Manowarda, Josef von: Brief an Anna und Wilhelm Klitsch. o.O., 5.11.1928
und traurig es ist, wenn man immer alleine ist.
Hoffentlich bessert sich das Befinden von Annerl so
dass Ihr recht bald nach Wien kommt.
Mit Fürst habe ich gesprochen und sagte er mir
dass in Deiner Angelegenheit bis jetzt nichts erfolgt ist, man
weiß noch nicht ob die Stelle wirklich frei wird und was
Heine zu tuhn gedenkt. Auf alle Fälle wird er Deine
Sache vertreten so bald sich etwas ereignen sollte, ich werde
ihn auch immer schupfen und erinnern, da ich ja
auch lange mit ihm zu tuhn haben werde.
Auf seinen Brief in meiner Angelegenheit bekam er
zu Antwort, dass ich wohl einigen Grund zur Klage
habe, dass aber Vertrag Vertrag ist und von einer Lösung
desselben keine Rede sein kann. Nun werden wir ja weiter
sehen was zu tuhn ist, denn Ruhe gebe ich keine.
Es hat sich etwas ereignet was mir vielleicht sehr
helfen kann. Ich sang unter Schalk den Gurnemanz
in Parsifal und beobachtete, dass er sich immer die
Augen und die daruntergelegenen Gesichtspartien wischt
als ich im ersten Akt sang, nach dem II Akt kam er
ganz aufgeregt zu mir und sagt mir wörtlich : was
haben sie, sie singen ja in der letzten Zeit ungeheuer, worauf
ich ihm sagte, dass das wohl seine Ursach darin hat,
dass es eben meine Schwanengesang an diesem Institut sei.