S TA D T E N T W I C K L U N G Nr 64 5&CCie~~ FAef ~ STADT Qfh/E HIAIDERNloZ Z stadten twi cklung StaDtll Wien Barriere frei! Stadt ohne Hindernisse? Impressum: Eigentümer und Herausgeber: Stadtentwicklung Wien, Magistratsabteilung r8 Stadtentwicklung und Stadtplanung wwwwien. at/stadtentwicklung Für den Inhalt verantwortlich: Brigitte Jedelsky, MA r8 Redaktionelle Bearbeitung und Layout: PlanSinn GmbH Br CoKEG, Hanna Posch, Christine Radl, Eva Doringer, Eva Schuster Technische Koordination: Willibald Böck, MA r8 Fotos: MA r9, MA z8, MA 46, Wiener Linien, Stadt Graz, www. neuebilder. at, Wolfgang Gerlich/PlanSinn Lektorat: Andrea Riedel Covergestaltung: Reklame Kontor Peter Franc Produktion, Druck: MA zrA, Agens-Werk Wien zoo4 ISBN 3-902015-67-5 Kuratorlnnen der Ausstellung: Heinrich Hoffer (Theaterpädagoge und Supervisor) Kornelia Götzinger (Behindertenbeauftragte der Universität Wien) Wolfgang Kremser (Leiter des Gemeinsamen Verkehrsgremiums der Sehbehindertenund Blindenorganisationen der Ostregion) Partnerlnnenr Irene König (Lehrerin am SPZ Hans-Radl-Schule) Martin Bruch (Regisseur, Kunstler) Walter Kreuz und Evelyn Blumenau (gecko-art/Hörbilder) Beteiligte Abteilungen und Institutionen MA r4 — ADV MA rg — Architektur und Stadtgestaltung MA zg — Straßenvervvaltung und Straßenbau MA zg — Brückenbau und Grundbau MA SS — Beleuchtung MA 46 — Verkehrsorga nisation MA SS — Presseund Informationsdienst Leitstelle Alltagsund Frauengerechtes Planen und Bauen Wiener Linien Inhaltsverzeichnis Verstehen Vorwort Einleitung Schon zo vor 4 Eingänge und Zugänge Der Weg ist das Ziel Looking For a Job Franz Fischer, go Barrieren Manchmal, wenn ich bei den Kindern liege . . . Interview mit Martin Bruch Begriffe Kommunikation Barrieresammlung Versuchen 5 Rezepte für barrierefreies Denken Verändern Die AUSStellUng Wien hören und tasten statt sehen — Orientierungshilfen Spürbar anders — Projekte in Wien Runter vom Gehsteig, wieder rauf — Gehsteigabsenkung Jetzt wird's eng — Gehsteigbreiten Treppauf, treppab — Kinderwagenra mpen Vorsicht, Hindernisse! — Stolpersteine im öffentlichen Raum Achtung, Baustelle! — Baustellenabsicherung Graz spüren Barrierefrei unterwegs mit Wiens Öffis Internet für alle — Richtlinien für barrierefreies Webdesign Interviews mit den Kuratorlnnen der Ausstellung Barrierefreie Ideen von Ausstellungsbesucherlnnen zSo-Meter-Lauf Barnerecheck im 6. Bezirk Ausstellungsprogramm Gestaltung der Ausstellung Barrierefreier Zugang zur Planungswerkstatt Hörbilder Führungen Service Überblick Anlaufstellen für Anregungen und Beschwerden Barrierefrei bauen Rechtlicher Rahmen Unterstützung und Beratung für Menschen mit Behinderung Interessenvertretungen behinderter Menschen, Vereine Spezifische Themen Anhang Barriere-Checkliste für den öffentlichen Raum An der Ausstellung beteiligte Abteilungen 9 10 12 13 14 15 16 i8 20 24 29 32 34 36 38 40 42 44 45 47 48 51 54 56 58 61 63 64 65 68 6g 70 73 74 76 78 Bo 83 Vorwort Der vorliegende Werkstattbericht hat es sich, ebenso wie die Ausstellung im Jahr zoo8, zur Aufgabe gemacht, Barrieren in der Stadt abzubauen. Dazu ist es notwendig, zuerst einmal die Barrieren in den Köpfen zu beseitigen. Ist ein zur Hälfte gefülltes Glas halb leer oder halb voll? Beide Begriffe beschreiben denselben Zustand und drücken dennoch einen unterschiedlichen Zugang aus. In Analogie dazu ist es auch im Umgang mit sehschwachen, gehörlosen oder bewegungsbeeinträchtigten Menschen notwendig, den Blick weg von deren Schwächen hin zu deren vorhandenen oder erworbenen Kompetenzen zu lenken. Wir haben im Rahmen der Ausstellung eine z, S Meter hohe Mauer aufgebaut, um Barrieren sichtbar und angreifbar zu machen. Solche Mauern gilt es abzubauen oder im wahrsten Sinne zu überspringen. Menschen mit besonderen Bedürfnissen haben zum Überspringen von Hindernissen meist auch besondere Lösungskompetenzen entwickelt, denen wir „nur" entgegenzukommen brauchen bzw. müssen wir den Betroffenen ihr Lxpertentum zuerkennen. Gezeigt haben uns das vor allem die Kuratorlnnen, die uns darin beraten haben, die Ausstellung und das Begleitprogramm umzusetzen. Die Abteilungen der „Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr" haben ihre Lösungen und Lösungsvorschläge zur Gestaltung eines barrierefreien öffentliche Raumes eingebracht und das Büro PlanSinn hat ein animierendes Produkt daraus gestaltet. Ihnen allen, den Besucherlnnen und Teilnehmerinnen an den Diskussionen, Führungen und Aktionen im Rahmen der Ausstellung, möchte ich herzlichst danken. Brigitte Jedelsky, MA t8 Einleitung Die Ausstellung „barriere frei! Stadt ohne Hindernisse" fand von Oktober bis Dezember zooS in der Wiener Planungswerkstatt statt. Die Ausstellung war der Beitrag des Ressorts Stadtentwicklung und Verkehr der Stadt Wien zum „europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung". Das Büro PlanSinn wurde mit der inhaltlichen und gestalterischen Herstellung der Ausstellung beauftragt. Der vorliegende Werkstattbericht zur Ausstellung soll nun erstens die Leserinnen zum Einlassen auf das Thema Barrierefreiheit einladen, zweitens den Stand der Dinge in Sachen Barrierefreiheit in Wien darlegen und nicht zuletzt die Ausstellung und die begleitenden Aktionen in ihrer Gesamtheit dokumentieren. Die Gliederung des Berichtes lehnt sich an die Gliederung der Ausstellung an: Verstehen: Was sind überhaupt Barrieren im öffentlichen Raum? Wer wird dadurch behindert? Sehr persönliche Texte und Fotos laden ein, sich auf das Thema einzulassen. Versuchen: Wie kocht man ein Frühstück, wenn man weder Zutaten noch Küche sehen kann? Wie verständigen sich gehörlose Menschen? Fünf einfache Rezepte für barrierefreies Denken laden ein, sich auf die Welt von behinderten Menschen einzulassen. Verändern: Was wird getan bzw, muss noch getan werden, um die Stadt barrierefrei zu gestalten? Maßnahmen der Stadt Wien werden vorgestellt. Interviews mit den drei Kuratorlnnen der Ausstellung beleuchten deren ganz persönliche Sicht zur barrierefreien Stadt Wien. Daran anschließend findet sich eine Gesamtdarstellung der Ausstellung mit allen Aktionen rund um die Ausstellung. Ein Serviceteil mit nützlichen Adressen und eine Barriere-Checkliste zum Selbertesten runden den Bericht ab. Damit auch blinde Menschen diesen Bericht lesen können, gibt es eine Word-Version des Gesamttextes im internet unter: www wien. atistadtentwicklungibarnerefrei Diese kann von blinden Menschen mit Hilfe von Screenreadern gelesen werden. Außerdem ist dem Werkstattbericht eine CD-ROM beigelegt, auf der Teile der Ausstellung auch zu hören sind. a Rl atgsznta So, Kleine reiaschnagen, den Kladerwagea liger die zehn Stufen runtertragen. Schon so vor vier Das wird knapp. Schnell zuerst in den Kindergarten, da muss ich pünktlich sein, dann zur Tagesmutter. Brot, Milch und Klopapier brauchen wir auch noch. Und dann um halb fünf zum Kinderarzt. Gott sei Dank, die U-Bahn kommt gerade, das geht sich noch aus. Hallo, wie war's heute? Komm zieh dich schnell an, wir müssen noch die Kleine holen. Schnell die Treppe runter, nein, heute nicht rutschen, nicht balancieren, wir haben's eilig. Zwei Gassen weiter wieder Treppe rauf, Kleine anziehen und wieder runter. Verdammt, der Kinderwagen ist schon wieder eingekeilt, na, kein Wunder bei dem engen Stiegenhaus. So, Kleine reinschnallen, über die zehn Stufen runtertragen. Na, komm schon. Nein, ich kann dir nicht die Hand geben. Du siehst doch, dass ich den Kinderwagen runtertragen muss. Pass auf deine Finger auf, du weißt, die Haustür ist schwer. So jetzt schnell einkaufen. Ach, diese blöde Stufe. Was haben die sich dabei gedacht, wie das gehen soll? Mit einer Hand den Kinderwagen runterdrücken, mit der anderen die Tür öffnen, dabei drauf aufpassen, dass der Große auch mit reinkommt. So, fertig. Uff, die Taschen sind schwer. Halt dich fest am Kinderwagen, ich geb die Sackerln auf die andere Seite. Pass auf, steig nicht rein. Oh nein, kannst du nicht schauen, wo du hinsteigstl Nein, entschuldige, nicht weinen, du kannst eh nichts dafür. Wir brauchen was zum Hinsetzen, dann kann ich dir das runterwischen. Hanna pasch Das geht sich knapp aus r) rg bbaalr kbbaall ~) 4 borax Fotobeschreibungen für blinde Menschen 4 i. Mit dem Kinderwagen in der U-Bahn: unscharfes Bild einer Detailaufnahme Frau mit Buggy Fuße und Hinterrad des Frau, die ein Kleinkind im Kinderwagen schiebt. Fotografiert Buggy a beim Einsteigen in den U-Wagen von innen mit dem Blick zur Tore. Blinde Menschen konnen Texte lesen, wenn sie in Brailleschrift es z. Mit dem Kinderwagen in der Stadt: Eine Kinderwagen gedruckt sind oder digitalvon einem Screenreader vorgelesen schiebende Frau kommt mit dem Kinderwagen am Gehsteig werden. Um auch die dazu gehorigen Fotos „sehen" zu kdnnen, es kaum zwischen Wand und parkenden Autos durch. Der Platz auf dem Gehsteig ist durch die uberstehenden Motorhauben massen Fotobeschreibungen zur Verfügung gestellt werden. In der Ausstellung „barriere frei!" wurden alle Texte und der quer parkenden Autos eingeschrankt. Fotobeschreibungen als Hdrtexte prasentiert. Q s Detailaufnahme Frau mit Kinderwagen und Kind von hinten: Die Texte und Fotobeschreibungen (Beispiel oben) dieses Das Kind halt sich am Kinderwagen, der von der Frau Werkstattberichtes sind als Word-Dokumente unter geschoben wird, fest wwwwien. otrstod tentwicktunglborrrerefrei zu finden. Eingänge und Zugänge Unterwegs mit Kornelia Götzinger Ein xuvor stufenlos xugänggches Lokal Ist nach einem Umbau ffiir Rogstuhlfahrerlnnen passd. Schön, aber gefähräch, weil xu steg. Der Versuch, bei diesem gankomaten Geld abzuheben, muss aufgrund der schönen Rundung scheitern. Der Wgle, Roästuhlfahrerlnnen auch einen Ein anä xugängllch xu machen, scheitert an der tufe. Eine Lösung, mit der Geherlnnen und Rollstuhl fahrerinnen gläckgch sind. Hund: „ich darf nicht hineinl" Rogstuhlfahrerlnnen auch nlchtl Elgentgch f är ist die Rampe d a e u n ch P f ap ä l r er R tm og n stu s h p g o a r h t re g r e ln d n a e c n ht, nätxlkh. Eine ansprechend gestaltete Rampe kann auch ein älickfang sein. Kornelia Götzinger Barrieren mussen nicht seini Um dieses Dilemma anzugehen, setzt sich Kornelia Gdtzinger aktiv in der Behindertenszene ein. Sie versucht, dem Problem von mehreren Seiten zu begegnen. Seit sBBo ist sie im Norm ena usschuss für behindertengerechtes Bauen tätig und hat die ÖNORM „Bs6oz — Barrierefreie Schuiund Ausbildungsstätten und Begleiteinrichtungen" initiiert und inhaltlich mitbetreut. Korneiia Götzinger ist aufgrund eines Vitamin-B-Mangels der Mutter von Geburt an behindert und sitzt im Rollstuhl. „Mir wird durch Barrieren im öffentlichen Raum der Zugang zu verschiedenen Räumen in der Stadt vorenthalten, wie zum Beispiel zu den Geschäften und Gastronomiebetrieben in der Uz-Station Schottentor vor dem Ufteinbau!" t eä Iä Il Der Weg ist das Ziel Vor jedem Wegwohin und wie weit auch immer — bin ich als S6-jähriger Rollstuhlfahrer gezwungen, Grundlegendes zu überdenken: Wie voll oder leer sind die Batterien meines Hilfsantriebes? Soll ich mein Ladegerät mitnehmen, um eventuell aufzuladen? Denn für einen händischen Betrieb ist mein Rollstuhl mit Antrieb und Akkus zu schwer. Wie sieht es mit meinen körperlichen Bedürfnissen aus? Gibt es dort, wo ich hinwill, ein rollstuhlgerechtes WC? (. .. in den seltensten Fällen . . . ) Gibt es ein WC, in das-oder wenigstens in dessen Vorraum — ich hineinkomme? Gibt es überhaupt eine Tür, die ich im Bedarfsfall hinter mir zumachen kann? Als Rollstuhlfahrer wird mensch relativ schamlos— gemacht. Meine Standardwege kenne ich auswendig, jede Fahrbahn-, jede Gehsteigverengung durch eine Baustelle, durch eine Unebenheit im Asphalt, eine nicht ausreichende Absenkung der Kanten. Kompliziert wird es bei kurzfristig auftretenden Fahrten Ins elans, zu mir nicht bekannten Zielen, werden Im lauf der Jahre Immer seltener. Helnrfch Heffer Hindernissen — drei Fahrräder an einem Lichtmast, ein Haufen Hundekot in der gewählten Durchfahrt zwischen zwei geparkten Autos. im Notfall kann ich ja auch noch immer auf die Fahrbahn — weiß der Himmel, wo ich dann wieder auf den Gehsteig zurückkann. Radwege sind die bequemsten Ausweichen, sind wegsa mer als Gehsteige, aber selten. Schamlos gemacht Heinrich Hoffer Ich bin zwei Jahre nach Kriegsende auf dem Kollmitzberg, Die vielen Irrwege meines Lebens habe ich mir einem Hügel über der Donau im niederosterreichischen buchstäblich und begeistert ergangen. Seit 1994 lebe a Mostviertel geboren, dessen Landschaft und Sprache ich im Sitzen, mit einem Rollstuhl. Auf den ersten Blick Q mich bis heute prägen. als solche wahrnehmbare Behinderungen halte ich Ol beileibe nicht für die schlimmsten. Gu trägst ein msa Hemd zum gewe*ungsgnsgräck, wirkst sowesän und ruhig. en Idelner Fleck auf der Krawatte, eine andere Krawatte, ein ggck in den Spiegel und du bist unterwegs kh hoffe, dass deine Hngeram Geländer entlangstrelfen nur ein wenlgLooking For a Job Ich bin atypisch — behaupte ich. Ich habe gelernt, mich anzupassen -frei nach Darwin. Uberlebensstrategien in einer Welt der realen Hindernisse und „Ungerechtigkeiten" entwickeln. Ich bewege und verhalte mich wiejederandere, mit der Ausnahme, dass„jeder andere" hundertprozentige Sehleistung hat. Da kann es dann schon passieren, dass ich in einem Lokal kein Bier bekomme, nachdem ich vier Sessel niedergewuchtet habe und um ig 3o Uhr als vollig „Ang soffener" enttarnt werde (ich trage keine Blindenschleife). Sich „anpassen" bedeutet auch, als arrogant empfunden zu werden, weil man seiner(m) Gesprachspartner(in) nicht in die Augen schaut. Es bedeutet, von und s b e e m w e e r ge Ä n rz . ti " n zu horen:„Es ist ein Es bedeutet, Hurden Wunder, wie Sie zu uberwinden sich und orientieren Vorurteilsbarrieren zu vermeiden. Nach zwei Stunden proaktiven H B r ew J. e " r d b a u s ng „ s B ge e s k p e r n a n ch tn s is": u „ n I d ch n b a in ch se d h e b r eh A in u d s e s r a t g , e: a „ b S e i r e sind unser ich bin mir Mann, sicher, dass das kein Problem fur meine Leistungsfahigkeit darstellt. " Betretenes Schweigen auszuhalten, schlussendlich sich doch daruber zu freuen, dass der zukunftige Abteilungsleiter meint: „Ich sehe kein Problem. " Und das, weil er einen Freund hat, der„vollblind" ist. Ben Jost Mild (toS Stufen) ... ioS Stufen, der letzte Teil davon Wendeltreppe. Unregelmagig und spiegelglatt. So oft ich hinuntergehe, streifen meine Finger am Gelen der entlang, greifen immer wieder danach. Deine Hande jedoch sind in den Taschen — stets. Deine Sinne gespitzt. Wenn deine Schuhsohlen uber eine Stufe wischen, ich dich rutschen wahne, will ich nach dir greifen. Ein kurzer Moment, in dem du an die Grenzen denkst, die dir gesetzt sind. Und ich an die Grenzen, die hier jeder hat, der die Stufen hinabsteigt. Ganz egal, wie es um sein Augenlicht steht. Die Frau unter uns hat verstanden, ohne irgendetwas dabei zu finden. Hat dich weise und mild auf ihre Seite gestellt. Ein Bub, zehn Jahre alt vielleicht, ein offener Mund, Wissbegierde. Seine Mutter: offener Mund, Wissbegierde. Ich versuche einen Blick, der strafen soll, zumindest in die Schranken weisen soll. Verlange, dass sie Raum lasst. Ich bin auch nicht freier im Geist, immerhin fühle ich den engeren Raum. Bin nicht mild genug, ihnen Platz für ihre Neugier zuzugestehen, bin weit davon entfernt, voll von Milde durch die Stadt zu gehen. Will dich beschützen, den Schritt zurück tun. Alexandra Riegler, Freundin Betretenes Schweigen Ä, 'I ' v Ben lost „Ich wurde1973 in Papua-Neu Guinea als erstes Kind geboren. Im Säuglingsalter stellte man in beiden Augen einen Tumor fest. Das rechte Auge wurde durch eine Notoperation im Urwald durch einen „zufällig" in der Gegend weilenden australischen Arzt entfernt. Das linke Auge wurde in Sydney/Australien mittels Laser und Bestrahlung behandelt. Bis zu meinem 6. Lebensjahr hatte ich auf dem linken Auge eine Ioo-prozentige Sehleistung. Infolge der Bestrahlung ergab sich eine Blutung auf der Netzhaut, die zu einer ro-prozentigen Sehleistung führte. " tggz-igg7 Studium der Wirtschaftssoziologie, nicht abgeschlossen. Seitdem berufstätig: Internethotline, Internettechnik, Angestellter im Marketing. Seit tg78 keine merkbare Veränderung der Sehleistung. Allerdings zusehends abnehmende Konzentrationsfähigkeit. g tB äB Vl tB Franz Fischer, gei Gehbehindert durch Kriegsverletzung und zwei Stürze infolge Alters Dieser Text entstand aus einem Gespräch zwischen Heinrich HoHer und Franz Fischer. Ich konnte die letzten Jo, JS Jahre die Wohnung nicht mehr verlassen — da war ich wie am Boden zerstört. Ich hab'meinem Arzt in die Hand versprochen, ich jammere nicht mehr. Hier im Haus hab' ich mich schon bei allen entschuldigt. Ich bin mit den Krücken schon das ganze Haus und das Gelände abgegangen, aber z. B. stiegenaufwärts muss ich wissen, ob ich mit dem Fuß beginne oder mit der Krücke, das ist nämlich nicht dasselbe. Der Orthopäde kann mir nicht die Zeit geben, die ich will. Er hat mir gestattet: nach dem Frühstück Bettruhe, ich kann das Mittagessen unten einnehmen, danach Bettruhe, ich kann das Abendessen bei Tisch einnehmen. Nach dem Abendessen würd'ich sowieso schon bald gehen, aber die Bettruhe ist verpflichtend. Er hat gesagt:„Wenn Sie noch einmal auf diese Seite fallen, kann ich nix mehr machen. " Ich möchte gerne, aber ich darf s nicht übertreiben. Meine Wohnung hab' ich noch — das ist ungefähr zzo Meter von hier, aber ich kann ja nicht so weit gehen. Zum Doktor in der Ruckergasse, zweimal ums Eck, brauch' ich einen Fahrtendienst! ich kann nix machen Franz Fischer Bo Jahre alt, S Jahre arbeitslos, S Jahre Bundesheer c (freiwillig), T Jahre Wehrmacht (unfreiwillig), So Jahre Finanzministerium, 6S Jahre (gut) verheiratet. S Stürze, tu S Brüche, lebt seit z Jahr im Altersheim. tu Irgendwk kommen wir Immer hin. No prohkm, es sind nkht die Wege. Ietstendlkh nicht die kleinen Hindernisse. Geht alles in der Gruppe, geht alles, wann man Irgendwohin gehiht, wenn war da ist und einen wahrnimmt als Mensch. Hgfe Ist dann nicht die gute Tat des Tages, Barrieren Barriere ist das Leben nicht in einer Gruppe, nicht als Schulklasse, Arbeitsgemeinschaft. Kommt man schon wohin, mit Kleinbussen. Ruft man dann „spontan" zwei Tage vorher an, muss man auch wissen, wie lang man wo sein will, um heimzukommen. Muss man überlegen: Ist heut mein WCTag? Ist -falls die Zeitspanne zu groß ist für Kathetrisieren, Harnsackerl ausleeren — ein Behinderten-WC vorhanden? IJnd wenn's mit dem Stuhlen nicht hinhaut, wer dabei, der einem hilft ohne Diskussion, ohne dass man im Erdboden versinkt? Braucht man wen, der einem vielleicht das Essen schneidet; falls die Gläser zu schwer sind, einen Strohhalm; die Jacke anund auszieht und hat es so satt zu bitten und zu fragen. Kommen einem viele Gedanken, spastische Bewegungen. Hoff' so, dass ich nicht zu aufgeregt bin und herumzapple und keiner mehr hört, was ich sag'. Was zieh' ich an, soll praktisch sein falls ich aufs Klo muss, möchte aber auch hübsch sein. Minirock? Enge Jeans? Am vernünftigsten wäre ein Jogger und ein Nylonsackerl mit Ersatzgewand, falls was passiert. Geht nicht, möchte so gern attraktiv sein, bin unvernünftig und hoff; dass alles gut geht. Hab' keine langen Haare mehr, zu kompliziert und zu aufwendig zum Waschen und Frisieren, kann's nicht allein machen. Oh Gott, was macht meine Mutter da, sehe aus wie sie, entsetzlich. He, nimm wenigstens ein bisschen Gei. Komm schon nicht an der Lehne vom Rollstuhl an, wird nicht schmutzig. Geht alles, wenn man jemanden hat, den man treffen kann. Menschen, die sich gern mit dir treffen. Barrieren und Hindernisse. Sind nicht nur Gehsteige, Stiegen, Hundescheiße — sind meine Ängste, mag nicht angestarrt werden. Mag kein Mitleid, mag kein mildes Lächeln, kein Stück Schokolade, keine zehn Euro, will nicht hören, dass Gott ein Auge auf die Schwachen hat, will nicht ... Will Menschen kennen lernen, Freunde haben, spontan Besuch bekommen, lachen, will mich verlieben und geliebt werden, will sein wie ihr. Will einmal wunderschön sein. Will Zuneigung, will für einen auf dieser Welt einzigartig, das Wichtigste sein. Will gestreichelt werden, weiß schon, spü r nur am Oberkörper was, will dich streicheln, sieb mich nicht so an. Will wissen, wie es ist, einen Orgasmus zu haben, kann's nicht selber machen, kann keinen fragen. Schäm mich so. Schülerinnen der Hans-Rad?-Schule nachempfunden Minirock? Enge Jeans? je yk yl y e ' I Hans-Radl-Schule Die Hans-Radl-Schule ist eine Volksund Sonderschule imiB. Wiener Gemeindebezirk, in der behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. c Q 4p In Q .. . Manchmal, wenn ich bei den Kindern liege Mir fällt hein geruf ein, in dem mnn weder sprechen nach tippen noch gehen oder greuen muss. ... damit sie endlich einschlafen, dann wandern meine Gedanken. Was so sein wird, irgendwann einmal. Ich stelle mir vor, wie ich leben möchte, wie ich mit meiner Familie leben möchte, wie alles sein könnte. Das entspannt mich, denn in meiner Vorstellung ist alles, wie es sein soll. Doch dann versuche ich mir die Zukunft meiner Tochter vorzustellen, und ich kann es nicht. Ich stelle mir vor, dass sie auf eine gute Schule geht, doch wird diese Schule barrierefrei sein? Ich stelle mir vor, wie sie am Unterricht teilnimmt, doch wie kann das funktionieren, wenn sie nicht sprechen kann? Ich versuche mir vorzustellen, welchen Beruf sie ergreifen könnteund meine Vorstellungen sind wirklich nicht hoch gesteckt —, doch mir fällt kein Beruf ein, in dem man weder sprechen noch tippen noch gehen oder greifen muss. Um genau zu sein, kann ich mir nicht einmal vorstellen, wie sie je alleine aufs WC gehen soll. Ich muss erkennen, dass meine Zukunft im Dunkeln liegt, doch das ist schließlich bei jedem so; was mich von anderen Müttern unterscheidet, ist, dass ich akzeptieren muss, dass auch meine Vorstellungen im Dunkeln liegen. Veronika Müller ZukunfP. s f, lackier etmal Qs Veronika Müller Veronika Müller thematisiert Barrieren im öffentlichen Veronika Müller arbeitet in unterschiedlichen Bereichen c Raum vor unterschiedlichen Hintergrunden: sggg durch eine Installation im öffentlichen Raum bei der Architektur, von Vortragstätigkeit über Veranstaltungsorganisation bis hin zu Kuratorinnentätigkeit, z B. tu der Frauenwoche; 2002 eröffnet sie die Werkstätte für „Frauen. Architektur" und „Weg frei!". 4k räumliches denkenroomzmove, gemeinsam mit In Wien geboren, Architekturstudium an der Universität Gabriele Heidecker; zoos die Aktion „zso-m-Lauf" im für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz, 4k Rahmen der Ausstellung Barrierefreil — Stadt ohne lebt und arbeitet Veronika Müller mit ihren beiden Hindernisse? in Wien. Tochtern in Linz. Interview mit Martin Bruch, Regisseur von „handbikemovie vienna" Der Regisseur Martin Bruch ist aufgrund seiner Erkrankung an Muitipier Skierose seit 1998 vorwiegend mit einem handpedaibetriebenen Rad — dem so genannten „Hand-Bike" — in den Straßen Wiens unterwegs. Für den Film„handbikemovie vienna", der im Rahmen der Ausstellung gezeigt wurde, dokumentierte er seine Wege mit einer Heimkamera. Welche Idee steht hinter nhandbikemovie viennau? Handbikemovie vienna war mein erster Film. Für mich ist es eine Dokumentation der Freiheit, alleine am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Der Film zeigt untyische Ansichten von Wien, weil meine „Einstellung" eine andere ist. Wie reagieren die anderen Verkehrsteilnehmerlnnen? Bei den Autofahrern genieße ich eine gewisse Akzeptanz, weil ich mit ihnen auf gleicher Augenhöhe bin. Autofahrer haben ja selbst einen motorisierten Rollstuhl unter dem Hintern. Sobald sie eingestiegen sind, sind sie behindert. Möchtest du ein Vorbild sein? ich mache etwas, die anderen sollen auch etwas machen. Welcher Satz soll auf der Tafel neben deinem Video stehen? Nehmt euch Zeit, es anzuschauen. Lind: Das Leben ist schön. C Q ll tl Fotos: Martin Bruch ss Begriffe nDas Image, das Menschen und Gruppen in der Gesellschaft haben, drückt sich in der Sprache aus. Ist das Image negativ, sind meist auch die Bezeichnungen negativ, herabwürdigend und diskriminierend", (Marlies Neumüller, ifornelia Götzinger, zooy, Wien) Begriffe und Definitionen sind immer ein Spiegel der momentanen gesellschaftlichen Haltung und bilden die vorhandenen Meinungen über eine Gruppe von Menschen oder ein gesellschaftspolitisches Thema ab. Bilder und sprachliche Definitionen von und über Menschen mit Behinderungen werden oftmals unüberlegt verwendet. Die folgenden Begriffsbeschreibungen wurden dem „Buch der Begriffe" entnommen. Diesesn Wörterbuch" bietet eine Anleitung zu einem nicht diskriminierenden und respektvollen Sprachgebrauch. Weiters bearbeitet es Fragen zu Behinderung und Integration und erweist sich als wertvolles Nachschlagewerk. Beete Firlinger (Hrsg) (zooSI: Buch der Begriffe. Sprache, Behinderung, Integration Österreich. Bundesministerium fur soziaie Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz. a Q Q Q s6 ehindeet: Mensch mit Behinderung — behinderter Mensch Viele behinderte Menschen empfinden die Bezeichnung „Behinderterr" als diskriminierend, weil sie nicht in erster Linie über ihre körperliche Eigenart definiert werden wollen. Sie sind Menschen, die einen Namen haben, eine individuelle Geschichte und eigene Lebensumstände. Behinderte Personen empfinden es jedenfalls als angenehmer, als „behinderter Mensch" oder „Mensch mit Behinderung" bezeichnet zu werden oder einfach als „behinderter Mann"„, behinderte Journalistin" usw. Behindeetengereeht s Barrierefrei Barrierefreiheit bedeutet Zugänglichkeit und Benützbarkeit von Gebäuden und informationen für alle. Daher ist es besser, von „barrierefrei" zu sprechen als von „behindertengerecht". Denn die Zugänglichkeit von Gebäuden, Arztpraxen oder Geschäften, die uneingeschränkte Teilhabe am sozialen Leben ist für alle Menschen relevant. Menge4srnus: Down-Syndrom Der englische Arzt John Langdon Down verglich J866 Menschen mit Down-Syndrom mit Mongolen. Down glaubte gemäß Darwins Theorien, dass das später nach ihm benannte Syndrom eine Rückverwandlung in einen „primitiven Rassetyp" darstelle. Der Begriff Mongolismus ist deshalb diskriminierend. T zezhstumen s Gehörlos Löst als Begriff zunehmend den Begriff „taubstumm" ab. Denn gehörlose Menschen sind keineswegs stumm, sie können sprechen und verstehen sich als Angehörige einer Sprachminderheit. Uhputerrer s Kleinwüchsige Menschen gibt es überall auf der Welt, sie sind keine eigene „Rasse". Falsch ist, dass Menschen mit geringer Körpergröge weniger intelligent oder„ewige Kinder" sind. In der Medizin wurde lange Zeit vom „Zwergenwuchs" gesprochen, kleinwüchsige Menschen wurden demzufolge als „Zwerge" oder Liliputaner bezeichnet. PAey4%: Pflegebedürftige Person Wenn jemand Pflege braucht, wird er schnell zum „Fall", meistens zu einem „Fall fürs Pflegeheim". Die Abwertung vermag die psychosoziale Belastung nur kurzfristig zu lindern. Die Person hat Vornamen und Nachnamen und ist Mutter oder Vater oder Kind. Der subjektiven Sicht des Betroffenen wird man besser gerecht, wenn man von einer „pflegebedürftigen Person" spricht. : Einen Rollstuhl benutzen Die Redewendung „an den Rollstuhl gefesselt" ist vor allem in Medienberichten noch sehr beliebt. Rollstuhlfahrerinnen empfinden sie aber als unangebracht, da sie nicht „gefesselt" sind. Im Gegenteil: Der Rollstuhl bedeutet Mobilität. Stattdessen kann einfach gesagt werden: „Personen sind auf den Gebrauch eines Rollstuhls angewiesen. " Das, was gemeinhin unter „Mitleid" verstanden wird, ist nicht mitleiden im Sinne von „einfühlen" und die Situation eines Menschen verstehen. Es ist vielmehr ein Ausdruck peinlicher Berührtheit, des Wegschauens und der Hilflosigkeit gegenüber einer für die Nichtbehinderten „schrecklichen" Tatsache der Behinderung. Marlies Neumüüer und Karnelia Götzinger, 200$ rz Kommunikation Kommunikation kann auf sehr unterschiedliche und vielfältige Weise stattfinden: Sprache, Schrift, Blickkontakt, Körpersprache ... Welche Form der Kommunikation verwendet wird, hat mit Vorlieben und Fähigkeiten der kommunizierenden Menschen zu tun. Einige außergewöhnliche Kommunikationsformen, die Grenzen zwischen unterschiedlichen Menschen überwinden helfen, werden hier vorgestellt: Die folgenden Beschreibungen wurden dem „Buch der Begriffe" entnommen. Beate Firiinger (Hrsg) (zooS): Buch der Begriffe. Sprache, Behinderung. Integration Österreich. Bundesministerium für soziaie Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz. Brailleschrift Bevor die Brailleschrift erfunden wurde, gab es für blinde und sehbehinderte Menschen keine geeignete Möglichkeit, sich schriftlich mitzuteilen. Louis Braille (tgog-sBS2), selbst im Alter von drei Jahren erblindet, entwickelte, inspiriert von einem schriftlichen Kommunikationssystem für militärische Zwecke, 182S sein Sechspunktesystem. ~ e ~ b ~ c ~ ~ d ~~ « ~ f ~ OJ'o ~ h ~ i ~ ' ~~ k ~ 1 ~ m ~ ~ n ~~ o ~ ~ ~ ~~~ ~~ ~ ~ ~~ ~~ ~ ~ ~ ~ ~ C ~ ~ ~~~~ ~~ ~~ ~ ~~ z ~ ü ö ~ ä ~ 8 ~ Q ~ ~ ~ ~ ~ ~~ ~ ~ ~ . ~~ ~ ' ~~ ~ ~~ ~ ~ ~ ' ~~ ' ~ ~~ ' ~ ~~ ~~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~~ Braillezeichen IA auch „Zellen" genannt, bestehen aus der Kombination von Q sechs Punkten. Im Allgemeinen werden diese Kombinationen einfach durch ihre erhabenen Punkte bezeichnet. Dabei haben die Punke auf der linken Seite die Nummern 1-2-3 und auf der rechten Seite die Nummern 4-3-6. Zahlen werden dargestellt, indem man die ersten zehn Buchstaben des Alphabets nutzt. Fingeralphabet Einzelne Buchstaben werden mit speziellen Handformen dargestellt. Diese Methode findet vor allem bei der Buchstabierung von Eigennamen und Ähnlichem Verwendung. Im Gegensatz 'PA 5B (pc 5D 5E 5F %&G '%&H 81 Luzid 5K &L CM 5N (yO Rp Iv 5R liV Q (sRS T Rcr (u'U 5w Sx cc Y 41 zur Gebärdensprache ist das Fingeralphabet international. Gebärdensprachen sind eigenständige, vollwertige Sprachsysteme. Gehörlose Menschen haben sie untereinander ausgesa bildet. Es bestehen erhebliche nationale Unterschiede. Gebärdensprachen sind nicht mit der Körpersprache Hörender identisch, sondern ausdifferenzierte Zeichensysteme. Sie verfügen über ein Lexikon und eine komplexe Grammatik. Im Mittelpunkt der gebärdensprachlichen Verständigung stehen die Gebärde, aber auch Mimik, Körperausdruck und tonlos gesprochene Wörter sind von großer Bedeutung. Anders als in Österreich ist die deutsche Gebärdensprache bereits als eigenständige Sprache anerkannt. Bliss Die Bliss-Symbole wurden von1942 bis196S von Charles K. Bliss entwickelt. Das Bliss-System wird heute in über äo Ländern der Welt angewendet. Es besteht aus etwa 2Soo genormten Symbolen, die meist einen unmittelbaren Bezug zum realen Begriff, den sie darstellen, haben — beispielsweise symbolisiert eine Wellenlinie Wasser. Elektronische Kommunikationsmittel ermöglichen es nicht sprechenden Menschen, sich auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen mitzuteilen. Diese Mittel werden aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts immer häufiger verwendet. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte, z. B. Symbolsysteme, die als Software auf PCs installiert werden können. Lormen Diese Fingersprache dient der Kommunikation mit Menschen, die gleichzeitig gehörlos und blind sind. In diesem von Hieronymus Lorm entwickelten Tastalphabet werden die Buchstaben durch Betupfen und Bestreichen der Handinnenfläche symbolisiert. o o II V 6 hh 'l CL A Sf 2 vr K Barrieresammlung In der Barrieresammlung wurden die Ausstellungsbesucherlnnen eingeladen, ihre ganz persönlichen Barrieren auszustellen. Im Folgenden finden Sie eine kommentierte Auswahl der Ausstellungsstücke. Anders und nicht gleich(-gestellt) Kein Gleichstellungsgesetz Behinderte Menschen sind in Österreich täglich vielen Diskriminierungen ausgesetzt. Sie werden in ihrer Mobilität vielfach durch bauliche Unzulänglichkeiten eingeschränkt, in ihren Entfaltungsmöglichkeiten behindert und in ihren Entscheidungen bevormundet. Bisher existiert in Österreich kein rechtliches Instrumentarium, mit dessen Hilfe sich behinderte Menschen mit Aussicht auf Barrierasammlung im Ausstallungsraum Erfolg gegen Diskriminierungen und Benachteiligungen zur Wehr setzen können. Das kann nach Meinung vieler Betroffener nur durch die Schaffung eines umfassenden Gleichstellungsgesetzes geändert werden. Dieses muss zu seiner Durchsetzung auch mit Sanktionsmechanismen ausgestattet sein. Vorbild ist dabei für viele Menschen der „Americans with Disabilities Act — ADA" aus dem Jahr tggo, der die Situation behinderter Menschen in den a USA stark verbessert hat. Q Derzeit ist ein Behindertengleichstellungsgesetz in der BegutQ achtungsphase. (www. bizeps. or. at/info/gleichst. html) Q Hilfe nicht in Sicht? Fehlendes optisches Leitsystem Selbstständigkeit im Alltag muss für jeden Menschen möglich sein. Auch wenn andere gerne bereit wären zu helfen, das Gefühl der Abhängigkeit bleibt. Für gehörlose Menschen ist die Kontaktaufnahme und Kommunikation mit Unbekannten sehr schwierig bis unmöglich. Fehlt daher an öffentlichen Orten wie Ämtern, Krankenhäusern oder Bahnhöfen eine Beschilderung, können sie sich nicht orientieren. Gehörlose sind auf optische Leitsysteme angewiesen. Anzeigen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Stationsankündigung bzw, in Bahnhöfen zur Ankündigung der kommenden Züge/Busse ermöglichen eine größere Eigenständigkeit gehörloser Menschen. an Das kann ins Auge gehen Bäume und Sträucher als Hindernisse Entlang von öffentlichen und privaten Grünflächen ragen oft Äste von Bäumen und Sträuchern bis auf den Gehsteig. Für blinde Menschen, die mit dem Langstock nur Gegenstände in Bodennähe ertasten können, sind vor allem Äste in Höhe des Kopfes oder des Oberkörpers gefährlich. Sträucher und Bäume müssen daher regelmäßig so geschnitten werden, dass keine Äste in den Gehbereich ragen können und die Fußgängerlnnen beeinträchtigen. Kleine Stufen — aber ohol Stufen ohne Handlauf Um alltägliche Barrieren (wie z. B. Stufen) zu überwinden, genügt manchmal schon ein Handlauf. Für Menschen mit leichter Gehbehinderung oder für alte Menschen sind wenige Stufen ohne Handlauf bereits schwer zu überwinden, einige Gebäude werden damit ohne fremde Hilfe unzugänglich. Handläufe sind leicht anzubringen und ermöglichen einen sicheren Zugang. Ein geeigneter Handlauf misst 4 cm im Durchmesser und ist, farblich mit der Wand kontrastierend, in einer Höhe von Bo bis zoo cm und zusätzlich von ZS cm angebracht (ÖNORM Bt6oo). Für Menschen, die einen Rollstuhl benutzen, stellt ein Handlauf allerdings noch keine Verbesserung dar. Fleckerlteppich & Co. Oberflächenqualitäten Unsicherheit ist eine Barriere. Rutschige und unebene Oberflächen führen Menschen aufs Glatteis, indem sie Unsicherheit erzeugen. Der Teppich ist Symbol für rutschige Oberflächen und holprige Bodenbeläge im öffentlichen Raum. Sei es für Rollstuhlbenutzerlnnen, für Menschen mit Krücken oder für alte Menschen: Viele Oberflächen sind nur begrenzt rutschfest und verringern die Sicherheit im Straßenraum. Allein das subjektive Gefühl der Unsicherheit stellt eine Barriere dar, die Menschen daran hindert, sich frei im öffentlichen Raum zu bewegen. Die Verwendung rutschfester Bodenbeläge oder der Rückbau von altem Kopfsteinpflaster ermöglichen die sichere Benutzung von Gehwegen und Straßen. Der lange Weg von A nach B Transporte im öffentlichen Raum Ein Paket von der Post abholen? Einen großen Einkauf erledigen? Wie tun, wenn man nichts tragen kann? Für Menschen mit Gehbehinderungen, die Krücken oder einen Rollstuhl benutzen, ist das Transportieren von größeren Gegenständen nicht ohne Komplikationen möglich. Oft sind die Betroffenen in ähnlichen Fällen auf die Hilfe anderer Menschen beziehungsweise das Entgegenkommen von Dienstleisterlnnen angewiesen, die „in Ausnahmesituationen" informell Unterstützung anbieten. Eben noch hier und schon ganz woanders Temporäre Hindernisse Temporäre Hindernisse kommen und gehen — kein Problem, wenn man (sie) sieht. Wenn nicht, kann man sie nicht umgehen. Blinde Menschen lernen ihre Wege kennen und orientieren sich am Vertrauten -jede Veränderung verlangt mehr Aufmerksamkeit und kann gefährliches Hindernis sein. Vor allem wenn Objekte nicht eindeutig „sichtbar" (also ertastbar) sind, stellen sie Gefahrenquellen dar: Angefangen von Schneestangen, die oft bis weit in die schneefreie Zeit an Gebäuden befestigt bleiben, bis zu LKW-Containern, die auf t m Höhe aufgeständert sind, die also nicht mit dem Langstock auf Bodenniveau zu ertasten sind. Diese temporären Hindernisse, die zwar nur vereinzelt und kurzfristig auftreten, stellen dennoch in Summe für Menschen mit Behinderung eine wesentliche Beeinträchtigung im öffentlichen Raum dar. Nicht der Mangel an Regelungen ist dabei problematisch, sondern deren Einhaltung bzw. Überprüfung. Oft fehlt bei den Verursacherlnnen das Bewusstsein, dass vieles potenzielles Hindernis sein kann. Meist sind es nur die direkt Betroffenen, die die Initiative ergreifen, zuständige Stellen auf Missstände hinweisen und zur Beseitigung der Barriere auffordern. Fünf einfaChe Rezepte für barrierefreies Denk n en Kunst gc Kultur? Für heute Abend schon geplant? Könnten Sie dabei eine Bekannte mitnehmen, die im Rollstuhl sitzt? Man nehme: eine Ta S eszeitun S Geduld und Glück Versuchen Sie herauszufinden, welche Kinos, Theater, Konzertsäle barrierefreie Zugänge besitzen. Wie kommen Sie zu dieser Information? Könnten Sie an Ihrem Lieblingsplatz im Kino sitzen, oder müssten Sie sich nach den wenigen verfügbaren Rollstuhlplätzen richten? Gibt es in Tageszeitungen Anmerkungen zur Barrierefreiheit von Veranstaltungsorten? Informationen über die barrierefreie Zugänglichkeit von Veranstaltungsorten sind kaum verfügbar. Während Tageszeitungen oft keine Auskunft darüber geben und viele Veranstaltungsorte schlecht telefonisch erreichbar sind, bietet das internet noch die besten Möglichkeiten, sich über den aktuellen Stand der Barrierefreiheit zu erkundigen. Damit wird der Besuch von Theater, Kino oder Konzerten im Voraus schon zu einem schwierigen Unterfangen. Oft sind auch telefonische Auskünfte unzureichend, weil das Personal von Veranstaltungsstätten nur unzuC reichend geschult ist. Da erfährt man dann zwar, dass der Cl Eingang keine Stufen hat und ein Lift vorhanden ist, aber nicht, IJ dass zwischen Eingang und Lift vier Stufen liegen. Anders gelesen Q Das Alphabet besteht aus sechs Punkten. Können Sie die Worte entziffern, auch wenn die Buchstaben ganz andere sind? Man nehme: Stift und Papier den „Code" für die Blindenschrift Versuchen Sie, die folgenden Worte mittels Braillealphabet zu entziffern (Auflösung auf Seite zg): Ein Braillezeichen (auch „Zelle" ) besteht aus sechs Positionen. Buchstaben, Zahlen oder Satzzeichen werden durch die unterschiedlichen Kombinationen der einzelnen erhabenen Punkte an den sechs Positionen dargestellt. Es gibt sieben Zeichengruppen, die durch eine Gemeinsamkeit der darin enthaltenen Zeichen definiert werden (z. B. fehlen in Gruppe i die Punkte 3 und 6). Während auf eine A4-Seite rund 3500 Zeichen der „normalen" Schwarzschrift passen, sind es in Brailleschrift nur ungefähr sooo Zeichen. In der Brailleschrift bedient man sich daher auch verschiedener Kürzel. Braille wird mit den Fingerspitzen ertastet und kann sowohl gedruckt als auch mittels technischer Hilfsmittel (Braillezeile) für die Arbeit mit Computern verwendet werden. Das Maß der Dinge Wie viele Armlängen ist ein guter Gehsteig breit? Bei wie vielen Fingerbreiten wird die Gehsteigkante zum Hindernis? Man nehme: die eigenen Arme und Beine eventuell mehrere Personen den städtischen Raum ein Maßband Versuchen Sie, Maß su nehmen: ~ Gehen Sie zu zweit nebeneinander oder strecken Sie die Arme waagrecht zur Seite (der Abstand von Fingerspitze zu Fingerspitze beträgt ca. ihre Körpergröße). Wie breit ist ein Gehsteig, wenn sich beides leicht ausgeht? Können Sie an jemandem vorbeigehen, ohne dass Sie einander behindern? Strecken Sie einen Arm nach oben (je nach Körpergröße erreichen Sie damit z-z, 3 m). Haben Sie unter Verkehrsund Straßenschildern, Markisen, Ästen von Bäumen etc. Platz? Untersuchen Sie abgesenkte Gehsteigkanten an Kreuzungen: Sind sie ca. zwei Fingerbreit (also 3 cm) hoch? Laut ÖNORM B &6oo muss ein Gehsteig eine nutzbare Breite von mindestens sSo cm aufweisen und darf nicht durch Hydranten, Masten oder Bauteile auf eine Breite von weniger als 90 cm reduziert werden. Die Durchgangshöhe muss mindestens zzo cm betragen. Bei Gehsteigabsenkungen darf die Randsteinkante maximal 3 cm hoch sein, um für Rollstuhlbenutzerlnnen überwindbar zu sein. Gleichzeitig sind diese S cm für blinde Menschen mit dem Langstock ertastbar. Im Anhang finden Sie eine Barriere-Checkliste, mit der Sie den städtischen Raum genauer auf vorhandene Barrieren untersuchen können. Sprachbilder — ein Spiel Man nehme: Spielanleitung das Fingeralphabet (s. S. ~B) vier oder mehr Mitspielerlnnen Spielanleitung: ~ Bilden Sie zwei Teams jedes Team besteht aus mindestens zwei Personen. ~ Entscheiden Sie, welches Team als Fingeralphabet-Team beginnt; das andere Team übernimmt für den Anfang die Pantomime. Erste Runde: ~ Die Teams wählen jeweils eine/n Darstellerin aus. Die beiden Darstellerinnen des Fingeralphabetund des Pantomime-Teams einigen sich auf einen Begriff, den sie für ihr Team darstellen möchten; die Teams dürfen die Begriffe im Voraus nicht erfahren! Das Spiel beginnt: Der/die Fingeralphabet-Darstellerin schreibt das Wort mittels Fingeralphabet, der/die PantomimeDarstellerin versucht, es durch Gesten und Mimik darzustellen. Die beiden Teams versuchen, so schnell wie möglich den jeweils dargestellten Begriff zu erraten. Die Darstellung mittels Fingeralphabets und Pantomime findet gleichzeitig statt. Das Team, das den richtigen Begriff errät, erhält einen Punkt. Nach jeder Runde tauschen die Teams die Form der Darstellung: Das Fingeralphabet-Team übernimmt nun die Pantomime. Jenes Team, das durch Zuruf die meisten Begriffe errät, gewinnt. Tipp: Wenn Sie das Fingeralphabet noch nicht gut beherrschen, verwenden Sie anfangs nur kurze Wörter mit sechs bis sieben Buchstaben. Das Fingeralphabet dient zur Darstellung von Eigennamen und Ähnlichem und ist international anwendbar. Ansonsten bedienen sich gehörlose Menschen der Gebärdensprache, die ein z6 eigenständiges und vollwertiges Sprachsystem ist und im Gegensatz zum Fingeralphabet große lokale Unterschiede aufweist. Während durch das Fingeralphabet jeder einzelne Buchstabe dargestellt wird, verwendet die Gebärdensprache Symbole für ganze Worte. Die Gebärden-Sprachgeschwindigkeit entspricht jener der gesprochenen Sprache. Experiment im Dunkeln Stellen Sie sich vor, Sie sehen die Welt mit Ihren Ohren und Händen ... Würden Sie morgens das Frühstück zubereiten können? Ein Experiment im Dunkeln für einen gemütlichen Sonntagmorgen. Man nehme: eine Au g enbinde P ro Person Frühstückszutaten nach Wunsch die eigene Küche Verbinden Sie allen Mitspielerlnnen die Augen. Versuchen Sie sich in Ihrer Küche zu orientieren: Wo steht was? Erkennen Sie den Inhalt Ihres Kühlschranks auch durch Ertasten? Kochen Sie einfach einmal Kaffee oder Tee — wie schenken Sie ihn heiß ein? Lind wo haben Sie die Tasse eigentlich hingestellt? Schneiden Sie sich eine Scheibe Brot ab — aber vorsichtigl Für ganz Mutige vielleicht ein weiches Ei zum Frühstück? Wer auf die Uhr schaut, schwindelt! Blinde Menschen können sich in ihrer vertrauten Umwelt sehr gut orientieren. Kommt es zu Veränderungen, wie z. B. durch Baustellen, und werden diese Veränderungen nicht ausreichend gekennzeichnet, muss er/sie sich durch andere Menschen helfen lassen. Er/sie verliert somit die Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit über sein/ihr eigenes Tun. t C l VI C 9' tl 27 Blindenschrift i 4 s Grundform 3 6 Gruppe U Die Punkte g und 6 fehlen A 8 c D E F G Gruppe z: Den Zeichen der Gruppe i ist Punkt g zugefügt K L M N O P Cl H, .. I . J S, R T Gruppe g: Den Zeichen der Gruppe i sind Punkt g und 6 zugefügt U V X Y z 8 ST Gruppe 4: Den Zeichen der Gruppe i ist Punkt 6 zugefügt c AU EU EI CH SCH Q Ü Ö w Gruppe S: Umkehrungen der Gruppe 4 hm ÄU Ä IE Zahienxeichen Q Gruppe 6: Die Zeichen der Gruppe 3 sind um eine Stufe heruntergesetzt 0 i Gruppe y: Die Zeichen der Gruppe i sind um zwei Stufen heruntergesetzt 1816 Duelle Leihbucherei, Druckerei und Lehrmittelverlag des Bundes Blindenerziehungsinstitutes, ZL-iozo Wien ii Wittelsbachstr S ag Wien hören und tasten statt sehen Blinde und sehbehinderte Menschen benötigen Orientierungshilfen, die den Gehö rsinn oder den Tastsinn ansprechen. Akustische Ampeln zeigen die Rotund Grünphasen durch bestimmte Lautsignale an. Leithilfen am Boden, wie gerillte und genoppte Steine können mit dem Taststock wahrgenommen werden. Orientierungshilfen Bodenleitstreifen, Blindensteine und Bodenplatten sind mit dem Langstock (Taststock) oder den Füßen (Schuhe mit dünnen Sohlen) ertastbare Blindenleitsysteme. Sie führen blinde und sehbehinderte Menschen zu wichtigen öffentlichen Orten oder helfen ihnen, sich auf städtischen Plätzen zurechtzufinden. In den U-Bahn-Stationen sind 7 Bodenleitstreifen entlang der Bahnsteige angebracht. An Kreuzungen oder anderen wichtigen Punkten wie zum Beispiel vor Rolltreppen, bei Haltestellen vor der Fahrertüre befinden sich schachbrettartige Markierungen. Gerillte und genoppte Bodenplatten dienen hier als „Aufmerksamkeitsfelder" und signalisieren das Ende des Gehsteiges oder eine Richtungsänderung. Bei ampelgeregelten Kreuzungen führen die Leitlinien direkt zum Signalsteher, damit sehbehinderte Menschen über Knopfdruck die akustische Signalgebung aktivieren können. Blindenleitstreifen in der u-Bahn Blindenleitstein mit Aufmerksamkeitsfeld bei einem ampelgeregelten Übergang Wer bestimmt, wie ein Laitsystem gebaut wlrdr Das taktile Leitsystem wurde von Expertlnnen gemeinsam mit sehbehinderten und blinden Menschen entwickelt und spiegelt die jahrelang gesammelten Erfahrungen wider. Die technische Ausführung ist in der seit 1997 bestehenden und zoos überarbeiteten ÖNORM Vzloz geregelt. Die Ö-Normen stellen sicher, dass beim Bau taktiler Leitsysteme ein brauchbarer Standard eingehalten wird. Für Blindenleitsysteme gilt beispielsweise, dass der gesamte Leitstreifen mindestens 4o (+S) cm breit sein muss. Bei einem Leitsystem aus 7 Einzelstreifen bedeutet dies, dass jeder einzelne Streifen 9 cm breit ist, ebenso die dazwischen liegenden Abstände. Die Erhebungen der schachbrettartigen Aufmerksamkeitsfelder sind versetzt zu den erhabenen Leitstreifen angeordnet. Barriere am Gehsteig Q eng Qe Wo werden Blindenleitsysteme gebraucht? Blindenleitsysteme werden überall dort gebraucht, wo es keine natürlichen Leitsysteme (weder Kanten noch Mauern ) zur Orientierung für blinde Menschen gibt. Insbesondere auf Plätzen und an Kreuzungen weisen sie blinden Menschen den 19 Weg. Blindentastpläne, wie sie derzeit für den 8. und den I6. Bezirk erhältlich sind, bilden alle wesentlichen Straßenzüge, Gebäude und Verkehrsverbindungen im öffentlichen Raum ab. Sie unterstützen ein selbstständiges Bewegen und erhöhen damit die Mobilität von blinden Menschen. «Ich hab' mich schon gewundert, was die komischen ff Zeichen an den Ampelkasteln bedeuten sollen ... Dass sie die Kreuzung beschreiben — mit Gehsteig, Zebrastreifen, Fahrbahnen ... — darauf wär' ich nie gekommen!" (Ausstellungsbesucherin) c Cl c ~ g Q ~a ~ee ~ e Ende der Querung Insel Fahrzeuguerkehr Stragenbahnlinie Radweg richtungsgebunden Radweg beidbahnig startpunkt = Ausgangspunkt Abbildung und Skizze eines tastbaren Ampelplanes (Skizze aus: Graz auf den zweiten Blick. Barrierefreies Bauen für alle Menschen, zoos) Akustische Ampeln Akustische Ampeln sind zusätzlich zu den Lichtsignalen mit hörbaren Signalen ausgestattet. Die meist blauen Kästchen bei Kreuzungen zeigen durch permanentes, langsames, ruhiges Ticken blinden Menschen, wo sich der am pelgeregelte Übergang befindet. Wenn es grün wird, ändert sich das Tickgeräusch: Es wird schneller und der Ton wird höher. An der Oberseite des Gerätes befindet sich ein tastbarer Pfeil, der die Gehrichtung anzeigt. Bei neueren akustischen Ampelanlagen befindet sich an der Unterseite des Kästchens zusätzlich ein ertastbarer Pfeil, der während der Grünphase vibriert. An der Frontseite befindet sich eine tastbare Abbildung der Strecke, die überquert werden muss. Werden die Geräte z. B durch Zeitungsständer verdeckt, können blinde Menschen das „Auffindungsgeräusch" nur mehr schwer orten. Zusätzlich wird die Bedienung der akustischen Ampelanlage erschwert. Was kostet der Bau eines Blindenleitsystems? Durchschnittlich kostet die Errichtung eines taktilen Leitsystems ca. tto, — Euro pro Quadratmeter. Am kostengünstigsten und auch in der I-lerstellung am einfachsten ist es, Kaltplastik aufzutragen. Dies ist allerdings nur dort möglich, wo die Oberflächen sehr glatt sind wie z. B. der Gussasphalt in vielen U-Bahn-Stationen. Materialien zur Herstellung von Blindenleitstreifen Eine neue Entwicklung der letzten Jahre ist der Blindenleitstein aus Beton. Der Stein wurde im Rahmen des Pilotprojektes für blinde Menschen in Penzing, aber auch am Schwarzenbergplatz eingesetzt. Weiters finden Fliesen, Steine, Streifen aus Metall, Hartgummi, Bodenmarkierungsfarben und BodenmarkierungsBodenleitstein mit Rillen folien Verwendung. Wichtig ist, dass sich die Leitstreifen von der 30 und Noppen Umgebung durch tastbare und hörbare Unterschiede (der Langstock gibt geänderte Geräusche bei veränderten Belägen zurück ) und farbliche Kontraste abhebt. Eingefräste Systeme sind länger haltbar als auf Asphalt aufgetragene Blindenleitsysteme. Gestaltung öffentlicher Räume Gehwege oder Plätze sollen sehbeeinträchtigten und blinden Menschen eine gute Orientierung im öffentlichen Raum ermöglichen. Dem entgegen stehen aufwändige Straßenraumund Platzgestaltungen, die aus einem Mosaik an unterschiedlichen Bodenbelägen, Linien und Teilflächen bestehen. Sie erschweren es besonders blinden Menschen, sich entlang eindeutiger Leitlinien zu orientieren. Unterschiede im Bodenbelag dürfen nicht in die Irre leiten. In diesem Fall gilt:„Weniger ist mehrl" Unterwegs mit dem tangstock „Draußen am Platz bin ich den Streifen am Boden von PP der U-Bahn nachgegangen, die für blinde Menschen zum Orientieren sind. Dann bin ich beim Rathaus an der Mauer angestanden — die Linien haben einfach aufgehört . . . ist aber tasten. eh Nur logisch, da kann über den Platz man sich ja braucht man an der Wand entlangdie Linien am Boden. " (Ausstellungsbesucherin) Parkanlage mit unterschiedlichen Wegebelägen Radwege — eine Gefahr für blinde Menschen? Fußgängerlnnen und Radfahrerlnnen bewegen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im öffentlichen Raum fort, weshalb insbesondere kombinierte Gehund Radwege eine Gefahrenquelle darstellen. Sind Gehund Radweg nicht baulich voneinander getrennt, können blinde Menschen nicht erkennen, in welchem Bereich des Weges sie sich befinden. Hinzu kommt, dass sich Radfahrerlnnen fast geräuschlos fortbewegen und deshalb akustisch nicht wahrgenommen werden können. Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerlnnen zu gewährleisten, ist es unbedingt notwendig, Gehund Radwege optisch voneinander zu trennen und zusätzlich die Trennlinie ertastbar zu gestalten. Fugund Radweg durch Bodenmarkierungen getrennt Spürbar anders Sich „spürend" durch die Stadt bewegen. Pilotprojekte, die sehbehinderten Menschen das gefahrlose Weiterkommen und eine bessere Orientierung in der Stadt ermöglichen, laufen derzeit an vielen Plätzen Wiens. Stark frequentierte Einrichtungen und die wichtigsten Verkehrsknotenpunkte sollen in den nächsten Jahren mit Blindenleitsystemen ausgestattet werden. Projekte in Wien Penzingt Pilotprojekt für blinde Menschen im f4. Bezirk In den letzten Jahren wurde ein Blindenleitstein aus Beton entwickelt, der den Materialanforderungen im öffentlichen Straßenraum gerecht wird. Im Rahmen des Pilotprojektes für blinde Menschen in Penzing wurden die modernen Steinplatten von der Schnellbahnstation Breitensee (S 4S) bis zum LouisBraille-Haus (Hägelingasse 4 — 6) des Österreichischen Blindenund Sehbehindertenverbandes und von dort bis zur Haltestelle der Linie 4g verlegt. Dabei wurde besonders auf eine sorgfältige Verlegung und Verarbeitung der Steine in den Eckbereichen geachtet, damit niemand stolpern kann. Die Umgebungsflächen wurden asphaltiert, denn blinde Menschen können diesen Kontrast gut mit dem Langstock erkennen. Eine doppelte c Reihe Pflastersteine (raue Oberfläche) sorgt dafür, dass blinde Menschen sicher über den Schutzweg geführt werden. am Neuer Bllndenleltsteln in Penzlng Was kostet's und wer bezahltr In Penzing betrugen die Kosten für die Verlegung der Steine zl. Boo, — Euro und wurden aus dem Bezirksbudget bestritten. Die (von der ÖBB) gesponserten Steine wurden von der Wiener Straßenverwaltung (MA z8), einer Abteilung des Magistrates der Stadt Wien, eingebaut. Kreuzung zweier Bllndenleltstrelfen Schwarzenbergplatz: Ein spürbar anderer Platz Beim Umbau des Schwarzenbergplatzes wurde besonders genau auf die Bedürfnisse von blinden VerkehrsteilnehmerInnen geachtet. Die Umgestaltung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen MA sz (jetzt lS A), den Wiener Linien und dem Verkehrsgremium der Sehbehindertenund Blindenorganisationen der Ostregion. Für den gesamten Platzbereich wurde ein Blindenleitsystem entwickelt, das zu allen geregelten Übergängen und Straßenbahnstationen am Schwarzenbergplatz führt. Alle Ampeln sind mit Blindenakustik ausgestattet. An allen Kreuzungen auf dem Schwarzenbergplatz wurden die Gehsteigkanten abgesenkt, um auch für Rollstuhlfahrerlnnen, ältere Menschen und Eltern mit Kinderwägen eine möglichst komfortable Nutzung des Platzes zu ermöglichen. Nicht zuletzt wurden die Radwege baulich vom Gehsteig getrennt errichtet und damit die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen erhöht. Nicht mehr grau in grau Poller, Ampeln und Verkehrsschilder tragen zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Für sehbehinderte Menschen allerdings können sie zu Hindernissen werden, die zu Unfällen und Verletzungen führen. Poller sind meist silber, grau oder grün und werden aufgrund des mangelnden Unterschieds zur Straßenfarbe nur schlecht wahrgenommen. Derzeit werden in vielen Bezirken Wiens diese Stolpersteine durch rot-weiß-rote Banderolen gekennzeichnet. Dadurch können sie auch bei schlechteren Lichtverhältnissen wahrgenommen werden. Poller mit rot-weiß-roten Banderolen Preindlstegr Ohne Hindernisse zur U-Bahn Der Fußgängerübergang Preindlsteg quert bei Ober-Sankt-Veit den Wienfluss und war bis vor kurzem für Rollstuhlfahrerlnnen und Eltern mit Kinderwagen ein schwer überwindbares Hindernis. Im Zuge der zooz begonnenen Instandsetzungsarbeiten wurde der Preindlsteg saniert und umgebaut. Heute führt neben den Stiegenaufgängen eine zS m lange Rampe mit einer Neigung von 6 % zum Aufgang/Abgang des Steges. Die Rampe wird beidseitig von zwei Handläufen in einer Höhe von no cm und 75 cm begleitet und hat eine benutzbare Breite von z m. Die U-Bahn-Station ist zusätzlich mit Aufzügen erschlossen. Im Zusammenhang mit diesen Umbauten wurde in der Kefergasse ein Blindenleitsystem im Abschnitt Hadikgasse bis zum Blindenheim in der Baumgartengasse errichtet. Was kostet es? Die Kosten des von der Magistratsabteilung für Grundund Brückenbau (MA zB) umgesetzten Projektes betrugen z, 6 Mio. Euro. Gaswerksteg: Barrierefrei zwischen Wohngebäuden und Erholungsflächen Der Gaswerksteg verbindet Wohngebiete des S. und u. Bezirks wie beispielsweise die Gasometer mit dem Prater im z. Bezirk. Der Steg führt über die Erdbergstraße, die U-Bahn-Gleise, die A4-Ostautobahn und den Donaukanal. Nach dem Umbau ist der Steg nun ein sicherer, barrierefreier Verbindungsweg zwischen den Bezirken und bedeutet für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Personen mit Kinderwägen und ältere Menschen eine verbesserte Mobilität im Alltag. Der Gaswerksteg ist auch für Radfahrerlnnen benutzbar. Rampe beim Gaswerksteti Runter vom Gehsteig, wieder rauf Hohe Gehsteigkanten stellen Rollstuhlfahrerinnen oder Personen mit Kinderwägen vor große Schwierigkeiten. Gehsteigabsenkungen ermöglichen es allen, die Straße bequem zu überqueren. Ein Höhenunterschied von drei Zentimetern ist dabei fü r sehbehinderte und blinde Menschen noch mit dem Taststock und den Fußen als Grenze zur Fahrbahn wahrnehmbar. Gehsteigabsenkung Derzeit werden bei allen Neuund Umbauten von Straßen die Gehsteige an Kreuzungen und Fußgängerübergängen auf 3cm über dem Fahrbahnniveau abgesenkt. Die Stufe zwischen Gehsteig und Straße ist für Rollstuhlfahrerlnnen eine Barriere. Für blinde Menschen hingegen Voraussetzung, um zu erkennen wo der Gehsteig endet und die Straße beginnt. Aus diesem Grund bedeutet die Absenkung der Gehsteige auf 3 cm einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Rollstuhlfahrere Innen und den Bedürfnissen blinder Menschen. Ist genügend Platz vorhanden, können kreative Lösungen gesucht werden, die beiden Nutzergruppen gerecht werden — zum Beispiel das Pilotprojekt Laxenburger Straße. Im 8. Bezirk konnten bereits alle wichtigen Fußgängerqueruna gen behindertengerecht abgesenkt werden. In den anderen Bezirken Wiens sind mehr als zwei Drittel aller FußgängerQ gm Gehsteigvorsiehung auf s rm querungen barrierefrei ausgeführt. Seit JB88 arbeiten die 23 C5 abgesenkt Wiener Bezirke mithilfe eines besonderen FinanzierungsC programms konsequent an der flächendeckenden Umsetzung Q ~ 'hm von Gehsteigabsenkungen in den Kreuzungsbereichen und Ol Fußgängerübergängen. Die Wiener Straßenverwaltung hat es sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten jahren gemeinsam mit den 23 Wiener Gemeindebezirken alle Gehsteige in Kreuzungsj i bereichen flächendeckend abzusenken. Pilotprojekt Laxenburger Staße/Gudrunstraße An der Kreuzung Laxenburger Straße/Gudrunstraße wurden erstmals in Wien Gehsteige an einer Kreuzung in einem etwa KS m breiten Teilabschnitt mit einer „Nullabsenkung" des Gehsteigs versehen. Damit müssen Menschen mit Rollstühlen keine 3 cm hohe Bordsteinkante mehr überwinden, um von der Fahrbahn wieder auf den Gehsteig zu gelangen. Der verbleibende Gehsteig im Bereich des Schutzweges ist wie üblich bis auf Pilotprojekt Laaenburger Straße mit vollständiger Absenkung der Gehsteigkante auf Fahrbahnniveau 3 cm abgesenkt. Hier werden sehbehinderte und blinde Menschen mittels Blindenleitsystem und akustischen Signalen über den Schutzweg geführt. Was kostet'st Die Errichtungskosten für eine nachträgliche Gehsteigabsenkung zoo; liegen zwischen und fo.Boo, — Euro. Die Höhe der Kosten hängt dabei von den verwendeten Materialien und den räumlichen Rahmenbedingungen ab. Wie sieht ein sicherer und komfortabler Gehweg ausf Ziel ist es, bei der Anlage von Gehwegen darauf zu achten, dass die Oberfläche mit geeigneten Bodenbelägen versehen wird. Ein sicheres, stolperund sturzfreies Gehen zu ermöglichen stellt hohe Ansprüche an den Bodenbelag. Die Oberfläche soll einerseits eben und hart sein, andererseits griffig und gleitsicher. Besonders eignen sich dafür Asphalt, gesägte Natursteinplatten, Verbundpf laster, feinkörniger Waschbeton, verdichteter Splitt sowie Gummiund Kunststoffbeläge. Entscheidend für die bequeme Benutzbarkeit ist auch das Gefälle der Gehwege. Ein Längsgefälle von bis zu z % ist für die Mehrzahl der Fußgängerinnen leicht zu bewältigen. Steilere Gehwege sind für Menschen mit einem händisch betriebenen Rollstuhl nur mühsam zu bewältigen. Eine Gefälle von 6 % sollte nur in Ausnahmefällen, wenn die räumlichen Gegebenheiten nichts anderes erlauben, überschritten werden. Handläufe und ein besonders griffiger Bodenbelag erleichtern die Bewältigung dieser Wege. Barrierefreiheit und Denkmalschutz Historische, grobe und unebene Pflasterungen mit großen Fugen sind für gehbehinderte Personen, Rollstuhlfahrerlnnen und Personen mit Kinderwägen schwierig zu benutzen. Bei Rollstuhlfahrerlnnen können grobe Pflasterungen Spasmen — unkontrollierbare Muskelkrämpfe — auslösen. Aus diesem Grund sind einige Rollstuhlfahrerlnnen gezwungen, Umwege zu machen, um diesen Gehbereichen auszuweichen. Für sehbehinderte und blinde Menschen sind die Unebenheiten des Belages schlecht oder gar nicht sichtbar und daher gefährlich. Blinde und gehbehinderte Menschen können sich auf diesen Wegen nur langsam tastend fortbewegen. Übergänge ohne Barriere — das niveaufreie Kreuzungsplateau Wird das Straßenplanum durch Aufdoppelung auf das Gehsteigniveau angehoben — das heißt ein ebener Übergang von Gehsteig zu Gehsteig — ist die Überquerung für alle Menschen bequemer. Die Niveauangleichung der Straße an den Gehsteig bedeutet eine Schwelle für Autofahrerlnnen und damit eine Temporeduktion. Das erhöht die Sicherheit und den Gehsteigabsenkung auf S cm Jetzt wird's eng! Personen mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrerlnnen, Menschen mit Krücken, sehbehinderte Menschen und alle anderen, die auf den Gehsteigen der Stadt unterwegs sind, brauchen ausreichend Platz. Zu schmale Gehsteige bedeuten ständiges Ausweichen, Abwarten und erzwungene Umwege. " l))l Gehsteigvorziehong in der neu gestalteten Sshmalzhofgasse Geh steigbreiten Daher hat es sich die Stadt Wien zum Ziel gesetzt, Gehsteige im Zuge von Straßenneubauten und -umbauten mindestens z Meter breit zu bauen. Diese Breite ermöglicht es Menschen, die sich am Gehsteig begegnen, ohne Ausweichen aneinander vorbeizukommen — eine Voraussetzung für einen sicheren und barrierefreien Gebrauch der öffentlichen Gehsteige für alle Menschen. Ausgenommen davon sind punktuelle Einengungen wie Verkehrszeichen, Hydranten oder Warenausräumungen (unter s m'). Prinzipiell sollten Gehsteigbreiten nach den jeweiligen Erfordernissen des Wegenetzes ausgerichtet sein. im „höherrangigen" Fußwegenetz sind daher breitere Gehsteige erforderlich. Masterplan Verkehr zoog (kurz MPV) Der MPV zoos beschreibt Maßnahmen, die die Stadt Wien in der Verkehrsentwicklung zukünftig setzen wird. Die Mindestgehsteigbreite von z Metern wurde im MPV zoos festgeschrieben und die systematische Beseitigung der „Engstellen" als Ziel festgelegt. Ausreichend Platz zum Gehen und Umdrehen Der effektive Platzbedarf im öffentlichen Raum respektive im Straßenraum ist je nach Nutzerln und Tätigkeit des Menschen sehr unterschiedlich: szo cm, wenn zwei Personen nebeneinander gehen sßo cm, wenn sich zwei Rollstuhlfahrerlnnen begegnen 9z cm für Personen mit Einkaufstaschen 90 cm für Personen mit Gehhilfen (Krucken) 70 — 90 cm ist der Platz für die Pendelbewegung mit dem Langstock 70 cm für Menschen, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind. (Oueller Straßenraum für al/e. Planung für gehund sehbehin: derte Menschen, Hg. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), zoosu rB-lg) Mehr Freiraum in der Schmalzhofgasse Um die Aufenthaltsqualität in der Schmalzhofgasse im 6. Bezirk zu erhöhen, wurden in einigen Straßenabschnitten die Gehsteige auf z, lo m bis 3, 50 m verbreitert. Dadurch wurde der Komfort für die Gehsteigbenutzerlnnen verbessert und gleichzeitig durch engere Fahrbahnbreiten die Geschwindigkeit der Fahrzeuge verringert. Damit sind Fußgängerlnnen jetzt in der Schmalzhofgasse sicherer unterwegs. Im Abschnitt zwischen Stumpergasse und Hirschengasse wurden auf einer Seite Bäume gepflanzt. An den Kreuzungen wurden Gehsteigvorziehungen, so genannte „Ohrwascheln" errichtet. Diese erhöhen die Sicherheit aller Gehsteigbenützerlnnen, weil sie den Einblick in die Kreuzung verbessern und damit die Fußgängerlnnen von den Autofahrerlnnen besser gesehen werden können. üleiche Möglichkeiten gleiche Chancen: üender-Mainstreaming Die Schmalzhofgasse liegt im Gender-Mainstreaming-Pilotbezirk Mariahilf. Im Pilotbezirk sind alle Abteilungen des Planungsund Verkehrsressorts während der nächsten zwei Jahre aufgefordert, bei wichtigen Maßnahmen und Planungen in diesem Bezirk die geschlechtsspezifischen Auswirkungen darzustellen und Abwägungsprozesse im Sinne der Chancengleichheit durchzuführen. Als Grundlage für diese Entscheidungen wurden EDV-gestützte Bezirkskarten für alle z3 Wiener Bezirke erstellt, in denen die aktuelle Situation für Fußgängerlnnen (Gehsteigbreiten, Hindernisse) dargestellt wird. Dieses Material soll die Bezirksvertretungen bei der geschlechtssensiblen Entscheidungsfindung bei Projekten im öffentlichen Raum unterstützen. In der Schmalshofgasse wurde der Komfort für die Fuggängerlnnen durch den Umbau deutlich erhöht Die Schmalshofgasse nach dem Umbau Treppauf, treppab Stiegenanlagen sind für Menschen, die mit Kinderwägen unterwegs sind, schwerüberwindbare Hindernisse. Kinderwagenrampen erleichtern es, diese Barrieren zu überwinden. Diese Komfortverbesserung wird bei beengten Platzverhältnissen und historischen Stiegen durchgeführt. Bei Neubauten und an Orten, wo ausreichend Platz vorhanden ist, wie z. B. bei der Instandsetzung der Reichsbrücke oder beim Neubau des Erdberger Steges, sind rollstuhlgerechte Rampen fix eingeplant. c am 4l c ~ fg Q yg Kinderwagenrampen Damit es für Personen mit Kinderwägen leichter wird ... werden bestehende Stiegenanlagen mit Rampen ausund nachgerüstet, so weit es die räumlichen Verhältnisse erlauben. Zurzeit gibt es in Wien rg Stiegenanlagen, die mit einer Kinderwagenrampe ausgerüstet sind. Kinderwagenrampen sollen bequem und vor allem gefahrenfrei, das heißt ohne Rutschund Stolpergefahr, zu benutzen sein. Alltagsexpertlnnen testen Kinderwagenrampen Historische Stiege im Test: mit einer Stahirampe nachgergstet nKiwaran Um die Bedürfnisse von Personen mit Kinderwägen festzustellen, gab die Stadt Wien im Jahr zooo eine Grundlagenstudie in Auftrag. In dieser Studie testete eine Gruppe von „Alltagsexpertlnnen" — Mütter, Großmütter und Väter mit Kinderwagen— sechs bestehende Rampenanlagen und erarbeitete gemeinsam die Anforderungen der Benutzerinnen an Kinderwagenrampen. Aufbauend auf dieser Studie wurde zwei Jahre später eine Richtlinie für die nachträgliche Ausrüstung bestehender Stiegenanlagen mit Kinderwagenrampen, kurz KIWARA, veröffentlicht. Die Richtlinie beschreibt die Grundlagen für die Planung und Ausführung von Kinderwagenrampen. Sie legt beispielsweise die erforderlichen Maße fest, definiert maximale Neigungen und macht genaue Angaben zur Verwendung von verschiedenen Materialien. Die Kinderwagenrampe kann in Stein, Beton und Stahl ausgeführt werden. Steinrampen können nur bei Steinstiegen eingesetzt werden, Stahl hingegen überall. Darüber hinaus empfiehlt die Richtlinie, bei Rampenanlagen an beiden Enden infoschilder deutlich sichtbar anzubringen. In der Spur bleiben! Damit Personen mit Kinderwägen nicht seitlich von der Rampenanlage abrutschen können, soll die Rampe mit einer seitlichen Führung ausgestattet sein. Die Führungsleiste darf nicht höher als So mm sein und muss weniger als So mm breit sein. Zusätzlich muss die Führung nach allen Seiten abgerundet sein, um die Verletzungsgefahr einzugrenzen. Die Schilder geben Auskunft über Schiebetechnik, Rampenneigung und den kürzesten barrierefreien Umweg. Die Abbildung zeigt eine Mustervorlage. K inderwagenrampen aus der Nähe ~ab+ q Die Mindestbreite für eine Kinderwagenrampe beträgt Bo cm. Die übrige Stiege soll eine Restbreite von sSo cm nicht unterschreiten. Eine brauchbare Lösung ist eine Rampenbreite von too cm und eine Restbreite der Stiege von zoo «m. Eine Kinderwagenrampe darf eine Neigung von S4 SS nicht überschreiten. Das entspricht Stufen, die iS cm hoch und zg cm tief sind. V"~*' Reichsbrücke in Zukunft sicher und bequem zu benutzen! Seit Mai zooS werden an der Reichsbrücke Maßnahmen zu einer sicheren und barrierefreien Benützung der Brücke gesetzt. Neben vielen brückenbaulichen Maßnahmen zur Komfortverbesserung der Reichsbrücke werden die Gehund Radwege auf 4, Bo m verbreitert. Vor der Verbreiterung benützten FußgängerInnen, Radfahrerlnnen, Rollstuhlfahrerlnnen und Menschen mit Gehhilfen gemeinsam mit Fahrerinnen von SkateboardfahrerInnen, Rollschuhläuferlnnen und Rollerbladerlnnen den Gehund Radweg. Das Mehr an Platz erhöht die Sicherheit für die verschiedenen Nutzerlnnengruppen auf diesen Wegen. Auf die Wege selbst wird ein rutschhemmender Belag aufgebracht. Die Eröffnung des Gehund Radwegs ist für Mitte zooS vorgesehen. Eine barrierefreie Rampe im Bereich des rechten Donauufers und im Bereich Handelskai bedeutet auch für Personen mit Kinderwägen eine Erleichterung auf ihren täglichen Wegen. Die Rampe verbindet die Vorgartenstraße mit der Donauinsel und dem Hubertusdamm. Inklusive der Gehsteigverbreiterung betragen die instandsetzungskosten für die Reichsbrücke rund zy, 4 Mio. Euro. Geheed Radweg bei der Relchsbracke '1 HeDen Sie nichts hrr michr a im Cl a g ~ ~ e Q 40 Vorsicht, Hindernisse! Unangekü ndigte Veränderungen im öffentlichen Raum sind für Menschen mit Behinderungen„Stolpersteine" aufihren Wegen durch die Stadt. Auch moderne, architektonische Detaillösungen bergen ungeahnte Gefahren für Menschen mit Behinderungen sowie auch für spielende Kinder. „Stolpersteine" im öffentlichen Raum Moderne Gestaltung — ein Hindernis? Viele öffentliche Plätze sind durch den Einsatz taktiler Bodenleitlinien, akustischer Ampeln und Gehsteigabsenkungen sicherer und bequemer in der Benutzung geworden. Oft steckt die Gefahr aber im Detail! An ausgewählten Beispielen werden im Folgenden einige Gefahrenquellen beschrieben: ~ Tragende Konstruktionselemente wie Streben und Verspannungen, die beispielsweise Sonnensegel oder andere Überdachungen halten, verlaufen teilweise in Brustund Kopfhöhe. Sie können mit dem Langstock nicht ertastet werden und bergen daher eine Verletzungsgefahr für Blinde und sehbehinderte Menschen. ~ Auch Absperrungen aus dünnen, meist silberfarbenen Drahtseilen können von sehbehinderten Menschen aufgrund des schlechten Kontrastes zur Umgebung nicht wahrgenommen werden. ~ Scharfkantige, abstehende Konstruktionsteile können schwere Verletzungen für blinde Menschen und Jugendliche mit Rollern oder Skateboards verursachen. ~ „Frei schwebende" Sitzgelegenheiten werden mit dem Langstock nicht rechtzeitig bemerkt. .. . Überraschungen mit Folgen Öffentliche Freiräume verändern ihr „Gesicht" immer wieder. Schaniga rtenmöbel, Zeitungsständer, Werbeschilder stehen im „Weg" und bedeuten Hindernisse für Behinderte, Menschen mit Einkaufswägen oder Kinderwägen und alte Menschen. Einige Beispiele dazu: ~ An einer Wand aufgehängte Automaten und Postkästen, die mehr als iS cm von der Wand abstehen und durch keinen ent sprechenden Tastsockel am Boden gekennzeichnet sind. ~ Zeitungsständer, Werbeplakate und Schanigartenmöbel, die den begehbaren Raum auf den öffentlichen Gehwegen einschränken. Sie zwingen Rollstuhlfahrerlnnen oder Menschen mit Kinderwägen oft zu Umwegen. Blinde Menschen laufen gegen Ständer, deren Umrisse mit dem Langstock nicht deutlich ertastet werden können. ~ Fahrräder, die an Verkehrszeichen angehängt sind. Insbesondere die Lenkstangen stellen eine Verletzungsquelle für blinde Menschen dar. Achtung Baustelle! Personen mit gutem Sehvermögen können Gefahren und Hindernisse auf Gehsteigen in der Regel rechtzeitig erkennen, Personen mit Sehbehinderungenjedoch oft erst knapp davor. Blinde Personen nehmen überhaupt nurjene Hindernisse wahr, die sich in Bodennä he befinden und mit dem Langstock ertastet werden können. Ungesicherte Baustellen bergen für sie daher eine große Gefahr. Künettenabsisherung mit Tastieiste Baustellenabsicherung Was zeichnet eine sichere Baustelle aus? Wichtigstes Gebot: Die Baustelle muss rundherum abgesichert sein. Für die Absicherung der Baustelle gelten die Standards, die in der ÖNORM-Richtlinie (Vzso4) „Technische Hilfen für sehbehinderte und blinde Menschen, Baustellen und Gefahrenabsicherung" festgeschrieben sind. Für die Absperrung dürfen keine Plastikbänder verwendet werden. Die Vorrichtungen müssen aus festem Material sein. Plastikbänder können beim Dagegenlaufen reigen und bieten nur ungenügenden Schutz. An den festen Absperrungseinrichtungen dürfen keine Nägel herausstehen, Holzund Metallspäne, Konstruktionsteile dürfen nicht abstehen. Scharfkantige Tafeln und Gegenstände stellen eine Verletzungsgefahr für blinde und sehbehinderte Personen dar. In maximal soo cm Höhe muss eine Latte so Gesamte Front der Baustelle wurde mit Holxlatten abgeschrankt Baustegenumgehung mit Ersatxgehsteig, Breite r, xo m angebracht werden, dass sie mind. Soo Newton horizontalem Druck standhält. Zwischen S und max. So cm Höhe vom Boden gemessen, ist die Anbringung einer Tastleiste vorgesehen. Objekte in dieser Höhe können mit dem Blindenstock gut ertastet werden. Sind sie höher angebracht, wird die „Gefahr" gar nicht oder erst sehr spät erkannt. Besteht Absturzgefahr, muss zusätzlich in der Mitte eine Latte angebracht werden. Ersatzgehsteige müssen mind. I, zo m breit sein. Bei Gerüsten muss eine Durchgangshöhe von mind. z, lo m eingehalten werden. Wenn dies nicht möglich ist, müssen in entsprechender Höhe Tastleisten angebracht werden. Weitere informationen finden Sie unter: http://www wien. gv at/verkehr/baustellen/absicherung. htm Die Stadt Wien ist bestrebt, die in der Richtlinie enthaltenen Standards bei allen Baustellen durchzusetzen. Dazu gehört auch die laufende Kontrolle der Baustellen in Wien. Ourchgangshöhe von x, so m wurde eingehalten C tl Qe C tl L Schutxwegeinengung mit drei Latten graz spüren Die Stadt Graz hat sich durch mehrere Beschlüsse zu barrierefreiem Bauen verpflichtet. Aus derintensiven Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit Vereinen und Organisationen, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen, entstanden viele beispielhafte barrierefreie Maßnahmen im öffentlichen Raum. Eine davon ist das so genannte„Grazer T". In den meisten Städten werden die Gehsteige in den Kreuzungsbereichen auf S cm abgesenkt — eine Kompromisslösung für Rollstuhlfahrerlnnen und Sehgeschädigte. Dieser I-Iöhenunterschied kann von Rollstuhlfahrerinnen gerade noch bewältigt werden, Blinde und Sehbehinderte können diese Höhe gerade noch ertasten. In der konkreten Bauausführung werden aus den geplanten S cm manchmal etwas weniger, manchmal etwas mehr — was jeweils für eine der genannten Gruppen problematisch ist. Die Stadt Graz hat aus diesem Grund eine andere Lösung für Kreuzungsbereiche gefunden — das Grazer T. a am 's Q Q a ~ Q aae Q Das Grazer T Bei Zebrastreifen wird direkt im Anschluss zur Straßenkreuzung eine ein Meter breite Rampe mit einer Nullabsenkung — also ganz ohne Gehsteigkante — errichtet, damit Kinderwagenund Rollstuhlfahrerlnnen die Straße ohne störende Kante überqueren können. Nach dieser Nullabsenkung folgt eine Anrampung auf eine Randsteinhöhe von bis zu 4 cm. Im Anschluss daran beginnt der Balken des „Grazer Ts" (ein T ist ein Aufmerksamkeitsfeld mit taktilen Leitlinien und wird abgekürzt von den Grazer Sehgeschädigten so genannt). Nahaufnahme Grazer T Der Balken besteht aus Rillenplatten, die genau in Bo Grad zur Gehrichtung verlegt werden, das heißt der Balken liegt nicht immer parallel zur Gehsteigkante. Von der Mitte dieses Balkens führt ein Senkrechtbalken, wieder in Bo Grad zum Balken und exakt in Gehrichtung verlegt bis zur Gehsteigkante. Der Senkrechtbalken hört beim nächsten markanten Punkt z. B. der Hausmauer oder dem Geländer auf. Grazer Sn Im Anschluss an das bis zur S cm hohen Gehsteigkante geführte alindenlertsystem ist der Gehsteig auf Stragenniveau abgesenkt. Barrierefrei unterwegs mit Wiens Öffis. in enger Kooperation mit Selbsthilfeorganisationen werden im offentlichen Verkehr in Wien Stück für Stück Barrieren abgebaut: Lifte in den UBahnStationen, Blindenleitsysteme und barrierefreie Einstiege in neue Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen sollen die Benutzung der öffentliche Verkehrsmittel fü r alle ermöglichen. In der U-Bahn hab'ich U-Bahn-Stationen — erreichbar für alle Die Nachrüstung älterer U-Bahn-Stationen mit Liften ist fast öfters Probleme, die f P Türen an diesen Hebeln aufzuziehen — die vollständig abgeschlossen. Mittlerweile verfügen nahezu alle gehen einfach zu streng U-Bahn-Stationen über Lifte. Die Lifte sind mit taktilen Tasten auf. Als älterer Mensch oder ausgestattet und so auch für blinde Menschen benützbar. Wo Kind geht das doch gar es mehr als zwei Haltepunkte im Lift gibt (z. B. US-Simmering), nicht! Die neuen Wägen werden die Ausstiege zusätzlich mittels Sprachausgabe angevon der U6 mit den Druckkündigt. Alle U-Bahn-Stationen (mit Ausnahme der denkmalge knöpfen sind viel gescheischützten Otto-Wagner-Stationen) sind mittlerweile auch mit ter. Blindenleitsystemen ausgestattet. lö ltere Aussteilungsbesucherin) Sichere Einstiege in Bus, Bim und U-Bahn Rund zoo Niederflurbusse hat die Stadt Wien in den vergangenen Jahren mit so genannten „Klapprampen" nachgerüstet. Bei neuen Bussen erfolgt der Einbau von Klapprampen bereits serienmäßig. Mit der Niederflur-Straßenbahn ULF steht den Fahrgästen ein Verkehrsmittel mit einer Einstiegshöhe von 19 cm — und damit der weltweit niedrigsten — zur Verfügung. Diese Einstiegshöhe kann im Bedarfsfall sogar noch auf socm verringert werden. Darüber hinaus ist bei der ersten Tür eine ausfahrbare Rampe für Fahrgäste im Rollstuhl bzw. mit Kinderwagen angebracht. U-Bahn mit automatischer Rampe Auskunft zu Niederflurbussen und -straßenbahnen erhalten Sie unter 79 09-100, dem Kundentelefon der Wiener Linien. C lD E Auch der neue U-Bahn-Wagen hat barrierefreie Einstiege. Der Spalt zwischen Bahnsteig und Wagon wurde erheblich verringert. Überhaupt keinen Spalt gibt es bei den Einstiegen hinter dem Fahrerstand und am Zugende. Hier befinden sich die so genannten Mehrzweckabteile. Diese besitzen ausfahrbare Rampen, die den Spalt vollständig überbrücken. Alle neuen Fahrzeuge der Wiener Linien haben sowohl eine optische als auch akustische Stationsanzeigen, sodass sehund hörbehinderte Menschen ihre erforderlichen Informationen erhalten. Leitsystem in den Wiener U-Bahn-Stationen 45 Barrierefreie Infos im lnternet Der rasche Zugang zu Informationen erleichtert Menschen mit Behinderung die selbstständige Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Internet bietet dazu die geeigneten Möglichkeiten. Aus diesem Grund gibt es auf der Homepage der Wiener Linien eigene Seiten als „Informationszentrale für mobilitätseingeschränkte Personen". (www wienerlinien. at) Haltknopf für goüstuhlfahrerlnnen im ulf, der die Türen beim Aussteigen länger offen hält Barrierefrei — auch in Zukunft ein Thema Trotz der vielen Fortschritte, die in den letzten Jahren in Wien erzielt wurden, gibt es noch viel zu tun. Vorrangige Maßnahmen sind der flächendeckende Einsatz von Niederflurfahrzeugen mit erhöhten Warteflächen in den Stationen sowie die Bereitstellung von Verkehrsund Stadtinformationen für behinderte Menschen. Beispielsweise testen die Wiener Linien die Anbringung von Informationen in Brailleschrift an Busund Straßenbahnstationen Wiens. Mobil mit den Öffisl In dem Pilotprojekt „Rollstuhlfahrerlnnen unterwegs im Öffentlichen Verkehr" werden U-Bahn-Fahrerinnen, Autobuslenkerlnnen Optische Stationsanseige im utf und Straßenbahnfahrerlnnen zum Thema Barrierefreiheit speziell c geschult. Rollstuhlfahrerlnnen und Fahrpersonal tauschen dabei ihre ganz persönlichen Wahrnehmungen und Erlebnisse aus. Das Q gegenseitige Verständnis zu fördern und Vertrauen aufzubauen ist der Leitgedanke. Anschließend an den Erfahrungsaustausch wird a ganz praktisch geübt. Rollstuhlfahrerlnnen erproben die Benutzung ~ g von Bus, Straßenbahn und U-Bahn. Das Fahrpersonal kann behilfCl lich sein oder auch selbst einmal einen Rollstuhl ausprobieren. Ziel des Pilotprojektes ist es, die Benutzung des Netzes der Wiener Linien für Rollstuhlfahrerlnnen zu erleichtern und das Fahrpersonal noch mehr für die Notwendigkeiten und Anforderungen von behinderten Menschen zu sensibilisieren. Derzeit ist ein analoges Progamm für blinde und sehbehinderte Fahrgäste in Ausarbeitung. Initiatoren des Pilotprojektes Die Mobilitätsschulungen für das Fahrpersonal der Wiener Linien werden gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und der Wiener Assistenzgenossenschaft (WAG) durchgeführt. Durch verstärkte Informationsund Öffentlichkeitsarbeit wird versucht, die bestehenden Mobilitätsrahmenbedingungen weiter zu verbessern, Rollstuhlfahrerlnnen, blinde und sehbehinderte Menschen zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Raum Wien zu motivieren und eventuelle Schwellenängste abzubauen. 46 Internet für alle Viele Webseiten sind — oft aus Unkenntnis — so gestaltet, dass sie für Menschen mit s B ä e tz h li i c n h d h erungen kaum oder gar nicht zugänglich sind. Für barrierefreie Seiten gilt grundJe klarer und einfacher sie in Wort und Bild undj e überschaubarer sie im grafischen Design gestaltet sind, desto besser können sie von allen Menschen benutzt werden (und desto erfolgreicher positionieren sie sich in Suchmaschinen). Richtlinien für barrierefreies Webdesign Barrierefreiheit — was hilft wemr Barrieren im internet sind je nach Nutzerlnnengruppe sehr verschieden, wobei barrierefreie Seiten nicht nur Menschen mit Behinderungen den Zugang erleichtern. Sehschwache Menschen benötigen in erster Linie veränderbare (skalierbare) Schriftgrößen und klar erkennbare Links. Auch sollte der Text gut lesbar und ausreichend kontrastreich sein. Für blinde Menschen müssen Fotos auch verbal beschrieben sein. Ein so genannter Screenreader — ein Programm, das Internetseiten in hörbaren Text umwandelt — muss die Seiten schlüssig und in einer sinnvollen Reihenfolge vorlesen können. Die Seite sollte nicht in „frames" aufgebaut sein, weil dieses LayoutI-Iilfsmittel für Webdesigner für Screenreader (und auch Suchmaschinen) schlecht erfassbar ist. Für Menschen mit Hörbehinderungen müssen Audiobeiträge mit Untertiteln versehen sein oder in separaten Seiten beschrieben werden. Körperbehinderte Menschen müssen Internetauftritte auch ohne Maus bedienen können. Für Menschen mit motorischer Behinderung muss der Abstand zwischen einzelnen Links ausreichend groß sein, damit sie mit Mausklick navigieren können. Die Stadt Wien bemüht sich um barrierefreies Webdesign Derzeit werden die Internetund intranetangebote der Stadt Wien„, wien. at" und „Wien Intern", Schritt für Schritt nach den Richtlinien für barrierefreies Webdesign umgestaltet (auch Web-AcessibilityRichtlinie genannt). „wien. at" ist eine Informationsund Serviceplattform und ermöglicht den Zugang zu den Dienstleistungen und Serviceangeboten der Stadt Wien. „Wien Intern" ist das Informationssystem für den internen Dienstgebrauch. Barrierefreie Seiten sind nach der Dualität ihrer Zugänglichkeit (unabhängig von allfälliger Behinderung der Nutzerln) in drei Prioritätsstufen gereiht. Während man mit der Erfüllung von Stufe A nur ein Mindestmaß an Zugänglichkeit sicherstelit, ist man bei Stufe AA schon auf einem sehr guten Weg. Stufe AAA enspricht in etwa „nice to have" .. . Für gehörlose Menschen ist eine Zusammenfassung auf Video in der Österreichischen Gehörlosensprache hilfreich. Nähere informationen unter: www. einfach-fuer-alle. at/WAl. php t C l Qo Q 47 Interviews mit den Kuratorlnnen der Ausstellung Hoff Interview per E-Maii mit Heinrich e Wodurch werden Sie derzeit in Wien im öffentlichen Raum am meisten behindert? Was mich derzeit am meisten behindert, ist der Wiener Dreck, sei es als Staub, sei es als Gatsch — immer schlägt er sich auf Händen, Unterarmen, Ellbogen bzw. den entsprechenden Kleidungsteilen nieder. Muss ich auf ewig in Sack und Asche herumlaufen? Eine andere Ebene von Behinderung stellen meine noch immer auftretenden Schamgefühle dar: Da rollstuhlgerechte Toiletten die Ausnahme darstellen, ich aber nicht nur zu Hause leben will, denke ich an eine Vorrichtung für Rollstuhlfahrerlnnen wie mich — ähnlich einem übergroßen Lätzchen —, die es mir allerorten möglich macht, mein Wasser abzuschlagen, ohne öffentliches Ärgernis zu erregen. Was ist in Wien im Sinne der barrierefreien Stadt vorbiidhaft? Vorbildhaft empfinde ich Wien in Bezug auf hilfsbereite Mitbürgerinnen, die fragen, bevor sie Hand anlegen, in Bezug auf Kreuzungen, die für alle überwindbar bleiben, und auf die wachsende Anzahl behindertengerechter Öffis. Was wären aus ihrer Sicht die wichtigsten Schritte für ein barrierefreies Wien? Wo besteht dringend Handlungsbedarf? Als wichtigsten zu tuenden Schritt halte ich an einer zentralen, übergreifenden Information fest, die bei im alltäglichen Lebensvollzug vorkommenden Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Handlungsbedarf besteht nach wie vor dringend im Bereich der Behindertenfahrtendienste. Es muss einfach möglich sein, ein einfacheres und weniger aufwändiges System zu installieren, das den Interessen der Betroffenen anstelle einer ausgewählten Anzahl von Transportunternehmen dient. Interview mit Korneiia Götzinger Wodurch werden Sie derzeit in Wien im öffentlichen Raum am meisten behindertE In letzter Zeit werden sehr viele Geschäfte vollkommen renoviert und umgebaut. Dabei wird aber sehr oft die Barrierefreiheit vergessen. Fast alle — und dabei handelt es sich um viele große Handelsketten und Restaurants — haben eine oder mehrere Stufen vor ihrem Eingang und sind dadurch für mich nicht berollbar. Darunter fallen auch viele Shops von Mobilfunkbetreibern. Dabei wären behinderte Menschen gerade für diese Geschäfte wirklich interessante Kunden, weil Handys für viele behinderte Menschen zu einem wichtigen Hilfsmittel im Alltag geworden sind. Ich schät- ze, dass derzeit der Anteil an Wiener Geschäften und Lokalen, die für Rollstuhlfahrerlnnen benutzbar sind, nur bei go Prozent liegt. Außerdem werden in Wien die Behindertenparkplätze viel zu wenig kontrolliert. Nichtbehinderte Autofahrerlnnen können diese benutzen, ohne Gefahr zu laufen, ein Strafmandat zu bekommen. Was ist in Wien im Sinne der barrierefreien Stadt vorbi idhaft? Bis vor kurzem hätte ich auf diese Frage geantwortet: der Schönbrunner Zoo. Allerdings wurde dort bei den neuesten Umbauten nicht wirklich auf Barrierefreiheit geachtet. Im Süden von Wien ist das Kinocenter UCI wirklich vorbildhaft. Denn dort muss ich nicht — wie in den meisten anderen Kinos, die als rollstuhlgerecht gelten — in der ersten Reihe sitzen und mir den Hals verrenken. Und dort werden auch die Behindertenparkplätze streng kontrolliert. Noch ein Nichtwiener Beispiel, das mir sehr gut gefällt: In Deutschland läuft derzeit im Fernsehen ein Werbespot für Hundefutter, bei der die Hauptdarstellerin eine Rollstuhlfahrerin ist. Das stellt für mich wirklich ein wichtiges Signal dar, wenn behinderte Menschen nicht nur für Behindertenthemen werben. Ein Beispiel aus Wien fällt mir noch ein: Im Veranstaltungsbereich finde ich das Festival „Wien ist andersrum" wirklich vorbildhaft. Jede Veranstaltung, die ich dort besucht habe — wie die Remise in der Engerthstraße oder das Zelt im Votivpark —, war rollstuhlgerecht, und es gab auch immer Behinderten-WCs. Was wären aus ihrer Sicht die wichtigsten Schritte für ein barrierefreies Wien? Wo besteht dringend Handiungsbedarf? Aus meiner Sicht wäre es wirklich wichtig, dass die zuständigen Verwaltungsabteilungen bei Umbauten von Geschäften und Lokalen die Barrierefreiheit, die ja in der Bauordnung steht, durchsetzen. Und ich würde mir wünschen, dass die Wirtschaft behinderte Menschen als relevante Kundengruppe erkennt. Die Wiener Kulturstätten sollten endlich barrierefrei werden. Und hier geht es nicht unbedingt nur um bauliche Veränderungen, sondern auch um entsprechende Schulungen des Personals. Als ich letztes Mal Karten für eine Veranstaltung im Etablissement Ronacher in der Wiener Innenstadt kaufen wollte, ist mir Folgendes passiert: Die Karten konnten — außer man hat die passende Kreditkarte — nur im Veranstaltungslokal selbst abgeholt werden. Ich bin also hingefahren, dann allerdings vor drei Stufen gestanden, die mir den Zugang zur Kasse verwehrt haben. Ich habe dann per Handy den Mann an der Kassa gebeten, mir die gewünschten Karten herauszubringen, der hat sich aber geweigert. Also musste ich extra meine Mutter bitten, hinzufahren und mir die Karten zu kaufen. Reaktion der Vereinigten Bühnen Wien Die Vereinigten Buhnen Wien zeigten sich in emer Reaktion erstaunt daruber, dass Mitarbeiter im Ronacher auf das telefonische Ersuchen einer Rollstuhlfahrenn um Unterstutzung nicht entsprechend helfend reagierten, da dies ungewohnlich sei. Sie nahmen dies zum Anlass, die Kassenmitarbeiter neuerlich hinsichtlich Kundenbetreuung zu instruieren Die Reserwerung von Karten sei aufgrund des Verkaufssystems nur uber Kreditkarten vorgesehen, allerdings sei eine Abholung der Karten dann bis unmittelbar vor Vorstellungsbeginn mogh«h. Daruber hinaus wurden Rollstuhlbenutzern Sonderkonditionen hinsichtlich der Kartenpreise und Sitzplatze eingeraumt Aufgenommen wurde die Anmerkung hinsichtlich des derzeit bestehenden Zuganges zum Kartenfoyer Ein stufenfreier Zugang zum Kassenraum soll — wenn vom Denkmalschutz her moglich— beim im nachsten Jahr geplanten Genera lumbau vervnrklicht werden. Bis dahin konnen Karten fur das Ronacher, das Theater an der Wien und das Raimund Theater „stufenfrei" an der Kassa des Theaters an der Wien sowie am wien-ticket Pavillon bezogen werden t C l Qo C tl L 49 Viele ICulturveranstalter in Wien verlangen, dass behinderte Nienschen von einer nicht behinderten Person begleitet werden. Diese Begleitung zu finden ist oft auch eine große Hürde, vor allem, wenn man alleine lebt, so wie ich. Wird das geplante Gleichstellungsgesetz daran etwas ändern? Nein, überhaupt nicht. In der derzeit vorgeschlagenen Form ist es so weich formuliert, dass sich nichts ändern wird. Die geschilderten Situationen — Stufen vor umgebauten Geschäften, ein Portier, der Hilfe verweigert — werde ich auch dann nicht einklagen können. Telefon-Interview mit Wodurch werden Sie derzeit in Wien im öffentlichen Wolfgang Kremser Raum am meisten behindert? Durch moderne Architektur: Die Bauordnung und die Gewerbeordnung lassen da derzeit Dinge zu, die blinde und sehbehinderte Menschen in ihrem Alltag behindern oder sogar eine Verletzungsgefahr darstellen. Besonders gefährlich sind zum Beispiel auskragende Mauervorsprünge oder schräge Säulen, die unterlaufen werden kannen. Außerdem sind viele Baustellen in Wien derzeit nicht ausreichend abgesichert. Ich dokumentiere Problemstellen ja laufend auf meiner Homepage: http://kremser wonne. cc C Wasistin Wienim Sinne der barrierefreien Stadt vorbildQ haft? Im Vergleich zu anderen Städten sind die Blindenleitsysteme in a der Wiener U-Bahn wirklich sehr gut. Inzwischen sind auch ein~ g zelne Bahnsteige der ÖBB in Wien mit einem Blindenleitsystem Q ausgestattet worden. Einzelne Projekte mit Blindenleitsystemen auf öffentlichen Verkehrsflächen sind vorbildhaft. Die Zusammenarbeit zwischen Behindertenorganisationen und den Wiener Linien, der ÖBB-Infrastruktur und den Planungsabteilungen der Stadt Wien funktioniert sehr gut. Was wären aus Ihrer Sicht die wichtigsten Schritte für ein barrierefreies Wien? Wo besteht dringend Handlungsbedarf? Es wäre notwendig, dass das Gedankengut des barrierefreien und menschengerechten Planens und Bauens in allen neuen Projekten Eingang findet. Alle Architekten und Planer sollten die Bedürfnisse von behinderten Menschen kennen und berücksichtigen. Denn was für behinderte Menschen positiv ist, erleichtert ja auch das Leben für alle anderen in der Stadt lebenden Bürger. 50 Auch in den Regelungen der Wiener Bauordnung sowie der Gewerbeordnung sollte endlich das Gedankengut des menschengerechten barrierefreien Planens und Bauens Eingang finden. Weder die derzeit gültige Bauordnung noch die geplante Novelle bzw. Gewerbeordnung berücksichtigen zufrieden stellend die Bedürfnisse behinderter Menschen. Die entsprechenden Regelungen der Ö-Normen sind in die Bauordnung einzubinden bzw. umzusetzen. Zu bedenken ist, dass Gebäude, die heute nicht entsprechend den Bedürfnissen von behinderten Menschen gebaut werden, also nicht barrierefrei sind, dies auf ihre gesamte Lebensdauer sind oder möglicherweise um hohe Kosten saniert werden müssen. Ausstellungsbesucherlnnen notierten am „gelben Barrierefreie Tisch" in der Ausstellung ihre Ideen und Wünsche Ideen von zur barrierefreien Stadt: AusstellungsSämtliche öffentlichen Lokale und Veranstaltungsorte barriebesucherlnnen refrei in der „Metropole" Wien! Gleichbehandlung Behinderter und Nichtbehinderter, mehr Toleranz und Verständnis und nicht als Idioten hinstellen (nicht nur heuer, zooS)! Die Ziegelskulptur am Gehsteig vor der Planungswerkstatt belassen! So wird auf Barrieren im Straßenraum aufmerksam gemachtl Barriere „Fahrtendienst" kommt entweder zu spät, zu früh, ungefragt oder gar nicht. Die Bezeichnung „Randgruppe" dürfte im Sprachgebrauch nicht existieren. Bessere Einstiegsmöglichkeiten in Straßenbahn und Autobussel Behindertenparkplätze invalidenstraße (ehern. AEZ), Donauzentrum und Kinocenter haben keine Rampe (ähnlich Behindertenparkplatz ignazgasse/Niederhofstraße). Dadurch muss man eine lange Strecke auf der Straße fahren — sehr gefährlich!!! Wien benötigt dringend ein Behindertengleichstellungsgesetz. Barriere Gürtel; Gehen wir die Untertunnelung an — oben freie Spielflächen für Kinder ohne Käfige und mit Grünflächen (t Milliarde Euro als nachhaltige Investition). In Wien krankt es an den Kontrollen von Bauwerken, bei Gehsteigabsenkungen etc. Bei diesem MatschPP wetter können die Bodenmarkierungen für blinde Menschen doch überhaupt nicht funktionierenl Die sieht manja fast nicht mehr, und da soll man sie noch spüren? Kann man die nicht wenigstens von Schnee frei rä urnen?" (Ausstellungsbesucherin) ~ Barriere WC: Passt der Rolli rein? Ist es verschmutzt? Wo finde ich eines? Jedes Ziel, jeder Ausflug, jede Erledigung wird vom vorhandenen oder nicht vorhandenen WC abhängig. Bisherige Lösungen sind unbefriedigend. Zuwenige WCs mit Euroschlüssel. ~ Je ein Niederflurwagon pro Straßenbahn! (z. B. Linie «) ~ Hundstrümmerln sind eine besonders grausliche Barriere! (besonders für Eltern mit Kindern) Bei einem Bus die Stufen etwas niedriger setzen! Lift bei Ut-Praterstern Barrierefreie Eingangstur zur Planungswerkstatt! (breiter, leicht zu öffnen) Taktile Bodeninformationen in U-Bahn-Stationen werden immer von Personen „verstellt", da niemand weiß, was das eigentlich ist. Vorschlag n Die U-Bahn-Aufsicht sollte bei Rundgängen informationsblätter mithaben und diejenigen Personen, die das Leitsystem verstellen, aufklären. Vorschlag z: Beim Fahrkartenautomat Hinweistafel über Sinn des Leitsystems montieren, möglichst mehrsprachig! Türöffnerhebel in U-Bahn gehen zu streng auf — für ältere Menschen und Kinder problematisch. Straßenbahnen ohne Stufenl Kennzeichnung wichtiger Eingänge durch taktile Streifen! Ein Handlauf muss fP immer von der ersten bis zur letzten Stufe führen. Die erste Stufe ist immer am schwersten. Ohne Handlauf tu'ich mir bei manchen Treppen so schwer, dass ich einfach nicht raufkomm'. " (Ausstellungsbesucherin, Anmerkung am 7isch fü r barrierefreie Ideen) Handläufe bei Stufen auf beiden Seiten! breitere Gehsteige längeres Rot für die Autofahrer Ausbau des Radwegenetzes: Alle Einbahnen sollten für Radfahrer ausgenommen sein. Regelungen bei der Gürtelüberquerung. Keine Linksabbiegeverbote für Räder . . . Niederflurwagen auf der Linie B! Viele ältere Menschen und viele junge Frauen mit Kinderwagen benutzen diese Straßenbahn. Besucher des Hauses der Barmherzigkeit sind vor allem Ältere. — Endstation Westbahnhof: Weitsprung auf den Gehsteig! — Ebenso bei Linien Sz und SB — Linie 6T hat auch keine Station. Mehr (bzw. nur mehr) Integrationsklassen in den Wiener Schulen! Stationsansage bei Postbussen Rigorose Entfernung von Werbeträgern (Wahlständer) im Kreuzungsbereich Die Ebenseer Plattensteine gefallen mir, warum sieht man davon so wenig? Berufsschule Kagran hat keinen Aufzug! Also das mit den Pf Rampen, die für Rollstuhlfahrerlnnen bei den Bussen ausgeklappt werden können, das hör' ich jetzt zum ersten Mal. Ich hab' noch nie einen Busfahrer gesehen, der ausg stiegen wär' und die Rampe ausklappt. " (Ausstellungshesucherin) @So-Meter-Lauf a Q yvu o ( Am zr. November fand im Rahmen der Ausstellung der zSo-Meter-Lauf — ein„Mobilitätsfeldversuch" statt. Dabei stellten die Linzer Architektinnen Veronika Müller und Gabriele Heidegger den „IVormmenschen", auf den die Stadtplanung üblicherweise zugeschnitten ist, in Frage. Der zSo-Meter-Lauf war nicht herkömmlicher Wettkampf, sondern maß das individuelle Tempojener Menschen, die nicht der„Norm" entsprechen. Ziel dabei war zum einen der Nachweis, dass ein Radius von zSo m fü r mobilitätsbeeinträcht Personen zu groß ist. Zum anderen wurden mittels dieses Feldversuchs neue Daten erhoben, anhand derer die Distanzen zu notwendiger Infrastruktur den realen M obi li tä tsradien angepasst werden können. Sowohl im Städtebau als auch in der Architektur wird von genormten „Mobilitätsradien" ausgegangen. An diesen orientiert sich die Errichtung notwendiger Infrastruktur wie z. B. Haltestellen, Sanitäranlagen oder Rastplätzen. In der Aktion zSo-Meter-Lauf wurde im Umkreis der Wiener Planungswerkstatt eine Wegstrecke mit den üblichen Hindernissen wie Kreuzungen, Randsteine oder verschieden strukturierte Oberflächen ausgewiesen. Diese Wegstrecke wurde von freiwilligen, sehr unterschiedlich mobilen Testpersonen in ihrem üblichen Gehoder Fahrtempo zurückgelegt, die Zeiten wurden gestoppt und dokumentiert. Die Ergebnisse des zSo-Meter-Laufs dokumentieren einerseits Durchschnittswerte für einzelne Personengruppen und andererseits Vergleiche zwischen unterschiedlichen Betroffenengruppen (Rollstuhlfahrerlnnen, Blinde, Pensionistlnnen, Eltern mit Kinderwägen, Kinder . . . ). Lätäkäiitefft)hrgfelCh' ;i-iäiJ@ ". ' 10 Cz Für die Strecke von zäo m waren die Teilnehmerlnnen des Laufs unterschiedlich lang unterwegs: Die Laufzeiten variierten zwischen z:zä min und F 134 min. Virulent wird dies beispielsweise bei einer AmpehGrünphase, die der Gehgeschwindigkeit eines fiktiven „Durchschnittsmenschen" entspricht, die aber für viele Fuggängerlnnen zu kurz dauert. 'Ahn k kajf)" "' "~ -. . a vmm S sslmtnes zurückgelegte Strecke iaä((ttv)F' , Cvrrr. ' FPg~ ~ q+ 58. p ihm F her, 237m ilir 39, ~ ii h 2ee 29, u Iter mit Kind dK dl J\' r 2, I m den Kind, ' I htzzrtC. . 99, Rorot hreh «, 138m ;'rr Jdä'c' Fre . c. 8, 3e, em 39 h . . l, hv r t .. , el, Srndor mh orholor m 288 ' rät Fehn s, SS rar 83 penolonlosn 9 ht It St m, 129 Ccullu'1' h, z' Die Grafik zeigt, wie weit unterschiedliche Menschen innerhalb von ä Minuten gehen können. Mit abnehmender Mobilität werden Bewegungsradien enger. Beispielsweise legt eine S4-jährige Schnellgeherin in S Minuten einen fast dreimal so langen Weg zurück (zää m) wie ein blinder Mensch mit verbaler Führung (Bä m). c2 tl C tädl tädl ll a 00 SS Barrierecheck im „Wie gutist deröffentliche Raum für Menschen mit Behin6. Bezirk— derung benutzbar?" — Diese Frage stellten sich Schülerinnen der Hauptschule Loquai platz im Rahmen einer ProjektHauptschule woche. Mithilfe der Barriere-Checklisten (siehe Anhang) und Loquaiplatz verschiedener„Messgeräte" testeten die Jugendlichen ihr eigenes Schulgebäude und die Umgebung ihrer Schule. Die drei verwendeten Messgeräte waren ein Rollstuhl, ein Langstock und das Lichtraumprofil aus der Ausstellung. Die Schülerinnen untersuchten Gehsteige, Kreuzungen, Eingänge, notierten ihre Beobachtungen und dokumentierten die einzelnen Stationen mit Fotos. Nicht nur Barrieren wurden aufgezeigt, die Schülerinnen entdeckten auch einige positive Beispiele für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. c Q ~ 4l ~ O i l, sö Der Eingang zum Schulgebäude ist nicht barrierefrei. Die Klingel liegt viel zu hoch und die Türen lassen sich nur schwer öffnen. Roüstuhlfahrerlnnen haben keine Möglichkeit, in das Gebäude zu gelangen. Auch innerhalb des Schulgebäudes gibt es Barrieren: Die Schule besitzt keinen Lift, bereits das Erdgeschog ist nur über mehrere Stufen erreichbar. Das öffentliche WC am Loquaiplatz ist nur über Stufen zu erreichen, dadurch sind die Toiletten für Roüstuhlfahrerlnnen nicht benutzbar. Die Motorhauben von schräg parkenden Autos ragen oft weit über die Gehsteigkante und reduzieren damit die benütxbare Gehstelgbreite. Geschäfte platxieren Steher mit Werbetafeln auf den Gehsteigen und blockieren damit den Weg. Viele dunkelgrüne Poller an Kreuzungen im Bezirk sind bereits mit rot-weißen Banderolen gekennzeichnet. Sie werden dadurch für sehschwache Menschen besser erkennbar und erhöhen die Sicherheit der Fußgängerlnnen. An vielen Kreuzungen wurden die Gehsteigkanten auf S cm Höhe abgeschrägt. Hl fP ~~ Eine Gruppe entdeckte eine Baustelle, die stabil mit Latten in drei Höhen gesichert war. Blinde Menschen können sich daran orientieren und dem Hindernis aus dem Weg gehen. c2 tY C ädl VI tl a QQ l ~ ' fgecfr -' — l c ~ In der Schmalxhofgasse wurden die Gehsteige auf ca. s, üo m verbreitert und die Schülerinnen waren erstaunt, wie viele von ihnen dort bequem nebeneinander gehen konnten. t~ Ausstellungsprogramm 0 a 0 4 Q 4 ~ Q ~ O sa zg. Oktober: Eröffnung der Ausstellung „barriere freit" 3. bis T. November: Hörbild Barrieren in der Stadt — Kinder befragten gemeinsam mit Walter Kreuz und Evelyn Blumenau von gecko art PassantInnen rund ums Rathaus zum Thema „Barrieren in der Stadt". Aus dieser Meinungsrundschau entstand in einem Zusammenschnitt ein „Hörbild", das die Besucherinnen der Ausstellung über Kopfhörer „betrachten" konnten und das auf der beiliegenden CD zu hören ist. 6. November: Lesung Erwin Riess: Die Ferse des Achilles. Zur Bedeutung der behinderten Menschen für die Gesellschaft. In seinem Buch „Die Ferse des Achilles" vergleicht der Autor Erwin Riess die Lage der Menschen mit Behinderungen in Österreich mit jener in den USA, Schweden, England, der Schweiz und Deutschland. Riess analysiert die Rolle der behinderten Menschen in der jeweiligen Gesellschaft in Geschichte und Literatur und konzentriert sich dabei insbesondere auf die verschiedenen Ansätze von Antidiskriminierungsgesetzen sowie auf den Bereich „Barrierefreies Bauen und Wohnen". io. November: Führung für Abteilungsleiterlnnen der Stadt Wien Abteilungsleiterinnen erlebten vorhandene städtische Barrieren, indem sie mit Rollstuhl bzw. Langstock und Augenbinde die Umgebung der Planungswerkstatt testeten. Im Anschluss wurden die Verankerung des barrierefreien Bauens in der Praxis und die dazu notwendigen Anforderungen an Ausbildung und Verwaltung diskutiert. u. November: Barrierefreie Führung durchs Rathaus — Peter Groiss, Fachbereich Behindertenarbeit der Stadt Wien, führt Schülerinnen durchs Wiener Rathaus. Die Schülerinnen bekamen einen Einblick, wie Menschen mit Behinderung sich im Wiener Rathaus fortbewegen können. Peter Groiss führte über eine Rampe in das Foyer des Rathauses zu einem barrierefreien Lift und zeigte einen Stiegenlift, der die Zwischenstockwerke verbindet. Er erklärte die induktive Höranlage des Festsaales. Thematisiert wurde auch der keineswegs immer einfache barrierefreie Umbau historischer Gebäude. Exkursion zu einem barrierefreien Wohnprojekt in der Oberen Augartenstraße iBa, tozo Wien. Nach einer Vorstellung der Anlage ging es in der anschließenden Diskussion um die implementierung von Minimalstandards für barrierefreie Wohnanlagen, die eine nachträgliche Anpassung an spezielle Bedürfnisse der Bewohnerlnnen erleichtern. Aktuelles Beispiel war die in der Wohnanlage Augartenstraße realisierte Wohnung, wo die speziellen baulichen Erfordernisse bereits in der Planungsphase bekannt waren und daher auch berücksichtigt werden konnten. tz. November Barrierefreie Projekte in Österreich — Hannes Wiesinger (Beratung der Stadt Wels für barrierefreies Planen und Bauen) und Bernhard Hruska (freiberuflicher Architekt). Anhand von Beispielen für die Adaptierung öffentlicher Gebäude, Veranstaltungsorte und Sportanlagen wurde barrierefreies Bauen in Österreich thematisiert. Der Mindeststandard für Neubauten muss nach Ansicht der Podiumsteilnehmer die Anpassungsfähigkeit und Adaptierbarkeit sein, da nachträgliche Kosten für den Umbau nicht in Relation zu den Aufwendungen stehen. Durch „Barriere-Planung" werden Optionen auf eine barrierefreie Umnutzung „verbaut". Die Wohnbauförderung sollte nur barrierefreie Projekte finanzieren, nicht zuletzt weil der Altersdurchschnitt der Gesellschaft steigt und Barrierefreiheit auch Nutzungsfreundlichkeit bedeutet. tS. November Im Rollstuhl durchs Parlament — Der Parlamentsabgeordnete Franz-Joseph Huainigg, der selbst im Rollstuhl sitzt, führt eine Schulklasse durch das Parlament. Die Schulklasse „erfuhr" mit Rollstühlen das Parlament. Zum Ausprobieren wurden die Rollstühle aus der Planungswerkstatt mitgenommen. Nicht über die Stufen beim Eingang, sondern mit dem Aufzug, gelangten die Kinder in das Parlament und zum Plenarsaal, wo Huainigg ihre Fragen zum Thema Behinderung beantwortete und über den Alltag im Parlament berichtete. &8. November Kinderbuchlesung Franz-Joseph Huainiggr „Meine Füße sind der Rollstuhl". In seinem Kinderbuch erzählt Franz-Joseph Huainigg die Geschichte der kleinen Margit, die eigentlich so ist wie andere Kinder auch. Für sie ist es aber viel schwieriger, Freunde zu finden, die Straße zu überqueren oder im Supermarkt einzukaufen, denn Margit sitzt im Rollstuhl. Als sie beschließt, alleine einkaufen zu gehen, begegnet sie nur neuiB. November c2 tl a VI tl C 00 59 0 a 0 Q 5 cL' 4 ~ 4 ~ l 6o gierigen Blicken, gefährlichen Kreuzungen und unüberwindbaren Stufen — aber mitten in ihrem Abenteuer findet sie auch einen Freund. 21. November: aSo-Meter-Lauf — Die Linzer Architektinnen Veronika Müller und Gabriele Heidegger führten einen „Mobilitätsfeldversuch" durch. Dabei wurde der „Normmensch", auf den die Stadtplanung üblicherweise zugeschnitten ist, infrage gestellt. Sowohl im Städtebau als auch in der Architektur wird von ge normten „Mobilitätsradien" ausgegangen. An diesen orientiert sich die Errichtung notwendiger Infrastruktur wie z. B. Haltestellen, Sanitäranlagen oder Rastplätzen. In der Aktion zSo-Meter-Lauf wurde im Umkreis der Wiener Planungswerkstatt eine Wegstrecke mit den üblichen Hindernissen wie Kreuzungen, Randsteinen oder verschieden strukturierten Oberflächen ausgewiesen. Diese Wegstrecke wurde von freiwilligen, sehr unterschiedlich mobilen Testpersonen in ihrem üblichen Gehoder Fahrtempo zurückgelegt, die Zeiten wurden gestoppt und dokumentiert. zS. November: Einführung ln die Gebärdensprache — Das Bildungsinstitut Online lud Schülerinnen einer Schulklasse zum Kennenlernen der Gebärdensprache ein. Wie zeige ich meinen Namen? Wie frage ich nach dem Weg? Kann man sich mit der Gebärdensprache mit gehörlosen Menschen aus der ganzen Welt unterhalten? Oder gibt es hier auch „Englisch" und „Russisch" ? Diese und andere Fragen wurden im Rahmen der Einführung in die Gebärdensprache beantwortet. te Dezember: Barrieren verhindern Karrieren — Kornelia Götzinger stellte die Ergebnisse ihrer Studie zum Thema „Frauen und Behinderung" in einer Diskussionsveranstaltung vor. Die berufliche Situation behinderter Frauen wird entscheidend durch gesetzliche Richtlinien beeinflusst: Die finanzielle Unterstützung wird häufig auf die Assistenz am Arbeitsplatz beschränkt, während eine bedarfsorientierte Kombination aus Arbeitsassistenz und persönlicher Assistenz zielführender wäre. Trotz wesentlicher Veränderungen am Arbeitsmarkt (Trend zum freiberuf lichen Arbeitsverhältnis etc. ) reagieren Ouotenregelung und Förderungspolitik nicht darauf und sind damit zu wenig flexibel, um neue Chancen für Frauen mit Behinderung zu sichern. Außerdem scheint das Behinderteneinstellungsgesetz Frauen zu benachteiligen, indem es sie auf ein enges berufliches Spektrum an Möglichkeiten festlegt. &S. Dezember: Finissage Die drei Räume der Ausstellung waren den Begriffen verstehen, versuchen und verändern zugeordnet. Die Ausstellung wurde weit gehend barrierefrei gestaltet: Ausstellung Alle Tafeln der Ausstellung waren höhenversteübar. Somit konnte jede Besucherin und jeder Besucher die Tafeln in seine/ihre Augenhöhe bringen. Dies war besonders relevant für Rollstuhlfahrerlnnen und für sehbehinderte Menschen. Alle Inhalte der Texttafeln wurden auch als Hörtexte angeboten Das Programm wurde auch in Brailleschrift gedruckt. Auf Anfrage wurden Veranstaltungen durch Cebärdendolmetscherlnnen begleitet. Die Tafeln waren in Schwan-Weiß gehalten, um Schwierigkeiten für farbfehlsichtige Menschen zu vermeiden. Die Besucherlnnen konnten sich durch viele „Behelfe" in die Situation von behinderten Menschen einfühlen. Im Raum mit dem Thema „versuchen" konnten Besucherlnnen anhand von Installationen tasten, hören und „gebärden". Das „tichtraumprofil" konnte für einen „Barrierefreiheitstest" ausgeborgt werden. Damit kann getestet werden, ob Cehsteige bis in eine Höhe von zdo m frei von Barrieren sind. c 00 Das Mindestmaßband wurde exklusiv für die Ausstellung hergestellt und enthält viele wichtige Maße des barrierefreien Bauens. Corporate Design für alle Materialien rund um die Ausstellung: Barriereroute, Plakate, Freecards etc. Die Barrieresammlung lud alle Besucherlnnen ein, ihre persönlichen Barrieren auszustellen. ös Der Künstler Joachim Eckl filmt Heinrich Haffe beim ttau der Zietfelmauer. b a O 4 Q 4 ~ Q ~ Ch Die Skulptur nVerbaute Wege" Der Gehsteig vor der Planungswerkstatt wurde durch eine massive Ziegelmauer (ca. z, S m hoch) über die ganze Gehsteigbreite versperrt. Die Umleitung führte durch die Arkaden in bzw, an der Ausstellung „barriere freil" vorbei. Der Durchgang war dort ungehindert möglich. Die Ziegelmauer als Barriere wurde gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen errichtet, die damit eine Geste setzten. Diese Barriere und ihr bewusster Einsatz während der Veranstaltung dienten als geistreiches Sinnbild und machten Situation und Kritik der Menschen mit Behinderungen sichtbar. Die Ziegelmauer funktionierte aber auch als hilfreiches Leitsystem in und für die Ausstellung. Der Bau der Ziegelmauer selbst war eine künstlerische Performance, die mit der Eröffnung der Ausstellung abgeschlossen war. Die Erbauung wurde als Kunstaktion gut dokumentiert, da sie den Alltag gleichsam perforiert (durchlöchert) und dadurch neue Bedeutungsebenen einer an sich alltäglichen Handlung (des Errichtens einer Ziegelmauer) auftauchen ließ und sichtbar machte. Die Dokumentation auf Video ist Teil der Ausstellung. Idee: Joachim Eckl/HEIM. ARTe (Künstler) Kommst du hinauf r Barriereroute Eine Barriereroute wies im Umkreis der Planungswerkstatt mithilfe von Tafeln auf barrieresenkende Maßnahmen hin — eine barrierefreie Telefonzelle am Rathausplatz, die Rampe am Rathauseingang, die mit Blindenakustik ausgestattete Ampel an der Landesgerichtsstraße . . . 6a Barrierefreier Zugang zur Planungswerkstatt Eine Wegbeschreibung im lnternet ermöglichte blinden Menschen, die Ausstellung in der Planungswerkstatt selbstständig zu erreichen: Uz Richtung Schottenring — Ausgang Rathaus. Geradeaus bis zur Rasensteinkante, dann links entlang der Rasensteinkante weitergehen. Die Straße befindet sich links vom Gehsteig, rechts liegt der Park. Weitergehen bis zur akustischen Ampel. Straße überqueren, weiter bis zu den Arkaden bzw. der Hausmauer. Bo Grad Drehung nach rechts. Links liegt die Hausmauer, rechts die Straße. Ca. 4o m weitergehen bis zum links liegenden Eingang in die Planungswerkstatt. Uz Richtung Karlsplatz — Ausgang Florianigasse: Überquerung der Landesgerichtsstraße (Ampel mit Akustiksignal), dann weiter siehe oben. Um ein durchgängiges Orientierungssystem von den nächstgelegenen U-Bahn-Stationen bis zur Ausstellung zu gewährleisten, wurden an der Kreuzung Felderstraße / Landesgerichtsstraße eine akustische Ampel und ein Blindenleitsystem eingerichtet. Für Besucherlnnen, die einen Rollstuhl benutzen, war die Ausstellung leider nicht barrierefrei zu erreichen, da die Rampe am Eingang nicht den Ansprüchen des barrierefreien Bauens genügt. Rollstuhlfahrerlnnen mussten entweder am Nebeneingang der Planungswerkstatt klingeln und dort ebenerdig in die Ausstellungsräume gelangen, oder es waren Begleitpersonen bzw. das Ausstellungspersonal anwesend, die bei der Benützung des Haupteingangs halfen. Der Eingang zur Planungswerkstatt soll zoo4 endlich durch eine neue Rampe barrierefrei werden: Die Neigung wird geringer, vor der Tür entsteht eine Aufstellfläche, Geländer erleichtern die Benutzung. 0 r 0 Q Vl 64 Hörbilder Die Gruppe gecko-art entwickelte mit drei Schülerinnen-Gruppen Hö rbilder zum Thema Barrierefrei bei t. Diese sind auf der dem Werkstattbericht beigelegten CD zu hören. „Wilson gz Co" — ein Hörspiel mit tg-jährigen Schülerinnen der Hans-Radl-Schule Gemeinsam entwickelten behinderte und nicht behinderte Schülerinnen nach eigenen Ideen Hörszenen. Ausgangspunkt war die Spurensuche nach Behinderungen und Barrieren für sie selbst. Eine gespielte Talkshow über Wiener Toiletten, eine StraßenbahnZukunftswerkstätte, ein Spezialspiegel für Autofahrerinnern oder der Versuch, mit Rollstühlen ins Fußballstadion zu gelangen waren die Situationen, für welche die Akteurlnnen selbst Texte formulierten und mit den eigenen Stimmen aufnahmen. . .. „Wie denken Sie über ?" s4-jährige Schülerinnen der Kooperativen Mittelschule Kauergasse interviewten Leute zum Thema barrierefrei Hier bearbeiteten die Schülerinnen die Ergebnisse von Straßeninterview-Aktionen. In einem vorbereitenden Workshop erarbeiteten die „barriere frei!"-Reporterinnen einen eigenen Fragenkatalog und machten sich mit den Aufnahmegeräten vertraut. Dann führten sie Gespräche mit Passantlnnen rund um die Planungswerkstatt. Alle Interviews wurden von ihnen selbst geleitet. ... " „Unter den Wolken — Blinde und sehbehinderte Schülerinnen des Bundesblindenerziehungsinstituts gestalteten Szenen eines Hörfeatures Realistisch und humorvoll berichteten die &6bis &B-Jährigen von ihren Erfahrungen, kleideten diese in Kurzhörspiele und formulierten ihre Visionen, nicht ohne Kritik an der Mitwelt und an sich selbst. An zwei intensiven Workshoptagen erarbeiteten die Jugendlichen eine Hörreise durch alltägliche Problemsituationen mit einer Vielzahl von Einzelszenen und nahmen diese mit großem Engagement auf. Im Rahmen der Ausstellung „barriere frei! Stadt ohne Hindernisse?" fand eine große Zahl an Führungen statt. Besonderes Interesse zeigten dabei politische Vertreterinnen (z. B. Bezirksrätlnnen) und Schulklassen. Führungen: Eintauchen in eine andere Welt Für die Führungen wurde ein spezielles Konzept entwickelt, das es den Besucherlnnen ermöglichte, ~ Barrieren im öffentlichen Raum zu erkennen, ~ sich in die Situation von behinderten Menschen einzufühlen ~ mögliche Maßnahmen zur Verringerung von Barrieren kennen zu lernen. Teil der Führungen war es, sich rund um die Planungswerkstatt mit Rollstühlen, Augenbinde und Blindenstock zu bewegen. Je nach Wissensstand, Alter und interesse der Besucherlnnen wurde der Schwerpunkt der Führungen unterschiedlich gelegt. Bei Bezirksrätinnen standen beispielsweise die Maßnahmen im Vordergrund, bei Schülerinnen ging es eher darum, sich gemeinsam der Problematik anzunähern, Vorurteile und diskriminierende Sprache zu thematisieren. Ablauf der Führungen mit Schulklassen Bereits am Weg zur Planungswerkstatt konnten die BesucherInnen als Einstieg ins Thema einige Hindernisse im öffentlichen Raum kennen lernen. Die „Barriereroute" rund um die Planungswerkstatt kennzeichnete wichtige Barrieren und barrieresenkende Maßnahmen. tl a tl C 00 es 0 a 0 Q cl' ~ Q ~ O 66 Die Schülergruppen fragten wir zum Einstieg danach, wie sie von ihrer Schule in die Planungswerkstatt gekommen waren. Nach den zunächst einsilbigen Antworten -„mit der U-Bahn", „mit der Straßenbahn" — versuchten wir uns gemeinsam vorzustellen, wie dieser Weg wohl gewesen wäre, wenn eine Mitschülerin im Rollstuhl gesessen wäre oder ein Mitschüler blind wäre. Daraus entwickelten sich mit den meisten Gruppen bereits sehr angeregte Diskussionen. Wir sammelten daraus jene Themen, die für die jeweilige Gruppe besonders interessant waren und suchten dann dazu in der Ausstellung die entsprechenden Materialien, um das Thema zu diskutieren. Ein zentraler Teil der Führungen mit den Schulklassen war das Ausprobieren von Rollstühlen, Kinderwagen, Blindenstock, Gehhilfen, Gebärdensprache, Brailleschrift. Dieses Ausprobieren schärfte einerseits die Wahrnehmung, andererseits tauchten viele neue Fragen auf: Wie kommen Rollstuhlfahrerlnnen ins WC? Wie überwinden sie Gehsteigkanten? Wie geht ein blinder Mensch einkaufen? Diese Fragen diskutierten wir anschließend noch einmal in der Gruppe. Am Schluss der Führung thematisierten wir das Thema Kommunikation. Mit jüngeren Schülerinnen experimentierten wir mit dem Fingeralphabet, mit älteren Schülerinnen diskutierten wir die Kommunikation mit behinderten Menschen: Wie biete ich einem blinden Menschen Hilfe beim Überqueren einer Straße an, wann helfe ich einer Rollstuhlfahrerin? Erfahrungen Die Gruppen sollten durchwegs von zwei Vermittlerlnnen geführt werden, ideal ist dabei eine Gruppengröße von tS Personen. Ab der dritten Klasse der Volksschule ist eine Dauer von s, S Stunden zu empfehlen, fur erste und zweite Klassen der Volksschule ist eine Stunde ausreichend. Die stärksten Eindrücke hinterlassen die sinnlichen Erfahrungen. Wer einmal versucht hat, mit einem Rollstuhl eine hohe Gehsteigkante zu uberwinden oder mit verbundenen Augen das Signal einer akustischen Ampel zu erlauschen, vergisst die Anstrengung und das Ohnmachtsgefühl so schnell nicht wieder. Generell gilt: Je jünger die Besucherlnnen, desto wichtiger ist es, dass die Ausstellung wirklich „zum Angreifen" ist. 61 Q jäfsf jä j jung Anlaufstellen für Anregungen und Beschwerden im öffentlichen Raum (Straßenverkehr, Verkehrsmittel) allgemein (politische Vertreterinnen) Barrierefrei bauen — Information zur barrierefreien Adaptierung und zum Neubau von Gebäuden Allgemeine Information Information für Veranstaltungsorte/Lokale/Hotels Einbauten Förderungen Normen Rechtlicher Rahmen Land Wien (u. a. Wiener Bauordnung) Bund Unterstützung und Beratung für Menschen mit Behinderung Allgemeine Beratung (wien sozial, Bundessozialamt, Universitäten) Assistenz und Hilfsdienste (Arbeitsassistenz, Orientierungstraining, Fahrtendienste) spezielle Hilfsmittel (Stadtpläne, Euroschlüssel, Behindertenparkplatz) Pflegegeld ~ lvl ~ Interessenvertretungen behinderter Menschen, Vereine Allgemeine Institutionen Q blinde/sehbehinderte Menschen lA gehörlose Menschen Rollstuhlbenutzerlnnen geistig und mehrfach behinderte Menschen Sportverbä nde Spezifische Themen Barrierefreies Web — WAI Gebärdensprache Allgemeine Links 66 im öffentlichen Raum (Straßenverkehr, Verkehrsmittel) ~ MA zß-Wiener Straßenverwaltung und Straßenbau ttyo Wien, Lienfeldergasse 96; Tel: (oi) 488 34-0 E-Maih postCamzB. magwien. gv. at Zuständigkeit: Rampen, Autobus-/Straßenbahnhaltestellen, taktile Bodenleitsysteme, Gehsteigabsenkungen etc. ~ Infoline Straße und Verkehr Tel: (ot) 955 59 ~ MA 46-Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten »zo Wien, Niederhofstraße zt-z3; Tel: (ot) Bn t4-9z Zoo Zuständigkeit: Bodenmarkierungen, Ampelanlagen, Baustellenabsicherung etc. ~ Bürgerservice der Stadt Wien Tel: (oi) Sz5 So DW ot bis z3 für den jeweiligen Bezirk Meldung von Störungen im Bereich Straßenverkehr (defekte Ampeln etc. ) ~ Wiener Linien Kundenservice to3o Wien, Erdbergstraße zoz; Tel: (ot) T9 o9-ioo wwwwienerlinien. at/harrierefreie informationen/startseite. html ~ Anlaufstelle der Wiener Linien Ing. Günther Ertl Teh (ot) 4t 3oo (OberflächenverkehrStraßenbahn, Bus) Ing. Roland Krpata Tel: (ot) T9 o9-6T ot4 (U-Bahn) ~ ÖBB-Ansprechstelle für Behinderte tozo Wien, Praterstern 3 — 4; Tel: (ot) 930 00-35 Boo E-Maih sabine. scherzerCrpvoebb. at Anlaufstellen für Anregungen und Beschwerden allgemein (politische Vertreterinnen) ~ Auskünfte zu Behinderten-Vertreterinnen der parlamentarischen Klubs im Nationalrat Tel: (ot) 4o»o-o; E-Mail:servicesCrparlament. gv at Dr. Franz-Joseph Huainigg (ÖVP) E-Maih franz. huainiggCrparlinkom. gvat Mag. Christine Lapp (SPÖ) Tel: o664-3ot 69 9T, E-Mail:christine. lappCrchello. at Dr. Helene Partik-Pable (FPÖ) Tei. (ot) 4ot to-5834, E-Maih helene. partik-pableCrfpoe. at Theresia Haidlmayr (Grüne) Tel. (oi) 4o»o-688t, E-Maih theresia. haidlmayrCrgruene. at ~ Behinderten-Vertreterinnen des Wiener Landtags Erika Stubenvoll (Vorsitzende Gemeinderätliche Behindertenkommission, SPÖ) (ot) 4o oo-Bi tz3 Heinz-Christian Strache (FPÖ) (oz) 4o oo-81 746 Mag. Franz Karl (ÖVP) (ot) SJS o& J6 Mag. Maria Vassilakou (Grüne) (oi) 4o oo-8& 8oo Barrierefrei bauen — Informationen zur barrierefreien Adaptierung und zum Neubau von Gebäuden Allgemeine Information Bundessozialamt Landesstelle Wien Joto Wien, Babenbergerstraße 5 Teh (o&) 588 31 o, Fax: (ot) 586 zo &6 www. basb. bmsg. gv. at E-Mall:bundessozialamt. wienJCebasb. gvat Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR) Dachorganisation der österreichischen Behindertenverbände Generalsekretär Eduard Riha &o&o Wien, Stubenring zh/4 Teh (ot) 51315 33-115, Fax: (oJ) 51315 33-150 www. oear. or. at E-Mall: dachverbandCroear or at Fachstelle der Stadt Wien für barrierefreies, behindertenund generationsgerechtes Planen, Bauen und Wohnen derzeit unbesetzt FIOT Forschungsinstitut für Orthopädietechnik Abt. Bauberatung für behindertengerechte Wohnraumadaptierung Ing. Johann Ziegler &oSo Wien, Geigergasse 5 — 9 Telefon: (ot) 544 4t 6gn5, Fax: (ot) 544 4J 6gn7 zieglerCafiot. at BIZEPS — Zentrum für Selbstbestimmtes Leben DAS Manfred Srb Jo7o Wien, Kaiserstraße 55/3/4a Teh (oJ) Sz3 Sg zt-zz, Fax: (o&) Sz3 Bg znzo www. bizeps. at E-Mall:srbCabizeps. or. at Architektur b4 — besser beraten barrierefrei bauen Ing. Bernhard Hruska »oo Wien, Laxenburger Straße z8h6 Tel/Fax: (oJ) 6oz 57 76 www. barrierefrei. orat E-Mall:bb-designcai-one. at, bernhard. hruskaCablackbox. Institut für Soziales Design (ISD) Mag. Peter Pruner noo Wien, Grenzackerstraße 7 — n/Stiege 19 Telefon: (oJ) 6r7 n-Sg, Fax: (oJ) 6TZ n-SS www. pruner. at net E-Mail:prunerCipruner. at Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Abt. Sozia lhilfe (GSS) Rudolf Gruber 3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 14 Tel: (o2742) 900 51 63-16, Fax: (o2742) 900 51 61-50 r. gruberCrnoel. gv. at Förderverein Odilien-Institut Beratung bei spezifischen Fragen zu baulichen Maßnahmen für sehgeschädigte Menschen. Boto Graz, Leonhardstraße13o Tel: (0316) 3z z6 67-5o, Fax: (0316) 32 z6 67-49 E-Mall:foerdervereinCrodilien. at Bauordnung $106a „Barrierefreie Benützbarkeit von Gebäuden" www. bauordnung. at/wien. htm Magistrat Graz — Stadtbaudirektion, Referat barrierefreies Bauen Bon Graz, Europa platz zo Tel: (0316) 872-3507, -3508, Fax: (o316) 872-3509 http://graz. at/planen bauen/wohnberatung behinderte/ Information für Veranstaltungsorte/Lokale/Hotels ~ Checkliste für Tourismusbetriebe (basierend auf deutschen Normen) www. grimm-consulting. com/barrierefrei. pdf ~ Oualitätskriterien im Tourismus für behinderte und ältere Menschen — Studie des BMSG www. gleichanders. at/downloadcenter/download-berichte. html (Download) Einbauten ~ Bernhard Hruska (s. oc b4 besser beraten barrierefrei bauen) ~ Die bunte Rampe — Beratung über technische Hilfsmittel und barrierefreies Bauen für bewegungsbeeinträchtigte Menschen Bozo Graz, Kalvariengürtel 62 Tel: (0316) 68 6515-o, Fax: (0316) 68 65 15-6 E-Mall:bunte-rampeCrmosaik-gmbh. org ~ Barrierefreies Gestalten — Technische Info-Blätter Öffentliche WC-Anlagen (Nr. 1) Aufzüge (Nr. 2) Schrägaufzüge und Hebebühnen (Nr. 3) Spielplatz für alle (Nr. 4) Herausgeber: Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation soso Wien, Stubenring 2/1/4 Teh (o1) 513 15 33, Fax: (01) 513 15 33-150 www. oear. or. at Förderungen Bundessozialamt Förderungen für Betriebe, Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge (z. B. Artzpraxen, Ambulatorien etc), Nonprofit-Organisationen Grundlage:Richtlinie des BMSü "Förderung von investiven maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Betrieben für Menschen mit Behinderung ($10a Abs. t lit. j BEinstü" http://www. bmsg. gv. at/cms/site/attachments/6/9/7/CHoo 62/CMS1057915462370/3025 rl investive massnahmen. pdf Informationen: Bundessozialamt Landesstelle Wien Tel. 588 31 Fr. DET Margit Neulinger für Betriebe in den Bezirken 2-6, 10, 11, 15, 21, 22 DW 457 E-maihmargit. neulingerC&basbgvat Fr. Dr. in Andrea Schmon für Betriebe in den Bezirken 1, 7-9, 1214, 16-20, 23 DW 250 E-mall:andrea. schmonC1basb. gvat Fr. Mag. a Helga Entres für Gesundheitseinrichtungen und Nonprofit-Organisationen DW 4oo E-mall:helga. entresC&babs. gv. at Infoblatt zu „Förderungen von behindertengerechten Maßnahmen" MA So — Wohnbauförderung, Wohnhaussanierung, Wohnungsverbesserung n9o Wien, Muthgasse 62 — 1. Stock, Zimmer ü 1. 25 Tel: (o1) 4o oo-7486o Normen zu beziehen bei: ON — Österreichisches Normungsinstitut, 1021 Wien, Heinestraße 38 Tel: (o1) 213 oo-3o6, Fax: (o1) 213 00-36o www. on-norm. at E-Mall:infostelleCeon-norm. at ÖNORM A 3o12-Visuelle Öffentlichkeitsinformation ÖNORM B16oo — Barrierefreies Bauen — Planungsgrundsätze ÖNORM 816o1 — Spezielle Baulichkeiten für behinderte und a Ite Menschen — P la nun gsgr und sätze ÖNORM B16oz (Entwurf) — Barrierefreie Schulund Ausbildungsstätten — Planungsgrundsätze 72 ÖNORM B 22 457 — Schrägaufzüge für behinderte PersonenBa uvorschriften Technische Hilfen für sehbehinderte und blinde Menschen: ÖNORM V zroo — Taktile Markierungen an Anmeldetableaus fürFußgänger ÖNORM V zrot — Akustische und tastbare Hilfssignale an Verkehrslichtsigna la n lagen ÖNORM V zroz — Taktile Bodeninformationen ÖNORM V zro3 — Tragbare Sender zur Aktivierung von Hilfseinrichtungen für behinderte Menschen ÖNORM V zto4 — Baustellen — und Gefahrenbereichsabsicherung ÖNORM V ztoS — Tastbare Beschriftungen Informationen unter: ÖAR — Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation www oear or at/Recht/r start. htm Rahmen Barrierefreiheit in der neuen Wiener Bauordnung 1991 wurde durch den )roöa die Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden, Wohnbauten, Bürogebäuden erstmals in der Wiener Bauordnung gesetzlich festgeschrieben. Wie sich gezeigt hat, war die unspezifische Verankerung des Begriffes nicht ausreichend, um einen barrierefreien Zugang zu öffentlichen und privaten Gebäuden zu gewährleisten. Aus dieser Erfahrung heraus wurde ein neuer Entwurf zur Wiener Bauordnung erarbeitet, der von der gemeinderätlichen Behindertenkommission im Dezember zoo3 beschlossen und dann den zuständigen EU-Gremien zur Begutachtung vorgelegt wurde. Land Wien ~ Gesetz über die Hilfe für Behinderte (Wiener Behindertengesetz r986) — LGBL1986/r6 ~ Wiener Pflegegeldgesetz Bund ~ Gesetz über die Beratung, Betreuung und besondere Hilfe für behinderte Menschen (Bundesbehindertengesetz vom 17. Mai 1990 — BBG) www. service4u. at/blickkontakt/passbbg. html Bundesbehindertenpass: N 4o bis 47 Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderung: 5 zz ff ~ Bundespflegegeldgesetz, BPGG — BGBI. Nr. 110/1993 V tl i C ~ A tl O 73 Staatsziel Behindertengleichstellung Art. 7 Abs. t Bundesverfassungsgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 87/tgg7 Bundesgesetz zur Gleichstellung, Gleichberechtigung und Chancengleichheit von behinderten Menschen (Bundes-Behinderten-Gleichstellungsgesetz zoo3, BBGG) Behindertengleichstellungsgesetz BGStG in Begutachtung 03/04 Unterstützung und Beratung für Allgemeine Beratung (wien sozial, Bundessozialamt, Universitäten) Die Stadt Wien und der Fonds Soziales Wien arbeiten Menschen mit derzeit gemeinsam an einer Strukturreform des Gesundheitsund Sozialbereiches. Behinderung Bundessozialamt — Landesstelle Wien toto Wien, Babenbergerstraße S Teh (o&) SBB 38 www. basb. bmsg. gv. at Auskunft und Beratung im Bereich der Integration von Behinderten, Pflegevorsorge, Information über finanzielle Hilfen, Soziale Dienste, Hilfsmittel Behindertenbeauftragte TU Wien Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn Institut "integriert studieren" to4o Wien, Resselgasse 4/ozg Q Teh (o1) SSS ot-4z gSo; Fax: (o1) S88ou44ogg l ~ J ~ E-Mall:mfuhrmannCazvtuwien. ac. at Behindertenbeauftragte Universität Wien Q Kornelia Götzinger lA to&o Wien, Dr. -Karl-Lueger-Ring t, Tel: (ot) 42 77-105 50 E-Mall:kornelia. goetzingerC&univie. ac.at Zentrum für Kompetenzen; Beratungsstelle für behinderte Menschen („peer-counseling") HSo Wien, Johnstraße Sg/z Tel: (o&) gz gi4 gz; E-Maih infoCazfk. at www. zfk. at/index. html Assistenz und Hilfsdienste (Arbeitsassistenz, Orientierungstraining, Fahrtendienste) Arbeitsassistenz/persönliche Assistenz ~ Wiener Assistenzgenossenschaft (WAG); www wag. or. at ~ Dachverband Arbeitsassistenz: www a rbeitsassistenz. or at ~ Arbeitsassistenz: www. arbeitsassistenz. info/index. html 74 Broschüre „Persönliche Assistenz — Ratgeber" zu bestellen bei: bizeps, Kaiserstraße SS/3/4a, A-&oTo Wien, Tel: (o&) 523 89 21 Assistenz für blinde und sehbehinderte Menschen in Wien und Niederösterreich www. assistenz. at Trainings zur Orientierung, Mobilität und lebenspraktischen Fertigkeiten Trainingsangebot des ÖBSV (Österreichischer Blindenund Sehbehindertenverband) Kontakt Orientierung und Mobilität: Marianne Kern Tel. (o&) 98t 89-iz8, o664u43 y 89 E-Mall:kern-rehaC&braille. at Kontakt Lebenspraktische Fertigkeiten: Andrea Wahl Tel: (o&) 981 89-125, 0664-422 64 81 E-mall:wahl-rehaCabraille. at Wiener Linien Führungen für Gruppen sehbehinderter/ blinder Menschen Anmeldung beim Kundentelefon der Wiener Linien: Tel. (ot) T9 o9-&oo (Mo — Fr 6 — zz Uhr, Sa/So/Ftg. 8. 30-16. 30 Uhr) Fahrtendienste — Information und Antragsformular Die Stadt Wien bietet ein Kundlnnenservice für Fahrtendienste an, derzeit ist dieses Service in Umstrukturierung. Allgemeine Information zu Fahrtendiensten www. service4u. at/fahrtendienste Spezielle Hilfsmittel (Stadtpläne, Euroschlüssel, Behindertenparkplatz) ~ Tastbare Stadtpläne für blinde Menschen, dazugehörige bige Skizzen für sehbehinderte Menschen Blindendruckverlag und Bibliothek am Bundes-Blindenerziehungsinstitut tozo Wien, Wittelsbachstraße S Tel: (o1) Tzg og 66-zt8; E-Mall:bdvCabbi. at www. bbi. at/deutsch/verlag. htm (noch nicht flächendeckend für ganz Wien; Ottakring, Neubau, losefstadt bereits vollständig erhältlich) ~ Euroschlüssel für WC-Anlagen far~O l P l l zs Zylinder: DOM Sicherheitstechnik Ges. m. b. H. n4o Wien, Missindorfstraße 19 — 23 Tel: (oi) 789 73 77, Fax: (o&) 789 73 77-73 Schlüssel für behinderte Menschen: Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR) ioto Wien, Stubenring z/t/4 Tel: (ot) 51315 33 Antrag für die Errichtung eines Behinderten parkplatzes an die MA46 Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten nzo Wien, Niederhofstraße 21 — 23 Tel; (oi) 81114-92 700 E-Mall:postC&m46. magwien. gv. at www. magwien. gv. at/verkehr/organisation/behindertenzone. htm (Formular-Download) Pflegegeld ~ wien sozial n6o Wien, Kendlerstraße 4oa Tel:(oi) 53114-85 350, wwwwien. gvat/matSa InteressenAllgemeine Institutionen ~ vertretungen ~ Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation ÖAR Q www. oea r. or. at/ lel ~ behinderter ~ Integration:Österreich Menschen, www. betrifftintegration. at/ioe/ioederverein/index. htm ~ BIZEPS — Behindertenberatungszentrum/Zentrum für Q Vereine lA Selbstbestimmtes Leben io7o Wien, Kaiserstraße 55/3/4a Tel: (01) 523 89 21; E-Mall:office@bizeps. orat www. bizeps. at Blinde/sehbehinderte Menschen ~ Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs www. hilfsgemeinschaft. at/ ~ Osterreichischer Blindenund Sehbehindertenverband www. oebsv. at/index. html www. braille. at/ (Landesgruppe Wien, NÖ, Burgenland) ~ Blickkontakt — Interessengemeinschaft sehender, ze sehbehinderter und blinder Menschen io&o Wien, Stadiongasse 6 Tel: (o&) 4o9 Bz zz; E-Maih blickkontakt@blickkontakt. or. at www. blickkontakt. or. at Berufsbildungsund Forschungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, Erwachsenenbildung (BBFZ) n4o Wien, Hägelingasse 3 Teh (ot) T86 To TB; E-Mail: infoGebbfz. at; www. bbfz. at Bundesblindenerziehungsinstitut tozo Wien, Wittelsbachstraße S Tel: (ot) Tzg og 66; E-Maih bbiGebbkat www. bbi. at Gehörlose Menschen ~ Österreichischer Gehörlosenbund www. oeglb. at ~ Schwerhörigenverband Österreichs wwwvox. at ~ WITAF www witaf. at ~ Bundesinstitut für Gehörlosenbildung (BIG)— Bildungszentrum für hörbeeinträchtigte/gehörlose und hörende Kinder und Jugendliche, mobile Frühförderung n3o Wien, Maygasse 25 Tel: (o&) Bo4 63 64-zo, Fax: (oJ) Bo4 63 64-TT E-Maih diom. bigC&913033. ssr-wien. gv. at ~ Österreichischer Schwerhörigenbund Dachverband www. schwerhoerigen-netz. at Rollstuhlbenutzerlnnen ~ Verband der Ouerschnittgelähmten Österreichs wwwvqo. at/fritz. gardavsky/ ~ Kriegsopferund Behindertenverband für Wien, NÖ, Burgenland www. kobv. at/index. htm ~ Österreichischer Zivilinvalidenverband www. oeziv. at/ Geistig und mehrfach behinderte Menschen ~ Lebenshilfe Österreich www. lebenshilfe. at/ 5peZifiäphe Themen Sportverbände Österreichischer Behindertensportverband &zoo Wien, Brigittenauer Lände 4z, Teh (o~) 332 61 34, Faxe (01) 332 03 97 E-Mall:sekretariatcaoebsvor. at www. oebsv. or. at Special Olympics Österreich www. specialolympics. at Barrierefreies Web — WAI Leitlinien zur Gestaltung von barrierefreien Websites (Informationsbroschüre) : Hrsg. Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Telefonisch zu bestellen unter: oBoo/zo zo 74 WAI-Richtlinien — internationale Arbeitsgemeinschaft des WWW-Consortiums www. w3c. org/WAI/ Bobby-Zertifikat Programm zur Überprüfung einer Website bzgl. der technischen Aspekte der WAI-Richtlinien www. cast. org/bobby www. mehr-wert-fuer-alle. de/ wwwweb-barrierefrei. at/WAl. php www. einfach-fuer-alle. de Gebärdensprache Lehrbuch der Österreichischen Gebärdensprache Österr. Gehörlosenbund: Handbuch „ÖGS Basisgebärden" E-Mall:shopCaoeglb. at Kursangebot „Österreichische Gebärdensprache" WITAF, Tel: (ot) zi4 SB 74 tozo Wien, Kleine Pfarrgasse 33 Beratungsstelle fur Schwerhörige und Spätertaubte / ÖHTB, Teh (ot) 59718 44 to6o Wien, Stumpergasse 43 Kurse an Volkshochschulen in Wien: VHS Rudolfsheim-Fünfhaus, »So Wien, Schwendergasse 4&, Tel: (ot) 893 6o BS VHS Hietzing, n3o Wien, Hofwiesengasse 48, Tel: (ot) Bo4 SS z4 VHS Alsergrund Währing Döbling, rogo Wien, Galileigasse 8, Te h (or) 317 52 43 VHS Favoriten, noo Wien, Arthaberplatz &8, Tel: (oJ) 6o3 4o 3o MUDRAMultimediapaket zur österreichischen Gebärdensprache ~ CD-ROM mit Nachschlage-, Trainingsund Lernprogramm Erhältlich unter: www. mudra. org/default. ssi Allgemeine Links ~ zoo3 — europäisches Jahr der Menschen mit Behinderung wwwgleichanders. at/indercphp ~ umfassende Info-Datenbank: www service4u. at V ll l A t C ~ l s 79 Barrierecheck für den öffentlichen Raum 'lJ Q lJ Q ~ Q ~ tO Cl So Ein Mädchen, das im Rollstuhl sitzt, möchte den Schulweg wie alle anderen iriertklassler auch alleine zurücklegen. Eine Mutter bringtjeden Morgen ihre Tochter zum Spielplatz und hat dabei noch diejüngeren Zwillinge im Kinderwagen mit. Ein Bekannterist blind und möchte seine Arztbesuche selbststä ndig machen. Wo auf dem Weg zur Schule, Wohnung, zum Arzt oder zu anderen öffentlichen Einrichtungen haben diese Personen schwierige Situationen zu bewältigen? Vor welchen Hindernissen oder Barrieren stehen sie? Dieser Fragenkatalog listet die großten Barrieren im öffentlichen Raum auf. Mit diesem Katalog können Sie Wege zu wichtigen Orten, wie Bahnhöfe, Bezirksä mter oder Museen, auf ihre Barrierefreiheit testen. s. Gehsteige ~ Sind die Gehsteige breit genug? Optimalist eine Gehsteigbreite von zwei Metern. Bei dieser Breite können auch Personen mit Einkaufstaschen, Kinderwägen oder Rollstühlen problemlos aneinander vorbeikommen. ~ Sind die Bodenbeläge auf den Gehsteigen glatt? Bei Pflastersteinen sollten die Ritzen möglichst schmal und die Steine möglichst eben sein. ~ Sind die Gehsteige bis in einer Höhe von zaom frei von Barrieren (z. B. Schilder, Verkehrszeichen, Gerüstteile, Wimpel)? Das ist besonders wichtig für blinde und sehbehinderte Menschen. Gibt es Gegenstände, diein diesen Bereich hineinragen, sollten sie auf Bodenniveau durch einen Tastsockel gekennzeichnet sein. Das können Sie ganz einfach testen: Der Abstand von Fingerspitze zu Fingerspitze beträgt ca. ihre Körpergroße. Damit können Sie schätzen, wie breit der Gehsteig ist. Strecken Sie einen Arm nach oben, erreichen Sie damitje nach Körpergroße z-z, 3 m. Haben Sie unter Verkehrsund Straßenschildern, Markisen, Ästen von Bäumen etc. Platz? z. Kreuzungen ~ Haben die Fußgängerlnnen bei Ampeln lange genug grün, sodass Menschen mit Behinderungen bequem die Straße überqueren können? Wird die Straße zu Beginn der Grü nphase betreten, sollten trotz langsamer Gehgeschwindigkeit mindestens zwei Drittel des Weges bei Grün überquert werden können. ~ Sind bei allen größeren Straßenkreuzungen die Gehsteigkanten abgeschrägt? Gehsteigkanten dürfen nicht höher als 3 cm sein — aber auch nicht niedriger, damit blinde Menschen den Rand spüren können. 3. Baustellen ~ Gibt es Baustellen? Wenn ja: Sind diese Baustellen auch für Blinde gut abgesichert? Die üblichen rot-weißen Bänder, die um Baustellen herum gespannt werden, reichen dafür nicht. Die Baustelle sollte mit fest verankerten Latten abgesichert sein: Am besten eine Latte knapp über dem Boden (zwischen S und max. 30 cm Höhe über dem Boden) zum Ertasten mit dem Langstock, die andere in einem Meter Höhe angebracht. ~ Gibt es bei der Baustelle herausragende Gegenstände, an denen sich blinde Menschen beim Vorbeigehen verletzen könnten? 4. Verkehrsmittel ~ Gibt es genügend Behindertenparkplätze? Behindertenparkplätze müssen 3, S m breit sein und sind damit breiter als die üblichen Par k plätze. ~ Gibt es im näheren Einzugsbereich der Schule, der Apotheke und bei Arztpraxen öffentliche Verkehrsmittel? Ist das öffentlich Verkehrsmittel ein Niederflurverkehrsmittel, also mit Rollstuhl und Kinderwagen leicht zu benutzen? Sind die einund aussteigenden Fahrgäste an der Haltestelle vor dem Autoverkehr geschützt? as S. Leitsystem für blinde Menschen ~ Sind die wichtigsten Wege mit einem Leitsystem für blinde Menschen — z. B. mit Rillensteinen oder Bodenmarkierungengekennzeichnet? Besonders wichtig ist das überall dort, wo sich blinde Menschen nicht an Häuserwänden oder Kanten entlangtasten können, z. 8. auf Plätzen. ~ Sind Überquerungen an stark befahrenen Straßen zusätzlich mit einem Signal für blinde Menschen ausgestattet? Diese Signale kommen als Klopfzeichen aus kleinen Kästchen, die bei Ampeln angebracht sind. Auf den Kästchen ist für blinde Menschen auch die Kreuzung so abgebildet, dass sie sie mit den Fingern fühlen können. ~ Sind Glasflächen von Glasfronten oder Wartehäuschen von Haltestellen gekennzeichnet? Glasflä ehen sind für seh behinderte Menschen schwer zu erkennen und sollten deshalb gekennzeichnet werden. Am besten sind zwei Streifen in r m und 1, 4 m Höhe. 6. Öffentliche Gebäude ~ Sind die Eingänge zu Gebäuden stufenlos erreichbar? Gibt es einen Lift oder eine Rampe? Liftkabinen sollten mindestens no cm breit und 740 cm tief sein. Rampen sollten auf keinen Fall steiler als ro r' sein; am besten ist eine Steigung von 6%. Sind Eingangstür und Türen leicht zuöffne? Sind die Türen mindestens So cm breit? ~ Sind die Türschwellen nicht höher als S cm? ~ Sind Klingeln tief genug angebracht? Sie sollten für Kinder und Rollstuhlfahrerlnnen erreichbar sein. Die Greifhö he für Kinder liegt zwischen SS und 120 cm und kommt auch Rollstuhlfahrerlnnen entgegen. An der Ausstellung beteiligte Abteilungen stadt entwi cklung Der MA LS Stadtentwi cklung und Stadtplanung — obliegt die generelle Planungin den Fochdisziplinen Raumplanung. Im Bereich der Accessibility gehören dazu Bewusstseinsbilung und Öffentlichkeitsarbeit bei Entscheidungsträgerlnnen und Bevölkerung, z. B. uber Folder, Schrißenreihen, Ausstellungen und Vorträge. Darüber hinaus imtiiert die MA iB aktiv Pilotproj ekte und nimmt an Netzwerken teil, die sich mit dem öffentlichen Raum ols Lebensraum für alle auseinander setzen (Masterplan Verkehr 2003, Netzwerk der osterreichischen Beratungssteüen für barrierefreies Planen und Bauen). stadtgesta)tung Die MA ig — Architektur und Stadtgestaltung — erstellt Gestaltungskonze pte und Gestalt ungsentwü rfe fü r Planungen, die einen gesamten Stadtteil, untersclnedliche öffentliche Räume in der Stadt oder ein Objekt betreffen konnen. In ihrem Ressort liegen auch Beratung und Begutachtung bei Baugenehmigungsverfahren und Wettbewerben. Die MA ig hat bei allenihren Aufgaben die barrierefreie Nutzung aller städtischen Räume im Blick. /rg) otodtbau Leitstelle Alltagsund Frauengerechtes Planen und Sauen: Ein Arbeitsschwerpunkt der Leitstelle ist die systematische Betrachtung der Verkehrsart„zu Fuß gehen". Ziel ist es, allen Fußgängerlnnen ei n Netz an durchgä ngigen, komfortablen fußlä ufigen Verbi ndungen in der Stadt anzubieten und bauliche Borneren abzubauen. Dabei geht es etwa um die Optimierung von Straßenquerungen, um ousreichende Gehsteigbreiten oder um die Irermeidung von erzwungenen Umwegen. Dies wurde und wird in Projekten bearbeiteti „Rieb tli nie n fü r die Nachrüstung von Stiegenanlagen mit pen" Ki nderwagenrom (gerne msam mit MA zg)„ G , ender-MainstreamingBezirksanalysekarten" (unterstutzt von MA s4) und vor allem „GenderM ainstreami ng-Pi lotbezirk Mariahilf '. Die MA 46 ist fur die Verkehrsangelegenheiten in Wien zustöndig. Das sind alle Amvenohnorvvalwaw pein, Bodenmor kierungen, Verkehrszeichen, Absicherungen von Baustellen und vieles mehr. Die MA 46 plant die Verkehrstechnik neuer Straßen, Radwege, Park ordnungen etc. Letzlich dienen alle Tätigkeiten der MA 46 auch der Erhöhung der Verkehrssicherheit. Wichtiges Thema dabei ist die Berücksichti gung der Interessen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen. PID er 1r eav ar zlr zoo Die MA 53 — Presseund l%rmationsdienst —hatin Zusammenarbeit mit der MA i4, zuständig fü r automationsunterstü tzte Datenverarbeitung, Informationsund Kommunikationstechnologie„, wien. ot" und„Wien Intern" entwickelt. wien. atist die Informationsn Serviceund Kommunikationsplattform für die Wienerlnnen, die einen bequemen Zugang zu den Dienstleistungen und Serviceangeboten der Stadt Wien ermöglicht. Wien Internist das Informationssystem fur den internen Dienstgebrauch. Derzeit werden die Internetangebote „step by step" noch den Richtlinien für barri erefreies Webdesign (WAI — Weh Accessi bili ty Initiative) umgestoltet. str~lien wnlltanealnn h z Die MA z8 — Straßenverwaltung und Straßen bo u — ist fur di e Verwaltung, die Planung, den Bau und die Erhaltung deröffentlichen Verkehrsflächen in Wien sowie die Koordinierung von Maßnahmen im Straßenraum zustä ndig. Um allen Menschen eine barrierefreie Nutzung dei Stadt zu ermöglichen, werdeninsbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit Schund Gehbehinderungen durch spezifische bauliche Moßnahmen berucksichtigt. Dazu zählen Gehsteigabsenkungen an den Fußgä ngerü bergä ngen, Rampenanlagen und taktile Leitsysteme fur sehbehinderte Verkehrstei lnehmerlnnen. Die Magistrats abtei lu ng 33 ist fü r die Planung, den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb der öffentlichen Beleuchtung, der öffentlichen Uhren und der Anstrahlungen in Wien verantwortlich. Durch eine optimale offentliche Beleuchtung solI dos Si cherheitsgefühl fü r alle Menschen im öffentlichen Raum verstärkt und das fruhzeitige Erkennen von Hindernissen, auch für Menschen mit Behinderungen, ermöglicht werden. Die MA zg — Brückenbau und Grundtg BRUCKENBAU bau — ist fü r die Prüfung, Verwaltung und Erholtung von Brücken und Sonderbauwerken zuständig. Sie betreut Brucken, Stege, Stroßentunnel, Stiegenanlagen, Kinderwagenrampen, Wegunterfü hrungen, Personendurchgönge und Stutzmauern. Durch diese Bauwerke ist es fü r die Benutzerinnen möglich, kleine wie große Distanzen zuüberbrücken. Die Abteilung hilß Menschen bei der täglichen Überwindung von Hindernissen — vom kleinen Waldbach bis zur Donauquerung. Die Wiener Linien bemühen sich, Rahmenbedingungen fü r Menschen mit Behinderungen zu schaffen, die deren Wunsch nach uneingeschränkter Mobilität möglichst nahe kommen. Maßnahmen, die ein barrierefreies„Unterwegssein"in der Stadt möglich machen, sind unter anderem der Einbau von Lijtanlagen mit tastbaren Bedienungselementen und Blindenlei tsysteme fü r blinde Fahrgäste, die Führung von Niederßurbussen und -straßenbahnen mit einer Rampe für Rollstuhlfahrerlnnen, lesbare Fahrgasti nformationen fü r gehö rlose Menschen und die Schulung der Mi tarbeiterlnnen. Die gesetzten Maßnahmen kommen natü räch allen Fahrgästen zugute. gp gp~ ~ Die Beiträge dieser CD sind der Ausstellung „Barriere frei! Stadt ohne Hindernisse?" entnommen. Zuerst hören Sie drei Features, die speziell für die Ausstellung von drei Schulklassen produziert wurden. Besucherlnnen der Ausstellung konnten sich diese Beiträge anhören. Danach folgen acht persönliche Statements, die in der Ausstellung auf Tafeln zu lesen waren. Diese Hörtexte beschreiben unterschiedliche Barrieren und wurden nachträglich vertont. Mit dieser CD laden wir Sie ein, sich auf die Tonspuren der Ausstellung zu begeben. 84