Einberger, Maria: Billett an Arthur Rössler. Telfs, 16.6.1933
Wie Sie sehen leben wir noch - sind noch nicht
erschossen erschlagen u. von den Nazis verspeist, u.
wir hoffen immerhin uns auf dem eigenen Boden zu
halten u. zu verteidigen. Wir leben fast wie im Krieg
- täglich gibt es Zusammenstösse - es ist Hochspannung.
Andreas ist durch d. H. W. sehr in den Kampf hinein=
gezogen - eine künstlerische Arbeit ist dermalen
ganz unmöglich; das ist das Schlimmste. (Er bringt nicht
einmal die Stimmung zum Briefeschreiben auf) Aber
jetzt muss ausgehalten u. ausgestritten werden - dann
wird wohl Ruhe werden. Sobald ich Zeit habe schreibe ich
mehr. Wir haben Inventur u. viel Arbeit bei schlechtem
Geschäft. Leben Sie wohl - ich grüss
Sie Beide herzlich. Ihre Maria