Ich bin so überrascht und kann es nicht
glauben, dass das grosse Kind auch eine K
Kur gebrauchen muss. Bis zur Trennung h
habe ich keine Krankheit am Kinde be=
merkt und bin darüber untröstlich. Se
sehen wir niemals richtig wen das Herz
unsere Augen begleitet. Das sich Krebse h
häuten~ sogar Schlangen ist mir ein=
mal erzählt worden~ aber Menschen
davon wusste ich noch nichts. So wird das
Kind jünger und grösser werden ich im=
mer älter und brummiger. Gebe Gott dass
irgendwie ein Ausgleich stattfindet ~ gebe
Gott dass das grosse Kind siegreich das fer=
ne Leben bezwingt. Ich selbst will dem Le
ben bald :Lebe wohl: sagen meinen K
Kopf von einen grossen Stein zerdrücken
lassen. Es will nicht besser werden zu Allem
Überfluss habe ich einen hungrigen Wurm
in den Kopf bekommen der nicht ruhig
werden will. Die Sonne ist wieder ganz ver=
steckt und die feuchten Nebel legen sich
um mich als müssten sie mich ganz durch
weichen. Jeden Abend hoffe ich und der M
Morgen lasst mich verzweifeln. Der Tag ver
geht im düsteren Grübeln. Das Kind muss
die Villa in Dornbach hüten und soll nicht
nach dem Prater fahren. Ich will die N
Neuigkeiten noch nicht, sie könnten mich
noch mehr beunruhigen. Hoffentlich w
wacht über das grosse Kind die sorgsam=
me Schwester die wohl nicht schon ganz
von der Sonne verbrannt ist. Meiner Vor
stellung wird der Garten in Dornbach le=
bendig und ich sehe die zwei grossen Kin=
der ~ die so verbrennen und sich häuten.
Das goldene Antlitz strahlt vor Glück und
sieht nichts~~~ es fühlt nur sich selbst.
Winkelsdorf 27. August 1918
Landhaus Primavesi
glauben, dass das grosse Kind auch eine K
Kur gebrauchen muss. Bis zur Trennung h
habe ich keine Krankheit am Kinde be=
merkt und bin darüber untröstlich. Se
sehen wir niemals richtig wen das Herz
unsere Augen begleitet. Das sich Krebse h
häuten
mal erzählt worden
davon wusste ich noch nichts. So wird das
Kind jünger und grösser werden
mer älter und brummiger. Gebe Gott dass
irgendwie ein Ausgleich stattfindet ~ gebe
Gott dass das grosse Kind siegreich das fer=
ne Leben bezwingt. Ich selbst will dem Le
ben bald :Lebe wohl: sagen
Kopf von einen grossen Stein zerdrücken
lassen. Es will nicht besser werden zu Allem
Überfluss habe ich einen hungrigen Wurm
in den Kopf bekommen der nicht ruhig
werden will. Die Sonne ist wieder ganz ver=
steckt und die feuchten Nebel legen sich
um mich als müssten sie mich ganz durch
weichen. Jeden Abend hoffe ich und der M
Morgen lasst mich verzweifeln. Der Tag ver
geht im düsteren Grübeln. Das Kind muss
die Villa in Dornbach hüten und soll nicht
nach dem Prater fahren. Ich will die N
Neuigkeiten noch nicht, sie könnten mich
noch mehr beunruhigen. Hoffentlich w
wacht über das grosse Kind die sorgsam=
me Schwester die wohl nicht schon ganz
von der Sonne verbrannt ist. Meiner Vor
stellung wird der Garten in Dornbach le=
bendig und ich sehe die zwei grossen Kin=
der ~ die so verbrennen und sich häuten.
Das goldene Antlitz strahlt vor Glück und
sieht nichts
Winkelsdorf 27. August 1918
Landhaus Primavesi