Einberger, Maria: Brief an Arthur Rössler. Telfs, 15.2.1934
Zeilen Nachricht wie es Ihnen Beiden geht. Sie
waren ja in Ihrem Bezirk nahe an der Kampfzone.
Andreas begann schon gestern ein Schreiben an Sie blieb
ab dann stecken da er halbkrank am 13. von Innsbruck
(mit unserer H. W. Compagnie welche abgelöst wurde)
zurück kam. Heute liegt er knietief im Bett, fühlt sich
aber schon wieder besser, er war nur ganz verkühlt u. teil=
weise überanstrengt - die ersten Tage gab es stürmische
Führer Versammlungen - Sie lasen ja in den Blättern von "unseren
Forderungen (Landesrat Gebhart der allerdings schon krank war
musste ja dran glauben) Es will alles erkämpft sein u. wir
Tiroler geben nicht nach. Durch das Aufgebot der H. W. u. die Besetzung
Innsbrucks durch die "Grünen" am 21./1. wurde Innsbruck von rotem
Aufstand u. Terror verschont; ausser dem kleinen Gefecht in Wörgl wars
im ganzen Land ruhig; weder Braun noch Rot wagte sich hervor; bei
uns ist es still wie auf einer Alm. Aber es wird dabei nicht etwa geschlafen.
Hoffen wir doch auf bessere Tage. Grüsse Sie beide - auch namens Ander
vielmals herzlich Ihre Maria E.