17 Ziele für eine bessere Welt Eine Broschüre für die Sekundarstufe II, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung Impressum Herausgeber: Diese Publikation wird in Kooperation verschiedener Nichtregierungsorganisationen herausgegeben. Nähere Informationen über ihre Arbeit und Materialien und über Unterstützungsangebote finden Sie auf den Websites der einzelnen Organisationen. © BAOBAB – Globales Lernen Tel: +43 1 319 30 73 www.baobab.at in Kooperation mit Globale Verantwortung Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe Tel: +43 1 522 44 22 www.globaleverantwortung.at Klimabündnis Österreich Tel: +43 1 581 58 81-0 www.klimabuendnis.at Südwind Tel: +43 1 405 55 15 www.suedwind.at Zentrum polis- Politik Lernen in der Schule Tel: +43 1 42 77-274 44 www.politik-lernen.at mit Unterstüzung von UNIS Vienna United Nations Information Service(UNIS) Tel: +43 1 260 60-33 25 www.unis.unvienna.org Diese Publikation ist eine für Österreich adaptierte Version des Magazins zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN für Oberstufe und Erwachsene. Hrsg: Welthaus Bielefeld e.V. in Kooperation mit anderen Nichtregierungsorganisationen, Bielefeld 2016 Texte und Redaktion: Heide Tebbich(BAOBAB – Globales Lernen), Patricia Kandler(Klimabündnis Österreich), Franz Halbartschlager (Südwind), Sabine Liebentritt(Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule), Georg Krämer, Michael Lesemann (Welthaus Bielefeld) Layout/Satz: Hanns Püllen, Bielefeld Druck: Resch Druck, Wien Fotonachweis: Titelbild: UN Photo/Eskinder Debebe Eine Familie in der Mongolei nutzt ein Solar Panel um Strom für ihre Jurte zu erzeugen. Wir danken der Stadt Wien, der Austrian Development Agency(ADA) und der EU für die Förderung des Projektes. Für den Inhalt sind allein die Herausgeber verantwortlich. Der Inhalt kann in keiner Weise als Standpunkt der unterstützenden Organisationen angesehen werden. 17 Ziele für eine bessere Welt Eine Broschüre zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen Inhaltsverzeichnis Vorwort Ziel 1 Armut beenden Ziel 2 Kein Hunger Ziel 3 Gesundheit und Wohlergehen Ziel 4 Hochwertige Bildung Ziel 5 Geschlechtergerechtigkeit verwirklichen Ziel 6 Sauberes Wasser und Sanitärversorgung Ziel 7 Bezahlbare und saubere Energie Ziel 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum Ziel 9 Nachhaltige Infrastruktur und Industrialisierung Ziel 10 Ungleichheit verringern Ziel 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden Ziel 12 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster Ziel 13 Maßnahmen zum Klimaschutz Ziel 14 Meere schützen Ziel 15 Landökosysteme schützen Ziel 16 Frieden und Gerechtigkeit verwirklichen Ziel 17 Globale Partnerschaft Die SDG s im Überblick 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Hinweis: Die SDG s(Sustainable Development Goals) umfassen 169 Unterziele. Die in diesem Heft vorgenommene Kon­ zentration auf einige wenige Unterziele bedeutet notwendigerweise, dass zahlreiche andere Themenfelder der SDG s hier nicht angesprochen werden. Vorwort „ Wir sind die erste Generation, die Armut beenden kann, und die letzte, die den Klimawandel beeinflussen kann, wenn wir jetzt handeln.“ Amina J. Mohammed – Ehemalige UNO -Sonderberaterin für die Entwicklungsplanung nach 2015 Es sind überaus ambitionierte Ziele, die 193 Regierungen im September 2015 beschlossen haben. Dass die gemeinsamen Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft etwas bewirken können, zeigt der Blick auf die Bilanz ihrer „Vorgänger“, der Millenniums-Entwicklungsziele. Zwischen 2000 und 2015 wurden bemerkenswerte Fortschritte gemacht und das Leben von Millionen Menschen hat sich verbessert: Die extreme Armut wurde um die Hälfte verringert. Für mehr als zwei Milliarden Menschen wurde der Zugang zu besseren Wasserquellen Realität. Unterschie­ de im Zugang zur Grundschulbildung zwischen Buben und Mädchen wurden in allen Entwicklungsregionen reduziert, die Müttersterblichkeit ist weltweit um 44% gesunken. Trotz aller Fortschritte, gibt es noch viel zu tun: Noch immer lebt jeder achte Mensch auf dieser Erde in extremer Armut und sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an vermeidbaren Krankheiten. Noch immer müssen 800 Millionen Menschen Hunger erleiden, zwei Milliarden Menschen sind durch Wasserknappheit bedroht. Aber nicht nur deshalb haben die 17 Ziele Beachtung verdient: Überdeutlich wird im Konsens aller Staaten der Erde formuliert, dass Entwicklung und Umwelt untrennbar zusammenhängen, dass es keinen Erhalt der Ökosysteme auf der Erde geben wird ohne eine Überwindung der Armut und dass es eines inklusiven Wirtschaftswachstums und einer Verringerung der Ungleichheit auf allen Ebenen bedarf. Gleichzeitig wird keines der Ziele erreicht werden können, wenn es nicht gelingt den Klimawandel deutlich zu verlangsamen. Die Ziele sind daher nicht nur jeweils einzeln zu betrachten, wichtig ist es auch die Zusammenhänge zwischen den Zielen zu sehen. Beispielsweise wirken sich Fortschritte im Bereich Bildung positiv auf die anderen Ziele aus, Rückschritte im friedlichen Miteinander haben negative Konsequenzen für alle anderen Ziele. Die neuen Entwicklungsziele(englisch: Sustainable Develop­ ment Goals, SDG s) sollen jedoch nicht nur die Lebensbedin­ gungen in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern, sondern sie gelten für alle Länder. D. h. auch Österreich wird Rechenschaft ablegen müssen, wie es politisch national und global im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung handelt: was es z. B. für mehr Bildungsgerechtigkeit in Österreich, für den Klimaschutz und den Erhalt der Biodiversität in unserem Land oder gegen die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt und Politik tun wird. Die österreichische Regierung braucht einen konkreten Umsetzungsplan, der mit allen Ressorts und Bundesländern sowie der Zivilgesellschaft gemeinsam erarbeitet wird. Österreich braucht aber auch informierte und engagierte Menschen, die die Umsetzung der UNO -Ziele einfordern. Mit dieser Broschüre wollen wir die Ziele vorstellen. Wir wollen die globalen aber auch die nationalen Herausforde­ rungen deutlich machen, die in den 17 Zielen für nachhal­ tige Entwicklung angesprochen werden und zur Diskussion darüber anregen, was die Ziele für die Gesellschaft und die nationale und internationale Politik bedeuten. Die Herausgeber Wien, Dezember 2016 SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden. A rmut b e e n de n. Für viele Menschen in China ist dies in den letzten Jahren wahr geworden Die Zahl der extrem Armen ist dort seit 1990 um mehr als eine halbe Milliarde Menschen zurückgegangen China ist heute ein„big player“ der Weltwirtschaft mit gleichzeitig erheblichen Erfolgen bei der Armutsbekämpfung Foto: Thomas Palfinger E ntgegen der allgemeinen Wahrnehmung ist die Armut in der Welt in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Auch wenn das Fernsehen und zahlreiche Internet-Sites stets Krie­ ge, Katastrophen und Krankheiten in den Mittelpunkt stellen, so ist doch ein globaler Trend zur Armutsverminderung fest­ zuhalten: Weltweit sind deutlich weniger Menschen extrem arm, stieg die Lebenserwartung, nahm die Kindersterblich­ keit erkennbar ab. Ob bis 2030 die weltweite Armut tatsäch­ lich beendet sein wird, hängt allerdings entscheidend davon ab, ob das wirtschaftliche Wachstum so gestaltet wird, dass es vor allem den Armen zugute kommt. A rmut ist nicht nur ein Thema in den„Entwicklungslän­ dern“. In Österreich gilt als arm, wer unter 1.161 Euro mo­ natlich für einen Einpersonenhaushalt zur Verfügung hat („Armutsgefährdungsschwelle“). Derzeit sind 14,2% der Ös­ terreicherInnen armutsgefährdet. Deren Teilhabe an der Ge­ sellschaft, an Konsum und Kultur, an Freizeitaktivitäten und Mobilität, ist nur eingeschränkt möglich. Ob diese relative Armut tatsächlich als„Armut“ bezeichnet werden kann, wird jedoch heftig diskutiert. Doch vielleicht ist Armut in einem reichen Land anders zu messen und zu bewerten als in„ext­ rem armen Ländern“. 3 Anzahl und Anteil der extrem Armen in der Welt (weniger als 1,90$/Tag) 1990 2012 weltweit 1 959 Mio 44,4% 897 Mio 12,7% Quelle: Worldbank Development Indicators(www worldbank org – Dez 2015) [A] Bis 2030 soll die Armut weltweit und überall verschwunden sein. Prüfen Sie bitte unter Hinzuziehung der o. a. Statistik die Wahrscheinlichkeit, diese Zielsetzung zu erreichen? Was spräche dafür, was dagegen? [B] Sollte man über Entwicklungserfolge bei der Armutsreduktion sprechen? Oder führt eine solche Debatte dazu, dass die Bereitschaft der Menschen abnimmt, sich gegen Armut(z. B. finanziell) zu engagieren? [C] Ist es berechtigt, von„Armut in Österreich“ zu sprechen? Arbeitsfragen SDG 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern. Die We l t i s t vo lle r Wide r s p rüc h e: Einerseits gibt es global gesehen 1,9 Milliarden übergewichtige 4 Menschen, andererseits hungern nach wie vor fast 800 Millionen Menschen Aus der Sicht der Entwicklungspolitik ist Ernährungssicherheit ein Schlüsselthema Das Bild zeigt Bäuerinnen im Sudan, die durch ein UN Programm ihre Ernteerträge steigern konnten Foto: IAEA / Nicole Jawerth B essere Ernährung – das wäre ein wichtiges Ziel für so viele Menschen. Gemeint ist da zunächst die Gruppe der hungern­ den Menschen. 795 Millionen Kinder, Frauen und Männer nehmen weniger als 1.700 kcal täglich zu sich. Doch mit einer ausreichenden Kalorienversorgung – meist über Kohlehydra­ te – ist es nicht getan. Fast 2 Milliarden Menschen gelten als mangelernährt; ihnen fehlen wichtige Mikro-Nährstoffe wie Eiweiß und Fette, Mineralstoffe, Vitamin A oder Jod, Eisen oder Zink. Solche Mängel haben erhebliche Folgen für Ge­ sundheit und Wachstum. Nötig ist für diese Menschen eine nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ verbesserte Er­ nährung. Anteil der Hungernden Welt A uf der anderen Seite macht auch Überernährung krank, das Zuviel an Kohlehydraten, Zucker, Fetten etc. In vielen Industrieländern und zunehmend auch in den Schwellen­ ländern nehmen Übergewicht und fehlernährungsbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus rapide zu. Weltweit gelten 1,9 Milliarden laut Weltgesundheitsorga­ nisation( WHO ) als übergewichtig, 600 Millionen Menschen sogar als fettleibig( BMI – Body Mass Index – über 30). Zu­ sammen mit Bewegungsmangel bedeutet diese Überernäh­ rung ein hohes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden und frühzeitig zu sterben. Afrika Asien Lateinamerika 1990 – 1992 2014 – 2016 18,6% 10,9% 33,2% 23,2% 24,3% 12,3% 14,7% 5,5% Quelle: FAO – The State of Food Insecurity in the World, 2015 [A] Trotz wachsender Weltbevölkerung ist der Anteil der Hungernden überall rückläufig. Nennen Sie bitte Gründe für diese Entwicklung. [B] Zu wenig – zu viel. Sehen Sie Zusammenhänge zwischen dem Mangel der Hungernden und dem Zuviel der Überernährten? Was müsste oder sollte sich bei der Ernährung beider Gruppen ändern? [C] Sind unsere Ernährungsweise und unsere Landwirtschaft„nachhaltig“? Nennen Sie bitte einige Stichworte. Arbeitsfragen SDG 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Name: Rosita Land: Mosambik( MOS ) Lebenserwartung: 53 Jahre Kindersterblichkeit: 7,8% Ärzte pro 1 Mio. Einwohner: 40 Zugang zu sauberem Wasser: 50,8% Gesundheitsausgaben pro E.: 65$ Name: Emma Land: Österreich(A) Lebenserwartung: 82 Jahre Kindersterblichkeit: 0,4% Ärzte pro 1 Mio. Einwohner: 4 770 Zugang zu sauberem Wasser: 100% Gesundheitsausgaben pro E.: 5 150$ Quellen: Worldbank Development Indicators(www worldbank org – Dez 2015) WHO Data Website Bezugsjahre 2014( MOS ) bzw 2015(A) Fotos: Fotolia/ golubovy(links) Fotolia/ tata99may(rechts) C hancengleichheit für Rosita und Emma? Die Lebensver­ hältnisse in Mosambik und in Österreich könnten kaum un­ terschiedlicher sein. Nicht allein Ausstattung und Qualität des Gesundheitswesens sind kaum vergleichbar. Zahlreiche Lebensumstände erschweren in Mosambik und in vielen an­ deren Ländern das„gesunde Leben und das Wohlergehen“: Verschmutztes Trinkwasser, Mangelernährung und Eiweiß­ mangel, die sich vor allem in den ersten drei Lebensjahren katastrophal auswirken, oder auch fehlende sanitäre Einrich­ tungen. In Mosambik sterben 7,8% der Kinder, bevor sie das fünfte Lebensjahr vollendet haben. Bis 2030 soll diese Quote, so fordern die SDG s, in keinem Land mehr über 2,5% liegen. I m Vergleich zu solchen Lebensumständen ist die Gesund­ heitssituation in Österreich ziemlich komfortabel. Doch die SDG s mahnen auch hier Hausaufgaben ein: Psychisches Wohlergehen und sozialen Zusammenhalt fördern, mehr für gesundheitliche Chancengerechtigkeit unternehmen, d. h. die Verbesserung der Gesundheit aller in Österreich lebenden Menschen, unabhängig von Geschlecht, Bildungsstatus, Ein­ kommenssituation oder Lebensumständen. Dabei ist die Ge­ staltung der Lebenswelten besonders wichtig. Radwege oder Spielplätze können z. B. Bewegung fördern. Zur Erreichung des Ziels 3 gehört auch die Stärkung der Gesundheitskompe­ tenz, d. h. dass jeder und jede relevante Gesundheitsinforma­ tionen finden, verstehen, beurteilen und anwenden kann. 5 [A] „Wenn du arm bist, musst du früher sterben“. Diese Feststellung stimmt auch für die Verhältnisse in Österreich. Nen­ nen Sie bitte mögliche Gründe für diesen Zusammenhang. [B] Die Förderung der Gesundheit beginnt nicht beim Arztbesuch, sondern auch bei der Stärkung des sozialen Zusam­ menhalts. Was könnte eine solche Feststellung für Mosambik und auch für Österreich bedeuten? [C] Inwieweit spielen Geschlecht und Bildung bei der Gesundheitsversorgung eine Rolle? Arbeitsfragen SDG 4: Inklusive, gleichberechtigte und hoch­ wertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern. In un s e r e m Bil dung s s y s t e m h ab e n nic h t all e die g l e ic h e n C h an c e n. Die aktuelle PISA -Stu­ die hat wieder gezeigt: Bildungschancen werden in Österreich noch stärker„vererbt“ als im OECD -Schnitt und 6 Österreich gehört zu den Ländern mit den größten Nachteilen für Jugendliche mit Migrationshintergrund Foto: Fotolia/ Kzenon O bwohl der Nutzen von Bildung kaum bestritten wird, ist die Bildungssituation in vielen Ländern noch immer unbefrie­ digend. Weltweit gehen 58 Millionen Kinder nie zur Schule. Doch auch für diejenigen, die zur Schule gehen, ist die Situa­ tion in der Schule häufig prekär: Übervolle Klassen, schlecht ausgebildete, unterbezahlte Lehrinnen und Lehrer und ver­ altete Lehrmethoden, fehlende Lernmittel und ausschließlich Frontalunterricht erschweren Lernerfolge. Kein Wunder, dass viele Schülerinnen und Schüler die Schule vorzeitig verlassen, ohne tatsächlich lesen, schreiben und rechnen zu können. D as Ziel, allen Menschen Zugang zu gleichberechtigter Bil­ dung zu ermöglichen, ist auch in Österreich noch nicht ver­ wirklicht. Unser Bildungssystem schafft es weit weniger als andere Länder, junge Menschen aus schwierigeren sozialen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund zu Schulerfol­ gen zu führen. Kinder mit Behinderung sehen sich im Regel­ schulbetrieb nach wie vor mit Ausgrenzung konfrontiert. Um frühzeitigen Ausbildungs- und Bildungsabbruch zu vermei­ den, wurde 2016 eine Ausbildungspflicht im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht bis 18 Jahre beschlossen. Einschulungsraten Grundschule (Prozentsatz der Kinder im schulpflichtigen Alter) – UNESCO 2015 Vergleich 1999| 2012 Afrika(südlich Sahara) Ostasien 59%| 79%=+34% 95%| 96%=+1% Südasien 78%| 94%=+16% Lateinamerika 93%| 94%=+1% Quelle: UNESCO , Education for All, 2015 Arbeitsfragen [A] Beschreiben Sie bitte möglichst konkret, welche Änderungen mehr Bildung zur Folge hat(sowohl in den„armen Ländern“ als auch bei uns). [B] Recherchieren Sie bitte Maßnahmen zu der im Jahr 2016 eingeführten„Ausbildungspflicht“. Worin sehen Sie deren Vor- bzw. Nachteile? [C] Bis 2030 soll sichergestellt sein, dass alle Lernenden„die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung“ erwerben. Wie beurteilen Sie Ihren diesbezüglichen Kenntnisstand? SDG 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen. Das Ziel 5 fordert die Eliminierung aller Formen der Diskriminierung und Gewalt geg e n Fraue n un d Mädc h e n. Es geht aber auch um die gleichberechtigte Teilhabe im wirtschaftlichen, politischen und öffentlichen Leben Das Bild zeigt Mädchen auf einem Schulhof in Brasilien Foto: UNICEF / Versiani N ach Angaben der UN -Frauenorganisation UN Women gehören Gewalterfahrungen zum Lebenslauf von Millionen von Frauen in allen Ländern der Erde. Weltweit hat ein Drittel der Frauen und Mädchen physische und/ oder sexuelle Gewalt erlebt. 700 Millionen Mädchen unter 18 Jahren werden jedes Jahr zwangsverheiratet, ein Drittel von ihnen im Alter von weniger als 15 Jahren. In etlichen Ländern haben Frauen keine Möglichkeit zum Landerwerb, haben weniger Chancen, sich vor Gericht zu behaupten, können nur kurze Zeit oder auch gar nicht eine Schule besuchen oder eine Ausbildung machen. Dabei wäre mehr Frauenbildung ein Schlüssel für Entwicklung, Gesundheit und mehr Wohlstand. F rauen in Österreich haben auf etlichen Feldern die Männer überholt. Sie haben die besseren Schulnoten, stellen die Mehrheit bei den MaturantInnen und bei den Studierenden. Doch bei den Spitzenpositionen in den Konzernleitungen oder auch in der öffentlichen Verwaltung sind Frauen auch im europäischen Vergleich unterrepräsentiert. Ähnliches gilt für das Parlament und die Landtage. Auch die Arbeitsentgelte für weibliche Arbeitskräfte sind im Durchschnitt deutlich niedriger als bei den männlichen Kollegen. Überrepräsentiert sind hingegen Frauen da, wo es nichts kostet: Bei der Hausarbeit, bei der Kindererziehung und bei der Pflege von Angehörigen (siehe Gender Equality Index 2015). Frauenanteil im(nationalen) Parlament Ruanda 63,8% Bolivien 53,1% Kuba 48,9% Österreich 30,6% Quelle: Interparlamentarischen Union – veröffentlicht am 1 11 2015 Brasilien 9,9% Katar 0,0% [A] Was könnte Ihrer Ansicht nach zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Welt jenseits von gesetzlichen Maßnahmen beitragen? [B] In welchen Bereichen sehen Sie die geforderte Gleichstellung der Geschlechter in unserem Land erreicht? Wo sehen Sie noch Nachholbedarf? Wie deuten Sie die unterschiedlichen Quoten im Parlament? [C] Die Gleichstellung der Geschlechter ist sowohl Einzelziel(Ziel 5) als auch Querschnittsziel. In welchen Themenbereichen wirkt sich fehlende Gleichstellung der Geschlechter besonders gravierend aus? Welche Gründe gibt es dafür? 7 Arbeitsfragen SDG 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten. K l o f rag e. Die Bereitstellung von Toiletten ist keine unwichtige„Klofrage“ Sie entscheidet über die Gesundheit der Menschen, über den Schulbesuch – und sie ist auch eine Frage der Würde Foto: Fotolia/ subbotsky 8 F ast ein Drittel aller Menschen auf der Welt hat keine Möglichkeit, hygienisch und sicher seine Notdurft zu entrichten. Dieser„Toiletten-Notstand“ hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit. Fäkalien verbreiten Keime im Wasser und auf den Feldern, führen zu Infekten und zu Durchfall, eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern. Laut UNICEF sterben jährlich rund eine halbe Million Kinder an den Folgen von verschmutztem Wasser. Fehlende Toiletten sind zudem ein häufiger Grund gerade für Mädchen, nicht mehr zur Schule zu gehen. Fast jede dritte Schule in Afrika stellt keine Toiletten bereit. Z u den Unterzielen des SDG 6 gehören die Verbesserung der Wasserqualität und eine Verringerung der Verschmutzung. Österreich verfügt über eine sehr hohe Wasserqualität. Während in anderen europäischen Ländern z. B. die Belastung des Grundwassers mit Nitrat Anlass zur Besorgnis gibt, ist diese in Österreich noch sehr gering. Die EU -Grenzwerte liegen bei 50 mg/l, wobei die Weltgesundheitsorganisation sogar empfiehlt, einen Höchstwert von 25 mg pro Liter einzuhalten. Hauptursache dieser Nitrat-Belastung, die das Krebsrisiko steigert und vor allem bei Säuglingen gefährlich werden kann, ist die Massentierhaltung mit ihrem hohen ­Gülle-Auf kommen. Sauberes Wasser und Sanitärversorgung Welt Zugang zu sauberem Wasser Sanitärversorgung mit Toiletten 1990: 76,1% 1990: 52,9% 2014: 90,5% 2014: 67,0% Quelle: Worldbank Development Indicators(www worldbank org – Dez 2015) [A] Erhebliche Verbesserungen bei der Trinkwasserversorgung, weiterhin erhebliche Defizite bei der Sanitärversorgung. Wie erklären Sie sich diese Unterschiede? [B] Welchen Zusammenhang können Sie zwischen unserem Energieverbrauch, der Klimaerwärmung und dem Wassermangel in zahlreichen Ländern in den Tropen erkennen? [C] Erläutern Sie bitte den Begriff„virtuelles Wasser“. Arbeitsfragen SDG 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern. Gerade in dörflichen Gebieten können erneuerbare Energien einen erheblichen Beit rag z ur Ve rb e s s e rung de r L e b e n s um s t än de l e i s t e n, denn die Minikraftwerke auf Basis von Sonne, Wind oder Wasser können vor Ort betrieben werden und benötigen keine besondere Infrastruktur Foto: Panos Pictures/ Department for International Development/ Abbie Trayler-Smith A usreichend und jederzeit Energie zur Verfügung zu haben, um zu kochen, zu kühlen oder zu heizen oder auch nur, um im Dunkeln sehen zu können, ist ein wichtiger Faktor für Lebensqualität. Rund 2,5 Milliarden Menschen müssen weitgehend auf diesen„Luxus“ verzichten, kochen mit traditioneller Biomasse(Holz und Tierdung) und müssen die Abholzung von Bäumen und Büschen in ihrer Umgebung in Kauf nehmen. Die Wege der Brennholz-Beschaffung werden immer länger. Außerdem führt das Verbrennen von Holz oder Holzkohle in den oft ungeeigneten und wenig effizienten offenen Herden zu erheblichen Atemwegserkrankungen. Die Folge: 3,8 Millionen Todesfälle pro Jahr. M oderne Energieversorgung ist in Österreich selbstverständlich. Unser Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt deutlich über dem Weltdurchschnitt. Dabei nutzen wir zu 65% fossile Energien(Kohle, Erdöl, Erdgas), die bekanntlich der wichtigste Faktor für die Erderwärmung sind. Österreich will sowohl den Anteil der erneuerbaren Energien als auch die Energieeffizienz deutlich steigern, um das SDG 7 bis 2030 zu erfüllen. Neben der Erzeugung von Energie ist der Verkehr einer der größten Verursacher von CO 2 -Emissionen. Deshalb werden der Ausbau des öffentlichen Verkehrs bzw. der Umstieg auf Elektromobilität als wichtige Schritte hin zu mehr Klimaschutz gesehen. Energieverbrauch pro Kopf (gemessen in kg Öl-Äquivalent) Welt Österreich China USA 2012 1 894 kg 3 918 kg 2 226 kg 6 916 kg Quelle: Worldbank Development Indicators(www worldbank org – Dez 2015) Tansania 470 kg 9 [A] Welche Ideen haben Sie für die Beendigung der Energiearmut? Auf welche Energieträger könnte oder sollte zurückgegriffen werden? [B] Wir reduzieren unseren Energieverbrauch. Welche Folgen hätte ein solches Verhalten für die Energiearmut in der Welt einerseits und für den Wohlstand in unserem Land andererseits? Arbeitsfragen SDG 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern. Me n s c h e nw ür dig e A rb e it? Millionen von Menschen sind weit entfernt von„menschenwürdiger Arbeit“ und müssen für Hungerlöhne – wie hier in Haiti – arbeiten Foto: UN Photo/ Eskinder Debebe 10 W irtschaftliches Wachstum kann sehr unterschiedlich G rundsätzlich gilt, dass reichere Länder mit höherer Wirt­ gestaltet werden. In vielen Ländern geht das ökonomische schaftskraft(gemessen am sogenannten Pro-Kopf-Einkom­ Wachstum auf Kosten der Umwelt und auf Kosten der Men­ men= Bruttonationaleinkommen dividiert durch Einwohner­ schen, die Waren oder Dienstleistungen produzieren. Bemer­ Innenzahl) auch eine bessere soziale Entwicklung aufweisen. kenswert ist, dass sich die Arbeitsverhältnisse weltweit in Wachstum kann dazu beitragen Armut zu reduzieren. Aller­ den letzten Jahren verschlechtert haben. Ordentlich bezahlte dings ist auffällig, dass es auch Länderbeispiele gibt, die die­ Lohnarbeit mit festen Arbeitsverträgen ist seltener geworden, sem Zusammenhang nicht entsprechen. Dies macht die unten deckt nicht einmal die Hälfte der weltweiten Arbeitsverhält­ abgebildete Statistik-Tabelle deutlich. Die reicheren Länder nisse ab. Es bleiben mehr oder weniger prekäre Arbeitsbedin­(Südafrika, Nigeria, Demokratische Republik Kongo) haben gungen. Arbeitslosigkeit droht in vielen Ländern der Erde. eine deutlich geringere Lebenserwartung als die ärmeren Vor allem junge Leute sind davon betroffen. Länder(Bangladesch, Nepal, Madagaskar). Vergleich Lebenserwartung und Wirtschaftskraft ( BIP pro Kopf) Bangladesch 70,7 Jahre 2 937$ Südafrika 56,7 Jahre 12 867$ Nepal 68,4 Jahre 2 248$ Nigeria 52,5 Jahre 5 628$ Madagaskar 64,7 Jahre 1 412$ D. R. Kongo 58,8 Jahre 5 940$ Quelle: Worldbank Development Indicators(www worldbank org – Dez 2015); BIP -Angaben sind kaufkraftberechnet Arbeitsfragen [A] Wie erklären Sie sich, dass in manchen, relativ reichen Ländern dennoch ziemlich ärmliche soziale Verhältnisse vorherrschen? [B] Die SDG s wollen ein„dauerhaftes Wachstum“. Welche Berechtigung sehen Sie für eine solche Forderung für Entwicklungsländern und für reiche Ländern? [C] „Permanentes ökonomisches Wachstum – das ist der Ruin der Erde.“ Was hat die Ökologie-Frage mit der Forderung nach Wachstum zu tun? [D] Gab es in Österreich Ihrer Einschätzung nach in den letzten Jahren ein„inklusives Wachstum“? SDG 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen. D e r Auf b au vo n In f ra s t ruk t ur, z B eine flächendeckende Stromversorgung – wie hier am Beispiel von Bac Ha in Vietnam – ist ein Entwicklungsziel von SDG 9 Foto: UN Photo/ Kibae Park I ndustrialisierung auf der Basis von Kohle und Kolonien war der Schlüssel für die rasante Wohlstandsentwicklung in Eu­ ropa. Weil Weiterverarbeitung einen höheren Anteil an der Wertschöpfung verspricht als die Bereitstellung von Roh­ stoffen, fordern die SDG s vor allem für die ärmsten Länder Maßnahmen, die zur Steigerung der Industrieproduktion und zu mehr Beschäftigung im industriellen Sektor führen. Gleichzeitig sollen Investitionen mehr Effizienz in der Güter­ produktion ermöglichen, den Bereich der Dienstleistungen einschließlich Banksektor ausbauen und den Anschluss an das digitale Zeitalter sicherstellen(siehe Tabelle). M oderne Infrastruktur ist wesentlich für ökonomischen Fortschritt. Die Entwicklungsländer haben vielleicht die Chance, neue Entwicklungspfade zu beschreiten, welche die massiven ökologischen Schäden vermeiden, die mit der In­ dustrialisierung in Europa vor allem durch die Verfeuerung von Kohle verbunden waren. Dass die Entwicklungsländer – insbesondere die Schwellenländer – saubere, umweltverträg­ liche und effiziente Technologien nutzen, ist im gemeinsa­ men Interesse der Menschheit. Eine solche Industrialisierung braucht internationale Unterstützung. Zugang zu Internet und Handy Internet­Nutzer pro 100 EinwohnerInnen Welt Entwicklungsländer entwickelte Länder Handy­Nutzung pro 100 EinwohnerInnen Welt Entwicklungsländer entwickelte Länder 2005 15,8 7,8 50,9 2005 33,9 22,9 82,1 2009 25,6 17,4 62,9 2009 68,0 58,1 112,1 2015 43,4 35,3 82,2 2015 96,8 91,8 120,6 Quelle: ITU Key Global Telecom Indicators 2015 11 [A] Vergrößern oder verringern die digitalen Medien(Internet, Handy) den Abstand zwischen Entwicklungsländern und entwickelten Ländern? [B] Moderne Industrieproduktion in den Entwicklungsländern ist eine bedrohliche Konkurrenz für die alten Industrielän­ der. Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus einer solchen Feststellung? Arbeitsfragen SDG 10: Die Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern. E mp ö r e n de Ung l e ic hh e it. Das Nebeneinander von Armut und Reichtum – hier in Brasilien – ist in vielen Ländern der Erde mit Händen zu greifen Foto: UN Photo/ K McGlynn 12 W ie viel Ungleichheit erträgt die Welt, wie viel soziale Unter­ A uch in Österreich wird das Ziel der SDG s, die Ungleichheit schiede nehmen die Armen hin ohne Rebellion? Auch wenn zu verringern, erhebliche Kurskorrekturen erfordern. So be­ die Armut zurückgegangen ist, so ist doch die Ungleichheit sitzen hierzulande 50% der einkommensschwächsten Haus­ innerhalb vieler Länder weiter gestiegen. Das gleiche gilt auch halte nur 4% des Vermögens, während umgekehrt die 5% global für den Abstand zwischen„reichen“ und„armen“ Län­ einkommensstärksten Haushalte die Hälfte des Gesamtver­ dern. Nimmt man die Wirtschaftskraft(Bruttonationalein­ mögens besitzen. Die SDG s fordern ein, dass den Ungleichhei­ kommen pro EinwohnerIn) zur Grundlage, so wächst der in ten sowohl mit steuerpolitischen Maßnahmen auf nationaler Dollar berechnete Abstand zwischen den Ländern mit hohem Ebene begegnet wird als auch durch die verstärkte Überwa­ Einkommen und denen mit niedrigem Einkommen weiter. chung und Regulierung der globalen Finanzmärkte. Das Pro-Kopf-Einkommen in den reichen Ländern ist 27mal höher als in den„armen Ländern“. < 10.000$ 2,9 10.000 – 100.000$ 21,5 11,8 100.00 – 1 Mio.$ 7,9 41,3 > 1 Mio.$ 0,7 44,0 0 10 20 30 40 Quelle: Credit Suisse Global Wealth Databook 2014 50 69,8 Anteil Weltbevölkerung(%) Anteil Weltvermögen(%) 60 70 80 Arbeitsfragen [A] Erörtern Sie bitte die aus Ihrer Sicht wichtigsten Hindernisse für eine Verringerung der Ungleichheit auf internationa­ ler Ebene. [B] Sehen Sie ökonomische und/ oder soziale Vorteile in einer stärker egalitären Gesellschaft? Gilt dies für reiche Länder und für arme Länder gleichermaßen? [C] Leistungsgerechtigkeit macht soziale Unterschiede zwingend erforderlich, denn auch die Leistungen sind unterschied­ lich. Bewerten Sie bitte dieses Argument. SDG 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten. Mo l o c h S t adt. Mehr als die Hälfte der ErdbewohnerInnen lebt mittlerweile in Städten Doch Lebensquali­ tät, Sicherheit und Nachhaltigkeit sind bei dieser rapiden Urbanisierung vielerorts auf der Strecke geblieben Foto: UNIDO / Chau Doan D ie weltweite Stadtbevölkerung wächst, besonders stark in Afrika und in Asien. Viele StadtbewohnerInnen leben dabei unter schwierigen Bedingungen. Es fehlt an Straßen, Was­ ser und Energieversorgung, gesundheitlichen Dienstleistun­ gen und an Schulen. Vor allem die Slums, in denen weltweit 863 Millionen Menschen leben, sind häufig Orte ohne Infra­ struktur. Und dennoch: Viele StadtbewohnerInnen, darun­ ter auch viele BewohnerInnen der Slums, Favelas, Barriadas, Compounds usw., schaffen den Weg aus der extremen Armut. Die Armutsraten in den Städten sind deutlich niedriger als auf dem Land(über 70% der Armen leben auf dem Land). A uch in Österreich nimmt die Verstädterung zu. Bei uns le­ ben mittlerweile 55% der Menschen in„urbanen Räumen“. Dies führt zu Versorgungsengpässen(Gesundheitsbereich, Schulen, Behörden) im ländlichen Raum, wo die Bevölke­ rungsdichte abnimmt und Infrastrukturleistungen deutlich teurer werden. In den Städten wiederum wachsen das Ver­ kehrsaufkommen und die Bebauungsdichte. Gleichzeitig wird der städtische Wohnraum knapp und damit immer teurer, was vor allem für Geringverdienende und große Fa­ milien zunehmend zum Problem wird. Die SDG s fordern die Regierungen der Welt auf, für„angemessenen, sicheren und bezahlbaren Wohnraum“ zu sorgen. Anteil der extrem Armen an der Stadtbevölkerung/ Landbevölkerung Welt Stadt(1990) 20,5% Land(1990) 52,5% Stadt(2008) 11,6% Land(2008) 29,4% Quelle: Worldbank Development Indicators(www worldbank org – Dez 2015) 13 [A] Welche Vermutungen haben Sie darüber, warum die Armut in den ländlichen Gebieten meist größer ist als in den Städten? [B] Wie könnte man mit der(weltweiten) Landflucht umgehen? Nennen Sie bitte dazu einige Stichworte. [C] Wo sehen Sie in Ihrer Stadt(bzw. in der nächstgelegenen Stadt) Defizite oder auch Erfolge bezüglich einer sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung? Arbeitsfragen SDG 12: Nachhaltige Konsum­ und Produktionsmuster sicherstellen. Ma s s i ve L e b e n s mit t e l ve rnic h t ung. Während Millionen Menschen hungern, werden auf der anderen 14 Seite Millionen Tonnen von Lebensmitteln produziert, ohne dass sie am Ende die VerbraucherInnen erreichen Vieles landet auf dem Müll Foto: Fotolia/ highwaystarz N achhaltig kann Konsum nur sein, wenn wir auch tatsäch­ lich nutzen, was wir mit hohem Aufwand an Energie, Wasser und anderen Ressourcen hergestellt haben. Im besonderen gilt dies für Nahrungsmittel. Ein Drittel aller weltweit produ­ zierten Nahrungsmittel erreicht die VerbraucherInnen nicht. 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel verderben jedes Jahr oder fallen Schädlingen zum Opfer. Das bedeutet: 1,4 Mrd. Hektar Land umsonst landwirtschaftlich bearbeitet, 3,3 Mrd. Tonnen CO 2 umsonst in die Atmosphäre geblasen, 750 Mrd. Dollar sinnlos verplempert. A uch in Österreich ist Lebensmittelvernichtung ein Thema. Häufige Gründe sind falsche Planung von Einkäufen(unge­ plante Genusskäufe) und falsche Aufbewahrung von Lebens­ mitteln. Ein Teil der Lebensmittel geht jedoch auch schon verloren bevor sie überhaupt in die Haushalte kommen: Nach einer groben Schätzung gehen beim Obst und Gemüse in Ös­ terreich 25% am Produktionsstandort verloren, 5% bei Trans­ port und Lagerung und 10% in den Supermärkten. Es liegt also sowohl an den KonsumentInnen als auch an den Produ­ zentInnen und Unternehmen hier Maßnahmen zu ergreifen. Getreideverluste bei … … in Afrika Aussaat und Wachstum 6% Transport und Lagerung 8% Sonstige Gründe 5,5% Wegwerfen durch VerbraucherInnen 1% Gesamt 20,5% Quelle: FAO , Global Losses and Waste, Gotheburg/ Rome 2011 … in Europa 2% 4% 7% 25% 38% [A] Analysieren Sie die Getreideverluste in Afrika und in Europa. Wie lassen sich die Unterschiede erklären? [B] Wie beurteilen Sie das„Wegwerfverhalten“ der österreichischen Bevölkerung? Macht das Wegwerfen von Lebens­ mitteln nicht ökonomisch Sinn, weil die ProduzentInnen und auch der Handel davon profitieren? [C] Was könnte VerbraucherInnen hier zu einem„nachhaltigen Konsum“ jenseits des Wegwerfens veranlassen? Arbeitsfragen SDG 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen. Wie im We s t e n, s o auf E r de n. Der Klimawandel ist weltweit eine der größten Herausforderungen und seine großräumigen und unvorhersehbaren Folgen treffen die Ärmsten oft am härtesten: Das Bild zeigt Über­ schwemmungen im Norden Haitis nach dem Hurrican Thomas Foto: UN Photo/ Marco Dormino W enn die Klimaerwärmung tatsächlich die größte Bedro­ hung der Menschheit ist, steht es schlecht um unsere Zukunft. Der weltweite, durch menschliches Handeln verursachte Aus­ stoß von Treibhausgasen steigt weiter an. 2013 lag er bei 32,2 Millionen t CO 2 , mehr als das Doppelte(14 Mio. t) dessen, was unsere Ökosysteme pro Jahr aufzunehmen in der Lage sind. Ökonomisches Wachstum und zunehmender Güterwohl­ stand lassen in fast allen Ländern der Erde die Emissionen ansteigen. Die Folgen der Erderwärmung wie Wetterextreme, Dürreperioden oder auch der Anstieg des Meeresspiegels tref­ fen zunächst noch vornehmlich die ärmeren Länder. U m das Ziel 13 zu erreichen muss sich in Österreich nun ein zielgerichteter und maßnahmenorientierter Klimaschutz eta­ blieren, der eine nahezu vollständige Dekarbonisierung bis 2050 anstrebt. Denn ein maximaler Temperaturanstieg von 2°C bzw. 1,5°C bleibt andernfalls eine Illusion. Ideen, wirk­ same Konzepte und saubere Technologien sind bereits vor­ handen, aber sie müssen flächendeckend zum Einsatz kom­ men, um die dramatischen Folgen des Klimawandels sowohl in Österreich, als auch im Sinne der Klimagerechtigkeit welt­ weit abwenden zu können. Treibhausgasemissionen pro Kopf(2013) Welt 4,52 t CO 2 China 6,60 t CO 2 Österreich 7,68 t CO 2 Quelle: IEA – Key world energy statistics 2015 Tansania 0,20 t CO 2 USA 16,18 t CO 2 15 [A] Versuchen Sie, den Begriff„Klimagerechtigkeit“ zu definieren? Wie sähe eine Klimapolitik, welche die Interessen der Menschen in den armen und in den reichen Ländern in gerechter Weise berücksichtigt? [B] Warum kann Klimapolitik auch gleichzeitig als aktive Flüchtlingspolitik betrachtet werden? [C] Welche Bereiche des persönlichen Handelns sehen Sie für sich als bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz? Arbeitsfragen SDG 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nach­ haltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen. SDG 14 zielt auf den Schut z bzw. die nachhaltige Nut zung von maritimen Ökosystemen un d Kü s t e ng e bie t e n. Vor allem für kleine Inselstaaten ist das ein wichtiges Ziel Das Bild zeigt junge 16 Fischer vor dern Insel Atauro in Osttimor Foto: UN Photo/ Martine Perret G ut 91 Millionen Tonnen Fisch wurden 2012 den Meeren und den Binnengewässern entnommen. Diese Menge überfordert weithin die Fischbestände. Viele Arten(wie Alaska-Seelachs, Thunfisch oder Schellfisch) sind zumindest in bestimmten Regionen in ihrem Bestand gefährdet und können sich nicht mehr ausreichend regenerieren. Ein Großteil dieser Massen­ fänge geht auf wenige Fischerei-Nationen zurück, die mit Groß-Trawlern und riesigen Fangnetzen die Meere effektiv leerfischen und den lokalen FischerInnen wenig Chancen las­ sen. Rund die Hälfte aller Fischexporte hat die EU zum Ziel. D ie EU versucht seit einigen Jahren, durch Fangquoten die Überfischung der Meere zumindest einzudämmen. Aller­ dings liegen diese Quoten im Moment noch deutlich jenseits einer Nachhaltigkeitslinie. Hinzu kommt, dass der Beifang in der industriell betriebenen Fischerei erheblich ist: 20 Mil­ lionen Tonnen Fisch pro Jahr, die nicht verwertet, sondern wieder ins Meer gekippt werden. Und: Jenseits aller Abspra­ chen in der EU betreiben viele EU -Fischer weithin ungestraft illegale Fischerei, operieren innerhalb der Fischereizonen är­ merer Länder und entziehen den dortigen FischerInnen ihre Existenzgrundlage. Weltweiter Fischfang bzw. Fischproduktion (Mio Tonnen) Jahr 2001 2012 Meere 67,9 79,7 Binnengewässer 6,6 11,6 Aquakulturen 11,5 60,6 gesamt 86,0 151,9 Quelle: FAO – The State of World Fisheries and Aquaculture, 2014 [A] Skizzieren Sie bitte, wie durch politische und/ oder ökonomische Maßnahmen ein nachhaltiger Fischfang weltweit durchgesetzt werden könnte. [B] Aquakulturen statt Fischfang= Nachhaltigkeit. Prüfen Sie bitte diese Formel. [C] Verzicht auf Fisch als mein persönlicher Beitrag zur Umsetzung des SDG 14? Erörtern Sie bitte Vor- und Nachteile einer solchen rigorosen Konsumentscheidung – und mögliche Alternativen. Arbeitsfragen SDG 15: Landökosysteme schützen …, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Boden­ degradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen. B o de n e rh al t ung. Der Kampf gegen Erosion und Wüstenbildung ist schwierig Nur angepasste Landwirt­ schaft hat in den ökologisch labilen Regionen der Erde eine langfristige Chance Foto: UN Photo/ Martine Perret D ie Menschheit verliert den Boden, genauer die Böden, auf denen Landwirtschaft betrieben werden kann, um die bis 2050 noch wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Schon ein Drittel der weltweiten Böden ist heute degradiert, d. h. in seinen Funktionen eingeschränkt oder gar vollständig un­ fruchtbar geworden. Unangepasste Landwirtschaft führt zu Erosion oder Versalzung, reduziert die Ernteerträge und hat im Extremfall Wüstenbildung zur Folge. Die Herausforde­ rung lautet, mit nachhaltiger und angepasster Landwirtschaft mehr zu produzieren, um 9,5 Milliarden Menschen(2050) satt zu machen. A uch in Österreich ist die Qualität der Böden und damit die Basis unserer Landwirtschaft stellenweise gefährdet. Vor al­ lem der weitflächige, häufig auch unangemessen hohe Einsatz von Stickstoffdünger führt zu Nitrat-Belastungen im Grund­ wasser. Winderosion lässt wertvollen Humus verschwinden und auch die Bodenverdichtung durch landwirtschaftliche Maschinen wird zunehmend kritisch gesehen. Hinzu kommt der„Flächenfraß“ für Bau- und Verkehrsflächen. Der tägli­ che Verbrauch lag 2015 bei 6,7 Hektar pro Tag. Das entspricht der Größe von 9,3 Fußballfeldern! Diese„Versiegelungsquote“ muss dringend deutlich reduziert werden. Bodendegradation(2015) 33% Quelle: FAO 2015 Zunahme der degradierten Fläche pro Jahr 5–10 Millionen Hektar Von der Degradation betroffene Menschen 1,5 Milliarden [A] Nennen Sie bitte Maßnahmen, durch die Erosion, Versalzung und Wüstenbildung gestoppt oder verringert werden könnte. [B] Erhaltung der(ursprünglichen) Wälder oder lukrative Waldbewirtschaftung durch schnell-wachsende Bäume(z. B. Eukalyptus). Erörtern Sie den Ökologie-Ökonomie-Zielkonflikt sowohl aus der Sicht einer nationalen Naturschutzbe­ hörde als auch aus der Sicht lokaler WaldbesitzerInnen. [C] Vor allem durch Waldrodung, durch ausgeweitete Monokulturen und durch klimabedingte Veränderungen in den Ökosystemen sterben jährlich mindestens 11.000 Tierarten endgültig aus. Warum könnte man dies für eine bedrohli­ che Entwicklung halten? Arbeitsfragen 17 SDG 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechen­ schaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen. E n t wic k lung s hin de rni s Gewal t. Kriegerische Konflikte, aber auch häusliche und kriminelle Gewalt, be18 drohen das Leben von Millionen Menschen Gerade die Armen sind davon betroffen Foto: UN Photo/Eric Kanalstein A lle Formen der Gewalt überall deutlich zu verringern wird A uch in Österreich gibt es Korruption, werden Bauaufträge im Zusammenhang mit dem SDG 16 gefordert. Denn Gewalt unter der Hand vergeben und immer noch sind Menschen bedroht nicht nur unmittelbar das Leben so vieler Menschen, Opfer von Gewalt(physischer, psychischer aber auch struktu­ sondern verschlechtert auch die langfristigen Lebensbedin­ reller Gewalt). Transparenz und Rechenschaftspflicht staatli­ gungen, vermindert Ernteerträge und Ressourcen, verringert cher Institutionen und Behörden und eine effektive Kontrolle die Chancen auf Bildung, auf Gesundheitsfürsorge und Par­ durch politisch legitimierte Gremien sind unverzichtbar für tizipation. Konfliktländer und„Post-Konflikt-Staaten“ sind ein inklusives und friedliches Miteinander in Österreich. We­ „Hotspots“ der Armut. In ihnen droht der Zusammenbruch sentlich dabei ist ein freier Zugang zu Informationen und die jeglicher staatlicher Ordnung, Verwaltung und Daseinsfür­ Möglichkeit den Umgang mit Informationen und den Prozess sorge.„Failing states“ – das bedeutet noch mehr Elend, Ge­ der Meinungsbildung differenziert zu erlernen. walt und Terrorismus. Lebenserwartung 2013 Kindersterblichkeit (erste 5 Jahre) Extreme Armut (2012) Pro­Kopf­Einkommen (2014) Alle Entwicklungsländer Fragile und„post­ conflict“­Staaten 69,3 Jahre 61,8 Jahre 4,9% 8,0% 14,9% 39,9% 8 898$ 3 559$ Quelle: Worldbank – Development indicators(Website 12 1 2016) Weitere Erläuterungen im LehrerInnenheft Arbeitsfragen [A] Vergleichen Sie bitte die in der Tabelle dargestellten sozialen und ökonomischen Kennziffern der„Entwicklungsländer“ insgesamt(135 Staaten) und der„Konfliktländer“(35 Staaten) im Besonderen. Welche Feststellungen können Sie treffen? Welche Schlussfolgerungen sollte die Entwicklungspolitik aus diesem Befund ziehen? [B] Recherchieren Sie den Ausdruck„Fragile States“ und deren Indikatoren. [C] Bitte recherchieren Sie, was die Organisation Transparency International zum Ziel hat, und was es mit dem „Corruption perception index“ auf sich hat. SDG 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft mit Leben füllen. “Gl o b al g ove rnan c e” o hn e“g l o b al g ove rnm e n t”. Bei aller Schwächen der Vereinten Nationen – Es gibt keinen anderen Ort für den globalen Interessensausgleich und die gemeinsame Suche nach Frieden und nachhaltiger Entwicklung der Menschheit Foto: UN Photo/ Manuel Elias D as SDG 17.2 fordert erneut, was die reichen Länder seit lan­ gem versprochen haben: 0,7% des Bruttonationaleinkommens der Wirtschaftskraft der westlichen Länder sollen für die Ent­ wicklungszusammenarbeit( EZA ) bereitgestellt werden. Doch die meisten Geberländer – auch Österreich – liegen weit hin­ ter dem 0,7%-Ziel zurück. 2014 waren es im Durchschnitt al­ ler westlichen Geber gerade einmal 0,3%. Gleichzeitig ist der Stellenwert der EZA für die meisten Empfängerländer eher bescheiden. In Afrika macht die EZA im Durchschnitt gerade einmal 2,34% des dortigen Bruttonationaleinkommens aus. E ine globale Partnerschaft würde für Österreich mehr als nur finanzielle Transfers bedeuten. Die SDG s fragen nach Unter­ stützung für die Exportkapazitäten der Entwicklungsländer, nach Technologie-Transfer und nach der Übereinstimmung zwischen entwicklungspolitischen Zielen und anderen Poli­ tikbereichen(„Politikkohärenz in allen Ländern zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung verbessern“). Außerdem soll die Führungsrolle jedes Staates bei der Festlegung und Um­ setzung von Maßnahmen der Armutsbekämpfung und der nachhaltigen Entwicklung im eigenen Land respektiert wer­ den( SDG 17.15). Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit( EZA ) Anteil EZ ­Ausgaben am BNE Anteil EZ ­Einnahmen am BNE Schweden: 1,09% Niger: 11,4% Österreich: 0,32% Mosambik: 12,9% USA : 0,19% Liberia: 43,9% Quelle: OECD 2015 Die Zahlen sind für 2014 BNE = Bruttonationaleinkommen(Wirtschaftskraft) Alle Geber: 0,30% Afrika insgesamt: 2,34% 19 [A] Bitte sehen Sie sich die o. a. Tabelle an und kommentieren Sie die Zahlen auf dem Hintergrund Ihres Vorwissens. Was finden Sie bemerkenswert? [B] Die SDG s fordern„Politikkohärenz“. Recherchieren Sie bitte Bereiche mangelnder Politikkohärenz in der österrei­ chischen Politik(z. B. Entwicklungs-, Außen-, Außenwirtschafts- oder Landwirtschaftspolitik). [C] Wie stellen Sie sich eine nachhaltige und gerechte„globale Partnerschaft“ vor? Arbeitsfragen Was die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 verändern sollen SDG Stichworte zu den SDG ­Unterzielen Extreme Armut beenden } nationale Armuts­ quoten halbieren } Sozialschutzsysteme für alle Bevölkerungsgruppen einrichten } Recht auf wirtschaftliche Ressourcen und Zugang zu grundlegenden Diensten, Grundeigentum, natürliche Ressourcen, neue Technologien etc. für alle Männer und Frauen. Hunger beenden } Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen } nachhaltige Landwirt­ schaft fördern } die landwirtschaftliche Produktivität verdoppeln } Mangel- und Fehlernährung beenden } genetische Vielfalt bewahren } Nachhaltigkeit der Nahrungsmittelproduktion sicherstellen. Gesundes Leben für alle } weltweit Mütter- und Kindersterblichkeit senken } Epidemien bekämpfen } Prävention von Suchtstoffmissbrauch(z. B. Alkohol) verstärken } Allgemeine Gesundheitsversorgung für alle erreichen. Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung für alle } Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern } gleichberechtigte Schulbildung für Mädchen und Jungen } Alphabetisierung aller Jugendlichen } Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen sicherstellen. Alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beenden } Gewalt gegen Frauen beseitigen } volle und wirksame Teilnahme von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen } Zugang zu reproduktiver Gesundheit. Nachhaltige Wasser- und Sanitärversorgung für alle gewährleisten } Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser } Wasserqualität durch Verringerung der Verschmutzung weltweit verbessern } Effizienz der Wassernutzung steigern } Berge, Wälder, Feuchtgebiete, Flüsse, Grundwasserleiter und Seen schützen. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern } Anteil erneuer­ barer Energie deutlich erhöhen } Energieeffizienz verdoppeln } Zugang zu Forschung und Technologie im Bereich saubere Energie und Energieeffizienz fördern. Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit fördern } Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion verbessern } Zwangsarbeit und Sklaverei abschaffen, Menschenhandel beenden. Widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen und nachhaltige Industrialisierung fördern } Anteil der Industrie an der Beschäftigung und am Bruttoin­ landsprodukt erheblich steigern } wissenschaftliche Forschung verbessern, Innovationen fördern. SDG Stichworte zu den SDG ­Unterzielen Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern } Einkommenswachstum der ärmsten 40% der Bevöl­ kerung erreichen } Alle Menschen zu Selbstbestim­ mung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern } verstärkte Mitsprache der Entwicklungsländer bei Entscheidungsfindung in internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, wider­ standsfähig und nachhaltig gestalten } Zugang zu bezahlbarem Wohnraum sicherstellen } Slums sanieren } Zugang zu sicheren und nachhaltigen Verkehrssystemen ermöglichen } von Städten ausgehende Umweltbelastung senken. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen } natürliche Ressourcen nachhaltig und effizient nutzen } Nahrungsmittelverschwendung halbieren } Abfallaufkommen deutlich verringern } nachhaltige Verfahren bei der öffentlichen Beschaffung fördern } Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung stärken. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen } Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren stärken } bis 2020 gemeinsam jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaschutzmaßnahmen aufbringen. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen } Meeresverschmutzung erheblich verringern } Versauerung der Ozeane auf ein Mindestmaß reduzieren } die Fischfangtätigkeit bis 2020 wirksam regulieren und Überfischung beenden. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nützung fördern } Entwaldung beenden, geschädigte Wälder wiederherstellen } Wüstenbildung und Bodendegradation bekämpfen } Verlust von Biodiversität entgegenwirken. Friedliche und inklusive Gesellschaften fördern } alle Formen der Gewalt und gewaltbedingte Sterblichkeit deutlich verringern } Rechtsstaatlichkeit und gleichberechtigten Zugang zur Justiz gewährleisten } Korruption und Bestechung in allen ihren Formen erheblich reduzieren, Grundfreiheiten schützen. Die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen } Mobilisierung einheimischer Ressourcen verstärken } die Einhaltung der Zusage der„entwickelten Länder“(0,7% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusam­ menarbeit) sicherstellen. Nützliche Links HintergrundInformationen Unterrichtsmaterialien Nachhaltige Entwicklung – Agenda 2030 Offizielle Seite des Bundeskanzleramts zur Agenda 2030. Detaillierte Informationen zu den SDG s und den Unterzielen sowie Hinweise zur Implementierung der Ziele in Österreich https://www.bundeskanzleramt.at/ nachhaltige-entwicklung-agenda-2030 Lernplattform zu den nachhaltige Entwicklungszielen Deutschsprachige Unterrichtsmethoden für die Sekundarstufe I+ II und Hinweise auf Materialien www.Lernplattform-nachhaltige­ Entwicklungsziele.de Deutsches Informationsportal zur Agenda 2030 und zu den SDG s https://www.2030agenda.de/en Website des Informationsdienstes der Vereinten Nationen Wien zu den SDG s politische Erläuterungen, Statistiken u. a. m. zu den„nachhaltigen Entwicklungszielen“. www.unis.unvienna.org/unis/de/topics/ sustainable_development_goals. html#MoreInfo Internet-Seite für junge Leute Film-Trailer, Infos und Bilder zu den SDG s, ausgerichtet auf ein jugendliches Publikum. www.globalgoals.org/de SDG – Medien und Ressourcen Die Website will mit Kurzinfos, Links, Hinweisen auf Veranstaltungen etc. zur Verbreitung der SDG s(jedermann soll sie kennen) beitragen(englisch). www.project-everyone.org ‘We The People’ for The Global Goals Videoclip in dem berühmte Persönlichkeiten aus der ganzen Welt die 17 Ziele vorstellen https://www.youtube.com/ watch?v=RpqVmvMCmp0 Interaktive Führung zu nachhaltiger Entwicklung in der Wiener UNO -City für 10 bis 18-Jährige www.unis.unvienna.org/unis/de/visitors_ service/sustainable_development_tour.html World’s largest lesson – Englisch-sprachige Website mit Unterrichtsmaterialien und-hinweisen zu den SDG s. www.tes.com/worldslargestlesson/ Sechs Audio-Folgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu den SDG s(auch mit Transkript), ab 14 Jahren www.bezev.de/post2015/sdgpodcast.html Vier Unterrichtseinheiten zu den Neuerungen der SDG s, ab 14 Jahren www.cbm.de/static/medien/ Nachhaltigkeitsziele_Sek2_CBM.pdf SDG s in einfacher Sprache www.engagement-global.de/die­ nachhaltigkeitsziele.html Eine Unterrichtseinheit zu SDG s allgemein, ab 14 Jahren www.globales-lernen-schule-nrw.de/uploads/ media/Gy-Ge-SoWi-Sek-II-Q-Phase-LK-Die­ SDGs.pdf Liste mit Unterrichtsmaterialien- und Medien zu den einzelnen SDG s aus der C3-Bibliothek für Entwicklungspolitik http://www.baobab.at/images/doku/ glu2016_17_ziele.pdf Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen 1 234567 A B C D E F