FAIR-PLAYTEAMs Unterwegs für das soziale Klima Die Kinder, die dort am Spielplatz spielen, die sind gar nicht aus der Gegend! Das macht nichts, der Spielplatz ist ja für alle da. FAIR-PLAY-TEAM Die kleinen Kinder am Spielplatz sind so wahnsinnig laut, ich muss mich jeden Tag ärgern. Können Sie sich noch ans Spielen früher erinnern? Wo haben Sie denn gespielt? FAIR-PLAY-TEAM Christoph Wiederkehr, Vizebürgermeister und amtsführender Stadtrat der Stadt Wien Vorwort Liebe Leserinnen und Leser! Der gelebte Respekt und das Miteinander sind Eckpfeiler unserer Stadt und hier leisten die FAIR-PLAY-TEAMS einen großartigen Beitrag. Ihr Grundsatz lautet: „Durchs Reden kommen d’Leut zsamm“ und damit fördern sie gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz im öffentlichen Raum. 2004 als ein saisonales Kommunikationsprojekt im 20. Wiener Gemeindebezirk gestartet, wurden die FAIR-PLAY-TEAMS ab 2010 zu einem Angebot in zahlreichen Bezirken. Die Teams sind auf öffentlichen Plätzen und in Parks unterwegs mit dem Ziel, ein gutes Zusammenleben aller Personen – ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – zu unterstützen. ratsabteilungen. Außerdem stehen sie in einem engen Austausch mit anderen sozialen Angeboten der Stadt Wien. Doch die Arbeit der FAIR-PLAY-TEAMS schafft auch Möglichkeiten für mehr aktive Mitgestaltung im öffentlichem Raum. Zahlreiche Gespräche quer durch die Altersgruppen bringen ständig neue Ideen für die Verbesserung der Wiener Parks. Es ist wichtig, dass Menschen ihr Lebensumfeld so selbst mitbestimmen können, denn das Wichtigste ist, dass sich jeder und jede in ihrem oder seinem Grätzl wohlfühlt. Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei den Bezirken, den Magistratsabteilungen und den Teams bedanken, die dieses großartige Angebot möglich machen. Die Umsetzung erfolgt durch Vereine der Kinder- und Jugendarbeit, die meist bereits seit vielen Jahren im Bezirk verankert sind und so die Bezirke und ihre AkteurInnen sehr gut kennen. Die FAIRPLAY-TEAMS fungieren als Drehscheibe zwischen den NutzerInnen des öffentlichen Raumes, den AnrainerInnen, den Bezirksvorstehungen und den MagistMit dieser Broschüre lade ich Sie sehr gerne ein, in die vielfältigen Aufgaben der FAIR-PLAY-TEAMS einzutauchen und ihre Arbeit besser kennenzulernen. Christoph Wiederkehr Vizebürgermeister und Stadtrat für Bildung und Jugend 3 Wenn dieser Platz umgestaltet wird, was fehlt euch im Moment? FAIR-PLAY-TEAM Eigentlich ist es gut hier. Aber bei Regen haben wir keinen Ort, wo wir uns treffen können und am Abend ist es dort hinten ziemlich dunkel … Kirsten Popper-Nelvai, Projektleitung, Stadt Wien – Bildung und Jugend Karl Ceplak , Landesjugendreferent, Stadt Wien – Bildung und Jugend Warum braucht Wien FAIR-PLAY-TEAMs? Weltoffenheit braucht Kommunikation. Der Anspruch der Stadt Wien, eine weltoffene, pluralistische und wachsende Metropole zu sein, heißt auch, den öffentlichen Raum zu definieren und dafür zu sorgen, dass er allen potenziellen NutzerInnen zur Verfügung steht – als Aufenthaltsraum, Spielraum, Freiraum, Sozial- und Experimentierraum. Insbesondere Kindern und Jugendlichen muss die Inanspruchnahme von Plätzen, Parks, Nischen und Räumen etc. zugestanden werden. Im besten Fall werden sie, wie es sich für eine kinder- und jugendfreundliche Stadt gehört, in die Gestaltung von neuen Plätzen aktiv miteinbezogen. Zur Förderung des friedlichen Zusammen­­ lebens und zur Unterstützung des sozialen Zusammenhalts braucht es unterschiedliche Instrumente. Eines davon sind die FAIR-PLAY-TEAMs, die jeweils Teil von Trägervereinen der„Offenen Kinder- und Jugendarbeit“ in verschiedenen Bezirken sind. Der gemeinwesenorientierte Ansatz der Teams, lokale Kenntnisse sowie gut ausgebildetes Personal garantieren den beauftragenden Bezirken nicht nur bestmögliche Kommunikation und regelmäßigen Austausch über Problemlagen, sie vermitteln der Bevölkerung auch das Ernstnehmen ihrer Anliegen. Seit mehr als zehn Jahren wird so der Dialog im öffentlichen Raum und somit der gegenseitige Respekt aller Beteiligten durch professionelle Begleitung, Beratung und Konfliktvermittlung gefördert. Dazu braucht es mitunter Kreativität und Einfallsreichtum. Aushandlungsprozesse in einer vielfältigen, dynamischen und offenen Gesellschaft kommen allen, auch marginalisierten Gruppierungen, zugute und werden somit unterschiedlichen Ansprüchen gerecht. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die FAIR-PLAY-TEAMs die ihnen zugeschriebenen Vermittlerrollen zwischen unterschiedlichen Welten bestens ausfüllen. Das AufeinanderZugehen, das offensive Zuhören und die Bereitschaft für den uneingeschränkten Dialog haben zu einem fairen Miteinander in den Bezirken beigetragen. Dafür sei besonders den Teams gedankt. Durch deren kontinuierliche Arbeit wurde der öffentliche Raum stark aufgewertet. Ohne engagierte Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorsteher wäre dieser Beitrag zur lebenswerten Stadt allerdings nicht möglich, deshalb an dieser Stelle auch ein spezieller Dank an sie. Die Stadt wächst, wir wachsen mit den Aufgaben mit. Wir wünschen viel Freude beim Lesen der Broschüre! 5 Ihr Hund hat da hinten gerade einen Haufen hinterlassen. FAIR-PLAY-TEAM Wir haben hier eine Taschenlampe mitgebracht, die dürfen Sie gerne behalten. FAIR-PLAY-TEAM Oh, das hab’ ich gar nicht gesehen, es ist ja schon dunkel. Fair unterwegs seit über 10 Jahren … » Unser FAIR-PLAY-TEAM hat eine gute Vertrauensbasis zu Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie sind unsere Konfliktmanager im öffentlichen Raum und leisten hervorragende Arbeit für das gute Miteinander im Bezirk.« Markus Rumelhart, Bezirksvorsteher 6 »Den FAIR-PLAY-TEAMs gelingt es, zwischen unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen zu vermitteln. Als Schnittstelle zum Bezirk helfen sie, Lösungen für allerlei Probleme zu finden.« Gerhard Zatlokal, Bezirksvorsteher 15 »Das FAIR-PLAY-TEAM Favoriten trägt dazu bei, dass der öffentliche Raum rücksichtsvoll genutzt wird und allen Nutzergruppen offensteht. Ein besonders großes Dankeschön für den Einsatz während der Pandemie!« Marcus Franz, Bezirksvorsteher 10 VIELE HÄNDE UND KÖPFE – FÜR EIN MITEINANDER IM ÖFFENTLICHEN RAUM In Wien hat soziale Arbeit im öffentlichen Raum eine lange Tradition. Dadurch wird seit vielen Jahren sehr erfolgreich ein gutes Zusammenleben unterstützt. Seit den 1970er-Jahren finden freizeitpädagogische Aktivitäten im öffentlichen Raum statt. Vor über 30 Jahren wurden Streetwork-Angebote für Jugendliche ins Leben gerufen. Seit Anfang der 1990er-Jahre gibt es die mobile und aufsuchende Jugendarbeit und die Wiener Parkbetreuung, die hauptsächlich in Wiener Parks zum Einsatz kommen. Es werden seit Langem aber auch Angebote umgesetzt, die sich mehrheitlich nicht an Kinder und Jugendliche richten, wie die aufsuchende Sozialarbeit der Suchthilfe Wien, die „Gebietsbetreuungen“ im Bereich der Stadtentwicklung und die„wohnpartner“ in den Wohnbauten der Gemeinde Wien. JE NACH BEDARF – ZU ZWEIT UNTERWEGS Seit 2010 werden diese Angebote durch die FAIR-PLAY-TEAMs ergänzt. Entsprechend qualifizierte Zweier-Teams sind vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden auf öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen unterwegs. Die FAIR-PLAY-TEAM-MitarbeiterInnen suchen das Gespräch mit den Menschen im Grätzel, interessieren sich für deren Anliegen und Bedürfnisse. Sie unter­ stützen bei der Bewältigung von Konflikten und vermitteln bei Bedarf. Dadurch leisten Sie einen wichtigen Beitrag für das Miteinander im öffentlichen Raum. Die Teams werden über Vereine der offenen Wiener Kinder- und Jugendarbeit organisiert. Als gemeinsame Grundlage wurde ein Rahmenkonzept ausgearbeitet. Die Magistratsabteilung Bildung und Jugend der Stadt Wien ist für die Abwicklung der Förderungen und für die Qualitätssicherung zuständig. Die Entscheidung, ob FAIR-PLAY-TEAMs in einem Bezirk eingesetzt werden, treffen die Bezirksvertretungen. Anfangs waren die FAIR-PLAY-TEAMs nur in der warmen Jahreszeit unterwegs, inzwischen wurde das Angebot in den meisten Bezirken auf das ganze Jahr ausgeweitet. 7 Wie arbeiten die FAIR-PLAY-TEAMs? Die Stadt Wien hat vor zehn Jahren ein Mission Statement zur sozialen Arbeit im öffentlichen Raum beschlossen. Dabei wurde festgehalten, dass Wien eine welt­ offene Stadt ist, die auf Vielfalt und gemeinsame Verantwortung baut. Die Stadt Wien verfolgt im Zusammenleben ihrer BürgerInnen traditionell eine Politik der Toleranz und des Miteinanders. Ausgewählte Grundsätze aus dem Mission Statement: • Die Stadt Wien versteht den öffentlichen Raum als einen sozialen Raum mit politischer Bedeutung. Er ist auch Ort für die Aushandlung von Werten und Interessen. • Der öffentliche Raum steht allen gleichermaßen zur Mitgestaltung offen. • Für alle Wienerinnen und Wiener ist der öffentliche Raum auch Aufenthaltsraum, Spielraum, Freiraum, Sozial- und Experimentierraum. • Der öffentliche Raum ist auch Austragungsort von Differenzen. Diese Nutzungskonflikte sind auch eine Chance für ein gleichberechtigtes „Nebeneinander“. • Die Stadt Wien tritt gegen jegliche Form von Diskriminierung in und Verdrängung aus dem öffentlichen Raum auf. Die MitarbeiterInnen der FAIR-PLAYTEAMs haben unterschiedliche Grundausbildungen und sind speziell in Kommunikation geschult. Sie sprechen insgesamt über 20 Sprachen. Wenn sie im öffentlichen Raum unterwegs sind, sind sie an ihren T-Shirts, Jacken oder Taschen erkennbar. Alle Teams orientieren sich in ihrer Arbeit am wienweiten Rahmenkonzept. Im Rahmenkonzept sind die Ziele der FAIR-PLAY-TEAMs beschrieben. Dies sind zum Beispiel: • Die sozialen Qualitäten des öffentlichen Raumes sollen erhalten und verbessert werden. • Möglichst alle Menschen sollen den öffentlichen Raum nutzen können. • Auftretende Konflikte werden genutzt, um gesellschaftliche Probleme zum Thema zu machen. • NutzerInnen beteiligen sich an Aushandlungsprozessen zum Zusammenleben und zur Gestaltung des öffentlichen Raums. GRUNDHALTUNGEN DER FAIR-PLAY-TEAMs • Die Teams orientieren sich an demokratischen Grundwerten, insbesondere an den Kinderrechten und an Gleichbehandlungsrechten. • Sie sind parteipolitisch und konfessionell neutral. • Sie arbeiten gendersensibel und nach den Prinzipien der Diversität. • Sie arbeiten vertraulich, wenn es um persönliche Daten geht. • Sie agieren parteilich, wenn es um Zielgruppen geht, die einen besonderen Anspruch an den öffentlichen Raum haben. UM WEN GEHT ES? Die Angebote der FAIR-PLAY-TEAMs richten sich an alle NutzerInnen des öffentlichen Raumes. Dabei kann es auch um jene gehen, die den öffent­ lichen Raum aktuell nicht nutzen können. Je nachdem, wie die Räume genutzt werden bzw. welche Anliegen es gibt, haben die Teams unterschiedliche Ausrichtungen und Schwerpunkte. 8 Generationenübergreifende Arbeit im Park WAS TUN FAIR-PLAY-TEAMs? Beobachten: Die FAIR-PLAY-TEAMs erkunden die öffentlichen Räume. So sammeln sie Wissen über die sozialen Qualitäten der Räume. Sie gehen Beschwerden nach und analysieren diese professionell. Reden: Die Teams führen Gespräche. Menschen können ihre Bedürfnisse, Interessen und Probleme an die Teams herantragen. Zuhören und Vertrauen aufzubauen ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. im öffentlichen Raum ansprechen. Damit sind diese oft die Ersten, die von Problemen erfahren und können dann niederschwellig beraten und, wenn es nötig ist, andere soziale Einrichtungen einbinden. Vernetzen: Die Teams wirken als Drehscheibe zwischen den NutzerInnen, den zuständigen Verwaltungsstellen und der Bezirkspolitik. Sie sammeln Informationen und Anliegen, bereiten diese auf und geben sie in verschiedene Richtungen weiter. Vermitteln: Wenn die Teams Konflikte im öffentlichen Raum beobachten oder diese an sie he­ rangetragen werden, unterstützen sie bei der Bewältigung des Konflikts. Sie helfen dabei, die Perspektiven des Gegenübers zu verstehen und Lösungen zu erarbeiten. Unterstützen: Menschen können mit ihren Problemen die FAIR-PLAY-MitarbeiterInnen spontan Veränderungen begleiten: Bei gestalterischen und baulichen Vorhaben im Bezirk informieren die Teams die NutzerInnen und binden sie in Beteiligungs- oder Aushandlungs­ prozesse ein. Lobbyieren: Die Teams können auch leise Stimmen hörbar machen und so Lobbyarbeit für marginalisierte Personen betreiben. » Unser FAIR-PLAY-TEAM verbessert die Lebensqualität von Menschen aller Altersgruppen in öffentlichen Räumen. Durch ihre stetige Präsenz im öffentlichen Raum gelingt es den FAIR-PLAYTEAMs, mögliche Konfliktpotenziale präventiv zu entschärfen und Lösungen für unterschiedliche Interessen in der Bevölkerung zu finden, noch bevor die Probleme richtig entstehen können.« Dr. in Ilse Pfeffer, Bezirksvorsteherin 17 » Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit mit dem FAIRPLAY-TEAM in Penzing. Sie sind eine großartige Unterstützung für mich und eine Bereicherung für die PenzingerInnen.« Michaela Schüchner, Bezirksvorsteherin 14 9 Organisation und … Die FAIR-PLAY-TEAMs werden vorwiegend über die Bezirke finanziert. Diese entscheiden auch darüber, ob sie in ihrem Bezirk ein FAIR-PLAY-TEAM einsetzen. Aktuell sind die Teams in etwa drei Viertel der Wiener Bezirke tätig. Ein Großteil der Teams arbeitet ganzjährig. Die administrative Abwicklung und die Qualitätssicherung übernimmt die Abteilung Bildung und Jugend der Stadt Wien. Die Bezirke Die Vereine Die Bezirksvertretung entscheidet, ob sie ein FAIRPLAY-TEAM einsetzen will. Gemeinsam können jene Orte festgelegt werden, die das Team besuchen soll. Die Bezirksvertretung ist Ansprechpartnerin für die Teams und es findet ein regelmäßiger Austausch statt. Die FAIR-PLAY-TEAMs bestehen aus MitarbeiterInnen unterschiedlicher Trägervereine der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Vereine organisieren die Arbeit der Teams vor Ort. Sie kümmern sich um die Vernetzung mit der Bezirksebene. Sie dokumentieren ihre Arbeit in regelmäßigen Berichten an den Bezirk und die Abteilung Bildung und Jugend der Stadt Wien. FAIR-PLAY TEAMs Die Stadt Wien Die Abteilung Bildung und Jugend wickelt die Förderungen der Vereine ab und macht die Rechnungsprüfung. Sie sorgt für die Fachauf­ sicht und das Qualitätsmanagement, wie das Organisieren von Schulungen, Fortbildungen und Austauschtreffen zwischen den Teams. Sie stellt Ausstattung(T-Shirts, Jacken etc.) zur Verfügung. 10 Zahlen In der Statistik, die die Kontakte der Teams aus den letzten drei Jahren zeigt, wird sichtbar, dass die FAIR-PLAY-TEAMs Kinder, Jugendliche und Erwachsene erreichen. Die Erwachsenen bilden dabei die größte Gruppe. Die FAIR-PLAY-TEAMs fokussieren auf Erwachsene, weil es für Kinder und Jugendliche mehr andere Angebote im öffentlichen Raum gibt. Grundsätzlich ist der öffentliche Raum stärker von Männern genutzt, vor allem ab dem Teenageralter. Die große Ausnahme sind Mütter, die mit ihren Kindern die Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum nutzen. Die Anzahl der Kontakte ist zwischen 2018 und 2019 insgesamt gestiegen. Im Jahr 2020 ist in den Zahlen die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen im öffentlichen Raum ablesbar – allerdings in sehr kleinem Ausmaß, weil die FAIR-PLAY-TEAMs zu jeder Zeit im öffentlichen Raum unterwegs waren. 11 Evaluiert und beforscht Zwischen 2018 und 2020 wurde die Arbeit der FAIR-PLAY-TEAMs von einem Forschungsteam wissenschaftlich untersucht. * Dazu analysierten die Forscher­ Innen verschiedene Dokumente, die der Arbeit der Teams zugrunde liegen, führten Gruppendiskussionen und Einzelinterviews durch und organisierten eine Feedbackkonferenz. Die Ergebnisse der Evaluierung sollen in die zukünftige Arbeit der Teams einfließen. TEAMS, VEREINE UND MITARBEITERINNEN Zum Zeitpunkt der Evaluierung waren 45 MitarbeiterInnen bei neun verschiedenen Trägervereinen angestellt, die in 16 Bezirken tätig waren. Derzeit sind folgende Trägervereine mit der Umsetzung beauftragt: Bassena Stuwerviertel, Juvivo, IFEP, Wiener Kinderfreunde aktiv, Balu& Du, Kiddy& Co, Spielkultur, Wiener Familienbund und Backbone. ZIELGRUPPEN Das Angebot von FAIR-PLAY-TEAM wendet sich an alle NutzerInnen des öffentlichen Raumes. Gleichzeitig ermöglicht das Rahmenkonzept spezifische Ausrichtungen und Schwerpunktsetzungen. Allen Teams ist gemeinsam, dass sie Anliegen von Kindern und Jugendlichen berücksichtigen, da diese den öffentlichen Raum für ihre Entwicklung besonders benötigen. Ebenso zählen Erwachsene zu den regelmäßigen Dialoggruppen. Als herausragende Qualität der FAIR-PLAY-TEAMs wird in der Studie beschrieben, dass sie regelmäßig im öffentlichen Raum präsent sind. Dadurch können sie direkt mit den NutzerInnen in Kontakt treten und sie bei Bedarf unterstützen. ZUSAMMENARBEIT MIT DEN BEZIRKEN Die Teams stehen mit den Bezirksvorstehungen in laufendem Kontakt, zum Beispiel in Form von regelmäßigen Jour fixes. Dabei findet ein Austausch über Stimmungen, Bedürfnisse und Konflikte im öffentlichen Raum statt. Die Teams erhalten hier auch Aufträge zu Sozialraumanalysen oder sozialräumlichen Beobachtungen – zum Beispiel, um die Stimmung rund um Bauprojekte zu klären, Nutzungen an bestimmten Orten zu analysieren, oder um Konflikte näher abzuklären. Schwierig kann es werden, wenn die FAIR-PLAY-TEAMs anonymen Beschwerden von BewohnerInnen nachgehen sollen, die sich in abwertender Weise über Lärmentwicklung und NutzerInnen des öffentlichen Raumes beschweren. RÄUME Die Teams suchen bei ihren Rundgängen speziell Parkanlagen, Straßenzüge und große Plätze auf, wo sich vermehrt Gruppen oder Einzelpersonen aufhalten. Auch halb- oder teilöffentliche Räume wie Einkaufszentren, Wohnhausanlagen oder Sportanlagen werden punktuell besucht. Zuständig fühlen sich die Teams jeweils für den ganzen Bezirk. EXPERTINNEN DES SOZIALRAUMS Durch ihren flexiblen Auftrag können die FAIR-PLAY-TEAMs aus Sicht der ForscherInnen Lücken im jeweiligen sozialen Angebot ausfüllen. Sie können sich je nach Bedarf entweder stärker der Gemeinwesenarbeit oder der Jugendarbeit widmen, sie können eher psychosoziale Beratung und Begleitung machen oder den Fokus auf ausgegrenzte Personengruppen legen. In jedem Fall sind sie eine – meist mehrsprachige – Anlaufstelle für Menschen, die keinen Zugang zu anderen Angeboten haben. Und sie sind Drehscheibe zwischen Bevölkerung, Institutionen, Verwaltung und Politik. Sie können Stimmen hörbar machen, die sonst nicht gehört werden. Außerdem helfen die Teams bei Konflikten. Sie deeskalieren oft schon in frühen Stadien eines Konflikts und vermitteln zwischen einander widersprechenden Interessen. Die direkte Auseinandersetzung mit denjenigen, die gerade sichtbar Unterstützung benötigen, ist für alle Teams zentral. * Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit der FH Campus Wien 12 » Die FAIR-PLAY-TEAMs sind ein wichtiger Beitrag zur Kommunikation vor Ort geworden. Die Gespräche finden da statt, wo sie gebraucht werden. Damit können oft schnell und unkompliziert Probleme gelöst werden.« Gerald Bischof, Bezirksvorsteher 23 » Gutes Leben in der Stadt braucht ein gutes Miteinander im öffentlichen Raum, in den Parks, auf den Plätzen und Straßen. Dass dieses Miteinander gut klappt – darauf schaut unser FAIR-PLAY-TEAM.« Mag. a Silvia Nossek, Bezirksvorsteherin 18 Nur begrenzt möglich ist derzeit die Bearbeitung von auftauchenden Problemlagen auf einer allgemein gesellschaftspolitischen Ebene. Dafür reichen die Ressourcen nicht aus. RESPEKT UND WERTSCHÄTZUNG Das Evaluierungsteam bescheinigt den Teams die Grundhaltungen Respekt, Wertschätzung, Anerkennung und Akzeptanz und einen offenen, empathischen Zugang. In Bezug auf Gewaltfreiheit versuchen die Teams, Konflikte bewusst mit Ruhe, Wertschätzung und Gelassenheit zu bearbeiten. DIE EMPFEHLUNGEN DER EVALUATORINNEN • Saisonale Angebote zu ganzjährigen ausweiten. • Fortbildungen und fachlichen Austausch intensivieren. Berichtslegungen reduzieren und fachlich fokussieren. • Fachliche Ausrichtung der einzelnen Projekte schärfen. Diskriminierende Vorfälle gemeinsam dokumentieren. Das ermöglicht eine breitere strategische Auseinandersetzung mit dem Thema Diskriminierung. Organisierter Dialog am Reumannplatz 13 Hat´s gestern funktioniert mit dem Termin bei der Ärztin? FAIR-PLAY-TEAM Ja, danke noch einmal fürs Vermitteln. Ich bin froh, dass ich dort war. Na, wie geht es Ihnen denn heute? FAIR-PLAY-TEAM Na ja. Sie wissen eh, die Füße, die Füße tun halt weh. Durchs Reden kommen d’ Leut z’samm! Gespräche und Beratung vor Ort Der Kern der Arbeit der FAIR-PLAYTEAMs sind Gespräche. Gespräche mit allen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten. So fördern die FAIR-PLAYTEAMs Rücksichtnahme und gegenseitiges Verständnis, sie regen zur fairen Nutzung des öffentlichen Raumes und zum gemeinsamen Tun an. Bei Konflikten im öffentlichen Raum nehmen sie eine neutrale Position ein, suchen nach positiven Anknüpfungspunkten und entschärfen dadurch die Lage. Und sie informieren über Angebote der Stadt, wie zum Beispiel Freizeitangebote und Beratungseinrichtungen. Oft finden Beratungen aber auch direkt durch die FAIR-PLAY-TEAMs im öffentlichen Raum statt. Das ist niederschwelliger als der Besuch einer Beratungsstelle und daher für manche Menschen die einzige Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Wenn es notwendig ist, bieten die FAIR-PLAY-TEAMs auch Begleitungen zu Beratungsstellen an. Das FAIR-PLAY-TEAM lernt Frau S., eine wohnungslose Seniorin, im Park kennen. Sie hat das Vertrauen in die Wohnungslosenhilfe verloren und kann daher nur schwer Hilfe annehmen. Das FAIR-PLAY-TEAM führt mit ihr viele Gespräche und kann schließlich in Kooperation mit anderen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe eine längerfristige Wohnmöglichkeit organisieren. Eine junge Frau, die vor zwei Jahren vor dem Krieg in Syrien nach Wien geflüchtet ist, wendet sich verzweifelt an ein FAIR-PLAY-TEAM. Sie möchte Zahnärztin werden, wird aber aus formalen Gründen nicht zum Vorstudienlehrgang zugelassen. Nach einiger Recherche und vielen Telefonaten kann das Team die junge Syrerin dabei unterstützen, die bürokratischen Hürden zu überwinden. Sie ist nun auf dem Weg, Zahnärztin zu werden. Ein FAIR-PLAY-TEAM bekommt von der Abteilung Wiener Stadtgärten die Beschwerde von Herrn F. weitergeleitet. Er beklagt sich über den Lärm am Kinderspielplatz, der an sein Wohnhaus angrenzt. Das Team trifft Herrn F. im Park. Er erzählt, dass er seit Kurzem in Frühpension und daher fast immer zu Hause ist. Vor allem stören ihn die lauten„KlackGeräusche“, die bei der Benutzung der Wippe entstehen. Das Team informiert die Abteilung Wiener Stadtgärten, dass das Geräusch durch einen schadhaften Teil entsteht. Die Wippe wird rasch repariert und das Team lädt Herrn F. zum nächsten Park-Café ein. 16 » Unser FAIR-PLAY-TEAM in der Leopoldstadt leistet einen wichtigen Beitrag zum gelungenen Zusammenleben auf den öffentlichen Plätzen.« Alexander Nikolai, Bezirksvorsteher 2 » Unser FAIR-PLAY-TEAM ist seit Jahren unterwegs, um die Wünsche der BürgerInnen, gleich ob alt oder jung, aufzunehmen.« Erich Hohenberger, Bezirksvorsteher 3 GEMEINSCHAFTLICHE AKTIONEN Durch die vielen Gespräche wissen die Teams sehr genau, was es zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort braucht, um Konflikte beizulegen, die allgemeine Stimmung zu verbessern oder bestimmte Gruppen zu unterstützen. Daraus entstehen oft Aktionen oder kleine Veranstaltungen. Hier einige Beispiele: Gwandlstandl: Ein kleiner kostenloser Kleidermarkt bietet für Menschen in schwierigen Lebenslagen einen einfachen Zugang zu Schuhen, Kleidern und bei Bedarf zu Sozialinfos. Gleichzeitig werden Passant­ Innen auf die Themen Wohnungslosigkeit und Armut aufmerksam gemacht. Parkcafé: In kleinen Veranstaltungen im öffentlichen Raum – Parkpläuschen, AnrainerInnen­ cafés oder Parkcafés – treffen sich NachbarInnen und neue Kontakte werden geknüpft. Manchmal geht es dabei auch um ein konkretes Konflikt-Thema wie Hunde im Park, Kinderlärm oder Betteln. Yoga im Park: Ab 2021 bieten einige FAIR-PLAY-TEAMs Yoga im Park an. Das fördert die Gesund­­ heit und bringt Menschen in ganz verschiedenen Lebenslagen zusammen. Graffiti-Aktion im Diepoldpark: Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen startete ein FAIR-PLAY-TEAM eine Graffiti-Aktion. Schon während der Aktion diskutierten PassantInnen viel mit den SprayerInnen und auch jetzt sind die Graffitis noch Ausgangspunkt für viele Gespräche. Tee trinken: FAIR-PLAY-TEAMs bringen in der Aktion „Teile deinen Tee“ BettlerInnen, wohnungslosen Menschen oder StraßenmusikerInnen eine warme Tasse Tee und kommen so mit ihnen ins Gespräch. In der Aktion„FAIR-TEE“ ist ein Team mit einem Lastenfahrrad, Tee und Sesseln unterwegs und verwandelt damit temporär Orte in Begegnungsorte. Fensterln: Ein FAIR-PLAY-TEAM verklebte eines seiner Fenster zur Straße bis auf ein kleines Guckloch mit dem Hinweis„Vorsicht, reinschauen kann Ihren Blickwinkel erweitern“. PassantInnen, die durch das GuckGwandlstandl und Yoga im Park loch schauten, fanden dort wechselnde Sprüche, Infos oder kleine Aufgaben. So konnten neue Kontakte geknüpft werden. 17 ExpertInnen für den öffentlichen Raum Die FAIR-PLAY-TEAMs sind unterwegs. Sie bewegen sich durch den öffentlichen Raum, an unterschiedlichen Wochentagen, zu verschiedenen Tages- und Abendzeiten und zu allen Jahreszeiten. Und sie beobachten professionell, was sich im öffentlichen Raum tut, wo sich Veränderungen ergeben, wer sich dort aufhält oder gerade nicht aufhält. Das macht sie zu ausgewiesenen Expert­ Innen für den öffentlichen Raum. AUF PROBLEME AUFMERKSAM MACHEN Die Teams sind oft die Ersten, die Probleme im öffentlichen Raum professionell wahrnehmen. Sie geben den zuständigen Magistratsabteilungen bekannt, wenn sie Schäden z.B. an Parkmöbeln oder Ausstattung wahrnehmen. Sie treten mit dem Bezirk oder zusätzlichen Einrichtungen der Stadt in Kontakt, wenn sie Probleme in öffentlichen Räumen sehen und tragen dann in Absprache mit dem Bezirk auch aktiv zur Lösung des jeweiligen Problems bei. MIT BESCHWERDEN UMGEHEN In manchen öffentlichen Räumen kommt es zu Beschwerden von AnrainerInnen oder einzelnen NutzerInnen. Diese Beschwerden werden entweder direkt an das FAIR-PLAY-TEAM herangetragen oder kommen über die Bezirksvorstehung zu den Teams. Diese versuchen dann das Problem zu » Durch die FAIR-PLAY-TEAMs wird das Zusammenleben im öffentlichen Raum achtsamer und solidarischer. Gemeinsam mit den Menschen erarbeiten sie Lösungen bei Konflikten vor Ort und sammeln Ideen für ein besseres Miteinander.« Mag. a (FH) Silvia Janković, MA, Bezirksvorsteherin 5 analysieren und Lösungsmöglichkeiten zu finden. So wurde beispielsweise in einem Park nach Lärm-Beschwerden ein„Flüsterzaun“ am Ballkäfig angebracht. 18 » Das FAIR-PLAY-TEAM ist in Meidling mit viel Herz und Einfüh­ lungsvermögen für die Meidlinger­ innen und Meidlinger da – ein offenes Ohr, eine helfende Hand und Unterstützung bei den verschiedensten Herausforderungen.« Ing. Wilfried Zankl, Bezirksvorsteher 12 » Unser FAIR-PLAY-TEAM ist stets dort zu finden, wo die Menschen der Schuh drückt. Durch die Mitarbeiter des FAIR-PLAY-TEAMs erfahren wir aus qualifizierter Quelle, welche Sorgen und Anliegen die Menschen im Bezirk haben und können gezielt darauf reagieren.« Thomas Steinhart, Bezirksvorsteher 11 NutzerInnen werden in die Gestaltung des öffentlichen Raumes eingebunden ÖFFENTLICHE RÄUME GEMEINSAM VERÄNDERN Grünflächen für Jugendliche oder Hundezonen: Ein FAIR-PLAY-TEAM sammelte über mehrere Monate Vorschläge zur Nutzung der Grünflächen in einem Stadtteil und führte eine Befragung durch. Die Vorschläge wurden mit der zuständigen Magistratsabteilung diskutiert. Ein Ergebnis waren beispielsweise„die drei goldenen Regeln“, die als Tafel in einer Hundezone angebracht wurden. Ein anderes Team befragte im Auftrag der Bezirksvorstehung Jugendliche zur Ausgestaltung einer neuen Grünfläche. Wegweiser zeigen Angebote: In einem Park kam es immer wieder zu Konflikten, die durch die sehr starke Nutzung einiger weniger Flächen entstanden. Andere benachbarte Grünflächen wurden dagegen sehr wenig genutzt. Das nahm ein FAIR-PLAY-TEAM zum Anlass für eine„Wegweiseraktion“. Ziel war es, weniger besuchte Spielplätze, Hundezonen und Sportanlagen bekannt zu machen und so die Nutzungen besser zu verteilen. Symbole und Entfernungsangaben wurden am Boden angebracht und weisen seither die NutzerInnen auf umliegende Angebote hin. Kleine Dinge verändern Großes: Auch kleine Dinge verändern die Nutzbarkeit des öffentlichen Raumes: die NutzerInnen einer Sportanlage berichteten dem FAIR-PLAY-TEAM, dass diese im Herbst wegen Schmutz und Laub nicht benutzbar sei. Nach der Abklärung mit der zuständigen Magistratsabteilung wurde ein Besen mit einem Zahlenschloss installiert und in die Verwaltung der NutzerInnen übergeben. 19 Gut durch Krisen kommen Während der Covid-19-Pandemie hat sich die Arbeit der FAIR-PLAY-TEAMs als besonders wichtig herausgestellt. Durch die flexiblen Zweier-Teams, die sich durch den öffentlichen Raum bewegen, können Aufgabenfelder und Einsatz­ bereiche gut an die jeweiligen Herausforderungen in Krisenzeiten angepasst werden. Manche Aufgaben der Teams sind während der Pandemie gleichgeblieben, andere haben sich verändert. Weggefallen sind zum Beispiel Veranstaltungen und Aktionen. Der Kern der Arbeit aber – die Gespräche im öffentlichen Raum – ist geblieben. Und diese Gespräche waren wichtiger als je zuvor. » Unser Ottakring ist ein viel­ fältiger Bezirk, in dem das Miteinander einen hohen Stellenwert hat. Das FAIR-PLAY-TEAM hat stets ein offenes Ohr für alle Bewohner­ innen und Bewohner im Grätzl und hilft so, die Lebensqualität für unsere OttakringerInnen auch weiterhin hochzuhalten.« Franz Prokop, Bezirksvorsteher 16 Infos für die NutzerInnen des öffentlichen Raumes während der Covid-Krise 20 » Die Brigittenau ist ein dicht verbauter Bezirk und durch seine Insellage klar beschränkt. Nicht nur kleine Probleme des Zusammenlebens sind daher vorprogrammiert. Ich kann mir den Bezirk ohne das FAIR-PLAYTEAM nicht mehr vorstellen!« Hannes Derfler, Bezirksvorsteher 20 » Durch die FAIR-PLAY-TEAMs erfahren wir noch mehr über die Sorgen und Anliegen der Menschen im Bezirk. Und das ist mir als Bezirksvorsteher besonders wichtig, denn das brauchen wir für die Erarbeitung von Problemlösungen, die den Menschen auch wirklich helfen.« Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher 22 Verlässliche AnsprechpartnerInnen auch in der Krise MEHR MENSCHEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM Die Nutzung der öffentlichen Räume hat sich durch die Pandemie verändert. Neue Gruppen drängten in den öffent­ lichen Raum – sei es zum Sporteln, Jausnen oder um FreundInnen zu treffen – und veränderten dadurch gewachsene soziale Gefüge. Da war es gut, dass erfahrene ExpertInnen ein Auge darauf hatten und bei Bedarf zur Verfügung standen. sich die Sorgen von der Seele zu reden. Und besonders Jugendliche litten unter den Einschränkungen – sie konnten ihre FreundInnen nur eingeschränkt treffen, manchen fehlte die Tagesstruktur, andere hatten viele Absagen bei der Lehrstellensuche hinter sich. Auch hier waren die FAIR-PLAY-TEAMs in Ergänzung zur offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Stelle, um zuzuhören, Tipps zu geben und an die richtigen Stellen weiterzuvermitteln. VIEL EINSAMKEIT Manche Menschen plagte die Einsamkeit. Ihnen tat es gut, ab und zu ein Gespräch mit den Teams zu führen, um OHNE WOHNUNG Für obdach- und wohnungslose Menschen war es besonders schwer, mit den Beschränkungen der Covid-Krise umzugehen. Während andere Menschen sich in ihre Wohnungen zurückzogen, waren sie weiterhin auf den öffentlichen Raum angewiesen. Auch hier waren die Teams wichtige AnsprechpartnerInnen und unterstützten mit kleinen Snacks, Schutzmasken oder Hygiene-Artikeln. Insgesamt ist die Arbeit der FAIRPLAY-TEAMs ein wichtiger Beitrag zur Resilienz der Stadt, also zur Anpassung der Stadt an veränderte Bedingungen. Sie trägt dazu bei, die WienerInnen in Krisenzeiten gut zu unterstützen. 21 Hier finden Sie uns Teams und VernetzungspartnerInnen ANGEBOTE UND DURCHFÜHRENDE ORGANISATIONEN 2. Bezirk Verein Bassena Stuwerviertel Wolfgang-Schmälzl-Gasse 12/2 1020 Wien Tel/Fax:+43 1 729 78 58 E-Mail: office@bassena2.at www.bassena2.at/de/menu_main/ draussen/fairplay 3., 6., 12., 15. Bezirk Verein JUVIVO Ottakringer Straße 54/4.1 1170 Wien Tel:+43 1 505 80 62 E-Mail: juvivo@juvivo.at www.fairplayteam.at 5. Bezirk Verein Institut für Erlebnispädagogik und Outdooraktivitäten – IFEP Diehlgasse 2a 1050 Wien Tel:+43 676 939 84 54 E-Mail: ilona.parkbetreuung@gmail.com www.parkbetreuung-margareten.at/ fairplay 10., 16., 22., 23. Bezirk Verein Wiener Kinderfreunde aktiv Albertgasse 23 1080 Wien Tel:+43 1 401 25-201 11 E-Mail: office.freizeitpaedagogik@ wien.kinderfreunde.at www.kinderfreunde.at/angebote/park­ betreuungen/fair-play-teams 11. Bezirk Verein Balu& Du Wilhelm-Weber-Weg 6/5/44 1110 Wien Tel:+43 1 890 67 41 E-Mail: balu@balu.wien www.balu.wien/fair-play-team-11.html 14. Bezirk Kiddy& Co – Verein für kreatives Spiel und Kommunikation Goldschlagstraße 144/6/2 1140 Wien Tel/Fax:+43 1 786 33 00 E-Mail: verein@kiddy.co.at www.kidsline.at/de/fairplay/home.php 17. Bezirk Verein zur Förderung der Spielkultur Sautergasse 40 – 42/Stiege 3/R01 1170 Wien Tel:+43 676 434 50 60 E-Mail: office@spiel-kultur.at www.spiel-kultur.at/fairplayteam.html 18. Bezirk Verein Wiener Familienbund Sechshauser Straße 48/4. Stock 1150 Wien E-Mail: office@wiener-familienbund.at www.wiener-familienbund.at 20. Bezirk Verein BACK BONE Pöchlarnstraße 22 1200 Wien Tel:+43 699 120 119 47 E-Mail: office@backbone20.at www.backbone20.at/fair-play-team.php VERNETZUNGSPARTNERINNEN • Sucht- und Drogenkoordination Wien • Mobilitätsagentur • Stadt Wien – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten(MA 46) • VHS – Die Wiener Volkshochschulen • Caritas • PSD – Psychosoziale Dienste Wien • Stadt Wien – Stadtentwicklung und Stadtplanung(MA 18) Einfach mehrfach • Stadt Wien – Architektur und Stadt­ gestaltung(MA 19) • Stadt Wien – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark(MA 48) • Stadt Wien – Wiener Stadtgärten (MA 42) • Betreuungszentrum Gruft Caritas • Stadt Wien – Wien Leuchtet(MA 33) • WIG • LA 21 – Lokale Agenda 21 Wien • Sophie – Bildungsraum für Prostituierte • neunerhaus – Obdach und mehr • Volkshilfe Wien • Polizei • Stadt Wien – Schulen(MA 56) • Wiener Hilfswerk • SAM – sozial sicher aktiv mobil • Stadt Wien – Umweltschutz(MA 22) • Die Umweltberatung • Stadt Wien – Bäder(MA 44) • Gebietsbetreuung* Stadterneuerung • Stadt Wien – Integration und Diversität(MA 17) • Fonds Soziales Wien • Wohnpartner • Wiener Kinder- und Jugendarbeit Wienweite Projektleitung FAIR-PLAY-TEAMs: Mag. a (FH) Kirsten Popper-Nelvai, Stadt Wien – Bildung und Jugend. kirsten.popper-nelvai@wien.gv.at• www.wien.gv.at/freizeit/bildungjugend/fair-play 22 Hier gibt’s nur noch Ausländer. Ich kann mit keinem mehr reden. Wir setzen uns zu Ihnen, wir haben Zeit. FAIR-PLAY-TEAM Impressum: Medieninhaberin und Herausgeberin: Stadt Wien – Bildung und Jugend Für den Inhalt verantwortlich: Karl Ceplak Redaktion: Kirsten Popper-Nelvai, Stadt Wien – Bildung und Jugend; Hanna Posch, PlanSinn Texte: Hanna Posch, PlanSinn Grafik und Layout:  esterer und horn, Druck: Print Alliance HAV Produktions GmbH Gedruckt auf ökologischem Druckpapier aus der Mustermappe von„ÖkoKauf Wien“ © 2021 Fotos: Titelfoto: shutterstock ganzseitige Fotos: Anton Posch Seite 9: FPT 11; Seite 13: FPT 10 Seite 16: Bildung und Jugend Stadt Wien Seite 17: FPT 12 und 17; Seite 18: FPT 11 Seite 19: FPT 11; Seite 20: FPT 11 Seite 21: Anton Posch