Hirsch, Johanna: Billett an Marie von Ebner-Eschenbach. Hamburg, 8.9.1914
Denn ich denke mir, daß Sie gewiß viele
Freunde und Verwandte unter
den Waffen haben und so groß die Siege sind,
ist es doch furchtbar, zu denken, wie viele
junge blühende Menschenleben geopfert wer=
den! Ich kann nur des denken und bewundere
staunend den Heldenmut derer, die in Gedanken
an das Ganze ihre Gefühle unterordnen können.
Mit der Hoffnung, verehrte Excellenz, daß Ihnen alle
Aufregungen körperlich nicht geschadet haben u mit den
sehnlichsten Wunsche für einen baldigen günstigen Frieden
in tiefer Ergebenheit
die Ihrige Johanna Hirsch