Bauer, Leopold: Brief an Adalbert Franz Seligmann. o.O., 16.2.1923
einen schönen Geldwert repräsentieren.
Dagegen muss in der Öffentlichkeit rechtzeitig
Sturm geblasen werden, denn die Öffent-
lichkeit hat ein Recht darauf, dass diese
Dinge in Wien erhalten bleiben. Der Kassen-
saal einer Bank ist nahezu dem allge-
meinen öffentlichen Verkehr zugängig.
Hunderte von Leuten sind dort beschäftigt
und haben dort kürzere u. längere Zeit
zu warten. Ruskin erwähnt einmal
mit Recht, dass man Kunstwerke haupt-
sächlich dort aufstellen solle, wo Leute
zu warten haben, weil sie dabei Muße
finden, das Kunstwerk zu betrachten. Mit
Absicht wurden ja in früheren Zeiten z.B.
die Brunnen so köstlich ausgestaltet, weil
die Wartenden hiebei das Kunstwerk genie-
ßen konnten. Ich habe nun in dem Kassen-
saal die Vesta aufgestellt; wie ich glaube,
beherrscht sie dort die Architektur in wun-
derbarer Weise und gibt dem Saal einen
point de vue. - Eine ausgezeichnete
Marmorfigur, die Badende, steht im
Vorzimmer der Direktoren noch an dem-