Feldp. 411, Feldspital 212, 23/11. 17.
Sehr verehrter Herr Gugitz!
Ihren langen , liebenswürdigen Brief v. I. hätte ich wohl gleich dankend beantwortet, aber
ich teilte Ihnen per Fp.Karte mit, daß ich (seit über 1 Monat nun) i. Spital läge u. operiert würde.
Nun ist die Sache so weit gut u. die Rekonvaleszenz schreitet rasch vorwärts, aber was ich in den letzten
8 Wochen an Schmerzen etz. ausgestanden, wünsche ich niemandem. Es grassierte nämlich bei uns u. d.
Deutschen eine ganze merkwürdige Sorte Gelbsucht. Sie führte die sonderbarsten Komplikatonen mit sich,
der eine bekam Hodenentzündung, der andere Blinddarmentzdg., der dritte eine schreckliche Ruhr u. s. w.
Ich bekam 1) u. 2) u. aus 2) einen Darmabzeß b. Pförtner, der operiert werden mußte. Aber wie lange
brauchten d. Ärzte, bis sie darauf kamen u. welche Schmerzen hatte ich nach jeder Stuhlentleerung (bis zu 8 Stunden)!
Gottseidank ist seit d. Operation, die in Aethernarkose vor sich ging, alles behoben u. ich muß nur noch
meine wahnsinnige Schwäche durch gutes Essen etz. kurieren. So bald ich dem rauhen Klima u. den
lukullischen Einschränkungen d. Hinterlandes mich gewachsen fühle, geht es auf Urlaub.
Was Sie über das Kriegselend sagen, ist wohl wahr u. auch nach endlichem Friedensschlusse
wird es lange Zeit nicht besser, eher noch schlechter werden. Ich glaube kaum, daß man in Italien
noch viel weiter gehen wird, die Frontverkürzung ist erreicht und nun werden die ersparten
Kräfte an der Westfront, wahrsch. Flandern, angesetzt werden, denn dort liegt ja doch die
letzte Entscheidung.
Sehr verehrter Herr Gugitz!
Ihren langen , liebenswürdigen Brief v. I. hätte ich wohl gleich dankend beantwortet, aber
ich teilte Ihnen per Fp.Karte mit, daß ich (seit über 1 Monat nun) i. Spital läge u. operiert würde.
Nun ist die Sache so weit gut u. die Rekonvaleszenz schreitet rasch vorwärts, aber was ich in den letzten
8 Wochen an Schmerzen etz. ausgestanden, wünsche ich niemandem. Es grassierte nämlich bei uns u. d.
Deutschen eine ganze merkwürdige Sorte Gelbsucht. Sie führte die sonderbarsten Komplikatonen mit sich,
der eine bekam Hodenentzündung, der andere Blinddarmentzdg., der dritte eine schreckliche Ruhr u. s. w.
Ich bekam 1) u. 2) u. aus 2) einen Darmabzeß b. Pförtner, der operiert werden mußte. Aber wie lange
brauchten d. Ärzte, bis sie darauf kamen u. welche Schmerzen hatte ich nach jeder Stuhlentleerung (bis zu 8 Stunden)!
Gottseidank ist seit d. Operation, die in Aethernarkose vor sich ging, alles behoben u. ich muß nur noch
meine wahnsinnige Schwäche durch gutes Essen etz. kurieren. So bald ich dem rauhen Klima u. den
lukullischen Einschränkungen d. Hinterlandes mich gewachsen fühle, geht es auf Urlaub.
Was Sie über das Kriegselend sagen, ist wohl wahr u. auch nach endlichem Friedensschlusse
wird es lange Zeit nicht besser, eher noch schlechter werden. Ich glaube kaum, daß man in Italien
noch viel weiter gehen wird, die Frontverkürzung ist erreicht und nun werden die ersparten
Kräfte an der Westfront, wahrsch. Flandern, angesetzt werden, denn dort liegt ja doch die
letzte Entscheidung.