Hohlbaum, Robert: Brief an Franz von Ginzkey. Wien, 30.6.1929
[mit anderer Hand:] Hohlbaum
Wien, 30. Juni 1929.
Mein lieber Franz!
Innigsten Dank für Deine guten Ratschläge die Presse
betreffend, die ich sicher befolgen werde. Ich habe
diese Kombination nach Deinen Mitteilungen aus
dem Kalkül gestrichen. Was das „Tagblatt” anlangt,
würde ich der Sache sehr gerne näher treten, wenn
ich nur mit Scheyer zu verhandeln hätte. Mit
dem Herrn Rainalter will ich nichts mehr zu
tun haben. Wenn ich Scheyer, den ich kaum kenne,
einen Beitrag sandte, erschien er binnen 14 Tagen,
wenn ich's bei meinem „Duzfreund” R. ver=
suchte, erschien er nach 2 Jahren oder gar nicht.
Er ist das Unverläßlichste und Unmöglichste, was
mir in meiner ziemlich reichen journalistischen
Erfahrung vorgekommen ist.
Mit Bedauern hörten wir, daß Du krank warst,
hoffentlich war's nichts Arges und ist schon wieder
vorbei. Bei uns ist's entsetzlich. Nachdem Gaby ope=
riert wurde, kommt nun die arme Hanni nächste Woche
mit sehr bösen Mandeln und Wucherungen dran.