Eulenberg, Herbert: Brief an Felix Braun. Kaiserswerth, 19.8.1919
Kaiserswerth am Rhein
Haus Freiheit
den 19. 8. 1 19.
Lieber Doktor Felix Braun!
Warum sollte ich Ihnen böse sein? Sie sind doch unschuldig an
der Idiotie und der Scheinheiligkeit der compakten Masse! Ich bin
fest überzeugt,wenn Sie Gott Vater wären,Sie würden andere Redak-
teure gemacht haben. Also nichts für ungut und auf baldiges weiteres
Begegnen bin ich mit den besten Grüssen und den schönsten Wünschen
für Sie und Ihre Zukunft allzeit,
Ihr treuer Herbert Eulenberg.
P.S. Beiliegend sende ich Ihnen auch zum Zeichen meiner reinen
Stimmung Ihnen gegenüber die versprochene Komödie in Reklams Büh-
nenabzug. Sprechen Sie aber bitte noch nicht davon, da das Werk erst
im November öffentlich herauskommen wird. Bis dahin Silentium
strictissimum!!!