Kralik, Richard: Brief an Friedrich Funder. Wien, 15.7.1916
daß ich in meinen mannigfaltigen Werken mit größtem Fleiß,
größter Gewissenhaftigkeit und größter Selbstzucht eine solche
Fülle von gedeihlichen Sachen niedergelegt habe, wie kaum ein
anderer. Daß ich trotz alldem nicht „berühmt” bin, betrachte ich
als eine besondere Gnade Gottes und als eine lobenswerte Rücksicht
meiner Freunde, nicht zum mindesten auch als Resultat meiner
eigenen auf das Gegenteil gerichteten Anstrengungen. Und
so wie ich in allen größeren und kleineren Arbeiten immer das
Allerbeste zu geben suche, so tu ich das auch bei den Artikeln
für die Reichspost, einerlei, wie diese aufgenommen werden
mögen. In diesem Pflichtbewußtsein lassen Sie mich Ihnen
also auch weiterhin empfohlen sein als Ihren
unbescheiden bescheidenen
Richard Kralik.