Es war einmal ein armer verirrter Mann der
wollte immer die Wege zum Leben finden er
suchte schon ein ganzes Leben lang und konnte a
aus dem Labyrinth der Irrwege nicht zu den w
wahren gelangen. In seiner Bedrängniss rief er oft
nach den Gespenstern. Er rief sie und wollte ih-
nen für die grosse Gnade dienen. Sie kamen und
verliessen ihn sie giengen und sind doch immer
um ihn geblieben. Sie zerrten an seinem Leben ~
lockten es durch unheimliche Gluthen aus welchen
Flammen emporschlugen ~ sie hüllten sich in
ein fröstelndes Schweigen und er verbrannte. So
wurde er alt und krank er konnte kaum mehr
vorwärts. Da kam ein Gespenst und befahl ihm
Lehrer zu werden er sollte die Jugend unter=
richten und selbst wieder stark und lebendig w
werden. Die Schüler waren wohl jung oft noch
Kinder aber sie waren unbeweglich und ohne d
der hellen Begeisterung. Jünglinge wie junge M
Mädchen. Der arme Mann wollte niemals ange
sichts der Jugend sein verirrtes Leben offenbaren
er wollte niemals sein beginnendes Alter zeigen.
Das ewige Irren hat tiefe Furchen in seine Stir=
ne gezogen~ hat sein Herz verkohlt. Doch
inmitten der Jugend ward er der jüngste in
ihrer Unüberlegenheit der hitzigste. Er wollte sp
springen über den Abgrund des Alters wie einst
über die Schluchten der Jugend. Eines Morgens
kam ein grosses Kind das wollte ihm ganz verges=
sen helfen dass er niemals mehr herausfindet
aus dieser Verblendung es flüsterte ihm zu dass
er jung und schön, dass erst sein wahres Leben b
beginne. Lange wollte er diesem Trugbild nicht
glauben bis er endlich von dem hohen Berg den
Er heraufgeklommen, in das Thal der Erkennt=
niss stürzte. Jetzt liegt er gebrochen im Schoss
der Erde und kann kaum seine Augen zum Him=
mel erheben. Das grosse Kind sitzt neben ihm
und legt seinen Kopf auf seine müde Brust und
horcht und er singt das ewige Lied der Verlorenen.
: Es war einmal :
II.
Winkelsdorf 1. September 1918AH
Landhaus Primavesi.
wollte immer die Wege zum Leben finden
suchte schon ein ganzes Leben lang und konnte a
aus dem Labyrinth der Irrwege nicht zu den w
wahren gelangen. In seiner Bedrängniss rief er oft
nach den Gespenstern. Er rief sie und wollte ih-
nen für die grosse Gnade dienen. Sie kamen und
verliessen ihn
um ihn geblieben. Sie zerrten an seinem Leben ~
lockten es durch unheimliche Gluthen aus welchen
Flammen emporschlugen ~ sie hüllten sich in
ein fröstelndes Schweigen und er verbrannte. So
wurde er alt und krank
vorwärts. Da kam ein Gespenst und befahl ihm
Lehrer zu werden
richten und selbst wieder stark und lebendig w
werden. Die Schüler waren wohl jung
Kinder aber sie waren unbeweglich und ohne d
der hellen Begeisterung. Jünglinge wie junge M
Mädchen. Der arme Mann wollte niemals ange
sichts der Jugend sein verirrtes Leben offenbaren
er wollte niemals sein beginnendes Alter zeigen.
Das ewige Irren hat tiefe Furchen in seine Stir=
ne gezogen
inmitten der Jugend ward er der jüngste
ihrer Unüberlegenheit der hitzigste. Er wollte sp
springen über den Abgrund des Alters wie einst
über die Schluchten der Jugend. Eines Morgens
kam ein grosses Kind das wollte ihm ganz verges=
sen helfen dass er niemals mehr herausfindet
aus dieser Verblendung
er jung und schön, dass erst sein wahres Leben b
beginne. Lange wollte er diesem Trugbild nicht
glauben bis er endlich von dem hohen Berg den
Er heraufgeklommen, in das Thal der Erkennt=
niss stürzte. Jetzt liegt er gebrochen im Schoss
der Erde und kann kaum seine Augen zum Him=
mel erheben. Das grosse Kind sitzt neben ihm
und legt seinen Kopf auf seine müde Brust und
horcht und er singt das ewige Lied der Verlorenen.
: Es war einmal :
II.
Winkelsdorf 1. September 1918
Landhaus Primavesi.