Antropp, Theodor: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Wien, 1.11.1914
häuft worden bin, übertrieben sind und in keinem
Verhältnis zu dem Anlaß und zu meinen Ver-
diensten stehen, und dennoch empfinde ich sie
als eine Befriedigung, weil ich sie nicht ge-
sucht und nicht erstrebt habe und weil ich aus
ihnen wenigstens die eine Ueberzeugung
schöpfen darf, daß ich nicht ganz umsonst ge-
wirkt und mir in meinem kleinen Wirkungs-
kreis mit ehrlichen Mitteln einen Freundeskreis
geschaffen habe, der viel größer ist, als ich mir es
jemals erträumen lassen konnte. Dies alles aber
hätte ich nie und nimmer erfahren ohne die selbst-
lose Opfertat Deiner Freundschaft. Also Dank,
tausend und aber tausend Dank!
Ueber morgen Dienstag bin ich im Wein-
gartl. Hoffentlich kommen wir früh genug fort,
um den Rest des Abends im Deutschen Haus bei
einem guten Tropfen im trauten Freundes-
kreis gemütlich verbringen zu können. Und um
eine letzte Hilfe möchte ich Dich in diesen schweren
Tagen noch gebeten haben. Ich wäre Dir sehr ver-
bunden, wenn Du mir die Adressen Jener mit-
bringen könntest, die sich an dem Widmungsalbum
beteiligt haben. Mit den herzlichsten Grüßen innig-
ster Freundschaft Dein in Dankbarkeit und Treue
ergebener Th Antropp