Salzburg
Lieber Fontana, ich lese jetzt erst im Tagebuch Ihre
herzlichen Worte über das Verhaerenbuch: vielen
Dank! Vielen Dank! Gewiss sind Sie so wie ich über
Rilkes Tod erschüttert und noch mehr über das
verlegene unwissende gleichgiltige Schweigen in der
Öffentlichkeit. Das Theater erdrückt die Dichtung
für die Menschen: ein solcher Verlust rein im
moralischen Sinne, der eines Mannes, der an die
Dichtung noch glaubte und nur an sie, bleibt un-
bemerkt. Überhaupt, manchmal sieht es so aus, als
wollte die Lyrik aufhören, eine verschollene
Kunst werden, die nicht mehr anders als historisch
Lieber Fontana, ich lese jetzt erst im Tagebuch Ihre
herzlichen Worte über das Verhaerenbuch: vielen
Dank! Vielen Dank! Gewiss sind Sie so wie ich über
Rilkes Tod erschüttert und noch mehr über das
verlegene unwissende gleichgiltige Schweigen in der
Öffentlichkeit. Das Theater erdrückt die Dichtung
für die Menschen: ein solcher Verlust rein im
moralischen Sinne, der eines Mannes, der an die
Dichtung noch glaubte und nur an sie, bleibt un-
bemerkt. Überhaupt, manchmal sieht es so aus, als
wollte die Lyrik aufhören, eine verschollene
Kunst werden, die nicht mehr anders als historisch