Magistratsabteilung 27 – EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung Dezernat Arbeit, Wirtschaft, Technologie und Forschung Schlesingerplatz 2, 1082 Wien NEUE DATEN FÜR F&E BASISDATEN ÖSTERREICH- VIENNA REGION FORSCHUNGSHAUPTSTADT WIEN Referat für Technologie und Forschung Mag. a Elisabet Unger, Kl. 27023 Stand: Feber 2007 Neue Daten für F&E INHALTSVERZEICHNIS 0. Zusammenfassung............................................................................................................ 3 1. Der österreichische Rahmen............................................................................................. 4 1.1 Österreichische F&E-Ausgaben..................................................................................... 4 1.1.1 Globalschätzung 2006................................................................................................ 5 1.1.2 Vollerhebung 2004..................................................................................................... 7 1.2 Die regionale Verteilung der österreichischen F&E-Ausgaben...................................... 8 1.3 Die regionale Verteilung der„innovativen“ Beschäftigten............................................ 10 1.4 Forschende Einheiten.................................................................................................. 12 2. Forschungszentrum Wien................................................................................................ 13 2.1 Wiener F&E-Ausgaben................................................................................................ 14 2.2 Wiener F&E-Beschäftigte............................................................................................. 16 2.3 Forschende Einheiten.................................................................................................. 16 2.4 Forschungsstätten nach Wissenschaftsbereichen....................................................... 18 Seite 2 von 19 Neue Daten für F&E 0. Zusammenfassung Die Statistik Austria hat über das Jahr 2004 eine Vollerhebung der österreichischen Bruttoinlandsausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung(F&E) durchgeführt. Die MA 27 hat wieder eine Regionalauswertung der Statistik Austria speziell für Wien beauftragt. Im Betrachtungszeitraum(1998 – 2004) weist Wien ein stetiges Wachstum bei den F&EBeschäftigten und –Ausgaben aus. Dass die Forschungseinheiten zahlenmäßig zurückgegangen sind, ist hauptsächlich organisatorisch bedingt. Im österreichweiten Vergleich jedoch zeigen andere Bundesländer eine größere Dynamik als Wien. • Die österreichische F&E-Quote hat sich lt. Globalschätzung der Statistik Austria von 2,35% im Jahre 2005 auf 2,43% im Jahre 2006 erhöht, der Anteil der Bundesländer daran ist mit 0,13% konstant geblieben. • Der Anstieg der Quote wurde durch den Unternehmenssektor verursacht. • Wien weist 2004 eine F&E-Quote von 3,13% auf, 2002 betrug sie 3,02%. • In Wien wurden 2004 rund€ 2.184 Mio. für Forschung ausgegeben, das sind knapp 42% der gesamtösterreichischen Ausgaben. • In Wien gibt es insgesamt 1.007 Forschungseinheiten, 2002 waren es allerdings noch 1.032. • In Wien gibt es 17.383 F&E-Beschäftigte, das sind knapp 41% aller ForscherInnen(in VZÄ- Vollzeitäquivalent) in Österreich. 2002 waren es 16.551 F&E-Beschäftigte. • Anteilsmäßig sinkt der Anteil Wiens im Verhältnis zu den anderen Bundesländern. Eckdaten Wien 2004 F&E-Quote nach F&E-Standort F&E-durchführende Einheiten F&E-Ausgaben F&E-Personal nach Hauptstandort 3,13% 1.007(=29% von Ö gesamt) 2.184,3 Mio.€(=41%) nach Hauptstandort, 2.012 ,8 Mio.€(=38%) nach F&E-Standort 17.383(=41%) in Vollzeitäquivalent 32.215 in Kopfzahlen Andere Bundesländer holen auf. Aber mit 42% der österreichischen F&E-Ausgaben, 41% der österreichischen F&E-Beschäftigten, 29% der Forschungsstätten, und einer Forschungsquote von 3,13% ist Wien immer noch d a s F&E- Zentrum Österreichs. Seite 3 von 19 Neue Daten für F&E 1. Der österreichische Rahmen Die Bundesanstalt Statistik Österreich(Statistik Austria) hat, nach 2002, letztmals über das Jahr 2004 eine Vollerhebung über Forschung und experimentelle Entwicklung(F&E) in allen volkswirtschaftlichen Sektoren durchgeführt 1 . In den Jahren zwischen den Vollerhebungen gibt die Statistik Austria jährlich eine Globalschätzung(Hochrechnung) – nur für Gesamtösterreich heraus. Auch diesmal hat die MA 27 wieder eine aktuelle Regionalauswertung der Statistik Austria speziell für Wien beauftragt. Auf diesen Daten beruhen die meisten der folgenden Ausführungen. Nachfolgend werden die interessantesten Ergebnisse, zuerst für Österreich, anschließend für Wien, dargestellt. • Österreich liegt mit seiner(erhobenen) F&E-Quote von 2,24% für 2004 weiter über dem EU-Durchschnitt von 1,90% 2 für die 25 Mitgliedsstaaten. Das Wachstum der österreichischen Forschungsausgaben wurde großteils vom Unternehmenssektor getragen. Dieser leistet zwei Drittel(67,7%) der gesamten österreichischen Forschungsausgaben. Der gemeinsame Anteil von öffentlichem Sektor und Hochschulsektor sank auf 31,8%(von 32,7% in 2002). • In Österreich gibt es 2004 insgesamt 3.442 Forschungsstätten(2002: 3.290), davon befinden sich 29,2% in Wien(2002 noch 32%). • Die Zahl der ForscherInnen(in Vollzeitäquivalent) in Österreich hat sich von 38.893 im Jahr 2002 auf 42.891 im Jahr 2004 erhöht. Davon sind fast 41% in Wien tätig(2002: noch 43%). 1.1 Österreichische F&E-Ausgaben Der erhobene Anteil der österreichischen F&E Ausgaben insgesamt(aller Sektoren) am BIP (Forschungsquote) für 2004 betrug 2,24%(zum Vergleich: 2002 noch 2,12%), die darauf aufbauende Globalschätzung der Statistik Austria für 2006 ergibt 2,43%. Der Beitrag der Bundesländerausgaben zur Forschungsquote beträgt konstant 0,13%. 1 Die österreichweiten Ergebnisse dieser Erhebung standen im Sommer 2006 zur Verfügung, die Wiener Ergebnisse im Dezember 2006. Abgesehen von der Globalschätzung(die sich auf einige wenige Finanzierungsdaten beschränkt) sind dies also die aktuellsten Zahlen die zur Verfügung stehen. 2 Quelle: Eurostat; Statistik kurzgefasst – Wissenschaft und Technologie 6/2006 Seite 4 von 19 Neue Daten für F&E Aufwendungen für F&E in Österreich nach Finanzierungssektoren und F&E-Quote, 19902006 3 10,000 9,000 8,000 Sonstige Ausland Unternehmenssektor Bund und Länder F&E-Quote 3.0 2.5 2.43% F&E-Quote 7,000 M.€] io A[ us 6,000 gab en 5,000 n&E- o min 4,000 elle F 3,000 70 Mio€ sonstige 1 059 Mio€ Ausland 2.0 F& E1.5 Qu ote 2 859 Mio€ Unternehmenssektor 1.0 2,000 1,000 2 252 Mio€ Bund und Länder 0.5 0 0.0 199 199 199 199 199 199 199 199 199 199 200 200 200 200 200 200 200 200 200 200 012 3456789 0123456 789 Anmerkung: Der Unternehmenssektor besteht aus 2 Bereichen: dem„Firmeneigenen Bereich 4 “ und dem„Kooperativen Bereich 5 “. In weiterer Folge werden unter dem Begriff Unternehmenssektor beide Bereiche verstanden. 1.1.1 Globalschätzung 2006 Laut der Globalschätzung der Statistik Austria für 2006 wurden in Österreich 6.240,30 Mio. Euro an Bruttoinlandsausgaben für F&E aufgewendet: 3 Aus: Forschungs- und Technologiebericht 2006, bmbwk, bmvit, BMWA, S. 15 4 Der firmeneigene Bereich beinhaltet für den Markt produzierende Unternehmen aber auch die Kapitalgesellschaften der Energieerzeugung und Ziviltechniker. 5 Der kooperative Bereich beinhaltet Dienstleistungseinrichtungen die F&E für Unternehmen betreiben, zB. Forschungszentrum ARC Seibersdorf, Joanneum Research oder die von Bund und Ländern geförderten Kompetenzzentren. Seite 5 von 19 Neue Daten für F&E Tabelle 1: Globalschätzung 2006: Bruttoinlandsausgaben für F&E nach Finanzierungssektoren In 1.000 EUR 1.920,00 332,41 2.859,48 1.058,75 69,66 % 30,8 5,3 45,8 17,0 1,1 Gezahlt durch Bund Bundesländer und Gemeinden Unternehmen Ausland Sonstige 6.240,30 100 Gesamt Quelle: Statistik Austria 6 Rundungsdifferenzen Die Zahlen der Globalschätzung gibt es nur für die Finanzierungs sektoren. Diese zeigen, wer für die Forschung gezahlt hat, nicht wer sie durchgeführt hat. So wird beispielsweise ein beachtlicher(knapp 17%) Teil der in Österreich geleisteten Forschung(vor allem im Unternehmenssektor) vom Ausland bezahlt. Dieser Auslandsanteil betrug vor einigen Jahren noch über 20%, sinkt allerdings langsam und kontinuierlich. Der Großteil dieser Auslandsgelder kommt dem Unternehmenssektor, aber auch dem kooperativen Sektor zu Gute. Abbildung 1 Bruttoinlandsausgaben für F&E 2006 in Mio. EUR 1.059 70 2.859 1.900 332 Bund Bundesländer Unternehmenssektor Ausland Sonstige 6 http://www.statistik.at/fachbereich_forschung/txt1.shtml Seite 6 von 19 Neue Daten für F&E 1.1.2 Vollerhebung 2004 Laut der letzten Vollerhebung gab es 2004 in Österreich insgesamt Ausgaben von€ 5.249 Mio. für F&E, über 41,6% davon in Wien(€ 2.184 Mio.). 2002 betrugen die Österreichischen Forschungsausgaben€ 4.684 Mio., der Anteil Wiens(€ 2.020) daran war noch 43%. Zum Vergleich: die F&E-Ausgaben der EU-25 beliefen sich 2004 auf fast€ 200 Mrd. Österreich gehört zu den wenigen europäischen Ländern 7 , die zusätzlich zur hohen F&E-Quote auch eine hohe jährliche Wachstumsrate dieser F&E-Quote hatten 8 . Tabelle 2 Ausgaben für F&E nach Durchführungssektoren in Ö Sektoren/Bereiche 1998 1.000 EUR% Nach Hauptstandort 2002 1.000 EUR% 2004 1.000 EUR% Hochschulsektor Sektor Staat 9 Privater gemeinnütziger Sektor 10 Unternehmenssektor Insgesamt 1.009.721 29,7 218.951 6,4 10.486 2.160.678 3.399.835 0,3 63,6 100 1.266 104 27,0 266.428 5,7 1.401.649 26,7 269.832 5,1 20.897 3.130 884 4.684.313 Anstieg 0,4 66,9 38% 21.586 0,4 3.556.479 67,7 5.249.546 Anstieg 12% Quelle: Statistik Austria Rundungsdifferenzen Tabelle 2 zeigt, dass der größte Teil der F&E-Leistungen weiterhin vom Unternehmenssektor (67,7%) getragen wird. Dessen Anteil wird stetig größer, während der relative Anteil von Hochschul- und staatlichem Sektor kontinuierlich kleiner wird. Die österreichischen F&EAusgaben sind seit 1998 in allen Sektoren um insgesamt 54% gestiegen. 7 nämlich gemeinsam nur mit Island und Dänemark. 8 Quelle: Eurostat; Statistik kurzgefasst – Wissenschaft und Technologie 6/2006 9 Bundesinstitutionen(unter Ausklammerung der im Hochschulsektor zusammengefassten), Landes-, Gemeinde- und Kammerinstitutionen, F&E-Einrichtungen der Sozialversicherungsträger, von der öffentlichen Hand finanzierte und/oder kontrollierte private gemeinnützige Institutionen sowie F&E-Einrichtungen der Ludwig BoltzmannGesellschaft; einschließlich Landeskrankenanstalten. Die Landeskrankenanstalten wurden nicht mittels Fragebogenerhebung erfasst, sondern es erfolgte eine Schätzung der F&E-Ausgaben durch Statistik Austria unter Heranziehung der Meldungen der Ämter der Landesregierungen. 10 Private gemeinnützige Institutionen, deren Status ein vorwiegend privater oder privatrechtlicher, konfessioneller oder sonstiger nicht öffentlicher ist. Seite 7 von 19 Neue Daten für F&E Abbildung 2 F& E-Ausgaben nach Durchführungssektoren in 1.000 EUR 3.750.000 3.500.000 3.250.000 3.000.000 2.750.000 2.500.000 2.250.000 2.000.000 1.750.000 1.500.000 1.250.000 1.000.000 750.000 500.000 250.000 0 Hochschulsektor Sektor Staat privater Unternehmenssektor gemeinnütziger Sektor 1998 2002 2004 1.2 Die regionale Verteilung der österreichischen F&E-Ausgaben Die Steiermark liegt bei der Höhe der regionalen Forschungsquote abermals vor Wien. Nur diese beiden Bundesländer liegen über der gesamtösterreichischen Quote von 2,24%. In Wien macht sich der hohe Anteil an Dienstleistungsunternehmen, die im Vergleich zur Sachgüterindustrie geringere Forschungsausgaben haben, aber auch die weniger steigenden Ausgaben für den Hochschulsektor bemerkbar. Tabelle 3 Regionale F&E Quote 2004 nach dem Forschungsstandort Bundesland Steiermark Wien Kärnten Tirol Forschungsquote 3,55 3,13 2,11 2,05 Oberösterreich Ö insgesamt 1,96 2,24 Quelle: Statistik Austria Rundungsdifferenzen Seite 8 von 19 Neue Daten für F&E Die erhobenen österreichischen F&E-Ausgaben des Jahres 2004(= 5.249 Mio. Euro) wurden – nach F&E-Standort – v.a. in folgenden Bundesländern ausgegeben. Tabelle 4: Top 5 Bundesländer Wien Steiermark Oberösterreich Tirol Niederösterreich Mio.€ 2 012,76 1 068,45 750,47 419,43 361,33 % 38,34 20,35 14,30 7,99 6,88 Damit entfielen 45,2% auf die Vienna Region(= Wien plus Niederösterreich). In Wien wird der größte Teil( 38,3%) der gesamtösterreichischen F&E-Ausgaben getätigt. 1998 allerdings betrug der Anteil Wiens noch 48%. Die Anteile der Steiermark und vor allem Oberösterreichs sind demgegenüber gestiegen. Auch in absoluten Zahlen betrachtet liegt Wien weiterhin an der Spitze. Hier wurden 2004 nach dem Forschungsstandort der Unternehmen-€ 2.013 Mio., also 38,3% aller österreichischen F&E-Ausgaben getätigt. Nach dem Hauptstandort waren es€ 2.184,3 Mio., also 41,6% aller österreichischen F&E-Ausgaben. Abbildung 4 Bruttoinlandsausgaben für F&E 2004 in Mio. EUR nach dem Forschungsstandort 2 500 000 2 000 000 2 012 758 1 500 000 1 000 000 500 000 25 784 138 324 182 088 290 920 361 325 419 428 1 068 453 750 466 Burgenland Vorarlberg Salzburg Tirol Steiermark W ien Seite 9 von 19 Neue Daten für F&E 1.3 Die regionale Verteilung der„innovativen“ Beschäftigten Von den insgesamt 42.891 österreichischen F&E-Beschäftigten in Vollzeitäquivalent(VZÄ) waren 2004 – nach Hauptstandort – 17.383(also 40,53%) in Wien beschäftigt. Rund 48% entfielen auf die Vienna Region(Wien plus Niederösterreich). 1998 waren 14.387 Forschungskräfte in Wien tätig, dies waren jedoch noch 46% von Gesamtösterreich. In Wien ist mit Abstand das meiste Forschungspersonal beschäftigt, davon weit mehr als die Hälfte als höchstqualifizierte, wissenschaftliche Kräfte. Tabelle 5 Personen VZÄ Wien 17.383,3 Steiermark 8.016,6 Oberösterreich 5.910,3 Tirol 3.477,3 Niederösterreich 3.106,5 % 40,53 18,69 13,78 8,11 7,24 Beschäftigte in F&E im Jahre 2004(in Vollzeitäquivalent) 21.000,0 18.000,0 17.383,3 15.000,0 12.000,0 9.000,0 6.000,0 3.000,0 0,0 327,7 1.244,7 1.524,3 c 3.106,5 1.900,5 3.477,3 5.910,3 8.016,6 Burgenland Vorarlberg Salzburg Tirol Steiermark W ien Seite 10 von 19 Neue Daten für F&E Die meisten der insgesamt 42.891 österreichischen F&E-Beschäftigten sind im Unternehmenssektor beschäftigt. Der größte Teil der Forschungskräfte(rund 21.000) ist weiterhin in der Sachgüterindustrie tätig, weniger als 8.000 sind im Dienstleistungssektor tätig. Tabelle 6 BESCHÄFTIGTE IN F&E in Österreich im Jahr 2004 nach Durchführungssektoren Durchführungssektor Hochschulsektor Sektor Staat 1) Privater gemeinnütziger Sektor 2) Unternehmenssektor davon: Kooperativer Bereich 3) Firmeneigener Bereich 2.839 26.304 VZÄ 11.502 2.035 212 29.143 Insgesamt 42.891 1) Bundesinstitutionen(ohne Hochschulsektor), Landes-, Gemeinde- und Kammerinstitutionen, F&E-Einrichtungen der Sozialversicherungsträger, von der öffentlichen Hand finanzierte und/oder kontrollierte private gemeinnützige Institutionen sowie F&E-Einrichtungen der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft; ohne Landeskrankenanstalten. 2) Private gemeinnützige Institutionen, deren Status ein vorwiegend privater oder privatrechtlicher, konfessioneller oder sonstiger nicht öffentlicher ist. 3) Einschließlich ARC Seibersdorf research GmbH sowie Kompetenzzentren. Rundungsdifferenzen. Abbildung 6 Beschäftigte in F&E-Österreich 2004(in Vollzeitäquivalente) 2 12, 0 11. 50 2, 0 2.0 3 5,0 2 9. 14 3 ,0 Hochschulsektor Privater gemeinnütziger Sektor Unternehmenssektor Sektor Staat Seite 11 von 19 Neue Daten für F&E 1.4 Forschende Einheiten In Österreich gab es 2004 insgesamt 3.442„F&E durchführende Erhebungseinheiten“ (2002: 3.290). Die höchste Anzahl an forschenden Einheiten gab es mit 1.007 in Wien(2002: noch 1.032), gefolgt von der Steiermark mit 634(2002: 571) und Oberösterreich mit 606(2002: 551). Auf Wien entfielen somit 29,3% der forschenden Einheiten Österreichs(2002: 32%). Abbildung 7 Anzahl der F&E durchführenden Erhebungseinheiten im Jahre 2004 1200 1000 800 600 400 200 50 0 1.007 606 634 354 298 142 162 189 Burgenland Vorarlberg Salzburg Tirol Steiermark Wien Grafik: MA 27 Die höchste Anzahl an F&E-betreibenden Unternehmen gab es 2004 mit 476 in Oberösterreich(2002: 446), gefolgt von Wien mit 405(2002: 370), der Steiermark mit 350 (2002: 306) und Niederösterreich mit 323(2002: 295) Unternehmen. Seite 12 von 19 Neue Daten für F&E 2. Forschungszentrum Wien Zum dritten Mal hat die MA 27 eine Regionalauswertung der Statistik Austria speziell für Wien beauftragt. Durch den Vergleich der Daten von 1998, 2002 und nun 2004 ist eine detaillierte Analyse der Entwicklung in Wien möglich. Auf Grund der umfangreichen Informationen wird die MA 27 im Anschluss an diesen Überblicksbericht wieder eine Spezialauswertung für den Unternehmenssektor durchführen und übermitteln. Die F&E-Ausgaben des Jahres 2004 in Wien betrugen 3,13% des regionalen BIP. Damit hat Wien das Lissabon-Ziel einer Forschungsquote von 3% bereits erreicht und liegt im EUVergleich weiterhin weit über dem Durchschnitt 11 . Anmerkung: Seit der Vollerhebung 2002 werden Unternehmen auch nach dem Standort der F&E-Tätigkeiten gefragt. Bei der F&E-Quote und den Angaben zum Unternehmenssektor führt die neue Unterscheidung nach Hauptstandort/ Forschungsstandort dazu, dass Angaben zu F&E, die bislang Wien zugerechnet wurden, in Zukunft teilweise nicht mehr zu Wien gerechnet werden Daher existieren nun jeweils zwei gültige Zahlen für F&E-Ausgaben und F&EBeschäftigte in Wien! Tabelle 8 WIEN Alle Sektoren 1998 2002 2004 Beschäftigte in F&E F&E-Ausgaben Nach dem Hauptstandort des Unternehmens Nach den F&EStandorten des Unternehmens* Nach dem nach den F&EHauptstandort Standorten des des Unternehmens Unternehmens VZÄ VZÄ in Mio. Euro in Mio. Euro 14.387- 1.650 16.551 15.127 2.021 1.842 17.383+5,0% 16.007+5,8% 2.184+8,0%2.013+9,3% *Die Vollzeitäquivalente für F&E nach dem(n) F&E-Standort(en) im Unternehmenssektor wurden auf der Basis der Verteilung der Beschäftigten in F&E(Kopfzahl) auf die F&E-Standorte berechnet. Beide Zahlen(Ausgaben und Beschäftigte) steigen nach beiden Methoden für Wien weiterhin an. So stieg die Zahl der Beschäftigten von 2002 auf 2004 um über 5%, jene der Ausgaben um über 8%. 11 Durchschnitt 2004 für die EU-25: 1,90%; Quelle: Eurostat; Statistik kurzgefasst – Wissenschaft und Technologie 6/2006(Anm: Durchschnitt 2002 für die EU-15: 1,99%) Seite 13 von 19 Neue Daten für F&E 2.1 Wiener F&E-Ausgaben Die F&E-Ausgaben in Wien des Jahres 2004 betrugen 2.184 Mio. Euro nach dem Hauptstandort bzw. 2.012 Mio. Euro nach dem F&E-Standort. Die Ausgaben aller Sektoren zusammen sind seit 1998 um fast ein Drittel(32,4%) gestiegen! Im Sektor Staat 12 jedoch sind die Ausgaben in Wien gesunken. Tabelle 9 Ausgaben für F&E in Wien nach Durchführungssektoren Sektoren/Bereiche 1998 2002 in EUR 1.000% 1.000% 2004 1.000% Hochschulsektor 566.310 34,32 685.414 Sektor Staat 136.506 8,27 166.185 Privater gemeinnütziger Sektor 7.558 0,46 16.701 Unternehmenssektor 939.694 56,95 1.152.289 Insgesamt 1.650.068 2.020.589 nach Hauptstandort zur Vorperiode Anstieg 33,92 8,22 0,83 57,03 22,45% 751.768 157.128 17.854 1.257.565 2.184.315 34,42 7,19 0,82 57,57 Anstieg 8,10% Wie in ganz Österreich wird ein Großteil der Forschung vom Unternehmenssektor getätigt. In Wien ist dieser Anteil(58%) aber geringer als in Gesamtösterreich(68%), was an der starken Stellung des Hochschulsektors in Wien liegt. Während dieser österreichweit einen Anteil von knapp 27% hat, sind es in Wien rund 34%. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, kam der größte Anteil der Finanzierung vom öffentlichen Sektor. Dessen Anteil sinkt langsam, der des Unternehmenssektors steigt langsam. Da die Mittel des Auslandes großteils dem Unternehmenssektor zugute kommen, ergibt sich die zuvor erwähnte Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Forschung von Unternehmen durchgeführt, also getätigt wird 13 . 12 Bundesinstitutionen(unter Ausklammerung der im Hochschulsektor zusammengefassten), Landes-, Gemeindeund Kammerinstitutionen, F&E-Einrichtungen der Sozialversicherungsträger, von der öffentlichen Hand finanzierte und/oder kontrollierte private gemeinnützige Institutionen sowie F&E-Einrichtungen der Ludwig BoltzmannGesellschaft; einschließlich Landeskrankenanstalten. Die Landeskrankenanstalten wurden nicht mittels Fragebogenerhebung erfasst, sondern es erfolgte eine Schätzung der F&E-Ausgaben durch Statistik Austria unter Heranziehung der Meldungen der Ämter der Landesregierungen. 13 Unterscheidung nach Durchführung und nach Finanzierung der F&E: Durchgeführt kann die Forschung nur im Inland werden, daher gibt es hier keinen Auslandssektor. Finanziert werden kann die Forschung sehr wohl vom Ausland, nicht aber von den Hochschulen, denn diese erhalten ihre Mittel vom Bund. Seite 14 von 19 Neue Daten für F&E Tabelle 10 Finanzierung der F&E-Ausgaben in Wien 2004 - nach Finanzierungssektoren Sektor Unternehmenssektor Öffentlicher Sektor in Privater gemeinn. Sektor 1 000 EUR Ausland inkl. internat. Org. EU Insgesamt 2002 649.717 2004 713.356 % 32,66% Nach Hauptstandort 808.366 858.797 39,32% 13.024 17.751 0,81% 513.692 35.790 2.020.589 551.836 42.575 2.184.315 25,26% 1,95% 100 Ein abermals hoher Anteil von über 25% der F&E-Aufwendungen in Wien war auslandsfinanziert(Österreich und Großbritannien sind diesbezüglich führend in Europa). Dies zeugt von der großen Bedeutung Wiens als Forschungsstandort. Allerdings zeigt sich darin auch, dass die unternehmerischen F&E-Aktivitäten auf relativ wenige internationale Großunternehmen konzentriert sind. Umgekehrt waren aber auch österreichische Unternehmen verstärkt im Ausland innovativ tätig. Wien als Land und Gemeinde hat laut Statistik Austria 2004 rund€ 68,4 Mio. zur Finanzierung der Gesamt-Wiener F&E-Aufwendungen beigetragen. Das ist nach Vorarlberg der niedrigste Beitrag- rund 3,1%- aller Bundesländer! Beispielsweise hat die Steiermark einen Finanzierungsbeitrag von 5,1% und Tirol gar von 6% an den jeweiligen gesamten Bundeslandausgaben geleistet. Abbildung 10 Finanzierungsbereiche der F&E-Ausgaben 2004 551.836 42.575 17.751 858.797 713.356 Unternehmenssektor Öffentlicher Sektor Privater gemeinnütziger Sektor Ausland einschl.internat.Org. (ohne EU) EU Seite 15 von 19 Neue Daten für F&E 2.2 Wiener F&E-Beschäftigte Von den insgesamt 42.891 österreichischen F&E-Beschäftigten(2002: 38.893) in VZÄ(Vollzeitäquivalent) nach Hauptstandort im Jahr 2004 waren 17.383 Personen(2002: 16.551), also 40,5%(2002: 43%), in Wien tätig. 1998 gab es in Wien nur 14.387 F&E-Beschäftigte, das ist eine Steigerung von 20% in sechs Jahren. 64%(11.212 Personen) der Wiener Forschungskräfte sind wissenschaftliches Personal(1998 waren es noch 68%). Tabelle 11 BESCHÄFTIGTE in F&E und forschende Einheiten in Wien 2004, gegliedert nach Durchführungssektoren/ Erhebungsbereichen bzw. nach Beschäftigtenkategorie Vollzeitäquivalente für F&E davon: Sektoren Bereiche Hochschulsektor Höherqual. Wissenschaft nichtwissenschaftl. Anzahl der F&E liches Personal Personal durchführenden(Akademiker u. (Maturanten,Techniker, Sonstiges Einheiten Insgesamt gleichw. Kräfte) Laboranten) Hilfspersonal 451 6.204 4.408 863 932 Sektor Staat 119 1.351 751 216 383 Privater gemeinnütziger Sektor 32 161 109 39 12 Unternehmenssektor 405 9.665 5.943 3.089 633 Insgesamt 1.007 17.383 11.212 4.209 1.963 In Kopfzahlen sind die Daten noch beeindruckender: 2004 hatte Wien 32.215 Forschungskräfte(2002: 29.400), davon 63%(absolut 20.154) wissenschaftliches Personal (2002: 18.690). Die meisten F&E-Beschäftigten gibt es im Unternehmenssektor, davon ist ein Großteil als wissenschaftliches oder höherqualifiziertes nichtwissenschaftliches Personal beschäftigt, während es im Hochschulsektor mehr Hilfspersonal als höherqualifiziertes nichtwissenschaftliches Personal gibt! 2.3 Forschende Einheiten In Österreich gab es 2004 insgesamt 3.442„F&E durchführende Erhebungseinheiten“, fast 29,3% davon in Wien. In Wien wurden von der Statistik Austria 1.007 Forschungseinheiten (2002: 1.032) erhoben, nach einem starken Anstieg von 1998 auf 2002 bedeutet dies nun eine Reduktion der Forschungsstätten. Die Zahl der Universitätseinheiten – inkl. Kliniken und Kunstunis – schwankt mit sinkender Tendenz, was hauptsächlich auf die Umstrukturierung der Unis im Zuge der Universitätsreform zurückzuführen ist. Seite 16 von 19 Tabelle 12 Neue Daten für F&E F&E-durchführende Einheiten in Wien Hochschulsektor Universitäten (ohne Kliniken) Universitätskliniken Universitäten der Künste Akademie der Wissenschaften Sonstiger 1) Hochschulsektor Hochschulsektor Zusammen Sektor Staat Privater gemeinnütziger Sektor Unternehmen (inkl. Kooperativer Bereich Jahr 2004 2002 1998 Veränderung 1998 auf 2004 342 329 353 -11 28 22 35 18 36 32 -8-10 53 49 49 4 Summe 6 451 119 32 405 1.007 4 435 187 40 370 1.032 2 472 223 31 242 968 4-21-104 1 163 39 1) Fachhochschulen und Privatuniversitäten Zusammenstellung: MA 27 Die Einrichtungen der ÖAW(Akademie der Wissenschaften) und der Fachhochschulen nehmen leicht zu. Dass die Forschungseinheiten des Sektors Staat stark gesunken sind, ist hauptsächlich auf die Umorganisation der Ludwig Boltzmann-Institute zurückzuführen. Abbildung 12 Anzahl der F&E durchführenden Erhebungseinheiten 405 Unternehmenssektor 451 Hochschul sektor 32 privater 119 gemeinnützig Sektor Staat Sektor Grafik der MA 27 Seite 17 von 19 Neue Daten für F&E Den absolut stärksten Anstieg gab es im wieder Unternehmenssektor, die Zahl der forschenden Firmen und kooperativen Einrichtungen in Wien stieg von 2002 auf 2004 um 9%, seit 1998 sogar um 67%! 2.4 Forschungsstätten nach Wissenschaftsbereichen Bei der Auswertung nach Wissenschaftsbereichen wird der„firmeneigene Bereich“(373) nicht miteinbezogen. Daher beziehen sich die folgenden Zahlen auf die Basis von 624 Forschungsstätten. Davon gehören 451 zum Hochschulsektor, 119 zum Sektor Staat 14 , 32 zum privaten, gemeinnützigen Sektor und 22 zum kooperativen Bereich. Die meisten Forschungsstätten gab es 2004 in den Wissenschaftszweigen Wirtschaftswissenschaften, Historische Wissenschaften, und„Biologie, Botanik, Zoologie“ sowie Kunstwissenschaften. 2004 gab es insgesamt 144 Forschungseinrichtungen in den Sozialwissenschaften, 125 in den Naturwissenschaften, 80 in den Technischen Wissenschaften und 79 in der Humanmedizin. In einigen für die Wiener Technologieschwerpunkte interessanten Wissenschaftsbereichen gibt es die folgende Anzahl an Forschungseinrichtungen: Tabelle 13 Wissenschaftszweig Hochschulsektor Mathematik, Informatik Biologie, Botanik, Zoologie Maschinen-, Instrumentenbau Elektrotechnik, Elektronik,… Medizin. Chemie, med. Physik, Physiologie Pharmazie, Pharmakologie, Toxikologie 22 30 12 15 8 7 Staatl., Privater und kooperativer Sektor 5 6 3 3 4 1 14 Umfasst Bundesinstitutionen(unter Ausklammerung der im Hochschulsektor zusammengefassten), Landes-, Gemeinde- und Kammerinstitutionen, F&E-Einrichtungen der Sozialversicherungsträger, von der öffentlichen Hand kontrollierte private gemeinnützige Institutionen sowie F&E-Einrichtungen der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft; einschließlich Museen; ohne Landeskrankenanstalten. Seite 18 von 19 Neue Daten für F&E Abbildung 13 35 30 25 20 15 10 5 0 Hochschulsektor Mathematik, Informatik Biologie, Botanik, Zoologie Maschinen-, Instrumentenbau Elektrotechnik, Elektronik,… Medizin. Chemie, med. Physik, Physiologie Pharmazie, Pharmakologie, Toxikologie Staatlicher, privater und kooperativer Sektor Grafik: MA 27 Seite 19 von 19