Friedell, Egon: Brief von Egon Friedell an Hans Sassmann. [München], 1929
einwandte, dß selbst in Berlin nur aufgegebene Briefe ihren
Bestimmungsort erreichen, sagte er: Wozu die vielen Worte? Sie sind
bei mir lebenslänglich engagiert. Ich sagte, dß das weit über meine
Wünsche hinausgienge. Immerhin wird man sich auf September
einrichten müssen, und ich ersuche dich, zahlreiche Stücke vorzubereiten,
damit ein Generalangriff auf die Boches durchgeführt werden kann.
Was deine seinerzeitige Anfrage wegen Münchener Korruption
anlangt, so bitte ich dich, mir einen Artikel über dich zu
schicken, mit möglichst vollgenommenem Maul, „ein neues
österreichisches Genie“ etc. Der Redakteur Berend hat meinen
Vorwurf, dß bei der Münchner Neuesten keine schweinischen Zustände
herrschen, mit Entrüstung zurückgewiesen. (Umfang und Diktion
der Selbstcharakteristik etwa in der Art der Katastrophennotizen