Empfehlung für Wiener Kindergärten Infektionskrankheiten und prophylaktische medizinische Maßnahmen IMPRESSUM Herausgeberin Magistratsabteilung 15- Gesundheitsdienst der Stadt Wien 1030 Wien, Thomas-Klestil-Platz 9 Für den Inhalt verantwortlich Andreas Flaschner Dr. in Sabine Gangel OPhsR Dr. in Ursula Karnthaler OPhsR Dr. in Margarete Lässig OPhsR Dr. in Doris Tschabitscher Konzeption, Gesamtleitung, Redaktion OPhysR Dr. in Margarete Lässig Layout Michael Ambros, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit MA 15 1. Auflage- Mai 2018 Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 2 INHALTSVERZEICHNIS 1 Maßnahmen gegen dieVerbreitung übertragbarer Krankheiten 1.1 Allgemeines 1.2 Schutzimpfungen 1.3 Infektionserreger 1.4. Infektionswege 1.5 Meldeverpflichtungen 1.6 Ausschluss vom Besuch eines Kindergartens 1.7 Maßnahmen bei Hepatitis A 1.7.1 Was ist Hepatitis A? 1.7.2 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.7.3 Wie kann einer Übertragung von Hepatitis A vorgebeugt warden? 1.7.4 Maßnahmen im Erkrankungsfall 1.8 Maßnahmen bei Hepatitis B und C 1.8.1 Was ist Hepatitis B, Hepatitis C? 1.8.2 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.8.3 Hygienerichtlinien 1.8.4 Maßnahmen im Infektions-/Erkramkungsfall 1.9 Maßnahmen bei HIV 1.9.1 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.9.2 Hygienerichtlinien 1.10 Maßnahmen bei bakterieller Lebensmittelvergiftung 1.10.1 Was ist eine bakterielle Lebensmittelvergiftung? 1.10.2 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.10.3 Wie kann der Übertragung der bakteriellen Lebensmittelvergiftung vorgebeugt werden? 1.10.4 Maßnahmen beim Auftreten einer bakteriellen Lebensmittelvergiftung 1.10.5 Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen 1.11 Maßnahmen bei viraler Lebensmittelvergiftung 1.11.1 Was ist eine virale Lebensmittelvergiftung und wie erfolgt die Ansteckung? 1.11.2 Wie kann die Übertragung von viralen Lebensmittelvergiftungen verhindert werden? 1.11.3 Maßnahmen beim Auftreten von viralen Lebensmittelvergiftungen 1.11.4 Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen 1.12 Maßnahmen bei Ruhr(Shigellen), Typhus oder Paratyphus 1.12.1 Was ist Ruht, Typhus oder Paratyphus? 1.12.2 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.12.3 Maßnahmen im Erkrankungsfall 5 5 5 6 6 7 7 10 10 10 10 11 11 11 11 11 12 12 12 12 13 13 13 13 14 14 15 15 15 15 15 16 16 16 16 Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 3 1.13 Maßnahmen bei Meningitiden 1.13.1 Was ist eine Meningitis(Hirnhautentzündung)? 1.13.2 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.13.3 Wie erkennt man eine Meninghitis? 1.13.4 Wie wird eine Meningitis behandelt? 1.13.5 Maßnahmen im Erkrankungsfall 1.14 Maßnahmen bei Tuberkolose 1.14.1. Was ist eine Tuberkoloseerkrankung? 1.14.2 Wie erfolgt die Ansteckung? 1.14.3 Hygienerichtlinien 1.14.4 Maßnahmen im Infekjrionsfall 2 ProphylaktischeMaßnahmen, Evidenzhaltung 2.1. Wiegen und Messen 2.2. Kaliumjodidtabletten 2.3. Verabreichung von Medikamenten 3 Maßnahmen bezüglich des Personals 3.1. Maßnahmen bei Röteln, Ringelröteln und Feuchtblattern(Varizellen) 3.2. Medizinischer Bedienstetenschutz 4 Weitere Informationen 5 Anhang 16 16 16 17 17 18 18 18 18 19 19 19 20 21 21 21 22 23 Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 4 1 Maßnahmen gegen die Verbreitung übertragbarer Krankheiten 1.1 Allgemeines Enge Kontakte, wie sie in einer Gemeinschaftseinrichtung gegeben sind, begünstigen die Übertragung von Krankheitserregern, die bei bestimmten Krankheiten umso schwerere Krankheitsverläufe erwarten lassen, je jünger die betroffenen Kinder sind. Für Kleinkinder können auch Verkühlungen eine ernste Gefahr darstellen. Bei Krankheitssymptomen wie Fieber, Durchfall, Erbrechen, Ohrenschmerzen, Wundinfektion odereinem nicht abgeklärten Hautausschlag istderKindergartenbesuch nicht erlaubt. Akut erkrankte Kinder sind abzuholen. Eine kinderärztliche Abklärung ist in diesen Fällen anzuraten. Manche Infektionskrankheiten hinterlassen eine vorübergehende Abwehrschwäche, wodurch die Kinder für weitere Infektionen anfälliger/empfänglicher sind. Deshalb ist es wichtig, Kinder bis zur völligen Genesung zu Hause zu lassen. Einige Infektionskrankheiten stellen ein Risiko für das ungeborene Kind dar, wenn sie in der Schwangerschaft durchgemacht werden. Deshalb müssen schwangere Mitarbeiterinnen und schwangere Mütter über das Auftreten von Infektionskrankheiten im Kindergarten informiert werden. Nach Kontakt mit Erkrankten ist unbedingt die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt aufzusuchen. Da das Infektionsrisiko innerhalb einer Gruppe höher ist als im familiären Rahmen, müssen in den Kindergärten besondere Vorkehrungen getroffen werden. 1.2 Schutzimpfungen Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Vorsorgemaßnahmen in der Medizin. Kinder haben entsprechend der UN-Konvention der Kinderrechte ein Recht auf beste Gesundheitsvorsorge. Dazu gehört der Schutz vor Erkrankungen, die durch Impfung vermeidbar sind. Es obliegt den Eltern Schutzimpfungen bei ihren Kinder durchführen zu lassen. Den Impfkalender des kostenfreien Kinderimpfprogrammes mit den Alters- und Impfempfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder(sowie Schulkinder) finden Sie auf der Homepage des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz unter dem Link http://www.bmgf.gv.at/home/Impfplan Die Leiterin/der Leiter des Kindergartens hat im Zuge des Aufnahmegespräches von den Eltern(Obsorgeberechtigten) die Vorlage des Gesundheitspasses oder anderer Impfdokumentationen zu verlangen. Das jeweilige Impfdatum ist von der Leiterin im Evidenzblatt einzutragen. Impfungen, die während der Zeit des Besuches des Kindergartens vorgenommen werden, sind gleichfalls einzutragen. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 5 1.3 Infektionserreger Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Erreger: • Bakterien verursachen z.B. bakterielle Lebensmittelvergiftungen, Keuchhusten (Pertussis), Scharlach, Tuberkulose,... • Viren verursachen z.B. Feuchtblattern(Varicellen, Windpocken), Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis A, Hepatitis B,... • Parasiten sind z.B. Läuse, Krätzmilben, Zecken,... • Würmer sind z.B. Madenwürmer(Oxyuren), Spulwürmer(Ascariden), Peitschenwürmer(Trichiuren),... • Pilze verursachen z.B. Mund- und Windelsoor(Candidiasis), Hautpilz(Tinea corporis), Fußpilz(Tinea pedis),... 1.4 Infektionswege Eine Krankheitsübertragung kann auf unterschiedlichem Weg erfolgen: • Tröpfcheninfektion durch Husten, Sprechen, Niesen, z.B. Feuchtblattern, Masern, Mumps, Röteln, Grippe, Erkältungskrankheiten, Hirnhautentzündung, Scharlach, Tuberkulose,... • Schmutz- und Schmierinfektion,(Hände!), z.B. Schmutzkrätze, Bindehautentzündung, durch Übertragung von Stuhl bei Hepatitis A und Durchfallerkrankungen,... • Blut(Handschuhe verwenden!) Hepatitis B und C, HIV • Lebensmittelinfektion(Küchenhygiene beachten!) z.B. bakterielle Lebensmittelvergiftungen, Hepatitis A, Rotaviren,... Weitere Übertragungswege sind durch Insekten(FSME, Borreliose...), durch Haustiere und diaplazentar- in der Schwangerschaft von der Mutter auf das ungeborene Kind (Röteln, Feuchtblattern,...) gegeben. Prinzipiell ist auch sexuelle Übertragung(Geschlechtskrankheiten, Hepatitis B und C, HIV,...) möglich. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 6 1. 5 M el d e v er pfli c ht u n g e n D as A uftr et e n v o n I nf e kti o ns kr a n k h eit e n u n d P ar asit e n b ef all( L ä us e, Mil b e n, Fl ö h e) i m Ki n d er g art e n/ H ort i st d e n Elt er n( O bs or g e b er e c hti gt e n) i n F or m ei n es A us h a n g es z ur K e n nt nis z u bri n g e n. O b s or g e b er e c hti gt e si n d d ar a uf hi n z u w ei s e n, d a s s Er kr a n k u n g e n d er Ki n d er d e m Ki n d er g art e n z u m el d e n si n d. Di e L eit eri n ist n a c h§ 3. A bs 5 E pi d e mi e g es et z v er pfli c ht et, b ei b e k a n nt w er d e n ei n er a nz ei g e pfli c hti g e n I nf e kti o ns kr a n k h eit(si e h e P u n kt 5„! n z ei g e pfli c hti g e Kr a n k h eit e n“, htt p s:// w w w. b m gf. g v. at/ c ms/ h o m e/ att a c h m e nts/ 5/ 7/ 7/ C H 1 6 4 4/ C M S 1 4 8 7 6 7 5 7 8 9 7 0 9 /li st e_ a n z ei g e pfli c hti g e_ kr a n k h eit e n_i n__ o e st err ei c h. p df ) d as z ust ä n di g e B e zir k s g es u n d h eits a mt als z ust ä n di g e B ezir ks v er w alt u n gs b e h ör d e z u i nf or mi er e n. Ü b er erf or d erli c h e M a ß n a h m e n e nts c h ei d et d a s B ezir ks g es u n d h eits a mt. G e h ä uft es, z eit gl ei c h e s A uftr et e n v o n S c h arl a c h i n ei n er Gr u p p e ist d e m z ust ä n di g e n B ezir ks g es u n d h eits a mt z u m el d e n. G e h ä uft e s, z eit gl ei c h e s A uftr et e n v o n D ur c hf all s er kr a n k u n g e n – mit o d er o h n e Fi e b er – w o d er V er d a c ht a uf ei n e n Z u s a m m e n h a n g mit E s s e n i m Ki n d er g art e n b e st e ht,i st d e m B e zir k s g e s u n d h eit s a mt z u m el d e n. B a kt eri ell e u n d vir al e D ur c hf all er kr a n k u n g e n ä u ß er n si c h d ur c h er h ö ht e St u hlfr e q u e n z, v er ä n d ert e s A u s s e h e n u n d G er u c h d e s St u hl e s. Di e Ki n d er si n d i m All g e m ei n b efi n d e n b e ei ntr ä c hti gt. Ki n d er mit D ur c hf all wi e o b e n b e s c hri e b e n, si n d v o m Ki n d er g art e n b e s u c h a u s z u s c hli e ß e n. 1. 6 A u s s c hl u s s v o m B e s u c h d e s Ki n d er g art e n s W e n n v o m B e zir k s g e s u n d h eit s a mt ü b er Ki n d er p er B e s c h ei d ei n B e s u c h s v er b ot w e g e n ei n er a n z ei g e pfli c hti g e nI nf e kti o n s kr a n k h eit v er h ä n gt w ur d e, d arf er st n a c h A uf h e b u n g di e s e s V er b ot e s d er Ki n d er g art e n wi e d er b e s u c ht w er d e n. D a s i m F ol g e n d e n g er e g elt e B e s u c h s v er b ot i st bi n d e n d u n d k a n n d ur c h ei n e a n d er s l a u­ t e n d e är ztli c h e B e st äti g u n g ni c ht a uf g e h o b e n w er d e n. A u c h ü b er B etr e u erI n n e n u n d s o n sti g e s P er s o n al d e s Ki n d er g art e n s k a n n di e G e s u n d h eit s b e h ör d e al s M a ß­ n a h m e z ur V er hi n d er u n g d er W eit er v er br eit u n g ei n er I nf e kti o n s kr a n k h eit bs p w. ei n e F er n h alt u n g v o m Ki n d er g art e n p er B e s c h ei d v er h ä n g e n. Di e s e B e s c h ei d e u n d di e b e s c h ei d m ä ßi g v or g e g e b e n e n V erf ü g u n g e n si n d bi s z ur A uf h e b u n g d ur c h di e G es u n d h eits b e h ör d e ei nz u h alt e n. M a s er n, M u m p s u n d R öt el n si n d vir al e I nf e kti o n s kr a n k h eit e n u n d s c h o n v or d er er k e n n b ar e n S y m pt o m ati k a n st e c k e n d. Di e Ü b ertr a g u n g erf ol gt d ur c h Tr ö pf c h e n­ i nf e kti o n. M a s er n hi nt erl a s s e n ei n e v or ü b er g e h e n d e I m m u n s c h w ä c h e v o n c a. 6 W o c h e n. Al s K o n s e q u e n z k a n n v or ü b er g e h e n d ei n e er h ö ht e E m pf ä n gli c h k eit f ür S e ­ k u n d äri nf e kti o n e n a uftr et e n. S e hr s c h w er wi e g e n d i st ei n e s elt e n a uftr et e n d e G e hir n e nt z ü n d u n g, di e 4 bi s 7 T a g e n a c h B e gi n n d e s A u s s c hl a g s a uftr et e n u n d t ö dli c h e n d e n k a n n. E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 7 B ei M u m p s k ö n n e n s elt e n a u c h b ei Ki n d er n al s K o m pli k ati o n e n E nt z ü n d u n g e n d er B a u c h s p ei c h el dr ü s e, d er Ni er e n, d er G el e n k e u n d d e s H er z m u s k el s, s o wi e ei n e Bl ut ar m ut a uftr et e n. R öt el n i n d er S c h w a n g er s c h aft k ö n n e n z u ei n er S c h ä di g u n g d e s u n g e b or e n e n Ki n d e s, z u F e hl- o d er Fr ü h g e b urt f ü hr e n. S c h arl a c h i st ei n e pl öt zli c h a uftr et e n d e, d ur c h B a kt eri e n( Str e pt o k o k k e n) v er ur­ s a c ht e I nf e kti o n d er G a u m e n m a n d el n u n d d e s R a c h e n s mit ei n e m c h ar a kt eri sti­ s c h e n H a ut a u ss c hl a g. Di e Ü b ertr a g u n g erf ol gt d ur c h Tr ö pf c h e ni nf e kti o n. S c h arl a c h wir d mit ei n e m A nti bi oti k u m b e h a n d elt. Z w ei T a g e n a c h B e gi n n ei n er wir k s a m e n A nti bi oti k a- T h er a pi ei st d a s Ki n d ni c ht m e hr a n st e c k e n d. D er Ki n d er g art e n b e s u c h i st a b er er st n a c h v ölli g er G e n e s u n g( u n b e ei ntr ä c hti gt i m All g e m ei n b efi n d e n), o h n e Kr a n k h eit s s y m pt o m e wi e Fi e b er u n d H al s s c h m er­ z e n, o h n e H a ut a u s s c hl a g, erl a u bt. Di e A nti bi oti k a g a b e ist l a ut V or g a b e d er b e h a n d el n d e n Är zti n/ d es b e h a n d el n d e n Ar zt es f ort z us et z e n, ei n e M e di k a m e nt e n g a b e i m Ki n d er g art e n ist j e d o c h ni c ht er­ l a u bt. U n b e h a n d elt b etr ä gt di e A nst e c k u n gsf ä hi g k eit bis z u 3 W o c h e n. Als S p ätf ol g e n di es er Str e pt o k o k k e n-I nf e kti o n k ö n n e n d as a k ut e r h e u m atis c h e Fi e b er mit G el e n k, H a ut- u n d/ o d er H er z b et eili g u n g u n d ei n e E nt z ü n d u n g d er Ni er e n a uftr et e n. Ri n g elr öt el n si n d ei n e Vir us er kr a n k u n g di e d ur c h Tr ö pf c h e ni nf e kti o n ü b ertr a g e n wir d. N a c h A uftr et e n d es H a ut a uss c hl a g es ist si e ni c ht m e hr a nst e c k e n d. Ki n d er d ürf e n b ei u n b e ei ntr ä c hti gt e m All g e m ei n b efi n d e n d e n Ki n d er g art e n wi e d er b es u­ c h e n. D a s V a ri c ell a- Z o st er- Vir u s k a n n z w ei v er s c hi e d e n e Er kr a n k u n g e n v er ur s a c h e n: F e u c ht bl att er n i st d a s kli ni s c h e Er s c h ei n u n g s bil d d er Er sti nf e kti o n, ei n e h o c h a nst e c k e n d e I nf e kti o n s kr a n k h eit. G ürt elr o s e tritt al s e n d o g e n e R e a kti vi er u n g( Z w eit er kr a n k u n g) a uf, e h er i m h ö ­ h er e n L e b e ns alt er. Di e Ü b ertr a g u n g erf ol gt d ur c h Tr ö pf c h e n- u n d S c h mi eri nf e kti o n( ü b er d e n Bl ä s­ c h e ni n h alt). Di e A n st e c k u n g sf ä hi g k eit erli s c ht mit A btr o c k n u n g d er Bl ä s c h e n. D er B e s u c h d e s Ki n d er g art e n s i st fr ü h e st e n s ei n e W o c h e n a c h B e gi n n d er Er kr a n k u n g, w e n n d a s Ki n d i n s ei n e m All g e m ei n b efi n d e n ni c ht m e hr b e ei ntr ä c hti gt i st u n d di e Bl ä s c h e n v er kr u st et si n d, z ul ä s si g. K e u c h h u st e n i st ei n e b a kt eri ell e I nf e kti o n s kr a n k h eit di e d ur c h Tr ö pf c h e ni nf e kti o n ü b ertr a g e n wir d. Ki n d er, di e d ar a n er kr a n kt si n d, d ürf e n fr ü h e st e n s f ü nf T a g e n a c h B e gi n n ei n er wir k s a m e n A nti bi oti k at h er a pi e – b z w. o h n e A nti bi oti k at h er a pi e fr ü­ h e st e n s dr ei W o c h e n n a c h A uftr et e n d er H u st e n att a c k e n – d e n Ki n d er g art e n b e ­ s u c h e n, s of er n z u di e s e m Z eit p u n kt k ei n e s c h w er e n H u st e n a nf äll e m e hr a uftr et e n. I m p eti g o( S c h m ut z kr ät z e) i st ei n e b a kt eri ell e I nf e kti o n. Di e Ü b ertr a g u n g erf ol gt d ur c h S c h mi eri nf e kti o n. Ki n d er m üss e n bis z u m v ölli g e n A btr o c k n e n d er H a utl äsi o n e n d e m Ki n d er g art e n f er n bl ei b e n. A u s g e d e h nt e eitri g e Fi e b er bl a s e n u n d i nfi zi ert e E k z e m e si n d d er I m p eti g o gl ei c h z u h alt e n. E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 8 Ki n d er mit St o m atiti s a p ht h o s a u n d a u s g e d e h nt e n, eitri g e n Fi e b er bl a s e n( Vir u s­ i nf e kti o n e n) si n d v o m Ki n d er g art e n b e s u c h a u s z u s c hli e ß e n. U n k o m pli zi ert e Fi e b er­ bl a s e n erf or d er n k ei n e Ei n s c hr ä n k u n g d e s Ki n d er g art e n b e s u c h e s. Eitri g e Bi n d e h a ut e nt z ü n d u n g i st h o c h i nf e kti ö s u n d d ur c h S c h mi eri nf e kti o n ü b er­ tr a g b ar. Di e b etr off e n e n Ki n d er si n d bi s z ur S y m pt o mfr ei h eit v o m Ki n d er g art e n b e­ s u c h a u s z u s c hli e ß e n. B ei Er kr a n k u n g a n H e p atiti s A m ü s s e n Ki n d er v o m Kr a n k h eit s b e gi n n a n z u mi n d e st z w ei W o c h e n d e m Ki n d er g art e n f er n bl ei b e n. N a c h di e s e n z w ei W o c h e n k ö n n e n si e d e n Ki n d er g art e n wi e d er b e s u c h e n, s of er n si e z u di e s e m Z eit p u n kt kli ni s c h g e s u n d si n d( H y gi e n e m a ß n a h m e n, si e h e P u n kt 1. 7). Ki n d er mit P ar a sit e n b ef all wi e S c a bi e s( Kr ät z mil b e) o d er L ä u s e n d ürf e n d e n Ki n­ d er g art e n er st n a c h a b g e s c hl o s s e n er B e h a n dl u n g b e s u c h e n. B ei S c a bi e s i st ei n e är ztli c h e B e s c h ei ni g u n g o d er d er E ntl a s s u n g s bri ef v or z ul e g e n. Di e D ur c hf ü hr u n g d er K o pf e ntl a u s u n gi st z u b e st äti g e n( a u s g e st ellt z. B. v o n d e n El t er n, v o m H y gi e n e­ z e ntr u m d er St a dt Wi e n). Di e B ett w ä s c h e d e s b etr off e n e n Ki n d e s u n d K u s c h elti er e si n d gr ü n dli c h z u r ei ni g e n ( w a s c h e n b ei mi n d. 6 0° C, b e s s er b ei 9 0° C). W ä s c h e u n d S pi el s a c h e n di e mit di e s e n h o h e n T e m p er at ur e n ni c ht b e h a n d elt w er d e n k ö n n e n si n d b ei Kr ät z mil b e n b ef all f ür 2 4 St u n d e n, b ei L a u s b ef all f ür 4 8 St u n d e n i n ei n e m l uft di c ht v er s c hl o s s e n e n Pl a sti k s a c k a uf z u b e w a hr e n u n d a n s c hli e ß e n d z u r ei ni g e n, d a di e P ar a sit e n ni c ht l ä n g er a u ß er h al b d e s K ör p er s u n d o h n e N a hr u n g ü b erl e b e n. P ol st er m ö b el u n d T e p pi c h e si n d gr ü n dli c h z u s a u g e n. B ei W ur mi nf e kti o n d arf d a s Ki n d er st n a c h a b g e s c hl o s s e n er T h er a pi e( 1- 3 T a g e T h er a pi e j en a c h Art d er Err e g er) d e n Ki n d er g art e n wi e d er b e s u c h e n. H y gi e n e m a ß­ n a h m e n wi e gr ü n dli c h e s H ä n d e w a s c h e n, k ur z g e s c h nitt e n e Fi n g er n ä g el, W a s c h e n d er B ett w ä s c h e b ei mi n d. 6 0° C, b e s s er b ei 9 0° C si n d ei n z u h alt e n. W ar z e n, D ell w ar z e n si n d h ä ufi g e Vir u si nf e kti o n e n d er H a ut. E s b e st e ht k ei n A u s­ s c hli e ß u n g s gr u n d a u s d e m Ki n d er g art e n. H ä n d e h y gi e n e b e a c ht e n, Fi n g er n ä g el k ur z u n d s a u b er h alt e n, Ei n m al h a n dt ü c h er v er w e n d e n, Kr at z e n a n d e n W ar z e n v er m ei d e n, d a d a d ur c h di e W eit er v er br eit u n g er h ö ht wir d, g e g e b e n e nf all s b ef al­ l e n e H a ut st ell e n a b d e c k e n. C hr o ni s c h kr a n k e n Ki n d er n i st i n A n w e n d u n g v o n P u n kt 2. 3 A b s. 2 d er B e s u c h z u er m ö gli c h e n. N a c h O p er ati o n e n o d er V erl et z u n g e n mit a m b ul a nt er o d er st ati o n är er S pit al s b e­ h a n dl u n g i st v or d e m g e pl a nt e n Ki n d er g art e n b e s u c h d er Ar zt bri ef v or z ul e g e n. Di e d ari n f e st g el e gt e n E m pf e hl u n g e n si n d ei n z u h alt e n. N a c h K n o c h e n br u c h( Gi p s h a n d, Gi p sf u ß) ist d er Ki n d er g art e n b e s u c h mit Li e g eo d er S p alt gi p s ni c ht erl a u bt. V or d e m g e pl a nt e n Ki n d er g art e n b e s u c h i st d er är zt­ li c h e B ef u n d b eri c ht b z w. E ntl a s s u n g s b eri c ht v or z ul e g e n. Di e d ari n f e st g el e gt e n E m pf e hl u n g e n z ur D a u er d er k ör p erli c h e n S c h o n u n g b z w. h ä u sli c h e n Pfl e g e si n d ei n z u h alt e n. E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 9 1. 7 M a ß n a h m e n b ei H e p atiti s A 1. 7. 1 W as i st H e p atiti s A? Di e H e p atitis A ist ei n e L e b er e nt z ü n d u n g, di e d ur c h d as H e p atitis A- Vir us h er v or g er uf e n wir d. Di e Er kr a n k u n g v erl ä uft i n d e n m eist e n F äll e n g ut arti g. Di e Kr a n k h eit s z ei c h e n k ö n n e n s e hr u nt er s c hi e dli c h a u s g e pr ä gt s ei n. Di e H e p atiti s A b e gi n nt z u n ä c h st u n c h ar a kt eri sti s c h wi e b ei ei n e m gri p p al e n I nf e kt mit Fi e b er, K o pf ­ s c h m er z e n, G el e n k su n d Gli e d er s c h m er z e n s o wi e all g e m ei n e m Kr a n k h eit s g ef ü hl. S p ät er tr et e n Ü b el k eit, Er br e c h e n, V öll e g ef ü hl, A p p etitl osi g k eit u n d D ur c hf all a uf. T y pis c h ist d as A uftr et e n d er G el bs u c ht, di e si c h als G el bf är b u n g d er A u g e n u n d d er H a ut ä u ß ert. B ei Ki n d er n v erl ä uft di e Er kr a n k u n g oft m als o h n e G el bs u c ht. 1. 7. 2 Wi e erf ol gt di e A n st e c k u n g? Di e I nf e kti o n erf ol gt al s S c h mi eri nf e kti o n ü b er G e g e nst ä n d e, T ür kli n k e n, W äs c h e et c. S c h mi eri nf e kti o n e n k o m m e n i n erst er Li ni e b ei Ki n d er n v or. S o k a n n si c h ei n e H e p atitis A i n Ki n d er g ärt e n u n d V ol kss c h ul e n l ei c ht a us br eit e n. Ei n w eit er er Ü b ertr a g u n gs w e g si n d k o nt a mi ni ert e( mit H e p atitis A- Vir e n v er u nr ei ni gt e) L e b e n s mitt el u n d k o nt a mi ni ert e s Tri n k w a s s er. B e s o n d er s i n L ä n d er n mit ni e dri g e m H y gi e n e st a n d ar d si n d di e s e Ü b ertr a g u n g s w e g e v o n B e d e ut u n g. 1. 7. 3 Wi e k a n n ei n er Ü b ertr a g u n g v o n H e p atiti s A v or g e b e u gt w er d e n? I st i n ei n e m Ki n d er g art e n ei n F all v o n H e p atiti s A a uf g etr et e n h elf e n ei ni g e ei nf a c h e H y gi e n e m a ß n a h m e n di e H e p atiti s A – Ü b ertr a g u n g z u v er m ei d e n: I m pf u n g g e g e n H e p atiti s A S a u b er k eit a uf d er T oil ett e( all g e m ei n e u n d p er s ö nli c h e S a u b er k eit) Gr ü n dli c h e s H ä n d e w a s c h e n mit S eif e n a c h B e n üt z u n g d er T oil ett e Gr ü n dli c h e s H ä n d e w a s c h e n mit S eif e v or d e m E s s e n V er w e n d u n g v o n Ei n m al h a n dt ü c h er n a n st ell e v o n St off h a n dt ü c h er n D ar a uf a c ht e n, d ass Ki n d er G e g e nst ä n d e ni c ht i n d e n M u n d n e h m e n, di e a n d er e Ki n d er s c h o n i n d er H a n d h att e n( z. B. L e b e ns mitt el, Ess b est e c k, B e c h er, S pi els a ­ c h e n, M alstift e et c.) V er w e n d u n g v o n Ei n m al wi n d el n u n d Tr a g e n v o n Ei n m al h a n d s c h u h e n b ei m Wi c k el n R ei ni g u n g u n d a n s c hli e ß e n d e D e si nf e kti o n v o n S a nit är ei nri c ht u n g e n u n d O b erfl ä ­ c h e n( z. B. Wi c k el a ufl a g e n) mit g e g e n Vir e n wir k s a m e n D e si nf e kti o n s mitt el n H ä n d e d e si nf e kti o n n a c h j e d e m K o nt a kt mit St u hl E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 1 0 1.7.4 Maßnahmen im Erkrankungsfall Sollte ein Kind an Hepatitis A erkrankt sein, ist das zuständige Bezirksgesundheitsamt bzw. das Team Epidemievorsorge und Impfwesen, Tel.: 4000 87501 oder das Team Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche, Tel.: 4000 87642 der Magistratsabteilung 15 zu kontaktieren(siehe Punkt 4„Weitere Informationen“) Eltern und Personal sollen auf die Wichtigkeit der Hepatitis A Impfung hingewiesen werden. Datenschutzbestimmungen und Dienstverschwiegenheit, insbesondere persönliche Daten Erkrankte betreffend, sind verpflichtend einzuhalten. Auf Verdauungsstörungen(Durchfall, Erbrechen) und Temperaturerhöhungen ist besonders zu achten, Kinder mit solchen Symptomen sind bis zur Klärung der Ursache vom Kindergartenbesuch auszuschließen. 1.8 Maßnahmen bei Hepatitis B und C 1.8.1 Was ist Hepatitis B, Hepatitis C? Hepatitis B oder C ist eine Leberentzündung, die durch Hepatitis B- oder Hepatitis CViren hervorgerufen wird. 1.8.2 Wie erfolgt die Ansteckung? Das Virus wird vor allem über Blut, sehr selten durch andere Körperflüssigkeiten übertragen. Die größte Ansteckungsgefahr ist gegeben: • Wenn Gegenstände, die mit infiziertem Blut in Berührung gekommen sind, gemeinsam verwendet werden(z.B. Zahnbürsten, Rasierklingen, Spritzen,...). • Beim Geburtsvorgang auf das neugeborene Kind, wenn die Mutter Virusträgerin ist. • BeiGeschlechtsverkehr ohneKondommit einemVirusträger/einerVirusträgerin. Kein Infektionsrisiko stellen Körperkontakte im alltäglichen sozialen Miteinander, die gemeinsame Benutzung von Geschirr, Besteck u.ä. sowie die gemeinsame Benutzung sanitärer Einrichtungen unter Einhaltung der Hygienerichtlinien dar. Die Berührung intakter Haut mit virushaltiger Körperflüssigkeit führt auch nicht zu einer Übertragung. 1.8.3 Hygienerichtlinien Vorsicht ist bei Verletzungen und blutenden Wunden geboten. Prinzipiell sind bei potentiellem Kontakt mit Blut(z.B. Nasenbluten, blutende Wunden) Einmalhandschuhe zutragen,dasBlutist mit Einmaltüchern zu entfernen und kontaminierte Gegenstände und Flächen sind gründlich zu reinigen und anschließend zu desinfizieren. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 11 1.8.4 Maßnahmen im Infektions-/Erkrankungsfall Sollte ein Kind an Hepatitis B oder C erkrankt oder Hepatitis B- oder C-Träger sein, ist das Team Epidemievorsorge und Impfwesen, Tel.: 01 4000 87501 oder das Team Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche, Tel.: 01 4000 87642 der Magistratsabteilung 15 zukontaktieren. Eltern und Personal sollen auf die Wichtigkeit der Hepatitis B-Impfung hingewiesen werden. Datenschutzbestimmungen und Dienstverschwiegenheit, insbesondere persönliche Daten Erkrankte betreffen, sind verpflichtend einzuhalten. 1.9 Maßnahmen beiHIV Die HIV Infektion bzw. die AIDS-Erkrankung wird durch die Humanen ImmundefizienzViren hervorgerufen. 1.9.1 Wie erfolgt die Ansteckung? Das Virus wird durch Blut und infektiöse Körperflüssigkeiten(Sperma, Vaginalsekret) übertragen. Die größte Ansteckungsgefahr ist gegeben: • Bei der gemeinsamen Verwendung von mit infiziertem Blut verunreinigten Spritzen, oder bei Verletzung durch mit infiziertem Blut verunreinigten Instrumenten. • Beim Geburtsvorgang auf das neugeborene Kind, wenn die Mutter Virusträgerin ist. • BeiGeschlechtsverkehr ohneKondommit einemVirusträger/einerVirusträgerin. Kein Infektionsrisiko stellen Körperkontakte im alltäglichen sozialen Miteinander, die gemeinsame Benutzung von Geschirr, Besteck u.ä. sowie die gemeinsame Benutzung sanitärer Einrichtungen unter Einhaltung der Hygienerichtlinien dar. HIV wird nicht über Speichel, Tränenflüssigkeit, Tröpfcheninfektion oder durch Insektenstiche übertragen. Die Berührung intakter Haut mit virushaltiger Körperflüssigkeit führt auch nicht zu einer Übertragung. 1.9.2 Hygienerichtlinien Vorsicht ist bei Verletzungen und blutenden Wunden geboten. Prinzipiell sind bei potentiellem Kontakt mit Blut(z.B. Nasenbluten, blutende Wunden) Einmalhandschuhe zu tragen, das Blut ist mit Einmaltüchern zu entfernen und kontaminierte Gegenstände und Flächen sind gründlich zu reinigen und anschließend zu desinfizieren. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 12 1. 1 0 M a ß n a h m e n b ei b a kt eri ell er L e b e n s mitt el v er gift u n g 1. 1 0. 1 W as i st ei n e b a kt eri ell e L e b e n s mitt el v er gift u n g? Di e b a kt eri ell e L e b e n s mitt el v er gift u n g – a m h ä ufi g st e n v er ur s a c ht d ur c h e nt eriti s c h e S al m o n ell e n, C a m p yl o b a kt er o d er Y e rsi ni e n- i st ei n e i nf e kti ö s e D ar m er kr a n k u n g mit Ü b el k eit, Er br e c h e n, D ur c hf all, B a u c h s c h m er z e n u n d m a n c h m al a u c h Fi e b er. 1. 1 0. 2 Wi e erf ol gt di e A n st e c k u n g? Di e Ü b ertr a g u n g d er S al m o n ell e n, C a m p yl o b a kt er u n d Y ersi ni e n erf ol gt i n d er R e g el ü b er k o nt a mi ni ert e( v er u nr ei ni gt e, v ers e u c ht e) L e b e n s mitt el, v or all e m d ur c h u nz u­ r ei c h e n d g e k o c ht es o d er g e br at e n es G efl ü g el u n d Fl eis c h, r o h e Ei er o d er a us di es e n h er g est ellt e S p eis e n( z. B. M a y o n n ais e, Tir a mi s u), s o wi e r o h e Mil c h u n d Mil c h pr o d u kt e. J e d o c h a u c h d ur c h n a c htr ä gli c h i n d er K ü c h e k o nt a mi ni ert e S p eis e n wir d ei n e Ü b er ­ tr a g u n g b e o b a c ht et. E b e n s o k ö n n e n di e s e Kr a n k h eit s err e g er, d a si e mit d e m St u hl a u s g e s c hi e d e n w er d e n, d ur c h ei n e S c h mi eri nf e kti o n ü b ertr a g e n w er d e n. 1. 1 0. 3 Wi e k a n n d er Ü b ertr a g u n g d er b a kt eri ell e n L e b e n s mitt el v er gift u n g v or g e b e u gt w er d e n? V or b e u g e n d s pi elt di e p er s ö nli c h e H y gi e n e u n d di e L e b e n s mitt el h y gi e n e ei n e gr o ß e R oll e. S p ei s e n, v or all e m Fl ei s c h u n d Ei er, a u sr ei c h e n d er hit z e n u n d d ur c h g ar e n, n ur p a st e uri si ert e Mil c h u n d Mil c h pr o d u kt e v er z e hr e n Gr ü n dli c h e s H ä n d e w a s c h e n n a c h B e n üt z e n d er T oil ett e H ä n d e w asc h e n v or d e m Ess e n H ä n d e w a s c h e n v orj e d e m K o nt a kt mit L e b e n s mitt el n K ü c h e n- u n d L e b e n s mitt el h y gi e n e b e a c ht e n K ei n Ei n s at z v o n P er s o n e n, di e a n a k ut e n D ur c hf äll e n l ei d e n, b ei d er H er st ell u n g u n d V ert eil u n g v o n S p ei s e n E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 1 3 1.10.4 Maßnahmen beim Auftreten einer bakteriellen Lebensmittelvergiftung Sind in einem Kindergarten ein oder mehrere Kinder an bakterieller Lebensmittelvergiftung(Salmonellen, Campylobakter, Yersinien) erkrankt, ist besonders auf allgemeine und persönliche Hygiene zu achten. Erkrankungsfälle sind dem Bezirksgesundheitsamt zu melden. Weitere Maßnahmen sind entsprechend den Anordnungen des Bezirksgesundheitsamtes zu veranlassen. Ist eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter an einer bakterieller Lebensmittelvergiftung (Salmonellen, Campylobakter, Yersinien) erkrankt, darf sie/er nicht im Kindergarten tätig sein. Nach Genesung(Symptomfreiheit) bis zum Nachweis, dass keine Erreger mehr ausgeschieden werden, gelten bei Salmonellen und Yersinien folgende Richtlinien: • Kein Einsatz in Kleinkinderkrippen(z.B. Gruppentausch) • Keine Verwendung bei der Herstellung und Verteilung von Speisen • Desinfektion der Toilettanlagen nach Benützung • Gründliches Händewaschen mit Seife, anschließende Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandtüchern 1.10.5 Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen Bei den Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ist grundsätzlich besonderes Augenmerk auf die Gegenstände bzw. Stellen zu richten die vom Erkrankten nach dem Erbrechen oder der Stuhlausscheidung ohne entsprechende Händedesinfektion berührt wurden bzw. mit den Ausscheidungen verunreinigt sind bzw. sein könnten (z.B. WC- Brille, Spülkasten, Türschnallen, Wasserhähne, Handläufe, etc.). Analog ist beim Windelwechsel besonders darauf zu achten, dass die Wickelauflage, die zum Wickeln benötigten Hilfsmittel(Cremen, Behälter für Reinigungstücher, etc.) und der Abwurfbehälter(wenn nicht eine Fußbedienung vorhanden) zu reinigen und zu desinfizieren sind. Bei sichtbarer Verschmutzung ist vor der Desinfektion eine Reinigung durchzuführen. Die Desinfektion hat mit einem geprüften(ÖGHMP, VAH oder DVG) Flächendesinfektionsmittel zu erfolgen. Die Anwendung der Desinfektionsmittel hat gemäß der Gebrauchsinformation(Konzentration, Einwirkzeit, etc.) zu erfolgen. Die Desinfektion ist erst nach Ende der Einwirkzeit beendet. Anschließend sind die desinfizierten Flächen mit klarem Wasser nachzureinigen. Erst dann ist eine weitere Benützung möglich. Ausgenommen sind alkoholische Schnelldesinfektionsmittel. Diese müssen nicht nachgereinigt werden, jedoch ist auch da die weitere Benützung der Gegenstände erst nach Beendigung der Einwirkzeit erlaubt. Das Auftragen und sofortige Wegwischen des Desinfektionsmittels ist nicht zulässig. Während der Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten bzw. beim Wickeln müssen Einmalhandschuhe getragen werden. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 14 1. 1 1 M a ß n a h m e n b ei vir al e n L e b e n s mitt el v er gift u n g e n 1. 1 1. 1 W as i st ei n e vir al e L e b e n s mitt el v er gift u n g u n d wi e erf ol gt di e A n st e c k u n g? A u c h vir al e D ur c hf all err e g er wi e z. B. N or o vir e n u n d R ot a vir e n k ö n n e n v o n Er kr a n kt e n mit k o nt a mi ni ert e n H ä n d e n a uf L e b e n s mitt el a uf g e br a c ht u n d s o ü b ertr a g e n w er d e n. Di e s f ü hrt i n d er R e g el d a z u, d a s s s c hl a g arti g i n n er h al b v o n 4 8 St u n d e n ei n gr o ß er T eil j e n er P er s o n e n, di e v o n d e m k o nt a mi ni ert e n L e b e n s mitt el g e g e s s e n h a b e n, a n s c h w all arti g e m Er br e c h e n u n d a k ut e n t eil s m a s si v e n D ur c hf äll e n( e v e nt u ell b e gl eit et v o n B a u c h-, M u s k el- o d er K o pf s c h m er z e n u n d er h ö ht er T e m p er at ur) er kr a n k e n, w o ­ b ei di e s e S y m pt o m e i n d er R e g el i n n er h al b v o n 2 T a g e n v o n s el b st wi e d er a b kli n g e n. M eist w er d e n vir al e D ur c hf all err e g er a b er ü b er S c h mi eri nf e kti o n( A uss c h ei d u n g mit d e m St u hl u n d d e m Er br o c h e n e n) o d er d ur c h d as A er os ol b ei m Er br e c h e n ü b ertr a g e n. 1. 1 1. 2 Wi e k a n n di e Ü b ertr a g u n g v o n vir al e n L e b e n s mitt el v er gift u n g e n v er hi n d ert w er d e n? Hi er g elt e n di e s el b e n Gr u n d s ät z e wi e b ei b a kt eri ell e n L e b e n s mitt el v er gift u n g e n (si e h e 1. 1 0. 3). 1. 1 1. 3 M a ß n a h m e n b ei m A uftr et e n v o n vir al e n L e b e n s mitt el v er gift u n g e n Tr et e n i n ei n e m Ki n d er g art e n v er m e hrt D ur c hf äll e a uf, ist b es o n d ers a uf all g e m ei n e u n d p ers ö nli c h e H y gi e n e z u a c ht e n. S ollt e n i n ei n e m Ki n d er g art e n i n n er h al b v o n 4 8 St u n d e n i n mi n d est e n s z w ei Gr u p p e n z u mi n d est j e 4 Ki n d er a n( Br e c h-) D ur c hf äll e n er kr a n k e n, k a n n ei n e l e b e ns mitt el b e di n gt e Er kr a n k u n g ni c ht mit Si c h er h eit a us g e ­ s c hl os s e n w er d e n. D es h al bist di es d e m B e zir k s g es u n d h eits a mt u n v er z ü gli c h z u m el d e n. I st ei n e Mit ar b eit eri n/ ei n Mit ar b eit er a n ei n er vir al e n D ur c hf all er kr a n k u n g er kr a n kt, d arf si e/ er ni c ht i m Ki n d er g art e n t äti g s ei n. Bi s mi n d e st e n s 2 T a g e n a c h A b kli n g e n d er S y m pt o m e s ollt e n di e s e Mit ar b eit er u n d Mit ar b eit eri n n e n a u c h ni c ht b ei d er H er st ell u n g u n d V ert eil u n g v o n S p ei s e n ei n g e s et zt w er d e n. Ei n e s or gf älti g e S a nit äru n d H ä n d e h y gi e n e( gr ü n dli c h e s H ä n d e w a s c h e n mit S eif e u n d a n s c hli e ß e n d e H ä n d e ­ d e si nf e kti o n)i st a u c h n a c h d e r a k ut e n Er kr a n k u n g s p h a s e ei n z u h alt e n. 1. 1 1. 4 R ei ni g u n g s- u n d D e si nf e kti o n s m a ß n a h m e n (si e h e b a kt eri ell e L e b e ns mitt el v er gift u n g, 1. 1 0. 5) A c ht u n g b ei N or o vir e n – b ei Er kr a n k u n g e n i st ei n V or g e h e n g e m ä ß N or o vir e n- L eitli ni e d er A G E S erf or d erli c h (htt ps:// w w w. a g es. at/t h e m e n/ kr a n k h eits err e g er/ n or o vir us/). F ür di e D e si nf e kti o n s m a ß n a h m e n d ürf e n n ur Mitt el v er w e n d et w er d e n, di e z u mi n ­ d e st g e g e n P oli o vir e n u n d A d e n o vir e n( g e m ä ß E N 1 4 4 7 6) g e pr üft wir k s a m si n d. E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 1 5 1.12 Maßnahmen bei Ruhr(Shigellen), Typhus oder Paratyphus 1.12.1 Was ist Ruhr, Typhus oder Paratyphus? Es handelt sich hierbei um infektiöse Darmerkrankungen, welche durch Bakterien verursacht werden 1.12.2 Wie erfolgt die Ansteckung? Die Infektion erfolgt über den Stuhl eines Erkrankten oder einer Person, die Krankheitskeime ausscheidet, ohne selbst Krankheitszeichen aufzuweisen(gesunder Ausscheider): • Als sogenannte Schmierinfektion über Gegenstände, Türklinken, Wäsche etc. • Über kontaminierte Lebensmittel und kontaminiertes Wasser 1.12.3 Maßnahmen im Erkrankungsfall Erkrankungsfälle sind unverzüglich dem Bezirksgesundheitsamt zu melden. Weitere Maßnahmen sind entsprechend den Anordnungen des Bezirksgesundheitsamtes zu veranlassen. Ist eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter an Shigellenruhr, Typhus oder Paratyphus erkrankt, darf sie/er bis zum Nachweis, dass keine Erreger mehr ausgeschieden werden, im Kindergarten nicht beschäftigt werden(Bescheid der MA 15). 1.13 Maßnahmen bei Meningitiden 1.13.1 Was ist eine Meningitis(Hirnhautentzündung)? Als Meningitis bezeichnet man die Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Es handelt sich um eine sehr schwere Erkrankung, welche zu bleibenden Schäden des Zentralnervensystems oder sogar zum Tod führen kann. Eine Meningitis kann durch Bakterien, Viren und Pilze hervorgerufen werden. Häufig wird die Meningitis durch Meningokokken, eine bestimmte Bakterienart, verursacht. Weitere bakterielle Erreger der Meningitis sind z.B. Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Virale Erreger einer Meningitis können selten z.B Masern-, Mumps-, Influenza- und Varizellenviren sein. In sehr seltenen Fällen können auch Pilze eine Meningitis verursachen. 1.13.2 Wie erfolgt die Ansteckung? Die Ansteckung erfolgt meist über Tröpfcheninfektion. Für die Übertragung ist enger, persönlicher Kontakt notwendig. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 16 1.13.3 Wien erkennt man eine Meningitis? Die Krankheit beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. Diese grippeähnliche Krankheitszeichen machen esoft schwer, die richtige Diagnose zu stellen, bevor die Alarmzeichen einer Meningitis auftreten: starke Kopfschmerzen, Lichtscheu, hohes Fieber, Übelkeit oder Erbrechen, Nackensteifigkeit und schweres Krankheitsgefühl. 1.13.4 Wie wird eine Meningitis behandelt? Je nach der Ursache der Erkrankung wird im Krankenhaus die notwendige Therapie durchgeführt. Eine bakterielle Meningitis wird mit wirksamen Antibiotika behandelt. 1.13.5 Maßnahmen im Erkrankungsfall Verdachts- und Erkrankungsfälle sind unverzüglich dem Bezirksgesundheitsamt zu melden. Bei bakterieller Meningitis, ausgelöst durch Meningokokken, wird für enge Kontaktpersonen in der betroffenen Gruppe(SpielgefährtInnen, BetreuerInnen) und für im gemeinsamen Haushalt des erkrankten Kindes Lebende eine Antibiotika-Prophylaxe empfohlen. Unabhängig davon wird empfohlen, die Kinder zu beobachten und im Falle von Krankheitszeichen, insbesondere bei hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Gliederschmerzen, Erbrechen oder Nackensteifigkeit eine Ärztin/einen Arzt oder eine Ambulanz einer Kinderabteilung aufzusuchen. Weitere Maßnahmen(z.B. Desinfektion) können durch das Bezirksgesundheitsamt veranlasst werden. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 17 1.14 Maßnahmen bei Tuberkulose 1.14.1 Was ist eine Tuberkuloseerkrankung? Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die meist die Lunge betrifft. Sie wird durch langsam wachsende Bakterien ausgelöst. Nur eine von zehn Personen, die sich mit diesen Bakterien ansteckt, erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Die Tuberkulose ist in Österreich relativ selten geworden. Im Gegensatz zu früher ist sie heute in der Regel gut behandel- und heilbar. Die Therapie dauert allerdings mindestens 6 Monate. 1.14.2 Wie erfolgt die Ansteckung? Die Ansteckung erfolgt über eine sogenannte Tröpfcheninfektion(durch Husten einer an ansteckender, offener Lungentuberkulose erkrankten Person werden winzige kleine Speicheltröpfchen in die Luft befördert und können so eingeatmet werden). Die Ansteckung erfolgt allerdings nicht so leicht wie bei anderen durch Tröpfchen übertragbare Infektionskrankheiten(z.B. Masern oder Grippe). Es ist dafür im Allgemeinen ein enger und länger dauernder Kontakt zu einer ansteckenden Person notwendig. Bei einem nur geringen Kontakt, selbst in geschlossenen Räumen, ist die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung äußerst gering. Kein Infektionsrisiko geht von Personen aus, die aufgrund der Behandlung keine Erreger mehr ausscheiden. Gleiches gilt für Personen, die an einer anderen Form der Tuberkulose wie z.B. Lymphknotentuberkulose erkrankt sind oder deren Lungentuberkulose entdeckt wurde, bevor eine Erregerausscheidung stattfinden konnte. Selbstverständlich sind auch Personen, die sich angesteckt haben aber selbst nicht erkrankt sind, nicht ansteckend. 1.14.3 Hygienerichtlinien Unabhängig vom Auftreten von Tuberkulosefällen führt regelmäßige Raumlüftung zu einer Reduktion der Keimbelastung in der Atemluft. MitarbeiterInnen in Kindergärten bei denen Husten über mehrere Wochen auftritt, die an unerklärlicher Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, leichtem Fieber und Nachtschweiß leiden, sollten sich bei einem Lungenfacharzt untersuchen lassen. 1.14.4 Maßnahmen im Infektionsfall Sollte jemand vom Personal oder ein Kind an ansteckender Lungentuberkulose erkrankt sein, ist dies der MA 15- Tuberkulosevorsorge, Tel.: 01 4000 87658 zu melden. Die MA 15 wird eine Umgebungsuntersuchung im Kindergarten durchführen, bei der alle Personen erfasst werden, die einer Ansteckungsmöglichkeit ausreichend ausgesetzt waren. Es kommen Lungenröntgen und/oder Hauttests zur Anwendung. In bestimmten Fällen werden auch Bluttests durchgeführt. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 18 2 Prophylaktische Maßnahmen, Evidenzhaltung 2.1 Wiegen undMessen Jedes Kind ist ein Mal im Jahr zu Messen und zu Wiegen und das Ergebnis im Evidenzblatt einzutragen. 2.2 Kaliumjodidtabletten Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, an strahlenbedingtem Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz stellt daher für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren Kaliumjodid-Tabletten kostenlos zur Verfügung. Diese können in jeder Apotheke bezogen werden. Kindergärten, Horte und Schulen sollen Kaliumjodid-Tabletten entsprechend den Vorgaben des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz einlagern, da im Falle eines Reaktorunfalls die rechtzeitige Einnahme von Kaliumjodid-Tabletten einen sehr wirksamen Schutz vor strahlenbedingtem Schilddrüsenkrebs bietet(https://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Gesundheitsfoerderung_Praevention/Strahlenschutz/Kaliumiodid_Tabletten_bei_schweren_Reaktorunfaellen). Kaliumjodid-Tabletten sind nur für den Notfall gedacht. Im Falle eines Reaktorunfalls geben die Gesundheitsbehörden bekannt, welche Personen Kaliumjodid-Tabletten einnehmen sollen und in welchen Regionen eine Einnahme notwendig ist. Die Leiterindes Kindergartenshatbeider Aufnahmeeines Kindesdas Informationsblatt und Einverständniserklärung„Kaliumjodid- Tabletten bei schweren Reaktorunfällen“ der Bundesministerien(http://daten.schule.at/dl/Einverstaendniserklaerung_und_ Merkblatt_2012.pdf) den Obsorgeberechtigten zu übergeben. Einverständniserklärungen sind für die Dauer des Besuches des Kindes im Kindergarten aufzubewahren. Der Wunsch der Obsorgeberechtigten ist auf dem Evidenzblatt zu vermerken. Informationen zur Kaliumjodid-Bevorratung in Kindergärten, Horten und Schulen sind allen MitarbeiterInnen nachweislich zur Kenntnis zu bringen. Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 19 2. 3 V er a br ei c h u n g v o n M e di k a m e nt e n Di e V er a br ei c h u n g v o n M e di k a m e nt e n( z. B. H u st e n s äft e, A nti bi oti k a, h o m ö o p at hi­ s c h e Ar z n ei mitt el)i st i mKi n d er g art e n ni c ht z ul ä s si g. I st ei n e m Ki n d i mR a h m e n ei n er Gr u n d er kr a n k u n g wi e z. B. E pil e p si e, All er gi e, H er z­ er kr a n k u n g, St off w e c h s el er kr a n k u n g et c. ei n N otf all m e di k a m e nt o d er ei n B e d arf s­ m e di k a m e nt är ztli c h v er or d n et, si n d b ei ei n er g e pl a nt e n M e di k a m e nt e n g a b e i m Ki n d er g art e n f ol g e n d e M a ß n a h m e n z u tr eff e n: V orl a g e v o n B ef u n d e n u n d B e k a n nt g a b e d er M e di k a m e nt e n v or g a b e d er b e ­ h a n d el n d e n Är zti n/ d e s b e h a n d el n d e n Ar zt e s b z w. d er Kli ni k d ur c h di e Elt er n ( O b s or g e b er e c hti gt e n). G e n a u e U nt er w ei s u n g d e s Ki n d er g art e n p er s o n al s d ur c h ei n e Är zti n/ ei n e n Ar zt i m Ei n z elf all n a c h§ 5 0 a Är zt e g e s et z 1 9 9 8 g e m ei n s a m mit d e n Elt er n( O b s or g e­ b er e c hti gt e n). Ü b er g a b e d er M e di k a m e nt e v o n d e n Elt er n( O b s or g e b er e c hti gt e n) i nd er Ori gi­ n al v er p a c k u n g u n d ei n e f ür Ki n d er u n err ei c h b ar e A uf b e w a hr u n g. A bl a uf d at u m d e s M e di k a m e nt s b e a c ht e n Di e A u s ü b u n g di e s er m e di zi ni s c h e n T äti g k eit d ur c h P ä d a g o gI n n e n erf ol gt fr ei willi g u n d ei g e n v er a nt w ortli c h E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 2 0 3 M a ß n a h m e n b e z ü gli c h d e s P er s o n al s 3. 1 M a ß n a h m e n b ei R öt el n, Ri n g elr öt el n u n d F e u c ht bl att er n( V ari c ell e n) S c h w a n g er e Mit ar b eit eri n n e n, di e l a ut v or g el e gt e m B ef u n d( z. B. M utt er- Ki n d- P ass) ei n e n R öt el n a nti k ör p ertit er v o n 1: 1 6 o d er d ar u nt er a uf w eis e n, d ürf e n i n ei n e m Ki n d er g art e n, i n d e m R öt el n a uf g etr et e n si n d, a b di es e m Z eit p u n kt k ei n e n Di e nst v ers e h e n. I st d er A nti k ör p ertit er d er S c h w a n g er e n ni c ht b e k a n nt, ist dri n g e n d z u e m pf e hl e n, ei n e n A nti k ör p ert est d ur c hf ü hr e n z u l ass e n( z. B. Vir ol o gis c h es I nstit ut d er M e di zi nis c h e n U ni v ersit ät Wi e n, 9., Ki n d ers pit al g ass e 1 5, T el.: 0 1 4 0 4 9 0 7 9 5 0 1). B ei m A uftr et e n v o n Ri n g elr öt el n d ürf e n s c h w a n g er e Mit ar b eit eri n n e n a b di e s e m Z eit p u n kt i n di e s e m Ki n d er g art e n k ei n e n Di e n st v er s e h e n u n d si n d e b e nf all s w e­ g e n ei n e s A nti k ör p er b ef u n d e s z. B. a n d a s Vir ol o gi s c h e I n stit ut d er M e di zi ni s c h e n U ni v ersit ät Wi e n(s. o.) z u v er w eis e n. I st d er A nti k ör p ertit er b ei Ri n g elr öt el n p ositi v, b ei R öt el n 1: 3 2 o d er h ö h er, k ö n n e n s c h w a n g er e Mit ar b eit eri n n e n w eit er hi n i n di es e m Ki n d er g art e n Di e nst v ers e h e n; b ei n e g ati v e m A nti k ör p ertit er erst d a n n, w e n n i n n er h al b v o n dr ei W o c h e n k ei n n e u er Er kr a n k u n gsf all a uf g etr et e n ist. Si n d i nei n e m Ki n d er g art e n F e u c ht bl att er n( V ari c ell e n) a uf g etr et e n, d ürf e n s c h w a n­ g er e Mit ar b eit eri n n e n, di e n o c h k ei n e F e u c ht bl att er n er kr a n k u n g d ur c h g e m a c ht h a b e n, o d er d a g e g e n n a c h w ei sli c h z w ei M al g ei m pft si n d, i n di e s e m Ki n d er g art e n k ei n e n Di e n st v er s e h e n u n d si n d z. B. a n d a s Vir ol o gi s c h eI n stit ut d er M e di zi ni s c h e n U ni v er sit ät z u v er w ei s e n. Di e w eit er e V er w e n d u n g i n di e s e m Ki n d er g art e n i st v o m B ef u n d a b h ä n gi g. 3. 2 M e di zi ni s c h er B e di e n st et e n s c h ut z ­ S c h ut zi m pf u n g e n f ür Mit ar b eit erI n n e n v or Ei ntritt a n bi et e n HI N W EI S: Di e M as er n- M u m ps- R öt el n I m pf u n g ist i n Öst err ei c h f ür all e Alt ers gr u p p e n K O S T E N L O S er h ältli c h! W o: b ei m z u st ä n di g e n B e zir k s g e s u n d h eit s a mt o d er B e zir k s h a u pt m a n n s c h aft s o wi e b ei ni e d er g el a s s e n e n Är zti n n e n u n d Är zt e n, di e si c h a m Ki n d eri m pf k o n z e pt b et eili ­ g e n( htt ps:// w w w. wi e n. g v.at/ g es u n d h eit/ b er at u n g- v ors or g e/i m pf e n/ or di n ati o ns u e ­ b er si c ht. ht ml). E m pf e hl u n g f ür Wi e n er Ki n d er g ärt e n S eit e 2 1 4 Weitere Informationen Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.gesundheitsdienst.wien.at oder Sie wenden sich bei Fragen direkt an eine dieser Stellen: Magistratsabteilung 15- Gesundheitsdienst der Stadt Wien Team Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche Tel.: 01 40 00 87642 Fax: 01 4000 99 87642 E-Mail: kijuvorsorge@ma15.wien.gv.at Team Epidemievorsorge und Impfwesen Tel.: 01 4000 87503 Fax: 01 4000 99 87503 E-Mail: epidemievorsorge@ma15.wien.gv.at Team Tuberkulosevorsorge Tel.: 01 4000 87658 Fax: 01 4000 99 87659 E-Mail: tuberkulosevorsorge@ma15.wien.gv.at Servicetelefon der MA 15+ 43 1 4000 8015 Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 22 5 Anhang AGES- Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit https://www.ages.at/startseite/ Noroviren- Leitlinie der AGES https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/norovirus/ Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz https://www.sozialministerium.at/site/ Österreichischer Impfplan http://www.bmgf.gv.at/home/Impfplan Anzeigepflichtige Krankheiten in Österreich https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/5/7/7/CH1644/ CMS1487675789709/liste_anzeigepflichtige_krankheiten_in oesterreich.pdf Kaliumjodid-Tabletten bei schweren Reaktorunfällen https://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Gesundheitsfoerderung_Praevention/ Strahlenschutz/Kaliumiodid_Tabletten_bei_schweren_Reaktorunf aellen MA 15- Gesundheitsdienst der Stadt Wien www.gesundheitsdienst.wien.at Bezirksgesundheitsämter der MA 15 https://www.wien.gv.at/gesundheit/einrichtungen/gesundheitsaemter/ Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die sich am Kinderimpfkonzept beteiligen https://www.wien.gv.at/gesundheit/beratung-vorsorge/impfen/ordinationsuebersicht.html Einverständniserklärung„Kaliumjodid-Tabletten bei schweren Reakt orunfällen“ der Bundesministerien http://daten.schule.at/dl/Einverstaendniserklaerung_und_Merkblatt_2012.pdf Empfehlung für Wiener Kindergärten Seite 23