Kienzl, Wilhelm: Brief an Nina Kienzl. Bad Aussee, 1.11.1914
gegenüber. Ich empfinde
es aber auch als moralische
Pflicht, den Kriegern (vom
Ertrag des Kriegsliedes) zu ge-
ben „was des Kriegers ist”.
Hermann hat überdies noch
den Vorteil, dass sein Gedicht
durch die Vertonung popu-
larisiert wird. Es entstehen
jetzt Millionen Kriegsgedichte,
u. auch mir werden viele zur Kom-
position zugeschickt. Ich
schmeisse sie aber alle weg,
-nur mit Hermann machte ich
eine Ausnahme. Ich will kein
Aktualitäts= u. Opportunitäts-
komponist sein, sondern alles
nur aus innerem Drang machen.
Von der Oper ist der 5. Teil komponiert.
Und nun 1000 Küsse Deines treuen Sohnes
Auf frohes Wiedersehen! Wilhelm