Kralik, Richard: Schreiben an Richard Weiskirchner. Wien, 5.6.1914
erschien diese Erklärung sehr plausibel, sehr ansprechend
und durchaus nicht unpatriotisch. Wenn ein preußischer
Leser dieser Festschrift oder meiner österreichischen Geschichte
mich angegriffen hätte, weil ich nach seiner Meinung zu
österreichisch sei, so hätte ich das verstanden. Daß aber der patrio-
tische Mitarbeiter einer österreichischen Heereszeitung, der doch
gewiß so gewissenhaft war, nicht nur die Bilder und ihre
Unterschriften, sondern auch den Text zu lesen und der doch
wohl auch sonst schon eine Kenntnis meines gesamten
Wirkens haben wird, in diesem Zusammenhang von
„Preußenseuchelei" sprechen kann, das gehört zum
paradoxesten, was mir noch je begnet ist. Vielleicht
haben Sie die Güte, sich darüber noch genauer zu
informieren und zu äußern.
Hochachtungsvoll ergebenst
Dr. Richard v. Kralik
Wien 19/1 Hasenauerstr. 20