mit der Kunststelle irgendwelche Beziehungen aufrecht zu erhalten,
doch eigentlich die Arbeiterschaft, die sicherlich an allen Fehlern
und Unterlassungen der Kunststelle unschuldig ist, in Mitleiden -
schaft zieht. Bisher habe ich mich bemüht, überhaupt alle Ansuchen
um eine Vorlesung von Karl Kraus, die ja immer einliefen, so zu be-
handeln, dass Ihnen möglichst wenig Opfer an Zeit und Arbeit daraus
erwachsen. Ich fühle mich nicht mehr berechtigt, das zu tun, werde,
vorausgesetzt dass Sie damit einverstanden sind, jederOrganisation
die sich an uns wendet, mitteilen, dass sie ihre Bitte direkt bei
Ihnen vorbringen möge.
Schliesslich will ich noch hinzufügen, dass ich zu
meiner peinlichen Ueberraschung von Herrn Austerlitz erfahren habe,
welche Deutung die von mir in der bekannten Notiz gewählte Einlei-
tungsfloskel : „ Ein Theaterfachmann schreibt uns ” bei Ihnen gefun-
den hat. Ich habe diese Einleitung aus gar keinem anderen Grunde ge-
wählt, als um den Ursprung der Nachricht zu verdecken. Das mag sehr
ungeschickt gewesen sein, aber mir irgendwelche Nebenabsichten oder
gar Feigheit deswegen zu imputieren, scheint mir auch nur bei eini-
ger Kenntnis meiner Person ungerecht. Vielleicht ist es auch für
mich ein wenig beleidigend, dass Sie mich anscheinend so gar nicht
kennen und dass die von mir höchst ungewollte Tatsache, dass mir in
den letzten Wochen eine persönliche Aussprache einfach nicht möglich
war, genügt, um meinen Charakter zu verändern.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr ergebener
DBach
doch eigentlich die Arbeiterschaft, die sicherlich an allen Fehlern
und Unterlassungen der Kunststelle unschuldig ist, in Mitleiden -
schaft zieht. Bisher habe ich mich bemüht, überhaupt alle Ansuchen
um eine Vorlesung von Karl Kraus, die ja immer einliefen, so zu be-
handeln, dass Ihnen möglichst wenig Opfer an Zeit und Arbeit daraus
erwachsen. Ich fühle mich nicht mehr berechtigt, das zu tun, werde,
vorausgesetzt dass Sie damit einverstanden sind, jederOrganisation
die sich an uns wendet, mitteilen, dass sie ihre Bitte direkt bei
Ihnen vorbringen möge.
Schliesslich will ich noch hinzufügen, dass ich zu
meiner peinlichen Ueberraschung von Herrn Austerlitz erfahren habe,
welche Deutung die von mir in der bekannten Notiz gewählte Einlei-
tungsfloskel : „ Ein Theaterfachmann schreibt uns ” bei Ihnen gefun-
den hat. Ich habe diese Einleitung aus gar keinem anderen Grunde ge-
wählt, als um den Ursprung der Nachricht zu verdecken. Das mag sehr
ungeschickt gewesen sein, aber mir irgendwelche Nebenabsichten oder
gar Feigheit deswegen zu imputieren, scheint mir auch nur bei eini-
ger Kenntnis meiner Person ungerecht. Vielleicht ist es auch für
mich ein wenig beleidigend, dass Sie mich anscheinend so gar nicht
kennen und dass die von mir höchst ungewollte Tatsache, dass mir in
den letzten Wochen eine persönliche Aussprache einfach nicht möglich
war, genügt, um meinen Charakter zu verändern.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr ergebener
DBach