Manowarda, Josef von: Brief an Anna und Wilhelm Klitsch. o.O., 5.11.1928
Herrlich ist es nur, wenn ich einschlafen kann, was leider
nicht oft der Fall ist, dann bin erlöst von allem Dreck, das
Aufwachen hat wieder seinen ekelhaften Beigeschmack nur
eine[s] freut mich in der Früh wenn Blondl zu meinem
Bett kommt und paar Bissen Semmel mit einer
Selbstverständlichkeit in Empfang nimmt. Das zerstreut
mich ein wenig. Sonst ist der Zustand manchmal
wirklich nicht angenehm, denn die schlechten Sachen
überwiegen nahezu Alles und man hat nicht einmal
Zeit sich ein wenig zu freuen gleich kriegt man paar
Hiebe ins Gesicht. Na in meinem Gesicht ist ja Platz
und Nerven habe ich auch noch wie Stricke und muss
noch solche in der Stärke eines dicken Drahtseiles bekommen
früher geb ich keine Ruhe.
Nun genug von dem Ekelhaften.
Annerl soll recht brav sein und bald so weit sein dass
sie mit Dir nach Wien kommt, ich glaube es wird
schöne Sachen hier geben unter Furtwängler man munkelt,
dass er Direktor werden soll. Es ware schön.
Wie geht es Euch sonst. Nun Schluss herzlichst küsst Euch
und hofft auf baldige gute Nachricht
Euer treuer
Pepi.
5. XI. 28.