München (Bogenhausen).
Möhlstr. 37.
14.II.1928.
Hochverehrte Gnädige Frau!
Mit bestem Dank für Ihre Rücksendung der Briefe
beantworte ich Ihren Brief vom 11. d. M. Es war ein Miß-
verständniß von mir, wenn ich aus Ihrem vorausgehenden
Brief den Schluß zog, ich sollte Ihnen bei Herausgabe eines
Briefwechsels Ihres Mannes seine in meinem Besitz befindlichen
Briefe zur Verfügung stellen. Sie wünschen also meine dazu
gehörigen Briefe zu haben. Prinzipiell wüßte ich nichts
einzuwenden. Aber ich weiß mich schlechterdings nicht mehr
zu erinnern, was ich vor 50 und mehr Jahren geschrieben
habe, und muß für wahrscheinlich halten, daß allerhand
unreifes Zeug dabei ist. Würde man es jetzt bekannt
machen, so würden sich die literarischen Fliegen darauf
setzen, und das möchte ich doch nicht. Bitte also mich die=
jenigen Stücke, auf die es Ihnen ankommt, sehen zu
lassen Meine Entscheidung werde ich Ihnen dann ohne
Verzug mitteilen.
Möhlstr. 37.
14.II.1928.
Hochverehrte Gnädige Frau!
Mit bestem Dank für Ihre Rücksendung der Briefe
beantworte ich Ihren Brief vom 11. d. M. Es war ein Miß-
verständniß von mir, wenn ich aus Ihrem vorausgehenden
Brief den Schluß zog, ich sollte Ihnen bei Herausgabe eines
Briefwechsels Ihres Mannes seine in meinem Besitz befindlichen
Briefe zur Verfügung stellen. Sie wünschen also meine dazu
gehörigen Briefe zu haben. Prinzipiell wüßte ich nichts
einzuwenden. Aber ich weiß mich schlechterdings nicht mehr
zu erinnern, was ich vor 50 und mehr Jahren geschrieben
habe, und muß für wahrscheinlich halten, daß allerhand
unreifes Zeug dabei ist. Würde man es jetzt bekannt
machen, so würden sich die literarischen Fliegen darauf
setzen, und das möchte ich doch nicht. Bitte also mich die=
jenigen Stücke, auf die es Ihnen ankommt, sehen zu
lassen Meine Entscheidung werde ich Ihnen dann ohne
Verzug mitteilen.