufigkeiten beruht. 12 Diese Anteile beziehen sich auf die absolute Anzahl aller Unselbständigen bzw. Selbständigen mit überlappenden Erwerbsepi­ soden, siehe Tabelle 3.17. Männer Frauen Tabelle 3.17: Personen mit sich überlappenden Erwerbsepisoden nach Erwerbsform und Geschlecht Unselbständige Selbständige "klassische"Beschäftigung Freie Dienstverträge Leiharbeit Selbständige Neue Selbständige Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit 2004 25.504 3.903 598 1.356 181 307 916 5.494 2.638 2005 25.448 3.974 640 1.288 165 291 996 5.579 2.625 2006 25.323 4.182 622 1.231 161 247 1.014 5.525 2.637 2007 25.289 4.297 687 1.196 145 266 1.037 5.549 2.638 2008 26.118 4.430 796 1.209 147 264 1.055 5.537 2.636 2009 25.184 4.410 873 1.126 145 258 1.045 5.666 2.617 2010 25.439 4.574 934 1.135 142 233 1.121 5.533 2.637 2011 25.842 4.750 1.219 1.066 129 226 1.060 5.615 2.648 2012 25.917 4.872 1.127 1.058 131 234 1.110 5.514 2.624 2004 23.447 8.328 1.205 1.464 252 515 536 2.273 1.822 2005 23.406 8.334 1.227 1.470 243 546 514 2.263 1.810 2006 23.369 8.823 1.293 1.442 250 502 571 2.283 1.804 2007 23.497 8.899 1.341 1.392 230 503 555 2.305 1.797 2008 24.199 9.361 1.525 1.428 228 511 651 2.369 1.803 2009 23.374 9.181 1.505 1.383 215 437 583 2.390 1.814 2010 23.853 9.281 1.618 1.399 211 423 710 2.363 1.817 2011 23.939 9.723 1.734 1.313 221 429 700 2.431 1.803 2012 24.022 9.591 1.807 1.324 205 423 747 2.375 1.797 AMDB, eigene Berechnungen. Anm: Absolute Häufigkeiten. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Tabelle 3.18: Kombinationen von Beschäftigungsformen für Personen mit sich überlappenden Beschäftigungsverhältnissen Unselbständige Selbständige "klassische"Beschäftigung Freie Dienstverträge Leiharbeit Selbständige Neue Selbständige Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit Vollzeit Teilzeit Geringfügigkeit Unselbständige Vollzeit/ Teilzeit Geringfügigkeit 45.769 0 10.962 0 28.061 3.470 6.406 0 852 0 9.349 1.203 1.704 111 6.428 0 4.423 0 Selbständige 11.824 3.935 2.907 1.133 179 914 220 250 19 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 43.819 0 10.417 0 28.382 3.621 6.310 0 890 0 9.276 1.202 1.704 108 6.664 0 4.381 0 Selbständige 11.335 3.926 2.761 1.108 193 927 194 237 17 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 42.114 0 14.508 0 28.183 3.777 5.724 0 727 0 8.934 1.277 2.031 123 6.746 0 4.401 0 Selbständige 11.305 4.384 3.280 1.095 139 832 193 236 17 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 39.327 0 17.056 0 29.069 4.009 4.857 0 645 0 8.441 1.263 2.686 170 6.852 0 4.317 0 Selbständige 10.920 4.588 3.761 923 107 812 196 235 17 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 40.840 0 17.477 0 29.121 3.761 4.635 0 567 0 8.059 1.350 3.637 209 6.924 0 4.456 0 Selbständige 11.718 4.568 3.633 860 102 772 278 242 9 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 33.513 0 16.489 0 29.303 4.235 4.139 0 591 0 7.030 1.262 3.500 178 6.875 0 4.320 0 Selbständige 10.154 5.095 3.790 929 115 803 300 232 15 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 37.504 0 11.766 0 30.616 4.778 4.265 0 391 0 6.763 1.070 4.000 212 7.075 0 4.325 0 Selbständige 9.771 4.594 3.905 1.091 76 754 364 227 13 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 37.794 0 12.682 0 33.062 5.364 3.757 0 497 0 6.417 1.211 3.690 213 7.336 0 4.000 0 Selbständige 9.969 4.610 4.135 918 83 712 219 230 11 Vollzeit/ Teilzeit Unselbständige Geringfügigkeit 38.766 0 12.659 0 34.145 5.364 3.623 0 435 0 6.175 1.211 4.465 213 7.935 0 3.175 0 Selbständige 9.969 4.610 4.135 918 83 712 219 230 11 AMDB, eigene Berechnungen. Anm: Absolute Häufigkeiten. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 47 ihrer dominanten Beschäftigungsepisode“klassisch” Vollzeit beschäftigt, 2012 lag dieser Anteil nur noch bei 53%. Bei den Selbständigen war dieser Rückgang stärker, von 97% auf 53%. Demgegenüber steht die Zunahme des Anteils der Geringfügigkeit an den zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen: von 46% auf 55% bei den Unselbständigen, und von 24% auf 34% bei den Selbständigen. Schließt man Überschneidungen, die weniger als fünf Tage lang andauern aus— hierbei kann es sich so­ wohl um Meldeüberschneidungen beim Stellungswechsel, als auch um An- und Abmeldungen am selben Tag handeln— sinkt die Anzahl der Unselbständigen mit überlappenden Erwerbsepisoden im Jahr 2012 um rund 10% auf 64.989, die der Selbständigen um rund 9% auf 11.186. Der Anteil der Unselbständi­ gen in Vollzeit und Teilzeit, die parallel ein zweites“klassisches” Erwerbsverhältnis in Vollzeit haben, sinkt deutlich von 53% auf 28%, während der Anteil der Personen mit einem zusätzlichen“klassischen” Dienstverhältnis in Teilzeit bzw. Geringfügigkeit nur leicht zurückgeht(für Teilzeit von 17% auf 14% bei Ausschluss von kurzfristigen Überlappungen, für Geringfügigkeit von 47% auf 42%). Betrachtet man also nur Personen, die Erwerbsverhältnisse aufweisen, die sich über mindestens sechs Tage überlappen, ist die häufigste Kombination ein“klassisches” unselbständiges Beschäftigungsverhälntis in Vollzeit oder Teilzeit, kombiniert mit einem“klassischen” Beschäftigungsverhältnis in Geringfügigkeit(27.338 Perso­ nen). Auch bei den Selbständigen beobachten wir nach dem Ausschluß von kurzfristigen Überschneidun­ gen einen Rückgang der zusätzlichen“klassischen” Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit- von 81% auf 58%, die Anteile der zusätzlichen Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigungen bleiben jedoch beinahe konstant. 3.2.3 Unternehmen Die möglichen Definitionen eines Unternehmens— über das Dienstgeberkonto bei der Sozialversiche­ rung oder über eine der zentralen Partnerverwaltung oder dem Unternehmensregister entnommene Zu­ satzvariable— und die dadurch auftretenden Einschränkungen wurden in 2.3.4 beschrieben. Da uns diese Zusatzvariable nur bis 2007 zur Verfügung steht erfolgt die Unternehmensauswertung im Bericht nur von 2004 bis 2007. 13 Tabelle 3.19: Überblick Betriebe und Beschäftigungsform 2004 2005 2006 2007 Betriebe mit ausschließlich “klassisch” Beschäftigten 66.484 66.643 66.368 67.519 Betriebe mit“klassisch” Beschäftigten und freien Dienstnehmer/inne/n 5.757 5.931 5.936 5.935 AMDB, HV, Statistik Austria, eigene Berechnungen. Betriebe gesamt 72.241 72.574 72.304 73.454 13 Der Tabellensatz enthält zusätzlich Auswertungen von 2004-2012 für die Unternehmensdefinition nach Dienstgeberkonten. 48— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Insgesamt identifizieren wir im Jahr 2004 66.500 Betriebe in Wien 14 . Darunter beschäftigen etwa 5.800 Betriebe freie Dienstnehmer/innen, das entspricht einem Anteil von 8,0%. Zwischen 2004 und 2007 nahm die Anzahl der Betriebe mit 1,7% insgesamt etwas zu. Der Anteil der Betriebe mit freien Dienstneh­ mer/inne/n an allen Betrieben erhöhte sich geringfügig um ein Zehntel Prozentpunkt. Tabelle 3.20 kann die Verteilung der Betriebe(derjenigen mit ausschließlich“klassisch” Erwerbstätigen und derjenigen mit“klassisch” Erwerbstätigen und freien Dienstnehmer/inne/n) nach Mitarbeiter/innen/­ anzahl entnommen werden. 2004 hatte ein Großteil der insgesamt 72.200 Unternehmen(86,5%) 9 oder weniger Mitarbeiter/innen, gefolgt von der nächstgrößeren Unternehmensklasse. 413 Unternehmen in Wi­ en hatten laut unserer Definition 250 und mehr Mitarbeiter/innen. Der Anteil der Unternehmen mit freien Dienstnehmer/inne/n ist besonders groß unter großen Unternehmen: Während 91% der großen Unterneh­ men(250 und mehr Mitarbeiter/innen) freie Dienstnehmer/innen beschäftigten, ist dies nur bei 7% der kleinsten Unternehmen(bis zu 9 Mitarbeiter/innen) der Fall. Zwischen 2004 und 2007 stieg vor allem die Zahl der Betriebe mit 100-249 Mitarbeiter/innen(+13,6%), hier stieg auch der Anteil der Betriebe mit freien Dienstnehmer/inne/n, während dieser in vielen anderen Betriebsgrößen zurückging(Ausnahme Be­ triebe mit 10-19 und mit 20-49 Mitarbeiter/inne/n; hier wird allerdings nur ein kleiner Anstieg des Anteils verzeichnet). Betrachtet man in Tabelle 3.21 zunächst die Fluktuation in Betrieben mit ausschließlich“klassisch” un­ selbständig Beschäftigten, erkennt man, dass über die Jahre der Anteil derjenigen Betriebe, die gar keine Fluktuation aufweisen von 32% im Jahr 2004 auf 31% im Jahr 2007 leicht abgesunken ist, ebenso der Anteil der Betriebe mit geringer Fluktuation(von 10% auf 9%). Gleichzeitig ist vor allem der Anteil der Betriebe angestiegen, die eine Fluktuation von über 100% aufweisen. Das bedeutet, das in Relation zum jahresdurchschnittlichen Beschäftigtenstand mehr als doppelt so viele Neuanmeldungen eingehen. 15 Bei den Betrieben mit freien Dienstnehmer/inne/n ist die Entwicklung gegenläufig: Hier steigt der Anteil der­ jenigen Betriebe, die ihren Beschäftigtenstand innerhalb eines Jahres zur Gänze halten(von 19% in 2004 auf 21% in 2007), während der Anteil der Betriebe mit hoher Fluktuation sinkt(von 37% auf 32%). Aus der AMDB können wir nicht erkennen, ob sich ein Unternehmen Leiharbeitskräften bedient, da Leiharbeitskräfte über ihre/n tatsächliche/n Dienstgeber/in, also den/die Arbeitskräfteüberlasser/in, so­ zialversichert sind und wir in den Daten nicht unterscheiden können, bei welchem Unternehmen sie tätig sind. Allgemein gibt es für Österreich kaum Statistiken zu Leiharbeitskräften aus Unternehmenssicht. Das Sozialministerium betrieb bis vor kurzem ein Portal, wo Arbeitskräfteüberlasser/innen Informationen zur Zahl der überlassenen Arbeitskräfte eingeben sollten. 16 Einer Veröffentlichung des bmask(BMASK (2013)), welche sich auf Informationen bezieht, welche Arbeitskräfteüberlasser/innen in diesem Tool an­ gegeben haben(Stichtag 31.07.2013), entfällt der überwiegende Anteil von überlassenen Arbeitskräften auf die Sparten Industrie und Gewerbe(mit einem gemeinsamen relativen Anteil von 78%; der Anteil 14 Der Bund sowie zugehörige Betriebe wie die ÖBB werden hier aufgrund einer unklaren regionalen Zuordnung der Beschäftigten nicht berücksichtigt. 15 Wie in 2.3.4 erläutert kann es sich dabei auch um dieselben Personen haben, die zwischenzeitlich nicht beim Betrieb angemeldet waren. 16 AKUPAVweb, derzeit nicht in Betrieb[14.04.2014] Tabelle 3.20: Betriebe mit und ohne freie Dienstnehmer/innen nach Betriebsgröße 2004 2005 2006 2007 Betriebe mit ausschließlich “klassisch” Beschäftigten bis zu 9 10-19 20-49 50-99 100-249 250 und mehr 58.392 4.433 2.356 694 393 216 58.591 4.414 2.323 685 410 220 58.271 4.376 2.395 693 410 223 59.189 4.459 2.461 744 426 240 Betriebe mit “klassisch” Beschäftigten und freien Dienstnehmer/inne/n bis zu 9 10-19 20-49 50-99 100-249 250 und mehr 4.081 541 501 236 201 197 4.183 567 521 246 221 193 4.054 639 549 258 229 207 4.059 649 543 239 249 196 AMDB, HV, Statistik Austria, eigene Berechnungen. 50— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 3.21: Fluktuation in Betrieben mit und ohne freie Dienstnehmer/innen 2004 2005 2006 2007 2004 2005 2006 2007 keine Fluktuation niedrig(weniger als 20%) mittel(20%- 100%) hoch(mehr als 100%) Betriebe mit ausschließlich“klassisch” Erwerbstätigen 21.739 6.596 19.672 18.477 21.275 6.110 20.039 19.219 20.914 5.991 20.005 19.458 20.974 6.035 20.155 20.355 Betriebe mit“klassisch” Erwerbstätigen und freien Dienstnehmer/inne/n 1.080 567 1.967 2.143 1.080 531 2.122 2.198 1.129 560 2.270 1.977 1.215 531 2.305 1.884 AMDB, HV, Statistik Austria, eigene Berechnungen. beider Abschnitte ist ähnlich). An dritter Position rangiert der Handel mit 6%. In allen drei Branchen kam es gegenüber dem Vorjahr zu einer Reduktion der Anzahl überlassener Arbeitskräfte. Einen Zuwachs ver­ zeichneten hingegen überlassene Arbeitskräfte in den Sparten Transport, Verkehr und Telekommunikation (+6,6%) und Bank und Versicherung, wobei in letzterer nur 1% der Leiharbeitskräfte beschäftigt sind. Tabelle 3.22: Zeitarbeit nach Branche ÖNACE 2008 2010-2012 Anteil C 8.595 13,9% F 11.272 18,2% G 5.159 8,3% I 4.537 7,3% J 5.605 9,0% N 8.536 13,8% Q 5.190 8,4% Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung(Statistik Aus­ tria). Anm.: Werte mit weniger als hochgerechnet 9.000 Personen für Wien sind sehr stark zufallsbehaf­ tet. Der Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung kann ebenfalls eine Verteilung der Leiharbeitskräfte auf Bran­ chen entnommen werden, jedoch sind für einzelne Jahre die Fallzahlen für Wien derart klein, dass die Zahlen statistisch nicht interpretierbar sind. Daher bündeln wir die Jahre 2010 bis 2012 und weisen in nachfolgender Tabelle nur diejenigen Branchen aus, in denen gebündelt Fallzahlen von mehr als 4.000 Beobachtungen erzielt werden. 17 Die meisten Leiharbeitskräfte waren in diesen Jahren in Wien in den 17 Auch gebündelt erreicht die Anzahl der gewichteten Beobachtungen in den meisten Fällen nicht den Wert von 9.000, darunter Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 51 ÖNACE-Abschnitten F“Bau”, C“Herstellung von Waren” und N“Erbringung von sonstigen wirtschaft­ lichen Dienstleistungen” tätig. 18 3.3 Detailanalyse für 2012 Der Tabellensatz bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Struktur der Erwerbstätigkeit in Wien genauer darzustellen. Insbesondere für das Jahr 2012, für welches eine eigene Excel-Arbeitsmappe mit zusätz­ lichen Verkreuzungen der Merkmale erstellt wurde, bietet er eine gute Grundlage für eine detaillierte Analyse. In diesem Abschnitt werden für das Jahr 2012 einige dieser Merkmale herausgegriffen und dar­ gestellt. Tabelle 3.23: Höchste abgeschlossene Ausbildung nach Beschäftigungsform Höchste abgeschlossene Ausbildung Pflichtschule Lehre/BMS Höhere Schule Hochschule Männer “klassische” Beschäftigung 51.085 176.577 104.636 86.025 Freier Dienstvertrag 611 1.749 3.380 2.910 Leiharbeit 1.082 6.299 1.691 1.235 Selbständige 3.066 6.116 9.459 30.784 Neue Selbständige 848 503 2.201 4.966 Frauen “klassische” Beschäftigung 56.253 142.431 111.144 99.075 Freier Dienstvertrag 980 2.673 4.037 3.065 Leiharbeit 949 2.550 1.799 1.044 Selbständige 370 3.272 4.703 19.002 Neue Selbständige 81 382 1.404 5.365 AMDB, eigene Berechnungen. Bereits erwähnt wurde, dass weniger Frauen als Männer selbständig erwerbstätig sind, wobei innerhalb der selbständigen Erwerbsepisoden bei den Frauen“Neue Selbständigkeit” anteilsmäßig einen größeren Stellenwert hat. Tabelle 3.23 zeigt die Verteilung nach Erwerbsform für die vier unterschiedlichen Ausbil­ dungskategorien. Dabei erkennt man, dass diejenigen Frauen, die selbständig erwerbstätig sind durchwegs sind die Werte stark zufallsbehaftet. 18 Diese Verteilung tritt auch auf, wenn nur das 2012 herangezogen wird, wobei es in allen drei Branchen in den letzten Jahren zu einer Abnahme der beschäftigten Leiharbeitskräfte kam. Arbeitskräfteüberlasser gehören Branchenabschnitt N an. Im Fragebogen des Mikrozensus ist nicht genau spezifiziert, worauf sich die Branche, die abgefragt wird, bezieht— auf die Branche des Unter­ nehmens, bei dem die Leiharbeitskraft momentan tätig ist, oder auf die Branche des Unternehmens, bei dem die Leiharbeitskraft beschäftigt ist. Der hohe Anteil von Abschnitt N bei den Leiharbeitskräften kann darauf zurückzuführen sein, dass die Befragten die Branche des/der Arbeitskräfteüberlassers/Arbeitskräfteüberlasserin angaben, sie tatsächlich aber bei einem Unternehmen in einer anderen Branche tätig waren. 52— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien höher gebildet sind: 56% der selbständigen Frauen und 72% der weiblichen Neuen Selbständigen verfü­ gen über einen Hochschulabschluss, während unter Pflichtschulabsolventinnen Selbständigkeit beinahe gar nicht vorkommt(1% der Frauen mit dieser Ausbildung sind selbständig tätig). Auch freie Dienstver­ träge haben unter nur gering qualifizierten Frauen mit 2% eine nur sehr geringe Bedeutung, am häufigsten sind diese bei Frauen mit Matura. Unter Pflichtschulabsolventinnen ist die“klassische” Beschäftigung mit 96% die vorherrschende Erwerbsform. Der Anteil der Leiharbeit ist über die Ausbildungskategorien relativ gleichmäßig verteilt, mit einem geringeren Anteil bei Akademikerinnen. Bei den Männern sind die Muster ähnlich, wenn auch hier insgesamt die Anteile der“klassischen” unselbständigen Beschäftigung in allen Bildungskategorien niedriger als bei den Frauen sind, Selbständigkeit hat überall eine größere Bedeutung. So sind zumindest 6% der höchstens Pflichtschulabsolventen selbständig tätig(Neue Selb­ ständige dazugerechnet), unter Hochschulabsolventen ist sogar ein Anteil von 26%(Neue Selbständige 5 Prozentpunkte davon) selbständig erwerbstätig. Wie bei den Frauen spielt Leiharbeit bei Lehrabsolven­ ten die anteilsmäßig größte Rolle, wobei Leiharbeit insgesamt bei Männern von größerer Bedeutung ist, wohingegen freien Dienstverträgen eine geringere Bedeutung beikommt(am höchsten unter Maturanten). Anteilsmäßig sind mit 8% weniger Männer geringfügig beschäftigt als Frauen(11%)(siehe etwa die Tabelle 3.25). Die Teilzeitquote ist bei Frauen mit 26% weit höher als die der Männer(9%). Aufgeglie­ dert nach Beschäftigungsverhältnissen haben bei den Frauen“klassische” Beschäftigungsverhältnisse die höchste Teilzeitquote(27%), bei den Männern Leiharbeitsverhältnisse(10%). Bei Frauen und Männern sind Freie Dienstverträge sehr häufig mit geringfügiger Beschäftigung verbunden(46% bei den Männern und 56% bei den Frauen). Betrachtet man die Verteilung der Beschäftigungsverhältnisse nach Arbeitszeit und Ausbildung erkennt man, dass die Teilzeitquote der Männer mit zunehmender Ausbildung etwas an­ steigt(7% bei Pflichtschulabsolventen und 11% bei Hochschulabsolventen). Bei den Frauen hingegen ist die Teilzeitquote über die Ausbildungskategorien Pflichtschulabschluss, Matura und Hochschulabschluss relativ konstant, mit 30% gibt es einen sehr hohen Wert bei Lehrabsolventinnen. Der Anteil geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse nimmt bei beiden Geschlechtern mit zunehmender Ausbildung ab, wobei der Rückgang bei den Frauen stärker ist. Im Jahr 2012 wurden 65% der unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse von Personen zwischen 25 und 49 Jahren gehalten, bei 23% der Beschäftigungsverhältnisse waren die Personen zwischen 50 und 64, bei 12% zwischen 15 und 24 und bei 1% 65 oder älter. Bei selbständigen Erwerbsverhältnissen erkennt man eine etwas andere Verteilung: Im Jahr 2012 entfiel ein Anteil von 61% auf 25-49-Jährige, ein Anteil von 33% auf 50-64-Jährige, ein Anteil von 4% auf über 64-Jährige und ein Anteil von 2% auf 15-24­ Jährige(siehe 3.24). Während selbständige Erwerbsformen mit dem Alter zunehmen, nimmt“klassische” Beschäftigung mit dem Alter ab. Freie Dienstverträge haben ebenfalls unter der kleinen Gruppe der Perso­ nen, die mit 65+ noch erwerbstätig sind, einen großen Anteil, ihr Anteil ist bei Frauen wie Männern unter den Jungen ebenfalls groß. Hinsichtlich Alterskategorie und Arbeitszeit(Tabelle 3.25) ist zu erkennen, dass bei den Männern der Teilzeit- und Geringfügigkeitsanteil in der Altersgruppe der 65+ am höchsten ist: Diejenigen Männer, die in diesem Alter noch arbeiten, haben häufig ihre Arbeitszeit reduziert. Bei Frauen finden wir in dieser Altersgruppe ebenfalls einen hohen Anteil an geringfügiger Beschäftigung, der Teilzeitanteil ist mit 29% allerdings noch höher in der Altersgruppe der 25-49-Jährigen. Unter den Tabelle 3.24: Erwerbsform nach Geschlecht und Alter Alter 15-24 25-49 50-64 65+ Männer “klassische” Beschäftigung 44.560 270.410 98.172 5.181 Freier Dienstvertrag 1.626 5.362 1.188 474 Leiharbeit 1.828 6.885 1.553 42 Selbständige 950 30.470 15.618 2.387 Neue Selbständige 55 5.138 2.865 461 Frauen “klassische” Beschäftigung 47.968 263.638 93.170 4.127 Freier Dienstvertrag 2.571 6.269 1.491 424 Leiharbeit 1.891 3.757 673 21 Selbständige 500 16.224 9.541 1.082 Neue Selbständige 59 4.837 2.160 176 AMDB, eigene Berechnungen. Tabelle 3.25: Arbeitszeit nach Alter Alter 15-24 25-49 50-64 Männer Vollzeit 34.953 238.727 86.530 Teilzeit 4.641 26.580 8.386 Geringfügigkeit 8.418 17.348 5.998 Frauen Vollzeit 30.379 172.626 63.527 Teilzeit 8.402 78.785 23.254 Geringfügigkeit 13.649 22.255 8.552 65+ 2.143 822 2.732 1.184 663 2.723 AMDB, eigene Berechnungen. 54— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Jüngeren(15-24) findet man ebenfalls einen hohen Anteil an geringfügiger Beschäftigung bei beiden Ge­ schlechtern, bei Männern mit 74% allerdings auch bereits einen hohen Vollzeitanteil. Tabelle 3.26: Soziale Stellung nach Beschäftigungsausmaß Soziale Stellung Angestellte/r Arbeiter/in Beamter/Beamtin Vertragsbedienstete Männer Vollzeit 190.682 117.693 34.179 19.800 Teilzeit 25.020 13.827 663 920 Geringfügigkeit 16.809 17.576* 81 Frauen Vollzeit 166.449 44.637 24.756 31.875 Teilzeit 75.563 23.657 3.766 8.115 Geringfügigkeit 27.880 19.211* 82 AMDB, eigene Berechnungen. Tabelle 3.26 spaltet unselbständige Beschäftigungsverhältnisse nach sozialer Stellung und Erwerbsaus­ maß auf. 63% der Frauen und 53% der Männer waren 2012 Angestellte, 21% beziehungsweise 34% Arbeiter/innen. Der Anteil der Beamt/inn/en liegt bei 7%(Frauen) und 8%(Männer), wohingegen die soziale Stellung Vertragsbedienstete/r bei den Frauen mit 9% gegenüber 5% bei den Männern einen hö­ heren Anteil einnimmt. Für beide Geschlechter ist der Teilzeitanteil bei den Beamt/inn/en am geringsten, wobei der Anteil bei Männern mit nur 2% besonders gering ausfällt. Es gibt weiters so gut wie keine geringfügig angestellten Beamt/inn/en. Auch unter männlichen Vertragsbediensteten ist der Teilzeitanteil mit 4% sehr niedrig, bei den Frauen ist er niedriger als in den anderen sozialen Stellungen, mit 20% wei­ sen aber immerhin ein Fünftel aller weiblichen Vertragsbediensteten ein Teilzeitbeschäftigungsverhältnis auf. Bei den Arbeiterinnen weisen nur 51% der Frauen ein Vollzeitbeschäftigungsverhältnis auf, der Rest verteilt sich auf Teilzeit(27%) und Geringfügigkeit(25%). Die Teilzeitquote der Frauen ist auch unter den Angestellten hoch, hier gibt es allerdings weniger geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. 22% der Erwerbstätigen in Wien haben nicht die österreichische Staatsbürgerschaft: 4% stammen aus den EU-14- und EFTA-Ländern, 6% aus den zwischen 2004 und 2007 der EU beigetretenen Ländern, 3% beziehungsweise 1%(Männer und Frauen) aus der Türkei, 7% beziehungsweise 8% aus Südost- und Ost­ europa und 3% aus sonstigen Drittstaaten. Der Anteil der“klassischen” Beschäftigungsverhältnisse an der Erwerbstätigkeit liegt bei den Österreicher/inne/n bei 85%(Männer) und 90%(Frauen). Am niedrigsten ist dieser Anteil bei Personen mit einer Staatsbürgerschaft aus den neuen Mitgliedstaaten(77% und 72%), ein bisschen höher als unter Österreicher/inne/n bei Personen aus Südost- und Osteuropa(89% und 94%) und der Türkei(88% und 92%). Freie Dienstverträge haben den größten Anteil bei Personen aus den EU­ 14- und EFTA-Ländern, ihr Anteil ist bei anderen männlichen Nichtösterreichern sehr gering, bei anderen Nichtösterreicherinnen ist er vergleichbar mit den Österreicherinnen. Eine sehr hohe Selbständigenquo­ te weisen Personen, insbesondere Frauen, aus den neuen Mitgliedstaaten auf, in dieser Gruppe ist unter Männern auch die Leiharbeitsquote vergleichsweise hoch. Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 55 Tabelle 3.27: Staatsbürgerschaft nach Beschäftigungsausmaß Staatsbürgerschaft Österreich EU14/EFTA EU 2004-07 Türkei Südost- und Osteuropa Männer Vollzeit 284.815 14.195 18.247 8.872 26.950 Teilzeit 28.770 2.265 3.207 1.169 2.860 Geringfügigkeit 24.677 1.774 1.843 1.324 2.915 Frauen Vollzeit 215.759 8.967 13.098 2.941 20.620 Teilzeit 85.476 3.676 7.323 1.885 9.859 Geringfügigkeit 32.818 2.492 4.123 1.101 4.643 AMDB, eigene Berechnungen. sonstige Drittstaaten 9.273 2.158 1.965 6.333 2.882 2.004 Vergleicht man das Ausmaß der unselbständigen Erwerbstätigkeit erkennt man, dass österreichische Män­ ner zu einem höheren Anteil Vollzeit arbeiten als alle anderen Nationengruppen. Besonders niedrig ist die Vollzeitquote bei unselbständig Beschäftigten aus sonstigen Drittstaaten, hier sind Teilzeit und Ge­ ringfügigkeit stärker vertreten als bei anderen Nationen. Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sind außerdem anteilsmäßig häufiger unter türkischen Männern. Bei den Frauen ist die Vollzeitquote ebenfalls unter Österreicherinnen am höchsten, gefolgt von Frauen aus den alten Mitglied- und EFTA-Staaten und Frauen aus Südost- und Osteuropa. Die Geringfügigkeitsquote ist besonders hoch bei türkischen Frauen und Frauen aus sonstigen Drittstaaten. 4 Anhang Tabelle 4.1: Zuordnung der HV Codes HV-Code J1 J4 Art der unselbständigen Beschäftigung klassisch klassisch J8 klassisch GT klassisch BB klassisch J9 klassisch 14 klassisch 15 klassisch 16 klassisch 1E klassisch JZ klassisch JY klassisch J3 klassisch A6 klassisch Anmerkung HV PV als öffentlicher Bediensteter Pflichtversicherung in der KV als Antragsbeamter(in) des Bundes gem.§ 136b BDG Pflichtversicherung i.d. KV und UV(§ 4 B-KUVG Versicherte) Geringfügige Beschäftigung nach dem B-KUVG als Beamter/in oder Mandatar/in Vollversicherung auf Grund mehrfacher geringfügiger Beschäftigung nach dem B-KUVG ­ Beamter/in bzw. Mandatar/in Pflichtversicherung n.D. B-KUVG-§1/1/18 ("Politiker") PV nach dem ASVG/NSchg(Angestellte und knappschaftl. PV) Angestellte Angestellte PV-Pflichtversicherung(Notariatskandidaten)- UB Vertragsbedienstete Angestellte bei ASVG Pensionsversichert, Kranken-Unfall bei BKUVG vormals als 14 geführt Vertragsbedienstete Arbeiter bei ASVG Pensionsversichert, Kranken-Unfall bei BKUVG vormals als 10 geführt Geringf. Vertragsbedienstete Teilversicherung§471f-h ASVG 58— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 4.1 – Fortsetzung HV-Code C4 C7 E4 G4 G5 G6 Q2 Art der unselbständigen Beschäftigung klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch QB klassisch Y4 klassisch ZD klassisch 10 klassisch 11 klassisch 12 klassisch A5 klassisch C1 klassisch C6 klassisch D1 klassisch G1 klassisch Q9 klassisch Y1 klassisch ZC klassisch G9 klassisch G8 klassisch BE klassisch GD klassisch BD klassisch Anmerkung HV Hausangestellte(Angestellte) Angestellte Entwicklungshelfer Angestellte Angestellte Angestellte Pflicht(Teil-)versicherung in der KV(nach dem ASVG, DG-Konto bezogen) Pflichtversicherung in der Kranken- Unfall- und Arbeitslosenversicherung) PV-Pflichtversicherung als Angestellter(ASVG/NSchG) im knappschaftl. PV-Zweig PV-Pflichtversicherung nach dem ASVG/NSchG(Ang., knappschaftl. PV) PV nach dem ASVG(ArbeiterInnen und knappschaftl. PV) Arbeiter Arbeiter Teilversicherung(Arbeiter) Hausgehilfen(Arbeiter) Arbeiter Hausbesorger(Arbeiter) Arbeiter Erntehelfer gem§7 Z.1 Lit.f PV-Pflichtversicherung nach dem ASVG(Arbeiter) in der knappschaftl. PV) PV-Pflichtversicherung nach dem ASVG/NSchG (Arb., knappschaftl. PV) Geringfügig Beschäftigte(Angestellte) Geringfügig Beschäftigte(Arbeiter) Pflichtversicherung in der PV auf Grund eines Dienstleistungsschecks(DLS) Geringfügige Beschäftigung- DLS Vollversicherung auf Grund mehrfacher geringfügiger Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien— 59 Tabelle 4.1 – Fortsetzung HV-Code B1 B2 B4 BA Z1 Z4 B3 B5 P3 P4 ZI ZJ P8 P7 19 20 64 96 97 99 A8 A9 M8 FZ 18 1F Art der unselbständigen Beschäftigung klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch klassisch Freier Dienstnehmer Freier Dienstnehmer Freier Dienstnehmer Freier Dienstnehmer Freier Dienstnehmer Freier Dienstnehmer Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Selbständige Anmerkung HV Beschäftigung- Dienstleistungsscheck(DLS) Lehrling(Arbeiter) Lehrling(Arbeiter) Lehrling(Angestellte) Pflichtversicherung nach dem ASVG/NSchG- Lehrlinge (Arbeiter) mit wesentlicher bergmännischer Tätigkeit PV-Pflichtversicherung nach dem ASVG- Lehrlinge(Arb., knappschaftl. PV) PV-Pflichtversicherung nach dem ASVG- Lehrlinge(Ang., knappschaftl. PV) Pflichtversicherung nach dem ASVG/NSchG- Lehrlinge (Arbeiter) Pflichtversicherung nach dem ASVG/NSchG- Lehrlinge (Angestellte) Freier Dienstvertrag§4 Abs. 4 ASVG Arbeiter Freier Dienstvertrag§4 Abs. 4 ASVG Angestellter Pflichtversicherung Werkvertrag gem.§ 4 Abs. 4 ASVG ­ Arbeiter(knappschaftl. PV) Pflichtversicherung Werkvertrag gem.§ 4 Abs. 4 ASVG ­ Angestellter(knappschaftl. PV) Geringf. besch.§4/4 ASVG Ang. Geringf. besch.§4/4 ASVG Arb. Bauern(Betriebsführer) Bauern(Mithelfende) Bauern(Betriebsführer) halbe Beitragsgrundlage Bauern(Ehepartner) volle Beitragsgrundlage Bauern(Ehepartner) halbe Beitragsgrundlage Bauern(Angehöriger bei Doppelbeschäftigung) Bauern(Schwiegerkind) Betrieb A Bauern(Schwiegerkind) Betrieb B Hauptberuflich beschäftigte Eltern FSVG-Pflichtversicherung als ZiviltechnikerIn bis 2012 Gewerbetreibende PV-Pflichtversicherung(Notariatskandidaten)- SB 60— Hyee, Müllbacher, Titelbach/ Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien Tabelle 4.1 – Fortsetzung HV-Code F1 F2 F3 F4 FX Art der unselbständigen Beschäftigung Selbständige Selbständige Neue Selbständige Neue Selbständige Neue Selbständige Anmerkung HV Freiberufler Freiberufler(GSVG) Selbständig gem§2/1/4 GSVG Freiberuflich gem§2/1/4 GSVG Gewerbliche Selbständigigkeit 5 Literaturverzeichnis [AK 2012] AK: Wirtschafts- und Sozialstatistisches Taschenbuch 2011 . Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte, Wien, 2012 [BMASK 2011] BMASK: Arbeitsmarkt im Jahr 2010 . Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Wien, 2011 [BMASK 2013] BMASK: Gewerbliche Arbeitskräfteüberlassung in Österreich im Jahr 2013 . Bun­ desministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, 2013 [HV-SV 2011] HV-SV: Statistisches Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2011 . Haupt­ verband der österreichischen Sozialversicherung, 2011 [Stadt Wien, MA 23 2013] S TADT W IEN , MA 23: Statistisches Jahrbuch 2013 . Magistrat der Stadt Wien, MA 23- Wirschaft, Arbeit und Statistik, 2013 [Statistik Austria 2009] S TATISTIK A USTRIA : Standard-Dokumentation Metainformationen(Definitio­ nen, Erläuterungen, Methoden, Qualität) zum Unternehmensregister(UR) für den Zeitraum 2007/2008. 2009. – Forschungsbericht Autor/inn/en: Raphaela Hyee, Sandra Müllbacher, Gerlinde Titelbach Titel: Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Wien nach Beschäftigungsform— Eine quantitative Analyse Endbericht © c 2014 Institut für Höhere Studien(IHS), Stumpergasse 56, A-1060 Vienna • W +43/1/599 91-0 • Fax+43 1 59991-555 • http://www.ihs.ac.at