Obergrainau, Oberbayern, 12.10.1925
Ab 16.d.M. München, Liebigstrasse 6
Sehr verehrter Herr Doktor!
Ihr im Bayreuther Festspielführer erschienener Artikel über mei-
nen Vater berührte mich wie ein freundlicher Gruss aus meiner Jugend-
zeit, und Ihre warmen Worte bewiesen mir zu meiner aufrichtigsten Freu-
de, wie lebendig das Bild meines Vaters vor Ihrer Seele steht. Dies zu
erfahren ist umso wohltuender, als die Entwicklung der Zeit leider einen
ganz anderen Weg eingeschlagen hat, als der meinem Vater in seinem fel-
senfesten Glauben an einen stolzen Aufstieg deutscher Kunst vorgeschwebt
hatte. Wiederum sind wir bei den seelenlosen Anschauungen eines Hanslick
angelangt, der mit Bewunderung genannt wird, indes der Name meines Va-
ters fast schon vergessen ist. Wir aber, Vertreter einer älteren Zeit,
lassen uns den Glauben daran nicht nehmen, dass unsere geistige Heimat
dem Grossen und Echten in der Kunst näher lag, als das armselige Zerr-
bild des sogenannten modernen Fortschritts. Im Geiste jener Zeit drük-
ke ich Ihnen, verehrter Herr Doktor, herzlich und dankbar die Hand.
Mit grossem Interesse las ich , dass Sie im Besitze einer so
stattlichen Zahl von Briefen meines Vaters sind. Sollte Ihnen hiedurch
keine Ungelegenheit bereitet werden, so würde ich Ihnen ausserordentlich
dankbar sein, wenn Sie mir gelegentlich diejenigen Briefe, die Sie für eine
Weitergabe und ev. Veröffentlichung geeignet halten, zur Herstellung
einer Abschrift überlassen würden. Ich bin überzeugt, dass mein Vater
bei seiner lebhaften Anteilname an dem Werdegange Ihres Künstlertums
in seinen Briefen an Sie Manches geschrieben hat, dass auch von allge-
meiner Bedeutung ist.
Ab 16.d.M. München, Liebigstrasse 6
Sehr verehrter Herr Doktor!
Ihr im Bayreuther Festspielführer erschienener Artikel über mei-
nen Vater berührte mich wie ein freundlicher Gruss aus meiner Jugend-
zeit, und Ihre warmen Worte bewiesen mir zu meiner aufrichtigsten Freu-
de, wie lebendig das Bild meines Vaters vor Ihrer Seele steht. Dies zu
erfahren ist umso wohltuender, als die Entwicklung der Zeit leider einen
ganz anderen Weg eingeschlagen hat, als der meinem Vater in seinem fel-
senfesten Glauben an einen stolzen Aufstieg deutscher Kunst vorgeschwebt
hatte. Wiederum sind wir bei den seelenlosen Anschauungen eines Hanslick
angelangt, der mit Bewunderung genannt wird, indes der Name meines Va-
ters fast schon vergessen ist. Wir aber, Vertreter einer älteren Zeit,
lassen uns den Glauben daran nicht nehmen, dass unsere geistige Heimat
dem Grossen und Echten in der Kunst näher lag, als das armselige Zerr-
bild des sogenannten modernen Fortschritts. Im Geiste jener Zeit drük-
ke ich Ihnen, verehrter Herr Doktor, herzlich und dankbar die Hand.
Mit grossem Interesse las ich , dass Sie im Besitze einer so
stattlichen Zahl von Briefen meines Vaters sind. Sollte Ihnen hiedurch
keine Ungelegenheit bereitet werden, so würde ich Ihnen ausserordentlich
dankbar sein, wenn Sie mir gelegentlich diejenigen Briefe, die Sie für eine
Weitergabe und ev. Veröffentlichung geeignet halten, zur Herstellung
einer Abschrift überlassen würden. Ich bin überzeugt, dass mein Vater
bei seiner lebhaften Anteilname an dem Werdegange Ihres Künstlertums
in seinen Briefen an Sie Manches geschrieben hat, dass auch von allge-
meiner Bedeutung ist.