Payr, Erwin: Brief an Rudolf Holzer. Weißer Hirsch, Villa Dorn, 10.4.1918
trifft es ein glücklicher Zufall, daß wir uns persönlich kennen lernen.
Daß die Gedichte von F.S. von F.v.d.Traun herausgegeben wur-
den, wußte ich. Es war mehr ein lapsus calami, der da unterlief. Jch
möchte Sie noch auf eine ganz kleine Schrift aufmerksam machen, die
Sie wahrscheinlich nicht besitzen, die aber viel Wertvolles über das
Privatleben F.S. enthält. Sie heißt: "Ueber Ferdinand Sauter, den Dich-
ter und Sonderling". Erinnerungen und Aufzeichnungen von Friedrich
Schlögl. Wien und Leipzig 1884. Verlag von Hugo Engel.
Darf ich Sie noch um eine große Gefälligkeit bitten? sie wä-
re, mich zu verständigen, bei welcher Buchhandlung ich die in einigen
Monaten erscheinende Luxusausgabe der Gedichte Sauters bestellen kann.
Jch würde auch jetzt den Betrag von 50-60 Kr. gern anlegen, wenn ich
eines der so selten zu habenden Exemplare erhalten könnte. Vielleicht
habe ich, wenn ich nach Wien komme, Glück und finde ein solches.
Mit nochmaligem Danke für Jhre große Liebenswürdigkeit, bin
ich, sehr verehrter Herr Holzer,
mit den besten Empfehlungen
Jhr stets aufrichtigst ergebener
E. Payr