SCHÖNERE ZUKUNFT
(ZUGLEICH AUSGABE VON „DAS NEUE REICH”)
WOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND POLITIK,
VOLKSWIRTSCHAFT UND SOZIALE FRAGE
HERAUSGEBER UND HAUPTSCHRIFTLEITER:
DR. JOSEPH EBERLE
EIGENTUM u. VERLAG: VERLAGSGESELLSCHAFT „SCHÖNERE
ZUKUNFT” (DR. JOSEPH EBERLE UND VERLAGSANSTALT
TYROLIA A.G.), WIEN-INNSBRUCK-MÜNCHEN-REGENSBURG
WIEN, XIX., NUSSWALDGASSE 14 (ÖSTERREICH)
TELEPHON B 12-2-30
ZEICHEN: Dr. E/M.
Wien, am 7. Februar 1934
Hochgeboren
Frau Maia v. Kralik
Wien XIX.
Weimarerplatz 3
Sehr geehrte gnädige Frau!
Die Nachricht vom Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls erschütterte
mich tief. Wenn auch in den letzten Jahren leichte Mißverständnisse
zwischen Ihrem Herrn Gemahl und mir standen, ich hörte nicht auf, ein
warmer Bewunderer und Verehrer des großen Meisters zu sein und ich
fühle mich zu ewiger Dankbarkeit ihm gegenüber verpflichtet. Seit ge-
stern bin ich unaufhörlich, Tag und Nacht, geistig mit dem teuren To-
ten beschäftigt und ich habe einen Essay über ihn für die "Schönere
Zukunft" fertiggestellt. Er soll ein Dankesgruß auf das Grab des Toten
sein, zugleich eine Treue-Versicherung.
Ich kann Ihre Trauer am Grabe Ihres Gemahls und Lebenskameraden
voll und ganz ermessen, aber ich meine doch, zur Trauer müßte sich in
diesem Fall auch etwas wie Jubel gesellen, denn welcher Trost muß es
sein, am Grabe eines solchen Helden, eines solchen Siegers zu stehen!
Am Grabe auch eines Heiligen, der vom Himmel her seine aufrichtenden
und helfenden Kräfte verdoppeln kann.
Mit der Versicherung steter wärmster Dankbarkeit und Verehrung
Euer Hochgeboren
ergebenster
JosephEberle
(ZUGLEICH AUSGABE VON „DAS NEUE REICH”)
WOCHENSCHRIFT FÜR KULTUR UND POLITIK,
VOLKSWIRTSCHAFT UND SOZIALE FRAGE
HERAUSGEBER UND HAUPTSCHRIFTLEITER:
DR. JOSEPH EBERLE
EIGENTUM u. VERLAG: VERLAGSGESELLSCHAFT „SCHÖNERE
ZUKUNFT” (DR. JOSEPH EBERLE UND VERLAGSANSTALT
TYROLIA A.G.), WIEN-INNSBRUCK-MÜNCHEN-REGENSBURG
WIEN, XIX., NUSSWALDGASSE 14 (ÖSTERREICH)
TELEPHON B 12-2-30
ZEICHEN: Dr. E/M.
Wien, am 7. Februar 1934
Hochgeboren
Frau Maia v. Kralik
Wien XIX.
Weimarerplatz 3
Sehr geehrte gnädige Frau!
Die Nachricht vom Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls erschütterte
mich tief. Wenn auch in den letzten Jahren leichte Mißverständnisse
zwischen Ihrem Herrn Gemahl und mir standen, ich hörte nicht auf, ein
warmer Bewunderer und Verehrer des großen Meisters zu sein und ich
fühle mich zu ewiger Dankbarkeit ihm gegenüber verpflichtet. Seit ge-
stern bin ich unaufhörlich, Tag und Nacht, geistig mit dem teuren To-
ten beschäftigt und ich habe einen Essay über ihn für die "Schönere
Zukunft" fertiggestellt. Er soll ein Dankesgruß auf das Grab des Toten
sein, zugleich eine Treue-Versicherung.
Ich kann Ihre Trauer am Grabe Ihres Gemahls und Lebenskameraden
voll und ganz ermessen, aber ich meine doch, zur Trauer müßte sich in
diesem Fall auch etwas wie Jubel gesellen, denn welcher Trost muß es
sein, am Grabe eines solchen Helden, eines solchen Siegers zu stehen!
Am Grabe auch eines Heiligen, der vom Himmel her seine aufrichtenden
und helfenden Kräfte verdoppeln kann.
Mit der Versicherung steter wärmster Dankbarkeit und Verehrung
Euer Hochgeboren
ergebenster
JosephEberle