Bindtner, Josef: Brief an Gustav Gugitz. Wien, 10.7.1918
"Stefanie-Omelette" Platz machen müssen,
die weiter nichts ist als eine Eierspeise
mit - Powidl - brr! Aber dafür 5 Kr.
kostet. Gestern habe ich an Müller ein
Ultimatum gestellt. Im Abend vom 6. d. M.
wurde Müller als einer der größten Preis-
treiber auf dem Büchermarkt angenagelt.
Es wird von einem Einschreiten der Berliner
Behörden gegen den Buchwucher berichtet. -
Wie ich höre, ist nun der Eipeldauer aus-
gekrochen, Herr Zudek, Chef der Firma Hölzl,
den ich bei Wimmer antraf, hat es mir
gesagt. Ich vermute, daß man Ihnen die
Pflichtexemplare noch nicht hat zugestellt.
Also caveat consul!
In Wien singen die Kinder auf der
Gasse: "La la la - die Hungersnot ist da!"
Weit ist es gekommen. Brot bekommen wir
Ende des Monats - wer's glaubt! - Im
Süden u. Südosten Erfolg auf Erfolg - der
Andern! - Also laß' sich der Vetter aus
Aspang wieder einmal vernehmen u. schreibe
er seinem getreulichen Gevatter
Bindtner